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GÖTTINGER SCHRIFTEN ZUR INTERNETFORSCHUNG
Hg.: S. Hagenhoff, D. Hogrefe, E. Mittler, M. Schumann, G. Spindler, V. Wittke
Rechtliche Probleme
Vorwort
Die vorliegende Arbeit wurde im Wintersemester 2009/2010 von der Juristischen Fakultät der Georg-August-Universität Göttingen als Dissertation angenommen. Das Manuskript wurde im Januar 2010 fertiggestellt. Soweit dies möglich und inhaltlich sinnvoll war, wurden auch Publikationen bis zum Zeitpunkt des Rigorosums im Frühjahr 2011 berücksichtigt.
Mein herzlicher Dank gilt meinem Doktorvater, Herrn Prof. Dr. Gerald Spindler, der das Thema der vorliegenden Arbeit anregte und mir während der Erstellung stets beratend zur Seite stand. Nicht zuletzt wegen der Eindrücke und Erfahrungen, die ich während der äußerst schönen und lehrreichen Zeit in seinem Lehrstuhlteam verbringen durfte, reifte in mir schließlich der Entschluss, zu promovieren. Herrn Prof. Dr. Andreas Wiebe danke ich für die Erstellung des Zweitgutachtens.
Besonderer und großer Dank gilt meinen Eltern für Ihre Förderung während meines bisherigen Lebensweges und ihre Unterstützung während meines Studiums. Ihnen widme ich diese Arbeit.
Für Ihre jahrelange treue Freundschaft und einer damit einhergehenden großartigen Studienzeit in Göttingen danke ich Herrn Jens Bogner, Herrn Björn Bogner, Herrn Robert Aue, Herrn Niklas Stahnke, Herrn Ramin Wais und Dr. Jörn Heckmann. Letzterem danke ich außerdem für die zahlreichen fachlichen Diskussionen während der Entstehung der Dissertation sowie die gemeinsame Zeit in
VI Vorwort den Büros der Wilhelm-Weber-Straße. Für die Mithilfe im Rahmen der Erstellung der Druckfahnen danke ich meiner Mutter, meinen Schwestern Catharina und Johanna sowie Herrn Christoph Schulze.
Inhaltsverzeichnis
VORWORT 4.00 enan era enssos are nssgenssesntsesnssegnssgenssehasesnesetetesenesearenee V INHALTSVERZEICHNIS 22322222 2 sg VII I. Urheberrechtlicher Schutz von Daten und wissenschaftlichen Erkenntnissen:....a.asesasasenkasasnennsanninhanannsnhannbnnnb anne 1. Voraussetzungen eines urheberrechtlichen Schutzes TASANE a D aE EE 3. Urheber- und leistungsrechtlicher Schutz aufgrund der Zusammenstellung II. Erocbmist..cn.cn grauen ee a E E aengerhseee 22
B. Rechtliche Probleme bei der Speicherung und Bearbeitung
E » Votuberlegungen. seene e ann anregen 22 II. Urheberrechtliche und leistungsrechtliche Zulässigkeit der Be und
1. Betroffene Nutzungsrechte 2: Erlangung der Erlaubnis zur Nutzung I. Ergebnis... ne en E E A E A A ER
C. Rechtliches Verhältnis zwischen archivierender Einrichtung und Nützern der Daten... be osn pre 78 L- Technische Schutzmaßnahmen... nE R A SiS 79
VII Inhaltsverzeichnis
II. Rechtlicher Schutz vor der Weitergabe durch Fremdforscher 2. Rechtlicher Schutz aufgrund gesetzlicher Regelungen ay alte 3. Rechtsfolgen der unerlaubten Verwertung des Werkes... 4. Urheber- oder leistungsrechtlicher Schutz an dem
Langzeitarchiv insgesamt II,‘ ‚Eigebnin.. aussen
IV. Anlage Entwurf einer Verse wispenheieklanel
Kapitel 2 - Datenschutzrechtliche Problematiken .141
A. Datenschutzrechtliche Zulässigkeit der Langzeitarchivierung
1. Anwendbarkeit der Landesdatenschutzgesetze BR see AZ 2. Anwendbarkeit des BDSG... ui moroa ie Il: - : Zwischenergebnis. u. Er RR 145 B. Rechtliche Einschränkungen im Rahmen der Archivierung I. Zulässigkeit der Archivierung medizinischer personenbezogener Forschungsdaten nach den Vorschriften des BDSG und der 1. Rechtliche Anforderungen an eine Einverständniserklärung des Probanden... eisen esensnanhentnereeitentanessnehternn ante A 147 2. Auswirkungen des Widerrufs der Einwilligung.. 3: Zwischenergebnis S E S RR 4. Erlaubnistatbestände des BDSG und der Landesdatenschutzgesetze I- Einschränkung durch das SGB-Xesrasnneraacnorino nunni anin nnn a 1. Anwendbarkeit des § 67b SGB X auf die vorliegenden Fälle... Zulässigkeit der Archivierung aufgrund der Erlaubnisnorm des:8:07C. SGB X un. an Beni ee eher 11. Entbindung des Arztes von seiner Schweigepflicht iu users IV. 1 AeL 0101 BE ANA REN EE E E EEEE E ERNOHEREN INNEN ERERREHEN HEINE 164
C. Technische und organisatorische Zugangssicherungsmaßnahmen
I. 2. 3
Gesetzliche Vorgaben zur Anonymisierung und Pseudonymisierung
Organisationspflichten der archivierenden Einrichtung...
