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II. Der gegenwärtige Zuftand
Es laſſen ſich Manche vernehmen, als fei auch jebt noch viel von der Herrlichkeit ded Menſchen zu rühmen.
Aber, hätten wir noch nicht gewußt, daß die ars forünglicdye Herrlichkeit dahin ift, fo würden wir es ges zade von biefen lernen. Worin zeigt fich ihre Herrlich feit? Demuth ſucht ihr an ihnen; was findet ihr? Tritt nicht, ihre Hoffart euch ſogleich entgegen? Liebe fucht ihr, und findet nur Selbſtſucht. Ihr fucht ein finds lich dankbares Nahen zu Gott; aber ihr findet ein kaltes,
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6 Die Herrlichkeit ded Menſchen.
trotziges Weſen, findet Beraditung, ja wohl Berhöhnung und Anfeindung des göttlihen Wortes.
Und das wäre Gotted Bild, dad wäre bed Menfchen Herrlichkeit? Nein, ihr Ruhmredigen; euere Hoffart geugt wider euch. Euer Rühmen ift eine Lüge. Der Lüge bezüdhtigt euch das Geftändniß der edelften unſers Geichlechted, die gerungen haben, wie nicht Einer von euch, um volle Reinheit und Güte ded Hergend, und has ben fie nicht errungen.
Ein tiefer Klageton dringt aus uralter Zeit, bringt and allen Sahrhunderten an unſer Ohr. Wer will, fo fautet die alte Klage, wer will einen NReinen finden bei denen, da Feiner rein ift (Hiob 14). Unfere Mifferhat brüdet uns hart; du wolleft unfere Sünde vergeben (Pf. 65.) So du willft, Herr, Sünde zurehnen, Herr, wer wirb be ftehen (Pf. 130.)! Herr, wer kann merfen, wie oft er fehle; verzeihe mir aud bie verborges nen Fehler (Pf. 19)! Es if bier fein Unter fhied, fie find allzumal Sünder, und mans geln des Ruhms, den fie an Gott haben fol lem (Rom. 3) Ich weiß, fo lautet die Klage weiter, ich weiß, daß in mir, dad ift in meinem Fleifche, wohnet nichts Gutes. Wollen babeidh wohl; aber vollbringen das Gute finde ih nicht. Denn das Gute, das ih will, das thue ich nicht; fondern das Böſe, das ih nidht will, das thue ih. Ich babe Luft an Gottes Geſetz nach dem inwendigen Menfdhen; ich fehe aber ein ander Gefep in meinen Bliedern, das da widerfireitet Dem Gefeg in meinem Gemü— the, und nimmt mid gefangen in der Sünden
Die Herrlichkeit bes Menſchen. 7
Geſetz, welches iſt in meinen Gliedern. Ich elender Menſch, wer wird mich erlöſen von dem Leibe dieſes Todes (Röm. 7.)?
So klagen die Auserwählten; und ihre Klage zeugt wider uns. Ja, das Urtheil des Richters der Welt deckt unſere Sünde auf; denn er ſpricht: Das Dichten des menfchlichen Herzens ift böfe von Tugend auf (1 Mofe 8, 21.).
Und wenn fein Wort des Herrn dieß ausſpraͤche, und unter allen Menſchen keiner ein ſolches Bekenntniß ablegte: der Verluſt der urſprünglichen Herrlichkeit iſt mit eiſernen Griffeln in unſer Daſein eingegraben.
Wohl wölbt ſich der Himmel noch über uns, und die Pracht ſeiner Geſtirne verkündigt noch immer den, der in ewiger Herrlichkeit thronet: aber die Erde hat ihr Paradies verloren; der Garten der Wonne mit dem Baume des Lebens iſt von ihr verſchwunden. Sie iſt zum Acker geworden, der Dornen und Diſteln trägt; zum Acker, deſſen Brod der Menſch im Schweiß ſeines Ans geſichts eſſen muß. Und wenn du dich müde gearbeitet und genug gelitten haſt, dann kommt der Tod mit ſeinen Schrecken.
O Menſch, wenn du es keinem Andern glauben willſt, daß die Herrlichkeit dahin iſt: willſt du es dem Tode nicht glauben? Hat dich ſein ernſtes Auge noch nicht angeblickt? Haſt du nicht im Innerſten gebebt, da du ihn hinſchreiten ſaheſt über die Länder der Erde, und die Freude vor ihm verſtummte, und die Jugend, wie das Alter, zu ſeinen Füßen niederfiel? Iſt dir noch Nie⸗ mand geſtorben? Haft du noch feinen, den du liebteſt, im Todeskampfe geſehen? Haſt du auf dem Staube eines früheren Geſchlechtes ſtehen können, und es durchſchauerte
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8 Diee Herrflichtelt bed Menſchen.
dich memals die Ahndung, daß die Füße eines fpäteren Geſchlechtes auf deinen Staub treten werden? Und wenn dieß alles den Stolz deined Herzend nicht brechen fonnte: er wird einmal gebrochen werben! Der Tod wird nicht immer an deiner Thür vorübergehen; bu wirft ihn fehen; du wirft vor feinem ernften Blick erftarren; er wird dich faffen mit ftarfem Arm und wird did) halten. Dann wirft du feufzen müffen: Ic armer elender Menſch!
