Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bd.1, Mitteldeutschland, 1914 (part 2 of 3)
*Kath. Pfarr-K*. 1766 von J. J. Kuntz in Reichenberg, 1sch. Rck., gedeckt mit 2 böhmischen Kappen. Entlang der Längswände unter den Fenstern Emporen auf gewölbten Arkaden. — Hochaltar; über dem Tabernakel großes Rahmengemälde, von fliegenden Engeln getragen; bez. Phil. Leubner 1780. — Schöner Kelch E. 15. Jh.
KÖNIGSHOFEN im Grabfeld UFranken.
*Pfarr-K.* 1442-1496. Die Architektur von bmkw. hoher Qualität. Quaderbau. Hallenkirche von 5 Jochen mit mäßig gestrecktem 1sch. Achteckchor. Die Raumverhältnisse ungewöhnlich in die Breite gehend, zum Ausgleich das Msch. stark überhöht. Engmaschige Netzgwbb. Bmkw. zierliche Portale, leider stark rest. Die WEmpore mit gesuchter Einzelbildung ist das Bravourstück eines got. Nachzüglers aus der Juliuszeit; aus eben derselben das noch got. Oktogon des im SO stehenden Turmes, das mit einer welschen Haube übrigens recht gut ins Verhältnis gesetzt ist; kunstvolle 2läufige Schneckenstiege. — Das Relief des Jüngsten Gerichts im Bogenfeld des WPortals sehr ähnlich dem in der Michaels-Kap. in Ochsenfurt. Mehrere Messingkronleuchter 17.-18. Jh. Überlebensgroße Madonna, Holz, um 1500. Andere spgot. Skulpturen in der Kapelle über der Sakristei. In letzterer frgot. Aquamanile (Pferdchen) und elegante Elfenbeingruppe der Kreuzigung, 18. Jh.
*Rathaus* ansehnlich, spgot. und renss. (Kleine Sammlung städtischer Altertümer.)
*Wohnhäuser* am Markt, bar. und rok., im Übergang zum thüringischen Typus.
*Marktbrunnen,* Schmiedeeisen, 16. Jh.
*Befestigung* (Fürstbisch. würzburgisch) nach Specklinschem System, einige Bastionen erhalten.
KÖNIGSTEIN. K. Sachsen AH Pirna.
*Stadt-K.* 1810. — *Festung*. Die Anfänge gehen bis ins 12. Jh. Regelrechte Fortifikation seit M. 16. Jh. Der Haupteingang nach den Plänen des Nürnbergers P. Buchner 1591. Die Christiansburg 1589-91 von Buchner und Irmisch. Johannissaal (»Neues Zeughaus«) 1631. Die Friedrichsburg 1721 erweitert; ihr reicher innerer Schmuck durch Brand 1744 zerstört. Das alte Zeughaus 1594, die alte Kaserne (»Gardehaus«) 1598, beide von Buchner. Aus A. 17. Jh. die Johann-Georgenburg, die Magdalenenburg und die Kommandantur, verändert nach Brand 1806. Bildnisse in großer Menge, u. a. J. R. v. Patkul und Chevalier de Saxe 1768 von A. Graff. Der 180 m tiefe Brunnen 1581, das Brunnenhaus 1735 von Joh. v. Bodt. Die Garnisons-K. hat im Chor noch Konstruktionen aus 13. Jh., vgl. Kämpfer; umgebaut 1515 und 1631. — Schönes Elfenbein-Kruzifix von Melchior Barthel um 1670.
KÖNIGSWALDE. K. Sachsen AH Zwickau.
*Dorf-K.* Normale rom. Anlage, Kunstformen nicht erhalten. — Spgot. Schnitzaltar.
KÖNIGSWARTHA. K. Sachsen AH Bautzen.
*Dorf-K.* 17. Jh. mit got. Resten. — Adlige Grabdenkmäler in großer Menge.
Schloß erb. für den Reichsgrafen v. Dallwitz † 1796. Nüchterne Lisenenarchitektur. — Bildnisse des wenig bekannten aber vortrefflichen Malers Hagelganß 1755.
CÖNNERN. Pr. Sachsen Saalkreis.
*Stadt-K.* 1498. 2sch. Halle mit fehlendem südl. Ssch. WTurm im Kern rom. — Spgot. Taufkessel.
CONRADSBURG. Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.
Kloster-K. (Benediktiner). Erste Gründung vor 1133, jetziger Bau undatiert, nach seinen reichen Schmuckformen um 1200. Qsch. und Lhs. fehlen (waren sie etwa überhaupt nicht zur Ausführung gekommen?). Der Chor nach dem Hirsauer Schema; die Nebenchöre kommunizieren mit dem Hauptchor durch je eine Doppelarkade, von einem Blendbogen überstiegen. Die abgefasten 8eck. Pfll. von origineller Ausbildung: an den Fasen Rundstäbe, die oben in ein überfallendes Blatt zusammenlaufen. Die grätigen Kreuzgwbb. ruhen an der Wandseite auf Konsolen. Das Gwb. des Hauptchors eingestürzt; als Ruine abgebildet bei Puttrich; jetzt notdürftig eingedeckt. In der wohlerhaltenen Krypta sind die Pfeiler und Säulen Prachtstücke blühendster rom. Dekorationskunst; glatte Schafte wechseln regellos mit spiralisch kannelierten.
CONSTAPPEL. K. Sachsen AH Meißen.
*Dorf-K.* (ehem. Wallfahrt). Rom. Backsteinbau, einer der ältesten des Meißener Landes. Lhs. 1sch., stark vorspringendes Qsch., Chorquadrat (bei der Erweiterung 1884 die Schlußwand durchbrochen und im W ein Turm hinzugefügt). — Taufstein mit Reliefs 16. Jh. Altartafel, Beweinung, von einem nicht unbedeutenden Künstler aus der Nähe Cranachs. Lebensgroße Bildnisse Luthers und Melanchthons aus Cranachs Werkstatt.
CORBETHA. Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
*Dorf-K.* mit rck. WTurm im Übergangsstil.
KORBUSSEN. Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
*Dorf-K.* Rom. 12. Jh. quadr. Chor und Apsis, sonst verändert um 1500.
KORNBERG. RB Cassel Kr. Rotenburg.
*Kirche* des ehem. *Benedikt.-Nonnen-Klst*. Ganz schmuckloser 1sch. got. Bau mit 8 (meist zerstörten) Kreuzgwbb., Chorschluß aus 8Eck, WEmpore über 2sch. Halle. — Zweistöckige Klostergebäude um einen Hof ohne Kreuzgang.
KOSELITZ. K. Sachsen AH Großenhain.
*Dorf-K.* Bmkw. Altargemälde von C. Roesler 1800.
KÖSSERN. K. Sachsen AH Grimma.
Herrenhaus, erb. 1695 für Oberhofjägermeister Dietrich v. Erdmannsdorf. In reicheren Formen das Kavalierhaus, nach Entwurf von Pöppelmann; besonders stattlich der große Saal.
KÖSTRITZ. Reuß j. L. LA Gera.
*Fürstl. Schloß* 1689-1704. Der Park eine interessante Anlage der klassizistischen Zeit; Tempelchen usw.
COSWIG. K. Sachsen AH Meißen.
*Pfarr-K.* 1sch. Saal mit 3/8 Schluß 1497, erhöht und mit Volutengiebeln versehen 1611. Aus dem letzteren Jahr der Gemäldezyklus an der Empore und der flachen Decke. — Schnitzaltar E. 15. Jh., neu montiert A. 17. Jh.
KÖTIZ. K. Sachsen AH Oschatz.
*Herrenhaus.* M. 18. Jh. Einfacher stattlicher Bau von _Samuel __ Locke_; in der Ausstattung manches Hübsche.
KÖTZSCHENBRODA. K. Sachsen AH Dresden-N.
*Pfarr-K.* Netzgewölbter polyg. Chor 1477, Sch. 1884. — Altar 1638 von Zach. Hegewald, auseinandergenommen, von Interesse die Alabasterreliefs und Sandsteinstatuetten; Denkmäler 1675, 1738. — Im Dorf reizende renss. Brunneneinfassung mit Puttenrelief von Hans Walther (?).
KOTTMARSDORF. K. Sachsen AH Löbau.
*Dorf-K.* 1735, die hübsche einheitliche Ausstattung (Herrschafts- und Löbauer Ratslogen) gleichzeitig.
KRAKAU. K. Sachsen AH Kamenz.
*Dorf-K.* Mehrere Ölgemälde 16. Jh. und gute Bildnisgrabsteine 17. Jh.
KRANICHFELD. Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
*Stadt-K.* 1496, 1sch. flachgedeckt, gewölbter polyg. Chor. Änderungen 1702. — Hübsches Gestühl 1520; Grabstein einer Gräfin Gleichen 1570.
*Schloß* (»Oberschloß«). Die auf einer Abb. von 1682 noch sehr stattliche Gruppe hat seither viel verloren. Der älteste Teil der sog. dicke Turm, aus 12. Jh. Die sprom. Kap. einfaches Quadrat, Kreuzrippengewölbe, Ecksäulen mit Würfelknäufen; die Außenwand mit fein profilierten Lisenen. — Sonst das Äußere des Schlosses in der Haupterscheinung von 1530; eine Menge größerer und kleiner Giebel in einfacher FrRenss. (allein an der SSeite ihrer 8). — *Unterschloß* mit umfänglichen ma. Resten, jetzt modernisiert.
KRANLUCKEN. Sachsen-Weimar VB Dermbach.
*Dorf-K.* (kath.), Architektur und Ausstattung einheitlich 1750.
KRAUTHAUSEN. Sachsen-Weimar VB Eisenach.
*Dorf-K.* spgot. mit Kielbogenfenstern. Sch. 1709 verlängert. — *Schloß* 1710 einfach.
CRAWINKEL. Sachsen-Gotha LA Ohrdruf.
*Dorf-K.* im Kern und manchen Einzelheiten 1421 (I.).
KRAYENBURG. Sachsen-Weimar VB Dermbach.
*Burg*. Ausgedehnte, sehr zerstörte Anlage. Der Palas aus der Zeit der Grafen v. Frankenstein, 2. H. 12. Jh. [Sll. zur Rest. der Wartburg verwendet.]
KREINITZ. K. Sachsen AH Oschatz.
*Schloß* seit 1776.
KREIPITZSCH. Pr. Sachsen Kr. Naumburg.
*Schloß.* 1865 abgebrannt. Vom alten Bau erhalten Treppenturm 1611 und die in reicher Rustika gehaltene Hofeinfahrt mit Seitenpförtchen 1628.
KREUSSEN. OFranken BA Pegnitz.
*Pfarr-K.* Got. 5/8 Chor, Lhs. 17. Jh. Hübsches spgot. Sakramentshäuschen. Großer Altar 1688. — An der SSeite 2stöckige got. Kapelle, jetzt Sakristei.
KREUZBERG. UFranken BA Neustadt a. S.
*Franziskaner-Klst*. 1681-95.
KREUZBURG. Sachsen-Weimar VB Eisenach.
*Nikolai-K*. Rom. Apsis 1215 in sehr großen Abmessungen; in 7 Nischen je 1 Fenster zwischen einfachen Sll. Lhs. wiederholt abgebrannt, erneuert 1785. Hoher WTurm 1428.
*Liborius-Kap*. 1499; Quaderbau; Netzgwb. auf gewundenen Diensten; Fenster und Strebepfll. in ziemlich reichen Formen.
*Friedhofs-Kap*. (ehem. Pfarr-K.) 1252; die Rest. 1624 und 1710 haben von den rom. Formen wenig übriggelassen. Friedhofstor reich renss. 1624.
Got. *Klst.-K*. vor der Stadt, jetzt Scheune.
*Wohnhäuser* mit Renss.Portalen.
*Stadtmauer* aus Ma., z. T. bis hinauf in rom. Zeit.
*Schloß.* Palas 1170, stark verändert. Ringmauer gut erhalten, Zinnenkranz und Spuren des Wehrgangs.
*Werrabrücke* 16. Jh., vielleicht mit Resten von 1223.
KREUZEBER. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
*Dorf-K.* (kath.) 1738, 4 Kreuzgwbb. und 3/8 Schluß, Pilaster und Fenstereinfassungen in Sandstein.
KREUZWERTHEIM. UFranken BA Marktheidenfeld.
*Pfarr-K.* Chor und Lhs. erb. 1443, unbedeutend, Turm 1753. Schnitzaltar ca. 1510-20.
*Schloß* der Fürsten Löwenstein-Wertheim-Freudenberg, erb. 1736, unbedeutend und verrenoviert.
KRIEBSTEIN. K. Sachsen AH Döbeln.
*Schloß.* Die gut überlieferte Baugeschichte läßt 4 Abschnitte unterscheiden: vor 1382, nach 1382, 1451, nach 1465; 1566 ausgebaut. An den alten Teilen bmkw. Einzelheiten. In der Rüstkammer gut erhaltenes Wandgemälde um 1400.
CRIMMITSCHAU. K. Sachsen AH Zwickau.
*Stadt-K.* 1513. Einfach behandelter wohlräumiger Hallenbau von 15 : 22 m, geteilt in 5 Netzgewölbe; der unsymmetrisch anschließende rck. Chor mit NTurm aus 14. Jh. — Epitaph v. Schönberg 1597, reicher Säulenbau mit vielen Reliefs, von einem Dresdener Bildhauer (Walther?) aus der Schule Nossenis. Halbzerstörter Taufstein mit Reliefs, treffliche Arbeit aus 1. H. 17. Jh. — Mehrere schöne Kelche aus M. 15. und A. 16. Jh.
CRÖBERN. K. Sachsen AH Leipzig.
*Dorf-K.* 1750-55, stattlich. — Denkmäler der Familien v. Breitenbach und v. Seydewitz aus 16. Jh.
CROCK. Sachsen-Meiningen Kr. Hilburghausen.
*Pfarr-K.* (ehem. Wallfahrt) spgot. 1489, die damalige Gestalt nicht sehr verändert. — Lhs. 1sch. mit Flachdecke, eingezog. polyg. Chor. Vorspringender WTurm. Charakteristischer spätestgot. Taufstein 16. Jh.
CRÖLLWITZ. Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
*Dorf-K.* spgot., durch zierliches Maßwerk in den Fenstern, einen in dieser Gegend ziemlich seltenen Schmuck, sich auszeichnend.
KRONACH. OFranken BAmtsstadt.
*Stadt-K.* Stattlicher got. Hausteinbau aus 3 Bauperioden, interessant durch deren klare Abgrenzung bei guter Erhaltung. Chor 2 Joche und 5/8 Schluß, Kreuzgwbb. mit großen dekorierten Schlußsteinen, 1. H. 14. Jh. — Lhs. 5jochige Halle nach 1404, Kreuzgwbb. auf Rundpfll. — M. 16. Jh. Verlängerung nach W., Empore, Decke gerippte Flachtonne. Portal mit reicher Stabüberschneidung, darüber Statue des Joh. Bapt. 1540. — Ausstattung großenteils neu. In einer Seitenkap. Pietas M. 15. Jh. Grabdenkmal von 1580 von einem Nachfolger des Eichstädters Loy Hering. — In der Nähe (NO) zierliche 2stöckige Kap. 1512.
*Rathaus.* Origineller hochgiebeliger Bau von 1583, Schule der Plassenburg.
*Wohnhäuser* in Stein und Fachwerk, 16.-18. Jh.
*Brunnen* mit S. Michael um 1650.
*Stadtbefestigung* des 16. Jh. großenteils erhalten. Entwürfe zu ihrer Modernisierung von Balth. Neumann 1741.
*Veste Rosenberg,* ehem. der Bischöfe von Bamberg. Gut erhaltene, für die Geschichte des Wehrbaues lehrreiche Anlage. In der Kernburg hoher 4eck. Buckelquader-Bergfried aus 13. Jh. Gut erhaltener got. Bering, an einer Stelle bez. 1487. Einfache Renss.Bauten 1572, 1590, 1595. Der 3. Befestigungsgürtel 17. Jh. Kräftiges Rustikator 1662 ähnlich wie in Forchheim. (Kleines Museum zur Stadtgeschichte.)
KROSIGK. Pr. Sachsen Saalkreis.
*Dorf-K.*, Ruine einer typischen rom. Anlage.
KRUKENBURG. RB Cassel Kr. Hofgeismar.
*Burgruine*. Bmkw. die 1126 gewölbte sehr hohe rom. Kap. In der Mitte kreisf. Raum, von 12 m lichtem Durchmesser, ehem. mit Kuppelgwb., 4 rck. Anbauten mit Tonnengwbb, schließen sich kreuzförmig an. Der got. Palas aus der Zeit des Bischofs Wilhelm von Paderborn (1401-15) in großen Teilen erhalten.
CRUMBACH. Kr. Cassel-Land.
*Dorf-K.* got., rest. 1770, 1sch. mit polyg. Schluß. Interessant der runde WTurm, der als Bergfried diente; Einsteigeloch vom Kirchenschiff aus; an der Kirchhofsmauer Spuren eines Wehrganges.
KÜHNDORF. Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.
*Dorf-K.* Lhs. rck., schmälerer 5/8 Chor mit gutem Maßwerk 1323. — Kanzel 1630 mit schönen Intarsien. — Als Gattung bmkw. die bäuerlichen Epitaphien.
*Schloß,* früher Johanniterkomturei, 1398 abgebrannt, Hauptbau noch mittelalterl., Nebenturm renss.
KULM. Reuß j. L. LA Gera.
*Dorf-K.* gew. 1223, die ursp. Anlage vollst, erhalten, 1sch. Lhs. mit quadr. Chor und 1/2kr. Apsis.
KULMBACH. OFranken BAmtsstadt.
*Pfarr-K.* Stattlicher spgot. Hausteinbau. Am Chor Inschr. 1439. Wohlräumige Hallenkirche von 5 Jochen, stark eingezogener Chor 2 Joche und 5/8 Schluß. Emporen und Gwbb. des Lhs. modern (1535 hölzerne Tonne), WTurm mit Maßwerkfriesen und Spitzhelm. — Imposanter Barockaltar mit flotten Skulpturen, am Sockel Porträtrelief des Markgrafen Christian (1603-55). Taufstein mit 4 guten Marmorreliefs A. 17. Jh., vielleicht von Hans Werner von Bamberg. Grabsteine 17. Jh., recht gut der des Georg Wolf v. Lainack. Glasgemälde ca. 1550. — Pfarrhaus 1730.
*Spital-K*. Kleiner, gut gegliederter Barockbau 1738, wohl vom Hofbaudirektor Fr. Grael.
*Friedhofs-Kap*. gotisierend 17. Jh., gute Epitaphe 17. und 18. Jh., zahlreiche kapellenartige kleine Gruftbauten.
*Rentamt* (ehem. Langheimer Klosterhof). Reich gegliederter und geschmückter Barockbau 1694. Zwei schöne Toranlagen.
*Bezirksamt* (ehem. Regierung) einfache Renss. mit geschweiften Giebeln wie auf der Plassenburg, Erker bez. 1562 Caspar Vischer.
*Rathaus* 16. Jh., Fassade 1752. — Einige Wohnhäuser der Renss.
*Stadtbefestigung* teilweise erhalten; Gerichtsturm, wie üblich rot angestrichen, und Pranger.
CUNEWALDE. K. Sachsen AH Löbau.
*Dorf-K.* 1780. Großer Saalbau mit Doppelemporen. — Kanzel 1656. Bmkw. Reste von spgot. Altarplastik. Zahlreiche Grabdenkmäler des 17. und 18. Jh.
KUNITZ. Sachsen-Weimar VB Apolda.
*Dorf-K.* 1774 und 1860. Gutes dreiflügeliges Altargemälde.
*Burgruine* (jetzt Kunitzburg genannt, der alte Name Gleißberg). Vom rom. Bau der Bergfried und die Südwand des Palas erhalten.
KÜNITZSCH. K. Sachsen AH Grimma.
*Dorf-K.* Einheitlich von 1706. — Zwölf Denkmäler 1608-1782.
KÜNSBERGK. UFranken BA Mellrichstadt.
Bedeutende *Burgruine*, z. T. rom.
KUPFERBERG. OFranken BA Stadtsteinach.
*Stadt-K.* 1280-1300. Frgot. Basilika mit großem Chorturm. — Ansehnliches Spitalgebäude mit Kirche, 1738-42, angeblich unter Einfluß von Balthasar Neumann (?).
KÜRBITZ. K. Sachsen AH Plauen.
*Dorf-K.* 1624-26 auf Kosten des Frhr. v. Feilitzsch. Für diese dem Kirchenbau ungünstigste Zeit ein außerordentlich stattlicher Bau, dem protestantischen Kultus angepaßt. Der Hauptraum Quadrat von 16,5 m, die Ssch. 2geschossig, Erdgeschoß 5 m h., Empore 7,7 m h. Im O polyg. Altarhaus, im W starker vierseitiger, oben 8seitiger Turm; in die Winkel dieser Bauteile gegen das Gemeindehaus je eine Wendeltreppe (im ganzen 4) eingeschoben, äußerlich mit 3 Achteckseiten hervortretend. Auf der WEmpore die herrschaftliche Winterbetstube, ehemals reich und behaglich eingerichtet (erhalten ein Kamin von einfach vornehmen Formen, die als Hermen fungierenden Gestalten der Fides und Spes vortreffliche Arbeiten). Die Formen außen und innen ernst und schlicht, mit manchen got. Nachklängen; z. B. die Fenster der unteren Reihe spitzbg., der oberen rundbg., aber mit Maßwerk. Aufwendiger nur das Hauptportal, Rustika mit toskan. Ordnung, übrigens von strengster Behandlung. — Altarwerk aus der Erbauungszeit mit Teilen eines Schnitzaltars von ca. 1500. — Kanzel bez. 1626; die tragende Mosesstatue sowie die Evangelisten der Brüstung, überraschend durch Formenreinheit im Sinne der Hochrenss., von derselben ausgezeichneten Künstlerhand, die den Kamin schuf; das Tektonische in äußerstem Gegensatz zu der Durchschnittsneigung der Zeit von puritanischer Einfachheit und Trockenheit. — Familiengruft der Herren v. Feilitzsch mit Bildnisgrabsteinen von 1511 ab. In der Kirche Ölporträts derselben Familie aus 17. und 18. Jh. Vierflügeliger Altar um 1500 (schlecht rest.).
KÜRNACH. UFranken BA Würzburg.
*Pfarr-K.* 1723, vielleicht nach Angaben B. Neumanns. Eingezogener Chor mit 3seit. Kappenschluß, im N und S Sakristeien, Lhs. flachgedeckt, Kuppeldachreiter, Pilasterfassade, Fenster mit reicher Hausteinumrahmung. — Im Dorf 4 Bildstöcke, einer mit Kreuzigungsrelief bez. 1598. Sehr stattlich die große Freigruppe der Kreuzigung bei der Grießmühle, Zielpunkt der Flurprozession, bez. 1766.
CORSDORF. Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
*Dorf-K.* mit rom. Chorturm, Apsis, schmalen rundbg. Fenstern.
KYFFHÄUSER. Schwarzb-Rudolst. LA Frankenhausen.
*Burgruine*. Angeblich 1116 zum Schutz der kaiserl. Pfalz Tilleda gegr. Die Konstruktion des Bergfrieds weist auf höheres Alter (?). Von der sehr ausgedehnten Anlage fast nur noch die Grundmauern zu erkennen. — Die Kapelle von derselben einfachen Anlage wie die rom. Landkirchen dieser Gegend.
L
LAAS. K. Sachsen AH Oschatz.
*Dorf-K.* Normale rom. Anlage: flachgedecktes kurzes Schiff, eingezogener quadr. Chor und überwölbte Apsis; von rom. Kunstformen nichts erhalten,
LAMPERTSWALDE. K. Sachsen AH Oschatz.
*Dorf-K.* 1722. Flachgedeckter, nach O aus 8 Eck geschlossener Saal. — Denkmäler.
*Schloß* um 1690-1700.
LANDESWEHR bei Meiningen.
*Burgruine.* Von der 1525 zerstörten ma. Burg stammt der schräg am Boden liegende Hauptturm. Derselbe wurde 1685 durch Pulver gesprengt. Die Steine der Burg wurden 1682 zum Bau der Elisabethenburg, des Residenzschlosses in Meiningen, verwendet.
LANDSBERG bei Meiningen.
*Schloß* des Herzogs von Sachsen-Meiningen, neugot. 1836-40 von Döbner. Innen große Kunst- und Waffensammlung. 2 Öfen des 16. Jh, aus Saalfeld. Wertvoll 4 geschnitzte und gemalte thüringische Altäre E. 15. bis A. 16. Jh. Vertreten sind: Valentin Lendenstreich, der Meister der architektonischen Baldachine und der Meister des Neusitzer Altars.
LANDSBERG. Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.
*Stadt-K.* sprom. Schiff von 7 : 20 m, im O 1/2k. Apsis, WTurm in gleicher Breite mit dem Sch. und gegen dieses in 2 Bogen geöffnet. Rom. Tympanon, S. Nikolaus zwischen Gotteslamm und Löwe.
*Doppelkapelle* der seit 1180 genannten Burg. Das weitaus interessanteste Denkmal des Kreises. E. 12., A. 13. Jh. — Rck. von 11,5 : 9 m, Aufbau in 2 gesonderten Geschossen, die durch eine Öffnung im Boden des oberen in Verbindung stehen. Jedes hat 3 grätig gewölbte Schiffe von gleicher Höhe. 2 Doppeljoche, in denen schwere kreuzf. Pfeiler und schlanke elegant dekorierte Säulen kontrastieren (Kapitelle interessante Weiterbildung des Königslutterer Typus); im W ein quer durchlaufender Gang, im O 3 durch beide Geschosse durchgehende Apsiden. Die enge Treppe liegt außerhalb der SWand und ist geraden Laufs. Das zweite Obergeschoß, als Wohnraum dienend, ist spätere Zutat. — Die 2 merkwürdigen Portale in Sachsen analogielos. Das größere in der Architekturform einfach, nur Rücksprung, aber die Leibungsfläche reich ornamentiert, an den Pfosten figürliche Reliefs, im Tympanon Christus in der Mandelglorie zwischen Engeln, alles sehr verwittert. Am kleineren giebelförmiger Sturz ohne Entlastungsbg. Schnitzaltar, um 1500.
LANGBURKERSDORF. K. Sachsen AH Pirna.
*Schloß.* Fester 8eckiger Bau mit westl. im Mittel vorgelegtem 8eckigen Turm, 1611 erneuert; im Innern Stuck- und Schnitzarbeiten 1749.
LANGENAUE. Pr. Sachsen Kr. Zeitz.
*Dorf-K.* rom., sehr verbaut; die ursp. Formen an Apsis und Portal; skulptiertes Tympanon, Christus im langen Rock am Kreuze stehend, zu Füßen die Weltkugel, oben Sonne und Mond in ornamentaler Stilisierung, neben ihm 2 Palmenbäume; höchst bäuerisch, wohl 12. Jh.
LANGENDORF. Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.
Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst*. M. 13. Jh. Nach Brand 1505 whgest., 1873 rest. Quaderbau, Saalanlage mit Flachdecke. Nonnenempore auf 3sch. Kreuzgewölbehalle.
LANGENHESSEN. K. Sachsen AH Zwickau.
*Dorf-K.* Triumphbg. und Chor sprom. — Großes spgot. Altarwerk von 1502 mit 4 beweglichen und 2 festen Flügeln, in den Gemälden Einfluß der fränkischen Schule.
LANGENLEUBA. K. Sachsen AH Rochlitz.
*Dorf-K.* rom., sehr verbaut; ein schönes Portal mit 2 Säulenpaaren 1841 zwecklos zerstört.
LANGENLEUBA. Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
*Dorf-K.* Rom. OTurm über dem Chor; Lhs. E. 16. Jh.; reiche Ausstattung im 18. Jh. — Vornehmes Grabmal für Joh. v. Kuntsch † 1714.
*Schloß* 1707, groß und ehemals prächtig, jetzt in Verfall.
LANGENNAUNDORF. Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
*Dorf-K.* 1715, hoher WTurm in Fachwerk. Bemalte Holztonne. Ausstattung fast lückenlos erhalten, behagliche Stimmung.
LANGENREINSDORF. K. Sachsen AH Zwickau.
*Dorf-K.* Der gerade geschl. Chor mit Giebelkreuz und die westl. Vorhalle mit massivem Turm enthalten rom. Formen. — Schnitzaltar 1500.
LANGENSALZA. Pr. Sachsen Kreisstadt.
*Bonifazius-K*. Beg. A. 14. Jh., nach langer Unterbrechung im 15. Jh. weitergeführt. Breit hingelagerte Hallenkirche mit hohem Dach und eingezogenem Chor. Letzterer weicht aus der Hauptachse und hat im Innern nur eine hölzerne Flachdecke. Die spgot. Netzgwbb. des Schiffes stehen auf kunstreichen Rundpfll. aus 14. Jh. Es waren 2 Fassadentürme projektiert, von denen nur der nördl. ausgeführt; Unterbau 1470, Renss.Oberbau erreicht die für dieses Gebiet ungewöhnliche Höhe von 81 m. Das große WPortal hat seinen plastischen Schmuck im Bauernkriege verloren; es waren am Gewände 12 Statuen in zwei Rängen und 2×3×4 Statuetten an den Bogenläufen; das von einem Mittelpfosten getragene Tympanon enthält (ziemlich unversehrt) in 3 Reliefstreifen das Jüngste Gericht, Kompositionsschema von S. Lorenz in Nürnberg; von einem fränkischen Künstler (?) am Pfosten ein Opferstock. Um einiges einfacher das nördl. Seitenportal, im Tympanon Kreuzigung. — Das Obergeschoß über der Sakristei hat eine bmkw. bemalte Bretterdecke aus A. 16. Jh.
*Stephans-K*. 1394 ff. Ursp. Hallenkirche. Die Gwbb. vielleicht im Stadtbrande von 1506 zerstört. Die dürftige Herstellung gab nur Bretterdecken und erhöhte das Msch., welches schlichte Stichbogenfenster erhielt. Reichere Bauformen enthält nur die gerettete Außenansicht der Sschiffe. Sie sind mit einer Maßwerkbalustrade und kleinen Staffelgiebeln, zwischen denen die Fialen der Strebepfll. aufragen, gekrönt. Die Fenster des Maßwerks beraubt. An der SSeite großes, lebhaft gegliedertes Portal. Der unorganisch in die SWEcke eingeschobene Turm scheint im Unterbau aus einer älteren Anlage zu stammen; der Oberbau neugot. 1860. — Unter den Grabsteinen sind die ältesten die des Dietrich v. Salza † 1308 und Günther v. Salza † 1322; roh in der Zeichnung und sehr beschädigt.
*Augustiner-K*. gegr. 1280, war ein sehr gestrecktes einfaches Rechteck; abgebrochen. Vom Kreuzgang sind Bruchstücke erhalten.
*Rathaus* 1742. — *Marktbrunnen* 1582. — Zahlreiche Reste der *Stadtbefestigung*.
LANGENSELBOLD. RB Cassel Kr. Hanau.
*Dorf-K.* des 18. Jh., Rundbau mit 4 Vorbauten.
*Schloß* des 18. Jh. auf den Grundmauern des ehem. Klosters. Im Garten Grabstein eines Abtes aus 15. Jh.
LANGENSTEIN. RB Cassel Kr. Kirchhain.
*Dorf-K.* Spgot. flachged. Sch. ohne Streben. Der polyg. Chor hat Netzgwb. mit doppeltem Rippensystem, das untere frei schwebend.
LANGEWIESEN. Schwarzburg-Sondersh. LA Gehren.
*Stadt-K.* 1675.
LANGHEIM. OFranken BA Lichtenfels.
*Cistercienser-Klst.,* gegr. 1132, verwüstet 1525, Neubau des Konventshauses 1657-80, Abtshaus 1700 ff., Erweiterung des Konventshauses 1730 ff., Brand 1802, Säkularisierung 1803, darauf Abtragung der Ruinen. Erhalten hat sich: eine Kap. vor dem Klostertor und ein Flügel des Konventsbaues (jetzt Brauerei). Die erstere frgot. 13. Jh., 1sch. mit 6 Kreuzgwbb., deren Kämpfer bis zur Fensterbank hinabreichen (ungefähr wie im Refektorium zu Heilsbronn), der Schluß 5rippig über 1/2kreisförmigem Gr. Die K. zeigt sich auf Abb. als sehr langgestreckte, platt geschlossene Anlage; Stilformen nicht erkennbar. Die Klosterbauten wetteiferten in Größe und Opulenz mit denen von Ebrach. Der erhaltene Flügel trägt am Giebel die Zahl 1792, die Formen zweifellos um oder vor M. 18. Jh.; wahrscheinlich von Balth. Neumann; Pläne desselben für Langheim in der Sammlung Eckart in Würzburg.
LANGHENNERSDORF. K. Sachsen AH Freiberg.
*Dorf-K.* 1530 got. mit einigen Resten aus 13. Jh. in der angebauten Wendelin-Kap. Turm im W querrck., Satteldach. Glasgemälde.
LANGULA. Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen.
*Dorf-K.* modern, reich geschmückter spgot. Taufstein.
LAUB. UFranken BA Gerolzhofen.
*Dorf-K.* Bedeutende überlebensgroße Sandsteinmadonna, stilistisch der Madonna im Würzburger Dom nahe verwandt; durch das Stifterwappen auf der Konsole datierbar auf ca. 1320.
LAUCHA. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
*Stadt-K.* 1479-96. Großer einheitlicher Bau, flachgedeckter Saal, aber vielleicht ursp. auf Gwbb. angelegt; gute Quadermauern und ringsum Strebepfll. WTurm über nach S und W offener Halle.
*Rathaus.* Renss., wohl jünger als die Wappentafel 1563. — *Stadtbefestigung* teilweise erhalten, am besten das Obertor.
LAUCHRÖDEN. Sachsen-Weimar VB Eisenach.
*Dorf-K.* A. 17. Jh. Der Turm steht abweichend von der Sitte der Gegend im W. Emporen und hölzernes Tonnengwb. — [Schnitzaltar jetzt in der Nikolai-K. in Eisenach.] Gedenktafeln 18.Jh. — Kemenate der v. Rotenhan mit Inschr. 1562, 1575. Hübsches Hoftor. Kamin.
LAUCHSTÄDT. Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
Allerlei bescheidene kleine Architekturen erinnern an die Zeit, als L. zu E. 18. Jh. ein besuchter Badeort war. Das unter Mitwirkung Goethes 1802 errichtete Sommertheater jetzt geschickt wiederhergestellt.
LAUDENBACH. UFranken BA Karlstadt.
*Dorf,* Kirche und Burgruine bildeten eine malerische Gruppe am hohen Mainufer.
*Pfarr-K.* Charakteristischer Juliusbau von 1613.
*Burg*. Bis 1291 hohenlohisch, dann hennebergisch und wertheimisch, im Bauernkrieg zerstört. 2 rom. Bergfriede, in z. T. kolossalen Quadern (1,50 m l., 0,50 m h.). — Nettes Schloß im Dorf einfach renss.
LAUENSTEIN. OFranken BA Teuschnitz.
*Burg.* Aus der 1. Bauperiode, vor der Zerstörung 1290, der Stumpf des Bergfrieds in ährenförmigem Verband und Teile der Ringmauer und die Torhalle. Aus E. 14. Jh. der sog. Orlamünder Bau (O). Der Hauptbau (N) 1551 bis 1554, von dem Meister von Rottweindorf; Innenraum mit Rippengwbb., Tafeldecken, stattlichem Kamin, geschnitztem Jagdfries, in der Kap. Fresken.
LAUENSTEIN. K.Sachsen AH Dippoldiswalde.
*Stadt-K.* Kleine Hallenkirche E. 15. Jh., Schiff nach Brand 1594 erneuert, System ähnlich Stadt-K. zu Pirna, Pfll. mit renss. Elementen. Altarbau aus Sandstein, zugleich als Epit. des Rudolf v. Bünau † 1609 und seiner Gemahlin Anna v. Schleinitz † 1591; großartiges, in 3 Stockwerken staffelförmig sich verengendes Gerüst von starken Sll., zwischen denen Reliefbilder; auf den Absätzen Freifiguren, zuunterst der kniende Stifter; das ebenso gediegen als prachtvoll durchgeführte Werk stilistisch aus niederländischen und italienischen Elementen gemischt, gehört zu den bedeutendsten seiner Art und Zeit in Deutschland. — Von demselben Künstler die große Moseskanzel und der Taufstein; Mäßigung der Architekturformen, Übergewicht der figürlichen Plastik. — Bünaukapelle (Erbbegräbnis) beg. 1609 von Lorentz Hornung, einem aus der Schule Nossenis hervorgegangenen Bildhauer in Pirna. Hauptstücke das Portal und das Epit. von 9 m H. und 5 m Br. Sandstein mit Heranziehung von Alabaster, Achat und Jaspis; sonst Verzicht auf Färbung und Vergoldung; virtuosenhafte Feinarbeit, zumal im Kostümlichen, ein Fortwirken jener niederländischen Tradition, deren bedeutendstes Beispiel das Grabmal des Kaisers Maximilian I. in Innsbruck ist.
*Burg.* Oft umgebaut, ihre Anlage wesentlich 15. Jh. Die glanzvollere Erneuerung und Ausschmückung durch Günther v. Bünau aus Bruchstücken zu ahnen.
LAUSA. K. Sachsen AH Dresden-N.
*Dorf-K.* einheitlich um 1650; gotisierende Erinnerungen noch nicht ganz vergessen. — Altar-Kanzel 1789. — Sandstein-Denkmäler 1632, 1688, 1738, 1759, 1762, 1768, 1787, 1805, 1808, 1810, 1817 — eine stilgeschichtlich bezeichnende Reihe. — *Pfarrhaus* um 1650.
LAUSIGK. K. Sachsen AH Borna.
*Stadt-K.* (Benedikt.-Priorat) gegr. 1105; in den Umfassungen völlig erhaltene 4achsige Pfeilerbasilika mit normalem kreuzf. Gr., keine Türme, sparsamste Formen; nur die Tür (W) hat flachgeritztes Blattornament im Charakter des 12. Jh,. und rck. Umrahmung mit Schachbrettfries, oben Bogenfries, am Gewände 1/4 Rundstäbe anstatt Sll.
LAUSKE. K. Sachsen AH Löbau.
*Schloß.* Umgebaut 1770 von Graf v. Breßler in einem an die ital. Renss. sich anlehnenden Klassizismus; bmkw. der runde Speisesaal mit kassettierter Kuppel. — Familienbildnisse und Möbel.
LAUSNITZ, s. Klosterlausnitz.
LAUSNITZ. Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.
*Dorf-K.* 1725; Kanzelbau und andere Ausstattungsstücke aus derselben Zeit.
LAUTER. UFranken BA Kissingen.
*Dorf-K.* 3/4 lebensgroße Steinmadonna E. 13. Jh., eine der allerschönsten der Epoche, wohl sicher vom Meister des Botenlaubengrabmals in Frauenroth und sehr wahrscheinlich von dort verschleppt (eine Zeitlang als Bildstock benutzt).
LAUTERBACH. K. Sachsen AH Marienberg.
*Dorf-K.* 2. H. 15. Jh. Aus dieser Zeit der bmkw. Dachstuhl (ein gleicher in Großrückerswalde). Guter Schnitzaltar A. 16. Jh. und Reste der Altarbekleidung. Kindergrabsteine 1585, 1586.
LAUTERBACH. K. Sachsen AH Großenhain.
*Schloß.* 18. Jh. Schöner Saal mit dekorativen Gemälden. Hübsches Gartenhaus um 1770.
LAWALDE. K. Sachsen AH Löbau.
*Dorf-K.* 1777 mit reizvoller Raumwirkung. Bmkw. Kirchhof, Torturm 17. Jh.
LEBIEN. Pr. Sachsen Kr. Torgau.
*Dorf-K.* rom., Raseneisenstein, rck. WTurm in Backstein, spgot. Netzgwb. — Kanzel, Altaraufsatz, Emporen renss. E. 16. Jh.
LEHESTEN. Sachsen-Weimar VB Apolda.
*Dorf-K.* 1683. — Schloß, ehemals Besitz des Deutschordens; Wasseranlage; Rundturm mit Eingang von 1551.
LEIDENHOFEN. RB Cassel Kr. Marburg.
*Dorf-K.* 1. H. 13. Jh. Flachgedecktes Sch. (etwa 12,5 : 9 m), schmucklose rundbg. Tür und vermauerte rundbg. Fenster, der Chor im Erdgeschoß des OTurms, kuppeliges Kreuzgwb. mit spitzen Bogenlinien.
LEIHA. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
*Dorf-K.* wesentlich in rom. Gestalt erhalten. Kleiner Saal mit eingezogenem Turmchor, rundbg. Portal an nördl. Langseite. Die bar. Ausstattung charaktervoll und gut.
LEIMBACH. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
*Schloß.* A. 17. Jh. mit dem Wappen der v. Butlar; gut erhalten.
LEIPZIG. K. Sachsen. Kr. Meiningen.
*Nikolai-K*. Älteste Pfarr-K. der Stadt; 1017 dem Bischof von Merseburg geschenkt; 1213 den Augustiner-Chorherren von St. Thomas untergeordnet. Etwa aus dieser Zeit der rom. WBau; Ziegelmauern mit Hausteingliederung; 4 breite Lisenen, an den Ecken mit Rundstäben und oben in Sägefries und Hohlkehle schließend; 2 vermauerte frgot. Fenster der alten Glockenstube, etwa M. 13. Jh., sonst alle Fenster aus späteren Umbauten; im 14. Jh. Auflösung des rck. Mauerkörpers in drei 8eckige Türme; 1555 durch Hieronymus Lotter der Mittelturm erhöht und mit einem Helm versehen, die Seitentürme mit Hauben gedeckt. Der 5/8 Chorschluß mit gestrecktem Vorchor vor 1400; aus gleicher Zeit die im NO anschließende Michaels-Kap.; die SOKap. 1467. Die Schiffe Umbau 1513 ff.; Halle von 3 Sch. und 5 Jochen. Die Ssch. durch Emporen erweitert, ähnlich wie in Schneeberg; 1555 Umbau des Turmes; nach dem 30j. Kriege umfassende Reparaturen; von der alten Ausstattung ist vieles beseitigt. [Die Gemälde im Museum, anderes in der Sammlung des Ver. f. Geschichte Leipzigs.] Kanzel spgot., sehr reich ornamentiert; jetzt in der Turmhalle. — 1784-97 eingreifende Umgestaltung des Innern durch Dauthe. Die spgot. Pfll. (8eckig mit konkaven Flächen) als antik kannelierte Sll. verkleidet; kein Kapitell, dafür über dem Astragal ein kühn geschwungener Kranz von Palmenwedeln — offenbar ein durch das got. Netzgwb. eingegebener Gedanke. — Altartisch, Leuchter und Taufstein aus Stuckmarmor zeigen den Zeitstil von seiner besten Seite. Die malerische Ausschmückung von Oeser. Schmerzensmann Stein ca. 1400.
*Thomas-K*. gegr. vor 1213 als K. des Augustiner-Chorherrenstiftes. Oft umgebaut. Der älteste Teil wohl die südl. Turmhalle, 14. Jh. Der gestreckte polyg. geschlossene Chor und die Sakristeien 15. Jh. Das Lhs. 1482-96 völlig neu aufgebaut von Claus Roder; 3 Sch. von gleicher Breite, 8 schmale Joche, schlanke 8eck. Pfll. Emporeneinbau 1570. — [Altar 1721 jetzt in der neuen Johannis-K.], bmkw. Taufstein 1614 von Georg Kriebel. [Der reiche und interessante hölzerne Deckel im Ver. f. Gesch. Leipzigs; ebenda der Fürstenstuhl von 1683, dessen Trophäenkrönung an die Befreiung Wiens aus der Türkengefahr erinnern soll.] Grabstein des Ritters Hermann v. Harras † 1451 (ausgeführt wohl einige Jahrzehnte später). Stein für Georg und Apollonia v. Wiedebach 1517, kniend von vorn, lebensvolle Figuren, vorzügliches spgot. Rankenwerk. — Großes Alabasterdenkmal der Familie Bachofen nach 1550 mit Weltgericht und Auferstehung. — Epitaph für Seb. Hillger † 1570, Messing mit Email. — Bronzeplatte für Nic. Selneccer † 1592, saubere Arbeit. — Denkmal des Joh. Jenitz 1593 in mehrfarbigem Marmor aus der Schule Nossenis. — Großes Hängeepitaph für Daniel Leicher † 1617; wohl von Georg Kriebel aus Magdeburg; die malerisch virtuos behandelten Alabasterreliefs in dreiteilig aufgebauter archit. Umrahmung; das Ornament in extravaganter Knorpelmanier. — Vortreffliche Sandsteinplatte für Georg Weinrich 1687. — Zahlreiche Superintendentenbilder, die 5 ältesten 1573-1617 von Johann de Perre.
*Pauliner-K*. (Universitäts-K.). Vom ältesten Bau (1221? 1231?) nichts erhalten außer ein paar Fundstücken. Die jetzige Gestalt durch drei Umbauten i. J. 1480 ff., 1519-21 und 1709-12. Als ursp. Kern erkennt man die normale Anlage einer Bettelordens-K.: Lhs. 3 Sch. und 7 Joche (45 m L.) und schmaler gestreckter Chor mit polyg. Schluß (29 m L.); im 16. Jh. hinzugefügt die Nebenchöre und im S des Lhs. ein zweites Nebenschiff. Von dem die ganze Breite der 3 Chöre einnehmenden Lettner nur geringe Reste erhalten. Das Lhs. Hallenkirche mit Netzgwbb. — Flügelaltar A. 16. Jh., die Teile zerstreut; im Mittelschrein die jetzt im Chor auf einer Konsole aufgestellte lebensgroße Figur des h. Paulus. — Von einem Nebenaltar stammen zwei wertvolle gemalte Tafeln des 14. Jh. — Holzstatue des h. Dominicus, sitzend, in Meditation (1,13 m hoch), eine künstlerisch hochbedeutende Arbeit um 1400, vielleicht von derselben Hand wie der Grabstein des Kanonikus Bruchterte im Dom zu Naumburg. — Holzstatue des Markgrafen Diezmann † 1307, im Stil Nachklang von Naumburg, weicher, manierierter, doch immer noch eine hochstehende Kunst. — Grabstein des Nickel Pflugk † 1482, hohes Relief in Sandstein. — Grabplatte der Herzogin Elisabeth von Sachsen † 1484, flaches Relief, interessant durch die Technik der getriebenen Bronze. — Schöner Grabstein mit der Reliefgestalt eines Unbekannten 1515. — Wandgrab des Lorenz v. Reutlingen 1528. — Desgl. des Caspar Börner 1547. — Drei Bronzeepitaphe von gleichartiger Behandlung: des _Christopher __ v. Kruschwitz_ † vor 1549, keine Figg., nur Inschr., Wappen und knappes ornamentales Beiwerk in frühen, noblen Renss.Formen (Meister NT, Gießer J. Behem); des Adam Moller 1549; des Dr. Joachim v. Kneitlingen 1553; drei Grabplatten der Familie Maw 1616-20, Sandstein, ganze Figg. in hohem Relief mit wenig Ornament, ehrlich und gründlich, zumal im Stofflichen musterhaft. — Hängeepitaph des B. Golnitz † 1635, Holzarchitektur mit Übergewicht des Figürlichen, wilde Sp.Renss. — Charakteristische Beispiele aufwandreicher und schwulstiger Barockkunst die Steindenkmäler des J. J. Pantzer von 1673 und des G. T. Schwendendörffer von 1685. — Mehrere Gedenktafeln in der Form von Ölgemälden, darunter bmkw. das der Familie Lawe 1548 von einem Cranachschüler. — »Lasset die Kindlein zu mir kommen« von L. Cranach d. Ä. — Die sehr stattlichen spgot. Klst.-Gebäude 1830 und 1893 abgebrochen; erhalten ein Teil der umfangreichen Wandmalereien (abgehoben, jetzt in der Univers.-Bibliothek, in der auch andere bmkw. Kunstwerke).
*Barfüßer-K*. (Franziskaner). Von dem 1239 beg. Klosterbau nichts erhalten. Die jetzige K. ist Umbau 1494-1504. 2sch. Halle. Die trennenden 4 Pfll. vielleicht Reste der alten NMauer; im S Erweiterung durch eine über dem Kreuzgang angeordnete Empore (wie in der Pauliner-K.). Nochmaliger Umbau 1698. Liturgisch bmkw. die Verlegung der Kanzel auf die Mitte der SSeite; gegenüber tiefe Emporen. Die Rest. 1879 und 1894 gotisierend.
[*Johannes-K.,* ursp. Kap. des Siechenhauses, 1582 in einfachen Formen erneuert, 1894 abgebr. mit Ausnahme des Turmes. Mobilien und Denkmäler erhalten. Bmkw. das Epitaph der Familien Meyer und Perger 1616, eine 3,8 m breite und bis zur Kirchendecke reichende Holzarchit. mit Knorpelornament, die Gemälde von Johann de Perre; Marmorepitaph des Andr. Winckler 1675, in der Mitte die lebensgroße Statue des Schmerzensmannes, hervorragende Barockarbeit. — Marmorepitaph des J. G. Sieber von 1680, Relief der Kreuzigung, wohl von Melchior Barthel. — Marmordenkmal für Ch. F. Gellert † 1769, einfacher Wandsarkophag mit den trauernden Genien der Tugend und Religion, das Reliefporträt des Dichters haltend. — Schöner Altar von 1721 (mit Christusstatue nach Thorwaldsen) aus der Thomas-K.]
*Johanneskirchhof*. Abteilung III 1680 eingerichtet. [Die schmiedeeisernen Gitter der Erbbegräbnisse z. T. im Kunstgewerbemuseum.] Charakteristische Grabmäler des 18. Jh.
*K. zu Eutritzsch,* stattl. 1sch. Dorf-K. mit polyg. Schluß und spgot. Netzgwb. — [Marienaltar, bäuerische Holzskulptur um 1400; wertvoller der Annenaltar und Erasmusaltar aus A. 16. Jh.; Museum des Altert.-Ver. in Dresden.]
*Paulinum* (Pauliner-, d. i. Dominikaner-Klst., später im Gebrauch der Universität). Nahm ursp. das ganze Dreieck zwischen Pauliner-K., der alten Stadtmauer und der heutigen Universitätsstraße ein. Die letzten Reste 1893 abgetragen. — Die Wandgemälde im Durchgang zur Paulinumsbibliothek (jetzt abgesägt) um 1511 ff. Von den Kollegiengebäuden der Universität hat sich nur erhalten: das Fürstenhaus, erb. 1558, wahrscheinlich von Paul Wiedemann, als Privathaus, seit 1648 der Universität gehörig. Die Fassade mit got. profilierten rck. Fenstern, Prunkstücke die runden zweistöckigen Erker.
*Rathaus,* 1556 ff. unter Leitung des Bürgermeisters Hieronymus Lotter von Sittich Pfretschner und Paul Wiedemann, 1907 vollständig, aber getreu im Sinne des alten Baues, umgebaut. In dem Neubau der Turm der im übrigen abgebrochenen Pleißenburg aufgenommen. — Der alte Bau gestreckt und niedrig, 92m lang, 19m tief. Nur 2 durch rck. Zwillingsfenster gegliederte Geschosse, hohes Dach mit je 7 dreigeschossigen, etwas reicher gegliederten Zwerchhäusern. Auf der Marktseite an Stelle des dritten Zwerchhauses ein 8eckiger Turm; in dessen Erdgeschoß ein Tor in feiner, wohlverstandener, jon. Ordnung (Paul Wiedemann). In verwandter Auffassung und von derselben Hand, doch in dor. Ordnung, die Tür im Hauptsaal; darüber Trompeterempore. Derberer Art der Erker am Salzgäßchen und das Tor am Naschmarkt. Drei Kamine in schwulstiger SpRenss. 1610. In der Ratsstube Bildnisse sächsischer Fürsten. [Die Bildnisse L. Cranachs an das Mus. der Bild. Künste, andere an die Stadtbibliothek, das Ratssilber an das Kunstgew.-Mus. abgegeben.]
*Börse,* 1678 von Christian Richter (?). Ein nicht großer, aber prächtiger Bau: Einziges Hauptgeschoß über niederem Unterbau. Die schmalen Mauerpfeiler zwischen den Fenstern mit jon. Pilastern besetzt, darauf holländisch-naturalistisches Laubwerk. Abschluß durch Balustrade. An der Schmalseite geräumige Freitreppe (im 19. Jh. erweitert). Das üppig schwere Stuckornament der Decke vom kurbrandenburgischen Hofmaurermeister Giov. Simonetti. Deckengemälde von Hans am Ende 1687.
*Wage,* 1555 und 1570.
*Fleischbänke,* um 1560, mit eigenartig dekoriertem Giebel.
Die *Nikolaischule,* 1568, umgebaut 1746, jetzt Hauptwache.
Die *Innungshäuser,* soweit erhalten, nur durch Bildnis- und sonstige Sammlungen von Interesse.
Verhältnismäßig arm an bedeutenden Monumentalbauten, besitzt Leipzig eine lehrreiche Folge von *Wohnhäusern* des 16.-18. Jh. Spgot. Reste: Burgstr. 19; Grimmaische Str. 5; Reichsstr. 4; Katharinenstr. 2, 4, 20 u. a. m. Renaissance: 1523 Markt 5 (die Fassade jetzt in den Hof versetzt); Auerbachs Hof, Durchgang von Grimmaische Str. 2 zu Neumarkt 14, mit Gemälden aus der Faustsage um 1615; Brühl 15 um 1540, Katharinenstr. 9 um 1550; Reichsstr. 21; Hainstr. 3 Webers Hof, um 1550, bmkw.; Katharinenstr. 26 um 1560; Reichsstr. 10 bez. 1605; Reichsstr. 6 Specks Hof um 1615, Gerbergasse 12 bez. 1690. — Gute Beispiele von Höfen mit Holzgalerien Katharinenstr. 4, Neuermarkt 26 bez. 1698, Reichsstr. 27. — Erker in reicher Holzschnitzerei: Katharinenstraße 21 um 1660; Katharinenstr. 20 um 1680; Grimmaische Str. 31 um 1670; Hainstr. 8 um 1680; Petersstr. 12 um 1680; Petersstr. 39 um 1690, einer der schönsten. — Fassaden unter holländischem Einfluß: Reichsstr. 8 Deutrichs Hof, Giebel um 1670, zweite sehr stattliche Fassade nach Nikolaistraße 15; Hainstr. 17 sehr charakteristisch; Brühl 21 unverletztes altes Geschäftshaus. — In deutschem Barock: Markt 17 von 1705, Markt 2 von 1707; Hainstr. 23, Bärmanns Hof mit sprenss. Portal; sehr stattlich, palastartig Katharinenstraße 31 vom Maurermeister Fuchs 1701-4; vom selben ebenda 23, wahrscheinlich auch ebenda 11 Fregesches Haus, und Markt 17 Hohmannsches Haus, der Höhepunkt des Leipziger Barocks; Katharinenstr. 16 von 1715 mit wohldurchdachtem Grundriß, das Detail der Fassade sehr manieriert. In Pöppelmanns Art von G. Werner Hohmanns Hof 1728 Petersstraße 15; vom selben Kochs Hof 1732 Markt 3; der Dresdner Richtung gehören ferner Ritterstr. 10; Neumarkt 12; Katharinenstr. 22; Reichsstr. 37 bez. 1720; Brühl 24 bez. 1735; Stiglitzens Hof Markt 13 und Klostergasse 6 um 1740; etwa gleichzeitig Neumarkt 18 mit ausgebildetem Mansardendache. — Rokokobauten: Katharinenstr. 27, das Portal im Grundgedanken noch barock; Markt 5 im Stil der Dresdener Bauten Longuelunes; Klostergasse 5 von 1740 mit barocken Nachklängen; Katharinenstr. 29 vornehmes Kaufmannshaus; Thomasgäßchen 5 und Petersstr. 22 mit Erkern. — Kleine Fleischergasse 4 das erste Kaffeehaus Sachsens (1694) hat darauf bezüglich über der Tür eine treffliche Hochreliefgruppe von etwa 1720.
Ehemalige *Landhäuser,* schloßartig: [Gerberstr. 2-4, 1742 für Kammerrat Richter, die Fassade in Knöffels Art; 1845 abgebr., Abb. im Inventar]; Schloß Gohlis, um 1750, ausgemalt von A. F. Oeser um 1780; Johannesgasse 6, um 1750, mit zwei bmkw. Statuen von Pierre Coudroy um 1780.
*Denkmal* des Kurfürsten Friedrich August III, auf dem Königsplatz, 1780 nach A. F. Oeser, Sockel von Dauthe.
*Stadtgeschichtliches Museum* im alten Rathaus.
LEISLAU. Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
*Dorf-K.* Einfache rom. Anlage, OTurm gut erhalten, Lhs. verbaut.
LEISNIG. K. Sachsen AH Döbeln.
*Stadt-K.* 2. H. 15. Jh., rest. nach Brand 1637 und 1882 in stilistisch älteren Formen. — Hallenkirche von 3 fast gleich breiten Schiffen und 4 Jochen, Chor 3 Joche in der Br. des Msch. und 5/10 Schluß. Pfll. 8seitig mit leicht konkaven Flächen, Gwbb. stern- und netzförmig, Fenster und Turm in charakteristischen Formen der Spätzeit des 15. Jh. — Hochaltar 1663 von J. Richter und V. Otte; der Aufbau setzt das spgot. Schema in Barockformen um (ca. 9 m h.). — Taufstein 1638 unbedeutend.
*Gottesacker-K*. S. Nikolai 1540 und 1674. — Schnitzaltar 1509. — Auf dem Fußboden zahlreiche Grabsteine. Wanddenkmäler 1592, 1671, 1708, 1725, 1727, letzteres an der äußeren WWand, durch Feinheit ausgezeichnet.
*Schloß Mildenstein*. Der älteste Teil die schlicht rom. Kapelle; Portal und darüber kreisf. Fenster gut erhalten, etwa 1. H. 12. Jh. Großer runder Turm unten in vorzüglichem Quaderwerk, oben Backstein. Die Wohngebäude 14. und 15. Jh. mit starken Veränderungen im 17. Jh.
Sammlung des Altertumsvereins.
LENGEFELD. Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
Rom. *Dorf-K*. Anlage wie in Hain.
LENGENFELD UNTERM STEIN. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
*Kath. K*. neu. Auf dem Altar flotte Bar.Plastik.
*Fachwerkhaus* 1619 aus Buchenholz.
LENGFURT. UFranken BA Marktheidenfeld.
*Pfarr-K.* 1612-13. Hochaltar gefälliger Baldachinaufbau aus der Zeit um 1780, die lebensgroßen Figg. in der Richtung P. Wagners. Auf dem linken Seitenaltar Elfenbeinkruzifix um 1730, Wiener Arbeit, in der Durchbildung des hageren Körpers von äußerster Feinheit und Delikatesse.
*Dreifaltigkeitssäule* am Markt, 1. H. 18. Jh., Aufbau aus Wolkenballen und Engelsköpfchen. Die Übertragung einer österreichischen Sitte nach Franken erklärt sich aus der Person des Stifters, des von hier gebürtigen Wiener Hofkammerrats v. Neuff.
LENGSFELD. Sachsen-Weimar VB Eisenach.
*Kirche* mit Benutzung eines Chors aus dem sp. Ma. erb. 1790, einheitlich klassizistische Ausstattung.
*Zwei Schlösser*. Am älteren mächtige Ruinenreste aus Ma.
LEUBA. K. Sachsen AH Zittau.
*Dorf-K.* neu. Zahlreiche Grabdenkmäler des 17. und 18. Jh.
*Schloß.* Stattlich schlichter Bau um 1700, für H. Chr. v. Schweinitz. LEUBACH. UFranken BA Mellrichstadt.
*Dorf-K.* Einheitlicher Bau von 1795 mit hübscher Fassade und Mittelturm. Ausstattung feine Rok.Altäre (aus Kloster Bildhausen stammend).
LEUBEN. K. Sachsen AH Dresden-N.
*Dorf-K.* neu; aus der alten Glasgemälde von 1512 und das schöne Denkmal des Hans Dehn v. Rotfelser (aus der Frauen-K. zu Dresden).
LEUBEN. K. Sachsen AH Oschatz.
*Schloß* um 1770, kleiner Bau von vornehmer Haltung; rok. Möbel, Porzellan, Bildnisse.
LEUBINGEN. Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.
*Dorf-K.*, quadr. Chor und Apsis rom.
LEUBNITZ. K. Sachsen AH Dresden-A.
*Dorf-K.* Der WTurm und der vordere Teil des Lhs. A. 15. Jh., der OTeil 1511, weitere Veränderungen 1705. Malerische Innenansicht. Die Felderdecke ausgemalt 1671 von Gottfr. Lucas; von demselben die Brüstungen der 3geschossigen Empore. Sandsteinaltar mit großfiguriger Plastik 1730 von J. B. Reinboth und J. Ch. Ebhardt. Sandsteinepitaphe 1573, 1609, 1726, hervorzuheben das undatierte des Hans Allnpeck d. J. in der Art der Walther.
LEUTENBERG. Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt.
*Stadt-K.* neuklassisch 1812. — *Friedhofs-Kap.,* geschnitzter sitzender Schmerzensmann aus 16. Jh. — Schloß *Friedensburg*, große unregelmäßige Anlage aus 15. und 17. Jh. in schlichtesten Bauformen mit umfangreicher Verwendung von Fachwerk. Einige Decken von italienischen Stuckatoren; die Dekoration des sog. Apfelzimmers unter holländischem Einfluß.
LEUTERSDORF. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
*Kirche,* rok. Ausstattung von 1758. 3 Geschosse Emporen auf geschnitzten Holzsäulen. Der WTurm hat auf ma. Unterbau 3 abgestufte Fachwerkgeschosse. — Der Friedhof mit starker Mauer, hohem Torturm und ungefähr 15 Gaden.
*Wirtshaus* Zur schwarzen Henne mit steinernem Unterbau des 16. Jh.
LEUTRA. Sachsen-Weimar VB Apolda.
*Dorf-K.* mit geradem Chorschluß, rom. und frgot. Einzelformen, stark verbaut.
LEUZENDORF. UFranken BA Ebern.
*Pfarr-K.* 1732 im Charakter des frühen Rok. Einheitliche Einrichtung, geschnitzte Holzepitaphien 1749 und 1781 in flotter Ausführung. — In der Sakristei gute Rok.Ornate um 1730. Malerisch gelegenes *Renss.Schlößchen* mit Wassergraben; innen Stuckdecken um 1750.
LICHTENAU. RB Cassel Kr. Witzenhausen.
*Stadt-K.* 1415. Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche. — *Stadtmauer* z. T. erhalten, u. a. bedachter Rundturm.
LICHTENBERG. OFranken BA Naila.
*Rathaus* 1560. — *Schloß* 1562, 1628 (Ruine).
LICHTENBURG. Pr. Sachsen Kr. Torgau.
*Schloß* renss. 3flügelig, im Hof stark vortretendes Risalit auf 3 Pfll. Schöne Portale. 3seitiger Neptunsbrunnen.
*Schloß-K*. 1600. 2sch. mit WEmpore.
LICHTENBURG. Sachsen-Weimar VB Dermbach.
*Burgruine.* Sitz fuldischer, dann hennebergischer Vögte; erst A. 19. Jh. verlassen und großenteils abgebrochen. Umfängliche Anlage mit doppeltem Mauerring. Gut erhalten nur der Bergfried. Die Kemenate bez. 1604, an der NSeite kleiner rom. Mauerrest.
LICHTENFELS. OFranken BAmtsstadt.
*Pfarr-K.* 1483 (Inschr.) ursp. 3sch. gewölbte Halle, jetzt durchgehende Flachdecke; eingezogener netzgewölbter Chor; Turm seitlich. — Außen am Turm spgot. Ölberg.
*Klosterlangheimer Hof,* jetzt Rathaus, 17. Jh. — Auf dem Markt S. *Florianssäule*. — Zwei stattliche ma. *Tortürme*.
LICHTENHAIN. Vorort von Jena Sachsen-Weimar.
*Kirche.* In der Anlage rom., Veränderungen got. und später. An der NWand außen Wandgemälde 14. Jh., Szenen aus dem Alten Testament.
LICHTENSTEIN. K. Sachsen AH Glauchau.
*Stadt-K.* 1781. Einfaches, bezeichnendes Beispiel der klassizistischen Richtung, dabei der traditionelle Charakter der protestantischen Predigtkirche gewahrt. Rck. mit abgerundeten Ecken, ringsum Emporen. — Altargemälde von Christ. Leberecht Vogel 1790.
*Schloß.* Infolge häufiger Veränderungen ohne archit. Bedeutung.
LICHTENSTEIN. UFranken BA Ebern.
*Burg.* Eine der stattlichsten Burgen im nordöstl. UFranken. Stammburg der Stein-Lichtenstein. Auf dem weithin sichtbaren Burgberg liegen 3 Höhenburgen nebeneinander; die östliche fast intakt erhalten mit starkem Torbau. Rom. Reste (12.-13. Jh.) enthält besonders die westl. Burg; die übrigen Bauten got. und später.
LICHTENTANNE. Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
*Dorf-K.*, wesentlich 18. Jh.; der 8eckige Turm über dem spgot. polyg. Chor. — Rest eines Schnitzaltars um 1500 aus einer »sehr guten oberfränkischen Schule«.
LICHTENWALDE. K. Sachsen AH Flöha.
*Schloß.* Aus dem rom. Bau ein Tympanon, Kampf eines Löwen mit einem Drachen, großartig stilisiert. — Großer Neubau für Graf v. Watzdorf, 1722-26; höchst stattliche Anlage bei einfacher Formbehandlung; berühmter, gut erhaltener Garten.
LIEBENGRÜN. Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück.
*Dorf-K.* 1718, das quadr. Altarhaus mit Turm auf ma. Grundlage. Die Malereien an Decke und Emporen Proben einer tiefstehenden dörflichen Kunst. — Bauernhäuser in Blockverband.
