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Kurzgefaßte Geschichte, und Beschreibung der Reichsstadt Schwäbisch Gmünd

Joseph Alois Rink · 1802 · Free in the US

15,629 words · about 1 h 6 min to read

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Author
Joseph Alois Rink
Language
German
Published
1802
Length
15,629 words · about 1 h 6 min
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Contents (12)

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{| | Editionsrichtlinien: * Überschriebene e über den Vokalen a, o und u wurden als moderne Umlaute transkribiert. * Bei Worttrennungen am Seitenende steht die Vorlage hinter dem getrennten Wort. * Fußnoten, die über mehrere Seiten gehen, werden auf der ersten Seite zusammengezogen.

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Vorrede.

Bei der Verfertigung der Familiengeschichte der Dynasten von Rechberg, und rothen Löwen, stieß ich auf so viele Nachrichten der benachbarten Reichsstadt Schwäbisch Gmünd, und auf so viele freundliche, und feindliche Verhältnisse derselben mit besagter alten Dynasten Familie, daß ich mich endlich nicht mehr enthalten konnte, dieselben zu bemerken, um einst mit diesen gesammelten Anmerkungen einem Geschichtsliebhaber Freude zu machen; nun aber entstand bei mir selbst die Lust, das Gesammelte zu ordnen, und zu bearbeiten, um so mehr, da von dieser alten schwäbischen Stadt keine einzige mir bekannte richtige Beschreibung vorhanden ist; doch darf man, wie es schon die wenigen Blätter verrathen, keine vollständige Geschichte dieser Stadt erwarten: hiezu würde der freie Zutritt, und die Benutzung des Reichsstadt Gmündischen Archives nothwendig seyn. Dieß ist auch die Ursache, warum ich den Faden der Erzählung so oft fallen lassen, und mich begnügen mußte, einzelne Fakta blos in chronischer Ordnung aufzuzählen, von welchen ich hie und da nicht einmal die Ursache angeben konnte, die sie herbeigeführt hat. Vielleicht wecken aber diese wenigen Blätter einen tüchtigern Mann, als ich bin, um diesen Zweig der Vaterlandskunde zur Reife zu bringen.

Indessen, glaube ich, daß dem Geschichtsliebhaber, und besonders dem gebildeten Bürger, und Unterthanen besagter Stadt auch diese wenigen Nachrichten willkommen seyn werden.

Die Quellen, aus denen diese Geschichtserzählung entstand, sind das Rechbergische Universalarchiv, Crusius, Sattler, Steinhofer, das Leipziger Lexikon, Merians Topographie, und mehrere besondere Nachrichten, die mir sachkundige Freunde, denen ich hiemit öffentlich danke, mittheilten. Ich nenne sie hier einmal für allemal, weil ich selbe um der Kürze willen nicht mehr besonders anzuzeigen gesinnet bin.

Uebrigens versichere ich, die Thatsachen so niedergeschrieben zu haben, wie mir sie obgesagte Gewährsmänner überlieferten.

DerVerfasser.

1. §. Von der Lage, dem Namen, und den ersten Merkwürdigkeiten der Reichsstadt Schwäbisch Gmünd.

Die Reichsstadt Schwäbisch Gmünd liegt in dem angenehmen, und fruchtbaren Remsthal, das von dem FlüßchenRems seinen Namen erhielt, und hier seine Richtung von Osten gen Westen nimmt. Das Thal wird von mässig hohen Bergen gebildet, die in der Nähe der Stadt in Baumgärten umgeschaffen, und mit vielen Lusthäuschen besetzet sind.

Die Stadt liegt von den wirtembergischen AmtsstädtenGöppingen, undSchorndorf, von jener vier, und von dieser fünf Stunden, von der ReichsstadtAalen ebenfalls fünf, vonHohenrechberg, dem Stammhaus der alten FamilieRechberg eine, und vonHohenstaufen, der ehemaligen, nun zerstörten Kaiserburg zwei Stunden entfernt.

Ueberraschend ist der auf dem nahen Straßdorfer Berge dem Wanderer sich aufdringende Ueberblick der mannigfaltigen Lebhaftigkeit, der natürlich schönen, romantischen Gegend, und des sanften Gewühles der industriösen Stadt. Das ganze Thal, so weit das Auge reicht, auf und abwärts, ist eine Kette von Gärten, und Wiesen, durch die sich die Rems hinschlängelt. Gegen Osten blickt das schöne Frauen KlosterGotteszell, wie hinter der Stadt versteckt, hervor, und unter der Stadt, gegen Westen, nimmt sich die St. Katharinapfleg (Spital) unter den vielen Gartenhäusern, Mühlen u. s. w. besonders aus. Der ganze Umkreis der Stadt ist überdas mit vielen Dörfern, Weilern, und Höfen angefüllet.

So sieht es jezt in diesem reitzenden Thale, und desselben Gegend aus. Vor dem war alles nicht so. Die einzige alte BurgRechberg sah unsere Stadt aufwachsen, ihre Bürger sich durch Kunstfleiß, Arbeitsamkeit, und Mäßigkeit bilden, und zu einem nicht geringen Ansehen im Reiche erheben.

Die ganze Gegend war Wald, Sumpf, und nur der Aufenthalt wilder Thiere, folglich zu nichts als zur Jagd geeignet. Keine menschliche Seele verirrte sich in die finstern Klingen dieses engen Thales, als etwa die Jäger mit ihren Hunden. Den allgemeinen Jagdbelustigungen unserer Vorfahrer soll auch Gmünd ihren ersten Anfang zu verdanken haben.