Ja, das bift du; das find wir alle, ohne Unterſchied bed Standes und der Würden: arme elende Menfchen. Wehe! Wehe! das Paradies ift verloren; bie Herrlichteit ift dahin; dad Licht hat ſich in Finfterniß verkehret, das Leben in den Tod,
Die Menſchen wollen die Erbe wieder in ein Paras died umfchaffen; auch unfere Zeit finnet darüber. Aber, was fie finnet, das ift verloren. Die ftolzen Verheißungen der Kinder dieſer Zeit klingen in unfern Ohren, wie Träume eined SFieberfranfen, oder wie ein höflifches Hoöhngelächter über unfer Elend.
Nein, die Erde ift kein Paradies mehr.
Aber, o heiliger Gott, warum ift ed fo? Warum blickt der Himmel nicht mehr auf ein Paradies; warum blickt er auf eine Wohnftätte des Sammerd herab? Der Menſch, der am Anfang der Tage ein Ebenbild des lebendigen Gottes war: warum ift er ein Kind des Todes geworden ?
Regt ſich diefe Frage mit göttlicher Gewalt in Eurem Herzen; tritt das Räthſel unfered Zuftanded in feinem ganzen Ernft vor Eure Seele, und fordert feine Löfung? Wohl, fo habe ich für heute genug geredet, und wie ich in Jeſu Namen begonnen habe, fo will ich nun in Jeſu Namen fchließen. Amen.
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2. Am zweiten Advent
W. fo ganz anderd würde ed doch auf Erben fein, wenn bie Menfchen glei den heiligen Engeln im’ Gehorfam gegen Gott geblieben wären. Rein, wie diefe himmliſchen Wefen, wären wir auch felig, wie fie. Die Erde wäre noch heute ein ſchönes Paradies, aller Lieblich⸗ leiten voll; ein heiliger Tempel, in dem alle Seelen ſich in Demuth und Liebe vor dem Vater aller Geifter: beug⸗ ten; eine Wohnftätte ded Friedens, der Liebe und Treue, ein Borhof des Himmels.
She klagt über Nahrungsforgen; über die fchwere, mühfelige Arbeit, der man fich unterziehen muß, um nur dad arme Leben friften zu können; über die mandherlei Trübfal, die Euch oft fo unerwartet überfällt; Ihr klagt über die Bosheit der Menfchen, die Euer Leben noch viel befchwerlicher macht, ald ed außerdem ſchon iſt; Ihr Hagt über die Vergänglichkeit aller Dinge; über die Hins fälligfeit Eures Lebens, über die Schreckensgeſtalt bes Todes: und follte nicht manche Seele unter und noch eine weit befjere, gegründetere Klage führen, die Klage
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10 Die Berfuhung im Paraticfe.
Aber ſich felbft, über des eignen Herzens Kälte und Uns treue und irbifchen, gottentfremdeten Sinn?
Faßt denn einmal alle Eure Klagen zufammen; fühlt ihr ganzes, furchtbares Gewicht; und nun vernehmet es, dag nicht Eine Klage über Eure und aller Menfchen Lip⸗ pen Fame, wenn wir im Gehorfam gegen Gott geblieben wären.
Gott fahe Alled an, was er gemacht hatte, und fiche da, ed war fehr gut. (I Mof. 1, 31).
Sn dem Ungehorfam gegen ihn liegt der Uriprung alled Uebeld; die Sünde ift der Leute Berderben; fie ift das größte Uebel, ja das einzige wahre Uchel in der Welt.
Soll es beffer werben mit und, fol die ſchwere Bürde von und weichen, unter ber wir fammt allen Menſchen feufzen — und dad wünſcht Ihr dod wohl alle, meine Geliebten: fo muß zuvor der Sünde finftre Gewalt ges brochen werden. Sol fie gebrochen werben, fo muß fie erfannt werden; wir müflen es lernen, daß mit der Sünbe wahrlich nicht zu ſcherzen it, wie bie Thoren wähnen. Abber wer lehrt ed und? Können ed und Menfchen fagen? Sie find ja alle von Natur in gleiher Weife durch die Sünde verfinftert. Nur Gott, nur unfer Schöpfer und Herr, der body; über dem fündlichen Xreiben ber Menſchen in ewiger Herrlichkeit wohnet, und aud) die tieffte Finfternig mit feinen heiligen Augen durchſchaut, nur er fann ed und fagen, was ed mit der Sünde auf fih hat.
