Front matter
MAN | i i | N Anika Wehling SLHWANGERSLHAFID- K0 | i | | N nee Fe Befund
Anika Wehling Männer im Schwangerschaftskonflikt
Medical Humanities | Band 10
Inhalt
Einleitung... 2a 2. ini RE esse aa RE 13 2.1. cWerdende erste Väter use, neh 31 2.4 Väter behinderter Kinder... 22.222 ans 49
4.3 h.h
4.5
5.2
5.2.1.2 Haltung zu pränataler Diagnostik und einem unerwünschten Befund... 101 Kernkategorien.... 2:0 8.000... ee ann ana a e EE EAE E ea aaRS 278
6.4 6.5
Abbildungs- und Tabellenverzeichnis
Abbildung 3 Vorgefundene partnerschaftliche Konstellationen
Tabelle 5 Gruppe (3) Schwangerschaftsabbruch bei potentieller Lebensfähigkeit
Abkürzungsverzeichnis
AFP-Wert BMFSFJ BMBF BZgA DIW DNA ECMO G-BA GT GTM IGeL IVF LFD (G)KV NIPD/NIPT NRD p.c. p.m.
PND PORS PTBS R/GT R/GTM SSW StGB TAB WHO ZfTA ZNS
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Bundesministerium für Bildung und Forschung Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung Desoxyribonukleinsäure
Extrakorporale Membranoxygenierung
Gemeinsamer Bundesausschuss
Grounded Theory
Grounded Theory Methodologie
Individuelle Gesundheitsleistung
In-vitro-Fertilisation
Letale fetale Diagnose
(Gesetzliche) Krankenversicherung
Nicht-invasive Pränataldiagnostik/nicht-invasiver Pränatal-Test Neuralrohrdefekte
post conceptionem
post menstruationem
Pränataldiagnostik
Partner-oriented self-regulation
Posttraumatische Belastungsstörung
Reflexive Grounded Theory
Reflexive Grounded Theory Methodologie Schwangerschaftswoche
Strafgesetzbuch
Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag World Health Organisation
Zentrum für Technologiefolgen-Abschätzung
Zentrales Nervensystem
Einleitung!
Seit Jahrzehnten lässt sich ein kontinuierlich wachsender Markt um eine immer stärker ausdifferenzierte und spezialisierte pränatale Diagnostik beobachten. Parallel hierzu keimen regelmäßig Kontroversen zwischen verschiedenen Disziplinen und Fachrichtungen auf, die durch die Entwicklung neuer diagnostischer Methoden und damit verbundenen ethischen Fragestellungen und Interessenkonflikte ausgelöst werden. Das wohl prominenteste Beispiel aus jüngerer Vergangenheit ist die Debatte um die Kassenzulassung des nicht-invasiven Bluttests bzw. die Übernahme in den Versorgungskatalog (Maybaum, 2019), die aufgrund ihrer gesellschaftlichen Relevanz auch in den Deutschen Bundestag Eingang gefunden hat (Deutscher Bundestag, 2019). Die Debatte verdeutlicht einmal mehr, dass sowohl ethische Fragestellungen als auch Herausforderungen von Betroffenen, Beraterinnen und Ärztinnen keineswegs als geklärt betrachtet werden können, sondern in all ihrer Ambivalenz gesellschaftlicher Aufmerksamkeit und Verantwortung bedürfen.
Aus ethischen und feministischen Diskursen, die in den vergangenen Jahrzehnten seit der Einführung pränataldiagnostischer Verfahren geführt wurden, lassen sich unterschiedliche Blickwinkel im Zusammenhang mit pränataler Diagnostik herausstellen (Krolzik-Matthei, 2019; Schroeder, 2017). Diese beziehen sich thematisch insbesondere auf den medizinischen Nutzen pränataler Diagnostik (Hepp, 2006; Klinkhammer & Richter-Kuhlmann, 2013), Belastungsaspekte betroffener Frauen (Baldus, 2006; Rohde & Woopen, 2007), die Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen (Dederich, 2000, 2003; Gerdts, 2009; Graumann, 2009; Lübbe, 2003; Parens & Asch, 2000, 2003) und den moralischen Status von Embryonen (Haker, 2002; Lenzen, 2003). Der Schwerpunkt von Forschungsvorhaben, die sich auf die Perspektive Betroffener beziehen, liegt bei der psychosozialen Beratung von Frauen nach einem pränatalen Befund (Bahrs et al., 2007; Dewald,
1 Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher, weiblicher und diverser Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen, die sich nicht inhaltlich auf ein bestimmtes Geschlecht beziehen (etwa durch konkrete Benennung im Interview), gelten gleichwohl für verschiedene Geschlechter.
