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Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit (1866) Neue Folge. Dreizehnter Band. (part 3 of 3)

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Contents (3)

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Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit (1866) Neue Folge. Dreizehnter Band. (part 3 of 3)

Auf den 27 Feldern befinden sich vorzugsweise einzelne Figuren unter einfachen architektonischen Rahmen, darunter zwei männliche und zwei weibliche Donatoren, die /einer/ Familie angehören. Im zweiten Felde von unten (heraldisch) links kniet der eine Ritter, „Herr Pernger[A] tumerstarffer“; ihm gegenüber (heraldisch rechts) seine Frau „Margaretha wolfsawerin“. Der Ritter kniet hinter seinem Wappenschilde, der eine gezinnte Theilung von Blau und Gelb zeigt. Auf dem Wappenschilde stehen zwei Helme, von denen der zur Rechten ein Paar Büffelhörner im Hermelin mit gelben Pinnen (Kämmen), der zweite einen Flug mit der Tinktur des Schildes als Helmzier trägt. Die Tracht des Ritters zeigt die Beine bereits total in Eisenschalen, ohne die Kettenpanzer irgendwo erscheinen zu lassen. Ebenso die Arme; der Lendner ist, nach der heraldischen Tinktur des Schildes Blau in Gelb zinnenförmig getheilt, aus Leder, so daſs seine Nähte sichtbar sind. Eine Halsberge könnte etwa durch die Zeichnung des Musters ein Kettengeflecht andeuten sollen; jedenfalls ist sie von Eisen; der Helm zeigt ein aufgeschlagenes Visier, das sich um einen durch eine Rosette gezierten Stift an der Stirne dreht und so ganz am oberen Ende befestigt ist. Hinter dem Rücken erscheint ein gelber, verzierter Streifen, vollkommen der Kapsel des Albertus ähnlich. Er zeigt horizontale Linien als Verzierung und läuft unten in ein Ornament aus. Die Gesichtszüge sind so hart, die Darstellung so roh, daſs wir das Gesicht nicht als Porträt betrachten möchten, obwohl der eine Zahn, welcher sichtbar ist, das andeuten dürfte. Der Grund des Glasgemäldes ist roth. In den gefalteten Händen trägt der Ritter ein Spruchband mit der Inschrift: miserere mey deus secundum. Seine ihm gegenüber knieende Hausfrau hat einen von Blau und Weiſs getheilten Schild in umgekehrten Farben gerändert, als Helmzier einen weiſsen Schwan, der in eine weiſse Helmdecke mit blauem Futter übergeht. Der Grund der Darstellung ist grün, und in dem grünen Grund sind Flügel des Schwans durch schwarze Zeichnung angedeutet. Im 7. Felde von unten rechts ist ein zweiter Ritter Herr „Jorg tumerstarfer“. Er kniet hinter demselben Wappen, das auch Bernhard hat, so daſs er als dessen Bruder zu betrachten sein dürfte. Sein Kostüm ist jedoch reicher, als das des vorigen. Die Halsberge hat die Gestalt eines groſsen Kragens und dürfte als ledern zu betrachten sein; sie ist mit Fransen eingesäumt und trägt zwei Wappen, von denen das rechts ein Kreuz, das links eine Wiederholung des Hauptwappenschildes enthält. Der Zopfbehälter trägt hier eine Einfassung von Perlen und ist mit Schuppen geziert, die groſse Geflechte andeuten. Als Wehrgehänge hat er um den Leib einen zweiten Zopf gelegt, der einen verschlungenen Knoten zeigt und in langer Schleife herabfällt; der letztere Umstand läſst uns allerdings sehen, daſs unsere frühere Meinung, die Zöpfe wären durchgehends in Metallkapseln gefaſst gewesen, unrichtig ist, und daſs die sichtbaren Hüllen der Zöpfe vielmehr aus Stoff, etwa Goldstoffen bestanden, die einen metallenen Endbeschlag hatten[B].

Für diese Anschauung sprechen auch die Wandgemälde in der Kirche zu Königsfelden in der Schweiz, von denen wir in einer der nächsten Nummern Abbildungen geben zu können hoffen. Diese zeigen die Zopfhüllen in denselben Farben, wie die Lendner und mit Metallspitze versehen. Ein Spruchband in den Händen des Ritters besagt: ora pro me sancta dey genitrix. Unmittelbar unter ihm kniet seine Frau, die „frow anna, Eberhart Paierhofer tochter“. In ähnlicher Weise, wie bei einer der Gemahlinnen Herzog Albrechts, ist auch bei ihr ein langer, geflochtener Zopf sichtbar. Ihr Wappenschild ist durch eine linke weiſse Spitze in Roth und Blau getheilt; die Helmdecke blau mit weiſsem Futter; die Helmzier ein Flug in den Tinkturen des Schildes.

Die Stellung der beiden Tafeln im Fenster zeigt deutlich, daſs dieselben nicht mehr am ursprünglichen Platze sich befinden. Wahrscheinlich nahmen ehemals die beiden Männer die untersten zwei Tafeln rechts, die beiden Frauen die untersten Tafeln links ein. Da sie jetzt versetzt sind, so möchten wir keineswegs definitiv die Frage abgeschnitten haben, ob die Ehepaare so zusammengehörten, wie wir sie zusammengestellt haben, überlassen diese Frage vielmehr den Genealogen. Unter den Heiligenfiguren des Fensters befinden sich Bernhard, Georg, Margaretha; eine heilige Anna befand sich wol in den jetzt durch sehr schlecht gemalte Scheiben erneuerten Theilen.

A. /Essenwein/.

FUSSNOTEN:

[Fußnote A: Wahrscheinlich Berinher oder Bernhard, da unter den Figuren des Fensters auch der heil. Bernhard vorkommt. Vgl. Förstemann’s altd. Namenbuch, I, 231 f.]

[Fußnote B: Wie die frühere Tafel zeigt, ist die Kapsel des Albertus nicht anders als metallen zu betrachten.]

Die Sprichwörtersammlung des Friedrich Peters.

Von Subrektor J. /Franck/ zu Annweiler.

(Fortsetzung.)

Als Quellen seines Buches dienten Peters theils früher erschienene Sammlungen, unter welchen er namentlich diejenige /Neander’s/ [1586] anführt, den er (Bl. (?) vj^b) „seinen lieben alten Praecptor, Rector der loͤblichen Schul zu Ilfeld“ nennt, theils die Schriften seiner Zeit- und theologischen Amtsgenossen des 16. Jahrh., bekanntlich die goldene Periode und fast unerschöpfliche Fundgrube deutscher Sprichwörter[CV], und unter diesen besonders diejenigen /Luthers/, sowie endlich der /Volksmund/ selbst, „die gemeine tegliche vnterredung in Collationen vnnd sonsten.“ Seine eigenen Worte in jeder dieser Beziehungen sind (Vorrede, Bl. (?) vj^b-(?)vij^b) folgende: „Das aber solche Spruͤche beyleufftig vnd nach langheit der zeit ohn muͤhe mit guter weile sind zusam̃en gelesen vnnd auffgezeichnet/ hat anfenglich der Achtbare/ wolgelehrter vnd weitruͤmbter mein lieber alter Praeceptor M. Michael Neander S. Rector der loͤblichen Schul zu Ilfeld verursacht damit das er in seinem Buͤchlein/ genant Ethice vetus/ gleiche Arbeit angewendet/ vnd etliche Teutsche Spruͤche vn̄ Sprichwoͤrter zu hauff gebracht hat mit einem solchen Titel/ Veterum sapientum Germanorum sapientia, das ist der alten weisen Teutschen Weiſsheit: Welcher auch vmb des willen bey diesem Buͤchlein behalten ist.

Darnach hat dieses noch viel mehr vrsach dazu gegeben/ das vnser lieber Vater der tewre hocherleuchte Man Gottes D. Martin Luther bey seiner grossen beschwerlichen Muͤhe vnd Arbeit/ auch gleichsfals der alt Herr M. Johannes Matthesius ein auſsbuͤndig trefflicher Prediger/ vnd ander mehr gelehrte Christen Leut jhnen solche Weltarbeit nicht haben lassen miſsfallen/ sondern... in jren Schrifften vielmals allerley runde sinnreiche Spruͤche vnd gemeine lehrhaffte Sprichwoͤrter gefuͤhret/ auch feine heilsame Erinnerung von guten Sitten vnd gemeinem Lauff der Welt in lustige schoͤne Reim gefasset/ wie solche Spruͤche/ so viel muͤglich gewesen/ aus jhren Buͤchern/ so wol als auch aus ander rechtlehrender Theologen vnd Weltweiser Leut Schrifften/ auch auſs der H. Bibel selbst auffgezeichnet/ vnd hieher in diſs Buͤchlein gebracht sind/ also/ das hie kein Spruch zufinden/ der nicht entweder in gemeiner sittiger Rede gebrauchet werde/ oder in guten Buͤchern bereit auffgeschrieben oder gedruckt gewesen. -- Da es nun vnsern fuͤrtrefflichen Theologis als auch weltweisen Leuten wol angestanden/ das sie in jhren Buͤchern nicht allein sinnreiche kurtze Lehrspruͤche/ sondern auch gemeine Sprichwoͤrter in schlechter Rede oder schoͤnen Reimen gefuͤhret vnnd zierlich gebraucht haben/ so wird auch diese geringschetzige Arbeit niemand billich koͤnnen miſsfallen/ das es ist im lesen auſs jhren Buͤchern auffgeschrieben/ oder aus gemeyner teglicher vnterredung in Collationen vnnd sonsten auffgefasset/ vnd in ein Ordnung gebracht ... ut non dubitemus, quin libellus iste, quanquam nec doctus est nec elaboratus, tamen utilis futurus sit & lectu jucundus.“

Die Abfassung der Sammlung fällt noch in das 16. Jahrh., und zwar in die siebenziger und achtziger Jahre desselben; denn Pol. Leiser[B] in seiner Dedication erwähnt (Bl.):(5^a), daſs er „mehr denn vor zehen Jahren... gesehen/ das... Petri sein vielgeliebter Gefatter... diese Alte Teutsche Sprichwoͤrter vnd artige kurtze sinnreiche Spruͤche zusammen geschrieben/ vnd zu dem Drucke verfertiget hatte.“

Die Sammlung zerfällt, wie schon Eingangs erwähnt, in drei Theile, von welchen der erste (59 Bll.) von minderem Werthe ist, weil er etwa zur Hälfte nur versificierte oder umschriebene biblische Sentenzen liefert, der dritte (8⅔ Bll:) quantitativ die wenigsten Sprüche enthält und der zweite (428½ Bll.) das Hauptwerk bildet. Der Inhalt eines jeden Theiles folgt zwar dem Anscheine nach in alphabetischer Ordnung, diese ist aber in Wirklichkeit eine höchst oberflächliche und illusorische und verringert für den Forscher den Werth des Buches. Der Verfasser hat sich nämlich begnügt, sämmtliche Sprüche nur nach ihren /Anfangsworten/ zusammenzustellen, wodurch die meisten Artikel zu einer unübersehbaren Voluminosität angeschwollen sind. So umfassen die Anfangsworte „Der“ (I. Th.) 167 und (II. Th.) 824 Sprichwörter; „Die“ (I. Th.) 79 und (II. Th.) 709; „Das“ (I. Th.) 77 und (II. Th.) 378; „Es“ (I. Th.) 97, (II. Th.) 1368 und (III. Th.) 17; „Geld“ (II. Th.) 129; „Gott“ (I. Th.) 217, (II. Th.) 169 und (III. Th.) 6; „Im“ (In, Ins) (I. Th.) 46, (II. Th.) 173 und (III. Th.) 4; „Man“ (I. Th.) 18, (II. Th.) 93 und (III. Th.) 15; „Narren“ (II. Th.) 129; „Was“ (I. Th.) 74 und (II. Th.) 599; „Wenn“ (Wenns) (II. Th.) 796; „Wer“ (Wers) (I. Th.) 219, (II. Th.) 2102 und (III. Th.) 32 u. s. w. Aber auch diese Ordnung wird nicht consequent durchgeführt, da sie nicht selten durch ungehörige Einschiebsel unterbrochen ist; so müssen z. B. mitten in „Auff“ (II. Th. 79 Spr.) /Auffgeschoben/, /Auffrecht/, /Auffrichtigkeit/, in „Es“ /Esel/, /Essig/, /Esse ich/ etc., in „Den“ /Dencken/ aufgesucht werden. Der Schluſs des zweiten Theiles bringt auſserdem nach dem Worte „Zwo“ (Bl. ~Oooiij~^a-~Pppviij~^b) noch eine neue von ~A~-~Z~ reichende ähnlich geordnete Zusammenstellung. Durch diese höchst primitive Anordnung wird das Aufsuchen eines Spruches und dessen Vergleichung in anderen Sammlungen sehr erschwert und ist schlieſslich oft eine ganz vergebliche.

Der /erste/ Theil beginnt (Bl. ~A~^a) mit dem Spruche: „Abgoͤtterey ist Gottes gespey/ | Vnd bringet Jamer mancherley“, der letzte (Bl. ~Hiij~^b) lautet: „Zwey ding weiſs ich. Ein armer Suͤnder bin ich. | Gott ist Barmhertzig/ Das eine bekenne ich/ | Das ander glaub ich/ | Gott ist mir Suͤnder gnedig“. Die Sprüche des /zweiten/ Theiles beginnen sogleich auf der Titel-Rückseite (Bl. ~Hiiij~^b) mit dem ersten: „Abbruch der Muͤntze thut vns lehren/ | Wie sich die Welt hendel verkehren“ und schlieſsen (Bl. ~Pppviij~^b) mit: „Zween thun mehr denn einer/ wenn sie auch das Brot | bettlen solten“, denen sich noch (vergl. oben) die sanitätlichen und calendarischen Mittheilungen anschlieſsen, welche nichts Sprichwörtliches enthalten. Der erste Spruch des /dritten/ Theiles lautet (Bl. ~Rrriiij~^b): „Ade Tugend/ hab ich Geld/ so bin ich lieb“ und der letzte (Bl. Sss4^a): „Zween Finger auffheben ist leichter/ denn ein Spaden voll Erde“. Der „APPENDIX“ beginnt (Bl. Sss4^b): „Alte Leut gehen alle Tage auff Grabes Bort“ und schlieſst, und zugleich die ganze Sammlung, mit:

Hettstu geschwiegen vnd gedacht/ So hett man dich fuͤr witzig geacht.

Eine Erklärung der Sprichwörter findet nur selten (im Ganzen 85mal) und dann nur in wenigen Worten statt; z. B. (Bl.~ Qij~^a): „Die Deutschen trincken des Abends den Wein/ am Morgen die Hefen/ /Das ist der Brantewein/“, oder (Bl. ~Qiij~^a): „Die faulen ruͤche/ geben die gute schluͤche/ /Sprechen die Ferber/“, oder (Bl. ~Sv~^a): „Eilff und sieben/ | Wo ist mein Gut geblieben? /so klagen die Spieler/“ -- weil, wie der Verfasser glaubt (Bl. (?)~iiij~^a) „die Spruͤche vnd die Lehr aus denselbigen ohn Erklerung auch dem gemeinen Man bekant sind.“ Es mochte allerdings diese Regel und in den meisten Fällen für jene Zeiten ihre Gültigkeit haben; uns Epigonen aber ist, wie so manches Sprichwort der Altvordern, so auch das Verständniſs vieler, besonders sprichwörtlicher Redensarten[CX] abhanden gekommen und wir vermissen auch hier nicht selten und ungerne eine Erläuterung; vgl. „Anken hilfft dem Krancken nicht“ (Bl. ~Iiiij~^a); „Ein alter Man mauset gemainiglich einem andern einen Sperber fuͤr“ (Bl. ~Svj~^a); „Sie muͤgen zuͤrnen/ biſs die grawen Roͤcke vorgehen/ die ohn vrsach zuͤrnen“ (Bl. ~Ss~^a); „Von Seelen/ Engeln vnnd Fischen ist nicht gut predigen“ (Bl. ~Sssij~^a); „Gegen den Abend gehen die Fische“ (Bl. ~Eevj~^b); „Leufft Heintz so kompt Cuntz wider: Wen aber Heintz Cuntzen sagt/ wie es jhm gangen sey/ so bleibt Cuntz mit Heintzen aus“ (Bl. ~Mmvj~^a) „Sanct Linhart gibt sein Eisen niemand/ es steles jhm den ein Dieb“ (Bl. ~Rriiij~^b -- Bauernregel?); „Lieffland/ Blieffland“ (Bl. ~Mmvij~^b) u. a. m. Den Spruch (Bl. ~Sssij~^a): „Wachse Ertz/ wachse/ ob man schon nicht nasse Fluͤsse zusetzt“ erklärt Peters: „/Ist boͤser Bergleut Sprichwort/ vnd boͤser Brauch/“. Ein uralter Volksspruch steht auf Bl. ~Bbiij~^b: „Wenn der weisse Reuter helt fuͤrm Holtz/ so ist gewiss der Sommer fuͤrhanden/ /Ist der Dornbusch in seiner weissen Bluͤet/“. Lateinischer Sprüche bedient sich Peters äuſserst sparsam, und dann stehen sie in Verbindung mit einem deutschen zu dessen Illustrierung, wie: „Der kiefel ist der alten Schutz/ Viro seni maxillae baculus“ (Bl. ~Oiiij~^a). /Apologische/ Sprüche fehlen gänzlich, und es bleibt, ungeachtet seiner in der Vorrede ausgesprochenen Ansichten über Spruch und Sprichwort, zu verwundern, daſs Peters nicht einen einzigen dieser hübschen Sprüche, welche bekanntlich /Neander’s/, seines Lehrers, Sammlung so werthvoll und anziehend machen, in die seinige aufgenommen hat. Die Zahl der /niederdeutschen/ Sprichwörter beläuft sich auf 24; sie sind stets durch gröſseren Druck ausgezeichnet und gehören meistens zu den seltneren. Als Probe und Charakteristik mögen dieselben nebst der doppelten Anzahl hochdeutscher in nächster Nummer folgen.

(Schluſs folgt.)

FUSSNOTEN:

[Fußnote A: Von /theologischen/ Schriften des 16. Jahrh. und den ersten Jahren des 17. enthalten beispielsweise: /Geiler von Kaisersberg’s/ Werke gegen 2000 Sprichwörter, sprichw. Redensarten und Vergleiche (Predigten über d. Narrensch. 231); /Luther’s/ deutsche Werke (Jena, 1575. XI Voll. Fol.): Kirchenpost. 397, Hauspost. 234, Colloquia 831... in Summa 4158; /Matthesius/, Sarepta 468, Postilla 603, Syrach 1396; /Casp. Huberinus/, Erkler. des Jes. Syrach (1569) 739; die Postillen des Pauli (1572) 238, M. /Chemnitius/ 85, /Val. Herberger/ (Hertz Post.) 1487; das /Theatrum Diabolorum/ (1575) 676; /Dieterich/, Buch d. Weiſsheyt 706; H. /Leuchter/, Prediger Salomo (1603) 69; M. /Vischer/, Auſsleg, d. Catechismi (1573) 491; /Christoff. Fischer/, Ausleg, d. Psalters (1590) 684. -- Ich beschränke mich auf diese wenigen und lasse anderweitige Schriften jener Zeit und des 17. Jahrh. (Satiren, Facetien, Wörterbücher, Chroniken, Stammbücher, Praktiken und Kalender etc.), welche leider und zum gröſsten Theile den Sammlern deutscher Sprichwörter bislang eine völlige terra incognita geblieben, oder doch nur in sehr getrübten Quellen bekannt geworden sind, ungenannt. Aber es mag dies wol genügen, um anzudeuten, welche Schätze hier noch vergraben liegen, und um jeden Freund unserer Sprache, dem Beruf, Neigung oder Muſse gegeben ist, zu ermuntern, das Seinige zur Hebung dieser Schätze beizutragen und so den Aufbau eines erschöpfenden, auf /chronologischer/ Grundlage ruhenden nationalen Sprichwörter-Lexicons, eines Corpus Proverbiorum Germanicorum ermöglichen zu helfen.]

[Fußnote B: /Policarpus Leiser/ war 1588 Superintendent zu Braunschweig; geb. 1552, † 1610 als Oberhofprediger zu Dresden.]

[Fußnote C: Z. B.: Den Abt reiten lassen. -- Das sind böhmische Dörfer; (keineswegs aus oder nach den Religionskriegen; schon bei G. /Rollenhagen/, Froschmevseler. Magdeb., 1621. 8. Bl. ~N~^a. Erster Druck: 1595. 8.) -- Das geht über das Bohnenlied! (schon im 15. Jahrhundert. Vergl. /Adalb. v. Keller/, Fastnachtspiele. Stuttg., 1853. 8. II, 845). -- Auf einem fahlen Pferde ertappt werden. -- Der ie genante der ie genas. /Boner/ (Benecke) XVI, 28. G. Amur, 1985[?]. -- /Das hat geschellt bei Durlach!/ (Pfälz. Redensart.) -- Da liegt der Hund begraben! („Da ligt der Hund“ -- „vnd klopfft auff seine daschen.“ /Hans Sachs./ Nürnberg, 1579. V, CCCXCIX^1. „Da ligt der Hund begraben.“ G. /Rollenhagen/, a. a. O. Bl. ~Aaiij~^a; „Hie liegt der Poet begraben. Hic situs est vates.“ /Gürtleri/, Lexicon. Basil., 1731. 8. situs). -- Am Hungertuche nagen („neen am hungertuch Vnd müssen halben Sack zuͦbinden“). H. /Sachs/, Nürnb., 1558. I. Bl. 575^2; „das Hungertuch aufhengen“. /Val. Herberger/, Magn. Dei. Leipzig, 1605. I. 257. 267; „ins Hungerland ziehen“, id. Hertz Post., 1612, I, 305; „das Hungertuch, welches am Aschermittwoche gebraucht wurde, am Charfreitag zu Abend herablassen.“ W. /Linck/, Sermones. Altenb., 1523. 4. bei /Vulpius/, Curiosit. Weimar, 1811. 8. II, 477. „Velum jejunii“ schon im 13. Jahrh. cf. /Haltans/, gloss. (Leipzig, 1758) 981. -- Einen Korb erhalten (= „durch den Korb fallen“. /Tschudi/, chron. lib. IV, p. 188 ad ann. 1282.

„Doch wenn er meint am vesten steh/ Nemt sie ein andern zu der Eh/ Als denn so ist er vor jn allen Gantz spotweiſs durch den Korb gefallen/ Vnd thut jedermann von jm sagen/ Der buler hat die Weiſs geschlagen.“

H. /Sachs/, 1579. V. CCCXCVII^1. „Und ich durch den Korb gefallen bin“. /Jak. Ayrer/, Spieg. weibl. Zucht, um 1600, bei /Tieck/, deutsch. Theater I, 275. 290. Die Redensart bei H. Sachs stets vom männlichen Geschlechte; vom weiblichen dagegen: „Durch das Sieb fallen“, a. a. O. CCCXCVII^2.)]

Die Landrichter zu Sulzbach im 14. und 15. Jahrhundert.

Mitgetheilt von /Leonh. Platzer/, k. Landrichter, zu Sulzbach.

(Fortsetzung.)

Damit ich aber wider auf Hannsen von Abensperg Landrichtern zu Sulzbach komme, ist derselbe Hrn. Ulrichen 3. von Abensperg Sohn gewesen, hat 5 Brüder gehabt, unter welchen Dietrich Bischoff zu Regenspurg worden und Anno 1383 gestorben[11]; seine Mutter[12] ist eine von Gundelfingen gewesen. Anno 1369 war obgemelter Hr. Hanns von Abensperg Herzog Fridrichs in Niderbeyern Hoffmeister, in grossen ansehen, anno 1371 Ist Er pfleger von Vohburg worden, das folgende Jahr Haubtmann über den Landfriden in ober Beyern, aõ 1376 war er Vizedom in ober Beyern, und anno 1384 Landrichter und Statthalter zu Sulzbach, hats aber nur ein Jahr verwaltet. Anno 1392 hat er den Turnir...[13]. 1397 ligt zu Rohr in der Capellen, so Er gestifftet, begraben unter einen erhabenen Stein, darauf stehet, das Er 1400 gestorben sey. Seine Frau war Agnes von Lichtenstein aus Österreich, welches Geschlecht zu unseren Zeiten zum fürstlichen Stand erhoben worden. Die hat ihm geboren 5 Söhn, Jobst, Bernhard, Ulrich, Wilhelm, Gorgen und 4 Töchter. Jobst Zeuget Hannsen v. Abensperg[14]). Hanns zeuget Nicolaum den letzten dieses Geschlechts, welcher Anno 1485 von Herzog Christoph aus Beyern Jemmerlich ist erstochen worden. Nach seinem Tod ist die Herrschafft abensperg an Herzog Albertum in Beyern gefallen, der die nechsten freund mit einen Stück gelts von Abensperg hat genzlich abgewiesen.

9. Johanni von Abensperg succedirt in die Pfleg Sulzbach /Conrad Truchses/ von Holnstein[15].

10. /Heinrich Kemmather/ Pfleger zu Sulzbach 1390[16].

11. /Jacob Rammelsteiner/, 1394[17]. Die Ramelsteiner sind auch ein uralt adelich geschlecht, den im Tradition Buch zu Regenspurg bey St. Emmeram wird eines Rammelsteiners Rudiger gedacht, so gelebt ums Jahr 1070[18]. Es wird ihr auch im beyerschen Turnirbuch gedacht,

Es kamen auch mit guten Fug Die Rammelsteiner von den Lug[19].

Lug ist ein schlos, ligt ienhalt[20] der Laber in der Pfalz oder Nortgau[21].

12. Anno 1395 /Eberhart Schweppermann/ Landrichter zu Sulzbach, vielleicht ein nepos Seyfried Schweppermans so anno 1337 mit Dot abgangen[22].

13. /Hans von Wolfsstein/ eques auratus ums Jahr 1399[23]; dieſs Geschlecht sind hernach zur freiherrlichen dignität erhoben Worden, so noch heut unweit Neumark ihr residenz haben, schreiben sich Freiherrn von Birbaum u. Wolfstein.

14. Anno 1405 /Altmann Kemnather/.

15. /Wilhelm von Wolfstein/, 1417[24].

16. /Herman von Wolfstein/ Ritter 1432[25].

17. /Martin von Wiltenstein/[26] starb zu Nürnberg in der Charwochen 1466.

18. /Hartung Eggloffsteiner/ hat sich von Bernfels geschrieben ist Landtrichter zu Sulzbach worden, 1437[27].

19. Anno 1453 Herr /Hans von Stauffen/[28], sein Hausfrau ist gewesen Margaretha ein Schenkin von Geyern. Sie verkauffen sammt Wilhelm Schenken das oberschlos Truchtling sammt den halben Mark denen von Pappenheim[29]. Dieser Hans von Stauffen ist[30] 1469 Vicedom in Niderbeyern worden.

20. /Wilhelm Paulsdorffer/ ward Landrichter zu Sulzbach 1458. Dieses adelich geschlecht hat sich von Kührn und Tenasberg[31] geschriben. Kührn ist ein hochschlos nicht weit von Regenspurg welches die Paulsdorffer kauflich an sich gebracht circa 1394, und hat dieses Schloſs Kührn zu Regenspurg vil freyheiten gehabt, unter anderen das man ein iede edle Frau von Kührn alle 14 teg wen sie es begehret, in einem Kobel Wagen mit 4 pferdten zu Kirchen nach Regenspurg hat müssen holen. Das Messerschmidhandwerk zu Regenspurg empfahet durch den eltesten meister des Handwerkes das Lehen vom Inhaber des Schloses Kührn, und ist schuldig, das Er einen grossen Wezstein in seinen Laden muſs aufhengen und einen ieden in Paulsdorffers namen so es begert, sein Messer wezen umsonst[32]. Der Paulsdorfer Begräbniſs ist zu Regenspurg bei den baarfüssern in Capitelhaus, dessen gottes Haus sie Vogtherrn gewesen[33].

(Schluſs folgt.)

FUSSNOTEN:

[Fußnote 11: Hat wol gehauset und zu dem Stifft Stauf, Auting, Eglofsheim wieder gelöset. G. M.]

[Fußnote 12: Elisabeth. G. M.]

[Fußnote 13: mangelhaft! -- „den Tournier, zu Schaffhausen gehalten, besucht, ist verstorben A. 1397“ -- so bei G. M.]

[Fußnote 14: Die folgenden 7 Worte von „Hans“ bis zu „Geschlechtes“ fehlen bei G. M.]

[Fußnote 15: Ist vielleicht aus den Posteris Heinrich Truchseſs des ersten Bayerischen Pflegers zu Sulzbach gewesen, ich finde sonst von diesem Geschlechte nichts. Zusatz bei G. M.]

[Fußnote 16: Ums Jahr Christi 1390. G. M.]

[Fußnote 17: Ums Jahr Christi 1394. G. M.]

[Fußnote 18: 1270. G. M.]

[Fußnote 19: von der Lug. G. M.]

[Fußnote 20: wol „jenhalb“ zu lesen; -- jenseit. G. M.]

[Fußnote 21: Dieser Jacob von Rammelstein schrieb sich von Loch, einen Hofmeister, der ohn einen der Letzte dieses Geschlechts. Vid. Hund. -- Sebastian Rammelsteiner von Loch und Eichhofen A. 1566 von einem Burger von Regenspurg, Steyerer genannt, vor der Stadt erschossen, verlieſs einen Sohn Wolf Heinrich genannt. G. M.]

[Fußnote 22: Ein erfahrner alter Kriegsmann, der seinen Herrn Ludovico Bavaro einen herrlich Sieg erhalten. Davon oben im ersten Theil. G. M.]

[Fußnote 23: Ein Sohn Alberti so verstorben A. 1356, hat einen Bruder gehabt Ehrenfried von Wolfstein, welcher Engeltraut, Wolfgangi von Lichau Tochter gehabt. G. M.]

[Fußnote 24: Ritter und Landrichter zu Sulzbach, ist Gottfried’s Sohn gewesen, hat den Tournier zu Schafhausen besuchet A. 1392, hatte zur Gemahlin eine Grävin von Weisenhorn gehabt, Ehrntraudt, hat einen Sohn gezeuget, Friderichen. Gubernirt ums Jahr 1417. G. M.]

[Fußnote 25: circa annum 1420. G. M. -- Auf diesen Hermann von Wolfstein folgt bei G. M. unter Nr. 17: „Eberhard Mistelbeck, circa annum 1426“ und erst auf diesen als Nr. 18: Martin von Wildenstein, so daſs alle folgenden Nummern bei G. M. um eins höher stehen.]

[Fußnote 26: Dieser Wildenstein hat im Closter Gnadenstrich eine schöne Stifftung gethan, welche seine Söhne gebessert, deren 2 daselbst begraben liegen. G. M.]

[Fußnote 27: Ist sonst ein uralt adelich Geschlecht, so noch zu unsern Zeiten in gutem Esse. G. M.]

[Fußnote 28: Hanns (vel Hartung) von Stauffen. G. M.]

[Fußnote 29: welches Schloſs und Herrschafft sie noch in Possession haben. G. M.]

[Fußnote 30: bey den Herzogen in Bayern in gruſsem Ansehen gewesen und... G. M.]

[Fußnote 31: Tennersberg. G. M.]

[Fußnote 32: sein Messer umsonst wezzen lassen muſs. G. M.]

[Fußnote 33: Hr. Friedrich von Paulsdorff, Wittwe (so! -- wol „Ritter“ zu lesen), ist auf dem ersten Turnier zu Magdeburg A. 936. Muſs demnach ein sehr alt Geschlecht gewesen seyn. A. 1334 starb Heinrich Paulsdorffer’s Gemahl, Beatrix genannt, Landgrav Vlrichen von Leuchtenberg Tochter. Dieses Wilhelmi Landrichters zu Sulzbach Vatter ist gewesen auch Wilhelm, Pfleger zu Floſs, A. 1423. Wilhelm der Sohn hat zum Weib gehabt Margaretham von Eck, welche gestorben 1495, liegt zu Regensburg begraben; er ist gestorben a. 1467. G. M.]

(Mit einer Beilage.)

Verantwortliche Redaction: Dr. G. K. /Frommann/. Dr. A. v. /Eye/.

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg.

U. E. Sebald’sche Buchdruckerei.

BEILAGE ZUM ANZEIGER FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.

1866. Nº 11. November.

Chronik des germanischen Museums.

/Nürnberg/, 15. November 1866.

Wie wir im vorigen Monat in unserer Chronik ausschlieſslich der Conferenz des Gesammtverwaltungsausschusses gedacht, so haben wir diesmal fast nur von den Geschenken zu berichten, die theils eingelaufen, theils in Aussicht gestellt worden sind.

Als das wesentlichste und prinzipiell wichtigste bezeichnen wir eine in Folge Anordnung Sr. königl. Hoheit des Groſsherzogs von /Mecklenburg-Schwerin/, Höchstdessen unsere Chroniken wiederholt zu gedenken hatten, uns zugekommene Sendung von Doubletten mittelalterlicher Münzen aus dem groſsh. Münzkabinete in Schwerin. Wir geben uns der Hoffnung hin, daſs die Ablassung von Doubletten aus Staatssammlungen, auf die das Museum bei seiner Gründung gerechnet, und deren es schon manchmal erhalten hat, bald in gröſserem Umfange geschehen werde. Wir sehen darin eine eben so bedeutende Unterstützung, als uns damit auch eine Anerkennung unserer Strebungen und ein Sporn zum Fortschreiten gegeben ist.