Aber wie fagt er’d und? eine leuchtenden Sterne, feine erhabenen Gebirge, feine lieblichen Blumen, feine braufenden Meereöwogen, fie reden wohl von des Schöpferd Majeftät, aber von unirer Sünde fagen fie nichts. Das
Die Verfuchung im Parabieſe. 11 von redet der Herr nur durch ſein Wort, nur durch ſeine heiligen Propheten und Apoſtel. Er redet davon vor⸗ nehmlich in unſerem heutigen Text. Seine Rede ſoll nicht ſpurlos an uns vorübergehen, darum wenden wir uns zu ihm in demüthigem Gebet. V. U. |
1. Und die Schlange war Tiftiger, denn alle Thiere auf dem Felde, die Gott der Herr gemacht Hatte; und fprady zu Dem Weibe: Sa, follte Gott gefagt Haben, ihr follt nicht effen von allerlei Bäumen im Garten?
2. Da ſprach Das Weib zu der Schlange: Wir eflen von den Früchten der Bäume im arten.
3. Aber von den Früchten des Baums mitten im Garten hat Gott gefagt: Eſſet nicht Davon, rühret es auch nicht an, Daß ihr nicht fterbet.
4. Da ſprach die Schlange zum Weiber: Ihr werdet mit nichten des Todes fterben.
5. Sondern Gott weiß, daß, welches Tages ihr davon efjet, fo werden eure Augen aufgethan, und werdet fein, wie Gott, und wiffen, was gut und böfe ift.
6. Und das Weib fohauete an, daß von Dem Daum gut zu effen wäre, und lieblid anzus fehben, Daß es ein luftiger Baum wäre, weil er klug machte; und nahm von der Frucht, und aß; und gab ihrem Manne aud) Davon, und er aß.
12 Die Verfuhung tm Parabiefe,
Eine uralte Gefchichte habt Ihr gehört, meine Lieben; aber eine Gefchichte, deren traurige Folgen ſich auf uns alle erfireden, die fic fogar in gewifler Weife an ung allen wiederholt. Gotted wahrhaftiges Wort hat fie ung aufbewahrt; fie fol und nach dem liebevollen Rathe des Herrn zum Heile dienen. Wir wollen ihm nicht widers ftehen; wir betradıjten nach dem Worte des Herrn die Berfuhung im Paradiefe; zuerſt, von wem fie audgieng; dann, worin fie beftand; zulegt, welden Erfolg fie hatte.
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Der Berfucer.
Das Paradied war fo fchön, die Menfchen fo gut und felig im Garten, den der Herr gepflanzt. Siehe, da erhebt ſich plöglic, ein kalter Winterfturm, und weht in den heiligen, flillen Frühling der Erde herein. Eine ſchwere Verſuchung überfält diefe fröhlichen, unfchuldigen Kinder ded Herrn.
Bon welder Seite Fonnte fie fommen?
Ein Gebot fonnte ihnen der Herr wohl geben, ihren Gehorfam zu üben; aber fie zum Böſen verfuchen, das Merk feiner Hand, fein Ebenbild in ihnen zerftören, fie zu feiner feligen Gemeinſchaft untühtig machen, das konnte der Heilige im Himmel nicht.
Mer konnte ed außer ihm? Stand nicht Alles auf Erden im Gehorfam ded Menfchen, alfo im Gehorfam Gottes, der ihn zum Heren gefegt hatte? Welchem unter allen Gefchöpfen konnte ed denn in den Sinn kommen, wider den Willen des allmädjtigen Gotted anzufämpfen ?
Die Schlange, fo fagt der Text, ſprach die Worte der Verſuchung aus.
De Verſuchung im Paradiefe. 13
Mit den Worten ber Schrift müffen wir ehrfurdhtds vol umgehen: ed find. Gotted Worte; aller willführlichen Deutung derfelben müflen wir und enthalten. Die Schlange hat die Berfuchungeworte geſprochen; das dürfen wir nicht leugnen wollen. Aber, daß wir hier an einem Ges heimniß ftehen, das erfennen wir wohl; die Urheberin ber Verſuchung konnte die Schlange nicht fein.
Mer enthüllt und das Geheimniß?