Pflicht zur gesonderten Speicherung von Merkmalen, anhand derer ein
Eros 0i T AES E E AREE 172
Inhaltsverzeichnis IX
D. Rechtsfolgen des Verstoßes gegen einzelne Bestimmungen des BDSG,
2. Zivilrechtliche Konsequenzen im Anwendungsbereich der Landesdatenschutzgesetze:..n.: menu RERA AR ERRER EREN 179
E. Rechtliche Anforderungen an Verträge über die Archivierung personenbezogener Forschungsdaten
l. - Ausgangslage eara r r E E EEE E E II. Gesetzliche Vorschriften hinsichtlich des Vertragsinhalts
1: , ‚"Ausdrückliehe'Bestimmünigen ser n as 2. Vorschriften des BDSG II Ergebnis...
KAPITEL 3 - HAFTUNGSRECHTLICHE PROBLEME... 193 I. Dokumentationspflicht gem. $ 28 RöntgV ....asensensensensenensenennensensensensensenseneone 194 III. Dokumentationspflicht gem. $ 1 der Verordnung über Aufzeichnungen bei gentechnischen Arbeiten oder über Freisetzungen (GenTAufzV) .... 196 IV. Dokumentationspflicht gem. § 10 Berufsordnung der Ärztekammer Niedersachsenin nnna aaa nennen 197 VI. Ergebnis en: EE A A E 198 II. Dateibezogene Sicherungsmittel ....esssnsnenenenesensensensensenenne 1. Voraussetzungen einer qualifizierten elektronischen Signatur C. Eigebnis ans nenn T 203 D. Haftung für Datenfehler, die im Rahmen der Archivierung I. Umsetzung der einzelnen Arbéitsschritte issis 204 L.- Archivierung durch Diitte... un... 204 2. Eigene Archivierung
KAPITEL 4- FAZIT u.a Ran 221 Arlt, Cristian
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Einleitung
Kernaufgabe der Wissenschaft ist das ernsthafte Streben nach neuen Erkenntnissen, wozu auch die Bewahrung und Erhaltung bereits vorhandenen Wissens zählt, aus dem neue Erkenntnisse gewonnen werden können. Im Rahmen von Publikationen wird diese Aufgabe hauptsächlich von Bibliotheken, wie etwa den Universitätsbibliotheken und der Deutschen Nationalbibliothek, sowie einer Vielzahl von Archiven wahrgenommen. Neben wissenschaftlichen Publikationen werden auch die in wissenschaftlichen Forschungsprojekten gewonnenen Primärdaten archiviert.
War dies früher gerade bei umfangreichen Datensätzen sehr aufwendig, können im heutigen Zeitalter der elektronischen Datenverarbeitung auch umfangreiche Datenmengen problemlos in digitaler Form gespeichert werden. Eine elektronische Archivierung hat darüber hinaus den Vorteil, dass die Daten mittels eines Netzwerkes anderen Forschern zur Verfügung gestellt werden können, da diesen lediglich der Zugang zu den betreffenden Dateien eingeräumt werden muss. Bedeutung hat dies zum einen bei großen Forschungseinrichtungen, da diese ihren angestellten Wissenschaftlern den Zugang zu bereits erhobenen Daten ermöglichen können. Zum anderen besteht die Möglichkeit, Daten mit anderen Forschungseinrichtungen im Rahmen von Kooperationen auszutauschen.