Nicht minder freudig und dankbar haben wir ein kostbares Geschenk empfangen, das Se. kaiserl. Hoheit der durchlauchtigste Herr Erzherzog /Wilhelm von Österreich/, Hoch- und Deutschmeister, dem Museum Namens des deutschen Ritterordens übergeben hat, nämlich ein Exemplar des im Auftrage Sr. kaiserl. Hoheit von B. Dudik herausgegebenen Prachtwerkes: „/Die Kleinodien des deutschen Ritterordens/“, welches in höchst gelungenen Photographieen die kostbaren Werke der Schatzkammer des Ordens zu Wien dem kunstsinnigen und gelehrten Publikum vorführt und in eingehender Weise erläutert.

Eine groſsartige Bereicherung der Sammlung und zugleich eine Verschönerung der Karthause ist uns durch den Wasserbaudirektor Herrn /Hennoch/, Ehrenbürger der Stadt Plauen, versprochen worden: -- ein Bleiabguſs des schönen Brunnens auf dem Marktplatze zu Braunschweig, welcher in dem vom kleinen Kreuzgange eingeschlossenen Höfchen aufgestellt werden soll. -- Herrn Banquier P. /Kahle/ in Berlin sind wir für Überlassung einer groſsen Anzahl kleiner Münzen aus neuerer Zeit Dank schuldig.

Durch die schon früher erwähnten Geldgeschenke des Herrn Landgerichtsassessors /v. Cuny/ in Cöln war das Museum in der Lage, auf der Auction des Heideloff’schen Nachlasses ein interessantes geschnitztes hölzernes Kästchen aus dem 15. Jhdt. zu erwerben; ebenso für die Kupferstichsammlung ein Blatt von Martin Schön -- das Rauchfaſs --, ferner einige interessante Kleinigkeiten. Jede derartige Erwerbung, zu welcher die schmalen Mittel des german. Museums so selten ausreichen, ist nicht blos ein einfacher Gewinn für Deutschland, dessen gemeinsames Eigenthum die Sache wird, -- es ist ein doppelter, da gerade Nürnberg in neuerer Zeit der Mittelpunkt des deutschen Alterthumshandels geworden ist, von wo aus noch immer alle kostbaren Stücke, die in der Regel ihres hohen Preises wegen nicht für Deutschland erhalten werden können, nach Frankreich, England oder Ruſsland wandern.

So gelang es erst jetzt wieder nur den vereinten Anstrengungen einiger Kunstfreunde, zwei werthvolle Kunstschätze für Deutschland zu erhalten, von denen wol in nächster Chronik ausführliche Meldung geschehen kann.

Wir muſsten in voriger Chronik erwähnen, daſs in Folge des Beschlusses des Verwaltungsausschusses aus finanziellen Rücksichten einige Beamte aus dem Museum ausscheiden würden. Wir haben nun den Rücktritt des I. Sekretärs, Herrn Dr. /J. R. Erbstein/, des Kassiers, Herrn /Keiner/, des Conservators der Kunstsammlung, Herrn Dr. /A. Erbstein/, des Kunstsammlungsgehülfen, Herrn /A. Rück/, des Archivgehülfen, Herrn /Chrn. Handschuch/, und des Bibliothekgehülfen, Herrn /J. Priem/, zu melden.

Noch immer machen sich auf finanziellem Gebiete die Nachwirkungen der Ereignisse des verflossenen Sommers in bedauerlicher Weise geltend, und wir stellen hiemit an unsere sämmtlichen verehrten Pfleger das Ersuchen, doch gefälligst bald an Einsendung der rückständigen Beiträge denken zu wollen, nachdem wir jetzt schon nur durch freundliches Eintreten des Mitgliedes unseres Verwaltungsausschusses, Herrn /Zeltner/, in der Lage waren, unsern Verpflichtungen nachzukommen.

Einer finanziellen Beihülfe, die wir sehr hoch anschlagen, haben wir noch mit besonderem Danke zu erwähnen. Herr Professor Dr. /Wattenbach/ in Heidelberg hat dem Museum 100 Exemplare seines Schriftchens „/Beiträge zur lateinischen Paläographie/“ (Heidelberg, 1866. 4.) mit der Bestimmung überlassen, das Exemplar zu 10 Sgr. zu Gunsten des Museums zu verkaufen. Wir verweisen hinsichtlich dieses gediegenen Schriftchens auf das Inserat am Schlusse des Blattes und eine demnächst folgende Besprechung desselben.

Neue Beiträge wurden während der letzten vier Wochen folgende gezeichnet:

Von =Privaten=: /Arnsberg/: Pastor Bertelsmann 1 fl. (einm.); /Hersbruck/: Dr. Ernst Degen, prakt. Arzt, 1 fl., Adalbert Steinlein, kgl. Notar, 1 fl.; /Michelstadt/: Landesgerichtsassessor Faustmann 1 fl., Gebrüder d’Orville jun. 1 fl., Realschule (/Direktor Berber/) 1 fl.; /Nordhausen/: Banquier Fränkel 1 fl. 45 kr.; /Nürnberg/: Kaufmann Th. Lammers 1 fl. 30 kr., Kaufmann Gottlieb Port 1 fl.; /Sulzkirchen/: Pfarrer Reichold 1 fl.; /Wien/: Joh. Klein, k. k. Prof. und Historienmaler, 5 fl., Professor Friedr. Schmidt, k. k. Oberbaurath und Dombaumeister, 10 fl.

Während des letzten Monats giengen unsern Sammlungen auſserdem, wie wir hiemit dankend bestätigen, folgende Geschenke zu:

I. Für das Archiv.

=v. Cuny=, Landgerichtsassessor, in Cöln:

3358. Bestätigungsbrief des K. Ferdinand II. über die Steinmetzenordnung zu Straſsburg, Frankfurt etc. 1621. Pgm.-Abschr.

3359. Abgangszeugniſs des Lucas Beekmann, Rektors der Universität Heidelberg, für Gg. Öberlin v. Spitz in Oesterreich. 1609. Pap.

=Frau Hütter= in Nürnberg:

3360. Dekret des Herzogs Karl August von Sachsen an die fürstl. Kammer zu Weimar. 1795. Pap.

=Pini=, Stadtrichter, in Braunschweig:

3361. Schreiben des Bisch. Heinrich v. Halberstadt an die Aebtissin zu Gandersheim. 1610. Pap.

3362. Mahnbrief des Herzogs Friedrich Ulrich v. Braunschweig an das Capitel zu Gandersheim. 1628. Pap.

3363. Schreiben der Aebtissin Auguste v. Gandersheim an den reg. Herzog v. Braunschweig. 1792. Pap.

3364. 55 Stück Autographen von braunschweigischen Herzogen und von Aebtissinnen zu Gandersheim. 17. u. 18. Jhdt. Pap.

=Dr. Hugo Lörsch=, Privatdocent der Rechte, in Bonn:

3365. Kaufbrief des Ulrich Gotz von Heymerſsheim und Consorten über eine Wiese zu Mauchenheim. 1417. Pgm.

3366. Ablaſsbrief des Papsts Martin V. bei Gelegenheit der Fronleichnamsfeier. 1429. Pgm.

3367. Tagfahrt des Hans von Sorgenloch, gen. Genſsefleyſs, Richters zu Mainz, für Andreas Undenheim wegen eines Hauses. 1503. Pgm.

3368. Eheberedung zwischen Ulrich Isenkremer und der Wittwe Kunigunde Kuch. 1505. Pgm.

3369. Kaufbrief des Convents des Klosters Dalheim für den Bierbrauer Christian Oehlig zu Mainz. 1660. Pgm.

=Dr. Ludw. Chrn. Matthias=, Direktor der Taubstummenanstalt in Friedberg:

3370. 22 Stück Autographen, gröſstentheils von Professoren der Universität Heidelberg, aus dem Anfang des 19. Jhdt. Pap.

II. Für die Bibliothek.

=Anton Emmert= in Riva:

20,231. Pinamonti, Trento, sue vicinanze, industria, commercio e costumi de’ Trentini. 1836. 8.

=Konrad Pasch=, Gymnasiallehrer, in Cilli:

20,232. Zolgar, de M. Tullio Cicerone proconsule in Cilicia. 1866. 4. Progr.

=Dr. Ludw. Chrn. Matthias=, Direktor der Taubstummenanstalt in Friedberg:

20,233. Augustinus, de civitate Dei. 1486. 4.

=Dr. Chr. Fr. Walther=, k. russ. Staatsrath u. Oberbibliothekar, in Petersburg:

20,234-20,245. Ders., 10 latein. u. 1 deutsches Gelegenheitsgedicht. 1851-65. 4. u. 8.

=Universität= zu Leipzig:

20,246. Wuttke, accessiones ad codicem diplomaticum qui continetur libro „Städtebuch des Landes Posen.“ 1866. 4. Progr.

20,247. Schmidt, symbolae ad vitam Gregorii Haloandri. 1866. 4. Progr.

=Julius Niedner=, Verlagshandl., in Wiesbaden:

20,248. Heppe, Entstehung, Kämpfe und Untergang evangel. Gemeinden in Deutschland; I. 1862. 8.

20,249. Althaus, achtzehn Vorlesungen über Reformationsgeschichte. 1863. 8.

20,250. Hundeshagen, Beiträge zur Kirchenverfassungsgeschichte u. Kirchenpolitik, insbesond. d. Protestantismus; I. Bd. 1864. 8.

=Dr. H. F. Maſsmann=, Univers.-Professor, in Berlin:

20,251. Kirchen-Gebeth in Böhmen. Pap.-Hs. v. 1756. 1 Bl. 4.

=F. Winckler=, Sanitäts-Chemiker, in Berlin:

20,252. Ders., dringliche Petition an den h. Landtag der preuſs. Monarchie etc. 1866. 8.

=Direktion der k. Hof- u. Staatsbibliothek= in München:

20,253. Catalogus codicum manu scriptorum bibliothecae regiae Monacensis; tom. V et VI (codicum germanicor. p. I et II). 1866. 8.

=Direktion des groſsherzogl. Gymnasiums= in Donaueschingen:

20,254. Programm etc. vom Jahre 1865-66. 8.

20,255. Kappes, zur Erklärung von Virgil’s Aeneide. 1866. 8.

=J. F. Rietsch=, Verlagshandlung, in Landshut:

20,256. Künſsberg-Thurnau, Kriegsgeschichten, Reisen u. Dichtungen aus den hinterlassenen Papieren des Freih. v. Hallberg-Broich. 1862. 8.

=Historischer Verein für Niederbayern= in Landshut:

20,257. Ders., Verhandlungen; XII. Bd. 1. H. 1866. 8.

=Universität Freiburg i. Br.=:

20,258-20,267. Zehn akadem. Schriften vermischten Inhalts a. d. J. 1865-66. 4. u. 8.

=Dr. F. Regelsberger=, Professor, in Zürich:

20,268. Neujahrsblätter der Stadtbibliothek in Zürich, Jhg. 1647-49, 1654, 1674-77, 1683, 1686-1711, 1716, 1719-27 u. 1759-1866. qu. 2. u. 4.

20,269. Neujahrsgeschenk ab dem Musiksaal an die Zürcher’sche Jugend; Jhg. 1778-1812. qu. 2. u. 4.

20,270. Neujahrsblätter d. Musikgesellschaft auf der deutschen Schule; 1713-1812. 4. u. qu. 4.

20,271. Neujahrsblätter der Gesellschaft der Gelehrten auf der Chorherrenstube; 1779-1812, 1814-18, 1820-36. 4.

20,272. Neujahrsblätter zum Besten des Waisenhauses in Zürich; 1837-65. 4.

20,273. Neujahrsblätter der Gesellschaft zum Schwarzen Garten in Zürich; 1786-98, 1804-8, 1810, 1812, 1813, 1815-32. 4.

20,274. Neujahrsblätter der naturforschenden Gesellschaft in Zürich; 1799-1866. 4.

20,275. Neujahrsblätter der zürcher. Hülfsgesellschaft; 1801-65. 4.

20,276. Neujahrsstücke der Künstlergesellschaft in Zürich; 1805-40, 1842, 1854, 1861. 4.

20,277. Neujabrsblätter der Feuerwerker-Gesellschaft in Zürich; 1806-49, 1852, 1858, 1860-65. 4.

20,278. Neujahrsgeschenke der allgem. Musik-Gesellschaft in Zürich; 1813-65. 4.

20,279. Thurgauische Neujahrblätter; 1828-36. 4.

20,280. Mittheilungen der zürcherischen Gesellschaft f. vaterländ. Alterthümer; I, II und XXIV. 1837, 38 und 65. 4.

20,281. Siegfried, die beiden Scheuchzer. 8. Sonderabdr.

20,282. Siegfried, die wichtigsten Momente aus der Geschichte der naturforschenden Gesellschaft in Zürich. 1846. 4.

20,283. Siegfried, Geschichte der schweizerischen naturforschenden Gesellschaft. 1865. 4.

20,284. Verhandlungen der schweizerischen naturforschenden Gesellschaft. 1864. 8.

=Verlag der Frauenzeitung= in Stuttgart:

20,285. Kirchenschmuck etc. Bd. XX, 1. 1866. 8.

=Anton Kutschera= in Weitz (Steiermark):

20,286. Ders., Geschichte der Vorzeit aus Denkmalen; V. 16.

=Dr. Jos. Bender=, Oberlehrer am Lyceum in Braunsberg:

20,287. Ders., de Henrico episcopo Warmiensi, qui fuit ante Anselmum, commentatio. 1866. 4.

III. Für die Kunst- und Alterthumssammlung.

=Dr. C. L. Grotefend=, Archivrath, in Hannover:

5175. Denar des Bisthums Osnabrück vom 13. Jhdt.

=A. Radefeld=, Diakonus, in Hildburghausen:

5176. Silbermünze von König Philipp II. von Spanien.

5177. Desgl. von Graf Philipp Ernst von Mansfeld, 1623.

=Dr. E. Freih. v. Bibra= in Nürnberg:

5178. Amulet aus einem in Silber gefaſsten Seeigel.

=Martin=, Landrath, in Obersteinbach:

5179. Altes Hufeisen und Sporn, gefunden bei Neustadt a. d. A. im Virnsberger Haag.

5180. Turnose von König Philipp II. von Frankreich und Prager Groschen vom 14. Jhdt.

=B. Röſsler= in Garding:

5181. 6 Lackabdrücke von Siegeln der Stadt Garding.

5182. 12 ältere Silber- und 8 Kupfermünzen verschied. Gepräges.

=Magistrat der Stadt Cilli= in Steiermark:

5183. 6 Lack- u. Papierabdrücke v. Siegeln d. k. k. Kreisstadt Cilli.

=J. Zeltner=, Fabrikbesitzer, in Nürnberg:

5184. Stammbaum der Freiherren von Künſsberg, Druck.

=von Cuny=, Landgerichtsassessor, in Cöln:

5185. 3 Miniaturen auf Pergament, 12.-13. Jhdt.

5186. Das Rauchfaſs, Kupferstich von Martin Schön.

5187. Geschnitztes Holzkästchen, mit reichem gothischen Maſswerk verziert.

5188. Pergamentstreifen mit Gegeneinanderstellung von mehr als 70 in Europa gebrauchten Längenmaſsen, 16. Jhdt.

5189. Die Gewinnung des Alrauns, color. Federzeichnung, 16. Jhdt.

5190. 2 Pergamentblätter mit Costümfiguren in feiner Gouachemalerei, 17. Jhdt.

5191. Christus, im Sturme schlafend, und der Tritonsbrunnen, Radirungen von J. Ossenbeck.

=Dr. H. F. Maſsmann=, Universitätsprofessor, in Berlin:

5192. Nachbildung einer mit Reliefs verzierten Zinnschüssel vom 16. Jhdt., Eisen.

=Kahle=, Banquier, in Berlin:

5193. Sammlung von 170 Silber- und 1464 Kupfermünzen, 2 Bleimedaillen, 14 Jetons und 2 Wallfahrtszeichen.

=A. Herzer=, Kassecontroleur des german. Museums:

5194. Silbermünze der Julia Mesa.

=Groſsherzogl. Münzkabinet= in Schwerin:

5195. 22 Silberpfennige der Stadt Rostock und 11 dergl. der Stadt Gnoien aus dem Münzfunde von Schwisow.

5196. 8 mecklenburg. Silberbrakteaten vom 13. Jhdt.

5197. 3 Wismarer, 1 Lübecker u. 1 Hamburger Wittenpfennig v. 1379.

5198. 2 Rostocker Hohlmünzen von Kupfer, 1566.

=A. Hahn=, Kaufmann, in Halberstadt:

5199. Photographie nach 34 zusammengestellten Ofenkacheln vom 15.-17. Jhdt.

=Frhr. v. Bruck= in Graz:

5200. 18 Photographieen nach Holzschnitten von A. Dürer, Radirungen von Rembrandt, Ostade, Waterloo u. a.

=Pini=, Stadtrichter, in Braunschweig:

5201. 455 gröſstentheils braunschweigische und hannover’sche Fürsten-, Amts- u. a. Siegel vom 17. bis 19. Jhdt.

5202. 5 mit Holzschnitten verzierte Umschläge für Spielkarten. 18. Jhdt.

=Platzer=, kgl. Landrichter, in Sulzbach:

5203. 10 Silbermünzen verschiedenen Gepräges und 2 Pathenpfennige vom 17. Jhdt.

=Angerer=, k. Revierförster, in Sulzbach:

5204. Gehänge von 5 groſsen, eiförmigen und 1 kleinerem, runden Bronzeringe; Brustspange von Bronze in Gestalt eines Schwanes; profilierte und gravierte Thonurne und Bruchstücke von anderen solchen, -- sämmtlich im Peutenthal bei Sulzbach ausgegraben.

=H. Würth= in Leipheim:

5205. Papierabdruck eines alten Stadtsiegels.

=A. Essenwein=, I. Vorstand des german. Museums:

5206. 2 Küchenmodel von glasiertem Thon, 16. Jhdt.

=C. H. Beck=, Buchhandlung, in Nördlingen:

5207. Lithogr. Nachbildung des die Geschichte der Judith darstellenden Wandgemäldes von H. Schäufelein im Rathhause zu Nördlingen.

=L. Dorn=, Bäckermeister, in Hersbruck:

5208. Bruchstück eines Zimmerdurchzugs mit rabbinischer (?) Inschrift, 1495.

=Dr. H. Becker= in Dortmund:

5209. 10 ältere Kupfermünzen, 2 messingene Spielmarken und 1 Elberfelder Brodzeichen von 1817.

Chronik der historischen Vereine.

/Table générale du recueil des bulletins/ de la commission royale d’histoire de Belgique; rédigée par M. Ernest van Bruyssel, chef du bureau paléographique. (2me Série, Tome I à XII.) Bruxelles, 1865. 8.

/De lex Frisionum/, uitgegeven en toegelicht door Dr. Karl Freiherr von Richthofen, naar Pertz’ Monumenta Germaniae, bezorgd door het /Friesch Genootschap van Geschied-, Oudheid- en Taalkunde/, gevolgd door eene verhandeling over de zamenstelling van de lex Frisionum van Dr. B. J. Lintelo de Geer, Hoogleeraar te Utrecht. Te Leeuwarden, bij G. T. N. Suringar. 1866. 8.

(Zweiter Titel:) Lex Frisionum, edente Karolo libero barone de Richthofen, J. U. et Ph. Dr., repetita curis Societatis Frisiacae. Accedit recensio V. Cl. Baronis B. J. Lintelo de Geer. Leovardiae, G. T. N. Suringar. 1866.

/Mittheilungen der k. k. Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale./ Herausgegeben unter der Leitung Seiner Excellenz des Präsidenten der k. k. Central-Commission Joseph Alexander Freiherrn von Helfert. Redakteur: Anton Ritter v. Perger. XI. Jahrgang. Mai-Juni. Wien, 1866. 4.

Maler und Malereien des Mittelalters im Salzburger Lande. Von Dr. J. Sighart. (Mit 3 Holzschnitten.) -- Die Krypta der St. Marcuskirche in Venedig. Aufgenommen und beschrieben von Karl König und Rudolph Schwengberger. (Mit einer Tafel und zwölf Holzschnitten.) -- Die Pfarrkirche St. Jacob in Niederöls, Arnauer Bezirks in Böhmen. (Mit zwei Holzschnitten und einer Tafel.) -- Mittelalterliche Eisenarbeiten in der Steiermark. (Mit 5 Holzschnitten.) -- Tyroler Malereien in Freising. -- Die heidnischen Gräber von Kojetitz in Böhmen. -- Ein alter Grabstein zu Katharein von Troppau. (Mit 1 Holzschnitt.) -- Besprechungen. -- Correspondenz: Ueber die Restauration der altgothischen Decanalkirche in Eger. -- Notizen.

/Mittheilungen der kaiserlich-königlichen geographischen Gesellschaft./ VIII. Jahrgang, 1864. Heft II. Redigiert von Franz Fötterle. Wien, 1864. gr. 8.

Skizzen aus der Zillerthaler Gebirgsgruppe. Von Dr. Anton von Ruthner. -- Zur Topographie der Herzogthümer Auschwitz und Zator.

/Beiträge zur Kunde steiermärkischer Geschichtsquellen./ Herausgegeben vom /historischen Vereine für Steiermark/. 3. Jahrgang. Gratz, 1866. Verlag des historischen Vereines. 8.

Ueber die beiden ältesten Todtenbücher des Benediktinerstiftes St. Lambrecht. Von Pangerl. -- Reisebericht über steiermärkische Geschichtsmaterialien in kärtnerischen Archiven. Von Zahn. -- Studien zur Geschichte des Klosters St. Lambrecht. II. Ueber die Zeit der Gründung und die Ausstattung des Klosters St. Lambrecht. Von Pangerl. -- Steierische Excerpte aus bair. Nekrologien. Von Zahn. -- Nachträge und Ergänzungen zu den „Vorarbeiten zur Quellenkunde und Geschichte des mittelalterlichen Landtagswesens der Steiermark.“ Von Krones. -- Styriaca aus dem Pestarchive zu Innsbruck. Von Bidermann. -- Literatur. -- Register.

/Album mittelalterlicher Kunstwerke aus Tirol./ Den deutschen Kunstvereinen gewidmet vom /christlichen Kunstvereine in Bozen/. (Promperger’sche Buch- und Antiquar-Handlung in Bozen. 1865.) gr. 2.

Inhalt des ersten Heftes: Blatt I und II. Die gothische Monstranze der Pfarrkirche von Bozen. -- Blatt III. Ein Rauchfaſs aus der Kirche von Montan. -- Blatt IV. Ein Meſsgewand und eine Stola aus dem Kloster Mariaberg. -- Blatt V. Kruzifix mit den Statuen Maria und Johannes in der Kapelle des Schlosses Tirol.

/Verhandlungen des historischen Vereines für Niederbayern./ XII. Band. 1. Heft. Landshut, 1866. 8.

Vierzehnter Jahresbericht. -- Regesten aus dem magistratischen Archive zu Passau. Bearbeitet und mitgetheilt von Dr. Alexander Erhard. -- Beiträge zur bayerischen Rechtsgeschichte nach dem Stift und Saalbuch über die Hofmarch Ponbruck (Bezirksamts Vilsbiburg) von Peter von Deuring zu Mittelweyerburg, auf Ponbrugg, Comes Palatinus Caesareus, churfrtl. Drtl. in Bayern etc. Rath, Canzler und Lehenprobst zu Landshuet, auch Pfleger zu Mospurg.

/Württembergische Jahrbücher für Statistik und Landeskunde./ Herausgegeben von dem k. /statistisch-topographischen Bureau./ Jahrgang 1864. Stuttgart. H. Lindemann. 1866. 8.

Chronik des Jahres 1864. -- Württembergische Literatur des Jahres 1864. Von v. Stälin. -- Zu den Annales Stuttgartienses. Von dems. -- Altwürttemberg im Spiegel fremder Beobachtung. Von Rümelin. -- Stephan Bowart und seine Schwester Maria Bowart, Sohn und Tochter des Claude Bowart, Seigneur de Gomignies, und der Johanna Gräfin von der Mark als Erben des Freiherrn Schweikhart von Gundelfingen. Von Dr. K. H. Freiherrn Roth von Schreckenstein. -- Zur Erklärung württembergischer Ortsnamen. Von Hugo Bazing. -- Die Topographie des württembergischen Weinlandes. Von Dornfeld. Forts. 2. Das mittlere Neckargebiet.

/Kirchenschmuck. Ein Archiv für kirchliche Kunstschöpfungen und christliche Alterthumskunde./ Herausgegeben unter der Leitung des /christlichen Kunstvereins der Diöcese Rottenburg/. Redigirt von Pfarrer Laib und Dekan Dr. Schwarz. XX. Band, erste Hälfte. Zehnter Jahrgang, 1866. Drittes Vierteljahrsheft. Stuttgart. 8.

Die Wandgemälde in der Kapelle des Schlosses Bruck, nächst Lienz in Tyrol. -- Ein Gang durch 80 Kirchen. III. -- Die gemusterten Flieſse aus dem Kloster Bebenhausen. -- Archäologische Notizen. 1. Tabernakel. 2. Katafalk. 3. Haarkämme. 4. Primicerius. -- Zur Sprache und Sitte der Kirche. 1. Der Hellegrâfe an Kirchen. 2. Erde als letzte Wegzehrung. 3. Das Glücksrad an Kirchen. -- Miscellen: Inschriften in einer Sakristei, u. A.

Nachrichten.

Literatur.

Neu erschienene Werke.

25) /Johann David Passavant./ Ein Lebensbild von /Dr. Adolph Cornill/. Erste und zweite Abtheilung. Mit dem Porträt Passavants und einer Abbildung der Burg Passavant. Frankfurt a. M. Im Selbst-Verlag des Vereins für Geschichte und Alterthumskunde. 1864, 65. 4. 78 u. 112 Stn.

Die vorliegende umfängliche Biographie ist zunächst als Neujahrsblatt des Vereins für Geschichte und Alterthumskunde in Frankfurt a. M. den Mitgliedern desselben bestimmt. Doch die Zahl derer, welchen die Verdienste des verewigten Kunsthistorikers fortgesetzt zu Genusse kommen, die sie um ihrer selbst willen ehren, oder denen die angemessene Darstellung eines gehaltvollen Lebenslaufes überhaupt etwas gilt, geht über den Bereich jenes Vereins weit hinaus; und so dürfte eine Anzeige des Buches in gröſserem Kreise ohne Zweifel passend sein.

Nach Mittheilungen aus dem Nachlasse Passavants erhalten wir zunächst interessante Nachweise über die Herkunft seiner Familie, die, bis in das 13. Jahrhundert zu verfolgen, von der ihren Namen tragenden Burg in der Franchecomté nach der Schweiz und Deutschland eingewandert ist. Auf den eigentlichen Gegenstand der Schrift dürfen wir hier nicht näher eingehen. Passavant’s Leben war wechselvoll, wie die Zeit, in welche seine Jugend fiel, und tiefbewegt, wie bei Allen, welche mit weitergehenden Interessen in die Jahrzehnde der folgenden Ernüchterung traten. Die Darstellung zeugt überall für genaue Sachkenntniſs, der unmittelbare Quellen zugänglich waren, und warmes Gefühl für die besprochene Person, dem es gelingt, die thatsächlichen Verdienste auf die inneren Eigenschaften zurückzuführen. Daſs aus einer Lebensbeschreibung, wie die in Rede stehende, wichtige Streiflichter auf die ganze darin begriffene Zeit fallen müssen, darf kaum hervorgehoben werden. Das Porträt, den späteren Jahren des Dargestellten entnommen, ist von groſser Aehnlichkeit; die Abbildung der Burg nach einer Aufnahme von Passavant selbst gefertigt.

26) /Die Städte der Provinz Pommern./ Abriſs ihrer Geschichte, zumeist nach Urkunden. Bearbeitet von /Dr. Gustav Kratz/, weiland zweitem Archivar am königl. Provinzial-Archive zu Stettin. Einleitung und Vorwort von /Dr. Robert Klempin/, königl. Provinzial-Archivar von Pommern. Berlin. In Commission bei A. Bath. 1865. 8. 564 Stn.

27) /Geschichte der Stadt Allendorf an der Werra und der Saline Sooden./ Von Dr. G. /Wagner/, vormals Landrichter bei den ehemaligen Landgerichten zu Schmalkalden und Marburg u. s. w. Marburg. Akademische Buchdruckerei. 1865. 8. 197 Stn. Mit lithogr. Ansicht.

28) /Geschichte der Stadt Lauingen./ Von /Bernhard Mayer/, Stadtschreiber in Lauingen. Im Selbstverlage des Verfassers. 1866. 8. 467 Stn. Mit lith. Ansicht und Abdruck zweier Kupferplatten vom 17. Jhdt.

Schon öfter nahmen wir Anlaſs, über das immer häufiger werdende Erscheinen deutscher Ortsgeschichten unsere Freude auszudrücken. Denn bei der eigenthümlichen Entfaltung unserer früheren Zustände, in welcher stets auf den besonderen Fall hingearbeitet und neben der Theorie der Empirie der weiteste Boden gestattet wurde, bildet die Geschichte der einzelnen Städte und selbst bäuerlicher Gemeinden den eigentlichen Aufbewahrungsort für das Material einer allgemeinen Kulturgeschichte. Befriedigung muſs es weiter gewähren, wenn wir bemerken, daſs die Arbeiten dieser Art an Gehalt und Form ein immer besseres Aussehen gewinnen. Die end- und athemlosen Untersuchungen über unerklärliche Ortsnamen, in welchen sonst am Eingange dieser monographischen Versuche der Dilettantismus sich genugzuthun pflegte, treten zurück, Urkunden kommen neben der mündlichen Überlieferung zu ihrem Rechte, alte Aufzeichnungen werden mit Kritik verwendet, die aufgestellten Gesichtspunkte mehren und erweitern sich. Müssen wir in den meisten Fällen auch eine Masse Materials in den Kauf nehmen, das über die Grenzen des beschriebenen Ortes hinaus keine Bedeutung hat, wie lange Raths- und Pfarrregister, so ist in Anschlag zu bringen, daſs diese grade die Anknüpfungspunkte sind, von welchen von entgegengesetzter Seite her das Publikum angezogen und historischer Sinn verbreitet wird. -- Die drei obengenannten Schriften liefern zu dem Gesagten, wenn auch in verschiedener Weise, anerkennenswerthe Belege. Das erste, in allen Stücken die Hand des geübten Fachmannes zeigend, gibt in der Einleitung eine sehr anschaulich und anziehend durchgeführte Übersicht der Entstehung und Entwickelung der pommer’schen Städte überhaupt und im Folgenden das gesichtete urkundliche Material für 73 Städte im Einzelnen. Jeder Abhandlung sind die geschichtliche Veränderung des Ortsnamens und die heraldische Beschreibung des Wappens vorausgesetzt, die Vermehrung der Einwohnerzahl seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts, eine Uebersicht der vorhandenen Kunstdenkmäler und ein Verzeichniſs der Bürgermeister angehängt. -- Die zweite Schrift wird vorzüglich interessant durch die ziemlich eingehende Geschichte des Salzwerkes Sooden, die, als Parallele auch für andere betrachtet, zum wichtigen Beitrag der deutschen Gewerbsgeschichte wird. -- Im dritten Buche ist eine groſse Menge Stoffes mit Fleiſs zusammengetragen, der vielfach in die allgemeine deutsche Geschichte hinüberspielt; reichere Ausbeute aber noch für Localgeschichte gewährt.

Aufsätze in Zeitschriften.

/Das Ausland/: Nr. 42. Ursprung der Thiernamen. 2. Das Pferd.

/Die Biene/: Nr. 30. Die goldenen Schwämme. Böhm. Volkssage.

/Blätter f. literar. Unterhaltung/: Nr. 34 f. Zur Geschichte des Abfalls der Niederlande und des dreiſsigjähr. Kriegs. (Adolf Stern.)

/Europa/: Nr. 44. Das deutsche Element in Ungarn.

/Illustr. Familien-Journal/: Nr. 44 (674.) Die Hohenzollern-Burg. -- Nr. 46. (676). Die Entstehung der Familiennamen. (Bernh. Becker.)

/Die Gartenlaube/: Nr. 44. Das Hexen-Maal. Ein naturwissenschaftlicher Beitrag zur Kulturgeschichte. (H. E. Richter.) -- Nr. 45. Die Vogelsprache. (Wilh. Hamm.)

/Deutsche Gemeinde-Zeitung/: Nr. 40. Die altdeutschen Gehöferschaften oder der frühere „Communismus“ im Grundbesitze.

/Grenzboten/: Nr. 41, S. 49. Die deutschen Mundarten und die moderne Sprachwissenschaft.

/Hausblätter/: 21. Heft, S. 227 ff. Zur Geschichte der Reclame. Eine kulturhistorische Skizze von Hugo Schramm.

/Evang. Kirchenzeitung/: Sept. Zur Entwickelungsgeschichte der deutschen Mystik.

/Korrespondent/ v. u. f. D.: Nr. 533. Das Kirchweihfest zu Kloster Heilsbronn.

/Altpreuſs. Monatsschrift/: 5. Heft, S. 385. Aberglaube aus Masuren. (Einleitung. -- 1. Die dämonischen Mächte.) (Dr. M. Töppen.)

/Illustr. deutsche Monatshefte/: Nr. 26 (122), S. 209. Heraldisches: Die Prager Messerschmiede; das Künstlerwappen. (Hans Weininger.) -- S. 210. Geschichte des Zinkmetalls. (Jak. Nöggerath.)

/Deutsches Museum/: Nr. 42. Über das ältere deutsche Kirchenlied. Aus dem Nachlaſs Wilhelm Arthur Passow’s. I. -- Die Zwerge und Riesen in den Sagen des Alterthums. (Karl Silberschlag.) -- Nr. 43. Der Frauenkultus des Mitlelalters. (Herm. Bischof.) -- Über das ältere deutsche Kirchenlied. II.

/Novellen-Zeitung/: Nr. 43. Zur Geschichte der Uhren.

