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Grundzüge der Ethik und Rechtsphilosophie

Wilhelm Schuppe · 1881 · Scanned text

140,482 words · about 9 h 50 min to read

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Author
Wilhelm Schuppe
Language
German
Published
1881
Length
140,482 words · about 9 h 50 min
Sections
3 reader sections
Text
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Rights
Public domain · PD-US by publication date

 

Contents (3)
  1. Front matter about 3 min
  2. Vorwort about 7 min
  3. Einleitung about 9 h 41 min

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Front matter

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Vorwort

Uie Darstellung der Ethik und Rechtsphilosophie, welche ich hiermit der Oeffentlichkeit tibergebe, bezeichnet sich als „Grundztige'^. Mein Interesse richtete sich vorzugsweise auf die Fundamentirung und die Klärung der Grundbegrijffe ; speciellerer Ausftihrungen habe ich mich der Kürze halber geflissentlich enthalten.

Sodann wollte ich an dieser Stelle noch besonders darauf aufmerksam machen, dass Ethik und Rechtsphilosophie in der folgenden Darstellung ein Ganzes sind. Die Ethik bedarf der Rechtsphilosophie zu ihrer Ergänzung und ist ohne diese Durchführung ihres Principes bis in seine letzten Konsequenzen eben um der UnvoUständigkeit willen den grössten Missverständnissen ausgesetzt. Die Rechtsphilosophie aber bedarf der Ethik als ihres Fundamentes, ohne welches ihre Begriffe in der Luft schweben und ihre Forderungen unbeweisbar sind.

Das Buch zerfällt sonach in zwei Hauptteile, die Grundlegung und die Ausführung. Letztere führt den Titel: „Die Konsequenzen aus der fundamentalen Wertschätzung" und zerfällt in zwei Abschnitte (m und IV des ganzen Buches), „die direkten Konsequenzen, welche die Ethik im engeren Sinne ausmachen", und die iv

Rechtsphilosophie, welclie in einer bestimmten Anwendung und Einschränkung jener besteht. Die Bezeichnung des dritten Abschnittes mit dem eben genannten Titel ist im Texte (S. 184) durch Versehen unterblieben.

Die Ueberschriften der Kapitel und Paragraphen nennen meist nur den Gegenstand, von welchem in ihnen die Rede ist, ohne den Gedankenzusammenhang, der seine Behandlung an dieser Stelle nötig macht, anzudeuten. Auch liess das Bedürfniss der Gliederung zuweilen Gleichartiges als ein kleineres Ganzes unter einer besonderen Ueberschrift zusammenfassen, obgleich es sich eigentlich dem Titel des vorhergehenden Kapitels oder Paragraphen als Hülfsuntersuchung oder ein Teil der Ausführung unterordnete. Die genauere Markirung dieser Verhältnisse hätte eine noch grössere Zahl von Ueber- und Untereinteilungen nötig gemacht. Ich hielt sie für überflüssig und hoffe, dass die Ueberschriften auch so dem Zwecke der leichteren Orientirung dienen werden.

„Erk. Log." bedeutet des Verfassers „Erkenntnisstheoretische Logik", Bonn bei Ed. Weber, 1878.

Greifswald.

Der Verfasser.

Inhaltsübersicht.

Seite Einleitung 1

Erster Teil.

Grundlegung.

I. Die formalen Kennzeichen des Principes der Ethik.

Der Begriff des Guten.

1. Die Quelle der "Wertbestimmungen 6

2. Abwehr von Miss Verständnissen und Einwänden 7

3. Gefühl und Wille. Grefühl nicht auf "Willen reducirbar .... 9

4. Vorbereitung. Verbindung der objektiven Erkenn tniss mit dem subjektiven Fühlen und "Wollen 11

5. Die Einheit von Gefühl und "Wollen, zuerst im Interesse und in anderen ohne bewussten Willensakt erfolgenden Handlungen — Unterschied des bewussten Willensaktes von letzteren 14

6. Aller Wille naturnotwendig abhängig von dem allein wertschätzenden Gefühl — gut = gewollt werden 16

Die Subjelctlvität des Gefühls und die Bedingungen seiner objeictiven Geltung.

7. Die Subjektivität des Gefühls im Gegensatze zur Objektivität des Gedachten und Wahrgenommenen 19

8. Der Begriff objektiv gültiger Wertschätzungen 23

Der Eudämonismus.

9. Missverständliche Auffassung der in Betracht gezogenen Tatsachen 26

10. Genauere Angabe, unter welchen Bedingungen die Gegenüberstellung der gewährten Lust und der lustgewährenden Sache, welche

an sich selbst wertlos sei, falsch ist 29

11. Der Begriff Wert und das Subjekt oder der Träger desselben . . 31

12. Zusammenhang zwischen Gefühl und seinem Objekte resp. seiner hervorbringenden Ursache 34

13. Die Gefühlswirkung gehört zum Wesen des sie hervorbringenden Dinges und dieses qhne jene ist eine reine Abstraktion, ein ßegen, der nicht nass macht — die Unmöglichkeit, die hervorbringende Ursache im Gegensatze zu der hervorgebrachten Lust als gleichgültig anzusehen 39

14. Zusammenfassung 41

VI

Der Begriff des Sollens. Seite

15. Bedeutung von Sollen 46

16. Wie kann das Sollen zum sittlichen Sollen werden? 48

Die mögliclien Konfliicte.