LIEBENSTEIN. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
*Burgruine.* Got. Palas in 3 Geschossen großenteils erhalten.
*Kirche* 1822 nach Idee eines antiken Theaters.
LIEBENWERDA. Pr. Sachsen Kreisstadt.
*Nikolai-K*. Weiträumige Saal-K. (ursp. got. 3sch. Hallenkirche). Turm neu (1903). Taufstein 1671.
*Rathaus* 1800. — *Schloß*. Vom got. Bau der mächtige Torturm (Lubwort) erhalten, quadr. mit rundem Aufsatz. — Amtsgericht 1579 und 1766.
LIEBSTADT. K. Sachsen AH Pirna.
*Stadt-K.* bez. 1499. 1sch. mit 8Eck-Chor; Holzdecke 1577. Die Portale ähnlich denen der Stadt-K. zu Pirna. — Altargemälde aus 15. Jh. (nicht Dirk Bouts) mit Umrahmung von 1673. — Ikon. Grabstein des Rudolf v. Bünau † 1615; des Pfarrers Jos. Simon † 1618 (vielleicht vom Meister des Kademannschen Epitaphs in Pirna).
*Schloß Kukukstein*. Malerisch über der Stadt gelegen. Im Ma. Besitz der Burggrafen von Dohna. Der untere Teil auf alten Substruktionen nach 1402, der obere 16. Jh. Das Innere 1726 ausgebaut. Gute Glasgemälde. Porträts u. a. von A. Graff.
LIEBSTEDT. Sachsen-Weimar VB Weimar.
*Schloß* (ehemals Komturei des Deutschordens). Was sich an Kunstformen erhalten hat, gehört der spätesten Gotik mit Hinneigung zur Renss.
LIMBACH. UFranken BA Haßfurt.
*Wallfahrts-K*. Großer Bar.Bau 1751-55. 1sch. mit Stichkappengwb. und ringsumlaufenden flachen Emporen. Nach Entwurf von Balth. Neumann. Bedeutende Raumdisposition, Behandlung trocken, Stuckdekoration sparsam. Großartiger Hochaltar von P. Wagner, um die freistehende Mensa eine 1/2kreisförmige Säulenstellung mit Baldachin. Gnadenbild. Madonna E. 15. Jh. Pietas A. 15. Jh. — Hübsche, charakteristische Dorfstraße.
LINDENHART. OFranken BA Pepnitz.
*Pfarr-K.* Chor got., übrigens 1684.
LINDENTAL. K. Sachsen AH Leipzig.
Stattliche Dorf-K. 1710. [Reste eines hervorragenden Schnitzaltars um 1510, jetzt im Altert.-Ver. in Dresden.]
LINDEWERRA. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
*Dorf-K.* (kath.) 1738. Spgot. Schnitzaltar mit Flügelgemälden.
LINDFLUR. UFranken BA Würzburg.
Evang. K. 1596, rest. 1782. — Epit. Wolfskeel 1562, das Ehepaar symmetrisch kniend vor dem Kruzifix, gut angeordnet und kraftvoll im Ausdruck; wohl vom Meister des Zobeldenkmals von 1558 im Würzburger Dom.
LIPPERSDORF. Sachsen-Altenburg LA Roda.
*Dorf-K.* 1630. Decke im Chor und Lhs. 1718 von Michael Zanck ausgemalt, 55 Szenen aus dem Alten und Neuen Testament in kleinen quadr. Feldern.
LIPPOLDSBERG. RB Cassel Kr. Hofgeismar.
*Kirche* des ehem. *Benedikt.-Nonnen-Klst*. Rom. 2. H. 12. Jh. Gwb.Basilika auf kreuzf. Gr. Chor 3sch. mit 3 Apsiden. Gebundenes System, im Chor 1, im Sch. 3 Doppeljoche. Den Raum zwischen dem WTurm und dem ersten Doppeljoch des Msch. nimmt die Nonnenempore ein. Die WJoche der Ssch. haben ein Obergeschoß, das durch eine kleine Tür mit der Nonnenempore in Verbindung steht. Die Arkaden des Schiffes werden von Pfll., die Empore von Sll. getragen. Alle Gwbb. grätig, verstärkt durch rck. Quer- und Schildgurten. Nur die Hauptpfll. und nur deren Mschiffsseite mit Vorlagen, kräftig rck., versehen, welche die 1/2kr. Schildbgg. aufnehmen. Die Quergurten ruhen auf Auskragungen. Die Zwischenpfll. an den Ecken ausgekehlt und mit dünnen eingelegten Säulchen; der sonst ungegliederte Arkadenbogen leicht abgefast. Das ganze System zeigt den Gewölbebau in einer noch sehr befangenen Auffassung. Sehr schlicht das Äußere, ohne Bg.Friese und Lisenen. Das größte Portal im südl. Ssch. Sein gerader Sturz, an dessen beiden Seiten die Wülste der Sockelgliederung mit kleinen Würfelknäufen endigen, ist sehr eigentümlich mit vertieften Kreisen und übereck gestellten Quadraten verziert. — Taufstein rom., sehr reich, besetzt mit 6 halbrunden Türmchen, in denen Figg. stehen, dazwischen figürliche Reliefs; stark verwittert.
LIPTITZ. K. Sachsen AH Oschatz.
*Dorf-K.* 1560. Flachgedecktes, nach O aus 8Eck geschlossenes Schiff. — Denkmäler des Hans und Dietrich v. Grünrode A. 17. Jh., Porträtfiguren von tüchtiger Charakteristik.
LISBERG. OFranken BA Bamberg II.
*Burg.* Gilt für eine der ältesten in Franken.
LISSEN. Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.
*Pfarr-K.*, im Ma. mit einem kleinen Mönchskonvent verbunden, verstümmelte kleine got. Basilika.
LITZENDORF. OFranken BA Bamberg.
*Pfarr-K.* 1715-1718 von L. Dientzenhofer. Saalbau. Die SSeite als Hauptschauseite; Pilaster und Gebälk dorisch; in der Mitte das in dieser Verwendung originelle Motiv einer großen durchgehenden Nische, in welcher das Portal.
LÖBAU. K. Sachsen Amtshauptstadt.
*Nikolai-K*. 1513 ff. Unregelmäßige Hallenkirche, im 18. Jh. stark verändert, rest. 1884. — Die reizvolle Inneneinrichtung fiel der Rest. zum Opfer. [Schnitzaltar ins Mus. zu Bautzen, die Denkmäler in das Rathaus übergeführt.]
*Johannis-K*. (Franziskaner). Spgot. Backsteinbau, oft rest. 1sch. Lhs., gestreckter Chor, seitlich von diesem schlanker Turm mit zierlicher 8eck. Krönung.
*H. Geist-K*. Einfacher Saalbau, spgot. mit bar. Veränderungen. Die Sakristei hat die von der Meißener Albrechtsburg bekannten tiefausgehöhlten Kappen.
*Kirchhof* der abgebrochenen Frauen-K. Grüfte und Denkmäler des 18. Jh.
*Rathaus.* Anständiger Bar.Bau nach 1711, Benutzung älterer Mauerteile. — *Wohnhäuser* des 18. Jh.
LOBEDA. Sachsen-Weimar VB Apolda.
*Stadt-K.* spgot. Chor mit Netzgwb., Lhs. mit Holztonne 1622. — Got. Kirchenstühle; Lesepult 1622; Kanzel 1556; sitzende Madonnenstatue spgot. In der Turmhalle spgot. Wandgemälde. Grabstein renss.
*Schloß* (sog. untere Lobdaburg, 15.-17. Jh.), unbedeutend.
LOBENSTEIN. Reuß j. L. LA Schleiz.
*Fürstl. Schloß,* A. 18. Jh., ganz einfach.
LÖBICHAU. Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
*Schloß* für Herzogin Dorothea von Kurland 1798, gutes Beispiel des neuklassischen Stils; die Einrichtung aus der Zeit der Befreiungskriege in seltener Einheitlichkeit erhalten.
LÖBSTEDT. Sachsen-Weimar. VB Apolda.
*Dorf-K.* Chor got., Sonstiges 1616 und 1712. Kanzelbau über dem Altar. — Schnitzaltar A. 16. Jh., gehört zu den besseren. — Bmkw. rom. Altarleuchter.
LOCKWITZ. K. Sachsen AH Dresden-A.
*Dorf-K.* Maßgebender Umbau 1670. In 3/8 geschlossener Saal mit 2geschossiger Empore, Kanzel und Altar aus derselben Zeit. Das Ganze ein bezeichnendes Stilbild. Schöner Kelch 1. H. 16. Jh.
LODERSLEBEN. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
*Dorf-K.* 1518. Herrschaftsstühle (im Chor) und Altarbau Musterstücke üppigen Barocks.
LÖFFELSTEIG. UFranken BA Schweinfurt.
*Dorf-K.* 1732 im Greising’schen Typus.
LOHMEN. K. Sachsen AH Pirna.
*Stadt-K.* 1786. Aus der Schule G. Bährs. Gr. 8eckig mit verlängerter westöstl. Achse; chorlos; Kanzel an der südl. Langseite, an der nördl. der ausgebaute Turm. — 3 Gemälde des alten Flügelaltars 1575. — *Schloß* 1524.
LOHR. UFranken BAmtsstadt.
*Pfarr-K.* Von der älteren rom. K. erhalten nur die Sakristei und ein merkwürdiges dekoratives Bruchstück, Arkatur mit Kleebogen, eingemauert an der nördl. Seitenwand. — Im übrigen got. Umbau, im Msch. die Arkaden rundbg. auf got. überarbeiteten Pfeilern, 6 Achsen, Decke flach. Sschiffe 1488 (Inschr.). Der Turm (W) von 1496, stattlich, auch im Stadtbilde von Wirkung. Der Chor war Grabgelege der 1559 ausgestorbenen Grafen v. Rieneck; 11 meist ansehnliche Bildnissteine sind noch vorhanden; hervorzuheben der des Thomas v. R. † 1431. Gut sind auch Reinhard † 1518 und Agnes † 1519. Die Tafel für Philipp v. R. † 1559 von P. Dell d. J. Die Lehnsleute und Beamten haben ihre Epitaphe im Schiff; die besten die der Elisabeth v. Lauter 1543, Friedrich v. Kerpen 1629 in der Richtung des M. Kern. — Taufstein 1488.
*Rathaus.* 1601. Got. und renss. Formen noch sehr naiv gemischt. Im Erdgeschoß ringsum große (ursp. offene) Blendarkaden, die Pfll. in ganz ma. Weise aus lebhaftem Wechsel von Hohlkehlen und Rundstäben. Die beiden Obergeschosse modern umgestaltet; regelmäßig verteilte breite 2teilige Fenster mit got. Profilierung. Die Treppe in einem vorgebauten polyg. Turm. Im Innern Vorplätze und Säle mit renss. Decken.
*Kurmainzisches Schloß,* jetzt kgl. Bezirksamt, mehrere schlanke Rundtürme zu einer originellen Gruppe verbunden, Nordflügel 1561, Südbau 17. Jh.
Mächtiger *Stadtturm* mit großem Gußerker (14. Jh.).
LOHRA. RB Cassel Kr. Marburg.
*Pfarr-K.* Übergangsstil 1. H. 13. Jh. Gewölbte Pfl.Basilika ohne Qsch. und Turm. Chor rck. Im Chor und Msch. spitzbg. Rippengwbb. Die Gwbb. der Ssch., wie Arkaden und Fenster rundbg. Bmkw. Orgel 1695.
LOHRA. RB Erfurt Kr. Hohenstein.
Bedeutende Burgruine. Ziemlich gut erhalten die rom. *Doppelkapelle*. Im Erdgeschoß tragen 4 Sll., davon 2 mit gewundener Kannelierung, 3×3 grätige, zwischen Gurten eingespannte Kreuzgwbb. Obergeschoß flachgedeckt; Altarhaus quadr.
LOHRHAUPTEN. RB Cassel Kr. Gelnhausen.
*Dorf-K.*, einfacher Saal von 1765, an die NSeite lehnt sich der ma. Turm (vgl. Wölfersheim), in dessen Erdgeschoß ehemals der Chor; die Fenster der Glockenstube mit frgot. (?) Teilung.
LOMMATZSCH. K. Sachsen AH Meißen.
*Pfarr-K.* Lhs. 1504-14 von Peter Ubrich von Pirna; als 3sch. Hallenkirche geplant, doch nur mit Holzdecke ausgeführt, neuerdings gewölbt. Ein sonderbares, künstlerisch nicht reizloses Bild gewährt der WBau; ein frgot. rck. Turm 14,3 m br., nur halb so tief, ohne Eingang (das jetzige Portal modern), wurde von Ubrich erhöht, um das steile Dach der Hallenkirche zu maskieren; abgewalmtes Satteldach, mit einer Gruppe von 3 Spitzhelmen bekrönt.
LOMNITZ. K. Sachsen AH Dresden-N.
*Dorf-K.* neu, spgot. Schnitzaltar.
LONNEWITZ. K. Sachsen AH Oschatz.
*Dorf-K.* Kleine rom. Anlage wie Laas. — Bäurischer Flügelaltar um 1510.
LORENZKIRCH. K. Sachsen AH Oschatz.
*Dorf-K.* Rom. Anlage wie in Laas und Lonnewitz, doch etwas größer als diese. An der Apsis Spuren eines Bogenfrieses: alle sonstigen Formen sind jüngere Umgestaltungen. — Denkmäler des 17. Jh.
LOSCHWITZ. K. Sachsen AH Dresden-N.
*Kirche* 1705 von George Bähr, verändert 1848. — Flachgedeckter Saal in länglichem 8Eck, umlaufende Emporen, Kanzel-Altar, Mansarddach mit Dachreiter, Formen sehr einfach. — Mehrere Gedächtnistafeln in Bronze. — Charakteristische *Wohnhäuser* E. 18. und A. 19. Jh.
LÖSSEN. Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
*Dorf-K.* mit angebl. wertvollem, doch schlecht erhaltenem Gemälde, bez. 1522 J. L.
LÖSSNITZ. K. Sachsen AH Schwarzenberg.
*Rathaus* 1606.
LÜCKENDORF. K. Sachsen AH Zittau.
*Pfarr-K.* 1690.
LUDWIGSCHORGAST. OFranken BA Stadtsteinach.
*Pfarr-K.* Der eingezogene quadr. Chor frgot., Lhs. spgot. Hallenkirche, ähnlich denen zu Marktschorgast und Kupferberg. — Schöner messingner Kronleuchter 1697.
LUDWIGSTADT. OFranken BA Teuschnitz.
*Pfarr-K.* 18. Jh., ältere Grabsteine.
*Marien-Kap.* (profaniert) frrom. Bruchsteinbau, rund mit 8 halbrunden Exedren. Die Anlage ähnelt der Kap. auf dem Marienberg in Würzburg und der karoling. Pfalzkap. in Altötting. Zur genaueren Altersbestimmung fehlen die Grundlagen.
LUDWIGSTEIN. RB Cassel Kr. Witzenhausen.
*Burg.* Nicht bedeutend, doch gut erhalten.
LUGAU. K. Sachsen AH Chemnitz.
*Kirche* neu. Bmkw. Reste von Plastik des fr. 16. Jh. Darunter ein großes Altarwerk bez. 1516, schon mit Fruchtschnüren der Renss.
LUNGWITZ. K. Sachsen AH Dippoldiswalde.
Wohlerhaltener *Landsitz* aus M. 16. Jh. 2 Flügel im rechten Winkel, Treppenturm, zahlreiche Giebel ergeben höchst malerische Gruppe bei einfacher Behandlung des Einzelnen.
LUPPA. K. Sachsen AH Oschatz.
*Dorf-K.* Rom. flachgedeckte Anlage der gewöhnlichen Art, doch von stattlichen Abmessungen; WTurm schmal rck. in gleicher Breite mit dem Sch.
LUSAN. Reuß j. L. LA Gera.
*Dorf-K.* Quadr. Chor mit 1/2-kr. Apsis romanisierend frgot., 1sch. Lhs. M. 16. Jh.
LÜTZEN. Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
*Stadt-K.* bez. 1488; 3sch., jetzt ohne Gwb.
M
MACHERN. K. Sachsen AH Grimma.
*Dorf-K.* spgot. 1615. — Zahlreiche Denkmäler, meist der Familie v. Lindenau.
*Schloß* 16.-18. Jh. Im Park (seit 1760) ein dorischer »Tempel der Hygieia« und eine »Ritterburg«, in welche manche alte Bruchstücke eingebaut sind.
MAGDALA. Sachsen-Weimar VB Weimar.
*Dorf-K.* des 14. Jh., große 1sch. Anlage, oft verändert. — Mehrere Gedenktafeln aus 17. Jh. Kanzelbau 1739.
*Rathaus* mit schönem renss. Portal 1571.
MAIBACH. UFranken BA Schweinfurt.
*Dorf-K.* nachgot. 1613-1617. Hochaltar klassiz. um 1780. Nebenaltäre schweres Rok. um 1750.
MAIDBRONN. UFranken BA Würzburg.
Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst*. Gegr. 1232, im Bauernkrieg beschädigt und noch im 16. Jh. aufgelöst. Der vorhandene, ziemlich kleine Bau frgot. E. 13. Jh. Am besten erhalten der platt geschl. rck. Chor. Über dem WBau mit flacher Nonnenempore ein kleiner Turm, eine fränkische Eigentümlichkeit der Cisterc.-Nonnen-K. (vgl. Himmelpforten bei Würzburg). — Auf dem bar. steinernen Hochaltar Steinrelief der Beweinung von Riemenschneider, nach 1520. Die Grabsteine liegen noch größtenteils im Pflaster des Lhs.
MAIENLUFT. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
Von der 1444 zerstörten *Burg* ist der sehr hohe Bergfried aus Quadersteinen gut erhalten.
MAINBERG. UFranken BA Schweinfurt.
*Dorf-K.* um 1486. 5/8 Chor mit Holzgwb., Lhs. teils gleichzeitig, teils 1686. Einrichtung spgot. und bar.
*Schloß* (ehem. Hennebergisch). Große giebelreiche Anlage um rechteck. Binnenhof. Nordtrakt um 1485-89, die übrigen Teile 16. Jh. mit Veränderungen im 18. und 19. Jh. In der netzgewölbten spgot. Kapelle drei weibl. Heilige, Stein, E. 15. Jh. Auf der Terrasse Steinfig. der Katharina v. Henneberg E. 15. Jh. und Grabstein des Wilh. v. H. † 1534. Kachelöfen 17. Jh. — Stattlicher Pflegamtshof um 1700 in der Art Greisings.
MAINBERNHEIM. UFranken BA Kitzingen.
*Pfarr-K.* 1732, Turm (N) in den unteren Geschossen 13. Jh. — Gutes Kreuzigungsrelief 1498.
Altertümliches Stadtbild, auch im einzelnen bmkw. *Wohnhäuser* (Herrenstr. no 87 prächtiger Hof mit Holzgalerien) und vollständig erhaltene *Befestigung* (21 Türme, teils halb-, teils vollrund). Am Obertor die Barockkrönung um ihres trefflich geführten Umrisses willen zu beachten. Vor der Stadt Friedhof mit Renss. Portal von 1546 und steinerner Freikanzel von 1816.
MAINROT. OFranken BA Lichtenfels.
*Kirche* 1680 in gutem deutschem Barock unter Einfluß der gleichzeitigen Bamberger Architektur.
*Rathaus* 1733. Mehrere *Häuser* in gut erhaltener Holzarchit. 17. und 18. Jh.
MAINSONDHEIM. UFranken BA Kitzingen.
*Pfarr-K.* nachgot. 1583. — Altäre um 1700, gute Kanzel mit Evangelistenreliefs, Stein, um 1583; ebenso der Taufstein. — 4 Bechtolsheimsche Grabmäler 18. Jh.
*Schloß* (seit 18. Jh. Frhr. v. Mauchenheim gen. Bechtolsheim, vorher Fuchs v. Dornheim). Sehr stattliche spgot. Anlage um 3eck. Innenhof, ausgebaut um 1727. Mehrere Zimmer mit schwerer Stuckdekoration bez. H 1628.
MAINSTOCKHEIM. UFranken BA Kitzingen.
*Pfarr-K.* 1717 mit got. Turm.
*Ebracher Klosterhof*. Schloßartige Anlage von 1624. Rck. mit Ecktürmen, reichgegliederte Renss.Giebel. Großartige Podesttreppe, vierarmig um 4 freistehende Pfll., gotisierende Maßwerkbrüstungen, zu oberst Rundbgg. Halle mit jon. Sll. — In mehreren architektonisch reich durchgeführten Terrassen geht der Hof in den Garten über, Anlage 1727, jetzt wüst.
MALITZSCHKENDORF. Pr. Sachsen Kr. Schweinitz.
*Dorf-K.* got. um 1300, Granitquaderbau.
MALSCHWITZ. K. Sachsen AH Bautzen.
*Dorf-K.* 1716. Feiner, zierlicher Kanzelaltar. — Bürgerliche Grabdenkmäler des 17. und besonders 18. Jh. in beträchtlicher Menge.
MANGERSREUTH. OFranken BA Kulmbach.
Wallfahrtskap. 1491 (Inschr.).
MANNSTEDT. Sachsen-Weimar VB Apolda.
*Dorf-K.* wesentlich 1744; hölzernes Tonnengwb., Emporen in 3 Rängen. Kanzelaltar.
MANSFELD. Pr. Sachsen Kreisstadt.
M. ist Name für drei getrennte Orte: 1. Schloß-M., 2. Tal-M. (Stadt), 3. Kloster-M. (Dorf).
*S. Georg*. Der oblonge WTurm in der Anlage und einigen formierten Details rom.; das 1sch. Lhs. und der polyg. Chor spgot. — 2 Schnitzaltäre; eherne Grabplatte des Grafen Reinhard v. Mansfeld † 1569; Wandgrab 1572; ein zweites, prunkvolleres 1712; Tafel mit dem Bildnis M. Luthers 1540.
*Schloß.* Schon im 11. Jh. vorhanden; die Abb. bei Merian zeigt einen großen Gebäudekomplex mit starken Mauern und Bastionen; jetzt Gemisch von Ruinen und modernen Wohngeb. — Gr. im Inv. Pr. Sachsen. — Eine stattliche Anlage, etwa um 1400, die Schloßkap. Sakramentsnische mit umfänglicher, einem Altarbau ähnlicher Umrahmung, Holzschnitzerei der Renss. Taufstein 1522. Schönes Epitaph 1525, dem Backofenschüler des Hallenser Doms nahestehend. — Zwei Türen zum Felsenkeller mit derb launigen Reliefs in den Bogenfeldern, Gott Bacchus und eine Zechgesellschaft; um 1530.
*Kloster-K*. Anlage des 11. Jh., jetzt Halbruine. Regelmäßige Kreuzbasilika; im Lhs., das als Summe von 2 Quadraten erscheint, Stützenwechsel. Würfelkapitelle, Bogenfriese, alles ähnlich den Kirchen des Nordharzes.
MARBACH. K. Sachsen AH Döbeln.
*Dorf-K.* 1770. Breiter WTurm M. 13. Jh., glatte, torlose Mauermasse, oben frgot. Schallöffnungen in 1 : 2 Achsen. [Schnitzaltar im Altert.-Ver. Dresden.]
MARBURG. RB Cassel Kreisstadt.
Elisabeth-K. Gegründet 14. Aug. 1235 als K. der Deutschordensniederlassung und zugleich als Wallfahrts-K. zu Ehren der h. Elisabeth † 1231. Die Franziskaner-Kap., in welcher deren Grab stand, mußte dem Neubau weichen; sie lag im Bereich des jetzigen nördl. Querarms. — Neben der Liebfrauen-K. in Trier ist die Elisabeth-K. der früheste Bau Deutschlands in einheitlicher und abgeklärt gotischer Gedankenentwicklung. Die in jüngster Zeit für Wetzlar und Haina erhobenen Prioritätsansprüche haben keinen genügend festen Grund. Jedenfalls hat der Meister seine Kunstanschauungen nicht dort, sondern in Frankreich selbst sich erworben, (in Soissons, Reims u. Cambray) wodurch er zugleich in nahe Schulverwandtschaft mit dem Meister der Trierer Liebfrauen-K. tritt. Die Art, wie er den neuen Stil anwendet, ist sehr selbständig. Der Sondercharakter des Planes besteht in der Verbindung eines im Hallensystem aufgebauten Langhauses mit einem streng zentralisierenden Ostbau. Das Problem des Zusammenschlusses dieser beiden Bestandteile ist jedoch nicht vollkommen harmonisch gelöst. Von der Vierung ausgehend, entwickeln sich der Chor und die Kreuzarme genau symmetrisch; jeder dieser Teile hat 1 schmales Rechteckjoch, dann ein Halbjoch, an das sich, mit gemeinschaftlichem Schlußstein, ein halbes 10Eck anschließt. Das Lhs. hat 6 Joche, den durch die Ostpartie vorgezeichneten Abmessungen entsprechend. Dadurch entstehen, abweichend von den westfälischen Hallenanlagen, für die Sschiffe sehr schmale Joche und enger Querschnitt. Eine weitere Folge ist, dass die Sschiffgewölbe wie auch die Scheidbögen gegen das Msch. bedeutend gestelzt werden mußten, um die gewollte Gleiche der Scheitelhöhe zu erreichen (formal eine empfindliche Härte, die von nun ab auf längere Zeit in der hessischen Schule die Regel blieb). Die Wände des Chors und Qsch. sind in 2 Fenstergeschosse geteilt (nach dem Vorbild von St. Léger in Soissons und St. Yved in Braisne) und diese Anordnung dann auch auf das Lhs. übertragen, wo sie mit dem Hallensystem in Widerspruch tritt. Die Fenster sind in beiden Reihen von gleicher Größe und Form und dank der Abwesenheit von Sschiffsdächern von geringem Abstand, so daß die Auflösung der Wand schon weit gediehen ist. Das Maßwerk ganz einfach, großer von 2 Spitzbgg. getragener Kreis, bei kräftigem Profil von trefflicher Wirkung. Die Pfll. kreisrund mit 4 Diensten besetzt, im Durchmesser gut zur Höhe gestimmt, weniger gut zu den sehr eng genommenen Arkadenöffnungen, wie denn überhaupt das Lhs. im Verhältnis zu der hohen Raumschönheit der Zentralpartie einen unfreien Eindruck macht. — Das Äußere ergibt sich in seiner Gliederung unmittelbar aus dem Innenbau, doch stört hier nichts mehr die Harmonie; die Komposition ist in hohem Grade klar, die Formensprache voll schlichter Kraft; sie beschränkt sich, wie im Gegensatz zum rom. Stil zu beachten ist, streng auf tektonische Formelemente; freies Ornament, wesentlich Laubwerk, kommt nur an den Portalen vor. Die Strebepfll. steigen senkrecht auf, um erst in der Höhe der oberen Fensterbögen einen starken Rücksprung zu machen; Wasserschläge, entsprechend den Hauptteilungen des Fenstersystems, gliedern sie; ihr oberer Abschluß ist wagerecht, mit dem Kranzgesimse verkröpft, so daß sich Raum zur Anlage von Wasserkesseln ergab, die ihren Inhalt durch einfache Speier entladen. Besonders wuchtig sind die Gesimse geraten, nicht nur das Kranzgesims, sondern auch die beiden Kaffgesimse; letztere vermögen dadurch zugleich als Umgänge (80 cm br.) zu dienen und es haben demgemäß die Strebepfll. Durchlässe erhalten. — Trotz der nur mittelgroßen Abmessungen (innere L. ohne Turmhalle 56 m, Br. des Langhauses 21,55, Querschiff 39, H. der Gewölbe 20,2) die Bauführung langsam. Der nördl. Kreuzarm beg. 1249, die zwei ersten Joche (von O gerechnet) beg. 1255, das Langhaus und der Unterbau der Türme bis zum ersten Gesims beendigt 1270, Wölbung der OTeile und feierliche Hauptweihe 1283. Fortführung und Vollendung der Türme 1314-60. In den Stilformen bis E. 13. Jh. wenig Wandel. Dagegen können wegen der Einheitlichkeit des Planes Zweifel nicht unterdrückt werden. Mehreres spräche dafür, daß ursp. ein Zentralbau geplant war: die Herrschaft der älteren Ritterorden, die Bestimmung als Grabkirche, der Schulzusammenhang mit Trier, die sehr erkennbaren Unsicherheiten im Anschluß der OTeile an die WTeile, besonders zwischen dem ersten und zweiten Joch. Wenn auch der OBau dem Bau in Haina m. E. vorangeht, so dürfte doch die Idee der Hallen-K. von dort entlehnt sein. — Die Fassade ist sehr einfach gehalten, wesentlich auf die ausdrucksvolle und harmonische Führung der großen Linien vertrauend. Wenig stimmt nur das von der Cölner Schule beeinflußte große mittlere Prachtfenster, noch weniger der überreich geschmückte westl. Staffelgiebel. Das WPortal gehört wohl der Bauzeit kurz nach 1270. Es ist besonders zu beachten, als eine von französischen Vorbildern unabhängige, die rom. Portalidee in got. Formen übersetzende Lösung. Die Portale der Langseiten (um 1255) noch rundbg. — Die Rest. M. 19. Jh. ist ohne feineres Stilgefühl durchgeführt und hat manche baugeschichtlich wichtige Einzelzüge verwischt. Ihr gehört u. a. der Dachreiter aus Zinkguß über der Vierung, an Stelle eines einfachen älteren, und die Umgestaltung der Dächer.
Ausstattung. Sie ist von seltener Vollständigkeit und Stileinheit. — Mausoleum der h. Elisabeth im nördl. Kreuzflügel. Der das Grab übersteigende steinerne Baldachin ist wohl erst um 1290 hierher versetzt und stand vermutlich früher über dem Hochaltar. Das Gemälde der Rückwand (Tod der Elisabeth) durch Übermalung des 19. Jh. entwertet. Der Sarkophag jetzt in der Sakristei, an der Vorderseite des Untersatzes Relief. — Hochaltar um 1290, in der Entwicklungsgeschichte des Altars ein wichtiges Dokument. Hinter der aus Steinplatten zusammengefügten Mensa erhebt sich eine Retabelwand; sie enthält 3 gleich hohe Nischen, darüber Wimperge und Fialen, letztere schon übereck gestellt; das Ornament von vollendetster Meißelarbeit; in den Nischen je 3 Statuetten; es scheint, daß die Nischen ursp. durch auf- und niederschiebbare Holztafeln, welche bemalt zu denken sind, verschlossen werden konnten; an der Rückwand Ansätze zu einem nicht ausgeführten Kreuzgwb., welches vermutlich den metallenen Reliquienschrein tragen sollte. — 4 Seitenaltäre an den östl. Querschiffswänden; Katharinen- und Elisabeth-Altar im NFlügel, Johannes- und Martins-Altar im SFlügel. Im 13. Jh. gestiftet, scheint ihr Retabelschmuck nicht zur Ausführung gekommen zu sein. Jetzt tragen sie mit Schnitzwerk gefüllte Schreine, auf den bemalten Flügeln bez. 1511, 1512, 1514. — Lettner unter dem westl. Vierungsbg. um 1330-40. An ihm ist vieles erneuert und verändert, namentlich die Mittelpartie über dem Laien-(Kreuz-)Altar, welche ursp. auf das Weltgericht bezügliche Figg. enthielt Der jetzt aus der Mitte aufsteigende hölzerne Bogen aus E. 13. Jh. gehörte zum alten Kreuzaltar; neben ihm ursp. die jetzt in die Sschiffe verwiesenen Kredenztische. Von Interesse die kleine Emporbühne an der Rückseite (welche 1860 den Restaurator Lange verleitet hat, nach dem Schiff zu eine Predigtkanzel auszubilden). — An der SSeite des Chors Celebrantenstuhl 2. H. 14. Jh., in Holz den Formen des Steinstils nachgehend. Die reizende Statue der h. Elisabeth aus sp. 15. Jh., die Nebenfigg. neu. — Hinter dem Hochaltar Piscina. — An der NSeite Wandtabernakel aus 15. Jh. — Unter der Vierung die _Chorstühle __ __ der Ritter_, einfach, E. 13. Jh. — Grabdenkmäler. Die Mehrzahl im südl. Kreuzflügel (»Landgrafenchor«) vereinigt, Aufstellung nicht ursp., die Tumben ganz oder überwiegend neu. I. östl. Reihe: 1. Konrad von Thüringen, Deutschordensmeister † 1241, Ausführung jünger; 2. Aleydis † nach 1333 und ihr kleiner Sohn; 3. Heinrich † 1308 (früher irrig für eine Frau gehalten!) und sein Sohn Heinrich † nach 1297; 4. Johannes † 1311; 5. Ludwig I. † 1458, ausgeführt 1471. II. Westl. Reihe: 6. Ludwig II. † 1471, ausgeführt 1478, und Mechthild 1495; 7. Heinrich III. † 1484; 8. Wilhelm II. † 1509, unter der von Arkaden getragenen Platte der von Schlangen benagte Leichnam; 9. Heinrich und Elisabeth, Kinder Hermanns des Gelehrten. Am Chorschluß Margarethe von Nürnberg. Die künstlerisch bedeutendsten sind Nr. 3 und 4, ausgeführt ca. 1315-30 von demselben ausgezeichneten, in Frankreich gebildeten Meister, dem das Stifterdenkmal in Cappenberg (Westfalen) und das Ravensbergdenkmal in Bielefeld gehört. Zu beachten ist, daß Landgraf Otto, in dessen Zeit die Ausführung fällt, die Tochter des in Bielefeld bestatteten Grafen von Ravensberg zur Gemahlin hatte. — Die an der Wand aufgestellten Grabsteine ohne Bedeutung. — Von den in diesem Bauteil aufgehängten Trauerschilden, Wappen, Fahnen ist nur ein kleiner Teil erhalten; bmkw. die Schilde Konrads und Heinrichs aus 13. Jh. — Im nördl. Kreuzflügel 3 gravierte und niellierte Platten des Hans von Dörnberg und seiner zwei Frauen, E. 15. Jh. — Ornamentale Gewölbemalerei im Chor spgot. — Glasmalerei. Jetzt nur in den Chorfenstern zusammengestellt aus den Teilen einer ursprünglich größeren Folge. Das nordöstl. und südöstl. Fenster der oberen Reihe 2. V. 14. Jh. Alles übrige noch 13. Jh. Genauere Zeitbestimmung nicht leicht. Haseloff entschied sich für Beginn bald nach 1249. Der Stil würde dieser Datierung nicht widersprechen, allein es ist sehr fraglich, ob die Bauführung damals schon weit genug vorbereitet war. Sicher ist aber der Stilcharakter unfranzösisch, aus der byzantinisierenden Epoche der deutschen Monumentalmalerei zu erklären. Kunstwert vom Besten. Ikonographisch besonders interessant die Szenen aus dem Leben der h. Elisabeth. — Schrein der h. Elisabeth in der Sakristei, rck. Kasten mit steilem Dach, Material vergoldetes Kupfer, Statuetten Christi, Maria, der hl. Elisabeth u. der zwölf Apostel, am Dach Reliefs aus dem Leben der hl. Elisabeth, der Schmuck der Perlen und Edelsteine von den Franzosen 1810 gestohlen; zu den allervorzüglichsten Exemplaren der Gattung gehörend. Kruzifix auf dem Kirchhof südl. vom Chor 16. Jh.
*Dominikaner-K*. (Universitäts-K.) A. 14. Jh. Unsymmetrische Hallenkirche, Rundpfll. mit runden Gesimsen, flache Decke. Die Strebepfll. an der SSeite wegen des anstoßenden Kreuzgangs nach innen gezogen. Der gestreckte aus 8 Eck geschlossene Chor höher als das Sch.
*Barfüßer-Klst*. zur Bibliothek umgebaut.
*Karner* bei der Pfarr-K. Gr. Rck. Im Erdgeschoß 2 frgot. Kreuzgwbb. Das höhere Obergeschoß, eine ursp. flachgedeckte Kap., 1684 als Pfarrwohnung umgestaltet.
*S. Kilians-Kap*. 1sch. rom. Gwb.-Bau, 1584 als Speicher eingerichtet, jezt Schule.
*Kugel-K.* Gest. 1477 für die Brüder vom gemeinsamen Leben, gew. 1482. 1sch. mit 7 Joch und Schluß aus 8 Eck. Reiches Netzgwb. mit ursp. Bemalung. Großes Sakramentstabernakel um 1482 (von gleicher Hand wie das Fritzlarer). — Das Fraterhaus rck. mit 3 Stockwerken, einfach spgot.
*Gottesacker-Kap. S. Michael*. Einfach frgot.
*Luth. Marien-Pfarr-K*. Chor gew. 1297, Sch. gew. 1356, Turm 1447-1473. Hallenkirche mit gestrecktem aus 8 Eck geschlossenem Chor. Letzterer hat nach innen gezogene, keilförmige, an der Stirn mit starken Diensten besetzte Strebepfll. Die Fenster in jüngerer Zeit überarbeitet. Das Äußere des Lhs. verhältnismäßig reich. Im S ein Doppelportal, das mit dem darüber befindlichen 6teiligen Fenster ein Ganzes bildet. Die Streben mit Blenden und Kragsteinen für (jetzt fehlende) Statuen. Das Dachsims reich gegliedert. Der Turm hat mächtige ins Kreuz gestellte Streben, Abschluß mit Gruppen größerer und kleinerer Fialen, Zinnenkränzen, schlankem von 4 Holzgiebeln umgebenem Holzhelm. Altaraufsatz 1625 mit vielen Alabasterskulpturen, letztere mit Zusätzen nach 1667. Messingtaufkessel um 1590. Wandtabernakel um 1350 mit Stifterwappen, 2 Prophetenhalbfiguren, Weinrebenumrahmung, Zinnenkrönung 2-1/2 m hoch. Das schmiedeeiserne Gitter 1503. Wandgrab des Landgrafen Ludwig III. † 1604 und seiner Gemahlin Hedwig von Württemberg † 1590, lebensgroße Bildnisfigg. in Alabaster, reiche architektonische Umrahmung. — Desgleichen für Ludwig IV. † 1626 und Magdalena v. Brandenburg † 1616, errichtet
1628, dem vorigen in der Anlage ähnlich. Schöne Abschlußgitter 1592 und 1831.
*Siechenhaus-Kap*. Einfach got. E. 13. bis A. 14. Jh.
*Rathaus.* 1512-24. Bruchstein auf rck. Grundriß, hoher 3stöckiger Aufbau mit Staffelgiebeln. Die Langseitfassade erhält einen kräftigen Akzent durch den Treppenturm mit originellem Renss.-Aufsatz 1586. Sehr fein die Nebenakzente der Erkertürmchen an den Ecken. Ein hübsches Detail die spgot. Tür mit Relief der h. Elisabeth von Ludwig Jupe 1524. Getäfelter Saal.
*Fürstl. Kanzlei* (Regierungsgebäude). Einfacher Renss.Bau von 1575.
*Deutsches Haus*. Der nur teilweise erhaltene und wechselnden Zwecken adaptierte Gebäudekomplex (jetzt zum Teil für Universitätsinstitute) bildet die Umgebung der Elisabeth-K., früher mit einer hohen Mauer klösterlich abgeschlossen. Seit der Aufhebung des Ordens 1809 wieder gefallen. Erhalten ist, jedoch nicht unverändert, das älteste Bruderhaus mit dem vorgekragten Chorerker der Hauskapelle im Übergangsstil. Als Komturwohnung der spgot. Bau mit Treppengiebel und Erker. Ausgedehnt waren die landwirtschaftlichen Gebäude, davon erhalten der Fruchtspeicher von 1515 und die Mühle von 1513.
*Wohnhäuser*. Ecke Marktplatz und Steingasse, got. um 1580. Nikolaistr. 133 spgot., am steilen Walmdach 5 polygone hölzerne Türmchen mit Spitzhelmen. Ecke Markt und Wettergasse 296 stattliches Haus des Vizekanzlers Vultejus um 1600, Erdgeschoß spgot. Mehrere gute Fachwerkhäuser und Portale der Sp.Gotik und Renss.
*Schloß.* Großenteils 13.-15. Jh. Drei Flügel sind so geordnet, daß sie einen schmalen trapezoiden Hof zwischen sich lassen. Der Verteidigungszweck wog nicht ausschließlich vor, so daß einem großartigen Saalbau (voll. 1311) und einer ansehnlichen Kapelle (gew. 1288) Raum gegeben wurde. Diese beiden Bauten sind das Bedeutsamste, was die deutsche Schloßarchitektur der früheren Gotik im Sinne des Kunstbaues geleistet hat. Der Saalbau hat über dem hohen Keller zwei Hauptgeschosse. An der gegen den Abhang liegenden W- und NSeite ist er durch starke Wandpfll. verstrebt, die sich an den Ecken turmartig verstärken und über dem Dachgesims in freistehende 8eckige Türmchen mit Wendeltreppen auslaufen. (Die Spitzdächer neu, vorher welsche Häubchen.) In der Mitte der NSeite ein Risalit mit Staffelgiebel. Künstlerisch der wichtigste Bestandteil ist der das ganze Obergeschoß einnehmende sogenannte Rittersaal (33,5 l., 14 br., 7,8 h.). Seine Anlage nahe verwandt derjenigen der Klosterrefektorien. Eine mittlere Reihe von 4 Pfll. teilt den Raum in 2 Sch., die von 2 × 5 quadr. Gwbb. überspannt werden. Die kräftigen, unter sich gleichen Rippen (im Profil geschärfter Rundstab, begleitet von 2 sehr kleinen Kehlen; ähnlich im Schloß Rauschenberg) wachsen ohne Vermittelung durch Kaptt., nur durch ganz kleine Kragsteine im Ansatz markiert, aus den Kanten der 8eckigen Pfll. heraus, welche demgemäß übereck gestellt sind. An den Wänden einfache Kragsteine. Die mit Laub geschmückten Schlußsteine sind das einzige Ornament. Der räumliche Rhythmus erhält seinen Charakter durch die tiefe Lage der Kämpferpunkte (2,6 m über Boden bei 7,8 Scheitelhöhe). An jeder Schildwand je 2 enge zusammengerückte 2teilige Fenster, mit einer oberen kreisförmigen Öffnung Gruppe bildend, alle 3 von spitzbg. Blende eingerahmt (also verglichen mit der Elisabeth-K. eine Rückbildung des Maßwerks). — Die 3 in den Saal führenden Türen wurden 1572 mit üppigem Renss. Täfelwerk umkleidet (neuerdings durch C. Schäfer willkürlich verändert, der auch den großen Renss.Kamin durch einen neugot. ersetzte). — Kapelle. Zweistöckig, mit größter Raumausnutzung den engen Ortsverhältnissen angepaßt. Die eigentliche Kap. im Obergeschoß. Der Gr. verschmilzt in eigenartiger Weise longitudinale und zentrale Anlage. An ein mittleres querrechteckiges Kreuzgwb. schließen sich im O und W symmetrisch Gwbb. aus 5 Seiten des 8Ecks, im N und S flache, trapezförmig sich verengende Nischen, für die der Raum durch erkerartigen Ausbau über der stärkeren Mauermasse des Unterbaues gewonnen ist. Aus dem östl. Polygon führt ein Durchgang in die über dem Burgtor liegende Sakristei. Die Durchbildung des Innern gibt den stilgeschichtlichen Moment des Überganges von der Frügotik zur Hochgotik in klassischer Formenreinheit. Der Meister steht zu der Schule der Elisabeth-K. in keiner näheren Beziehung. Von Einzelheiten sind hervorzuheben die schlanken, mit abgebrochenen Laubbüscheln besteckten Dienstkaptt. und die eigenartige Zeichnung des Maßwerks, in dem Kleeblattbgg. mit mehrfach gebrochenem Vierpaß verschmolzen werden. Fußbodenmosaik aus farbig glasierten Tonplättchen. Die Polychromie des 15. (16.?) Jh. wurde durch C. Schäfer entfernt und durch schematische Quadermuster ersetzt, nur ein kolossaler S. Christoph whgest. Am Äußern Strebepfll. von 3eck. Gr., auf dem Rücksprung des Unterbaues ruhend. Der letztere hat im Innern zwei rippenlose Kreuzgwbb.; der Gebrauchszweck des Raumes ist nicht überliefert. 1572 ihm vorgelegt eine Renss.Laube, die zur malerischen Belebung des Schloßbildes günstig beiträgt. — Der südl. und westl. Flügel wurde in den 60er und 70er Jahren des 16. Jh. renss. verändert. — Abgesondert steht der neue Bau, 1489 ff. — Von der Schloßbefestigung, die noch im 18. Jh. das ganze Plateau umfaßte, sind einige Türme erhalten; dazu die bis zur Kugelkirche reichende Verbindungsmauer mit der Stadtbefestigung.
MARGETSHÖCHHEIM. UFranken BA Würzburg.
*Dorf-K.* OTurm und OTeil des Lhs. um 1300, Erweiterung nach W 1614, Juliuswappen.
MARGRETENHAUN. RB Cassel Kr. Fulda.
*Dorf-K.* Chor und Turm (N) 1487, Sch. 1781.
MARIABUCHEN. UFranken BA Lohr.
*Wallfahrts-K*. E. des 17. Jh. Im Innern rest. Trockene, harte Architektur unter Einfluß Petrinis.
MARIABURGHAUSEN. UFranken BA Haßfurt.
*Cisterc.-Nonnen-Klst.-K*. (Vallis s. Crucis), 1243 aus Kreuztal hierher verlegt. Langsame Bauausführung E. 13. bis M. 14. Jh. Typische, schmale langgestreckte 1sch. Anlage, 10 m br., 50 m l., turmlos. Die WHälfte flachgedeckt, mit Nonnenempore auf gewölbter Halle (sog. Gruft) (3 Sch., 7 Joche), die OHälfte mit Kreuzgwb. auf Konsolen und 5/8-Schluß. Die die beiden Abteilungen trennende Scheidemauer reichte ursp. bis zu den Gwb.Kämpfern, 2 Türen führen schiffwärts auf eine flache Empore. — Hochaltar streng bar. A. 18. Jh. Auf einem Seitenaltar (um 1750) reizende Madonna, Holz, E. 15. Jh. Von den Grabsteinen interessant der des Heinrich v. Seinsheim † 1345. [Reste von Altarplastik des 15. Jh. in der Universitätssammlung Würzburg.] — Klostergebäude. Erhalten zwei Flügel aus 17. Jh.
MARIA-EHRENBERG. UFranken BA Brückenau.
*Wallfahrts-K*. 1666, erweitert 1732.
MARIASONDHEIM s. Arnstein.
MARIENBERG. K. Sachsen Amtshauptstadt.
*Stadt-K. S. Marien.* 1558-64, rest. nach Brand 1616; 3sch. Hallenkirche 25,6 : 43,3 m; der östl. Abschluß unregelmäßig 5seitig; an den Gwbb. spgot. Rippendurchsteckungen. — Am Altaraufbau von 1617 großes Gemälde des Hofmalers Kilian Fabritius, manieristisch gewandt.
*Hospital-K*. Flügelaltar aus der Schule Wolgemuts.
*Rathaus* 1533-39; der Plan aus Halle, von Joh. Hofmann, wohl einem Verwandten des Nickel Hofmann; das Portal in tüchtiger, etwas derber Renss. ohne got. Reminiszenzen; sonst hat das Gebäude durch Brände gelitten.
*Haus* Markt Nr. 338, fr. Renss. Portal 1530; ein anderes Zschopauer Straße Nr. 447 und Markt Nr. 104.
MARIENSTERN. K. Sachsen AH Kamenz.
*Cisterc.-Nonnen-Klst*. Gegr. 1248. Die K. zeigt keine Formen, die über E. 13. Jh. zurückgehen. Rck. Hallenbau von 7 Jochen, das südl. Ssch. unten zum Kreuzgang gezogen, oben als Empore, welche das Klst. mit dem 2 WJoche einnehmenden Nonnenchor verbindet. Ausnehmend schlanke 8eck. Pfll., ohne Kaptt., mit dem Gewölbefuß durch Konsölchen verbunden. Ähnlich schlicht der übrige Formencharakter, wenn auch vereinzelt etwas Schmuck auftritt, z. B. Laubkränze an den Schlußsteinen. Die Fenster 2pfostig und mit kleinlichem, dürrem Maßwerk. Die WFassade bar. übergangen.
Hochaltar 1751 von Franz Lauermann aus Prag; seine 4 Kolossalstatuen 1889 in den Kreuzgang verbannt und durch neue ersetzt. Ebenso wurde mit der Kanzel und den Nebenaltären verfahren. 2 spgot. Nebenaltäre, nicht übel, aber auch nicht hervorragend. An der OWand Glasgemälde ca. 1370-80. — Kreuzgang in der Ausführung der K. vorausgegangen, bald nach 1250. Sehr einfach. Große fensterartige Öffnungen. Die Gwbb. auf Konsolen. — Aus E. 17. Jh. das Haus der Äbtissin, 1731 der neue Konvent; geräumig, in der Behandlung anspruchslos. — Bar.Plastik: 12 Statuen auf der Brüstung des Kirchgangs, Mariensäule 1720, Dreifaltigkeitssäule 1723, Kruzifix und schmerzhafte Mutter 1725; vermutlich von Jäkel aus Prag. — Im Schatz ein interessanter überaus reicher rom. Speisekelch nach 1250 und 2 gotische. Kaselkreuz in Reliefstickerei um 1530. — Denkmäler: Bronzene Grabplatten für Bernhard v. Kamenz 1380 und Heinrich v. Kamenz, Bischof von Meißen † 1629, beide um 1629. Sandsteinerne Bildnisplatten für Äbtissinnen 1664, 1697, 1710.
MARIENTAL. K. Sachsen AH Zittau.
*Cisterc.-Nonnen-Klst*. gegr. um 1230. Neubau 1685 mit Benutzung wesentlicher alter Teile. — In der K. großer Crucifixus und anmutiges Selbdritt, um 1515. — Brunnen um 1700. — Stationsberg mit kolossaler Kreuzigungsgruppe 1728. — Auf dem Kirchhof bmkw. Bildnissteine der Äbtissinnen.
MARIENWEIHER. OFranken BA Stadtsteinach.
*Pfarr-K.* Einfacher Barockbau (für Franziskaner) 1717, der Turm 1742 (Balth. Neumann zu Rate gezogen). Rck. mit eingezogenem Chor und 1/2kr. Schluß. Decke und Wand reich stuckiert, im Scheitel 6 größere Gemälde. Klassizist. Hochaltar mit Gnadenbild von ca. 1480. Nebenaltäre 1770. Regina coeli 1695. Grabstein einer Gräfin von Hohenzollern 1416. Außen Kreuzigungsgruppe um 1520-30 — Auf einer Anhöhe gelegen, bietet die K. nach allen Seiten ein wirkungsvolles Bild. Die Flachtonne um 1720 reich stuckiert. WTurm um 1745.
MARISFELD. Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
*Pfarr-K.* Anlage die typische des Ma.: 1sch. mit eingezogenem Turmchor; der letztere 1497, das Lhs. 1711 erneuert. — *Pfarrhaus*. Fachwerkbau M. 17. Jh. — Schloß. 1663 erneuert, Rck. mit 4 Ecktürmen, geschweifte Kuppeldächer. Hofportal reich geschmückt, doch von roher Arbeit. Stuckdecke 1670.
MARKERSDORF. K. Sachsen AH Rochlitz.
*Dorf-K.* sprom., wenig verändert. Glocke 13.-14. Jh. [Altarwerk von Jak. Müller im Museum des Sächsischen Altert. Ver. in Dresden.]
MARKRÖLITZ. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
*Dorf-K.* Großenteils Neubau 1694. Bmkw. Epitaph für Friedrich und Margaretha von Burkersroda († 1570, 1582) bez. HK; von derselben Hand (der man auch in Freyburg und Zorbau begegnet) der reiche und geschmackvolle Taufstein von 1599.
MARKSUHL. Sachsen-Weimar VB Eisenach.
*Kirche* 1667, 1sch., mit hölzernem Tonnengwb. 2 Geschosse Emporen auf geschnitzten Rundsäulen. Gerader Chor mit Kreuzgwb. Geschnitzte Kanzel, ehemals auf einer Figur des Moses stehend; diese jetzt im Thüringer Museum zu Eisenach. Turmspitze mit 4 Eck-Türmen.
*Schloß* (zeitweise Residenz einer sächs. Herzogslinie) 1583, mit guten Sandsteinskulpturen. 1. Über den Fenstern 9 Köpfe, 2. Unter den beiden Eckerkern je eine männliche Halbfigur als Konsol. 3. Reiches Portal des Treppenturms. 4. Portal des Hofes mit schöner Bekrönung. Der Treppenturm hat oben 3 Geschosse aus Holzfachwerk, sehr gut. Die Hoffassade z. T. ebenfalls aus schönem Holzfachwerk. Im 1. Stock die ehemaligen Jagdzimmer mit rok. Stuckdecken.
*Wohnhäuser* mit Holzschnitzerei 17.-18. Jh. Nr. 39, 121, 132.
MARKTBREIT. UFranken BA Kitzingen.
*Prot. Pfarr-K*. Stattlicher frgot. Chorturm. An Stelle des angebauten spgot. 5/8 Chors ursp. eine Apsis. Lhs. wiederholt erweitert. Inneneinrichtung mit Felderdecke und Emporen, behaglich malerisch. A. 18. Jh. — Eine Reihe tüchtiger Bildnisgrabsteine. Hervorzuheben Fr. v. Seinsheim † 1500 mit den Insignien des Schwanenordens und das energisch aufgefaßte Doppelepitaph für Wilh. v. Hohenrechberg. Außen Wolf Eckhardt 1555 bez. W.E. — Unter den Glocken die älteste mit Alphabet in got. Minuskeln 13. bis 14. Jh.
*Friedhof* vor der Stadt. Angelegt 1566 (vgl. den gleichzeitigen in Mainbernheim). Unter den hölzernen Arkaden lange Reihe von Bildnisepitaphen der Renss.
*Rathaus* beg. 1579 (rest. 1908). Gelegen hart an der Stadtmauer. Die kraftvolle Giebelfassade gruppiert sich mit dem Maintor (ao. 1600), die Rückfassade mit dem »schwarzen Turm« zu prächtigen Architekturbildern. Im 2. Geschoß große Diele mit stimmungsvoller Holzarchitektur. Getäfelte Ratsstube; desgleichen das Rundgemach des obersten Geschosses.
Seinsheimsches *Schloß* (Amtsgericht) 1580. — Unter den Wohnhäusern einige von vornehmer Haltung, besonders die symmetrisch zueinander angelegten Erkerfassaden am Eingang der Schusterstraße, E. 17. und A. 18.Jh., auch bmkw. Inneneinrichtung. Gegenüber dem Amtsgericht schöner *Fachwerkbau* 1607 und *Mainkran* 1773. Auch von außen gesehen ist das Stadtbild von großem Reiz. Der Mauerring (1529-50) großenteils erhalten. Die hohen schlanken Rundtürme teils mit spgot., teils mit bar. Dächern.
MARKTHEIDENFELD. UFranken BAmtsstadt.
*Pfarr-K.* 1613. — Hübsches *Bürgerhaus* (Kaufhaus Flasch) 1745, die Fenster mit reichen spbar. Sandsteinumrahmungen, die innere Dekoration im Stiegenhaus und Saal gut erhalten.
MARKTLEUGAST. OFranken BA Stadtsteinach.
*Pfarr-K.* Got. Polygonalchor, Lhs. und WTurm 1768, Flachdecke mit eleganter aber sparsamer Stuckierung.
MARKTSCHORGAST. OFranken BA Berneck.
*Dorf-K.* spgot., 2 sch. Hallenbau (symmetrisch?).
MARKTSTETT. UFranken BA Kitzingen.
*Pfarr-K.* einheitlich nachgot. 1623. Ausstattung des fr. 18.Jh.; — Kirchhofsmauer mit Zehntscheuern. — Wohnhaus Herrenstr. Nr. 144, sehr hübsche Anlage 1750.
MARKTZEULN. OFranken BA Lichtenfels.
*Pfarr-K.* Chor got., Lhs. 1701, Dekoration 1760.
*Rathaus* mit Stiegenturm 1588. Holzhäuser, 16. und 17. Jh. in guter Erhaltung. [An Haus 53 Überreste aus Klst. Langheim]
MARKWERBEN. Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.
*Dorf-K.* ursp. rom. mit Chorturm.
MARTINFELD. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
*Dorf-K.* (kath.) 1723, mit hübscher geschieferter Turmkrönung. Der schöne Stuckmarmoraltar aus dem ehemaligen Klst. Beuren. Schnitzrelief von einem älteren Altar A. 16. Jh. — Stattliche *Edelsitze* (v. Bodungen) 1580 und 1611.
MARTINSKIRCHEN. Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
*Dorf-K.* Den Kern bildet eine rom. Anlage, 1sch. mit westl. Querturm und eingezogenem Altarbau. Die Wände des letzteren 1699 durchbrochen und Flügel angelegt. Chor spgot. Rest. 1904. — Mehrere bar. Grabsteine.
*Schloß* 1754 für Graf Fr. W. v. Brühl (Bruder des bekannten Ministers). Hufeisenanlage. Formen in feinem, mäßig reichem Rok. Die innere Einteilung ist ungestört geblieben, auch die Ausstattung gut erhalten und anziehend.
MASSENBUCH. UFranken BA Gemünden.
*Pfarr-K.* 1702. Gutes Hochaltarblatt von Nikolaus Treu 1776. Über dem WEingang rom. Tympanon (11. Jh.?) eingemauert; angeblich aus Schönrain.
MAUA. Sachsen-Weimar VB Apolda.
*Dorf-K.* 18. Jh. mit got. Chor. Schnitzaltar aus derselben ausgezeichneten Altenburger Werkstatt, aus welcher der Altar von 1498 in Arnstadt und der in Großlöbichau.
MAUERSCHEDL bei Mellrichstadt UFranken.
Kleine 1sch. *Kirche* mit östl. Chorturm, 11.-12. Jh. An die etwa gleichzeitige starke Kirchhofsmauer lehnen sich 23 *Zellen* aus etwa 14. Jh., wahrscheinlich eine Schutzanlage für das schon 1424 nicht mehr bestehende Dorf Bischofs. Die Grundmauern 1903 ausgegraben.
MAXEN. K. Sachsen AH Pirna.
*Dorf-K.* gegr. 13. Jh., jetzt formlos. — Wertvolles Altarwerk aus Sandstein mit figürlichen Reliefs, 1558. Auf dem Kirchboden gute Holzplastik.
*Schloß* mit reizvollem Architekturstück aus der Fr.Renss. Anbau 1727.
MECKENRIED. UFranken BA Haßfurt.
*Dorf-K.* 17. und 18. Jh., der OTurm in der Anlage aus Ma. — Mobilien E. 17. und A. 18. Jh.
*Friedhofs-Kap*. 18. Jh., mit sprom. Chor und Torturm des ehemals befestigten Friedhofes. — Bildstöcke bar.
MECKFELD. Sachsen-Altenburg Kr. Roda.
*Dorf-K.* Schnitzaltar bez. 1500, vom »Meister der Baldachine«.
MEEDER. Sachsen-Coburg LA Coburg.
*Dorf-K.* Der turmtragende rom. Chor ist, wie öfter vorkommt, durch eine geräumige spgot. Erweiterung in die Mitte gerückt (vgl. aus der Nachbarschaft Groß-Wallbur); ungewöhnlich die reiche und gut erhaltene Ausbildung mit Lisenen, Gesimsen und Bogenfriesen; die große Stärke der nördl. und südl. Mauer läßt den Turm außen oblong erscheinen; auf das dritte rom. Geschoß folgt eines aus beschiefertem Fachwerk mit 2 Helmen von 1652. Das stattliche Lhs. 1723. — Reiches Sternberg-Rosenbergsches Wandgrab 1576. — *Herrenhaus* (jetzt Gasthaus) 17. Jh., Reste der alten, reichen Stuckdekoration.
MEERANE. K. Sachsen AH Glauchau.
*Stadt-K.* Wesentlich 1503 mit späteren Umbauten; rom. der zwischen Schiff und Chor stehende Turm. Reste eines großen Altarwerks von Jak. Müller in Altenburg 1506.
MEERHOLZ. RB Cassel Kr. Gelnhausen.
Isenburgisches *Schloß,* 1564 aus einem Prämonstr.-Nonnenklst. umgebaut; hat großenteils seinen alten Charakter verloren. Der SFlügel enthält die *Pfarr-K.,* an den Fenstern entartetes Fischblasenmaßwerk. — Neben dem Gemeindehaus ein alter *Wartturm.*
MEINEWEH. Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.
Verbaute spgot. Dorf-K. Prachtvolles vorzüglich gearbeitetes Alabasterepitaph des Günther v. Bünau † 1706.
MEININGEN. Hauptstadt von Sachsen-Meiningen.
*Stadt-K.* Sie wirkt nach der eingreifenden und willkürlichen Rest. 1884-89 fast wie ein Neubau. 1. Unter der jetzigen K. die Fundamente einer rom. Basilika. Von ihr ist über der Erde erhalten der nördl. Fassadenturm bis zur Firsthöhe des Kirchendaches; die rom. stilisierten Fenster erst von 1884 (vorher got. veränderte); die 8eckigen Obergeschosse und der runde Treppenturm von 1594. Der STurm 1884 ganz erneuert, das got. WPortal durch ein pseudorom. ersetzt. Rom. Zierstücke in der Bibliothek der K. Rom. Fußbodenfliesen im Museum. Rom. Türklopfer an der inneren WTür. 2. Aus got. Zeit (1443-55) erhalten der 5/8 Chor. Das Lhs. (vorher got.) ganz neu. — Von den Grabdenkmälern nur ein kleiner Teil wieder aufgestellt. Interessanter Wappenstein des Hans Volker 1425. Bildnissteine des Stadtschultheißen Lorenz Reps † 1563, des Hans Phil. Schenk zu Schweinsberg 1567, des Matth. v. Hönningen 1576, der Ottilie v. Hönningen 1574. Die späteren in Epitaphform. — Älteste Glocke M. 14. Jh.
*Residenzschloß* (der Name Elisabethenburg neu). Ältester Teil der 1511 durch Lorenz von Bibra, Bischof von Würzburg, erbaute NFlügel; stark neugot. verändert. Das neue Schloß 1682. Auch dieses modern umgebaut, mit Erhaltung einiger Innenräume in Bar., Rok. und Neoantik. Hervorragend die bar. Stuckdecke des Riesensaals von J. N. Bestheimer unter Leitung des Römers Alessandro Rossini. — Im SFlügel die Schloß-K. 1682-92, mit Stuckdecke, schöner Kanzel und Herzogsloge. Kanzel in Stuckmarmor rok. Flügelgemälde eines ehemaligen Altars, fränkisch um 1510. — Reiche Kunstsammlung. Die Gobelins ehemals im Schloß Ichtershausen. Porzellan aus Klst. Veilsdorf.
Im Hennebergischen Haus die Kunst- und Altertumssammlungen des Hennebergischen Geschichtsvereins. An der Fassade Relieftafel von 1603 aus der Schloßkapelle zu Ellingshausen. Auf dem Friedhof treffliches Grabrelief des Reinhard von Wechmar 1488. Im Englischen Garten künstliche Ruinen 1793.
Teil der ma. *Ringmauer* hinter der Burggasse.
MEISSEN. K. Sachsen. Amtshauptstadt.
*Dom und Schloß*. Beide bilden zusammen einen geschlossenen 3eck. Baukomplex in prachtvoller Lage auf einem ringsum freien Felsen über der Elbe. Der Dom ist in seinen OTeilen mit der Umgebung verwachsen, das Lhs. springt frei in den Hof vor, so daß die Fassade dem Ankömmling als erster Haupteindruck entgegentritt. Durch den A. 20. Jh. ausgeführten Zubau zweier Türme (von Carl Schäfer) das historische Bild wesentlich verändert.
*Dom*. Frgot. Anlage aus M. 13. Jh., langsam fortgebaut unter mehrfachem Wechsel der Bauidee, zuletzt späteste Gotik. 1. Dem ersten Plan gehört der Gr. mit Ausnahme der beiden Chöre; in ihm leben noch rom. Reminiszenzen; das Qsch. aus 3 Quadraten; die WTürme über die Fluchtlinie der Ssch. vorspringend; beides erinnert an Magdeburg. Am Ende des 13. Jh. waren fertig: das Qsch. das erste Joch des Chors mit Sechskappengwb., das erste (östl.) Joch des Lhs., die Türme bis zu 12,3 m H. und wohl noch weitere Teile des Lhs., deren (z. T. schon geformtes) Material im Umbau des 14. Jh. Verwendung fand. Sicher als Basilika begonnen (vgl. außer der Gestaltung des ersten Joches die Spuren der ursp. Dachlinie an der anstoßenden Querschiffswand). Außen am südl. Kreuzflügel schöne frgot. Giebeldekoration. 2. Die 8eckige Johanneskap, (urkundl. 1291, die Inschrift unecht), gelegen im SWWinkel des Qsch.; 2geschossig; das Obergeschoß ursp. freiliegend; in der formalen Durchbildung das beste am ganzen Dom (neben dem Lettner), Fenster aus 15. resp. 19. Jh. — 3. Hallenmäßiger Umbau des Lhs. ca. 1300-1380; der Aufbau des 1. Jochs geschont in der Weise, daß nach Ausbrechung des Oberfensters hinter diesem eine Empore angelegt wurde; Verlängerung des Chors; zum Schluß der SOTurm, sein durchbrochener Helm wohl noch jünger. — 4. Von den um 1400 weitergeführten WTürmen nur das zierliche Reliefmaßwerk unter dem 2. Gurtgesims erhalten; aus derselben Zeit das große (jetzt innere) WPortal in akademisch nüchternem Prunk. — 5. Um 1420-30 wurde vor dieses Portal die Fürstenkapelle gesetzt, in der Gestalt eines Chors von 3 Jochen und 3/8 Schluß; letzte Phase der Hochgotik, die trocken zierliche Behandlung ähnlich der Schloßkap, zu Altenburg. — 6. Seit 1479 das hohe Fenstergeschoß des WBaus, wohl von Arnold v. Westfalen, dem Erbauer der Albrechtsburg; es sollte den (durch den Übergang zum Hallensystem massig vergrößerten) Giebel des Lhs. maskieren; wie der obere Abschluß beabsichtigt war, ist nicht mehr ersichtlich; in der 1. H. des 16. Jh. trug er 3 (wohl hölzerne) Helme, die 1547 abbrannten. Durch den 1904 begonnenen Ausbau steinerner Doppeltürme wird der überlieferte Charakter der Fassade wie das ganze Baubild des Domberges völlig verändert. — 7. Sakristei ca. 1500-1506. — 8. Begräbniskap. Georg des Bärtigen 1534.