/Schles. Provinzialblätter/: Sept., S. 513. Das schlesische Weinland. I. Allgemeine geschichtliche Vorbemerkungen. II. Geschichte des Grünberger Weinbaues insbesondere.

/Theolog. Quartalschrift/: 3. Quartalh., S. 315. Jakobus von Jüterbogk, ein deutscher Theologe des fünfzehnten Jahrhunderts. (Dr. Heinr. Keller.) -- S. 349. Praxeas und Callistus. (Reg. Reiser.) -- S. 405. Die Restitution der Colonna’s i. J. 1304. Zur Berichtigung und Erklärung eines stark corrumpirten Dekretes im corpus juris canonici. (Dr. Hefele.)

/Volksblatt f. Stadt und Land/: Nr. 78. Häuserinschriften.

/Wochenblatt der Johanniter-Ordens-Balley Brandenburg/: Nr. 42. Christensitte und Väterweisheit. -- Auszüge aus älteren Testamenten. H. (Hesekiel.) -- Nr. 45 ff. Das Kloster Port-Royal. Bilder aus der Kirchengeschichte Frankreichs im Zeitalter Ludwigs XIV.

/Zeitschrift f. bild. Kunst/: 11. Heft, S. 257 ff. Ein Hauptwerk deutscher Kunst (der Issenheimer Altar) auf französischem Boden (in Kolmar).

/Allgem. Zeitung/: Beil. Nr. 284. Die Villa zu Nennig bei Trier. (Prof. Brambach.) Nr. 292. Die Münsterkirche zu Kloster-Heilsbronn. -- Nr. 312. Wolframs von Eschenbach Heimat.

/Bayer. Zeitung/: Mgbl. Nr. 291. Die Schlacht auf dem Lechfelde im Jahre 955. (v. Moor.) -- Nr. 292 u. 293. Die Hausthüre im Rechtsfrieden. -- Chronik von Giesing. -- Nr. 311 ff. Der Raubritter Hanns Thomas von Absberg und seine Thaten. (Nach archivalischen Quellen geschildert.)

/Illustr. Zeitung/: Nr. 1216. 1218. Deutschlands Wappensage. Ritter und Edle.

/Leipziger Zeitung/: Wissenschaftl. Beil. Nr. 81-84. Eine Hungersnoth im J. 1719 und 1720. Zur Geschichte der Theuerungspolitik.

Vermischte Nachrichten.

91) Am 14. October fand die /Wiedereinweihung der ehemaligen Klosterkirche zu Heilsbronn/ statt, nachdem die auf Anregung des Königs Friedrich Wilhelm IV. von Preuſsen von der k. bayer. Staatsregierung angeordneten Restaurationsarbeiten waren vollendet worden. Von dem etwas über 100 Schritte langen Kirchengebäude ist das Langhaus (dessen Haupt- und nördliches Seitenschiff mit ihrem von je 5 kräftigen Säulen getragenen Rundbogenbau, gleich dem Querschiff flachgedeckt, dem romanischen Baustil angehört, während das südliche, von zierlicheren Pfeilern getragene Doppelseitenschiff gothisch gewölbt ist) durch ein Gitter abgeschlossen und enthält die Grabmäler der hohenzollern’schen Ahnen u. s. w. Das Querschiff und der sich an dasselbe anschlieſsende Chor ist für den Gottesdienst der Gemeinde bestimmt. Nach dem Einweihungsakt verlas der k. preuſs. Abgeordnete, Graf v. Stillfried, die Urkunde, kraft welcher König Friedrich Wilhelm IV. von Preuſsen der Kirche eine Stiftung im Betrage von 12,000 Thlrn. zuwendet.

(Fr. Ztg.)

92) In der Bayengasse zu /Cöln/ ist im Hofe des Kaaf’schen Hauses beim Graben einer Latrinengrube in einer Tiefe von 9 Fuſs ein /römischer Sarg/ mit einem Skelet gefunden worden. Der Sarg war aus 6 Platten von grobkörnigem Sandstein zusammengesetzt; die Leiche lag mit dem Kopfe gegen Westen. Am Kopfe standen ein dickbauchiges Fläschchen und eine Schale von Glas, an den Füſsen zwei Fläschchen und eine zierliche gläserne Urne mit 3 Henkeln. Der Boden, worein der Sarg gesenkt worden, ist reiner Lehm, und es ist anzunehmen, daſs er sich aus Ablagerungen von früheren Rheininundationen gebildet hat. Nach unzweifelhaften Anzeichen hat zur Zeit der Römer ein Rheinarm westlich von der Fundstelle seinen Lauf gehabt, und es entsteht dadurch die Hypothese, daſs zu der Zeit, als der in Rede stehende Sarg eingesenkt wurde, sich an dieser Stelle eine Rheininsel befunden haben mag. Der Fund ist also für die Aufhellung der topographischen Verhältnisse der alten Colonia von Bedeutung.

(Ill. Ztg.)

93) Am 7. November wurde in /Salzburg/ ein /römischer Mosaikboden/ ausgegraben, der blos 1½ Schuh unter dem Erdboden lag. Der Fundort ist der Hofraum des im Caiviertel (Civitas Caji) befindlichen Residenzgebäudes der ehemaligen Fürstbischöfe vom Chiemsee. Die bis jetzt bloſsgelegten Fragmente bilden zum Theil concav eingedrückte Flächen mit einer aus geometrischen Figuren gebildeten, kleingewürfelten, mehrfarbigen Ornamentik. Bei vorgenommener Waschung einer dieser Flächen trat ein von einer Ornamentenzeichnung, in welcher namentlich ein schwarz ausgeführtes Herz auffällt, eingerahmtes schönes Mosaikbild hervor, welches die Entführung der Europa darstellt. Das ganze Bild dürfte 1½ Schuh in der Länge und 1 Schuh in der Höhe messen. Die Mosaiksteinchen scheinen in eine Art Mörtelsubstanz eingelegt, die unmittelbar auf dem Erdboden aufliegt.

(Allg. Ztg.)

94) Einen /Topf mit Silbermünzen/ aus dem 16. Jahrhundert fand eine Frau zu /Czarnikau/, Regierungsbezirk Bromberg, beim Anlegen einer Kartoffelgrube. Viele dieser Münzen haben die Gröſse eines Thalers, die meisten die von Viergroschenstücken; der ganze Fund wiegt 25 Pfund.

(Ill. Ztg.)

95) In /Lübeck/ stieſs man unlängst bei Grabung eines Brunnens auf eine alte Kloake, welche, wie urkundlich nachgewiesen ist, um 1340 für eine Kirchenschule angelegt wurde. In dem Moder fand sich, unter mancherlei andern Sachen, eine Reihe kleiner /Tafelbücher/, welche mit /schwarzem Wachs/ ausgelegt waren und allerlei Schülerschriften enthielten, die in der Schreibweise des 15. Jahrh. mit einem spitzen Griffel in das Wachs eingerissen waren.

C. J. /Milde/.

96) In den überaus reichen Sammlungen S. K. H. des Fürsten von Hohenzollern zu Sigmaringen befinden sich die /Originalstempel der Siegel von König Otaker und Rudolf von Habsburg/, in Italien angekauft.

W.

97) /Der Verein für die Geschichte Berlins/ veröffentlicht einen Aufruf, in welchem er zur Stiftung einer Centralstelle für die Urkunden, historischen Schriften und Gegenstände zur Geschichte Berlin’s diejenigen, welche sich im Besitze bezüglichen Materials befinden, auffordert, dem Verein unter Angabe ihrer Namen und Wohnung, sowie kurzer Beschreibung des Schriftwerks oder Gegenstandes Anzeige zu machen. Zur Entgegennahme solcher Anzeigen sind u. A. folgende in Berlin wohnhafte Vereinsmitglieder bereit: Der Vorsitzende Oberbürgermeister Seydel, der Stellvertreter Professor Adler, der Generalsekretär Assessor Levin, der Bibliothekar Archivar Fidicin, der Direktor der kgl. Kunstkammer Freiherr von Ledebur, der Direktor des kgl. Kupferstichkabinets Prof. Hotho, der Maler Prof. Ad. Menzel, der Redakteur der Dioskuren Dr. Schasler, der Redakteur der Voſs’schen Zeitung Dr. Kletke.

Inserate und Bekanntmachungen.

20) =Jahresbericht der historischen Commission bei der königlich bayerischen Akademie der Wissenschaften.=

/München/, im November 1866. Da die Einberufung der auswärtigen Mitglieder der Commission unter den Verhältnissen des verflossenen Sommers Schwierigkeiten bot, hatte /Se. Maj. der König/ von einer Plenarversammlung in diesem Jahre Umgang zu nehmen befohlen, und an Stelle derselben den hiesigen Localausschuss die nothwendigen und durch frühere Beschlüsse bereits bedingten Geschäfte zu erledigen beauftragt. Diesen allerhöchsten Auftrag hat der Localausschuss in seinen Sitzungen am 12. und 27. Oktober in Ausführung gebracht. Professor /Cornelius/, Stiftspropst v. /Döllinger/, Bibliothekar /Föringer/, Staatsrath v. /Maurer/, Reichsarchivrath /Muffat/, General v. /Spruner/ und der Secretär der Commission Professor v. /Giesebrecht/ waren bei den Sitzungen anwesend, Reichsarchivsdirector v. /Löher/ durch dienstliche Geschäfte an der Theilnahme verhindert.

Ehe der Ausschuſs in die Berathung der vorliegenden Geschäfte eintrat, beschloſs er, seiner Theilnahme an dem 50jährigen Doctor-Jubiläum des Geheimen Rath /Pertz/ in Berlin, welcher seit Begründung der Commission eines ihrer thätigsten Mitglieder ist und sich auſserordentliche Verdienste um dieselbe erworben hat, in einer Adresse Ausdruck zu geben.

Ueber den Geschäftsgang des abgelaufenen Jahres erstattete der Secretär den statutenmäſsigen Bericht. Aus demselben ergab sich, daſs trotz der Ungunst der Verhältnisse die Arbeiten fast unbehindert ihren Fortgang gehabt haben. Von den durch die Commission herausgegebenen Schriften sind seit der vorjährigen Plenarsitzung in den Buchhandel gekommen:

1) K. /Hegel/, Chroniken der deutschen Städte vom 14. bis in’s 16. Jahrhundert. Bd. IV.

2) Jahrbücher der deutschen Geschichte:

a. Anfänge des karolingischen Hauses von Ed. /Bonnell/;

b. Jahrbücher des fränkischen Reiches unter Karl dem Groſsen. Bd. I von Dr. Sig. /Abel/.

3) Forschungen zur deutschen Geschichte. Bd. VI.

4) Geschichte der Wissenschaften in Deutschland. Zweite Lieferung, enthaltend.

a. Geschichte der Landbau- und Forstwissenschaft von C. /Fraas/, und

b. Geschichte der Erdkunde von O. /Peschel/.

5) R. v. /Liliencron/, Historische Volkslieder der Deutschen. Bd. I und II.

Andere Werke sind im Drucke theils vollendet, theils weit vorgeschritten, so daſs auch sie in nächster Zeit dem Publikum zu übergeben sein werden.

Die Berichte, welche im Laufe der Verhandlungen über die einzelnen Unternehmungen vorgelegt wurden, zeigten, wie sie fast sämmtlich im raschen Fortschritt begriffen sind, und auch in diesem Jahre von den hiesigen und auswärtigen Behörden, wie von den Verwaltungen der Archive und Bibliotheken mit ausgezeichneter Liberalität und dankenswerthester Zuvorkommenheit unterstützt wurden.

Von der Geschichte der Wissenschaften sind zwei Bände im Druck vollendet, welche als die dritte Lieferung dieses groſsen Werkes jetzt in die Öffentlichkeit treten werden. Es sind die Geschichte der evangelischen Theologie von J. A. /Dorner/ und die Geschichte der katholischen Theologie von C. /Werner/. Da mehrere andere Abtheilungen der Vollendung nahe sind, läſst sich der regelmäſsige Fortgang dieses groſsen Unternehmens erwarten.

Von den deutschen Städte-Chroniken ist der fünfte Band unter der Presse. Er liefert die Fortsetzung der Augsburger Chroniken, namentlich das vollständige Werk des Burkard Zink, von den Professoren /Frensdorff/ und /Lexer/ bearbeitet. Mit einem neuen Bande der Nürnberger Chroniken ist Professor v. /Kern/, mit der Sammlung der Bamberger Geschichtsquellen Dr. /Knochenhauer/ beschäftigt gewesen; doch haben Beide ihre Arbeiten noch nicht zum Abschluſs bringen können. Von Dr. K. /Schröder/ ist die Bearbeitung des chronikalischen Stoffes für München, welche er auf längere Zeit zurücklegen muſste, neuerdings wieder in Angriff genommen. Professor /Hegel/, der Leiter des ganzen Unternehmens, hat inzwischen vorbereitende Schritte gethan, um auch die Chroniken der oberrheinischen Städte bald dem Werke einverleiben zu können. Die Edition der niederdeutschen Städte-Chroniken, welcher der verstorbene /Lappenberg/ sein Interesse zuwandte, ist gleichfalls im Auge behalten. Professor /Mantels/ setzt seine Arbeiten für die Lübecker Chroniken fort, und es haben sich Aussichten eröffnet, daſs man mit einer Ausgabe der wichtigen chronikalischen Aufzeichnungen für Braunschweig vielleicht schon in nächster Zeit wird hervortreten können, wegen welcher noch /Lappenberg/ mit dem dortigen Archivar Dr. /Hänselmann/ in Verbindung getreten war.

Von dem ersten Bande der deutschen Reichstagsacten, deren Herausgabe unter Oberleitung des Professors v. /Sybel/ durch Professor /Weizsäcker/ erfolgt, lag die bei weitem gröſsere Hälfte im Drucke vor; die Ausstattung entspricht durch Sorgsamkeit und Schönheit ganz dem monumentalen Charakter des Werks und gereicht der /Cotta/’schen Buchhandlung zu nicht geringer Ehre. Der erste Band wird nicht nach dem früheren Plane die ganze Regierungszeit K. Wenzels, sondern nur die Periode von 1376-1387 umfassen, während der zweite Band die Acten bis 1400 liefern, der dritte sich auf die Regierungsperiode K. Ruprechts erstrecken wird, und dann zwei Bände der Zeit K. Sigmunds gewidmet werden sollen. Alle Vorbereitungen sind soweit getroffen, daſs einem ununterbrochenen Fortschritt der Edition keine groſsen Schwierigkeiten mehr im Wege stehen. Sehr erfreuliche Ergebnisse haben die Nachforschungen des Bibliothekars Dr. /Kerler/ auf seinen Reisen durch Schwaben und Franken geliefert. Im hiesigen Reichsarchiv hat Dr. A. /Schäffler/ die Untersuchungen mit bestem Erfolge fortgesetzt, aus dem Stadtarchiv zu Köln der dortige Archivar Dr. /Ennen/ höchst schätzbare Beiträge geliefert.

Die Jahrbücher des deutschen Reichs sind um eine werthvolle Arbeit bereichert worden, die Geschichte Kaiser Heinrichs VI. von Dr. Th. /Töche/, welche im Druck bereits vollendet ist. Mit dem gröſsten Danke ist anzuerkennen, daſs die Buchhandlung von C. /Geibel/ in Leipzig, in deren Eigenthum kürzlich der Verlag der Jahrbücher übergegangen ist, sich nicht nur zum Ansatz eines mäſsigen Preises für die bevorstehenden Publicationen entschlossen hat, sondern auch für fast alle bereits erschienenen Abtheilungen eine bedeutende Preisherabsetzung hat eintreten lassen, um so die Anschaffung der ausgezeichneten Monographien, welche in den Jahrbüchern vereinigt sind, zu erleichtern.

Der Druck der historischen Volkslieder der Deutschen wird regelmäſsig fortgesetzt und läſst sich im Laufe des nächsten Jahres mit Sicherheit der dritte Band erwarten. Der Herausgeber Cabinetsrath Dr. v. /Liliencron/ hat sich durch seine Arbeit die allgemeinste Anerkennung erworben. Ob man mit dem vierten Bande abschlieſsen, oder noch einen fünften hinzufügen solle, blieb weiterer Beschluſsnahme vorbehalten.

Von der Sammlung der Weisthümer, welche unter Oberleitung des Staatsraths v. /Maurer/ Professor R. /Schröder/ nach J. /Grimms/ Tode fortführt, ist der fünfte Band im Druck vollendet. Der sechste Band, der auſser Zusätzen das unentbehrliche Sachregister enthalten wird, kann sogleich in Angriff genommen werden.

Ein besonderes Miſsgeschick hat bisher über der Herausgabe der Hansischen Recesse gewaltet. Das Unternehmen, welches /Lappenberg/ mit groſser Liebe durch eine Reihe von Jahren gepflegt und geleitet hatte, wurde in dem Zeitpunkte, wo der Druck bereits beginnen sollte, durch den Tod des Professors /Junghans/, des umsichtigen und fleiſsigen Gehülfen /Lappenbergs/, gehemmt; der Verlust dieser frischen Kraft war um so schmerzlicher, als /Lappenberg/ bald darauf selbst so schwer erkrankte, daſs er die Arbeit kaum fortzusetzen vermochte. Im Laufe des verflossenen Jahres schied leider auch /Lappenberg/ ab, und es wurde fraglich, ob man das groſse angesammelte Material überhaupt noch in der von ihm beabsichtigten Weise werde publiciren können. Zum Glück hat sich in Professor /Frensdorff/ in Göttingen ein Gelehrter gefunden, der geeignet und erbötig ist, das von /Lappenberg/ begonnene Unternehmen in seinem Sinne durchzuführen. Auf den Vorschlag des Professors /Waitz/ übertrug deshalb der Ausschuss die Herausgabe der Hansischen Recesse von 1354-1436 an Prof. /Frensdorff/. Man hofft, daſs der Druck des ersten Bandes sich noch im Laufe des nächsten Jahres wird beginnen lassen.

Die unter Redaction von Professor /Waitz/, Geh. Rath /Häusser/ und Oberstudienrath v. /Stälin/ erscheinende Zeitschrift: Forschungen zur deutschen Geschichte, wird ihren regelmäſsigen Fortgang in der bisherigen Weise behalten, da sie in mehrfacher Beziehung als ein Bedürfniſs erscheint. Für den siebenten Band liegt das Material theils druckfertig vor, theils ist es in nahe Aussicht gestellt.

Die Arbeiten für die Wittelsbach’sche Correspondenz im 16. und 17. Jahrhundert haben verhältniſsmäſsig die gröſsten Störungen erfahren, theils durch Krankheiten und militärische Verpflichtungen der Hilfsarbeiter, theils durch Hemmnisse des Druckes. So ist der erste Band der älteren pfälzischen Abtheilung, welchen Professor /Kluckhohn/ unter Oberleitung des Professors v. /Sybel/ bearbeitet, nicht im abgelaufenen Jahre vollendet, sondern nur etwa bis zur Hälfte gedruckt worden. Dieser Band wird die Correspondenz Churfürst Friedrichs III. von 1559-1567 umfassen und ihm sogleich der zweite Band folgen, mit welchem die Correspondenz Friedrichs III. abschlieſst. Das Material ist noch mehrfach, theils aus den jetzt erst verwendbaren Kasseler Archivalien, theils aus den Stuttgarter, Nürnberger und hiesigen Acten vervollständigt worden; mit einer nochmaligen sorgsamen Durchforschung des Dresdener Archives ist Prof. /Kluckhohn/ augenblicklich beschäftigt. Für die ältere bayerische Abtheilung, deren Herausgabe Reichsarchivsdirector v. /Löher/ übernommen hat, sind die Arbeiten von dem Hilfsarbeiter Dr. v. /Druffel/ fortgesetzt worden. Hauptsächlich aus den hiesigen Archiven und der Hof- und Staatsbibliothek wurde das Material vermehrt, aber auch durch werthvolle Beiträge aus dem Innsbrucker Statthaltereiarchiv und dem Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien ergänzt. Leider wurde Dr. v. /Druffel/ durch seine Militärverhältnisse die Arbeiten auf längere Zeit zu unterbrechen genöthigt. Für die jüngere pfälzische Abtheilung hat wenig geschehen können, da der Hilfsarbeiter Dr. /Ritter/, welchen der Herausgeber Professor /Cornelius/ für diese Abtheilung verwendet, fast während des ganzen Jahres durch Krankheit an der Fortsetzung seiner Arbeiten behindert war. Für die jüngere bayerische Abtheilung hat Professor /Cornelius/ selbst die Arbeiten theils hier, theils in Wien fortgesetzt; die Sammlung des Stoffs für den ersten Band, welcher die Jahre 1598 bis 1610 umfassen soll, ist jetzt im Wesentlichen vollendet, so daſs die baldige Publication desselben in Aussicht genommen werden kann.

Zur Veröffentlichung der Geschichte des Herzogthums Zweibrücken, welche auf Anregung des hochseligen Königs Maximilian II. entstanden und von der historischen Commission mehrfach unterstützt war, hatte die Plenarversammlung dem Pfarrer /Lehmann/ eine Subvention bewilligt. Da dieselbe zur Drucklegung des Werkes nicht ausreichte, beschloſs der Ausschuſs, eine neue Geldbewilligung zu beantragen.

In Betreff der Herausgabe der /Schmeller/’schen Nachträge zum Bayerischen Wörterbuch lagen eingehende Berichte des Professors W. /Wackernagel/ vor. Aus denselben ergab sich die erfreuliche Gewiſsheit, daſs sich die geeigneteste Persönlichkeit gefunden habe, um dieses Unternehmen, welches bisher alle Bemühungen der Commission wenig zu fördern vermochten, endlich in Ausführung zu bringen. Da inzwischen bekannt wurde, daſs die erste Auflage des Bayerischen Wörterbuchs fast vergriffen sei, traten Bedenken ein, ob eine besondere Veröffentlichung der Supplemente rathsam sein würde; denn die Verwendung derselben zu einer neuen Auflage würde nicht nur die Benutzung des Werks erleichtern, sondern auch der ursprünglichen Absicht /Schmeller/’s mehr entsprechen. J. /Grimm/, als er den besonderen Abdruck der Supplemente bei der Commission in Anregung brachte, that dies nur in der Voraussetzung, daſs eine zweite Auflage des Wörterbuchs nicht so bald zu ermöglichen sein dürfte. Die Vorzüge einer neuen Ausgabe, bei welcher die Nachträge gleich an Ort und Stelle eingefügt würden, erscheinen in der That so groſs, daſs der Ausschuſs auch einen gröſsern Kostenaufwand nicht scheuen zu dürfen glaubte, zumal es von Anfang an in der Absicht J. /Grimm/’s und der Commission gelegen hatte, dem groſsen bayerischen Sprachforscher durch die Publication seiner hinterlassenen Arbeiten ein würdiges Denkmal zu setzen. Da es noch mehrfacher Verhandlungen bedarf, um einen sicheren Plan für das Unternehmen in dieser veränderten Gestalt herzustellen, war eine endgültige Beschluſsnahme nicht möglich; der Ausschuſs beauftragte aber den Secretär, alle Einleitungen zu treffen, daſs in kürzester Frist bestimmte Vorlagen dem Ausschusse zur Entscheidung vorgelegt und dann sogleich das Werk in Angriff genommen werden könne.

Vielfach machte sich die Abwesenheit der auswärtigen Mitglieder im Laufe der Verhandlungen dem Ausschusse fühlbar. Die Arbeiten der Commission gelten dem gesammten deutschen Vaterlande und bedürfen der Mitwirkung aus allen Theilen desselben. Gerade in den politisch gelockerten Verhältnissen der Nation hat die Stiftung König Maximilians II., welcher die historische Wissenschaft so viel verdankt, für das deutsche Geistesleben noch eine erhöhte Bedeutung gewonnen. Möchte der nächste Herbst wieder alle Mitglieder der Commission in München vereinen, um das gemeinsam begonnene Werk gemeinsam fortzusetzen!

21) Im Verlage von Friedr. Andr. Perthes in Gotha erschien soeben:

~Hopf, Dr. Karl~, =historisch-genealogischer Atlas seit Christi Geburt bis auf unsere Zeit=. Abtheilung I. Deutschland. 2. Band. 3. 4. Lieferung. Fol. geh. 4 Thlr.

~Mücke, J. F. Alphons~, =Albrecht I. von Habsburg, Herzog von Oesterreich und römischer König=. Ein Beitrag zur deutschen Staaten- und Reichsgeschichte. Nach den Quellen. gr. 8. geh. 1 Thlr.

22) In Gräter’s Bragur 2, 450 ist nebst anderen seltenen Büchern zum Verkauf ausgeboten: Sermo de /Sancto Nemine/ per Pauperem Henricum ex sacris literis collectus, sine l. et a. Um Nachweisung dieser Schrift wird höflichst gebeten.

/Heidelberg./ /Wattenbach./

23) Im Selbstverlage des Verfassers ist soeben erschienen und auch in der literar.-artist. Anstalt des german. Museums (s. oben Chronik des Museums) zu haben:

=Beiträge zur lateinischen Paläographie.= Von W. /Wattenbach/. Heidelberg, 1866. 4. 41 lithographierte Stn. ⅔ Thlr.

Verantwortliche Redaction: Dr. G. K. /Frommann/. Dr. A. v. /Eye/.

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg.

U. E. /Sebald/’sche Buchdruckerei.

ANZEIGER FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.

Neue Folge. Dreizehnter Jahrgang.

/Nürnberg./ Das Abonnement des Blattes, welches alle Monate erscheint, wird ganzjährig angenommen und beträgt nach der neuesten Postconvention bei allen Postämtern und Buchhandlungen Deutschlands incl. Oesterreichs 3 fl. 36 kr. im 24 fl.-Fuſs oder 2 Thlr. preuſs.

Für Frankreich abonniert man in Straſsburg bei C. F. Schmidt, in Paris bei der deutschen Buchhandlung von F. Klincksieck, Nr. 11. rue de Lille, oder bei dem Postamt in Karlsruhe; für England bei Williams & Norgate, 14 Henrietta-Street Covent-Garden in London; für Nordamerika bei den Postämtern Bremen und Hamburg.

Alle für das german. Museum bestimmten Sendungen auf dem Wege des Buchhandels werden durch den Commissionär der literar.-artist. Anstalt des Museums, F. A. /Brockhaus/ in Leipzig, befördert.

Inserate, welche mit den Zwecken des Anzeigers und dessen wissenschaftlichem Gebiete in Verbindung stehen, werden aufgenommen und der Raum einer Columnenzeile mit 7 kr. oder 2 Sgr. berechnet.

ORGAN DES GERMANISCHEN MUSEUMS.

1866. Nº 12. December.

Wissenschaftliche Mittheilungen.

Historia Neminis.

Von Professor Dr. W. /Wattenbach/ in Heidelberg.

(Schluſs.)

In derselben Miscellanhandschrift, deren Inhalt Wilken in seiner Geschichte der Heidelbergischen Büchersammlungen, S. 405, angibt, findet sich auch auf Fol. 96 u. 97 nach einem 1443 in Augsburg geschriebenen Freidank eine Predigt gegen das Fasten eingetragen, welche ich des verwandten Inhalts wegen gleich folgen lasse; auch hier sind Zusätze von gleichzeitiger Hand, die ich eingeklammert habe.

„/Sermo sew Dictamen contra abstinentiam sew ieiunium./

(vide dictamen seu fabulam de nemone et Marcolfo in libro flavio apologorum Cyrilli a k. 138 et postea hic a k. 108[A] et in codice Summe Reimundi a k. 133.)

Si dimisero eos ieiunos, deficient in via. Morem laudabilem observando in huius sermonis exordio divinam gratiam impetrando, sine qua nec predicator fructificat nec auditores edificantur, devotis mentibus aspiremus in hac gracia consequenda, christiferam virginem et matrem domini archangelica salutatione devote salutemus, dicentes mente pia Ave Maria. Egregii domini mei multum graciosi! Thema vestris reverentiis propositum habetur Marci octavo capitulo, ex quo quidam ydiote et stulti homines, naturas rerum et commoda ignorantes, utilitatem ieiunii commendare presumunt. Idcirco ne dictorum error aliquos christifidelium seducat in heresim, philosophorum sententiis, qui de naturis rerum subtiliter perscrutantur, ipsius ieiunii ostendemus proprietates. Jeiunium enim tribus modis consideratur: primo secundum se, et sic nichil est formaliter, sed est quedam privatio cibi. Modo privatio nichil est, ut patet primo phisicorum, et sic ieiunium non est ens, et per consequens non est bonum, quia ens et bonum convertuntur, secundo metaphisice. Item illud non est bonum, in cuius contrario consistit summa felicitas hominis; sed in voluptate, que est contraria ieiunio, consistit summa felicitas hominis etc. Minor probatur, quia felicitas hominis consistit in illo quod est primum motivum appetitus. Modo voluptas est huiusmodi, quia in tantum movet voluptas appetitum, quod vix alia fiunt quam voluptuosa. Et in signum istius tam a sapientibus quam insipientibus appetitur ipsa voluptas. Pater per Aristotelem primo ethicorum: omnia voluptuose bonum appetunt. Item id quod inclinat se ad simpliciter malum, non est bonum nec laudabile, quod probatur; nam ieiunium inclinat se ad abstinentiam, sed illud quandoque est causa mortis, sed mors est simpliciter malum, quia omnium terribilium mors est terribilissimum, ut patet per Aristotelem 3^o ethicorum, quia in naturalibus desideriis pauci peccant.

Secundo ieiunium consideratur quantum ad ipsum ieiunantem, et ut sic quandoque communicat cum dampnatis et demonibus, qui perpetuo tempore ieiunant, et per consequens est vilis conditio. Item facit ipsum ieiunantem iracundum, ociosum, invidum et tristem. Nam ira generatur ex embolitione sagwinis circa cor, cum cor sit principalissimum membrum animalis. Item ex alio facit hominem ociosum, nam ex nimia aviditate, per quam implet ventrem suum, quod debite digerere non potest, et sic sequitur debilitatio membrorum et per consequens ociositas. Item facit hominem invidum, nam invidia fit ex prosperitate maioris boni proximi quam sibi. Sed non ieiunans maius bonum consequitur in comedendo sepe delectabilia et delicata quam ieiunans, et sic ieiunans erit invidus. Talem invidiam videntur habere Rustici erga presbiteros et nobiles, ut patet ex natura in tractatu Rusticorum capitulo Gracia plena, unde Boecius de consolatione philosophie: Natura dat unicuique quod suum est et quod appetit. Item ieiunium facit ieiunantem tristem, et illud est notorium quasi de omnibus, quia omnes ieiunantes ut frequenter dolent capita, quia tristicia causatur ex constrictione sagwinis circa cor, modo talis constrictio fit ieiunantibus, igitur etc. Item facit hominem avarum, nam ille qui consuevit parum expendere pro expensis, acquirit sibi habitum ad difficulter dandum, et sic erit illiberalis et avarus, cum consuetudo sit altera natura, secundo phisicorum etc. Item facit hominem infirmum, quia deficiente nutrimento naturali non habet calor aliquid in quo agat, unde possit fieri restauratio deperditi, et sic sequitur debilitatio membrorum et per consequens infirmitas. Etiam patet illud auctoritate philosophi de regimine sanitatis loquendo ad Allexandrum: O Allexander, cum appetis comedere, viriliter comede; alioquin stomachus tuus implebitur malis vaporibus, ratione quorum sequitur turbatio cerebri, igitur etc.

Tercio consideratur ieiunium quantum ad ipsum finem (scilicet virtutum adipiscendarum habitum acquirendum) cuius contrarium est verum, quia secundum philosophum secundo de animalibus, animalia sunt magis apta ad coitum ieiuna quam cibata, cuius ratio est, quia quando animalia sunt ieiuna, tunc meatus per quos transit humidum, sunt aperti et sic magis et aptius potest fluere humidum radicale in ieiunis quam cibatis, cum ibi sint meatus clausi, et in istius signum frequentius fiunt pollutiones quam alias, et illud non ordinatur in bonum finem, quod directe contrariatur nature: modo ieiunium directe contrariatur nature. Maior probatur, quia deus et natura nichil agunt frustra, ut patet tercio de anima. Sed minor probatur quia naturalis appetitus hominis inclinatur ad susceptionem cibi et potus propter deperditi restaurationem: modo ad oppositum eius inclinat ieiunium, et sic ieiunium probatur per auctoritates philosophorum esse vile et inutile.

Item probatur per auctoritates sacre scripture ieiunium esse vanum et inutile, primo Johannis sexto: Cum multa turba esset cum Jhesu, dixit ad Philippum: Unde ememus panes ut hii comedant? Non dixit: ut hii ieiunium servarent. Item ut sufficienter comederent et biberent attestante psalmista: Omnia subiecisti sub pedibus eius, oves et boves etc. Item Jacob dedit patri suo escas quibus libenter vescebatur, et ab hoc consecutus est beuedictionem patris. Item legitur in Daniele: Precepit angelus Abacuck ut faceret Danieli prandium in lacum leonum, ut comederet, non ut ieiunaret. (Et ecclesiastes tercio: Omnis enim homo qui comedit et bibit et videt bonum de labore suo, hoc donum dei est. Et ibidem quinto: Hoc itaque visum est michi, ut comedat quis et bibat et fruatur leticia ex labore suo. Et omni homini cui dedit deus divicias atque substantiam, potestatemque ei tribuit ut comedat ex eis et fruatur parte sua et letetur de labore suo, hoc est donum dei. Et infra sexto capitulo in principio: Est et aliud malum quod vidi sub sole et quidem frequens apud homines, vir cui dedit deus divicias et substantiam et honorem, et nichil deest anime sue ex omnibus que desiderat, nec tribuit ei potestatem deus ut comedat ex eo, sed homo extraneus vorabit illud; hoc vanitas et magna miseria est. Et ibidem octavo capitulo: Laudavi igitur leticiam quod non esset homini bonum sub sole, nisi quod comederet et biberet atque gauderet, et hoc solum secum aufferret de labore suo omnibus diebus vite sue, quos dedit ei deus sub sole. Et capitulo nono: Vade ergo et comede in leticia panem tuum, et bibe cum gaudio vinum tuum, quia deo placent opera tua.)