Wir wollen den Herrn darüber fragen. Sein Wort ift ein Wort der Wahrheit und ded ewigen Lebend. Und was fagt dad Wort ded Herrn? Es führt den Urfprung der Eünde auf den Satan zurüd; es redet von einem abgefallenen Engel, der feine himmlifche Behaufung vers Iaffen hat (Jud. V. 6.), und ift ein Lügner und Mörder geworden (Ev. Joh. 8, 44.); es fagt mit hoher Gewißheit: Wer Sünde thut, der iſt vom Teufel (1 Joh. 3, 8); es ſpricht von dem großen Drachen, von der alten Schlange,
die da heißt der Teufel und Satanas, der die ganze Welt verführt (Off. Joh. 12, 9.).
Auf welche Tiefen deutet hier das Wort des Herrn! Wir ergründen ſie nicht; aber dürften wir ſie deshalb leugnen? Wunderbar! Vom Fall der Menſchen wollten wir hören; da eröffnet und das Wort des Herrn eine verborgene, höhere Schöpfung, und redet vom Abfall heiliger Engel! Auch dort ſchon Sünde? fragen wir, und ein Schauder ergreift und. Aber, welch ein gnädiger Bott! Glänzt und nicht eben hier ein Strahl der Hoffs nung entgegen? Anerfchaffen it und die Sünde nicht; fie gehört nicht zu unferer Natur. Auch hat fie ſich nicht im Menfchenherzen erzeugt; fie iſt eines ganz andern Urs fprungs; als etwas fremdes ift fie und aufgedrungen
14 Die Verſuchung im Paradieſe.
worden; ihr Daſein in dem Menſchenherzen iſt das Werk einer außermenſchlichen Bosheit und Liſt.
Giebt das nicht Hoffnung, meine Lieben? Run ath⸗ men wir freier; nun können wir ed anhören, wie bie Finfterniß zu und hereindrang.
II.
Die Berfuhung.
Welch ein Unternehmen ift ed doch gewefen, bie Mens ſchen mitten im Paradiefe, wo Alles, was fie um fi fahen, mit lauter Stimme von der Güte ihres Schöpfers zeugte, zur Sünde zu reizen; fie von dem loszureißen, ber fie fo felig gemadıt, den fie bisher fo Findlic, geliebt, deflen Gebot fie fo heilig geachtet hatten! Was that benn der Feind, um dieſes entfegliche Vorhaben zu Stande zu bringen?
Nur eine Frage war es zunächſt, eine ganz unfchuls big fcheinende Frage. Die Schlange ſprach zum Weibe: Sa, follte Gott gefagt haben, ihr follt nicht effen von allerlei Bäumen im Garten?
Aber fo unfchuldig war die Frage nicht, als fie Flang. Mad nur wie Neugier erfhien, war im Grunde nidytd anderes, als Verhöhnung des göttlichen Geboted. Das Wort ded Herren griff der Verfucher an, ald er die Mens [hen ftürgen wollte. Bisher waren fie in Findlichem Ges horfam am verbotenen Baume vorüber gegangen; hatten Ri und friedlih in dem deutlich offenbarten Willen ihres Gottes geruhel. Nun aber follten fie über das empfangene Gebot vernünfteln; es follte ihnen feltiam und ungerecht erfcheinen, daß fie der Früchte, mit denen ber verbotene Baum prangte, nicht auch genießen dürften. War er doch audy wie alle andere Bäume von Gott ers
Die Verſuchung im Paradiefe. 15 fhaffen. War der Genuß feiner Früchte verderblich, »arum ftand er dann in diefem Garten Gottes? Warum war er nicht lieber ungefchaffen geblieben? Solche vers. Sehrte, ungöttlihe Gedanten in den Herzen der Unfchuls digen zu erweden, dad war es, worauf die Schlange mit diefer Frage audgieng.
Liebe Gemeinde, dad war eine große, mit höflifcher Bosheit andgedachte Berfuchung; denn wenn Dir der Feind das Wort Gotted verdächtig gemacht und aus dem Her⸗ zen geriffen hat; wenn er Dich erft ſoweit gebradıt hat, dag Du über Gotted Gebote zu vernünfteln anfängft, ftart fie ald Offenbarung einer ewigen Weisheit und Güte mit Findlichem Glauben feitzuhalten: fo hat er fchon den Sieg über Did, davon getragen, und Du fällft aud dem Reiche Gottes in das Neih der Finfterniß. Wehe Dir aledann! Dein Unglaube an Gotted Wort ift der Brunns anell jeder, ja jeder Sünde.