Auf dem bekanntenTecker Berg bey Kirchheim im Wirtembergischen wohnte ein Graf, Herr, oder Dynastvon Teck, so erzähltLyrers Chronik, und der DominikanerFelix Fabri. Dieser Graf opferte noch den Götzen, und vielleicht mag er auch mit den hie und da angesiedelten, benachbarten Christen nicht sanft verfahren seyn. Genug, das vernahm ein christlicher schwäbischer HerzogRomulus, oderRumelius, und der machte es sich zur Pflicht, dem Unfug ein Ende zu machen, und den Grafen mit seinem Anhange nach damaliger Sitte durch die Schärfe des Schwertes zur Liebe, und Duldung predigenden Christusreligion zu bekehren. Romulus kam mit 24,000 Mann, und lagerte sich im Thal bei Hausen, nicht weit von Teck. Der Graf rüstete sich auch seiner Seits zur Gegenwehr, und wurde von einem nordischen Markgrafen, der zu Burgau hausete, biedermännisch unterstützet. Die Schlacht begann, aber die Christen siegten, und 13,000 Heiden fielen auf dem Schlachtfelde. Unter den Gefangenen war der Markgraf selbst, undvier Brüder mit den rothen Löwen. (Die von Rechberg). Die Gefangenen wurden auf den nicht weit entferntenRechberg (Rehberg) geführt, wo sie eine Wohnung zu bauen anfiengen, und die christliche Lehre annahmen. Diese neue christliche Kolonie, wovon ohne Zweifel das benachbarteChristenthal seinen Namen erhielt, beschäftigte sich nun häufig, nach ihrer Väter Sitte mit der Jagd, theils sich zu ernähren, theils die Zeit zu verkürzen. Um aber des Abends nicht immer den hohen Berg hinaufsteigen zu därfen, erbauten sie im Thale an der Rems eine Curia, Hof, oder Villam, die sieGmünd nannten.

Man leitete diesen Namen von dem lateinischen Gaudia mundi her, welches so viel alsWelt Freuden bedeutet, weil nämlich die adelichen Jäger hier viele Lustbarkeiten anstellten. Es scheint aber, daß dieser Name ehender vonMündung entstanden sey, weil sich nämlich von hier aus, entweder das Remsthal immer weiter öffnet, oder weil sich etliche Bäche in die Rems ergiessen. Die Stadt soll nachher auchKaisersreuth, undKaisers Thiergarten genannt worden seyn. Weil es aber in Urkunden mit diesem Namen nie vorkommt, so mag es blos Mißverstand seyn, indem man die in der Folge, etwa von Staufischen Kaisernausgereuteten Plätze, und die etwa nach bei der Stadt von ihnen angelegten Thiergärten mit der Stadt selbst verwechselte.

Nach einer anderwärts angestellten kritischen Untersuchung fällt die Hauptsache dieser Begebenheit, die nach Chroniken Weise mit so vielem Fabelhaften untermischt ist, in die Mitte des siebenten Jahrhunderts, oder gegen das Ende desselben (650–699) gerad also in die Zeit, wo die Irländischen Missionarien, Gallus, Collumban, Kilian, Emeran, Rupert, und Bonifaz Deutschland durchliefen, um das Evangelium zu predigen.

Nach dem Beatus Rhenanus ertheilte Karl der Grosse (regiert von 768–814) dem AbtVolrad zu St. Denys die Erlaubniß im Herzogthum Allemanien zu Ezzilingen, Adalungen, Haubertingen, undGamundia – monasteriola –Klösterlein zu errichten. Der Abt bewerkstelligte es auf seine Kosten, vermuthlich

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Bereits die Merovingischen Könige der Franken hielten sich verschlossene Thiergärten, um sich nach Gefallen mit der Jagd belustigen zu können, welches sich von den Hohenstaufischen Herzogen, und Kaisern ebenfalls nicht unwahrscheinlich vermuthen läßt.Schmids Geschichte der Deutschen I. Thl. 315. S. neueste Ulm. Ausg.

In meiner noch ungedruckten Familiegeschichte derDynasten von Rechberg, und rothen Löwen.

um der christlichen Religion in diesen Gegenden mehr Festigkeit durch die gegenwärtigen Mönche zu geben. Es muß also schon ein Gmünd da gewesen seyn; freylich klein, und unbedeutend: vielleicht bestand es blos in etlichen umher zerstreuten Höfen, wie die meisten Anfänge der Städte, und Dörfer waren.

Nach dieser Erzählung ist es begreiflich, warum einige geschriebenen Chroniken die Dynasten von Rechberg, als Erbauer der Stadt Gmünd nennen. – Aber erst nachdem das benachbarteBürische Haus, welches vermuthlich mitRechberg einen Ursprung hat, und die nämliche Familie ist, auf den schwäbischen Herzogs, und dann Reichsthron erhoben wurde, stieg Gmünd aus der Dunkelheit empor, und wurde allgemein bekannt.

ZuBüren, Beuren, (jezt Weschenbeuren) ein paar Stunden von Gmünd, war in den ältesten Zeiten eine angesehene Familie ansässig, die sichvon Büren nannte.Friderich von Büren, nach dem gleichzeitigenOtto von Freysing, hatte einen Sohn, der auchFriderich hieß, das SchloßHohenstaufen baute (um 1070) und sich nicht mehr vonBüren, sondern von Stoyphe –Staufen schrieb. Der unglückliche K. Heinrich IV. machte diesenFriderich von Staufen 1080 zumHerzog von Schwaben, und gab ihm seine TochterAgnes zur Frau. Das benachbarte Hohenstaufen wurde also auf einmal eine herzogliche Residenz, und hiemit der Sammelplatz des großen, und kleinen schwäbischen Adels.