Si per aliquos inveniatur in sacra scriptura videlicet quod sanctus Petrus ceterique apostoli habeant vigilias in quibus est ieiunandum, respondetur: bene est, secundum antiquos et eius veram interpretationem vigilia dicitur a vigilando et non a ieiunando, et ergo in vigiliis vigilemus et comedamus, et si dicunt quod patres nostri ieiunarunt in deserto, dicitur: verum est, quia cibum habere non potuerunt, et sic omnes auctoritates sacre pagine intelliguntur, quando cibum habere non possumus nec appetitum comedendi habemus, quia tunc est vicium nature. Item ewangelium Mathei 15: Omne quod intrat os, non coinquinat hominem. Item si dicitur, an liceret nobis bibere, respondetur quod sic, ymmo fortissime, ut temperetur cibus ad fluendum ad singula membra, ut fiat digestio bona, unde Johannis secundo, cum dominus aquam convertit in vinum, dixit: Afferte architriclino ut gustaret etc. et loquebatur desuper habundantius, ne forte parcitas videatur his esse. Unde Salomon canticorum quinto: Comedite et bibite et inebriamini, karissimi, quia vinum letificat cor hominis. (Et ecclesiastes secundo: Nonne melius est comedere et bibere et ostendere anime sue bona de laboribus suis? et hoc de manu dei est. Quis ita devorabit et deliciis affluet ut ego? Jeremie 25. Hec dicit dominus: Bibite et inebriamini et vomite et cadite, et infra ibidem: Cumque noluerint accipere calicem de manu tua, ut bibant, dices ad eos: Hec dicit dominus exercituum: Bibentes bibetis.)

De quibus magister Jo. Egg ceterique causarum curie procuratores solenniter et expresse protestantur magnis haustis una cum Georgio Lederlin optimo potatore per diocesem Augustensem una cum aliis quam pluribus eorum sociis, quorum nomina iam latent sub vino ytalico. Cum igitur ieiunium nichil sit formaliter quantum ad primum, quia multa incommoda proveniunt ex eo, quantum ad secundum, et privat hominem suo fine naturali, quantum ad tercium, patet per se, quia manifestum et notorium, unde ecclesiastes: Nichil video sub sole observare nisi comedere et bibere et bonum tempus sibi habere, quod sanctus Marcus fideliter conservavit loco preallegato dicens: Si dimisero eos ieiunos etc. Ista sum vestris reverenciis propositurus fideliterque suadeo, ut nun ieiunetis, sed fortiter cum bono appetitu comedalis et bibatis“.

Es ist kaum zu bezweifeln, daſs diese Ermahnung viel sorgfältiger befolgt wurde, wie manche andere Predigt.

FUSSNOTE:

[Fußnote A: Obgleich deutlich k. geschrieben ist, scheint doch fol. 108 gemeint, wo nach alter Zählung die historia Neminis steht.]

Ausgrabung im Peuthenthale bei Sulzbach.

Während wir vor einiger Zeit über eine Untersuchung heidnischer Todtenhügel in der Oberpfalz Nachricht gaben, die in Bezug auf die allgemeinen dabei zu Tage tretenden Verhältnisse zwar interessant, doch arm an faſsbaren Ergebnissen war, haben wir gegenwärtig von einer solchen zu berichten, die rücksichtlich des letzten Punktes besondere Beachtung verdient. -- In nordwestlicher Richtung von der Stadt Sulzbach, eine Stunde entfernt, liegt die Staatswald-Abtheilung „Peuthenthal“. Zur Herstellung der Holzabfuhrwege wurde daselbst im Laufe dieses Herbstes ein Hügel abgetragen, der das nöthige Steinmaterial zu bieten schien. Dieser Hügel hatte eine kreisrunde Form. Seine Basis hatte bis zu 4 Fuſs Höhe einen Bestand von groſsen, unbehauenen, eisenhaltigen Kalksteinen, welche, ohne Mörtelverband, einfach eingelegt waren. Oberhalb des Steinlagers stieg der Hügel gewölbartig auf, während seine Spitze sich muldenförmig eingesunken zeigte. Gleichwohl stieg der Rücken des Hügels bis auf 9 Fuſs Höhe; sein Umfang betrug etwa ein Zwölftel eines Tagewerks.

Nachdem die Steine rings umher entfernt waren, wurde bis in die Mitte des Hügels vorgedrungen, wobei nur weiſser Flugsand, wie solcher die ganze, mit Föhren besetzte Waldfläche bedeckt, aber kein weiterer Stein zum Vorschein kam. In senkrechter Richtung unter der muldenartigen Einsenkung, in der tiefsten Lage des Hügels fanden sich indeſs Trümmer von verschiedenen irdenen Gefäſsen, sowie zwei Urnen, welche jedoch beim Ausgraben ebenfalls zerbrachen. Auſserdem kamen eine bronzene Brustnadel zu Tage, in deren Form man die Gestalt eines Schwans erblicken könnte, sowie ein äuſserst merkwürdiges Gehänge von fünf groſsen Bronzeringen, die bis auf einen auf der vorderen Seite mit eingravierten Strichverzierungen ausgestattet, eiförmig, am spitzen Ende geöffnet, in einander passen und von einem runden, geschlossenen und mit wiederkehrenden Profilierungen versehenen Ringe gehalten werden. Ein Häuflein Asche, das, mit Kohlen untermischt, dabei gefunden wurde, zeigte sich, wie gewöhnlich, anfangs als schwarze, fett anzufühlende Erde, offenbarte aber in getrocknetem Zustande bald den organischen Ursprung.

So weit der Bericht der Augenzeugen. Ueber die vorliegenden Gegenstände selbst, die wir hier in Abbildung geben, noch Einiges zu sagen, dürfte insofern gerechtfertigt erscheinen, als einerseits gerade bei Gegenständen aus diesem Bereiche des Alterthums oft die unmittelbare Handhabung derselben nöthig ist, um sich eine Vorstellung über ihre ursprüngliche Bedeutung zu machen, andrerseits ja nicht selten eine dargelegte Vermuthung durch erregten Widerspruch zur Einsicht führt. Was hier gesagt, gilt zwar nicht in Bezug auf die angeführte Urne und die Brustnadel. Formen, die, wie bei der letzteren, entfernt eine Thiergestalt nachahmen, kommen sehr häufig vor, und in Bezug auf die erstere lassen die scharfe, schöne Profilierung, sowie das einfache, doch charakteristische Ornament über ihre Verwandtschaft oder ihr Herkommen kaum in Zweifel. Wir bemerken hier nur noch, daſs die Urne aus blaſsroth gebranntem Thon besteht.

Schwieriger dürfte es sein, das aus den sechs Ringen zusammengesetzte Gehänge zu erklären. Dieselben wurden ohne Zweifel für die Ineinanderfügung, in welcher sie gefunden sind, gefertigt. Denn jeder einzelne Ring -- der gröſste derselben miſst im Längendurchmesser 8″ Par. Mſs. der kleinste 5″ Par. Mſs. -- konnte bei seiner ovalen, oben zugespitzten Form nicht die Bedeutung haben, die man sonst diesen Ringen und Reifen beilegt, den Kopf, Arm oder Bein zu schmücken und zu schützen. Wie aber wurden sie in ihrer Zusammenstellung getragen? -- Etwa platt auf der Brust, um so ein Stück eines Panzers zu bilden? -- Unglücklicher Weise liegen sie eben nicht platt; denn nicht nur hat der kleinere, die gröſseren zusammenfassende Ring fortwährend das Bemühen, die von den letzteren gebildete Ebene senkrecht zu durchschneiden, sondern auch diese sinken mit ihren oberen Enden neben einander und spreizen sich hängend entweder oben oder unten. In Verfolg einer Absicht, wie die oben berührte, würde man zweckmäſsiger zu Werke gegangen sein. -- Versucht man die Ringe auf den Kopf zu legen, um sie etwa hier als Schutz dienen zu lassen, so fügen sich zwar drei in passenden Abständen an; drei hängen und starren aber als unauflösliche Räthsel umher. Jede andere Auskunft, den Zweck dieser Ringe zu erklaren, stöſst auf Schwierigkeiten, die in ihrer Eigenthümlichkeit begründet liegen, so daſs man endlich auf den Gedanken geführt wird, ihnen jeden weiteren Zweck abzusprechen, den sie nicht auch in sich, d. h. in der Kostbarkeit, welche man ihnen für ihre Zeit zuerkennen muſs, beschlossen. Unseres Wissens ist das in den alten Dichtungen so auffallend hervortretende Moment, der Werth, der den Schätzen als solchen beigelegt wird, um deren bloſsen Besitz so manche Gefahr bestanden, so manche Mühe aufgewendet wurde, dahin der Führer und Hortbewahrer höchstens einen Griff that, um ausgezeichnete Verdienste zu belohnen, auf die Ausgrabungen und wirklich vorhandenen Schätze noch nicht angewendet worden. Wäre eine solche Erklärung nicht so auſserordentlich leicht, so dürfte sie bei manchen noch nicht enträthselten Stücken, wie bei dem Münchener goldenen Hute u. a., ebenso willkommen sein.

Unser Gehänge ist so eingerichtet, daſs jeder einzelne Ring vermöge seiner oben befindlichen Oeffnung durch leichten Ruck aus dem geschloſsenen und dem ganzen Verbände gelöst werden kann. Sollte nicht auch die Absicht dagewesen sein, sie für bestimmte Fälle daraus lösen zu lassen? -- Der besprochene Fund fällt zwar ohne Zweifel in eine Zeit, welche der des Nibelungenhortes vorangieng, doch sicher auch in eine spätere Epoche und in so entwickelte Verkehrsverhältnisse, worauf auch das abgebildete Gefäſs hinweiset, daſs die Sitte, theilbare Werthstücke mit sich zu führen, gewiſs mit einiger Wahrscheinlichkeit vorausgesetzt werden kann.

v. E.

Die Sprichwörtersammlung des Friedrich Peters.

Von Subrektor J. /Franck/ zu Annweiler.

(Schluſs.)

Morgenrodt/ Den auend an dem thune floth. (Bl. ~H~iiij^b.)

Olde Fleesch wil Woes hebben/ Das ist/ alte Leut woͤllen gern im nassen seyn vnd drincken. (Bl. ~I~ij^a.)

Buwen vnd Kyff/ Koͤste vnd schoͤn Wyff/ Nemen Penning vnde Lyff. (Bl. Kiij^a.)

Beer vnde Brot/ Maket mannigen Schalck groth. (Bl. ~L~ij^a).

Darup ick my vorleht/ De was de jene/ de my vorreth. (Bl. ~Lv~ij^a.)

Darna einer deyth/ Darna ydt em geyth. (Bl. ~Lv~ij^a.)

De lidet Pin vnd schmerte groth/ De gerne bleef/ vnd doch scheden moth. (Bl. ~Ov~^a).

De Schlieter auerwint den Bieter. (Bl. ~Ov~iij^b.)

De Dodt vnd ein Brut/ Voͤhren tho allen dohren uth. (Bl. ~P~ij^b.)

Ein Kock vnd ein Bock. Ein Hoer vnd ein Buͤckinck/ Stincken nicht ein luͤtting. (Bl. ~X~iiij^a.)

Ein othmoͤdig fahren ys bether/ als ein hochmoͤdig gahn. (Bl. ~Xv~iij^b.)

Ein Perd/ dat vp den Beinen ys styff/ Dartho ein wol bewandert Wyff. Ein Knecht/ de helft veel Heren gehat/ Darup heng nemand synen schadt. (Bl. ~Y~^a.)

Idt ys kein ampt so gut/ dar lopt ein Deef uth. (Bl. ~Aav~iij^a.)

Gedruncken Wyn mit mathe/ Deyth den Minschen grothen bathe. (Bl. ~Ff~iij^b.)

Hoff wil schlete hebben/ Das ist/ hauſshalten gehet ohn vurath vnnd vnkosten nicht ab. (Bl. ~Ii~ij^a.)

Coͤllen vnd Aken/ lethen sick vp einen Dach nicht maken. (Bl. ~Llv~iij^a.)

Laduͤncklin manchem schaden doth/ Dat he mit Reuling baden moth. (Bl. ~Mm~ij^b.)

Lecker kelen kosten vele. (Bl. ~Mmv~^b.)

Luͤtke Bate gute bate: Kleine huͤlffe gute huͤlffe. (Bl. ~Mmv~iij^b.)

Luͤtke gaue gute gaue. ibid.

Luͤtke M[u^]se hebben ock sterte. ibid.

Luͤtke Perde dichte Perde. ibid.

Luͤtk vnde vaken/ Bekleidet den nakeden. (Bl. ~Nn~^a.)

Luͤtk vnde wreed/ Maket manchem syn Huſs leed. ibid.

Scholde men de schelden alle vor bouen/ De Geldts vnde gudes wol behouen. So most man mannigen guden Gesellen/ Vnder de losen Bouen tellen. (Bl. ~Ssv~^a.) --

Die Heiligen fallen auch. (I. Bl. ~Bv~^a).

Es ist kein Haͤuſslin/ es hat sein Creutzlin. (I. Bl. ~C~ij^a.)

Je mehr Wort/ je arger Gebet. (I. Bl. ~Dv~^b.)

Ein alter Furman ist ein guter wegweiser. (II. Bl. ~Sv~^b.)

Ein alter Kornboden ohn Meuse/ Ein grindig Heubt ohn Leuse. Ein grosser Jahrmarckt ohn Diebe/ Ein junger Held ohn Liebe. Ein alter Wucherer ohn Geld/ Sind seltzam ding in der Welt. ibid.

Ein alter Pelse ist selten ohn Leuse. (Bl. ~Sv~j^a.)

Es sind nicht alle Huren/ die einem Mann zu willen sind. (Bl. ~Ccv~j^b.)

Es sind nicht alle Koͤche/ die gern Gruͤtz essen. ibid.

Luͤbeck ein Kauffhauſs/ Hamburg ein Brawhauſs. Braunschweig ein Ruͤsthauſs/ Luͤneburg ein Saltzhauſs. Halberstat ein Pfaffenhauſs. (Bl. ~Mmv~iij^a.)

Mit Nesteln fahet man an zu spielen. (Bl. ~Pp~iij^a.)

Nord Ost/ Ist der Luͤbschen Frawen trost. (Bl. ~Qqv~^b.)

Sanct Vlrich vnd seinen Cumpan/ Ruffen die volle Bawren an. (Bl. ~Rrv~^b.)

Sawr vnd solt/ macht oldt/ Das ist/ wer sawr vnd saltzig essen vertragen kan/ der lebt lange. (Bl. ~Rrv~j^a.)

Scham in der Noth/ ist boͤser Hauſsrat. (Bl. ~Ss~ij^b.)

Sorg felt nicht vmb. (Bl. ~Ssv~iij^a.)

Taffelrecht vnd Saltzinnigung sol man nit brechen. (Bl. ~Tt~iij^b.)

Vmbkehren ist das best am Tantz. (Bl. ~Vv~^a.)

Von einer Wurst kompt ein Hauſs voll rauchs. (Bl. ~Xxv~^b.)

Was du wilt/ das verschwiegen bleib/ Das soltu sagen einem Weib. Es bleibt in jhrem Mund verschlossen/ Als hettstu Wasser in ein Sieb gegossen. (Bl. ~Yy~iij^a.)

Was man nicht gibt dem HErren Christ/ Das frist doch die gemeine Kist. (Bl. ~Zz~^b.)

Weiber machen Menner. (Bl. ~Zzv~ij^a.)

Wenn das Korn gedyet auff dem Sande/ So ist Hunger im Lande. (Bl. ~Aaav~ij^a.)

Wenn die Muͤnch reisen/ so pfleg es gern zu regnen. (Bl. ~Bbbv~j^a.)

Wenn ein Westpheling auſs seinem Land reiset/ so scharret er den weg hinder jhm zu/ daſs er jhn nicht koͤnne wider finden. (Bl. ~Ccc~ij^b.)

Wenn man einen Fleming im Sack durch Welschland oder Franckreich truͤge/ so lernet er die Sprache. (Bl. ~Cccv~iij^a.)

Wer auff der Gassen deſs nachtes gehet/ Vnd auff der Lauten vnd Zitter schlegt. Vnd nur da fleiſs an wenden deit. Der ist ein Aff von Ripenscheit. (Bl. ~Eee~j^b.)

Wer einem Bawren den Hindern kratzt/ dem hofiert er zu lohn in die Hand. (Bl. ~Fff~^a.)

Wer hat ein frech Pferd jung und wacker/ Vnd einen harten steinichten Acker. Ein boͤsen Zaum vnd stumpffen Pflug/ Dem wird zuschaffen vbrig gnug. (Bl. ~Ggg~ij^a.)

Wer sahe den Wolff fuͤr dem Artzten ligen? (Bl. ~Iii~ij^b.)

Wer thut/ so viel er kan/ der thut so viel als der Bapst zu Rom. (Bl. ~Kkk~iiij^a.)

Wer wil mit geniessen/ Der muſs mit schiessen. (Bl. ~Lll~j^b.)

Wo ein Westfehling verderbt/ vnd ein Weide versort/ Da must sein gar ein schrager orth. (Bl. ~Mmmv~^a.)

Zehen Jahr Kindisch vnd klein/ Zwentzig Jahr ein Jungfrewlin, Dreissig Jahr ein Fraw Simon/ Virtzig ein herrin Matron. Fuͤnfftzig Jahr voller Religion. Sechtzig Jahr wol auſswarten kan. Siebentzig Jahr alt/ Vnd vngestalt/ Achttzig Jahr/ Vil heſslicher den vor. Neuntzig Jahr der Welt schabab. Hundert Jahr fuͤllet das Grab. (Bl. ~Nnnv~^b).

[Vgl. Anzeiger, 1832, 300; Gödeke, P. Gengenbach, 581 ff.]

Je naͤher dem Nappe/ je besser Kaͤſs/ Das ist/ Je frischer Kaͤſs/ je besser. (Bl. ~Ppp~^b.)

Wenn der Fisch ins dritte Wasser kompt/ so verursacht er den Todt/ das ist/ Wenn man nit Wein/ sondern Bier auſs Wasser gekocht drauff trinckt. (Bl. ~Pppv~^b).

Zum Muͤssiggang gehoͤren grosse Zinse oder hohe Galgen. (Bl. ~Pppv~iij^b.)

Das best gehoͤrt in Pfaffen. (III. Bl. ~Rrrv~^a.)

Die Morgenroͤte leugt nicht/ Ein dicker Bauch treugt nicht: Ists nicht Regen/ so ists Wind/ Ists kein Fett/ so ists ein Kind. (Bl. ~Rrrv~j^a.)

Es ist boͤſs zu heilen/ was der Wolff oder Pfaff beiſst. (Bl. ~Rrrv~ij^a.)

Im Sommer haben die Hanen rote Kemme. (Bl. ~Rrrv~iij^a.)

Keuff ein Vhr/ Nim ein Hur/ Schlag ein Pfaffen/ So kriegstu zu schaffen. (Bl. ~Rrrv~iij^b.)

Maler sind Swaler. (Bl. ~Rrrv~iij^b).

Narr vnd Doctor sind beide gleich bald genent. (Bl. ~Sss~^a.)

Studenten sind ohne Renten. (Bl. ~Sss~^b).

Wer viel geit/ Der wird viel queit. (Bl. ~Ss~iij^b.)

Wil mir Gott keinen Apostel geben/ so behalt er seine Maͤrterer auch. (Bl. ~Sss~iij^b.)

Zugabe.

Man kan nichts Fetters essen/ denn Speck in Butter gebraten. (III. Bl. ~Rrrv~iij^b.)

Man zeucht viel Lantzknecht auff mit einer Tonnen voll Buttermilch. (Bl. ~Sss~^a.)

Sol/ mir/ sind der Pfaffen noten; Ich/ sol/ gehort den Bawren an. (Bl. ~Sss~^b).

Trincks gar aus/ So wird ein voller Moͤnch daraus. (Bl. ~Ss~ij^a.)

Welcher Arzt kan seinen Hund von den Floͤhen erretten? (Bl. ~Sss~ij^b.)

Wer todt ist/ den begrebt man mit der Haut/ wie einen Bischoff. (Bl. ~Sssiij~^b.)

Ungeachtet ihrer Reichhaltigkeit und ihres unleugbar inneren Werthes, war die Kenntniſs dieser Sammlung von jeher[A] und, wie es scheint, schon in älterer Zeit (schon bei /Cleſsius/ fehlt sie) eine sehr beschränkte, auch erlebte sie nur diese einzige Auflage, und Exemplare sind nur mit Mühe zu beschaffen. Welche Ursachen es waren, die dem Buche dieses dunkle und unverdiente Loos bereitet haben, ist schwer, wo nicht unmöglich, zu sagen -- „habent sua fata libelli“. Bei alten Sammlern habe ich ihren Namen nicht gefunden, wenn es gleich nicht unwahrscheinlich ist, daſs diese, z. B. /Weidner/ und /Lehman/, einen Theil ihres Inhalts ganz nach Belieben und ohne kriegerischen Lärm „annectiert“ haben. /Zincgref/, welcher (Apophthegmen, Straſsburg, 1626. Bl. b2 a/b) Bebel, Agricola, Franck, Olorinus Variscus, Gruterus u. a. kennt und gebraucht, ist sie unbekannt; auch /Schottel/, in der Literatur der Sprichwörter nicht unbewandert, thut, obgleich er (Teutsche Haubt Sprache, 1663, S. 1111) die wichtigsten Sammler von Bebel bis Weidner aufführt, ihrer weder hier, noch in dem Tractate „Von Teutschlands und Teutschen Scribenten“ (ebend. S. 1150-1214) Erwähnung. Erst neuere Sammler, wie /Eiselein/ und vor Allen /Wander/, haben angefangen, dem Buche die verdiente Aufmerksamkeit zu schenken, und namentlich ist der letztere bestrebt, den reichen Schatz, welchen diese Sammlung birgt, planmäſsig und mit Angabe der Quelle zu heben und ihn seinem groſsen und verdienstlichen Werke einzufügen.

/Friderich Peters/ (/so/ und nicht „Petri“ unterschreibt er sich selbst in deutschen Buchstaben am Schlusse der Vorrede), geb. 10. März 1549, besuchte die Schule zu Ilfeld, dann die Universität Wittenberg, wurde daselbst Magister und erhielt später das Conrektorat der Martinsschule zu Braunschweig. Im J. 1578 Prediger an der Andreaskirche daselbst, sowie 1594 Senior des Ministerii geworden, starb er zu Braunschweig 1617. Seine lateinischen und anderen deutschen Schriften sind bei Jöcher a. a. O. verzeichnet.

FUSSNOTEN:

[Fußnote A: Die meisten Literarhistoriker kennen sie nicht, oder halten sie der Nennung unwerth, so /Bouterweck/, /Menzel/, /Laube/, /Pischon/, /Wolff/, /Koberstein/, /Kurtz/ u. a. m.; selbst /Gervinus/ erwähnt sie nur vorübergehend (III, 67) mit dem Beisatze „1565“, ein Beweis, daſs sie auch ihm autoptisch fremd geblieben ist; der erste, der, so viel mir bekannt, ihren Werth richtig erkannte, war (auſser Nopitsch) /Gödeke/ in seinem Grundriſs I, 112-113, sowie /Hoffmann von Fallersleben/, der einzige, der, ohne aber in die Sammlung einzugehen, schon vorher in seinen „Spenden zur deutschen Literaturgesch.“ I, 11-20 einige Proben, jedoch nur Reimsprüche und in erneuerter Schreibweise, aus ihr mitgetheilt hatte. -- Jöcher im Gelehrten-Lexikon (III, 1441) betitelt sie, mit Bezug auf Rehtemeyer’s Braunschw. Kirchen-Historie „dicta selecta et proverbia“ und führt sie unter Peters’ lateinischen Schriften auf.]

Die Landrichter zu Sulzbach im 14. und 15. Jahrhundert.

Mitgetheilt von /Leonh. Platzer/, k. Landrichter, zu Sulzbach.

(Schluſs.)

Dieses Wilhelm Paulsdorfers Gemahl war Margaretha von Eck, gestorben 1495. Anno 1579 hat Stephan Paulsdorfer, der einzige Erb dieses uralten adelichen Stammes die pfründ zu Regenspurg verlassen, und ist zur Fortpflanzung des geschlechtes in Ehestand getreten mit Anna Maria, Bernhard Stingelhammers[34], pflegers zu Sulzbach, Tochter.

21. /Hartung von Eggloffstein/[35] 1473.

22. /Hans von Parsperg/, 1473[36]. Dises ist auch der alten edlen geschlecht eins in unsern Nortgau gewesen, hat den Namen vom Schloſs Parsperg am Wasser die Laber genand gelegen. Moriz von Parsperg hat den allereltesten Turnir zu Magdeburg aõ 936 beigewohnt. Aõ 1246 starb Fridrich von Parsperg Bischoff zu Aichstett. Dietrich von Parsperg verkaufft König Ludwigen den Beyern den 4. theil des Schlosses Neidstein in Nortgau gelegen aõ 1326. Herr Hans von Parsberg Ritter pfleger zu Hemau 1394 verlies 12 Kinder, 7 Söhn und 5 Töchter; diesem Hans von Parsperg verpfändet Pfalzgraff Johannes die Graffschaft Lupurg[37] 1395; sein eltester Sohn[38] ist Bischoff zu Regenspurg worden, 1437.

23. /Martin von Wildenstein/, 1478[39], eques auratus, † 1484[40].

24. Im ist in der Pfleg von Sulzbach gefolgt von Herzog Alberto aus Beyern dahin gesetzt Landtgraff /Fridrich von Leuchtenberg/, hat aber die pfleg nicht persöhnlich bezogen, sondern mit Bewilligung Alberti einen vicarium hingesetzt nehmlich Hannsen von Ramming[41]. Der Leuchtenberger Stammhaus ist Leuchtenberg nicht weit von der Nab, auf einen sehr hohen Berg, in alten briflichen Urkunden wirds Luickam berg genennt.

25. Friderico zum Leuchtenberg folget 1487 in dem Landrichteramt zu Sulzbach /Heinrich Nothaft/ von Werenberg Ritter, das ist auch ein uralt geschlecht[42]. Ein Heinrich Nothaft war 1408 Bürgermeister zu Regenspurg hernach[43] vicedom in Niderbeyern[44]. Herr Albrecht Nothaft war Stathalter zu Cham, dessen Sohn Heinrich Nothaft Pfleger zu Sulzbach ist gestorben 1508[45].

26. Im Jahr 1499[46] ward Landrichter in Sulzbach /Hans von Lichau/, so aber das folgend Jahr ist mit Dot abgangen[47]. Es finden sich auch im Marggraffthum Barreuth Lichauer haben ihren Rittersitz zu Dandorff[48].

27. Anno 1499 ward Landrichter zu Sulzbach /Albrecht von Murach/ zu Guteneck[49], ist gestorben zu Sulzbach aõ 1501. Seine Mutter ist eine Egelofsteinerin gewesen.

28. Im folget /Albrecht Stiber/[50] ein fränkischer von Adel[51], er hat sich im Schlos zu Rosenberg aufgehalten[52].

29. /Sigmund von Paulsdorf/ zu Kührn aõ 1503[53]. aõ 1498 war er Oberlichter zu Mönchen, ist 1519 gestorben[54].

30. Aõ 1504 ist /Sebald Stiber/, Landrichter zu Sulzbach und nach ihn aõ 1505 sein Bruder Sebastian, der letzte unter den beyerischen Landrichtern, denn nach dem beyerischen Krieg ist Sulzbach auf Pfalzgraffen Ruperti hinterlassene junge Erben, Ottheinrichen und Phillippen durch Mildigkeit Keysers Maximiliani gefallen[55].

FUSSNOTEN:

[Fußnote 34: Stingelhaimers. G. M.]

[Fußnote 35: circa annum 1473; ist vielleicht der Egloffsteiner gewesen Nro. 19 und hat das andere mal die Pfleg zu Sulzbach angetretten. G. M.]

[Fußnote 36: circa a. Ch. 1477. G. M.]

[Fußnote 37: Pipburg. G. M.]

[Fußnote 38: Friderich. G. M.]

[Fußnote 39: cc. A. C. 1478. G. M.]

[Fußnote 40: Ist vielleicht des vorigen Wildensteiner’s Vatter oder Sohn gewesen. G. M.]

[Fußnote 41: Bei G. M. ist an dieser Stelle folgender ausführlicher Excurs eingeschaltet: „Die Landgraven von Leuchtenberg haben einen Theil vom Nordgau inn gehabt. Ihr Stamm-Hauſs ist Leuchtenberg, nicht weit von der Naab, auf einen sehr hohen Berg, daſs man solch Schloſs auf viel Meilwegs sehen kan. In alten Brieflichen Urkunden wirds Luickenberg genannt; sind vorzeiten mächtige Fürsten gewesen, die aber hernach sehr abgenohmen vnd eine Herrschafft nach der andern verkaufft. A. 1281 verkaufft Landgrav Vlrich den Burggraven zu Nürnberg das Schloſs Rauhen Culm, welches auf einen hohen Berg im Nordgau gelegen, welcher Berg wegen seiner Höhe auf 5 oder 6 Meilen kan gesehen werden. Ist noch heutiges Tages, samt dem beyliegenden zerstörten Städlein, das Neustadt am Culm genannt, Marggrävisch, so sich Burggraven zu Nürnberg schreiben. Das Schloſs aber Rauhen Culm ist im Marggrävischen Krieg durch die Nürnberger zerstöret worden, und nichts mehr zu sehen, dann etliche rudera und Stein-Hauffen. Kayser Ludovicus Bavarus kauffte vom Landgraven Vlrichen, mag vielleicht des vorigen Sohn gewesen seyn, die Herrschafft Floſs und Parckstein um 1450 Mark Silbers geschehen A. 1316 wie solcher Kauff Brief zu Pfreimbd vorhanden. Dieser Landgrav Vlrich verkaufft auch Herzogen Heinrich, dem jüngern, in Bayern die Veste Falckenstein: an der Bezahlung gab ihm der Herzog Pfreimbd, A. 1332, welches Amt zuvor durch einen Bayerischen Pfleger ist verwaltet worden. A. 1366 theilten die 2 Brüder Vlrich und Johann, Söhne Vlrici, mit einander Pfreimbd, Leichtenberg, zum Stein, Stierberg, Pezenstein, Dürschenreuth, Pleystein, Reichenstein, Schönsee, Gravenwörth, Schwarzenburg, Rätz, Waldmünchen; A. 1405 verkaufft Landgrav Johann Creilſsheim den Burggraven zu Nürnberg. A. 1418 verkaufft Landgrav Johann, vorigen Johannis Sohn, Pleystein mit aller Zugehör im Nordgau Pfalzgrav Johanni um 12000 fl. A. 1449 ward Landgrav Luitpold Vicedom zu Amberg, starb im Jahr 1463. Luitpoldi Sohn war Landgrav Fridrich Sulzbachischer Vicedom; Seine Gemahlin war Dorothea, Grav Philipps von Scheineck Tochter. Von diesem Graven Philipp kommt Gravenfeld an die Landgraven. Dieser Landgrav Fridrich hat unter andern Kindern einen Sohn gehabt, Johann genannt, Vicedom zu Amberg, der Sulzbacher abgesagter Feind, so ihnen im Bayrischen Krieg viele Feindseligkeiten bewiesen, dann er diente Pfalzgraven Ruperto, darum ward er auch mit ihm vom Kayser Maximiliano in die Acht erkläret: ist gestorben 1531. Verlieſs 3 Söhne..... so nicht wohl bey Sinnen, Christoph einen wackern Kriegsmann zu Caroli V. Zeit, und Georgen, dessen Gemahlin eine Marggravin zu Brandenburg und ist im Marggrävischen Krieg sehr zu schaden kommen, er starb 1555, verlieſs einen Sohn Georg Ludwig, welcher offt zu Ott-Heinrichen nach Sulzbach kommen, Principum Mercurius, so seine meiste Zeit mit hin und wieder Reisen hat zugbracht, und ist endlich zu Wien gestorben. Hat einen unehlichen Sohn verlassen, in welchem nichts Fürstliches zu sehen war. Ist endlich von seinem Schwager Maximiliano, Herzogen in Bayern in ein Closter verschlossen worden. Factus ex desperatione Monachus, in dem doch nichts geistliches jemahls gewesen. Sein Sohn war Maximilianus Adam, der letzte seines Namens und Stammes, starb A. 1646.“. --]

[Fußnote 42: in vielen Historien berühmt. G. M.]

[Fußnote 43: Cämmerer und Vicedom. G. M.]

[Fußnote 44: in grosen Ansehen. Herr Haimerann Nothafft, Ritter, ward A. 1416 Pfleger zum Parckstein bei der Weiden. G. M.]

[Fußnote 45: Dieses Geschlecht ist noch heut in gutem Esse. G. M.]

[Fußnote 46: Bei G. M. wol richtiger: 1490.]

[Fußnote 47: Dieſs edle Geschlecht ist auch der alten Tournier-Geschlecht eines, so sich lange Zeit im Nordgau aufgehalten, wie dann zu meiner Zeit ein Lichauer zum Albershof gewohnet, so aber gar ins Abnehmen gerathen. G. M.]

