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Der Occultismus des Altertums (part 4 of 4)

Part 4 of 4 · Kiesewetter, Karl · Public domain text

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Contents (4)

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Der Occultismus des Altertums (part 4 of 4)

In einzelnen uns bewahrten Darstellungen trägt der Druide auch das Bild des gehörnten Mondes, wie er sechs Tage nach dem Neumonde erscheint, in der Hand, oder ein Füllhorn mit darüberschwebendem Monde. In allen Abbildungen erblickt man aber auf den Schuhen des Druiden das sog. Pentalpha, nämlich zwei sich durchkreuzende Dreiecke:

Jeder freie und edle Jüngling konnte in den Druidenorden aufgenommen werden. Der Unterricht wurde durchweg nur mündlich erteilt, weil man den Gebrauch der Schrift, den man selbstverständlich sehr wohl kannte, bei dem Charakter der Geheimlehre, der durch die Schrift bedroht ward, für unerlaubt und schädlich hielt. Auch meinte man, daß nur durch das lebendige Wort, nicht durch den toten Buchstaben sich das Heilige tief und unvertilgbar dem Geiste einpräge. Durch den Gebrauch der Schrift würde auch das Gedächtnis geschwächt und eine oberflächliche Buchgelehrsamkeit gezüchtet. Sofern die Druiden sich der Schrift bedienten, benutzten sie die griechischen Schriftzeichen, die ja auch auf dem Pentalpha erscheinen. Außerdem bedienten sie sich der Runen- oder Stabschrift. -- Die Unterrichtsplätze waren abgelegene Wälder und Höhlen, und der Unterricht selbst dauert zwanzig Jahre. Ihr Wissen muß in manchen Richtungen von großer Tiefe gewesen sein; so spricht sich z. B. Quintus Cicero, der bekannte Unterfeldherr Cäsars und Bruder des Redners, indem er sich seines vertrauten Umgangs mit dem Druiden Divitiacus rühmt, voll Bewunderung darüber aus. Da indeß ihre Wissenschaft Geheimlehre war, ist uns wenig Zuverlässiges darüber erhalten. Aus +Macrob. Sat. I, 21+ läßt sich schließen, daß sie die Kugelgestalt der Erde gelehrt haben.

Astronomie war eine ihrer Hauptwissenschaften; Cäsar sagt, daß sie über die Größe und Gestalt der Erde Untersuchungen anstellten. Sie zählten die Zeit nicht nach Tagen, sondern nach Nächten, was sich in der englischen Sprache (+fortnight+) noch erhalten hat. Nach Diodor, der uns mitteilt, daß sie in Übereinstimmung mit dem Jahre des Meton, den Mondcyklus auf 19 Jahre berechnet haben und sich eingehend mit den Erhöhungen der Mondkugel beschäftigen, möchte man annehmen, daß ihnen schon der Gebrauch vergrößernder Linsen zur Fernsicht bekannt gewesen. Richter bei +Ersch und Gruber S. 490+ möchte die sog. Druidenknöpfe, aus Krystall oder Glas geschliffene Linsen, die man bis zu 1 1/2 Zoll Durchmesser findet, damit in Zusammenhang bringen.

Nach Strabon (+IV, 4+) nahmen sie an, die Welt sei aus Nichts entstanden, sie sei unvergänglich, aber Feuer und Wasser werde dereinst alles überwältigen.

Dies sowie das symbolische Schlangenei, ein Sinnbild der Welt, erinnert sowohl an den indischen wie an den ägyptischen Occultismus.

Besondere Achtung genoß ihre ärztliche Kenntnis.

Unter den mannigfachen Heilkräutern, deren Entdeckung ihnen Plinius (+H. N. VIII, 41. XXV. XXV. XXX. XXXII.+) zuschreibt, nahm die Mistel[871] die erste Stelle ein.

»Unbekannt mit der Natur der Schmarotzerpflanzen«, meint Richter a. a. O., »mußte es ihnen als ein Wunder erscheinen, daß dieselbe nicht auf dem Boden, wie alle anderen Pflanzen, sondern auf Bäumen wuchs und hier ohne Samen erzeugt zu sein schien.« »Vorzüglich gesucht war die auf Eichen wachsende Mistel. Denn die Eiche war im gallischen Glauben der heiligste Baum, Eichenlaub ward bei jedem Gottesdienste gebraucht; in Eichenwäldern wohnten die Druiden, unter Eichen hielten sie ihre Gerichtsstätte. Was aus ihr hervorkam, war ein Zeichen göttlicher Gnade, und da überdies die Mistel selten auf Eichen gefunden wird, so galt eine solche umsomehr als göttliches Geschenk. Sie wurde mit großer Feierlichkeit abgenommen und zwar am sechsten Tage nach dem Neumonde; unter dem Baume wurde zuerst ein Opfer und ein Mahl bereitet und nach dem Schmause ein zum ersten Male unter das Joch gekommenes Rinderpaar herbeigeführt. Dann stieg der Druide im weißen Gewande auf den Baum, schnitt die Mistel mit einer goldenen Sichel ab und ließ sie in einem weißen Manteltuche auffangen. Nun wurden die Rinder geschlachtet und die Götter angerufen, daß sie denen, welchen sie diese Gabe erteilt, dieselbe zum Heile gedeihen lassen möchten. Die Mistel wurde teils allein, teils mit anderen Stoffen gemischt gebraucht, so wohl äußerlich als innerlich. Man wandte sie gegen Geschwulst, Verhärtung, Kröpfe, Geschwüre, und Klauenfäule an; sie reinigte das Rindvieh und machte es fett, sie war ein Mittel gegen alle Gifte, und war sie im Neumonde gesammelt und zwar ohne Gebrauch des Messers und ohne daß sie die Erde berührte, so half sie gegen die fallende Sucht. Sie machte sogar alle Tiere und die Weiber fruchtbar, wenn sie dieselbe bei sich trugen. Daher hieß sie in der Sprache der Druiden die Alles Heilende.«

* * * * *

Die Druiden sollen ihre Lehrsätze immer in Triaden, d. h. in drei miteinander verbundenen Sätzen geordnet haben.

Bezüglich der Seele soll die druidische Triade in folgenden drei Sätzen bestanden haben: 1. die Seele ist unsterblich; 2. sie wandert nach dem Tode in andere Körper; 3. nach einem bestimmten Zeitraum von Jahren wird sie wieder leben und wiedergeboren werden.

Richter meint, daß dieser bestimmte Zeitraum dem Ortschilong oder Geburtswechsel im Buddhismus entspreche, nach dessen Vollendung die gereinigte Seele wieder in den göttlichen Schooß zurückkehrt. Jedenfalls fiel den Römern die außerordentliche Festigkeit des Glaubens der Gallier an Fortdauer nach dem Tode auf; die Druiden lehrten vor allem, so berichten sie, daß man den Tod nicht zu scheuen habe, da die Seele nicht sterben könne. Daher müsse der Mensch im Kampfe mit den Feinden nicht feig sich zurückziehen, sondern mutig und tapfer streiten. Mit den Toten verbrannte oder begrub man alles, was ihm im Leben lieb gewesen war, Tiere, Sklaven, Klienten. Auch Angehörige folgten ihm freiwillig auf den Scheiterhaufen, um in der anderen Welt wieder mit ihm zu leben. Vergl. +Caesar de bello Gallico, VI, 18.+ +Pomp. Mel. III, 2.+ Man gab den Toten sogar Briefe mit an verstorbene Freunde, und wenn geborgtes Geld vom Schuldner bei seinem Leben nicht wieder bezahlt werden konnte, so nahm man gar eine Anweisung auf das Jenseits an, in der Überzeugung, daß ihr der Schuldner dort wenigstens gerecht werden werde. +Diod. Sic. V, 28.+ +Valer. Maximus II, 6.+

Die Druiden im weiteren Sinn zerfielen in drei Abteilungen: 1. die Druiden im engeren Sinn, die eigentlichen Priester, 2. die Barden, heilige Sänger, 3. die Vates oder Seher.

An der Spitze des ganzen Ordens stand ein Oberdruide, Hoherpriester, +Coibhi+ oder +Coibhi Druidh+. Dieser regierte unumschränkt und lebenslänglich, wurde aber gewählt, wie es scheint, gewöhnlich durch allgemeinen Zuruf, Akklamation, eine Wahlart, die ja auch jetzt noch bei der Papstwahl zulässig ist und hier als besonders heilig erscheint, da man annimmt, daß sie auf Veranlassung des heiligen Geistes stattfindet. -- Waren die Stimmen geteilt, so entschied die Mehrzahl oder das Los, oder auch gar der bei den Kelten beliebte Zweikampf.

Der Oberdruide wählte zur Besorgung der weltlichen Angelegenheiten den Vergobret. Dieses keltische Wort = +feargobreith+ ist nach Möbius zusammengesetzt aus +fear+ = +vir+, +go+ = +ad+, +breith, bread, brawd+ = +judicium+, so daß es nach dieser Ableitung einen Richter bedeutet. Noch bis zur französischen Revolution führte der Maire von Autun den Titel +Verg+ oder +Vierg+. Um sich ein würdigeres Aussehen zu geben, sollen die Vergobreten ihren Bart mit Goldstaub gepudert haben.

Die gallischen Druiden wurden unter der späteren Zeit der römischen Herrschaft Professoren, wodurch ein hauptsächlicher Teil ihres früheren Amtes, der Unterricht ihnen blieb. Sie bildeten in denselben Städten, die früher ihre heiligen Örter waren, Lehrerkollegien, die an Stelle der früheren Druidenklöster traten. Noch zu Ausonius Zeiten hatten manche gallische Professoren ihre Abstammung nicht vergessen; darum nannten sie sich romanisiert nach jenen Gottheiten, deren Tempel ihre Vorfahren zu besorgen gehabt, z. B. +Apollinaris+, +Delphidius+, +Phoebicius+, Namen, die anzeigen, daß solche Männer aus Priestergeschlechtern stammen, die dem gallischen +Apollo-Belen+ ergeben waren. Vergl. +Ausonius, professores IV, v. 7.+

Zweites Kapitel.

Gottesdienst und Geheimlehre der Druiden.

Ein häßlicher Makel, der an dem Gottesdienst der sonst anscheinend geistig so hoch stehenden Druiden klebt, ist die Vorliebe für Menschenopfer.

»Das ganze gallische Volk«, schreibt Cäsar, »ist außerordentlich dem Opferdienst ergeben. Darum schlachten oder geloben diejenigen, die in schweren Krankheiten liegen oder in Schlachten und Gefahren sich befinden, Menschen zu Opfern, welche die Druiden verrichten. Denn sie glauben, daß der Geist der unsterblichen Götter nicht anders befriedigt und versöhnt werden könne, als wenn für das Leben des einen Menschen das des andern hingegeben würde. Sie haben daher auch Staatsopfer dieser Art. Bei einigen gallischen Völkern giebt es Bilder von ungeheurer Größe, deren Gliedmaßen mit Weiden geflochten sind und mit lebendigen Menschen angefüllt werden, die dann durch Verbrennung des hölzernen Bildes getötet werden. Sie glauben, daß die Todesstrafe der auf der That ergriffenen Diebe, Räuber und Verbrecher überhaupt den Göttern angenehm sei, aber, wenn sie dergleichen Leute nicht haben, so geht es auch an die Unschuldigen.« +Caesar, de bello Gallico VI, c. 16.+

Die Staatsopfer wurden nach +Diodor Sic. V, 31. 32.+ zum Zweck der Erforschung der Zukunft dargebracht; man hieb dem Opfer mit einem Schwert in die Herzgrube und ließ ihn fallen, aus dem Fall, den krampfhaften Zuckungen der Glieder und der Blutung glaubte man die Zukunft erschließen zu können.

Die Hauptgottheit, die in der exoterischen Druidenreligion verehrt wurde, nennt Cäsar Merkur. Der gallische Name scheint +Teutates+ gewesen zu sein.

Die römische Bezeichnung desselben als Merkur wird begreiflich, wenn wir erfahren, daß +Teutates+ Seelenführer war.

Die Seelenlehre aber, insbesondere die Lehre von der Seelenwanderung bildete die Hauptsache im keltischen Volksglauben.

Nach dem Vordersatz der über Teutates berichteten druidischen Triade war er der allgemeine oder Weltgeist, nach dem Mittelsatz Seelenführer und nach dem Schlußsatze das Getriebe der lebendigen Welt.

Die zweite Gottheit war +Esus+ oder +Hesus+, romanisiert Mars. Die Triade über ihn lautet: 1. Vor der Schlacht wird ihm meistens die Kriegsbeute gelobt; 2. nach derselben die gefangenen Tiere geopfert; 3. das Übrige (Waffen und Geräte) auf Einen Ort zusammengetragen.

Die dritte allgemeine Gottheit hieß +Taranis+ (vom keltischen +Taran+, der Donner), von den Römern als Jupiter gedeutet.

Nächst dieser Trias, die meistens auf die Ober-, Mittel- und Unterwelt bezogen wird, war der von Cäsar als Apollo bezeichnete Belin, Belen oder Abelio der wichtigste. Orakelwesen und Heilkunst war seine Hauptfunktion. Eine Mondgöttin, Belisana, scheint der egyptischen Isis oder der Minerva ähnlich gedacht zu sein.

Eine große Rolle im keltischen Volksglauben spielten die Geister und Gespenster, besonders eine Art von Incubi, gallisch +Dusii+ genannt, ein Wort, das noch im englischen +Duce+ oder +Dewce+, Teufel, nachklingt. Die Gallier gaben ihnen eine Gestalt wie den Frauen und glaubten, sie beschliefen die Frauen unter der Gestalt ihrer Liebhaber.

Schon zu Cäsars Zeit war der Hauptsitz des Druidentums England; ganz besonders heilig war ihm die Insel Mona.[872] Hier, und abgesehen von Man, in Wales haben sich auch die meisten Denkmäler des keltischen Glaubens erhalten; und zwar nicht nur die berühmten Steindenkmäler; auch das Bardentum hat sich wenigstens in Wales unter oberflächlicher christlicher Gewandung bis weit in die christliche Ära hinein erhalten und es soll nach den Nachrichten von W. Owen und Williams (vergl. +Mona, S. 468+) das Druidentum in dieser Form sogar bis auf unsere Zeit fortgesetzt worden sein (Neo-Druidism). Es soll nämlich gegen Ende des 13. Jahrhunderts von alten Anhängern der druidischen Geheimlehren des sog. bardischen Kollegium in Glamorgan gestiftet sein. Owen freilich bemerkt dazu, es sei zwar Thatsache, daß die wälischen Barden nicht ausgerottet worden und insbesondere, daß sich neue Gesellschaften, die an das alte Bardentum der Druiden anknüpften, im dreizehnten Jahrhundert gebildet haben, daß jedoch der Stuhl von Glamorgan sich weit überschätzt und kein alt-druidisches Bardentum mehr bewahrt habe.[873]

Doch mag dem sein, wie ihm wolle, so verdanken wir wenigstens dem wälischen Bardentum die Rettung uralter keltischer Litteraturstücke, unter denen eine Art keltischer Edda, +The Myvyrian, archaeology of Wales, collected out of ancient manuscripts, London 1801-1807+, an der Spitze steht.

Und aus dieser Litteratur lassen sich Rückschlüsse auf einige Teile druidischer Geheimlehren machen. Fast alle der uns erhaltenen Bardenlieder sind Triaden, d. h. ihr Inhalt ist in drei Teilen geordnet. Eine der interessantesten mythologischen Triaden ist die von +Hu gadarn+, dem mächtigen Hu.

Hu (sprich Hy) war ein Führer, der der Tyrannei widerstrebte und daher das Volk von Defrobani, aus dem Lande ewiger Feindschaft, nach Wales brachte. Er lehrte das Volk den Ackerbau und war einer von den drei großen Werkmeistern, weil er sein Volk in gesellschaftliche Ordnung brachte. Er bestimmte als einer von den drei Meistern des Gesanges die Dichtkunst zur Bewahrerin der Wissenschaft. Mit seinen Buckelochsen (+Yehain Banaweg+) verrichtete Hu eine der drei großen Heldenthaten, er ließ nämlich den Avanc (Biber) aus dem Llyn Llion (der Wasserflut) herausziehen, wodurch die Überschwemmung der Erde aufhörte.

Nach Owen heißt Defrobani Sommerland und soll darunter, weil die Triaden den Zusatz haben »wo nun Konstantinopel steht«, die heutige Krim(?) verstanden werden. Andere wollen Hu, da von einer Überschwemmung die Rede ist, mit der Sintflut in Verbindung bringen. Mone legt dem Mythus eine tiefere Bedeutung zu Grunde: Nicht eine Flut-, sondern eine Schöpfungssage ist im Hu gadarn aufbewahrt. Wasser ist der Anfang aller Dinge, der Biber (Avanc) ein heimatliches Wassertier Bild für die Ursache des Wassers; so lange er in demselben lebt, nimmt er nicht ab, nur der starke Hu war imstande, ihn mit seinen drei Ochsen herauszuziehen, wodurch die Flut sank und die Welt erschaffen ward. Er hat also die Natur der Schöpfungsstoffe geteilt in Festes und Flüssiges, wofür der Biber, der mit dem Leibe dem Lande, mit dem Schwanze dem Wasser angehört, ein zutreffendes Bild bietet. Die Welt erhebt sich auch bei den Kelten, wie bei den Germanen im Frühjahr; denn der Stier (Buckelochse) ist das Sternbild des Frühlings; er trieb den Biber heraus, d. h. er brachte den Kern der Welt zur Krystallisation. Nach Erschaffung der Welt, d. h. nach der Teilung der Weltkräfte ordnet sie der weise Hu; der Stier, der die Welt erschaffen half, wird nun von seinem Herrn zur Jahresordnung bestimmt; er bringt das Jahr, zieht den Pflug wie der Biber und ruft dadurch Heil und Segen aus der Erde, wie einst aus dem Wasser hervor. Die Ordnung der Welt ist die Harmonie der Sphären, das himmlische Saitenspiel, darum Hu auch der Erfinder des Gesanges, und dieser soll ein Sinnbild des Einklangs der Welt sein. Auch Staat und Gesellschaft sind Anstalten des mächtigen Hu; denn sie sind Folgen der Weltordnung, und seine Feindschaft gegen die Tyrannei, d. h. gegen die über ihre Grenzen getretenen Kräfte, hängt damit zusammen. Darum ist er auch der Eroberung feind, denn sie schreitet über Maß und Ordnung, und sein Volk soll in Gerechtigkeit und Frieden leben.

»Hu«, singt der Barde Jolo Goch, »ist der Herr, der bereitwillige Beschützer, der König und Geber des Weines und Ruhmes, Kaiser über Land und Meere und des Leben alles dessen, was in der Welt ist. Er ist der größte, der Herr über uns, wie wir redlich glauben, und der Gott des Geheimnisses. Licht ist sein Weg und Rad, ein Teil desselben Sonnenscheins sein Wagen, groß ist er in Land und Meeren, der größte, den ich sehen werde, größer als die Welten.«

Darnach war Hu die Gotteinheit der britischen Kelten. Im Tode heißt er Aeddon; dieser Name erinnert an Adonai und Adonis; sein Tod ist eine bloße Verwandlung, keine Zerstörung. Es gab Mysterien vom Tode des Hu, ähnlich den griechisch-thrakischen Mysterien vom Tode des Zagreus-Dionys.

In Verbindung mit diesem Mysterium stand die Geschichte des Taliesin. Taliesin bezeichnet eine ganze druidische Priesterschaft, deren Orden sich »vom Kessel der Ceridwen« nannte.

Ceridwen war nach dieser Geschichte ein zauberkräftiges Weib, das um seinen Sohn, einen ungestalten Menschen, schöner zu machen, einen Zauberkessel bereitete. Aber Gwion, der Sohn der Gevreang, störte sie in diesem Beginnen. Eines Tages, während Ceridwen Kräuter suchte und mit sich selber murmelte, begab es sich, daß drei Tropfen des kräftigen Wassers (aus dem Kessel) flogen und auf den Finger Gwions niederfielen, sie brannten ihn und er steckte den Finger in den Mund. Wie diese köstlichen Tropfen seine Lippen berührten, so waren seinem Blick alle Ereignisse der Zukunft geöffnet und er sah klar ein, daß seine größte Sorge sein mußte, sich vor der List Ceridwens zu bewahren, deren Kenntnis so groß war. Er floh heimwärts mit der größten Furcht. Der Kessel teilte sich in zwei Hälften; denn alles Wasser darin, außer den drei kräftigen Tropfen, war giftig, so daß es die Rosse des Gwyddno Garanhir vergiftete, die aus der Rinne tranken, worein sich der Kessel von selbst entleert hatte. (Darum hieß nachher dieser Ablauf das Gift der Rosse des Gwyddno.) In dem Augenblicke kam Ceridwen herein und sah, daß ihre ganze Jahresarbeit verloren sei, sie nahm einen Rührstock und schlug dem blinden Morda so aufs Haupt, daß eines seiner Augen auf seine Wange fiel. »Du hast mich ungerecht verunstaltet«, rief Morda, »du siehst ja, daß ich unschuldig bin, dein Verlust ist nicht durch meinen Fehler verursacht.« »Wahrlich, sprach Ceridwen, Gwion der Kleine war es, der mich beraubte.« Sogleich verfolgte sie ihn, aber Gwion sah sie aus der Ferne, verwandelte sich in einen Hasen und verdoppelte seine Schnelligkeit; allein Ceridwen wurde sogleich eine Jagdhündin, zwang ihn umzuwenden und jagte ihn gegen einen Fluß. Er lief hinein und wurde ein Fisch, aber seine schlaue Feindin ein Otterweibchen und verfolgte ihn im Wasser, so daß er genötigt ward, Vogelgestalt anzunehmen und sich in die Luft zu erheben. Aber dies Element gab ihm keinen Zufluchtsort, denn das Weib ward ein flinker Falk, kam ihm nach und wollte ihn erfassen. Zitternd vor Todesfurcht sah er grad einen Haufen glatten Weizen auf einer Tenne, er ließ sich mitten hineinfallen und ward ein Weizenkorn. Ceridwen aber nahm die Gestalt einer schwarzen Henne mit hohem Kamm, flog zum Weizen herab, scharrte ihn auseinander, erkannte das Korn und verschlang es. Und, wie die Geschichte weiter sagt, sie ward schwanger von ihm neun Monate, und als sie von ihm entbunden wurde, so fand sie ein so liebliches Kind an ihm, daß sie keinen Gedanken mehr hatte, es umzubringen. Sie setzte ihn daher in ein Boot, bedeckt mit einem Fell, und auf Anstiften ihres Mannes warf sie das Schifflein ins Meer am 29. April. Um diese Zeit stand das Fischwehr des Gwyddno zwischen Dyve und Aberystwyth bei seinem eigenen Schlosse. Es war herkömmlich, in diesem Wehre jedes Jahr am ersten Mai Fische von hundert Pfund Wert zu fangen. Gwyddno hatte einen einzigen Sohn, Elphin, den unglücklichsten und ärmsten Jüngling. Dies war ein großes Herzeleid für seinen Vater, welcher nach und nach glaubte, daß er zur Unglücksstunde geboren sei. Die Ratgeber überredeten indeß den Vater, seinen Sohn diesmal die Reuse ziehen zu lassen, gleichsam zur Probe, ob denn irgend einmal ein gutes Schicksal seiner warte, und er doch etwas bekäme, um in der Welt aufzutreten. Am nächsten Tage, es war der erste Mai, untersuchte Elphin die Reuse und fand nichts, doch als er wegging, sah er das Boot bedeckt mit dem Fell auf dem Pfade des Dammes ruhen. Einer der Fischer sagte zu ihm: »So ganz und gar unglücklich bist du noch nicht gewesen, als du diese Nacht geworden, aber nun hast du die Kraft der Reuse zerstört, worin man am ersten Mai jedesmal hundert Pfund Wert fing.« »Wie so?« sprach Elphin, »das Boot mag leicht den Wert von hundert Pfund enthalten.« Das Fell ward aufgehoben, und der Öffner erblickte den Vorderkopf eines Kindes, und sagte zu Elphin: »sieh die strahlende Stirne!« »Strahlenstirne (Taliesin) sei denn sein Namen!« erwiderte der Fürst, der das Kind in seine Arme nahm und es seines eigenen Unglücks wegen bemitleidete. Er setzte es hinter sich auf sein Roß, als wenn es im bequemsten Stuhl säße. Gleich darauf dichtete das Kind ein Lied zum Trost und Lobe des Elphin, und zu gleicher Zeit weissagte es ihm seinen künftigen Ruhm. (Die Tröstung war das erste Lied, das Taliesin sang, um den Elphin zu erheitern, der über sein Mißgeschick beim Reusenzug sich grämte, noch mehr, weil er dachte, daß die Welt das Mißlingen und Unglück ihm allein zuschieben würde.)

Elphin brachte das Kind in die Burg und zeigte es seinem Vater, der es fragte: ob es ein menschliches Wesen oder ein Geist sei? Hierauf antwortete es in folgendem Liede. »Ich bin Elphin's erster Hausbarde und meine Urheimat ist das Land der Cherubim; der himmlische Johannes nannte mich Herddin, zuletzt jeder König Taliesin. Ich war neun volle Monate im Leibe der Mutter Ceridwen, vorher war ich der kleine Gwion, jetzt bin ich Taliesin. Mit meinem Herren war ich in der höheren Welt, als Lucifer fiel in die höllische Tiefe. Ich trug vor Alexander ein Banner; ich kenne die Namen der Sterne von Nord nach Süd; ich war im Kreise des Gwdion (Gwydion), im Tetragrammaton; ich begleitete den Hean in die Tiefe des Thales Ebron; ich war in Canaan, als Absalon erschlagen ward; ich war im Hofe von Don, ehe Gwdion geboren wurde, ein Geselle des Heli und Henoch; ich war beim Kreuzverdammungsurteil des gnadenreichen Gottessohnes; ich war Oberaufseher beim Werke vom Nimrods Thurm; ich war die dreifache Umwälzung im Kreise des Arianod; ich war in der Arche mit Noah und Alpha; ich sah die Zerstörung von Sodoma und Gomorra. Ich war in Afrika, ehe Rom erbauet ward, ich kam hierher zu den Überresten von Troja (d. h. nach Britannien). Ich war mit meinem Herrn in der Eselskrippe; ich stärkte den Moses durch des Jordans Fluß; ich war am Firmament mit Maria Magdalena. Ich wurde mit Geist begabt vom Kessel der Ceridwen; ich war ein Harfenbarde zu Teon (oder Lleon) in Lochlyn. Ich litt Hunger für den Sohn der Jungfrau. Ich war im weißen Berge (dem Tower in London) im Hofe des Cynvelyn in Ketten und Banden Jahr und Tag. Ich wohnte im Königreich der Dreieinigkeit. Es ist unbekannt, ob mein Leib Fleisch oder Fisch. Ich war ein Lehrer der ganzen Welt und bleibe bis zum jüngsten Tag im Angesicht der Erde. Ich saß auf dem erschütterten Stuhl zu Caer Sidin, der beständig sich umdrehte zwischen drei Elementen; ist es nicht ein Weltwunder, daß er nicht einen Glanz zurückstrahlt?« Gwyddno, erstaunt über des Knaben Entwickelung, begehrte einen anderen Gesang und bekam zur Antwort: »Wasser hat die Eigenschaft, daß es Segen bringt; es ist nützlich, recht an Gott zu denken; es ist gut, inbrünstig zu Gott zu beten, weil die Gnaden, die von ihm ausgehen, nicht gehindert werden können. Dreimal bin ich geboren; ich weiß, wie man nachzudenken hat; es ist traurig, daß die Menschen nicht kommen, all die Wissenschaften der Welt zu suchen, die in meiner Brust gesammelt sind, denn ich kenne alles, das gewesen, und alles, das sein wird.«

* * * * *

Diese Geschichte des Taliesin ist einmal der Stufengang des Lehrlings bis zur höchsten Weihe, sodann die Geschichte des geheimen Ordens vom Kessel der Ceridwen und endlich die Naturgeschichte selbst. Gwyddno ist offenbar der höchste Einweiher in das Mysterium der Ceridwen.