2001; Feldhaus-Plumin, 2004; Geier, 2001; Kersting, 2012; Kersting et al., 2017; Rohde & Woopen, 2007; Wassermann & Rohde, 2009; Wewetzer & Winkler, 2013).
Einerseits ist die perspektivische Gewichtung als »Frauenthema« naheliegend, da Schwangerschaft, Geburt oder auch Schwangerschaftsabbruch zumeist im Zusammenhang mit weiblicher Körperlichkeit überhaupt erst aufkommen. Andererseits ist offenkundig, dass Themen und Fragestellungen der Reproduktion eingebunden sind in soziale Strukturen, insbesondere die einer Partnerschaft. Als bewusste Entscheidung zur Gründung oder Erweiterung der Familie entstehen Schwangerschaften zumeist bewusst geplant und innerhalb heterosexueller Paarbeziehungen (Kuhnt & Trappe, 2013). Darüber hinaus sind die Mehrzahl der Schwangerschaften nicht nur Ergebnis partnerschaftlicher Aushandlungsprozesse, sondern zugleich relevante Statuspassagen in den Biographien der werdenden Mütter und Väter (Fletcher et al., 2014). Während in familiensoziologischen Diskursen Väter bereits seit zwei Jahrzehnten als gleichgestellte Akteure neben ihrer Partnerin in den Fokus wissenschaftlichen Erkenntnisgewinns rücken (Bambey & Gumbinger, 2017; Flaake, 2011; Meuser, 2011), lässt sich eine vergleichbare Ausweitung des Blickwinkels bei der Betrachtung von Schwangerschaften unter erschwerten Bedingungen wie einem pränatalen Befund bisher kaum beobachten (Locock & Alexander, 2006). Innerhalb vieler Forschungsarbeiten finden die männlichen Partner bzw. werdenden Väter zwar Erwähnungen als begleitende, hilfreiche oder störende Akteure in der Konfliktsituation der schwangeren Frau, jedoch kaum als selbst Betroffene. Entsprechend heißt es schon bei Wieser et al. (2006, S. 49):
Die Frau und ihre Entscheidung stehen bei der Pränataldiagnostik im Zentrum. Es ist der Körper der Frau, an dem diese Untersuchungen durchgeführt werden, und es sind in erster Linie die Frauen, die mit den Konsequenzen der getroffenen Entscheidung auch leben müssen. Doch welche Rolle übernehmen die Männer in diesem Zusammenhang? Lassen sie ihre Frauen bzw. PartnerInnen [sic!] bei diesen Entscheidungen allein oder versuchen sie, diese in dieser Situation zu unterstützen?
Das Zitat zeichnet ein Bild des werdenden Vaters in Relation zu der schwangeren Partnerin, die als Betroffene und von möglichen Konsequenzen Belastete seiner Unterstützung bedarf. Entsprechend werden die Männer als werdende Väter dahingehend untersucht, inwieweit sie der Partnerin und ihrer Entscheidung nach einem Befund zuträglich sind.
Hinweise darauf, dass die Männer bzw. die nicht-schwangeren Elternteile mehr sind als die Begleiter ihrer schwangeren Partnerinnen, sondern ebenso selbst emotional von einem Befund betroffen, lassen sich ebenfalls in der Literatur finden (z.B. bei Gersthahn, 2013; Locock & Alexander, 2006) und sind naheliegend.
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The end
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