[Fußnote 48: Auf Hans von Lichau folgen bei G. M. unter Nr. 28 u. 29 nachstehende zwei Landpfleger:

28. /Wolf von Parsberg/, Eques auratus, A. C. 1492, Hannsen des Aeltern Sohn, und des jüngern Hannsen Vatter, ist lang Pfleger gewesen zu Neuburg an der Donau. Nach seines Vattern Todt hat er eine lange Zeit mit seiner Mutter gehaust, der hinterlassenen Güter halben. Sein Weib ist eine von Wildenstein gewesen, mit welcher er 2 Sohne gezeuget, Herrn Hannſs, davon hernach soll gesagt werden, und Gilgen.

29. /Georg Marchalck/ (so!) von Ostheim hat ihm succedirt, A. C. 1494. Die von Ostheim sind vornehme Fränckische vom Adel, haben ihren Ritter-Siz in der Gravschafft Henneberg.]

[Fußnote 49: Ist ein altes berühmtes Geschlecht, derer im Tournier-Buch offt Meldung geschicht. Albrecht Murach zu Guteneck, vielleicht dieses Anherr, ist Vicedom oder Statthalter zu Amberg gewesen cc. A. C. 1447. Dieser Albrecht, Landrichter zu Sulzbach, ist getorben A. 1501. Sein Weib ist eine Egloffsteinerin gewesen. G. M.]

[Fußnote 50: A. 1502. G. M.]

[Fußnote 51: Eines sehr alten fürtrefflichen Geschlechts. G. M.]

[Fußnote 52: Er hat sich in der Belagerung der Stadt Sulzbach wieder die Böhmen ritterlich gehalten mit seinen beeden Söhnen Sebald Stieber und Sebastian, und groſses Lob davon getragen, wie droben in der Belagerung der Stadt Sulzbach mit mehrerem zu lesen ist. Der letzte Pancratius Stiber, vielleicht des Alberti Nepos, hat auch auf dem Schloſs zu Rosenberg gewohnet, ist erst A. 1542 gestorben. G. M.]

[Fußnote 53: Vom Herzogen Albrechten in Bayern dahin verordnet a. C. 1503. Kann aber nicht lang dagewesen seyn, dann seiner in der Belagerung Sultzbach nicht gedacht wird. G. M.]

[Fußnote 54: Liegt zu Regensburg begraben. Sein Sohn Sebastian von Paulsdorf ist zu hohem Alter kommen, dann er erst A. 1570 verstorben; liegt zu Regensburg bey S. Lazarus begraben. G. M.]

[Fußnote 55: Die haben hernach die Pfleg Sulzbach nach ihrem Belieben bestellet. Diese Verzeichnüſs der Bayrischen Landrichter habe aus einem Manuscripto Herrn Jugleri genohmen. G. M.

Es folgt nun ein besonderes Kapitel: „Von den Pfalzgrävischen Landrichtern zu Sulzbach“, deren 24 aufgezählt werden; nämlich:

1. Sebastian Wild von Wildenreuth, 1506.

2. Hans Pflug zu Perschen u. Königswart, 1509.

3. Hans Nothaft zu Weissenstein, 1512.

4. Hans Pappenberger, 1525.

5. Hans Sinzenhofer von Deiblitz (G. M. Dieblitz), 1526.

6. Haug von Parsperg, 1530.

7. Görg Ludwig von Sensheim zu Hohen-Kettenheim, 1543.

8. Hans Adam Wispeck v. Velburg (zu Wincklern, G. M.), 1546.

9. Erasmus von Truppach u. Thierstein, 1549.

10. Konrad Pillenhöfer, 1552.

11. Hans Christoph von Freudenberg, 1557.

12. David Fuchs von Arnschwang und Schneeberg, 1560; starb am 2. Juni eodem anno.

13. Ulricus Sitzinger, berühmter juris consultus, + 1574 (1. August 1560; G. M.)

14. Wilhelm Freyherr zu Heydeck, Hornstein u. Neustadt (an der Wald-Nab, G. M.), 1565.

15. Hans Adam von Moroldingen auf Wolfseck und Hornbach, 1573.

16. Hans von Freudenberg zu Rupprechtstein und Neukirchen, 1582.

17. Hans Jakob von Pertachingen (Berlachingen, G. M.), 1584.

18. Achatius von Guttenberg, 1592.

19. Georg Friedrich von Eyb, 1594.

20. Hans Fridrich Pelkover von Moſswang, 1595.

21. Friedrich von Schalley, ein Heſs v. Malsfeld u. Mönchshofen, 1606.

22. Adam Freyherr von u. zu Hebersdorf, Brauneck u. Lybach, aus der Steyermark bürtig, 1612.

23. Wolf Phillipp von Brand auf Kürmreuth, 1615.

24. Otto Pflug, ê nobillissima Pflugiorum familia, 1627.

Fast all diesen Namen sind biographische Bemerkungen beigefügt, und zwar in der Handschrift des german. Museums meist in weit ausgedehnterem Maſse, als in der des Sulzbacher Archivs. Dies gilt besonders von den Nummern 6, 8, 14, 21 und 22. D. Red.]

Das Schreier-Landauerische Grabmal zu Nürnberg.

So viel uns bewuſst, ist nachstehender Vertrag über das bekannte und nicht leicht von einem Besucher Nürnbergs unbeachtet gelassene Schreier-Landauerische Grabmal noch unbekannt; die Veröffentlichung desselben wird daher keiner Entschuldigung bedürfen. Er befindet sich in dem zum städtischen Archive von Nürnberg gehörenden Gerichtsbuch, Conservatorium genannt, Tom. O (8) fol. 186a.

Adam krafft confitetur, das Jm Sebolt Schreyer vnd Mathias Landawer angedingt haben, die figur des gemels, bey Iren Begrebnussen zu Sandt Sebolt, hindten am kor In stainwerck zubringen Nemlich das er erstlich auff das furderlichst guten gantzen und vnwettereſsigen stain zu Fach oder an andern enden, darzu bestellen vnd brechen lassen soll, Doch was derselb zu brechen cost, Das Schreyer und Landawer dasselb betzaln, vnd Im den mit furn herein bestellen sollen, an das ende da er den Arbeiten will, Er soll und wol auch darnach solich arbait auff das fürderlichst anfahen, Auch darob beleyben vnd die auff Ir angeben auſsmachen nach dem besten, Vnd die sosy auſsberait sey alsdann auff seins selbs wagknuſs und costen an dem gemelten ende auffmachen Vnd so die also an die statt gantz auſsberait. vnd auffgesatzt sey Soll und woll er sein vorderung für soliche arbeit tun, Doch das die vber hundert vnd lx fl.. So er yeczo geuordert hab nit treffe. Dagegen sollen Im Schreyer und Landawer auch ain Erber zimlich gebott tun, Vnd wo sy sich darauff der belonung nicht verainen möchten. Das dann er der krafft ainen oder zwen darzu solte nemen. Deſsgleichen Schreyer und Landawer auch tun sollen. Vnd was dieselben zwischen Inen würden auſssprechen Dabey solt es beleyben, Wo sy sich aber nit verainen und gespalten sein würden, So solten die zwen den dritten, oder die vier den fünfften zu Inen nemen, Vnd was also durch die Drey oder die fünff gesprochen würd des solten sy sich zu allen tailen benügen laſsen, Wer auch sach das er der krafft In mittler zeitdieweyl er an solicher arbait machet, gelts zu zerung In seinem hawse nottürfftig sein würd. Solten Im Schreyer und landawer die zimlicher weyse vnd bey aintzing geben Darvmb das er dester baſs ob solicher arbait beleyben möcht, Doch das die selb gab des zergelts vber l oder lx fl. Rh. nit träfe. Die vorgenanten Schreyer und Landawer haben auch alsbald bekant Das sy allem dem. So Ine, wie vorlawt zugepüre, Auch volg vnd volziehung tun wollen, Alles getrewlich und vngeuerlich. Testes Rogati, Martin haller vnd Endres von watt, Actum Sabato post Natiuitatis Marie. 90 (11. Sept. 1490).

Darunter in anderer Schrift:

Adam krafft hett Sebolden schreyer und Mathias Landawer. vnd hinwiderum haben sie bede In auch quitt ledig vnd lose gesagt. In lawt diſs vertrags Auch vmb die besserung vnd alle annder sache das werck antreffende nichtzit auſsgenomen noch hindangesetzt vt in forma meliori Testes Rogati Enndres Harsdorffer vnd Hans Haller Jorgen hallers seligen Sune actum 2^{a} post Johannis ante portam latinam lxxxxii (7. Mai 1492).

Daſs die beiden Namen Matthäus und Matthias von den Schreibern oft verwechselt worden sind, sieht man auch hier. Landauer hieſs Matthäus.

/Nürnberg./ /Lochner./

(Mit einer Beilage.)

Verantwortliche Redaction: Dr. G. K. /Frommann/. Dr. A. v. /Eye/.

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg.

U. E. Sebald’sche Buchdruckerei.

BEILAGE ZUM ANZEIGER FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.

1866. Nº 12. December.

Chronik des germanischen Museums.

/Nürnberg/, den 15. Dec. 1866.

Wir haben an die Spitze der letzten Chronik dieses Jahres die höchst erfreuliche Mittheilung zu stellen, daſs Se. Majestät der /König Ludwig II. von Bayern/ während seines mehrtägigen Besuches in Nürnberg dem Museum, in Begleitung des Prinzen Otto, die Ehre eines längeren Besuches schenkte und nicht blos die Sammlungen besichtigte, sondern auch den Repertorienarbeiten seine Aufmerksamkeit zuwendete. Das eingehende Interesse, welches der König für das Museum und dessen Gedeihen an den Tag gelegt, läſst uns die frohe Hoffnung hegen, daſs Se. Majestät demselben ein wohlwollender Gönner sein werde. Unsere Nationalanstalt hat in Bayern eine Heimat, hat daselbst Grund und Boden gewonnen; wohlwollende Förderung von Seite der erlauchten Fürsten und der Regierung dieses Landes haben es möglich gemacht, daſs das Institut sich frei und unabhängig bewegen konnte, und daſs es demgemäſs die Resultate erreichte, die jetzt die Hoffnung auf eine schöne Zukunft gestatten. Es ist daher auch Pflicht unserer Anstalt, keine Gelegenheit vorübergehen zu lassen, um den Dank für den gütigen Schutz auszusprechen und um dessen Fortdauer zu bitten.

Aber auch der übrigen Fürsten Deutschlands und ihrer hohen Regierungen, die uns so reichliche materielle und geistige Förderung unserer Zwecke zu Theil werden lieſsen, haben wir in Dankbarkeit zu gedenken. Auch an sie richten wir die Bitte, in Zukunft eben so wohlwollende Gönner und Förderer der Nationalanstalt zu sein. Endlich haben wir am Schlusse des Jahres Dank zu sagen den Tausenden aus allen Klassen des deutschen Volkes, die das wissenschaftliche Nationalinstitut durch ihre Thätigkeit, durch Geschenke für die Sammlungen, wie durch Geldbeiträge förderten. Mögen auch sie stets eingedenk sein, daſs dieses Institut, auf dem Boden der Wissenschaft begründet, ein mächtiges geistiges Einheitsband ist!

Speciellen Dank haben wir abzustatten Sr. Majestät dem Könige von /Sachsen/, der seinen seitherigen Jahresbeitrag von 200 Thlr. auf drei weitere Jahre zugesagt hat. Aus /mittelfränkischen/ Kreisfonds wurde dem Museum ein Beitrag von 375 fl., aus /oberbayerischen/ von 250 fl., aus /oberpfälzischen/ von 50 fl. übermacht. Herr Banquier /Federer/ in Stuttgart, welcher eine 4% bayerische Obligation als Depositum für die Aktiengesellschaft gegeben hatte, hat auf diese verzichtet; sie wurde zur Minderung der v. Aufseſs’schen Schuld dem Herrn H. v. u. z. Aufseſs übergeben.

Das herzogl. /braunschweigische/ Staatsministerium hat einen Gipsabguſs des berühmten bronzenen Löwen auf dem Burgplatze zu Braunschweig, der heuer sein 700jähriges Jubiläum feierte, für die Kunsthalle des Museums durch Bildhauer Howaldt anfertigen lassen. Se. Durchlaucht Fürst /Friedrich Karl zu Hohenlohe-Waldenburg/, der unsern Anzeiger häufig durch seine gediegenen Aufsätze erfreute, hat dem Museum 150 Exemplare seines Schriftchens: „Die deutschen Farben: Schwarz-Gold-Roth, und die historische Berechtigung der rothen Farbe im deutschen Banner“ zum Verkaufe überlassen (vgl. die Anzeige am Schlusse). Wir machen hier mit Genehmigung Sr. Durchlaucht die Bemerkung, daſs die fragliche Schrift schon im verflossenen Frühjahre gedruckt wurde, also schon ehe der letzte Krieg in Aussicht stand, und daſs sie keinerlei Bezug auf irgend welche politische Frage hat, sondern rein historischer Natur ist.

Der erste Vorstand des Museums hat im verflossenen Monat zwei kostbare Codices, ein Missale vom Schlusse des 13. Jahrh. mit sehr vielen Initialen und 23 groſsen Miniaturbildern, die zu den schönsten ihrer Zeit gehören und, wie ein Vergleich mit österreichischen Kunstwerken jener Zeit zeigt, österreichischen Ursprungs sind, sowie ein Gebetbuch vom Schlusse des 15. Jahrhunderts, das niederländischen Ursprungs ist und eine groſse Zahl äuſserst zarter und schöner Miniaturen aufweist, bei einem hiesigen Antiquar getroffen, der dieselben nach Frankreich gehen lassen wollte. Der Preis von 900 fl., welcher für beide Codices gefordert wurde, war für das Museum, das noch unter dem Eindrucke der Calamität dieses Jahres zu leiden hat, unerschwinglich. Um jedoch diese Schätze für Deutschland zu erhalten, hat sie der I. Vorstand auf eigene Rechnung mit der Absicht gekauft, durch eine Sammlung den Betrag dafür aufzubringen, und sodann die zwei Codices als gemeinsames Geschenk aller Beitragenden dem Museum zu übergeben. Mit Genehmigung des Hrn. Landgerichts-Assessors v. /Cuny/ in Cöln wurde ein von ihm stammendes Depositum von 157 fl. 20 kr. (als Rest seines früheren Geschenkes) dazu verwendet, und der genannte Herr spendete auſserdem noch 175 fl. dazu. Ferner trugen dazu bei: Hr. App.-Gerichtsrath A. /Reichensperger/ in Cöln 8 fl. 45 kr., Hr. k. Baurath /Statz/ in Cöln 5 fl. 15 kr., Hr. k. k. Oberbaurath und Dombaumeister Fried. /Schmidt/ in Wien 11 fl 40 kr.; Herr Prof. /Ferstel/, Architekt der Votivkirche in Wien 11 fl. 40 kr, Herr Architekt L. /Heinrich/, Lehrer an der polytechnischen Schule zu Karlsruhe 3 fl. 30 kr., der Minoritenordenspriester P. Alexander /Lener/ zu Padua 100 fl., der fürstl. hohenzollern’sche Hofrath und Bibliothekar /Dr. Lehner/ in Sigmaringen 5 fl., der I. Vorstand 40 fl. 30 kr. Nachdem zwar der Kaufpreis in Anbetracht des Zweckes von 900 fl. auf 800 fl. ermäſsigt worden, bleibt doch noch immer ein bedeutender Rest zu tilgen, und der I. Vorstand erlaubt sich daher Freunde der Kunst und des Museums zu Beiträgen für diesen werthvollen Erwerb einzuladen.

Neue Beitrage wurden während der letzten vier Wochen folgende gezeichnet:

Von =öffentlichen Kassen=: Stadtgemeinde /Guſsnitz/ 3 fl. 30 kr.

Von =Privaten=: /Aha/: Pfarrer Wucherer 10 fl. (einm.); /Alzei/: Dr. Kolbeck, prakt. Arzt, 1 fl; /Berlin/: Kapellmeister Ludwig Erk 7 fl. (einm.); /Donauwörth/: Magistratsrath J. N. Kremer 2 fl. (einm.); /Eichstätt/: Officiant Christian Burckhardt 1 fl., Buchhändler Heinrich Hugendubel 1 fl., Kaufmann Mayer Dachauer 1 fl., Franz Xaver Obel, k. Stiftungsadministrator, 1 fl., Georg Otto Wappenschmitt, k. Postassistent, 1 fl.; /Eisenach/: Fabrikant Sälzer 3 fl. 30 kr.; /Hanau/: Metropolit und Schulvorsteher Calaminus 1 fl. 12 kr. jährlich u. 15 kr. (einm.); /Nördlingen/: Pfarrvikar Wilhelm Rüdel 1 fl. 45 kr.; /Nürnberg/: Kunstschüler F. Kolbe 1 fl. 45 kr.; /Reutlingen:/ Assessor Kolb 1 fl. 10 kr.; /Schwerin:/ Revisor Fr. Faul 1 fl. 45 kr., Gymnasiallehrer Dr. Regel 1 fl. 45 kr.; /Staffelstein:/ Peter Batz, Gemeindevorsteher in Ebensfeld, 30 kr. (einm.), Kaufmann Karl Dinkel in Ebensfeld 30 kr. (einm.), Oskar Fritsche, Gutsbesitzer in Kutzenberg, 1 fl. (einm.), Dr. Balthasar Fuchs, prakt. Arzt, in Ebensfeld 1 fl., Pfarrer und Distriktsschulinspektor Raab in Rattelsdorf 1 fl. (einm.)

Während des letzten Monats giengen unsern Sammlungen auſserdem, wie wir hiemit dankend bestätigen, folgende Geschenke zu:

I. Für das Archiv.

=Dr. Freih. von Löffelholz=, fürstl. Oetting. Wallerstein. Domanial-Kanzleirath, in Wallerstein:

3371. 3 Stück Inventare und Theilzettel über den Nachlaſs des Wilh. Barthol. Peller in Nürnberg. 1645 bis 1670. Pap.

3372. Abschiede von Unterthanen und Dienstleuten etc. 17. u. 18. Jahrh. Pap.

3373. Reise- und Transportpässe aus dem 17 u. 18. Jahrh. Pap.

3374. Kaufbriefe, Schuldscheine u. dergl. aus dem 17. u. 18 Jahrh. Pap.

3375. Etliches aus Criminalakten. 17. u. 18. Jahrh. Pap.

=Dr. Barack=, fürstl. Hofbibliothekar, in Donaueschingen:

3376. Tauschvertrag König Karls des Dicken mit Bischof Liutward (v. Vercelli). 880. Nebst einem Confirmationsbrief des Königs Arnulf über genannten Tauschvertrag dd. 888. Perg. Cop.

3377. Schenkungsbrief des Königs Rudolf für den Bischof Remboto v. Eichstätt über den Wildbann im Stainberger Forst. 1286. Perg.

3378. Dispensation des päpstl. Legaten Petrus für Waller von Aw. 1414. Perg.

=Freiherr v. Lützelburg=, k. Staatsanwalts-Vertreter in Eichstätt:

3379. Legitimationsbrief für Catharina Beckin. 1716. Perg.

II. Für die Bibliothek.

=Vorarlberger Museums-Verein= in Bregenz:

20,288. Ders., 5., 7. und 8. Rechenschaftsbericht. 1862, 64, 65. 4.

=Naturhistor. Landesmuseum v. Kärnten= in Klagenfurt:

20,289. Dass., Jahrbuch; 7. Heft, 1864, 1865. 8.

=H. Laupp=’sche Buchh. in Tübingen:

20,290. Theol. Quartalschrift; Jahrg. 48, 3. H. 1866. 8.

=Pini=, Stadtrichter, in Braunschweig:

20,291. Zwei braunschw. Mandate v. 1605 u. 1744. 2. 4.

=Dr. Johann Ritter von Hoffinger=, k. k. Ministerial-Sekretär, in Wien:

20,292. Ders., österreichische Ehrenhalle; III, 1865. 1866. 8.

=Dr. Ferd. Walter=, k. pr. geh. Rath und Universitäts-Professor, in Bonn:

20,293. Ders., d. alte Erzstift und die Reichsstadt Cöln; 1. Buch. 1866. 8.

=Dr. Tr. Märcker=, geh. Archivrath und k. Hausarchivar, in Berlin:

20,294. Schneider, das Buch vom rothen Adler-Orden. 1863. 4.

20,295. Stillfried, Register zu Band II-VII der Monumenta Zollerana. 1866. 4.

=Gustav Schlawitz=, Verlagsbuchhandlung, in Berlin:

20,296. Büchsel, Erinnerung an den Markgrafen Johann v. Küstrin. 1856. 8.

20,297. Hengstenberg, d. Duell u. d. christl. Kirche. 1856. 8.

20,298. Rocholl, Beiträge zu einer Geschichte deutscher Theosophie. 1856. 8.

20,299. Dreher, Leben, Lieder und Liederpflege der Augusta Maria, Markgräfin von Baden-Durlach. 1858. 8.

20,300. Becker, Dr. M. Luther, der deutsche Mann. 1861. 8.

20,301. Preuſs, d. Concil v. Trident. 1862. 8.

=Ph. v. Nathusius= in Neinstedt bei Quedlinburg:

20,302. Volksblatt für Stadt und Land; Jhrg. 1860-62. 4. (zum Theil incompl.)

=Robert Lampel=, Buchhandl., in Pest:

20,303. v. Adelburg, Entgegnung auf die von Dr. Franz Liszt aufgestellte Behauptung: daſs es keine ungarische Nationalmusik, sondern bloſs eine Musik der Zigeuner gibt. 1859. 8.

=Meyer=’sche Hofbuchhandlung in Detmold:

20,304. Preuſs und Falkmann, lippische Regesten; 3. Bd. 1866. 8.

=Gustav Ed. Nolte=, Verlagshandl., in Hamburg:

20,305. Saintes, histoire critique du rationalisme en Allemagne. 2^{me} éd. 1843. 8.

20,306. Mönckeberg, die Gründung d. Erzbisthums Hamburg. 1865. 8.

20,307. Mönckeberg, Ansgar der Apostel des Nordens. 1865. 8.

20,308. Mönckeberg, Joachim Westphal u. Johannes Calvin. 1865. 8.

=Dr. W. Wattenbach=, Universitäts-Professor, in Heidelberg:

20,309. Ders., Beiträge zur latein. Paläographie. 1866. 4.

=Dr. J. G. Flügel=, Consul der vereinigten Staaten von Nordamerika, in Leipzig:

20,310. Flügel, practical dictionary of the English and German languages; 2 Bde. 1861. 8.

=Smithsonian Institution= in Washington:

20,311. Dass., annual report etc. for the year 1864. 1865. 8.

20,312. Wittlesey, ancient mining on the shores of Lake superior. 1863. 4.

=Surgeon general’s office= in Washington:

20,313. Dass., circular no. 6: reports on the extent and nature of the materials available for the preparation of a medical and surgical history of the rebellion. 1865. 4.

=U. S. Sanitary commission= in New-York:

20,314. Dies., bulletin, 1863-65; 3 voll. 1866. 8.

20,315. Dies., documents; 2. voll. 1866. 8.

=Wilh. Mantels=, Professor u. Stadtbibliothekar, in Lübeck:

20,316. Ders., aus dem Memorial oder Geheim-Buche des Lübecker Krämers Hinrich Dunkelgud von 1479 bis 1517. 1866. 4.

=Verein für Lübeckische Geschichte= in Lübeck:

20,317. Ders., Zeitschrift etc., Bd. II, Heft 2. 1865. 8.

20,318. Ders., Beiträge zur nordischen Alterthumskunde; I. Heft. 1844. 4.

20,319. Classen, über Chrn. Ludw. Liscow’s Leben und Schriften. 1846. 4.

20,320. Deecke, Marienwold. 1848. 4. Progr.

20,321. Mantels, über die beiden ältesten Lübeckischen Bürgermatrikeln. 1854. 4.

=Schlesische Gesellschaft für vaterländische Cultur= in Breslau:

20,322. Dies., 43. Jahres-Bericht. 1866. 8.

20,323. Dies., Abhandlungen; Abth. f. Naturwissensch. und Medicin, 1865-66. 1866. 8.

20,324. Dies., Abhandlungen; philos.-histor. Abtheil., 1866. 1866. 8.

=Historisch Genootschap= in Utrecht:

20,325. Dies., Kronijk; 21. Jaarg., 1865, 5. Ser., 1 D. 1866. 8.

=K. k. geographische Gesellschaft= in Wien:

20,326. Dies., Mittheilungen; VIII. Jhg., 1864, II. Heft. 1864. 8.

=Verein für hessische Geschichte und Landeskunde= in Kassel:

20,327. Ders., Mittheilungen, Nr. 1-4 und 8-10. 1861-63. 8.

=J. G. Cotta=’sche Verlagsbhandlung in Stuttgart:

20,328. Deutsche Vierteljahrs-Schrift. 29. Jhg. Oct.-Dec. 1866. Nr. 116. 1. Abth. 8.

=Emil Weller= in Nürnberg:

20,329. Uriel Acosta’s Selbstbiographie. 2. Aufl. 1849. 8.

=Historischer Verein für Steiermark= in Graz:

20,330. Ders., Beiträge etc.; 3. Jhrg. 1866. 8.

=Commission impériale archéologique= in St. Petersburg:

20,331. Dies., Compte rendu etc. pour l’année 1864. 1865. 4. Nebst Atlas, gr. 2.

20,332. Dies., recueil d’antiquités de la Scythie; livr. I. 1866. 4. Nebst Atlas, gr. 2.

=Naturforschende Gesellschaft= in Emden:

20,333. Dies., 47. und 51. Jahresbericht; 1861. 1865. 8.

20,334. Dies., Festschrift etc. 1864. 4.

20,335. Prestel, die Regenverhältnisse des Königr. Hannover. 1864. 4.

=J. C. Hofrichter=, k. k. Notar, in Windischgraz:

20,336. Ansichten aus der Steiermark; 44. Heft. qu. 4.

20,337. Arabesken. Reise-, Zeit- und Lebensbilder aus Steiermark; II. Heft. 1866. 8.

=Dr. Ludw. Chrn. Matthias=, Direktor des Taubstummeninstituts in Friedberg:

20,338. Ders., zwei Briefe Luthers etc. 1847. 8.

20,339. Ders., die Feier der Einweihung des neuen Gebäudes der Taubstummen-Anstalt zu Friedberg. 1863. 8.

20,340. Opera sanctissimi martyris Cypriani Episcopi, cura Erasmi Roterodami. 1525. 2.

20,341. Divinae scripturae veteris ac novi testamenti omnia. 1545. 2.

20,342. Divinae scripturae ueteris noueque omnia; 3 Thle. 1526. 8.

20,343. Evsebii Rvffini, Socratis, Theodoriti etc. ecclesiastica historia, ed. Grynaeus. 1587. 2.

=J. N. V. Heckel= in Allersberg:

20,344. Baurenfeind, vollkommene Wieder-Herstellung der Schreib-Kunst. 1716. qu. 2.

=K. statistisch-topographisches Bureau= in Stuttgart:

20,345. Dass., württemberg. Jahrbücher; Jhg. 1864. 1866. 8.

20,346. Dass., Beschreibung d. Oberamts Marbach. 1866. 8.

=Grisebach=, Obergerichtsrath, in Hameln:

20,347. Statuten des histor. Lesevereins in Hameln. 8.

=Dr. H. Becker= in Dortmund:

20,348. Der Christlichsten Königin Recht auff Brabant etc. 1668. 8.

20,349. Schild des Staates und der Gerechtigkeit etc. 1668. 8.

=K. Akademie der Wissenschaften= in Wien:

20,350. Dies., Sitzungsberichte, philos.-histor. Classe, Bd. 51, H. 2 u. 3 u. Bd. 52, H. 1-4. 1865-66. 8.

20,351. Dies., Archiv etc., Bd. 35, 2. H. u. Bd. 36, 1. H. nebst Register zu Bd. 1-33. 1866. 8.

20,352. Dies., Fontes rer. Austr., I. Abth., Bd. 7, Th. 3. 1866. 8.

20,353. Dies., Register zu den Bänden I-XIV. der Denkschriften der philos.-histor. Cl. I. 1866. 4.

20,354. Dies., Almanach, 16. Jahrg. 1866. 8.

III. Für die Kunst- und Alterthumssammlung.

=Dr. E. Frhr. von Bibra= in Nürnberg:

5210. Liebespaar mit Glas und Blume, Handzeichnung von NB, 1568.

=G. Simon=, Dekan und Hofprediger, in Michelstadt:

5211. Römische Kupfermünze und bayerische Silbermünze von 1625.

=Julius Müller= in Stettin:

5212. 23 Lackabdrücke frstl. Wied’scher Siegel.

=von Gemmingen=, groſsherzoglich baden’scher Hofmarschall, in Karlsruhe:

5213. 6 Photographieen nach einem geschnitzten Holzkästchen vom 14. Jahrh.

=von Scharff-Scharffenstein= in Würzburg:

5214. Photographie nach einem Gemälde des Pfalzgrafen Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg.

=H. Wirth=, Dekan und I. Pfarrer, in Leipheim:

5215. 4 Gypsabgüsse mittelalterl. Siegel.

=Dr. W. Frhr. von Löffelholz=, frstl. Oetting.-Wallerst. Archivar u. Domanialkanzleirath, in Wallerstein:

5216. Bildniſs einer ungenannten Frau, Oelmalerei auf Blech, 1636.

5217. Photographie nach einer Wasser-Malerei in einem stift-eichstätt. Lehenbuche vom Ende des 15. Jahrh., gegenwärtig zu Augsburg.

5218. 102 Stück Papier-, Schrift- und Druckproben vom 15. und 16. Jahrh.

5219. 81 ältere Buchdrucker- und Buchhändlerzeichen.

=Heinr. Gerlach=, Buchdruckereibesitzer, in Freiberg:

5220. 3 photogr. Aufnahmen von geschnittenen Messinggrabplatten.

=Platzer=, kgl. Landrichter, in Sulzbach:

5221. Wolfsklinge vom Ende des 17. Jahrh.

5222. 17 ältere Silber- und 2 Kupfermünzen.

=Magistrat der Stadt Apolda:=

5223. 6 Lackabdrücke von älteren und neueren Amtssiegeln der Stadt Apolda.

=Heinzelmann=, Schultheiſs, in Alpirsbach:

5224. Federzeichnung nach dem roman. Thürklopfer und Beschlägen zu Kloster Alpirsbach.

=Lic. Meurer=, Pastor, in Callenberg:

5225. 25 Abdrücke von älteren und neueren Stadtsiegeln.

=Magistrat der Stadt Forchheim:=

5226. Hölzerne Feuerspritze von primitiver Form.

=Friedr. Fischbach=, Maler, in Wien:

5227. 12 Bl. in Farbendruck nachgebildete ältere Stoffmuster und 1 desgl. in Wassermalerei.

=A. Gibsone=, Privatier, in Nürnberg:

5228. Oesterr. Silbermünze von 1615 und Augsburg. Silbermünze von 1640.

=Dr. C. B. A. Fickler=, Professor, in Mannheim:

5229. Gipsabguſs des roman. Thürklopfers zu Kloster Alpirsbach.

=von Wickede=, groſshzgl. mecklenb.-schwerin. Oberforstmeister, in Dobberan:

5230. 43 Zinnabschläge niederländischer Jetons.

5231. 124 Abdrücke in Hausenblase von Münzen und Medaillen.

=Dr. C. L. Grotefend=, Archivrath, in Hannover:

5232. 43 mittelalt. und neuere Silbermünzen, Silbermedaille auf König Gustav Adolf und Messingmarke.

=Wagner=, Kaufmann, in Nürnberg:

5233. 3 Ansichten der Bastille in Paris in Kupferstich von J. F. Volckart.

=Dr. Zahn=, Archivar, in Graz:

5234. Ansicht von Graz a. d. J. 1565 nach einer Malerei zu Florenz. Steindr.

=Frhr. von Lützelburg=, Staatsanwalts-Vertreter, in Eichstätt:

5235. 7 Silbermünzen vom 14. Jahrh. und vergoldete Münze der Stadt Nördlingen, 1531.

Chronik der historischen Vereine.

/Mittheilungen des Vereins für Geschichte der Deutschen in Böhmen./ IV. Jahrgang. Nr. IV -- VII. Redigirt von Dr. Jos. Virgil Grohmann. Prag. 1866. gr. 8.

Böhmen und die älteste Buchdruckerkunst. II. III. -- Böhmen vor der Einwanderung der Čechen bis zur Unterwerfung durch Karl den Groſsen. Von Dr. L. Schlesinger. -- Zur Geschichte des böhmischen Glashandels. Von J. A. Hegenbart. -- Historische Reflexionen. Von Dr. C. Höfler. -- Die Jungherren von Prag. Von B. Grueber. -- Skizzen aus dem Böhmerwalde. IV. Das Wolinkathal. -- Die Ferdinandeische Landesordnung. Von Dr. Joseph Winter. -- Böhmische Zigeuner. Von Dr. Julius Ernst Födisch. Miscellen: Zur Geschichte der Bergwerke in Böhmen. Sagen aus Petersburg und Umgegend. Volkspoesie in Prachatitz. Das Schildwachbüchlein. Wiedertäufer in Böhmen und Mähren. Aus den Sitten und Sagen des Egerlandes. Graslitz im J. 1821. Die Hochzeitsgebräuche der deutschen Bauern in der Iglauer Gegend. Der Streit um einen Kirchenstuhl, von Dr. Franz Kürschner.

V. Jahrgang. Nr. I. Die Deutschböhmen und die Regierung. Von Dr. Ludwig Schlesinger. - Die Herren von Rosenberg als Förderer der Künste. Von Bernh. Grueber. -- Das Stadtrecht von Luditz. Von Dr. Franz Kürschner. -- Alte Schlösser und Weinkeller. Von Dr. Jul. Ernst Födisch. -- Geschäftliche Mittheilungen.