Die Wasserfahrt war demnach ein Abbild der Fahrt des Hu und des Taliesin, die dritte Geburt, die jeder Eingeweihte erfahren mußte, wie der Meister des Ordens Taliesin. Der zweiten Geburt gingen manche schwere Prüfungen voraus, und von der ersten oder natürlichen Geburt bis zur zweiten war der Mensch als ungestaltet und schwarz angesehen, nach seinem Vorbilde, dem Avayddu, bis ihm nach jahrelangem Unterricht die drei Lebenstropfen zu Teil wurden, bis der Durst nach Wissenschaft bei ihm eintrat. Dagegen Ceridwen ist Wrach, oder Hexe, eine Furie, sie ist die Materie, die gewaltsam ihr Teil vom erwachten Geiste zurückfordert, sie ist der Tod, und ihr Kessel oder Schiff die Erde, worin der Mensch begraben wird. Sie ist die Mutter Natur, die das hilflose und ungeistige Kind (Avayddu) zur Schönheit, d. h. zur Geistigkeit entwickelt, dieser Entwickelung Bild ist der jahrelang kochende Kessel, aber der erwachte Geist entflieht der Materie, er kennt ihre Nachstellungen und entkommt ihr. Gwion ist dieser erwachte Geist, und heißt nicht mit Unrecht der kleine, nämlich der Jüngling, der in die Schule der Druiden geht. Seine Verwandlungen sind eben so viele Läuterungen, bis er als reines Weizenkorn von der schwarzen Henne, von der Mutter Erde aufgenommen wird. Nun ist er leiblich tot, bei seiner ersten Wiedergeburt tritt er in einen höheren Grad geistiger Wirksamkeit ein. Die erste Wiedergeburt geschah durch feierliches Hervortreten aus dem Cromlech, der etwa bildlich der Kamm der schwarzen Henne war. Die dritte Geburt des Lehrlings war an das Wiederaufleben der Erde, an den ersten Mai geknüpft, also durch die Frühlingsnachtgleiche bedingt. Wie tief diese Mysterien gegründet und wie viel umfassend ihre Lehren gewesen, zeigt nicht nur die Menge der dabei beteiligten Wesen, sondern auch deren weitgreifende Verwandtschaft durch die ganze Sage, und muß jeden zu dem Geständnis nötigen, daß von dem großen Lehrgebäude des Kesselordens uns nur wenig erklärlich und verständlich geblieben.

* * * * *

Diese Beispiele aus dem reichhaltigen Inhalt der keltischen Bardendichtungen mögen genügen, um das Urteil Mones zu verstehen, der seine Mitteilungen daraus mit den Sätzen schließt:

»Es ist eine weite Aussicht, die sich uns eröffnet, eine vielgestaltige Welt, an deren Thoren wir stehen, ein heiliger Tempelkreis, in den wir treten. Wir müssen mit reinem Herzen, das nicht auf Schlechtigkeit ausgeht, mit gelehrigem Geiste, dem nicht Hochmut und Vorurteil das höhere Licht verschlossen, kommen, wie Arthur und Cri, die in das Heiligtum aufgenommen wurden. Unglauben, wie er auch durch Unverständigkeit beschönigt wird, zerstört ebenso die Einsicht in das geistige Leben der Vorwelt, als der Glauben ohne Gründlichkeit, der, wenn er in der Nacht des Altertums einige Lichter erblickt, nun frohlockend meint, es bedürfe nur seiner Ansicht und Einbildung, um aus den zerstreuten und von ferne gesehenen Lichtern der Mitwelt einen Tag hinzuzaubern, wie er im Altertum gewesen. Bewahre sich vor beidem, wem es um die Sache ernst ist! Man braucht in sie weder Liebe noch Haß hineinzutragen, da Ein Ergebnis, das nicht mehr bestritten und bezweifelt werden kann, mehr als hinreichend ist, uns gerecht im Urteil zu machen, dieses nämlich, daß mit dem nordeuropäischen Heidentum, vorzüglich mit dem deutschen und keltischen, eine große Menge und Tiefe der Wissenschaften der Vorwelt verloren gegangen ist.«

Zweite Abteilung.

Der Occultismus der Germanen.

Unsere Aufgabe, den Occultismus der Germanen darzustellen, würde eine sehr komplizierte sein, wenn wir uns dabei genau an die Entwicklungsgeschichte der germanischen Mythologie halten und die Vorstellungen und Bezeichnungen der einzelnen germanischen Stämme getrennt halten wollten.

Die kritische Forschung ist in dieser Richtung noch keineswegs zu allgemein anerkannten Ergebnissen gelangt.

Unsere Quellen über die vorchristliche Zeit sind äußerst dürftig. Erst die nordische Forschung, insbesondere die durch die Edda angeregte, hat uns reichhaltigeren Stoff gebracht. Über diese aber äußert sich wohl mit Recht Golther, Götterglaube und Göttersagen der Germanen, S. 1, dahin: »Gerade diejenige Götterlehre, welche im Aufbau abgerundet und vollkommen, von erhabenen Gedanken erfüllt, von sittlicher Anschauung getragen erscheint, die norwegisch-isländische, die auch den Deutschen und überhaupt einmal allen Germanen angehört haben sollte, gilt jetzt vielmehr als eine eigentümliche Neuschöpfung der Nordleute, als der letzte krönende Abschluß einer Entwicklung, an deren Anfang eine irrige Ansicht sie gestellt hatte.« Dennoch ziehen wir es vor, unseren Lesern diesen Abschluß der Entwicklung zu bieten, anstatt ihn mit zweifelhaften Hypothesen darüber zu behelligen, wie viel von dem hier Gebotenen zur Zeit Cäsars, oder zur Zeit der Völkerwanderung bei dem oder jenem Zweige der germanischen Völkerfamilie schon ausgebildet gewesen sein mag. Denn jedenfalls ist im Keime mehr oder weniger Alles, was uns die Edda in vollendeter poetischer Ausgestaltung bietet, bei den Germanen gemeinsames Stammgut gewesen.

Erstes Kapitel.

Die Weltschöpfung der Edda. Yggdrasil.

Die germanische Mythologie verleugnet ihren uralten arischen Ursprung nirgends, es finden sich sogar Anklänge an die altindische Weltanschauung, die größte Verwandtschaft aber bezeugt sie zu den Glaubenslehren der Perser. Denn der Dualismus eines bösen und guten Weltprinzips, ewiger Kampf zwischen Licht und Finsternis kennzeichnet die germanische Weltauffassung nicht minder wie die persische; nur daß sich in der Ausprägung derselben im Einzelnen überall ein besserer, heroischer und poetischer Typus bewährt, dem man auch anmerkt, daß frühzeitige Auswanderung in die nordischen Breiten Europas ihn vor der unreinen Infektion mit dem schlechten Asiatismus bewahrte, der die Perser als Magismus entnervt hat.

Als einheitliches Weltprinzip waltet auch über dem Dualismus Allvater, der für die Ewigkeit den Sieg des Guten verbürgt, wenngleich er, ähnlich dem persischen Urgeist +Zaruana akarana+ sich aus der zeitlichen Schöpfung zurückzieht und diese Welt dem Kampf der unteren, selber vergänglichen Götter überläßt.

Lassen wir den Skalden (der Edda) die Schöpfung schildern: Abgrund (Ginnungagap) war, und war nicht Tag und war nicht Nacht, und der Abgrund war gähnende Kluft, ohne Anfang und ohne Ende. Allvater, der Ungeschaffene, Unangeschaute, wohnte in der Tiefe und sann, und was er sann, das ward.

Da entstand nordwärts im Unermeßlichen, wo Finsternis ist und Eiseskälte, Niflheim (Nebelheim) und südwärts Muspelheim (Glutheim), feurig glühend von unendlichen Gluten. In Niflheim that sich auf der Brunnen Hwergelmir, der brausende Kessel, und daraus ergossen zwölf Höllenflüsse (Eliwagar) ihre eiskalten Wogen. -- Das flüssige Element ist der Urstoff der Welt. -- Aber die wilden Wasser erstarrten bald in der grimmigen Kälte zu Eis, und die Schollen rollten übereinander und hinunter in die unermeßliche Kluft und weiter südwärts gen Muspelheim. Über ihnen brausten, die Eisberge aufwühlend Sturmwetter von Niflheim her; doch strahlte wohlthätige Wärme von Glutheim herüber in Ginnungagap, und wie die wallenden Schollen davon erweicht wurden, da belebte sich, was vorher ohne Leben war, und es entstand ein Ungeheuer, ein roher und ungeschlachter Riese; Ymir nannten ihn die Alten, d. h. den Tosenden; er war zweigeschlechtig, entsetzlich dem Anblick. Er schuf aus eigener Kraft andere Ungetüme, die ihm glichen, die Hrimthursen oder Frostriesen (Eisriesen, Reifriesen).

»Unter des Reifriesen Arm, Rühmt die Sage, Wuchsen Mann und Magd; Des Joten Fuß mit dem Fuß erzeugte Den sechshäuptigen Sohn.«

Ungeheure und ungefüge Naturgewalten herrschten in der Urzeit der Welt.

Zugleich mit Ymir war aus dem schmelzenden Eise eine große Kuh entstanden, Audhumla (die Milchreiche). Aus ihren Eutern rannen vier Milchströme, Nahrung spendend dem schrecklichen Ymir und den Hrimthursen. (Er ist die allnährende Natur.) Sie fand nicht andere Weide als an dem Salze der Eisfelsen, die sie leckte. Darauf erschienen von ihrem Lecken am ersten Tage Haupthaar, am zweiten das Haupt, am dritten das ganze Menschengebild. Es war Buri oder Bör (der Geborene), die erste geschaffene, geistige, vollkommene Gestalt, welche sich nun mit der rohen Naturkraft vermählt und den Geist ordnend und regierend hervortreten läßt. Er erzeugt nämlich mit der Hrimthursentochter Bestla drei Söhne: Odin (Geist, beseelende Lebenskraft), Wile (Verstand und Willen), We (Empfindung und Gefühl).

Sofort entbrennt zwischen diesen Söhnen des Bör und dem Ymir ein Kampf; Ymir wird erschlagen und in seinem Blute ertrinken alle anderen Hrimthursen, bis auf einen, Bergelmir, der sich mit seiner Familie (wie Noah) auf einem Boote rettet und Stammvater der Jötunen wird, eines Riesengeschlechts, das im fernen Osten haust.

Die neuen Alleinherrscher, Börs Söhne, die sich Asen nannten, d. h. Stützen und Pfeiler der Welt, schufen nun nach Allvaters Willen, aus Ymirs Fleische die Erde, aus dem Blute die See, aus den Gebeinen die Berge, aus dem krausen Haare die Bäume. Die Hirnschale wölbten sie hoch empor zum Himmelsgewölbe, unter dem als Gehirn das Gewölke schwimmt. Dann bauten die Asen aus des Riesen Brauen Midgard (das Reich der Mitte) zur Wohnung den Menschenkindern, die noch ungeboren im Schoße der Zeit schliefen, wie es im Grimnismal der älteren Edda heißt.

Denn noch herrschte die Allmutter Nacht, eines Riesen Tochter und dunkel wie das Riesengeschlecht. Flammende Funken von Muspelheim sprühten irr und wirr durcheinander; denn die Sonne wußte nicht ihren Sitz, noch der Mond seinen Malweg, noch die Sterne ihre Stätte. Die Asen wandelten die Lichtfunken in Sterne und festigten sie am Himmelsbogen, die dunkle Nacht aber hob Allvater zum Himmel empor und gab ihr das Roß Hrimfaxi (Reifmähne), von dessen Gebiß reichlich Tau in die Thäler rinnt, damit es ihren dunklen Wagen ziehe, wenn sie über das Weltall fahrend den duldenden Wesen Schlummer bringt. Ihrem dritten Gatten Dallinger (Dämmerung), der von Asen stammte, gebar sie den glänzenden Tag.

Zu dieser Zeit wuchsen auf in der Halle des Vaters, der Mundilföri (Achsenschwinger) zwei liebliche Kinder, Sol (Sonne) und Mani (Mond). Als sie zur Jugendblüte heranreiften wunderte sich alle Welt über ihre Schönheit, und der Vater in seinem Stolze verglich sie mit den seligen Göttern. Aber die Asen, dem Übermute zürnend, nahmen die blühenden Geschwister von der Erde weg, damit sie am Himmel in schönerem Glanze leuchten möchten. Also fährt Sol im Sonnenwagen, den die Asen von Muspels sprühenden Funken erbauten. Zwei edle Hengste, Armaker (Frühwach) und Alswider (Allgeschwind), ziehen ihren feurigen Wagen, dessen Gluten der Schild Swalin (Kühlung) dämpft, damit nicht vor der Zeit Himmel und Erde in Flammen vergehen, denn

»Berge und Brandung verbrannten gewiß Vor der glühenden Gottheit der Sonne, Fiel er davor herunter.« (Grimnismal der Edda.)

So folgt die schöne Sol dem lichten Tage, wenn er, Liebesworte mit ihr tauschend, durch die Wogen des Himmels eilt. Skinfaxi (Lichtmähne), das edle Roß, zieht des Gebieters goldenen Wagen in raschem Fluge dahin und seine Mähne erleuchtet Luft und Erde.

Der dunklen Nacht folgt Mani mit dem Mondwagen. Als er nun einstmals über ein ödes Waldland hinfuhr, sah er zwei Kinder, Bil (die Schwindende, der abnehmende Mond) und Hyuki (der Belebte, der zunehmende Mond). Sie trugen schwere Wassereimer und schienen ganz erschöpft. Doch schleppten sie die Last mühsam fort, weil ihr harter Vater sie noch in später Nacht zur Arbeit zwang. Mitleidig umfing sie Mani mit seinen Strahlen und nahm sie zu sich in seinen himmlischen Wagen, wo man sie noch von der Erde aus sehen kann.

Sol und Mani dürfen in ihrem Fluge nicht weilen; denn der grimmige Wolf Sköll verfolgt sie durch die Himmelsräume, bis sie sich am Abend in die Fluten des Meeres birgt, und der entsetzliche Hati jagt dem Meere nach. Wenn die Wölfe der ersehnten Beute nahe kommen, so erblassen die leuchtenden Himmelsbewohner und verlieren ihren Schein, das nennen unkundige Menschen Sonnen- oder Mondfinsternis. Den schrecklichen Hati gebar und mästet mit andern Wölfen seiner Art ein Riesenweib, das weit östlich in Jarwider sitzt und Göttern und Menschen ein Grauen ist. Von ihrer Brut ist Managarm (Mondhund) der furchtbarste, der einst am Ende der Tage den Mond würgt und die Säle der Himmlischen mit Blut bespritzt, wie es in der dunklen Orakelsprache der Völnspa heißt:

»Östlich saß die Alte im Eibengebüsch Und füttert dort Fenrirs Geschlecht, Von ihnen allen wird eins das schlimmste: Des Mondes Mörder übermenschlicher Gestalt.

Ihn mästet das Mark gefällter Männer, Der Seligen Saal besudelt das Blut. Der Sonne Schein dunkelt im kommenden Sommer, Alle Wetter wüten: wißt ihr, was das bedeutet?«

Linde Lüfte bringt säuselnd Swasuder (Sanft-Süd) holdselig von Angesicht; sein Sohn ist der blumenbekränzte Sommer. Doch folgt ihm bald der grimmige Riese Windswaler, mit dem Winter, seinem Erzeugten. Die ziehen fort und fort nacheinander durch alle Zeiten, bis die Götter vergehen. Auch sitzt am Ende des Himmels der ungeheure Riese Hräswelger (Leichenschwelger) im Adlerkleid und schlägt die Schwingen, davon der Sturmwind über die Völker der Erde tost.

»Hräswelg' nennt sich, der an Himmels Ende sitzt Im Adlerkleid ein Jötun. Mit seinen Fittichen facht er den Wind, Über alle Völker.« (Edda, Vasthrudnismal.)

Wir sehen, daß die Sonne früher auch bei den Germanen als männliches Wesen personifiziert wurde; indeß erscheint an Stelle Sols schon frühzeitig die weibliche Sunna.

* * * * *

Allvater, fährt die Sage fort, wohnte in der Tiefe und sann, und was er sann, das ward. Da erstand, unberührt von der Faust dieser Gewalt, die Esche Yggdrasil, der Baum der Welten, der Zeiten und des Lebens. Ihre Zweige breitet sie aus bis in den Himmel, ihr Wipfel überschattet Walhalla, die Halle der seligen Helden. Drei mächtige Wurzeln nähren und tragen den Stamm; die eine reicht gen Niflheim; unter ihr herrscht über das Reich der Schatten die bleiche finstere Hel, und da sprudelt der urweltliche Brunnen Hwergelmir, in dessen Tiefen die Geheimnisse der vorweltlichen Dinge verborgen ruhen, die weder Menschen noch Götter noch Riesen zu ergründen vermögen. Die andere Wurzel zieht gen Jötenheim, wo Mimirs Born quillt, in dem die Kunde von der Urwelt, von der Entstehung, dem Werden der Dinge sich birgt. Da sitzt Mimir (Erinnerung), der weise Jote, und trinkt alle Tage von der Flut, die er mit Walhallas Pfande schöpft. Denn er selbst, Odin, der sinnende Ase, kam einstmals zu dem Wächter des Brunnens, einen Trunk begehrend, und Mimir verlangte und erhielt dafür ein Auge des nach urweltlicher Weisheit spähenden Gottes zum Pfand. Die dritte Wurzel breitet sich gen Midgard aus, der Stätte der sterblichen Menschen.

Daselbst quillt und wallt das Wasser des Urd-Borns, der die Geheimnisse des Entstehens und Vergehens der irdischen Dinge umschließt. Wenn die Völker und ihre Herrscher die Tiefen ergründen und den plaudernden Fluten lauschen wollten, würden sie mit verjüngter Kraft zu neuen Thaten schreiten. Auch ziehen in dem Brunnen zwei silberne Schwäne ihre Kreise; die sind still und stumm, wie die Vergangenheit, die nicht gehört, wie die Zukunft, die nicht beachtet wird.

Dem Urd-Born entstiegen, sitzen am Ufer ernst und schweigend die drei Nornen: Urd (Vergangenheit), Werdandi (Gegenwart) und Skuld (Zukunft). »Sie spinnen und weben der Neugeborenen Fäden, härene und seidene und etliche von Gold, einen aber gen Norden, der unzerreißbar, unentrinnbar des Lebens Leid bedeutet und den Niedergang zur Hel.«

* * * * *

Der Mythus vom Weltbaum ist unverkennbar uralten arischen Ursprungs. Er erinnert an Platons Weltachse, +Republik X. 619+. Vgl. S. 582 oben. Offenbar haben wir hier den indischen Lingam, dessen sinnbildliche Darstellung sich noch in der berühmten Irminsäule, dem Heiligtum der Sachsen, das Karl der Große zerstörte, wiederfindet.

»Der Todesgöttin sind die Schicksalsschwestern verwandt. In grauer Urzeit geboren, wurden sie von Joten aufgepflegt, bis sie ans Licht des Tages traten und nun, am Urd-Born sitzend, den Wechsel der Zeit verkündigen. Sie begießen den Lebensbaum mit dem heiligen Wasser der Quelle, daß er nicht der Fäulnis erliege; aber sie wissen und verkündigen es auch, wie alles Leben dem Untergang sich zuneigt, dem auch die seligen Götter nicht entrinnen können.« -- »An den Blättern der Weltesche zehrt der Hirsch Eikthyrner, gleichwie das umrollende Jahr an der Dauer der Welt und der endlosen Zeit; vier andere Hirsche, Dain und Dwalin, Dumaier und Durnthor, nähren sich von den Knospen und Sprossen, wie die Jahreszeiten Stunden und Tage verzehren und sie doch nicht mindern. Von Helheim herab aber bäumt sich der Drache Nidhöggr und unzähliges Gewürm, die Wurzel benagend.«

* * * * *

»Können wir nichts thun, um den Lebensbaum zu schützen?« fragten einst Odin die anderen Asen.

»Gegen den großen Hirsch und die übrigen genügt die Arbeit der Nornen«, antwortete Jener, »denn was die Schwäche der Weltlenker und das beständige Schwinden der erschaffenen Wesen dem Werke des Geistes schadet, das wird durch das Walten der Weltgeschichte ersetzt. Aber das Grundübel ist unheilbar; dem Werke klebt der vergängliche Stoff an. Zwar nur eine Wurzel des Baumes steht in Niflheim, allein, wenn es Nidhöggr erst gelungen ist, diese zu untergraben, so werden andere, geistige Feinde den Stamm leicht zum Wanken bringen. Gegen sie, welche bald hereinbrechen werden, habe ich einen treuen Wächter auf die Spitze des Baumes gestellt. Ihr seht dort meinen Adler horsten und zwischen seinen Augen sitzt ein Falke. So schaut er ohne Unterlaß mit doppelter Sehkraft aus. Damit er nie einschlummere, läuft jenes Eichhörnchen beständig am Stamme auf und ab.«

Sonderbarer Weise findet man auch im deutschen Aberglauben eine hohe Bedeutung des Tannenwipfels und eine Beziehung des Eichbaumes auf denselben. In dem »sympathetischen Mischmasch« (1715, S. 82) und in den 138 Geheimnissen (Frankfurt und Leipzig 1726) heißt es, der höchste Tannenzapfen am Baum mache schußfrei und, wenn ein Eichhörnchen davon es esse, könne es auf keine Weise getroffen werden. Daher trage man auch solche Zapfen im Kriege bei sich, um schußfest zu werden. (+W. Menzel, vorchristl. Unsterblichkeitslehre S. 71.+)

»Nidhöggr«, fährt Odin fort, »läßt dem Wächter keine Ruhe: denn der Lindwurm ist grimmig, daß durch die Wachsamkeit des Adlers seinem dereinstigen Verbündeten und dadurch auch ihm das Werk erschwert wird. Wilde Lästerungen stößt er deswegen unaufhörlich gegen die Asen aus; das Eichhörnchen hinterbringt sie dem Adler, der ihm kräftige Drohungen zurückschickt. Der Zorn über die frevle Zerstörungswut hält das Auge des Geistes wach gegen die nahende Versuchung; dieser Zorn wird aber nur unterhalten, wenn schnelle Gedanken beständig zwischen Himmel und Erde hin und her eilen und Himmlisches und Irdisches gegen einander halten. Was der Adler nicht erschaut, das werden mir meine beiden Raben künden. Sie heißen Hugin, d. h. der Gedanke und Mimir, d. h. Erinnerung. Täglich sollen sie um die Welt fliegen und mir alles melden, was vorgeht. Gegen unsere zukünftigen Feinde bin ich gerüstet; bisher beherrschte Liebe die Welt; von nun an muß Furcht hinzukommen. Yggr, d. h. Schrecken, wird bald mein Name sein, und der Baum, der mich getragen, heiße Baum des Schreckens: Yggr drasil.«

Zweites Kapitel.

Der Götterhimmel der Germanen.

Die Edda (Wöluspa) schildert uns 12 Weltteile oder Himmelsfesten, die vermutlich den 12 Sternbildern des Tierkreises entsprechen. 1) Midgard, die Erde, ist schon genannt. Auf und über der Erde ist 2) Wanaheim, der Wohnplatz eines jüngeren Göttergeschlechts, in denen sich die Natur der Asen vermischte mit der Natur der Jötunen. Wahn war ihr Wesen, d. h. unbewußtes Schauen und Sinnen. Man erklärt sie vielfach für die Götter des Gemüts, der sinnlichen Triebe, einzelne halten sie auch für die Götter der Wasserwelt, unter deren Herrschaft das Meer und die Flüsse standen. Unter der Erde ist 3) Schwarzelfenheim, der Aufenthalt der von Loki geschaffenen Zwerge. Durch dieses gelangt man zum Totenreich, 4) Helheim, welches von 5) Niflheim begrenzt wird. Südwärts liegt das erwähnte 6) Muspelheim, wo Surtur mit dem Flammenschwert herrscht und Muspels Söhne wohnen. Über Midgard im sonnenhellen Raum liegt 7) Lichtelfenheim, der Aufenthalt der Lichtelfen, Zwerge, die sich von den Erdzwergen durch ihre lichte Hautfarbe unterscheiden und die Gefilde Asgards schmücken und für die Asen arbeiten, wie die Erdzwerge für Widar und Hödur. Über diesem aber wölbt sich 8) Asgard, die Burg der Asen, von Gold und glänzendem Gestein erglänzend und in ewigem Frühling grünend. Dieses trennt ein breiter Strom von 9) Jötunheim, dem Aufenthalt der zauberkundigen Joten. Daneben werden noch genannt 10) Glidskialf, der Hochsitz Odins, 11) Gladsheim (Glanzheim), der Hof Odins, der auch Walhall umschließt, und 12) Himmelsburg, wo Heimdal wohnt, der Wächter der Götter.

Der höchste der Asen, der Göttervater, der nächst dem ungeschaffenen Allvater die von ihm geschaffene Welt während ihrer ganzen Dauer regiert, ist Odin, von Wolfgang Menzel treffend als eine Personifikation der Zeit und zugleich des absoluten freien Willens charakterisiert, ein Gott, der an sich weder gut noch böse, doch im Verlaufe der Zeitlichkeit mancherlei Unrecht verübt und schließlich nicht ohne Schuld den Untergang dieser Welt herbeiführen muß. Odin ist der deutsche Wodan, der Himmelsgott, gewöhnlich einäugig gedacht; denn der Himmel hat nur ein Auge, die Sonne; ein breiter Hut beschattet seine Stirn, die Wolke, sein Mantel ist blau mit goldenen Sternen bestickt.

Die Römer (Cäsar und Tacitus) identifizierten ihn mit Merkur; denn sie berichten, Merkur sei der höchste Gott der Germanen. Dies wird nur erklärlich, wenn man bedenkt, daß bei den Römern Merkur als Totenführer gilt. Ein Führer der Seelen war aber auch Odin-Wodan; denn die Seele dachte man sich als ein luftartiges Wesen. Nach dem Tode führt Odin sie in sein luftiges Reich. -- In dieser Eigenschaft als Luftgeist und Führer abgeschiedener Seelen hat Wodan sich am längsten in der deutschen Volkssage erhalten. Es ist der im Sturm jagende Wode, der wilde Jäger, der in lokalen Sagen noch jetzt als Hackelbaraud, Rodensteiner erscheint und das Gespensterheer über die Wälder dahin führt.

Während aber in den späteren vom Christentum beeinflußten Sagen die Seelenführung Odins einen unheimlichen Charakter angenommen hat, war sie im Heidentum vor allem eine Führung der heldenhaften Seelen. Odin ist der große Heerführer. »Gieb uns den Sieg, Heervater«, flehten betend und opfernd die Fürsten der Vandalen zu Wodan.

In Odins Himmelsburg war ja auch Walhalla, eine ungeheuere große Totenhalle, in die alle Könige, Helden und zur Waffenehre berechtigten freien Männer nach ihrem Tode aufgenommen wurden, als die sog. Einherier (Genossen des Heeres, Waffenbrüder). Sie werden an der Tafel, an der Odin allein Wein trinkt, sie aber Bier, von den schönen Walkyren (Totenwählerinnen, Wunschmädchen) bedient, ziehen dann auch abwechselnd hinaus auf die Ebene Ida, um männliche Spiele zu treiben und miteinander zu kämpfen, weil ihnen schon im Leben Kampf immer das liebste gewesen. -- Außer der Walhalla gab es nach der Edda noch andere Himmel, einen der Frauen, der Jungfrauen und einen sehr großen für das gemeine Volk. Nach Walhall gelangten nur Helden und diese auch nur, wenn sie im Kampfe gefallen waren oder sich auf dem Sterbebette wenigstens noch mit einer Lanze verwundet hatten.