Inneres. — Lettner frgot. 2. H. 13. Jh. Das Laubornament, an die Naumburger Schule anschließend, ersten Ranges; aus derselben Zeit die steinerne Rückwand der Chorherrensitze; die Balustrade und die seitliche Erweiterung des Lettners nach 1350; die einst ca. 50 Altäre des Doms großenteils verschwunden; einer in der Dorf-K. zu Boritz. — Hochaltar. Gemaltes Triptychon mit Anbetung der Könige, ca. 1520. Der Meister des singulären, sehr hervorragenden Werkes steht der niederländischen Kunst nahe (jedenfalls nicht A. Dürer!). — Lettneraltar, unter Einfluß Cranachs; eher von diesem selbst das Triptychon mit dem Schmerzensmann in der S. Georgskap, bez. 1534. — Im Stirnfenster des Chorhaupts Glasgemälde aus 13. Jh. — Sakramentshäuschen mit Tabernakel ca. 1506. — Chorstühle unter steinernen Baldachinen E. 13. Jh. — An der OWand des Qsch. Spuren von Wandgemälden des 14. Jh., Jüngstes Gericht. — Kanzel 2. H. 16. Jh. — Statuen aus 2. H. 13. Jh.: a) an der Wand des Chors ein Fürstenpaar, traditionell Kaiser Otto I. und Kaiserin Adelheid, wohl als Anfang einer Stifterreihe gedacht, nach dem Muster Naumburgs, wohin auch der Stil weist; gegenüber Johannes und Donatus; b) aus derselben Werkstatt die 3 Statuen der Johanneskap., tüchtige und anziehende Arbeiten. — Aus A. 15. Jh. der massenhafte Schmuck des WPortals in einer fleißigen kleinlichen Manier; besser das südl. Seitenportal. — Die Gräber der Fürstenkap. In der Mitte Tumba des Stifters, Friedrichs des Streitbaren † 1428, ausgeführt ca. 1430-40; der Tote vollplastisch auf einem Brokatteppich, das Kurschwert in der Hand, an den Langseiten 24 kleine gravierte Figuren, Klagemänner und Wappenhalter; Werkstatt nicht nachzuweisen. Ringsum die ehernen Grabplatten von 9 weiteren Mitgliedern des sächsischen Hauses. Diese sämtlich aus der _Vischer_schen Werkstatt in Nürnberg. Sigismund von Sachsen, Bischof von Würzburg † 1472, Flachrelief; 1472 lebte noch Hermann V. und war Peter V. noch nicht zwanzig Jahre alt; bei der großen Ähnlichkeit mit der 1496 verfertigten Platte des B. Job. Rot in Breslau wird die Entstehung später anzusetzen sein. Dagegen könnte das Denkmal Kurfürst Friedrich des Guten † 1464, gravierte Platte (gleich allen folgenden), und die in der Kirche befindliche Platte des B. Kaspar v. Schönberg † 1463 von Hermann V. herrühren. Von Peter Kurfürst Ernst † 1486 und die in der Kirche befindliche Gedenktafel für den Domherrn Heinrich Strecker † 1486. Seinem Sohne Hermann d. J. werden von Buchner zugeschrieben: Albrecht der Beherzte † 1500, Amalie von Bayern † 1502, Sidonie † 1510, Friedrich † 1510; sie gehören zum Besten, was auf diesem Gebiete in Deutschland je geleistet worden. Erheblich geringer Friedrich II. und Johann, ausgeführt um 1540 (von derselben Hand Barbara in in der Georgenkap.). — Grabplatten im Langhause: Bischof Dietrich III. von Schönberg † 1472, im Charakter der _Vischer_schen Werkstatt; Sandsteinplatte des Bischofs Johann V. von Weißenbach † 1487; Hochreliefplatte (Epitaph) für denselben, Bronzeguß aus einer sächsisch-thüringischen Werkstatt, aus der im Naumburger Dom die Platten für Dietrich von Schönberg und Andreas von Könritz. — Georgenkapelle: Triptychon von L. Cranach. Marmorrelief der Grablegung, ausgezeichnete Arbeit um 1530. Bronzereliefplatte Herzog Georgs † 1539, gravierte Platte der Herzogin Barbara † 1534.
Kreuzgang. Sehr klein, im Winkel zwischen dem Chor und südl. Quersch. Der älteste Teil der nördl. Flügel und Maria-Magdalena-Kap. vor 1274; die übrigen Flügel 1491.
*Schloß.* Der Hauptbau (seit 1676 »Albrechtsburg« genannt) erbaut 1471 bis ca. 1485 von Arnold von Westfalen (Westveling). Epochemachend in der Geschichte der deutschen Burgarchitektur, die hier im Begriff ist, in den Palast überzugehen. Innere Raumeinteilung nach einheitlichem Plan, in jedem Stockwerk (Keller und 3 Wohngeschosse) alle Räume in gleicher Höhenlage. Bezeichnend für den Meister ist die Enthaltsamkeit im Ornament. Die kunstvoll figurierten Gwbb. haben nur im 1. Geschoß Rippen, in den folgenden scharfgratige tiefbuchtige Zellen. Die sehr großen Fenster verzichten auf Maßwerk, als oberer Abschluß ist der seither in der sächsischen Schule sehr verbreitete Vorhangbogen eingeführt. Andere für die Folgezeit wichtige Motive: die Dacherker des letzten Geschosses und die große in einem Turmgehäuse aus der Fassade vorspringende Wendeltreppe. Höchst originell die Konstruktion: die Widerlager nach innen gezogen, so daß sich tiefe, wie Erker erscheinende Nischen bilden; die Mauerstärken von unten nach oben zunehmend, offenbar um den Schub der Gewölbe durch senkrechte Belastung aufzuheben (ein Gedanke, der im Obergeschoß der Domfassade wiederkehrt). Die Fassade entbehrt der senkrechten Teilungslinien, dafür betonen Gurtgesimse die Bedeutung der Stockwerkgliederung. Also in vielen und wichtigen Punkten Abkehr von der eigentlich got. Weise. Der Ornamentlosigkeit hält die Wage eine mit Bewußtsein geübte (im älteren Schloßbau bloß zufällig zustande kommende) malerische Kontrastierung der Massen. — Die an einigen Bauteilen, Wappensaal des NAusbaues und Ausschmückung des großen Wendelsteins, sich zeigende Einmischung von Renaissanceformen geht auf Jakob von Schweinfurt ca. 1525-30.
*S. Afra,* gegr. um 1030 als Pfarr-K., seit 1205 Chorherrenstift, durchgreifender Umbau seit 1295. Flachgedeckte Basilika in schlichtesten got. Formen, der 1sch. gerade schließende Chor in gleicher L. mit dem Msch. des Lhs. Die Sakristei Überrest eines rom. Baus (etwa E. 12. Jh.). Um 1390-1400 das südl. Ssch. und der Chor erhöht. Konventsgebäude nach 1600. — Hölzerne Kanzel 1657. Grabsteine des 16. und 17. Jh. in der v. Schleinitzschen Grabkapelle.
*Franziskaner-K*. (jetzt Stadtmuseum). Erster Bau 1266-72, zweiter (jetziger) 1447-57. Erhalten das Lhs., eine hohe kreuzgewölbte 3sch. Hallenkirche, Msch. doppelt so breit wie die Ssch., abgekantet quadratische Pfll. Der Kreuzgang greift in das südl. Ssch. ein.
*Frauen-K*. Umbau nach Brand 1447, von O nach W fortschreitend. Hallenkirche mit 1sch. Chor aus 1 Quadrat und 5/8 Schluß; Netzgwb.; in die Ecke zum südl. Ssch. eine Kap. eingebaut, deren Obergeschoß eine Sängertribüne trägt. Das Lhs. mit breiterem Msch. durch Emporen verstellt. Mächtiger WTurm, letztes Geschoß Oktogon mit rundbg. Blendarkaden, ehemals hohes Spitzdach. Msch. und Chor unter gemeinschaftlichem Dach, an den Ssch. quergestellte Dächer über jedem Joch. — Kirchhofstor gut renss. — In der Sakristei Tafelbild 1496.
*Johannes-K*. und *Jakobs-Kap*. unbedeutend und jetzt profaniert.
*Martins-K.,* kleiner rom. Bau im Typus der Dorf-K. Das 1sch. flachgedeckte Gemeindehaus, der desgl. Chor und die 1/2kr. Apsis folgen sich in staffelförmiger Einziehung. Einfache Tür an der SSeite in Formen aus A. 13. Jh. Aufgedeckte Wandgemälde aus 13. Jh. (Totentanz?!) 1900 wieder überstrichen.
*Nikolai-K.* War eine rom. Anlage ähnlich der Martins-K., in got. Zeit umgebaut. Sehr beschädigte Wandgemälde 13. Jh. Interessantes gemaltes Triptychon.
*S. Wolfgang,* Begräbniskap. im Meisetal, in der Art _Arnolds __ __ von Westfalen_, origineller Gr. mit 2 aus dem 8 Eck gebildeten Apsiden am rck. Schiff.
*Rathaus* stattlich spgot. seit 1479.
*Kornhaus* 1520-24 von Meister Jakob von Schweinfurt. — Haus gegenüber dem SEingang des Doms 1526; wohl von demselben; letztes Kämpfen der Got. gegen die Renss. — Auch in der Stadt einige alte Häuser zu beachten, z. B. das Hirschhaus mit gutem Renss.Portal.
MELKENDORF. OFranken BA Kulmbach.
*Pfarr-K.* Got. Hausteinbau E. 16. Jh. Chor im OTurm. Stukkierte Flachdecke um 1730. Außen am Eingang zur Sakristei 2 sprom. Säulenkaptt. eingemauert.
MELKERS. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
*Dorf-K.* 1687. In allen Teilen Fachwerk. Über der Front niedriger Aufbau als Ersatz des Turmes. Ausstattung aus der Erbauungszeit.
MELLINGEN. Sachsen-Weimar VB Weimar.
Große *Dorf-K*. 1669. Stattlicher Kanzelbau 1. H. 18. Jh. — Hölzernes Brunnenhaus 1667. — Dorflinde mit Steintisch.
MELLNAU. RB Cassel Kr. Marburg.
*Burgruine,* erbaut um 1250; aus dieser Zeit der hohe Rundturm.
MELLRICHSTADT. UFranken BAmtsstadt
*Pfarr-K.* Der allein interessante Teil ist der östl.; frgot. mit rom. Nachklängen. Nach 1250. Ein rck. geschlossener Chor wird flankiert von 2 mächtigen Türmen (nur der nördl. ausgebaut). Ihr Erdgeschoß bildet Nebenchöre, die sich sowohl gegen den Hauptchor als gegen die Ssch. in einer spitzbogigen Arkade öffnen. Leibung ungegliedert. Kämpfer mit rom. Profil. Rippenkreuzgwb. mit Laubwerkkonsolen in den Ostecken. Die zwei Kreuzgwbb., das erste zwischen den beiden Türmen rck., das andere quadratisch, hatten früher wohl auch Rippengwbb., wofür die in der SWEcke des Chores erhaltene Konsole spricht. Der rom. Kämpfer deutet auf einen ehemaligen breiten Trennungsgurt hin. Das Äußere zeigt sich als massiger Quaderbau mit spärlichen Zierformen. Jede der drei freiliegenden Chorseiten hat 2 hohe Fenster (mit späterem Maßwerk), in der Mitte und an den Ecken Strebepfll. Giebelabschluß und Rundseiten mit Spitzbogenfries. Turm zu 6 Geschossen mit Ecklisenen und Trennung durch einfache Gesimse. In den obersten 2 Geschossen gekuppelte, rundbogige Schallöffnungen. Deckung mit welscher Haube. Das Lhs. ist ein nüchterner Bau der Juliuszeit in 3 flachgedeckten, gleichhohen Schiffen, nach einem Brande 1712 bar. verändert. — Sakramentshäuschen feine, originelle Arbeit aus A. 15. Jh. — Grabplatte eines Herrn von der Ker † 1387.
*Spital-Kap.* mit mehreren guten spgot. Holzfiguren.
*Grossenberg-Kap.,* kleine, einfache rom. Anlage. Spgot. Holzfiguren und 3 Altäre aus A. 17. Jh., Sandstein.
Reste der *Stadtbefestigung*.
MELSUNGEN. RB Cassel Kreisstadt.
*S. Nikolaus-K*. 1415-25, erneuert 1570. Schlichte Hallenkirche mit 1sch. polygon geschlossenem Chor. Rom. WTurm. Über den Sschiffen Walmdächer.
*Schloß* 1550-55, noch von wesentlich spgot. Erscheinung. — *Rathaus,* freistehender Fachwerkbau mit 4 Ecktürmchen. In der Nähe ansehnliche Holzhäuser des 17. Jh. — *Fuldabrücke* 1569. — *Ringmauern* aus Ma. großenteils erhalten; der Eulenturm, mit hohem Kegeldach.
MEMLEBEN. Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.
*Benediktiner-Klst.-K*. gegr. 975; im 18. Jh., in Verfall geraten, jetzt dürftige Ruine. Flachgedeckte kreuzförmige Basilika. Die Stilformen weisen auf Erneuerungsbau A. 13. Jh., voraussichtlich mit Beibehaltung des älteren Grundrisses. Chor und Qsch. genau nach dem Netze des Würfels, Lhs. 6 Arkaden, 2 WTürme mit zwischenliegender Vorhalle; lichte Länge 59 m. — Wohlerhalten nur die Krypta, bis zur halben Vierung vorspringend. Grätige Kreuzgwbb. Die 3 Apsiden außen und innen polygonal. Dieselbe Gestaltung des Bogenfrieses kommt an den ältesten Teilen des Magdeburger Doms vor. Das Lhs. hat spitzbg. Arkaden von geringer Höhe; die Pfll. quadratisch mit 2 kräftigen 3/4 Säulen unter den Bgg.; die Kaptt. kelchförmig, undekoriert; die mächtige Deckplatte mit dem umgekehrten Profil der attischen Basis. Alle Fenster rundbg. — Ältere Ansichten zeigen einen niedrigen Vierungsturm; dagegen fehlen die im Gr. indizierten WTürme; vielleicht waren sie schon zerstört, vielleicht auch unausgeführt geblieben. — Die Klausur lag ungewöhnlicherweise auf der NSeite. — Ältere Besucher sahen an den Pfll. gemalte männliche und weibliche Gestalten mit Kronen; bei Anfeuchtung noch heute schattenhaft sichtbar, das begleitende Ornament weist auf 13. Jh.
*Dorf-K.* Reste von spgot, Altarplastik und großes Holzrelief mit Beweinung Christi 1500.
Von der ehemaligen *Kaiserpfalz* ein Torweg und Mauerreste von 5 m Stärke.
MENGERSDORF. OFranken BA Bayreuth.
*Pfarr-K.* 1521, Veränderungen 1668, 1736.
MENGERSREUTH. OFranken BA Bayreuth.
*Pfarr-K.* Got. OTurm, Lhs. gotisierend E. 16. Jh. Hölzerne Tonne mit Gemälde um 1700.
MERGELSHÖCHHEIM. UFranken BA Würzburg.
*Dorf-K.* 1614 in der posthumen Gotik der Juliuszeit.
MERKERSHAUSEN. UFranken BA Königshofen.
*Dorf-K.* 1737. Deckenfresko von J. P. Herrlein 1777 (vgl. Oberaßfeld).
*Pfarrhaus* renss. und rok. An der Straßenseite bmkw. got. Steinmadonna von ca. 1350.
MERKWITZ. K. Sachsen AH Oschatz.
*Dorf-K.* Umbau von 1713; die mit Halbkuppel überwölbte Koncha der alten rom. K. jetzt Sakristei.
MERSEBURG. Pr. Sachsen Kreisstadt.
*Dom S. Laurentius und S. Johannes-Bapt*. Die rom. Epoche, die des Übergangsstils und die spgot. sondern sich scharf gegeneinander. 1. Der erste Bau, gegr. 1015, gew. schon 1021, war vielleicht nur als Provisorium beabsichtigt. Nach teilweisem Einsturz 1042 völlige Erneuerung des Chors und nicht unwahrscheinlich der ganzen K. (1090 Errichtung eines Vierungsturmes.) Auf das 11. Jh. (wahrscheinlicher also 2. H. als 1. H.) geht der ganze gegenwärtige Grundriß einer regelmäßigen Kreuzbasilika zurück; dann noch einzelne Mauerteile: am Chorquadrat, an den dasselbe flankierenden OTürmen (die als Treppentürme zu einem Zentralturm zu denken sind), am Unterbau des Westturms. Rom. Detail nur noch in der Krypta. Sie hat 3 Schiffe und 4 Joche, Kreuzgwbb. mit scharfen Gräten ohne Quergurte, die Pfll. mit Kerben auf den Flächen und feinen Säulchen an den Ecken. — 2. Formen der Übergangszeit (dedicatio 1240, reaedificatio 1274). Die Konstruktionen des Übergangstils zeigen die der Kreuzrippen noch entbehrenden, jedoch in den Leitlinien spitzbg. Gwbb. im Chor und Qsch., die unterspitzbg. Fenster der Apsis, die 3sch. Vorhalle; das Ergebnis dieser Bauepoche war eine Gewölbebasilika von schwerer und nüchterner Behandlung. Ferner wurde in dieser Zeit der Priesterchor unter die Vierung vorgerückt und mit Schranken umgrenzt; die durch Profilreste an den Vierungspfll. bezeugte WSchranke war niedriger; der an ihrer Stelle errichtete renss. Lettner jetzt in die Turmhalle versetzt. — 3. Die spgot. Epoche baute 1504-17 unter Bischof Thilo v. Trotha das Lhs. zur Hallenkirche um, wobei die Stellung der Fensterachsen zu der Jocheinteilung unregelmäßig blieb; Netzgwbb.; außen an den Ssch. eine Folge von Staffelgiebeln mit Flächenmaßwerk aus Backstein; ferner erhielten das Qsch. und die Vorhalle schmuckreiche Portale, die als Specimina der obersächsischen Schulrichtung bmkw. sind. — Rest, von Fr. Adler E. 19.Jh. — Der wenig ansehnliche Kreuzgang spgot. mit älteren Resten. — Kanzel 1514 mit Zusätzen von 1526, die letzteren schon mit RenssElementen. — Chorgestühl von 1446; die Reliefbilder an der Rückwand von einem sehr unbegabten handwerklichen Künstler, der sich Caspar Schockholz zeichnet. Viel besser der Fünfsitz von ca. 1480-90. — Reste von Schnitzaltären zerstreut. — In der Vorhalle steinernes Taufbecken 12. Jh.; die vier Paradiesesflüsse, als nackte hockende Männer dargestellt, tragen das runde tonnenartige Gefäß, daran unter Bogenstellungen die Reliefs der Propheten, welche auf ihren Schultern die Apostel tragen (aus der Neumarkt-K. hierher versetzt, zum Motiv vgl. Byzantinische Elfenbeine und später das Fürstenportal am Bamberger Dom). — In der Kap. am WFlügel des Kreuzgangs großes und gutes Sandsteinrelief eines h. Georg, E. 14. Jh. — Zahlreiche Grabdenkmäler, unter denen nur einiges zu nennen. In der Vierung Gegenkönig Rudolf v. Schwaben † 1080, Bronzeplatte auf modernem Stein, wohl aus einer Magdeburger Gießhütte; flachstes Relief, nur der Kopf stärker hervortretend; etwas unter Lebensgröße; alle Formen, auch die Gewandung, sehr starr, doch die Ornamente zierlich und sorgfältig; die Augen hatten Einlagen von Glasfluß, ebenso das Stirnkleinod der Krone. Nach den historischen Umständen muß Ausführung sehr bald nach dem Tode angenommen werden. Also der älteste datierbare Bildnisgrabstein in Deutschland. Im nördl. Qsch. Bischof Thilo v. Trotha † 1514, wahrscheinlich von P. Vischer, eherne Tumba in Kistenform, mit der Rückseite an die Wand gelehnt, ganz ohne architektonische Glieder, flachstes Relief. An der OWand das zugehörige Epitaph in vergoldeter Bronze, der Bischof in Anbetung der Trinität. An der NWand Epitaph des Bischofs Adolf v. Anhalt, im südl. Qsch. große hölzerne Barockepitaphe ohne sonderlichen Wert. Im nördl. Ssch. Grabstein des Bischofs Friedrich v. Hoym † 1382, interessant durch den erstrebten Porträteindruck, Spuren von Bemalung. — In der Vorhalle Grabstein des Bischofs Sigismund v. Lindenau † 1544, an einem Pfl. das zugehörige Epitaph, bezeichneter Bronzeguß von Hans Vischer aus Nürnberg. — Im östl. Kreuzgang (soll nächstens in die Vorhalle versetzt werden) Rittergrabstein um 1260-80, ausgezeichnete, leider sehr beschädigte Arbeit in der Richtung des Naumburger Meisters (nach H. Giesau von diesem selbst). — Gregoriusaltar und Marienaltar um 1515-20, von einem Leipziger Meister (vgl. Friedersdorf). Im nördl. Qsch. großes allegorisches Gemälde auf die unbefleckte Empfängnis 1518. Mehrere ansehnliche Denkmäler aus Renss. und Bar.: v. Bibra † 1584, Kostitz 1610, v. Wolfersdorf 1628 (in der Vorhalle), Christian v. Zoch 1728. Von den Glocken wird eine (die »Schnurre«) dem 12. Jh, zugeschrieben. Die Quarta und Nona 1498.
*K. und Klst. St. Petri,* gegr. 1091, säkularisiert 1562. Aus der rom. Bauepoche ein Turm und (1911 durch Grabung festgestellt) die Apsis des nördl. Qsch. Sie deuten auf einen ansehnlichen Bau. — Teile des Klst., darunter das große Herrenrefektorium, 1sch., 3 rippenlose, stark steigende Gewölbe im Stil der Übergangsteile des Doms.
*Neumarkts-K. S. Thomas,* ursp. eine Kreuzbasilika mit 3 Apsiden, flacher Decke und Stützen Wechsel; davon nur der Chor unverändert; zwei reiche Portale, daran eine Sl. mit Knotenverschlingung, A. 13. Jh.
*K. des Collegiatstiftes St. Sixti,* erster Bau 1045; E. 15. Jh. als got. Hallenkirche umgebaut; 1692 noch einmal verändert.
*Stadt-K. St. Maximin,* spgot. und modern; die letzten rom. Reste im 19. Jh. beseitigt.
*Gottesacker-K.,* 17. Jh.; an der OWand eingemauert ein spitzbg. Portaltympanon mit ausgezeichnet schönem Rankenornament im Übergangsstil, verwandt den gleichen Bauteilen des Magdeburger Doms.
*Schloß.* Erbaut von Bischof Thilo von Trotha 1480-89, umgebaut 1605 ff. unter Herzog Georg von Sachsen durch Melchior Brunner; die Wirkung ist gleichwohl im ganzen einheitlich. Zumal der geräumige, annähernd quadratische Hof (die vierte Seite wird vom Dom eingeschlossen) gehört zu den eindruckvollsten, großzügigsten Anlagen dieser Art. Treppentürme, Erker, Portale und Zwerchhäuser in kräftigen, nicht schwülstigen Sprenss.Formen sind mit gutem Takt auf die langen Fronten so verteilt, daß sie die Symmetrie lebendig durchbrechen, aber doch nicht ganz aufheben. — Ausgezeichnetes Brunnenhaus. — An den Schloßgarten aus 2. H. 17. Jh. erinnern vier Obelisken. — Gartensaalbau 1727.
*Rathaus* 1475, verändert in der Renss. (vgl. das Wappen). Marktbrunnen A. 17. Jh.
Östl. der Gottesacker-K. die kürzlich ausgegrabenen Fundamente der *Burg* König Heinrichs und seiner Vorfahren, darunter und daneben eine vorgeschichtliche Anlage.
MERXHAUSEN. RB Cassel Kr. Wolfhagen.
Ehemalige *Augustiner-Klst.-K.* gestiftet 1213. Flachgedecktes Schiff mit got. Polygonalchor. Die Wandgliederung zum Teil zerstört. Schönes rom. Portal, 4fach abgetreppt, die Kanten ausgekehlt. Die Klostergebäude modernisiert, bmkw. nur ein Erker aus 3 Seiten des 6 Ecks, reichgegliederte Fenster mit Vorhangbgg.
MESCHENBACH. Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.
*Dorf-K.* spgot., dann öfters verändert. — Spgot. Kanzel.
MESPELBRUNN. UFranken BA Aschaffenburg.
*Schloß.* Alter Bau 1419 für Peter Echter; Erweiterung 1493. Restauration und Vergrößerung 1742 durch die Grafen von Ingelheim. Wasserburg, berühmt durch die malerisch-poetische Lage in einem Waldsee des Spessart.
METZELS. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
Geschnitztes *Holzfachwerkhaus,* bez. 1511 auf dem got. Türbalken. Kleines Museum bäuerlicher Altertümer.
MEUSELBACH. Schwarzburg-Rudolstadt LA Königsee.
Kirche, 1743. Die Kanzel und das originelle Taufbecken aus derselben Zeit.
MEUSELWITZ. Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
*Dorf-K.* 1604, nach Brand 1640 hergestellt. — *Schloß,* 1724 für Feldmarschall Graf Seckendorff; großes Viereck mit kleinem Mittelhof; pompöse Wirkung beabsichtigt, abgeschwächt durch die geringwertigen Surrogatmaterialien.
MICHAELISBERG s. Klosterveilsdorf.
MICHELAU. OFranken BA Lichtenfels.
*Pfarr-K.* 1804-11. — Holzbauten ähnlich Marktzeum.
MICHELBACH. RB Cassel Kr. Marburg.
*Kirche.* Übergangsstil. 1. H. 13. Jh. Roher 1sch. Gewölbebau mit schmälerem quadratischem Altarhaus, darüber Turm. Im Schiff 3 rck. Kreuzgwbb. ohne Rippen.
MICHELFELD. UFranken BA Kitzingen.
*Pfarr-K.* nachgot. A. 17. Jh., OTurm 14. Jh. Emporen 1622. — Guter Bildnisgrabstein 1626.
MICHELSBERG. RB Cassel Kr. Ziegenhain.
*Dorf-K.* Rom. Anlage, 1575 überarbeitet. 1sch. mit schmälerem rck. Chor, kein Turm.
MIEKEL. K. Sachsen AH Bautzen.
*Dorf-K.* 1550, mehrmals erweitert. — Feiner und vornehmer Kanzelaltar 1686. Grabdenkmäler der v. Gersdorf, v. Löben und v. Ponickau.
*Schloß* erbaut um 1720 von J.A. v. Ponickau; erinnert im kleinen an Schloß Moritzburg. Kurfürstliche Bildnisse des 16. und 17. Jh.
MIHLA. Sachsen-Weimar VB Eisenach.
*Kirche.* Lhs. 1711-15, Turm rom. Großes Steinrelief des 14. Jh. Christus am Kreuz, an einer Sakramentsnische, gestiftet von Friedrich v. Wangenheim, durch die Empore zum Teil verdeckt. Geschnitzter Flügelaltar E. 15. Jh., eines der größten Altarwerke Thüringens. Recht gute Schnitzereien auf Goldgrund. Im Mittelfeld die Kreuzigung und 4 Reliefs. Die 2 Flügel, jeder mit 4 Reliefs, sind jetzt getrennt aufgestellt. Grabstein mit Bildnisfigur des Christoph v. Herstall in reicher Rüstung, um 1660. Großes Kruzifix, aus Holz geschnitzt, in der Art des Meisters der Erfurter Grablegung. Große Truhe mit sehr reichen spgot. Beschlägen aus Schmiedeeisen, Silber und Email, mit dem Wappen der Familie v. Herstall.
Das *Graue Schloß* bez. 1536 und 1562. Hohe Giebel, 8eckiger Treppenturm an der Hauptfront mit Blockstufen aus Holz. Das recht gut gemeißelte Wappen der Familie v. Herstall, aus M. 15. Jh., ist später in der Gartenmauer angebracht. Monumentale Stallgebäude aus Quadern 1735.
Das *Rote Schloß*. Sehr reiches Portal mit der Zahl 1581. Das Erdgeschoß aus Stein mit schönen renss. Fenstern. Darüber 3 Geschosse aus z. T. reich geschnitztem Holzfachwerk. Im Innern 3 sehr große Dielen übereinander. In der unteren Diele reiche Stuckverzierungen von 1631. In der oberen Diele die alte geschnitzte Holzdecke und gute Schränke des 17. Jh. Einer der besten Holzbauten Thüringens.
Geschnitztes *Holzfachwerkhaus* mit guten Schnitzereien no 30.
MILDENFURT. Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.
Ehemalige *Prämonstratenser-Klst.-K.* gegr. 1193, Hauptbauzeit um 1225-50. Nächst dem Dom von Naumburg der bedeutendste sprom. Bau in Ostthüringen. Freilich nur als Fragment, eingebaut in ein Schloß des 16. Jh., erhalten. Von der Anlage ist folgendes Bild zu gewinnen: Qsch. und Chor zeigen den regelmäßigen Gr. des lateinischen Kreuzes; Hauptchor und Nebenchöre (kürzer) schließen mit 1/2kr. Apsiden; sodann noch Altarnischen in der Mauerdicke der Kreuzflügel. Das Lhs. im gebundenen System gewölbt; 4 Doppeljoche; die Hauptpfll. als Gruppen von 8 Halbsll. um einen ungleichseitig 8eckigen Kern; die Zwischenpfll. gegen das Msch. glatt. Im W. Doppelturm. Ganze L. 73 m. Von den Klostergebäuden haben sich das Refektorium, der Kapitelsaal und der SFlügel des Kreuzganges, entstellt, im jetzigen Brauhaus erhalten.
MILTENBERG. UFranken BAmtsstadt.
Altertümliches Stadtbild von großem Reiz. Hauptschmuck die zahlreichen Fachwerkhäuser, meist 16. Jh., so das *Gasthaus zum Riesen* 1590.
*Pfarr-K.* Eine ma. flachgedeckte Basilika im 18. und 19. Jh. vollständig umgebaut und erweitert. Außen ansehnlicher Quaderbau mit 2 OTürmen. — *Franziskaner-K.* barock.
*Rathaus.* Got. Steinbau, sehr verunstaltet; er hatte vorgekragte Ecktürmchen und wohl auch einen Zinnenkranz. — Am Wochenmarkt hübsches Rok.-Wohnhaus von dem mit Ritter in Mainz in Verbindung stehenden Lokalmeister J. M. Schmidt.
Schöner Renss. *Laufbrunnen*.
*Burg.* Schon im 10. Jh. genannt. Turm aus Buckelquadern, gut erhaltener Wehrgang. Wohnhaus 15.-16. Jh., rest.
MILTITZ. K Sachsen AH Meißen.
*Pfarr-K.* 1738, einfacher Saalbau mit Emporen. — Hübscher Altaraufsatz mit Sandsteinreliefs und Statuetten der Stifter 1622.
*Schloß.* Die Anlage geht auf 13. Jh. zurück, die Erscheinung auf Umbau 1663.
MILZ b. Römhild. Sachs.-Meining. Kr. Hildburghausen. *Dorf-K.* von Mauer und Graben umgeben. Auch sonst als Ganzes bmkw. — Viel Fachwerkhäuser.
MISTELBACH. OFranken BA Bayreuth.
*Pfarr-K.* Chor im OTurm, Lhs. 1689 (?), hölzerne Tonne mit bmkw. Malerei. Grabsteine 16. und 17. Jh.
MISTELFELD. OFranken BA Lichtenfels.
*Pfarr-K.* 14. Jh. Eine der interessantesten K. im Bezirk. Flachgedecktes Lhs. mit eingezogenem quadratischem Chor, darüber Turm. An der 5achsigen Langseite in der Mitte Tür und kleine Fensterrose, zu beiden Seiten zwei Maßwerkfenster.
MITTELDORF. RB Erfurt Kr. Hohenstein.
*Dorf-K.* um M. 13. Jh. Rck. mit 2 unterspitzen grätigen Kreuzgwbb., etwas schmälerer quadratischer Chor und 1/2kr. Apsis. Der WTurm jünger.
MITTELSTREU. UFranken BA Mellrichstadt.
*Dorf-K.* Chor und Lhs. 1716. Turm frgot. mit gotisierenden Holzfiguren um 1600.
*Karner* mit Fragmenten von Steinplastik der Renss.
MITTWEIDA. K. Sachsen AH Rochlitz.
*Marien-K.* Erneuert nach Brand 1454 durch Meister Arnold v. Westfalen bis 1476. Der 5/12 geschlossene Chor sehr weit; er entspricht zweien Schiffen des als 3sch. Halle angelegten Lhs. in der Weise, daß seine Achse auf die südl. Pfeilerreihe fällt; das nördl. Schiff durch Empore geteilt; diese Unregelmäßigkeiten von eigentümlich malerischem Reiz; die nördl. Pfeilerreihe vom Bau des fr. 14. Jh. Das Äußere trocken elegant, der Kunigunden-K. in Rochlitz nahe. Der einfache WTurm 1516. — Altarwerk mit reicher Holzschnitzerei 1661 von Valentin Otto und Joh. Richter, beide aus Meißen. Sandsteinkanzel, von Mosesstatue getragen, an den Brüstungen der Treppe und Bühne die 12 kleinen und 4 großen Propheten; gefertigt 1667 von Cl. K. Buchau in Dresden.
An einigen Wohnhäusern hübsche Fr.Renss Türen.
MITTWITZ. OFranken BA Kronach.
*Schloß* nach 1525.
MOGGENBRUNN. Sachsen-Coburg LA Coburg.
*Schloß* 16. Jh. mit rck. vortretendem Treppenturm. Ursp. Wasserburg. Der Graben noch erkennbar. Stattliches Portal mit Pfll., Sll., Türklopfer aus 16. und 17. Jh. Das Innere im 17., 18. und 19. Jh. umgestaltet.
MOHORN. K. Sachsen AH Dresden-A.
*Dorf-K.* Stattlicher Chor 1496, Schiff charakterlos. — Schnitzwerke: Pietas, Madonna, sehr bmkw. Arbeiten A. 15. Jh. Großer Altarbau 1604 von ernster, monumentaler Haltung, in der Mitte großes Abendmahlsrelief. Treffliche Bildnisreliefs 1686, 1711.
MÖHRA. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
*Dorf-K.* Saalbau von 1705 mit spgot. Chor. Tonnengwb. aus Holz. Emporen. Anziehendes Gesamtbild des Inneren. — Zahlreiche Fachwerkhäuser 17. und 18. Jh., im Schmuck bescheiden, die Gr. z. T. niederdeutsch. Nr. 75 »M. Luthers Stammhaus«.
MÖLBIS. K. Sachsen AH Borna.
*Dorf-K.* wesentlich 1688. Glocke 14. Jh. _Bosesche __ Grabmäler_.
*Herrenhaus* (v. Bose) 1714, einfach vornehm.
MOLSCHLEBEN. Sachsen-Gotha LA Gotha.
*Dorf-K.* spgot. — Doppelflügeliges Altarwerk 1518; im Schrein ungewöhnlicherweise eine einzige Relieftafel mit 6 Szenen aus der Legende des h. Jakobus d. Ä. auf gemeinschaftlichem landschaftlichem Hintergrund. — Schönes Fragment eines zweiten Schnitzaltars.
MOLSDORF. Sachsen-Gotha LA Gotha.
*Schloß* 1734 für Graf Gotter. Bar. im Übergang zum Rok. Luxuriöse Innenausstattung. Großer Park.
MÖMBRIS. UFranken BA Alzenau.
*Dorf-K.* Grabsteine 1548, 1562.
MÖNCHRÖDEN. Sachsen-Coburg LA Coburg.
Ehem. *Benedikt.-Klst*. gegr. 1149. Erhalten haben sich, in landwirtschaftlicher Benutzung, einige spgot. Klst.Gebäude. Das Refektorium (Kornhaus) und das Abthaus (Pächterwohnung) zeigen Reste schmuckreicher Behandlung in der Weise des fr. 16. Jh. — An der *Dorf-K*. Unterbau einer rom. Apsis; sonst oft veränderter Gemengbau. An der südl. Außenwand 3 Bildnisgrabsteine von Äbten 1367, 14.., 1474.
MORITZBURG. K. Sachsen AH Dresden N.
*Jagdschloß.* 1542-46 von Hans Dehn-Rotfelser für Kurfürst Moritz; kleinere Veränderungen 1593-1660; Kap. 1672 von W. C. v. Klengel; 1722-30 Umbau und Erweiterung durch Pöppelmann. — Die Anlage des 16. Jh. hatte eine hohe Ringmauer im Quadrat (genauer 58 : 56,5 m) und mit starken runden Ecktürmen, welche welsche Hauben trugen. In dem dadurch gebildeten weiten Hof stand das Schloß, ein einfach behandelter rck. Bau (15 : 30 m); erst Buchner schmückte ihn 1593 mit den auf älteren Abbildungen sichtbaren Volutengiebeln. Pöppelmann legte die Hofmauer nieder, vergrößerte das Mittelschloß um ein Bedeutendes in Höhe und Breite, verband es durch Flügel mit den Ecktürmen, umgab das Ganze mit Terrassen, Rampen und Brücken. Die innere Einteilung steht unter dem Zwang des Umbaus. Die Außenwände sollten Lisenengliederung erhalten; sie wurde durch (längst erloschene) Ausführung in Malerei ersetzt; jetzt besteht der noch immer bedeutende Reiz des Baus allein in der Massengruppierung und der Lage inmitten eines (auch erst von Pöppelmann erweiterten) Waldsees. Im Innern fällt der ungeheure Reichtum an Ledertapeten ins Auge. Bmkw. die Dekoration der Kap.; das Deckengemälde von Joh. Fink, die porzellanene Altarplastik von J. J. Kändler. Der Schmuck der Terrassenbalustrade (44 Vasen, 44 Putten, 4 größere Statuen von Piqueuren) zeigt mehrere frisch empfundene Stücke. Der Jäger an der SWEcke aus älterer Zeit, wahrscheinlich 1602 von Christoph Walther.
*Fasanerieschloß* 1769-1782. Voller Gegensatz gegen das Hauptschloß. Dort schweres, derbes Bar. vor Eintritt des französischen Geschmacks; hier die andere Grenze des Rok. schon überschritten, gesuchte Einfachheit in spielend antikisierenden Formen, daneben chinesische und indianische Anklänge, als Symbole der Natürlichkeit, die Räume winzig für intimste Zurückgezogenheit eines Liebesidylls.
MÖRSHAUSEN. RB Cassel Kr. Melsungen.
*Dorf-K.* 1sch. rom. Gwb.Bau von 2 Jochen mit rippenlosen, sehr hochbusigen Kreuzgwbb.; schmälerer rck. Chor; turmlos.
MOTZLAR. Sachsen-Weimar VB Dermbach.
*Dorf-K.* 16. Jh., umgebaut 1733. — Ausstattung gleichzeitig. Am Hochaltar 2 auffallend gute Holzstatuen. Kruzifix, Pietas und Altarreste spgot.
MÜCHELN. Pr. Sachsen Saalkreis.
Kleine frgot. *Templer-(?)K.* Sorgfältige Ausführung in Sandstein. 1sch. mit 2 quadratischen Jochen, 5/8 Schluß, im W Empore. Die Rippen auf geschmückten Konsolen.
MÜCHELN. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
*Stadt-K.* Gemengbau aus mehreren got. Perioden. Inneneinrichtung 1. H. 18. Jh.
*Rathaus* 1571, ansehnlich renss. Treppenturm, Erker, Portale in malerischer Gruppierung.
MÜCKENBERG. Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
*Schloß* 1737 für Margarethe v. Löwendahl geb. Rantzau. Hufeisenanlage in anspruchloser Behandlung. Von dem einst reich dekorierten Inneren nur das Treppenhaus erhalten. Der Hauptsaal klassizistisch. Abgesonderte Schloßkap. 1746, auf dem Altar große Kreuzigungsgruppe in Meißener Porzellan. Vom Park wenig erhalten, großes Gittertor um 1800 mit Motiven vom Brandenburger Tor in Berlin.
MÜCKERN. Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
*Dorf-K.* Chorturm mit bmkw. sprom. Einzelheiten.
MÜDESHEIM. UFranken BA Karlstadt.
*Pfarr-K.* Turm aus der Juliuszeit, Chor und Lhs 1748. Großes Deckengemälde und Altarausstattung aus derselben Zeit.
*Wallfahrts-Kap*. Holzfiguren in der Richtung Riemenschneiders.
MÜGELN. K. Sachsen AH Oschatz.
*Stadt-K.* Einheitlicher Bau aus A. 16. Jh. (Gewölbeschlußstein bez. 1521). Hallenkirche von 3 Schiffen und 3 Jochen, in das 4. Joch der Turm eingebaut (vollendet 1710). Die Ssch. sehr schmal, Sterngwb. auf 8eck. Pfll. mit konkaven Flächen; Fenster 3teilig mit äußerst nüchternem Maßwerk; Chor 1 Joch und 5/8 Schluß. — Sakramentsnische mit Halbfiguren von Propheten und Engeln. Überlebensgroßes Kruzifix. [Flügelaltar von M. Krodel 1582 im Dresdener Altertumsmuseum.] Vor der südl. Vorhalle großes prachtvolles Gitter bez. 1648. — Grabmal des Melchior v. Saalhausen † 1504, höchst lebendig behandelte Standfigur in fast voller Rundung; recht tüchtig auch die des Joh. von Haugwitz † 1591 und des Diakonus Stein † 1612; Bar.Epitaphe in verschiedenfarbigem Marmor für Sophie und Georg Dietrich v. Wolframsdorf 1691, 1694.
*Schloß Ruhetal*. Genannt 1218. Von ma. Bauteilen nichts nachweisbar. Was vorhanden, ist sprenss. und 18. Jh.
*Rathaus.* Späteste Gotik ca. 1550, durch »stilvolle« Rest. entwertet.
MÜGLENZ. K. Sachsen AH Grimma.
*Dorf-K.*, einheitlicher Bau von 1766, bmkw. durch die verständnisvolle Durchführung eines got. Netzgwb., für jene Zeit etwas Unerhörtes.
MÜHLBECK. Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld.
*Dorf-K.* von einfach rom. Anlage. Rasenstein. Sakramentshäuschen und doppelflügeliger Altarschrein spgot.
MÜHLBERG. Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
Ehemaliges *Cisterc.-Nonnen-Klst. Güldenstern*. Ein südl. Ausläufer der märkischen Backsteinbaukunst. Gründung 1227, die maßgebenden Baudaten nicht bekannt. Etwa zwischen 1250-80 Umbau des Chors und Qsch., zwischen 1330-50 Umbau des Lhs. (rom. Mauerteile im Qsch. erhalten, besonders der kleeblattförmige Unterbau der nördl. Apsis). Das Ergebnis 1sch. Kreuzanlage mit stark ausladendem Qsch. und gestrecktem Chor. Ganze Länge 60 m, Breite des Lhs. 8,5 m, das Qsch. 9 m. Hauptapsis 5/10, von den Qsch.Apsiden die im N unten kleeblattförmig (mit got. vergrößerten Fenstern), oben 1/2kr., die jüngere im S einheitlich frgot., im Gr. 5/8. Die Gwbb. sämtlich nach einem der mehreren Brände des 14. oder 15. Jh. erneuert. Der Chor unterhalb der Fenster gepaarte Blendnischen, die Kaptt. der Säulchen erneuert (frgot. Knospen). Das Lhs. hat mehrere Veränderungen durchgemacht, besonders auch in der letzten Rest.; wie weit ursp. die Nonnenempore reichte, ist nicht auszumachen. — Das Äußere in guten Backsteinformen; in den OTeilen die Fenster in Blendnischen eingeschoben; gekreuzter Bg.Fries. In mancher Hinsicht rätselhaft das rom. Portal der SSeite. Die WFassade 15. Jh.; fensterlos; die Gliederung nur durch Blendnischen (in 2 Geschossen) bewirkt; am Giebel wiederum Blenden und auf den Abtreppungen Fialen. Im Gesamteindruck verbinden sich Strenge und Eleganz in reizvollster Weise. Der Dachreiter auf der Vierung ist neu (der alte beim Brande 1539 eingestürzt). — Eingreifende Wiederherstellung 1901-06. — Die Ausstattung der klösterlichen Zeit abgegangen. Einfacher Altar von 1566, der Nachdruck liegt auf den Gemälden, bez. H. G. B. (Heinrich Godechen), Kanzel 1621. Lange Reihe von Grabdenkmälern (1350-1750), im ganzen 40 an der Zahl. Bis E. 15. Jh. nur wenige plastisch und dann sehr minderwertig, die meisten in geritztem Umriß. Von denen des 16. bis 18. Jh. einige leidlich gut. — Klausurgebäude. Gelegen auf der NSeite. Der Kapitelsaal (O) abgebrochen, das Refektorium (N) jetzt Kuhstall, das Äbtissinnenhaus (W) 1717 als Herrenhaus adaptiert, Zellengwbb. im Erdgeschoß deuten auf einen ziemlich aufwändigen Umbau um 1500; demselben gehört auch der mit einem Maßwerkmuster (Netz aus sich schneidenden Kreisen) übersponnene Giebel. Von dem Winkel zwischen dieser Giebelwand und der Kirchenfront führt eine Mauer mit Laufgang auf die ca. 100 m abseits gelegene Propstei; der Hauptflügel (um 1530) unten schlicht, das Giebeldreieck nach demselben Prinzip wie an der Abtei, aber in einem anderen Muster, einem Flechtwerk aus Spitzbgg., überzogen. Die Anbauten in schlichter Fr.Renss. nach 1554.
*Neustädter-K*. Schlichter 1sch. Bau nach 1487, mehrfach verändert. — Guter spgot. Schnitzaltar um 1525, später in Renss.-Rahmen gebracht. Mehrere Grabsteine.
*Friedhof* 1566 angelegt, Kap. 1590, bmkw. Altargemälde 1614.
*Schloß.* Aus einer bedeutenden Wasserburg des Ma. (abgebrannt 1535) nach 154S als kurfürstliches Verwaltungsgebäude einfachst erneuert. In der Kap. neugot. Altar mit guten Figuren des 15. Jh. (in Erfurt angekauft).
*Rathaus.* Nach dem Stadtbrande 1535 erneuert. Der mit Maßwerk ähnlich der Abtei dekorierte OGiebel dürfte sich aus A. 16. Jh. erhalten haben, nur der WGiebel dem Jahre 1543 angehören. Inneres modernisiert. (Sammlung des Geschichtsvereins)
MÜHLFELD. UFranken BA Mellrichstadt.
*Dorf-K.* Turm frgot. Lhs. 1593. — Grabsteine 1481, 1611, 1704.
MÜHLHAUSEN. OFranken BA Höchstadt.
*Pfarr-K.* Turm 1464, Chor 1473, Lhs. 1721. — Schöne Bildhauerarbeiten des 16. Jh. vom ehem. Hochaltar, Bilder aus der Schule Wolgemuts(?), Grabmal von Hans Werner 1613.
MÜHLHAUSEN. UFranken BA Würzburg.
*Dorf-K.* 1723. Deckenstuckatur und Ausstattung aus derselben Zeit.
MÜHLHAUSEN. Pr. Sachsen Kreisstadt.
Von den 11 K., die Mühlhausen im Ma. besaß, sind jetzt 5 im kirchlichen Gebrauch.
*S. Blasien*. Pfarr-K. der Altstadt. 1227 in Besitz des deutschen Ordens gelangt. Ältere Baugeschichte unbekannt. Der vorauszusetzenden rom. Basilika könnte der WBau bis zu dem in Höhe von 14,5 m liegenden Rundbogenfries entstammen. Von dieser Linie ab entwickeln sich zwei Türme. Von reicher und stattlicher Erscheinung, beide 8seitig, unter sich in Umriß und Abmessungen gleich, in der Unterteilung und den Einzelheiten verschieden. Der nordwestl. ähnelt in Komposition und Einzelheiten durchaus dem südwestl. der Liebfrauen-K. in Arnstadt; offenbar dieselbe Werkstatt. Er hat 3 Geschosse von je 4,5 m Höhe, sein Partner nur 2 von je 6,7 m Höhe. Am nördl. Turm springen die Geschosse um ein weniges zurück. am südl. Turm stehen sie lotrecht übereinander. Beiden gemeinsam ist die Verstärkung der Ecken durch Bündel von je 3 Runddiensten, die sich mit den kräftigen Gesimsen verkröpfen und in jedem Geschoß auf halber Höhe mittels Ringsteinen in die Wand eingebunden sind. Während die Außenarchitektur des WTurms sich in sprom., und zwar sehr reichen Formen hält, die zu einem Baubeginn bald nach 1227 passen, ist die aus der Vorhalle zur Turmtreppe führende Tür frgot. im Charakter von Maulbronn und Walkenried. Am STurm (vollendet ca. 1260) nimmt auch die Außenarchitektur frgot. Schmuckformen auf (mit speziellen Anklängen an Laon), wie auch die lotrechten Linien gegenüber den wagrechten stärker betont sind, worauf schon die veränderte Stockwerkteilung hinzielte. Im sp. 14. Jh. wurde der Fassadenzwischenbau erneuert, unten ein tiefes Portal, der Oberbau dürftig, mit quergestelltem Satteldach geschlossen. Ferner erhielten die Ecken starke kreuzförmige Strebepfll. und noch später in der Mitte eine formlose Strebemauer. — Um 1260 die Erneuerung der K. mit dem Chor und Qsch. begonnen. Übergangsformen mit Anklängen an Walkenried. Die ursp. Absicht eines basilikalen Aufbaus bald verlassen. — Das Lhs. ist Hallenkirche von 5 Jochen, im Msch. doppelt so breit wie die Ssch. Pfll. rund mit 4 alten und 4 jungen Diensten; die Deckplatten rund, unter ihnen als Kapt. ein ringsumlaufender Blätterkranz; die Scheidbgg, stark gestelzt. Die hohen weiten Fenster 3teilig, Maßwerk aus Vier— und Dreipässen. — Am Äußern haben besonders die Stirnseiten des Qsch. reiche Ausbildung empfangen; im S ein in 4 Rücksprüngen gegliedertes, ornamentarmes Portal, von einem oben abgestutzten Giebel überstiegen; darüber Rosenfenster, dessen Maßwerk aus einfachen Kreisen. An den Ecken diagonal gestellte Strebepfll. mit Fialenkrönung. Die Mauer sonst ungegliedert, nur der Giebel mit Stabwerk besetzt; an den Schenkeln abgeschwungene Kantblumen. An der nördl. Front fortgeschrittenere Formen; der Wimperg des Portals im Lichten ausgearbeitet, die Rose bedeutend größer und aus 14 radianten Blättern gebildet; vor dem Giebeldreieck freistehendes Pfostenwerk. Weiter stehen kleinere Giebel über jedem Joch des Lhs. (quergestellten Sschiffsdächern entsprechend) und umziehen sogar den Chor, abwechselnd mit den Fialen der Strebepfll., woraus eine doch wieder etwas monotone Lebhaftigkeit entsteht. Beeinträchtigt werden die Proportionen durch die mehr als 1 m hohe Aufschüttung des ehemals als Begräbnisplatz benutzten Geländes. — Großer Schnitzaltar E. 15. Jh. — Steinerner Levitensitz A. 14. Jh. — Steinerne Kanzel E. 15. Jh. — Taufstein 1596. — Epitaph des Hermann von Heylingen † 1422, der Gekreuzigte mit Maria und Johannes, am Fuß der betende Stifter. — An Stelle des ehemaligen Lettners eisernes Gitter von 1707. — Unter den Altargeräten der Sakristei mehreres bmkw.
*S. Marien.* Pfarr-K. der Neustadt. Reste einer vor 1200 begonnenen Basilika im 2türmigen WBau. Nur der nördl. Turm unverstümmelt, im Typus von S. Blasien. Spgot. Zwischenbau mit bar. Oberbau, so daß die Fassade (vor Zerstörung des südl. Turmes) schließlich dreitürmig war. — Im übrigen ist die K. völlig Neubau des 14. Jh. Genauere Baudaten fehlen. Der einheitliche Charakter des Innern läßt auf eine nicht zu lange Bauzeit schließen. Der Chor 1328 vollendet. — Hallenkirche mit einer für dieses System ungewöhnlich reichen Grundrißgliederung. Das Lhs. ist bei 5 Schiffen und 5 Jochen etwas breiter als lang (26,3 : 28,4; der Breitenüberschuß fällt auf das Msch.). Es folgt ein Qsch., das über die Fluchtlinie der Ssch. nicht vorspringt, also nur durch seine größere Breite von den übrigen Jochen sich unterscheidet. Im O setzen sich die inneren Ssch. als Nebenchöre (1 quadratisches Joch und Schluß aus 8 Eck), das Msch. als Hauptchor (3 rck. Joche und 8 Eck-Schluß) fort. Die tief ausgekehlten Pfll. von individueller Bildung. Statt der Schlußsteine dienen mehrfach tief herabhängende, mit Blättern besetzte Stengel. — Dem Äußeren mangelt, wie allen Hallenkirchen, die klare Bewegung der Massen; dafür ist Ersatz in besonders reichem Schmuck gesucht. Über jeder Fensterachse ein in Maßwerk aufgelöster Giebel; das Motiv trat zuerst an der Liebfrauen-K. in Arnstadt auf; dort mit Beschränkung auf den Hauptchor; hier in der regelmäßigen Wiederholung wird es monoton, vollends durch die Fortsetzung am Lhs. (im einzelnen einfacher, als Staffelgiebel ohne Maßwerk). Dieselbe, aus der Profanarchitektur entlehnte Form des Staffelgiebels an den Qsch. Fronten. Das Portal des südl. Qsch. fungiert als Hauptportal; darüber, zwischen die Eckstreben eingespannt, ein Altan.
Ausstattung. Hauptaltar mit spgot. Flügelschrein, in der Mitte Marienkrönung, auf den Flügeln je 6 Heilige in 2 Ordnungen, gemalte Außenflügel, Predella jünger. Dahinter S. Nikolausaltar (versetzt). Im nördl. Ssch. 2 gemalte Triptycha. Steinerner Levitensitz M. 14. Jh. Ratsstuhl 1604. In den Chorfenstern beschädigte Glasgemälde aus 14. Jh. Skulpturen: Der Schmuck des Hauptportals in den Münzerischen Unruhen zerstört: An der Brüstung des Altans 4 Statuen, sich herabbeugend, nach der örtlichen Überlieferung der Kaiser und die Kaiserin mit Gefolge, die alljährlich in effigie die Huldigung des Rats entgegengenommen hätten. Zwischen den Fensterbgg. in 4 gesonderten Figuren die Anbetung der h. drei Könige. An der Spitze des Giebels Jüngstes Gericht in verkürzter Darstellung. — Am Teilungspfosten des nördl. SPortals eine Heilige mit Kirchenmodell.
*S. Jacobi*. Ehemals got. Hallenkirche. Nach Brand 1592 ohne Gwbb. wiederhergestellt. Die jetzigen Holzdecken 1732. Von Interesse jetzt nur das mit ziemlichem Aufwand durchgebildete Äußere. Die WFassade über ungegliedertem Unterbau 2 Türme, der nördl. quadratisch, der südl. 8eckig, gleichzeitig die beschieferten Helme, welche von 4 Erkertürmchen begleitet sind, die ihren Platz ungewöhnlicherweise an den geraden Seiten des 8Ecks haben. Die in der Mitte einer jeden Langseite angeordneten Türen sind mit den Fenstern zusammenkomponiert, letztere mit reichem Maßwerk des 14. Jh.
*S. Kiliani*. Unbedeutender Bau des 14. Jh.
*Allerheiligen*. 2. H. 14. Jh. Ursp. einfach rck., sp. nördl. 1 Schiff unter Schleppdach hinzugefügt. Unverhältnismäßig hoher WTurm, unten schlank quadratisch, oben 2 8eckige Geschosse und welsche Haube.
*Kloster-K*. der Büßerinnen der h. Magdalena ord. S. Augustini. Jetzt Turnhalle.
*Barfüßer-K.* Ankunft der Franziskaner 1225, Baubeginn 1232. 1sch. Rck. von 54 m L. und 11,5 m Br., mit kurzem wenig eingezogenem Chor; also Typus der reinen Predigtkirche. Flache Decke. Fenster nur an der SSeite, hier auch die 3 Türen. Im südöstl. Winkel zum Chor schlanker 8eck. Turm. Rck. 75 : 10,6 m. Der ältere westl. Teil in schlechtem Bruchsteinmauerwerk und ohne Strebepfll., der östl. Teil besser. Jetzt Packhof.
[*Prediger-K.* beg. 1289, im 18. Jh. abgetragen; war eine 3sch. 10 Joch lange Hallenkirche.]
*Hospital-K.* Ganz kunstlos; jetzt Magazin.
*S. Petri.* E. 14. Jh. Ehemals kleine Hallenkirche, mit eingezogenem Chor, jetzt der Gwbb. beraubt und auch sonst entstellt.
*S. Georg*. A. 14. Jh. Rck. ohne gesonderten Chor. Sorgfältiger Quaderbau mit gutem Maßwerk an den Fenstern, von denen 3 an der östl. Schlußwand. Die an beiden Langseiten angeordneten Türen mit den Fenstern zusammengezogen, in einfacherer Fassung das Motiv der Jakobi-K. — Angebaut eine 6eckige Kap. in guter Arbeit des sp. 14. Jh.
*S. Martini.* Voll. 1360. Kleiner flachgedeckter Bau mit jüngerem aus dem 6Eck geschlossenem Chor.
*S. Nikolai.* Die größte der Vorstadtkirchen, das 3sch. Innere verbaut, jetzt mit Holzdecken. Das Äußere ganz schlicht. Der im südl. Chorwinkel stehende Turm im Unterbau romanisierend frgot.
*Rathaus.* Planloses Aggregat verschiedenartiger Räumlichkeiten. Die Renss. Teile 1605 mit malerischem Hof.
*Stadtbefestigung.* Erhebliche Teile erhalten.
MÜLLERDORF. Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
*Dorf-K.* mit rom. Turm. An der Außenseite eingemauert zwei »heidnische Götterbilder« (??).
MÜNCHAURACH. OFranken BA Höchstadt.
*Pfarr-K.* Kreuzförmige Basilika des 12. Jh. 7 Arkaden auf unverjüngten Sll., Würfelkaptt., an den Deckplatten Schachbrettmuster. Schlichtes WPortal. Chor spgot. Turm am NEnde des Qsch.
MÜNCHENBERNSDORF. Sachs.-Weim. VB Neustadt a.d.O.
*Dorf-K.* 2 Altarflügel von Valentin Lendenstreich aus Saalfeld 1503. — Typische *Wasserburg* aus 2. H. 16. Jh.
MÜNCHENGOSSERSTÄDT. Sachs.-Mein. Kr. Saalfeld.
*Dorf-K.* Der quadratische Chor und die 1/2kr. Apsis rom., Lhs. 17. Jh.
MÜNCHENLOHRA. Pr. Sachsen Kr. Hohenstein.
Ehemalige *Nonnen-Klst.-K.* Gewölbte rom. Pfeilerbasilika auf normal kreuzförmigem Gr., lichte L. 34 m. Im Lhs. drei Doppeljoche. Die Hauptpfll. mit rck. Vorlage und Halbsll. Die Pfeilerbasen mit kräftigem attischem Profil; die Kämpfer teils mit demselben, teils mit Blatt- und Rankenwerk geschmückt. Im Msch. grätige Kreuzgwbb., jedoch schon 13. Jh. Die Ssch. waren zerstört, jetzt erneuert. Die westl. Hälfte des Lhs. wird von einer Nonnenempore eingenommen; sie ruht auf gewölbter Halle von 2 Schiffen und 4 Jochen. Die Apsiden haben hohe, mehrgliedrige Sockel und stark ausgebildete Gesimse und Bogenfriese, an den Wänden dünne 3/4 Sll.; dieselben am südl. Hochschiff. Der WBau (2 Türme mit Glockenhaus über der Empore) war zerstört, jetzt erneuert. (Grundmauern eines älteren WChors.)
MÜNNERSTADT. UFranken BA Kissingen.
*Pfarr-K.* Ansehnlich große ma. Anlage. Das Lhs. A. 17. Jh. neu aufgebaut, erhalten blieben der rom. WTurm und der spgot. Chor. Das rom. Portal führt in eine Vorhalle mit Kreuzrippengwb. Im ersten Geschoß ehemals Kap., die sich im Rundbg. gegen das Msch. öffnete. Darüber setzt der Turm ins 8Eck um. Fenster und Rundbogenfriese in schweren sprom. Formen. Geschiefertes Obergeschoß und Spitzhelm 17. Jh. — Im Neubau der Juliuszeit wurde das ursp. niedrigere Hochschiff (erkennbar am Anschluß an den WBau) bis zu der durch den got. Chor gegebenen Höhenlage erhöht, das System der flachgedeckten Basilika jedoch beibehalten und der rom. Bogenfries mit den alten Werkstücken wiederholt. Im Inneren 4 weitgespannte rundbg. Arkaden, von W nach O in der Öffnungsweite abnehmend, Stützen Rundpfll. mit toskanischem Kapt. Das südl. Ssch,. war schon spgot. (1518) erweitert. WEmpore aus der Juliuszeit. — Der spgot. Chor (1+5/8) am Anschluß an das Lhs. flankiert von 4seitigen, einfach geteilten Türmen (völlig ausgeführt nur der im SO). — Hochaltar neugot. Aufbau von 1834; die Plastik aus alten und neuen Stücken kompiliert; unter jenen 4 Statuen vom alten Hochaltar, Frühwerke Riemenschneiders; die Flügelreliefs jetzt auf der Rückseite; andere Teile verschleudert, z. T. im Münchener Nat.-Mus. Ferner enthält der Altar ein interessantes Tafelbild um 1400 (von einem Antiquar in Nürnberg erstanden) und ein großes Hochrelief, Kreuzigung, wohl mit Recht Veit Stoß zugeschrieben, gedrängt, unruhig, in forcierter Charakteristik. Als Flügel des _Stoß_schen Altarwerks, ja sogar als eigenhändig von ihm gemalt, werden neuerdings (von H. Weizsäcker) die 4 jetzt im Chor hängenden Tafeln in Anspruch genommen. — Einzelne Schnitzbilder von zerstörten Altären in der K. zerstreut; ferner Salvator und 12 Apostel aus gebranntem Ton, neuerdings steinfarben bemalt. — An der SSeite des WTurms Kap. von 1428 mit großem rohem Ölberg, einem _Heiligen __ Grab_, einer Messe des h. Gregor, verdorbenen Epitaphen.
*Markt-Kap.* Einfacher Bau von 1410.
*Augustiner-K*. 1752. Geräumiger Saalbau, als Architektur nichtssagend, die Dekoration wird allein durch die sehr großen und vordringlichen Mobilien bewirkt. — Deckenbilder von Joh. Anwander. Reicher Schatz des 18. Jh.
*Aula* im Gymnasium mit effektvoller Stuckdecke des 17. Jh. von Zeni.
*Stadtbefestigung* mit interessanten Turmanlagen, an zweien Steinmadonnen aus E. 14. Jh.
*Rentamt* (früheres Deutschordenshaus), stattlicher Renss.Bau, im Hof großer Erker 1671 und Portal 1611 von Julius Ernes.
MÜNSTERSCHWARZACH. UFranken BA Kitzingen.
Ehem. *Benediktinerabtei*. Die Gründung wird auf Karl d. Gr. zurückgeführt. Großartiger Neubau durch Balth. Neumann 1727-1743, eine seiner bedeutendsten Schöpfungen, auch die Innenausstattung von den ersten Künstlern der Zeit. Nach Aufhebung des Klst. 1821 ff. abgebrochen, weil weder Staat noch Gemeinde die Unterhaltungskosten tragen wollten. Erhalten haben sich nur einige Bruchstücke der Abteigebäude aus der Zeit vor Neumann; Portal bez. 1697, Stuckdecken um 1700 Torhaus. Von Neumann ein kleiner 2geschossiger Bau der SSeite. Im Hof 2 hohe Steinvasen mit Putten. — Mainbrücke mit Bildstöcken der Renss. und Standfig. der Immaculata um 1750.
MUPPERG. Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.
*Pfarr-K.* Das Altarhaus geht auf rom. Anlage zurück. 1720-22 umfangreiche Rest. und Erweiterung. — Prunkvolle Moseskanzel. — Bildnisgrabstein des Hans von Schaumburg 1559, durch Sauberkeit und Schärfe der Arbeit ausgezeichnet. — Reste von ma. Wandmalerei.
MÜRSBACH. UFranken BA Ebern.
*Pfarr-K.* Nachgot. Chor um 1610; bar. Lhs. — Gute spbar. Einrichtung. — Renss. Epitaphien um M. 16. Jh.
*Dreifaltigkeits-Kap.* Spgot. um 1516. Gute spgot. Ho1zfiguren.
Im Dorf *Fachwerkhäuser*.
MUTZSCHEN. K. Sachsen AH Grimma.
*Stadt-K.* (ehem. Klst. der Marienknechte). Der westl. Teil aus einer stattlichen, flachgedeckten rom. Anlage; langer spgot. Chor; der Zwischenbau entspricht dem ehemaligen rom. Chor.
MYLAU. K. Sachsen AH Plauen.
*Burg* in malerischer Felslage. Gruppiert um einen runden Bergfried mit hochgelegenem Einsteigloch. Die Vorbefestigung aus der Zeit Kaiser Karls IV. Die Kapelle A. 14. Jh. Die Wohnbauten aus der Zeit der v. Metzsch (15. Jh.), umgebaut unter den v. Schönberg (E. 16. Jh.).