Die elektronische Archivierung und die damit einhergehende Übermittlung wissenschaftlicher Primärdaten begegnet jedoch einer Reihe von rechtlichen Prob-
2 Einleitung lemen. So entbrennt nicht selten ein Streit darüber, wer „Inhaber“ der betreffenden Daten ist. Dabei stehen sich regelmäßig die Forschungseinrichtung, die das jeweilige Forschungsprojekt finanziert hat und der beziehungsweise die Wissenschaftler gegenüber, die das Projekt geleitet und durch ihre fachliche Kompetenz dazu beigetragen haben, dass die Daten überhaupt gewonnen werden konnten. Von den Vertretern der Forschungseinrichtungen wird in diesem Zusammenhang oftmals geltend gemacht, dass diese aufgrund der getätigten Investitionen Inhaber der Daten seien. Die Wissenschaftler stützen sich hingegen regelmäßig darauf, dass ihnen angeblich ein Urheberrecht an den betreffenden Daten zustehe. Ob an wissenschaftlichen Primärdaten ein urheberrechtlicher Schutz entstehen kann, soll daher im Rahmen dieser Arbeit geprüft werden.
Sofern diese Frage zu bejahen ist, kommt es ferner darauf an, wer Inhaber der Nutzungsrechte an diesen Daten ist und ob diese Rechte durch eine elektronische Archivierung berührt werden. Sofern die letzte Frage zu bejahen ist, kommt es für archivierende Einrichtungen darauf an, ob sie die Daten trotzdem archivieren dürfen, wobei diesbezüglich vor allem zu untersuchen ist, inwieweit urheberrechtliche Schranken im Rahmen der elektronischen Archivierung Anwendung finden. Darüber hinaus stellt sich für Forschungseinrichtungen die Frage, wie sie die zur Archivierung erforderlichen Nutzungsrechte erlangen können, sofern keine urheberrechtliche Schranke greifen sollte. In diesem Zusammenhang sind insbesondere diejenigen Fallkonstellationen zu betrachten, in denen der Rechteinhaber zum Zeitpunkt der Rechteerlangung in einem Angestelltenverhältnis zur archivierenden Einrichtung stand. Des Weiteren ist zu prüfen, inwieweit die archivierende Einrichtung die benötigten Nutzungsrechte aufgrund der vom Gesetzgeber zum 01.01.2008 in das Urheberrechtsgesetz eingefügten Rechteübertragungsfiktion des $ 1371 UrhG erlangen kann.
Für den Fall, dass urheberrechtliche Nutzungsrechte bei der archivierenden Einrichtung selbst entstehen sollten, ist ferner bedeutend, wie diese sich vor einem Missbrauch dieser Daten durch Dritte schützen kann. Relevant ist dies vor allem in den bereits oben angesprochenen Fällen, in denen die Daten nicht lediglich gespeichert, sondern auch für Fremdforscher und andere Forschungseinrichtungen zur Verfügung gestellt werden. In diesem Zusammenhang ist außerdem von Bedeutung, inwieweit die Verträge mit den Nutzern der Daten ausgestaltet sein müssen. Insbesondere soll im Folgenden geprüft werden, ob durch eine derartige Vereinbarung urheberrechtliche Schranken der Nutzer abbedungen werden und ob eine solche Abbedingung urheberrechtlicher Schranken zulässig ist.
Neben diesen urheberrechtlichen Fragen können im Rahmen der digitalen Langzeitarchivierung weitere rechtliche Probleme auftreten, sofern personenbezogene Daten archiviert werden sollen, was vor allem im medizinischen Bereich denkbar ist. Diesbezüglich soll im Folgenden dargelegt werden, ob und unter welchen Voraussetzungen in den vorliegend im Fokus stehenden Fällen datenschutz-
Einleitung 3 rechtliche Vorschriften Anwendung finden und welche rechtlichen Einschränkungen sich daraus für die Archivierung ergeben.
Daneben ist für die archivierende Einrichtung von Bedeutung, welche rechtlichen Konsequenzen eine unrechtmäßige Archivierung personenbezogener Daten nach sich ziehen würde. In diesem Zusammenhang ist außerdem zu beachten, dass gerade kleine Forschungseinrichtungen oftmals nicht über die notwendigen technischen und personellen Ressourcen verfügen, um die Archivierung selbst durchzuführen, weshalb nicht selten ein Fremdunternehmen mit diesen Aufgaben beauftragt wird. Insofern stellt sich die Frage, was die archivierende Einrichtung bei der Auftragserteilung aus datenschutztechtlicher Sicht beachten muss.
Schließlich ist zu bedenken, dass bei der Durchführung von Archivierungsmaßnahmen Dateien gelöscht oder beschädigt werden können. Die hieraus entstehenden haftungsrechtlichen Probleme sollen in dieser Arbeit ebenfalls untersucht werden.
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