17. Was soll ich tun? 51

18. „Du hättest sollen" als Selbstanklage 53

19. Die dauernde Existenz eines Willens 55

20. Die gleichzeitige Existenz einander widersprechender Willen . . 58

Der Widersprucli des Könnens und zugleicli Niclitlcönnens.

21. Notwendigkeit und Möglichkeit 63

22. Fortsetzung. Die gesetzliche Notwendigkeit und die Notwendigkeit

aus der ursprünglichen Tatsache 64

23. In welchem Sinne auf dem G-ebiete der äusseren Natur Können und zugleich Nichtkönnen ausgesagt wird 67

24. Die nächsten Aufgaben. Der Begriff psychischer Individualität. Die Bedeutungen des Könnens und Nichtkönnens auf psychischem Gebiete 71

25. Auf welchen Sinn des Könnens stützt sich die Selbstanklage? Entstehung der psychischen Ereignisse, zunächst der Gefühle . . 76

26. Der Vorstellungsverlauf 82

27. Willensakte 84

28. Die Freiheit und das Können, welches von der Selbstanklage vorausgesetzt ist 90

29. Das von der Selbstanklage vorausgesetzte Können auf sittlichem Gebiete und der Begriff der Pflicht 98

II. Das Princip der Ethik.

Die unvermeidliclie oder die absolute Wertscliätzung.

30. Einleitung und Einteilung 108

Beweis, dass die Wertschätzung des Bewusstseins wiriclich unvermeidlich und absolut, oder dass das Bewusstsein wiriclich das absolut Wertvolle ist.

31. Das Zeugniss der Erfahrung 109

32. Das Leben und die einzelnen Erlebnisse 110

33. Die principale Wertschätzung durch Unglück nicht aufgehoben . 113

34. Die faktischen Ausnahmen und ihre Deutung 114

35. Die Ausnahme ein Problem 116

36. Vorbereitend das Verhaltniss zwischen Norm und Anomalie auf anderem Gebiete 118

37. Die Bejahung seiner selbst gehört zum Begriffe des bewussten Wesens 120 vn

Seite

38. Die Lust an der eigenen Existenz ist unterscheidbar und relativ

unabhängig von der Qualität der einzelnen Erlebnisse . . *. . 123

39. Lust an der eigenen Existenz gegenüber der Unlust aus einzelnen Ereignissen 125

Die unvermeidliche Wertschätzung als Princlp der Ethik. Aufhebung der Im

§ 31 Eingangs angegebenen Einschränicung und Interpretation der bewiesenen

Wertschätzung als Wertschätzung des Bewusstseins überhaupt.

40. Das Problem 129

41. Das Ganze. Der Allgemeinbegriff des Menschen resp. des Bewusstseins überhaupt im Gegensätze zum Individuum 131

42. Der Begriff des Individuums und sein Verhältniss zum Gattungsbegriffe 135

43. Folgerung aus dem Verhältnisse zwischen dem Gattungsbegriffe Mensch und dem Einzel-Ich. Die unvermeidliche "Wertschätzung

ist die des Bewusstseins überhaupt 140

Die Bewusstseinsgrade.

44. Klarheit der Vorstellungen überhaupt > 148

. 45. Anwendung des Begriffes der Klarheitsgrade auf das Bewusstsein 151

Erledigung der 3. Aufgabe (§ 30 S. 108) dieses Abschnittes. Ericlärung der tatsächlichen Verschiedenheiten und Abweichungen.

46. Einleitend Begriff der sittlichen Norm 158

47. Die Bedingungen der Entwickelung 166

Die Möglichlceit des inneren Konfliktes.

48. Neigung zum Stillstande 170

49. Die inneren Konflikte 175

50. Sittliche Erziehung 177

51. Religiöse Erziehung . 180

Zweiter Teil.

Die Konsequenzen aus der fundamentalen Wertschätzung.

IIL Die direkten Konsequenzen, welche die Ethik im engeren Sinne ausmachen.

Erste Konsequenz. Selbstbeherrschung.

52. Einleitung 184

53. Erreichung der Selbstbeherrschung. Gehorsam. Beseitigung eines Hissverständnisses 188 vin

Seite

Zweite Konsequenz. Wahrheitsliebe.

54. Erkenn tnisstheoretisch - logische Einleitung. Hochschätzung des Bewusstseins = Hochschätzung der Wahrheit 191

55. Wahrhaftigkeit 193

56. Wahrheitsliebe =;: Erkenntnisstrieb 199

57. Wahrheitsliebe in der Religiosität 201

58. Liebe zur Kunst und Arbeitsliebe überhaupt 203

59. Zusammenfassung und Schluss 205

Dritte Konsequenz. Die Nächstenliebe und die Gemeinschaft des Lebens. Die Nächstenliebe.