N
NÄGELSTADT. Pr. Sachsen Kr. Langensalza.
*Untere K.* Gehörte zu der 1222 gegr. Deutschordenskommende. In sehr verstümmeltem Zustande kleine kreuzf. Basilika mit Zentralturm, schlicht romanisierend frgot. Detail.
2 überdachte *Brunnen* 1660 und 1568.
NANKENDORF. OFranken BA Ebermannstadt.
*Pfarr-K.* 1794, im Gr. an Hollfeld erinnernd. — Von dem ehem. spgot. Hochaltar 2 schöne Reliefflügel erhalten. — Spuren ehem. Befestigung.
NASSWANG. OFranken BA Lichtenfels.
*Ökonomiegebäude* des Klst. Langheim um 1750, eigentümlich die zentrische Anlage.
NAUENDORF. Pr. Sachsen Saalkreis.
*Dorf-K.* Turm und Schiff rom., die Kunstformen verhältnismäßig aufwandreich.
NAUENDORF. Sachsen-Weimar VB Apolda.
*Dorf-K.* spgot. — Treffliche Kanzel um 1580, in rein archit. Formen, ohne figürl. Beiwerk.
NAUHAIN. K. Sachsen AH Döbeln.
*Dorf-K.* Sie bestand ursp. nur aus dem jetzigen Turm, im Erdgeschoß 12. Jh. — Hübscher kleiner Altar aus A. 16. Jh., im Schrein Anna selbdritt, die Flügel beiderseits mit tüchtiger Malerei.
NAUMBURG. RB Cassel Kr. Wolfhagen
*Pfarr-K.* Spgot. Hallenkirche mit polyg. Chor und WTurm. Die Gwbb. in Holz erneuert. — Der 1866 verzeichnete Flügelaltar nicht mehr vorhanden.
NAUMBURG. Pr. Sachsen Kreisstadt.
*Dom SS. Peter und Paul.* Sprom. und frgot. Hauptmasse 1. H. 13. Jh. Für Thüringen das Hauptwerk der schönsten Zeit der ma. Baukunst. Kreuzf. Gwb.-Basilika mit doppeltem Chor und Doppeltürmen in O und W, aber ohne Zentralturm. Ganze L. der rom. Teile 66 m, durch die got. Chöre erweitert auf 97 m. Vom frrom. Dom (gew. 1044) die Fundamente nachgewiesen, eine regelmäßige kreuzf. Basilikenanlage von ca. 46 m L., die Gestaltung des WBaus ungewiß. Der Neubau begann um 1200 in O. Von ihm erhalten der unter dem OQuadrum liegende mittlere Abschnitt der Krypta; gekehlte Eckkappen am Sockel, geriefelte Schafte, Palmettenkaptt. mit facettierten oder geperlten Blättern, Beginn rheinischer Einflüsse. Die Vorkrypta unter der Vierung um 1220 oder noch später; Gruppenpfll. aus 4 Freipfll. um einen schlanken quadr. Kern, gemeinschaftliche Deckplatte, schwungvolles Blattwerk. Der dritte Abschnitt (2 Joche und 1/3 kr. Schluß) entspricht der Ausdehnung des OChors vor der got. Erweiterung; die Formen ähnlich denen des Vorchors; die Kaptt. gehören zu den schönsten des Spätromanismus. Gwbb. grätig, trotzdem mit Schlußsteinen (nur einer, Löwenkopf mit hängender Zunge, erhalten).
Oberkirche, romanische Teile. Sie umfassen den ganzen Dom mit Ausnahme der beiden (got.) Chöre. Baunachrichten fehlen fast ganz. Der Formcharakter deutet durch seine geringe Abwandlung auf verhältnismäßig kurze Bauzeit; sie liegt in der Regierung des Bischofs Engelhard (1207-42). 1249 wird schon zum WChor Geld gesammelt. Seine Ausführung schloß sich der des Langhauses unmittelbar an. In letzterem erkennt man nach Vollendung des ersten Doppeljochs (von O gerechnet) eine kurze Pause. Erst in den folgenden Jahren treten die Beziehungen zu Magdeburg ein. Innerhalb des deutschen Übergangsstils steht N. auf dem konservativen Flügel; Beziehungen zum Rhein, zu Magdeburg und Bamberg sind vorhanden, aber vom got. Element wird nur zurückhaltend Gebrauch gemacht. Die Gesamtanlage erinnert am meisten an Bamberg, ebenso das innere System, jedoch in den Verhältnissen mehr in die Breite geschoben. Der Spitzbg. in gedrückter Form an Arkaden, Gwb.Bgg. und Türen. Keine Diagonalrippen (diese erst im letzten Joch), trotzdem eingekeilte Schlußsteine, Pinienzapfen, Tierköpfe (vgl. sonst Dom zu Magdeburg, Chorumgang, und öfters in Westfalen). Gerader, mäßig steigender Gwb. Stich, Kappen in Stärke von 50 cm. — Das System das gebundene. Die Msch. Joche überquadr. (wie in dieser Zeit am Rhein sehr oft). Hauptpfll. kreuzf. mit vorgelegten 3/4 Sll. und schwächeren Vollsll. in den Winkeln; die Vorlagen steigen ohne Unterbrechung bis zu den Gwbb. auf, wo sich die Kämpfer mit einem durchlaufenden Gesims verkröpfen. Die Zwischenpfll. haben dieselbe Anlage abzüglich der vorderen Vorlagen. An den Kaptt. Blatt- und Rankenwerk ohne gotisierenden Einschlag, z. T. mit Formen des Magdeburger Chorumgangs zusammengehend. Die Fenster des Hochschiffs nicht gruppiert, sondern in den Arkadenachsen. Merkwürdig die Widerlagerung durch Übermauerung der Quergurten der Sschiffe, z. T. in einwärts schräg abfallenden Lagerfugen. Das Äußere in guter Quadertechnik, formenarm und streng; an der NWand Lisenen, deren Weiterführung aufgegeben wurde. — Hauptportal am südl. Qsch. in einer dem Kreuzgang sich anschließenden (späteren) Vorhalle; das Gewände sehr tief, 9 Rücksprünge, aber wenig Schmuck außer dem Tympanonrelief, der Eindruck nüchtern; vor 1228. Im Innern des Altarhauses 2 Türen (zu den Turmtreppen) mit auserlesen schöner Blattwerkfüllung der Bogenfelder im Stil der Krypta.
Die Türme. Das östl. Paar rein rom., quadr. bis zur Höhe des (um sie herumgeführten) Dachgesimses von Chor und Qsch., dann 8seitig; schon in rom. Zeit, dann noch einmal in got., überhöht. Dächer bar. (Ein Bild der ursp. Gestalt gibt die Wiederholung in den OTürmen der Stadt-K. in Freiburg a. U.) — Das westl. Paar, beg. in der rom. Bauperiode, weitergeführt um 1560-70 als genaue Kopie der Bamberger WTürme; doch kam nur ein Geschoß zur Ausführung; der südl. blieb ganz liegen (erst 1894 ausgebaut), der nördl. im 14. Jh. mit 2 weiteren Geschossen versehen, die sich im Motiv an das erste anschließen. Zwischen den WTürmen und dem WChor eine Lücke von fast 2 m, nach außen durch eine Verbindungsmauer verdeckt.
Die Chöre. a) Der westliche. Obgleich zeitlich dem Hauptbau unmittelbar folgend (beg. ca. 1250, voll. nicht nach 1270), macht er stilistisch einen großen Sprung in die gereifte Gotik. Vorderteil Quadr. mit 6teiligem Gwb., Schluß aus 5 Seiten des 8Ecks, beide Abteilungen durch breiten, gegliederten Gurt geschieden. Fenster 2teilig, Gewände innen einfach abgeschrägt, außen etwas voller gegliedert, Maßwerk aus 2 Spitzbogen und Kreis, darin eine als Sechspaß aufgelöste Platte. Höchst eigenartig und gegenüber den einfachen Architekturformen von besonders glänzender Wirkung die Wanddekoration über dem Chorgestühl: unten eine tiefnischige Arkatur, die Krönungen ihrer Miniaturgewölbe ein durch die vorgefundenen Fragmente nicht hinlänglich beglaubigtes Werk der jüngsten Rest., die Laubkapitelle, soweit echt, von großer Schönheit, jedoch die Mehrzahl ergänzt; darüber eine zweite, von der Wand als Laufgang sich absetzende Kleinbogenstellung; auf ihrer Höhenlage, vor die Wanddienste gesetzt, Standbilder unter prachtvollen Baldachinen. Im Chorhaupt der Abschnitt unterhalb der Fenster glatt, über dem Kaffgesims Fortsetzung des Laufgangs und der Standbilder. Das Äußere in knappen Formen; reicher nur das in der Kehle mit überfallenden Blattreihen ausgesetzte Hauptgesims und die originellen Fialen über den Pultdächern der sonst ganz einfach gehaltenen Strebepfll. — b) Ostchor. Schmal rck. Vorderjoch und Schluß aus 6 Seiten des 10Ecks, mithin ein Pfl. in der Mittelachse (frühestes Beispiel für diese erst in der Spätgotik häufiger vorkommende Abweichung von der Regel). In den Formen sind mehrfach diejenigen des WChors kopiert; andere, namentlich das Fenstermaßwerk und die abgerissenen Blattbüschel einzelner Kaptt., zeigen die jüngere Zeit; Konsolen und Baldachine an den Wanddiensten deuten auf beabsichtigte, jedoch nicht zur Ausführung gekommene Statuen.
Die Lettner. Der östl. ist der ältere, gleichzeitig mit der Vorkrypta, an deren WWand er sich anlehnt. Eine Halle von 3 Jochen, Kreuzgwbb. auf Bündelpfll., tragen die Bühne. Die Rückwand hat in der Mitte den Laienaltar, zu dessen Seiten 2 Türen, zu welchen 5 in 1/2 Kr. angelegte Stufen hinaufführen; aus dem Innern des Chors weitere 7 Stufen zur Bühne; gegen Msch. und Qsch. Schranken von 2,70 m H. Eingänge zur Krypta aus den Kreuzflügeln. Als ältestes erhaltenes Beispiel eines ausgebildeten Lettners von besonderem Interesse. — WLettner. Mit dem WChor gleichzeitig. Die Anlage unterscheidet sich von der des östl. dadurch, daß der Chor keine Krypta hat und sein Fußboden nur um wenige Stufen höher liegt, als das Schiff. Somit eine von 2 festen Wänden getragene Bühne. Durchgang in der Mitte. Auf der Chorseite 2 Wendeltreppen. Die Verbindung von Architektur, Ornament und figürlicher Plastik ist eine dekorative Meisterleistung höchsten Ranges; im einzelnen gehören die Laubkaptt. zum Vollendetsten, was Deutschland in dieser Art besitzt.
Monumentale Skulpturen: a) Am rom. Bau. Tympanon am Portal des südl. Qsch. Christus stehend mit segnender Geberde, in der von 2 Engeln getragenen Mandelglorie; die Engel haben 4 Flügel; sehr flaches Relief; gut in den Raum komponiert; Formen naturlos. — In der Erdgeschoß-Kap. des NWTurmes Standbild der h. Elisabeth auf frgot. Konsole; von einem mäßig begabten Mann aus dem Kreise der Künstler, die das frgot. Turmgeschoß nach Bamberger Muster ausführten. — b) Am WChor. Mit der architektonischen Dekoration zusammen gedacht und auch gleichzeitig ausgeführt, mit den Säulenbündeln aus einem Block. Dargestellt sind in 12 Standbildern die Stifter und Wohltäter der K. in ihrer Frühzeit, 4 Eckardiner und 4 Wettiner mit ihren Frauen. Auch ist noch in anderem Sinne Ahnenkultus im Spiel: Bischof Dietrich, unter dem der WChor ausgeführt wurde, gehörte selbst dem Hause Wettin an. Die Reihenfolge ist, an der SWand begonnen: 1. Gerburg, 2. Konrad (Gesicht und rechter Arm ergänzt), 3., 4. Hermann und Regelindis, 5. Dietmar (fiel, des Verrates an Kaiser Heinrich III. angeklagt, im Gottesgericht, daher auf seinem Schilde »comes occisus«), 6. Sizzo, 7. Wilhelm, 8. Timo, 9., 10. Eckard und Uta, 11. Gepa, als Witwe geschildert; nach anderer Deutung Adelheid, Äbtissin von Gernrode; 12. Dietrich. Werkstoff: grobkörniger, harter Kalkstein. Bemalung mehrmals wiederholt, zuletzt nach 1532; ursprünglich nur einzelne Teile — Augen, Haare, Gewandsäume, Schmuck und Wappen — mit dünner Lasurfarbe hervorgehoben. Die Tracht ist genau die zeitgenössische, Loden und Leder ihr Material. Der Künstler hat alles Konventionelle abgestreift; er steht der Natur mit offenem Blick, aber doch auch mit voller künstlerischer Freiheit gegenüber, und ebenso frei hat er aus der französischen Schulung seinen persönlichen Stil herausgearbeitet, einen mit unbefangener statuarischer Würde gepaarten Realismus. Diese Gestalten sind nicht Porträts, aber sie könnten dafür gelten. Sehr merkwürdig an einigen von ihnen, besonders am »comes occisus« und der ihm zunächst stehenden, der Ausdruck momentaner Gemütsbewegung. — c)Am WLettner. Die Balustradenreliefs stellen dar: Abendmahl, Judas Verrat, Gefangennahme, Petri Verleugnung, Wächter, Pilatus Handwaschung (die beiden letzten Felder 1734 von einem Stümper ergänzt, doch vielleicht gestützt auf echte Fragmente). Das Relief sehr hoch, die Vordergrundfigg. ganz frei; jede Platte bei 65 cm Höhe 30 cm tief ausgehöhlt. Wahrscheinlich ein Werk des Meisters der Chorstatuen aus vorgerückter Lebenszeit; jene um 1250-60 begonnen, diese vielleicht 1270; die Erfindung von unerhörter Selbständigkeit gegenüber der Tradition; der Realismus der Form noch ungeschminkter; Charaktere und Affekte von leidenschaftlicher Gewalt der Schilderung, die sich auch der Gewandbehandlung mitteilt. Wiederholte Überschmierung mit Farbe hat viel von den feineren Formen zugedeckt. Die an ungewöhnlicher Stelle, nämlich an der Lettnertür, angebrachte Kreuzgruppe zeigt die letzte Phase der Werkstatt nach dem Ausscheiden des Hauptmeisters. Der Gekreuzigte deckt sich im Umriß vollkommen mit dem Wechselburger, aber wie völlig anders ist die geistige Auffassung! Bei Maria und Johannes das Pathos bis zu greller Heftigkeit gesteigert, selbst die Gewandung gleichsam schmerzzerrissen. — Von einem andersgestimmten Schüler des Hauptmeisters der Diakon mit Lesepult, ursp. wohl im Chor, jetzt am Eingang in die Johanneskap. (die von Schmarsow vorgeschlagene Datierung auf ca. 1500 nicht überzeugend). — Im OChor Türbogenfeld mit Weltenrichter zwischen Maria und Johannes dem Täufer; durch den unvollendeten Zustand für das Technische von besonderem Interesse; Komposition und Formcharakter sehr nahe verwandt der Gruppe am OPortal des Mainzer Domes, das daraufhin dem Naumburger Meister zugeschrieben werden muß; das Naumburger Exemplar zeigt aber nicht dieselbe Qualitätshöhe, wird also nach dem aus Mainz mitgebrachten Modell von einem Gehilfen in Arbeit genommen sein. — Ebenfalls aus der Schule des Lettnermeisters das Brustbild Johannes des Täufers über der Tür der Johanneskap. im Domkirchhof. — Altäre. Vieles vom alten Bestand zerstört oder versetzt. Hauptaltar; Mensa aus 14. Jh., Aufsatz von 1567 in wunderlicher Stilmischung. — Auf dem Nebenaltar im letzten Joch des südl. Ssch. steinernes Retabulum mit Crucifixus und vier Frauen, um 1350. — Spgot. Schnitzaltäre in der Krypta ohne Bedeutung. — Reste von 3 oder 4 Tafelaltären aus der Werkstatt Cranachs im Dom zerstreut. Der Barbara-Altar im nördl. Ssch. vollständig, aber in schlechtem Erhaltungszustand.
Gestühl: a) Im OChor: schöner frgot. Viersitz, spgot. ihm gegenüber ein gleicher mit Reliefs an den Wangen und Dreisitz am Lettner. b) Im WChor: Stuhlwerk bez. 1516. — Kanzel von 1466 jetzt in der Johannis-Kap.
Grabdenkmäler. Der alte Bestand stark reduziert. Hervorzuheben: Im OChor Hochreliefplatte eines unbekannten Bischofs, vielleicht zum Gedächtnis des Kirchengründers Hildeward, ausgeführt A. 14. Jh. Dieser älteste Grabstein der beste, nachher sinkt der Durchschnittswert. — Im südl. Ssch. Grabstein Münch 1563; Grabstein Bruchterte † 1391 (von derselben Hand wie der Dominikus der Leipziger Paulus-K.); Epitaph Neumarck † 1576, bez. M. S.; Epitaph Bünau † 1591, von demselben; Wandstein des Domherrn Schleinitz um 1520, eines der besten im Dom erhaltenen Stücke. — Im nördl. Ssch. Bronzemedaillon für Rudolf von Bünau 1505; Georg v. Molau 1580, bez. H. K. — Im NKreuz Grabstein Dompropst von Eckardsberga 1406 (von derselben Hand wie Bruchterte; in beiden Wiederanknüpfung an die Stileigentümlichkeiten des 13. Jh.); Grabstein Bischof v. Goch † 1422; Bronzerelief des Bischofs Dietrich IV 1492; Bronzebildnis (in Stein eingelassen) des A. v. Könritz 1496; gravierte Platte des Bischofs Dietrich III. von Bocksdorf † 1466, aus der _Vischer_schen Werkstatt, wohl Jugendwerk Peters, dagegen die beiden vorigen aus einer sächsisch-thüringischen. — In der Vorhalle Marmordenkmäler der Maria v. Burgsdorf 1709 und des Reichsgrafen Ernst Dietrich v. Marschall 1771.
Glasgemälde. Im WChor 3 fast volle Fenster aus der Erbauungszeit (?), im OChor 4 (1856 aus den Bestandteilen von ursp. 8 zusammengesetzt). — 2 Teppiche aus 16. Jh., einer mit Bildnis eines Bischofs und Wappen der Schleinitz (wohl Bischof Vinzenz von Merseburg † 1535). — 8 Meßbücher aus A. 16. Jh., die meisten Bilder ausgeschnitten. — Klausur. Ursp. für die NSeite des Doms beabsichtigt, wo noch Ansätze zum Kreuzgang und die für diesen bestimmte Tür in der WWand des nördl. Querhauses vorhanden. Vor 1228 an die SSeite verlegt. SFlügel rom., WFlügel gotisierend, eingewölbt um 1270, die Zellen darüber erst Holz, nach 1532 massiv. Domkirchhof mit manchen der Beachtung nicht unwerten Denkmälern des 16. Jh.
Dreikönigs-Kap. 1416, Untergeschoß älter, das Ganze sehr verwahrlost. An der Außenwand bmkw. gleichzeitige Anbetung der 3 Könige in Einzelstatuen.
Dompfarr-K. S. Marien. Nur der Chor erhalten; 1343; bmkw. die großenteils nach innen gezogenen Strebepfll. sowie geringe rom. Mauerreste des Schiffs.
Johannis-Kap. Ursp. Tauf-Kap. Kleines Rck. von 3 Gwb.Jochen. Das Detail zierlich und geistreich im Stil des WChors.
Domherrenkurien, a) Ägidienkurie; der vom rom. Bau (ca. 1200-1210) erhaltene Teil umschließt die Kap., kenntlich am Erkerchor; giebelförmige Umbildung des Bg.Frieses; der Kapellenraum mit 8seitiger Kuppel; originelle Überführung aus dem Quadrat, b) Bischofskurie, einfacher spgot. Bau rest. 1581 (die Bischöfe residierten im sp. Ma. meist in Zeitz).
*Moritz-K.* Zu einem A. 11. Jh. gegr., 1532 aufgehobenen Klst. Die jetzige K. aus A. 16. Jh. (Inschr. 1509, 1512). Die neue Ausstattung 1705-21 wurde durch die Rest. 1875 entfernt. — Ein im Innern und Äußern gleich einfacher Bau. Dem Hauptschiff ist nur nördl. ein Nebenschiff angefügt; der langgestreckte, polygon geschlossene Chor unmittelbare, nur durch einen Bg. geschiedene Fortsetzung des Hauptschiffs, alles unter einem Dach. Holzdecken. Die doppelten Fassadentürme gehen auf rom. Anlage zurück.
Großer Crucifixus aus Eichenholz, 13. Jh., der Wechselburger Typus in vergröberter Fassung, doch sehr bedeutend in seiner heroischen Wuchtigkeit. Dazu gehörig Maria mit eigentümlich barocker Häufung der Gewandmotive, kaum von derselben Hand. — Verdorbener Ölberg (? 13. Jh.). — Trümmer sp. ma. Altarplastik. — Grabdenkmäler ohne höheren Wert; archäologisch von Interesse der giebelförmig abschließende, jedoch mit umlaufender Inschrift versehene, also liegende Stein des Bischofs Richwin † 1125, ausgeführt etwa E. 13. Jh.
*Stadt-K. S. Wenzel.* Nach Bränden 1411, 1473, 1517 und aus nachfolgenden Herstellungen in höchst eigenartiger Gestalt hervorgegangen. 1411-73 die östl. Hälfte; für sich betrachtet ergibt sie einen normal angelegten, langgestreckten 1sch. Chor mit 5/10 Schluß in ziemlich großen Abmessungen, zu beiden Seiten 2 Türme. Das Gemeindehaus war vor 1473 kaum erst begonnen (das geradlinige Mauerstück mit Portal an der NSeite); ob die jetzige Grundrißdisposition noch 1473 oder nach 1517 getroffen wurde, ist zweifelhaft. Entscheidend für sie ist die Rücksicht auf die an dem Choreingang angeordnete Kanzel. Hallenkirche von 2 kurzen geraden Jochen und polygonalem, einem flachen Kreissegment sich anschließendem westl. Abschluß (1516). Auf diese Weise wurde die Gesamtanlage zu einem Zentralbau, wenn auch einem unsymmetrischen, umgestempelt. Das Gemeindehaus 33 m breit, nur 19 m tief. Die Decken flach, in letzter Gestalt 1724. Bei bedeutender Höhe ist der Raumeindruck ein sehr eigentümlicher. Am Außenbau die OTeile verschwenderisch dekoriert, mit viel eigenwilligen Zügen im Einzelnen und starker malerischer Gesamtwirkung; die WTeile fast ärmlich vereinfacht, ausgenommen die 3 Portale im N, S, W. Von den Türmen nur der nördl. ausgeführt. Um 1600 baute K. Steiner das Obergeschoß der Sakristei in gut verstandenen got. Formen, gleichzeitig die Balkone des Innern in Renss. Von den 16 ma. Altären nichts erhalten außer einigen gemalten Tafeln: »Lasset die Kindlein zu mir kommen« 1529 von L. Cranach, eine der besten Arbeiten seiner späteren Zeit; Anbetung der drei Könige 1522, Frühbild Cranachs? Heilige Nacht von _Barth. __ Spranger_, A. 17. Jh. — Hochaltar riesiges Schreinerwerk von 1680 mit Gemälde von Hermes in Dresden. — Kanzel um 1740. — Messingenes Taufbecken 1441, am 6seitigen Kessel Reliefs, Fuß neu. — Von historischem Interesse der Grabstein des Pagen Gustav Adolfs, Augustus v. Leubelfing — Trümmer eines großen Marmorgrabmals um 1630, u.a. Standbild der Caritas. — Im Schatz gute Arbeiten des Ratsgoldschmiedes Krugelstein 1680.
*S. Othmar.* 1691-99. Rck. von 15 : 26,50 m mit leicht vortretender, gerade geschlossener Altarnische; der östl. Teil in 2 Jochen 3sch., der westl. mit flacher Holzdecke; der erst quadr., dann 8eck. Turm über dem Altarhaus. Architekturformen und Ausstattung sehr schlicht. — Aus älterer Zeit, ca. 1520, ein guter 3flügeliger Schnitzaltar. — Im SFenster des Altarhauses Glasgemälde 1539.
*S. Marien.* 1712-30. 1sch. Emporensaal; an der Decke, einem Spiegelgwb. aus Holz, hübsche Stuckaturen und flüchtige Gemälde. Das Äußere nüchternster Art.
*Wenzelskirchhof.* Einige Grabmäler nicht ganz ohne Interesse, z. B. das des Hans Weis, 1568, im Erbbegräbnis Patschke links vom Eingang.
*Rathaus.* Nach Brand 1517, Dacherker bez. 1528, 1556 die Fürstenstube, 1612 das Hauptportal. Die langgestreckte Marktfront hat 3 Geschosse, am hohen Walmdach 6 Zwerchgiebel, dekoriert mit blinden verschränkten Kielbgg. in trockenster Spätgotik, aus Ziegeln gemauert (eine in Thüringen seltene Technik) und wie die ganze Front geputzt. Im Innern Stiegentreppen in feiner Frührenss. bez. 1556; aus demselben Jahr der Fürstensaal, dessen Stuckdecke jedoch 1655. — Trinkhorn etwa M. 14. Jh. mit schönem Lederfutteral.
*Wohnhäuser.* Die Epoche nach den großen Stadtbränden 1517 und 1532 durch Portale, Erker und Giebel reichlich vertreten, jedoch nichts eigentlich Hervorragendes darunter. — *Marktbrunnen* mit S. Wenzelstatue 1579.
*Stadtbefestigung*. Seit 1820 großenteils niedergelegt; erhalten das Marientor von 1446; klassizistische Wachthäuser am Jenaer Tor.
NAUNDORF. Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.
*Dorf-K.* sprom. Überraschend elegantes Portal; im abgetreppten Gewände je 2 Sll. mit gewundenen oder im Zickzack, dessen Spitzen in Dreiblätter ausgehen, kannelierten Schaften; das Tympanon in 2 Quadranten geteilt, Rosetten und freies Randornament.
NAUNDORF. K. Sachsen AH Oschatz.
*Dorf-K.* 1579, 1sch. Saal mit 3/6 Schluß; die stilistische Erscheinung aus Renovation 1737. — Mehrere Grabmäler des 16.-18. Jh.
*Schloß* E. 16. Jh. mit einigen Veränderungen im 18. Jh. Aus der ersten Bauzeit die mächtigen Giebel mit 4 Fenstergeschossen. — Reichhaltige Porträtgalerie.
NAUSTADT. K. Sachsen AH Meißen.
*Kirche* um 1540. Saalbau mit eingezogenem, gestrecktem, gewölbtem Chor und 5/8 Schluß. — Altaraufsatz um 1600, heiter und vornehm; Abendmahlsrelief; Stifterstatuetten. — Sandstein-Wandgrab des A. v. Miltitz † 1629, prächtige und gute Arbeit. — Ein anderes in Marmor von J. J. Kändler, dem berühmten Porzellanformer.
NEBELSCHITZ. K. Sachsen AH Kamenz.
Vornehme bar. *Dorf-K.,* erb. 1740 f. vom Klst. Mariastern. Der interessante Plan angeblich von Gaetano Chiaveri, dem Erbauer der kath. Hofkirche in Dresden. An diese erinnern die halbrunden Abschlüsse im O und W. Im Innern gut organisierte Wand- und Gewölbegliederung. Die Ausstattung steht nicht auf der Höhe der Architektur. Gemälde des Hochaltars von Palko.
NEBRA. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
*Kirche* beg. 1416 (Inschr.) in vornehmer Bauart; daher der WTurm mit reichem Portal, im Bogenfeld S. Georgs Kampf mit dem Drachen. Das Schiff nach Brand 1666 dürftig hergestellt. Ansehnliche Epitaphe 1670, 1678 bez. C. P.
*Burgruine* sehr verfallen, Kap. E. 13. Jh., übriges M. 16. Jh.
NEIDECK. OFranken BA Forchheim.
*Burgruine* bedeutend, zerstört 1553.
NEMMERSDORF. OFranken BA Berneck.
*Dorf-K.* Der kleine Bau hat 3 Türme, einer got. im O, 2 bar. im W. *Schloß* A. 16. Jh., schlicht.
NENKERSDORF. K. Sachsen AH Borna.
*Dorf-K.* Geschickter spgot. Umbau einer kleinen rom. Anlage. — Altarwerk 1519 mit 4 beweglichen und 2 festen Flügeln.
NENNSDORF. Sachsen-Weimar VB Apolda.
*Dorf-K.* von ziemlich gut erhaltener rom. Anlage. Rest eines Säulenschaftes mit wechselnd konkaver und konvexer Kannelierung.
NENTERSHAUSEN. RB Cassel Kr. Rotenburg.
*Dorf-K.* Ein 1sch. Bau des 17. Jh. wurde mit einem ma. Rundturm so verbunden, daß dieser an der Mitte der SSeite halb vor- und halb einspringt, wodurch die sonst unbedeutende K. ein originelles Ansehen gewinnt.
NESCHWITZ. K. Sachsen AH Bautzen.
*Dorf-K.* 17. und 18. Jh., Turm mit hübschem Bar.Helm 1693. — Bmkw. Sandsteinaltar nach 1600. Ein zweiter in der Sakristei. Menge von Grabdenkmälern.
*Altes Schloß* 1723 für den österreichischen General Herzog Ludwig v. Teck. Französischer Park mit viel und guter Sandsteinplastik.
*Neues Schloß* 1766-75 für W. v. Riesch von F. A. Krubsacius aus Dresden; nur der Mittelbau, mehr tief als breit, ist mehrgeschossig, von sehr geschickter Grundrißteilung. Das ovale, zur Hälfte aus der Fluchtlinie vortretende Treppenhaus enthält 2 Treppenarme mit Podest. In derselben Achse nach der andern Seite oben ein länglich 8eck. Saal mit wenigen Nebenzimmern, unten eine Halle, deren Langseiten in jon. Säulenstellungen aufgelöst sind. Dieselben bilden die Durchgänge zu den langgestreckten eingeschossigen Seitenflügeln, welche die 300 Bäume fassende Orangerie enthielten; die reizenden Wandbrunnen in der Art Gottfr. Knöfflers. Die Formbehandlung des Äußeren im Übergang zum Klassizismus, ohne Pracht, doch auch weit entfernt von Nüchternheit. — Der neuere Park im englischen Geschmack. Springbrunnen: Delphin mit reitendem Knaben. Schönes Gittertor. Im Tiergarten behagliches Jagdhäuschen.
NESSELRÖDEN. RB Cassel Kr. Eschwege.
*Schloß,* mit Steingiebeln und Treppenturm in der Mitte der Front, 1592.
NETRA. RB Cassel Kr. Eschwege.
*Pfarr-K.* Alt nur der OTurm, dessen Erdgeschoß als Altarhaus diente. Epitaph v. Baumburg 1600. — Schloß aus Renss.
NETZSCHKAU. K. Sachsen AH Plauen.
*Stadt-K.* modern. Von einem großen und bedeutenden Altarwerk von 1659 nur die Predella erhalten, elegante Alabasterarbeit wahrscheinlich von Joh. Heinr. Böhm d. Ä., die Komposition dem _Cranach_schen Altar in der Stadt-K. zu Schneeberg entnommen.
*Schloß.* Baukörper 1462; mehrere Fenster im Vorhang-Bg. geschlossen, ähnlich Sachsenburg und Meißen; die extravagant spgot. Tür derselben Zeit zuzuschreiben, ist kaum möglich. Der große Saal des obersten Geschosses mit mächtiger Balkendecke erhielt 1627 Dekoration in Stuck. Gutes Porträt Karls v. Bose in lebensgroßer Figur, 1623.
NEUBRUNN. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
*Dorf-K.* 1521; umgebaut 1589. Steinerne Kanzel 1629. — Mehrere bmkw. Häuser in Fachwerk. (Die Datierung des ältesten auf 1400 muß Zweifeln begegnen.)
NEUDROSSENFELD. OFranken BA Berneck.
*Dorf-K.* Hübscher und charakteristischer Bau der Markgrafenzeit (ca. 1760); Stuckaturen von G. B. Petrozzi, Malerei von J. M. Wolker.
NEUENBERG. RB Cassel Kr. Fulda.
Ehem. *Benedikt.-Klst. Andreasberg*. Die Kirche aus rom. Zeit (Weihedatum zu 1023 überliefert), quadr. Chor mit 1/2 kr. Apsis, Triumphbg. und Teil des Qsch., Krypta mit gurtenlosen Kreuzgwbb., einfache Würfelknaufsäulen ohne Eckblätter. Altar mit Blick in die Krypta. Amboreste. Die übrigen Teile der K. nach Brand 1440 erneuert und später verzopft. Grabsteine von Pröpsten seit dem 15. Jh. Am WTurm treten wieder rom. Formen auf. — Klostergebäude. im Umbau von 1440 rom. Bauteile erhalten.
NEUENGÖNNA bei Jena. Sachsen-Weimar VB Apolda.
*Dorf-K.* Schnitzaltar in der Art des V. Lendenstreich.
NEUENSTEIN. RB Cassel Kr. Homberg.
*Schloß* aus Ma., 1639 erneuert.
NEUGERSDORF. K. Sachsen AH Löbau.
*Dorf-K.* Stattlicher Saalbau 1738. — Kanzelaltar 1753, von Gebr. Herzog, wohl der beste aus dieser Epoche in der Lausitz.
NEUSHAUS. Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.
*Pfarr-K.* 1591-95 noch stark gotisierend. — Bildnisgrabstein des Hans Gottsmann † 1611 und seiner Gattin; Erzguß von sorgsamer Ausführung, vielleicht aus derselben (Nürnberger?) Werkstatt, wie die v. Bünausche Platte im Museum zu Altenburg. Sie befanden sich ursp. wohl zu Füßen des großen Epitaphs im Chor; dieses aus Alabaster; der architektonische Aufbau vortrefflich, weniger die figürliche Plastik.
NEUHOF. RB Cassel Kr. Fulda.
*Schloß* der Fürstäbte 1519. Quadr. Wasseranlage, Binnenhof, 4 Ecktürme.
NEUHOF. Sachsen-Coburg LA Coburg.
*Schloß.* Ehem. Wasserburg des 16. Jh. Davon erhalten die Gwbb. im Erdgeschoß, geschnitzte Balkendecken im 1 Stock, ein Rundturm mit Wendeltreppe. Umbau 1866.
NEUHÜTTEN. UFranken BA Lohr.
In der unscheinbaren *Pfarr-K.* eine wertvolle rom. Kreuzpartikel des 11. Jh. mit Gravierung und Grubenschmelz, Fuß sp. 18. Jh.
NEUKIRCHEN. RB Cassel Kr. Ziegenhain.
*Stadt-K. S. Nikolaus.* 14. Jh., z. T. erneuert 1497. Hallenkirche von 3 Jochen, unregelmäßig anstoßende Kreuzflügel, netzgewölbter Polygonalchor. Im Chor und Msch. Wandmalereien, kolossaler S. Christoph u. a. m.
NEUKIRCHEN. RB Cassel Kr. Hünfeld.
Wehrhafte Dorf-K. von 1515, quadr. OTurm, in dessen Erdgeschoß der kreuzgewölbte Chor. — Wandtabernakel 1560, Taufstein 1588 von Meister Henthoos. Flügelaltar A. 16. Jh. — Auf dem Turm hölzernes Obergeschoß und hoher schlanker Helm mit 4 Ecktürmchen. In der Sakristei Tür mit rom. Beschlägen wiederverwendet.
NEUKIRCHEN. K. Sachsen AH Meißen.
*Kirche.* Die schlichte 1sch. Anlage von 1695 gewinnt Bedeutung durch die Ausstattung mit Emporen, Kanzel usw.
NEUMARK. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
*Dorf-K.* Gut erhaltenes Beispiel einer kleinen rom. Land-K. mit Chorturm.
NEUMARK. K. Sachsen AH Plauen.
*Dorf-K.* In Chor und WTurm spgot., Schiff 1739. Auf dem Kirchboden spgot. Triumphkreuz und Glasgemälde von 1489.
*Schloß* (v. Römer) 1483, mit jüngeren Zutaten. Reihe von Familienporträts.
NEUNHOFEN. Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.
*Dorf-K.* rom. Anlage, der OTurm jetzt zwischen Lhs. und Chor; der letztere spgot. erweitert; das Innere 1699 nach Verhältnissen reich dekoriert. — Spgot. Altarwerke 1487, 1519. Das erstere vom Saalfelder »Meister der Baldachine«. — Außen Gedenktafeln von 1367, Sandsteinreliefs.
NEUNKIRCHEN A. BR. OFranken BA Forchheim.
*Pfarr-K.* (1314-1555 zu einem Augustinerstift). Unsymmetrisch 2sch., d. i. Hauptschiff (mit bar. Flachdecke) und niedrigeres nördl. Ssch. mit Rippengwbb. Im W Turm aus 13. Jh. mit romanisierenden Bogenfriesen, die 8seitigen Obergeschosse spgot. — Im Innern Steinfigg. der hh. 3 Könige und der h. Jungfrau um 1400; Marientod, derbes Holzrelief um 1500; Marienstatue des Nebenaltars um 1500. Grabsteine 14. und 15. Jh., darunter ein kniender Schwanenritter; Wolfram v. Egloffstein Rotmarmor 1459. Epitaph mit Schutzmantelbild, Speckstein und farbige Einlagen, feine Arbeit aus 1. H. 16. Jh. Epitaphe Buttenberg 1600, Stauffenberg 1698. Zahlreiche Gemälde 16. Jh., darunter Übertragungen des Dürerschen Marienlebens. Außen Ölberg roher Art.
*H. Grab-Kap*. mit reichem Wappenportal um 1700, sonst einfach.
*Rathaus* 1718, unbedeutend. — *Stadttore* E. 15. bis E. 16. Jh., z. T. mit schönen Wappensteinen.
NEUSALZA. K. Sachsen AH Löbau.
*Kirche* der böhmischen Exulanten 1679, unerheblich.
*Stadtanlage* und Wohnhäuser kulturhistorisch von einigem Interesse.
NEU-SCHÖNFELS. K. Sachsen AH Zwickau.
*Schloß* 1524; Runderker in fein durchgebildeter Fr.Renss.; darf er in das Datum 1524 eingeschlossen werden?
NEUSES. Sachsen-Coburg LA Coburg.
*Dorf-K.* Hochgot. Chor mit Kreuzgwb. Ältere Teile vielleicht noch aus rom. Zeit. Umbau 1785.
NEUSITZ. Sachsen-Altenburg LA Roda.
*Dorf-K.* 1723. — Schnitzaltar, bez. 1515, in der Bemalung gut erhalten, irrig der Saalfelder Schule zugeschrieben, eher Arbeiten eines Schnitzers, der flüchtig durch Riemenschneiders Werkstatt gegangen.
NEUSORGE. K. Sachsen AH Rochlitz.
*Schloß,* erb. um 1720 von General v. Arnheim. Großartige Anlage in Hufeisenform. Im Garten gerühmte dekorative Skulpturen von Gottfr. Knöffler.
NEUSTADT. RB Cassel Kr. Kirchhain.
*Pfarr-K.* S. Johannes. 1502. Hallenkirche mit nur 1 Ssch., welches bedeutend schmäler. Infolgedessen wachsen die Rippen aus den schlanken runden Schäften in ungleicher Höhe hervor, gegen das Msch. erheblich tiefer. — Sakramentshäuschen spätestgot., turmartig aufgebaut, Arbeit gering. — Spgot. Flügelaltar. — Außen am Chor schöner ikonischer Grabstein des Ritters v. Fischbach und seiner Frau † 1448, ausgeführt später.
*Toten-Kap.* 1576, noch got.
*Schloß.* Spgot. und Renss. Ohne Interesse.
Daneben *Junker Hansens Turm*. Rundbau von ca. 50 m Höhe, hübsche Krönung in Fachwerk.
*Wohnhaus* in der Nähe der Pfarr-K. Erdgeschoß Stein, reiche Fr.Renss., Oberbau aus Fachwerk jünger.
NEUSTADT A. MAIN. UFranken BA Lohr.
*Pfarr-K.* (ehem. Klst.-K.) erb. M. 12. Jh. Verlängerung des Chores nachgot. um 1616, Brand 1857 und danach freie Wiederherstellung durch H. Hübsch; bis dahin eine der bedeutendsten rom. K. Unterfrankens. — Gr. kreuzförmig, der Chor nach Hirsauer Art ehemals mit Nebenchören (jetzt Turmuntergeschosse; unzugänglich). Lhs. flachgedeckte Basilika mit Stützenwechsel, je eine Arkadengruppe unter einem Blendbg. zusammengestellt; die Höhenverhältnisse aus Mißverständnis der ihm mitgeteilten Maße durch Hübsch gesteigert. Alt die ganze NMauer, die zwei Turmuntergeschosse und einige der steilen attischen Basen. In der Sakristei wertvolles Epitaph von 1381. — Grabsteine an den Langhauswänden von gutem Mittelschlag. — Außen eingemauerte bedeutende Reste von frgot. Skulpturen (um 1300), St. Martinus, S. Maria, S. Gertraudis und Karl der Große, nebst Kentauren, Drachen u. a. unter einer Blende zusammengestellt.
*Klst.-Gebäude* gleichzeitig mit der Chorerneuerung, ganz Ruine. Reiche Maßwerkfenster des Kreuzgangs erhalten.
NEUSTADT A. D. SAALE. UFranken BAmtsstadt.
*Kloster-K.* Die Pfll. der NSeite haben rom. Kämpferplatten. Aus ihnen läßt sich eine flachgedeckte Basilika von 8 Arkaden, ohne Qsch., rekonstruieren. Das nördl. Ssch. spgot. eingewölbt, wobei je ein Pfl. alternierend ausgebrochen wurde. Im 17. Jh. das südl. Ssch. beseitigt und mit dem Msch. zu einem großen flachgedeckten Hauptschiff zusammengezogen. Am Südportal 2 rom. Löwenköpfe aus Metall. — Die zahlreichen Barockaltäre Mittelgut; ebenso die (stark übertünchten) Epitaphe des 16. Jh.; besser eines von 1669.
*Pfarr-K.* 1795, 1832. Mächtige korinthische Sll. tragen die Decke und sondern schmale Ssch. ab. Originelle Choranlage. Die 1/2kr. Säulenstellung, mit der das Msch. schliesst, tangiert mit einer Kreisstellung, die den Altar enthält. Das Äußere denkbarst nüchtern. — Pfarrhaus mit feinem Renss.-Portal.
Reste der ma. *Umfestigung*; unerheblich bis auf das Hohetor (1578), das zu den mächtigsten Exemplaren seiner Gattung gehört; der obere Teil im Dreißigjährigen Kriege zerstört und danach etwas verändert wieder hergestellt; die Hauptmasse des im Gr. rck. Baus durch Gurtgesimse 6mal geteilt; über dem vierten ein kleiner Erker; Satteldach mit Volutengiebeln.
In der Nähe *Schloß Neuhaus* 1767 von Heinrich Todesco für Herrn v. Borrié; bmkw. innere Ausstattung.
NEUSTADT A. D. ORLA. Sachsen-Weimar Bezirksstadt.
*Stadt-K.* E. 15. und A. 16. Jh. 3 Schiffe von gleicher Höhe mit flacher Balkendecke; Chor gestreckt mit 3/8 Schluß; Netzgwb.; unter dem Chor ein ehemals offener Durchgang wie an den Stadt-K. von Jena und Kahla. Fenster 3teilig mit reichem Maßwerk. Im nördl. Winkel zwischen Lhs. und Chor ein hoher Turm in der Art des Jenaischen. — Formenreicher Taufstein 1494. — Großes Altarwerk mit beiderseits gemalten Flügeln aus 2. V. 16. Jh. (nicht von Cranach). Zahlreiche Grabsteine und Gedenktafeln.
Hospital-K. got. und 1706. — Gemaltes Triptychon von 1495 (?). Got. Schnitzfigg.
*Schloß.* Entstanden aus einem 1292 gegr. Klst. der Augustiner-Eremiten; sehr verbaut. Hintergebäude 1674.
*Rathaus;* spgot., bedeutend; der linke Flügel der Marktfront ist der ältere Teil (1465?), der rechte ein jüngerer Anbau; dadurch der große Erker jetzt in die Mitte gerückt; mit ihm gruppiert sich glücklich die Freitreppe des Anbaus. Die Behandlung des Erkers höchst charakteristisch für die späteste Gotik. Ebenfalls reich, doch wenig erfreulich, der große OGiebel. An der NFront wird das Dach von 1, an der SFront von 2 hohen got. Zwerchhäusern durchbrochen. Im Innern mehrere Balkendecken bmkw., durch Rest. des 19. Jh. außen und innen mehrfach verändert. — *Ratskeller,* 16. und 17. Jh. — *Haus* der Familie Schweitzer, Marktstr. B 106, von 1574.
NEUSTADT. K. Sachsen AH Pirna.
*Stadt-K.* aus 14. und 15. Jh., 1sch., entstellt. — Grabstein 1581 wird gelobt.
NEUSTADT. Pr. Sachsen Kr. Worbis.
Wertvolle *Fachwerkhäuser* um 1600.
NEUSTÄDTEL. K. Sachsen AH Schwarzenberg.
*Stadt-K.* aus A. 16. Jh., 1sch. mit 3/8 Chor. — Bedeutender Altarbau aus Sandstein und Marmor A. 18. Jh., vielleicht von J. C. Hähnel. Kanzel, ausgezeichnetes Schnitzwerk.
NEUTZ. Pr. Sachsen Saalkreis.
*Dorf-K.* Typische rom. Anlage etwa wie Talheim, hübsches kleines Portal mit eigentümlichen Zügen, die Öffnung mit Perlstab umsäumt, wie auf dem Petersberg, A. 13. Jh.
NIEBRA. K. Sachsen AH Zwickau.
Ansehnliche got. *Dorf-K.* — Großer Schnitzaltar mit 4 Flügeln.
NIEDER-ASPHE. RB Cassel Kr. Marburg.
*Dorf-K.* Spgot. symmetrisch 2sch. Hallenkirche. Älterer OTurm, in dessen Erdgeschoß der Chor. Schön gegliederter Holzhelm. 1902 nach W um 2 Doppeljoche vergrößert und im Innern rest.
NIEDERDORFELDEN. RB Cassel Kr. Hanau.
*Burgruine.*
NIEDERELSUNGEN. RB Cassel Kr. Wolfhagen.
*Dorf-K.* Rck. got. Schiff und rom. WTurm ohne Tür; die jetzige Verbindungstür zur K. jünger.
NIEDERFROHNA. K. Sachsen AH Chemnitz.
*Dorf-K.*, voll. 1519. Gute Architektur. Altarwerk von Andr. Petzold 1690.
NIEDERFÜLLBACH. Sachsen-Coburg LA Coburg.
*Dorf-K.* 2. H. 17. Jh. Aus dieser Zeit 4 Grabsteine der Familie von Reitzenstein.
NIEDERGRÄFENHAIN. K. Sachsen AH Borna.
*Dorf-K.* Von der ursp. rom. Anlage das Schiff und der turmtragende Chor; um 1500 der Chor erweitert und das Ganze eingewölbt und zu stattlicher Wirkung gebracht; wohl von demselben Meister wie Geithain, Nenkersdorf, Roda.
NIEDERGURIG. K. Sachsen AH Bautzen.
*Schloß* um 1700 für Graf Lützelburg. Am tiefen Hof zu beiden Seiten Wirtschaftsgebäude, in der Achse das Wohnhaus, im Gr. quadr., in der Mitte stattliches Treppenhaus und Lichthof, die Frontbehandlung einfach. Unter den Porträts eines von Angelica Kaufmann 1786.
NIEDERHOLZHAUSEN. Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.
*Dorf-K.* Neubau nach Dreißigjährigem Krieg. Ausstattung zum Teil älter und nicht ganz ohne Interesse.
NIEDERLICHTENAU. K. Sachsen AH Flöha.
*Dorf-K.* 1746 mit geringen rom. Resten. — Sandsteinaltar und Sandsteinkanzel 1615, saubere Arbeiten derselben Hand. — Glocke 1464.
NIEDERLÖSSNITZ. K. Sachsen. AH Dresden-N.
*v. Minckwitzscher Weinberg.* Terrasse mit Wohnhaus, Lusthaus, Winzerhaus, Pavillon 1713-29.
*Wackerbarths Ruhe.* Hauptgebäude 1853 im Äußeren umgestaltet, Kapelle 1775 von Knöffel, Jakobsturm 1743.
*Weinberghaus Friedstein* 1771.
NIEDERMITTLAU. RB Cassel Kr. Gelnhausen.
*Dorf-K.* 17. Jh., rom. WTurm, Schallöffnungen mit Würfelknaufsäulchen.
NIEDERMÖLLERN. Pr. Sachsen Kr. Naumburg.
*Dorf-K.* Der einfache rom. Bau mit Chorturm und Apsis im wesentlichen erhalten, wenn auch ohne Kunstformen. Taufstein mit rom. Kuppa auf spgot. Fuß.
NIEDERMÖLLRICH. RB Cassel Kr. Melsungen.
*Kirchturm* spgot. Im Erdgeschoß der ursp. Altarraum.
NIEDERODERWITZ. K. Sachsen AH Zittau.
*Pfarr-K.* 1719, im Typus von Bertsdorf, Hainewalde und Spitzkunersdorf, noch größer und stattlicher (16,7 m breit), 3 Ränge Emporen. Einheitliche Ausstattung aus gleicher Zeit. — Pfarrhaus 1746.
NIEDEROPPURG. Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.
*Kirche* 1694, durch korinthische Sll. in 3 Schiffe geteilt, die Ssch. mit flacher Decke, das Msch. mit hohem Spiegelgwb., derbe Stuckdekoration auf farbigem Grunde; wohl von Italienern ausgeführt, die damals viel an den thüringischen Höfen beschäftigt waren. Ausgezeichnet das schmiedeeiserne Gitter.
*Schloß* 1708 für C. v. Rumohr auf der Stelle einer alten Wasserburg; groß, regelmäßig, in sehr nüchternen Formen. Die innere Ausstattung bis M. 18. Jh.; Schmiedearbeiten, Tapeten, besonders Öfen bmkw.
NIEDERPLANITZ. K. Sachsen AH Zwickau.
*Dorf-K.* 1519, umgebaut 1587 als charakteristischer protestantischer Predigtsaal mit Emporen und ohne Chor, die hölzerne Felderdecke mit biblischen Gemälden. Bauherr der kurfürstliche Rat und Professor in Wittenberg Dr. v. Beust. — Bmkw. Altaraufsatz aus Sandstein bez. 1592. S. L. (Samuel Lorenz). — Bildnisgrabsteine v. d. Planitz 16. Jh. — Kelch 1656.
NIEDERPRETZSCHENDORF. K. Sachsen AH Dippoldiswalde.
*Dorf-K.* 1731-33, zentrale Anlage, ähnlich der zu Lohmen, also in der Richtung George Bährs; erbaut von J. Ch. Simon.
NIEDERRABENSTEIN. K. Sachsen AH Chemnitz.
*Dorf-K.* Taufstein mit 13 reizenden knienden Kinderfiguren (vgl. Weißbach), 1595 von Michael Hogenwald. In der Sakristei Sandsteinreliefs vom ehemaligen Altarwerk, vermutlich vom selben Meister.
NIEDERROSSLA. Sachsen-Weimar VB Apolda.
Gutes Beispiel einer größeren *Dorf-K*. des 18. Jh.; 3sch. mit Emporen; großer 3 geschossiger Kanzelbau hinter dem Altar.
NIEDERRUPPERSDORF. K. Sachsen AH Löbau.
*Schloß* (v. Nostitz) 1752 von Andr. Hünigen. Inneneinrichtung Rok. und Empire.
NIEDERSTEINBACH. K. Sachsen AH Rochlitz.
*Dorf-K.* sprom., 1sch. mit eingezogenem Chor und 1/2 kr. Apsis. — [Altarbehang, Zeugdruck aus 15. Jh., jetzt im Dresdener Altert. Ver.].
NIEDERTREBRA. Sachsen-Weimar VB Apolda.
*Dorf-K.* 1750. Groß und relativ reich; aufwändiges Altar- und Kanzelwerk.
NIEDERWALGERN. RB Cassel Kr. Marburg.
*Dorf-K.* Roher rom. Bau aus A. 13. Jh. Rck. Sch. mit zwei kuppeligen Kreuzgewbb., schmälerer quadr. Chor; am WTurm rippenlose spitzbg. Gwbb. — 1898 durch Anbauten und Entfernung der Gwbb. im Sch. verändert.
NIEDERZWEHREN. Kr. Cassel-Land.
*Dorf-K.* Der Chor im OTurm, einem hübschen und charaktervollen Vertreter seiner Gattung, erb. 1472, Helm mit Ecktürmchen nach Brand 1552, im Erdgeschoß Reste von Wandmalerei aus der Erbauungszeit. Am Kirchhofe Wehrmauer mit Schießscharten.
NISCHWITZ. K. Sachsen AH Grimma.
*Dorf-K.* Wesentlich 1752. Das Altarbild von Stefano Torelli, einst weit und breit berühmt.
*Schloß,* erbaut für den Minister Gf. v. Brühl von J. C. Knöffel, im 7jährigen Kriege zerstört, seit 1778 wiederhergestellt. Deckenmalerei von A. F. Oeser. Vor dem Mittelbau 2 hübsche Sandsteinfiguren, Schäfer und Schäferin, von Gottfr. Knöffler.
NÖDA. Sachsen-Weimar VB Weimar.
*Dorf-K.*, spgot. um 1500. — Grabstein einer Frau von Milwitz 1597; ausführliche, saubere Darstellung des Kostüms.
NOHRA. RB Erfurt Kr. Hohenstein.
*Dorf-K.* wie Wolkramshausen. Glocke 1. H. 13. Jh. (?) mit drei figürl. Reliefs.
NORDECK. RB Cassel Kr. Marburg.
*Burgruine.* Die älteren Teile rom.
NORDHAUSEN. Pr. Sachsen Kreisstadt.
*Dom* (Kreuzstifts-K.). Gegr. 961 von der Königin Mathilde als Nonnen-Klst., 1219 in Kanonikerstift umgewandelt. Der jetzige Bau: Ostpartie rom. und frgot., Lhs. spgot. — Chor gestreckt rck. mit plattem Schluß (17,5 : 7,8 m). Der Raum wird durch einen breiten, auf schlichten Konsolen ruhenden Gurtbogen halbiert; über der östl. Hälfte ein rippenloses Kreuzgwb. auf unterspitzen Schildbgg.; in der westl. Hälfte 2 rck. Kreuzgwbb. mit frühestgot. profilierten Rippen; der Triumphbogen unterspitz mit gerader Leibung. Schmale spitzbg. Fenster mit romanisierendem Gewände; an der OWand zu Dreien pyramidal geordnet (sog. Dreifaltigkeitsfenster), am Gewände Rücksprung mit Säulchen (Schaftringe, Knospenkaptt.). Unter dem Quergurt des Chors Kragstein mit Mondsicheln, wie in Maulbronn und Walkenried. Außen an den Ecken Lisenen, die auf zirka 4 m Höhe abbrechen; unter dem Dach Bogenfries mit Diamantschnitt. Zu Seiten des Choreingangs erheben sich 2 schlanke quadr. Türme. Sie sind in drei, auch im Werkstoff unterschiedenen Abschnitten erbaut; die unteren haben im O kleine Kapp. Die geschilderten Bauteile vermutlich nach Brand 1234, zuerst von einem noch in rein rom. Formanschauung lebenden Meister, dann von einem gotisierenden, der aus Walkenried kam (neben mehreren anderen Anklängen die Halbmondkonsolen der Quergurte). — Unter dem Chor rom. Krypta aus M. oder 2. H. 12. Jh. Sie erstreckt sich nur über die westl. Hälfte des jetzigen Oberbaues. Die Gwbb. grätig zwischen breiten Gurten, stämmige Würfelknaufsäulen; Treppen führen in den Unterbau der Türme. — Das gegen M. 14. Jh. völlig erneuerte, im 15. vollendete (oder überarbeitete?) Langhaus geht zu größerem Maßstab über. Im Gr. 26,5:32 m. Hallensystem mit etwas breiterem Msch.; 5 Joche; Pfll. 8eckig mit Bündeldiensten, an den Kapitellen krauses Laubwerk; Netzgwbb. etwa A. 16. Jh.; an den Fenstern reiches Fischblasenmaßwerk; das Hauptportal am östl. Ende des südl. SSch.; die WFront, der Türen entbehrend, war nicht Schauseite. Der hohe OGiebel verdeckt die rom. Türme. — Hochaltar mit Statuen aus Holz, 1726. — Sakramentshäuschen 1455. — Chorgestühl E. 14. A. 15. Jh., überladen mit ornamentalen und figürlichen Schnitzereien wenig gewählten Geschmackes. An den Wänden des Chors 6 Steinstatuen, 3 männliche und 3 weibliche, in fürstlicher Tracht, ihrer Bestimmung nach den Stifterbildern des Naumburger Doms zu vergleichen, jedoch die Personen nicht gesichert; Entstehungszeit E. 13. bis A. 14. Jh.; von einem (lokalen?) Meister, der an Herstellung von Grabfiguren gewöhnt gewesen sein mag; die Körperformen ganz ungenügend, die Gewandmotive gekünstelt; belustigend die Humoresken an den Kragsteinen (in den Gegenständen zum Teil mit dem sog. Physiologusfries des Straßburger Münsters übereinstimmend). — An der O— und WWand des Lhs. Statuen des 17. Jh. ohne Wert. — Ikon. Grabsteine: 2 aus 14. Jh., 5 aus 16. Jh. — Kreuzgang, nur geringe Reste, rom. 12. Jh. mit spgot. Umbau.
*Frauenbergs-K.* (Klst. S. Mariä novi operis). Einheitlicher, aber im Detail zurückgebliebener Bau des fr. 13. Jh. (rest. von Zeller 1912). Rom. Pfeilerbasilika von einfacher Formenbehandlung. Gr. normal kreuzförmig 38 m lang, 6 Arkaden auf einfachen quadr. Pfll., die Kämpfer aus Platte und Schmiege. Die Nebenapsiden am Qsch. abgebrochen. Keine Krypta. — Hochaltar; Schnitzwerk von 1459 (die überlieferte Inschrift nicht mehr vorhanden); im Mittelschrein Kreuzigung, an den Seiten je 4 Gruppen aus der Passion in frei herausgearbeiteten Gruppen; das ornamentale Beiwerk zerstört. — Kanzel und Taufgestell 1768. — An der südl. Außenwand Grabstein, 1370 mit eingeritzter Figur Klostergebäude verbaut, Kreuzgang abgebrochen.
*Nikolai-K*. Spätgot. Hallenkirche ohne Bedeutung. Der Unterbau der turmlosen WFassade einfachst rom. — Hochaltar um 1600, wahrscheinlich ein Hauptwerk des Nordhäuser (später vornehmlich in Magdeburg tätigen) Bildhauers Christoph Kapup, erst 1646 zusammengesetzt von Joh. Duck. Alabasterbau reich mit Reliefs und Statuetten besetzt. — Kanzel und Taufgestell 1588. — Umfangreiches Marmorepitaph des Dr. Conrad Frommann † 1683 mit Relief der Grablegung. — Epitaph der Elisabeth Stromer † 1596 in Form eines gemalten Flügelaltars; die Gemälde ohne Bedeutung. — Weitere Grabdenkmäler 1664, 1676, 1774. — Bronzene Epitaphplatte von 1577. — Im südl. Ssch. Maria auf der Mondsichel, spgot. Schnitzwerk. — 9 Kelche, der älteste 1351, die anderen 15. bis 17. Jh.
*Blasien-K.* Unregelmäßiger Gemengbau. Das stattliche got. Sch. mit gestrecktem, aus Achteck geschlossenem Chor deutet auf bedeutendere Bauabsichten (Maßwerk teils geometrisch, teils Fischblasen); indessen kamen vom Lhs. nur 3 Joche zur Ausführung (Hallensystem), so daß der sprom., von 2 wohlgegliederten Achtecktürmen überstiegene WBau geschont blieb. Hochaltar und Gestühl 1735. — Kanzel 1592. An den 6 Brüstungsfeldern Reliefs. — Reich geschnitztes hölzernes Epitaph des Cyriacus Ernst 1585. — Alabastergrabmal W. v. Eberstein 1700. — Grabgemälde 1592. — Epitaphgemälde für Ursula Meienburg von L. Cranach d. Ä. 1529. — Desgl. für Michael Meienburg † 1555, große bedeutende Arbeit von L. Cranach d. J. bez. 1558, Auferweckung des Lazarus unter Assistenz der Reformatoren und der Familie M.
*Petri-K.* Der gerade geschlossene Chor in romanisierender fr. Gotik. Das Lhs. im Hallensystem, 14. Jh., öfters umgebaut und geflickt. — Kanzel reiche Renss. E. 16. Jh. — Bronzener Taufkessel 1429; an der Wandung 16 Heiligenreliefs, als Träger 4 Männer in der Zeittracht; rohe Handwerksarbeit bez. Mester Tile. — Alabasterepitaph mit lebensgroßer Figur des Stadtschreibers Joh. Pfeiffer † 1552.
*Altendorfer K*. Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst.,* um 1350. Ungewöhnlicher Weise 3sch. Hauptschiff polyg., Nebenschiffe platt geschlossen. Nonnenempore Südschiff. Das Ganze sehr entstellt.
*S. Jakobi-K.* 1744 an Stelle eines rom. Baues.
*Kirchhof S. Cyriaci*. Im 18. und 19. Jh. gründlich umgebaut. In der Kapelle bmkw. gravierte Grabplatten, darunter die bedeutendste für die Brüder Segemund 1412; die anderen Platten beziehen sich auf Personen, die zwischen 1394 und 1397 starben; sie scheinen alle aus derselben (niederdeutschen? niederländischen?) Werkstatt zu stammen. — [3 andere Hospize mit Kapellen, S. Martin, S. Georg, S. Elisabeth, sind untergegangen, ebenso die 3 Bettelordenskirchen der Stadt. Dem Martinsstift gehörte eine kunstgeschichtlich wichtige Reihe gravierter Messingplatten (Gedenktafeln der Familien v. Urbach und v. Werther) aus E. 14. Jh., nicht flandrisch, sondern aus einer thüringischen Werkstatt; jetzt im Museum, wo auch andere Kunstwerke aus den Kirchen der Stadt.]
*Rathaus.* 1608-10 auf älterem Gr. Im Erdgeschoß eine Laube von 6 Bogenöffnungen und polyg. Treppenturm. In den zwei Obergeschossen rck. gestürzte Kuppelfenster. Umgebaut 1733 und 1883. Einige Gemächer des 17. Jh. erhalten. — *Ratskeller* 1710.
NORDHEIM. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
*Kirche* 1710-11, 1sch. mit rck. Chor, bmkw. durch die reiche innere Ausstattung. Großer Altarbau bez. 1718. Zahlreiche ikon. Grabsteine aus 2. H. 16. Jh., die meisten von der Hand des Meisters I H (vgl. Meiningen, Bibra, Ellingshausen). Bronzeplatte für Caspar v. Stein, gegossen 1633 von Georg Werter aus Coburg. Größere Epitaphe der Familie v. Stein 1706, 1745. — Befestigter Friedhof mit 4 Gaden, bez. 1583.
*Schloß.* Alte Wasserburg des 16. Jh. Fassade 1707. — *Häuser* in geschnitztem Fachwerk 1613, 1710, 1754.
*Dorftor* mit Steinschem Wappen.
*Rathaus* A. 18. Jh. Der bescheidene bäuerliche Fachwerkbau wirkungsvoll gemacht durch eine zweiflügelige Freitreppe mit Laube.
NORDHEIM. UFranken BA Gerolzhofen.
*Dorf-K.* bar., mit got. Chor. — Schnitzbild der Pietas um 1500, bei starken Mißgriffen in den Proportionen doch ein bedeutender Wurf.
Ehem. fürstbischöfl. *Amtshaus,* schmucker Renss.-Bau um 1600. An einem anderen Hause Steinmadonna um 1350.
NORDHEIM V. D. RHÖN. UFranken BA Mellrichstadt.
*Dorf-K.* Turm frgot., Sakristei 15. Jh. Chor und Langhaus 1696. Reste der alten Friedhofsbefestigung. Anziehendes Architekturbild.
Im Dorfe 2 v. d. Tannsche *Schlösser,* das eine, der sog. Judentempel, im Grund 14. Jh., das andere einfacher Bau von 1640.
Ehem. *Zehenthaus.* Mit originellen Schnitzereien. 17. Jh.
Reste der alten *Befestigung*.
*Sebastians-Kapelle.* Erb. 1636. Gute Holzfigur des hl. Sebastian A. 16. Jh. Sehr originelle Darstellung des Abendmahls mit 30 cm hohen Holzfigürchen, M. 15. Jh.
NORDSHAUSEN. RB Cassel Kr. Cassel.
Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst.* Die Kirche 1sch. mit 5 Kreuzgwbb. ohne charakterisierten Chor. Die 2 westl. Joche frühest got., noch M. 13. Jh., die 3 östl. spgot. 15. Jh.; ehemals im W Nonnenemporen. Der WTurm älter als die K., anscheinend Wehrbau.
NOSCHKOWITZ. K. Sachsen AH Döbeln.
*Schloß.* Wesentlich 17. Jh. Stattliche Anlage, in den Kunstformen spärlich.
NOSSEN. K. Sachsen AH Meißen.
*Kirche* 1719, von Interesse die eingebauten Portale aus Kloster Altenzelle, sprom. um 1230, gleichzeitig, doch in verschiedenen Schultraditionen, das mit offenem Bogenfeld aus thüringischer, das andere aus fränkischer Tradition.