Büren war zwar schon ehedem eine der edelsten Familien Schwabenlandes, aber den Pracht, Glanz, und Reichthum fand man gewiß nicht, der jezt mit der herzoglichen Würde in ihr Haus wanderte. Hiemit war unmittelbar ein größerer Hofstaat, mehrere Dienerschaft, und eine beträchtlichere Anzahl von Geschäftsleuten, und mit diesen größerer Aufwand, und Bedürfniß verbunden. Es scheint also nichts natürlicher zu seyn, als daß sich in der Gegend von Hohenstaufen mehrere Handwerksleute, Künstler, und Kaufleute einfanden, und es war dem neuenHerzog Friderich daran gelegen, sie in der Nähe zu haben. Man darf sich folglich nicht wundern, wenn der Herzog alles mögliche gethan, der Stadt aufzuhelfen. Wir können also diesen Zeitraum von 1080 bis 1105, das ist: vom Jahre seiner Erhebung zum Herzog von Schwaben bis zu seinem Todesjahre, mit Recht als die erste Epoche annehmen, wo man im Ernste anfieng, die Wälder mehr auszureuten, die Felder anzubauen, und die Stadt zu erweitern. Durch was für neue Ansiedler dieses bewerkstelliget wurde? – Durch allerlei Gattungen von Handwerksleuten, Künstlern, und Kaufleuten.

Die von den Herzogen in der Nachbarschaft aufgeführten Gebäude, und besonders die noch stehende Johanniskirche zu Gmünd, welche ohne Zweifel aus diesem Zeitalter ist, forderten wirklich keine schlechten Bauleute. Die Erbauung dieser schönen Kirche wurde gewiß durch die vermehrte Volksmenge verursacht. Das daneben stehende, weit älter scheinende Veits Kirchlein – vielleicht das Kirchlein des schon vom AbtVolrad erbauten Klösterleins – faßte die Einwohner nicht mehr, folglich mußte eine größere erbauet werden. Denn die Bedürfnisse des Hofes, Leinen, Wollenzeuge, Tuch, Spezereien, der Luxus im Gold, und Silbergeschmeide, ihre goldenen Ketten, Armspangen, Haarschmuck von Gold und Perlen, Säbel, Harnische, Pickelhauben, Spiele u. s. w. wahrlich diese hier nur obenhin aufgezählten Bedürfnisse forderten tausend Hände, um sie nur einiger Maßen zu befriedigen.

Es ist auch wohl zu glauben, wenn uns die Chroniken erzählen, daß sich hier der Adel öfters versammelt habe, um Turniere zu halten, und andere Lustbarkeiten anzustellen; daß es aber blos wegen dem verlohrnen, und wieder gefundenen Ring derHerzoginn Agnes geschehen, scheint unter die Volksmärchen zu gehören. Denn das an der Johanniskirche befindliche, in Stein gehauene Frauenzimmer, deutet gewiß kein mit dem Geist dieses Zeitalters Vertrauter auf eine solche Kleinigkeit.

Von den ehemals hier gehaltenen Ritterspielen zeuget noch der Name eines Platzes, den man den Turniergraben nennt.

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Turniere hieß man jene Lustbarkeiten des Adels, wobei er seine Geschicklichkeit im Stechen, Hauen, Fechten u. s. w. zeigte. Wer den andern mittels seines Speeresstosses aus dem Sattel hob, die Helmzierde des andern herabsäbelte, u. s. f. durfte sich Hoffnung machen, einen der Dänke Preiße zu erhalten, welche durch die gegenwärtigen adelichen Jungfrauen den Tapfersten, und Geschicktesten zuerkannt wurden. Selten giengen aber dergleichen Lustbarkeiten vorüber, ohne daß nicht einige verwundet, oder gar todt auf dem Grieß liegen blieben; hie und da wurde diese Ergötzlichkeit oft gar zu Schimpf, und Ernst getrieben.

2. §. Merkwürdigkeiten der Stadt aus dem zwölften Jahrhundert bis zur Verjagung des Adels vom Stadtregiment.

Im Jahr 1102 stifteteFriderich der Herzog mit seiner FrauAgnes, und ihren SöhnenFriderich, undCunrad das benachbarte BenediktinerklosterLorch, und vereinigte mit demselben das Stifthaus im Dorfe Lorch, welchesHildegard Gräfinn von Helfenstein, Heinrichs vonStaufen, oderBüren Wittwe schon 1060 mit 6 Chorherren, 6 Vikarien, und einem Probst versehen hatte. Vermuthlich wurde schon dazumal die St. Johanniskirche zu Gmünd diesem Kloster, und zwar so einverleibt, daß die Benediktiner die Pflicht übernahmen, die Stadt mit dem Gottesdienst zu besorgen; denn wir werden in der Folge hören, daß diese Kirche dem Domkapitel zu Augspurg von den Mönchen wieder übergeben worden. Bald darauf starb Herzog Friderich, nämlich 1105, und sein SohnFriderich der Einäugige folgte ihm im Herzogthume.