Was jene liſtige Frage im Herzen des Weibes bes wirft hat, wird und nicht geſagt. Wenigſtens ergab fie fidh dem Feinde noch nicht; fie beftand darauf, Gott habe ihnen unter Androhung bed Todes den Genuß biefer Frucht verboten. Aber warum antwortete fie der Schlange; warum wandte fie ſich nicht mit Abfchen von einem We—⸗ fen hinweg, welches den Herm anzutaften wagte und fein heiliges Wort? D, die arge Frage mußte ihren Glauben fhon mächtig erfchüttert, der Pefthauch der alten Schlange ihr Innerfted fchon berührt haben, Sie hätte fonft diefer grauenvollen Stimme im Namen bed Herrn zu fchweigen geboten; oder fie wäre geflohen; nicht einen Augenblid hätte fie ed ausgehalten an folcher unheimlis hen Stelle.
Sie floh nicht; da eilte der Verſucher das angekov⸗
16 Die Derfuchung im Paradiefe.
gene Werk zu vollenden, und fprah: Ihr werdet mit ‚nichten des Todes fterben, fonbern Bott weiß, Daß, weldhed Tages ihr davon effet, fo wer den eure Augen aufgethban, und werdet fein wie Gott, und.wiffen, was gut und böfe ift. Welch eine fchauerliche Rede! „Ihr werdet mit nichten ded Todes ſterben.“ Gotted Drohung ift alfo nur ein leered Schredbild, eine Lüge iſt fie gewefen! Und warum fol der Heilige fidy zur Lüge erniedrigt has ben? Mißgunft ift es! Die verbotene Frucht gerade iſt bie edelfte der Paradiefedfrücte. Leben giebt euch ber Bauın bed Lebens; aber brecht nur diefe Frucht, fie giebt euch gottgleiche Weisheit und Herrlichkeit! Sprengt nur einmal die läftigen Bande des Geſetzes; Freiheit giebt dem Leben erft feinen Werth! So fpricht die alte Schlange; fo läßt fich der Lügner und Mörder von Anfang hören.
Iſt nicht etwad von diefer fatanifchen Rede auch zu Euern Ohren gedrungen? Läßt ſich nicht auch bei Euch die Stimme vernehmen, die Drohungen des göttlichen Wortes ſeien nur Schreckbilder für Kinder und Schwache; das furchtbare Wort vom zweiten Tode, dem die Unge⸗ rechten verfallen ſind, und von der ewigen Pein, ſei eine thörichte Lüge? Hat man nicht auch Euch zuweilen zu⸗ geraunt: Achtet nicht auf Gottes Wort; werft es von Euch; dann werden Euch die Augen aufgethan, dann werdet ihr die wahre Weisheit finden?
Ich babe diefe Stimme von meinen Günglingsjahren an oft gehört; und fie hat, ehe ich's wußte, des Finblis chen Glaubens Licht in meinem Herzen audgelöfcht. Viele von Euch, meine Geliebten, ja Viele von Euch werden diefe Stimme auch ſchon gehört haben, und wie ift es Euch ergangen?
Die Berfuhung im Paradiefe. 17
Wie gewaltig Fäßt ber Feind feine Stimme fchallen zu unferer Zeit! Durdy den Bater felbfi redet er wohl zu den Kindern, durch den Bruder zu der Schweſter; in weit verbreiteten Schriften ftreut er den Samen des Uns gluubend aus; ja, an den heiligen Stätten der Andacht und der Tugendbildung, wo die Seelen zu Chrifto geführt werden follen, thut er wohl and) feinen Mund zur Verſu⸗ dung auf. D, lernt nur Alle, daß in jeder Stimme, die Euch dad Wort ded Herrn zur Thorheit und Lüge macht, der alte Lügner und Mörder fich hören läßt.
Das Wort ded Herrn zur Lüge machen, das ift des Feindesd ganz eigned Werk; damit hat er fchon im Paras diefe den Anfang gemadht. Eben darin befland die Ders fuchung.
TIL.
Der Tall.
Und welchen Erfolg hat fie gehabt?
War ed denn möglidy, daß fie der Stimme bes 684 fen Feindes Gehör gaben, die doch fo ganz anders laus tete, ald ihres Gotted Stimme? Vermochten fle ed denn über fih, an der Liebe und Milde ded Herrn zu zweis feln, die ihnen von allen Seiten entgegen ftrahlte? Den bimmlifchen Vater, der fie in dad Dafein gerufen, file zu feinem CEbenbilde gemacht, fie vom erften Augene blicke ihres Lebend nur gefegnet und erfreut hatte, vers mochten fie e& über fi), ihn für einen Lügner, für einen mißgünftigen Lügner zu halten, und fein Wort hinter fih zu werfen? Konnten fie von der Fiche laffen, in der fie fich fo felig gefühlt hatten, von der Liebe zu dem, der fie zuerſt geliebt? Konnte ihre kindliche Liebe fich in Haß, ihre Demuth in den frevelhafteften und, um Ranke's Predigten ). Thl. 3. Aufl. 9
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18 Die Verſuchung im Paradiefe, feiner Thorheit willen, verächtlichften Hochmuth verkehren, der Flüger ald Gotted Wort fein, ja fich felbft zu Gott machen will? War dad möglich?