*Schloß.* 1185 erste Nennung; 1512 der Trakt gegen NO; 1556 das »alte Haus« mit sehr gut behandeltem Tor; 1628 Südseite, wohl von einem Schüler Paul Buchners; 1667 gründliche Umgestaltung der ma. Teile.
NOSTIZ. K. Sachsen AH Löbau.
*Dorf-K.* 1679. Die hübsche Inneneinrichtung gleichzeitig, fortgesetzt A. 18. Jh. — v. Zieglersche Denkmäler.
NÖTHNITZ. K. Sachsen AH Dresden-A.
*Schloß.* Einfacher Bau des 17. Jh. Das Innere 1745 neu eingerichtet. Der aus der Lebensgeschichte Winckelmanns bekannte Bibliotheksaal nicht mehr in seiner Gestalt von damals.
NOTTLEBEN. Pr. Sachsen Kr. Erfurt.
*Dorf-K.* 1521. Der spgot. Schnitzaltar wird zu den besten des Gebietes gerechnet.
O
OBBACH. UFranken BA Schweinfurt.
*Schloß.* Älterer dreigeschossiger Bau mit Freitreppe E. 17. Jh. Westflügel stattlich in Sandstein, dreigeschossig, 1746 bis 1747, in der Richtung Balth. Neumanns.
OBERAILSFELD. OFranken BA Pegnitz.
*Pfarr-K.* 1760.
OBERAUFSESS. OFranken BA Ebermannstadt.
*Schloß.* 1690.
OBERBIMBACH. RB Cassel Kr. Fulda.
*Dorf-K.* Neuzeit. Rom. OTurm, im Erdgeschoß rundbg. rippenloses Kreuzgwb. — Spgot. Schnitzaltar. — Kirchhofsmauer mit Schießscharten und 2 Rundtürmen.
*Burgruine.*
OBERBOBRITZSCH. K. Sachsen AH Freiberg.
*Dorf-K.* 18. Jh., WTurm 14. Jh., Abschluß mit 4 Giebeln und Dachreiter. — Das 6flügelige Altarwerk bez. 1521 gehört zu den bedeutendsten des ganzen Landes, die Gemälde von demselben liebenswürdigen Freiberger Meister, dem man in Seifersdorf, Hennersdorf und Dippoldiswalde begegnet.
OBERCRUMPA. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
*Kirche.* Eine der merkwürdigsten des Kreises. Der eigentümliche Gr. erklärt sich aus dem 1751 vorgenommenen Umbau einer rom. Kreuzkirche. Die gerade OWand mit 3 rom. Fenstern und die Qsch.Fronten mit rom. Portalen erhalten. 1751 wurde die Vierung 8eckig umgestaltet und mit Kuppel versehen, das Altarhaus abgeeckt u. a. m. Es ergibt sich eine außen und innen mehrfach und mit guter Wirkung abgestufte Gruppe.
OBERCUNNERSDORF. K. Sachsen AH Löbau.
*Dorf-K.* Vergrößert 1691 und 1749. Ausgedehnte, gut angeordnete Emporen. — Die Denkmäler des Kirchhofs mit Aufwand.
OBERDÜRRBACH. UFranken BA Würzburg.
*Dorf-K.* Klassizistisch 1816. Ausstattung A. und M. 18. Jh.
OBEREICHSTADT. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
*Dorf-K.* Anlage rom. Der türlose WTurm in gleicher Breite mit dem Schiff und gegen dieses mit Doppelarkade geöffnet; aus Umbau 14. Jh. die 3fenstrige OWand; weiterhin barockisiert. Im bar. Kanzelaltar gute spgot. Schnitzbilder.
OBEREISENHEIM. UFranken BA Gerolzhofen.
Nicht uninteressant die Reste der ehem. *Marktbefestigung*, ein Rundturm bez. 1536.
OBERELLEN. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
*Kirche.* Wesentlich 16. und 17. Jh., Turm im O; rom. WPortal, im Bogenfeld Christus in der Glorie und 2 kniende Figg.; rom. Kämpfergesimse am got. erneuerten Triumphbg.
*Herrenhaus* got. und renss. Wappentafel 1595 (v. Hanstein). Obergeschoß in Holzfachwerk.
OBERESSFELD. UFranken BA Königshofen.
*Pfarr-K.* in spätem Rok. Gleichzeitiges Deckenbild von J. P. Herrlein 1777 (vgl. Markershausen).
OBEREUERHEIM. UFranken BA Schweinfurt.
Stattliche *Dorf-K.* mit Stuckaturen um 1750. OTurm um 1600. Gleichzeitige flotte Inneneinrichtung.
*Schloß Euerburg* (v. Heßberg) 1571-1591. Hufeisenanlage. Eingangstür mit korinthischen Säulen und Reliefs.
OBERFLADUNGEN. UFranken BA Mellrichstadt.
*Dorf-K.* von 1691, im Innern mit feiner Wandgliederung. Kelch 15. Jh.
OBERGERSDORF. K. Sachsen AH Kamenz.
*Dorf-K.* Got. Mauerteile, wesentlich nach 1750. Das Innere sauber, mit Felderdecke und Emporen. — Reste eines wertvollen gemalten Flügelaltars um 1550, vielleicht von Andreas Dreßler in Kamenz. — Charakteristisch zopfige Denkmäler von guter Qualität.
OBERGREISLAU. Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.
*Dorf-K.* mit rom. Spuren, darunter ein Säulenportal, im Tympanon das Lamm und die Evangelistenzeichen.
OBERGRÜNBERG. K. Sachsen AH Zwickau.
*Dorf-K.* Umfassungsmauern rom. Der quadr. Chor mit frgot. Gwb., darüber Turm mit rom. Kuppelfenstern.
OBERHASEL. Sachsen-Altenburg Kr. Roda.
*Dorf-K.* — Schnitzaltar vom Saalfelder »Meister der Baldachine«, trefflich erhalten.
OBERKAUFUNGEN s. Kaufungen.
OBERKOTZAU. OFranken BA Hof.
*Pfarr-K.* Got. mit Benutzung rom. Mauern. Im Chor Kreuzrippengwb., im Lhs. Netzgwb. WTurm 1688. — Altar mit gut geschnitzter Kanzel 1691. Zahlreiche ikon. Grabsteine meist 2. H. 16. Jh. — *Schloß,* großer Komplex, überwiegend aus 18. Jh.
OBERLAURINGEN. UFranken BA Hofheim,
*Dorf-K.* wesentlich 1705 mit frgot. Turmchor. Kanzel 1705, reich mit Reliefs besetzt. 4 Grabsteine der Hutten und Wetzenhausen, 17. Jh.
OBERLEINACH. UFranken BA Würzburg.
*Dorf-K.* Rom. Lhs., 1608 erhöht, 1723 erweitert. An der SSeite schmuckreiches Portal, E. 12. Jh., zweimal abgestuft, an den Bogenläufen stilisiertes Rankenwerk. — Hübsche Sakramentsnische um 1400, gleichzeitige Steinfig. am Emporenaufgang. Guter klassizistischer Taufstein.
OBERLICHTENAU. K. Sachsen AH Kamenz.
*Dorf-K.* 2. H. 17. Jh., verschönert unter Chr. v. Holtzendorff 1742. Charakteristische Sandsteindenkmäler des 18. Jh.
*Schloß* samt dem reich ausgestatteten Park angelegt von Chr. v. Holtzendorff, im 7j. Kriege verwüstet. Im Innern noch einige mit Aufwand dekorierte Räume, der Saal im Obergeschoß um 1730, kleinere Zimmer im fortgeschrittenen Rok. (rest.). Im modernisierten Park Überreste von Kaskaden- und Brunnenfigg.
OBERLIND. Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.
*Pfarr-K.* Der quadr. Chor mit Turm in der Anlage frgot., Lhs. 1455, überarbeitet 1748. — Hübscher spgot. Taufstein. — Von Interesse die wehrbaumäßige Ummauerung des Kirchhofs.
OBERLÖSSNITZ. K. Sachsen AH Dresden-N.
*Bennoschlößchen* um 1600; quadr. Gr., 2 Geschosse, 2 Hauptgiebel und 2 Zwerchgiebel; die innere Einteilung erhalten.
*Hoflößnitz.* Wohnhaus um 1653. Das in seiner alten Einrichtung erhaltene Obergeschoß bmkw. Beispiel der Dekorationsweise des 17. Jh.
*Spitzhaus* (Weinbergshaus) um 1650; quadr. Gr., 2 Geschosse, rundbg. Fenster, origineller Kontur durch das große geschweifte Dach mit Zentraltürmchen. Entstellende jüngere Anbauten.
*Haus Sorgenfrei* 1786 mit bmkw. Gartenhaus.
*Meinholds Weinberg*.
OBERMASSFELD. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
*Kirche* 1634, innere Ausstattung 1785, 2geschossige Emporen auf jon. und korinth. Sll., Altar aus Stuckmarmor in Sarkophagform (aus der Schloß-K. zu Meiningen). — Torturm, befestigte Kirchhofsmauer und 3 Gaden erhalten; einer bez. 1565.
*Kapelle* an der Werrabrücke mit reichem Hennebergischem Wappenschild 1534.
*Pfarrhaus* 1638 (1688?).
*Fachwerkhäuser* von 1573, 1578, 1595.
*Dorflinde*. Die Äste des gewaltigen Baumes auf alter Pfeilerstellung, ringsum gemauerter Sitz und Meßtisch mit 5 in die Platte vertieften Rundmaßen bez. 1525.
*Werrabrücke*, 5jochig, 16. Jh.
OBERMERZBACH. UFranken BA Ebern.
*Dorf-K.* Die einzige gut erhaltene K. des Bezirks. Rom. (1615 rest.), Quadr. Chor. Die Profile archaisch roh; ebenso das figürliche Detail am Chorbogenkämpfer.
OBERNBREIT. UFranken BA Kitzingen.
*Prot. Pfarr-K.* 1731. — Moseskanzel 1696. Altargeräte augsburgisch 18. Jh.
*Rathaus.* Stattlicher hoher Steinbau. Über dem rundbg. Tor Brandenburger Wappen 1563. Die Volutengiebel A. 17. Jh. — Bäckerhaus des 18. Jh. mit steinernem Verkaufstisch.
OBERNDORF. Schwarzb.-Sondersh. LA Arnstadt.
*Dorf-K.* Lhs. ursp. 3sch. flachgedeckte rom. Basilika, die Sschiffe abgetragen. OTurm über dem Chorquadrat. In reicheren Formen (E. 12. Jh.) eine rck. schließende Chorerweiterung, Ecklisenen und Bogenfries, Teilung durch 1/2 Sll. mit attischen Basen und Würfel-Kaptt. Über das Maß einer Landkirche geht dieser Bau weit hinaus; was war seine Bestimmung?
OBERNEUKIRCH. K. Sachsen AH Bautzen.
*Dorf-K.* 1723, 1873 vergrößert. Schlichter großer Saalbau (1500 Stände), Ausstattung um 1750. Grabdenkmäler: v. Polenz 1609, v. Ponickau 1637, mehrere v. Haugwitz und v. Huldenberg 18. Jh.
*Schloß* 18. Jh., sehr schlicht. Zahlreiche Bildnisse der Frhr. v. Huldenberg.
OBERNSEES. OFranken BA Bayreuth.
*Kap. S. Rupert.* Das in der Literatur sich findende Erbauungsdatum 1080 falsche Lesung von 1480; schlichter Bau mit got. Chor und bar. Lhs.
OBERODERWITZ. K. Sachsen AH Löbau.
*Dorf-K.* 1816 von K. Ch. Eschke, großer Emporensaal in nüchternstem Klassizismus.
OBEROPPURG b. Neustadt a. Orla. Sachsen-Weimar. *Dorf-K.* got., mächtiger Turm mit 4 Schützenerkern.
OBERPESTERWITZ. K. Sachsen AH Dresden-A.
*Dorf-K.* Charakteristischer Emporensaal aus der Zeit nach dem 30j. Kriege. — Lebensvoller Pastorengrabstein 1637. Auf dem Kirchhof Gruft der Familie Opitz 1770.
OBERREICHENBACH. OFranken BA Höchstadt.
*Dorf-K.* mit quadr. Chorturm; ein Zeichen alter Gründung.
OBERREINSBERG. K. Sachsen AH Meißen.
*Schloß.* Zeigt in seinen Teilen alle Wandlungen des Befestigungswesens und der Kunstformen 1500-1650.
OBERROSPHE. RB Cassel Kr. Marburg.
*Dorf-K.* Spgot. flachged. Schiff, schmälerer gewölbter polyg. Chor.
OBERROTTENBACH. Schwarzb.-Rudolst. LA Königsee.
*Dorf-K.* Schnitzaltar bez. 1498, Art des V. Lendenstreich.
OBERSCHWAPPACH. UFranken BA Haßfurt.
*Dorf-K.* Reicherer Bar.Bau 1. H. 18. Jh. — Bmkw. Altäre aus M. und E. 17. Jh.
*Schloß.* Sommersitz der Äbte von Ebrach. Erb. 1. H. 18. Jh. von Joh. Leonhard Dientzenhofer (?), der Formcharakter nahe verwandt dem Klst. Obertheres. Gr. triklinienförmig. Die langgestreckte Hauptfront gegen den Garten; 16 Fensterachsen; Aufbau in 2 Geschossen von niedrigen Proportionen; 3 flache, hauptsächlich in der Dachanlage zur Geltung kommende Risalite. Ausgedehnter Garten in 3 Terrassen, Treppen mit Brunnenbecken.
OBERSCHWARZACH. UFranken BA Gerolzhofen.
Fürstbischöfl. *Jagdschlößchen* (Forstamt) um 1600.
OBERSEIFERSDORF. K. Sachsen AH Zittau.
*Dorf-K.* 1714, die 1753 gemalte Holzdecke von bedeutender Wirkung.
OBERSTREU. UFranken BA Mellrichstadt.
*Dorf-K.* Türme frgot. Langhaus 1614. Um die Kirche die nahezu vollständig erhaltene Befestigungsanlage mit zahlreichen Gaden des 16. und 17. Jh. — Reste der *Dorfbefestigung*.
*Bildstock* vor dem Dorfe von 1448 mit eigentümlich romanisierendem, verknotetem Säulenbündel. Der Aufsatz von 1551.
OBERTHERES. UFranken BA Haßfurt.
Ehem. *Benedikt-Abtei.* Gegr. 1047 von Suitger von Bamberg. Völliger Umbau 1715 ff. Die K. (voll. 1724) wahrscheinlich von Joh. Greising, 1809 abgebrochen. Erhalten blieb (als Schloß) der Klosterbau, 3flügelig, Verputz mit Sandsteingliedern in gediegener Behandlung. Von der unbedeutenden Stuckdekoration des Innern nicht viel erhalten. — Ehem. Verwaltungsgebäude 1696. — Rathaus 1727 und einige hübsche Wohnhäuser; über einem Hoftor der Renss. effektvolle Pietasgruppe des 18. Jh. — Originell aufgebauter Bildstock 1630.
OBERWALGERN. RB Cassel Kr. Marburg.
Kleine, rohe rom. *Dorf-K.*
OBERWEIMAR. Sachsen-Weimar VB Weimar.
Ehem. *Cistercienser-Nonnen-Klst.,* M. 13. Jh.; Umbau 1361; sehr entstellt. Rom. Turm von älterer Pfarr-K. Im W Nonnenempore auf gewölbter 2sch. Halle. An der SSeite ein verstümmeltes hochgot. Portal; im Tympanon Relief des _Jüngsten __ Gerichts._ — Doppelgrabstein des Grafen Friedrich von Orlamünde † 1365 und seiner Gemahlin Elisabeth. Grabstein des herzogl. Kindes Johann † 1519. — Altarbild von Cranach d. J. Reste von frgot. Malerei in den Fensterleibungen.
OBERWIRBACH. Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.
*Dorf-K.* rom., eingezogenes Chorquadrat mit Turm und 1/2 kr. Apsis.
OBERZELL b. Würzburg s. Zell.
OBHAUSEN S. PETRI. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
*Dorf-K.* frgot. 2. H. 13. Jh. Das Schema unverändert das landesübliche rom. mit quadr. Turmchor, nur die spitzbg. Form der Fenster trägt dem neuen Stil Rechnung.
OBSCHITZ. Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.
*Dorf-K.* Rom. OTurm mit 1/2 kr. Apsis.
OCHSENFURT. UFranken BAmtsstadt.
*Pfarr-K.* Von einem Bau aus 2. H. 13. Jh. (gew. 1288) hat sich der in der NOEcke stehende Turm erhalten, ein schlanker 6geschossiger Aufbau, in den mittleren Etagen mit frgot., in den obersten wieder mit rom. Einzelheiten. Die ganze übrige K. 2. H. 14. Jh. Gestreckter Chor mit 3/4 Schluß. Lhs. 7jochige Hallenkirche, das Msch. beträchtlich überhöht. Die niedrigen Strebepfll. könnten auf den Gedanken führen, daß ursp. eine Basilika beabsichtigt war und erst nachträglich Modifikation durch Überhöhung der Ssch. eintrat. Die 8eckigen Eckpfll. mit unverändertem Profil in die Scheidbgg. übergehend, Kreuzrippen auf Konsolen. Reiches geometrisches Maßwerk, vereinzelt mit ersten Ansätzen zur Fischblase. Steinerne WEmpore durch alle 3 Schiffe. — Ganze L. 47 m. — Der Hochaltar von 1612, der ähnlich dem in Frickenhausen war. 1892 durch neugot. Aufbau ersetzt; erhalten das große Kreuzigungsrelief. Die Seitenaltäre aus derselben Zeit, 1892 ebenfalls entfernt. — Zierliches, nicht sehr großes Sakramentstürmchen 1496. Außerdem Sakramentsnische E. 14. Jh. — Bronzenes Taufbecken mit reicher, nicht eigentlich lebendiger Gliederung; in vieler Hinsicht ähnlich dem von _Hermann Vischer d. _Ä. in Wittenberg von 1457 (der von Riemenschneider gefertigte Deckel nicht mehr vorhanden). — Chorgestühl E. 14. Jh. (Brüstungswände und oberer Abschluß neu). — Auf der Fenstersohlbank des nördl. Ssch. 3 Steinstatuen aus 2. H. 14. Jh. — Bmkw. Holzstatue einer schmerzhaften Muttergottes, geistreich in Bewegung und Gewandung, bei sehr verfehlten Proportionen, um 1520. Holzstatue des h. Nikolaus, Riemenschneider nahestehend.
Neben der Kirche *Michaelis-Kap.* (»Karner«) bez. 1440, Meßstiftung 1473, Gwb. 1492 (Inschr.). Der Erbauer Hans Pauer war erster Polier bei S. Lorenz in Nürnberg. Zweigeschossige Anlage, wie sie namentlich in Mitteldeutschland für derartige Totenkapp. sehr verbreitet ist, ausgeführt mit mehr als gewöhnlichem Aufwand. Hauptgeschoß hoch, hell und klar mit fast ganz aufgelösten Wänden, Sterngwbb. und WEmpore. An der Front doppelflügelige Freitreppe und reiches Portal, im Tympanon Jüngstes Gericht in 2 Streifen. Auf dem Altar Steinmadonna, seitlich 2 Holzstatuen, S. Michael und S. Sebastian, um 1500, effektvolle Arbeiten, von der Würzburger Schule unabhängig.
*Spital-K.* (Herz Jesu). Flachgedeckter spgot. Saal mit gewölbtem Chor von 1499. Im Tympanon des WPortals die Liebeswerke der h. Elisabeth, um 1450. — Spitalhof mit hübscher Laube in Holzarchitektur 1551.
*Kapuziner-K.* 1664. 1sch. Gwbbau (Tonne). Altarblätter von Onghers.
*Kap. S. Wolfgang.* Bez. 1463. — Hochaltar mit nicht üblem Gemälde 1699. Steinerne Kanzel 1551.
Die meist starke *Befestigung* aus 2. H. 14. Jh., zu einem großen Teil erhalten. 2 Tore mit schlichten hohen 4eck. Türmen (1567) bestehen noch. Die Mauertürme rund.
*Rathaus* 1497-1513. An den Schmalseiten Treppengiebel, an der längeren Marktfront Freitreppe (unsymmetrisch), Uhrtürmchen, Steinmadonna (1498) an der Ecke — einfache Mittel zu hübscher Gesamtwirkung. Im Erdgeschoß Wachstube, Wage, Lagerhaus; im Obergeschoß Diele und Ratssaal. Türbeschläge. Spgot. Tische und Schränke. Messingener Eicheimer. Ortsmuseum.
Stattliche Beispiele von *Amtsgebäuden* aus 1. V. 16. Jh., ehemals domkapitelsche, sind das jetzige Rentamt und Bezirksamt. — Am Marktplatz *Fachwerkhäuser* A. 17. Jh. In der Spitalgasse gut durchgeführter Bar. Bau von 1717. — Auf dem Markt Ziehbrunnen von 1573. — An der Landstraße zahlreiche Bildstöcke.
OCHSENSAAL. K. Sachsen AH Oschatz.
*Dorf-K.* Kleiner, roher rom. Bau, bis auf die Fenster wohlerhalten.
ÖDERAU. K. Sachsen AH Flöha.
*Dorf-K.* Geräumige und durch klaren Gr. ausgezeichnete spgot. Anlage; weites Schiff (auf Gwbb. angelegt) mit massiven Emporen zwischen den eingezogenen Strebepfll. Gründlich überarbeitet 1709-25. — Ausstattung um 1720. — — Orgel von Gottfr. Silbermann 1727. — Grabstein des Pfarrers Paulus Odontius † 1605, mit guter Relieffigur. —
*Rathaus* fr. Renss., verändert 1785.
OHRDRUF. Sachsen-Gotha Amtsstadt.
*Michaelis-K.* 1760. Charakteristisch, protestantische Quer-K. Rck. von 27 : 17,5, an 3 Seiten Exedren im Segmentbg.; in einer derselben, und zwar an der Langseite, der Altar- und Kanzelbau; auf der anderen Langseite der Turm.
*Trinitatis-K.* 1709. Einfacher Emporensaal. Grabstein 18. Jh.
*Rathaus* 1546. — *Schloß.* Einfache Fr. Renss. mit guten Einzelheiten.
OLBERNHAU. K. Sachsen AH Marienberg.
*Dorf-K.* 1639 und 1790. — Altargemälde von J. Finck 1648. Mehrere wertvolle Kelche, ein Augsburger bez. A. L. und ein Freiberger von Samuel Klemm.
OLDISLEBEN. Sachsen-Weimar VB Apolda.
*Benedikt.-Klst.* bis auf geringe rom. Reste (in das Gutshaus eingebaut) zerstört. — *Dorf-K.* spgot.
OLLENDORF. Sachsen-Weimar BV Weimar.
*Dorf-K.* spgot. und bar. — Großer Kanzelbau, die ganze Breite des Chors einnehmend, mit zahlreichen Figuren, 1700 von Valentin Ditmar aus Erfurt.
OELSHAUSEN. RB Cassel Kr. Wolfhagen.
*Dorf-K.* rom., verändert 1654. Rom. Tympanon.
OELSNITZ. K. Sachsen Amtshauptstadt.
*Stadt-K.* Unterbau der OTürme aus 13. Jh. Aus wiederholten got. Umbauten ging die K. als unregelmäßig 2sch. Hallenkirche hervor. 1888 stark rest.
OEPFERSHAUSEN. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
*Dorf-K.* 1718. Großes, für diese Gegend ungewöhnlich reiches Epitaph des Bauherrn Reichsfreiherrn v. Auerochs † 1731. — Bildnisgrabstein Hans Wilh. v. Haßberg † 1555.
OPPERSHAUSEN. Pr. Sachsen Kr. Langensalza.
*Dorf-K.* spgot. mit rom. OTurm.
ORB. RB Cassel Kr. Gelnhausen.
*Stadt-K.* spgot. Hallenkirche, 3 flachgedeckte Joche, ausgebauter polygon. Chor; dieser, der älteste Teil, um 1400. Das Hauptportal auf der NSeite mit massivem Schutzdach auf Kragsteinen; reiche Beschläge. Außen an der Sakristei unter zierlichen Baldachinen zwei Statuen: Schmerzensmann (tüchtiges Mittelgut, um 1450), Madonna (gering). Innen Grabfigur, 1354. — Heiliges Grab um 1500. — Aus derselben Zeit stark übermalte Wandmalerei. — Sonstige innere Ausstattung 1683.
ORLAMÜNDE. Sachsen-Altenburg LA Roda.
*Stadt-K.*, übel verbaut. — Grabsteine, Gedenktafeln usw. ohne besonderen Wert.
*Rathaus* 1493, Uhrturm 1670
*Burg.* Der älteste Teil, wohl aus der Ottonenzeit, die »alte Kemnate«, ein Kastenbau von kolossaler Mauerstärke, der Eingang (für Leiter) 10 m über dem Erdboden, in den oberen Stockwerken kleine rundbg. Fenster.
ORTRAND. Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
*Stadt-K.* Erneuerungsbau 1563 in verkommener Sp.Gotik, 3sch. Hallenkirche, die Gwbb. nicht ausgeführt. Über dem rck. Altarhaus hübscher Bar. Turm 1730. Türbeschläge 1627.
*Friedhofs-Kap*. mit Epitaph v. Lüttichau 1548.
OSCHATZ. K. Sachsen Amtshauptstadt.
Aegidien-K. Neubau nach Zerstörung durch die Hussiten 1443; weitere Brände 1616 und 1842; nach dem letzten von Heideloff mit Willkür rest. — Hallenkirche von 3 fast gleich breiten Schiffen in 5 Jochen. Ausladender Hauptchor, rückspringende Nebenchöre, beide aus 8Eck geschlossen. Die Nebenchöre in zwei Geschossen. Unter dem Schluß des Hauptchors eine als regelmäßiges 8Eck gestaltete Krypta; Stern gwb. auf Mittelpfl.; Zugang durch 5 Portale. Am Äußeren zeigen die Strebepfll. Absicht sehr reichen Schmuckes, der aber nicht fertig wurde. Das Lhs. völlig entstellt. 2 stattliche WTürme. — Von der ma. Ausstattung wenig übrig: 3 Halbfigg. von einem h. Grab um 1450, Altarkruzifix um 1400, Grabdenkmäler der Sp.Renss.
*Franziskaner-K.* Erster Bau 1246, wovon die NMauer (ohne die modernen Strebepfll.). Zweiter Bau 1381-1428 als 1sch. Saal. In einer dritten Bauzeit, E. 15. Jh., nach S. erweitert und eine symmetrisch 2sch. Hallenanlage geschaffen. Infolgedessen der Chor nicht mehr in der Mittelachse. Unbedeutender 8eck. Turm im SWWinkel am Chor. — Großer Taufstein aus Porphyr ca. 1381. [Kleiner gemalter Flügelaltar und mehrere Holzstatuen im Dresdener Altert.-Mus.] — Die Klst. Gebäude nur aus älteren Abb. bekannt.
*Gottesacker-K.* 1583. Saal mit 3/6 Schluß. Die Fenster noch got., auch mit Maßwerk. Hübsch behandelte hölzerne Empore im W. Unter den Denkmälern ist das der Susanna Taucher † 1622, junge Frau mit Wickelkind, eine tüchtige, lebensvolle Arbeit.
*Rathaus* 1537 von Bastian Kramer, vielfach verändert. Bmkw. die Freitreppe mit offener Laube über dem Podest, Fr.Renss, im Stil des Dresdener Georgentors. Ratsstube 1545, rest. 1884.
*Brunnen* 1588 von Gregor Richter.
*Schloßruine Osterland*.
OSCHÄTZCHEN. Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
*Dorf-K.* 1686, Lehmfachwerkbau, bmkw. nur durch seine, für die Epoche nach dem 30jährigen Kriege bezeichnende Ärmlichkeit. — Schnitzaltar E. 15. Jh. Ein zweiter, besserer, im Stall des Schulhauses.
ÖSLAU. Sachsen-Coburg LA Coburg.
*Dorf-K.* 1517. 1sch. mit 3/8 Schluß. Flachgedeckt. Von Interesse die Neueinrichtung aus 1. H. 17. Jh. An der N- und WSeite 2geschossige Empore mit ungewöhnlich reichem, wenn auch derb gearbeitetem figürlichem Schmuck, Holz und Stuck; die Unterflächen der Emporen sowie die Decke ebenfalls stuckiert in Quadratwerk. — Aus derselben Zeit die Kanzel. Chorbänke um 1700.
*Herrenhof* 16. Jh. — *Herrgottsmühle,* am Mühlwerk Schnitzerei, bez. 1617.
OSSA. K. Sachsen AH Borna.
*Dorf-K.* Von der rom. Anlage des 12. Jh. erhalten: das Chorhaupt, A. 13. Jh. mit Turm überhöht; die SWand des Lhs. mit Säulenportal; die WWand. — Ausstattung 1680. Verstümmeltes Altarwerk um 1490.
OSSLING. K. Sachsen AH Kamenz.
*Dorf-K.* 1803, groß, sehr nüchtern. Zahlreiche Denkmäler aus 18. Jh.
OSSMANNSTEDT. Sachsen-Weimar VB Apolda.
*Dorf-K.* relativ bedeutende spgot. Anlage, 1610 umgearbeitet. Taufstein, Kanzel usw. aus dieser und der nächsten Zeit.
OSTERBURG. UFranken BA Neustadt.
*Burgruine.* Die im Schutt gefundenen rom. skulptierten Zierglieder deuten auf einen reich behandelten Bau aus A. 13. Jh.
OSTHEIM. UFranken BA Hofheim.
*Pfarr-K.* Stattlicher WTurm 1678, Lhs. 1725. Kanzel 1727. — Hochaltar 1774 mit entsprechendem Gemälde von Herrlein. — Glocke 14. Jh.
*Schmerzhafte Kap*. 1675, noch wesentlich got.
OSTHEIM V. D. RHÖN. Sachsen-Weimar VB Dermbach.
*Stadt-K.* 1615-19. Anlage 3sch., das Msch. (ohne eigene Beleuchtung) mit hölzernem Tonnengwb., die Ssch. mit Flachdecke, zwischen die Säulen der NSeite Emporen eingespannt, Fenster spitzbg., Turm über dem Altar. Das Äußere einfach, Verputzbau, bis auf die 2 in ernsten, guten Renss. Formen ausgeführten Portale. — Taufstein und Kanzel aus der Erbauungszeit. An der SWand ein eigentümliches Holzschnitzwerk: Szenen aus der Geschichte Christi, in 4 Reihen übereinander; sie sind älter als die um 1738 ausgeführte umrahmende Sll.Architektur. — Eine Reihe von Bildnisgrabsteinen in meist guter Qualität: a) in der Vorhalle: Hans Veit v. Obernitz † 1577 und Barbara v. Buttlar; Ernst v. Obernitz, † 1573 als Knabe; Chr. v. Stein † 1576, mit Meisterzeichen I. H. (vgl. Meiningen). b) Im Hauptraum: Moritz v. Stein † 1560 und Anna v. Ostheim; G. W. v. Stein † 1616; Margarethe v. Stein † 1575, bez. I. H. 1580; weitere Glieder dieser Familie 1638, 1684, 1690. Eigentümlich durch das Material, Gußeisen, die Platte des Konrad v. Thüngen † 1626.
Befestigter Kirchhof. In der alten Herrschaft Henneberg und weiter südl. in den fränkischen Gebieten kommt dergleichen in kleinerem Maßstabe oft vor; hier eine wirkliche Festung mit 4 starken, wohlerhaltenen Türmen und Wehrgang; zahlreiche Gaden; einer bez. 1576; die Anlage im Ganzen aus 1. H. 15. Jh.
Von den im 17. Jh. genannten 7 Adelshöfen gut erhalten, der Hansteinsche aus E. 16. Jh.
In der Nähe ein runder *Wartturm*.
OSTRITZ. K. Sachsen AH Zittau.
*Dorf-K.* Der rck. Chor aus 2 Kreuzgwbb. im Übergangsstil des 13. Jh., Einfluß der benachbarten Cistercienser von Mariental; bezeichnend dafür das feingegliederte NPortal. Das Lhs. war Basilika, 1615 1sch. umgebaut. — Hochaltar rck., im Aufbau ein Duplikat jenes in Königshain, das Gemälde ebenfalls von Leubner in Reichenberg, bez. 1773. — Auf dem nördl. Nebenaltar Pietas um 1480. — Sandsteinkanzel 1609. — Prächtige Monstranz um 1500. — Kelche des 17. und 18. Jh., z. T. aus Augsburg und Prag. — Zahlreiche Grabdenkmäler des 17. und 18. Jh., hervorzuheben der lebensvolle Bildnistein des J. H. Dorn v. Dornfeld † 1661.
OTTENDORF. K. Sachsen AH Pirna.
*Dorf-K.* spgot. mit ungewöhnlich reich detailliertem Chor. — Altarwerk 1591. — *Schloß.* Gemengbau 15.-18. Jh.
OTTENDORF. Sachsen-Altenburg LA Roda.
*Dorf-K.* Charakteristische Einrichtung des 17. Jh., Emporen mit Bildern. Gemalte Glasscheiben bez. 1624. — Im Dorf gute Fachwerkhäuser.
OTTENHAUSEN. RB Erfurt Kr. Weißensee.
*Dorf-K.* (ehem. Klst.-K.). Rom. Doppeltürme im O, von gleicher Anlage wie die in Gangloffsömmern; kleiner polyg. got. Chor. — Ziemlich reicher spgot. Schnitzaltar.
OTTERWISCH. K. Sachsen AH Grimma.
*Dorf-K.* wesentlich 17. Jh. — 12 zum Teil ansehnliche Denkmäler der Familie von Hirschfeld 1545-1578.
OTTOWIND. Sachsen-Coburg LA Coburg.
*Dorf-K.* Spgot. turmtragender Chor, das übrige 1753.
OTTRAU. RB Cassel Kr. Ziegenhain.
*Kirche,* zuerst genannt 1782. Der jetzige Bau im 13. Jh. in zwei Absätzen errichtet. Rck. Schiff mit schmälerem 4/8 Chor. Jetzt in allen Teilen Holzdecke. In den östl. Ecken des Sch. je 3 durch Hohlkehlen verbundene Dienste als Träger ehemaliger Wölbung, ihre Basen romanisierend. Im Chor schmale rundbg. Fenster. Im Schiff ein altes spitzbg. Fenster. Die übrigen neu. — Wandtabernakel E. 14. Jh. — Spgot. Wandgrab von ungewöhnlicher Anlage; große, reich umrahmte und gekrönte Blende; das Standbild fehlt. — Ikon. Grabstein 1604, roh. — Bmkw. Kanzel von 1544, noch in spgot. Formen.
OTZDORF. K. Sachsen AH Döbeln.
*Dorf-K.* Umbau 1713, unbedeutend. — Sitzende rom. Madonna aus Holz. Eine zweite desgl. wenig jünger. Johannes, ebenfalls Holz, 2. H. 13. Jh., Arbeit eines geringen Handwerkers aus großer Zeit.
OYBIN. K. Sachsen AH Zittau.
*Burg* und *Kloster*. Großartige Ruine in bedeutender Naturszenerie. Erb. um 1316 von Heinrich v. Leipa; aus seiner Zeit die beiden Tortürme, die Zwingermauer, die westl. Burgmauer und Teile des Hauses vor der K.; man erkennt sie an den kleinen unregelmäßig geschichteten Bruchsteinen. 1319 gelangte die Burg an Heinrich von Jauer, 1346 unmittelbar an die Krone Böhmen. Unter Karl IV. der langgestreckte rck. Bau am nördl. Felsenrand. 1365 richtete der Kaiser unmittelbar neben der Burg ein Klst. ein, das er mit Cisterciensermönchen aus Avignon besetzte. Die K. voll. und gew. 1384. 1559 das Klst. aufgegeben, 1577 Brand, 1681 Felssturz. Aufnutzung als Steinbruch- — Kirche. Dach und Gwbb. zerstört, sonst im wesentlichen gut erhalten. Lhs. 1sch., 10,7 m br., 15,5 m h.; Chor etwas eingezogen, 1 gerades Joch und 5/8 Schluß, 7,2 m br., 14 m l. Die SWand ist aus dem gewachsenen Felsen herausgearbeitet, der erst auf Fensterhöhe zurücktritt. Die NSeite wird durch weitläufige Substruktionen mit 2geschossiger Galerie gestützt; das obere Geschoß, in gleicher Höhe mit dem Kirchenflur, enthält Kapellen. Der Umgang der SSeite erst 1515 aus dem Felsen gehöhlt. Querempore im W. Teilung des Lhs. in 3 Kreuzgwbb. auf gestielten Konsolen. Die Reste des Maßwerkes zeigen reiche, streng geometrische Muster, die Bogenprofile in der lebhaften, kontrastreichen Gliederung der Schule von Prag. (Unter den Steinmetzzeichen 3 mal ein in der Schule der Parler gebräuchliches). Vortrefflich, die Kleinplastik der Konsolen.
*Museum* im Burgsaale.
*Dorf-K.* 1732. Hübsche einheitliche Inneneinrichtung.
P
PAHNSTANGEN. Reuß ä. L. LA Greiz.
*Dorf-K.* Die Anlage ganz rom. erhalten; der Turm, wie in diesem Gebiet die Regel, über dem Altar.
PANNEWITZ. K. Sachsen AH Bautzen.
*Rittergut* 18. Jh., bmkw. geschickte und reizvolle Gruppierung der Wohn- und Wirtschaftsräume.
PAULINZELLA. Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.
*Benedikt.-Klst.-K.* Im Bauernkriege 1525 beschädigt, bald darauf verlassen und nach Blitzschlag im 17. Jh. verfallen und zum Teil abgebrochen. Dank der Wetterfestigkeit des Materials haben sich in den aufrecht gebliebenen Teilen die Formen gut erhalten und lassen eine der stilkräftigsten Schöpfungen der mittelromanischen Epoche erkennen; Ruinenschönheit und Lieblichkeit der Lage in einem heimlichen Waldtal vereinigen sich zu einem Eindruck von hohem Reiz. — Gegr. vor 1109. Der bestehende Bau beg. 1112 von den aus Hirsau kommenden Mönchen. Bei der Weihe 1132 mindestens die Mönchskirche (Chor, Querschiff und Anfang des Lhs.) vollendet. Das Lhs. wahrscheinlich nach längerer Pause vollendet etwa 1160-70. Die Vorkirche etwa E. 12. bis A. 13. Jh. — Die Anlage nach dem »Hirsauer«, d. i. aus dem burgundischen Cluny herübergenommenen Bauschema: lateinisches Kreuz, zu Seiten des Chorquadrums parallele Nebenchöre in gleicher Breite mit den Sschiffen des Lhs., Schluß in 3 parallelen halbrunden Apsiden, 2 weitere an der OSeite der Qschiffsflügel, die ihretwegen etwas überhöhtes Quadrat haben. Das Lhs. (Br. : L. = 1 : 2) in 8 Arkaden. Das erste Stützenpaar Pfll., die folgenden Sll. Über dem Pfeilerjoch, im Winkel des Lhs. zum Querhaus waren Türme vorbereitet, sind aber nie ausgeführt worden. Dies alles Hirsauer Merkmale. Dazu als Negatives die Abwesenheit von Krypta und WChor, welche beiden einer sächs.-thüringischen Klst.-K. dieser Zeit nicht hätten fehlen dürfen. An Stelle des WChors Vorhof mit 2 Fronttürmen. Ein wichtiges Novum der Aufbau als reine Säulenbasilika (bisher nur einmal vorgekommen, in der Moritz-K. bei Hildesheim, auch hier unter süddeutschem Einfluß). Die Ostteile sind ganz zerstört, konnten aber durch, Ausgrabung im Gr. festgestellt werden. Die Würfelknaufsäulen des Lhs. gehören in der strengen Eleganz ihrer Proportionen und der ausdrucksvollen Schärfe der Linienführung zu den schönsten der ganzen Stilperiode. Spezifisch hirsauische Einzelheiten: die Eckzähne der Kapitelle, die von jedem Kapitell senkrecht zum Arkadengesims aufsteigenden und mit diesen gleichartig profilierten Leisten, die Umrahmung der kleinen Tür am nördl. Qsch. durch Herumführung des Sockelprofiles. Besonderes Interesse nimmt das großartige Hauptportal in Anspruch. Es ist im sächs.thüringischen Gebiet das erste große Sll.-Portal; je 4 schlanke Sll. freistehend vor den Rücksprüngen, die Bogenläufe in straffer, die Gegensätze von Licht und Schatten vorzüglich wahrnehmender Profilierung. Dies Portal ist mit der WWand gleichzeitig entstanden, nach rundem Rechnungsergebnis ca. 1160-70. Über dem Mauermassiv des Portals eine Empore (ausgesparte Wendeltreppe). Die mit der Wand bündigen Pfeiler zu Seiten des Portals lassen vermuten, daß im ersten Projekt ein offener Vorhof mit seitlichen Bogengängen beabsichtigt war. Die spätere Ausführung hat daraus eine basilikale Vorkirche gemacht. Ihre Pfll. in der spezifisch thüringischen Gliederung (vgl. Talbürgeln und Petersberg b. Erfurt). — Von den Klst.-Gebäuden erhalten ein kleiner rom. Steinbau mit Arkadenfenstern und einige (im Stall des Gasthauses eingebaute) Skulpturreste. Großes Wasserbecken aus der Tonsur. — Stattlicher Fachwerkbau, jetzt Oberförsterei.
PEGAU. K. Sachsen AH Borna.
*Laurentius-K.* Von der 1190 gegr. rom. K. hat sich der schmucklose, zweitürmige WBau erhalten; übrigens im 15., 16. und 19. Jh. erneuert. — Sakramentshäuschen um 1463, im Stil der Rochlitzer Kunigunden-K. — Grabmal des Grafen Wiprecht v. Groitzsch aus der abgetragenen Klst.-K., eines der schönsten aus dem 13. Jh. erhaltenen. Genauere Entstehungszeit schwer festzustellen, etwa zwischen 1240-1260. Wiprecht lebte im 11. Jh., also Idealporträt. Die 1,85 lange Gestalt ist stehend gedacht, trotz des Kissens unter dem Haupt; in der Rechten die Fahne, deren Tuch sich über das Kissen legt, in der Linken der wappenlose, nur mit Rankenornament gezierte Schild; blauer, mit Edelsteinen (durch Glasfüsse dargestellt) besetzter Leibrock, roter pelzgefütterter Mantel, Vollbart und kurzes Lockenhaar. Material: Sandstein mit Bemalungsresten. — Bibliothek mit bmkw. Handschriften und frühen Drucken.
*Rathaus,* erbaut 1559 nach den Plänen von Hieronymus Lotter, die Anlage ähnlich dessen Leipziger Rathaus.
PEGNITZ. OFranken BAmtsstadt.
*Stadt-K.* Stillos, jedoch »an Kanzel und Altar bemerkenswerte Schnitzereien.«
PEISSEN. Pr. Sachsen Saalkreis.
*Dorf-K.* mit einzelnen rom. Kunstformen; rom. Taufstein.
PENIG. K. Sachsen AH Rochlitz.
*Bergkirche.* Beg. vor 1499, gew. 1515. Große (15 : 41 m) 1sch. Anlage mit 7seit. Schluß. Die Gewölbe nicht ausgeführt; beabsichtigt war eine Halle mit sehr schmalen Sschiffen und vielleicht auch massiver Empore ähnlich Schneeberg. An der NSeite geräumige Kapelle 1306 und massiger, mit der K. nicht in Verband ausgeführter Turm. — Großer und prächtiger Steinaltar 1564 von Christoph Walther (gest. von Wolf v. Schönburg), Architektur in korrekter ital. HochRenss., große Menge von Alabasterreliefs, protestantisches Programm, viel Farbe, besonders Blau und Gold. — Holzkruzifix mit alabasterner Marienfigur 1660. — Taufstein 1609 vom Meister von Seyda (Ulrich Eckhardt) Kanzel 1607 von Nik. Schwarz. Hinter dem Altar Sandsteinepitaph Pistoris 1582, wohl aus der Werkstatt der Lorenz zu Freiberg. Ikon. Grabstein eines Altaristen 1517. Über der Sakristeitür Bronzeplatte 1530. Bmkw. Lutherbildnis von 1521 (Cranach?). Reliefbildnis Luthers aus Papierteig, vielleicht nach der Form Alberts v. Soest. — Die Kapelle der NSeite enthielt früher Begräbnisse der Burggrafen von Leisnig, jetzt der von Schönburg. Schönes Leichenschild des letzten Leisnigers † 1538. Sandsteinepitaph Ph. v. Hassenstein † 1557. Sandsteinplatte der Gräfin Agnes mit deren Relieffigur und den Wappen von Leisnig und Mansfeld. Großes Renss.Epitaph für Hans Ernst von Schönburg † 1586, bez. Samuel Lorentz. Epitaph Ch. H. v. Sch. 1607 bez. Uriel Lorentz. Beschädigte Sandsteinfig. des sitzenden Christkindes, (von einer Madonnenstatue) E. 12. Jh. Altarwerk 1510. Interessante Prozessionsfahnen. Auf dem Kirchhof Erbbegräbnisse der Bar.Zeit mit schönen Eisengittern.
*Rathaus* 1546, das 3teilige Portal im Charakter des Dresdener Georgenbaues.
Vorstadtkirche *Altpenig*. Rom. Anlage. Erhalten die Apsis und ein schönes Portal, E. 12. Jh.
PETERSBERG B. ERFURT. Prov. Sachsen.
*Benediktiner-Klst.-K*. Brände der älteren K. 1069, 1080, Neubau der bestehenden beg. unter Leitung des Laienbruders Ditmar 1103, als ältester Bau der »Hirsauer Schule« in Thüringen. Weihung der östl. Teile 1109, Brandschaden 1142, Weihung zweier Altäre im Chor 1143, Schlußweihe 1147. Zu erwägen wäre, ob nicht der Brand 1142 sehr umfassende Veränderungen nach sich gezogen habe; alle späteren unerheblich, bis auf den Brand bei der Beschießung 1813; worauf 1816-18 die Obermauern des Msch. und Qsch., sowie die Türme abgetragen und die Kirche als Militärmagazin eingerichtet wurde. Durch Größe und technische Vollkommenheit neben der Klst.-K. Paulinzelle der bedeutendste Bau Thüringens aus der Zeit des reifen rom. Stils. — Flachgedeckte Pfeilerbasilika mit gewölbtem Chor auf kreuzf. Gr. im Hirsauer Schema. Dahin gehört auch die starke Streckung der Längsachse (79 m) d. i. etwas mehr als das sechsfache der Msch.-Br. Der Chor quadr., begleitet von schmalen Nebenchören, mit jenen durch eine Doppelarkade in Verbindung, zusammen genau von gleicher Breite (18 m) mit dem Lhs. An das östl. Ende der Nebenchöre schließen sich Türme, deren Erdgeschoß sich gegen jene als Kap. öffnet; der Hauptchor um ebensoviel vertieft, so daß nach O eine gerade Abschlußlinie gewahrt bleibt. (Die Annahme, daß eine Apsis vorhanden oder beabsichtigt gewesen, ist irrig.) Die Flügel des Qsch. etwas mehr als quadr., ihre ganze OWand von je einer 1/2 kr. Apsis eingenommen. Das Lhs. hat 10 Arkaden, in der Grundrißstellung mit sorgfältig durchgeführtem quadr. Schematismus. Die beiden östl. Arkaden des Lhs. waren zum Mönchschor hinzugezogen und die entsprechenden Joche der Abseiten, gleich den Nebenchören, gewölbt (Tonne); außer durch zu vermutende Schranken war die Grenze durch stärkere Bildung der Pfll. bezeichnet; über ihnen im Hochschiff ein Bogen, ähnlich den Vierungsbgg. Dieser Teil der Schiffe war, ebenso wie die Nebenchöre, urspr. in der Tonne gewölbt. Ferner kommt die westlichste Arkade in Abzug: sie bildete eine Vorhalle zwischen zwei Türmen; die letzteren im Gr. etwas über die Fluchtlinie der Sschiffe vorspringend. Sonach bleiben für das Laienschiff 7 Arkaden. Die Pfll. dieses Abschnittes sind quadr. und mit 3 schlanken Halbsll. besetzt, je eine unter den Arkaden, die dritte an der Seite des Msch. in einer nischenartigen Vertiefung, an den Basen Ecksporen; einfache Würfelknäufe; Sockel und Kämpfer nach attischem Profil; gegliederte Archivolten; Gurtgesims mit Schachbrettmuster (vgl. für alle diese Eigentümlichkeiten die schulverwandten Kirchen in Paulinzelle, Talbürgeln, Hamersleben). Die durch einen Kupferstich überlieferten rippenlosen Kreuzgwbb. anscheinend aus 16. und 17. Jh. — Das Äußere erhält durch sein vollendet schön behandeltes Großquaderwerk (eine Errungenschaft der Hirsauer Schule aus ihren burgundischen Beziehungen) eine alle örtlich und zeitlich nahe liegenden Bauten hoch überragende monumentale Würde. Vollständig ausgebildet sind infolge der Geländeverhältnisse nur die O und SSeite, die letztere am besten erhalten. Die Ssch.-Wand im unteren Abschnitt (etwa 2/5) gänzlich ungegliedert; dann schräger Rücksprung, aus dem sich als Jochteilung Halbsll. mit Ecksporen-Basen und Würfelkaptt. erheben; besonders energisch empfunden und mit größter technischer Sicherheit ausgeführt der obere Abschluß durch Schachbrettfries und stark schattendes Gesims, darunter in flacherem Relief ein Bogenfries. Dieselbe Gliederung wiederholt sich am Hochschiff, zieht sich unverändert um das Querschiff und den Langchor hin und motiviert auch die Gliederung der Apsiden — ein nach den ma. Baugewohnheiten ungewöhnlich strenges Gleichmaß. Ungewiß bleibt die Gliederung der OWand des Hauptchors, da sie schon in spgot. Zeit größere Fenster erhalten hatte. Noch fehlt der Schmuck reich ausgebildeter Portale; das gut erhaltene am SKreuz ist am Gewände einfach abgestuft, ohne Sll., die Verbindung der Umrahmung mit dem Sockel im Sinne der Hirsauer Schule. Die WTürme wohl nie ausgeführt, die OstTürme zeigen auf älterer Abbildung Ecklisenen und in den zwei Obergeschossen gekuppelte Fenster; spgot. Holzhelme. Die jetzt ganz beseitigten Klst.-Gebäude an der NSeite nebst Kreuzgang neugebaut 1463-80; Obergeschosse Fachwerk. — Die Ausstattung war in der letzten Zeit des Klst. barock. Von den zahlreichen Skulpturen (allein 151 Grabsteine) nichts erhalten als der in den Dom übergeführte berühmte Grabstein des Grafen von Gleichen mit 2 Frauen aus E. 13. Jh. und am Ort ein Kreuzigungsrelief außen neben dem SPortal, dem Meister des Severisarkophages nahe stehend, 2. H. 14. Jh.
PETERSBERG B. FULDA. RB Cassel Kr. Fulda.
Ehem. *Benedikt.-Klst.-K*. (jetzt Pfarr-K.). Auf gewachsenem Basalt und hohen Substruktionen malerisch aufgebaut, zugleich architekturgeschichtlich interessant. Aus dem Stiftungsbau von 837 die Krypta, Tonnengwbb. mit altertümlich rohen Kappen. Marmormensen mit Weihinschriften des Rhabanus Maurus. Wandmalereien in den 3 parallelen Conchen. Im Verbindungsgang Steinsarg des hl. Lioba. Fenster im 13. Jh. eingebrochen. Der Hauptbau enthält Reste einer kleinen, schlicht, fast roh ausgeführten rom. Pfeilerbasilika aus nicht näher zu bestimmender Zeit; 1479 1sch. umgebaut. Achteckiger Vierungsturm 12. Jh. — Rom. Steinreliefs: Christus, Maria, Bonifazius, Pipin; roh, doch lange nicht so alt, wie angenommen wird, erst Spätzeit des 12. Jh.
PETERSBERG B. HALLE. Pr. Sachsen Saalkreis.
*Benediktiner-Klst*. gegr. 1124. K. gew. 1146. Der jetzige Chor und Qsch. unter Abt Eckehard 1184. — Kreuzf. Basilika nach dem Hirsauer Schema. Hauptchor oblong, Nebenchöre ohne Apsiden; anscheinend vor ihnen ausgeführt die Apsidiole am nördl. Kreuzflügel. Die Chorpartie gewölbt. Die Nebenchöre mit Emporen und unter dem Dach verhehlten Strebemauern sind später (nicht vor A. 13. Jh.) hinzugefügt. Durch diesen Umbau die Hochfenster des Hauptchors verdunkelt und alle 3 Chorschiffe nach außen unter einen einzigen kolossalen Giebel gebracht, eine schwerfällige, dem rom. Stil sonst fremde Gestaltung. — Im Lhs. 5 Arkaden bei auffallend schmalem Msch. Die Pfll. quadr. mit starker Abfasung der Ecken. Der WBau erhebt sich ohne Turm als breite Masse über rechteckigem Gr. und endet in ein Satteldach. Nach innen öffnete er sich mit Empore. — Außen die älteren WTeile sehr formenarm, die jüngeren etwas geschmückter. Durchgreifende Rest. von Quast 1853-57. Bmkw. das schön gegliederte Portal des NKreuzarms; es liegt in einem Rahmen, der das Sockelprofil fortsetzt (hirsauisch), im Tympanon sichere Gemäldespuren, Maria mit Engeln. Ein zweites hat am Gewände je 3 Sll. in eigentümlicher Gruppierung, die Türöffnung von Perlstab umsäumt. — Im 13. Jh. erhielt die K. ein großartiges Denkmal der Grafen von Wettin, 10 liegende Gestalten aus Bronze; sie sollen beim Brande 1565 zu Schaden gekommen sein (?); die 1567 hergestellten Nachbildungen in Sandstein, an sich geringwertig, zeigen in der Tracht und Haltung wohl ziemlich treuen Anschluß an die Urbilder. — Am Konventsgebäude schöne Details aus A. 13. Jh.
PETTSTÄDT. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
*Dorf-K.* Der rom. Charakter einigermaßen erhalten am Chorturm; Spuren einer abgebrochenen Apsis, dürftig spgot. ersetzt. — Sakramentsnische und Schnitzaltar, auf den Flügeln die 12 Apostel in 2 Reihen, 2. H. 15. Jh.
PFAFFENDORF. UFranken BA Ebern.
*Schloß.* Erb. vor M. 18. Jh. unter den Stein-Altenstein. Eleganter Frührok.Bau, 2geschossig, große Estrade.
PFAFFRODA. K. Sachsen AH Freiberg.
*Dorf-K.* 1645 erneuert, architekturlos. — Taufstein, am Fuße 4 der im Lande typischen Kinderfigürchen, Kappen auf den Köpfen, 1655.
PFARRWEISACH. UFranken BA Ebern.
*Pfarr-K.* 1499-1516. Spgot. Hallenkirche zu 4 Achsen, 1sch. Chor; spitze Scheidbogen auf Rundpfeilern. Spgot. und renss. Epitaphien der Geschlechter Rauheneck und Lichtenstein (1504, 1506, 1507 und 1530).
PFERDINGSLEBEN. Sachsen-Gotha LA Gotha.
*Dorf-K.* spgot. — Großer Schnitzaltar, die Gemälde »interessant«.
PFORTA. Pr. Sachsen Kr. Naumburg.
Ehem. *Cisterc.-Klst. S. Mariae de Porta* gegr. 1136, seit 1543 Sitz der berühmten Schule. — Der künstlerische Charakter des Kirchengebäudes wird wesentlich bestimmt durch den 1251 (Inschr.) begonnenen got. Umbau; 1268 (I.) der Chor vollendet; Fortsetzung bis nach 1300. Der rom. Bau ist, bis auf den östl. und westl. Abschluß, im got. erhalten, und es ist kein Grund gegeben, seine Ausführung wesentlich später als die Gründung anzusetzen; also in runder Schätzung M. 12. Jh. Demgemäß für Deutschland das älteste Beispiel einer Cistercienser-K. von schon ausgeprägtem Typus: Kreuzf. Basilika mit stark gestrecktem Lhs. und je 2 Doppelkapellen an der OSeite des Qsch. Bergner fand an diesen Kapellen Ansätze zu Apsidiolen; es ergibt sich daraus eine staffelförmige Anordnung ähnlich den gleichzeitigen Kirchen in Talbürgeln und Georgental. Das ist die älteste Fassung des Cistercienserchors. Das Lhs. war eine flachgedeckte stützenwechselnde Basilika von 4 Doppeljochen, das letzte Joch im O zum Chor gezogen und voraussetzlich durch eine Lettnerschranke gegen das Laienschiff abgeschlossen. Erhalten haben sich die (gedrückten) Blendbögen, die je eine Doppelarkade zusammenfaßten; ferner die Oberlichter, ungewöhnlich niedrige Raumverhältnisse dokumentierend, und die ganz schlichten Profile der Pfll. Ursp. L. 55 m, erweitert auf 75 m. — Der got. Umbau begann nach M. 13. Jh. mit der Einwölbung des Qsch.; Detail verhältnismäßig reich, romanische Erinnerungen wechseln mit vorgeschrittenen (14. Jh.) Formen; nicht leicht zu erklären. Vielleicht war das Qsch. im 13. Jh. niedriger angelegt und ist gleichzeitig mit dem Chor noch einmal überarbeitet. — Chor. Inschr. am südöstl. Strebepfl. nennt das Jahr der Grundsteinlegung 1251. Anlage und Ausführung zeigen aber die reife Kunst der Spätzeit des Jahrhunderts. Sie haben auch nichts Cisterciensisches mehr an sich. Im Gr. ein gerades Joch und regelmäßig aufgeteilter 5/8 Schluß. Das Erdgeschoß, (4,40 m h.) hat keine Arkatur, sondern eine Folge vom Sitznischen, Piscinen und Wandschränken. Das Hauptgeschoß ist völlig aufgelöst. Auf der 2 m starken Sockelmauer ein Laufgang, die Fenster in tiefen Nischen, deren Wände von den äußern Widerlagern zu den inneren Dienstbündeln keilförmig verlaufen. Die Fenster im Polygon 2teilig, im geraden Teil 4teilig (Öffnung 9,7 m h., 1,25 m bzw. 2,50 m breit). Maßwerk aus Dreipässen, schon mit Nasen; an Kaptt. und Schlußsteinen reiches naturalistisches Laubwerk. Schulcharakter mittelrheinisch-hessisch. Ein abweichendes System im ersten Joch: hier öffnet sich ein weiter Spitzbogen gegen die über den alten rom. Querschiffskapellen angeordneten Oberkapellen (S. Trinitatis und S. Margarethe) und über diesen ist die Fensteröffnung als reich gemusterte Rose gestaltet. — Im Gegensatz zum vornehm formenreichen Charakter des Innern, das zu den hervorragenden Leistungen der Epoche gehört, ist das Äußere des Chors von herber Sparsamkeit; die Strebepfll. ohne Fialen oder sonstigen Schmuck, das Hauptgesims ohne Laubfries. — Verhältnismäßig unerfreulich wirkt das Langhaus; Altes und Neues sind im Umbau ungeschickt verbunden, die Bauführung wurde durch wiederholte Unterbrechungen konfus. Der gegebene Stützenwechsel ist beibehalten mit der bizarren Eigentümlichkeit, daß die Zwischenstütze höhere Kämpfer hat als die Hauptstütze, woraus für die Arkadenbögen ungleiche Schenkel entstehen. Erst das Hochschiff gewinnt reinere Formen in Anlehnung an diejenigen des Chors. Die Gwbb. sind schön zu nennen; ihre Dienste auf Konsolen wenig oberhalb der Arkadenpfll. Widerlagerung durch offene Strebebgg. (in der älteren Cisterc.-Archit. verpönt). Das äußere System hat Strebebgg., die ohne Vermittlung von Wandpfll. direkt gegen die Mauer stoßen. Die Strebepfll. am Ssch. spiegeln den Stützenwechsel des inneren gebundenen Systems wieder. Zum Schluß (nach 1300) erfolgte Verlängerung um 2 Doppeljoche gegen W und Herumführung des südl. Ssch. um das Qsch. — Die, wie immer bei den Cisterciensern, turmlose WFassade hat außerdem das Eigentümliche, daß sie allein auf das Msch. komponiert ist, während die Sschiffsfronten zurückspringen und durch wagerechten Abschluß mit abgewalmtem Dach noch unscheinbarer werden. Die eigentliche Fassade ist also ein sehr schmales und hohes Gebilde, eingerahmt zwischen 2 weit vorspringende Strebepfll., horizontal geteilt in 3 jedesmal zurückspringende Stockwerke: zu unterst großer Nischenvorbau, in dessen Hintergrund das an sich einfache Portal und über diesem an der Wand eine Statuengruppe; im Mittelgeschoß weites, 5teiliges Maßwerkfenster; zu oberst vor dem abgetreppten Giebel noch einmal eine spitzbg. Nische mit reicher Brüstung und Statuenwand. Sicher eine originelle Idee! Aber um sie überzeugend auszugestalten, reichte die künstlerische Kraft des Meisters nicht hin (von den Einzelheiten Mehreres freie Erfindung der Rest. 1854). Völlig ungenügend waren dann die Hände, denen die Ausführung des Statuenschmuckes, der in der Gesamtkomposition eine so wichtige Rolle spielen sollte, zugewiesen war; man sieht erschreckend deutlich, daß der große Naumburger Meister keine Schule hinterlassen hatte.
Innere Ausstattung. Spärlich erhalten; bedeutender nur der prächtige Dreisitz aus M. 14. Jh. und die schöne frgot. Mensa des Hochaltars. Unter den Grabdenkmälern das wichtigste die Tumba des Markgrafen Georg v. Meißen † 1402; 1641 von den Franzosen verstümmelt, 1705 notdürftig wiederhergestellt, Kupferstich in S. Reyhers Monumenta Landgraviorum; an den Seitenwänden Arkatur mit Kielbogenabschluß, in den 14 Nischen das leidtragende Gefolge (vgl. Arnstadt, Querfurt); das Werk läßt hohe Tüchtigkeit der Ausführung ahnen. Von den z. T. stark abgetretenen Grabsteinen fallen 11 ins 13. und 14. Jh., die besten der des Ritters Heinrich Varch † 1294, schöne Umrißzeichnung in der Typik der Naumburger Stifterbilder (Nordmauer der Evangelistenkapelle) und der eines »bürgerlichen Ehepaares«, nicht Kinderpaares, aus 1. H. 14. Jh. (3. Pfl. der SSeite). Von 1586 ab eine Reihe von Magisterdenkmälern. — Sonst zu beachten: Christuskopf aus Pappelholz, wahrscheinlich Rest des rom. Triumphkreuzes; got. Triumphkreuz, um 1400, der Gekreuzigte aufgemalt; Schmerzensmann aus Bronze etwa 1520-30, 80 cm h., Pietas aus Stein (Steinguß?), die Beschreibung läßt den Salzburger Typus vermuten. Bronzener Schmerzensmann aus der letzten Klosterzeit.
Klausur. Sie liegt, ein seltener, wenn auch nicht beispielloser Fall, auf der NSeite der K. Die inneren Gebäude mit der Zeit völlig entcharakterisiert. Etwas besser erhalten der Kreuzgang. Die nördl., südl. und westl. Front vom rom. Bau, wenn auch verstümmelt; die erhaltenen Pfll. und Bgg. umschlossen eine Gruppe von wahrscheinlich je 3 kleinen Arkaden auf Säulchen. Ähnliche Gruppen zeigt noch der am OFlügel gelegene Kapitelsaal; er war ursp., wie auch der Kreuzgang, ungewölbt. Das Refektorium am WFlügel ist in der Anlage zu erkennen, aber ohne ältere Kunstformen. — Die Abtwohnung lag abgesondert im O und ist im Erdgeschoß des späteren »Fürstenhauses« erhalten. Zugehörig die Abtskapelle, eine der feinsten Leistungen des Übergangsstils in Deutschland; um 1230-40 von einem Meister der Maulbronn-Magdeburger Schule, Ornament mehr thüringisch. Kleiner, in 2 kuppelige Kreuzgwbb. geteilter Saal mit polygonaler (5/10) Apsis. An Gewölbstützen und Fenstergewänden ein reicher Apparat gewirtelter Sll. Die Gurten durch starke Betonung des Anlaufs und somit der Entwicklung der reichen Profile aus rck. Werkform charakterisiert. Die Fenster gepaart, bis auf den Sockel herabgezogen; Abschluß der Gruppe durch Okulus. — Aus rom. Zeit noch die Klostermühle, wenn auch stark verändert. — Friedhofslaterne südöstl. vom Chor, gestiftet 1268, archäologisch eine große Merkwürdigkeit. — Betsäule 1521, das Bildwerk stark verwittert. — In der Schulbibliothek Bilderhandschr. (Augustin) des sp. 12. Jh.
PFÜNDHAUSEN. UFranken BA Schweinfurt.
*Dorf-K.* mit Westfassade um 1750. Rokokostuckaturen und Inneneinrichtung gleichzeitig.
PFÜTZENTAL. Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
*Dorf-K.* mit schönem rom. Portal ähnlich Neutz.
PHILIPPSTAL. RB Cassel Kr. Hersfeld.
Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst.-K.* gegr. 1190. Der vorhandene Bau aus dieser Zeit. Flachged. Säulen-Basilika. Querschifflos. Die Ssch. schließen mit 1/2kr. Apsis, das Msch. mit niedrigem Triumphbg., jenseits dessen der quadr. Vorchor und große 3fenstrige Apsis, unter ihr (nicht unter dem ganzen Chor!) kleiner Keller ohne Spuren liturgischer Benutzung. Im Lhs. 6 gut proportionierte Arkaden; die Säulenstämme stark geschwellt; Würfelkaptt. in die Breite gehend. Im W Doppeltürme und zwischen ihnen Empore. An der Hauptapsis lebhafte Gliederung durch Lisenen und Halbsll. in 3 sich stark verjüngenden Geschossen. — In got. und neuerer Zeit das alte Baubild erheblich entstellt, 1902 rest. — In der westl. Vorhalle landgräfliche Familiengruft 1743. — Die Klostergebäude zu landgräfl. *Schloß* umgebaut.
