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DONJA AMIRPUR
MIGRATIONS- BEDINGT BEHINDERT?
FAMILIEN IM HILFESYSTEM Eine intersektionale Perspektive
Inhalt
Dank | 9 Vorwort der Aktion Mensch | ıı Einleitung | ı3
1 Ausgangssituation Die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) und ihre Implikationen für das Hilfesystem | ı9 1.1 Modelle von Behinderung und das menschenrechtliche Modell der UN-BRK | 20 1.2 Die UN-BRK im Kontext von Migration und Behinderung | 23 1.3 Inklusive Bildung | 28 1.4 Die UN-Behindertenrechtskonvention und das Hilfesystem | 29 1.5 Fazit| 32
2 Migration und Behinderung Aktueller Stand der Diskussion | 35 2.1 Bevölkerungsdaten | 38 2.2 Die Konzentration auf religiös-spirituelle und kulturelle Konzepte | 41 2.3 Qualitative Studien | 47 2.4 Fazit | 53
3.1 Die Familie im Hilfesystem — Forschungsperspektiven im Wandel | 55 3.2 Das Hilfesystem - Förderer von Partizipation und Autonomie? | 57
3.3 Der Umgang mit migrationsbedingter Heterogenität im Hilfesystem | 66 3.4 Inklusive interkulturelle Entwicklungsprozesse im Hilfesystem | 72
4.1 Der Intersektionalitätsansatz als Zugang
zu inklusiven Entwicklungsprozessen | 78
4.2 Der Intersektionalitätsdiskurs - Ein Überblick | 80
4.3 Die Idee einer Mehrebenenanalyse in der Intersektionalitätsforschung | 85 4.4 Fazit | 89
5 Die empirische Untersuchung | 91 Die biographische Forschung als Zugang | 91 Erhebung und Auswertung | 93
5.1 5.2
5:3
5-4
5-5
5.2.1
5.2.2
5.2.3
Zu den Besonderheiten der erhobenen Daten:
Eine qualitativ-empirische Forschungsarbeit
in einem sprachlich-kulturell pluralen Kontext | 93 Interview und Transkription | 101
Zusammensetzung des Samples und Feldzugang | 101
Auswertungsverfahren: Die Verknüpfung von Grounded Theory und intersektionalem Mehrebenenmodell | 105
Elf Familiengeschichten im Kontext von Migration und Behinderung | 109
5.4.1 5.4.2
5.4.8
5-4-9
Güner Mutlu und ihr Ringen um Anerkennung und Partizipation | 111 Fariba Mostafawy und ihr Sohn -
Techniken zwischen Normalisierung und Befähigung | 127
Salma Kolat und ihr Verlust von Ressourcen durch die Migration | 138 Die Bahmanis — Kontrollverlust durch Migration | 151
Djavad und Azade Moini -
Allein gelassen mit einer (ungewollten) Verantwortung | 164
Was für ein System? Das System bin ich — Über das Streben von Jale Karimi nach Autonomie und guten Rahmenbedingungen | 178
Die Özdemirs — Zwischen institutioneller Diskriminierung
und Selbstbezichtigung |189
Die Yildirims - Eine Geschichte über Schicksalsergebenheit und Gefühle der Deprivation | 200
Leila Faridzadeh - Die Kämpfe einer iranischen Unsichtbaren | 212
5.4.10 Merve Akgün - Angewiesen auf Zuhörer*innen | 234
5.4.11
Exkurs: Nermin Atamans Appell - Zu den Aufgaben des Staates | 243
Orientierungen im Hilfesystem | 257
5.5-1 5.5.2
5:5:3
Orientierung »Suche nach sozialer Absicherung« | 258 Orientierung »Suche nach Möglichkeiten
der Handlungsbefähigung« | 264
Orientierung »Suche nach Entlastung« | 271
6 Schlussfolgerungen | 275 6.1 Migrationsbedingt behindert? | 276 6.2 Weiterführende Fragen | 282
Dank
Bei der Umsetzung dieser Arbeit standen eine Reihe von Unterstützer*innen an meiner Seite, die mich über Jahre begleitet haben und bei denen ich mich herzlich bedanken möchte.
Prof. Dr. Yasemin Karakaşoğlu danke ich für ihren Glauben an das Projekt und ihr Vertrauen in mich, ihre fachlich-konstruktive Begleitung und die emotionale und finanzielle Unterstützung (durch das »Karakaso$lu-Promotionsstipendium«,) über all die Jahre. Prof. Dr. Andrea Platte danke ich, dass sie mich im Denk- und Schreibprozess mit ihren Überlegungen nachhaltig unterstützt hat. Sie führte mich zur Beteiligung am Inklusionsdiskurs. Beiden danke ich für eine Betreuung, die über alles Übliche hinausgeht.
Ich danke den Familien für ihre Offenheit, die intimen Einblicke in ihr Leben und das mir entgegengebrachte Vertrauen. Ich danke denjenigen, die mich bei der Suche nach Interviewpartner*innen unterstützt haben, so Masoumeh Safari (Köln) und die vielen Lehrer*innen, die beiden Ärztinnen, die Beratungsstelle für Migrantinnen - ihre Namen darf ich hier aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht nennen.