Ya, das Fonnte gefchehen; denn Gott hatte ben Men⸗ fchen, wie ben Engeln, Freiheit des Willend gegeben. Sie fonnten entweder, wie die guten Engel, dem Herrn treu bleiben; und hier eröffnete ſich für fie und ihr gans zes Gefchlecht die Bahn einer immer fchöner ſich entfaltens den Verklärung; oder fie Fonnten, gleich dem Teufel und feinen Engeln, fi) von Gott abwenden; und hier eröffs nete ſich für fie und ihr ganzes Gefchledht die Bahn der Sünde, des Berderbend, der Verdammniß.
Die beiden Wege lagen vor ihnen da. Zog fle nichts auf den Weg des Gehorfamd und der Verklärung hin? Schauderten fie nicht vor dem Wege der Sünde zurück? Ah, ihr Glaube war erlofhen. Das Wort ded Herrn war aus ihrem Herzen geriffen: fie hatten ihren Halt verloren. So tief hatte die anftecfende Kraft des Böſen fie ergriffen, daß der Weg der Sünde ihnen lieblic, ſchien. Das Weib ſchauete an, daß von dem Baum gut zu effen wäre, undlieblich anzufehen, daß es ein Iuftiger Baum wäre, weiler flug madte; und nahm von der Frucht und aß, und gab ihrem Manne auch davon und er aß. —
Und nun war denn der Bund mit Gott gebrochen; und nun war der Kampf gegen ihn auch auf Erden bes gonnen. Die Sünde war nun aus der Hölle in die Welt, in ded Menſchen Herz gedrungen; das fchöne Bild Gots ted war zerflört; die Krone des Paradiefed, die Unfchuld, war dahin. Der Fürft der Finfterniß yflanzte feine fhwarze Sahne an diefer heiligen Stätte auf; er hatte einen großen Sieg davon getragen; die Hölle triumphirte.
Die Derfuhung im Paradiefe. 1.
Aber die Engel Gottes trauerten um bie Gefallenen, benn fie fahen in biefer erften Sünde den Keim eines fi durch die Sahrtaufende der Weltzeit fortentwicelnden Vers derbend. Die Engel im Himmel trauern um bie Gefalle⸗ nen, und wir ſollten nicht auch trauern? Amen.
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3. Am dritten Advent
W.. hat num Recht gehabt, meine Geliebten? Gott, ber feinen Kindern im Paradiefe die Sünde mit drohen, dem Ernfte verbot? Oder die Schlange, die bad Durdys fegen des eignen Willens gegen Gottes Willen, ald den reizenden Weg zu gottgleicher Klugheit und Herrlichkeit, anemyfahl?
Bielleicht find Seelen in unferer Berfammlung, bie diefe Frage ſich noch nicht mit voller Entfdyiedenheit bes antwortet haben? Es wäre fehr fchlimm; aber ich vers muthe faft, daß ed wirklich der Fall ift.
Theuerfte Seelen, ich fage Euch im Namen bes Herrn: In diefem unfeligen Schwanken dürft Ihr nicht einen Augenbli® länger verharren; hierüber müßt Ihr Euch entfcheiden, wenn Ihr nicht die Föftliche Gnabenzeit, bie Euch vergönnt ift, verfchwenden, wenn Ihr dad Leben nicht verlieren, auf ewig verlieren wollt.
Oder meint Ihr, das Schwanfen fei fo unrecht nicht. She Eönntet ja halb der Sünde, halb Gott, dem Herrn, dienen? Diefe Halbheit möge Gott wohl fogar beabfichs tigt haben, da er dem Menfchen zu dem unfterblichen
Der Buftand ber Gefallenen. 2
Geifte den irbifhen, vergänglicdyen Leib gegeben? Iſt das Eure Meinung? So fann wenigftend von Eurem Ehriftenthum nicht mehr die Rebe fein. Der Herr will nichts Halbed. Wer nicht mit mir ift, fpricht er, der ift wider mich; wer nicht mitzmir fammelt, der zerfireuet.
Die Sünde — diefed Ungeheuer, diefe Ausgeburt ber Hölle — wie koönnte der heilige Gott die Sünde wol In! Wie tönnte das Licht Gemeinfchaft haben wollen mit der Finfternig? Wie könnte Chriftus einen Bund machen mit Belial? Diefed Bündniß des Ungehorfame mit dem Gehorfam bringt jene Lauen hervor, zu denen ber Herr fagt: Ach, daß ihr kalt oder warm wäret; weil ihr aber lau feid, und weder Falt noch warm, fo will ich euch ausfpeien aus meinem Munde,
Liebe Gemeinde, wer hat Recht gehabt? Gott, oder die Schlange? Der Erfolg wird es gelehrt haben; eben diefen berichtet unfer heutiger Text, zu deſſen Betradys tung der Herr und offene Sinne ſchenken wolle V. U.