Durch was für eine Regierungs Form die aufkeimende Stadt regiert wurde, scheint ungewiß zu seyn. Sie wird zwar allgemein als eine Staufische Munizipal Stadt gehalten; allein in diesem Zeitraum hatten wohl weit beträchtlichere Städte keine eigene Munizipalität, sondern einenComitem civitatis – fürstlichen Vogt, der die ganze Vogteylichkeit im Namen des Kaisers, oder Herzogs besorgte. Gmünd wird also wohl hierinnfalls keine Ausnahme machen, und ohne allen Zweifel unter einem Staufischen Vogt gestanden seyn.

Friderich der Einäugige von Staufen war Herzog in Schwaben von 1105 bis 1147, sein Bruder Conrad aber, Herzog in Franken, wurde 1138 zum Kaiser erwählt. Friderich umgab die Stadt 1110 mit einer Mauer, und Conrad stiftete zwey Klöster allda, nämlich: die Augustiner 1140, und dann die Dominikaner.

1147 nahmConrad auf das Zureden des h. Bernards zu Speier das Kreuz an, das ist: er entschloß sich in Gesellschaft der Franzosen mit Heereskraft nach Palästina zu ziehen, um selbes den Händen der Ungläubigen zu entreissen. Er feyerte zwar 1148 zu Jerusalem Ostern, aber deßwegen erreichte er doch nicht seine Absicht. Nach vielen ausgestandenen Mühseligkeiten, und nachdem er fast alle seine Leute verlohren hatte, mußte er noch froh seyn, seine Heimath wieder erreicht zu haben. So verderblich diese Kreuzzüge in jeder Hinsicht unserem Vaterlande waren, so beförderten sie doch Wissenschaften, Künste, und Handlung, welche vorzüglich in unsern Städten mit offenen Armen aufgenommen wurden; auch war es ihnen manchmal Gelegenheit, ihr Gebiet durch den Ankauf benachbarter Güter der Adelichen, die sich durch diese Ritterzüge oft ganz zu Grunde richteten, zu vergrößern. Wir halten also dafür, daß dieser Kreuzzug, wie die andern, unserer Stadt mehr nützlich, als schädlich war. Ihre Herrschaft zu Hohenstaufen, so unglücklich der Hauptzweck erfüllt wurde, brachte doch immer Gelehrte, und Künstler aus Griechenland mit sich nach Hause, deren Unterricht die Bürger der Stadt zu ihrem Besten benutzen konnten, und wirklich auch benutzt haben. Zwar machte der alte Herzog Friderich den Zug nicht selbst mit, aber doch begleitete dessen Sohn, derjunge Friderich Rothbart seinen Oncle. Der Alte, welcher seinen Sohn lieb hatte, und die Gefahren dieses Zuges kannte, grämte sich so sehr darüber, daß er noch im nämlichen Jahre 1147 starb, im Kloster Lorch begraben wurde, und so seinem dießmal gesund zurückgekommenen Sohne die Regierung des Herzogthums Schwaben überließ. Conrad starb auch bald darnach, nämlich 1152 den 15. Februar zu Bamberg.

Itzt wurde der junge Friderich, wegen seinem schönen rothen Bart, der Rothbart (Barba Rossa) genannt, selbst zum Kaiser Thron gerufen. Unter ihm scheint Gmünd wirklich zu einer Stadt von Bedeutung geworden zu seyn. Friderich I. gehört unter die ersten Regenten, welche ihr Vaterland mit Weißheit, und Kraft beherrschten. Er liebte selbst die Wissenschaften, und Künste, und machte es sich zum ersten Geschäft, selbe zu befördern, und zu unterstützen. Die genauere Verbindung, welche er zwischen Italien, und Deutschland herstellte, wenn sie gleich auf der andern Seite viel kostete, begünstigte die Handlung, und jeden wohlthätigen gesellschaftlichen Verkehr ungemein. Daß Friderich die Wirkungen seiner menschenfreundlichen Gesinnungen, und Handlungen das auf seinem väterlichen Erbe gelegene Gmünd, in dessen Gegend er seine jugendliche Jahre zugebracht hatte, besonders fühlen ließ, ist ausser allem Zweifel. Es ist folglich wohl zu glauben, wenn die Geschichte erzählet, daß er sich hier öfters aufgehalten, selbes mit dem Stadt Recht, andern Freyheiten, und dem noch beybehaltenen Wappen,dem silbernen Einhorn im rothen Schilde begabt habe. Aber wenn Crusius sagt, daß Friderich 1175 einen Reichs Tag zu Gmünd gehalten, worauf erHeinrich den Löwen Herzogen der Sachsen, und Baier, in die Reichs Acht erklärte, weil er ihn auf seinem fünften Heereszug gegen die aufrührerischen italienischen Städte nicht unterstützte, so muß ihm wohl was Menschliches begegnet seyn; denn es ist allgemein bekannt, daß dieser höchst oberrichterliche Ausspruch über diesen großen Fürsten Deutschlands, der so wichtige Folgen nach sich zog, erst 1180, und zwar auf der dritten ihm gegebenen Tagesfahrt zu Goßlar, geschehen sey, und dann zu Würzburg, weil er abermal nicht erschien, bekräftiget wurde.

Friderich starb zu früh dem Vaterlande, so langwierig dessen Widersachern seine Regierung vorkam. Er ließ sich zu einem abermaligen Kreuzzuge bereden, obschon er das Abentheuerliche dieser Unternehmung aus Erfahrung kannte. Er starb 1190 den 10. Jun. im Flusse Seleph bey Seleucien in Syrien.