Derselbe Odin, der Führer der Helden, ist nur bezeichnend für die germanische Schätzung der Dichtkunst -- »es soll der Dichter mit dem König (Helden) gehen«, -- noch der Gott der Dichtkunst, und wieder bezeichnend für das Volk der Dichter und Denker, der Gott der Weisheit. Eigentümlich ist die Erzählung der Edda vom Dichtertrank, in dessen Besitz Odin sich mit Unrecht und Arglist zu setzen wußte. Die Asen und Vanen, d. h. vielleicht die sittlichen und physischen Mächte, hatten sich zu Anfang bekämpft. Es wurde aber zuletzt Frieden geschlossen, und dies geschah, indem beide Teile in ein Gefäß spuckten. Dieses Friedenszeichen schufen die Asen nachher in einen Mann um, namens Quasir, der so weise war, daß er auf alle Fragen, die man an ihn richtete, Antwort zu geben wußte. Quasir fuhr nun weit im Lande umher, die Menschen zu unterrichten und überall rühmte man seine Weisheit und seinen Verstand, so daß sein Ruhm sich weithin verbreitete. Einstmals kam er zu zwei Zwergen, namens Fialar und Galar; diese waren neidisch auf seinen Ruhm, und töteten ihn deshalb. Sein Blut ließen sie in zwei Fässer rinnen, die Son und Boden hießen, und in einem Kessel, den sie Odrärer nannten. In dieses Blut mischten sie Honig, und daraus entstand ein herrlicher Met, welcher die Eigenschaft hatte, daß er die, welche davon tranken, zu Dichtern und weisen Männern machte.

Dieser Zaubertrank kam schließlich in den Besitz des Riesen Suttang, der ihn in einem Felsen, namens Huitberg verbarg. Er selbst kostete nicht einmal davon, denn er war zu geizig dazu. Seine Tochter, die schöne Gunlödi, stellte er als Wächterin bei dem Met und verbot ihr streng, davon etwas zu genießen. Davon hat die Dichtkunst auch die Namen: Quasirs Blut, Zwergtrank, Odreers oder Bodens oder Sons Naß, Huitbergs Met oder Naß.

Odin hatte von diesem wunderbaren Getränk gehört, und obschon er selbst die Gabe der Dichtkunst und die Weisheit in einem hohen Grade besaß, wollte er doch von diesem Met kosten, um noch weiser zu werden.

Er machte sich daher auf den Weg nach dem Riesenlande, und zwar ohne alle Begleitung, und kam an einen Ort, an dem neun Riesen das Heu abmäheten. Obgleich der mächtigste Gott, getrauete er sich doch nicht, die neun Riesen zu bekämpfen, und suchte daher durch List ihrer Herr zu werden.

Er fragte sie nämlich, ob er ihnen mit seinem kostbaren Wetzsteine die Sensen wetzen solle, und die Riesen willigten ein. Odin nahm darauf einen Wetzstein aus der Tasche, und machte die Sensen darauf so scharf, daß die Riesen darüber sehr erfreut waren; aber nun wollten sie auch den Wetzstein haben. Odin sagte, wer ihn kaufen wolle, solle geben, was billig sei. Jeder sagte darauf, daß er ihn kaufen wolle, und sie gerieten darüber in Streit. Da warf Odin den Stein in die Luft, und nun griffen alle darnach, und sie kamen derart ins Handgemenge, daß sie sich mit ihrem Eisen töteten.

Odin setzte nun seinen Weg fort und kam des Abends zu einem Riesen, namens Bangi, einem Bruder Suttangs; er hatte hier wieder eine andere Gestalt angenommen und nannte sich Bölwerk.

Bangi, der den Götterfürsten nicht erkannte, nahm ihn sehr gut auf, und erzählte ihm, auf welche Weise er neun seiner Knechte verloren habe, und wie er nun nicht wisse, woher er Arbeiter nehmen solle. Da erbot sich Bölwerk, bei ihm zu bleiben während des ganzen Sommers, und ebensoviel zu arbeiten, als die neun Knechte gearbeitet hatten; doch sollte ihm Bangi zum Lohne dafür am Ende des Sommers einen Trunk aus Suttangs Met verschaffen. Bangi antwortete, daß er nicht Herr über den Met sei, versprach ihm jedoch, mit ihm zu seinem Bruder zu gehen und diesen darum zu bitten, denn einen so tüchtigen Arbeiter wollte er nicht so leicht wieder ziehen lassen.

Während des Sommers arbeitete Bölwerk für neun; als aber der Winter herankam, verlangte er seinen Lohn. Beide begaben sich nun zu Suttang; Bangi erzählte seinem Bruder, was Bölwerk für ihn gethan und was er ihm versprochen hatte, und bat ihn nun um einen Trunk von dem Dichtermet, aber Suttang schlug die Bitte geradezu ab, und sagte, daß niemand von seinem Met kosten solle.

Darauf sagte dann Bölwerk zu Bangi, daß sie es nun durch List versuchen müßten, um den Met zu bekommen, und Bangi war damit zufrieden.

Beide machten sich nun auf den Weg zu dem Felsen, in welchem der Dichtertrank eingeschlossen war. Als sie dort angekommen waren, zog Bölwerk einen Bohrer hervor, der Rati genannt war, und gebot Bangi, mit diesem scharfen Bohrer den Felsen zu durchbohren. Bangi that es, und nach einiger Zeit sagte er, der Fels sei nun durchbohrt. Aber Bölwerk blies in das gebohrte Loch, und da ihm die Spähne ins Gesicht flogen, merkte er, daß ihn Bangi betrügen wolle. Er verlangte daher, daß Bangi den Felsen vollständig durchbohren solle, und er mußte es thun. Als Bölwerk nun wieder hineinblies, flogen die Spähne ins Innere des Felsens. Schnell verwandelte sich nun Bölwerk in eine Schlange, und kroch durch das Loch. Bangi stieß ihm den Bohrer nach, aber ohne ihn zu treffen.

Als Bölwerk nun in dem Felsen angekommen war, nahm er eine Gestalt an, in welcher er der Gunlödi so außerordentlich gefiel, daß sie ihm nichts verweigern konnte. Während dreier Tage und dreier Nächte blieb er in dem Felsen. Beim ersten Trank leerte er den Kessel Odrärer, beim zweiten das Faß Boden und beim dritten das Faß Son. Hierauf verwandelte er sich in einen Adler, flog eiligst davon, und ließ die betrogene Gunlödi in Verzweiflung zurück.

Unterdeß hatte Suttang Kunde erhalten von dem, was geschehen war. Schnell verwandelte er sich ebenfalls in einen Adler, und flog ihm nach. Die Asen sahen Odin schon in weiter Ferne; sie bemerkten aber auch, daß Suttang ihn verfolgte, und daß Odin durch den in reichlichem Maße genossenen Met schwerfällig geworden. Sie setzten deshalb schnell Gefäße in den Hof, in welche Odin, als er den Asgard erreichte, den Met ausspie. So gelangte Odin zu dem Dichtermet. Odin gab davon den Asen und allen guten Dichtern. Dies ist der Ursprung von dem, was wir Dichtkunst, Odins Fang oder Fund, oder der Asen Gabe und Trank nennen.

So weit die Erzählung in der jüngeren Edda. In der Havamal wird dieselbe Mythe wenn auch nicht so vollständig erzählt, aber weit schöner ausgeschmückt:

»Sobald es tagte, Gingen die Riesen In die erhabene Halle hinein, Und jeder fragte Und forschte den Bölwerk, Ob die Mäher mit ihm Gekommen seien.

Lange hielt ich, Was ich versprach, Und vollendet die Arbeit So gut als einer, Daß nichts gebrach. Darauf sucht er Suttang Zu überlisten Beim fröhlichen Mahl, Allein er mußte noch Gunlödens Thränen kosten.

Gunlöde reichte Im goldenen Keller Mir einen Trunk Des kostbaren Mets dar, Aber mit Schmerzen Vergalt ich ihn Ihrem heiligen Herzen Ihrem züchtigen Sinn.

Über Flüsse mußt' ich schwimmen, Über Felsen mußt' ich gehen; Oben und unten Hab' ich der Riesen Wege gefunden, Und setzte da meinen Kopf auf's Spiel.

Nun hab' ich zum Dank Den teuren Trank. Ihn werden die Weisen Ein Kleinod heißen. Aus ihm entsprang Lied und Gesang Im Himmel und auf Erden.

Niemals würd' ich Den Riesenhöhlen Entkommen sein, Hätt' ich nicht Gunlöde, Das gute Mädchen, Umarmt und geliebkost.«

* * * * *

Ähnlich raubt nach indischen Mythen der Gott Indra den im Wolkenberge gefesselten Met und bringt ihn in Falkengestalt zu den Sterblichen.

»Ich weiß«, so spricht in einer der rätselhaftesten und tiefsinnigsten Dichtungen der Edda Odin, »daß ich hing am Baume der Welt neun lange Nächte, vom Speer verwundet, den Odin geweiht, ich selber mir selbst. Am Baume hing ich, des Wurzel keiner kennt. Man bot mir nicht Brot noch Trank. Da, in die Tiefe spähend, empfing ich Runen und sank vom Baume nieder. Vom Ahn, dem Urriesen, lernt' ich der Lieder neun, und trinkend den Mut aus Odrörers Born, gewann ich Gestalt und Bildung und begann zu denken. Wort aus dem Wort verlieh mir das Wort; Werk aus dem Werk verlieh mir das Werk. -- Runen sollst Du finden, o Menschenkind, Ratstäbe, mächtige Stäbe, die Götter schufen, und die der allwaltende Herrscher eingeschnitten hat. Er schnitt sie ein zur Richtschnur den Völkern, dann entwich er von wannen er wiederkehrt.« -- Dieser Mythus wird von Mannhardt folgendermaßen gedeutet: »Der sinnende Gottesgeist, -- Odin, -- schwebt am Weltbaum außerweltlich über der zeitlich-materiellen Welt. Er blickt nieder in die Tiefen der Schöpfung und sucht Runen, d. h. die Eigenart, die Wesenheit der Dinge zu erforschen. Er leidet Pein: vom Speer verwundet, ohne Brot und Trank neun lange Nächte. Denn jede Geburt bringt Schmerz und bedarf der Zeit, um zu reifen. Wie er die Runen erkennt und erfaßt, sinkt er herab, er sich selbst zum Opfer bringend. Der Geist taucht in die unbeseelte Materie, wird innerweltlich, wächst und gedeiht im endlosen Leben durch das Leben, Wort aus dem Wort und Werk aus dem Werk. Er durchdringt und beherrscht die Welt, da er aller Dinge eigenste Art erkannt hat. Er beherrscht sie durch Lieder, welche die Runen lebendig, zauberkräftig machen; denn neun Hauptlieder hat er von dem urweltlichen Riesen erlernt und hat von Gunlöds Wundermet getrunken. Es ist die Sprache des Gesanges, die, wie in der hellenischen Orpheussage nicht bloß das menschliche Gemüt, sondern sogar leblose, unbeseelte Dinge belebt.« -- Der _runen_kundige Gott ist zugleich der Zauberkundige. Eins der ältesten altdeutschen Sprachdenkmale ist jener Zauberspruch:

+phol unde uuôdan+ -- Phol (Balder) und Wodan +uuorum zi holza;+ -- fuhren ins Holz. +dô uuart demo balders uolon+ -- da ward des Balders Fohlen +zin uuoz birenkit:+ -- sein Fuß verrenket; +thu biguolen sinthgunt+ -- da besprach ihn Sintgunt +Sunnâ, erâ suister+ -- und Sonne, ihre Schwester; +thu biguolen uuôdan+ -- Da besprach ihn Wodan, +sô he uuola conda:+ -- Wie er wohl konnte; +sôse bînrenki+ -- So die Beinrenkung, +sôse bluotrenki+ -- So die Blutrenkung. +sôse lidirenki.+ -- So die Gliederrenkung. +bên zi bêna+ -- Bein zu Beine, +bluot zi bluoda+ -- Blut zu Blute, +lid zi geliden+ -- Glied zu Gliedern, +sôse gelîmida sên.+ -- Als ob sie geleimet seien!

* * * * *

Sogar zu Mimirs Born war Odin hinabgestiegen, um den Grund aller Dinge zu erfahren. Heimlich fuhr er dahin und begehrte einen Trunk aus Mimirs Born. Aber der Riese verlangte dafür ein Auge des Gottes. So groß war dessen Durst nach Erkenntnis, daß er das eine Auge dafür gab. Mimir hatte vordem wohl Kunde von den ältesten Zeiten gehabt; allein die Einsicht in das Geschehende hatte ihm gefehlt; von nun ab benutzte er das Auge Odins als Trinkhorn, und aus des Geistes Auge trank er Einsicht vom Quell des Gedächtnisses. -- Odin aber kehrte grübelnd und sinnend zurück. Vieles war ihm klar geworden; doch sah er ein, daß niemand Allvaters Ratschlüsse aus der Natur endlicher Wesen erschließen kann, und wenn er die Schöpfung bis zum ersten Keimpunkt zurückverfolgt. Als die Asen ihn fragten, wodurch er sein Auge verloren, zeigte er auf die großen Lichter, welche Tag und Nacht erhellen, und »Wißt ihr«, fragte er sie, »warum nur eine Sonne und ein Mond an meinem Himmel steht? Seht, ihr Ebenbild schaut euch aus dem Gewässer entgegen. Ein Auge des Himmels wacht über der Welt; das andere ist versenkt in das Meer der Zeiten, in den Urstoff der Dinge.«

Ein tieferer Sinn dieses Mythus vom einen Auge Odins, dessen anderes er bei Mimir zum Pfande ließ, scheint mir durch die spekulative Hypothese vom transscendentalen Ich gegeben zu sein, die wir bereits bei Plato und Aristoteles berührten, die Kant und endlich du Prel in der Lehre vom Doppel-Ich, dessen eine Hälfte im Transscendenten liegt, modernisiert hat. (Vergl. S. 832 und 613 oben.)

Nächst Odin-Wodan nehmen Thor und Loki die bedeutendste Stelle im germanischen Götterhimmel ein.

Thor, Thunaras, ahd. Donar, ist ebenfalls Himmelsherrscher, aber eine von dem höheren umfassenden Begriffe Odins abgespaltene Rolle, nämlich als Herr des Gewitters. Nach ihm trägt der Donnerstag noch heute seinen Namen. Auf einem von Böcken gezogenen Wagen fuhr er durch die Wolken dahin, der einschlagende Blitz war sein Geschoß, gedacht als steinerner Wurfhammer. Sein Charakter vereint Kampflust und Gutmütigkeit; letztere läßt ihn oftmals das Opfer von Trug und Lug werden. Ihm galt vor allem das Gebet und der Kriegsgesang der Germanen beim Auszug in die Schlacht.

Nach Mone (S. 404) ist Thor »das Übergewicht der allgemeinen organischen Lebenskraft über die unorganische Materie oder mit anderen Worten der kämpfende Sonnenheld«. Letzteres würde uns begreiflich machen, warum die Römer in ihm nicht nur ihren +Jupiter tonans+, sondern mehrfach auch ihren Herkules wiederzuerkennen glaubten.

Er war ein Sohn Odins und der Erde, was ganz physikalisch durch die aus der Erde aufsteigenden Gewitterwolken gedeutet werden könnte. Er versinnbildlicht auch die Fruchtbarkeit, als zeugendes Prinzip; denn die blonde Sif, die Ernte ist sein Weib, nämlich im Sommer; im Winter heißt sein Weib Jarasaxa (Eisenschwert oder Pflugschar). Kraft ist seine hervorstechendste Eigenschaft. Thrudheimr (Kraftwald) ist der Name seines Wohnsitzes, er wandert gern mit einem Tragkorb auf dem Rücken zu Fuß einher, ißt und trinkt unmäßig, ist leidenschaftlich, und wenn er zürnt, schnaubt er in seinen roten Bart, daß es wie Donner durch die Wolken schallt.

Er ist der Hauptfeind des Riesengeschlechts. Als er einst schlief, -- im Winter ist seine Kraft abwesend --, stahl ihm der Riese Thrymr, der Starke, seinen Hammer (Mjöllnir) und verbarg ihn tief in der Erde. Er wollte durch Vorenthaltung des Hammers sich die Göttin Freyja zur Frau erpressen. Auf Heimdallrs Rat legte nun Thor Freyjas Gewand an und nahm den listigen Loki, der sich als Magd verkleidet hatte, mit ins Thursenland, das Thrymr beherrschte. Von Thrymr sehnsuchtsvoll empfangen, fiel er diesem auf durch unmäßiges Trinken und Essen, einen ganzen Ochsen aß er und acht Lachse und alle Kuchen, die den Weibern bestimmt waren. Da hob Thrymr seinen Schleier und prallte entsetzt zurück, da er Thors furchtbar funkelnde Augen erblickte. Doch gebot er, den Hammer zu bringen um die Braut zu weihen.

Da lacht dem verkleideten Thor das Herz, als er seinen Hammer wiedersieht; er ergreift ihn, erschlägt den Riesenfürsten und zerschmettert das ganze Geschlecht.

Mone findet in dieser Sage eine Anspielung auf die Idee der Wiedergeburt: »da Heimdallr die Seelen zur Wiedergeburt der Frau (Freyja) überliefert, so muß Thor selbst eine Frau werden, wenn er (der Winterschlaf ist der Tod) wiedergeboren sein, d. h. zu seinem Hammer gelangen will.« Einfacher und natürlicher scheint es mir, darin nichts anderes als das Erwachen des Frühlings zu finden.

»Noch schläft die Mutter Erde, Träumend vom Auferstehn; Da ruft ein mächtig Werde Der Gott; es muß gescheh'n. Er spaltet mit dem Hammer Des Eises starres Thor. Da tritt sie aus der Kammer, Bräutlich geschmückt hervor.«

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Loki, der Endiger, von riesischer Abkunft, ist der Anstifter jeglichen Unheils bei Göttern und Menschen, scheinbar zunächst ein treuer Gefährte der anderen Asen, schön wie Lucifer, hat er im Anfang der Zeiten mit Odin Blutsbrüderschaft getrunken. Doch weil er vom Herzen eines bösen Weibes getrunken, ist er schwanger geworden und hat die Ungeheuer, den Fenriswolf, die Midgardschlange und die Totengöttin Hel geboren. Er selbst pflegt sich unter den verschiedensten Verwandlungen zu zeigen, ein Geist, der stets dem Widerspruch und der Verneinung dient. Er heißt auch Loptr (Luft) und Lodorr (Hitze); Funkenspiel und zitternde Luftbewegung bringt heute noch nordischer Volksglaube mit Lokis Namen in Verbindung. Loki ist das Feuer, das der Sturm aus dem Holze entfacht. Denn seine Eltern heißen Farbauti, der gefährlich Schlagende und Nal, Nadel am Nadelbaum.

Loki ist es, der bekanntlich den Balder, diese reinste Lichtgestalt unter den Asen, den guten Gott durch den blinden Hödur töten läßt, wie es die jüngere Edda 49 schildert: Balder, der Gute, hatte schwere Träume, sein Leben sei in Gefahr. Da hielten die Asen Rat, um ihn zu schützen, und Frigg, seine Mutter, nahm Eide von allen Elementen, Steinen, Pflanzen, Tieren, Krankheiten und Giften, daß sie Balder verschonen sollten. Die Asen stellten darauf den Balder in die Mitte, warfen und schlugen nach ihm mit allen möglichen Werkzeugen und konnten ihn nicht verletzen. Loki aber, der die Gestalt eines alten Weibes angenommen hatte, lockte der Frigg das Geheimnis ab, ob ihrem Sohn doch vielleicht etwas schaden könne. Unvorsichtig vertraute ihm Frigg, von einer Mistel allein, die auf einem gewissen Baum wachse, habe sie keinen Eid genommen, da dieselbe ihr zu jung vorgekommen sei. Da pflückte Loki die Mistel ab und gab sie dem Hödur, der ein Bruder des Balder und von großer Stärke, aber blind war. Als nun alle Asen schon versucht hatten, den Balder zu verletzen, sollte es auch der blinde Hödur versuchen; kaum aber berührte er ihn mit der Mistel, so fiel der schöne Bruder tot zu Boden. Seine Leiche wurde von den Asen in ein großes Schiff gebracht und verbrannt. -- Die Götter entsandten Hermordr, einen anderen Bruder Balders, nach Hel, der Totengöttin, um den Gestorbenen aus ihrer Macht zurückzulösen. Hel knüpfte die Auslösung an die Bedingung, daß alle Wesen, lebende und tote, um Balder weinen. Das thaten sie auch mit Ausnahme des Riesenweibes Tök, einer Vermummung Lokis, und somit konnte Balder nicht wieder zur Welt kommen.

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Die Deutung dieses Mythus bietet viele Schwierigkeiten. Im allgemeinen kann Uhlands Erklärung, +Sagenforschungen I, 144ff.+ als die natürlichste gelten, der Balder als das Licht und den Sommer, den blinden Hödur als die Nacht und den Winter, Balders Tod als die Schwächung der Sonne in der Sonnenmitte, Nanna als die Pflanzenwelt, die mit dem Sommer stirbt, deutet. Aber unerklärlich steht die in der Druidenlehre so wichtige Mistel da. -- Nach Professor Kauffmann und Professor Golther haben wir es nur mit einer erst spät zur Göttersage umgewandelten Heldensage zu thun, die ursprünglicher und echter bei Grammaticus überliefert ist, wo Balder, ein Held, mit Kriegsmacht in das Land des Gevarus eindringt, um sich Nanna, seine Geliebte zu erkämpfen. Er fällt hier durch das Schwert Hothers, welches Mistilteinn heißt. Dies Wort sei später als Mistelzweig mißverstanden.

Indeß erscheint mir diese Hypothese schon anticipatorisch bei W. Menzel, vorchristl. Unsterblichkeitslehre widerlegt zu sein. Wahrscheinlich ist doch, daß der esoterische Kern der Mythe ähnlich wie derjenige des Osiris- und Zagreus-Dionysios-Mysteriums die Wiedergeburt und die Wiederbringung aller Dinge betrifft. -- Die Asen wollten den Loki für seine Frevel sofort töten. Aber Odin, der schon vorher den Tod Balders bei seinem Ritt nach Niflheim erkundet hatte, hindert die Ermordung Lokis. Er weiß, daß alles sich nach dem Schicksal erfüllen muß, daß Loki dereinst diese Welt zerstören wird, daß aber in der darnach erstehenden neuen Welt Balder herrschen soll. Loki ward nun, wie sein Sohn, der Fenriswolf, gebunden mit einem Geisterbande. So lange diese Bande nicht reißen, so lange besteht die Welt. Nach dem nordischen Glauben sind wir aber schon im sechsten Alter der Welt, eine Idee, die im ganzen Mittelalter Volksglaube war, wonach sieben Weltalter einander folgen sollen. Wenn Loki oder der Teufel wieder los wird, dann kommt das Ende der Welt.

Erwähnung verdient unter den männlichen Asen neben Hoenir, Uller, Bragi, dem Skaldengott, Aegir, der die Ruhe des Meeres personificiert. In Aegirs durch Frieden geheiligter Halle sind die Götter gern zu Gast und zechen; statt des erleuchtenden Feuers dient hier strahlendes Gold. Im Leuchten des windstillen Meeres mochte man, meint Uhland, den Glanz des versunkenen Goldes spielen sehen. Erwähnung verdient sodann noch Freyr, welcher die Sehnsucht des Mannes nach dem Weibe darstellt. Er wirbt lange vergeblich um Gerdur, deren Wesen am besten als weibliche Schamhaftigkeit bezeichnet wird, bis er schließlich mit Hilfe magischer Mittel, die sein Diener Skirnir anwendet, sie überwindet. Endlich ist noch Heimdallr zu erwähnen, eine nordische Form des deutschen Ziu, der über die Welt leuchtende. Auf den Himmelsbergen am Regenbogen, der als Brücke Himmel und Erde verbindet, ist sein Wohnsitz. Er hütet diese Brücke, daß diese bösen Riesen von der Erde nicht hinaufsteigen, um den Himmel zu stürmen. Wie Loki das zerstörende, ist Heimdallr das erhaltende Prinzip. Nach W. Menzel vertritt er innerhalb der Zeitlichkeit die Beziehung zur Ewigkeit, die Fortdauer, das Leben der Menschheit überhaupt. Deshalb wird er auch unter dem Namen Rigr als Vater des Menschengeschlechts gedacht.

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Unter den weiblichen Gottheiten steht als Urgöttin, als die große Lebensmutter, an der Spitze Frigg, das Weib Odin-Wodans, von der der Freitag (+dies Veneris+) seinen Namen hat. Sie ist die Göttin der Liebe und des Kindersegens. Als jüngere Schöpfung der isländischen Dichtung (nach Golther) steht ihr Freyja zur Seite, die vielfach mit ihr verwechselt wird. Freyja ist das weibliche Seitenstück zu Freyr. Ihr Mann war Odr, ihr Saal heißt Saßrymnir, sie fährt aus mit zwei Katzen, nimmt huldvoll die Bitten der Menschen auf und ist eine Freundin der Liebeslieder. Odr ist die stürmische und feurige Begierde (dem Wort nach die Wut, der Sache nach die Geilheit), Freyja aber die Wollust, +Venus libitina+. Der gemeinsame Kinder, eine Tochter, heißt Hnoß (Genuß). Um den kostbaren Halsschmuck Brisingamen zu erwerben, gab sie sich dem Volk der Zwerge preis (+Venus pandemos+). Dagegen haßt sie die Riesen, die eben so sehr nach ihr begehren, aber von Loki durch ein Wolkenbild getäuscht werden. Wie Venus (+libitina+) ist sie auch eine Todesgöttin, welche die Gestorbenen mit Odin teilt, und weil sehr viele den Tod der Wollust sterben, d. h. die Lust genießen, so heißt ihre Wohnung Fólkwángar (Volksaufnahme). Freyja selbst dagegen kann gar nicht sterben; es heißt vielmehr, sie wird alle Götter überleben.

W. Menzel erklärt sie daher als die Sonne, welche nach dem Weltende wieder scheinen soll, also in Ewigkeit fortdauert, wenn Odin mit allen Asen längst todt sind. Sie heißt auch Mardöll, Gefen (Hingebung), Hörn (Hure). Durch den durch ihre Buhlerei mit den Zwergen erworbenen Halsschmuck fesselte sie ihren Gatten ganz an sich, bis er einmal erfuhr, um welchen Preis sie denselben erlangt hatte, worauf er sie entrüstet verließ. Als sie erwachte, fand sie ihn nicht mehr, aber auch ihr Halsschmuck war verschwunden und im tiefsten Jammer suchte sie nun den entflohenen Gatten alle Länder durchirrend. Die Thränen, die sie weinte, wurden Perlen und Gold. Endlich nach langen Jahren fand sie den Gatten wieder, er gab ihr den Schmuck zurück und nahm sie wieder zu sich, weil er in der ganzen Welt keine Schönere gefunden. Als umherirrende Bertha erkennt man sie in den deutschen Sagen wieder.

Als Frühlingssonne wird Freyja zur Ostara, die wir am besten durch F. Dahns schöne Verse charakterisieren:

»Es kam der Hirt vom Anger und sprach: Der Lenz ist da; Ich sah sie in den Wolken, die Göttin Ostara; Ich sah das Reh, das falbe, der Göttin rasch Gespann, Ich hörte, wie die Schwalbe den Botenruf begann. Es brach das Eis im Strome, es knosp't der Schlehdornstrauch; So grüßt die hohe Göttin, grüßt sie nach altem Brauch!

Da zieh'n sie mit den Gaben zum Hain und zum Altar, Die Mädchen und die Knaben, der Lenz von diesem Jahr; Das Mädchen, das noch niemals im Reigentanz sich schwang Und doch vom Knabenspiele schon fernt ein scheuer Drang. Der Knabe, der noch niemals den Speer im Kampfe schwang Und dem der Glanz der Schönheit doch schon zum Herzen drang. Sie spenden gold'nen Honig und Milch im Weiheguß Und fassen und umfangen sich in dem ersten Kuß; Und durch den Wald, den stillen, frohlockt es: Sie ist da! Wir grüßen Dich mit Freuden, o Göttin Ostara!«

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Prof. Kaufmann freilich (deutsche Mythologie S. 106) behauptet, daß von einer Göttin Ostara in der Überlieferung des Altertums eine Spur nicht zu finden sei.