7. Da wurden ihrer beider Augen aufgethan, und wurden gewahr, Daß fie nadend waren; und flochten Seigenblätter zufammen, und machten ihnen Schürze.
8. Und fie höreten die Stimme Gotted, des Herrn, der im Garten gieng, da der Tag fühle geworden war. Und Adam verftedte fih mit feinem Weibe, vor dem Angefichte Gottes, des Heren, unter die Bäume im Öarten.
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22 Der Zuſtand der Gefallenen.
9. Und Gott, der Herr, rief Adam, und ſprach zu ihm: Wo biſt du?
10. Und er ſprach: Ich hörete deine Stimme im Garten, und fürchtete mich, denn ich bin nackend, Darum verftedige ich mich.
11. Und er ſprach: Wer Hat dir's gefagt, Daß du nadend bift? Haft du nicht gegeflen von dem Baum, davon ich dir gebot und ſprach, Du follteft nicht Davon eſſen?
12. Da ſprach Adam: Das Weib, dad du mir zugefellet haft, gab mir von dem Baum, und id) aß.
13. Da ſprach Gott, der Herr, zum Weibe: Warum Haft du Das gethban? Das Weib fprah: Die Schlange betrog mid alfo, Daß ih aß.
Der Text ftellt und den Zuftand der Gefallenen bar: eine Darftelung, die unferer vollen Aufmerkſamkeit würs dig ift, da ſich hieraus am deutlichften erfehen läßt, was ed mit der Sünde auf fi hat.
Betrachten wir baher den Zuftand der Gefallenen nad) den drei Theilen unfere Textes.
I.
Die Schaam.
Glänzende Verheißungen hatte ihnen der Verſucher gemacht. Gott weiß, ſo lautete ſeine Rede, daß, welches Tages ihr davon eſſet, ſo werden eure Augen aufgethan, und werdet ſein wie
Der Buftand der Gefallenen. 23
Gott, und wiffen, was gut und böfe iſt. Sie ließen fich bethören; fie aßen von ber verbotenen Frucht.
Stiegen fie nun zu der verheißenen Herrlichkeit em⸗ yor ?
Das Erfte, was das göttlihe Wort nad dem Sün⸗ denfalle erzählt,‘ ift dieſer: Da wurden ihrer beis der Augen aufgethan, und wurden gewahr, daß fie nackend waren, und flochten Feigenbläts ter zufammen, und madhten ihnen Schürze —
Alfo aufgethan wurden ihre Augen allerdings; nur nicht zu gottgleiher Weisheit; denn was fie erblidten, dad war ihre Schande. Sie fehämten ſich vor fich felbft, und ſuchten Feigenblätter für ihre Blöße.
Eine unbefchreibliche Beränderung war mit ihnen während des kurzen Zwiegefprähs mit dem Verſucher vorgegangen. Im die unfculdigen Herzen, die bisher nur von kindlicher Liebe und Folgfamkeit gegen den Schös pfer gewußt, war bie finftre Gewalt der Sünde einges drungen, nad) deren Erfenntniß fie gelüftet hatte. Der felige Bund mit dem Herrn war gebrochen; ein andres Band hatte fich geknüpft, und welh ein Band! Zum Ebenbilde Gottes erfchaffen, war der Menſch dem Feinde Gottes ähnlich geworden; zur feligen Gemeinfchaft mit Gott berufen, war er mit dem Fürften der Kinfterniß in Gemeinfchaft getreten; mit allen Gaben zu einem höherem Leben ausgerüftet, war er in ben Tod verfunfen. Da war die Ruhe ihrer Herzen dahin; mit jenen unfeligen Augenbliden unter dem Baume der Verſuchung war ſie zugleich verſchwunden.
Nur mit tiefem Mißbehagen und unausſprechlicher Schaam konnten ſie ihres gegenwärtigen Zuſtandes ſich be⸗ wußt werden. Das Paradies war ſchon verloren, ehe ſie dar⸗
20 Der Buftand der Gefallenen.
aus vertrieben wurben; denn ihre Unſchuld und Demuth und Liebe, diefe fchönften Blumen bed Gartens der Wonne, waren unter dem Gluthauche der Sünde verwelkt.
| Sie wollten ſich helfen und rafften Feigenblätter zus fammen. Armer Menſch, deine Feigenblätter deden dich nit! Wer kann dir Schaam und Schande erfparen, wenn bu wider den Herrn der Herrlichkeit ftreiteft? Mer fann deinem Herzen Ruhe geben, wenn bu die Sünde, dieſes unruhige Uebel, darin beherbergft und pflegft ?