/Beiträge zur Geschichte Böhmen’s./ Herausgegeben von demselben Verein. Abtheilung III. Band I. Geschichte von Trautenau. (Schluſs.) Prag, 1866. 8.

/Vierter Jahresbericht/ desselben Vereins. Vom 16. Mai 1865 bis 15. Mai 1866. Prag, 1866. 8.

/Sitzungberichte der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften./ Philosophisch-historische Classe. LI. Band. II. u. III. Heft. Jahrg. 1865. -- November u. December. Wien, 1866. 8.

Reisebericht über die in Salzburg und Tirol angestellten Weisthümer-Forschungen. Von Prof. Dr. Pfeiffer. -- Zeugen- und Inquisitionsbeweis im deutschen Gerichtsverfahren karolingischer Zeit. Von Dr. Heinr. Brunner. -- Ueber eine italienische metrische Darstellung der Crescentiasage. Von Adolf Mussafia.

LII. Band. I-IV. Heft. Jahrg. 1866. Forschung und Kritik auf dem Gebiete des deutschen Alterthums. II. Von Dr. Franz Pfeiffer. I. Lorscher Bienensegen. (Mit einem Facsimile.) II. Regensburger Beichte und Gebet. III. Fuldaer Beichte. IV. Ueber das Wiener Schlummerlied. Eine Rettung. -- Beiträge zur ältern deutschen Sprache und Literatur. Von Joseph Diemer. Nr. XXII. Ezzo’s Lied von dem Anegenge aus dem J. 1065. Nr. XXIII. Anmerkungen zu diesem Liede. -- Die Kosenamen der Germanen. Von Dr. Franz Stark.

/Archiv für österreichische Geschichte./ Herausgegeben von der zur Pflege vaterländischer Geschichte aufgestellten Commission der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften. Fünfunddreiſsigster Band. Zweite Hälfte. Wien. 1866. 8.

Eine wiederaufgefundene Urkunde Herzog Friedrich II. des Streitbaren von Oesterreich. Von Anton Rechenmacher. -- Johann von Böhmen in Italien 1330-1333. Ein Beitrag zur Geschichte des XIV. Jahrhunderts. Von Dr. Ludwig Pöppelmann. -- Berichtigung der „Berichtigungen“ des Herrn Dr. Fr. Stark in Band XXXIV. S. 371 des Archives. Von Dr. Theodor Wiedemann.

Sechsunddreiſsigster Band. Erste Hälfte. Die Grafen von Ortenburg in Kärnten. Zweite Abtheilung von 1256 bis 1343. Von Dr. Karlmann Tangl. -- Waldstein’s Correspondenz. Eine Nachlese aus dem k. k. Kriegsarchive in Wien zu dem Werke: Waldstein von seiner Enthebung bis zur abermaligen Uebernahme des Armee-Obercommando’s. Mitgelheilt von Dr. B. Dudik O. S. B. (Forts.)

/Register/ zu den Bänden I-XXXIII des Archivs und zu den Bänden I-IX (Jahrgang 1851-1859) des, eine Beilage des Archivs bildenden Notizenblattes. Von Fr. Ser. Scharler. Wien. 1866. 8.

/Fontes Rerum Austriacarum./ Oesterreichische Geschichts-Quellen. Herausgegeben von der historischen Commission der kais. Akademie. Erste Abtheilung. Scriptores. VII. Band. Geschichtschreiber der husitischen Bewegung in Böhmen. Herausgegeben von Dr. K. Höfler. Theil III. Wien. 1866. 8.

/Register/ zu den Bänden I-XIV der /Denkschriften/ der philosophisch-historischen Classe der kais. Akademie. I. Wien. 1866. 4.

/Almanach/ der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sechzehnter Jahrgang. 1866. Wien. 8.

Vortrag: Beziehungen Oesterreichs zu Ruſsland in den Jahren 1584-1598. Von Joseph Fiedler.

/Mittheilungen der k. k. Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale./ Herausgegeben unter der Leitung Seiner Excellenz des Präsidenten der k. k. Central-Commission Joseph Alexander Freiherrn von Helfert. Redakteur: Anton Ritter v. Perger. XI. Jahrgang. -- Juli-August. Wien, 1866. 4.

Die Kirche des ehemaligen Nonnenstiftes Göſs in der Steiermark. Von Dr. Karl Lind. (Mit 11 Holzschnitten.) -- Die Kirche des ehemaligen Augustiner-Chorherrenstifts am Karlshofe in Prag. Von Joh. Erasmus Wocel. -- Die doppelspindelige Wendeltreppe in der kaiserl. Burg zu Grätz. (Mit 2 Holzschnitten.) -- Reiseaufnahmen in Voitsberg, Vorau und Markt Tüffer. (Mit 7 Holzschnitten.) -- Archäologische Funde im Lande ob der Ens. -- Eine Denksäule bei Leoben. (Mit 1 Holzschnitt.) -- Die Kirche zu Hellefeld in Westphalen. (Mit 3 Holzschnitten.) -- Romanischer Leuchter im Museum des historischen Vereines für Krain zu Klagenfurt. (Mit 1 Holzschnitt.) -- Besprechungen.

/Mittheilungen der kaiserlich-königlichen geographischen Gesellschaft./ IX. Jahrg. 1865. Redigiert von Franz Fötterle, Wien, 1865. gr. 8.

Berichte über die Versammlungen der k. k. geogr. Gesellschaft. -- Pola und seine nächste Umgebung. Von A. Gareis. -- Darstellung der geographisch-statistischen Verhältnisse und Culturzustände Bosniens und der Herzegowina. Von Joh. Róskiewicz. -- Untersuchungen über die ältesten Bewohner und Ansiedlungen auf der nördlichen Karpathen-Terrasse. Von Rud. Temple. -- Die Lombardie. Von Karl Freih. v. Czörnig. -- Die Bevölkerung des Königreiches Böhmen. Von Dr. Ad. Ficker.

/Berichte und Mittheilungen des Alterthums-Vereines zu Wien./ Jahrgang 1864. Band VIII. Abtheilung II. Wien, in Commission der Buchhandlung Prandel u. Ewald. MDCCCLXVI. 4.

Auszüge aus den Kammeramts-Rechnungen der Stadt Wien vom Jahre 1683 (Forts. des Anhanges zu dem Aufsatz: Wien und seine Bewohner während der zweiten Türkenbelagerung, von Alb. Camesina).

Jahrgang 1865. Band IX. Schluſs.[A] Vereinsangelegenheiten. -- Die St. Georgskirche in der ehemaligen Burg zu Wiener-Neustadt, von Dr. Karl Lind (3 Tafeln, 10 Holzschnitte). -- Die Klosterneuburger Bruderschaften, ein Beitrag zur Sittengeschichte Oesterreichs, von Dr. Adalbert Horawitz. -- Erläuterungen zur Karte der mittelalterlichen Kunstdenkmale im Kreise Unter Wiener-Wald, von Dr. Eduard Freiherrn von Sacken (1 Karte, 16 Holzschnitte). -- Ein Harnisch Ferdinand des II. im k. k. Arsenale zu Wien, beschrieben von Anton Widter (3 Taf.) -- Zur Baugeschichte der Minoritenkirche in Wien, mitgetheilt von Dr. Lind. -- Die Pfarrkirche zu Steyer, beschrieben und aufgenommen von Herm. Riewel (4 Taf., 13 Holzschn.). -- Die Gottesleichnamscapelle in der ehemaligen Burg zu Wiener-Neustadt, von Wendelin Böheim (1 Tafel, 10 Holzschnitte). -- Feierlicher Einzug des Königs Mathias in Wien (1608), mitgetheilt von Albert Camesina (2 Tafeln). -- Ueber gothische Monstranzen in Nieder-Oesterreich, von Dr. Lind (8 Holzschnitte). -- Vindobona, eine archäologische Untersuchung über den Zustand Wiens während der Herrschaft der Römer, von Dr. Friedrich Kenner (1 Plan, 2 Holzschnitte) -- Ein mittelalterliches Rauchgefäſs im Stifte Seitenstetten, beschrieben von Dr. Lind (1 Tafel, 1 Holzschnitt). -- Orts-, Personen- und Sachregister.

/Verhandlungen und Mittheilungen der juristischen Gesellschaft in Laibach./ Redigirt vom ersten Secretär, Bürgermeister Dr. E. H. Cosla. III. Band. 1. Heft. Ausgegeben am 16. November 1866. Verlag der juristischen Gesellschaft. 8.

/Abhandlungen der historischen Classe der königlich bayerischen Akademie der Wissenschaften./ Zehnten Bandes zweite Abtheilung. In der Reihe der Denkschriften der XXXVIII. Band. München, 1866. Verlag der k. Akademie. 4.

Beiträge zur Geschichte der Jakobäa von Bayern -- zweite Abtheilung 1426-1436 -- von Franz Löher. -- Beiträge zur Geschichte des Würmthales und seiner Umgebung, von Dr. Friedrich Kunstmann. -- Zur äuſseren Geschichte der älteren baierischen Landfrieden von Dr. Ludwig Rockinger.

/Sitzungsberichte der königl. bayer. Akademie der Wissenschaften zu München./ 1866. I. Heft. IV. II. Heft I. München. 1866. 8.

/Beschreibung des Oberamts Marbach./ Herausgegeben von dem /Königlichen statistisch-topographischen Bureau/. Mit drei Tabellen, einer Karte und zwei Ansichten. Stuttgart. H. Lindemann. 1866. VI u. 316 Stn.

/Mittheilungen des Freiberger Alterthumsvereins/ auf das 5. Vereinsjahr, 1865. Herausgegeben im Auftrage des Vereins von Buchdr. Heinrich Gerlach. 4. Heft. Mit Abbildungen. Freiberg. Gerlach’sche Buchdruckerei. 1866. 8.

Ein Beitrag zum 100jährigen Jubiläum der K. Sachs. Bergakademie zu Freiberg. Von H. Gerlach. Mit einem Kunstblatt. -- Ueber Aufgabe und Einrichtung localer Geschichts- und Alterthums-Vereine. Von Adv. Gautsch. -- Das Freiberger Raths-Archiv. Von H. Gerlach. -- Die Bevölkerung Freibergs in den letzten drei Jahrhunderten. Von Dr. Jul. Michaelis. -- Die Glocken- und Stückgieſserfamilie Hilliger. Von Jul. Schmidt. -- Georg Agricola. Ein culturgeschichtliches Lebensbild. Von Dr. E. Herzog. -- Die Altväter-Wasserleitung bei Freiberg. Von Moriz Brause. -- Die Oberberghauptleute und Bergmeister zu Freiberg. Von H. Gerlach -- Die mittelalterlichen gravirten messingenen Grabplatten, insbesondere in den Domen zu Meiſsen und Freiberg, und die Gewinnung von Original-Abdrucken. Von dems. -- Die Hersfeld’schen Lehne an der (östlichen) Mulde und Zschopau, im Meiſsnischen. Von Cantor Hingst. -- Vier Schreiben der Stadt Freiberg an Octavio Piccolomini aus dem Jahre 1643 und der Bescheid des Kaisers Ferdinand.

/Abhandlungen der Schlesischen Gesellschaft für vaterländische Cultur./ Philosophisch-historische Abtheilung. 1866. (Abgeschlossen am 11. Juni 1866.) Breslau, 1866. Bei Josef Max und Komp. 8.

Der Böhmerwald in seiner geographischen Eigentümlichkeit und geschichtlichen Bedeutung, verglichen mit den Sudeten, besonders mit dem Riesengebirge. Von Dr. J. Kutzen. -- Ueber einen berühmten Brief Friedrich’s des Grossen am Tage der Schlacht von Kolin d. 18. Juni 1757. Von dems. -- Die Güterverschleuderungen in Südpreuſsen und das schwarze Register. Von Dir. C. E. Schück. -- Der Fall von Groſs-Nowgorod. Von A. Mosbach. -- Beiträge zur ältesten Topographie Breslau’s. Von Dr. C. Grünhagen.

Dreiundvierzigster /Jahres-Bericht/ der Schles. Gesellschaft. Enthält den Generalbericht über die Arbeiten und Veränderungen der Gesellschaft im Jahre 1865. Breslau, 1866. Bei Josef Max und Komp. 8.

/Baltische Studien./ Herausgegeben von der /Gesellschaft für Pommer’sche Geschichte und Alterthumskunde/. Einundzwanzigster Jahrgang. Erstes Heft. Stettin, 1866. 8.

Die Handschriften und Urkunden in der Bibliothek der Nicolaikirche zu Greifswald. Von Th. Pyl. (Schluſs.) -- Stralsunder Kleider- und Hochzeits-Ordnung vom Jahre 1570. Mitgetheilt von E. Zober. -- Schivelbeiner Alterthümer. Vom Prof. Rud. Virchow in Berlin. -- Ein Ausflug nach dem Saziger Kreise. Vom Oberl. Th. Schmidt. -- Vermischtes. -- Anhang: Der Fensterschmuck der Wallfahrtskirche zu Kentz. Von Karl v. Rosen.

Zweites Heft: Die Pfahlbauten. Von Hering. -- Abriſs der Geschichte der Stralsunder Stadtverfassung. Von O. Francke. -- Die ehemaligen Altäre der S. Marienkirche zu Stralsund. Von Franz Wessel. -- Briefe zur Geschichte des Paulus vom Rode. -- Herzog Barnims Bauerordnung. Von A. Höfer. -- Beiträge zur Geschichte des Stettiner Handels. III. Von Th. Schmidt. -- Vermischtes: I. Ein Münzfund auf der Insel Usedom. II. Aus der Umgegend von Dramburg.

/Die Gründung des Erzbisthums Hamburg./ Ein Vortrag, im /Verein für Hamburgische Geschichte/ am 27. Januar 1865 gehalten von C. Mönckeberg, Prediger zu St. Nicolai. Hamburg, 1865. Gustav Eduard Nolte. 8. 32 Stn.

/Zeitschrift des Vereins für Lübeckische Geschichte und Alterthumskunde./ Band 2. Heft 2. Lübeck. Friedr. Asschenfeldt. 1865. 8.

Lübeck’s älteste Silbermünze, von H. C. Dittmer. -- Das Armen-Diakonat an den Kirchen der Stadt Lübeck, 1531-1861, von Dr. jur. Funk. -- Aus dem Tagebuche des Lübeckischen Bürgermeisters Henrich Brokes (Forts.), von Dr. Pauli. -- Briefe an Matthias Mulich, geschrieben im Jahre 1523, vom Staatsarch. Wehrmann. -- Paul Knufflock, Buchhändler zu Lübeck, von Dr. Wiechmann-Kadow. -- Ausgrabungen des Vereins für Lübeckische Geschichte und Alterthumskunde, vom Pastor K. Klug. -- Die ältesten Lübecker Pfennige, vom Pastor Masch. -- Kleine Mittheilungen, von Wehrmann. 1. Instruction für die Makler in Nowgorod. 2. Urkunde über die Anstellung eines Thurmbläsers auf dem Thurm der Marien-Kirche. -- 3. Wirthshaus-Scenen. -- 4. Anwesenheit der Herzoge von Mecklenburg in Lübeck.

/Annalen des historischen Vereins für den Niederrhein, insbesondere die alte Erzdiöcese Köln./ Herausgegeben von dem wissenschaftlichen Ausschusse des Vereins: Dr. J. Mooren. Dr. Eckertz. Dr. Ennen. Fischbach. Prof. Dr. Hüffer. Siebenzehntes Heft. Köln, 1866. M. Du Mont-Schauberg’sche Buchhandlung. 8.

Aachener Chronik, mitgetheilt von Dr. Lörsch. -- Die Niederlassung der Jesuiten in Aachen, von P. St. Käntzeler. -- Die Absolutionskreuze in Gräbern des Mittelalters, von Prof. Dr. Fiedler. -- Was hat der Ausdruck: vinum hunicum, „Hundswein“, zu bedeuten? von Pfarrer Giersberg. -- Zur Geschichte der Wahl und Krönung Kaisers Karl VII., von Dr. Ennen. -- Die stadtkölnische Bauordnung, von dems. -- Joannes Wals Rechenschaff van Basel und Ulme, mitgeth. von Dr. G. Eckertz. -- Urkunden zur Geschichte Kaiser Friedrich’s III., mitg. von Dr. C. Will. -- Verschiedene Urkunden. -- Die Eschweiler Burg, von Richard Pick. -- Recensionen und Miscellen.

/Neunter Bericht/ desselben Vereins, für 1863, 1864 und 1865. Herausgegeben von dem Vorstande des Vereins. 8. 70 Stn.

/Antike Schleudergeschosse/ beschrieben und erklärt von /Wilhelm Vischer/. Einladungsschrift zu der Feier von Winkelmanns Geburtstag, welche die /antiquarische Gesellschaft/ zu Basel den 9. December 1865 zu begehen gedenkt. Mit einer lithographischen Tafel. Basel, Balmer u. Riehm. 1866. gr. 4. 16 Stn.

/Mittheilungen der Antiquarischen Gesellschaft/ (der Gesellschaft für vaterländische Alterthümer) in /Zürich/. XXIX. Ueber alte Oefen in der Schweiz, namentlich im Kanton Zürich. Zürich, 1865. 4. 44 Stn. u. 2 Taf.

/Zwanzigster Jahresbericht/ über die Verrichtungen der Antiquarischen Gesellschaft. Vom November 1863 bis December 1864. (Zürich, 1864.) 4. 8 Stn.

/Mittheilungen zur vaterländischen Geschichte./ Herausgegeben vom /historischen Verein in St. Gallen/. III. St. Gallen, Verlag von Scheitlin u. Zollikofer. 1866. 8.

Die Urkunden Ludwig des Frommen für Cur. Von Dr. Th. Sickel. -- Beiträge zur toggenburgischen evangelischen Kirchengeschichte. Von Pfr. H. G. Sulzberger. -- Die Pest im Kloster St. Gallen Anno 1629. Uebersetzt von Professor J. Hardegger. -- Zwei Ordnungen aus den Zeiten Abt Ulrichs VIII. Aus dem Stiftsarchiv mitgetheilt von W. E. von Gonzenbach. Bericht über die Ausgrabungen im Gute Malerva bei Sargans. -- Fünf Briefe Huldreich Zwingli’s an Joachim v. Watt. Aus dem Stadtarchive St. Gallen.

/L’Investigateur, Journal de l’Institut Historique de France./ Trente-troisième Année. Tome VI. -- IV. Série. 380. Livraison. -- Juillet 1866. 381. Livraison. -- Août 1866. Paris, 1866. 8.

Un Gascon du IV. siècle, par M. Cénac-Moncaut. -- Invasion du roi d’Angleterre en 1346, mémoire de M. Pongerville. -- Revue d’ouvrages etc.

/Bulletin monumental ou Collection de mémoires sur les monuments historiques de France/, publié sous les auspices de la /Société française d’archéologie pour la conservation et la description des monuments nationaux/, et dirigé par M. de Caumont. 4. Série, Tome 2., 32. Vol. de la Collection. Nr. 7. Paris, Derache, Didron. Caen, F. le Blanc-Hardel. 1866. 8.

Lettre à M. de Caumont sur quelques châteaux du XI. siècle des environs des Paris, par M. A. de Dion. -- Une excursion archéologique dans le Bigorre, par M. Anthyme Saint-Paul. -- Quelle idée symbolique doit-on reconnaître dans la représentation du sagittaire? par M. de Caumont. -- Que signifie l’ascia gravée sur les tombeaux paiëns? par le même. -- Démolition de l’église de Fonlabour (Tarn), par M. le baron de Rivières. -- Notes prises à Aix-la-Chapelle, entre deux trains du chemin de fer, par M. de Caumont. -- Découverte d’une construction gallo-romaine au hameau de la Cunaille, commune de Thoré (Loir-et-Cher), par M. le comte Achille de Rocheambeau. -- Chronique.

/Bulletin du Comité Flamand de France./ Tome IV. Nr. 3. Juillet, Août et Septembre 1866. Lille et Dunkerque, 1866. 8.

Extrait des procès-verbaux. -- Un combat judiciaire à Cassel en 1396, par E. de Coussemaker. -- Franche vérité rétablie dans la châtellenie de Bailleul en 1434, par le même. -- Octroi de 1532 en faveur de la ville d’Hazebrouck, communication de C. David. -- Hôpital Saint Jean à Bergues, par A. Bonvarlet. -- Destruction de la ville de Bergues en 1558, communication du même. -- Etat des juridictions ayant haute, moyenne et basse justice, dans la châtellenie de Bergues, communication de C. David.

/Kronijk van het Historisch Genootschap, gevestigd te Utrecht./ Een en twintigste Jaargang, 1865. Vijfde Serie. Eerste Deel. Utrecht, Kemink en Zoon. 1866. 8.

Gesellschaftsangelegenheiten. -- Abdruck der Handschrift: Waerachtich verhael van ’t gene voorgevallen en gepasseert is voor ende in de belegeringe der Stadt Zütphen, alsmede het overgaan van deselve aan Sijne Majt. van Vrankrijck. Opgestelt door orde van de Magistraet van glte stadt, tot wederlegginge van eenige valsche positien tegen dezelve uytgestroyt. (1672.) -- Stukken voor de geschiedenis van het jaar 1595. I-CLVIII. -- Het geslacht en huis Schuilenburg. -- Villa Eliste in loco Marithaime. -- Over de Hollandsche Maagd en den Bijbel op onze oude munt. -- Opmerkingen over historiographie. -- Thysius Leere en Order der Nederlandsche Gereformeerde Kerken. -- Drie brieven van Rombout Hoogerbeets, op Loevestein geschreven (1624). -- Brieven van Bruininck (1617, 1619, 1621). -- Testament van Floris Thin (1590). -- Rapport van Marnix van St. Aldegonde (1581). -- Bijdrage tot de geschiedenis der gewevene en andere behangseltapijten, vooral in Denemarken. -- Kronijk van Utrecht 1576-1591. Vervat in een op het stedelijk Archief van Utrecht berustend gelijktijdig handschrift.

/Compte-Rendu de la Commission Impériale Archéologique/ pour l’année 1864. Avec un Atlas (6 Bll. imp.-fol.). St. Pétersbourg, 1865. 2.

Rapport sur l’activité de la commission Impériale Archéologique en 1864. -- Supplément: Erklärung einiger im Jahre 1863 im südlichen Ruſsland gefundenen Gegenstände, von Ludolf Stephani. -- Register.

/Recueil d’Antiquités de la Scythie./ Avec un Atlas (23 Bll. imp.-fol.). Publié par la Commission Impériale Archéologique. Livraison I. St. Pétersbourg. 2.

FUSSNOTE:

[Fußnote A: Die vorhergehende Abtheilung ist bis jetzt nicht eingetroffen; doch wird der Inhalt des IX. Bandes aus dem der Schluſslieferung beigegebenen Verzeichniſs hier vollständig mitgetheilt. D. Red.]

Nachrichten.

Literatur.

Neu erschienene Werke.

29) /Untersuchungen über das Leben Reinmars von Zweter und Bruder Wernhers/ von /Karl Meyer/. Basel, H. Georg’s Verlags-Buchhandlung. 1866. 8. 120 Stn.

Die vorliegende Arbeit schlieſst sich den während der letzten Jahrzehnte gemachten Versuchen an, aus dem Material, welches die erhalten gebliebenen Lieder und Sprüche Walthers von der Vogelweide darbieten, eine Biographie des Dichters herzustellen. Versuche dieser Art geben Aussicht auf dreifachen Gewinn, indem sie nicht allein das Leben, sondern mehr noch die Erzeugnisse des Dichters und zugleich die Ereignisse seiner Zeit in helleres Licht zu setzen dienen können. Allein die thatsächliche Ausbeute ist gewöhnlich der Art, daſs man mehr den Scharfsinn des Forschers, als die Masse der gewonnenen Resultate zu bewundern Gelegenheit findet. Eine nackte Zusammenstellung der positiven Ergebnisse, welche seit dem glänzenden Vorgange Uhlands die Untersuchungen über das Leben des Vogelweiders zu Tage gefördert haben, würde erst ein sehr dürftiges Material liefern zu einer Lebensgeschichte des Dichters. Zumeist aus Muthmaſsungen, Combinationen, Möglichkeiten und Wahrscheinlichkeiten baut sich etwas auf, was zwar zu interessieren geeignet, aber noch ziemlich weit entfernt ist, auf den Namen einer Lebensgeschichte Anspruch machen zu dürfen. So, und mehr noch als bei Walther, ist es bei Reinmar und Wernher der Fall, obwohl der unterrichtete Verfasser an Fleiſs und Scharfsinn es nicht hat ermangeln lassen. Am dürftigsten sind die Resultate bei Reinmar von Zweter ausgefallen, während die Sprüche des Bruders Wernher etwas mehr Anhaltspunkte boten. -- Der Verf. betrachtet gesondert Reinmars Minnepoesien, welche er in die Periode vor 1227 fallen läſst, und dessen politische Dichtungen, welche etwa die Zeit von 1227-57 umfassen. Voran gehen Bemerkungen über Heimat und Jugend des Zweters, und in einem dritten Abschnitt werden seine Verhältnisse zu andern Dichtern seiner Zeit in’s Auge gefaſst. In ähnlicher Weise wird das etwa von 1200 bis 1270 sich erstreckende Leben des Bruders Wernher aus seinen Sprüchen zu erschlieſsen und eine Charakteristik desselben aus einer Vergleichung mit Reinmar von Zweter zu veranschaulichen gesucht. Am Schlusse geht der Verfasser noch auf die in neuerer Zeit angeregte Frage ein, in wie weit der Dichter des Helmbrecht, Wernher der Gartenaere, mit dem Bruder Wernher ein und derselbe sein könnte, wobei er, ohne eine Entscheidung zu fällen, seine Hinneigung für die Annahme der Identität nicht verhehlt.

30) /Beiträge zur lateinischen Paläographie./ Von W. /Wattenbach/. Heidelberg, 1866. 4. 41 lithographierte Stn.

Mit Recht hat man in neuerer Zeit genaue archivalische Studien, und unter diesen insbesondere die Kenntniſs der Schriftarten zu einer der Grundlagen der Geschichtsforschung gemacht, da nur auf diesem Wege die richtige Würdigung der Urkunden verschiedener Jahrhunderte möglich ist. Das vorliegende Schriftchen bereichert daher einen der wichtigsten Gegenstände der historischen Vorschule, und der wohlbegründete Ruf des Verfassers bürgt uns zugleich dafür, daſs wir es hier mit einer auf eingehenden Studien und langer Erfahrung beruhenden Arbeit zu thun haben.

Die Behandlung ist eine äuſserst lichtvolle und zweckmäſsige. Nachdem der Verfasser in der Einleitung auf gedrängte Weise einen geschichtlichen Ueberblick der allgemeinen Schriftarten von der römischen Capitalschrift bis auf die merovingische und die sogenannte gothische Schrift des Mittelalters gegeben hat, geht er zur Behandlung der einzelnen Buchstaben nach der gewöhnlichen Reihenfolge des Alphabets von A bis Z über. Bei jedem derselben wird in sorgfältigen Nachbildungen sowohl die ursprüngliche Grundform, soweit dieselbe erkennbar ist, vorgeführt, als auch der allmähliche Uebergang derselben in neue Formen und Spielarten nachgewiesen. Zuweilen ist auch das Irische und Angelsächsische zur Vergleichung herangezogen, woraus wir ersehen, wie die diesen Idiomen eigentümlichen Schriftzeichen bald als Mittelglieder erscheinen, wie in K, bald sich selbständig entwickeln, wie in W. Wir erkennen bei den Vocalen, vorzüglich bei A, E und O die vorherrschende Neigung zu Veränderungen, die ihrer organischen Beschaffenheit entspricht und sich auch in den äuſseren Lautverhältnissen kundgibt. Der Buchstabe D erweist sich als ziemlich stabil; C und T aber zeigen eine besondere Anlage zu Verschlingungen, und für das auch mundartlich schwer bestimmbare G hat sich eine groſse Zahl von Formen ausgebildet. Daſs der Verfasser nicht alle Varianten angeben mochte, noch konnte, liegt in der Natur der Sache; allein er hat mit groſser Sachkenntniſs die durchschnittlichen Grundzüge gegeben, denen sich anderweitige Abweichungen auf passende Weise anfügen lassen.

In einem zweiten Theile des Werkchens behandelt Herr Wattenbach die Abkürzungen. Schon in den allgemeinen Bemerkungen über diesen Abschnitt macht derselbe die sicherlich auch mit der Erfahrung Anderer übereinstimmende Bemerkung, daſs es schwer halte, dieselben in ein System zu bringen, und daſs nur von dem neunten bis zum dreizehnten Jahrhunderte einigermaſsen feste Regeln darüber nachzuweisen seien. Daſs solche Gesetze vorhanden waren, ist unleugbar; doch gestatteten sie schon an sich ein gewiſses Maſs von Freiheit, in der man sich zurecht finden muſs, ohne dabei an zügellose Willkür denken zu dürfen. Nach diesen Voraussetzungen behandelt der Verfasser zuerst die allgemeinen Abkürzungszeichen, sodann die conventionellen Zeichen für einzelne Wörter, vorzüglich solche, welche von den tironischen Noten herzuleiten sind, die einzelnen Buchstaben, mit denen Abkürzungen angedeutet werden, und Abkürzungen durch Anfangsbuchstaben. Daran reihen sich übergeschriebene Buchstaben (literae columnatae), Auslassungen in der Mitte, Weglassung der Endung. Nach den Abkürzungen werden auch noch Worttrennung, Interpunktion, Zahlen und Ziffern in kurzen Umrissen besprochen. Der Raum gestattet nicht, hier in die Mittheilung von Einzelnheiten einzugehen; wir bemerken blos, daſs der Verfasser bei jedem Abschnitte das Allgemeine und Uebereinstimmende aufgesucht und bestimmt, aber auch die Abweichungen und Variationen durch treffende Beispiele erläutert hat.

A. Fl.

31) /W. Drugulins Bilderatlas./ Verzeichniſs einer Sammlung von Einzelblättern zur Cultur- und Staatengeschichte vom fünfzehnten bis in das neunzehnte Jahrhundert. Zweiter Theil. Chronik in Flugblättern. 1867. Leipziger Kunst-Comptoir. 500 und 24 Stn. 8.

Das Studium der Einzel-Bilder und Blätter älterer Zeit verschafft uns nicht allein Kenntniss von den Sitten, Gewohnheiten, Trachten, kurz von dem Wesen und Denken unserer weniger kultivirten Vorfahren, sondern lehrt uns auch zur Genüge die politische Kindlichkeit, welche noch heute in den ehemaligen Reichsländern ihre schwankenden Nachspröſslinge treibt, begreifen und erklären. Dieses Studium läſst uns ferner auch die Richtung der Gewerbsthätigkeit, den Betrieb specieller Branchen durch die alten Buchdrucker mit Sicherheit beurtheilen. Wir können in Folge dessen die Dauer ihrer gewerblichen Existenz ermessen, die Intelligenz der betreffenden Städte und Gegenden statistisch berechnen. Unter Anderm wird uns deutlich, wie die Bilderliebhaberei Nürnbergs die anderer Städte weit übertraf, da es den süddeutschen Markt mit solchen Erzeugnissen der Volks-Dichtung und Prosa überfluthete, um dem aus Bildern sprechenden Begriffsvermögen ihrer näheren und weiteren Umgebung Nahrung zuzutragen.

Die Ueberreste der Einzelblätter sind mit den Jahrhunderten immer seltener geworden, und Sammler haben heutzutage mit den gröſsten Schwierigkeiten zu ringen. Ein eigener Spürsinn gehört dazu, um so mächtige Schichten zu bilden, wie der uns vorliegende Band mit über 6200 Nummern des Herrn Drugulin. Der erste Theil verstattete uns Blicke in das allgemeine Kulturleben; im zweiten haben wir den Faden der Geschichtsentwicklung vor uns, und wir können Stück für Stück herausgreifen aus dem Leben der Vergangenheit. Herr Drugulin möchte am liebsten die Sammlung unzertrennt -- ein gewiſs schon durch das Interesse der Wissenschaft gerechtfertigter Wunsch -- verkaufen und wird erst, wenn sich Niemand dazu findet, nach dem 1. Januar 1867 Bestellungen effektuieren.

Aus der groſsen Masse Einzelnes anzuzeigen unterlassen wir Raumes halber; möge Jedermann selbst sich von dem Reichthum des „Bilderatlas“ überzeugen.

E. W.

32) /Die Pfahlbauten des Ueberlinger Sees in der Staatssammlung vaterländischer Alterthümer zu Stuttgart/, beschrieben und erläutert von Oberstudienrath Dr. K. D. /Haſsler/. Mit 6 Steindrucktafeln. Ulm, 1866. 4.

Die Sammlung des Stiftungsverwalters Ullersberger in Ueberlingen, entnommen den Pfahlbauten bei Maurach und Nuſsdorf, Unteruhldingen und Sipplingen, ist auf Anregung des Verfassers für die Staatssammlung vaterländischer Alterthümer zu Stuttgart angekauft worden. Diese, über 2000 Nummern umfassende Sammlung ist es, welche in der vorliegenden Schrift besprochen wird, und zwar auf die Weise, daſs die Hauptstücke der Sammlung nach ihren Fundstätten und ihrem Material aufgeführt und aus deren Beschreibung Resultate gezogen werden. Diese sind in Kürze: daſs die Pfahlbau-Stationen Maurach und Nuſsdorf der Steinperiode angehören, da in ihnen nicht die geringste Spur von Bronze oder gar von Eisen gefunden ist; daſs dieselben also schon vor dem Entstehen der reichlich Bronze- und Eisen-Geräthe liefernden Pfahlbau-Stationen Unteruhldingen und Sipplingen zu Grunde gegangen sein müssen.