Dagegen berichtet uns die Edda von Iduna, der »vorwissenden Göttin«, daß sie von der Esche Yggdrasil, die sie mit ihrem heiligen Wasser zu bethauen pflegte, herabgesunken sei.

»Schwer verträgt sie Dies Niedersinken, Unter des Laubbaums Stamm gebannt, Nicht behagt es ihr Bei Nörvis Tochter (der Nacht) So lange gewöhnt An heitere Wohnung.«

Auch Iduna ist nichts anderes, als die immer wiederkehrende (+id+ = wieder) Sonne. Nachdem die Asen vergebens alle Mühe erschöpft haben, Iduna zum Himmel zurückzurufen, sagt die Edda (im Rabenzauber) weiter, will Odin die Asen nicht schlafen lassen, sondern versammelt sie noch in der Nacht zu neuer Beratung. Aber Nörvi, der Vater der Nacht, schlägt mit dorniger Rute (dem Schlafdorn) die Völker ringsumher, und auch die Asen nicken unwillkürlich ein, selbst der Wächter Heimdallr wird schlaftrunken. Am Morgen aber geht die Sonne prächtig am Himmel auf, die Nacht entflieht und froh und erfrischt steigt Heimdallr wieder zu den Himmelsbergen.

Iduna verwahrt wunderbare Äpfel, von denen die Götter essen, um sich ewig jung zu erhalten. Einst hatte mit Lokis Hilfe der mächtige Riese Thiassi Iduna nebst ihren Äpfeln geraubt. Da fingen die Götter sämtlich zu altern an und zwangen Loki, um jeden Preis die Iduna mit ihren Äpfeln zurückzubringen. Er unternahm es, indem er als Falke in Thiassis Wohnung flog, Iduna in eine Nuß verwandelte und sie in seinen Klauen forttrug. Zwar verfolgte ihn der Riese Thiassi, als Adler, die Götter aber hielten ihn durch ein Feuer auf, worin er verbrannte. Uhland deutet diesen Mythus, indem er unter Thiassi, der alles kleben d. h. gefrieren macht, den Winter, unter Iduna und ihren Äpfeln die Vegetationskraft, das Naturleben versteht, welches im Winter verschwindet, und unter dem Falken den heiteren Frühlingshimmel, unter der Nuß den Keim der wiederverjüngten Pflanzenwelt. Darum liebt man es noch heute, den Tannenbaum am Weihnachtsfest, der winterlichen Sonnenwende, mit vergoldeten Nüssen zu schmücken.

Die Äpfel erinnern an die von Herakles den Hesperiden geraubten Äpfel, die Athene wieder in den Garten derselben zurückversetzt. Auch Athene ist das ewige, jungfräuliche Licht der Sonne, und W. Menzel (vorchristl. Unsterblichkeitslehre S. 99) glaubt sogar auf den Gleichklang der Namen Iduna, Athene aufmerksam machen zu sollen.

Drittes Kapitel.

Götterdämmerung und Wiedergeburt.

Die eigenartigste Idee der altgermanischen Glaubenslehre ist die Götterdämmerung oder Ragnarök (der letzte Weltbrand).

Gemeinsame Überzeugung aller deutschen Völker war, daß Welt, Völker und Menschen dereinst im Feuer untergehen werden, um einer neuen besseren Weltschöpfung Platz zu machen.

Dieser Glaube an einen Weltuntergang findet sich freilich auch bei andern Rassen, aber der germanische Weltuntergangsglaube hat einen heroischen Charakter. Unsere Vorfahren meinten nämlich nicht, sie würden wie Schafe im Stalle verbrennen, sondern mitten im Brande wollten sie noch kämpfen.

»Nun lese mit Bedacht der Nibelungen Not«, schreibt Mone, a. a. O. S. 447, »wenn man schaudert über einen nicht durch Zufall, sondern durch Freiheit herbeigeführten Untergang, so muß man erstaunen über die Unerschütterlichkeit der Heldenseelen, die der Edelmut ihres Feindes bis zu Thränen rührt, die aber vor keinem Tode, vor keiner Qual zittern, die durch Not wohl bis zur Gräßlichkeit getrieben werden, daß sie das Blut der gefallenen Feinde trinken; die aber, weit entfernt sich der Feigheit und Verzweiflung zu überlassen, lachend den Tod verhöhnen, und bis auf den letzten Hauch ihren Mut bewahren. Ist je eine Religion geeignet, allem Schicksal Trotz zu bieten, ist je der Satz der Freiheit zu einer durchdringenden und großartigen Überzeugung geworden, so ist es im deutschen Glauben geschehen, wo die Welt aus Gottes Freiheit hervorgegangen und darum durch ihre eigene Freiheit zertrümmert wird. Kein europäisches Volk, selbst die Griechen und Römer nicht, haben einen Volksglauben von dieser Größe aufzuweisen.«

Der Anfang des Endes wird der Fimbulwinter sein, da fällt Schnee von allen Seiten, große Kälte, scharfe Winde, kein Blick der Sonne, so folgen drei Winter nacheinander. Dann folgen drei Jahre voll Krieg, die Menschen bringen sich untereinander um, der Bruder schont des Bruders, der Vater des Sohnes nicht.

»Brüder werden streiten Und einander morden; Verwandte werden durch Das Blutbad sich trennen. Es wird hart in der Welt! Der Ehebruch waltet Im Zeitalter der Beile, Der Schwerter, Wo Schilde krachen. Es kommt die Windzeit, Die Wolfszeit, Ehe die Welt vergeht. Kein Mann wird sein, Der das andere schaut.«

Dann verbrennt die Weltesche Yggdrasil, die große Achse, die Erde und Himmel zusammenhält.

Doch lassen wir die Edda selber reden:

»Hrymr fährt von Osten, vor sich hält er den Schild, Hormungandr wälzet sich mit Riesenzorn, die Wogen schlägt die Schlange, der Adler schreit und zerreißt die Leichen, Naglfar wird los. Dies Schiff fährt von Osten, kommen werden Muspells Leute auf das Meer, und Loki steuert. Der Thorheit Kinder fahren alle mit Fenrir und ihn begleitet auf der Fahrt Bifrosts Bruder. Surtur fährt von Süden mit schweifender Flamme, die Sonne scheint vom Schwerte der Schlachtgötter; die Erde bebt und alle Gebirge, ausgerissen werden die Bäume, die Felsenberge zerklüpften, alle Fesseln und Bande brechen und reißen, das Meer strömt auf das Land, die Riesenweiber stürzen zusammen, Menschen betreten den Höllenweg und der Himmel zerspaltet. Wie dann mit den Asen, wie dann mit den Alfen? Die ganze Riesenwelt erschallt, die Asen sitzen im Gericht, die wegweisen Zwerge stöhnen vor den Steinthüren. Wisset ihr etwas mehr? Mit gaffendem Rachen kommt Fenrir, der Oberkiefer steht am Himmel an, der untere auf der Erde, Feuer brennen ihm aus Augen und Nase, die Midgardschlange bläst so viel Gift aus, daß alle Luft und See verpestet wird, sie ist ein grausenhafter Anblick und steht dem Wolfe zur Seite. Muspells Söhne reiten über Bifröst, Surtur voran, um ihn brennendes Feuer, worauf die Brücke zerbricht. Sie kommen auf das Feld Vigride, da erscheinen auch Fenrir, Midgardzormr, Loki mit allem Gesinde der Held und Hrymr mit allen Hrimthursen.

Die Asen ziehen ihr Kriegskleid an und alle Einherier und reiten hinaus auf das Schlachtfeld, Odin voran mit dem goldenen Helm, der schönen Brünne und dem Zauberspieß Gungmirs. Ihm zur Seite ziehen Thor und Freyr, keiner kann aber dem andern helfen, weil jeder die letzte Kraft gegen seinen eigenen Feind anstrengen muß. Odin kämpft mit Fenrir lang und hart, Thor mit der Erdschlange, die er mit seinem Hammer erschlägt; aber neun Fuß davon fällt er selbst todt nieder vom Gifte, das sie gegen ihn ausgeblasen. Freyr steht gegen den Surtur, aber da er sein gutes Schwert weggegeben, so fällt er nach furchtbarem Streite, Tyr gegen den Hund Garmr und der Kampf mit diesem Ungeheuer endet mit dem Tode beider. Fenrir verschlingt den Odin lebendig, aber der gewaltige Sohn Sigföders, Widar tritt mit seinem Schuh dem Ungetüm in den Unterkiefer, zerreißt ihm den Rachen, stößt ihm sein Schwert ins Herz und rächet so seinen Vater Odin. Zuletzt fallen Heimdallr und Loki im Zweikampf, Surtur verbrennt dann die ganze Welt, die Sonne wird schwarz, die Erde sinkt ins Meer, vom Himmel fallen die heiteren Sterne, Rauch wallt auf vom Feuer, die hohe Flamme fliegt bis zum Himmel.«

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Nach diesem Weltuntergang wird Allvater einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen.

Die tiefe esoterische Idee, welche auch der Mythe vom Weltbrande zu Grunde liegt, ist die der Wiedergeburt.

»Wenn Himmel und Erde«, fährt die Edda fort, »und alle Welt verbrannt ist, wenn alle Götter, alle Einherier und alles Menschengeschlecht tot, so wird jeder Mensch in einer der (neuen) Welten leben alle Zeiten hindurch. Denn es giebt manche guten und manche bösen Stätten; da sind drei Säle, der des Sindri-Geschlechtes steht nordwärts von rotem Golde gemacht, der andere ist ein Biersaal der Riesen, steht auf Okolnir und heißt Brimir; in diesen Sälen werden die guten und gerechten Menschen wohnen. Fern von der Sonne steht der dritte Saal am Leichenstrand (Naströnd), die Thüre gen Norden gekehrt. Gifttropfen fallen zum Fenster hinein, geflochten ist der Saal von Schlangenrücken, die Köpfe aber stehen einwärts und blasen Gift aus, sodaß Giftströme durch den Saal fließen, Mörder und solche, die eines anderen Braut ins Ohr raunen. Da saugt der Nidhöggr hingegangene Leichen aus und zerreißt der Wolf die Menschen.«

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Sindri entspricht dem Urdaborn und ist mit Gold gedeckt zur Anspielung auf das leuchtende Muspelheim; Brimir ist ein Trinksaal der Riesen zur Erinnerung an Ymirs Entstehung und entspricht dem Mimirs Born und Ginnungagap; der Schlangensaal weist auf die Schlangen im Hvergelmir und Niflheim zurück. Zur Erklärung schreibt Mone (a. a. O. S. 468): In der Schöpfung ist Bewußtlosigkeit der erschaffenen Wesen, im Leben entwickelt sich das Bewußtsein, darum ist es ein beständiger Streit zwischen Wahrheit und Wahn, der Weltbrand ist die Vollendung des Bewußtseins. Da die Lebenspflicht Kampf, und dieser, wie oben gezeigt, sowohl leiblich als geistig ist, so tritt mit dem Bewußtsein die Überzeugung von Verdienst und Schuld und die Notwendigkeit von Lohn und Strafe ein, die drei Säle der Wiedergeburt sind also die Orte des Lohnes, des Zwischenzustandes oder der Vorbereitung zum Lohne, und der Strafe (im Christentum Himmel, Fegfeuer, Hölle), Gedanken, die natürlich bei den drei Brunnen des Lebens noch nicht vorkommen konnten. Aus den obigen Worten der Edda erhellt, daß die guten Menschen in den Sindri, die gerechten in den Brimir, die sündhaften in den Schlangensaal kommen. Umsonst wird dieser Unterschied nicht sein, in ihm liegen folgende Gedanken. Die Güte ist die wahre Tugend, die allein belohnt wird, die ihr Vorbild am Balder hat, der darum ausdrücklich der Gute genannt ist. Sie besteht in dem durch sittlichen Kampf errungenen thätigen Willen zur Tugend, die Gerechtigkeit aber erwirbt durch den Kampf mit dem Bösen kein größeres sittliches Eigentum, sondern bewahret nur ihren Besitz, wer sich aber feig vom Bösen überwinden läßt, der ist ein Sünder und verspielt sein sittliches Vermögen an den Teufel. Derselbe Gedanke ist im Evangelium durch die Knechte und ihre Talente bezeichnet. Auf drei Sünden wird der Nachdruck gelegt, auf Meineid, Mord, Ehebruch, dieser ist zwar ein Zusatz, aber so gültig wie die Quelle. Die drei Sünden heben die Grundlagen des Lebens, Wahrheit, Persönlichkeit und Fortpflanzung auf; da die Strafe im Aussaugen und Zerreißen der Leichen besteht, so heißt dies mit anderen Worten, die Sünder verlieren in der anderen Welt ihre Selbständigkeit oder Persönlichkeit, ihr Körperliches wird aufgelöst und in die allgemeine Materie zurückgeworfen, ihre Seele ist dadurch in der Wanderung gehemmt, weil ihr Leib, statt vollkommen zu werden, wieder in seine Urstoffe aufgelöst wird. Solche Seelen irren deswegen als Gespenster umher, bis ihre Strafzeit vorüber und sie wieder einen Leib finden. Die Gespenster sind also eine mikrokosmische Folgerung aus dem Weltbrande und der Wiedergeburt. Von den Guten heißt es nie, daß ihr Körper in jener Welt zerstört würde, im Gegenteil haben schon die Einherier einen so vollkommenen Leib, daß er durch Wunden nicht getötet wird, und die Gerechten trinken in voller Gesundheit Bier im Saale Brimir, während Nidhöggr Leichen aussaugt, denen die Seele entflohen (+nair framgeingnir+, Vol. 45). Man kann hieraus die Stufen der Seelenwanderung erkennen: wer nach seinem Tode Einherier wird, kommt nach dem Weltbrand in den Sindri, wen die Hel verwahrte, der gelangt in den Brimir, wo Bier getrunken wird wie in Walhall. Also kommen die Gerechten erst nach dem Weltbrand auf jene Stufe, auf der die Einherier schon vor demselben standen; die Verbrecher aber, die nach dem Tode an den Leichenstrand gelangen, gehen nach dem Weltbrand in den Schlangensaal und müssen die irdische Laufbahn und Prüfung von vorn wieder anfangen. Hieraus folgt, daß die Guten nicht mehr auf die Erde zurückkommen, wohl aber die Gerechten und Bösen, daß also die Welt notwendig immer schlechter wird und die Vorzeit besser war, was beides noch jetzt vielfach deutscher Volksglauben ist. Es scheint ein altgermanischer Glaubenssatz gewesen zu sein, daß jeder Gerechte und Verbrecher wiedergeboren werde, bis die Welt untergehe, welcher Sünder sich bis dahin nicht gebessert hätte, der würde in den Schlangensaal kommen. Dies bestärkt auch eine Stelle im Havamal, wo nur zwei Dinge, der gute Ruf (die Tugend) und der Urteilsspruch über den Toten als unsterblich angeführt werden:

»Mäßige Weisheit wahre der Mann, Er werde nicht allzu weise: Wer, was er weiß, auch gründlich weiß, Hat's immer leicht im Leben. Mangelt dem Manne Gemüt und Verstand, Bespaßt und verspottet er alles. Wissen soll er und weiß es nicht, Daß selber nicht frei er von Fehlern. Ein Thor nur wähnt, man ward ihm Freund, Wenn ein Mensch nach dem Munde ihm redet. Doch fehlen ihm Fürsprecher vor Gericht, Dann merkt er, daß Mancher ihn täuschte. Zum Thoren verschwatz sich, wer Schweigen verlernt In lautem losen Gerede. Die Zunge, die ohne Zügel rennt, Redet sich oft ins Unglück. Früh wache, wer wenig Werkleute hat, Um selbst nach dem Rechten zu sehen, Manches versäumt, wer den Morgen verschläft; Hurtig ist halb gewonnen. Fettling hatte volle Hürden, Und die Kinder kaun an den Fingern, Reichtum, der falsche Freund verschwand So schnell, wie ein Wink der Wimpern. Gütig Gemüt und munterer Geist Hat leichtes, sorgloses Leben. Der Ängstliche kommt zu keinem Genuß Und kargt auch scheu mit Geschenken. Die Gabe braucht nicht groß zu sein, Oft kauft man Dank mit der kleinsten; Ein Stückchen Brot und Becher der Rest, Gewann mir schon manchen Gesellen.

Trau nicht zu viel der Frühsaat im Feld, Trau nicht zu viel dem Frühwitz beim Kind, Die Saat braucht Zeit, Erziehung das Kind, Unsichere Dinge dünken sie sonst. Trau nicht des Mädchens traulichem Wort, Trau nicht des Weibes traulichem Wort, Ihr Herz ward geschaffen auf schwingendem Rad, Wankelmuts Wohnung ist weibliche Brust.

Es stirbt das Vieh, es stirbt der Freund, Dann soll man selber sterben. _Doch nimmer stirbt der Nachruhm dem, Der schönen sich geschaffen._ Es stirbt das Vieh, es stirbt der Freund, Dann soll man selber sterben; _Eines nur weiß ich, das nimmer stirbt; Das Urteil über den Toten_.«

Den ferneren Verlauf der Wiedergeburt erzählen die Urkunden mit vieler Bedeutsamkeit: »Auf steigt die Erde zum zweitenmal, herrlich grün aus dem Meere, Wasserfälle stürzen, Adler fliegt darüber, fängt Fische an Felsen. Sich versammeln die Asen auf dem Idafelde, urteilen über den mächtigen Staub, erinnern sich an die Machtbeschlüsse und an Fimbultyrs alte Runen. Da werden die Asen die wunderbaren goldenen Tafeln im Grase finden, die in den Urtagen die Geschlechter hatten, der Volksheer der Götter und Fjölnirs Kind. Ungesäet werden die Ackerfrüchte wachsen, alles Übel vergehen, Balder kommen und bewohnen mit Hödur Hropters Siegessaal und das Heiligtum der Seelengötter. Da kann Hönir sein Loos wählen und es bewohnen die Söhne zweier Brüder das weite Windheim. Schöner als die Sonne ist ein Saal mit Gold gedeckt am hohen Gimli, darin werden gute Seelen wohnen und durch die Tage der Zeiten Seligkeit genießen. Da kommt der Reiche zum Göttergerichte, der Starke von oben, der alles regiert, versöhnet die Gerichte, schlichtet die Streite, setzet Wehrgelt, wie es sein soll. Fliegend kommt der dunkle Drache, die glänzende Natter der Tiefe von den Nithafelsen, Nidhöggr trägt in den Flügeln die Leichen und fliegt über den Grund.«

Nach der jüngeren Edda treten Vidar und Vali zuerst nach dem Weltbrand auf, unversehrt und unbeschädigt von Surturs Flamme bewohnen sie den Idawall, wo vordem Asgard gewesen. Darauf kommen Thors Söhne Möthi und Magni mit dem Mjöllnir, sodann Balder und Hödur von der Hel, alle setzen sich zusammen, erzählen einander, erinnern sich an ihre Runen und reden von den Geschichten, die vorher waren, vom Midgardzorne und Fenriswolf. Da finden sie im Grase die Goldtafeln, welche die Asen gehabt. Zwei Menschen, Lif und Lifthrasir, bleiben verborgen im Hügel des Hoddmimir und nähren sich vom Morgenthau, von ihnen kommt das künftige Menschengeschlecht. Auch die Sonne gebiert eine Tochter vor ihrem Untergang, welche die Laufbahn der Mutter einnimmt. Drei Gesellschaften der Jungfrauen des Mavgthrasir schweifen über das Land, sie sind allein Schutzgeister derer, die in der Welt sind, obschon sie bei den Joten erzogen werden. Von den alten Göttern bleibt nur Njördr übrig, er kommt aber nicht zu den Göttersöhnen auf das Idafeld, sondern kehrt nach Wanaheim zurück. Auch der zweite Himmel Andlängr und der dritte Vidblainn, den die Lichtelfen bewohnen, bleibt von Surturs Flamme unversehrt. Da die guten Menschen in den Saal Gimli kommen und dieser am südlichen Ende des untersten oder ersten Himmels steht, so muß man ihn wohl als das Thor und den Eingang zu den höheren Himmeln ansehen.

Bei der ersten Geburt der Planetenwelt waren alle Kräfte vereinigt, daher keine Erinnerung, so wird jeder auf diese Welt geboren, er weiß nicht, wie und wo er vorher gewesen. Aber die Einheit der Kräfte bleibt in jedem Menschen ungetrennt (als das Weltganze Ymir getötet wurde), darum blieb die Selbständigkeit und Persönlichkeit. Die Stoffe, die zur Wiedergeburt kommen, sind also nicht eine Masse von Kräften, sondern Persönlichkeiten. Bei der Wiedergeburt bleibt daher die Erinnerung des vorigen Zustandes, darum heißt es, die Asen, die übrig bleiben, hätten Urteil und Erinnerung über die Vergangenheit, jenes bezieht sich auf den mächtigen Weltbaum, die Materie, welche verurteilt, d. h. aufs neue einer höheren Schöpferkraft in der verjüngten Erde gebeugt wird, dieses geht auf die Krafturstoffe, die Schöpfung selbst, welche durch die Zauberei, die Runen Fimbultyrs (Odins) hervorgebracht wurde (+moldthinur, megin dómar, rúnar+ Vol. 60). Die wundersamen Spieltafeln, welche sie finden, sind das Gegenstück zu dem Spiel der Asen am Anfang der Welt, aber jetzt kommen keine Riesenmägde mehr, welche die Asen verderben, denn die Tafeln sind schon selbst von Gold, und die Asen bekommen dadurch keinen Mangel mehr. Darum werden auch nicht mehr Zwerge geschaffen, die der Fruchtbarkeit des Bodens vorstehen und die Saat herauftreiben, sondern es heißt sogleich weiter, daß die Früchte ungesäet wachsen, darum verschwindet auch alles Böse, denn Müh' und Sorge und Kampf haben aufgehört. Darum kommt auch Balder und Hödur wieder, die den irdischen Tod ausgehalten, der Erde sich zum Opfer gebracht, darum jetzt auch das Heiligtum der Seelengötter bewohnen, wo kein Tod mehr ist. Von den alten Göttern bleibt niemand übrig als Odins Söhne und Enkel, in ihnen ist er wiedergeboren, darum ist ihr Überleben im Grunde auch das seinige. Weil er durch seinen Schöpferdrang ganz in die Materie versunken, so ist er auch dem Untergang ausgesetzt und nur seine reinen Emanationen Balder die Güte, Vidar die Ewigkeit, Vali die Seele, Havdr die Besserung überleben ihn.

Der Welttod ist ein Zurückgehen in einen dem ersten Chaos ähnlichen Zustand, die Wiedergeburt eine höhere Schöpfung.

Zehntes Buch.

Der Occultismus der barbarischen Völker.

Nach der von Kiesewetter zu Grunde gelegten Disposition sollte das X. Buch seines Occultismus des Altertums über den Occultismus der barbarischen Völker handeln. Dem Wunsche des Herrn Verlegers, die Disposition des verstorbenen Gelehrten zu respektieren und auch dieses X. Buch mit einem der im Prospekt angekündigten Überschrift entsprechenden Inhalt zu versehen, stemmte sich bei mir zunächst das Bedenken entgegen, daß ja doch als »barbarische« Völker im Sinne des Altertums die Mehrzahl der bereits von Kiesewetter im I. Bande und von mir im II. Bande behandelten Nationen zu gelten haben. Zweifellos galt dem Griechen und Römer der Babylonier, Chaldäer, Assyrer, Meder, Perser, Inder, Ägypter und Hebräer (I. Band) und mehr noch der im II. Bande von mir behandelte Kelte und Germane als Barbar. Ursprünglich bedeutete Barbar ja wohl nichts anderes als Fremdling. Dieser Begriff hat sich dann allmählich mit dem der Unkultur verknüpft. Will man nun den eben genannten Nationen des Altertums einen gewissen Grad von Kultur nicht absprechen und sie als primitive Kulturvölker gelten lassen, so kann man allerdings von ihnen noch eine zweite Klasse von Völkern selbstverständlich auch im Altertum unterscheiden, die dann als »barbarische« im prägnanten Sinne bezeichnet werden könnten; allein es ist dabei zu beachten, daß dann dieser Begriff doch ein recht relativer und unsicherer ist. Es scheint noch das Beste, ihn mit demjenigen der »Naturvölker« zu identifizieren. Will man dies, so hat es aber eigentlich keinen Sinn, die Naturvölker des Altertums, von denen wir fast gar nichts wissen, besonders zu behandeln.

Der »Occultismus der Naturvölker« überhaupt würde nun eine kulturwissenschaftlich gewiß dankbare und interessante Aufgabe darstellen, aber eine solche, die im Rahmen einer Unterabteilung eines Werkes, wie es im »Occultismus des Altertums« vorliegt, unmöglich ihren entsprechenden Raum finden kann.

Aus diesem Grunde darf und muß ich mich wohl begnügen, hier mit einigen Notizen, wie sie uns in der wenig reichhaltigen und unsicheren alten Litteratur über die den Griechen und Römern bekannten Naturvölker des Altertums, abgesehen von den schon behandelten, offenbar bereits einen gewissen Kulturgrad aufweisenden, geboten werden, aufzuwarten.

Auf dem Niveau des Naturvolkes haben wir uns augenscheinlich vor allem die Skythen zu denken, von denen uns Herodot wohl die ältesten fabelhaften Berichte bringt.

Nach +Müllenhoff, deutsche Altertumskunde III, S. 30ff.+ waren die Skythen Slawen: »Da die Slawen erst nach dem Anfang unserer Zeitrechnung als Ostnachbarn der Germanen genannt werden, so scheint es möglich, daß die Skythen oder Sarmaten, oder wenn beide Völker eines Stammes, daß beide ihre Ahnen und Vorfahren die West- und Ostslawen waren.«

Nach Ansicht anderer Forscher waren es Mongolen. Dies erscheint mir wahrscheinlicher, obwohl die Frage wissenschaftlich genau schwer zu entscheiden ist. Sie werden uns nämlich, Männer wie Weiber, die im Äußeren kaum zu unterscheiden waren, als dicke, schlaffe, aufgedunsene Gestalten geschildert, von braungelber Farbe. Ihre Kleidung, Winter und Sommer dieselbe, bestand aus weiten Hosen, Gürteln oder Wehrgehenken und spitzigen oft bis auf die Schultern herabhängenden Mützen. Offenbar ist die von Herodot geschilderte Kopfbedeckung dieselbe, die jetzt noch bei den Baschkiren und Kirgisen üblich ist. Ihre Nahrung war höchst einfach und bestand aus den Fleisch ihres Herdenviehs, auch der Pferde, das noch jetzt bei Kalmücken und Baschkiren als Leckerbissen gilt, und vor allem aus Stutenmilch, aus der sie auch Butter und Käse bereiteten, wie noch jetzt jene Steppenvölker. Wenn Herodot erzählt, daß sie dem Weingenuß sehr ergeben waren, so kann dies nur das aus Stutenmilch bereitete berauschende Getränk gewesen sein, jener Milchbranntwein, der noch jetzt bei den Kalmücken beliebt ist. -- Sie bauten unter anderem mit Vorliebe Hanf, dessen sie sich zu den bei ihnen üblichen Schwitzbädern bedienten.

»Städte und Festungen haben die Skythen nicht, ihre wandernden Wohnungen befinden sich vielmehr auf kleinen vier- oder sechsrädrigen mit zwei oder drei Paar Ochsen bespannten und mit Filz bezogenen Wagen« (+Herodot IV, 46+), also eine treue Schilderung der heutigen Kibitken der nomadischen Steppenvölker, in welchen Weiber und Kinder den ganzen Tag über hocken, während die Männer zu Pferde umherschweifen.