Das Kolloquium »Interkulturelle Bildungsforschung« des Arbeitsbereichs Interkulturelle Bildung der Universität Bremen unter Leitung von Prof. Dr. Yasemin Karakaşoğlu hat mich über die ganze Zeit fachlich und freundschaftlich begleitet. Yasemin Alkan, Charlotte Binder, Fallon Cabral, Aysun Doğmuş, Aslı Güven, Hennig Koch, Canan Korucu-Rieger, Chripa Schneller und Anna A. Wojciechowicz — sie waren immer bereit, sich intensiv mit meinem Material auseinanderzusetzen, viel zu lesen und engagiert mit mir zu diskutieren, um mich auf die Spur zu bringen. Ihnen kann ich deshalb nicht genug danken. Danken möchte ich auch der »Montagsrunde« vom Kölner Ehrenfeldgürtel mit Judith Dubiski, Prof. Dr. Franz Casper Krönig, Thorsten Merl, Thorsten Neubert und Prof. Dr. Andrea Platte. Sie haben mich immer wieder zur Entwicklung eines kritischen Blicks auf »Normalitäten« und Kategorisierungen aufgefordert.
Für ihren »wachsamen Blick« danke ich herzlich Beatrix Görtner (Bonn). Martha Chatzipolichroni (Köln) und Isabelle Reessing (Bonn) danke ich für ihre
Migrationsbedingt behindert?
Unterstützung bei der Transkription der Interviews. Weitere wichtige Hinweise verdanke ich zudem Mercedes Pascual Iglesias (Köln), Prof. Dr. Monika Rothweiler (Bremen), Prof. Dr. Julia Zinsmeister (Köln), Prof. Dr. Theresia Degener (Bochum) und Dr. Susanne Schwalgin (Berlin). Prof. Dr. Timm Albers (Paderborn), Judy Gummich (Berlin) und Prof. Dr. Swantje Köbsell (Berlin) danke ich für ihre Hilfe und Unterstützung während meiner Disputationsphase.
Schließlich danke ich denen, ohne deren Liebe nichts gewesen wäre: Meinem Vater Dr. Manutschehr Amirpur, der durch seine Begleitung zu den Interviews als Dolmetscher in besonderer Weise in das Projekt involviert war - es tat gut, ihn an meiner Seite zu wissen —, meiner Mutter Sibylle Amirpur und meiner Schwester Prof. Dr. Katajun Amirpur für all ihre unterstützenden Worte und Taten. Und ich danke Tobi Anding für seine Gelassenheit und seine liebevollen Ermutigungen, die mich in den letzten Jahren getragen haben.
Wo die Arbeit gut ist, ist es ihr Verdienst, wo sie schlecht ist, ist es allein meine Verantwortung.
Die Publikation dieser Arbeit wurde durch die Aktion Mensch gefördert, der ich ebenfalls zu großem Dank verpflichtet bin.
Vorwort der Aktion Mensch
Die deutsche Gesellschaft fühlt sich in Sachen Teilhabemöglichkeiten und kultureller Offenheit gut aufgestellt. Zu Recht? Dieser Frage widmet sich das vorliegende Buch. Elf Familien erzählen aus ihrem Alltag. Sie alle suchen möglichst gute Unterstützung und Fördermöglichkeiten für ihr Kind mit dem Förderschwerpunkt »Geistige Entwicklung«. Sie kommen aus der Türkei, aus Iran.
Gehen sie anders mit ihren behinderten Kindern um als deutsche Familien? Oder gibt es andere Faktoren, die dazu führen, dass viele Familien mit Migrationshintergrund keine adäquaten Förder- und Betreuungsmöglichkeiten für ihre Kinder finden? Diese Faktoren aufzudecken hieße, eine Öffnung zu schaffen, hin zu mehr Inklusion. Denn im Moment fühlen sich viele Familien in doppelter Hinsicht an den Rand der Gesellschaft gedrängt: durch ihren Migrationshintergrund und durch die Behinderung ihres Kindes.
In der UN-Behindertenrechtskonvention von 2009 ist das Recht auf gesellschaftliche Teilhabe für alle Menschen verankert: Schutz der Familien, Zugang zu inklusiver Bildung, Unterstützung und Fördermöglichkeiten für Menschen mit Behinderung. »Die Würde des Menschen ist unantastbar.« — So lautet Artikel ı unseres Grundgesetzes. Die gelebte Realität sieht häufig anders aus.
Dabei haben die Wohlfahrtsverbände vor allem für die vielen Flüchtlinge, die zurzeit nach Deutschland kommen, schon viel bewegt: Sie schaffen Netzwerke, Tagesstätten und Stellen für freiwillige Helfer. Auch aus den Kriegsgebieten kommen viele Menschen mit körperlichen und seelischen Behinderungen. Begegnung und Austausch sind für sie essentiell, um in einem neuen Land Fuß zu fassen.
Ziel dieses Buches ist es, herauszufinden, wo innerhalb des deutschen Hilfssystems Verbesserungspotentiale sind. Aber auch, was die Familien mit Migrationshintergrund brauchen, um ihrerseits mit ihren behinderten Kindern mehr in die gesellschaftliche Mitte zu kommen. Denn die Erfahrung der Exklusion hinterlässt Narben.
Aktion Mensch e. V.
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The end
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