Es würde zu weit führen, wollte ich mich hier auf Anführung von Einzelheiten aus der Beschreibung der wichtigen Sammlung einlassen; aber eine Bemerkung, die mir bei dem Durchlesen der interessanten Schrift aufgestoſsen ist, kann ich nicht unbesprochen lassen. Der Verfasser macht S. 7 auf die zahlreichen Stücke von Aexten, Beilen, Meiſseln und Keilen aus Nephrit aufmerksam, die sich in der Sammlung finden, und fügt hinzu: „Wenn es wahr ist, wie die Mineralogen mit aller Bestimmtheit behaupten, daſs dieser Stein in den Alpen, der Schweiz, ja überhaupt in Europa nicht vorkomme, so kann er nur aus seiner Heimat, aus Asien, eingeführt sein; und wenn schon das isolirte Vorkommen einiger weniger Exemplare, wie dies auch bei andern Pfahlbau-Stationen Statt hat, die verschiedensten Combinationen über uralten Völkerverkehr veranlassen muſs, wie viel mehr muſs dies hier der Fall sein, wo sich eine solche Menge von Exemplaren an einem und demselben Orte beisammen findet“ etc. Der Verfasser drückt sich, meiner Ansicht nach, in den obigen Worten nicht deutlich genug über die Art des Völkerverkehrs aus, der den Nephrit aus seiner Heimat, aus Asien, nach dem Bodensee hinübergebracht haben könnte. Ich erlaube mir, indem ich diesen Punkt hier gelegentlich zur Sprache bringe, einen Fingerzeig zu geben, der bei gehöriger Benutzung vielleicht von weitergehenden Folgen sein dürfte.

In einer eben erschienenen Schrift /Pallmann’s/: „Die Pfahlbauten und ihre Bewohner“ (Greifswald, 1866. 8.) finde ich S. 105 die ganz richtige Bemerkung: „Es ist unleugbar, daſs ein rohes Volk der Steinzeit kostbare Sachen auch durch den Handel zugeführt erhalten konnte. -- Es ist aber ebenso unleugbar, daſs ein rohes Volk dasjenige, was es für seinen Bedarf braucht und bearbeitet, aus seiner Umgebung, aus seiner nächsten Nähe nimmt, und es ist ganz unwahrscheinlich, daſs ein Steinvolk sich Material aus fremden Ländern viele Meilen weit kommen läſst, um es zu verarbeiten“. So richtig diese Bemerkung an sich ist, so fehlsam ist das von Pallmann daraus Geschlossene. Um die Auffindung solches Materials aus fremden Ländern in den Pfahlbauten der Schweizer Seen zu erklären, nimmt nämlich Pallmann dieselben für Wohnungen von Handelsleuten aus Südfrankreich, welche dasselbe mit sich brachten und es dort verarbeiteten. Mir scheint sich die erwähnte Erscheinung viel natürlicher erklären zu lassen. Abgesehen von den einzeln in den Pfahlbauten gefundenen Bernstein- und Gagat-Zierathen und ähnlichen Dingen, die ganz wohl durch Handel von Hand zu Hand erworben sein können, und von den häufig vorkommenden Feuersteinen, welche den Pfahlbauten-Bewohnern aus dem benachbarten Frankreich durch Handelsleute sehr wohl zugeführt sein können, sind es namentlich die mitunter in unverhältniſsmäſsig groſser Zahl vorgefundenen Steinwaffen aus Nephrit, welche ihres unbestritten asiatischen Ursprunges wegen Bedenken bei den Archäologen hervorgerufen zu haben scheinen. Daſs gerade diese durch den Handel aus dem fernen Asien zum Bodensee gebracht, daſs nicht auch andere Producte aus Asien mit diesen Steinwaffen importiert sein sollen, ist allerdings nicht zu erklären, ist kaum zu glauben. Wer zwingt uns denn aber dazu, einen solchen Handelsverkehr zwischen Asien und der Schweiz anzunehmen? Daſs die Bewohner Europas, auch die der Pfahlbauten in den Schweizer Seen, aus Asien eingewandert sind, steht fest; daſs die Pfahlbauten, wenigstens die älteren derselben, die aus der Steinperiode, zu den frühesten Wohnungen der Bewohner Deutschlands gehören, steht gleichfalls fest. Wer verbietet uns denn anzunehmen, daſs die Steinwaffen aus Nephrit, ja, daſs selbst in einzelnen Fällen der in den Pfahlbauten zu Waffen und Geräthen verarbeitete Nephrit von den Pfahlbauten-Bewohnern bei ihrer Wanderung nach Europa aus der alten Heimat in Asien mitgebracht worden? Eine gute Waffe von dauerhaftem Material erbte vom Vater auf den Sohn, vom Sohn auf den Enkel und fand schlieſslich in dem See ihr Lager, wo sie verborgen ruhte, bis die Forscher der neuesten Tage sie daraus hervorholten, und sie nun dazu dienen muſs, die alte Heimat der Pfahlbauten-Bewohner wissenschaftlich wieder zu gewinnen. Ist diese unsere Ansicht die richtige, so bedarf es nur einer genaueren Bestimmung der Heimat des in den Pfahlbauten gefundenen Nephrits, und wir kennen damit auch die ursprüngliche Heimat der Pfahlbauten-Bewohner in Asien. Das ist aber nicht der einzige Gewinn, der sich daraus ziehen läſst. Es scheint der Natur der Sache angemessen zu sein, daſs diejenigen Pfahlbau-Stationen, welche die meisten Nephrit-Waffen liefern, als die ältesten betrachtet werden, da bei ihren Bewohnern sich die meisten bei der Einwanderung mitgebrachten Waffen noch erhalten haben.

/Hannover./ /C. L. Grotefend./

33) /Die Sage von der Befreiung der Waldstädte/ nach ihrer allmäligen Ausbildung untersucht von Dr. /Wilhelm Fischer/. Nebst einer Beilage: /Das älteste Tellenschauspiel./ Leipzig, F. C. W. Vogel. 1867. 8. 201 Stn.

Nachdem die Untersuchung über die Frage, ob die durch mehrere Jahrhunderte sich fortziehende Tradition, die Befreiung der Waldstädte in Verbindung mit der Erzählung von Tell betreffend, mehr der Geschichte oder der Sage angehöre, als geschlossen betrachtet werden darf, ist dem Gegenstande ein lebhafteres Interesse kaum noch abzugewinnen, auſser etwa nach der mythologischen und der sagengeschichtlichen Seite hin. In der Deutung der mythischen Bestandtheile der Sage, soweit dergleichen überhaupt anzunehmen sein mögen, ist indeſs auch bereits so viel geschehen, daſs auf diesem unsichern Boden schwerlich noch Weiteres von Belang sich ergeben dürfte. Nur die Entstehung und Fortbildung der Sage hatte eine ausschlieſsliche und eingehendere Behandlung bisher noch nicht erfahren. Die Fragen jedoch: Wie und wann ist die Tellsage nach der Schweiz gewandert? War sie, als gemeinsames Eigenthum des germanischen Stammes, auch bei den Schweizern schon uralte Tradition? Wann und wie begann sie sich enger zu localisieren, politische Bedeutung zu gewinnen und zu der Sage von der Befreiung der Waldstädte in Beziehung zu treten? -- diese Fragen werden auf eine befriedigende Lösung wol vergebens harren müssen. Dagegen läſst eine sorgfältige Vergleichung der sämmtlichen, auf den Ursprung der Eidgenossenschaft bezüglichen Berichte und Erzählungen, von Johann von Victring, Justinger u. s. w. bis herab auf Johannes Müller, wenigstens noch das Ergebniſs hoffen, die ursprünglichen Bestandteile der Sage reiner, als bis jetzt der Fall war, aus der oft willkürlichen Einkleidung, aus den vielfachen Aenderungen, Erweiterungen und Zusätzen der Chronisten herausgeschält zu bekommen. Dieser Aufgabe ist die obige Schrift gewidmet. Des Verfassers Absicht geht nämlich dahin, die verschiedenen sagenhaften Berichte „in ihrem Verhältnisse zu einander zu prüfen, alle kunstmäſsigen Zuthaten auszuscheiden, und zu untersuchen, wie das, was als ächte Sage übrig bleibt, sich nach und nach hat ausbilden können, bis sich uns der Kern derselben in seiner möglichst ursprünglichen Gestalt darstellt.“ Den räthselhaften Sprung von den Vorgängern des weiſsen Buches zu diesem, worin die bisher kaum in allgemeinen Umrissen nur angedeutete Sage uns plötzlich in voller, funkelnder Rüstung entgegentritt, hat natürlich auch der Verfasser nicht aufzuklären vermocht; doch entscheidet er sich für die Ansicht, das die Erzählung des weiſsen Buches unmittelbar aus der lebendigen mündlichen Ueberlieferung geschöpft sei. Vom ersten Theil des Liedes „vom ursprung der eidgnoschaft“ (Strophe 1-9 der Handschrift von 1501) glaubt er annehmen zu dürfen, daſs derselbe aus der Zeit von 1474 datiere, und er zweifelt nicht, daſs eben dieses Lied es war, welches dem Chronisten Ruſs vorgelegen. Auch dieser soll übrigens, was er weiter von Tell erzählt, unmittelbar aus der Volkstradition geschöpft und nicht etwa aus dem weiſsen Buche entlehnt haben. Schlieſslich findet der Verfasser in der Erzählung des letzteren die Ineinanderfügung zweier unterschiedener Sagen, der vom Schützen Tell und einer andern vom Rütlibund. Hat jene mythischen Gehalt, so klingt diese mehr an die Geschichte an, wobei der Verfasser an das Breve Innocenz des IV. erinnert, der die Leute von Schwyz und von Sarnen des Aufruhrs gegen den Grafen von Habsburg zeiht. Ein historisches Element der Sage findet er auch noch in der Erzählung vom Stauffacher. -- Was aus der vergleichenden Untersuchung des Verfassers als sicheres Ergebniſs im Ganzen gewonnen wird, dürfte hiernach allerdings demjenigen, der dem bisherigen Gange der Tellforschung schon aufmerksam gefolgt ist, nicht eben als bedeutend erscheinen, obwohl der fleiſsigen Zusammenstellung und Gegeneinanderwägung der vielen von einander abweichenden Berichte ihr wissenschaftliches Verdienst gewiſs nicht abzusprechen ist. -- Dem beigegebenen Schauspiel ist ein Straſsburger Druck zu Grunde gelegt, und nur da, wo der Text entschieden verderbt erschien, wurden drei sonstige Ausgaben zu Hülfe gezogen. Die Beschreibung der benutzten vier Drucke geht dem Spiel als Einleitung voran, nebst Bemerkungen über die angewendete Orthographie und Interpunction. Den Text begleiten kurze Erläuterungen.

34) /Geschichte der liturgischen Gewänder/, von /Dr. Fr. Bock/. V. u. VI. Lieferung. (Schluſs.) Bonn, 1866. 8.

35) /Panoplia Altaris et Chori/, von /Dr. Fr. Bock/. Aachen. 1867. 8.

36) /Album mittelalterlicher Ornamentstickereien, zur Zierde für Kirche und Haus./ Von /Dr. Fr. Bock/. 1. Heft. Leipzig, T. O. Weigel. 8.

37) /Karls des Groſsen Pfalzkapelle und ihre Kunstschätze./ Von /Dr. Fr. Bock/. I. Band. 1. Theil. Aachen, Selbstverlag des Verfassers. 8.

Wer nur einen Blick auf die Serie der oben genannten Büchertitel wirft, würde es gewiſs nicht für eine bloſse Phrase halten, wenn wir die Besprechung mit den Worten einleiteten: der fleiſsige, unermüdliche Forscher, Dr. Fr. Bock etc. In der That wäre die Production dieses Schriftstellers auf archäologischem Gebiete unbegreiflich, wenn ihm nicht reiche Erfahrung, gründliche Studien und vor allem vieles Sehen auf „gröſseren Reisen“, wie sie der Verfasser zu benennen pflegt, eine solche Grundlage des Wissens böten, daſs diese Werke, so zu sagen, ohne Anstrengung entstehen.

Im erstgenannten Buche gibt der Verfasser den Schluſs der ersten /gröſseren/ Arbeit, mit der er vor die Oeffentlichkeit getreten ist. Vor mehr als zehn Jahren, als der Verfasser den Anfang bearbeitete, war es ein, wenigstens in der deutschen Literatur, vollkommen neues Feld, das er betrat; und wenn dasselbe jetzt auch von manchem Andern bebaut wird, so lassen sich doch auf ihn fast alle Anregungen in Deutschland zurückführen, um so mehr, als er auch lebhaft bemüht war und eifrig dafür agierte, auch die gewonnenen Resultate der Wissenschaft in’s Leben wieder einzuführen.

Nachdem der Verfasser im ersten Bande den geschichtlichen Entwickelungsgang der Seide- und Sammtfabrikation, hierauf den der kirchlichen Stickkunst gegeben und die Gewänder des alten Bundes, sowie die liturgischen Gewänder in den ersten Jahrhunderten des Christenthums betrachtet hat, wendet er sich im zweiten Bande den eigentlich mittelalterlichen zu und behandelt zunächst die Form und den Entwicklungsgang der bischöflichen Pontificalornate.

Er betrachtet die einzelnen Stücke der Reihe nach, wie sie angelegt werden, sonach zuerst die Pontificalstrümpfe, die Sandalen, sodann Schultertuch und Albe, Gürtel, Stola und Manipel, die Diakonatsgewänder (wobei die Frage zuerst erörtert wird, warum und seit wann der Bischof auch diese Gewänder in pontificalibus trägt); hierauf folgen das eigentliche Meſsgewand -- die Casula -- die Pontificalhandschuhe, die Insula (Mitra), das Rationale und die metallischen Insignien der Würde: der Ring, das Brustkreuz und der Stab.

Im folgenden Kapitel werden die priesterlichen Meſsornate und die Diakonengewänder besprochen, wobei nicht nur stets auf den Unterschied zwischen den bischöflichen gleichen Stücken, sowie zwischen den alten und modernen aufmerksam gemacht, sondern auch stets dem Gavantus und seinen Vorschriften besondere Abtheilungen gewidmet sind. Es werden hier das Schultergewand, Albe und Gürtel, Stola und Manipel, das Meſsgewand, die Bekleidung des Kelches, die Diakonengewänder, der Chor- oder Vespermantel abgehandelt.

In einem letzten Kapitel wird die geistliche Haustracht, sowie die Chorkleidung des Pfarr- und Stiftsklerus betrachtet. In allen diesen Abschnitten führt der Verfasser nicht nur fast alle noch vorhandenen einzelnen Stücke an und erläutert sie durch Abbildungen; er schöpft auch reiches Material aus den Wand- und Tafelgemälden, den Miniaturen, Glasgemälden, Skulpturen des Mittelalters, sowie aus den interessanten Schatzverzeichnissen älterer Kirchen, von denen ihm eine ungeheure Zahl bekannt ist.

Das zweite genannte Werk ist noch nicht erschienen. Es liegt blos der Prospect vor, der es als Nachtrag zu dem ersten bezeichnet und, ebenso wie für dieses, eine groſse Zahl von Abbildungen verspricht; es sollen darin die stofflichen, d. h. gewebten und gestickten Gebrauchstücke zur Austattung des Altars und Chores in eben solcher Weise behandelt werden, wie im ersten Buche die Gewandstücke.

Im ersten Werke ist der Verfasser jedoch nicht bei der Betrachtung des Mitteltalters allein stehen geblieben, er hat auch die Zeit des Verfalles nach demselben eingeschlossen und der Regeneration in neuester Zeit einige Worte gewidmet. Man mag im Allgemeinen über die Stilfrage für unsere Zeit denken wie man will, auf diesem Gebiete wird kaum Jemand bestreiten können, daſs die Renaissance, welche nur in der Frühzeit ihrer Blüthe einiges Bemerkenswerthe geleistet, eine Zeit des Verfalles ist, der sich noch bis in die neueste Zeit fortschreitend zeigte, bis endlich die priesterlichen Gewänder sowohl hinsichtlich der Form, als des Stoffes auf eine Stufe herabgesunken waren, daſs ein tieferer Verfall geradezu undenkbar war. Auf diesem Gebiete ist also jedes Zurückgreifen auf die Vorzeit als ein Fortschritt von Allen zu begrüſsen, und es wird sicher sehr dankbar anerkannt werden, daſs der gelehrte Verfasser auch den Neuschöpfungen seine Aufmerksamkeit zuwendet. Gerade in solchen Neuschöpfungen im Geiste des Alten ist der Maſsstab für die richtige Erkenntniſs des Alten gegeben; und da möchten wir behaupten, daſs überall da, wo nicht direkte Copieen gemacht worden sind, der Geist noch nicht vollständig erfaſst ist. Wir behaupten dies nicht blos von den Bock’schen Vorlagen im genannten dritten Werke, wir behaupten es auch von allen ähnlichen Versuchen, des Berichterstatters eigene mit inbegriffen, daſs sie eine vollständige Befriedigung nicht gewähren, und daſs sie zeigen, noch tieferes Eingehen in den Geist des Alten sei unsern Gelehrten und Künstlern anzurathen.

Im letzten der in der Ueberschrift genannten Werke behandelt der Verfasser den Dom zu Aachen und seine reichen Schätze. Der vorliegende erste Theil des ersten Bandes, mit 64 groſsen Holzschnitten geschmückt, gibt die Abbildung und Beschreibung der antiken, altchristlichen, byzantinischen urtd romanischen /metallischen/ Kunstwerke bis zur Mitte des 13. Jhdts. Der zweite Theil soll die metallischen Kunstwerke von der Mitte des 13. Jahrh. bis zum 16. Jahrh. behandeln. Der zweite Band wird der Architektur gewidmet sein und im ersten Theile das karolingische Octogon, im zweiten die romanischen und gothischen Anbauten betrachten. Mit gewohnter Sachkenntniſs behandelt der Verfasser im vorliegenden ersten Theile die interessanten Objekte, für die er nicht blos eine Würdigung der Form gibt, sondern auch deren kunstgeschichtliche Bedeutung betrachtet. Wir finden nur unser Gefühl etwas verletzt, daſs nicht der Architektur der erste Band gewidmet ist, da einmal bei einer Betrachtung der Pfalzkapelle doch diese selbst, und nicht die zufällig darin befindlichen beweglichen Stücke in erste Linie hätten gestellt werden sollen. Hätte der Verfasser nur die Bezeichnung der Bände verwechselt, so würden wir uns nichts daraus gemacht haben, daſs der zweite Band zuerst an’s Licht tritt.

/Essenwein./

Aufsätze in Zeitschriften.

/Art-Journal/: Nr. 59 (Nov.) Mediaeval illuminations.

/Das Ausland/: Nr. 45. Gesellschaftliche Zustände im Mittelalter. -- Rennthierreste am Bodensee.

/Daheim/: Nr. 8. Ostfriesische Lebensbilder. I. Das Wettspinnen. II. Das Klootschieſsen. (Herrn. Meier.)

/Illustr. Familien-Journal/: Nr. 50 (680). Ein deutscher Malermeister (Hans Holbein). -- Nr. 51 (681). Die Marienburg in Preuſsen.

/Grenzboten/: Nr. 46, S. 248. Ein (provenzalischer) Sittenroman des dreizehnten Jahrhunderts (Flamenca). (Adolf Tobler.)

/Deutsche Kunstzeitung/: Nr. 43 f. Die Domsakristei zu Köln.

/Mag. f. d. Literatur des Auslandes/: Nr. 47. Die hochdeutsche Sprache in Luxemburg. -- Der Sprachenstreit der Deutschen, Polen und Ruthenen.

/Illustr. deutsche Monatshefte/: Nr. 27 (123). Die ältesten deutschen Trinkgefäſse. (W. v. Waldbrühl.)

/Balt. Monatsschrift/: Sept. Das Ritterhaus in Riga. (Groſs.)

/Altpreuſs. Monatsschrift/: 6. Heft, S. 481. Aberglaube aus Masuren. 2. Die Zauberei und die Versegnungen. (Dr. M. Töppen.)

/Schles. Provinzialblätter/: October. Volksthümliche Ausdrucksweise. -- Volkstümliches, Sprichwörtliches, Sagenhaftes aus der Ottmachauer Gegend.

/Volksblatt f. Stadt und Land/: Nr. 88. Inschriften an und in der zweiten Dompfarre zu Halberstadt.

/Bayer. Zeitung/: Mgbl. Nr. 323. Der Maler Klaus Strigl aus Memmingen. (Dr. J. Sighart.) -- Nr. 326. Zum Begräbniſs Tilly’s in Altötting.

/Illustr. Zeitung/: Nr. 1219. Weilburg an der Lahn.

/Leipziger Zeitung/: Wissenschaftl. Beil. Nr. 89 u. 90. Zur Geschichte des deutschen Romans im 17. Jahrhundert.

Vermischte Nachrichten.

98) Wiederholt sind wir in diesen Blättern zurückgekommen auf das verdienstvolle Unternehmen des Vorstandes des Freiberger Alterthumsvereins, Herrn Buchdruckereibesitzers H. Gerlach, welcher die im /Freiberger Dom/ vorhandenen, in Messing gestochenen /Grabplatten sächsischer Fürsten/, 28 an der Zahl, sowie die schönsten der im Dome zu Meiſsen befindlichen ähnlichen Platten in genauen Abdrücken für die Oeffentlichkeit gewonnen hat. Wie wir mit Genugthuung erfahren, haben die bedeutendsten Museen des In- und Auslandes diese nicht nur für die Geschichte, sondern auch für die Kunst auſserordentlich wichtigen Plattenabdrücke als wesentliche Ergänzung ihrer Sammlungen sich zu eigen gemacht. Daſs dieselben bisher sich nicht weiter im Publikum verbreitet haben, rührt ohne Zweifel von dem auſserordentlichen Umfange des gröſsten Theiles, sowie von dem Uebelstande her, daſs vermöge des einzig mit Erfolg anzuwendenden Druckverfahrens die ganze Zeichnung in umgekehrter Lage hervortritt, was namentlich die Inschriften schwer leserlich macht, und, was auf den Totaleindruck noch störender wirkt, die Zeichnung selbst und die schraffierten Schattenpartieen weiſs, alle Lichtflächen dagegen schwarz erscheinen läſst. Um diesem Uebelstande abzuhelfen, hat gegenwärtig der Verleger sein Unternehmen dahin erweitert, daſs er die Originalplatten nunmehr auch in verkleinerten Pholographieen, und zwar in zwei verschiedenen Ausgaben, veröffentlicht, von welchen die eine genau die Wirkung der Originalplatten, die andere die der genommenen Papierabdrücke wiedergibt. Die Photographieen sind, nach den vorliegenden Mustern zu schlieſsen, vortrefflich ausgeführt, zum Theil wahre Musterblätter. Der Preis des einzelnen Blattes beträgt ⅔ Thlr.; bei Abnahme einer gröſseren Anzahl wird besonderer Vortheil gewährt.

Eine Zugabe, für welche Kunst- und Alterthumsfreunde dem Herausgeber insbesondere dankbar sein werden, ist die photographische Nachbildung der berühmten /Emdner Grabplatte/ des 1507 verstorbenen Pfarrers Hermann Wessel, welche, wie im Original, so auch in der Nachbildung ein wahres Meisterstück genannt zu werden verdient. -- In einer mit Abbildung der Grabplatte Herzog Heinrichs des Frommen ausgestatteten kleinen Schrift hat der Herausgeber über die kunsthistorische Seite dieser interessanten Denkmäler, sowie über deren Nachbildung sich weitläufiger ausgelassen.

99) Ein sehr bemerkenswerthes und alterthümliches Baudenkmal ist die /Kapelle bei dem Kirchdorfe Wallenhorst/ in der Nähe von Osnabrück. Diese Kapelle, eines der ältesten christlichen Gotteshäuser Norddeutschlands, wird gegenwärtig auf Anregung des Wallenhorster Kaplans /restauriert/. Der Baumeister Hansen zu Osnabrück, welcher die Wiederherstellung des dortigen Doms leitet, übernimmt auch diese Arbeit. Sämmtliche Fenster der Kapelle sollen in Glasmalerei ausgeführt werden, die der in diesem Fache bekannte Künstler v. d. Forst zu Münster liefert.

(Ill. Ztg.)

100) Beim Flecken /Schleitheim/, welcher an der Schaffhausener Heerstrasse liegt, die durch den Schwarzwald nach Freiburg führt, hatte man schon vor 6 Jahren das Mauerwerk römischer, mit Cement- und Mosaikboden hübsch ausgestatteter Privatwohnungen aufgefunden. Als nun im December vorigen Jahres der Gottesacker der Gemeinde erweitert und das zunächst angrenzende Landstück, Im Hebsack genannt, dazu fundamentiert wurde, geriethen die Arbeiter auf ein zusammenhängendes /altes Leichenfeld/, dessen sorgfältige Ausgrabung vom historischen Verein zu Schaffhausen alsbald übernommen und im heurigen Sommer beendigt worden ist. Man hat im Ganzen 180 einzelne Gräber aufgedeckt, welche zweierlei Bau zeigen, obschon sie insgesammt dem Ostpunkte zu liegen und dem gleichen Volke angehören. Die eine Art besteht aus Furchengräbern. Diese liegen in geordneter Reihe, nahe und in geringer Tiefe aneinander, sind enge und haben durch den Pfluggang stark gelitten. Es ist, als ob man, wie auf unsern heutigen Kirchhöfen, mit dem Raum habe sparen müssen; es finden sich in einem Einzelgrabe einmal sogar vier Leichen beisammen, zwei nach Osten, zwei nach Westen blickend. Solider gebaut sind die im Osten der Feldstrecke liegenden Plattengräber, welche leider nicht alle abgedeckt oder vollständig untersucht werden konnten, da die Grundeigenthümer Schwierigkeiten machten. Sie bestehen in Decke und Wand aus behauenen und aus rohen Steintafeln, die durch Mörtel verbunden sind; ihre einzelne Mauer enthält Backsteine, Trümmer von Leistenziegeln und Rothgeschirr; dies und ein mit eingefügter Cementguſsboden zeigt deutlich, daſs man das Material zur Deckung und Einlassung aus den Ruinen der nächstgelegenen römischen Gebäude hieher geschafft hat. Der Anhaltspunkt, der damit für das Zeitalter, dem diese Gräber angehören, gegeben ist, wird besonders durch zwei in ihnen aufgefundene Münzen Konstantin’s unterstützt, der als Augustus von 305 bis 337 regierte; die Graber können also nicht älter sein als die ihnen beigegebenen Münzen. Zur Zeit Konstantin’s lebte in diesen Gegenden des Oberrheins kein anderes Volk als das alemannische und ein schwacher Rest der gallisch-römischen Bevölkerung. Die Gräberanlage weist auf eine friedliche Zeit hin, da Frauen und Kinder neben den Männern beerdigt liegen, und auf eine feste Niederlassung, wie bei jedem gröſsern und sorgfältig geordneten Leichenfeld vorausgesetzt werden muſs. Mithin werden die hier Bestatteten Alemannen sein, und zwar vorchristlicher Zeit, wie daraus zu schlieſsen ist, daſs ihnen nach römischer Sitte, die Mitgabe einer Todtenmünze (Obolus) nicht mangelt. Diese Beweisführung wird nun durch eine zahlreiche Reihe aller Art von Fundstücken und Grabmitgaben unterstützt. Auſser den groſsen Eisenmessern, die neben jeder Mannsleiche sich finden, erhob man ein paar Kurzschwerter mit einschneidiger Klinge und das groſse zweischneidige Schwert von 2½ Fuſs Länge und 2 Zoll Breite; das erstere ist die unter dem Namen Scramasax, die andere die als Spata bekannte, den Germanenstämmen eigenthümliche Waffe gewesen. Drei Eisensporen mit einem wenig aus dem Bügel vortretenden Stachel weisen auf das rossezüchtende Reitervolk. Um die Halswirbel liegen Bernsteinperlen und Korallen-Schnüre, letztere von farbigen Thonperlen und im einzelnen bis auf 50 Stück. Neben den Ohrringen aus Bronzedraht begegnet vergoldetes, eichelförmiges Ohrgehänge. Es gibt glatte und feingravierte Armringe, Fingerringe mit den Fassungsstellen des ausgefallenen Ringsteins, verzierte Hornkämme, Bronzescheiben mit Einlage von farbigem Glas und von Lapis Lazuli, silberplattierte Gürtelschnallen mit eingeschmolzenen Goldlinien und Email, eine Menge Erzeugnisse früher römischer Kunstübung, die durch Handel, Erbschaft oder Beute in die Hände dieses Volkes kamen. Auf dem Thorax einer Kinderleiche fand sich ein in der Mitte durchschnittenes, verschiebbares Bronzeglöckchen, an welchem ein Bronzekreuzchen herunterhängt. Sehr zahlreich sind die Schnallen und Besätze von Bändern und Riemenzeugen aus Bronze oder Eisen, zu jenen Strumpf- und Hosenbändern gehörend, mit denen der Reiter sein Beinkleid vom Knöchel bis zum Knie herauf festriemte. Die antiquarisch-historische Beschreibung dieses Fundes hat Dr. Wanner, Staatsschreiber von Schaffhausen, übernommen und wird sie mit mehreren beigegebenen Bildtafeln demnächst veröffentlichen; Dr. v. Mandach daselbst wird sie mit einer Abhandlung begleiten, in welcher er die physische Beschaffenheit der Gerippe und besonders deren Schädelbau, auf Einzelmessungen basiert, zur Untersuchung bringt.

(Ill. Ztg.)

101) Bei Gelegenheit einer baulichen Aenderung in dem Hause Jesuitengasse Lit. F. N. 404 zu /Augsburg/ gelangte man in einen niedrigen, abwärts führenden, engen und überwölbten Gang, an dessen Ende der mit gebrannten Platten gepflasterte Fuſsboden auffallend hohl klang. Nach Oeffnung des Bodens fand sich ein bedeutend groſser, 5′ breiter und 9½′ langer, hohler Raum, dessen Bedeckung aus zwei Quadratfuſs groſsen, 2 Zoll starken Backsteinplatten besteht, welche derart konstruiert sind, daſs unter jeder der 4 Ecken eine 3′ hohe und 8″ starke Säule ebenfalls aus gebrannten Steinen und in der Entfernung von je 1 Fuſs angebracht ist; an den Seiten dieses hohlen, unterirdischen Raumes lagern schief ansteigende Schuttmassen herein, in welchen sich bemalte Ueberreste eines römischen Wandverputzes vorfanden. In Folge einer Untersuchung durch Ausschussmitglieder des historischen Vereins für Schwaben und Neuburg stellte sich der Fund als ein ziemlich gut erhaltenes /Hypocaustum/ heraus. Eine vorgenommene Nachgrabung führte auf römische Grundmauern, wobei man fand, daſs das Hypocaustum theilweise sogar unter der Grundmauer des jetzigen Wohnhauses sich forterstreckt, und bei Einlegung oder Zerstörung der Umfassungsmauern des ehemaligen römischen Bades die mit Fruchtbehängen und Linien auf rothem Grunde bemalten Verputzfragmente in den Schutt des Hypocaustums gerathen sein werden. Die untersuchte westliche und nördliche Seite desselben zeigt eine in römischer Weise aufgeführte Mauer, welche aus schief neben einander gestellten abgeplatteten Tuffstücken mit Mörtelverbindung bestand, die in /zwei/ Reihen in spitzem Winkel gegen einander gestellt sind und opus spicatum -- Aehren-, Häringsbau -- hieſsen.

(Augsb. Abdztg.)

102) Die von Professor Virchow angestellten Untersuchungen der /pommerschen Pfahlbauten/ haben für die alte Kulturgegeschichte dieser Gegenden nicht unerhebliche Resultate ergeben. Im Klappsee bei Woldenberg wurden Anlagen von geringem Umfange entdeckt, die wahrscheinlich in eine relativ späte Zeit reichen. Es fanden sich hier nicht nur zahlreiche Eisensachen, namentlich Theile von Waffen und Pferdegeräth, sondern auch die Thonscherben zeigten in der Zusammensetzung des Thons, der Form und Zeichnung weit ausgebildetere Kunstgegenstände als bei Daber und Persanzig. Manches erinnert an die in den obern Schichten des Bodens zu Lübtow am Plönesee ausgegrabenen Gegenstände. Bei Daber hat die bisherige Ablassung des Wassers nicht mehr Pfahlreihen bloſsgelegt, als bereits im April bei der ersten Untersuchung sichtbar waren. Bei den Nachgrabungen auf dem östlichen Ufer der Halbinsel fand sich ein gröſseres bloſsgelegtes Quartier von Pfählen in einer Tiefe von 3-4 Fuſs, eine Menge von eichenen und wenigen birkenen Rundhölzern in horizontaler Lage, die bunt durch- und übereinander lagen. Die Pfahlbauten im Persanzig-See, welche früher schon Major Krasiski besichtigt hat, sind von Virchow eingehender untersucht worden. Bei einer Vergleichung der Bauten im Daber- und im Persanzig-See ist gleichmäſsig hervorzuheben, daſs beide ausgedehnt und mit entschiedener Planmäſsigkeit angelegt sind. Sie stehen in einem bestimmten Verhältniſs zu den Eigenthümlichkeiten des Landes, welche im Persanzig-See als natürliche Inseln und Werder, im Daber-See wenigstens zum Theil als bedeutende Wall- und Hügelaufschüttungen künstlicher Art sich darstellen, so daſs man annehmen muſs, es habe sich hier neben der Anlage von Seewohnungen zugleich um die von Vertheidigungs- und Befestigungswerken gehandelt. Auf der südlichen und östlichen Seite des Persanzig-Sees finden sich zwischen den senkrechten Pfählen Massen von Scherben, Thongeräth und von zerschlagenen Knochen, sowie Haselnuſsschalen. Waffen aus Stein oder Metall sind bisher weder im Daber- noch im Persanzig-See entdeckt worden. Ueber die Zeit, welcher diese Bauten angehören, läſst sich noch nichts bestimmen. Steingeräth ist an keiner der Stellen gefunden, und ein vereinzeltes Bronzestück aus dem Persanzig-See, wie ein unbedeutendes Eisengeräth aus dem See von Daber gewähren keine sichere Anknüpfung.