Nach +Herodot I, 215+ lebten sie monogamisch, und nur die Könige hatten noch Nebenweiber; nach +Hippokrates, I, 1, p. 560+ aber lebten sie polygamisch, sofern sie sich der Sklavinnen als Nebenweiber bedienten, übrigens war nach Hippokrates teils wegen des beständigen Reitens der Männer und der sitzenden Lebensweise der Frauen, teils wegen der ganzen Körperkonstitution überhaupt, ihr Fortpflanzungstrieb sowohl als ihre Zeugungskraft sehr gering.

Ihre Verfassung war monarchisch; und zwar herrschte über sämtliche Skythen ein König; doch scheinen unter demselben auch Unter-Könige über die einzelnen Stämme geherrscht zu haben.

Die Religion der Skythen war ein primitiver Polytheismus. Herodot nennt uns folgende Götternamen: %Papaios% (Papa = Zeus), %Thamimasadas% (= Poseidon), dem bloß die königlichen Mythen opfern, %Oitosyros% (= Apollo), %Artimpasa% (= Afrodite), %Tabiti% (= Hestia), und %Apia% (= Gäla) und bemerkt, daß sie außerdem noch den Ares und Herakles, am meisten aber unter allen die Vesta und nächst ihr den Zeus und die Erde verehrt hätten, während nach anderen Angaben der Kultus des Ares (dessen skythischen Namen er nicht nennt) der verbreitetste war. Diesem brachten sie unter dem Symbol eines auf einem ungeheuer großen Gerüste von Reisig aufgestellten eisernen Schwertes feierliche Opfer, und zwar mit Vorliebe Menschenopfer. Von besonderen Priestern ist nirgends die Rede. Dagegen spielen Wahrsager eine wichtige Rolle. Diese, die augenscheinlich den heutigen Schamanen entsprechen, beschreibt +Herodot IV, 6. 7. 68+ wie folgt: »Wahrsager haben die Skythen viele, die wahrsagen aus einer Menge Weidenruten auf folgende Art: sie bringen große Bündel Ruten herbei, die legen sie auf die Erde und machen sie auseinander und legen jede Rute besonders und nun weissagen sie. Und indem sie also sprechen, wickeln sie die Ruten wieder zusammen und legen sie wieder auf einen Haufen, eine nach der anderen. Das ist ihre Weissagung von ihren Vätern her; die Enareer aber, die Mannweiber, wollen ihre Wahrsagung von der Aphrodite haben. Sie wahrsagen aber aus Lindenrinde. Die Rinde nämlich schneidet er in drei Stücke und flicht sie sich durch die Finger und wickelt sie wieder ab, und dann sagt er seinen Spruch. Wenn aber der König der Skythen krank wird, so läßt er drei der angesehensten von allen Wahrsagern zu sich rufen, die ihm auf die beschriebene Art wahrsagen. Und sie sagen gewöhnlich immer, der und der, und dabei nennen sie dann einen Bürger, der bei des Königs Hausgöttern einen falschen Schwur gethan hätte. Es ist aber allgemeiner Brauch bei den Skythen, bei des Königs Hausgöttern zu schwören, wenn sie einen recht hohen Schwur thun wollen. Alsobald wird der, den sie des Meineides geziehen, ergriffen und vorgeführt, und wenn er ankommt, sagen ihm die Wahrsager auf den Kopf, es wäre offenbar aus der Wahrsagung, daß er einen falschen Schwur gethan bei des Königs Hausgöttern, und deswegen wäre der König krank und beklagte sich bitterlich. Der aber leugnet und sagt, er habe nicht falsch geschworen. Und wenn dieser leugnet, so läßt der König ein Paar andere Weissager holen, und wenn nun auch diese, nachdem sie in die Wahrsagung gesehen, ihn des Meineides verurteilen, so schneiden sie jenem gleich den Kopf ab, und seine Güter teilen die ersten Wahrsager unter sich. Wenn aber die dazu berufenen Wahrsager ihn freisprechen, so müssen andere Wahrsager kommen, und immer wieder andere. Wenn nun die meisten Stimmen den Menschen freisprechen, so trifft jene ersten Wahrsager selber das Todesurteil. Man bringt dieselben nun auf folgende Art zu Tode: Sie packen einen Wagen voll Reisig und spannen Ochsen davor und binden den Wahrsagern die Füße und binden ihnen die Hände auf den Rücken und knebeln ihnen den Mund zu und stecken sie mitten in das Reisig. Dann zünden sie dasselbe an und machen die Ochsen wild und jagen sie von dannen. Viele von den Ochsen nun verbrennen mit den Wahrsagern, viele aber kommen mit einer Versengung davon, wenn die Deichsel verbrannt ist. Auf diese Art verbrennen sie auch aus anderen Gründen die Wahrsager und nennen sie Lügenwahrsager. Die aber der König umbringen läßt, deren Söhne werden auch nicht verschont, sondern das, was männlich ist, tötet er; den Weibern aber thut er nichts zu Leide.«

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Offenbar haben wir hier dieselbe Rolle, welche noch heute bei den afrikanischen Negern der Fetischpriester spielt. Diejenigen, die neuerdings den Gebrauch sog. Medien, hypnotisierter oder somnambuler angeblicher hellsehender Individuen oder auch nur des Hypnotismus zur Erzwingung von Geständnissen im Dienste der Polizei und Kriminalrechtspflege vorgeschlagen haben, ahnen schwerlich, zu welchen primitiven Brutalitäten des sog. Gottesurteils sie damit die Rechtspflege zurückführen würden.

Aus dem Volke der Skythen hat die griechische Litteratur zwei Namen die Unsterblichkeit gesichert, weil ihre Träger nach Griechenland kamen und dort durch den Kontrast ihrer Naturwüchsigkeit mit der griechischen Kultur Aufsehen erregten, Toxaris und Anacharsis. Beide sollen zur Zeit Solons nach Athen gekommen sein. Toxaris ist durch ein Gespräch Lukians, das jedoch wohl mehr den bloßen Namen zur Etikette eigener witziger Einfälle gebraucht, verewigt. Geschichtlicher erscheint die Persönlichkeit des Anacharsis, der sogar zu der Ehre gelangte, den sog. sieben Weisen beigezählt zu werden.

Anacharsis war der Sohn des Skythenkönigs Gaurus und einer griechischen Mutter, von letzterer mit der griechischen Sprache bekannt gemacht, verließ er sein Vaterland, das am schwarzen Meere lag, und begab sich (589 v. Chr.) nach Athen. Hier soll ihn sein Landsmann Toxaris mit Solon bekannt gemacht haben, und die Reinheit seiner Sitten, sein Scharfsinn, seine Wißbegierde soll ihn so beliebt gemacht haben, daß er das athenische Bürgerrecht erlangte. Ja, er soll sogar in die eleusinischen Mysterien eingeweiht worden sein. Nach Herodots Erzählung kam er nach seiner Rückkehr ins Vaterland durch die Hand seines eigenen Bruders Saulius, der inzwischen König geworden war, ums Leben, weil er durch seine Neigung zu den Mysterien Mißfallen erregte.

Unter den naiven Aussprüchen, durch die er in Athen Aufsehen erregte, sind folgende bemerkenswert: Solons Gesetze nannte er Spinnweben, worin die Schwachen sich fingen, die aber die Starken leicht zerrissen. Über die Einrichtung, wichtige Angelegenheiten von den Prytanen untersuchen zu lassen, ehe sie an die Volksversammlung gebracht würden, bemerkte er, daß demnach die Klugen beratschlagten und die Dummen entschieden. »Der Weinstock«, sagte er, »trägt dreierlei Trauben, die Trunkenheit, die Wollust und die Reue.« Als ihm jemand seine Herkunft aus Skythien vorwarf, erwiderte er: »Du hast Recht, mir gereicht mein Vaterland, Du aber gereichst Deinem Vaterlande zur Schande.« Die Abbildungen, die sich von ihm auf alten Kunstdenkmälern finden, tragen die Inschrift: +Linguam, ventrem, veretrum, contine.+[874]

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Bekanntlich bildet seine Figur den Gegenstand der geistvollen +voyage d'Anacharsis+ von J. J. Barthélémy, welche 1788 erschien und zu den beliebtesten Schriften gegen Ende des vorigen Jahrhunderts zählte.

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Ausdrücklich unterscheidet Herodot von den Skythen, welche der Perserkönig Darius bekriegte, die ebenfalls nomadischen Massageten, im Kampf gegen welche Kyros fiel.

Wahrscheinlich waren dies die Vorfahren der Turkomannen; ihr Gebiet lag zwischen dem Aralsee und dem Kaspischen Meere.

Über die Religion derselben berichtet er nur, daß sie die Sonne anbeteten, der sie mit Vorliebe Pferde opferten, »weil man dem schnellsten Gott das schnellste Geschöpf darbringen müsse«.

Anscheinend lebte dieses Volk noch zur Zeit des Herodot im Zustande des sog. Mutterrechts. Denn es herrschte bei ihnen als Königin ein Weib, zur Zeit des Kyros die Tomyris, die des gefallenen Kyros Kopf in einen Schlauch mit Menschenblut tauchen ließ mit den Worten: »Nun sättige dich endlich in Menschenblut.«

»Ein jeglicher«, schreibt Herodot, »freit ein Weib, aber doch sind die Weiber Gemeingut. Denn was die Hellenen von den Skythen erzählen, das thun nicht die Skythen, sondern die Massageten. Nämlich, wenn ein Massaget Lust hat zu einer Frau, so hängt er seinen Köcher an den Wagen und beschläft sie ohne alle Scham.«

Sehr zweifelhaft ist die Rassenqualität der Geten.

Man hat diese vielfach mit dem germanischen Volke der Gothen identifiziert; allein Müllenhoff (+a. a. O. S. 125ff.+) hat wohl ausreichend nachgewiesen, daß die Gründe dafür nicht stichhaltig sind, daß vielmehr ihre Verwandtschaft mit den Slawen, wenn auch allenfalls nicht streng erweislich, doch wahrscheinlicher ist. Die Geten waren eine thrakische Völkerschaft auf der Nordseite des Haemus bis zur Donau und werden zuerst von Herodot (+IV, 93-96+) erwähnt. Herodot kennzeichnet sie als die sich für unsterblich haltenden -- %tous athanatizontas% -- und dieses Epitheton wurde später fast zu einem Beinamen für sie. »Sie meinen«, sagt Herodot, »daß sie nicht sterben, sondern mit dem Tode zum Gott (%daimôn%) Zamolxis kommen; einige von ihnen halten diesen für Gebeleizis. Alle fünf Jahre senden sie einen Boten, den sie durch das Los erwählen, an den Zamolxis ab und tragen ihm ihr jedesmaliges Anliegen auf. Dies machen sie so: Einige stellen sich mit drei Speeren hin, andere fassen den Abzusendenden, nachdem er seinen Auftrag erhalten, an Händen und Füßen und werfen ihn in die Höhe auf die Lanzen; stirbt er, so scheint der Gott gnädig zu sein; stirbt er nicht, so schelten sie den Boten einen schlechten Mann und senden einen Andern ab.« Dieselben Thraker, setzt Herodot noch hinzu, schießen mit Pfeilen gegen Donner und Blitz, hierauf gegen den Himmel und drohen dem Gott (Zeus), indem sie glauben, es gebe keinen andern, als den ihrigen. -- Die Griechen am Hellespont und Pontus hatten von Zamolxis schon ein halbes Märchen ausgebildet: er sei in Wahrheit ein Sklave des Pythagoras auf Samos gewesen, habe nach seiner Freilassung viele Schätze erworben und zurückgekehrt in sein Vaterland seine rohen Landsleute mit den Annehmlichkeiten des griechischen Lebens bekannt gemacht. Aber indem er einen Saal gebaut und die vornehmsten des Landes darin bewirtete, habe er sie zugleich belehrt, daß sie und ihre Nachkommen nicht stürben, sondern dereinst an einen Ort kämen, wo sie in Ewigkeit sein und alles Gute haben würden. Um sie davon zu überzeugen, hätte er sich drei Jahre lang in einem unterirdischen Gemache verborgen gehalten, während welcher Zeit die Thraker ihn wie einen Verstorbenen vermißt und betrauert, dann aber sei er im vierten Jahre wieder zum Vorschein gekommen. »Ich will«, sagt Herodot 4, 96, »dagegen gerade nicht ungläubig sein, aber auch nicht zu sehr daran glauben; ich meine, daß Zalmoxis um viele Jahre früher war als Pythagoras. Ich lasse es aber gut sein, ob er ein Mensch war oder ob er ein bei den Geten einheimischer Gott ist.« Daß diese Erzählung abgesehen von den Elementen des getischen Volksglaubens, die sie aufnahm, im wesentlichen eine Erfindung der Griechen ist, liegt auf der Hand, es müßte denn Zamolxis die Fremden in das Geheimnis eingeweiht haben, das seine Landsleute überführen und täuschen sollte. War der Kern der getischen Religion ein eigentümlicher Unsterblichkeitsglaube, so lag für die Griechen der Gedanke an Pythagoras, den Unsterblichkeits- und Metempsychosenlehrer, nahe, und die Vermittelung konnte dann nicht natürlicher als durch einen thrakischen Sklaven geschehen sein. Den Gott aber mochte man um so eher als Menschen auffassen, weil offenbar ihre Glaubenssätze bei den Geten selbst für seine Lehren und Satzungen galten. Platon im +Charmides p. 157+ läßt den aus dem Heerlager vor Potidaea zu Anfang des peloponnesischen Krieges heimkehrenden Sokrates sagen, er habe dort im Heere von einem der thrakischen Ärzte des Zamolxis -- so lautet der Name bei allen spätern -- die ja, wie man sage, sogar unsterblich machen könnten, einen Krankheitssegen kennen gelernt. Es sagte dieser Thraker, daß die hellenischen Ärzte Recht hätten, wenn sie behaupteten, ein Glied könne, ohne daß man zugleich den ganzen Körper in Behandlung nehme, nicht geheilt werden. »Aber Zamolxis, unser König, der ein Gott ist, sprach er, sagt, daß wie man die Augen nicht ohne den Kopf und den Kopf nicht ohne den Leib zu heilen anfangen muß, so auch nicht den Leib ohne die Seele; denn alles gehe von der Seele aus, Gutes und Böses; die Segen aber und Lieder, mit denen man die Seele behandeln müsse, das seien gute Lehren.« Und weiterhin +p. 158+ heißt es noch »wenn Du nüchtern und mäßig bist, so bedarf es weder der Segen des Zamolxis noch der des hyperboreischen Abaris.« Mag die Anekdote wahr oder erst von Plato erfunden sein, so setzt sie die Vorstellung von einem Lehrmeister Zamolxis voraus. Bei Diodor 1, 94, dessen Quelle hier aller Wahrscheinlichkeit nach die Aegyptiaca des Hecataeus von Abdera (um 320) waren, stehen daher auch Zamolxis und die %koinê Hestia%, die gemeine Herdgöttin, bei den sogenannten Geten, die unsterblich machen, neben Zoroaster, Moses und ähnlichen Nomotheten. Mnaseas von Patrae (um 200) sagte, daß die Geten den Kronos, d. h. den Herrscher im goldenen Zeitalter und über die Inseln der Seligen (+D. A. 1, 63f.+) verehrten und ihn Zamolxis nannten, +Müller T. H. G. 3, p. 153+, vgl. +Diog. Laert. 8, 1+; +Hesych. s. v. Zamolxis+, ferner +Strabo p. 297f.+ Endlich finden wir aus einer unbekannten Quelle eine Relation, die zwar in Betreff des Pythagoras mit der Erzählung der pontischen Griechen bei Herodot übereinstimmt, ja sogar die Reisen des Zamolxis bis Ägypten ausdehnt, im übrigen aber selbständig und offenbar aus unmittelbarer Kunde den Bericht Herodots ergänzt. Es wird erzählt, ein Gete namens Zamolxis habe dem Pythagoras als Knecht gedient und von ihm einiges von der Himmelskunde erlernt, anderes von den Ägyptern, bis zu welchen er streifte. Nach Hause zurückgekehrt, sei er von den Fürsten und dem Volke hoch geehrt, da er ihnen die Vorzeichen vorhersagte; zuletzt habe er den König beredet, ihn zum Genossen seiner Herrschaft anzunehmen als einen, der den Willen der Götter zu verkündigen im Stande sei. Anfangs sei er nur zum Priester des am meisten bei ihnen geehrten Gottes bestellt, darnach selbst Gott genannt worden. Er habe sich in einer allen andern unzugänglichen Höhlenfeste angesiedelt und dort gelebt, wenig in Verkehr mit der Außenwelt, nur mit dem Könige und seinen Dienern. Der König aber habe mit ihm zusammengehalten, weil er gesehen, daß die Leute ihm viel besser als früher gehorchten, seit er seine Befehle nach dem Rate der Götter erteilte. (»Diese Sitte dauerte fort sogar bis auf unsere Zeit, indem sich immer einer fand, der dem Könige als Rat zur Seite stand und bei den Geten Gott hieß.«) Auch der Berg wurde heilig gehalten und so benannt; er heißt aber %kôgaionon%, wie der vorbeifließende Fluß. Es ist schon von Mannert (+alte Geogr. 2. 203+) und Uckert (+Skythien S. 602+) bemerkt, daß diese Stelle -- etwa bis auf den eingeklammerten Satz, der mindestens eine Modifikation von Strabos Hand erfahren hat -- auf die alten Geten am Haemus, nicht aber wie Strabo meint auf Daken zu beziehen ist. Sieht man von der pragmatisierenden, euhemeristischen Auffassung ab, -- denn diese bleibt, auch wenn man mit Herodot die Frage, ob Zamolxis ein Gott oder ein Mensch gewesen, unentschieden läßt, was bei dem Stande der Überlieferung in der That das Rätlichste scheint, sie sieht so aus als wenn Zamolxis dem höhern Gott Gebeleizis nur substituiert, nicht eine Hypostase in mythologischem Sinne von ihm ist, -- so ergiebt sich die Thatsache, daß wie für die Thraker südlich von Haemus bei den Bessern oder freien Thrakern ein Heiligtum und Orakel des Dionisos (+Herod. 7, 111+, vgl. +Thuc. 2, 96+, +Plin. 4. § 40+, +Strabo p. 318, 331 fr. 48+, +Sueton Aug. 94+, +Dio 51, 25+), so bei den Geten auf der Nordseite des Gebirges und für die zu ihnen gehörenden Völkerschaften ein ähnliches des Zamolxis bestand. Antonius Diogenes (bei +Phot. cod. 166 p. 110 Bekk.+) erzählte, daß Astraeus, ein Genosse des Zamolxis, zu diesem, als er schon bei den Geten für einen Gott galt, mit zwei andern gereist sei und daß diese Orakel über ihr Geschick erhalten hätten, daß Astraeus aber beim Zamolxis zurückgeblieben und von den Geten hochgeehrt sei. Der Name Astraeus soll wohl die Stern- und Himmelskunde des Gottes andeuten, die bei Strabo ihm zugeschrieben wird. Ähnlich bezieht sich auf eine andere Seite seines Wesens wohl die Hestia, die wie wir sahen bei Diodor neben ihm steht; +Suidas s. v.+ nennt sogar eine Göttin Zamolxis.

Daß ihm ein vollständiger Kultus zu teil wurde, erhellt nicht nur aus dem, was Herodot mitteilt, sondern auch aus einer Stelle in der +vit. Pythagor.+ des Porphyrius § 14, 15, die sich offenbar noch auf echte alte Überlieferungen stützt, es wird hier nämlich ganz der herrschenden Auffassung des Zamolxis als eines Nomotheten gemäß die ganze Einrichtung des Kultus auf ihn selbst zurückgeführt. Pythagoras hatte einen Sklaven, den er aus Thrake gekauft, Zamolxis mit Namen; denn ihm war bei seiner Geburt ein Bärenfell übergeworfen, die Thraker aber nennen ein Fell %zalmos%. Pythagoras hatte ihn lieb und unterwies ihn in der Lehre von den himmlischen Dingen -- %tên meteôron theôrian% --, auch in allem was das Opferwesen und sonst den Götterdienst angeht. Einige aber sagen, daß er auch Thales geheißen habe. Als Herakles verehren ihn die Barbaren. Dionysiphanes (ein unbekannter Schriftsteller) gibt an, er sei zwar des Pythagoras Knecht gewesen, aber Räubern in die Hände gefallen und stigmatisiert habe er sein Angesicht verbunden wegen der Male; einige sagen, daß der Name Zamolxis bedeute fremder Mann. Wie es sich auch mit diesen Deutungen verhalten mag -- die durch %zalmos% -- (sanskr. +tscharma+, griech. %derma%?) rechtfertigt jedesfalls die herodoteische Namenform %Zalmoxis% --, so giebt Hesychius +s. v.+ noch an, daß nicht nur ein Name für Kronos, sondern auch für einen Tanz und für ein Lied oder einen Gesang gewesen, was ebenfalls auf den Kultus hinweist und sich nur aus den Anrufungen des Gottes bei den ihm zu Ehren angestellten Tänzen und Gesängen erklärt. Was sonst noch bei Lucian, Julian, den Kirchenvätern und andern über Zamolxis vorkommt, ist ohne Wert, da es kaum etwas Neues und Eigentümliches bietet, was nicht auf eine mißverständliche oder ungenaue Auffassung der Angaben Herodots sich zurückführen ließe. Man findet die Stellen sowie die Ansichten und Meinungen der neueren sehr vollständig nachgewiesen in der Dissertation +de Zamolxide von Athan. Serg. Rhonsopoulus (Gottingae 1852)+.

Nächst dem Zamolxisdienste soll den Griechen an den Geten besonders ihre Vielweiberei und Unmäßigkeit in der Geschlechtsliebe aufgefallen sein. Hecataeus von Milet soll dafür der erste Zeuge sein, indem er (+fr. 144+) das homerische Kabesos (+II, 13, 363+) auf die gleichnamige Stadt jenseits des thrakischen Haemus deutete, doch S. Meineke zu Steph. Byz. 344. 15. Herodot 5, 5. 6 und Heraklides Ponticus (Polit. 28), beides vollgültige Zeugen (vgl. +Xenoph. Anab. 7, 2, 38+), schildern aber die Vielweiberei und was damit zusammenhängt als allgemein thrakische Sitte und der Komiker Menander bei +Strab. p. 297+ läßt seinen getischen Sklaven auch nur als Thraker sprechen:

»Die Thraker alle, doch wir Geten zu allermeist, (Denn ich selbst berühme mich von dort entstammt zu sein), Wir sind nicht sehr enthaltsam! Denn unter uns heiratet keiner unter zehn, Elf Frauen, auch zwölf und noch mehr. Wer erst vier Oder fünf genommen hat und stirbt, der heißt bei uns Zu Land ein ehelos armer, unbeweibter Mann.«

* * * * *

Noch viel zweifelhafter und dunkler ist alles, was die Alten von noch höher nach Norden belegenen Erdstrichen und den dort wohnhaften Völkern, den Kimmeriern und vor allem von den Hyperboräern zu berichten wissen. Vielleicht kann man als Hyperboräer die Bewohner Skandinaviens gelten lassen. Ein Hyperboräer soll der mythische Abaris gewesen sein, der angeblich etwa um das Jahr 570 v. Chr. (Lobeck) nach Griechenland kam, wie erzählt wird, durch eine ihm von Apollo gegebene Offenbarung veranlaßt. Er soll mit Pythagoras bekannt geworden sein. »Als Abaris von den Hyperboräern, unerfahren in der hellenischen Bildung und Sprache schon in Jahren vorgerückt ankam, so führte ihn Pythagoras nicht durch mannigfache Betrachtungen in seine Geheimwissenschaft ein, sondern statt des Stillschweigens und des so lange Zeit nötigen Zuhörens und der übrigen Prüfungen machte er ihn schnell durch ein abgekürztes Verfahren zum Anhören seiner Lehrsätze geschickt und lehrte ihn die Schrift über die Natur und die andere über die Götter in aller Kürze verstehen.« (+Jamblichus, de vita Pythagor. § 136.+) Abaris erregte nicht nur durch seine fremde Kleidung, sondern mehr noch durch seine »occultistischen« Gaben großes Aufsehen in Griechenland. Er zog, wie Epimenides, wahrsagend und Orakel sprechend umher, trat als Sühner auf, befreite Sparta von einer Pest und heilte viele Krankheiten durch seine Zaubergesänge. Ja, es wird berichtet, daß er auf einem von Apollo empfangenen Pfeile die Luft durchflog, überhaupt ein Luftwandler (%aithrobatês%) war.

Toland vermutet daher, er sei ein Druide gewesen, und die Hyperboräer seien auf den Hebriden zu suchen. Dagegen möchte Creuzer (+Symbolik II, Anhang+) ihn zu einer bloßen Personifikation der aus den Kaukasusländern hergekommenen Schrift verflüchtigen. Der Pfeil soll die »Rune« sein, der Pfeilfahrer Abaris = Runa, Seher, Schreiber. Dazu bemerkt mit Recht Guigniaut in seiner französischen Übersetzung des Creuzerschen Buchs: +Nous ne nous dissimulons pas que cette interpretation du mythe d'Abaris est singulièrement hasardée.+

* * * * *

Mehr ethnographisch und kulturhistorisch als occultistisch interessant sind die Mitteilungen der Alten, insbesondere Herodots über andere jenseits des den Griechen bekannten +orbis terrarum+ wohnhaften Naturvölker, so z. B. die Taurer, die wegen ihrer Menschenopfer gefürchtet waren, die Agathyrsen, die »üppigsten Menschen; mit ihren Weibern begatten sie sich alle gemeinschaftlich, damit sie aller Brüder sind und als Blutsverwandte weder Neid noch Feindschaft wider einander hegen.« (+Herodot I, 104.+) Auch die Neurer werden als gefürchtete Zauberer genannt; »denn die Skythen erzählten von ihnen, daß in jedem Jahre ein Neurer ein Wolf wird auf wenige Tage und dann nimmt er wiederum seine alte Gestalt an. Ich glaube dies zwar nicht, aber sie sagen es nichts destoweniger und schwören darauf.« (+Herodot I, 105.+)

FUSSNOTEN:

[1] +F. Lenormant: Die Geheimwissenschaften Asiens. Jena 1878. S. 23.+

[2] +II. 30.+

[3] +Western Asia Inscriptions. IV. 33. Z. 36-48.+

[4] Speziellen Nachweis gab ich in meinem +Faustbuch, S. 153ff.+

[5] Der Höllengöttin.

[6] Diese Vorstellung kommt bekanntlich auch im Hexenwesen vor.

[7] dito.

[8] +Vgl. Jesaias 13, 21.+

[9] Die Krankheit wurde von den A. zuweilen als persönliches Wesen gedacht.

[10] Punkte bedeuten Verstümmelungen des Urtextes.

[11] Eas Gemahlin.

[12] Vgl. den die Ägypter behandelnden Abschnitt.

[13] +Western Asia Inscriptions. IV. 16. 2.+

[14] Beiname Eas.

[15] +Western Asia Inscriptions. IV. 6. Col. 5.+

[16] +I. 181.+

[17] +Western Asia Inscriptions. IV. 3. Col. 2. Z. 3-26.+

[18] Demnach wurde die magische Heilkunde auch von Frauen ausgeübt.

[19] D. h. man magnetisierte die Kameelshaut wie heute zu Tage Papier oder Watte.

[20] Auch hier begegnen wir einer Transplantation der Krankheit in die Elemente.

[21] +Jes. 34. 13, 14.+

[22] Nergal.

[23] dito.

[24] +um-uruk.+

[25] Tiamat.

[26] +Essai de commentaire des fragments cosmogoniques de Bérose.+

[27] +II. 30.+

[28] +Western Asia Inscriptions. IV. 56. Col. 1.+

[29] +Western Asia Inscriptions. IV. 56. Col. 2.+

[30] Also die Zauberei mit den ausgeschnittenen Fußstapfen wie im Mittelalter.

[31] Nestelknüpfen.

[32] +Slane: Prolegomènes d'Ibn Chaldûn. T. I. p. 177.+

[33] Vgl. in meinen +Geheimwissenschaften S. 636ff.+ die von Paracelsus und Carrichter geschilderten Hexenkünste.