IE.
Die Furcht.
Wie fühlten fie fih nun gegen Gott?
Mir Iefen ed im zweiten Theile unferd Textes. „Und fie böreten die Stimme Gotted, des Herrn, der im Garten gieng, dba der Tage fühle geworden war. Und Adam verfledte fih mit feinem Weibe, vor dem Angefihte Gottes, bes Herrn, unter die Bäume im Garten. Und Gott, der Herr, rief Adam und fprad zu ibm: Wo bi du? Und er ſprach: Ichhörete beine Stimme im Garten, und fürdtete mich, denn ih bin nadend, Darum verftedte ich mid.”
Wie ift doc in diefer Nachricht Erfreulicdyes und Betrübendes fo eigenthümlich verbunden!
Die Stimme Gottes, des Herrn, ließ fi in Paras diefe hören. War diefe Sünde vielleicht doch nur gering in Gotted Augen? Etwa nur wie der leichte Fehltritt eines gutgearteten Kindes? Wie hätte dad fein Fönnen ! Das Kind hatte ja nicht bloß geſtrauchelt: hochmüthig und undankbar hatte ed fid) wider den Vater erhoben, von frevelhaftem Argwohn erfüllt, ſich mip dem Zodfeinde bed
Der Buftand der Gefallenen. 25
Vaters wider den Vater verbunden. Das konnte der Heilige im Himmel nur mit dem äußerſten Mißfallen be⸗ trachten.
Aber ließ er num von dem Werk feiner Hände? Gab er zu, daß die Menfchen, gleich den böfen Engeln, ganz ber Gewalt der Finfterniß anheim fielen? Oder z0g er vor, fie zu vernichten, und die Erde, die er für fie fo ſchoͤn geſchmückt, fammt ihnen vergehen zu laſſen?
Beides war ferne von ibm. Wie fehr er die Sünde verabjcheuet: Über die gefallenen Kinder brach ihm bens
. no bas Herz, baß er ſich ihrer erbarmen mußte. Gie Waren weit verirret, verloren; aber kaum war bie Schaam über ihr Vergehen in ihnen erwacht, fo fam er vom Himmel herab, fie zu fuchen und wieder zu bringen.
Sie böreten bie Stimme Gotted. O Es barmung, o Gnade meined Gotted! Wäreft du nicht fo unbegreiflich groß, wäreft bu nicht ein unergründliches, unbegrenzte Meer: was wäre and und geworden! Freut Euch body, die Ihr Euch nach Gotted Gnade fehnt! Siehe, der Herr kommt vom Himmel herab, um bie Sünder zu fuchen, und die Gefangenen zu retten aus des Feindes Gewalt.
Sie höreten die Stimme bed Kommenden, ba ber Tag fühle geworden war. Aber mas fehen wir? Gie eilen dem Bater nicht entgegen ; fie fallen nicht voll Schaam und Neue zu feinen Füßen nieder; fie flehen nicht um Bergebung ihrer Schuld, nicht um Hülfe aus ihrer großen Roth, Nein, als hätte ihr Feind fich blicken laffen, flies hen fie fcheu hinweg, und verbergen fid) vor dem Anges fiht ihred Gottes. Als die Schlange den Spruch ber Berführung begann, ald der Abgrund endlofen Verder⸗ bens ſich vor ihnen aufıhat, da flohen fle nicht; aber
25 Zer Buttıze ter Geisllexen.
a6 ber Bater feine Erimme bern le, da flohen bie berbörsen Rinter. Sie fouuten die Gegenwart bei Deren, fie koraten das Argeſicht bed Vaters nit meche ertras gen. Grme Menichen, ie fauntet zum bad Bote, und bie Augen waren euch auigethan, aber nur um bie Kinft pa erbliden, bie euch unb euren Öctt zum vor einanber ſchieb.
Half hier der Herr zit, zeg er feine Haud ab, fo war Alles verloren. Aber das wollte der treue Schöpfer wicht; er eilte dem fliehenten Eohne nah, und rief ihn mit Namen. Alles Widerſtreben, called Flichen war ums font; tur Alles drang ber Vater hindurch, um bie Sand des verloruen Kindes zu faſſen. Mit ber ernften Arage: Wo bi Du? trat er vor den Sünder hin. Sehet die Gnade unfers Gottes! Er redet mod, zu dem Eunder, und der Sünder darf noch mit ihm reden.
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The end
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