PILGRAMSREUTH. OFranken BA Rehau.
*Pfarr-K.* 1473. Stattlicher spgot. Bau, im Lhs. netzgewölbt. Sakramentshäuschen spgot. Hochaltar 1710.
PILLNITZ. K. Sachsen AH Dresden-N.
*Bergkirche* 1723 von Pöppelmann, einfaches Rck. mit Flachdecke und Emporen; Altarbau aus Sandstein mit großem Relief um 1650, das Ornament in sog. Knorpelmanier; großes Epitaph eines Herrn v. Pflugk, E. 16. Jh., Schule des Hans Walther; Grabstein v. Loß 1609; Grabstein eines Kindes der Familie v. Bünau 1637, hübsch und originell; Gedenktafel für Sophie v. Bünau 1640.
*Schloß*. Der alte Bau (1610-33) brannte 1818 ab. Wasserpalais (»indianisches Lustschloß«) für August den Starken 1720 von Pöppelmann und Longuelune; das als große Hohlkehle gebildete Gesims und die über den Mittel- und Eck-Risaliten hohlgeschweiften großen Dächer mit phantastischen Schornsteinen sollen exotisch wirken. — Eine symmetrische Wiederholung das Bergpalais 1723. — Flügelbauten 1788-91 von Exner und Weinlig. — Das neue Palais 1818-26. — Die Orangerie nach 1731, wahrscheinlich von Longuelune. — Der englische Pavillon (im englischen Park) 1789, die reizende Innendekoration in der Art Weinligs. Daneben Statue einer Vestalin 1781 von Trippel. — Chinesischer Pavillon 1804.
PINZBERG. OFranken BA Forchheim.
*Kirche.* 18. Jh. 1sch. flachgedeckt. Reiche Rok.Ausstattung. Der Kirchhof umgeben von hoher Verteidigungsmauer, der untere got., oben bar. Glockenturm dient als Tor.
PIRNA. K. Sachsen Amtshauptstadt.
*Stadt-K. S. Marien.* Schon die vorangehende K. war bedeutend; die Urkunden nennen 15 Altäre von 1338-1462. Von einem 1466 begonnenen Neubau der unregelmäßig in die SWEcke eingeschobene Turm. Der Hauptbau 1502-1546. — Hallenkirche mit schwach ausgebildetem Chor; die Ssch. schließen gerade mit abgeschrägten Ecken, das Msch. mit 3 Seiten des 8Ecks. Der 47 m lange Hauptbau geteilt in 7 Joche. Gesamtbreite 25 m, die Ssch. wenig schmäler als das Msch., H. 18 m. Also sehr weite und freie Raumverhältnisse. Die 8eckigen Pfll. von äußerster Schlankheit. Die in der Erzgebirgsschule zum Prinzip erhobene Vereinheitlichung der Decke durch Verwischung der Jocheinteilung noch konsequenter als dort durchgeführt; Grundform des Gwb. 1/2kr. Tonne mit Stichkappen, darauf einmaschiges Rippennetz im Msch., Sterne in den Ssch. Im Chorpolygon die Rippen von den Kappen ganz abgelöst und in kräuselnde Verschlingungen (»gewundene Reihungen«) gebracht, etwa an Hobelspäne erinnernd; die tiefsten Ausläufer ganz naturalistisch als Baumstämme charakterisiert; »wilde Männer« klettern an ihnen empor; die Kappen mit Rankenwerk bemalt. (Auch an den Gewölbeanfängern des Lhs. befanden sich 12 Freifiguren, 1778 abgeschlagen). Fenster hoch, schmal, mit abgeflachtem Spitzbg. geschlossen, Maßwerk spärlich und matt. Als Beispiel spätestgotischer Formengebung bmkw. die Sakristeitür. An der NSeite Renss.Emporen von 1570.
Altarwerk aus Sandstein 1611 von David Schwenke, Skulpturen von Antonius v. Saalhausen; 10 m hoch, 5 m br., ursp. reich in Farbe und Gold staffiert; an der Staffel Abendmahl zwischen Geburt und Kreuzigung; in der Mitte des Hauptgeschosses Sintflut und Auferstehung des Herrn, seitlich Jakobsleiter und Elias Himmelfahrt; an der Staffel des Obergeschosses die Geschichten des Jonas und Simson, in dem Hauptfeld Christi Himmelfahrt. — Kanzel aus Sandstein 1543 verkünstelt spgot., Schalldeckel 1576. — Taufstein 1561, Fuß 1802 (der alte zeigte Kindergruppen wie in Annaberg). — Unter den zahlreichen Grabsteinen und Epitaphen mehrere hervorragende Stücke: D. v. Sebottendorf 1585; M. L. Lauterbach 1569; Joh. Rosig 1612; besonders Sup. Kademann 1607, höchst lebendiges Bildnisrelief, Umrahmung nüchtern. Unter den Grabsteinen an der Außenwand hervorzuheben H. W. v. Schönberg † 1645. — Epitaphgemälde von H. Göding d. Ä. [Antependium aus 14. Jh. in Seidenstickerei, jetzt Altert. Ver. Dresden.] — An den Gwbb. großer Gemäldezyklus aus M. 16. Jh., »ein protestantisches Kunstwerk von hoher Bedeutung und Seltenheit«. — Orgel 16. Jh., verändert 1678. — Glocke 2. H. 14. Jh.
*Dominikaner-Klst.* Erhalten die K. und der Kapitelsaal. Die K. Rck. 35 : 12,5 m. Aufbau 2sch., Chor 1sch., etwas eingezogen (zerstört). Im Schiff 8eck. Pfll. von äußerster Schlankheit, Kreuzrippengwbb. auf reich skulptierten Kragsteinen (Farbspuren), der Kämpferpunkt an den Pfll. selbst nicht betont. Stilformen der 1. H. 14. Jh. Der kleine an der SOEcke angefügte Turm 15. Jh. Aus letzterer Zeit das 2sch. und 3jochige Kapitelhaus.
*Rathaus* spgot. nach Brand 1485 und ren. 1549 und 1581; aus der ersten Epoche die reich umrahmten Türen des Erdgeschosses.
*Privathäuser.* Pirna hat mehr als die meisten anderen Städte Sachsens vom Gepräge älterer Jahrhunderte bewahrt. Spätgotisches z. B. Markt 3 und 46, Dohnaische Str. 24, Schustergasse 5, Badergasse 6, Kirchplatz 2. — Aus Renss. besonders das Portal Niedere Burgstr. 1 von 1540, ganz in den Formen des oberitalienischen Terrakottastils, gekrönt mit dem Reliefbildnis des Architekten W. B. Ferner Markt 13, Schuhgasse 15, Markt 12 von 1548 im Charakter des Moritzbaues am Dresdener Schloß; Ecke Barbiergasse und Dohnaische Str. mit zierlichen Ecken; Markt 18, Schustergasse 4; Obere Burgstr. 1 von 1624, Markt 9 von 1673, Schustergasse 2 von 1676. Rokoko: Langestr. 10, Badergasse 5.
*Schloß Sonnenstein*, jetzt Irrenanstalt; von älteren Bauzeiten kaum etwas erkennbar.
PLASSENBURG B. KULMBACH. OFranken.
Erb. von Markgraf Georg Friedrich durch, Caspar Vischer unter Mitwirkung der Württemberger Alberlin Tretsch und Blasius Berwart. Hauptbauzeit 1559-1569. Die berühmten Festungswerke 1808 von den Bayern geschleift. Das meiste künstlerische Interesse haben folgende Teile: im äußeren Hof Zeughaus, origineller Kuppelbau mit trotzigem Portal von 1607, im mittleren Bogenfeld Hochrelief des Markgrafen Christian zu Roß; Hauptportal des inneren Baues. Eines der reichsten Dekorationsstücke der ganzen deutschen Renss. die Hoffassaden. Die großartige Wirkung der letzteren beruht auf dem Kontrast des ganz schlicht, ja formlos gehaltenen Erdgeschosses und der 2 in breite Pfll.Arkaden aufgelösten, an den Flächen über und über mit Flachreliefornament bedeckten Obergeschosse; abweichend der NFlügel, der ehemals den großen Rittersaal enthielt; die 4 Ecktürme mit den zur Kommunikation unentbehrlichen Treppen bilden wieder einfache Massen.
FLAUE. Schwarzb.-Sondersh. LA Arnstadt.
*Liebfrauen-K.* mit rom. Resten. Ruine *Ehrenburg*.
PLAUEN. K. Sachsen AH Dresden-A.
*Dorf-K.* 1700 durchgreifend umgebaut; vom Bau 1467 das einfache WPortal und die kleine Sakramentsnische.
PLAUEN. K. Sachsen Amtshauptstadt.
*Johannis-K.* Von der ursp. rom. Anlage die 2 WTürme und die OWand des Qsch.; nach Brand 1430 Umbau als spgot. Hallenkirche im Stil der K. von Annaberg, Schneeberg usw., doch unbedeutender als diese, stark rest. nach Brand 1548. — In die Superintendentur eingebaut die Reste des Deutschritterhauses mit interessanter innerer Einteilung.
*Gottesacker-K.* (Luther-K.) 1693-1708. Nächst der zu Carlsfeld der älteste Zentralbau im Lande; verschobenes 8Eck mit polygonem Chor und vorspringendem Turm im W, innen Emporen und Holzdecke. — Kleiner 4flügeliger Altar aus der Thomas-K. in Leipzig, umgearbeitet 1587 von Valentin Silbermann, die feinen figürlichen Reliefs um 1500.
*Rathaus* letztes Viertel 15. Jh. im Schulcharakter des Arnold v. Westfalen (Meißen) und wohl von demselben Meister wie die Schlösser in Sachsenburg und Netzschkau (Hans Reinhart). Der breite Backsteingiebel nach Brand 1548, gegliedert durch 5 nach der Höhe wachsende Pilasterordnungen, Eckfüllungen in Wellenlinien.
PLÖSSNITZ. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
*Dorf-K.* Bescheiden rom. Kap. in guter Erhaltung; rck. OTurm, darunter Altarhaus und 1/2 kr. Apsis.
PÖDELISL. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
*Dorf-K.* Der ansehnliche rom. Chorturm mit 3teilig gekuppelten Schallöffnungen steht jetzt in der Mitte zwischen der spgot. ziemlich reich behandelten Chorerweiterung und dem schlicht bar. Schiff. — Schnitzaltar bez. H F und Pflugschar (derselbe Meister in Klein-Heringen, Görschen und S. Moritz in Naumburg).
PODELWITZ. K. Sachsen AH Leipzig.
*Dorf-K.* spgot. ohne Auszeichnung in Architektur und Ausstattung, aber im 19. Jh. gänzlich unberührt geblieben und dadurch von einem leider nicht mehr oft anzutreffenden Stimmungswert des Ensembles.
PÖHL. K. Sachsen AH Plauen.
*Dorf-K.* Nach Zerstörung im 30jährigen Kriege 1654-61.
*Schloß* 1572 für Kaspar v. Röder, einfach renss., große tonnengedeckte Halle. Gemäldesammlung. Bmkw. ein reicher Rahmen von J. H. Böhm.
POLENZ. K. Sachsen AH Pirna.
*Schloß.* E. 17. und A. 18. Jh., eindrucksvolle Anlage von Flur und Treppenhaus.
POLLEBEN. Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
*Dorf-K.* Im Turm gekuppelte rom. Fenster mit Kaptt. in Würfelform. Spgot. Schnitzaltar.
POMMERSFELDEN. OFranken BA Höchstadt
*Pfarr-K.* 1687 und 1750. Zahlreiche Truchsessische Grabsteine 1543-1685. Einer um 1560 von Peter Dell d. J.
*Altes Schloß*. Wasserburg des 16. Jh.
*Neues Schloß Weißenstein*. 1711 bis 1718 für Lothar Franz v. Schönborn, Erzbischof von Mainz und Bischof von Bamberg. Entwurf von M. v. Welsch in Mainz, Ausführung von Joh. Dientzenhofer in Bamberg. Nach Größe und Wert einer der vornehmsten Schloßbauten des Jahrhunderts, auch interessant für die Entwickelung des Anlagetypus (vgl. rückwärts Marquardsburg). Gr. in Tricliniumform; nach der anderen Seite umgrenzt den großen Hof der Halbkreis der Stallungsgebäude. Der Mittelflügel des Hauptbaues wird durch einen beiderseits stark vorspringenden, auch etwas höheren Querbau durchbrochen, die Flügel enden in je 2 Pavillons. An der Gartenfront 27 Achsen, an den Flügelfronten 15. Der Aufbau in 3 differenzierten Geschossen. Die tragenden Glieder wechselnd Säule, Pilaster, Lisene, je nach der Bedeutung des zu schmückenden Bauteils. Übergroßes Mansarddach. Im Innern sind die stärksten Motive das Treppenhaus und der Festsaal, beide den mittleren Querbau ausfüllend. Das Treppenhaus war, bevor die Neumannschen Schloßbauten es überboten, das großartigste in Deutschland und wird von keinem französischen erreicht. Ein dem Quadrat sich näherndes Rck. an allen 4 Seiten von Galerien in 3 Geschossen umgeben; die im freien Mittelraum in 2 Läufen sich entwickelnde Treppe reicht nur bis zum ersten Obergeschoß; zum zweiten führen verborgene Nebentreppen. Beim Austritt zum obersten Treppenpodest erweitert sich der umlaufende Gang zu einem kleinen, besonders reich dekorierten Vorsaal, aus dem man in den Festsaal gelangt. Dieser geht durch beide Obergeschosse; unter ihm ein niederer, als Grotte charakterisierter Gartensaal. Im Festsaal ein schwerer, zugleich unruhiger Prunk; an den Wänden wechseln Pilaster und Vollsäulen; das Kranzgesims von willkürlich gebildeten Bgg. durchbrochen; eine sehr große, durch Stuck und Malerei in heftige Bewegung versetzte Kehle führt zum freskierten Spiegel über. Unter den übrigen Räumen ist das Vorhandensein einer Galerie für Gemälde bemerkenswert. Die kleineren Gemächer haben viel von ihrem einstigen Dekor (Leder- und Damasttapeten) verloren; doch bleiben manche anziehende Proben kleinkünstlerischen Schaffens, z. B. die zierlich angelegten Fußböden. — Der prächtige im Zirkel laufende Marstall 1717 von Welsch. Für andere Nebengebäude B. Neumann zu Rate gezogen. — Sehr bedeutend waren die Gartenanlagen; sie sind A. 19. Jh. »englisch« umgearbeitet. — Die große, früher über Deutschland hinaus berühmte Gemäldegalerie hat M. 19. Jh. ihre wertvollsten Stücke durch Verkauf verloren, ist aber noch immer beachtenswert.
POMSSEN. K. Sachsen AH Grimma.
*Dorf-K.* rom. Anlage. — Die Ausstattung, renss, und bar., gibt ein malerisches Ensemble, auch sind einzelne Stücke für sich bmkw. Großes Sandsteinepitaph der Familie v. Ponickau 1560; 18 weitere Denkmäler dieser Familie bis 1725.
PONICKAU. K. Sachsen AH Großenhain.
*Dorf-K.* Einfacher flachgedeckter Bau mit großem Turm von 1726. — Flügelaltar, geschnitzt und gemalt, A. 16. Jh.
PONITZ. Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
*Dorf-K.*, älteste Teile 14. Jh., 1653 durchgreifend umgebaut. — Gedenktafeln 1593 und 1613 in tüchtiger Renss.
*Schloß,* 1574, stattliche Außenerscheinung.
PORSTENDORF. Sachsen-Weimar VB Apolda.
*Schloß.* Ehemals Wirtschaftshof des Klst. Pforta, umfangreiche Baugruppe meist aus 18. Jh.
POSA. Pr. Sachsen Kr. Zeitz.
Ehem. *Benedikt.-Klst.-K.* Die Nachgrabungen von 1875 und 1899 ergaben für den Chor (gew. 1122) eine mit Paulinzelle genau übereinstimmende Fünfapsidenanlage (got. umgebaut). Pfeilerreste aus dem Schiff verwandt mit Talbürgel. WTürme durch Merians Stich bezeugt.
Am WAbhang des Berges rom. Palas, von den Rundbogenfenstern nur eines unvermauert, mit schöner Mittelsäule.
POSSENDORF. K. Sachsen AH Dippoldiswalde.
*Dorf-K.* voll. 1596; 2sch. Hallenkirche von 3 Jochen, weiträumige Verhältnisse, Formen spätestgot., bmkw. die mannigfaltig gezierten Schlußsteine.
PÖSSNECK. Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
*Stadt-K.* spgot., Chor 1390, Lhs. 1454-88, jetzt der Gewölbe beraubt.
*Rathaus.* 1443, Erweiterungen 1449, 1531. Stattliche Anlage in eigentümlicher und reizvoller Mischung spätester Gotik und früher Renss. (A. 20. Jh. übel umgebaut). Hauptschmuck der Fassade die in glücklichem Wurf unsymmetrisch an die Seite geschobene Freitreppe; über den Treppenläufen offene Lauben, deren Verdachung in kleine Halbkreisgiebel, staffelförmig ansteigend, aufgelöst ist. Reich dekoriert auch die beiden großen Treppengiebel der Schmalseiten; es wechseln 4 Streifen von Fischblasen mit ebensoviel Reihen kleiner gardinenförmig geschlossener Blendbögen. Im Innern hat sich eine zweischiffig gewölbte Halle, sonst aber wenig von älteren Kunstformen erhalten.
*Wohnhäuser.* Haus Wohlfahrt am Markt mit schönem Portal von 1565 noch ganz im Sinne der oberitalienischen FrRenss.; andere Portale Haus Fischer am Kirchplatz; Steinweg Nr. 55; Krautgasse ao. 1564.
*Marktbrunnen* 1522 mit der Statue des hl. Mauritius.
Bmkw. *Friedhof* mit K. und vielen Denkmälern des 17. und 18. Jh.
POSTERSTEIN. Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
*Dorf-K.* spgot. und 17. bis 18. Jh. — Bmkw. die reich geschnitzte Herrschaftsempore 1689 und der _Altaraufbau _ aus derselben Zeit.
*Schloß.* Die höchst malerische Gebäudegruppe, wesentlich 16. Jh., umlagert einen großen ma. Turm.
PÖTEWITZ. Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.
*Dorf-K.* Rom. Turm. Das Langhaus got. 3sch. umgebaut. — Bmkw. spgot. Schreinaltar.
POTTENSTEIN. OFranken BA Pegnitz.
*Pfarr-K.* Got. 2sch. Halle, »während der Chor sprom. (?) Formen erhielt«, Ausstattung bar. — *Schloß.*
PREDEL. Pr. Sachsen Kr. Zeitz.
*Dorf-K.* Chor spgot. 1507, Langhaus 1701, der sehr stattliche Turm Fr.Renss. — Schreinaltar um 1500.
PRESSECK. OFranken BA Stadtsteinach.
*Pfarr-K.* Chor got., Sch. bar.
PRETTIN. Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
*Stadt-K.* Got. Backsteinrohbau. 3sch. kreuzf. Basilika von 3 Gewölbejochen. — Großer Schnitzaltar um 1500, nordwestdeutsch, oder niederländisch, 1614 von der Kurfürstin Hedwig, einer dänischen Prinzessin, geschenkt.
Runder got. *Torturm* in Backstein.
PRETZFELD. OFranken BA Ebermannstadt.
*Kirche* 18. Jh. unbedeutend.
*Schloß* 16. Jh. auf ma. Grundlage.
PRETZSCH. Pr. Sachsen Kr. Wittenberg.
*Stadt-K.* 1sch. flachgedeckt, spgot. und bar. — Altar 1652 von J. G. Kretschmer aus Dresden. Gemälde, Kreuzigung, von D. Heuer aus Leipzig. Grabmal der Königin Eberhardine. Arnimsche Epitaphe 18. Jh. Außen am Turm Rittergrabstein 14. Jh.
*Schloß* 1634.
PRICHSENSTADT. UFranken BA Gerolzhofen.
Ein altfränkisches *Stadtbild*, an dem man, wenn sich die Gelegenheit bietet, nicht vorübergehen sollte. Inmitten großer Weiher. Fast der ganze Mauergürtel des 15. bis 16. Jh. erhalten. Charaktervolle Torgruppe mit 2 runden Flankentürmen, in Franken ein seltener Typus. Mitten im Städtchen großer Turm mit spitzbogiger Durchfahrt und originellem sprenss. Dachwerk.
*Kirche* urspr. got., dann bar. überarbeitet und baulich ohne Interesse, doch enthält sie eine originelle bemalte Steinkanzel des 17. Jh.
PRIESSNITZ. K. Sachsen AH Borna.
*Dorf-K.* um 1500, 1616 durch Hans v. Einsiedel im Geschmack niederländischer SpRenss. glänzend ausgestattet, besonders die herrschaftlichen Betstuben. Die Gemälde von Johann de Perre aus Antwerpen, ansässig in Leipzig.
PRIETITZ. K.Sachsen AH Kamenz.
*Dorf-K.* 1881 fast ganz erneuert. — Altar, gute Tischlerarbeit von 1646. Denkmäler des 18. Jh., über die in der Lausitz recht gute Durchschnittsqualität noch hinausgehend.
*Herrenhaus* (v. Stammer) um 1770. Größere Porträtreihe, u. a. von Anton Graff und Chr. Leberecht Vogel.
PROBSTZELLA. Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
*Dorf-K.* wesentlich 1755. — Altarwerk fränkisch um 1500.
PROFEN. Pr. Sachsen Kr. Zeitz.
*Dorf-K.* Rom. Turm. Schöner spgot. Chor 1495. — Ausstattung in guter Renss., desgl. Decke und Emporen in kräftiger Polychromie.
PRÖLSDORF. UFranken BA Haßfurt.
*Pfarr-K.* 1766. Eleganter Rok.Bau. In der Verbindung des WTurmes mit der Fassade Nachklang Neumannscher Anlagen. — Im Pfarrhof bmkw. Kaselkreuz 15. Jh.
PROSSELSHEIM. UFranken BA Kitzingen.
*Pfarr-K.* Posthum got. Neubau 1614. — Derb wirkungsvolle Ausstattung um 1700. — Dorfbrunnen unter einem von 6 tosk. Sll. getragenen Haubendach.
PROZELTEN siehe Stadtprozelten.
PULSNITZ. K. Sachsen AH Kamenz.
*Pfarr-K.* Über Resten einer got. Anlage ein Emporensaal aus M. 18. Jh. — Reicher Kelch 1487. Zahlreiche Denkmäler der Barockzeit.
*Schloß* (v. Maxen) 1718. Gute Inneneinrichtung aus verschiedenen Epochen des 18. Jh. Bildnisse. Glasscheiben.
*Rathaus* schlicht renss. Wohnhäuser 18. Jh.
PURSCHENSTEIN. K. Sachsen AH Freiberg.
*Schloß* aus Ma. und Renss. Abb. von 1755 zeigt eine bedeutende Anlage von 5 Türmen von hohen bar. Helmen gekrönt; davon jetzt nur einer erhalten; sonstige Kunstformen spärlich.
PUSCHENDORF. OFranken BA Höchstadt.
*Pfarr-K.* 1489. Chor, im Gr. 1+5/8, netzgewölbt. Im Langhaus Holztonne. Tüchtiger Quaderbau mit energisch profilierten Fenstern. Malerischer Innenraum. 3 Schnitzaltäre aus der Erbauungszeit. Gemalte Wappenscheiben nürnbergischer Familien.
Q
QUEIENFELD. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
*Kirche* 1719. Saalbau mit 2 Geschossen Emporen, Turm um 1546, die Fenster in got. Formen. — Auf dem nahen Weinberg die Grundmauern der ehemals berühmten Wallfahrts-K.
QUERFURT. Pr. Sachsen RB Merseburg. Kreisstadt.
*Stadt-K.* Urspr. spgot. Hallenkirche, in jüngerer Zeit durch Emporeneinbauten u. a. m. stark verändert. Die rom. Sll., welche die Orgelempore tragen, wahrscheinlich aus Klst. Marienzelle. Am WTurm gefälliges Portal 1. H. 15. Jh. — Großer bar. Altarbau.
*Friedhofs-K.* Unbedeutender Barockbau mit ansehnlichen Epitaphen.
*Rathaus.* Schlicht sprenss.
*Schloß.* Weitläufiger Komplex von Festungswerken, Beamten- und Wirtschaftshäusern. Die Oberburg Anlage des 12. und 13. Jh. Imposanter runder Bergfried (der »dicke Heinrich«) von 21 m Durchmesser und 4,5 Mauerstärke; dann ein quadr. Wohn-Turm. Im Übergang zur Renss. ein vom Kardinal Albrecht von Mainz 1535 errichteter Wohnbau. Die mitten im weitläufigen Bering freistehende Kapelle etwa E. 12. Jh. Qsch. und Chor normale Kreuzanlage mit Apsiden, das 1sch. Lhs. von geringer Ausdehnung, im W Vorhalle und Herrschaftsempore. Im äußeren Aufbau die schlichten rom. Formen noch gut zu verfolgen, das Innere 1716 barockisiert. Über der Vierung 8seitiger Turm mit Lisenen und Bogenfries. — Grabkapelle E. 14. Jh. Tumba des Gebhard v. Querfurt † 1383, an den Seitenwänden das Trauergefolge in einer Art feierlichen Tanzschrittes mit merkwürdiger Gestikulation; die Arbeit stimmt zu der an der Tumba Herzog Georgs in Pforta.
R
RABENECK. OFranken BA Pegnitz.
*Burg.* Wohnturm und Palas erhalten, Vorburg Ruine.
RABENSTEIN. OFranken BA Pegnitz.
*Burg* mit Wappenstein von 1495.
RABOLDSHAUSEN. RB Cassel Kr. Homberg.
*Dorf-K.* Alabasterepitaph des W. v. Wallenstein † 1604 und seiner Ehefrau Ch. v. Berlepsch.
RÄCKNITZ. K. Sachsen AH Dresden-A.
*Denkmal* für General Moreau † 1813.
RADEBERG. K. Sachsen AH Dresden-N.
*Stadt-K.* Kernbau 1486, Umbauten 1714, 1808, 1887. — Kanzel und Taufstein 1730 von J. C. Feige.
*Schloß.* 1543-46 unter Leitung von Hans Dehn durch einen Meister aus dem Kreise des Hans Schickentanz, erneuert 1628 durch Ezechiel Eckhardt. — Hauptbau auf 3eck. Gr., nur 2 niedrige Geschosse, Portal, Fenster, Kamin interessante Beispiele der Dresdener Frührenaissance.
RADEFELD. Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.
*Dorf-K.* Turm sprom., Sch. spgot.
RADIBOR. K. Sachsen AH Bautzen.
*Kirche* neu. Aus der alten mehrere hübsche Ausstattungsstücke 16. bis 18. Jh. — Holzplastik in auffallender Menge. Madonnenstatue A. 15. Jh., ausgezeichnet, sicher Import. Aus derselben Kunstrichtung eine zweite desgl. und eine Pietas. Altarschrein mit geschnitzten Mittelfigg. und gemalten Flügeln, um 1450. Geringer 2 Selbdritt und Apostelstatuen um 1480 u. a. m.
*Schloß* 1709, große Behandlung, einfach, Gr. fast quadr., in der Mitte Lichthof und Treppenhaus.
RADMERITZ. K. Sachsen AH Zittau.
*Dorf-K.* Turm 1702. Ansehnliches Grabmal des J. v. Ziegler, Stifters v. Joachimstein † 1734. Ausstattung um 1734. Prächtiges Gruftgebäude 1744.
RALBITZ. K. Sachsen AH Kamenz.
*Dorf-K.* Niedriger Gewölberaum von 1752. Ausstattung charakteristisch katholisch. — Im Dorf Dreifaltigkeitssäule.
RAMMELBURG. Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.
*Schloß.* Auf ma. Grundlage im 16.-18. Jh. erneuert. 1575 die den unteren Raum des Bergfrieds einnehmende Kapelle eingerichtet, Decke und Oberteil der Seitenwände bedeckt mit biblischen Darstellungen in »hoch erhabenem Bildwerk«.
RAMMENAU. K. Sachsen AH Bautzen.
*Schloß* nach 1417. Stattliche Anlage in Hufeisen-Gr., die Wirtschaftsgebäude nach einheitlichem Plan hinzukomponiert. Geräumiges, vornehmes Treppenhaus, gemalte Architekturen in der Art Oesers. Die sonstige Inneneinrichtung zeigt 3 Stilepochen, das Barock des ersten Erbauers mit reichen Stuckdecken, die Zeit des Gr. v. Hoffmannsegg um 1700 und die Kleistsche Zeit um 1800 mit pompejanischem Zimmer.
RANDERSACKER. UFranken BA Würzburg.
*Dorf-K.* Im Kern rom. Pfl.-Basilika, 1605 gotisierend umgebaut. Gut erhalten der rom. Turm (SO), Quaderbau in ungewöhnlich reicher Gliederung, die unteren Teile E. 12., die oberen gegen M. 13. Jh. — Ausstattung um 1700. Auf den Seitenaltären Gemälde von Oswald Onghers, 1683 und 1704. Seinsheimsche Grabsteine E. 14. Jh. — Friedhofsbefestigung nach 1609.
Großer *Zehnthof* des Würzburger Domkapitels, angelegt (Inschr.) 1332, verändert 1615. Im Ort zahlreiche schlichte Häuser 16.-18. Jh. Am Gasthof zur Krone feines Rok.Gartenhäuschen, Schule Neumanns. — Bildstöcke in großer Zahl, meist 17. Jh.
RANIS. Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück.
*Stadt-K.* spgot. 1sch. polyg. geschlossen, Turm seitlich im N. Von der ehemals reichen Ausstattung wenig übrig.
*Schloß,* got. und renss., mit hohen Giebeln, höchst malerisch.
RASDORF. RB Cassel Kr. Hünfeld.
*Pfarr-K.* (K. des schon 815 vorhandenen Benedikt.-Klst.). Rom. 11. Jh., im 13. frgot. umgebaut mit einzelnen got. und spgot. Nachbesserungen. — Basilika auf kreuzf. Gr. Je 5 niedrige Arkaden, deren ungegliederte steile spitzbg. Bgg. auf 3 Paar Sll. und einem Paar rck. Pfll. ruhen. Basen jetzt im Fußboden verborgen. Kaptt. den korinth. roh nachgebildet, hohe Deckplatte mit Karnies und Schmiege. Am westl. Ende Emporeneinbau (verbaut). Die flache Decke bei der got. Erneuerung des Obergadens beibehalten. Die Vierungspfll. rund mit 4 Diensten für das Kreuzrippengwb. Über der Vierung ein mehrgeschossiger 8seitiger Turm, zu dem eine steinerne Wendeltreppe aus der Chorecke hinaufführt; der Chor mit 5/8 Rippengwb. — Die ganze L. ca. 40 m, H. des Turms über 50 m.
RATENDORF. K. Sachsen AH Rochlitz.
*Dorf-K.* 1sch. rom. Anlage mit eingezogenem quadr. Chor und Apsis, Turm über dem Chor. — Schnitzaltar 1510.
RATSFELD. Schwarzb.-Rudolst. LA Frankenhausen.
Fürstl. *Jagdschloß* 1698. Außen sehr einfach. Die Kapelle in strengem Barock der klassischen Richtung. 1908 umgebaut.
RATTELSDORF. OFranken BA Bamberg I.
*Pfarr-K.* 1465 ähnlich Hallstadt; 1823 zur Hälfte abgebrochen und erneuert.
RAUENSTEIN. Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.
*Dorf-K.* 1453. Hübsche Steinkanzel A. 16. Jh.
*Burg* erb. um 1350, zerstört 1640, Spuren edlerer architektonischer Durchbildung.
RAUHENECK. UFranken BA Ebern.
*Burgruine.* Polyg. Bering mit Renss. Türmen; am ehem. Palas noch rom. Reste (wohl 13. Jh.); Wehranlage mit Gräben gut erhalten.
RAUSCHENBERG. RB Cassel Kr. Kirchhain.
*Pfarr-K.* 4 Bauzeiten. Aus E. 12. Jh. das nördl. Ssch. nebst den nordwestl. Schiffsarkaden; rippenlose, kuppelig steigende Kreuzgwbb. auf Kragsteinen, von roher Ausführung. A. 14. Jh. das Msch. erneuert, 3 rck. Kreuzgwbb., Fenster nur an der südl. Seite, südl. Ssch. unterdrückt; renoviert 1453. Chor 2 Joche und polyg. Schluß, spgot. Netzgwb. in gewundenen Reihungen. Schmuckloser WTurm. — Ikon. Grabstein 1584. — Holzstatuette der h. Jungfrau, gute spgot. Handwerksarbeit. — Kruzifix aus gleicher Zeit. — Altarflügel um 1400.
*Burgruine.* Der in 3 gewölbten Stockwerken erhaltene Wohnturm M. 13. Jh. interessant in Anlage und Einzelheiten.
REDWITZ. OFranken BA Wunsiedel.
*Pfarr-K.* E. 14. Jh., verändert M. 16. Jh. Hallenkirche mit eingezogenem Chor in 2 Jochen, 5/8 Schluß, im Lhs. 3 Joche. Rundpfll. mit einfachen Kaptt. Kreuzgwbb. — Hübsches Sakramentshaus 1498, ca. 4 m h. Außen Ölberg 2. H. 15. Jh.
*Kathol. K.,* gest. 1777 von der Kaiserin Maria Theresia.
*Rathaus* umgebaut aus got. Schloß; Erker bez. 1591, andere Bauteile 1509, 1593, 1642.
REGENSBERG. OFranken BA Forchheim.
*Schloß* ziemlich erhalten.
REIBERSDORF. K. Sachsen AH Zittau.
*Dorf-K.* 1736, 1sch., Empore in 3 Geschossen ringsumgeführt. Kanzelaltar 1780. Nicht üble Rittergrabsteine 1552, 1619. Gräfl. Einsiedelsche Gruft 1746.
*Schloß* 1763 von Andreas Hünigen in Zittau. Uförmige Anlage, die kurzen Schenkel nach dem Hof, die Formen ein schlichtes, schon dem Klassizismus zuneigendes Rokoko. Die Innendekoration z. T. erhalten. Prächtige Empiremöbel. Zahlreiche Familienbildnisse (Einsiedel und Verwandte), Graf Joh. Georg v. E. von A. Graff, Graf Heinrich v. E. in der Art J. F. A. Tischbeins. Meißener Porzellan mit einigen hervorragenden Stücken. — Die ursp. französische Parkanlage in der englischen Umwandlung noch zu erkennen. Reizender Gartentempel von Eschke 1796 (etwas verändert 1830).
REICHELSBERG. UFranken BA Ochsenfurt.
*Burg.* Im 13. und 14. Jh. hohenlohisch, im 16. Jh. weinsbergisch. 1525 zerstört. Großartige Ruine. Die Regelmäßigkeit der Anlage deutet auf späteres Ma. Die Zwingermauer hat 7 Rundtürme.
REICHELSBURG b. AUB. UFranken BA Ochsenfurt.
*Burgruine.*
REICHENAU. K. Sachsen AH Zittau.
*Dorf-K.* 1690 von Heinrich Proscher. Weiträumiger Saal mit Doppelempore und flacher Holzdecke. Reste von spgot. Altarplastik [z. T. im Dresdener Altert.-Ver.]. Altar 1819, die Holzfigg. von Gareis in Ostritz. Prächtige Orgel 1769.
REICHENBACH. RB Cassel Kr. Witzenhausen.
Ehem. Nonnen-Klst.-K. Vielfach veränderte rom. Basilika ohne Qsch., Chor quadr., überall Holzdecken. Im Schiff 6 Arkaden, je zwei Würfelknaufsäulen wechseln mit 1 Pfl.
*Burgruine.*
REICHENBACH. K. Sachsen AH Plauen.
*Dorf-K.* 1720 mit rom. Mauerresten. — Schönes Altargerät E. 17. und A. 18. Jh., augsburgisch. — Orgel von Gottfr. Silbermann 1725.
REICHENBERG. K. Sachsen AH Dresden-N.
*Dorf-K.* Chor 1513, das 1sch. Lhs. älter. — 2 Taufsteine, der eine rom. 13. Jh., der andere, reich geschmückte, 1620. — Denkmäler: 1621 Kind von zwei Engeln getragen, 1625 die Mutter mit Blumenstrauß und Gebetbuch.
REICHENBERG. UFranken BA Würzburg.
*Schloß,* seit 1378 Besitz der Wolfskeel, nach Verwüstung im Bauernkriege whgest. im 17. Jh.
REICHENFELS. Reuß j. L. LA Schleiz.
*Burgruine* 14. Jh. 1806 Neubau begonnen und wieder schon Ruine geworden. Museum des Voigtl. Altert.-Ver. mit Resten von spgot. Altarplastik.
REICHMANNSHAUSEN. UFranken BA Schweinfurt.
*Dorf-K.* 1607-15.
*Burgruine.* Rechteckige Anlage. Türme, Mauern und Gräben teilweise erhalten, besonders beträchtliche Teile des großen, südl. Bergfrieds. 14.-15. Jh. Mit Bauernhäusern eingebaut.
REIDEBURG. Pr. Sachsen Saalkreis.
*Dorf-K.* mit rom. Turm.
REIFENSTEIN. Pr. Sachsen Kr. Worbis.
Ehem. *Cisterc.-Klst*. Die bestehende K. 18. Jh. Im Schiff 5 Joche, im Chor 2 Joche. Kreuzgwbb. Beträchtliche Reste des got. Kreuzgangs. Klostergebäude bar. mit stattlichem Treppenhaus.
REINHARDSBRUNN. Sachsen-Gotha LA Waltershausen.
*Herzogl. Schloß* an Stelle eines einst hoch berühmten *Klosters*; gegr. im 11. Jh.; im 16. Jh. verfallen; 1601 Amtshaus. Erhalten eine Reihe von Grabsteinen thüringischer Landgrafen bis auf Ludwig den Springer † 1123 zurückgehend, jedoch sämtlich A. 14. Jh. ausgeführt, als Ahnenreihe nach derselben Idee, wie die wettinischen Grabmäler auf dem Petersberg bei Halle und in anderer Form die Stifterbilder in Naumburg und Meißen. Hochreliefs auf vertieftem Grunde. Zwei Hände, beide nicht ersten Ranges, zu unterscheiden: von der ersten sind Ludwig der Springer, Ludwig III., Ludwig IV.; von der zweiten Adelheid, Ludwig I., Hermann und Ludwig der Eiserne. Außer dieser Reihe das Grab Friedrichs des Gebissenen † 1324, einst im Katharinen-Klst. zu Eisenach.
REINHARDTSDORF. K. Sachsen AH Pirna.
*Dorf-K.* ursp. 15. Jh., erweitert im 17. Jh. WGiebel mit schönem Portal, bez. 1675.
REINHARDTSGRIMMA. K.Sachsen AH Dippoldiswalde.
*Dorf-K.* Umbau 1742, am Äußern spgot. Formen erhalten; ungewöhnlich langes, flachged. Schiff, Chor mit Sterngwb. — Sandsteinaltar mit Abendmahlsrelief 1601. Orgel von _Gottfr. __ __ Silbermann_ 1731 — Ikon. Doppelgrabstein für H. v. Schönberg und Gemahlin 1615, in lebensvoller Charakteristik.
*Schloß* 1767 in der Richtung Knöffels. Im Park Marmordenkmal für Anna v. Bülow von L. Grossi 1790.
REINHARZ. Pr. Sachsen Kr. Wittenberg.
*Kirche* 1704 mit ungestört erhaltener Ausstattung.
*Jagdschloß* für August d. Starken 1701. Von Wasser umgeben. Großer Mittelbau mit niedrigen Seitenflügeln, schlanker achtstöckiger Turm mit Zwiebelhaube. 3 vollständig in der Originalausstattung erhaltene Zimmer. Altmeißener Porzellan.
REINHOLTERODE. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
*Dorf-K.* (kath.). Gut behandelter Gwb.Bau 1761. Aufwendiges Mobiliar.
REINSDORF. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
Ehem. *Klst.-K.,* gew. 1206. Davon erhalten Chor und Qsch., im 17. Jh. als evang. Pfarr-K. umgebaut. — Tympanon, Maria zwischen Engel und Bischof, A. 13. Jh., zu vergleichen mit Freyburg. Die Decke im 18. Jh. trefflich stuckiert, weniger gut die Gemälde.
REINSTADT. Sachsen-Altenburg LA Roda.
*Kirche* spgot. mit interessanten Einzelheiten. Zahlreiche Reste von got. Schnitzaltären. Grabsteine v. d. Pfordten, z. T. feine Renss.Arbeiten.
*Burg* in dem einfachen Typus der »Kemnate«, in 4geschossigem spgot. Aufbau gut erhalten.
REITZENGESCHWENDE. Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück.
*Dorf-K.* 1711. Das Innere heiter und festlich in naiv ländlichem Geschmack. — Bauernhäuser im Blockverband.
REITZENSTEIN. OFranken BA Naila.
*Schloß* 1557 an Stelle älterer Burg.
REMLINGEN. UFranken BA Marktheidenfeld.
Sog. *Würzburgerschloß,* erb. E. 14. Jh. von Graf Johann I. von Wertheim. Typische Wasserburg, unvollständig erhalten.
*Kastellsches Schloß*. Komplex einfacher Bauten um 1560.
REMSE. K. Sachsen AH Glauchau.
*Dorf-K.* Kleine 1sch. rom. Anlage mit Holzdecke. Die wahrscheinlich noch rom. Steinempore (Reste) könnte durch das nahe ehem. Nonnenklst. veranlaßt sein. — *Kloster*. Erhalten ein dreigeschossiger Quaderbau mit rippenlosen Kreuzgwbb. Bestimmung ungewiß.
RENGELRODE. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
*Dorf-K.* (kath.) 1738. Sorgfältig ausgebildeter Quaderbau.
RENGERSBRUNN. UFranken BA Gemünden.
*Pfarr-K.* 1777. Auf dem klassizist. Hochaltar Holzfigur der Madonna um 1460. — Gute Kanzel in der Art der Bossiarbeiten, E. 18. Jh. — Hochzeitsbecher, Silber vergoldet, bessere Augsburger Arbeit von 1670. — Großes prächtiges Ciborium, würzburgisch, um 1720.
RENTWEINSDORF. UFranken BA Ebern.
*Pfarr-K.* Große Anzahl von Epitaphien der Freih. v. Rotenhan, darunter gute Renss. Arbeiten in Sandstein.
*Schloß* (Frhr. v. Rotenhan). Stattlicher Rok.Bau von 1751 mit langem Mitteltrakt und schrägen Flügeln; Formcharakter bambergisch. Im Schloßpark schöne Orangerie um 1750. Vor dem jetzigen Schloß stehen noch Türme und Wehrbauten des alten Schlosses um 1520.
REPPERNDORF. UFranken BA Kitzingen.
*Pfarr-K.* Umbau der Juliuszeit. Der Turm (O) hat Formen aus 2. H. 13. Jh. — Altar 1608 mit Gemälden von Hans Haunisch.
RETZBACH. UFranken BA Karlstadt.
*Pfarr-K.* 1736-40 von B. Neumann. Typisch für die kleineren Landkirchen des großen Meisters. Lhs. mit 3 Kreuzgwbb. auf toskanischen Pilastern, eingezogener polyg. Chor, schlanker WTurm, Äußeres verputzt mit roten Sandsteinpilastern. — Altarblatt von Zaner 1741. — Prächtiges Rok.Ciborium um 1770 bez. D (Joh. Dörffer in Würzburg). Schöner Kelch 15. Jh.
*Wallfahrts-K.* Chor 14. Jh., Lhs. 1625. — Gnadenbild der Madonna 14. Jh. — Im Pfarrhof reiches rom. Säulchen.
*Rathaus.* Hübscher Fachwerkbau um 1574.
RETZSTADT. UFranken BA Karlstadt.
*Pfarr-K.* Wesentlich Neubau von 1726. Der Turm (im NO) hat im 3. Geschoß gekuppelte rundbg. Schallöffnungen mit zierlich behandelten Säulchen aus sp. 12. Jh. Am Aufgang zur K. ein originelles rom. Portal als Rahmen eines Kruzifixes wiederverwendet; an der abgeschrägten Kante des Bg. phantastische Tierfigg. — Deckenbilder von S. Urlaub 1728. Hauptaltar vom Schreinermeister Joh. Uhl (der Riß von B. Neumann approbiert). Monstranz von Stipeldey in Augsburg 1793. Prozessionstafel (»Blutschild«) aus Silber, um 1700.
Gute *Fachwerkhäuser,* meist 17. Jh., an zweien spgot. Madonnenstatuen. — Mehrere Bildstöcke 18. Jh.
REUCHELHEIM. UFranken BA Karlstadt.
*Dorf-K.* Bau und Einrichtung einheitlich 1750. Die Altäre in derbem Rok., dekorativ von famoser Wirkung. Deckengemälde bez. J. P. Herrlein 1753.
REURIETH. Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
*Dorf-K.* Der turmtragende quadr. Mittelbau ist der ehem. Chor der rom. K. Das übrige öfters erneuert. Bmkw. die mit zierlichem Renss.Ornament bemalte Bretterdecke bez. 1596.
*Burg,* ziemlich gut erhalten, der WFlügel 14. Jh.
REYERSBACH. UFranken BA Mellrichstadt.
*Dorf-K.* Sehr feine Rokokoaltäre (aus Kloster Bildhausen stammend).
RIEDE. RB Cassel Kr. Wolfhagen.
*Schloß.* 16. Jh. Noch bewohnt.
RIENECK. UFranken BA Gemünden.
*Kreuzkapelle* um 1700. Hochaltar mit interessantem, figurenreichem Relief der Kreuzigung, bez. 1628.
*Burg.* Einst Sitz des gleichnamigen Grafengeschlechts. Die Wohnbauten und der Bering erneuert. Erhalten aus der rom. Zeit der NBergfried, der WBergfried und die rom. Kapelle an der Ostseite; alle Bauten aus 12.-13. Jh. Der NBergfried ein Unikum in seiner Art. Ganz aus riesigen Buckelquadern. In der Mauerdicke, die die kolossale Stärke von 7 m erreicht, oben im 3. Geschoß eine kleine rom. Kapelle (H. 3,54 m, Durchmesser 5 m). Dreikonchenanlage; an den Ecken zwischen schwachen Wandpfeilern, welche die Quergurten tragen, eingebundene 3/4 Säulen, auf denen die Diagonalgurten ruhen; diese von einfach rechteckigem Grundriß; die Säulen haben attische Basis mit den zum Überfang umgebildeten Eckblättern der Spätzeit; auch die rom. Mensa erhalten. Der WBergfried, ebenfalls aus Buckelquadern, ist ein etwas kleineres und einfacheres Seitenstück zum nördlichen. Die rom. Kapelle der OSeite einschiffig, flachgedeckt mit OApsis. Über dem WPortal, später eingefügt, 2 gute Grabsteine des 13. Jh., wahrscheinlich eines Herrn von Rieneck und seiner Frau.
RIESA. K. Sachsen AH Großenhain.
Ehem. *Benedikt.-Nonnen-Klst.* Einfache spgot. Kirche, 1848 durchgreifend erneuert. Am OFlügel des Klst. (Brauerei) die kleinen renss Fenster der Nonnenzellen. Im NFlügel Refektorium mit schönem Kreuzgwb. Der SFlügel E. 16. Jh., jetzt *Rathaus.* Von der alten Befestigung ein mächtiger quadr. Turm.
RIETH. Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
*Dorf-K.* 1682, rom. OTurm.
RIMBACH. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
*Dorf-K.* spgot. — Schnitzaltar von besserer Qualität, v. Hansteinsche Grabsteine roh.
RIMPAR. UFranken BA Würzburg.
*Pfarr-K.* 19. Jh. Sandsteinaltar, reiche Arbeit des fr. Barock, Wappen des Fürstbischofs v. Ehrenberg (1623-31). Zahlreiche (8) Bildnisgrabsteine der Grumbach; hervorzuheben Eberhard † 1487, mit Unrecht Riemenschneider zugeschrieben, Valentin † 1520, Konrad † 1527, Kunigunde † 1507.
*Schloß.* Nicht groß, aber als Architekturbild imponierend, wesentlich Umbau aus der Zeit des Bischofs Julius, der Rimpar zu seinem Sommersitz machte, 1613 ff. 2 Wohnflügel im Winkelhaken, an der Außenecke mächtiger Rundturm. Das Äußere hat wenig Schmuckformen. Im Innern bmkw. 3 Repräsentationsräume; im Hauptsaal ruht die kassettenartig behandelte Gipsdecke auf 6 toskan. Sll., an den Wänden breiter Figurenfries in Stuck mit Szenen aus der römischen Geschichte. Stilrichtung italistisch, im Ornament Floriselemente. — Lusthaus des Schloßgartens, seiner Dekoration beraubt (Mädchenschule).
*Rathaus* 1614. — Menge von häuslichen Heiligenbildern und Bildstöcken.
RITTERSHEIM. UFranken BA Ochsenfurt.
*Pfarr-K.* 1783. Reiche klassizist. Stuckdekoration. Altarbau von Winterstein, mit den Seitenaltären zu einer wirkungsvollen Gruppe zusammengeschlossen. — Hinter dem Chor Turm aus M. 13. Jh.
ROCHLITZ. K. Sachsen AH Rochlitz.
*Petri-K.* Erster Bau 12. Jh. Zweiter (jetziger) Bau M. 15. Jh., voll. 1499. Gemeindehaus, Halle, gleich breit wie lang, 3 Schiffe und 3 Joche, das Msch. bedeutend breiter als die Ssch., kein Turm. Taufstein 1548 noch mit got. Ornament.
*Kunigunden-K.* von Arnold v. Westfalen (dem Meister des Meißener Schlosses) voll. 1476. Anlage ganz ähnlich der Petri-K., nur der Schluß aus 5 Seiten des 1OEcks. Die westl. Turmhalle rom. Sie wurde vom Dach der später angelegten Langhaushalle weit überragt und deshalb abgewalmt. Um diese unschöne Lösung zu verdecken, errichtete man nach Brand 1688 den hohen 8eck. Mittelturm, während die Seitentürme niedrige Hauben erhielten (vgl. Nikolai-K. in Leipzig). Die Hauptwirkung des Lhs. ist auf die Südseite verlegt. Tür und Fenster mit Kielbogenumrahmung auf Konsolen, dazu Kant- und Kreuzblumen. Dasselbe Motiv dreimal übereinander an den Strebepfll. Mehrfach wachsen an Gliedern und Flächen kleine Figürchen hervor, oder bloß Köpfe oder Hände. Nach alter Zeichnung war auch eine Folge von seitlichen Giebeln mit quergestellten Firsten vorhanden. Der ganze Reichtum der Erscheinung hat doch etwas Unorganisches und Starres. — Großes Altarwerk um 1500, 4 bewegliche und 2 feste Flügel, mit der Bekrönung 8,57 m hoch. [Ein anderer Flügelaltar von 1521 jetzt in der Hospital-K.] — Im Chor Reste von Glasmalerei um 1500.
*Schloß* sehr reduziert; einzelne Teile Werk Arnolds v. Westfalen, Museum mit örtlichen Kunstaltertümern.
ROCHSBURG. K. Sachsen AH Rochlitz.
*Dorf-K.* Einfache normal rom. Anlage. Portal in Art der Wechselburger Vorhalle, also ca. 1220-30. — Großes Freigrab des Wolf v. Schönburg † 1581 und seiner Gemahlin † 1567; am Unterbau zwischen korinth. Sll. die zwölf Apostel, oben die lebensgroßen knienden Gestalten der Verstorbenen.
*Schloß.* Ausgedehnte Anlage. Die Hauptburg im geräumigen 4eck. Hof, ältester Teil der runde Bergfried. Künstlerisch interessanter der Ausbau 1470 f. unter Hugold v. Schleinitz durch Arnold v. Westfalen. Rest. nach Bränden 1547 und 1582. In der Kap. bedeutendes Altarwerk 1576, die 10 steinernen Reliefs von Andreas Lorentz aus Freiberg. In einem Nebenraum Schnitzaltar von 1522.
RÖCKEN. Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
*Dorf-K.* mit rom. Turm und spätestgot. Chor.
RODA. K. Sachsen AH Borna.
*Dorf-K.*, rom. Mauern, eingewölbt im 15. Jh. von einem Meister der Rochlitzer Hütte, vielleicht demselben, der in Kohren tätig war.
RODA. Sachsen-Altenburg.
*Kreuz-K.* Alte Gründung (angeblich 1013), mit rom. Mauerbestandteilen. Durch häufige Umbauten charakterlos und unansehnlich geworden.
*Stadt-K.* E. 16. Jh. in der ungewöhnlichen Form eines großen (21 m Durchmesser) Achtecks. Drei Ränge Emporen eingebaut 1650, Freitreppen von außen; flache Decke; der polyg. Chor spgot.
*Cisterc.-Nonnen-Klst.-K.* Gestrecktes Rechteck von 37,5 : 14,7 m. Die OWand hat 3 große pyramidal gruppierte spitzbg. Fenster im Stilcharakter von A. 1300. Im W 3 quergestellte Arkaden, welche eine Empore trugen. Die Langseiten könnten dem Stiftungsbau um 1240 angehören; Fenster klein, zu 2 gruppiert; an der SSeite schlichtes frgot. Portal mit rohem Madonnenrelief. Auf der NSeite nebenschiffartige Erweiterung mit Erbbegräbnis der Herren von Lobedaburg.
RODACH. Sachsen-Coburg Amtsstadt.
*Stadt-K.* Lhs. 1695 und 1755; der eingezogene, längliche, polyg. geschlossene Chor E. 14. Jh., doch vielfach verändert; seitlicher Turm 1471. — Reste der *Stadtbefestigung* von 1550.
RÖDELSEE. UFranken BA Kitzingen.
*Kath. Pfarr-K.* 1779.
*Prot. Pfarr-K*. 1770.
Stattliche Profanbauten: das Crailsheimsche Schloß, der Ebracher Zehnthof (beide ca. 1600) und das gräfl. Castellsche Zehnthaus (Gasth. zum Löwen) von 1648.
RÖDERAU. K. Sachsen AH Großenhain.
*Dorf-K.* 1786-1817.
RÖDERSDORF. Reuß j. L. LA Schleiz.
*Dorf-K.* Spgot. Mehrere Schnitzaltäre.
RODERSDORF. K. Sachsen AH Plauen.
*Kirche,* ehem. des Deutschordens. Schlicht spgot. mit zierlicher WEmpore. Die kunstvolle Altarbekleidung ursp. für die Feldgottesdienste Gustav Adolfs von Schweden. — Gute schmiedeeiserne Grabkreuze.
RODEWISCH. K. Sachsen AH Auerbach,
*Petri-K*. Geräumiger 1sch. flachged. Barockbau 1729-36. Löblicher Altarbau; die Reste des ma. Schnitzaltars auf dem Kirchboden.
RODIGAST. Sachsen-Weimar VB Apolda.
*Dorf-K.* Anlage rom.
ROHR. Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.
Ehem. *Nonnen-Klst.-K*. (von Fulda abhängig). Erb. nach M. 13. Jh., jetzt Ruine. Gr. Rck. 36,5 : 7,2 m; durch Quermauer in 2 gleiche Hälften geteilt; die westl. enthielt die Nonnenempore über hölzerner Zwischendecke. Schmale spitzbg. Fenster. An die SSeite lehnte sich ein quadr. Turm.
*Dorf-K.* Vermutlich die 825 als zu Fulda gehörig genannte S. Michaelis-K. (Dieser Name in Verbindung mit der Lage auf einem Hügel haben an eine ehemalige heidnische Kultstätte denken lassen.) Ältester Teil die Krypta; Gr. überhöhter 1/2 Kr. mit Radius von 4 m, außen rck. ummantelt (wohl als Unterbau eines OTurms), in der Mauermasse 1/2kr. Nischen; das in primitiver Weise in Mörtelguß mit Bruchsteinen ausgeführte Gwb. ruht auf 4 formlosen Pfll.; die Steine über der nördl. Stollentür zeigen Riefelung. Alles dieses weist auf hohes Alter, wahrscheinlich vor 950. — Die K. rck. 28,7 : 8,7 m. Form und Größe sprechen dafür, daß dieser Bau die ältere Klst.-K. war. Spätere Veränderungen haben 2 kleine rundbg. Fenster übrig gelassen. An der WSeite Rest eines Paradieses. — Befestigter Kirchhof, Wall, Graben, Tor; letzteres rom., später mit neuem Wehrturm überbaut; davor eine Art Zwinger mit Vortor.
*Baderei,* reich verzierter Fachwerkbau 1686. Gegenüber großes Hoftor mit Sitzkonsolen 1619.
ROHRBACH. UFranken BA Karlstadt.
*Pfarr-K.* 1778 von Geigel. Sehr gute klassizist. Einrichtung, die Altarfigg. in der Richtung P. Wagners. Bmkw. Monstranz und Kelche von Stipeldey in Augsburg 1797.
*Kreuz-Kap.* 1712. Reste guter Altarplastik um 1500, Richtung Riemenschneiders, wohl von derselben Hand wie die Figg. in Großlangheim. Gute Pietas um 1490, verwandt der in Eußenheim.
ROHRBORN. Pr. Sachsen Kr. Weißensee.
*Dorf-K.* Chorturm aus rom. Anlage.
RÖHRIG. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
*Dorf-K.* Bar. mit dem in dieser Gegend regelmäßig angewendeten 3/8 Chor. — Ein gutes Stück die renss. Kanzel mit unten eingebautem Beichtstuhl.
RÖHRSDORF. K. Sachsen AH Kamenz.
*Herrenhaus.* Große schlichte Winkelhakenanlage um 1720. Die hübsche Innenausstattung um 1760. Zahlreiche Porträts.
RÖHRSDORF. K. Sachsen AH Chemnitz.
*Dorf-K.* Architekturlos. — Die Kanzel aus Porphyrtuff, bez. 1565, im Aufbau eine der besten ihrer Zeit, die figürliche Plastik allerdings minderen Wertes. Große Glocke A. 15. Jh. Die zwei großen Ölgemälde auf Holz aus A. 17. Jh. bildeten den Verschluß einer Orgel in Chemnitz.
RÖHRSDORF. K. Sachsen AH Pirna.
*Schloß* A. 17. Jh. Prachtvolle Kachelöfen ähnlich denen in Wiesenstein. Porträts von A. Graff. Gartenstatuen bez. Gottfr. Knöffler.
RÖMHILD. Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
*Stadt-K.* 1450-70. Halle von 3 Jochen, merkwürdig die Anlage eines doppelten Chors im O und W, beide in Breite des Msch. vorspringend und polyg. geschlossen, Turm im NO über der Sakristei. — Üppig geschmückter Fuß eines zerstörten spgot. Sakramentshäuschens; Altarbau 1686 tüchtig; Votivgemälde 1482. Ein wertvoller Besitz die seit 1865 im Chor aufgestellten 7 Grabsteine: Georg I. von Henneberg 1465; Johannetta 1481; Hermann VII. 1465; Albrecht v. Waldstein 1470; Elisabeth v. Wirtemberg 1501; Friedrich II. 1488; Anna v. Mansfeld 1542. Die wichtigsten Stücke (Südkap.) das Erzbild Ottos IV. † 1502, doch früher ausgeführt, aus der _Vischer_schen Werkstatt (Peter?), und das Hochgrab Hermanns VIII. und der Elisabeth von Brandenburg, nach (wahrscheinlich eine längere Reihe von Jahren) 1507, dem Todesjahr der Elisabeth; nahe verwandt dem Hohenzollerndenkmal in Hechingen; die persönliche Urheberschaft Peter Vischers wird fast allgemein angenommen, aber es fehlt dafür nicht nur die äußere Beglaubigung; die architektonische Dekoration der Tumba in matter Spätgotik verrät in keiner Weise den Meister des Sebaldusgrabes; von sehr reiner, wenn schon nicht von sehr lebendiger Formenschönheit die stehend gedachten, einander in Profilstellung zugekehrten Porträtfiguren der Deckplatte; nicht gleichwertig die Eckstatuetten. — Zahlreiche Gemälde, z.T. inhaltlich interessant, künstlerisch unerheblich; manches bmkw. unter den Geräten und Paramenten.
*Gottesacker-K.* 1708-12 von Chr. Richter.
*Schloß Glücksburg*. Oft umgestaltet. Den ältesten Kern (Hinterschloß und Mittelschloß) bildet der Bau Friedrichs II. 1465 ff. Eine zweite Bauzeit 1540 ff. Eine dritte unter Leitung von Chr. Richter 1676-78. Eine vierte 1724.
*Prinzenpalais* ca. 1770.
ROMMERSHAUSEN. RB Cassel Kr. Ziegenhain.
*Edelhof*. Interessante Anlage aus 16. und 17. Jh. Im Herrenhaus auch das Innere gut erhalten. Außen Bildhauerarbeiten des Philipp Soldan von Frankenberg.
ROMSCHÜTZ. Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
*Dorf-K.* 1725-33.
*Schloß* 1712, Innenraum um 1770 mit Aufwand neu dekoriert.
RONSHAUSEN. RB Cassel Kr. Rotenburg.
*Dorf-K.* mit rom. OTurm über dem gewölbten Altarhaus.
ROPPERHAUSEN. RB Cassel Kr. Ziegenhain.
*Burgruine.* Rom. Wohnturm.
RÖPPISCH. Reuß ä. L. LA Greiz.
*Dorf-K.* Rom. Anlage wie Pahnstangen.
ROSENAU bei Coburg.
*Schloß.* 1809-1817 mit Benutzung eines Mauerteils des 16. Jh.
ROSENTAL. RB Cassel Kr. Frankenberg.
*Stadt-K.* 1sch. Gwb.Bau 1518, der schmälere polyg. Chor 14. Jh.
ROSENTAL. K. Sachsen AH Kamenz.
*Wallfahrts-K*. 1778. Großräumiger gewölbter Hallenbau, Ausstattung gleichzeitig. Eine schöne Bar.Arbeit die silberne Expositur bez. 1691. Kelche got. und bar.
ROSSACH. Sachsen-Coburg LA Coburg.
*Dorf-K.* 1756 mit 2 Geschossen. Emporen auf dorischen Sll. Spgot. Chor.
ROSSDORF. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
*Dorf-K.* Großer, 1730 verlängerter Saalbau; in der östl. Hälfte Emporen und Tonnengwb. mit reicher Bemalung von 1697. Der in gutem Umriß aufgebaute WTurm 1733. Kirchhofsmauer mit Schießscharten.
RÖSSEN. Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
*Dorf-K.* Frgot. mit OTurm.
ROSSFELD. Sachsen-Coburg LA Coburg.
*Dorf-K.* Der Chor aus A. 16. Jh. hat die in diesem Gebiet seit Jahrhunderten gebräuchliche Form, quadr. mit darüber stehendem Turm, beibehalten; das rck. Lhs. 1750 fast neu aufgebaut.
ROSSLEBEN. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
*Dorf-K.* Frgot. Rechteckchor mit 3 schlanken spitzbg. Fenstern. Lhs. 1690, sehr nüchtern.
*Klst.-K.* fast spurlos zerstört. Ältere Ansichten ergeben eine sprom. Anlage ähnlich Memleben. In der Klosterschule 4 Reliefs, Äbtissinnenbilder in Renss. Umrahmung, nach den stilistischen Merkmalen von Arntz Semler von Freyburg. Das neue Schulgebäude 1740-42 in bescheidenen Formen.
ROSSRIETH. UFranken BA Mellrichstadt.
*Wasserschloß* mit Fachwerkgiebeln und Türmen mit Fachwerkobergeschoß. Sehr malerische Anlage aus 1. H, 16. Jh.
ROSSWEIN. K. Sachsen AH Döbeln.
*Stadt-K.* 1522. Die beabsichtigte 3sch. Hallenkirche unterblieb, Ausbau erst 1595-1611 und nur 1sch. mit flacher Holzdecke und Emporen. — *Rathaus* 1505, rest. nach Brand 1806.
*Tuchmacherhaus*, erb. A. 16. Jh. als Absteigequartier des Abtes von Zelle; schmuckreiches Portal 1537.
ROTENBUCH. UFranken BA Lohr.
Ehem. Jagdschloß der Erzbischöfe von Mainz. 4flügelige Wasseranlage des 17. Jh. in einfachen Formen. Durch eine Brücke mit einer Kap. des 15. Jh. verbunden.
ROTENBURG I. TH. Schwarzburg-Rudolstadt.
*Burgruine.* Der runde Bergfried im Unterbau aus fr., im Hauptteil aus sp. Ma. Künstlerisch interessant und relativ gut erhalten der frgot. Wohnbau mit großem Saal im Obergeschoß.
ROTENBURG. RB Cassel Kreisstadt.
*Stifts-K. S. Elisabeth,* beg. 1370, weitergeführt 1484-1501, verstümmelt 1822, z. T. wiederhergestellt 1892. Hallenkirche mit ursp. 5 Jochen im Schiff, 3 Jochen im Chor, dazwischen 2 Türme (WTürme nie vorhanden). Eine der größten K. Kurhessens. — Denkmal des Landgrafen Hermann † 1658 und seiner Gemahlin † 1683.
*Pfarr-K. S. Jakob,* bez. 1392. 2sch. Hallenkirche mit 1sch. Chor, Gwb. nur in letzterem, Turm. (N) zwischen Chor und Lhs., spgot., aber mit Rundbogenfries und Ecklisenen. Schöner marmorner Tisch aus der Schloß-K.
*Georgs-Kap.* (Hospital) an Stelle der alten Burg.
*Schloß.* Im SFlügel (16. Jh.) 2sch. Kirche (jetzt kath.). Reichgeschnitzter Hochaltar.
Gute *Fachwerkhäuser* 16.-18. Jh., im Detail Renss.Motive häufig.
ROTENFELS. UFranken BA Lohr.