[34] +Western Asia Inscriptions. IV. 7.+

[35] Vgl. Dantes: +Lasciate ogni speranza voich'entrate+.

[36] D. h. die Sonne während ihrer nächtlichen Wanderung.

[37] Der Feruer entspricht also ungefähr dem transscendentalen Subjekt du Prels.

[38] +II. 30.+

[39] +Sanch. 42. Ed. Orelli.+

[40] Saturn entsprach schwarz, Jupiter blau, Mars roth, der Sonne gelb, Venus grün, Mercur grau oder bunt und dem Mond weiß.

[41] +Origenes contra Celsum. VI. S. 646.+

[42] +Western Asia Inscriptions. III. 52. 3.+

[43] +II. 29.+

[44] +De Divinatione. I. 41.+

[45] +Prediger Salomonis. X. 20.+

[46] +Hesekiel. XXI. 26.+

[47] +Deuteron. 18. 11.+

[48] +Cicero: De Divinatione. I. 43. II. 35.+

[49] +Loc. cit. 41.+

[50] +Loc. cit. I. 33.+

[51] +Loc. cit. II. 23.+

[52] +Levit. XIX. 26.+

[53] +Jerem. X. 2.+

[54] +Hist. nat. II. 70. 81. II. 20. 18. 43. 52. 17.+

[55] +Johannes Lydus: De ostentis. 21. S. 86. Ed. Kase.+

[56] +Lenormant: Choix de textes cunéiformes. Bd. IV.+

[57] +Plinius: Hist. nat. 52. 53.+

[58] +Müller: Die Etrusker. Bd. II. S. 162-178.+

[59] +Plinius: Loc. cit.+

[60] +II. 30.+

[61] +De operatione Daemonum.+

[62] Also ähnlich wie die spiritistischen Klopflaute.

[63] +Psellus: De operatione Daemonum.+

[64] +Richt. IX. 37.+

[65] +II. Sam. V. 25.+

[66] +Richt. IV. 5.+

[67] +Macrob. Saturn. II. 16.+

[68] +Apud. Phot. Bibl. cod. 94. Ed. Becker.+

[69] +De re rustica. III. 17. 4.+

[70] +Cicero: De Divinatione. II. 46.+

[71] +Western Asia Inscriptions. III. 562.+

[72] In meinem +Faustbuch+ und den +Geheimwissenschaften+.

[73] +Ant. Jud. IV. 14. 2.+

[74] +Herodot I. 132.+

[75] +Inschrift von Behistan. Taf. I. § 10-14.+

[76] +I. 131. III. 16.+

[77] +Damascius: De principiis. 125.+

[78] +De Is. et Osir. Ed. Reiske. S. 369.+

[79] +VII. 114.+

[80] +I. 103. 120. VII. 19.+

[81] +De vit. philos. prooem. 6.+

[82] +Plinius: Hist. nat. XXX. 2.+

[83] +Loc. cit. XXX. 5.+

[84] +Nach Kleukers Zendavesta. Th. III.+

[85] Vgl. die biblische »Wurzel Jesse«, ferner +4 Mos. 24. 17+ und zahlreiche Parallelen aus der Geburtsgeschichte Christi.

[86] Symbol der Mondsichel. Auch in der jüdischen Geheimlehre ist Michael der Erzengel des Mondes.

[87] +Vgl. Jes. 7, 14.; Ev. Matth. 1, 20-23.; Luc. 1, 31ff.+

[88] +Vgl. die Offenbarung Johannis.+

[89] Duzakh ist der Aufenthaltsort der Verdammten und Dews. Doch wird am Ende der Welt Ahuramazdâ den Duzakh vernichten. +Vendid. Farg. XIX. II. No. XVIII.+

[90] Vgl. das oben über die Wahrsagung aus Neugeborenen Mitgeteilte.

[91] +Izeschné, Ha. 42.+

[92] +Vendid. Farg. 19.+

[93] Kurzweg »Teufel«.

[94] Also in Wirklichkeit vielleicht der Oberste der medischen Magier.

[95] Man bemerke die Parallele zu Herodes.

[96] Jupiter.

[97] Venus.

[98] Der zweite Amschaspand.

[99] Wahrscheinlich Darius Sohn des Hystaspes.

[100] +Zerduscht-nameh. Kap. 14.+

[101] Nach der Tradition wurde Zoroaster 77 Jahre alt. Kleuker setzt seine Geburt in das Jahr 589.

[102] Ich kürze hier Kleukers weitläufige Darstellung der Tradition ab. Beim Übergang über den Araxes verrichtete Zoroaster ein ähnliches Wunder wie Moses, indem er nämlich seine Anhänger trockenen Fußes durch den Fluß führte.

[103] Dieses Fest wurde während der fünf letzten Tage des Jahres gefeiert.

[104] Zoroasters Vetter.

[105] Der zweite Monat des Jahres.

[106] Der fünfzehnte Tag.

[107] Das kaspische Meer.

[108] +Zerduscht-nameh. Kap. 21.+

[109] +Vendid. Farg. 19.+

[110] +Zerduscht-nameh. Kap. 22.+ Die Amschaspands entsprechen den Planetengöttern und Erzengeln.

[111] +A. a. O., Kap. 25.+

[112] +A. a. O., Kap. 59.+

[113] Nach Bahman-Jescht bat Zoroaster Ahuramazdâ zweimal um Unsterblichkeit.

[114] +Zerduscht-nameh. Kap. 60 u. 61.+

[115] Nach der Tradition Djemschid, der sich am Schluß seiner Regierung wollte anbeten lassen.

[116] +Zerduscht-nameh. Kap. 25.+ Vgl. die Versuchungsgeschichte Christi.

[117] +Zerduscht-nameh. Kap. 25.+

[118] Berühmter Destur-Mobed (gelehrter Priester). Gewissermaßen eine Reincarnation Zoroasters; eine Art neuer Buddha.

[119] +Zerduscht-nameh. Kap. 28.+

[120] Vgl. die später zu erwähnende kabbalistische Lehre von der Schachi nach.

[121] Diese Engelämter gingen in die jüdische Geheimlehre über. Nach der Kabbala herrscht Hariel über die nützlichen Tiere. Vgl. +Berith Menucha. Fol. 37a.+

[122] Ized des Feuers; bei den Juden Jehuel. +Ber. Men. loc. cit.+

[123] Destur=Gelehrter, Mobed=Priester, Herbed=Initiierter.

[124] Feuertempel.

[125] Ized der Metalle; bei den Juden Azazel. +Vgl. Buch Henoch.+

[126] Ized der Reinheit; den Juden unbekannt.

[127] Ized des Wassers; bei den Juden Michael. +Ber. Men. l. c.+

[128] Ized der Gewächse; bei den Juden Alpiel. +Ber. Men. l. c.+

[129] +Vgl. Ev. Matth. 28, 19.+

[130] Der heilige aus 72 kameelhaarenen Fäden bestehende Gürtel der Parsen.

[131] Oberster der Ized, mit Silik-mulu-khi, dem Demiurgos, Logos usw. usw. vergleichbar. Herr des Lichtes und der Sonne, Geber alles Guten usw.

[132] +Contra Celsum. Lib. VI.+

[133] Die betr. Stelle steht: +Vendidad, I. Fargard+, und lautet: »Der elfte Ort und die Stadt des Überflusses, die ich, der ich Ahuramazdâ bin, schuf, war Heetomeante, die Stadt der Verständigen und Glücklichen. Aber der totschwangere Angrômainyus brachte daselbst Magie in Gang, die häßliche Kunst. Sie macht allerlei Blendschein und giebt alles. Sie scheint groß, aber wenn sie sich auch mit der höchsten Gewalt aufstellt, so kommt sie doch vom Urgrunde des Bösen, vom Vater alles Unglücks. Weit ist sie von dem Großen, von dem der Gutes thut.«

[134] Nach Kleuker im Jahre 549 v. Chr.

[135] +Zerduscht-nameh. Kap. 37. Vgl. Lucas 2, 46 usw.+

[136] Ahuramazdâ heißt auch der 1., 8., 15. und 23. Tag jeden Monats.

[137] Aufenthaltsort der Dews und Verdammten; Hölle.

[138] Nach Abu Djafar soll Gustaspes ursprünglich dem Sabäismus gehuldigt haben.

[139] Fünfzig Pfund.

[140] Also die mediumistischen Erscheinungen der Feuerfestigkeit und des forcirten Pflanzenwachstums.

[141] Die persischen Zauberer bedienten sich also derselben Stoffe wie die Hexen des Mittelalters.

[142] dito.

[143] Zoroaster verlangt also wie Christus als Vorbedingung Glauben.

[144] Wir begegnen hier also Spuren der Physiognomik.

[145] Vermutlich um der Seelenwanderung zu entgehen.

[146] Ized der Krieger.

[147] Keim der guten Werke.

[148] An dieser Stelle ist vermutlich unter den verschiedenen Arten des Feuers auch das Feuer Burzin verstanden, welches im Bun-Dehesch (siehe nächsten Abschnitt) als ganz besonders heilig bezeichnet wird. Es wird vom Blitz entzündet und das »Feuer der Feldarbeiter« genannt, weil es von diesen ganz besonders verehrt wird. Gustaspes errichtete ihm ein Dadgah (Heiligtum) auf dem Berge Revan in Khorasan.

[149] D. h. der Anhänger der protomedischen Religion.

[150] Im Zoroastrismus ist das Himmlische das Vorbild des Irdischen.

[151] Die ebene Oberfläche des Wassers ist Sinnbild des Eben- und Gleichmaßes, des Maßhaltens.

[152] Verschiedene Arten von Feuer, welche durch Sonnenbrand, den Blitz und das Aneinanderreiben von Hölzern entzündet und besonders verehrt wurden.

[153] dito.

[154] dito.

[155] Nicht mit Kaschmir zu verwechseln.

[156] Zoroaster stand der Annahme nach in den dreißiger Jahren.

[157] Abteilung, Kapitel, des Zendavesta.

[158] Vermutlich eine Art Yogis.

[159] +Aban Jescht, Kap. 26 u. 27.+

[160] +Kl. Ravaets, Fol. 63.+

[161] Über den Ursprung der Lehre von Zrvâna-akarana s. oben S. 70.

[162] Man vergleiche damit du Prels Abhandlung über den Genius des Sokrates.

[163] Der Sirius, welcher als Stier mit goldenen Hörnern gedacht wird.

[164] Niedere Höllengeister, Dämonen.

[165] %a%-+Orionis+.

[166] Wie die sieben Amschaspands mit den Planeten zusammenhängen, so die 28 Izeds vermutlich mit den 28 Mondstationen. S. meine Geheimwissenschaften S. 288.

[167] Erhabener mythischer Berg. -- Das Gebirge Elburs.

[168] Der Adam Kadmon der Kabbalisten.

[169] Auch nach der Kabbala ist Adam anfangs Androgyn.

[170] Den Wechsel der Jahreszeiten feiernde Feste.

[171] Vgl. das oben über die Maskim Gesagte.

[172] Hier ist also das Prinzip des Karma bereits ausgesprochen.

[173] Also Scheol, Hades &c.

[174] Hier haben wir den Ursprung der »Auferstehung des Fleisches«.

[175] Honover.

[176] +Geogr. L. I. 15.+

[177] Die Parsen sagen: »Wenn der Mensch geboren wird, so stellt sich Angrômainyus seiner Seele dar wie Meschia, dem Stammvater des Menschengeschlechts und spricht wie zu diesem: Ich bin Herr und Schöpfer der Natur! Das glaubt die Seele und wird verunreinigt.«

[178] Ein Mund und Kinn verhüllender Schleier.

[179] In seiner Anlage uralt und mutmaßlich von Zoroaster herrührend.

[180] Dieser Gedanke ging bekanntlich in das Christentum über.

[181] In der Kabbala wohnt Jehovah in der Lichtwelt Aziluth auf dem Funkenthron.

[182] Mondstationen.

[183] Beiname des Angrômainyus.

[184] Tageszeit von Mittag bis drei Uhr Nachmittag.

[185] Gebete.

[186] Der erste Monat des Jahres.

[187] Der ideale Urmensch. Nach dem Bun-Dehesch befand sich bei dessen Schöpfung die Sonne im Lamm, Mercur und Venus in den Fischen, der Mond im Stier, Saturn in der Wage, Jupiter im Krebs und Mars im Steinbock.

[188] Zwei Dews.

[189] Wasser des Lebens.

[190] Dew des Todes.

[191] Der Widder

[192] Es sind die sechs aufsteigenden und sechs absteigenden Zeichen des Tierkreises gemeint.

[193] Der Umkreis der Erde wird in sieben Keschwars geteilt. Der Satz heißt also, daß jeder Stern einen halben Tag über der Erde ist.

[194] Schalttage.

[195] Die neunte Mondstation (12°51' bis 25°43' [Symbol: Krebs]).

[196] Es handelt sich vermutlich um das Rückläufigwerden eines Planeten.

[197] Der Leben und Segen spendende Ized der Bäume.

[198] Der Ized des Wassers.

[199] Vielleicht Venus zur Zeit des größten Glanzes, wo sie zuweilen bei Tag sichtbar ist.

[200] Also die Sintflut.

[201] Der Okeanos.

[202] Der den Regen hemmende Dew.

[203] Dew, Helfer des Apevesch.

[204] Ized, Helfer Taschters.

[205] Beiname von Apevesch.

[206] Entsprechend dem biblischen Baum des Lebens.

[207] Ich übergehe die sich hier anschließende mystische Geographie des Bun-Dehesch.

[208] Rhabarber.

[209] Ein Flächenraum von etwa 55000 Quadratfuß. Das Paradies.

[210] Vermutlich Antilope.

[211] Auch die Neuplatoniker suchten sich bei ihren theurgischen Operationen durch den mystischen Einfluß gewisser Tiere gegen böse Geister zu schützen.

[212] Es sind die Geschlechtsteile gemeint.

[213] Der isolierte Ort, wohin sich Frauen und Mädchen während der Menstruation begeben.

[214] Ein toter Körper, ein Stück davon.

[215] Der Glaube, daß der Blick menstruierender Frauen Flüssigkeiten verunreinige, Wein umschlagen, Spiegel erblinden und Rasiermesser abstumpfen lasse, war noch sehr lange verbreitet. +Vgl. Agrippa von Nettesheim: Occulta Philosophia, Lib. I, cap. 42.+

[216] Unreinheiten, Auswurfstoffe.

[217] Gebet.

[218] Gurzscher, Comet. Ich brauche wohl kaum auf die Merkwürdigkeit dieser Stelle hinzuweisen.

[219] Opfer.

[220] Niederer Diener des Kultus.

[221] dito.

[222] Das Band, mit welchem das heilige Bareçma zusammengebunden ist.

[223] Ich bemerke, daß man bis in die neueste Zeit Magismus &c. und Mazdeismus ineinander warf.

[224] +Proklos: Theologia Platonis II. cap. 29.+

[225] Ich brauche wohl kaum zu sagen, daß von diesen Anschauungen der ganze Gebrauch der Formeln, Beschwörungen und Charaktere in der Theurgie abhängt.

[226] Man sieht also, daß die Karmalehre keineswegs buddhistisch ist.

[227] Die Orakel sind bei Psellos meist in gebundener Rede abgefaßt.

[228] Man denke an die zehn Sephiroth der Kabbala.

[229] Also der Astralkörper.

[230] Diese angeblich spiritistisch-theosophische Lehre ist also in Wahrheit uralt.

[231] Gewöhnlich in folgender lateinischer Fassung: +Ergo ex finibus terrae prosiliunt canes terrestres, nunquam verum corpus mortali homini monstrantes.+

[232] Die Aphorismen scheinen demnach, wie auch nach dem Kommentar zum vorigen Aphorismus zu schließen, zum Gebrauch bei den Mysterien bestimmt gewesen zu sein.

[233] Zrvâna-akarana.

[234] Die Feruer.

[235] Wir haben also wieder den Gegensatz zwischen Feruer und Seelen.

[236] Ahuramazdâ wurde bei den Gnostikern und Neuplatonikern zum Demiurgos.

[237] Die Henosis, die mystische Vereinigung mit Gott.

[238] Es ist wohl der Feruer gemeint.

[239] Der Satz bezieht sich wohl auf gewisse Gefahren, welche die Ekstase im Gefolge hat.

[240] D. h. der zu erkennende Gegenstand ist außerhalb des Geistes.

[241] Nämlich Gott selbst.

[242] +III. 11.+

[243] +Eusebius: Praep. Ev. 6. 10.+

[244] +Asiatic Researches. VII. 279. VIII. 396. 494.+

[245] +Upanishad, bei Carey Sansc. Gramm. p. 903.+

[246] +Colebrooke: As. Res. VIII. 431.+

[247] +A. a. O. S. 405.+

[248] +Lacroce: Indisches Christentum. S. 613.+

[249] +A. a. O. S. 603.+

[250] +Parabodh. Chandrod in Rhodes' »Hindus« II. S. 350.+

[251] +Bhartrihari in Roger »Offene Thür« S. 492.+

[252] +A. a. O.+

[253] +As. Res. VIII. 421.+

[254] +A. a. O. 402.+

[255] +Philosophum. Tom. I. p. 904.+

[256] +Pag. 94.+

[257] +As. Res. VIII. p. 404. 440.+

[258] +Upnekh. I. 25. 213. II. 172. 251.+

[259] +II. 77. 2.+

[260] +I. 8-13.+

[261] +Markandeya puran, cap. 43.+

[262] +II. 75. 13ff.+

[263] +Manus Gesetz 12, 25.+

[264] +Goldene Sprüche des Pythagoras, V. 85 u. 86.+

[265] +2. 22.+

[266] +Diodorus Siculus I. 22.+

[267] +Jahrgang 1891.+

[268] +M. Huc: Souvenir d'un voyage dans la Tartaric, le Thibet et la Chine. Paris 1853, p. 321-325.+

[269] Dies möchte ich stark bezweifeln. Carl Kiesewetter.

[270] Ausführlich steht der Bericht in meinen +Geheimwissenschaften, S. 567ff.+

[271] +Voyage en Asie. Paris 1867.+

[272] +Geographische und ethnographische Bilder. Jena 1875. S. 406.+

[273] S. später den Abschnitt über Apollonius von Tyana.

[274] +Vgl. Psychische Studien, Jahrgang 1875, S. 300ff.+

[275] +De myster. Aegypt. ed. Gale. pag. 173.+

[276] +Geschichte der Medizin. Bd. I. S. 72.+

[277] +De vita Pythagorae.+

[278] +Odyssee, IV. 218-232.+

[279] +Lib. I.+

[280] +XVI. 801.+

[281] +Hist. Lib. IV, cap. 8.+

[282] Nach Sueton war keine Hoffnung, daß die Sehkraft wieder hergestellt werden könnte.

[283] +Hist. nat. III. 46.+

[284] Nach Herodot (+Lib. III+) war der Apis schwarz, hatte auf der Stirne einen viereckigen weißen Flecken, auf dem Rücken das Bild eines Adlers, eine knopfartige Drüse am Hals und zweifarbige Haare am Schweif.

[285] Man pflegte den Apis auch über den Ausgang von Krankheiten zu befragen.

[286] Nach den Arbeiten des Herrn Franz Lambert in der +Sphinx. Bd. V. u. IV.+

[287] +Sitzungsbericht der Königl. Bayr. Akademie der Wissenschaften d. d. 6. Februar 1875.+

[288] Payni ist der zehnte Monat des ägyptischen Jahres und beginnt mit dem 26. Mai des julianischen Kalenders. Die Jahreszahl bezieht sich auf die Regierung des Pharao.

[289] Chonsu, ursprünglich Mondgott, ist ebenfalls ein Heilgott der Ägypter.

[290] Der mit dem 26. April des julianischen Kalenders beginnende neunte Monat des ägyptischen Jahres.

[291] Vermutlich ein oberer Grad der Chonsupriester.

[292] dito.

[293] Der Priester wird euphemistisch Gott genannt.

[294] Wir haben hier also das bekannte dämonische Sprechen der Besessenen.

[295] Der sechste mit dem 26. Januar jul. Kal. beginnende ägyptische Monat.

[296] +Sphinx, Bd. V. S. 6.+

[297] Über Hermes Trismegistos und die hermetische Litteratur s. den betr. Abschnitt. Über die Astrologie der Ägypter vgl. meine Geheimwissenschaften.

[298] +Jamblichus: De mysteriis Aegypt.+

[299] Vgl. dessen +Characterismi plantarum graduum XII signorum Zodiaci Characterismos et membra hominis comparati+. -- Der Leibarzt Kaiser Maximilians II., B. Carrichter, gab dieses Buch als von ihm verfaßt unter dem Titel +Botanica astralis+ heraus.

[300] Nach unserm Kalender.

[301] Man betrachtete diese als pflanzliche Gebilde. Ich erinnere an die Entenmuschel, welche bekanntlich auf Bäumen wachsen sollte.

[302] Ich zitiere nach +Ath. Kirchers Oedipus Aegyptiacus. Tom. III. Syntagma de Medicina Hieroglyphica+.

[303] +Vgl. Sphinx. Bd. IV. Heft 23.+

[304] Nach den in der +Kabbala denudata+ gesammelten Werken, Frank-Jellineks +Kabbala+ usw.

[305] +Vgl. Paracelsus: Das Buch von den Nymphen usw. Kap. 1.+

[306] +Etz Chajim. Fol. 248.+

[307] +Emek ha Melech. Fol. 85.+

[308] »Die Schedim wohnen in der Luft, in den oberen, inneren Kreisen der Elemente. Sie wissen das Zukünftige durch die Vorsteher der Gestirne, wissen aber nur um die nahe Zukunft. Weil sie einen feinen geistigen Leib haben, so ist ihre Nahrung ebenso fein. Ihre Speisen und Getränke bestehen in dem Geruch des Feuers und der Feuchtigkeit des Wassers. Dies ist das Wesen des Rauchwerkes, welches man ihnen räuchert, denn dieses ist ihre Speise. Sie genießen davon, verbinden sich dann mit den Menschen und machen ihnen die Zukunft bekannt. Die Stufe dieser Ruchim ist: Manche bestehen aus Feuer allein, andere aus Feuer und Luft, andere aus Feuer, Luft und Wasser, und andere, welche außer den drei Elementen noch aus feiner Erde zusammengesetzt sind. Nach der Feinheit ihres Leibes richtet sich der Grad ihres Geistigen.« (+Nischmath Chajim, Fol. 118.+) -- »Die Engel oder Seelen der Verstorbenen, wenn sie sich herunterlassen wollen in die Welt, dann nehmen sie an etwas aus den vier Elementen, etwas nach Art des Körpers, so daß sie den Anwesenden erscheinen als Mensch oder als ein anderes Geschöpf und in solchen Gestalten zeigen sie sich den Propheten sowie anderen Menschen und selbst den Bösen, wie die Männer von Sodom die Engel gesehen. Dies ist das Geheimnis des Gewandes. -- Daher haben die Zauberer und die Totenbefrager nötig Rauchwerk und Dünste, damit sie die Luft bereiten, daß sich in ihr ausfunkeln die Dinge, die sich in der Luft herablassen. Deshalb erscheinen die Toten oft in ihrer Gestalt dem Menschen selbst im Wachen.« (+Raibad zum Sepher Jezirah, Fol. 7.+) -- »So ist die Ordnung der bösen Seite. Man ordnet für sie einen Tisch mit Speisen und Getränken und Zauberwerken, und macht Rauch vor dem Tisch. Dann versammeln sich alle unreinen Ruchim und machen bekannt, was die Zauberer wünschen.« (+Sohar Balak, Fol. 192.+) -- Ein Hauptmaterialisationsmittel war das Blut, weshalb auch der zauberische Gebrauch des »Essens beim Blut« geübt wurde.

[309] »Die obersten hängen in der Luft, die untersten sind diejenigen, welche die Menschen verspotten und ihnen Bedrängnisse im Traum machen. Sie sind so frech wie der Hund. (Dieser Ausdruck findet sich bei Paracelsus, +de occulta philosophia+ wörtlich wieder.) Es giebt eine höhere Stufe über ihnen, welche den Menschen Dinge bekannt machen, die teils wahr, teils unwahr sind; und alles, was wahr ist, geht doch nur auf die nächste Zeit.« (+Sohar Waiikra, Fol. 25.+)

[310] Also Hauskobolde, Heimchen, Wichtel usw.

[311] Es sind die S'hirim der Bibel, welche Luther mit Feldteufel übersetzt. +Vgl. 3. Mos. 17, 7 und Jes. 15, 21.+

[312] +Vgl. Sohar Chaja Sarah. Fol. 125.+

[313] +Bchai. Fol. 95.+

[314] +Von den unsichtbaren Werken. Lib. III.+ und +Scenen aus dem Geisterreiche. II. 1.+

[315] +Sohar Bereschith. Fol. 35.+

[316] +Sepher ha Chajim. Fol. 230.+

[317] +Sanhedrin. Fol. 68.+

[318] +Nischmath Chajim. Fol. 122.+

[319] +Maireheth Elahuth. Fol. 42.+

[320] +Tractat Aboth. Abschn. 5.+

[321] +Sohar Tithro. Fol. 78.+

[322] +Sohar Emor. Fol. 76.+

[323] +Sohar Balak. Fol. 193.+

[324] +2 Timoth. 3, 8.+

[325] +4 Mos. 22.+

[326] Dieses Affiziertwerden des Menschen ist zwar ein immerwährendes, das jedoch nicht stets zum Bewußtsein kommt.

[327] +Vgl. Jes. 46, 10 und Daniel 2, 27-30.+

[328] +Nischmath Chajim. Fol. 122 u. 132.+

[329] +Tract. Pesachim. Fol. 91.+

[330] +Nischmath Chajim. Fol. 132. Etz Chajim. Fol. 248.+

[331] +5 Moses 18, 10. More Nebuchim 3. Hosea 4, 12.+

[332] +Hesekiel 21, 26. Nischm. Chaj. Fol. 126.+

[333] +Nischmath Chajim a. a. O.+

[334] +Sohar Ci Thise. Fol. 191.+

[335] +Tract. Sanhedrin. Fol. 66. Hilch. Abodah sarah 6, 14.+

[336] +A. a. O. 6, 10.+

[337] +More Nebuchim. Th. 3, Abschn. 29.+

[338] +P'kudai. Fol. 237.+

[339] +Hilch. Abodah sarah 6, 10.+

[340] +Midrasch Tanchumah. Fol. 29.+

[341] +Hilch. Abodah sarah 6, 1.+

[342] +Ben Dior. Anm. z. Sepher Jezirah. Fol. 5. Nischm. Chaj. Fol. 1.+

[343] +K'bod Melech. Fol. 230.+ Der Habal de Garmin ist für die Auferstehung dasselbe organisierende Prinzip, welches der Elementarnephesch für den lebenden ist.

[344] Vgl. Jung-Stillings +Theorie der Geisterkunde § 209+ und Eckartshausens bekanntes Rauchwerk.

[345] +1. Sam. 28, 15.+

[346] Es sind die Teravhim gemeint.

[347] +Hilch. Abodah sarah 6, 1.+

[348] +Nischm. Chaj. Fol. 133.+

[349] Vorher würde eigentlich die Bibel zu behandeln sein. Wegen Überfülle des Stoffes werde ich dies in einem besonderen Buch: +Der Occultismus in der heiligen Schrift+ thun.

[350] +Tractat Hagiga.+

[351] +Tractat Hagiga 12a.+

[352] Dieselben erlauben vor dem vierzigsten Jahr weder die Lektüre des Sohar, noch eines anderen kabbalistischen Buches.

[353] +Psalm 116, 15.+

[354] +Sprüche 25, 16.+

[355] +Tract. Hagiga 14b.+

[356] Das Wort Acher heißt wörtlich: ein Anderer, ein anderer Mensch.

[357] Frank leitet Metatron von %meta thronon% ab, allein Metatron ist offenbar der parsische Mithra.

[358] +Bab. Talmud. Tract. Berachoth.+

[359] S. den Philo behandelnden Abschnitt.

