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Die Theologie des Johannes Duns Scotus : eine dogmengeschichtliche Untersuchung

Reinhold Seeberg · 1900 · Scanned text

240,058 words · about 16 h 49 min to read

Period artwork: Interior of the Bodleian Library, 1845
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About this book

Author
Reinhold Seeberg
Language
German
Published
1900
Length
240,058 words · about 16 h 49 min
Sections
3 reader sections
Text
Scanned text, read from page scans by OCR; may contain errors
Rights
Public domain · PD-US by publication date

 

Contents (3)
  1. Vorwort about 2 min
  2. Einleitung about 16 h 17 min
  3. Inhalt about 30 min

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Vorwort

Im zweiten Bande meiner Dogmengeschiclite habe ich eine neue Methode der Dogmengeschichte des späteren Mittelalters und der Eeformationszeit durchzuführen versucht. Ein derartiges umfassendes Unternehmen bedarf naturgemäss der Nachprüfung und der Bewährung und Erprobung im einzelnen. Diesem Zwecke dient auch die vorliegende Monographie, deren Notwendigkeit in der Einleitung des Werkes auch von anderen Gesichtspunkten her erwiesen wurde. In diesem Zusammenhang ist es begründet, dass ich auf das erwähnte frühere Werk öfter habe Bezug nehmen müssen. Dort Bewiesenes sollte nicht nochmals bewiesen werden. Aber ich habe in dieser Arbeit manches zur Befestigung und Vertiefung, und auch zur Verbesserung des früher Dargelegten beibringen können. Im letzten Kapitel kommt die dogmengeschichtliche Bedeutung des Duns Scotus zur Sprache. Lesern, denen es zunächst auf diesen Gesichtspunkt ankommt, möchte ich raten, die Lektüre des Buches mit dem letzten Kapitel zu beginnen. Die dort entfalteten allgemeinen historischen Zusammenhänge werden sich ihnen, wie ich meine, für das Verständnis und die selbständige Beurteilung der Details der scotistischen Theologie als förderlich erweisen.

Es geschieht meines Wissens durch dies Buch zum erstenmal, dass ein protestantischer Theologe die Theologie eines der grossen Scholastiker in ihrem ganzen Umfang darzustellen versucht. Aber die Missverständnisse des Duns Scotus, die die bisherigen Darstellungen bedrückten, erklären sich gerade daraus, dass die betreffenden Gelehrten nur Bruchstücke der scotistischen

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Theologie kauntcn. So anregend es ist, die Ansichten einer historischen Persönlichkeit von der Geschichte eines besonderen Begriffes her (hier also des Gottesbegriffes, der Sünden- und Freiheitslehre) zu erfassen, so sehr bedarf dies Unternehmen zur Grundlage eines gesicherten Verständnisses der Zusammenhänge in der Gedankenwelt des betreffenden Mannes. Ich habe dies letztere für Duns Scotus zu gewinnen versucht. Inwieweit es zu neuen Einsichten geführt hat, wird der kundige Leser dem Buch selbst leicht entnehmen.

Es bestand ursprünglich die Absicht, die Untersuchungen dieses Werkes fortzusetzen und sie auf die ganze Theologie des ausgehenden Mittelalters auszudehnen. Ich vermag heute nicht zu sagen, ob und wann ich etwas von dieser Absicht werde ausführen können. Aber ich will den Wunsch nicht unterdrücken, dass sich für die Geschichte der scholastischen Theologie in der Zukunft etwas mehr Bearbeiter finden mögen als in der Vergangenheit. Es wimmelt hier geradezu von Problemen der verschiedensten Art, und die Schwierigkeiten, welche Denkweise und Sprache jener Autoren den modernen Lesern bieten, sind doch nicht unüberwindlich. In dem vorliegenden Buch ist ein Anfang dieser Studien gemacht worden, möchte es an Fortsetzern und Mitarbeitern, die sich vor ungebahntem Wege nicht fürchten, zumal unter den jüngeren Fachgenossen, nicht fehlen!

Die Inhaltsangabe ist so eingehend gehalten, dass von einem alphabetischen Register abgesehen werden konnte. Der Leser wird das Gewünschte leicht finden.

Berlin, Anfang August 1900.

R. Seeberg.

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