(Ill. Ztg.)

103) Ein /Topf mit einer Menge kleiner Silbermünzen/ aus dem Ende des 12. Jahrhunderts ist bei /Wielun/ in Polen auf einem Kartoffelfelde gefunden worden. Die Geldstücke rühren aus der Zeit Boleslaw’s des Schiefmäuligen, Waldislaw’s II. und Boleslaw’s IV., ein kleiner Theil aus noch älterer Zeit her. Ausländische Münzen befanden sich nicht darunter, woraus zu schlieſsen ist, daſs zu jener Zeit nur polnisches Geld in Polen gangbar war, während bei anderm gefundenen Gelde, das noch um 150 Jahre älter war, fast nur ausländische Münze vorkam. Die Münzen sind so klein daſs 97 auf ein Loth gehen; es sind deren im Ganzen 8-9000 Stück.

(Ill. Ztg.)

104) In den Archiven des /Leipziger Rathhauses/ ist kürzlich ein Bruchstück des sogenannten „/Jüngeren Titurel/,“ eines altdeutschen Heldengedichtes von Albrecht von Scharffenberg (um 1270), aufgefunden worden. Die zwölf vortrefflich erhaltenen Pergamentblätter in Folio, die jetzt noch die Umschläge von 6 Aktenfaszikeln bilden, dürften ungefähr sechshundert siebenzeilige Strophen enthalten.

(Ill. Ztg.)

105) =Ueber die Haltung des Bischofsstabes bei Darstellungen von Bischöfen in mittelalterlichen Kunstwerken.=

Gelegentlich eines in England geführten gelehrten Streites über die Frage, in welche Hand der Künstler einem Bischof den Stab zu geben habe, wurde das germanische Museum um eine Erklärung darüber ersucht, wie sich diese Frage durch Betrachtung der Denkmäler der Vorzeit entscheide.

Die Durchsicht des Materials, welches die Kunstsammlung des germanischen Museums in Originalen, Gipsabgüssen und Abbildungen besitzt, ergab folgendes Resultat:

A. /Grabmäler/.

Gottfried de Pisenburg, Bischof zu Würzburg, im Dome zu Würzburg († 1190), hält den Stab in der Rechten.

Eckbert v. Andechs, Bischof zu Bamberg, im Dome zu Bamberg († 1237), hält den Stab in der Linken.

Unbekannter Bischof des 13. Jahrh. hält den Stab in der Rechten.

Burkhard v. Serken † 1307 } Bischöfe zu Lübeck, auf der } gemeinschaftlichen Grabplatte im Johann von Muͦl, † 1350 } Dome zu Lübeck, halten beide d. } Stäbe in der Linken.

Auf dieser Platte kommen in einer kleinen Reihe von Darstellungen fünf Bischöfe vor, die den Stab in der Linken halten, zwei die ihn in der Rechten halten.

St. Wolfgang auf seinem Grabmale aus dem 14. Jahrh. in Regensburg hält den Stab in der Linken.

St. Emmeran auf seinem Grabmale aus dem 14. Jahrh. in Regensburg hält den Stab in der Linken.

Peter von Aspelt, Erzbischof von Mainz, † 1320, auf seinem Grabmale im Dome zu Mainz hält den Stab in der Linken.

Gerlach von Nassau, Erzbischof von Mainz, † 1371, hält auf seinem Grabmale in der Kirche zu Eberbach den Stab in der Rechten.

Georg Ueberacker, Bischof von Seccau, † 1477, hält den Stab in der Rechten.

Johann IV. von Freising, 15. Jahrh., in der Frauenkirche zu München, hält den Stab in der Rechten.

Ein nicht näher bezeichneter Bischof von Brixen (15. Jahrh.) hält den Stab in der Linken.

Friedrich von Polen im Dome zu Krakau, † 1503 (Grabmal von 1510), hält den Stab in der Rechten.

Auf dem Grabmal kommt zweimal St. Stanislaus vor mit dem Stab in der Rechten, einmal St. Adalbert mit dem Stab in der Rechten.

B. /Sonstige Denkmale/.

Auf dem alten Mosaikgemälde im Aeuſsern der Vorhalle von St. Marcus in Venedig halten die zwei Träger der Reliquien die Stäbe in der Linken.

Auf der Kapuze des Pluviale aus St. Blasien, jetzt in St. Paul in Kärnthen, hält der heil. Blasius den Stab in der Linken.

In den Wandmalereien des Nonnenchors zu Gurk, 13. Jhdt., ist unter den Hauptdarstellungen ein Streifen von Medaillons angebracht, welche Heiligenbrustbilder enthalten. Der Streifen unter dem Einzug Christi zeigt zwei Bischöfe, die den Stab in der Linken haben, einen, der ihn in der Rechten hat.

Im Kreuzgange der Dominikanerkirche zu Krakau sind in Glasgemälden des 13. Jhdt. St. Augustinus und St. Stanislaus dargestellt, die beide den Stab in der Linken haben.

Im Brunnenhaus zum heil. Kreuz sind aus dem Schlusse des 13. Jahrh. die Bildnisse der Babenberger in Glasmalerei zu sehen; darunter Otto von Freising und Conrad, Erzbischof von Salzburg, die beide den Stab in der Linken halten.

Auf Glasgemälden im Besitze des Herrn v. Pichler in Graz, die dem Schlusse des 13. oder dem Anfange des 14. Jahrh. angehören, sind St. Benedict und St. Bernhard dargestellt; beide tragen die Stäbe in der Linken.

Leupold von Babenberg, Bischof zu Bamberg, † 1353, auf einem gleichzeitigen Wandgemälde im Dome zu Bamberg, trägt den Stab in der Linken.

St. Erhard auf einem Glasgemälde des Fensters zu St. Erhard in der Breitenau zu Steiermark trägt den Stab in der linken Hand. (Schluſs des 14. Jhdts.)

Eine Figur des heil. Nikolaus, ehemals im Besitze des Verfassers, jetzt im k. k. Museum für Kunst und Industrie in Wien (aus Trient stammend, 15. Jhdt.), trug den Stab in der Rechten. Eine ganz ähnliche Figur im german. Museum trägt den Stab gleichfalls in der Rechten.

Auf dem schönen Altar aus Hersbruck im german. Museum, welcher die heil. Jungfrau und die vier Kirchenväter darstellt, hat der eine Bischof den Stab in der Rechten, der andere in der Linken.

Auf einem Altar zu Bartfeld in Ungarn sind zwei Bischöfe (darunter ein St. Nicolaus) vom Schluſs des 15. Jhdts., die beide die Stäbe in der Linken halten.

Auf einem Teppiche des 15. Jhdts. im german. Museum halten zwei Bischöfe die Stäbe in der Rechten.

Auf einem Glasbilde, ehemals im Schlosse zu Mittersil, jetzt im Museum zu Salzburg, vom 16. Jahrh., hält St. Rupertus den Stab in der Rechten.

In Burgkmair’s österreichischen Heiligen findet sich ein Bischof mit dem Stab in der Linken, ein anderer mit dem Stab in der Rechten.

Im Dresdener Todtentanze halten zwei Bischöfe die Stäbe rechts.

Ein Vergleich der Tafelgemälde und ihrer Abbildungen, sowie vieler Bibliothekswerke, hatte dasselbe Resultat, d. h., wo die Bischöfe und Aebte segnend vorkommen, halten sie den Stab in der Linken, da die Rechte segnet; halten sie Bücher oder sonstige Attribute, so ist der Stab bald rechts, bald links, im 15. Jahrh. öfter in der rechten Hand als in der linken; doch dürfte sich kaum ein Prinzip daraus herleiten lassen.

A. /Essenwein/.

106) Einer freundlichen Mittheilung des Herrn Geh. Raths H. C. v. d. /Gabelentz/ auf Poschwitz zufolge ist derselbe im Besitze nachfolgender /Handschriften deutschgeschichtlichen Inhalts/:

1. /Normbergische Cronicka/, Darinnen Ist zu finden der Erste Anfang vnd Uhrsprung der Statt etc.

Papierhandschrift von 475 Bl. 2. Die Chronik geht bis zum J. 1623; die letzten 31 Bl. sind von einer späteren Hand nachgetragen.

2. /Cronica der Stadt Nürmberg/ etc.

Papierhandschrift von 326 Bl. 2. Die Vorrede ist vom 16. Oct. 1593 datiert, am Schluſs steht der 6. Nov. 1621.

3. /Geschichte der Bischöfe von Regensburg/ in lateinischer Sprache.

Papierhandschrift von 95 Bl. 2. Die Geschichte reicht bis zum J. 1539, die Handschrift selbst scheint aber dem 17. Jahrh. anzugehören.

4. Ein starkes Aktenfascikel, Auszüge aus Kämmereirechnungen, Statuten u. dgl. von /Naumburg/ und /Zeiz/ betr.

Von verschiedenen Händen im Laufe des 17. Jahrhunderts zusammengetragen.

5. /Nortgauisches Chronicum./ Darin insonderheit der fürstl. Pfalzgrävischen Residenz-Stadt Sulzbach und des fürnehmen Closters Castel Beschreibung etc. Biſs auf unsere Zeit continuirt über die 600 Jahr, und mit besonderer müh zusamgetragen durch Johannem Braun... Anno 1648.

Papierhandschrift von 264 Bl. in 2.

6. a. /Cronica Vber daſs hochlöbliche Stüfft vnd Churfürstenthum Halberstat/ etc. von den Anno 708... Biſs 1680.

b. /Chronica des hochlöblichsten Kayserlich. Ertz- vnd Primat Stift Magdeburg/ etc. von Anno 616 Bis Anno 1683.

c. /Chronicon Quedlinburgense./ „Ist genommen Erstlichen aus den Sächsischen, Halberstädtischen, Magdeburg- vnd Ballenstäd. Geschichten.“

Papierhandschrift von 93, 115 und 216 S. 2. durchgängig von /einer/ Hand geschrieben.

7. a. /Vnderthenigst bedencken Melchiorn von Ossa/ der Rechten Doctorn, Churfürſsten Augusto Hertzogens zu Sachsen etc. Hoffrichtern, Welcher gestallt ein Christliche Obrigkeit ... ein Gottselig... Justitien erhallten kan. Item von dem Regiment Gerichtbarkeit vnd Policey der löblichen Chur- vnd Fürſstenthumb Sachsen Düringen Meichsen etc. Hochermelltem Churfürſst. Zustendig, Auff begeren Sr. Churfl. G. geschrieben Mense Decembris Anno etc. 1555.

b. /Bedenckhen An die Römische Kay. Maytt. Herrn Lazarus von Schwendi/ 1574.

Papierhandschrift von 147 und 54 Bl. in 2.

8. a. /Isidorus de quatuor novissimis/ in deutscher Uebersetzung (niederrheinischer Dialekt), in fine: Expliciunt Quatuor nouissima Anno domini Millesisimo Quadringentesimo Sexagesimo Secundo die decima mensis Aprilis -- darauf: Hyr volget Isydorus nae vā veele inde manniche worde up eynen syn dragende ind sleissende. Isidorus van der werckyge des mynschen syns selfs Et cethera.

b. Eine am Anfang und Ende defecte Handschrift des /Freidank/, über welche vgl. die zweite Ausgabe des Freidank von Grimm, Vorr. S. 5.

c. /Eyne historia von der lantgynne elizabet/, am Ende defect.

d. /Hey begynt eyn Bouch die Juden zo verwynnen/ In yrme vngelouuen Den Sy hant van Messyas ind van Anderen vngelouuen ind Irryngen etc. in fine: Anno domini Millesimo Quadringentesimo Sexagesimo Secundo Mensis maij die duodecima. Per me Johēm de bullishem Cāpanā liblair.

Papierhandschrift von 59, 36, 33 und 57 Bl. in 2.

9. Ein /altes Wappenbuch/ aus dem Ende des 15. Jahrh. Die Umrisse der Wappen sind gröſstentheils Holzschnitt, die Zeichnung der Wappen mit der Feder ausgeführt und coloriert, am Schluſs Vieles nur mit Bleistift angedeutet, eine Anzahl Blätter auch mit den bloſsen Umrissen in Holzschnitt.

Papierhandschrift von 244 Bl. in gr. Fol.

10. /Eine Wachstafel/, Fragment des Heberegisters einer norddeutschen Stadt (Danzig?) aus dem 15. Jahrh.

11. Eine aus der ersten Hälfte des 15. Jahrh. stammende Papierhandschrift in 4., welche neben mehreren theologischen Schriften in lateinischer Sprache, wie Speculum Mariae, Concordantiae, quatuor Evangeliorum super passionem, aureum confessorium memoriale sacerdotum etc. auch /Statuta provincialis sedis Moguntinae/ und in deutscher Sprache /Origo conversionis Thuringiorum/ enthält.

Vgl. Zeitschrift des Vereins für thüringische Geschichte und Alterthumskunde, Bd. VI, S. 237 ff.

12. /Halberstädtsche Cronica/ Johannis Winnigstedt, Anno 1637 Nachgeschrieben und Abermahls 1769.

Papierhandschrift von 90 Bl. in 4.

13. /Epitome Annalium Bambergensium/ etc. von... Joanne Cygnao... verfertigt. Anno Domini 1604.

Papierhandschrift von 150 Bl. in 4.

14. /Ordenliche Beschreibung der Uralten Bürger und Geschlechter In dieser Löblichen Reichs-Stadt Augspurg/, seither Anno 1368.

Papierhandschrift von 63 Bl. in Querquart von verschiedenen Händen im 16. (und 17.?) Jahrhundert geschrieben.

15. /Genealogische Geschichte der Steierischen Familie von Teuffenbach/, geschrieben 1647-49. 4.

16. /Kolerisch Stammenbuch/, zusammengetragen und beschrib. durch mich Christof Gabriel Kolern... im 1607 Jahr. Pap.-Hs. v. 22 Bl. in 4.

17. /Gründtliche Abschrifft/ der Newgeschribnen Kunst, So dem Edlen Herrn Marxen Welser, Stattpfleger zu Augspurg zu vndertheingen Ehren auch hertzlicher glückhwinschung zu dem hohen furtrefflichen Stattpfleger Ampt,... Ist verehrt und dedicirt worden. Am Schluſs steht die Jahrzahl 1601; als Verfasser nennt sich Thomas Trumer.

Zierliche Papierhandschrift von 16 Bl. in 4. mit gemalten Arabesken auf der ersten und letzten Seite.

18. /Ein Convolut Altenburgica/ von verschiedenen Händen im 17. Jahrhundert geschrieben.

19. /Georgen von Heringen/ Seeligen /Reisebüchlein/ als er mit dem wolgebornnen vnndt edlen graffen vnnd herrn, herrn Johanns Ludwig zu Gleichen Ihr gnaden in die Türkey getzogen. Anno Exuborantis Christi 1588.

Papierhandschrift von 166 Bl. 4.

Inserate und Bekanntmachungen.

24) =Des Wilhelm von Boldensele Pilgerfahrt in das gelobte Land.=[A]

In der ersten Nummer dieses Jahrganges gibt Sp. 22 f. der Archivar P. /Pius Schmieder/ Kunde von einer Handschrift des Klosters Lambach, in der eine ihm bisher unbekannt gebliebene Beschreibung einer Pilgerfahrt in das heilige Land aus dem 14. Jahrhundert enthalten ist. Er sagt am Schlusse mit Recht: „Sollte diese Schrift noch ganz unbekannt sein, so verdient selbe jedenfalls eine nähere Untersuchung.“ -- Diese Beschreibung ist jedoch schon mehrfach vollständig gedruckt worden, zuerst durch /Canisius/ in Antiquae lectionis T. V, 2. p. 95 ff., dann durch /Basnage/ in der zweiten Bearbeitung dieses Werkes Thes. Mon. eccles. et hist. T. IV, p. 331 ff. und neuerdings durch den Unterzeichneten, zumeist nach einer Wolfenbütteler, von Canisius und Basnage mehrfach abweichenden Handschrift, in der Zeitschrift des historischen Vereins für Niedersachsen 1852, S. 226 ff. Dort ist zugleich weitläufig über den Verfasser derselben, den Edeln Wilhelm von Boldensele, der eigentlich Otto von Nienhus hieſs, und über die verschiedenen Handschriften, welche von der Reisebeschreibung noch erhalten sind, gehandelt worden. Die Handschrift zu Lambach war mir damals eben so wenig bekannt, als eine Handschrift zu Breslau, über die /Wattenbach/ in dem Archiv der Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskunde XI, S. 698 f. berichtet. -- Für denjenigen, der sich für die Person des Verfassers dieser Reisebeschreibung besonders interessiert, mag hier noch bemerkt werden, daſs Hr. Hauptmann /von Ledebur/ in Nr. 34 des Wochenblatts der Johanniter-Ordens-Balley Brandenburg 1861 die Ansicht aufgestellt hat, Otto von Nienhus, genannt Wilhelm von Boldensele, sei der letzte Sproſs des ums Jahr 1300 ausgestorbenen Geschlechtes der Grafen von Wölpe gewesen, wogegen Hr. Geh. Legationsrath /von Alten/ in der Zeitschrift des historischen Vereins für Niedersachsen, 1861, S. 219 ff. wichtige Bedenken geltend macht. Daſs /Potthast’s/ Wegweiser das wichtige Schriftchen nicht erwähnt, ist um so mehr zu tadeln, da dasselbe als vielgebrauchte Quelle der späteren Beschreibungen, namentlich des Ludolf von Suchem, anzusehen ist, wie ich in der Zeitschrift der deutschen morgenländischen Gesellschaft Bd. XVI, S. 710 f. gezeigt habe.

/Hannover/, den 1. December 1866.

C. L. /Grotefend/.

25) In der literar.-artist. Anstalt des german. Museums (vgl. oben die Chronik des Museums) ist zu haben:

=Die deutschen Farben: Schwarz, Gold, Roth=, und die historische Berechtigung der rothen Farbe im deutschen Banner, von F.-K. Fürsten zu Hohenlohe-Waldenburg. 1866. Stuttgart, Druck der k. Hof- und Canzlei-Buchdruckerei von Gebrüder Mäntler. 1 Bogen Text in 4. mit 3 Abbildungen. Preis 6 Sgr. oder 21 kr. rhein.

26) /Berichtigung/. Oben, Sp. 394, Z. 14 v. u. lies: Patet.

FUSSNOTE:

[Fußnote A: Vgl. Anzeiger, 1866, Nr. 10, Sp. 359, 18. Die Redaction.]

Da mit dieser Nummer der Jahrgang 1866 des Anzeigers geschlossen ist, so wird die gütige Bestellung der Fortsetzung desselben hiedurch in Erinnerung gebracht. Halbjähriges Abonnement wird nicht angenommen.

* * * * *

Verantwortliche Redaction: A. /Essenwein/. Dr. G. K. /Frommann/. Dr. A. v. /Eye/.

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg.

U. E. /Sebald/’sche Buchdruckerei.

Alphabetisches Register zum dreizehnten Bande des Anzeigers für Kunde der deutschen Vorzeit.

Vorbemerkung: Mit =B= sind die Bekanntmachungen und Inserate bezeichnet.

I. Aufsätze und Notizen.

Adam, Erzvater: eine Darstellung dess. 274 f.

Agricola, s. Sprichwörter.

Aufsätze in Zeitschriften: 34 ff., 75 f., 112 ff., 156 f., 195 f., 226 f., 261 f., 293 f., 324 f., 355 f., 385 f., 428.

Ausgrabungen bei Rochsfeld. 241 ff.

Ausgrabungen im Peuthenthale bei Sulzbach (m. Abbild.). 397 ff.

Ausgrabungen, Wizenicer, i. J. 1865. 55 f.

Bau einer Kapelle im Stifte Reun in Steiermark: Verzeichniſs der Ausgaben für dens. 246 f.

Bayern, Wilhelm, Herzog: sucht Reliquien für die St. Michaelskirche zu München. 275 f.

Bernclau, decani eccl. cath. Ratisb., tabulae stemmatographicae et genealogicae Landsassiarum veteris et junioris Palatinatus: Nachfrage nach diesem Manuscript. B. 40.

Bibra, Kilian von, Dompropst, s. Ordnung.

Böhmen, s. Funde; s. Gräber.

Boldensele, Wilhelm von: dessen Pilgerfahrt in das gelobte Land. 22 f. B. 359. B. 435 f.

Brunnen, der schöne, zu Nürnberg, s. Spruch.

Büchsenschützen, die ersten, die an der Wange abschossen. 172 ff.

Bundschuh, s. Gengenbach.

Burgoldensis, Ph. Andr., discursus historici, s. Sprichwörter.

Deutschland, Albrecht I., Kaiser, s. Fürstenberg.

Dramen, alte. 277 ff.

Elfenbeinschnitzwerke: über einige mittelalterliche 201 ff.

St. Erhard, Kirche, in der Breitenau in Steiermark: Glasgemälde das., s. Oesterreich: Albertus mit dem Zopfe.

Fabrikzeichen: Verkauf eines solchen a. d. J. 1433 und 1478 (mit Abbild.). 49 f.

Fischart-Literatur: Beitrag zu ders. 62 f.

Forschungen, literarische. 92 ff.

Franken, s. Krieg.

Frey, Hanns: die Schwieger dess. 57 ff.

Froissart, Nachfrage nach einer Handschrift dess. B. 159. 359 f.

Funde in Hügelgräbern in Böhmen. 339 f.

Fürstenberg in der Baar, Veste: Belagerung ders. durch Kaiser Albrecht I. u. Herzog Friedrich den Schönen v. Oesterreich. 329 ff.

Gedichte, s. Schneider, Hans.

Gengenbach’s Bundschuh: Beschreibung einer vierten Ausgabe. 24.

Gesprächspiele. 62.

Glasgemälde, s. Oesterreich: Albertus.

Gsundttrunkh, regenspurgischer. 215 f.

Gräber, heidnische, in Böhmen. 52 ff.

Grabmal, das Schreier-Landauerische, zu Nürnberg. 407 f.

Historia Neminis. 361 ff., 393 ff.

Holzschnitzwerk, (Kreuzigung Christi und der beiden Schächer) in der Michaelskirche zu Zeitz. 182 ff.

Hügelgräber, s. Funde.

Ikonographie, mittelalterliche: Beitrag zu ders. 274 f.

Inschrift auf einem Tische: Erklärung. B. 119.

Juden zu Naumburg an der Saale. 87 ff., 126 ff., 169 ff., B. 359.

Kapelle, s. Bau.

Karlstadt, Stadt, s. Ordnung.

Kere, Mertein von der, Dechant, s. Ordnung.

Klenkok, Johannes, Magister. 344.

Krieg, der fränkische, 1 ff., 41 ff., 81 ff.

Krönungsinsignien des Mittelalters. 121 ff., 161 ff.

Kunstgeschichte, schweizerische: Beiträge zu ders. 272 ff., 309 f.

Kunstindustrie, s. Museum, germanisches.

Landauer, Matthäus, s. Grabmal.

Landrichter zu Sulzbach im 14. und 15. Jahrh. 340 ff., 404 ff.

Lasterstein in Möſskirch. 63 f.

Legende, Beiträge zu ders. 311 f., 343 f.

Lepage, les communes de la Meurthe: Nachfrage nach diesem Werke. B. 327.

Lokomotive: Vorläufer derselben im 17. Jahrh. (m. Abbild.). 305 ff.

Luckowe, Ludolfus de: Nachfrage nach Beiträgen zur Lebensgeschichte dess. B. 79 f. 359.

Lützelburg, Familie: Nachfrage nach dem Freiherren-Diplom ders. B. 327 f.

Marburg: St. Elisabethen-Kirche, s. Wappenschild.

Maria, die schöne, s. Regensburg.

Michel, der deutsche. 92 ff., 94 f.

Miniaturmalerei des 14. Jahrhunderts (m. Abbild.). 132 ff.

Möſskirch, s. Lasterstein.

München: St. Michaelskirche, s. Bayern, Wilhelm, Herzog.

Münzauktion, groſse, in Nürnberg: Ankündigung ders. B. 159 f.

Museum, german.: Chronik dess. 25 ff., 65 ff., 97 ff., 145 ff., 185 ff., 217 ff., 249 ff., 281 ff., 313 ff., 345 ff., 377 ff., 409 ff.

Museum, german.: Jahresconferenz dess. B. 295 f.

Museum, german.: dessen Nutzen für die kunstindustrielle Thätigkeit unserer Zeit. 199 f.

Museum, german., s. Photographieen.

Nachrichten, vermischte: 36 ff., 76 ff., 114 ff., 157 ff., 196 ff., 227 f., 262 ff., 294 ff., 325 ff., 356 ff., 386 ff., 428 ff.

Nas, Johannes. 21 f.

Naumburg a. d. Saale, s. Juden.

Nemo, d. heilige, s. Historia.

Niemand, der. 179 ff., 361 ff.

Nürnberg, s. Grabmal; s. Münzauktion; s. Spruch.

Ordnung des Dompropsts Kilian von Bibra, des Dechants Mertein von der Kere und des Domkapitels zu Würzburg für die Stadt Karlstadt. 297 ff.

Oesterreich: Albertus mit dem Zopfe, auf einem Glasgemälde zu St. Erhard in der Breitenau in Steiermark (m. Abbild.). 177 ff.

Oesterreich: Friedrich der Schöne, Herzog, s. Fürstenberg.

Papst Johann XXII., s. Stamps.

Peters, Friedrich, s. Sprichwörtersammlung.

Pfahlbauten: zur Geschichte ihrer Entdeckung und Erkennung. 50 ff., 243 ff.

Photographieen aus dem german. Museum: Inhaltsangabe des vierten Heftes ders. B. 231 f.

Pilgerfahrt in das gelobte Land: Beschreibung einer Handschrift aus dem 14. Jahrh. 22 f. B. 359.

Princessin: Zeit der Einführung dieses Wortes in den deutschen Sprachgebrauch. 144.

Pulvermachen: Anweisung dazu aus dem 14. Jahrh. 246.

Räthsel. 344.

Regensburg: Wunderzeichen der schönen Maria das. 142 ff.

Regensburg, s. Gsundttrunckh.

Reineke Vos: zur Frage nach dem Verfasser dess. 56 f.

Reliquien, s. Bayern, Wilhelm, Herzog.

Reun, Cistercienser-Stift (in Steiermark): s. Bau: s. Spiegelgehäuse.

Rochsfeld, s. Ausgrabungen.

Sage: Beiträge zu ders. 311 f., 343 f.

Schneider, Hans: Sprüche u. Gedichte dess. 9 ff., 61 f.

Schreier, Sebald, s. Grabmal.

Schwäbisch-Hall, s. Wachstafeln.

Schweiſs, engl., des Jahres 1529: eine neue Flugschrift über dens. 210 ff.

Schweiz, s. Kunstgeschichte.

Seelentrost: Beitrag zur Literatur dess. 307 ff.

Segensspruch, s. Zauberspruch.

Soldat: Zeit der Einführung dieses Wortes in den deutschen Sprachgebrauch. 144.

Sphragistik: Beiträge (m. Abbildgn.). 233 ff., 265 ff.

Spiegelgehäuse, elfenbeinernes, im Cistercienser-Stifte Reun in Steiermark (m. Abbild.). 201 ff.

Sprichwörter Agricola’s: über die Ausgabe ders. v. J. 1548. 207 ff.

Sprichwörter Agricolas: die niederdeutsche Uebersetzung ders. 64.

Sprichwörter aus Ph. Andr. Burgoldensis discursus historici. 92 ff., 137 ff.

Sprichwörtersammlung des Friedrich Peters. 333 ff., 370 ff., 400 ff.

Spruch, alter. 184.

Spruch, altdeutscher. 280.

Spruch vom schönen Brunnen zu Nürnberg. 181 f.

Sprüche, s. Schneider, Hans.

Stamps: Kloster St. Johann; Vollmacht des Papstes Johann XXII. für den Abt desselben zur Schlichtung von Streitigkeiten. 56.

Sulzbach, s. Ausgrabungen; s. Landrichter.

Teppich mit Darstellungen aus der Geschichte Tristans und Isoldens (m. Abbild.). 14 ff.

Thüringen: Conrad, Landgraf, s. Wappenschild.

Trinkspruch, s. Gsundttrunkh.

Tristan und Isolde: Darstellungen aus der Geschichte ders., s. Teppich.

Unglückstage. 216.

Vereine, historische: Chronik. 29 ff., 69 ff., 103 ff., 151 ff., 191 ff., 223 ff., 257 ff., 287 ff., 317 ff., 351 ff., 381 ff., 413 ff.

Wachstafeln der Salzsieder zu Schwäbisch-Hall. 95 f. 312.

Wappenschild des Landgrafen Conrad von Thüringen in der St. Elisabethen-Kirche zu Marburg. 245 f.

Wizenic (in Böhmen), s. Ausgrabungen.

Wunderzeichen der schönen Maria, s. Regensburg.

Würzburg, Domkapitel, s. Ordnung.

Zauber- oder Segensspruch, alter, 24. B. 119.

Zeitz: Michaelskirche, s. Holzschnitzwerk.

Zopfgesellschaft: zur Geschichte ders. (m. Abbild.). 177 ff.

Zopfgesellschaft: zwei Mitglieder ders. (m. Abbild.). 368 f.

II. Literatur-Anzeigen.

Ackner, Michael J. und Friedr. Müller, die römischen Inschriften in Dacien. 73 f.

Aschbach, Joseph, Geschichte der Wiener Universität im ersten Jahrhundert ihres Bestehens. 109 ff.

Baur, Ludwig, hessische Urkunden. 193.

Bock, Fr., Geschichte der liturgischen Gewänder. 426 ff.

„ „ Panoplia altaris et chori. 426 ff.

„ „ Album mittelalterlicher Ornamentstickereien. 426 ff.

„ „ Karls des Gr. Pfalzkapelle und ihre Kunstschätze. 426 ff.

Bodemann, Eduard, xylographische und typographische Incunabeln der königl. öffentl. Bibliothek zu Hannover. 225.

Centralblatt, literarisches, für Deutschland. Herausgegeben von Prof. Dr. Friedr. Zarncke. B. 39.

Drugulin, W., Bilderatlas. Verzeichniſs einer Sammlung von Einzelblättern etc. 422 f.

Erbstein, H. A., der Münzfund von Trebitz bei Wittenberg. B. 40.

Essenwein, A., die mittelalterlichen Kunstdenkmale der Stadt Krakau. B. 229 ff. 259 ff.

Falk, Val. Al. Franz, Geschichte des ehemal. Klosters Lorsch an der Bergstrasse. 289 ff.

Fischer, Wilh., die Sage von der Befreiung der Waldstädte. 425 f.

Hartmann, Hermann, s. Norbert.

Haſsler, K. D., die Pfahlbauten des Ueberlinger Sees in der Staatssammlung vaterländ. Alterthümer zu Stuttgart. 423 f.

Hausbuch, mittelalterliches. 110 ff.

Hefner-Alteneck, J. H. v., u. Friedr. Petri, Ornamentik für Kunst und Gewerbe nach Originalien im k. b. Kupferstich-Kabinet zu München. 226.

Hirsch, Karl, über Diptychen, Necrologien, Martyrologien und Verbrüderungsbücher im Mittelalter. 153 ff.

Huber, Alfons, Geschichte des Herzogs Rudolf IV. von Oesterreich. 74 f.

Jahn, Alb., Emmenthaler Alterthümer und Sagen. 110 ff.

Kenner, Friedr., s. Sacken, Ed. v.

Kirchner, die Churfürstinnen und Königinnen auf dem Throne der Hohenzollern. B. 359.

Leitzmann, Wegweiser auf dem Gebiete der deutschen Münzkunde. B. 39 f.

Mannhardt, Wilhelm, Roggenwolf und Roggenhund. 31 ff.

Martin, Ernst, deutsches Heldenbuch. 321 ff.

Mettenleiter, Dom., aus der musikalischen Vergangenheit bayrischer Städte. 288 f.

Meyer, K., Untersuchungen über das Leben Reinmars v. Zweter und Br. Wernhers. 419 ff.

Monatsschrift, die altpreuſsische. B. 120. 160.

Morlot, A., das graue Alterthum. 289.

Müller, Friedr., s. Ackner, Michael J.

Norbert, Lebensbeschreibung Bischof Benno’s II. zu Osnabrück; übers. von Herm. Hartmann. 323 f.

Peter, Anton, Volksthümliches aus Oesterreichisch-Schlesien. 194 f.

Petri, Friedrich, s. Hefner-Alteneck, J. H. v.

Retberg, R. v., kulturgeschichtliche Briefe. 110 ff.

Richter, Heinrich, das weströmische Reich, besonders unter den Kaisern Gratian, Valentinian II. u. Maximus (375-388). 291 ff.

Sacken, E. v., u. Friedr. Kenner, die Sammlungen des k. k. Münz- und Antiken-Kabinets. 155 f.

Schumacher, H. A., die Stedinger. 34.

Ueber Arbalo und das Winterlager des Tiberius am Flusse Julia. Vom Freiherrn H. v. Z. 324.

Wattenbach, W., Beiträge zur lateinischen Paläographie. 421 f.

Winter, Franz, die Prämonstratenser des zwölften Jahrhunderts. 287 f.

Wocel, J. E., über den Zug der Kelten nach Italien und zum hercynischen Walde. 355.

Zarncke, Friedr., s. Centralblatt, literarisches.

Zeitung, numismatische. B. 40.

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