60. Einleitung. Die Gemeinschaft des Lebens äusserlich deducirt als Mittel zum Zwecke 207

Die Notwendigiceit der Gemeinschaft aus dem Wesen des Menschen deducirt.

61. Erkenntnisstheoretische Voraussetzung. Identität des Bewusstseins in allen Konkretis 209

62. Das Verhältniss zwischen abstrakt Allgemeinem und Einzelnem

und die Realität jenes 210-

63. Die Einheit in der Vielheit und die Vielheit in der Einheit . . 211

64. Das Verhältniss dieses einen Bewusstseins zu demjenigen, wodurch

es Vieles wird 212

65. Allgemeine Konsequenz der Nächstenliebe. Der Wille des Bewusstseins überhaupt • . . . 216

Konsequenz für die Gemeinschaft des Lebens.

66. Der Wert des bewussten Wesens wird im Nebenmenschen äusserlich anschaulich 217

67. Das Bedürfniss der Gemeinschaft specieller durch die Ergänzung begründet 220

68. Schlussfolgerungen und Zusammenfassung 226

69. Einschränkungen und Specialisirungen der allgemeinen Nächstenliebe 227

70. Specialisirung der Liebe aus der Individualität 231

71. Liebe unter Greschlechtsverschiedenen. Der Geschlechtstrieb und

die Ehe 237

72. Die Ehe 242

73. Eltern und Kinder 246

74. Konflikt der Pflicht der Nächstenliebe mit den eigenen Ansprüchen 253

75. Der Anspruch auf Ehre und Liebe . 257

76. Ehre im engeren Sinne 261

77. Die Pflicht der Selbstlosigkeit gegenüber allen eigenen Ansprüchen 264

78. Recht der Selbstaufopferung 269

79. Selbstaufopferung aus individuellem Beruf 271

Seite

IV. Grundzüge der Rechtsphilosophie.

Recht und Staat, ihr Begriff und ihre Aufgabe.

80. Einleitung. Formale Bestimmung 276

81. Die verlangten Tätigkeiten aus dem Grundprincipe der Ethik gefordert 277

82. Welches sind diese Tätigkeiten? — Abweisung einer falschen Ansicht 280

83. Unterschied von der Ethik — das Princip, aus welchem die Recht und Staat ausmachenden Tätigkeiten gefunden werden .... 282

84. Konsequenzen aus diesem Principe. Die beiden Arten von Tätigkeiten, — zwei Aufgaben, die Negation der Beeinträchtigung und

die positive Förderung 286

Das Recht im engeren Sinne.

85. Recht und Pflicht 292

86. Das Rechtssubjekt 294

Die negirten Beeinträchtigungen. Das Eigentum.

87. Einleitung. Die formale Definition 295

88. Begrijff des Gehörens 297

89. Das erste Kennzeichen. Okkupation 298

90. Specifikation. Ersitzung 300

91. Konsequenzen 302

92. Schenkung 304

93. ünwiderruflichkeit der Willenserklärung 304

94. Unter welchen Bedingungen der objektive Rechtswille die Unwiderruflichkeit einer "Willenserklärung verlangt. Die einseitige Willenserklärung 306

95. Die Verbindlichkeit des Vertrages 309

96. Erbrecht 314

Der positive Zwecic.

97. Unterscheidung des Staatswillens von dem ethischen Willen. Die Staatsaufgabe. Unmöglichkeit einer ganz scharfen Trennung . 315

98. Erster Unterschied 316

99. Zweiter Unterschied. Princip der persönlichen Freiheit . . . 318

100. Förderung in materieller Beziehung 320

101. Förderung in geistiger Beziehung 322

102. Unterricht in der Sittenlehre .* 324

103. Verhältniss des Staates zu Religion und Kirche 325

105. Erbrecht 334

X

■ Seite

Die rechtmässige Gewalt. Zwang und Strafe.

106. AUg. Einleitung. Notwehr. Zurückweisung falscher Theorien. Rückführung auf das Princip, aus welchem auch die Strafe gerechtfertigt wird 334

107. Strafe. Stellung des Problems. Vorbereitung. Die pädagogische ^trafe .339

108. Die Rechtfertigung der pädagogischen Strafe durch die Vernichtung des Nicht-sein-sollenden 341

109. Falsche Straftheorien 344

110. Unlustzufügung der natürliche Ausdruck des Missfallens . . . 347

111. Der Widerspruch, in welchem das Problem besteht und der "Weg

. zur Lösung 349

112. Lösung des Problems 354

113. Schuld lind Straffälligkeit . . . ' 361

114. Freiheit als Bedingung der Zurechnung — das Strafwürdige ist

•die Gesinnung 366

115. Verjährung und Versuch 378

Das Staatsrecht. 116 382

Anhang,

Die Unsterblichkeit der Seele und die Existenz

der Nebenmenschen. 390

Sachregister 397

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