[360] +Daniel 12, 3.+

[361] Nämlich Nephesch.

[362] Es ist die die Ekliptik im »Drachenkopf« und »Drachenschwanz« schneidende Mondbahn gemeint.

[363] +Mantuae, 1562. Fol.+

[364] Also ein Buch von ziemlich neuem Ursprung.

[365] Es ist Maimonides gemeint.

[366] Die beiden ersten Drucke des Sohar erschienen 1559 zu Cremona und Mantua.

[367] +Talmud Babyl. tract. sabbat. M. und Fol. 34.+

[368] +Mant. Ausgabe. Tl. III. Fol. 26 u. 29.+

[369] +A. a. O. Fol. 153.+

[370] +Sohar. Tl. I. Fol. 113.+

[371] +A. a. O. Tl. III. Fol. 10.+

[372] +Morin: Exercitationes biblicae. Lib. II. Ex. 9. cap. 5.+

[373] +Glaube und Meinung. Tl. I. Kap. 4.+

[374] +Sohar. Tl. II. Fol. 42 u. 43.+

[375] +Hiob. 28. V. 20 u. 23.+

[376] +Glauben und Wissen. Tl. III. Kap. 2.+

[377] +A. a. O. Kap. 7.+

[378] +Hieron. ad Marcell. Ep. 136. Tom. III. Opp. omn.+

[379] +Tl. II. Fol. 99.+

[380] +Commentatio devi, quam graeca philosophia in theologiam tam Muhammedanorum, tam Iudaeorum exercuerit. Part. I. Hamburg 1835. 4°.+

[381] +De ortu Cabbalae. Part. II. Hamburg 1837.+

[382] Es ist schwer, bei folgender Stelle des h. Paulus nicht an die Kabbala zu denken: Auch nicht Acht hätten auf die Fabeln und der Geschlechte Register, die kein Ende haben, und bringen Fragen auf, mehr denn Besserung zu Gott im Glauben (+1. Thim. 1. 4.+)

[383] +Mant. Ausg. Tl. III. Fol. 296.+

[384] +Tl. III. Fol. 153.+

[385] +Kap. 3. V. 19.+

[386] +De coelo. Lib. II. cap. 13.+

[387] +Opp. Lib. III. cap. 24.+

[388] +De civitate Dei. Lib. XVI. cap. 9.+

[389] +Aboda Zarah. cap. 3.+

[390] Eine sehr gewagte Behauptung Franks. +C. K.+

[391] +Talm. Babyl. Tract. Chulin. cap. III.+

[392] +Schalscheleth hakabbalah. Fol. 24.+

[393] +Cuzary. Discors. 4. § 25.+

[394] +Jezirah, Kap. 1. Prop. 4.+

[395] +Jezirah, Kap. 1. Prop. 3.+

[396] +Propos. 5.+

[397] +Kap. 1, Propos. 6.+

[398] +Kap. III. Propos. 3.+

[399] +Kap. 4. Propos. 1. 2. 3.+

[400] +Kap. 5. Propos. 1 u. 2.+

[401] +Kap. 6. Propos. 3.+

[402] +Kap. 6. Propos. 2.+

[403] +Kap. 6. Propos. 2.+

[404] +Sohar, Tl. III. Fol. 152.+

[405] +A. a. O. Fol. 149.+

[406] +Homil. 7 in Levit.+

[407] %peri archôn%. +Lib. IV.+

[408] +Homil. 5 in Levit.+

[409] +Habak. III. 1.+

[410] +Sohar. Tl. III. Fol. 128.+

[411] So heißen die Adepten der Kabbala.

[412] +Jesaias 40. 25.+

[413] +Deuteron. 4. 15.+

[414] +Hiob 14, 11.+

[415] +Sohar, Tl. II. Fol. 42 u. 43.+

[416] +Sohar, Tl. I. Fol. 105.+

[417] +Sohar, Tl. III. Fol. 288.+

[418] +Idra Rabba. Fol. 114.+

[419] +Idra Rabba. Fol. 144.+

[420] +Idra Suta. Fol. 288.+

[421] +Sohar, Tl. III, Fol. 11.+

[422] +Pirke, Aboth. V. 1.+

[423] +Sohar, Tl. I, Fol. 2.+

[424] +Sohar, Tl. III, Fol. 288.+

[425] +Encyklopädie der philosophischen Wissenschaften. §§ 86 u. 87.+

[426] +Sohar, Tl. III, Fol. 292.+

[427] +Sohar, Tl. III, Fol. 291.+

[428] +A. a. O.+

[429] +A. a. O.+

[430] +Sohar, Tl. III, Fol. 291.+

[431] +Sohar, Tl. III, Fol. 288.+

[432] +Sohar. A. a. O.+

[433] +Sohar, Tl. I, Fol. 246.+

[434] +Sohar, Tl. III, Fol. 65.+

[435] +Sohar, Tl. III, Fol. 296.+

[436] +A. a. O.+

[437] +Sohar, Tl. I, Fol. 51.+

[438] +Idra Suta, am Schluß.+

[439] +Sohar, Tl. III, Fol. 10.+

[440] +Sohar, Tl. III, Fol. 7.+

[441] +Pardes Rimonim. Fol. 60-64.+

[442] +Sohar, Tl. I, Fol. 60-70.+

[443] +Vgl. Pardes Rimonim. Fol. 34-39.+

[444] +Pardes Rimonim. Fol. 42. u. 43.+

[445] +Idra Rabba. Tl. III, Fol. 148.+

[446] +Idra Suta. Fol. 292.+

[447] +Idra Rabba. Fol. 135.+

[448] +Buch des Geheimnisses. Kap. 1.+

[449] +Idra Rabba. Fol. 135.+

[450] +Idra Rabba. Fol. 142.+

[451] +Sohar, Tl. I, Fol. 20.+

[452] +Sohar. Fol. 246.+

[453] +Kommentar des Abraham ben Daud zum Sepher Jezirah. Pag. 65.+

[454] +Sohar, Tl. II, Fol. 100.+

[455] +Sohar. A. a. O.+

[456] +Sohar, Tl. II, Fol. 218.+

[457] +Sohar, Tl. I, Fol. 21.+

[458] +Sohar, Tl. I, Fol. 205.+

[459] Sein mystischer Name ist Samael. Von ihm wird in der Zukunft die erste Hälfte, welche Gift bedeutet, wegfallen; die zweite Hälfte hingegen ist allen Engelnaturen gemein. Dieselbe Idee wird auch noch in einer andern Weise ausgedrückt: Nachdem durch kabbalistische Berechnung dargethan worden ist, daß der Name Gottes alle Himmelsgegenden mit Ausnahme des Nordens umfaßt, welcher den Dämonen als Strafort überwiesen ist, wird gesagt, daß man am Ende der Tage auch diese Gegend im göttlichen Namen finden wird. Die Hölle wird verschwinden und es wird weder Strafe, noch Leiden, noch Schuldige mehr geben. Das Leben wird ein endloser Sabbath sein. +Vgl. Pardes Rimonim, Fol. 10, Emek Hamelech, Kap. 1.+

[460] +Sohar, Tl. III, Fol. 61.+

[461] +Sohar, Tl. II, Fol. 20.+

[462] +Sohar, Tl. II, Fol. 20.+

[463] +Sohar, Tl. II, Fol. 74.+

[464] +Sohar, Tl. II, Fol. 76.+

[465] +Sohar, Tl. II, Fol. 75.+

[466] +A. a. O. Fol. 73-75.+

[467] +A. a. O. Fol. 73.+

[468] +Sohar, Tl. III, Fol. 68.+

[469] +Talmud. babyl. Tract. Sanhedrin. cap. 11.+

[470] +Sohar, Tl. I, Fol. 42.+

[471] +Sohar, Tl. I, Fol. 42ff.+

[472] +Tikunim-Tikun. 15. Fol. 36.+

[473] +Vgl. Sohar, Tl. II, Fol. 255-259.+

[474] +Sohar, Tl. I, Fol. 35.+

[475] Sie wird im Talmud Lilith genannt.

[476] +Ethica.+

[477] +Prediger Sal., Kap. III, V. 19.+

[478] +Talm. Bab. Tract. Berachoth 17.+

[479] +Talm. Bab. Tract. der Väter. Kap. 3.+

[480] +Sohar, Tl. III, Fol. 48.+

[481] +Sohar, Tl. II, Fol. 70.+

[482] +Sohar, Tl. II, Fol. 76a.+

[483] +Sohar, Tl. I, Fol. 191.+

[484] +A. a. O.+

[485] +Sohar, Tl. II, Fol. 142.+

[486] +Sohar, Tl. III, Fol. 107.+

[487] +Sohar, Tl. I, Sect. $LRLR$.+

[488] +Deuteron. 14. 1.+

[489] +Sohar, Tl. I, Fol. 245.+

[490] +Sohar, Tl. I, Fol. 55.+

[491] +Sohar, Tl. I, Fol. 98.+

[492] +Sohar, Tl. II, Fol. 96.+

[493] +Sohar, Tl. III, Fol. 61.+

[494] +Sohar, Tl. I, Fol. 23.+

[495] +Sohar, Tl. III, Fol. 61.+

[496] +Sohar, Tl. II, Fol. 99.+

[497] +Sohar, Tl. II, Fol. 99.+

[498] +Sohar, Tl. II, Fol. 208.+

[499] +Sohar, Tl. II, Fol. 216.+

[500] +Sohar, Tl. I, Fol. 66.+

[501] +Sohar, Tl. II, Fol. 94.+

[502] +Sohar, Tl. I, Fol. 168.+

[503] +Sohar, Tl. I, Fol. 48.+

[504] +Sohar, Tl. I, Fol. 145.+

[505] +Sohar, Tl. III, Fol. 85.+

[506] +Sohar, Tl. I, Fol. 52.+

[507] Ich gebe diese kleine Sammlung von Aphorismen als Wurzel so manches »modernen« Glaubens.

[508] +Zeller, Philosophie der Griechen I. 169.+

[509] +Philosophie der Griechen I. 175.+

[510] +Aristoteles, Metaphys. XII. 2.+

[511] +Geschichte der Philosophie I. 41.+

[512] +Vergl. Curtesius, principi III, cap. 55-89.+

[513] +Dühring, Geschichte der Philosophie S. 23.+

[514] +Eudemus bei Theo (bezw. Dercyllides) Astronom. S. 324.+

[515] +Dühring, Geschichte der Philosophie S. 24.+

[516] +Fr. 18. b. Stob. Floril. 3, 84.+

[517] +Theophrast, De sensu 1.+

[518] +Fr. 22.+

[519] +Diog. IX. I.+ %polymathiê noon ou phyei%. +Procl. in Tim. p. 31.+

[520] +Fr. 73, 66, 67.+

[521] +Fr. 55. Lucian V. auct. 14.+ Die Ähnlichkeit einzelner dieser Sätze mit oft wiederholten Ausführungen Giordano Brunos ist auffallend. Man vergl. meine Lichtstrahlen aus Bruno's Werken. S. 1-3, S. 77, »bloß zu leben, ihr Lebenszweck, Des Weges Ziel der Weg« u. s. w.

[522] +Fr. 12. Clemens Strom. V. 591.+ %apistiê gar diaphynganei mê gignôskesdai%.

[523] +Plato Theät. 160.+ Kratylus, ein Lehrer Platos überbot diesen Satz seines Lehrers Heraclit durch die Behauptung, man könne nicht einmal einmal in denselben Fluß steigen, ein Extrem, dessen Konsequenz Aristoteles verspottet, wenn er sagt, Kratylus habe zuletzt nichts mehr sagen zu dürfen geglaubt, sondern nur den Finger bewegt.

[524] +Vgl. Dühring, Geschichte der Philosophie. S. 28.+

[525] +Fr. 39.+

[526] +Plato, Theät. 152.+

[527] +Vergl. Zeller, Philosophie der Griechen I. S. 536.+

[528] +Fr. 25.+

[529] +Lassalle, Die Philosophie Heracleitos des Dunklen I. 361.+

[530] +Plut. Is. et Os. 48.+

[531] +Plut. Is. et Os. C. 45.+

%palintonos gar harmoniê kosmou hokôsper lyrês kai toxou kath' Hêrakleiton.%

[532] +Fr. 41.+

[533] +Diogenes L. IX. 18.+

[534] +Vgl. Zeller, Philos. der Griechen I. 555. Ueberweg, Geschichte der Philosophie I. S. 48.+

[535] +Vgl. J. R. Mayer »Beiträge zur Dynamik des Himmels.« (Mechanik der Wärme 159.)+ Auch +Giordano Bruno, Vom Unendlichen, dem All und zahllosen Welten, übers. von Kuhlenbeck+ und meine Anmerkung dazu S. 91.

[536] +Stob. Ekl. I. 264.+

[537] +Stob. Florileg. 5, 120.+

[538] +Stob. Ekl. I. 906.+

[539] +Fr. 52b.+

[540] +Plat. facies lunae 1. 28.+

[541] +Diog. IX. 7.+

[542] +Sext. Emp. Pyrrh. Hypotyp. III, 230.+

[543] +Fr. 57. Stob. Floril. 104, 23.+ %êthos anthrôpô daimôn%.

[544] +Fr. 70. Fr. 9. Zeller, a. a. O. S. 592.+

[545] +Cic. Tusc. V. 36, 105.+

[546] +Diog. Laert. IX. 6.+

[547] +Etymolog. m in+ %bios% +u. Eustath. ad Iliad. I. p. 31+. Deutsch ist das Wortspiel nicht wiederzugeben.

[548] +Augustin de civit. Dei VI, 5.+

[549] +W. Menzel, die vorchristliche Unsterblichkeitslehre II. 40.+

[550] +Diogenes Laert. VIII. 6.+

[551] +Apulejus, Florid. II. 15.+

[552] +Zeller, Philosophie der Griechen I. S. 26.+

[553] +W. Menzel, die vorchristliche Unsterblichkeitslehre I. 94.+

[554] +Metaphysik. I. 5.+

[555] +Zeller, Philosophie der Griechen I. 322.+

[556] +Aristoteles, De coelo II. 13. Vgl. auch meine Vorrede zu Giordano Brunos Dialoge vom Unendlichen, dem All und den Welten. S. III. Berlin 1893. (Lüstenöder.)+

[557] +Diogenes Laert. VIII. 36.+

[558] +Aristoteles de anima. I. 2.+

[559] +Bruno, degli eroici furori. I. 16.+

[560] +Simplicius, zur Physik des Aristoteles 173a.+

[561] +Vergl. Creuzer, Symbolik I. 144.+ Wenn angenommen wird, Plato und die älteren Platoniker, Plotinus inbegriffen, hätten eine willkürliche Seelenwanderung (Metensomatose) gelehrt, so hat Plotinus jedenfalls in seinen späteren Jahren sich sehr skeptisch und mit großer Zurückhaltung darüber geäußert, d. h. zu einer Zeit, wo er in den Geist von Platos Werken am tiefsten eingedrungen war. Eben deswegen und wegen der Incongruenz einer solchen Lehre mit einem Geiste, wie Plato war, möchte ich auch bezweifeln, daß er wenigstens als gereifter Philosoph im Ernste so etwas behauptet habe.

[562] +Diogenes L. VIII. 19 u. 20.+

[563] Die Quellen siehe bei +Zeller, Philosophie der Griechen I. 265 not. 3.+

[564] +Krit. Geschichte der Philosophie, S. 19.+

[565] +Fülleborn, Fragmente aus den Gedichten des Xenophanes und Parmenides, Beiträge zur Geschichte der Philosophie. Jena 1795.+

[566] +Fr. 14.+

[567] +Fr. 1.+

%oulos hora, oulos de noei, oulos de t'akouei.%

[568] +Fr. 7.+

%panta theois anethêken Homêros th' Hêsiodiste hossa par anthrôpoisin oneidea kai psogos esti.%

[569] +Vgl. Fiorentino, Bernardino Telesio ossia studi storici su l'idea della natura.+

[570] +Vgl. Ueberweg, Geschichte der Philosophie I. § 20.+

[571] +Sphinx, VI. 33 (1888).+

[572] +Dühring, a. a. O. S. 37.+

[573] +Diogenes L. VIII. 63-67.+

[574] +Diog. Laert. VIII. 60.+

[575] +Boethius de music. cap. 1.+

[576] Diese Goëtie wurde, wie Kiesewetter bereits im +I. Bande S. 73+ bemerkt hatte, zur Zeit der Perserkriege durch die Magie des Persers Osthanes abgelöst.

[577] +Aristotel. de anima II. 6.+

[578] +Aristotel. de anima II. 6.+

[579] +Geschichte der Philosophie a. a. O.+

[580] +Vgl. Zeller, Philosophie der Griechen I, S. 667.+

[581] +Noacks Jahrbücher für spekulative Philosophie II, 2.+

[582] +Cicero, Tusc. I. 16. 38.+ Diese Annahme gründete sich wohl nur darauf, daß man keine ältern Schriften, als die des Pherekydes kannte, die diese Lehre enthielten. +Vergl. Zeller, a. a. O. I. 56.+

[583] +Diogenes Laert. I. 10.+

[584] +Vgl. Ebstein, Einige Bemerkungen über die sog. Nona. (Berliner Medizinische Wochenschrift 1891, Nr. 41.) Charcot, Leçons de mardi à la Salpetrière. Paris 1889. p. 63ff. Löwenfeld, Über hysterische Schlafzustände (Archiv für Psychiatrie XXII.)+

[585] +Plato de Legibus I. 642. Cicero, de Dio. I. 18. Aristoteles, Rhetor. III. 17.+

[586] +Plato de republ. II. p. 364.+

[587] +De principiis 383.+

[588] Die hier, nach der Weise der hesiodischen Theogonie eine geschlechtliche Syzygie bilden, die Luft (griechisch %Ho aêr%) ist der männliche, die Nacht das weibliche Urwesen.

[589] +Thucydid. I. c. 4.+

[590] +Die vorchristliche Unsterblichkeitslehre. S. 62.+

[591] +Vgl. Plutarch, Pelopidas, cap. 10.+

[592] +Creuzer, Symbolik. S. 497.+

[593] +Somnium Scipionis I, 12.+

[594] +Lucretius.+

[595] Von %kykan% d. h. eine Mischung, die durch Schütteln entstanden. Er ist teils Medizin, teils Zaubermittel, %kyphi% bei den egyptischen Mysterien. Bildlich nennen die Philosophen das kosmische Ineinander der Elemente bisweilen Kykeon, so Heraclit b. +Lucian, vit. auct. § 15. Vgl. Preller, Demeter und Persephone. S. 98.+

[596] Man enthielt sich von Geflügel, Fischen und Bohnen, der Granaten und Äpfel. +Vgl. du Prel, Mystik der alten Griechen, S. 104+, der hier einen Zusammenhang mit »Mediumität« vermuten möchte.

[597] Nach Preller ist Jambe nichts als eine Personifikation des Jambus in der Bedeutung des Spottgedichts.

[598] +Preller, a. a. O. S. 138. not. 22.+ Näheres siehe später!

[599] Besonders verstand man es auch, energische Lichteffekte durch Wechsel von Licht und Finsternis zu erzielen.

[600] +Fragm. 116.+

[601] +Orphica No. 40.+

[602] Ganz richtig ist diese Worterklärung nicht; Gesetz_geberin_ würde eigentlich Thesmo_thetes_ heißen. %phoros% bezieht sich auf das Tragen der Satzungen im körperlichen Sinne; die Weiber trugen nämlich die »Gesetze« der Ceres und ihre Symbole in Prozession herum.

[603] »Nicht Liebe überhaupt erregte und förderte Ceres, gleich der Afrodite nur die treue Turteltaube war ihr angenehm; nur die Liebe des ehelichen Paares erfreute sich ihrer Segnungen. Diese beziehen sich dann auf dieselben Stufen weiblicher Passivität, welche Demeter selbst, freilich nur gleichsam, doch alljährlich zu ertragen hat. Denn Säen und Pflügen schien den Griechen ein Schwängern der Erde zu sein; die Göttin Erde selbst schien um die Saatzeit den Keim neuer Pflanzung in brünstiger Liebe aufzunehmen (+ad conceptum impetus terrae Plin. N. H. 18.+) +Preller, Demeter S. 354.+«

[604] +Preller, a. a. O. S. 339.+

[605] Nach Mommsens Heortologie sollen heute noch Badegewohnheiten der Mohammedanerinnen an die Gebräuche der Thesmophorien erinnern; unter allerhand Neckereien und Scherzen fahren die Türkinnen ans Meer, nehmen Speisen und Getränke mit und ergötzen sich nach dem Bade in ausgelassenster Weise.

[606] %kteis% bedeutet wörtlich zunächst Kamm, dann eine Muschelart (Kamm-Muschel). Diese letztere Bedeutung führt dann weiter: Vgl. Hofmann v. Hofmannswaldau, die Schooß der Geliebten:

»Man sagt, die Venus sei ihr Wesen zu verstellen Nicht nach gemeiner Art, vielmehr aus Meereswellen In einer Muschel Helm empfangen und gezeugt, Wo sie des Meeres Schaum gewieget und gesäugt. Wer glaubet dieses nicht, der Venus' Thun erwäget? Weil aber eine Schooß der Muschel Bildniß träget, Glaub ich, daß Venus zwar, was sie ans Licht gebracht, Hernach zu einer Schooß der ganzen Welt gemacht; Daß, als die Herrscherin ihr Muschelschiff verlassen, Sie, aller Menschen Herz in diesen Schrein zu fassen, Die Muschel in den Schooß der Weiber eingeschränkt Und sich durchgehends selbst zur Wohnung nachgesenkt!«

[607] +Preller, a. a. O. 346.+

[608] Die Vierfaltigkeit, die Urgottheit.

[609] Des Urgeistes.

[610] Des unendlichen Raumes.

[611] Die Weltkugel.

[612] Der Urgottheit.

[613] +Aristoteles de coelo IV, 203. 8b. 35.+

[614] Ring oder Rolle, wodurch Spindel oder Spule umschwingen.

[615] Die berühmte Harmonie der Sphären.

[616] Der Sänger Orpheus wurde von Mänaden zerrissen, angeblich weil er nicht stark genug gewesen, den Tod für Eurydike zu ertragen; Plato, Symp. 7, oder weil er die erotische Liebe bei den Thrakern eingeführt. In Wahrheit ist dieser Tod eine Nachbildung der Sage von der Zerreißung des Zagreus (siehe S. 492ff. 535 oben!), dessen Priester Orpheus ist.

[617] Thamyras, wie Orpheus, ein thrakischer (mystischer) Dichter, der nach der Sage sich in einen Wettstreit mit den Musen einließ und besiegt seiner Laute und des Augenlichts beraubt wurde. +Vgl. Ovid. amores III. VII. 62.+

[618] Der bekannte Lethe-Strom.

[619] M. E. zeigt sich hier schlagend, wie der Unsterblichkeitsglaube lediglich aus dem Gefühl der Wertschätzung hervorgeht. Ein zwingender Beweis der Unsterblichkeit läßt sich nicht führen; ebensowenig freilich auch ein Gegenbeweis. Gewöhnlich wird letzterer in dem mephistophelischen Satze gefunden: »Alles, was entsteht, ist wert, daß es zu Grunde geht«; und daher das Bestreben so vieler Metaphysiker, die Seele zu den unentstandenen Urelementen des Seins zu rechnen. Jener Satz von der Vergänglichkeit alles Entstandenen kann sich auch nur auf eine empirische Induktion berufen, deren Beweiskraft keineswegs zwingend ist. Vgl. meine Anmerkung zu +Brunos Dialog vom Unendlichen. Nr. 35. S. 9 u. 97+.

[620] Rein germanisch sind nur die Niedersachsen, Westfalen und Friesen im Nordwesten, und die Tyroler bezw. Oberbaiern im Süden.

[621] Ptolemäus schätzte den Gesamtumfang der aristotelischen Werke auf 1000 Bände.

[622] +Metaph. III. 4.+

[623] +A. Vinet, sur le Jocelyn de M. de Lamartine in Essais de philosophie morale, Paris 1837, p. 271, 275.+

[624] +Vergl. Schloßmann, a. a. O. S. 13.+

[625] +Alex. Aphrodis. de anima.+

[626] +Pindar, bei Bergk fragm. 108.+

[627] %aiônos eidôlon%.

[628]

+E fescina il canestro, che adopriamo A'raccor queste gemme dolci e fine, Fescinaia è la ninfa, ch'io tant 'amo, Et le rime, ch'io canto Fescennine. (Tansillo, vendemmiatore.)+

[629] In Süditalien werden bekanntlich die Reben nicht an kleinen Pfählen, sondern hoch von Baum zu Baum auf den Feldern gezogen.

[630] +Vgl. S. 634 oben.+

[631] +Sors+ von +serere+ reihen. Es waren wahrscheinlich an einer Schnur gereihte Holztäfelchen, die geworfen verschiedenartige Figuren bildeten; was an die Runen erinnert.

[632] von +fatum+ = schicksalredend = +fari+.

[633] +lituus+ bedeutete zunächst die gekrümmte Kriegstrompete.

[634] +Plinius, H. N. XVI, 20.+

[635] +Plutarch, Romulus c. 20.+

[636] +Antiq. jud. Lib. XVIII. cap. VIII.+

[637] Daß daran nichts Wahres ist, bedarf wohl kaum einer Bemerkung, wenngleich der Halbtheologe B. Bauer sich zu dem Versuch verstiegen hat, das Christentum als Ableger des Alexandrinertums erklären zu wollen. Die beste Abfertigung dieser Gelehrtenhypothese findet man bei +Dühring, Ersatz der Religion, S. 18+. -- L. K.

[638] +De Cherubim II. 24.+

[639] Vgl. +De sacrificiis Abelis et Cain. II. 73+. +Vita Abrahami. V. 234-240+. +De nominum mutatione IV. 426 etc.+

[640] +De Cherubim II. 30-36.+

[641] +V. 260-270.+

[642] Also das bekannte platonische Bild.

[643] +De somniis. V. 34.+

[644] +Die Philosophie im Fortgang der Weltgeschichte.+

[645] +De nominum mutatione. IV. 332.+

[646] +De somniis. Lib. I. V. 34-36.+

[647] +De opificio mundi. 4.+

[648] +De confusione linguarum 340.+

[649] +De somniis 576.+

[650] Nach meiner Ansicht hat das Christentum, als eine wesentlich praktische Geistesrevolution nicht nur gegen eine bestimmte Richtung, sondern gegen das Schriftgelehrtentum überhaupt, nichts mit einer rein theoretischen Aneignung griechischer Philosopheme durch einen jüdischen saft- und kraftlosen Gelehrten zu thun; erst die Gnostiker und Manichäer traten in Beziehung zu diesen alexandrinischen Exsudaten. -- L. K.

[651] +Leg. alleg. I. 46. II. 93.+ +De sacrificio Abel et Kain.+

[652] +De profugis. IV. 268.+

[653] +De migratione Abrahami III, 424.+

[654] +Ebendas. III, 440.+

[655] Vergl. +De confus. ling. 271+. +De profugis 359+. +De Abraham 287+. +De somniis 455+. +De Gigant. 222-224+.

[656] Hinter dem »bekanntlich« sowie überhaupt hinter diesem Satze darf nüchterne Geschichtsforschung getrost ein Fragezeichen setzen. -- L. K.