*Pfarr-K.* 1614. Typischer, ziemlich bedeutender Bau der Nachgotik des Bischofs Julius. Turm 1750. Polyg. Chor mit dekorativem Sterngwb. Lhs. dreiachsig, mit flacher Holzdecke, gotisierende Maßwerkfenster. Aus der Erbauungszeit die freundliche, dekorative Ausmalung von W. Ritterlein (vgl. Karlstadt, Büchold). Auf dem linken (neuen) Seitenaltar Madonna, Holz, E. 14. Jh. — Kanzel und Sakramentshäuschen Sandstein, 1613. Monstranz 1615, Stiftung des Fürstbischofs Julius, Augsburger Arbeit, in der gleichen Mischung von got. und Renss.Motiven, wie sie die Bauten dieser Zeit tragen.
*Schloß.* Stattlich, gut erhalten. Zur Hauptburg der rom. Bergfried, Buckelquadern, rom. Kamin und die mit ziemlichem Aufwand ausgeführten Wohngebäude des 16. Jh. Vorburg mit ausgedehnten Wirtschaftsgebäuden 16.-17. Jh.
*Rathaus* 1595 in reicheren Renss.Formen.
ROTENHAN. UFranken BA Ebern.
*Burgruine.* Stammburg des gleichnamigen Geschlechtes. Die 4 m starken Mauerreste aus dem gewachsenen Stein gehauen.
ROTENKIRCHEN. RB Cassel Kr. Hünfeld.
*Dorf-K.* Rck. mit WTurm. Gilt für frührom.
ROTENSTEIN. Sachsen-Weimar VB Apolda.
*Dorf-K.* Lhs. und Turm in der Anlage frgot., Chor spgot. 16. Jh.
*Rathaus* mit spgot. Stabwerkportal.
Im Dorf einige stattliche rundbg. Torfahrten.
ROTH. Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
*Dorf-K.* Der turmtragende Chor in der Anlage rom., Lhs. E. 16. und 18. Jh. — Kanzel 1738, hübsch, nicht ganz von der gewöhnlichen Art.
RÖTHA. K. Sachsen AH Borna.
*Georgen-K.* urspr. rom., auf 2 WTürme berechnet, von denen nur der nördl. ausgeführt; Schiff flachgedeckt, durch Pfll. geteilt; der eingezogene gewölbte Chor nach 1510. — Altarwerk um 1620; das Hauptgemälde vielleicht von Johann de Perre (vgl. Prießnitz). v. Friesensche Epitaphe und Bildnisse.
*Marien-K.* (ehemals Wallfahrt), spgot. in der Richtung der Rochlitzer Hütte, einheitlich und wohlerhalten. Rck. mit 3/8 Schluß. Durchweg Netzgwbb. — Altarwerk um 1520, bmkw. durch frühen Anklang an die Renss.
*Schloß* (v. Friesen) 1655 nach Zeichnung von Chr. Bodenstein in Weißenfels. Reiche Innenausstattung. Porträtgalerie mit Stücken von Pierre Gaudreau (Marschall v. Sachsen), Rigaud (?), Silvestre, Graff.
ROTTELSDORF. Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
*Dorf-K.* mit rom. Turm.
ROTTENBAUER. UFranken BA Würzburg.
*Ev. Pfarr-K.* von 1490, unbedeutend. — Zahlreiche Grabsteine der Wolfskeel, M. 16. bis A. 17. Jh.
2 Wolfskeelsche *Schlösser,* bar., im jetzigen Zustand unerheblich.
ROTTENDORF. UFranken BA Würzburg.
*Dorf-K.* Gotisierender Umbau 1613. Deckengemälde 2. H. 18. Jh., nicht schlecht. Vortreffliche klassizist. Ausstattung.
RÖTTINGEN. UFranken BA Ochsenfurt.
*Pfarr-K.* Geräumiges flachgedecktes Lhs. sprom. mit Veränderungen A. 17. Jh. Interessant der einheitliche Chorbau in früher Kompromißgotik (Ablaß 1287). Über dem quadr. Vorchor mit Rippengwb. erhebt sich der noch rom. gegliederte OTurm. Anschließend Apsis, Sockel 1/2kr., Mauern in 7 Seiten des 12Ecks, Ecklisenen, schmale Spitzbg.-Fenster, Zinnenfries, primitive Wasserspeier. — Ausstattung 17. und 18. Jh. — Zahlreiche Grabsteine. Ältester und interessantester der Petronella Truchsessin von Baldersheim † 1414. Großer Ölberg 18. Jh.
*Spital-K*. 1614. Auf einem der klassizist. Altäre liebenswürdige feingefühlte Holzmadonna um 1470.
*Ringmauern* großenteils erhalten. — Im Rentamtsgebäude Reste der Hohenlohischen Burg des 13. Jh. — *Rathaus* nach 1750. Alte Trinkgefässe. — Der sog. *hohe Bau* im unteren Teil 13. Jh., mit sprom. Fenstern, oben spgot. Fachwerk.
ROTWERNDORF. K. Sachsen AH Pirna.
*Schloß* seit 1556. Eigenartige Grundrißanordnung; aus einem Rck. von 26 : 10 m springen übereck 4 Ausbauten mit Volutengiebeln vor; Fassadengliederung durch Pilaster.
RÜCKINGEN. RB Cassel Kr. Hanau.
*Dorf-K.* 1596, am Schnörkelgiebel Inschr. 1609. Im Innern zahlreiche Grabsteine und Wappen der Herren v. Rückingen und von Rüdigheim. — 2 Schlösser dieser Adelsfamilien.
RUDELSBURG. Pr. Sachsen Kr. Naumburg.
*Burg.* Zuerst genannt 1171, Ruine seit 1641, mehrere Teile gut erhalten, der quadr. Bergfried in der Hauptmasse rom. Die Vorburg, jetzt nur durch einen Mauerrest angedeutet, war von außerordentlicher Ausdehnung als Wohnsitz zahlreicher Burgmannen.
RÜDENHAUSEN. UFranken BA Gerolzhofen.
*Schloß* der Fürsten Castell. Um 1285 zuerst erwähnt. Äußerst malerische Anlage des 14.-16. Jh. mit polyg. Bering und 2 Flankentürmen; innen einige charakt. Zimmer des frühen 16. Jh. Erweiterungen 1910.
Westl. davon das *neue Schloß;* M. 18. Jh., im 19. Jahrh. verändert.
*Kirche.* Epitaphe der Grafen Castell, die ältesten (E. 13. Jh.) heraldisch.
RÜDIGHEIM. RB Cassel Kr. Hanau.
*Kirche.* Frgot. 1sch., 4 kurzgewölbte Joche mit 5/8 Apsis. Teilweise erhaltene Außenbemalung. Gehörte zu einer *Johanniter-Commende,* von welcher ein jetzt als Fruchtscheuer der Domäne dienender Bau erhalten ist. An der SSeite gekuppelte spitzbg. Fenster aus 13. Jh. Grabstein des Komturs Phil. v. Reifenberg 1495.
RUDOLSTADT. Hauptstadt von Schwarzburg-Rudolstadt.
*Stadt-K.* 1634-36, noch wesentlich got. mit bar. Einzelheiten. 3sch. Halle mit vortretendem 5/8 Chor. Hölzerne Emporen in 2 Rängen. Pfll. 8eckig. Fischblasenfenster. Das Seitenportal in guter Renss. von älterem Bau beibehalten. — Hölzerne Kanzel von einer Mosesfigur getragen 1636; derb bar. Altaraufsatz mit wiederverwendeten spgot. Gemälden.
*Ludwigsburg*. 1734.
*Schloß Heidecksburg,* nach Bränden 1571 und 1735, formenarmer Massenbau. Rokoko-Festsaal, Gr. aus verschieden gerichteten Kurven, Dekoration reich und nicht schlecht, Deckengemälde von Deisinger.
*Rathaus* 1524 als adliges Stadthaus, 1724 und 1784 umgebaut.
*Wohnhäuser*. Einige aus 16. Jh.; hübsch die Hofgalerie in der Oberen Marktstraße no 8.
RUGENDORF. OFranken BA Stadtsteinach.
*Pfarr-K.* 15. Jh., nachgot. Kanzel 1658, Taufstein 1661, Altar 1663. Gut ornamentiertes Chorgestühl, Emporen mit biblischen Szenen bemalt. 2 gute Epitaphe 1564, 1658.
RUHLA. Sachsen-Gotha LA. Waltershausen.
*Dorf-K.* 1682. Anlage im Winkelhaken mit hölzernem Tonnengewölbe. Derb prächtige Barockkanzel.
RUNDSTEDT. Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
*Dorf-K.* 18. Jh., auf der herrschaftlichen Prieche Vierzehnnothelferaltar um 1500, nicht ohne Interesse.
RUPPENDORF. K. Sachsen AH Dippoldiswalde.
*Dorf-K.* Vom Bau des 13. Jh. ein sprom. Portal erhalten. Umbau 1674. Schnitzaltar um 1500.
RUPPERSDORF. K. Sachsen AH Löbau.
*Dorf-K.* Kleines 1sch. Lhs., quadr. Chor und 1/2kr. Apsis, letztere sicher rom. — Zahlreiche v. Nostitzsche Grabdenkmäler 16.-18. Jh.
RUPPERTSGRÜN. K. Sachsen AH Zwickau.
*Dorf-K.* Bez. 1513. Interessanter kleiner Gewölbebau. Das Emporensystem von Annaberg, Schneeberg usw. auf eine 1sch. Anlage übertragen. Die wenig über ein Meter tiefen Emporen ziehen sich um den 3seitigen Schluß herum. In ihrer Fluchtlinie, also nur wenig von der Wand abgerückt, ein Pfeilerpaar, von dem das kunstvoll figurierte Sterngwb. ausgeht. Fenster rundbg. In einigen Details Ansätze von Renss. frühestes Beispiel dafür im Kreise der ländlichen Architektur. — Runde Kanzel mit derben Reliefs.
RUSSDORF. Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
Ansehnliche *Dorf-K.* 1729-33.
RUSTENBERG. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
*Schloß* bar. Im Park 1 sprom. und 1 renss. Taufstein.
*Burg.* Gründung des 11. Jh. Bis 1802 bewohnt, jetzt Ruine; die frgot. Kap. z. T. erhalten. Großes Amtshaus 18. Jh. — Ganz in der Nähe Spuren der *Kunzenburg*.
RUSTENFELDE. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
*Dorf-K.* Stattlicher einheitlicher Bau von 1740. — Altar und Kanzel gehören zu den reichsten im Eichsfeld, im Stil für die Entstehungszeit altmodisch.
S
SAALBORN. Sachsen-Weimar VB Weimar.
*Dorf-K.* rom.-got. Übergang. — Altarkruzifix »ganz ausgezeichnete Arbeit des 12. Jh.« aus vergoldetem Kupfer.
SAALBURG. Reuß j. L. LA Schleiz.
*Stadt-K.* Mischbau ohne Interesse. — Im Fürstenstand ein renss. Ofen. Tüchtiger Altarbau 1665.
Bmkw. Reste der Stadtbefestigung.
*Klst. Heiligenkreuz* gegr. 1310; Ruine des Wohnhauses der Nonnen; die K. zerstört.
SAALECK. Pr. Sachsen Kr. Naumburg.
*Burgruine.* Der enge Raum nötigte zu vereinfachter Anlage: zwei durch Schildmauern verbundene Rundtürme, wohl M. 12. Jh.
SAALECK. UFranken BA Hammelburg.
*Burgruine.*
SAALFELD. Sachsen-Meiningen Kreisstadt.
*Johannis-K*. 1209-1272; hiervon der Unterbau der beiden OTürme am Anfang des Chors. Erneuerung beg. 1389. Lhs. voll. 1456. — 3sch. Halle von 28 : 22 m, geteilt in 4 Joche, wovon das erste den Turm trägt. Gestreckter Chor mit 8Eck-Schluß. Im Lhs. einfache Kreuzgwbb., im Chor Netzgwb. (1514). In den Fenstern reiches Fischblasenmaßwerk. Der Hauptschmuck der Kirche die 2 Portale aus A. 15. Jh. (W und S); die Statuen ihrer Umgebung zerstört, erhalten die Tympanonreliefs (W Jüngstes Gericht, S Anbetung der Könige und Kreuzigung). An der letzten Fensterbrüstung der Sakristei NSeite Relief mit Schweißtuch der hl. Veronika (nach Lehfeldt 1. H. 13. Jh.). Der bar. Ausbau 1895 durch neugot. ersetzt. — Reste von spgot. Altären, einer von dem »Meister der architektonischen Baldachine«; bar. Kanzel; Relief von 1516 (ehemals an der Brückenkapelle) mit der hl. Kümmernis (S. Wilgefortis) und dem Spielmann; Tumbendeckel eines Gf. v. Orlamünde, 14. Jh., und zahlreiche Grabsteine und Gedenktafeln; Glasmalereien in den Langhausfenstern, hervorragend, im Entwurf Dürerische Anleihen. Im nördl. Sschiff hl. Grab, 15. Jh.
*Siechenkapelle,* Kernbau frührom. Die Fenster frgot. erweitert, im 17. Jh. dürftig rest. — Schnitzaltar M. 15. Jh.
*Barfüßer-Klst.,* 13. Jh., im 17. als protestant. Predigt-K. umgebaut. Im 19. Jahrh. profanisiert. Im Erdgeschoß jetzt städt. Museum. Im obersten Geschoß Deckengemälde des 17. Jh. — Spgot. Kreuzgang z. T. erhalten.
*Nikolai-K*. (jetzt Armenhaus), von einem einfachen frührom. Bau, der die Kapelle der Kaiserpfalz gewesen sein könnte, nur die glatten Mauern und zugemauerte Rundbogenfenster (1912 alles barbarisch verputzt). Auch die späteren Veränderungen (1265 Einrichtung für Cisterciensernonnen?) nicht mehr erkennbar.
*Amtsgebäude,* 1610.
*Rathaus* 1526-37. Dachfirst parallel zur Hauptfront; in deren Mitte 8eckiger Treppenturm, zur Hälfte vorspringend und in kleinen Giebeln endigend; mit ihm gruppieren sich rechts und links 2 Zwerchhäuser (in etwas jüngeren Formen); 2 Erker modifizieren etwas die sonst festgehaltene Symmetrie der Gesamtkomposition. Die Formen spgot. im Übergang zur Renss.; an den Wandflächen Spuren von ornamentaler Malerei.
*Herzogl. Schloß.* An Stelle des völlig niedergelegten Benedikt.Klst. Schlichter großzügiger Bar.Bau von 1677. Hufeisenanlage. Großes Treppenhaus und Festsaal mit allegorischen Deckengemälden. Einige Zimmer in reicher Ausstattung des 17. Jh. erhalten. Kapelle 1719. Schloßgarten.
*Hofapotheke* um 1200; erste Bestimmung unbekannt; im 15. Jh. Rathaus; nach Brand 1880 stilgemäß hergestellt, mit Beseitigung aller Bestandteile eines spgot. Umbaues. Alt: das Erdgeschoß, das erste Zwischengesims, die Eckdienste, das Fensterpaar über der Tür der Marktfront, ein Teil der Fenster des ersten Obergeschosses und einige sonstige Details.
*Stadtapotheke.* Inschr. 1617 und 1620. Das Portal und die Giebel der 2 Zwerchhäuser in reicher, derb effektvoller Sp.Renss.
*Haus Gerdts,* 1609. Dem vorigen ähnlich und wohl von demselben Meister. — Sonstige Wohnhäuser des 15. und 16. Jh. in größerer Zahl.
*Schloß Kitzerstein;* in einigen Teilen bis 1435 hinaufreichend; sieben kleine spgot. Ziergiebel; die ganze Gruppe höchst malerisch.
*Burgruine Hoher Schwarm,* erb. nach 1200 an der Stelle einer weit älteren Kaiserpfalz. Großer quadr. Wohnturm mit kleinen Rundtürmen an den Ecken.
Von der *Stadtbefestigung* 4 Tore erhalten.
*Friedhof* mit Resten einer Renss.Halle.
SAATHAIN. Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
*Dorf-K.* Die stattlichste und älteste (ca. 1600?) unter den vielen Fachwerkkirchen des Kreises.
*Herrenhaus,* schlicht bar., 4flügelig, im Hof einst offene Arkarden.
SABABURG. RB Cassel Kr. Hofgeismar.
*Schloß.* Gegr. 1334, erneuert 1490, von Landgraf Wilhelm IV. 1589 zum Jagdschloß eingerichtet; teils Ruine, teils bewohnt.
SACHSENBURG. K. Sachsen AH Flöha.
*Schloß.* 1488 von Hans Reynhart; bedeutende Anlage, seit der Verheerung im 30j. Kriege entstellt.
SACHSENBURG. Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.
*Burgruine.*
SACHSENDORF. Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
*Dorf-K.* E. 15. Jh. Lhs. 1sch.; eingezogener, turmtragender quadr. Chor; die 3 Ränge Emporen aus 17. Jh. — Am Triumphbogen ausdrucksvolle Kreuzigungsgruppe, 16. Jh.
SACHSENHAUSEN. Sachsen-Weimar VB Weimar.
*Dorf-K.* (ehemals Wallfahrt). Chor 1425, Lhs. und WTurm Mitte 16. Jh. — Spgot. Altarwerk.
SALLMANNSHAUSEN. Sachsen-Weimar VB Eisenach.
*Dorf-K.* 16. Jh., Einrichtung 18. Jh. — Guter Schnitzaltar um 1500, jetzt über dem Chorbogen.
SALZ. UFranken BA Neustadt.
*Dorf-K.* Unter späteren Veränderungen als Kern eine kleine rom. Basilika zu erkennen. Starker OTurm, um den Spitzhelm 4 kleine Schützenerker.
SALZBURG B. NEUSTADT. UFranken BA Neustadt.
*Burgruine.* Eine der größten in Deutschland. Die Identität mit der namensgleichen Pfalz Karls d. Gr. und der Ottonen nicht völlig sicher. Der vorhandene Bau gehört in der Anlage wie auch in seinen meisten künstlerisch formierten Teilen ins 11. bis 13. Jh., in welcher Zeit die Burg würzburgisches Lehen war; die 450 m langen Ringmauern umschreiben ein unregelmäßiges Trapez; kein ausgesprochener Mittelpunkt; die Gebäude sind regellos zerstreut wie in einer kleinen Stadt (S. war im sp. Ma. Ganerbschaft und von 7 bis 9 Familien bewohnt). — Torturm um 1200, schöne Buckelquadern, beide Seiten der Durchfahrt durch Portale in kräftigen und zugleich eleganten Formen (Zickzack) charakterisiert. Weiterhin rechts die 1848 in pseudoromanischen Formen vollkommen erneuerte Kap. (Wallfahrt); westlich davon neben dem Turm »Jungfernkuß«, wo sich der Palas an die Außenmauer lehnte, rom. Fenster und Spuren eines Kamins. Ein anderer Wohnbau, noch mit 2 Treppengiebeln, links vom Hauptweg (fälschlich »Münze« genannt), die Fensterarchitektur mit das Reizvollste, was wir von profaner Frühgotik besitzen. Rom. Formen an mehreren Wohntürmen. Endlich manche Erneuerungen der Spätgotik und Renaissance.
SALZUNGEN. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
*Stadt-K.* Flachgedeckter Saal von 1789, umgebaut 1908. Durch die Stadtbrände 1640 und 1786 fast alle älteren Gebäude vernichtet. Von Wohnhäusern zu nennen der stattliche »Hünische Hof« um 1624 und ein Fachwerkhaus von 1619 in der Brenngasse. Einfach gefällige Bürgerhäuser der Zopfzeit.
*Husenkirche* vor der Stadt. Sehr alte Gründung (775?), jetzt ein ärmlicher Bau um 1500. Dasselbe gilt von der Wendels-K. von 1481.
*Friedhofs-Kap.* spgot., im Innern geschnitzte Holzarchitektur des 16 Jh. und viele Epitaphe von besserer Qualität.
SANGERHAUSEN. Pr. Sachsen. Kreisstadt.
*Jakobi-K.* Spgot. 3sch. Halle (Gwbb. nicht ausgeführt) mit höherem langgestrecktem Chor. — Der Flügelaltar der größte und beste des Kreises. Einfacher spgot. Taufkessel. Großes Grabmal von 1618 aus der Werkstatt des kurfürstl. Hofbildhauers J. M. Nosseni.
*Ulrichs-K*. Ehem. Benediktiner-Klst., gegr. E. 11. Jh., 1265 den Cisterc.-Nonnen überwiesen, 1389 Brand. — Kreuzf. rom. Basilika, mit ausgebildetem Hirsauer Chor (vgl. Bosau, Paulinzelle, Wimmelburg), die Seitenschiffsgewölbe noch rom., wenn auch (wegen des stark oblongen Gr.) wohl nicht ursp. geplant. Das Msch. war flach. Das Qsch. hat die ungewöhnliche Anordnung, daß die Arme aus 2 Jochen zusammengesetzt sind; das erste in der Breite der Ssch., das zweite quadr.; das erste mit Tonnengwb., das zweite mit rundbg. Kreuzgwb. Einwölbung des Msch. im 13. Jh.; die Gwbb. ruhen auf Kragsteinen, haben rck. Gr., spitzbg. Gurtbgg., aber keine Kreuzrippen. Die Strebepfeiler aus 16. Jh. Die Arkadenpfeiler kreuzförmig, einfach abgeschrägte Deckplatten mit flach skulptiertem, steif gezeichnetem Ornament aus demselben lombardisch geschulten Kreise, dem man in Quedlinburg, Gröningen und Magdeburg (Liebfr.) begegnet. — Ob der 8eck. got. Vierungsturm einen rom. Vorläufer gehabt hat, wird nicht klar; WTürme sind nie vorhanden gewesen. Tympanon mit Ludwig dem Springer und dem hl. Ulrich. — Kanzel 1620. — Figurierter spgot. Taufkessel.
*Schlösser*. Altes 1446, im Erdgeschoß Kreuzgwbb. auf Bündelpfl. Neues 1586 und 1612.
2 km vor der Stadt Ruine der *S. Katharinen-K*. im Helmstal, gew. 1220, flachged. Basilika mit 1 spitzbg. Arkade.
SANKT GOTTHARDSBERG b. Amorbach. UFranken.
*Frauenkloster* (Ruine). Gegr. 1138? Verwüstet im Bauernkrieg, 1629 hergestellt, seit Blitzschlag 1714 Ruine. — Rom. Pfeilerbasilika von 7 Arkaden, vielgliedrige Deckplatten, Gurtgesims mit Schachbrettmuster. Chor got. Portal sprenss.
SANKT HELENA b. Gräfenberg. OFranken.
*Dorf-K.* mit Schnitzwerk, Auffindung des hl. Kreuzes, Veit Stoß (vermutlich mit Unrecht) zugeschrieben.
SANKT JOHANNIS. OFranken BA Bayreuth.
*Pfarr-K.* 1771. Schloß einfach renss., Portal 1617.
SANKT KILIAN. Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.
*Dorf-K.* 1689 im Typus Hinternah, noch got.
SANKT KUNIGUND. UFranken BA Ochsenfurt.
*Kapelle.* Der Ausbau unter Bischof Julius 1614 hat den rom. Kern nicht erheblich verändert. Derselbe stammt aus der Zeit bald nach der Heiligsprechung der Kaiserin Kunigunde im Jahre 1200 und der davon ausgehenden Verbreitung des Kunigundenkultus in Franken. 1sch. Quaderbau mit eingezogenem Chor im OTurm, aus dem eine 1/2kr. Erkerapsis vorkragt. Die Krypta 1614 ausgebrochen und z. T. zugeschüttet. Schiff flachgedeckt. An den Längsseiten einfache rom. Portale und rom. Fenster. — Eine Tür im Chor (mit ornamentiertem Tympanon) führte zu einer Außenkanzel, wohl für Ausstellung von Reliquien. Dem Teilungspfosten einer gekuppelten Klangarkade ist karyatidenartig eine weibliche _diademtragende __ Figur_ vorgelegt (Kunigunde). — Friedhofsmauer mit Torbau.
SANKT MICHELN. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
*Dorf-K.* sprom. A. 13. Jh. Das Äußere fast unberührt; quadr. Chor, rck. WTurm.
SANKT WOLFGANG. RB Cassel Kr. Hanau.
Von dem 1468 gegr. *Kloster* wenig erhalten. Grundmauern einer 3sch. Kirche. Der noch vorhandene befestigte Torturm trug auch die Glocken.
SAYDA. K. Sachsen AH Freiberg.
*Stadt-K.* 1502, 4jochige Halle mit Netzgwb., Portal und reizvoller Vorhalle. — 3 Wandgräber der Familie v. Schönberg, besonders bmkw. das jüngste von 1605, die kunstvoll entworfene Architektur in der Art Nossenis, ungenügend die Bildnisfigg. — Taufstein mit figürl. Reliefs um 1500.
SCHAALA. Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.
*Dorf-K.* Lhs. 1700. Der jetzt in der Mitte stehende Turm, Mauern 13. Jh., spgot. bekrönt mit doppelt abgestuften Zinnen und schlankem Helm von origineller Wirkung. Befestigter Friedhof. — Schnitzaltar aus der Saalfelder Schule um 1500 (»Meister der Baldachine«). Die Flügelgemälde nach Stichen von M. Schongauer (Erfurter Ausstellung 1903).
SCHACHTEBICH. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
*Dorf-K.* 1719, ganz schlicht. In bar. Rahmenarchitektur ein spgot. Altar aus A. 16. Jh., Schnitzrelief der hl. Sippe und 4 Flügelgemälde.
SCHALKAU, Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg. *Stadt-K.* Spgot. Das 1sch. Lhs. mehrmals verändert, der verlängerte polyg. Chor 1520. — Grabsteine der Familie v. Schaumberg.
*Burgruine Schaumberg,* wenig erhalten.
SCHANDAU. K. Sachsen AH Pirna.
*Stadt-K.* umgebaut 1645 und 1704. — Moseskanzel 1706.
SCHARFENBERG. K. Sachsen AH Meißen.
*Burg.* Rom. um 1200 (Burgtor), im 14. Jh. erweitert (überwölbte Hofstube).
SCHARFENSTEIN. K. Sachsen AH Marienberg.
*Burg.* Die ältesten Teile 2 Rundtürme, der größere in Mauerstärke 3,25 m. Bedeutende Veränderungen 1533; daher ein Backsteingiebel mit derben spgot. Verschlingungen zwischen dünnen Pfll.
SCHARFENSTEIN. Pr. Sachsen Kr. Worbis.
*Schloß* frühes Ma. bis bar.
SCHEIBENBERG. K. Sachsen AH Annaberg.
*Stadt-K.* 1571. — Bmkw. Schnitzaltar um 1500.
SCHELLSITZ. Pr. Sachsen Kr. Naumburg.
*Dorf-K.* Der rom. OTurm (1226) bildet eine Einschnürung zwischen dem got. 5/8 Chor und dem Schiff von 1719; letzteres hat gemalte Flachdecke. Bar. Kanzelaltar. Der alte Hochaltar, ein gutes spgot. Schnitzwerk, jetzt auf der Empore.
SCHENKENSCHLOSSHOF. UFranken BA Würzburg.
*Burgruine Roßberg*. Erhalten nur der got. Bergfried, doch in voller ursp. Höhe von 28 m.
SCHERNECK. Sachsen-Coburg LA Coburg.
*Kirche* um 1700, rck. spgot. Chor mit rippenlosem Kreuzgwb. Kanzel um 1650 mit vielen Schnitzfigg.
SCHESSLITZ. OFranken BA Bamberg I.
*Pfarr-K.* got. Hallenkirche, Chor vor 1421, Lhs. 1448 (Inschr.), rest. 1650. — Grabsteine des Grafen Friedrich v. Truhendingen und seiner Gemahlin ca. 1360, zweier Herren v. Wiesenthau 1569, 1570. — Hochaltargemälde von Mattenheimer um 1780. — Auf dem Kirchhof schönes Steinbild der hl. Jungfrau um 1450, aus der Martins-K. zu Bamberg stammend.
SCHILDAU. Pr. Sachsen Kr. Torgau.
*Stadt-K.* Ursp. rom. Basilika, spgot. eingewölbt, rest. 1730 und 1829. — Schnitzaltar der sächs. Schule 15. Jh.
SCHILDECK. UFranken BA Brückenau.
*Burgruine* aus 13. Jh., wenig erhalten.
SCHIRGISWALDE. K. Sachsen AH Bautzen.
*Kath. Stadt-K.* 1739, stattlicher 1sch. Gwb.Bau in strengem Bar.Charakter. Sumptuöse Altarausstattung, sehr hübsch namentlich die Kanzel mit Rok.Elementen.
SCHIRMDING. OFranken BA Wunsiedel.
*Kirche,* 1sch. mit 2 sprom. Kreuzgwbb. und schmalen rundbg. Fenstern.
SCHKAUDITZ. Pr. Sachsen Kr. Zeitz.
*Dorf-K.* Rom. 12. Jh. in Sandsteinquadern. Bmkw. Detail an Dachgesims und Portal.
SCHKEITBAR. Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
*Dorf-K.* Rom. WBau mit Empore (für Nonnen?).
SCHKÖLEN. Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.
*Burg* aus Ma., mächtige turmreiche Anlage.
SCHLEBERODE. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
*Dorf-K.* mit interessantem rom. OTurm. — Kanzelaltar und Taufengel geschickte, sehr manierierte Arbeiten des 18. Jh.
SCHLECHTSART. Sachs.-Mein. Kr. Hildburghausen.
*Dorf-K.* 1606, rom. OTurm.
SCHLEID. Sachsen-Weimar VB Dermbach.
*Dorf-K.* (kath.). Erb. 1743 vom Fürstabt Amandus von Fulda (wohl von demselben Meister wie die K. in Bremen). Außen und innen durch dorische Pilaster gegliedert, bmkw. Gr. des Altarhauses, der Turm hinter diesem. Hauptaltar: 4 Sll. aus Stuckmarmor umgeben in 1/2Kr. das Tabernakel. Aus der ev. K. ein hübscher spgot. Schnitzaltar und Taufstein bez. 1529. — Am ehem. Pfarrhaus Hoftor 1591.
SCHLEINITZ. K. Sachsen AH Meißen.
*Schloß.* Wesentlich spgot. 16. Jh. und renss. In der sonst beengten Anlage fällt die geräumige Kapelle auf; Gratgewölbe im Stichbogen; Sakramentsnische bez. 1518.
SCHLEIZ. Reuß j. L. Amtsstadt.
*Stadt-K.* spgot. unbedeutend. — Altarbau 1721, für diese Gegend ungewöhnlich prunkvoll, in der Mitte das Abendmahl in einer Gruppe von Freifiguren in 2/3 Lebensgröße.
*Berg-K*. frgot. 2. H. 13. Jh., erneuert 15. Jh. Gestreckter Chor mit Schluß aus 8Eck, etwas breiteres 1sch. Lhs. mit eingezogenem Strebepfl. und Emporen. Der Turm auf der NSeite am Beginn des Chors. — Das Innere durch Barockausstattung in malerische Wirkung gesetzt. Altaraufsatz 1635. Tumba Heinrichs des Mittleren † 1500, charakterisiert durch die Fülle des alle Flächen überwuchernden spgot. Laubwerks; die Figur unbedeutend. — Epitaph Heinrichs II. von Reuß, † 1639, kolossal, künstlerisch schwach. — Weitere Gedenktafeln und Grabsteine in ungewöhnlich großer Menge.
*Schloß.* Im 16. Jh. stattlicher Wehrbau. Nach Brandschäden im 18. Jh. erneuert.
SCHLETTAU. K. Sachsen AH Annaberg.
*Ulrichs-K.* 3sch. 4jochige Hallenkirche des 15. Jh., der Chor älter.
*Schloß.* Am nördl. Teil reiche spgot. Fensterumrahmungen mit Vorhangbögen; das übrige entstellt.
SCHLETTAU. Pr. Sachsen Saalkreis.
*Dorf-K.* rom., ziemlich gut erhalten.
SCHLEUSINGEN. Pr. Sachsen Kreisstadt.
*Stadt-K.* Chor spgot., das flachgedeckte Schiff 1723. In der Aegidienkap. 11 Grabsteine der Grafen v. Henneberg 1444-1583.
SCHLÜCHTERN. RB Cassel Kreisstadt.
Ehem. *Benedikt.-Klst.* (mit Einschluß der K. als Lehrerseminar eingerichtet). Die K. war Hallenkirche aus 15. Jh. Zwischen dem rom. WTurm und den Klostergebäuden ein Raum mit 2 rippenlosen Kreuzgwbb. auf 1/2 Sll. mit Würfelknäufen und eckblattlosen Basen. Ein zweiter Turm an der NSeite des Chors, daran ebenfalls rom. Reste. Die Krypta mit 1 rundbg. Tonnengwb., westl. quer davor ein schmälerer, ebenfalls mit Tonne gedeckter Gang. Am rck. Chor rom. Sockel. — S. Andreas-Kap. sprom. von 2 Kreuzrippengewölben überdeckt. — Huttensche Kap. 1354 in guten got. Formen. — Kreuzgang-Kap. mit Grabsteinen von 1377, 1383, 1480. — Got. Küche. Sonst die Klostergebäude gänzlich verändert.
*Rathaus* renss. 1567.
SCHLÜSSELAU. OFranken BA Bamberg II.
Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst*. gegr. 1280, niedergebrannt 1525, spätestgot. 1599 als Pfarr-K. erneuert. — Langgestreckte 1sch. Anlage mit polyg. Chor, am WGiebel steigender Spitzbogenfries. — Grabstein des Gottfr. v. Schlüsselberg 1308.
SCHLÜSSELFELD. OFranken BA Höchstadt.
*Pfarr-K.* »alter und kraftvoller Bau teils in got., teils in renss. (bedeutet wohl bar.) Stil«. »Schöne Glasgemälde«. Hochaltar aus der Universitätskirche in Würzburg.
*Rathaus* 1723. — *Brunnen* mit Petrusstatue 1715.
SCHMACHTENBERG. UFranken BA Haßfurt.
*Burgruine.* Erhalten 2 Rundtürme und Ringmauer.
SCHMALKALDEN. RB Cassel Kreisstadt.
*Stadt-K. S. Georg.* Beg. 1437 von Jörg Meier aus Erfurt Gwb. im Chor 1500 (Inschr.), im Schiff 1506. — Hallenkirche von 4 Jochen, 1sch. Chor von 3 Jochen und Schluß aus 8Eck. Schafte 8eckig, ohne Kaptt., 4 vorgekragte Dienste. Die Dienste im Chor für (jetzt modern ergänzte) Statuen und Baldachine unterbrochen. Im Chor Netzgwb., die gewundenen Reihungen mit Nasen besetzt, die Rippen wachsen aber nicht aus den Diensten, sondern aus den Gewölbeanfängern heraus. — Äußeres: Sandsteinquaderbau, am Chor reich dekoriert, Steinmetzporträt. Von 2 WTürmen ist der südl. im Unterbau rom., die Turmdächer bar. Reiches 2teiliges WPortal, über dem Flachbogen ein Eselsrückenwimperg mit Kantblumen. — In der »Lutherstube« über der Sakristei einige Bildwerke. — Kanzel reich geschnitzt, Taufstein mit biblischen Szenen auf Metall gemalt 1560. An der WEmpore 16 Tafelbilder von 1503. Grabsteine 17. Jh. Großer got. Sakristeischrank und ansehnliche got. Kelche. Tafelbild mit Kreuzigung um 1450. Schnitzaltar um 1500. Prachtvoller messingener Kronleuchter.
*Hospital-K*. von 1339, neuerlich verrestauriert.
*Friedhofs-Kap*. 1760 mit recht guten Grabsteinen des 17. Jh. — Das Gespring, gefaßte Quelle in Renss.Architektur.
*Hessenhof*. Fachwerkbau, 1551, übertüncht und verdorben; das steinerne Erdgeschoß geht auf ca. 1200 zurück. In einem als Herrentrinkstube gedeuteten, mit Flachtonne gedeckten Raum Wandgemälde aus 1. H. 13. Jh., Szenen aus Iwein; künstlerisch nicht hohen Ranges, sehr merkwürdig wegen des für diese Zeit seltenen profanen Stoffes.
*Rathaus.* Einfach spgot. 1419. Bei Erweiterung 1907 die alten Teile stark verändert, doch manches noch von Interesse.
*Herrenhäuser*. Große Kemnate in der Weidebrunnergasse, vom Bau von 1410 noch vieles erhalten. Heilig-Grab-Haus in der Pfaffengasse, später Henneberger Hof, Westhälfte got., Osthälfte renss. Rosenapotheke in der Steingasse 1545. Todtenwarthsche Kemnate am Altmarkt 1575.
*Bürgerhäuser*. Vorwiegend Fach werkbauten des 16. und 17. Jh. Bmkw. die zahlreichen üppigen Stuckdecken (Lutherplatz 7, Weidebrunnergasse 2, Auergasse 3, Steingasse 8 und 137 u. a. m.).
Vor der Stadt zahlreiche *Gartenhäuser* des 18. Jh., meist in feiner baulicher Gestaltung.
*Stadtbefestigung*. Der doppelte Mauerzug fast ganz erhalten, die Türme meist, die Tore alle abgetragen.
*Schloß Wilhelmsburg*. Hauptarbeit 1585-1589. An der Planung war sicher der Bauherr, Landgraf Wilhelm IV. von Hessen, erheblich beteiligt, Ausführung durch Christoph und Hans Müller, »Hofschreiner und Baumeister«. Auf Benutzung von Mauerteilen der vorangegangenen ma. Burg wurde Verzicht getan, daher der Gr. ungewöhnlich regelmäßig, Viereck außen 51 : 62 m, innerer Hof (wegen ungleicher Tiefe der Flügel) näher dem Quadrat. Der Hauptbau ist von mehreren Zwingern umschlossen, er selbst aber hat den Charakter des Wehrbaues ganz aufgegeben; doch erinnern die niedrigen Stockwerke (3 an der Zahl), die Sorglosigkeit in bezug auf symmetrische Gruppierung der Fenster, der Mangel an Wandgliederung u. a. m. noch immer an die ma. Bauweise. Wie bei den meisten Schlössern und Rathäusern der Epoche traten lebhaftere Formen erst oberhalb des Hauptgesimses ein; die ehemalig reich verzierten Zwerchhäuser sind jetzt allerdings stark reduziert und das Dach erniedrigt. Einigermaßen auffallend ist der Mangel an Türmen; es ist nur der wenig hochragende an der Schloßkirche vorhanden, im Erdgeschoß aus Ma. Die innere Einteilung kennt keine Korridore; geschickte Gruppierung der Zimmer macht sie bequem zugänglich durch die 4 in die Ecken des Hofes gelegten Schnecken, mit 2 Türen auf jedem Podest. Der architektonisch gehaltvollste Teil ist die in der SWEcke angelegte, nach außen nicht selbständig gekennzeichnete Kapelle. Die Anlage folgt dem in den Schlössern von Torgau (1544) und Stuttgart (1566) begründeten Typus. Ein Rck. von 13,2 : 16,6 m wird auf 3 Seiten von geräumigen Emporen umschlossen; dieselben bauen sich 3geschossig in 2 resp. 3 Achsen auf; an der schließenden Schmalseite übereinander — diese spezifisch protestantische Anordnung tritt hier zum erstenmal auf — Altar, Kanzel und Orgel. Wie in allen Teilen des Schlosses haben die Proportionen etwas gequetschtes; die Arkaden öffnen sich in Korbbögen zwischen sehr niedrigen Pfll., die Decke hat abgeflachte Kreuzkappen aus Stuck konstruiert. Sehr reich die Dekoration (vom Niederländer Wilhelm Vernucken): Pilaster, Archivolten und Zwickel mit sog. Beschlägsornament in flachem Relief, an der Decke zierliches Rollwerk, unterhalb ihrer auf dem obersten Scheidbogen liegende Apostelgestalten (offenbar Ableitungen aus Michelangelos Sistina). Die Ausführung überall in Stuck mit diskretem Zusatz von Farbe und Vergoldung. Lübke: »in der ganzen deutschen Renaissance kenne ich keinen Innenraum von ähnlicher Feinheit der Dekoration«. An den jetzt kahlen Emporenbrüstungen ehemals Tafelgemälde, auf denen die Antithesis Christi und des Papstes durchgeführt war (anscheinend im Anschluß an Cranachs Holzschnittwerk »Passional Christi und Antichristi«), sie bildeten meist den Mittelpunkt der farbigen Dekoration. — Auch in den übrigen Teilen des Schlosses hat sich viel von dem ursp. Schmuck erhalten. Die niedrigen Fenster und Türen (letztere meist 2 m H.: 1 m Br. mit Holzintarsien) sind mit Wandmalereien eingerahmt; nordisches Rollwerk wechselt mit antiken Grotesken; einigemal erscheinen breitspurige Landsknechte als Türwächter; Kamine; Öfen mit gußeisernen Teilen (einer bez. 1584). Die vollständigsten Ensemblewirkungen im »Riesensaal«, hauptsächlich Malerei auf Wandverputz und gemalte Deckenfelder auf Leinewand, weit gespannte hölzerne Deckenträger auf reich gestalteten steinernen Wandpfll. Großer Kamin. Der Riesensaal hat bei einer Grundfläche von 12,5 : 25 m nur 4,5 m H., wie denn auch die süddeutschen Schloßsäle dieser Zeit niedrig proportioniert zu sein pflegen. Sehr gut erhalten das Landgrafenzimmer im Erdgeschoß. Über mehrere Räume verteilt die bmkw. Sammlungen des Hennebergischen Gesch.-Ver. Die Gartenterrassen aus A. 17. Jh. sehr zerstört.
SCHMERLENBACH. UFranken BA Aschaffenburg.
*Benedikt-Nonnen-Klst.* 1769.
SCHMIEDEBERG. Pr. Sachsen Kr. Wittenberg.
*Stadt-K.* 1450. Hallenkirche in Backstein mit Resten eines älteren Granitbaus. Jetzt flachgedeckt. Chor 3/8 in voller Breite der K.
*Rathaus* 1648 mit hübschen Giebeln und Portalen.
*Privathäuser* mit renss. Portalen zahlreich.
SCHMIEDEBERG. K. Sachsen AH Dippoldiswalde.
*Dreifaltigkeits-K*. 1713-16 von George Bähr. Griechisches Kreuz mit sehr kurzen Armen; die in 3 Geschossen aufgebauten Emporen bilden im Gr. ein regelmäßiges 8Eck; der Kanzelbau hinter dem Altar. Taufstein vom Dresdener Hofbildhauer Benjamin Thomae. In der Sakristei Wachsbüste, wohl von Dubut.
SCHMIEDEHAUSEN. Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
*Dorf-K.* Der quadr. Turmchor rom.
SCHMOCHTITZ. K. Sachsen AH Bautzen.
*Schloß.* Hauptgebäude 1764 vom jüngeren Pöppelmann. Im (stark veränderten) Park Sonnentempel, anmutige Kinderfigg., Sphinx (hervorragend), Monumente für Kurfürst Friedrich August III. 1769 und P.A. v. Schönberg, den Gründer des Parks.
SCHMÖLLN. Sachsen-Altenburg LA Ronneburg.
*Stadt-K.*; erster Bau 1159, Neubau 15. Jh. 3sch. Hallenkirche, seit Brand 1772 mit Holzgwb.
SCHMORKAU. K. Sachsen AH Oschatz.
*Dorf-K.* Regelrechte rom. Anlage, aller Kunstformen beraubt.
SCHNABELWEID. OFranken BA Pegnitz.
*Pfarr-K.* Got. Chor im O-Turm, Schiff 18. Jh., Grabstein 17. Jh.
*Schloß* mit Rund-Turm einfach renss.
SCHNEEBERG B. AMORBACH. UFranken.
*Dorf-K.* Die Architektur (16. Jh.) im jetzigen Zustande ohne Interesse. Sehr stattlich in der Fülle seines Bildhauerwerks der Hochaltar, 2. V. 17. Jh., Stiftung eines Mainzer Domherrn.
SCHNEEBERG. K. Sachsen AH Schwarzenberg.
*Stadt-K. S. Maria und S. Wolfgang* 1515-16. Baumeister Hans v. Torgau. — Hallenkirche von 3 Sch. und 5 Jochen; Schiffsbreiten und Jochbreiten gleich; der östl. Abschluß gibt eine flache Ausbuchtung, 4 Seiten des 16Ecks nehmen die ganze Breite der K. ein. Die lichten Maße: 61 m L., 27 m Br., 19,12 m H. Die Gwbb. haben über alle 3 Sch. weg ein einheitliches Rippenmuster, weniger verwickelt als in Annaberg und Chemnitz. Die Emporen, wie überall in dieser Schule, aus Stein und dem System organisch eingefügt, laufen rings um den ganzen Raum, auch um den Chor; die Verbindung zwischen ihren einzelnen Abteilungen wird nicht, wie in Annaberg und Chemnitz, durch Verkröpfung um den Strebepfeiler, sondern durch Zurückziehung des letzteren bewirkt. — Großer Altarbau in strenger Barock-Architektur von 1712. Der alte Flügelaltar von 1539 teilweise in den neuen aufgenommen; gute Arbeit aus der Werkstatt Cranachs; interessant als umfassende symbolische Darstellung des evangel. Glaubensbekenntnisses, zu beachten auch das Weltgericht auf der Rückseite. — Kanzel 1540, Sandstein mit Farbe und Vergoldung, in den Formen noch got. Erinnerungen; überarbeitet 1607. — Im Chor 4 Grabmäler des 17. Jh. — Hinter dem Altar Gemälde des Schneebergers Wolfgang Krodel 1561.
*Hospital-K.* von 1567, erneuert 1737.
*Rathaus* 1527-79, erneuert nach Brand 1719. Einige Kleinkunstwerke. — Kurfürstenbilder von Andr. Engelhard in kunstreichen Rahmen von Andr. Petzold. Kleine Holzädicula mit Kreuzigungsrelief bez. 1551 W K (Wolf Kreuter).
SCHNEY. OFranken BA Lichtenfels.
*Pfarr-K.* modern mit Turm von 1507. In der Sakristei bmkw. Grabmal.
*Schloß* aus Dientzenhoferscher Zeit auf ma. Burganlage.
2 malerische *Torbauten* und Mauerreste aus Ma.
SCHÖLLKRIPPEN. UFranken BA Alzenau.
*Pfarr-K.* spgot. — *Schloß,* aus einer alten Wasserburg umgebaut.
SCHÖNAU. K. Sachsen AH Löbau.
*Dorf-K.* Einheitliche rom. Anlage: kurzes Rck. mit eingezogenem Chorquadrat und Apsis. Gwbb. spgot. [Spgot. Altar im Museum Bautzen]. Pastorengrabstein 1653, tüchtig.
SCHÖNAU. UFranken BA Gemünden.
*Kloster-K*. Gegr. 1160 für Cisterc.-Nonnen. Vom got. Bau (1. H. 14. Jh.) erhalten der gerade geschlossene Chor und die jetzige Sakristei. 1699 (Umwandlung für Franziskaner) das jetzige Langhaus angefügt und der Chor teilweise verändert, die trockene derbe Architektur der Richtung Petrinis nahestehend. Die pompöse Ausstattung aus der Erbauungszeit, Altarblätter (wahrscheinlich) von Oswald Onghers und von Seb. Urlaub (1755). Im Psaltierchor 3 Holzfigg., Maria und die beiden Johannes, sehr gute Arbeiten, möglicherweise eigenhändig von Riemenschneider.
SCHÖNBACH. UFranken BA Haßfurt.
*Dorf-K.* In der Überarbeitung des 18. Jh. der sprom. Charakter ziemlich gut bewahrt. — Mobiliar ca. 1650-1700. Madonna auf der Mondsichel A. 15. Jh.
SCHÖNBERG. RB Cassel Kr. Ziegenhain.
*Dorf-K.* (französ. Kolonie) 1706 von _Paul Du _Ry.
SCHÖNBERG. K. Sachsen AH Oelsnitz.
*Dorf-K.* Zu nennen wegen einer Anzahl von Grabsteinen 1485-1669.
SCHÖNBORN. Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.
*Dorf-K.* mit rom. Altarhaus. — Altarbild »an Hans v. Culmbachs Art erinnernd«(?)
SCHÖNBRUNN. OFranken BA Wunsiedel.
*Pfarr-K.* Sprom. Chor-Turm, Lhs. bar. Ikon. Grabstein 17. Jh. Kalkstein und Eisenguß.
SCHÖNBURG. Pr. Sachsen Kr. Naumburg.
*Burg.* (Ansehnliche Ruine.) Sprom. ohne wesentliche Veränderungen. Mächtiger, freistehender Rund-T. über 30 m hoch, darin ein Gemach mit Kamin in Formen, die am Naumburger Dom ca. 1220 zur Erscheinung kommen, also nicht der »älteste Kamin Deutschlands«. Palas und Kapelle, in der Anlage gut zu erkennen. Mehr zerstört die Vorburg, doch auch hier rom. Kennzeichen.
SCHÖNERSTADT. K. Sachsen AH Döbeln.
*Dorf-K.* Oft umgebaut. Von Interesse ein einfach aber stattlich und sorgfältig durchgebildetes rom. Portal. — Holzstatuen, Reste eines Altars aus A. 16. Jh., mit der beste aus dieser Gegend.
SCHÖNFELD. K. Sachsen AH Dresden-N.
*Dorf-K.* Chor 1676 Netzgwb. mit renss. Profilen. — Altar mit Gemälde von Jonas Eywick zu Pirna 1658; einfache Sandsteindenkmäler 18. Jh.
*Schloß* einheitliche Schöpfung von 1573 ff. Inmitten eines Teiches. Rechteck mit je 3 Zwerchgiebeln an jeder Langseite, der mittlere von einem 6eck. Treppen-Turm überschnitten. Die innere Einteilung sehr regelmäßig. Im Erdgeschoß Gewölbe, in den 2 oberen bemalte Balkendecken.
SCHÖNFELD. K. Sachsen AH Großenhain.
*Schloß.* 1574. Ohne eigentliche künstlerische Bauidee von hochmalerischer Wirkung. Portal, Kamine, gemalte Holzdecken erhalten.
SCHÖNFELS, s. Alt- und Neuschönfels.
SCHÖNHAGEN. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
*Dorf-K.* 1741, In den bar. Hauptaltar sind 2 got. Altäre verarbeitet.
SCHÖNRAIN. UFranken BA Aschaffenburg.
*Burg.* Ringmauern mit rom. Ecktürmen. Wohnbau 1556.
SCHOTTENSTEIN. OFranken BA Staffelstein.
*Pfarr-K.* bar. 1703, got. Turm. — Grabdenkmäler 16. Jh.
SCHRAPLAU. Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
*Dorf-K.* rom., wohl 12. Jh.; gleiche Anlage wie in Unter-Röblingen (s. dort), doch größer und etwas geschmückter. Apsis mit Lisenen und Bogenfries, Säulenportal, Tympanon. — Von der »alten« Burg (ao. 979 »Scrapenlevaburg«) und der »neuen« Burg (erb. 1206) dürftige Spuren.
SCHREBITZ. K. Sachsen AH Oschatz.
Große spgot. *Dorf-K.* 1sch., Netzgwb., WTurm.
SCHRECKSBACH. RB Cassel Kr. Ziegenhain.
*Dorf-K.* 1754. — *Schloß* 1580.
SCHULPFORTE s. Pforta.
SCHÜPTITZ. Sachsen-Weimar VB Neustadt a. O.
*Dorf-K.* mit rom. Turmchor, daran 1/2kr. Apsis; Lhs. um 1500. — Schnitzaltar 16. Jh.; Weihrauchgefäß 13. Jh.
SCHWALLUNGEN. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen
*Dorf-K.* Gemengbau 16.-18. Jh. Spuren starker Kirchhofsbefestigung. Dazu gehörig 4eck. Wohnturm (»Kemenate«) von 1537. — Von den Fachwerkhäusern des 16. und 17. Jh. sind auch nach dem Brande 1894 noch einige gute Beispiele übrig geblieben; no 35 von 1548, no 91 von 1599, no 39 von 1663.
SCHWANEBERG. UFranken BA Kitzingen.
*Schloß* in schöner Lage am Steigerwald. Die Teile in Buckelquadern aus Ma.; wesentlich Umbau durch Bischof Julius.
SCHWAPPACH (Ober- u. Unter-). UFranken BA Haßfurt.
Stattliche *Amtshöfe* des Klosters Ebrach von Joh. Dientzenhofer.
SCHWARZACH. OFranken BA Kulmbach.
*Pfarr-K.* Gotisierender Flachdeckbau 1610, Maßwerkfenster, Doppelempore auf 3 Seiten, Chor im O-Turm. Grabstein 1542, 1609. — *Wirtshaus* schöner Fachwerkbau 1680.
SCHWARZBACH. K. Sachsen AH Grimma.
*Dorf-K.* wesentlich rom., neuerdings rest. — Glocke aus 13. Jh.
SCHWARZBACH. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
*Kirche,* in den ältesten Teilen spgot. Gerader Chorabschluß. Flache Decke mit 4 großen Gemälden. Moseskanzel.
Mehrere geschnitzte *Holzfachwerkhäuser* des 17.-18. Jh. mit gut geschnitzten Eckpfosten.
SCHWARZBURG. Schwarzburg-Rudolstadt.
*Schloß.* Der alte Bestand durch Brände 1695 und 1726 fast ganz vernichtet. Danach neu aufgebaut. Stattliche Hoffassade. — 2 Schnitzaltäre von Valentin Lendenstreich, dem Hauptmeister der Saalfelder Schule, 1479 und 1503.
SCHWARZENBERG. K. Sachsen Amtshauptstadt.
*Stadt-K.* 1690-99 von Joh. Georg Roth (vgl. Carlsfeld). 1sch. Saal von 34,3 : 18,6, bedeutende Raumwirkung, würdevolle Barockausstattung.
SCHWARZENBORN. RB Cassel Kr. Ziegenhain.
*Dorf-K.* Schiff im Übergangsstil flachgedeckt, eingezogener quadr. Chor etwas jünger.
SCHWARZENFELS. RB Cassel Kr. Schlüchtern.
*Schloßruine* 16. und 17. Jh.; Bergfried; an der SSeite ein bewohnbares Gebäude, jetzt Amtsgericht. Im Hof reiches Barockportal und Brunnen von 1621.
SCHWEBDA. RB Cassel Kr. Eschwege.
*Dorf-K.* mit rom. Turm. — v. Keudellsche Grabsteine. — Got. *Wasserburg* der v. Keudell.
SCHWEBENRIED. UFranken BA Karlstadt.
*Pfarr-K.* 1752 mit OTurm aus der Juliuszeit. Gute Rok.Mobilien, namentlich der Orgelgehäuse.
SCHWEBHEIM. UFranken BA Schweinfurt.
*Schloß* (v. Bibra). Rechteck. Bering mit Graben und großem, von Türmen flankiertem Doppeltor 1576; 2 dreigeschossige Häuser mit Staffelgiebeln 1526, die Treppentürme 1574.
SCHWEINA. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
*Pfarr-K.* schlicht spgot. Inneneinrichtung mit Emporen 1696, für diese Gegend reich.
SCHWEINFURT. UFranken BAmtsstadt.
*Pfarr-K.* Baudaten fehlen. Sprom. Bau von hoher künstlerischer Qualität, durch Flickarbeit des sp. Ma. entstellt. Aus älterer rom. Bauzeit der Unterbau der 2 den Eingang in den Chor flankierenden Türme (jetzt 1). Im 2. Viertel 13. Jh. Neubau des Qsch., welches so breit angelegt wurde, daß es durch Zwischenpfll. in 2 Schiffe zerlegt werden mußte; die Vierung und die Flügel mit je 2 rck. Gwbb. Ihre Kreuzrippen rck. mit Einkerbung in der Mitte. Die beiden Pfll. haben Bündelform, jedoch unter sich verschieden. An ihren Kapitellen sowie den Wandkonsolen wechselt stilisiertes rom. Blattwerk mit frgot. Knospen, alles in vorzüglich schwungvoller Behandlung. Der Vorderchor hatte ebenfalls 2 rck. Gwbb., wie die beim spgot. Umbau 1335-1400 stehen gebliebenen Konsolen anzeigen. Um dieselbe Zeit Erneuerung des Lhs., davon nur das südl. Portal in guter Arbeit des 14. Jh. erhalten; sonst flachgedeckter Notbau nach Brand 1554. Am Äußeren interessiert jetzt nur die sprom. südl. Qsch.-Front. Das Portal nicht groß, aber von auserlesener Erfindung und Ausführung. Im Obergeschoß entsprechend der Zweiteilung des Innern 2 große Kreisfenster mit reich profiliertem Gewände, getrennt durch eine die Mittellinie einnehmende Lisene. Am Giebel Arkatur von 5 pyramidal ansteigenden Spitzbgb. auf Säulchen mit Knospenkaptt. — Taufstein 1367. Kanzel 1694, got. Grabsteine unter dicker Tünche; bmkw. Konrad v. Seinsheim 1369, Marg. Fuchs Art des P. Dell d. J. um 1550. An der Außenwand Epitaph des Berthold Rucker † 1377, vor dem Heiland kniend; interessant für die Entwicklungsgeschichte der Epitaphform. Schöne Abendmahlskanne E. 16. Jh., wie es scheint in Kitzingen gearbeitet.
*Rathaus* 1570 ff. von Niklas Hoffmann aus Sachsen. Es wird den besten seiner Gattung zugezählt. Bei mäßigem Reichtum des Zierwerks wirkt es vornehmlich durch die malerische und doch klare und wohlproportionierte Gliederung der Massen. Hauptbau von ca. 28 m Br. und 18 m Tiefe; das traditionelle Motiv eines aus der Mitte der Fassade vorspringenden Treppenturms ist zu einem rck. Vorbau erweitert mit Altan und turmartig über den Giebel hinaufgeführtem Erker und einer Durchfahrt im Erdgeschoß. Das Innere besteht aus mehreren Hallen und Sälen, die sich in einem Rückflügel fortsetzen; die Wendeltreppen sind nach innen gelegt. Das Detail entspricht der sächsischen Schule; noch mit gotischen Erinnerungen. Von der inneren Dekoration sind nur Teile, diese vorzüglich, erhalten.
*Gymnasium* 1582.
*Mühltor* 1564.
SCHWEINITZ. Sachsen-Altenburg LA Roda.
*Dorf-K.* Unerheblicher Gemengbau. Von Interesse ein Altartriptychon, wahrscheinlich Stiftung Friedrichs des Weisen, die Schnitzerei gilt für Saalfelder Arbeit, die Gemälde nicht aus Wolgemuts Werkstatt (so Lehfeldt), die Anklänge an Schongauer durch Kupferstiche vermittelt; sie kommen in der Saalfelder Werkstatt öfters vor, z. B. auf dem Altar in Schaala.
SCHWEINSBERG. RB Cassel Kr. Kirchhain.
*Stadt-K.* um 1500. Einfache Hallenkirche, 3 Joch Stern- und Netzgwbb. ohne Strebepfeiler. — Ikon. Grabsteine der Familie Schenk zu Schweinsberg 1503, 1564, 1568, 1569, 1578.
*Schloß,* ausgedehnte, großenteils spgot. Anlage, teils Ruine, teils bewohnt.
SCHWEPNITZ. K. Sachsen AH Kamenz.
*Dorf-K.* Einfacher Saalbau 1747. Sehr reich an bar. und rok. Denkmälern.
SCHWETA. K. Sachsen AH Döbeln.
*Schloß.* Renss. Stattlicher Kamin.
SCHWETA. K. Sachsen AH Oschatz.
*Dorf-K.* 1751. Zentralbau unter Einfluß G. Bährs. Gr. in Form eines Vierpasses. Flachdecke. Einrichtung gleichzeitig.
SCHWICKERSHAUSEN. Sachs.-Mein. Kr. Meiningen.
*Schloß* 1540, im Hof Grabsteine 1560, 1570. Große Stallgebäude 1579, 1595, im Kuhstall Tonnengwb. von 7,35 m Spannung.
SEBNITZ. K. Sachsen AH Pirna.
*Stadt-K.* 1sch. mit 3/8 Chor, ursp. gewölbt. — Reicher Altarbau bez. Martin Roth 1586. Kanzel 1621. Gute Madonnenstatue E. 15. Jh.
SEDLITZ. K. Sachsen AH Pirna.
*Schloß* und Lustgarten 1719-1732 für Graf Wackerbarth, Entwurf von Pöppelmann, verkürzt ausgeführt von Knöffel und Longuelune; rest. 1846; im Garten dekorative Figuren, Vasen usw.
SEEBACH. K. Sachsen AH Dippoldiswalde.
*Dorf-K.* des 18. Jh. mit rom. O-Turm. — Figurenreiche Alabaster-Epitaphe der Familie v. Berlepsch.
SEEBURG. Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
Ausgedehntes, verhältnismäßig wohlerhaltenes *Schloß*. Hauptgebäude 17. Jh. Einzelne Teile gehen bis in rom. Zeit zurück, darunter die *Kapelle,* nach dem Typus der Dorfkirchen dieses Gebietes (vgl. Unter-Röblingen). Außerdem größere *Schloß-K.,* spgot.
SEEGA. Schwarzburg-Rudolstadt LA Frankenhausen.
*Dorf-K.* quadr. Chor mit romanisierend got. Turm.
SEEGNITZ. UFranken BA Kitzingen.
*Rathaus* 1608. — Auf dem Friedhof kleines Epit. bez. TK (Thomas Kistner).
SEEHOF. OFranken BA Bamberg I.
*Schloß Marquardsburg.* Bedeutende Anlage. 1686 von Petrini aus Würzburg für Bischof Marquard v. Stauffenberg. 4 in Quadr. gestellte Flügel, an den Ecken breite niedrige Türme; im wesentlichen noch der Schloßtypus von Aschaffenburg; hinzugekommen die Korridore an der Hofseite. Die Türme 1711 durch Joh. Dientzenhofer verändert, die innere Ausstattung durch B. Neumann 1729.
SEELITZ. K. Sachsen AH Rochlitz.
*Dorf-K.* aus E. 15. Jh. Ungewöhnlich groß und aufwändig: Gr. ähnlich der Kunigunden-K. in Rochlitz, doch sind die Gwbb. nicht zur Ausführung gekommen. — Schnitzaltar jetzt in der Sakristei; an seiner Stelle bar. Aufbau 1771. — Mehrere Grabsteine.
SEIBELSDORF. OFranken BA Steinach.
*Pfarr-K.* 1735, helle und geräumige K. im sog. Markgrafenstil. Turm 1753.
SEIDMANNSDORF. Sachsen-Coburg LA Coburg.
*Dorf-K.* Spgot. Emporen bez. 1538.
SEIFERSDORF. K. Sachsen AH Dresden-N.
*Dorf-K.* einheitlich 1604. Langgezogenes, 3/8 geschlossenes Rck., Gewölbe mit aufgeputzten Rippen. — Das umfangreiche Altarwerk scheint Erweiterung (A. 17. Jh.) eines 1595 gefertigten Grabmals aus der Schule Hans Walthers; unter den zahlreichen anderen Grabmälern besonders die des Joachim und des Wolf Dietrich v. Grünrod † 1604, 1606 bmkw.
*Schloß.* Wasserschloß 1531, neugotischer Umbau beendet 1822. — Hervorragende Porträtreihe, u. a. Goethe 1787, Königin Luise v. Preußen 1788, beide von Darbes, mehrere Glieder der gräfl. Brühlschen Familie von Graff.
Das Seifersdorfer Tal, einst ein Hauptziel der Dresdner Naturfreunde, seit 1781 von Gräfin Christiane v. Brühl in einen romantischen Park umgewandelt: Altar der Tugend, Ruine der Vergänglichkeit, Hütte des Pythagoras usw. (vgl. Kupferwerk von W. G. Becker 1792, 2 ao. 1800).
SEIFERSDORF. K. Sachsen AH Dippoldiswalde.
*Dorf-K.* architekturlos. Ansehnliches Altarwerk von 1518, die tektonischen Formen in lebendiger Verschmelzung von FrRenss. und Got., die Malereien in der Art des Meisters von Dippoldiswalde, doch von geringerer Qualität.
SEIFHENNERSDORF. K. Sachsen AH Zittau.
*Dorf-K.* 1796. Großer Saalbau mit 3 Rängen Emp., nüchtern klassizistisch, von K. Ch. Eschke.
SEINSHEIM. UFranken BA Kitzingen.
*Dorf-K.* Holzmadonna von einem der besseren Gesellen Riemenschneiders.
SEITENDORF. K. Sachsen AH Zittau.
*Pfarr-K.* 1795. Turm 1569, Haube mit lebhaftem Kontur 1760, im Innern spitzbg. im Übergang zur Renss.
SELIGENTAL. RB Cassel Kr. Schmalkalden.
*Dorf-K.* 1687, noch gotisierend. Emporen mit bibl. Bildern bemalt. — Mehrere gute Fachwerkhäuser.
SERRFELD. UFranken BA Königshofen.
*Dorf-K.* spgot. mit OTurm. — Alabasterreliefs um 1480. — Kirchhofsbefestigung mit Gaden, auch als malerische Gruppe reizvoll.
SESSLACH. OFranken BA Staffelstein.
Anziehendes altertümliches *Stadtbild*. Mauern und Türme auf größere Strecken gut erhalten. Häuser des 16.-18. Jh. in stattlicher Anzahl, Stein und Fachwerk.
*Kirche.* Got. Hallenkirche mit schief gestelltem Chor, entstanden 1522 durch Anbau an ältere 1sch. K. A. 18. Jh. das Innere barockisiert.
SEUSSLINGS. OFranken BA Bamberg II.
*Pfarr-K.* um 1470. Doppeltürmig. Unter dem Chor ältere (rom.?) Krypta. Glasfenster. Relieftafeln vom ehemaligen Hochaltar um 1480.
SEUSSLITZ. K. Sachsen AH Großenhain.
*Dorf-K.* Grabstein eines Ritters in geritzten Umrissen 13. Jh. Andere mit gut erhaltenen Reliefbildnissen 16. und 17. Jh.
SIEMERODE. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
*Dorf-K.* 1sch. bar., reich bemaltes hölzernes Tonnengwb. Ungewöhnlich gutes spgot. Holzrelief (hl. Sippe).
SIERSLEBEN. Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.