Unter den Regierungen seiner zwey Söhne Heinrichs VI. († 1197) und Philipps († 1208) ist von der Stadt nichts bekannt, als daß, wie ihr Kunstfleiß, und ihre Handlung sich ausdehnte, auch ihre innerliche Kraft, und Stärke wuchs, welches ihr bey diesen unruhigen Zeiten sehr nützlich wurde.

In der Stadt hatten sich bereits viele Adeliche aus der Gegend bürgerlich niedergelassen, wovon die Geschichte vorzüglich folgende Geschlechte nennet: Dievon Uggingen (Ickingen)Rinderbach, Wolfsthal, Winkenthal, imSteinhaus (Steinhäuser)Hager, Ritteler, Rauheimer, Fierabend, oderFeierabend, Leintzell, Heberling, Bollstatt, Horkhaim, Guler, Marbacher, Thainbucher, Fetzer von Brogenhofen, Allwicher, Stäbenhaber, Zeiselmüller, Kurz, Haug, Burger, Gußregen, Thal genanntBurger, Thal genanntBätz, Burhofen, Flad, Thembacher, Rau, Cyterkofen, Bregenberg, Etzelspurg, Burgholz, Walden, u. s. w. Es kommen in dem 13. Jahrhundert noch mehrere Gmündische Bürger als Urkunden Zeugen vor, die ich zur vornehmern Klasse rechne, aber ihre in eine lateinische Form gezwängte Namen nicht entziffern will; als in einer Stiftungs Urkunde von 1235:Shopo. Burch. Eppo Cives de Gemund; und in dem Pfandschafts Kaufbrief um Hohenstaufen von Schenk Limpurg an Rechberg 1274:Eberwinus, Vaenerius Cives de Gamundia. Vielleicht lauten diese Familien in unserer Mundart:Schaupp, Burk, Epp, Eberwein, undFäner; aufs wenigst werden in der Folge etwelche so geschrieben vorkommen.

Im Anfange des 13. Jahrhunderts hatten die Bernhardiner ein Haus in Gmünd. Dieses überliessen sie den angekommenen Minoriten, dem Fr. David, und seinen Gesellen. Nach des ersten seligem Hinscheiden, um 1212, mußte dieses Haus, weil mehrere der Minoriten Lebensart wählten, erweiteret werden, welches auf die Kösten reicherer Bürger, und besonders desWalthers von Rinderbach, der dem neuen Kloster auch einige Einkünfte verschaffte, geschah, und so entstand das dritte Kloster in Gmünd. Walther von Rinderbach starb erst 1270, wenn es nicht 1220 heissen sollte, und wurde in der Minoriten Kirche begraben. Schon 1210 verschiedWolf von Thal, und wurde bey eben diesen Minoriten, ohne Zweifel auch in ihrem Habit, beerdiget, weil er ebenfalls zur Errichtung, und Stiftung ihres Klosters beytrug. Diese Mönche schickten schon 1229 einige von ihnen nach Ulm, wo sie sich gleichfalls ein Kloster baueten.

In diesem Zeitraume sah es in unserem Vaterlande sehr stürmisch aus, und das schwäbische Kaiserhaus zu Hohenstaufen sank immer tiefer an Ansehen, und Kraft herunter. Jeder Einzelne benutzte diese Umstände, und suchte sich frey zu machen, entweder durch Gewalt, und eigene Kraft, oder durch erhaltene Privilegien, und Freyheiten, die man für Geld genug haben konnte. Wenn also Umstände der Stadt Gmünd günstig waren, zur Selbstständigkeit zu gelangen, so waren es gewiß die dieser Zeit. Ich halte deswegen dafür, daß es in diesem Zeitraume geschehen, wo sie ihre eigene Munizipalität, vermuthlich mittels eines durch Erlegung einer Summe Gelds erhaltenen Privilegiums, wie Augspurg 1266 von Conradin, bekam, und sich nach erfolgtem Aussterben des Staufischen Hauses 1269 völlig Reichs frey machte.

So lang die Hohenstaufer lebten, war die Stadt ihnen, als ihren angebohrnen Herren immer von ganzem Herzen ergeben. Sie suchte selbe nach Möglichkeit zu unterstützen, und gegen ihre Feinde zu vertheidigen. Es ist bekannt, welche unaufhörliche Kriege K. Friderich II. besonders gegen den Papst in Italien führen mußte, um sich und sein Haus zu erhalten. Auch Gmünd trug redlich bey, und sandte ihm Hülfs Völker nach Italien. Dafür wurde nun freylich Gmünd zu Rom übel angesehen. Ein gewisser PriesterAlbert mußte 1240 dem Bischoff zu Aichstett im Namen des Papstes befehlen, die Stadt Gmünd, und alle andere Städte, die dem Kaiser Hülfs Völker sandten, in Bann zu thun. Allein der Bischoff ließ sich hiezu nicht gebrauchen, und so unterblieb es.

Im nämlichen Jahr 1240 wurde von zwey Wittwen, denSchauppen, das Kloster Gotteszell ausser der Stadt erbauet, und gestiftet. Zuerst befanden sich in selbem Augustiner, dann Dominikaner Nonnen.

3. §. Von der Verjagung des Adels aus der Stadt bis zum Anfang des fünfzehenten Jahrhunderts.