[657] +De opificio mundi 33.+

[658] +De eo quod detur 170.+ +De somniis I, 170.+

[659] +De eo quod detur 170, 172.+ +De somniis 578.+

[660] +De eo quod detur 170, 172.+ +De somniis 578.+

[661] +De confus. ling. 342.+ +De somniis I, 16.+ sagt Philo noch: »Von den vier Theilen, (Philo rechnet die von ihm gemachten Unterabtheilungen nicht als selbständige Theile) aus welchen der Mensch besteht, sind drei, nämlich der Leib, die Sinne und die Rede, begreiflich; der vierte aber, der Geist, ist nicht begreiflich. Was ist er seinem Wesen nach? Geist, Blut oder gar Leib? Leib ist er nicht, sondern unkörperlich, ist er aber Grenze, Gestalt, Zahl, Thätigkeit, Harmonie oder etwas Ähnliches? Und kommt er bei der Geburt schon ausgebildet in uns hinein, oder wird die Feuernatur in uns, wie Eisen in der Schmiede durch kaltes Wasser -- zur festen Masse? weshalb auch %psychê% von %psychos% abgeleitet sein dürfte. Und weiter: erlischt er, wenn wir sterben und geht mit dem Leib zu Grunde, oder überlebt er ihn, oder ist er gar unvergänglich?« -- So schwankend sich auch Philo in diesen Worten ausspricht, so leuchtet doch die Meinung durch, daß der Geist ein Theil des göttlichen Äthers oder in diesen gekleidet sei.

[662] +Quod deterior. potior. incid. soleat II, 196, 198.+

[663] +De opificio mundi 33.+

[664] +Loco cit. 31.+

[665] Vgl. Paracelsus +De natura rerum+: »Denn wer kann wissen, was gut ist, ohne zu wissen, was böse ist.«

[666] +De allegor. III, 80.+

[667] +De allegor. III, 71.+

[668] +De allegor. 68.+

[669] +De allegor. I, 59.+ +De profugis 459.+

[670] +De Decalogo 754.+

[671] +Quis rerum divin. heres sit IV, 118.+

[672] +De allegor. 52-54.+

[673] +Quod Deus sit immutabilis II, 408.+

[674] +Leg. allegor. 142.+

[675] +De nobilitate II, 437.+ Vgl. auch den freimaurerischen Mythus vom salomonischen Tempelbau.

[676] +De opificio mundi I, 92.+

[677] +De opificio mundi I, 92.+

[678] +Loco cit. I, 100.+ Vgl. auch folgende Stelle aus Poiret +Göttliche Haushaltung, Frankfurt und Leipzig, 1714. 8°. III, 314+: »Uranfänglich vermochte der Mensch durch Geberde und Wort in der Kraft seiner Imagination und seines Willens die gesammte Körperwelt zu beherrschen. Sowie wir jetzt unsere Glieder bewegen können, wenn wir wollen, indem aus uns verborgene Kräfte in sie fließen, welche dieselben in Bewegung setzen, ebenso konnte der Mensch durch verborgene geistige Ausflüsse der Körperwelt befehlen, nämlich denjenigen Gegenständen, welche in seiner Nähe oder ihm gegenwärtig waren. -- Ebenso konnte der Mensch die sichtbare Welt auch durch seine Stimme allein beherrschen. Es war blos eine Erneuerung dieser ursprünglichen Natur des Menschen, wenn die Heiligen der alten Zeiten in Übereinstimmung mit ihrer Willens- und Imaginationskraft so große Dinge durch die Macht der Stimme oder des Wortes verrichteten, wenn z. B. Noah die Thiere zu sich in die Arche rief, Josua der Sonne und Moses dem rothen Meer befahl. Der Mensch hat die Sprache ursprünglich nicht zu dem Zweck allein erhalten, um seines Gleichen durch sie seine Gedanken mitzutheilen, denn das konnte er ursprünglich durch eine verborgene Wirkung oder durch das alleinige Verlangen bewerkstelligen, einem andern seine Gedanken kund zu thun.«

[679] +Loco cit. I, 100.+

[680] +Loco cit. I, 98.+

[681] +De opificio mundi I, 102.+

[682] +Loco cit. 108.+

[683] +De opificio mundi 104, 108.+

[684] +Loco cit. I, 114.+

[685] +Loco cit. I, 116.+

[686] Dieser Satz ist natürlich nicht im darwinistischen, sondern im ethischen Sinn zu verstehen.

[687] +De opificia mundi I, 98.+ »%Synkekrita gar ek tôn autôn, gês, kai datos, kai aeros, kai pyros.%« Das Feuer zielt wohl auf den ätherischen Astralkörper, da im Altertum der Äther als Feuer gedacht wurde.

[688] +Loco cit. I, 100.+

[689] +De sacrif. Abel 149.+

[690] Philo legt hier die klimatischen Jahre der Astrologie zu Grund, nämlich das 7., 14., 21., 28., 35., &c.

[691] +Quis rerum divin. heres sit 522, 523.+

[692] +De migrat. Abrah. III, 470.+

[693] +Quis rerum divin. heres sit 522, 523.+

[694] +De Cherubim II, 56.+

[695] Philo nennt hier nach Pythagoras nur Grammatik, Rhetorik und Musik. Er hätte statt dessen sagen sollen: occulte Schulung.

[696] Man vergleiche mit diesen Personifikationen der Gottheit die christliche Dreieinigkeit. Die Sophia ist die weibliche Potenz der Gottheit, Maria vergleichbar. -- Über obige Stelle s. +De somniis 587+.

[697] +De gigantibus 364.+

[698] +De profugis 562.+

[699] +Quis rerum divin. heres sit I, 501.+

[700] +De Mose III, 155.+

[701] +Quis rer. divin. heres sit 522.+ +De somniis 588, 590.+

[702] +De somniis I, 74.+

[703] +De nominum mutatione 356.+

[704] +De nominum mutatione 358.+

[705] +De somniis V, 68.+

[706] +Odyssee XI, 303.+

[707] +De somniis V, 56.+

[708] +De nominum mutatione IV, 334.+

[709] +De profugis IV, 264.+

[710] +De migrat. Abrah. III, 410.+

[711] +Quis rerum divin. heres sit IV, 30.+

[712] +Leg. alleg. I, 268.+

[713] +Genes. XXIV, 7.+

[714] +Genes. XXIV, 63.+

[715] +Exod. IX, 29.+

[716] +Leg. allegor. I, 154.+

[717] +De ebrietate III, 238.+

[718] Porphyrius berichtet z. B. von Plotinos, daß dieser während sechs Jahren nur viermal zur Anschauung gelangte.

[719] +De nominum mutatione IV, 332.+

[720] +De praemiis et poenis II, 413.+

[721] +De Dekalogo II. 198.+

[722] +De allegor. III, 76.+ Die Stelle scheint sich auf Präexistenz zu beziehen.

[723] +De gigantibus II, 382.+

[724] +De profugis 466.+

[725] +De sacrific. Abel.+

[726] +De Cherubim 108.+

[727] +De congr. pagan. 432.+

[728] +De praemiis et poenis 921.+

[729] +De Cherubim 124.+

[730] +De confusione linguarum 331.+

[731] +De somniis 586.+

[732] Hier kennzeichnet sich Philos Hebräerhochmut. -- L. K.

[733] +De vita contemplativa II, 473. Ed. Mangey.+

[734] +De vita contemplativa II, 474.+

[735] Also als somnambule Seher.

[736] Also ein zoroastrischer Gedanke.

[737] +De vita contemplativa II, 475ff.+ %gnôsis tôn theiôn kai ouraniôn%.

[738] +Josephus: De bello Jud. II, cap. 8.+ +Philo: Quod omnis probus liber sit II, 458.+

[739] +Loco cit.+

[740] +Josephus: Antiq. Jud. Lib. XVIII, 1.+ +Philo: Loco cit. 457.+

[741] +Josephus: Antiq. Jud. Lib. II, cap. 8, § 7.+

[742] +Loco cit. § 8.+

[743] +Philo: Quod omnis probus liber 459.+

[744] +Philo: Quod omnis probus liber 459.+

[745] +Josephus: Antiq. Jud. Lib. II, cap. 8, § 7.+

[746] +Loco cit. § 11.+

[747] +Quod omnis probus liber II, 458.+

[748] +Loco cit. § 6.+

[749] +De vita contemplativa II, 471.+

[750] +Loco cit.+

[751] %Philalêthês logos%. Vgl. +Opp. Philostr. ed Gotofr. Olear. Lips. 1709. Vol. I., p. 428 sq.+

[752] +Contra Celsum VI, 48.+

[753] +Apollonius von Tyana. Nach dem Griechischen des Philostratus. Rudolst. 1885. S. 5.+

[754] +Vita Apollonii. Lib. I, 1. 3.+

[755] +Ap. v. T. und Christus. Tüb. 1832. S. 215.+

[756] +A. a. O. S. 386.+

[757] +Vita Apoll. Lib. I, 2, 4-6.+

[758] +Vita Apollon. Lib. I, 3, 8.+

[759] +Lib. I, 3, 9, 10, 12.+

[760] +Lib. I, 3, 14, 15.+

[761] +Lib. I, 4, 16-18.+

[762] +Lib. I, 5, 19.+

[763] +Lib. I, 5, 23+. Vgl. auch +Herodot VI, 13, 119+.

[764] +Lib. I, 6, 23-37.+

[765] +Lib. III, 10, 15.+

[766] +Lib. III, 10, 16, 17.+

[767] +De myster. Aeg. II, cap. 7.+

[768] +Lib. III, 10, 34.+

[769] +A. a. O. 38.+

[770] +Lib. III, 10, 39.+

[771] +A. a. O. 44.+

[772] +Lib. III, 11, 58.+

[773] +Lib. IV, 12, 16.+

[774] +Lib. IV, 12, 20.+

[775] +A. a. O. 21.+

[776] Ähnliche Vorfälle teilt auch +Frommann: De Fascinatione. Norimb. 1675. 4°.+ mit.

[777] +Lib. IV, 12, 34.+

[778] +A. a. O. 13, 43.+

[779] A. a. O. 44.

[780] +Lib. IV, 15, 11.+

[781] +A. a. O. 13.+

[782] +Lib. V, 16, 24.+

[783] +Lib. VI, 17, 11.+

[784] A. a. O. 13.

[785] +A. a. O. 27.+

[786] +Lib. VI, 18, 32.+

[787] +Lib. VII, 19, 9, 10.+

[788] +A. a. O. 20, 38.+

[789] +Lib. VIII, 21, 5.+

[790] +Lib. VIII, 23, 12.+

[791] +Ap. Gesch. 5, 19. 12, 7.+

[792] +Lib. VIII, 23, 19.+

[793] +A. a. O. 23, 26, 27.+

[794] +Hist. eccl. VI, 19.+

[795] Die Gedankenübertragung ist in solchem Falle stets von der Willensthätigkeit des Übertragenden abhängig. Ist also der Wille des Übertragenden ein böser, bleibt der übertragene Gedanke an der Schwelle des Bewußtseins stehen und setzt er sich nur in körperliche Empfindung um, so wird eine derartige psychische Operation stets irgendwelche Krankheitserscheinungen im Gefolge haben, die um so greller sich geltend machen, je schwächer die Seelenkräfte des Objekts und je stärker die des Operierenden sind. Dies zugegeben, kann der Fall gedacht werden, daß +A+ auf +B+ in dieser Weise nachteilig einwirkt, so lange die Empfindung bei +B+ nicht zum Bewußtsein gekommen ist; wenn dies aber geschehen ist und +B+ eine stärkere psychische Kraft besitzt als +A+, so wird +B+ auf gleiche Weise reziprok wirken können, denn wie Paracelsus schon eben so naiv als richtig sagt: »der stärkere Geist überwindet den schwächeren, der stärkere wehrt sich besser und macht sich den schwächern unterthan.« Auf diese einfache Formel läßt sich die ganze heilende wie schadende Magie, das Maleficium, der böse Blick, das Beschreien und endlich der Heilmagnetismus zurückführen. Darin begründet sich auch die alte Erfahrung, daß Frauen, Kinder, Tiere &c., bei denen der Wille und überhaupt die psychischen Kräfte wenig oder gar nicht zur Entwickelung gelangten, als der »Bezauberung« ganz besonders unterworfen gelten.

[796] Vielleicht auch nur Experimentalpsychologen.

[797] +Enn. V. Lib. V. cap. 7.+

[798] +Enn. V. Lib. I, cap. 7. Lib. II, cap. 1.+

[799] +Enn. IV. Lib. III, cap. 17.+

[800] +Enn. V. Lib. I, cap. 4.+

[801] +Enn. III. Lib. II, cap. 1.+

[802] +Enn. V. Lib. IX, cap. 9. VI. Lib. VII, cap. 12.+

[803] +Enn. II. Lib. IV, cap. 4.+

[804] +Enn. III. Lib. V, cap. 3. V. Lib. I. cap. 6 u. 10. Lib. II, cap. 1.+

[805] +Enn. V. Lib. I, cap. 6.+

[806] +Enn. V. Lib. I, cap. 7.+

[807] +Enn. V. Lib. VI, cap. 4.+

[808] +Plotinos opusc. Stob. Eclog. Phys. pag. 113.+

[809] +Enn. VI. Lib. II, cap. 22.+

[810] +Loc. cit., cap. 3.+

[811] +Enn. VI. Lib. VII, cap. 14.+

[812] +Enn. III. Lib. VIII, cap. 2.+

[813] +Loc. cit., cap. 2.+

[814] +Enn. VI. Lib. IV, cap. 2.+

[815] +Enn. IV. Lib. VIII, cap. 3.+

[816] +Enn. VI. Lib. VII, cap. 9.+

[817] Sollte man nicht meinen, Plotin habe in seiner mystischen Ausdrucksweise den Kampf ums Dasein und die Vererbungstheorie antizipiert?

[818] +Loco cit.+

[819] +Enn. IV. Lib. IV, cap. 60.+

[820] +Enn. IV. Lib. VIII, cap. 8.+ +Lib. VIII. cap. 4.+

[821] +Enn. I. Lib. I, cap. 12.+

[822] +Enn. V. Lib. III, cap. 13 u. 14.+

[823] +Loco cit.+

[824] +Enn. VI. Lib. IX. cap. 7.+

[825] +Loco cit.+

[826] +Enn. VI. Lib. IX, cap. 10.+

[827] +Enn. V. Lib. II, cap. 1.+

[828] +Porphyrius: Vita Plotini 18.+

[829] +De abstinentia I, 30.+ +I, 59.+ +II, 45, 53.+

[830] Diese und die im Folgenden hervorgehobene Stelle sind die einzigen Spuren von der Lehre eines Seelenkörpers bei Porphyrius.

[831] +Sentenz 2, 3, 38, 39.+ +Stobaeus: Eclog. phys. Th. II, pag. 822.+

[832] +II, cap. 57 bis zum Schluß.+

[833] Dieser Satz Kiesewetters läßt auf einen sonderbaren Begriff desselben von »Psychophysik« schließen. -- L. K.

[834] +Vates.+

[835] Die Neuplatoniker haben auch die persisch-jüdische Vorstellung guter Dämonen als Engel und Erzengel in ihre Pneumatologie aufgenommen.

[836] Offenbar kannte Porphyrius die Erscheinungen des Hypnotismus und Mesmerismus.

[837] Wohl eher mit einer Hallucination. -- L. K.

[838] Wie mir scheint mehr als genug. -- L. K.

[839] +De myst. Aegypt. Sect. I, cap. 5.+

[840] +De myst. Aegypt. Sect. I, cap. 3.+

[841] +Loco cit. S. I, c. I, 21.+

[842] +Sect. III, cap. 4.+ Nichts seltenes in Irrenhäusern. -- L. K.

[843] +De myst. Aegypt. I, 10. III, 3.+

[844] +Loc. cit. I, 12, 13, 15. V, 23.+

[845] +Loco cit. III, 3.+

[846] +Loco cit. III, 22, 28, 29.+

[847] +Sect. III, cap. 14.+

[848] +Sect. II, cap. 10.+

[849] Die Theorie der Truggeister finden wir bereits bei Paulus vor, welcher (+2. Cor. 11, 14+) vom Satan spricht, der sich in einen Engel des Lichts verstellt. Augustin sagt in der +Civitas Dei, B. XIX, cap. 9+: »Es ist gewiß, daß jene Philosophen, welche die Götter zu ihren Vertrauten zu haben glaubten, unter böse Geister geraten waren, von denen sie betrogen wurden.« -- Psellus sagt in seiner Schrift +De operatione Daemonum+: »+Ante adventum boni spiritus frequens Daemonum coetus affluet et varii generis variaeque formae spectra daemonica praecurrant et appareant, ab omnibus partibus elementorum excitata, partim ac omnibus lunaris cursus portionibus composita etc. imo cum laetitia et gratia quadam blanditiae saepius occurentia, speciem bonitatis Initiato praebent.+« Reuchlin (+De verbo mirificio. Lib. II, cap. 1.+) fürchtet nichts mehr als diesen Betrug der Geister, und Luther sagt in seinen Tischreden, er wisse nicht, ob er dem lieben Gott dafür danken solle, wenn er ihm einen Engel ins Haus schickte, denn er würde sich kaum des Gedankens enthalten können, ob es nicht vielleicht der Teufel sei, und so erzählte er denn auch bei dieser Gelegenheit einige diesbezügliche erbauliche Anekdoten.

[850] +De myst. Aegypt. Sect. I, cap. 21.+

[851] +Loco cit., Sect. I, cap. 21.+

[852] +L. c. Sect. I, cap. 9.+

[853] Die Fürsten der Materie bei Jamblichus gleichen völlig den 7 höllischen Großfürsten des Höllenzwangs.

[854] Aus vorstehendem »Kaff« wird es, wenn Leute wie Jamblichus auch mit zu den »Philosophen« gezählt werden, wohl verständlich, wie verächtlich auch dieses Wort werden konnte. Tiefer konnte die griechische Philosophie wohl nicht sinken. -- L. K.

[855] Ganz wie im Höllenzwang.

[856] +De myst. Aegypt. Sect. II, cap. 3-5.+

[857] +De myst. Aegypt. Sect. II, cap. 6 u. 9.+

[858] +Sect. II, cap. 7.+ Ganz wie im Höllenzwang.

[859] Die gleiche Idee herrscht noch im modernen Spiritismus.

[860] Wie im Höllenzwang.

[861] +De myst. Aegypt. Sect. II, cap. 8.+

[862] +In Alcib. p. 76.+

[863] +L. cit. 89.+

[864] +Edit. Commel. Paris 1596. P. 56, 59.+

[865] Diese Probe der vollständigen Paralyse des Neuplatonismus dürfte genügen. -- L. K.

[866] +Occult. Phil. Lib. III, cap. 53.+

[867] +Zürich, 1776. 8°.+

[868] Im pythagoräischen Sinn.

[869] Wir haben hier also wieder einen eigenartigen Vergleich für die Doppelnatur des Menschen, die Lehre von einem transcendenten und empirischen Ich, wie sie schon den alten Mysterien nicht unbekannt gewesen zu sein scheint, dann bei Plato, Aristoteles und neuerdings bei Kant und du Prel sich vertreten findet. Vergl. S. 558ff., S. 613ff. oben.

[870] +Ammian XV, 9.+

[871] +Viscum L. album+, spielt noch jetzt als +mistle-toe+ bei der Weihnachtsfeier in England eine Rolle.

[872] Das heutige +Anglesey+.

[873] Wer sich für den sog. Neo-Druidismus, der zur Zeit wie eine Abart des Freimaurerwesens erscheint, des Näheren interessiert, sei auf den Aufsatz von Paulo »Enthüllungen aus den Druiden-Logen« in der Kritik, Wochenschau des öffentlichen Lebens (Berlin) III. Jahrgang Nr. 65. (25. I. 1896) S. 153-160 aufmerksam gemacht.

[874] Übe Enthaltsamkeit mit Zunge, Magen und --!

Anmerkungen zur Transkription

Die Rechtschreibung des Originaltextes wurde beibehalten, offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert. Sofern unterschiedliche Schreibweisen, wie »Ägypten« und »Egypten«, »sämmtlich« und »sämtlich«, mehrfach vorkamen, wurden jeweils beide Schreibweisen beibehalten.

In einigen Fällen wurde die gleiche Fußnotennummer auf einer Buchseite mehrfach verwendet, um auf dieselbe Fußnote zu verweisen. In diesen Fällen sind die wiederholten Fußnoten hier mit »dito« bezeichnet.

Für die Fußnoten 98, 497 und 595 gab es auf den betreffenden Buchseiten keinen Hinweis; in diesen Fällen habe ich die Hinweise an den Stellen eingefügt, die mir als die wahrscheinlichsten erschienen.

Im Buch war der Inhalt der Seiten 917 und 918 vertauscht, dies wurde berichtigt.

Außer der Korrektur offensichtlicher Druckfehler wurden folgende Änderungen vorgenommen:

S. 25: »British museum« wurde geändert in »British Museum« S. 27: »wird der dem reuevollen Bekenntnis« wurde geändert in »wird dem reuevollen Bekenntnis« S. 30: »die bezaubernde Person« wurde geändert in »die zu bezaubernde Person« S. 34: »anhörend betrachtet« wurde geändert in »angehörend betrachtet« S. 44: »durch seine oberste Emanation der Schöpfung der Welt« wurde geändert in »durch seine oberste Emanation die Schöpfung der Welt« S. 45: »man reichte deshalb« wurde geändert in »man reihte deshalb« S. 48: »Rohr des Schicksals, der Offenbarung der Enthüllung« wurde geändert in »Rohr des Schicksals, der Offenbarung, der Enthüllung« S. 51: »Der griechischen Tradition zufolge Delphos« wurde geändert in »Der griechischen Tradition zufolge soll Delphos« S. 58: »galt als besonders ominös« wurde geändert in »galten als besonders ominös« S. 63: »sondern auch daraus entnehmen« wurde geändert in »sondern auch daraus zu entnehmen« S. 76: »das Lichthorn in seiner einen Hand ist es ein Sinnbild« wurde geändert in »das Lichthorn in seiner einen Hand ist ein Sinnbild« S. 82: »um die Dews und Magier durch das Lesen des Zendavesta in die Flucht getrieben wurden« wurde geändert in »und die Dews und Magier durch das Lesen des Zendavesta in die Flucht getrieben würden« S. 83: »davon bereit sein« wurde geändert in »davon befreit sein« S. 84: »so fürchtet er doch nicht« wurde geändert in »so fürchtet er doch nichts« S. 108: »die aus dem Quell der Weisheit Orients« wurde geändert in »die aus dem Quell der Weisheit des Orients« S. 110: »als unter besondere Ized stehend gedacht« wurde geändert in »als unter besonderen Izeds stehend gedacht« S. 111: »von Arduisur kommen alle Wasser unter den Himmel« wurde geändert in »von Arduisur kommen alle Wasser unter dem Himmel« S. 125: »jedes Glied der lebendigen« wurde geändert in »jedes Glied der lebendigen Gemeinde« S. 129: »das Reich des Angrômainyus zu zerstören« wurde geändert in »das Reich des Angrômainyus zerstören« S. 132: »umgänglich notwendig« wurde geändert in »unumgänglich notwendig« S. 133: »Tempel zur Feuerverzehrung« wurde geändert in »Tempel zur Feuerverehrung« S. 142: »und mochte sie im Augenblick verdorren« wurde geändert in »und machte sie im Augenblick verdorren« S. 143: »daß er lerne sich vor dem Argen schützen.« wurde geändert in »daß er lerne sich vor dem Argen zu schützen?« S. 147: »aus und über der Erde mit allem« wurde geändert in »aus und über der Erde alle Berge mit allem« S. 148: »welchen Taschter über aber« wurde geändert in »welchen Taschter über« S. 150: »wie gesagt, wird in Hinsicht« wurde geändert in »wie gesagt wird in Hinsicht« S. 156: »drei andere drei Jahrtausende« wurde geändert in »drei andere Jahrtausende« S. 163: »dem Titel herausgab« wurde geändert in »unter dem Titel herausgab« S. 164: »woher komme« wurde geändert in »woher sie komme« S. 169: »Kleides eingeführt ist« wurde geändert in »Kleides eingeführt sind« S. 192: »allwissend und einig« wurde geändert in »allwissend und einzig« S. 194: »Brahma habe ich« wurde geändert in »Brahma habe sich« S. 211: »daß anstatt der menschlichen Zwillinge« wurde geändert in »daß sich anstatt der menschlichen Zwillinge« S. 220: »magnetisiert durch« wurde geändert in »magnetisiert man durch« S. 239: »durch dieselbe Prozedur wie am folgenden Tage« wurde geändert in »durch dieselbe Prozedur wie am vorigen Tage« S. 242: »an diesen gekrümmten Ufern« wurde geändert in »an dessen gekrümmten Ufern« S. 253: »diese Macht der Erhebung verlange« wurde geändert in »diese Macht der Erhebung erlange« S. 254: »Als er nach einer halben Stunde« wurde geändert in »Als nach einer halben Stunde« S. 257: »von diesem unvergänglichen Körper« wurde geändert in »von diesem vergänglichen Körper« S. 269: »sprachen hin und her meinten« wurde geändert in »sprachen hin und her und meinten« S. 273: »Ravesu-masotep en Ra« wurde geändert in »Vesu-ma-Ra sotep-en-Ra« S. 297: »sorgfältig geheim geheim geheim gehalten« wurde geändert in »sorgfältig geheim gehalten« S. 316: »Die schauernde Naturmagie« wurde geändert in »Die schauende Naturmagie« S. 335: »in der umfangreichsten« wurde geändert in »in der umfangreichsten Weise« S. 352: »daß die Schriften des Plotinus« wurde geändert in »daß sie die Schriften des Plotinus« S. 370: »der jede etwas Unendliches repräsentiert« wurde geändert in »deren jede etwas Unendliches repräsentiert« S. 390: »nach denen die Autorität« wurde geändert in »auf denen die Autorität« S. 397: »sehen wir den letzten dieser Attribute« wurde geändert in »sehen wir in den letzten dieser Attribute« S. 398: »Über den Sinn dieser Allegorien« wurde geändert in »Über den Sinn dieser Allegorie« S. 409: »Dieser erhabene Glaube« wurde geändert in »Diesen erhabenen Glauben« S. 436: »das wiewohl das Körperliche nichts sieht, dennoch die N'schama, so daß Massel ist« wurde geändert in »daß wiewohl das Körperliche nichts sieht, dennoch die N'schama, so das Massel ist« S. 467: »was diese bewege, gesucht?« wurde geändert in »was diese bewege, gesucht.« S. 476: »abgeleitet haben« wurde geändert in »abgeleitet zu haben« S. 480: »letzteres aber« wurde geändert in »letztere aber« S. 550: »Parag. und Paralipomen.« wurde geändert in »Parerg. und Paralipomen.« S. 575: »das ewig und veränderlich Seiende« wurde geändert in »das ewig und unveränderlich Seiende« S. 594: »daß er bei seinem Entweichen« wurde geändert in »daß es bei seinem Entweichen« S. 602: »nicht nur nicht in der Lage« wurde geändert in »nicht nur in der Lage« S. 660: »vor allem durch Gebote« wurde geändert in »vor allem durch Gebete« S. 661: »als wenn hin und wieder« wurde geändert in »als wenn man hin und wieder« S. 671: »beim Festmahle das Dis« wurde geändert in »beim Festmahle des Dis« S. 697: »sein Geschlecht abgeben sollen« wurde geändert in »sein Geschlecht angeben sollen« S. 700: »da er die Wahrheit nicht zu erkennen begann« wurde geändert in »da er die Wahrheit zu erkennen begann« S. 737: »so mag er doch nur« wurde geändert in »so vermag er doch nur« S. 739: »der sterblichen abgestorben zu sein glauben« wurde geändert in »der sterblichen Hülle abgestorben zu sein glauben« S. 741: »in ihr innerstes Heiligtum versengt« wurde geändert in »in ihr innerstes Heiligtum versenkt« S. 741: »einem tieferen Sinne unterlagen« wurde geändert in »einen tieferen Sinn unterlegen« S. 805: »Herren und Seelen« wurde geändert in »Heroen und Seelen« S. 809: »Streben nach mystischen Henosis« wurde geändert in »Streben nach der mystischen Henosis« S. 817: »Nachtbar des Müssens« wurde geändert in »Nachbar des Müssens« S. 828: »gerade ihrer Grausamkeit zur Zeit« wurde geändert in »gerade ihrer Grausamkeit wegen zur Zeit« S. 853: »Woher sind denn?« wurde geändert in »Woher sind sie denn?« S. 860: »ist uns wenig Zuversichtliches« wurde geändert in »ist uns wenig Zuverlässiges«

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