Seitdem sich Gmünd selbst regierte, war die Regierung in den Händen des Adels, welcher sich in der Stadt ansässig gemacht hatte. Vermuthlich überliessen die Bürger ihm zuerst freywillig dieses Geschäft, um so ungestörter ihren Arbeiten und der Kaufmannschaft obzuliegen. Er muß aber dieses Zutrauen durch Härte, und Verachtung seiner Mitbürger, oder üble Wirthschaft mißbraucht haben; denn 1284 erbitterte sich die Bürgerschaft so über den Adel, daß sie ihm nicht nur die Regierung abnahm, sondern sogar zur Stadt hinausjagte, und etliche ihrer Schlösser in der Nachbarschaft, alsEitakofen, Brogenberg, Eitzelburg, Rinderbach, undWolfsthal zerstörten. Zum ersten Bürgermeister wählten sie aus ihrem Mittel denBernard Klebzagel. – So führen Mißhandlungen, und Hintansetzung der Pflichten immer wieder andere Mißhandlungen herbey, die sich der Adel wohl hätte ersparen können, wenn er gut, und rechtschaffen gegen seine übrigen Mitbürger gehandelt hätte. Es müssen sich aber doch die Adelichen bald wieder ausgesöhnt haben, indem sie nicht nur wieder in die Stadt eingelassen, sondern auch zu Magistrats Personen erwählt wurden. Schon 1293 den 8. Sept. trift man in einem Kloster gotteszellischen Kaufbrief als Zeugen an:Herrn Hainrich von Rinderbach, der Schulthaisse ist zu Gmünde, Herrn Sifridt in dem Steinhuse, der Burgermeister, Cunrad der Taler, Friderich der Taler, Eberwin Herrn Rinboltes Sun, Eberwin der Fezzer, u. s. w.

1297 übergab der Abt zu Lorch dem Domkapitel zu Augspurg etliche Pfründen in dem Dorf Lorch samt derJohannes Kirche zu Gmünd. Es scheint, daß die Stadt erst von diesem Jahre an ihren eigenen Pfarrer erhielt, da selbe indessen von einem Benediktiner in Lorch versehen wurde. Auch ist es ausser Zweifel, daß von diesen erhaltenen Pfründen ein Stift errichtet worden, dem ein Probst vorstund. Denn 1337 wurdeHainrich von Schöneck, der vorherProbst zu Gmünd war, zum Bischoff von Augspurg erwählt. Weil er aber des Kaisers Ludwig des Baiers Parthie wider den Papst hielt, so wurde er von diesem abgesetzt, und dagegenMarquard von Randeck erhoben. Heinrich wich, und zog sich, mit einer Pension zufrieden, nach seinem ihm angenehmen Gmünd zurück, wo er 1368 starb, und in der Stifts Kirche begraben wurde.

1332 am Dienstag vor Pfingsten (2. Jun.) kömmt in einem Kloster Adelbergischen Privilegiums Zeugniß ein gewisserMagister Conrad von Gmünd als Probst in Faurndau vor – „Mgr. Cunradus de Gamundia prepositus ecclesie Furndowen.“

1349 war Gmünd ebenfalls in den Krieg der Städte mit den Adelichen verwickelt.Ulrich von Rechberg, Herr zu Sindelfingen, und Gröningen, tödtete den Gmündern in einem Streifzuge dieses Jahrs, vermuthlich von Gröningen her, 40 Bürger.

1351 den 16. August wurde der erste Stein zu der schönen, großen Stifts, und Pfarrkirche zum h. Kreuz, woran man 26 Jahre baute, gelegt.

1353 erhielt Gmünd vom K. Karl IV. den Graf Eberhard von Wirtemberg, den Greiner, zum Schutzherrn. Karl, und sein Sohn Wenzel versprachen auch, die Stadt bey ihrer Reichs Freyheit zu erhalten.

1355 den 22. April verkauftenHainrich Flade, undHainrich der Ruhe vf dem Kirchhoue Burger zu Gmünd dem fürnämen vnd vsm liebn Herrn HernWillehalmen von Hohenn Rechberg 16 Tag Werk Wisendie Hägen an dem Berge ge Rechberg unter der Burg, die sie vorher von ihm gekauft, vnd gewonnen um 48 lb. Heller. Gleichdarauf am nächsten guten Tag vor Waldburg (27. April) verkauftenHeinrich Bernang, undJohann der Ruhe Bälling genannt (Bulling?) Bürger zu Gmünd 6 Tag Werk bey Rechberg Wyler derPrüle von dem nämlichen „fürnämen Hern Hern Willehalmen von Hohenn Rechberg um 20 lb. Heller.

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Ich nahm mehrere dergleichen Privat Handlungen in diese Geschichte auf, um einigen Familien das Vergnügen zu machen, ihre Vorältern hier aufgezeichnet zu finden. Die hier vorkommenden Verkäufer waren wirklich von den angesehensten Bürgern der Stadt.

1369 Dez nechsten Dunderstages vor sant Gallentag (10. Oct.) versprachenJohans von Rechberghausen, Willhalm von Rechberg sin Bruder, undJohanns sin Sun vor denersamen, wisen Luten Johansen dem Burger, Taler genannt, undJohannsen von Rinderbach genannt von Liereck, ZwaierRichtere, undBurgere zu Gemünde nicht mehr fürElßbeth von Rechberg, Johannsens Tochter, Klosterfrau zu Adelberg, zu bitten.

Um diese Zeit bis zum Ende des 14. Jahrhunderts befanden sich folgende Familien als Bürgermeister, und Städtmeister am Regiment des gemeinen Wesens: Die vonRinderbach, Rauch, Vetzbreg, vonThal genanntBurger, Schoch, Schleetz, Albich, Feirabend, Kurz, Wanner, Mangold, von Horkheim, Heberling, Sünder, Bischoff, Schweikhart, von Lichtenstein, Fetzer, vonBrogenhofen, Marbach, Scheffel, vonMecklingen, imStainhaus, Argner, Stebenhaber, Wegscheider, Klebzagel, von Urbach, Adelmann, von Bernach, im Hof, Rauber, von Ukkingen, Gul, Betringer, von Weschbach, Ritter, von Suntheim, von Geißlingen, von Steinheim, von Leineck.

1373 den 13. März ertheilte Karl IV. der Stadt das Privilegium, daß keiner von den Ihrigen für ein fremdes Gericht gerufen werde.

1375 am nächsten Sonntag vor St. Johannis Tag trat Gmünd nebst andern Reichs-Städten Eßlingen, Reutlingen, Rothweil, Hall, Hailbronn, Weil, Wimpfen, Weinsperg, Nördlingen, Werth, Dinkelspiel, Bopfingen, und Alen, mit Graf Eberhard von Wirtemberg in ein Bündniß, und Ainung, um sich gegen die Angriffe anderer wechselseitig zu vertheidigen. Der Vertrag wurde zu Stuttgardt geschlossen, und von Seiten der R. Städte durch Eßlingen, Reutlingen, Rothweil, und Gmünd besiegelt.

1375 verkauftenDuring Nolle, undJohannes Röser Bürger zu Gmünd, Tochtermänner derAgnes Roderin, WittweJohann Regenthals von Steinheim, ihre zu Steinheim gelegenen Güter.

1376 verpfändete K. Karl IV. dem Grafen Eberhard von Wirtemberg die R. StadtWeil mit dem Schuldheisenamt, und der Vogtey daselbst samt aller Zugehör an Zins, Steuer, und Umgeld, ingleichem das Schuldheisenamt der Städte Eßlingen, und Gmünd für 40,000 guter kleiner Gulden, die man nennet Florenz. Weswegen zwischen den verbündeten Städten, und Graf Eberharden, und dem Kaiser eine blutige Fehde entstand. Die Kaiser schalteten nämlich einstens nach Belieben mit den R. Städten. So oft sie des Geldes benöthiget waren, versetzten sie bald diese, bald jene einem benachbarten mächtigen Fürsten für eine baar zu erlegende Summe, die nun dieser mit Wucher von der verpfändeten Stadt oft durch alle mögliche Bedrückungen wieder herauszupressen suchte. Wir därfen uns also nicht wundern, wenn sich die Städte mit so vielem Ernste entgegen setzten.

1377 wüthete zu Gmünd die Pest schrecklich unter der Bürgerschaft.

In diesem Jahre wurde endlich auch wieder der Friede zwischen dem Kaiser, und den R. Städten hergestellet, und hiemit die Acht aufgehoben, in die die Städte, und wegen ihnenConrad von Rechberg gefallen war. Dieser Conrad war vermuthlich einer ihrer Hauptleute, und hatte das Unglück, daß ihm sein SchloßWeschenburg, die ehemalige Stammburg der Herren vonBüren, in diesem Kriege zerstört wurde.

1379 an dem Diensttag vor St. Johannis Tag zu Sonnwende verglich sich Gmünd mit Wirtemberg, und so endete sich auf eine Zeit gänzlich die offene Fehde zwischen beyden Theilen. Gemäß des hierüber aufgesetzten schriftlichen Vertrages wurden die Gmündischen Bürger, die zuRülingshausen gefangen worden, losgelassen, und Wirtemberg versprach denRufen jungen, der Gmünder Feind, zu Schorndorf weder hausen, noch herbergen lassen, und ihnen aus seinen Gütern allda Recht wiederfahren zu lassen.

1381 trat Gmünd dem allgemeinen Städte Bund bey.

1382 am Mittwoch nach Ostern (den 10. April) verband sich Gmünd nebst andern Reichs Städten mit dem Grafen von Wirtemberg, mit der Löwen, Wilhelms, und Georgs Gesellschaft auch mit dem Herzog Leopold von Oesterreich auf ein Jahr. 1385 erneuerte Gmünd den mit 55 R. Städten geschlossenen Bund auf neun Jahr.

1388 am Sonntag nach St. Bartholomäus Tag (30. August) ist Joh. Wolf von Thal Ritter ein angesehener adelicher Burger zu Gmünd, vielleicht der Hauptmann des Gmündischen Heerhaufens in der Schlacht vor der Stadt Weyl erschlagen worden. Seine Mutter war Annavon Sternenfels. Die Reichs Städte waren nämlich schon wieder mit Graf Eberharden von Wirtemberg zerfallen, obschon sie kaum vorher einander die aufrichtigste Freundschaft zugesichert hatten. Dießmal erhielt Eberhard einen vollkommenen Sieg über sie, aber er mußte ihn theuer erkaufen; – er verlohr seinen Sohn Ulrich in der obengedachten blutigen Schlacht.

1389 auf Diensttag nach Bartholomäus (31. August) war bey dem Vertrag zwischen Reutlingen, und Wirtemberg unter andern auchEberhard Väner Burger zu Gmünd einer der Mittelsmänner auf der Reutlinger Seite. Im nämlichen Jahre 1389 kaufteEndres Funk Burger zu Gmünd vonKaspar Bissinger die Güter auf dem Aulbuch:Layntallen, Krafthof, undLuftweiler, welche er aber das Jahr darauf anHansen von Urbach wieder veräußerte.

1393 fielen die Gmünder dem Grafen Eberhard von Wirtemberg neuerdings in das Land, auch nahmen sie seines DienersSeefried von Zillenhard, Ritters, SchloßRavenstein zwischen Eibach, und Treffelhausen am Roggenthal ein, und raubten ihm, und seiner Hausfrau über 2000 fl. Ueber dieß fügten sie des Grafen Frau Mutter Elisabeth, und seiner Gemahlinn Frau Antonia an ihren Leuten, und Gütern zu Gundelfingen an der Donau, zu Grezingen, zu Bietigheim, und andern in der Gegend gelegenen Orten vielen Schaden zu. Die Streittigkeiten, welche diese Fehden verursachten, wurden aber bis Georg dieses Jahrs friedlich verglichen. Gmünd versprach den verursachten Schaden zu ersetzen, und Eberhard versicherte neuerdings die Gültigkeit ihrer Schuldbriefe, ja machte sich anheischig vom Hundert 6 fl. zu bezahlen, und die von seinem Großvater gemachte Schulden innerhalb 6 Jahren zu tilgen. Die vornehmsten Schuldner waren:Walther im Stainhaus mit 550 fl.,Hans Sorg mit 5500 fl.,Otto Weßbach, Conrad Wolf, Joß Gußregen, undConrad von Lomhaim. Die ganze Schuld belief sich auf 7500 fl.

1395 am Freytag nach St. Bartholomäus (27. August) söhnte sich Gmünd nebst den andern schwäbischen Städten vollkommen mit Graf Eberharden von Wirtemberg aus, und errichtete mit ihm einen Vertrag, gemäß dessen sie einander verhiessen, bey erfolgendem feindlichem Angriffe wechselseitig einander mit aller Macht beyzustehen, wobey die Städte auf den Fall, daß sie etwas gegen den Grafen hätten, dieedle Herren Gebhardten von Rechberg (zu Ramsperg) HerrnAlbrechten von Rechberg (zu Staufeneck) seinen Bruder, dannBeringer den Hälen, undVolmarn den Magern zu Obmänner wählten.

Die Reichsstadt Gmünd hatte ehemals keine Besitzungen, nach, und nach aber kaufte sie, die ihr nahegelegene Ortschaften an sich. Sie gehörten theils ihren adelichen Mitbürgern, meistentheils aber denDynasten von Rechberg, deren Vasallen mehrere von jenen waren; als die vonWinkenthal, von Horkum, die Kurzen, die Funken, die Fladen, Wolf von Wolfsthal, Yckinger, Berger, u. s. w. Die Reichs Stadt brachte ihre Lehen mit Bewilligung der Familie nach, und nach an sich, und wird von ihr noch heut zu Tag mit selben belehnt. Die Rechberge schenkten auch viele Güter an die hießigen Klöster, und Spitäler, ohne sich hierüber die Vogteylichkeit vorzubehalten, und so erweiterte sich auch in dieser Hinsicht das Gebiet der Stadt. 1328 den 3. Dezemb. schenkteConrad von Rechberg zu Ramsperg dem Spital allda seinenSachsenhof, und dieMulin dabey. Damals waren SpitalmeisterWalther von Rinderbach, undHerman Gulandez. 1347 den 21. JennerJohann von Rechberg zu Bargen den Kloster Frauen zu Gotteszell die Patronats Rechte zuIckingen, undHerlighoven mit den dazu gehörigen Weidenhöfen, und allen Gütern und Rechten. Bey dieser Schankung waren GewährsleuteRenbolt Eberwein, Johann von Rinderbach der stege, Johann von Rinderbach genannt vonLeineckhe, Walther der Eltere Kurtz, Walther der Taler, undAlbrecht der Reiche, Bürger zu Gmünd. 1356 den 2. AprilAlbrecht von Rechberg zu Staufeneck beträchtliche Gülten, und Heller Gelder zu Straßdorf dem Spital u. s. m. In der 1386 am Freytag vor Matthias Tag (23. Febr.) wegen dieser letzten Schankung ertheilten Erlaubniß, einen Rechbergischen Armen zur Unterhaltung in das Spital zu schicken, waren Spitalmeister:Hanntz Ablin, Hannß Hug, undHanß Marbach. –Johann von Rechberg zu Betringen 1360 scheint ebenfalls der letzte Innhaber dieses Ortes gewesen zu seyn, weil es nun nicht mehr bey seiner Familie, sondern bey der Reichsstadt vorkommt. Werkshain (Wezgen) aber, Bargen, Straßdorf ganz, Weiler in den Bergen, Muthlang, und die Burg Waldau mit den dazu gehörigen Gütern (Walden Höfe) waren noch Eigenthum der Rechberge.

4. §. Merkwürdigkeiten der Stadt aus dem fünfzehenten Jahrhundert.

Von 1400 bis 1439 befanden sich als Bürgermeister, und Städtmeister am Regiment: von Wolfsthal, von Thainbuch, im Hof, Kopplin, Allwich, im Stainhaus, Appolt, Haug, Heberling, Wegschaider, Abich, von Horkheim, Fischer, Zeiselmüller, Gu, Hugo, Strasser, von Rinderbach, Herrer, Gußregen, Gundler, Truchmaier, Rathgeb, Liebermann, von Sunthaim, Funk.

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