*Dorf-K.* rom. 12. Jh. — Hübsche Sakramentsnische 1484.
SINNERSHAUSEN. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
Ehem. Wilhelmitenklst., im Bauernkriege zerstört, später Gutshof. An der Gartenmauer rohe frgot. Steinfigur, im Garten mehrere Rok.-Figuren.
SITTENDORF. Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
*Dorf-K.* mit rom. O.-Turm.
SITTICHENBACH. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
Ehem. *Cisterc.-K*. fast spurlos verschwunden. Bis zur Säkularisation scheint der Bau aus M. 12. Jh. unverändert bestanden zu haben; auf ihn gehen 2 mächtige Würfelkaptt. zurück mit 1/2kr. Schilden wie in Paulinzelle und deren Basen. — Nahebei 2 frühgot. Kapellen. Am Fenstermaßwerk auf Säulchen der Eindruck des Naumburger Doms zu erkennen.
SITZENRODA. Pr. Sachsen Kr. Torgau.
*Dorf-K.* gegr. 1198, spgot, Umbau 1571. — Schnitzaltar 15. Jh. Mehrere Epitaphe 1530-1626.
SODEN. RB Cassel Kr. Schlüchtern.
*Huttensches Schlösschen*. 1536 und 1591. Gut erhalten.
SODENBERG. UFranken BA Hammelburg.
*Ruine*. Schwer zugängliche Höhenburg. Erb. im 14. Jh. von den Thüngen. Sehr verfallen.
SOMMERACH. UFranken B A Gerolzhofen.
Interessantes Beispiel einer zum größten Teil erhaltenen spätmittelalterlichen *Dorfbefestigung*.
SÖMMERDA. RB Erfurt Kr. Weißensee.
*Stadt-K. S. Bonifazius.* 1sch. flachgedeckt mit gewölbtem Chor 1462; Turm nördl. daneben. — Guter Schnitzaltar. Hinter ihm 2 Gemälde A. 15. Jh.
*Rathaus* 1529 ff. ziemlich groß, entstellt.
SOMMERHAUSEN. UFranken BA Ochsenfurt.
Anmutiges *Mainstädtchen* mit 4 Rundtürmen, 3 Tortürmen, 2 Figurenbrunnen. In der Kirche schöne geschnitzte Kanzel 17. Jh.
*Schloß* der Grafen v. Rechteren. — Rathaus kräftiger Renaissancebau. — Auf dem Friedhof originelle Steinkanzel mit Überdachung.
SÖMMERSDORF. UFranken BA Schweinfurt.
*Dorf-K.* 1795 mit nachgot. Turm. Marmoraltar aus St. Michael in Würzburg, um 1750. Reste eines spgot. Altars um 1510.
SOMSDORF. K. Sachsen AH Dresden-A.
*Dorf-K.* 1711 umgebaut, ein übrig gebliebenes Fenster der NSeite scheint rom. [Reste eines großen Altarwerks um 1500 im Dresd. Altert.-Ver.]
SONDERSHAUSEN. Hauptstadt von Schwarzb.-Sondersh.
*Trinitatis-K.* nach 1621. Im Chor naiv-naturalistische Barockdekoration, in den Winkeln des Polygons 4 Palmbäume; darauf die 4 Evangelisten; schwebende Kinderengel halten Gemälde. Reicher Kelch um 1400.
*Fürstl. Schloß* 1538ff. Rittersaal mit schwerer Stuckdekoration E. 17. Jh., NFlügel 2. H. 18. Jh. Karussell 1709, 8eck. mit Emporen in 2 Rängen.
SONDHEIM V. D. RHÖN. Sachs.-Weimar VB Dermbach.
*Pfarr-K.* 16. Jh., schlicht spgot. Malerische Bar.Einrichtung. Die Emporen mit biblischen Gemälden 1606, Taufstein 1606, Kanzelaltar 1775, auf der hölzernen Flachdecke Kolossalgemälde (Himmelfahrt) von Peter Herrlein 1775. — Hohe befestigte Kirchhofsmauer. — Von den Adelshöfen ist nach dem Dorfbrande 1840 wenig übrig geblieben.
SONNEBORN. Sachsen-Gotha LA Waltershausen.
Kirchenruine mit frgot. Chor. Grabsteine des M. v. Wangenheim 1588 gehört zu den besseren.
SONNEFELD. Sachsen-Coburg LA Coburg.
Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst.* gegr. 1264. Der mächtige Chor, 3 Joche und 5/8 Schluß, überragt das unansehnliche spgot. Lhs. Seine strengen und sorgfältig ausgeführten Formen aus der Bauzeit 1327 (Rest. 1856). — Grabsteine aus der Erbauungszeit: Heinrich v. Sonneberg in gesucht bewegter Haltung auf Konsole mit Halbfigur eines betenden Mönchs; Kunigunde v. Sonneberg; Äbtissin Anna v. Henneberg † 1356, vielleicht der beste Grabstein Südthüringens aus der Hochgotik.
SONTRA. RB Cassel Kr. Rotenburg.
*K. S. Georg*. 1483-93. Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche. An den spitzbg. Türen gekreuzte Stäbe. Fischblasenmaßwerk. Turm 17. Jh. Unter den Kragsteinen der Sakristei in der SOEcke der sog. Wodanskopf.
*Rathaus,* malerischer Fachwerkbau mit Türmchen und hoher Freitreppe.
SORNITZ. K. Sachsen AH Meißen.
*Schloß* 1500. Präzises Beispiel eines »festen Hauses« jener Tage. Kleines Rechteck mit diagonal gestellten Rundtürmen, umschlossen von Wassergräben. Nüchterner Umbau 1742.
SPANGENBERG. RB Cassel Kr. Melsungen.
*Stadt-K.* Niedrige spgot. Hallenkirche von 3 Jochen, höherer 1sch. Chor, gestreckt mit Schluß aus 8Eck. Der WTurm aus E. 13. Jh. hat ein reich gegliedertes Portal, gekuppelte Fenster, 4 Steingiebel und schlanken hölzernen Helm. — Tumba der Landgräfin Anna † 1462, an den Seiten 8 von Engeln gehaltene Wappen, die Liegestatue hat zu Häupten 2 Engel, zu Füßen Löwe und Hund.
*Hospitals-K.* Schlicht spgot. 1sch. — Holzskulptur, Pietas.
*Schloß.* Spgot. und Renss. Gut erhaltene Anlagen aus dem A. und E. des 16. Jh. mit älterem Tor-Turm, umgeben von tiefen, trocknen Gräben und kunstvollem Wall. In verschiedenen Sälen figürliche und ornamentale Malerei.
Schöne alte *Fachwerkhäuser* in neuester Zeit durch Brand und Umbau zerstört.
*Ringmauern* schlecht erhalten, besser 3 *Türme* (1 runder und 2 viereckige).
SPARNECK. OFranken BA Münchberg.
*Kirche* got. mit Grabmälern aus 15. und 16. Jh.
SPIELBERG. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
*Dorf-K.* Die OTeile, quadr. Chor mit Turm und Apsis, ziemlich intakt rom.
SPIESSCAPPEL. RB Cassel Kr. Ziegenhain.
Ehem. *Prämonstratenser-Klst.-K.* Erb. 2. H. 12. Jh. als flachged. Basilika auf kreuzf. Gr. von mittelgroßen Abmessungen. Um 1500 Chor, Qsch. und östl. Teile des Lhs. niedergelegt. Jetzt besteht nur der Rest des Msch., mit 6 Arkaden, das nördl. Ssch. und der spgot. West-Turm. Die rom. Bauformen verhältnismäßig reich. Im System wechseln quadr. Pfll. und verjüngte Sll. Die Würfelknäufe mit skulptiertem Ornament bedeckt; an mehreren eine von Rankenwerk umgebene menschliche Figur; an einem 8 Männer- und Weiberköpfe, deren Haar und Bart in langen Strähnen durcheinandergeschlungen. Die Fenster des Ssch. haben wellenförmig profiliertes Gewände, die des Msch. sind durch Rundstab, Schräge und Kehle gegliedert. Das WPortal hat im Gewände 5 Rücksprünge mit 3/4 Sll. ausgestellt; am Tympanon in Kleeblattumfassung die Brustbilder des Salvators, der Mutter Gottes und des Täufers. Die Vorhalle spgot. 1504. — In der spgot. Turmkapelle (S. Michael) ein Altarbaldachin in spätesten und reichsten rom. Formen. — In der Vorhalle Steinreliefs von 1500 und 1504. — Springbrunnenbecken bez. 1509 aus dem ehem. Kreuzgang.
SPITZKUNNERSDORF. K. Sachsen AH Zittau.
*Dorf-K.* 1712 von J. Kirschstein, dem Erbauer der K. von Hainewalde und dieser gleich. Altar mit gediegenen Schnitzfiguren von Fr. Bühner aus Böhmen. Zahlreiche bar. Grabdenkmäler.
SPORA. Pr. Sachsen Kr. Zeitz.
*Dorf-K.* rom. Apsis und rom. Turmunterbau, sonst modern.
SPREMBERG. K. Sachsen AH Löbau.
*K.* 1901 völlig umgebaut, erhalten 2 Renss.Portale. — Zahlreiche Grabdenkmäler bar. und rok., unbedeutend
STADELHOFEN. OFranken BA Bamberg I.
*Dorf-K.* um 1700.
STADTILM. Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt.
*Pfarr-K.* Lhs. und Chor 1780 umgebaut; nur wenige got. Reste beibehalten, darunter das wichtigste die 2 Portale an der N- und SSeite mit Vorhallen in reicher und guter Hochgotik. Die hier aufgestellten Statuen der Madonna und 6 Apostel erinnern an die im Triangel des Doms zu Erfurt. Der platte Chorschluß aus der alten K. herübergenommen. Das schöngegliederte Portal (3 m groß) in Paulinzeller Tradition. Im W 2 ansehnliche Türme, rom. und rom.-got., letztes Geschoß hochgot. mit niedriger Steinpyramide, Eckfialen und Wimpergen — eine treffliche Komposition, aber neuerdings völlig verrestauriert.
*Ehem. Kloster* der Cist.-Nonnen. Der spätgot. Unterbau der Nonnenempore eingebaut in das zu A. 17. Jh. errichtete *Schloß*. (Verständnisloser Anbau A. 20. Jh.).
STADTLAURINGEN. UFranken BA Hofheim.
*Pfarr-K.* wesentlich 1731.
*Rathaus,* schöner Fachwerkbau bez. 1563.
*Zehntscheuer* mit gutem Bar.-Portal bez. 1628.
STADTLENGSFELD. Sachsen-Weimar VB Eisenach.
*Pfarr-K.* WTurm mit rom. Schallöffnungen. Schiff 1790.
*Schloß* (ehem. v. Boineburg) ma. Wasseranlage, im 17. und 18. Jh. umgebaut.
STADTPROZELTEN. UFranken BA Marktheidenfeld.
*Pfarr-K.* Architektonisch wertvoll nur der Chor aus 2. H. 15. Jh. Langhaus im 17. Jh. nachgot. verändert. Turm von 1628. — Im Innern gute Sandsteinfigur einer weibliehen Heiligen, um 1430.
*Rathaus* erb. um 1520, mit späteren Veränderungen. Malerischer, zweigeschossiger Bau mit ausspringendem Treppenturm und Erker. Im Sitzungssaal des Obergeschosses die alten Durchzüge und ein Glasfenster, bez. 1600.
*Burgruine Prozelten* (auch unter anderen Namen bekannt: Klingenburg, Lauffenburg, Henneburg). Durch die Geschlossenheit der Gesamtanlage, die Harmonie der einzelnen Teile und die Kühnheit des Aufbaues eine der schönsten Süddeutschlands. Die Anlage gliedert sich in zwei Teile, die Hauptburg mit den zwei Bergfrieden und den beiden Palas und die Ringmauer mit großen Bastionstürmen und dem Torbau. An der ganzen WSeite entlang ein unterirdischer Wehrgang. 1. Rom. E. 12. Jh. der NBergfried und der nördl. Teil des OPalas. 2. Großartiger Umbau und Erweiterung der Gesamtburg durch den Deutschherrenorden im 15. Jh. Aus dieser Zeit der kleine Bergfried, der WPalas und die Ringmauer. Einzelne Änderungen spgot.
STADTSCHWARZACH. UFranken BA Kitzingen.
*Pfarr-K.* Lhs. neu. Chor 1467. — Pompöser Hochaltar um 1730, die feineren Seitenaltäre um 1710. Spgot. Chorstuhl mit Flachschnitzerei. Sitzende Madonna 1. H. 14. Jh., bäuerisch.
STADTSTEINACH. OFranken BAmtsstadt.
*Marien-Kap.* 1690, Apsis aus 13. Jh.
*Marter* 1764. Bmkw. reichskulptierter Rok. Aufbau auf jon. Säulen.
2 *Stadttürme* und Strecke der Mauer. Burgruine Nordeck (Hennebergisch); zerst. 1525.
STAFFELSTEIN. OFranken BAmtsstadt.
*Pfarr-K.* Der älteste Bestandteil der große, in Quadern ausgeführte Turm, jetzt nördl. neben dem Chor, ursp. wohl Chor-Turm. Sonst Neubau 1481, 1515. Inneres umgestaltet 1730. Spgot. Hallenbau nach dem besonders in Mittelfranken häufigen Typus mit erniedrigten Sschiffen; die Hochwand im bar. Umbau zu Emporen eingerichtet. Die bar. Ausstattung gibt ein hübsches malerisches Innenbild. — Neben der Haupttür Rotmarmorrelief 1484; am Turm ein verwitterter Rittergrabstein 14. Jh.
*S. Annen-Kap.* Schönes geschnitztes Marienbild, aber nicht »Veit Stoß.«
*Rathaus* 1687, Erdgeschoß mit Quaderecken, über dem Portal ein an Kaiser Lothar erinnerndes Relief; Obergeschosse Fachwerk.
4 *Tortürme* 14 Jh. (?).
STAUCHITZ. K. Sachsen AH Oschatz.
*Schloß* für A. H. v. Lüttichau 1700-1708 von J. R. Petersell. 15 achsige 2 geschossige Front mit breitem 3 geschossigem Mittelrisalit; am flachen Giebel Nachklänge von Renss.-Voluten. Sehr stattlicher und tiefer Vorsaal mit doppelläufiger Treppe. Reihe von Bildnissen.
STAUSEBACH. RB Cassel Kr. Kirchhain.
*Pfarr-K.* 15. Jh. 3sch. Hallenkirche mit gestrecktem, aus 8Eck geschlossenem Chor, beide zu je 3 Jochen. Reiche neubemalte Netzgwbb. — Einfache Kanzel etwa E. 15. Jh. Weihwasserstein spätestgot. 16. Jh. — Befestigter Kirchhof.
STECKELBERG. RB Cassel Kr. Schlüchtern.
*Burgruine.* Im 12. Jh. vorhanden, die erhaltenen Reste anscheinend 16. Jh.
STEDTEN. Sachsen-Gotha LA Gotha.
*Dorf-K.* 1745; durch Einheitlichkeit der Anlage und der verhältnismäßig aufwändigen Ausstattung ein gutes Stilparadigma — *Schloß* 1737, einfach.
STEDTEN. Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
Rom. *Dorf-K.,* das Detail geschmückter als gewöhnlich; got. überarbeitet. Großer Flügelaltar.
STEDTLINGEN. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
*Kirche* 1736, sehr reiche Kanzel. — Geschnitztes Fachwerkhaus 17.—18. Jh.
STEIN. K. Sachsen AH Zwickau.
*Schloß,* sp. Ma. und Renss., schmucklos, doch als Anlage bmkw. und wohlerhalten.
STEIN. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
2 Edelsitze der Herren von Hanstein (das im 14. Jh. genannte Dorf Steina abgegangen). Unterstein erb. 1544, stattlicher steinerner Unterbau, Fachwerkobergeschoß. Noch ansehnlicher angelegt Oberstein 1582, 1594.
STEINACH. UFranken BA Kissingen.
*Pfarr-K.* Crucifixus; durch eine in der Seitenwunde verborgene Urkunde von 1516 als eigene Arbeit Riemenschneiders beglaubigt; Holz; mit ausgeprägtem Streben nach weicher Schönheit in Haltung und Körperform.
STEINAU. RB Cassel Kr. Schlüchtern.
*S. Katharinen-K.* 1481-1511. Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche mit gestrecktem platt geschlossenem Chor. Turm im NO. — Geringe Steinfiguren, Reste eines h. Grabes. —
Spgot. Kanzel von Stein.
*Schloß.* Erster Bau 1290, jetziger spgot. 16. Jh. 5seitige Anlage, umgeben von hoher Mauer und trockenem Graben. An der NWSeite ein 3stöckiger Saalbau, über 30 m lang. Das Erdgeschoß mit Netzgwb. auf 5 Mittelsäulen. Das 2. Geschoß enthielt den Bankettsaal (jetzt Heuboden); Reste von Malerei mit ausschweifenden Liebesszenen. Durch alle 3 Geschosse ein Erkervorbau mit reich profilierten Vorhangbögen und Fischblasenblenden. Sehr hoher Schloßturm mit bar. Bedachung.
*Amtshaus* 1562 spgot.
*Rathaus* 1561 spgot. mit ehemals offener Erdgeschoßhalle.
*Gasthaus zum Schwan* 1620.
*Ringmauern* z. T. doppelt und *Stadttürme* ziemlich gut erhalten.
STEINBACH. K. Sachsen AH Borna.
*Dorf-K.* 1717. Stuckdecke und sonstige tüchtige Bar.Dekoration — Stattliches Herrenhaus (v. Pflugk) 1715.
STEINBACH. UFranken BA Haßfurt.
*Dorf-K.* 1770 mit gefälliger Ausstattung der gleichen Zeit.
STEINBACH. Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.
*Dorf-K.* von typischer rom. Anlage: 1sch. Lhs., schmälerer quadr. Chor und 1/2 kr. Apsis, Ausbildung ungewöhnlich fein.
STEINBACH. UFranken BA Lohr.
*Pfarr-K.* 1723 von Balthasar Neumann. Den Typus der kleineren Neumannkirchen (vgl. Retzbach, Wiesentheid, in großem Maßstabe St. Paulin in Trier), der dann auch von Neumanns Schule stark kultiviert wurde, hat auch dieser anmutige Bau: eingezogenen, 3seitig geschlossenen Chor, 1sch. Lhs. mit einspringendem WTurm. — Ausstattung gut. — Hochaltar etwas früher als der Bau. Linker Seitenaltar von Leunenschloss 1723.— Silbergetriebenes Kruzifix, Augsburger Arbeit um Mitte 18. Jh. — Kreuzpartikel, Silber vergoldet; um 1730, elegante Augsburger Arbeit, vermutungsweise nach Neumanns Entwurf.
*Schloß* der Herren von Hutten. Erbaut 1724 ff. (Inschrift) von Balthasar Neumann. Der ganz originelle Grundriß Längsbau, von zwei Querflügeln rechtwinklig durchschnitten, so daß der Längsflügel noch als Risalit an den Schmalseiten vortritt, während die inneren Schnittpunkte abgerundet sind, macht die äußere Erscheinung reich trotz einfacher Behandlung. Im Innern in der Mitte der 2geschossige, große Saal mit guten Stuckaturen im Charakter des fr. Rokoko. Reiche Ahnengalerie.
STEINBACH-HALLENBERG. KB Cassel Kr. Schmalkalden.
*Burgruine Hallenburg*. Bis ins 16. Jh. Sitz einer Linie der Henneberger. Um 1600 verfallen.
*Dorf-K.* Lhs. 1653, Turm 1698, beide gotisierend. 3geschossige Empore mit Brüstungsbildern in Grisaille. Opulente Bar. Kanzel. — Befestigter Kirchhof, am Tor bez. 1605.
STEINBERG. OFranken BA Kronach.
*Pfarr-K.* angeblich im 15. Jh. aus einer Burg.
STELZEN. Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
*Pfarr-K.* Gediegener spgot. Bau 1467, mit Benutzung älterer Teile.
STEPFERSHAUSEN. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
*Dorf-K.* Erweiterungsbau 1702. Eine der stattlicheren Kirchen dieser Epoche. Gut behandelte 3geschossige Emporen. — Die Kirchhofsbefestigung mit Tortüren stand mit dem ehem. Schloß in Verbindung. — Fachwerkhäuser 17. und 18. Jh.
STERNBERG. UFranken BA Königshofen.
*Pfarr-K.* (1673) mit guter Fassade. Stattlicher Hochaltar.
*Schloß* um 1660-70, 4flügelig mit 4 quadrat. Ecktürmen (Schema wie bei dem Aschaffenburger Schloß).
STERPERSDORF. OFranken BA Höchstadt.
*Wallfahrts-Kap.* 1763.
STETTBACH. UFranken BA Würzburg.
*Dorf-K.* Zwei männliche Holzfigg. neben dem Hochaltar, schwache Arbeiten ohne näheren Zusammenhang mit Riemenschneider.
STETTEN. Sachsen-Weimar VB Dermbach.
*Dorf-K.* Wesentlich Umbau 1652. Am Portal sind 2 rom. (?) Kaptt. wiederbenutzt. Am Taufstein von 1651 Ölgemälde in Kartuschen.
STETTFELD. UFranken BA Haßfurt.
*Dorf-K.* Chorturm 15.-16. Jh., Lhs. 1730, Mobilien aus gleicher Zeit. — Chorbg. Kruzifix überlebensgroß, um 1520, bmkw. — Glocke 1354.
*Mühle* A. 17. Jh., eine der reichsten Fachwerkbauten der Gegend.
STEUDNITZ. Sachsen-Weimar VB Apolda.
*Dorf-K.* rom. und spgot. Interessant die rom. Bohlentüren mit altem Beschlag.
STÖCKACH. UFranken BA Hofheim.
*Schloß* um 1730. Im Dorf schönes Fachwerkhaus.
STOCKHEIM. UFranken BA Mellrichstadt.
Altes *Zehnthaus*. Mächtiger Fachwerkbau des 17. Jh.
Ansehnliche Reste der *Dorfbefestigung*.
STOLBERG. Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
*Stadt-K. S. Martin* 1484, Hallenkirche mit Holzdecke. Schöne bronzene Grabplatte der Elisabeth von Stolberg, geb. Gräfin v. Wirttenberg, † 1505, nach allen Kennzeichen eine Arbeit der _Vischer_schen Werkstatt, desgl. die Gedenktafel für den schon 1488 verstorbenen Theologieprofessor Rispach mit Schmerzensmann. Großes Wandgrab für den gegen die Türken 1737 gefallenen Grafen G. F. v. Stolberg. Handwerkliche Bildnisse von Luther und Melanchthon 1611, besser die Pastorenporträts 1656, 1672.
Die *alte Münze* (jetzt Konsistorium), stattlicher, reich mit Schnitzerei gezierter Fachwerkbau 1535. — *Rathaus* 1482, rest. 1600. — *Schloß,* große Gebäudegruppe, deren östl. Teile aus 16. Jh., mit stattlichem renss. Portal.
STOLLBERG. UFranken BA Gerolzhofen.
Von der ma. *Höhenburg* ist die Anlage mit Gräben, sowie Teile des sechseckigen Bergfrieds (Wohnturm) mit Wehrgangresten erhalten.
STOLLBERG. K. Sachsen AH Chemnitz.
*Marien-K.* Ursp. rom. Anlage (von welcher der Triumphbg.) umgebaut 1. H. 15. Jh. als regelmäßige 2sch. Hallenkirche, eingezogener Chor 1 gerades Joch und 5/8 Schluß. Über dem Chor Dachreiter. — Spgot. Schnitzaltar mit den 14 Nothelfern.
STOLPEN. K. Sachsen AH Pirna.
*Stadt-K.* 1490, durch Umbau 1793 entstellt. — Veste. Ruine, einige Teile noch unter Dach. Prächtiges Renss.Eingangstor nach M. 16. Jh., nicht 1521; dieses Datum (ein sehr frühes für Renss.Architektur in Deutschland) kommt nur der Nebenpforte zu. — Kapelle 1405 und 1440.
STOLZENBURG. RB Cassel Kr. Schlüchtern
*Burgruine,* mit Bergfried, ehem. Besitz der Hutten.
STOLZENHAIN. Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
*Dorf-K.* 1592. Anlage unverändert ma., Fenster rundbg. — Intakte Ausstattung um 1680, recht gut der Altar.
STÖRMTAL. K. Sachsen AH Leipzig.
*Dorf-K.*, langgestreckter Bau mit eigentümlichem, im Dreipaß angelegtem OChor und WTurm. Der Chor im Gr. rom., Aufbau gotisierend 16. und 17. Jh.
STÖSITZ. K. Sachsen AH Oschatz.
*Herrenhaus* 1764-66. Architektur und Ausstattung tüchtige Leistung von Dresdner Künstlern zweiten Ranges.
STRASSBERG. K. Sachsen AH Plauen.
*Dorf-K.* von 1576, großer 1sch. Bau, tiefe Emporen, 2 Geschosse spitzbg. Fenster, platter Chor.
STREHLA. K. Sachsen AH Oschatz.
*Stadt-K.* Spgot. Von Interesse die Ausstattung. Hochaltar 1605 von Hans Ditterich aus Freiberg, großes Auferstehungsrelief, am Sockel Abendmahl; die lebensgroßen Statuen gehören zu den besten der Zeit. Kanzel von 1565, ein merkwürdiges Werk der Keramik, die farbige Glasur leider überstrichen; die tragende lebensgroße Mosesstatue mit einem Rundpfeiler verschmolzen, an Brüstung und Treppengeländer Reliefs. Denkmale des Hans v. Beschwitz † 1496, tüchtige vollplastische Standfigur; des Seb. Pflugk † 1557; des Otto Pflugk † 1568 (wohl von Hans Walther); der Margarethe Pflugk † 1573 (Christoph Walther zugeschrieben); des Otto Pflugk † 1591, bez. WK, das Ornament unter niederländischem Einfluß; des Hans Pflugk † 1618 (Art Ch. Walthers). Die zahlreichen Denkmäler des 17. und 18. Jh. haben geringeres Interesse.
*Rathaus* 1751, schlicht.
STREITBERG. OFranken BA Ebermannstadt.
*Burgruine,* umfängliche Anlage, wenig erhalten.
STREUFDORF. Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
*Dorf-K.* Wohl ältestes Exemplar der in diesem Gebiet vorherrschenden Anlage eines eingezogenen turmtragenden Chors; noch einige rom. Formen. Um 1500 Verlängerung des Chors. Das 1sch. Lhs. 1706 erneuert. — Moses-Kanzel 1650; Taufstein 16. Jh.; im Chor Holzstatuen des Auferstandenen und der Kriegsknechte von 1718; ikon. Grabst. 1701, 1716.
STRUPPEN. K. Sachsen AH Pirna.
*Dorf-K.* Kernbau rom. Das rck. Sch. im 16. Jh. verändert; bmkw. rom. Portal erhalten; eingezogener quadr. Chor mit spätestrom. Rippengwb. aus 2. H. 13. Jh. — Im *Pfarrhaus* Reste eines Schnitzaltars aus E. 15 Jh.
STRUTH. RB Cassel Kr. Schmalkalden.
*Dorf-K.* 1771. — Dorflinde mit ummauertem Tanzplatz.
SUHL. Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.
*Stadt-K.* 1645 und jünger. Großzügiger Bar.Bau. Ansehnlicher Bar.Kanzelbau.
*Kreuz-K.* 1731 f.; Gr. Rck. mit vorgeschobenem Altarhaus; die äußere Pilastergliederung soll an die kathol. Hof-K. in Dresden (?) erinnern. Unter Baueinfluß der K. ein Bürgerhaus mit fein stuckierter Fassade.
*Schloß,* gruppiert sich um einen unregelmäßig 4eck. Hof; Portale und andere Kunstformen mit Inschr. von 1538-1661, die Substruktionen gehen bis 13. Jh. zurück.
SULZA (DORF). Sachsen-Weimar VB Apolda.
*Kirche* in der Anlage rom.; die sichtbaren Formen wesentlich 15. und 17. Jh.
SULZA (STADT). Sachsen-Weimar VB Apolda.
*Kirche* aus A. 18. Jh., Kanzelbau 1716 von einem italienischen Stuckator.
SÜLZENBRÜCKEN. Sachsen-Gotha LA Gotha.
*Dorf-K.* Mischbau rom. bis 18. Jh. — Bmkw. gesticktes Antependium um 1400.
SULZFELD. UFranken BA Kitzingen.
*Pfarr-K.* am Chor bez. 1491, Lhs. nachgot. A. 17. Jh., Portal 1710 (der got. Eindruck durch moderne Rest. wahrscheinlich verstärkt). An der Außenwand mehrere Epitaphe, das beste 1605. Großer Ölberg im bekannten Schema, 1497 gestiftet vom Schultheißen Lorenz Götz und zur Erinnerung an diesen † 1534 eine Bronzetafel.
*Rathaus* 1609, dank der Gunst des B. Julius sehr üppig für das winzige Städtchen; wild bewegter Giebelkontur, zwei derb effektvoll umrahmte Portale.
*Heiligenstatuen* an den Häusern ungemein zahlreich und von verhältnismäßig hoher Qualität.
Allerliebst das am Mainufer zwischen Weinbergen steil aufgebaute *Stadtbild* mit manchem stattlichen Treppengiebel und vielen kleinen, meist zerbröckelten Mauertürmen.
SÜLZFELD. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
*Kirche* 1630-31, befestigter Friedhof mit Portal von 1594. Mehrere bmkw. *Fachwerkhäuser*, Datierungen 1612, 1619. — *Dorflinde* mit alter Steinbank.
SULZHEIM. UFranken BA Gerolzhofen.
*Schloß* (ehem. Kloster-Ebracher Amtshof). Höchst stattlicher Bau um 1720 (der Hinweis auf Balth. Neumann sehr unsicher). Gestreckter Mittelbau, an den Enden Querflügel vor- und rückwärts ausspringend. Im Detail Kreuzung bambergischer und würzburgischer Formen (vgl. einerseits Oberschweppach, andererseits Untertheres). Schöne Treppenanlage. In den Zimmern Rok.Tapeten.
SULZTAL. UFranken BA Hammelburg.
*Pfarr-K.* Erb. 1804. Gute, klassizistische Einrichtung von Bossi u. a., früher im Kloster Oberzell bei Würzburg.
SYHRA. K. Sachsen AH Borna.
*Dorf-K.* rom. Anlage, im 16. Jh. umgebaut. Altarwerk (Holz) 1598. Aus demselben Jahr die Kanzel mit Wiederverwendung der got. Altarfiguren. Mehrere v. Einsiedelsche Grabdenkmäler.
*Herrenhaus* 1620, Umbau einer ma. Wasserburg.
SYLBACH. UFranken BA Haßfurt.
*Dorfrathaus* 1598. Allerliebster Fachwerkbau.
T
TAL. Sachsen-Gotha LA Waltershausen.
*Kirche* des ehem. *Wilhelmitenklst.* A. 14. Jh., rest. E. 15. Jh., entstellt. — Ruine *Scharfenberg,* fast nur der runde Bergfried erhalten.
TALBÜRGEL. Sachsen-Weimar VB Apolda.
*Benedikt.-Klst.-K.* Unter den rom. Denkmälern Thüringens an Wert in vorderster Reihe. Der Stil eine Weiterführung desjenigen von Paulinzelle. OBau 1142-1150, WBau bis A. 13. Jh. (die frühere Inschr. am Portal 1201 nicht mehr sichtbar). Lhs. nach 1200 fortgesetzt. — Der Chor zeigt das Hirsauer Schema in einer in Deutschland sonst nicht, aber an Cluniacenser- und frühesten Cistercienserkirchen Burgunds öfters vorkommenden Modifikation: neben dem Chorquadrat mit Apsis je zwei Nebenchöre von gleicher Anlage, aber sukzessive kleiner werdenden Maßen, so daß die ganze Gruppe der 5 Chöre im Gr. staffelförmig zurückspringt. Um dieser Anordnung Raum zu geben, sind die Flügel des Qsch. über das gewöhnliche Maß verlängert. Die Chöre werden gewölbt gewesen sein; alles übrige flachgedeckt. Eine Krypta war nicht vorhanden. (Diejenige, die im 15. Jh. nebst einem got. Chor angebaut wurde, verschwunden.) Die Sschiffe des Lhs. enden mit Türmen, wie in Paulinzelle beabsichtigt war, doch nicht, wie dort, das Erdgeschoß in das Schiff einbezogen, sondern als massive Mauer ausgeführt, nur gegen das Qsch. mit einer kleineren Doppelarkade geöffnet. Der zwischen diesen OTürmen liegende Abschnitt des Msch. war gegen die Gemeinde-K. durch eine Bogenstellung abgeschlossen (Vorform des Lettners). — Das Lhs. hat jederseits 6 Pfll. in auffallend dichter Stellung. Ihr Gr. ist oblong mit 6 Dreiviertelsäulen besetzt, davon 4 an den Ecken und je 1 unter dem Scheidbogen, wodurch die Gesamtform einen gestreckten Gr. erhält. Das Profil der Scheidbgg. im Anschluß an die Pfeilergliederung aus 3 Wulsten und Rücksprüngen zusammengesetzt. Reich gegliederte Sockel, die eingebundenen Sll. jede mit eigener Basis und eigenem Würfelkapitellchen, einzelne jedoch mit vegetabilischem Schmuck, welcher ebenso wie die Palmettendekoration des Gurtgesimses der Nordwand erst nach 1200 ausgeführt sein kann. Der baugeschichtliche Vorgang ist hier unklar. — Im W ist dem Msch. eine 4 m starke Mauermasse vorgelegt, in welche die Portalnische eingreift; das Gewände abgetreppt und jederseits mit 4 Sll. besetzt. Die 3sch. Vorhalle mit grätigen Kreuzgewölben. Ungemein charaktervolle Gestalt der stämmigen Sll., die Schäfte stark geschwellt; mächtige Würfelkapitelle und attische Basen in Eckhülsen. Im W waren Türme nicht vorhanden. — Gesamtlänge 72 m. — Jetzt ist nur das Lhs. (mit zerstörtem Lichtgaden) als Kirche im Gebrauch, 1860 sehr nüchtern whgest.; OBau und Vorhalle Ruine, südl. Ssch. abgetragen, die Klostergebäude bis auf wenige Keller verschwunden. — Pietas, Holz, um 1500. — Grabsteine des 16. und 17. Jh.
TALHEIM. Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld.
*Dorf-K.* gut erhaltene typisch rom. Anlage. Bruchstein, die Backsteinteile jünger. Kurzes flachged. Schiff, eingezogener quadr. Chor und 1/2kr. Apsis, im W rck. Sattelturm. Dies ergibt eine 4fache von O nach W steigende Höhenabstufung.
TALLEBEN. Schwarzburg-Rudolstadt LA Frankenhausen.
*Dorf-K.* mit sprom. Chorturm. — *Wohnhäuser* 1541, 1548.
TANN. RB Cassel Kr. Gersfeld.
*Gottesacker-K*. mit großem v. Tannschem Epitaph.
*Stadttor* 1557 rundbogig mit Flankentürmen, geschweifte Hauben.
*Schloß.* Das Portal mit Tannschem Wappen, bez. 1680. Brunnen mit bronzenen Delphinen.
TANNEBERG. K. Sachsen AH Meißen.
*Dorf-K.* E. 15. Jh., im 18. Jh. umgebaut. — Schönes Wandgrabmal von Andreas Walther 1575.
TANNENBERG. K. Sachsen AH Annaberg.
*Dorf-K.* Bmkw. Altarwerk, bez. 1521. Die Gemälde in der Dekoration schon mit Renss.Motiven, von derselben Hand wie die Altäre in Einsiedel und Ehrenfriedersdorf.
TANNENBERG. RB Cassel Kr. Rotenburg
*Burg,* teils Ruine, teils noch unter Dach, der letztere Teil aus 16. und 17. Jh. Dabei 7stöckiger Wohnbau mit ausgekragter Kapellenapside.
TAUBENHEIM. K. Sachsen AH Meißen.
*Dorf-K.* Chor mit Zellengwb. in der Art Arnolds v. Westfalen. Rom. Triumphbg. Im Lhs. bemalte Holzdecke ca. 1650. — Altaraufsatz aus Sandstein mit 4 Reliefs 1606. Reliefierter Taufstein wenig älter.
TAUBENHEIM. K. Sachsen AH Löbau.
*Dorf-K.* 17. und 18. Jh. — Reich an Grabdenkmälern.
TAUCHA. K. Sachsen AH Leipzig.
*Dorf-K.* stattlich nüchterner Predigtsaal von 1772. — Beweinung Christi, lebensgroßes ausdrucksvolles Holzschnitzwerk des 16. Jh.
TAUTENBURG. Sachsen-Weimar VB Apolda.
*Dorf-K.* Schnitzaltar mit gemalten Flügeln.
*Schloßruine*. Erhalten ein trapezförmiger rom. Turm mit Zinnenkranz.
TEICHA. Pr. Sachsen Saalkreis.
*Dorf-K.* einfach rom., breiter Turm mit Satteldach. Got. Sakramentsnische. Spgot. Schnitzaltar, einer von den besseren. Auf dem Friedhof Grabsteine des 18. Jh., bmkw. durch Ornamente und Trachten.
TEICHWEIDEN. Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.
*Dorf-K.*, rom. Anlage, spgot. umgebaut. — Guter spgot. Schnitzaltar.
TEILHEIM. UFranken BA Würzburg.
*Dorf-K.* 18. Jh. mit Chorturm aus M. 13. Jh. Charakteristisches Beispiel für den Formenkampf der Übergangszeit. — Altäre um 1700, auf einem (nördl.) gute lebensgroße Holzfig., Madonna, um 1480, das Kind 18. Jh. — Priestergrabstein 1496. — Kanzel um 1525, früheste Renss.
TEISTUNGENBURG. Pr. Sachsen Kr. Worbis.
Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst.* Die bestehende Kirche 1724, Tonnengwb. mit aufgeputzten Rippen, Nonnenempore, WPortal mit figurengeschmücktem Nischenaufbau. Reste des Kreuzgangs.
TENNEBERG. Sachsen-Gotha LA Waltershausen.
*Schloß.* Im 13. Jh. genannt; wesentl. 16.-18. Jh. Mehrere bar. Deckengemälde.
TENNSTEDT. Pr. Sachsen Kr. Langensalza.
*Pfarr-K.* Kreuzgewölbter aus 8Eck geschloss. Chor 1418 (Inschr.). Das 3sch. Lhs. nach Brand 1659 mit flachen Holzdecken hergestellt.
TETTENBORN. RB Erfurt Kr. Hohenstein.
*Dorf-K.* Turm frgot. E. 13. Jh. Sch. und Chor bezeugen die Fortdauer des got. Stils noch 1608.
TEUTLEBEN. Sachsen-Weimar VB Apolda.
*Dorf-K.* Verhältnismäßig gut erhaltene rom. Anlage; 1sch.; Chorquadrat mit Turm und 1/2kr. Apsis mit der alten Halbkuppel; im W eine Empore auf 2 rippenlosen Kreuzgewölben, der Fußbodenbelag aus Platten mit Tier- und Pflanzen-Ornamenten in vertiefter Zeichnung. Auch sonstiges rom. Detail. — Taufstein 1586, vielleicht nach rom. Muster; prächtige Kanzel hinter dem Altar A. 18. Jh.
THALLWITZ. K. Sachsen AH Grimma.
*Dorf-K.* Chor um 1440, Schiff 1626. — Zahlreiche Denkmäler, meist der Familie v. Holtzendorff.
*Schloß* des 16. Jh., modern ausgebaut. Bedeutender Park in französischer Art 1764.
THAMSBRÜCK. Pr. Sachsen Kr. Langensalza.
*Stadt-K.* Sch. 1669. Der got. Turm im O und über dem Altarhaus; wohl in Nachwirkung einer rom. Anlage. — Großes Renss.Epitaph der Familien v. Berlepsch und v. Haugwitz.
THANGELSTEDT. Sachsen-Weimar VB Weimar.
*Dorf-K.* Rom. OTurm, in dessen Erdgeschoß der Chor. — Altarwerk 1498.
THARANDT. K. Sachsen AH Dresden-A.
*Kirche* charakterlos. In der Sakristei Kreuzigungsgruppe um 1500, temperamentvolle Arbeit eines sonst nicht bekannten Künstlers von selbständiger Physiognomie. Die darunter angebrachte Predella 17. Jh. Ungewisser Herkunft das eingemauerte rom. Portal, von nicht gewöhnlicher Feinheit, um 1220-30. — Tüchtige ikon. Grabsteine 1634, 1667.
*Schloß* 1446 unter Oberleitung Arnolds v. Westfalen (vgl. Meißen) umgebaut, jetzt Ruine.
THEKLA. K. Sachsen AH Leipzig.
*Dorf-K.* aus Granitfindlingen, rom. 12. Jh., Chor rck. Bemalte Bretterdecke 1670, gleichzeitig die Empore mit bemalter Brüstung. — Glocke aus 13. Jh. — Am Abendmahlskelch der Knauf hervorragende Arbeit des 13. Jh., Fuß 15. Jh., Kuppa neu.
THEMAR. Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
*Stadt-K.* beg. 1488; mehrere spätere Umbauten laufen ineinander. 1sch. mit eingezogenem, länglichem, gewölbtem Achteckchor; daneben Turm. Die 2geschossige Emporenanlage von 1541 mit hübsch durchgebildeten Einzelheiten. — Im Chor 4 spgot. Schnitzaltäre mit gemalten Flügeln, der älteste der an der SOSeite.
*Amtshaus* bez. 1665, ansehnlicher Fachwerkbau. — *Wohnhäuser* bez. 1601 (Hintere Stadt 170), 1672 (Römhilder Str. 65). — *Stadtbefestigung* 1457.
THEUMA. K. Sachsen AH Plauen.
*Kirche,* ehem. des Deutschordens. 1sch. Gewölbebau um 1400. — Vierflügeliges Altarwerk A. 16. Jh.
THIERBACH. K. Sachsen AH Plauen.
*Dorf-K.* in großem befestigtem Kirchhof. — Altar und Deckenstuck mit biblischen Darstellungen um 1680.
THIERSTEIN. OFranken BA Wunsiedel.
*Burg.* Umfangreiche Ruine mit hohem Bergfried; zerst. 1553, rest. 1640, verbrannt 1725.
THOSSEN. K. Sachsen AH Plauen.
*Dorf-K.* Vierflügeliges Altarwerk um 1500; über der Predella die liegende Stifterfigur.
THRENA. K. Sachsen AH Grimma.
*Dorf-K.* rom. Anlage. Stattlicher spgot. Schnitzaltar, wohl aus dem Klst. Eiche.
THULBA. UFranken BA Hammelburg.
Ehem. *Benedikt.-Nonnen-Klst.* Gegr. 1127. Das Klst. im Bauernkrieg zerstört. Die rom. Kirche erhalten, stattliche kreuzf. Pfeiler-Basilika. Im Lhs. ein Teil der Stützen ausgebrochen, vielleicht urspr. Stützenwechsel. Rest eines Kreuzganges mit Würfelknaufsäulen. — Rok. Epitaphe.
Ehem. *Propsteihaus* (jetzt Pfarrhaus) 1701; rest. 1736.
THÜNGEN. UFranken BA Karlstadt.
*Protest. K.* Charakterlos verbaut. Thüngensche Grabsteine 18. Jh. *Kath. K.* neu. Auf den neuen Altären bmkw. Reste älterer Plastik, bez. CB 1627.
*Friedhofs-Kap.* neu an Stelle eines sprom. Baues. Zahlreiche v. Thüngensche Grabsteine aus dem. 16. Jh.
*Schloß,* Mischbau, wesentlich 2. H. 16. Jh.
THüNGERSHEIM. UFranken BA Würzburg.
*Dorf-K.* Gotisierend 1602, sprom. Turmunterbau. — Taufstein 1590. Kanzel 1605. Orgel und Chorstühle rok. Bürgerliche Epitaphe des 17. Jh. Kirchhofsmauer mit Gaden. — 3 einfache Tore 1588, 1609, 1751. Altertümliche Straßenbilder. Haus no 260 gefälliger spgot. Bau mit ansehnlicher Zimmerausstattung. An no 188 Madonna um 1520, an no 189 Johannes um 1780. — Zahlreiche (9) Bildstöcke 15.-18. Jh.
*Brunnenhaus* mit schöner Madonna von Riemenschneider.
THURM. K. Sachsen AH Glauchau.
*Dorf-K.* 1729. — Schnitzaltar um 1500. Kelch 1571. Grabmal des Wolf v. Weißenbach, † 1584, von Samuel und Uriel Lorentz aus Freiberg; reicher Aufbau in bedeutenden Maßen, die lebensgroßen Gestalten des Verstorbenen und seiner zwei Frauen gut charakterisiert. Farbiger Marmor mit Vergoldung.
THURNAU. OFranken BA Kulmbach.
*Kirche.* Schlicht rck. Bau um 1700; die ausgezeichnete Deckenstuckatur von derselben Hand wie in der Ordenskirche in Bayreuth. — Großer Kanzelbau, 6 Sll. in perspektivischer Verkürzung. Kanzel auf 2 lebensgroßen Stuckfiguren, Moses und Johannes.
*Marktbrunnen* mit Neptun um 1700.
*Schloß* der Grafen Giech. Ältester Teil, A. 13. Jh., die sog. Kemenate; Treppen-Turm 1591; schöner Erker 1570. Weiter westl. einfacher Renss.-Bau 2. H. 16. Jh. Am Haupthof der Karl-Maximiliansbau und der Hans-Georgenbau 1729-31. Festungswerke z. T. 2. H. 15. Jh. Die Bildhauerarbeiten an Erkern, Wappentafeln usw. stehen nahe den Arbeiten an der Plassenburg.
TIEFENORT. Sachsen-Weimar VB Dermbach.
*Dorf-K.* Wesentl. spgot. Das Innere unterscheidet 7 Bauzeiten. Eingemauert ein rom. Türsturz in flacher Giebelform. Steinkanzel 1550, gotisierend. Grabst. des Grafen Adam v. Bruhlingen, † 1538, in guter fr. Renss. Andere Grabst. 17. Jh.
TIEFENSEE. Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.
*Schloß.* Gut erhaltenes Beispiel eines einfacheren adligen Landsitzes E. 16. oder A. 17. Jh.
TIEFURT. Sachsen-Weimar VB Weimar.
*Dorf-K.* aus 15. und 18. Jh.
*Schloß* ganz bescheidene Anlage von ca. 1760.
TINZ. Reuß j. L. LA Gera.
*Dorf-K.* Mischbau aus 14.-17. Jh. Bmkw. spgot. Schnitzaltar.
*Fürstl. Lustschloß* 1748 ff.
TONNDORF. Sachsen-Weimar VB Weimar.
*Dorf-K.* WTurm rom., Lhs. 1494.
*Burgruine* mit Resten aus 12. Jh.
TORGAU. Pr. Sachsen Kreisstadt.
*Stadt-K. S. Marien* 1484. 3sch. Hallenkirche. Im O Schluß mit 3 polyg. Apsiden, die mittlere durch einen 2achsigen Langchor hinausgeschoben. Kreuzgwbb. auf 8eck. Pfll., im Chor Zellengwb. Doppeltürmige rom. WFront (der STurm bar. erneuert); im Zwischenbau gekuppelte Schallöffnungen, deren Sll. sprom. Knospenkaptt. haben. Got. WEingang und Fensterrosen. Renss. Sakristei. — Hölzerne Kanzel mit Evangelisten 1582. Taufstein 1693. Marmorner Altaraufsatz 18. Jh. — Bronzeplatte der Sophie v. Mecklenburg † 1503 aus der _Vischer_schen Hütte, bez. 1504. Grabst. der Katharina v. Bora, Dr. M. Luthers Ehefrau † 1552, halbrundes bemaltes Relief. Zahlreiche Epitaphe an der Außenwand, darunter das des Baumeisters Konrad Krebs † 1540. — Triptychon bez. 1509. — Lutherporträt in Papiermasse 16. Jh. — Bmkw. Altargeräte. [Ein lange verschollen gewesenes Hauptbild _L. __ Cranachs_ jetzt im Mus. Frankfurt a. M.]
*Alltags-K.* (Militärmagazin.) Spgot. Hallenkirche von 4 Achsen, verlängerter Chor von 3 Achsen, 3/8 Schluß. Die Fenster des Lhs. 3teilig mit Vorhangbg. und überschnittenem Stabwerk, die Chorfenster 2teilig mit rundbg. Maßwerk und Fischblasen. Im Lhs. Netz-, im Chor Zellengwb. — Grabst. 1463.
*Nikolai-K.* (profaniert) frgot. (?) 3sch. Basilika mit interessanten Skulpturresten an den Kapitellen. Im W 2 Türme mit renss. Giebeln und Bischofsmützen.
*Rathaus* große 3flügelige Anlage, ehemals rein renss., wovon jetzt noch der SOGiebel und ein prächtiger Erker.
*Stadtmauer* Bruchstein mit Backsteinzinnen und halbrunden Wichhäusern.
*Privathäuser*: Leipzigerstr. 68 Halle mit Sterngwb.; Breitestr. 354 mit Deckenmalerei am oberen Treppenflur 1556; Renss.Portale häufig, hervorzuheben Schloßstr. 453.
*Schloß Hartenfels*. Spgot. und renss. auf Grundlagen des 13. und 14. Jh. Für die Erscheinung am wichtigsten die Bauzeiten 1533-44 und 1616-23. Mit seinen vielen teils runden, teils viereckigen Türmen und hochragenden Mauermassen gibt das Schloß besonders vom jenseitigen Elbufer eine großartige Wirkung. Das Innere, das ehemals u. a. _Cranach_sche Wandmalereien aufwies, ist durch die Verwendung als Kaserne verdorben. Architektonisch am bedeutendsten, eine Hauptleistung der FrRenss. in Deutschland, ist die Hoffront des 1533-35 von Konrad Krebs erbauten OFlügels. Langgestreckter 4geschossiger Aufbau mit mäßig großen spgot. Vorhangfenstern und einem auf mittlerer Höhe balkonartig vorgekragten Laufgang; von durchschlagender Wirkung als Vertikalkontrast das aus der Mitte vorspringende Treppenhaus; schlichter rck. Unterbau in Höhe des Erdgeschosses mit Altan und doppelter Freitreppe; darauf die eigentliche Wendelstiege im Gr. eines 3/8 geschlossenen Kirchenchors; der Aufbau in Pfll. aufgelöst, zwischen denen die Spirallinien der Stiege auch nach außen sichtbar gemacht sind; Pilaster und Brüstungen mit reichstem FrRenss.-Ornament (aus Elbsandstein von Dresdener Steinmetzen angefertigt); der krönende Giebel folgt der Krümmung des Gr. Das Ganze die renaissancemäßige Umsetzung des analogen Motivs am Schloß zu Meißen; Kenntnis des Schlosses von Blois möglich, doch nicht notwendig. Ein an die NSeite geschobener Erker von höchster Pracht und Feinheit der Dekoration und ein aus der SOEcke aufsteigender schlanker Turm mit offenen Umgängen vervollständigt durch Brechung der Symmetrie den malerischen Gesamteindruck. Das Innere enthielt einen das ganze Hauptschloß einnehmenden Saal von 14 : 70 m. — Schloßkirche 1543-44 von Nickel Grohmann. Von Luther persönlich eingeweiht und tatsächlich »die erste protestantische Kirche«. Die Anlage erklärt sich aber nicht sowohl aus neuen Forderungen des protestantischen Gottesdienstes, als aus der Eigenschaft als Schloßkirche, deren mehrere in dieser Gegend schon E. 15. Jh. ähnlich ausgestattet waren (Ziesar, Wolmirstädt). Die Kirche ist lediglich ein in den NFlügel des Schlosses eingebauter Saal, gleich den übrigen Teilen 3geschossig, was im Innern zur Anlage von Doppelemporen führt; dieselben ruhen auf Flachbögen, die zwischen die einwärts gezogenen Strebepfll. gespannt sind; die Decke ist eine abgeflachte Tonne mit Rippennetz. Kein abgesonderter Altarraum. Die Kanzel am Mittelpfeiler der SSeite. — Der prachtvolle Altaraufsatz stammt aus der Schloß-K. zu Dresden; keine Künstlerbezeichnung; Art der Walther. Eine dekorativ vorzügliche Arbeit die Dedikationstafel mit dem Porträt Luthers zwischen denen der Prinzen Joh. Wilhelm und Joh. Friedrich, gegossen 1545 durch Wolf und Oswald Hilger.
TRAGNITZ. K. Sachsen AH Döbeln.
*Dorf-K.* Spgot. flachged. Schiff mit verhältnismäßig großem Chor. Das Innere im 17. Jh. umgestaltet, mit seiner gemalten Felderdecke, seinen Emporen, Stübchen und Stühlen »wohl das malerischste in Sachsen«. Der Altar 1659 von dem Bildhauer V. Otte und dem Maler J. Richter (vgl. Leisnig).
TRAPPSTADT. UFranken BA Königshofen.
*Schloß* (früher v. Bibra) um 1700. Ein älterer Bau von 1616. Guter, großfiguriger Ofen.
*Dorf-K.* Gleichzeitig mit dem Schloß, mit nicht übler Fassade.
TRAUN. Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.
*Dorf-K.* Der rom. Turm östl. über quadr. Altarhaus.
TRAUSTADT. UFranken BA Gerolzhofen.
*Dorf-K.* Zwei gute spgot. Holzfiguren um 1500 im Stil Riemenschneiders. Stattlicher Hochaltar um 1680.
Ehem. *Schloß* (jetzt Brauerei). Um 1680 unter dem Freih. Voit-Rieneck. Das Innere verwüstet. Im einstigen Festsaal bmkw. Reste einer ernst-pompösen Dekoration in Stuck und Malerei, besonders interessant durch die Zeitstellung, Epoche der ersten Wiederbelebung der Kunst nach dem 30 jährigen Kriege.
TRAUTZSCHEN. K. Sachsen AH Borna.
*Dorf-K.* 1475. WTurm mit 8eck. Obergeschoß und originellem Dach (wohl 17. Jh.). — Bmkw. Sandsteinwandgrab des Burgold Puster † 1567. — Glocke mit Reliefbildern bez. 1462.
TREBEN. Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
*Dorf-K.* um 1450, WTurm A. 13. Jh. — Große Gedenktafel für H. v. Bünau 1600.
TREBEN. Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
*Dorf-K.*, spgot. und modern, rom. Apsis des 11.-12. Jh.
TREBGAST. OFranken BA Kulmbach.
*Pfarr-K.* 1740. Für eine ganze Reihe von Dorfkirchen aus der Zeit des Markgrafen Friedrich typisch und besonders stattlich. Am breiten, flachgedeckten Sch. eingezogener quadr. Altarraum, darüber Turm. Da am Chorbg. noch got. Profile vorhanden sind, wird die Disposition ins hohe Ma. zurückgehen. Sonst ist die Kirche in schönen Quadern völlig erneuert. An den Seiten 2 ansehnliche Portale, bmkw. die Profilierung der Fenstergewände; der Turm 3geschossig, sehr hübsch die Überführung zuerst in ein ungleichseitiges, dann in ein regelmäßiges 8Eck. Das Innere ganz einheitlich erhalten (nur die moderne Färbung etwas störend); ringsum tiefe Emporen, schönes Orgelgehäuse, hervorragend gut stuckierter Plafond, Kronleuchter mit venezianischem Glas, die Kanzel am Aufbau über dem Altar zwischen den Standbildern Petri und Pauli. Das Ganze zwischen Reichtum und Armut in anständiger Mitte, von gebildetem Geschmack, heiter, reinlich; nicht leicht kann für den protestantischen Geist im Zeitalter des Rationalismus ein angemessenerer Ausdruck gedacht werden. — Reste einer prächtig skulptierten renss. Steinkanzel in der Holzlege des Pfarrhauses.
*Pfarrhaus* aus der Zeit der K., gediegener Quaderbau.
*Rochus-Kap.* anscheinend sehr alter Kern, jetzt formlos.
TREBSEN. K. Sachsen AH Grimma.
*Schloß,* 1522 für Hans v. Minckwitz. In bedeutenden Abmessungen. Der mittlere Flügel lehnt sich an einen kolossalen wohl älteren Rundturm; spgot. Giebel; Veränderungen 1783.
TREFFURT. Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen.
*S. Bonifazius-K.* Sprom. ca. 1230-50, unter Einfluß von S. Blasien in Mühlhausen und indirekt von Walkenried. 1sch. kreuzförmige Anlage in schmuckreicher Ausführung; einfacher und etwas jünger, schon stark mit got. Elementen durchsetzt das Chorquadrat und die 3 Apsiden. Chor und Qsch. mit spitzbg. Rippengwbb., Rippenprofile in geschärfter Rundstab begleitet von 2 kleinen Kehlen, schlanke Wanddienste mit Teilungsringen, an den Kapitellen romanisierendes Blatt- und Knospenwerk; Kleeblattpiscinen in der Art derer von Walkenried. Das Lhs. jetzt mit Bretterdecke, Qsch. und Lhs. mit Rundbogenfries, Chor und Apsiden ohne dasselbe. Die Portalnische am nördl. Kreuzarm zur Gewinnung größerer Tiefe halb vorgebaut, 3 Rücksprünge mit Säulen, die eckigen Teile des Gewändes wie der Archivolte mit doppeltem Zickzackstab besetzt; ein nordwestfranzösisches Motiv; soll man an einen von dort kommenden Arbeiter denken? Das Tympanon wird ein Gemälde getragen haben. Der schlichte WBau hat 1866 einen frei erfundenen Aufsatz erhalten; vorher ein Fachwerkgeschoß.
*Rathaus.* Einfacher Renss.Bau mit vortretendem Turm und Freitreppe.
*Burg Normannstein*. Stattliche Ruine; der Rundturm und das zunächst anstoßende, einst durch eine hölzerne Brücke verbundene Gebäude 13. Jh.
TREISBACH. RB Cassel Kr. Marburg.
*Dorf-K.* frgot. 1sch., am 6eck. Chor die Ecken mit 1/2säulenförm. Strebepfll. Kleine Schlitzfenster.
TRENDELBURG. RB Cassel Kr. Hofgeismar.
*Stadt-K.* 2. H. 15. Jh. Unbedeutende Hallenkirche. Kanzel 1633. Wandmalerei, h. Christophorus u. a. Vier Grabsteine 1577-1604.
*Burg.* Wohngebäude und 1 Hauptturm von 1456 umgeben von Gräben und Mauern mit 4 Ecktürmen.
TRENNFELD. UFranken BA Marktheidenfeld.
*Pfarr-K.* um 1614 umgebaut. Epitaphien; an der Außenseite H. von Reinstein † 1349, R. v. Gebstetter † 1540 von P. Dell d. J.; vom selben Enders v. Bibra † 1553.
TREPPENDORF. Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
*Dorf-K.* (ehem. Wallfahrt), rck. Chor mit frgot. Kreuzgwb., Lhs. spgot. und 1756. — Altarwerk um 1480.
TREYSA. RB Cassel Kr. Ziegenhain.
Ehem. *Pfarr-K.* (»Totenkirche«). Um 1230-40 sprom. begonnen; beabsichtigt als Basilika mit flachem Msch. und gewölbten Sschiffen. Von diesem bis zu halber Höhe ausgeführten Bau die ungegliederten rundbg. Arkaden (5 Paare) auf quadrat. Pfll. Etwa 1250 der Stil unter dem Eindruck der Marburger Elisabeth-K. geändert, doch mit Beibehaltung des basilikalen Querschnittes. Die rck. Vorlagen der Pfll. als Bündeldienste umgearbeitet, den Außenwänden Strebepfll. vorgelegt. Die Fenster der Ssch. blieben rom. rundbg., die Hochfenster spitzbg. mit ziemlich ungeschicktem Maßwerk. Einheitlicher der Chor, etwa 1270-80, Quadrat mit 5/8 Schluß. — Aus der SSeite der ganz einfachen WFassade steigt der ebenfalls einfache Turm auf; von Interesse nur die Krönung mit 4 großen Giebeln, ebensoviel diagonal gestellten kleinen und gemauerten 8eck. Helmen. Im Innern das polychrome System noch erkennbar. — Nach dem 1834 begonnenen, dann eingestellten Abbruch Ruine ohne Gwb. und Dach.
*Dominikaner-K.* (jetzt Pfarr-K.). Um 1350. Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche. Der Chor schließt sich dem nördl. Sch. an. Das Sch. mit 8, der Chor mit 3 Jochen und Schluß aus 8Eck. Die Formen tunlichst vereinfacht, nur die Portale reicher. Die abwechselnd 8eck. und runden Schafte ohne Kaptt., die Scheidbgg. im Profil 1/2 8Eck. Über dem Ssch. standen Giebel und quergestellte Dächer. Im Winkel zwischen Ssch. und Chor ein runder Treppen-Turm, der alte Dachreiter zerstört. — Ikon. Grabstein des Hermannus de Wildungen, episcopus [titular.] Scopiensis † 1396, kleinere Nebenfigg. zweier Geistlichen. — Reliefs von gebranntem Ton, Stationsbilder, an den Strebepfl. (15. Jh.). — Bmkw. die Totenleuchte am Treppen-Turm, 2. H. 14. Jh. — Orgelbühne von Holz bez. 1466.
*Spital-K.* zum H. Geist. E. 14. Jh. Rck. mit 3 Kreuzgwbb. und 3/8 Schluß. Das Äußere, ohne Strebepfll., hat in dem an der SWEcke angebrachten zierlichen 7seitigen Baldachin und dem über dem steilen WGiebel aufsteigenden steinernen Glockentürmchen einen eigentümlichen und anziehenden Schmuck. — Blende mit dem in Stein gehauenen Leichnam Christi, schlichte Handwerksarbeit um 1400. — Bei der Rest. 1910 wurden an allen Wänden Spuren von figürlicher Malerei entdeckt.
*Rathaus.* Steinernes Erdgeschoß mit got. spitzbg. Fries. Die folgenden Geschosse Fachwerk 1649. Ungeschickt rest. — *Brunnen* mit kleiner Rolandfig.
*Stadtmauer* an verschiedenen Stellen in voller Höhe erhalten.
TRIEFENSTEIN. UFranken BA Marktheidenfeld.
Ehem. *Klst.-K.* (Augustiner Chorherren), gegr. 1102. Jetzige Kirche erb. 1685 ff., wohl nach dem Risse von Valentin Pezani, von welchem nachweisbar 1696 die Klostergebäude aufgeführt wurden. Was den stattlichen, aber architektonisch nicht gehaltvollen Bau wertvoll macht, ist die in den Jahren um 1780 (die Deckengemälde voll. 1786) hinzugekommene Ausstattung. Die Stuckaturen von Augustin Bossi, ebenso von ihm die prächtigen Altäre und die Kanzel aus Stuckmarmor. Die Altargemälde von Osw. Onghers 1694 f. von der früheren Ausstattung herübergenommen. Die großen Figg. des Hochaltars, das Tabernakel, ferner das Chorgestühl, die Orgel und die Beichtstühle in der Richtung P. A. Wagners, die Deckengemälde von Januarius Zick. Die Tendenzen des frühen Klassizismus haben in dieser vortrefflich erhaltenen Kirche ein Hauptbeispiel. Reduktion der Stuckaturen auf ein Minimum, Ornamentik und Motive der klassischen Architektur und architektonische Funktionen vortäuschend; völliger Parallelismus in der Anordnung, so daß sogar bei der an das Klst. angebauten Nordseite die nicht vorhandenen Fenster durch eingesetzte Spiegelscheiben ersetzt sind; sparsame, aber fein berechnete Anwendung der Farbe im zarten, kühlen Dreiklang von meergrün, weiß und mattgold.
*Klostergebäude,* erbaut 1696 ff., durch Valentin Pezani, mit Verwendung weniger älterer Teile; schmucklos. Jetzt Schloß des Fürsten von Löwenstein-Wertheim-Freudenberg.
TRIESTEWITZ. Pr. Sachsen Kr. Torgau.
*Dorf-K.* 1582. Einheitliche gut erhaltene Barockausstattung, Gestühl, Empore, Decke reich bemalt. Epitaph 1689, 1704.
TRIMBERG. UFranken BA Hammelburg.
*Burg-Ruine.* Erstmals erwähnt 1018. Stammburg eines altberühmten Geschlechtes. Baugeschichtlich sind zwei Perioden deutlich erkennbar. Die Innenburg in der Anlage rom.; jedoch reichen nur mehr der Bergfried und die ihn einschließende Schildmauer in das 12. Jh. zurück. Die beiden Palas 17. Jh. Bering mit Bastionstürmen 15.—16. Jh. Ähnlichkeit in der Gesamtanlage mit der Prozeltener Burg.
TROSSENFURT. UFranken BA Haßfurt.
*Dorf-K.* sprom. 2. H. 13. Jh. Das Schiff im 18. Jh. verunstaltet, gut erhalten der Chorturm mit 1/2rund. Apsis, über dem Quadrium Rippengwb. auf Eckpfll. mit Würfelkaptt. schwerer, gediegener Quaderbau. — Üppige Ausstattung in ländlichem Geschmack, um 1730-50. Anmutige, sorgfältig durchgebildete Madonna, um 1500.
TROSTADT. Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
Ehem. *Prämonstratenser-Nonnen-Klst.* Die Kirche einfaches Rck., in den unteren Teilen rom., in den oberen spgot., jetzt zu landwirtschaftlichen Bedürfnissen eingerichtet.
TRUSEN. RB Cassel Kr. Schmalkalden.
*Dorf-K.* 1744. Emporen mit bibl. Bildern in blau-weiß. — Kindergrabstein 1570. Zinnerne Weinkanne, feine Renss. um 1550.
TÜCHERSFELD. OFranken BA Pegnitz.
2 *Burgen,* geringe Reste.
TÜCKELHAUSEN. BFranken BA Ochsenfurt.
Ehem. *Klst.-K.* Gegr. 1138 von Otto v. Bamberg als Prämonstratenserdoppelklst. 1350 mit Karthäusern besetzt. Beschädigung im Bauernkrieg. Eingreifender Umbau beg. 1613. Im jetzigen Zustand Kreuzanlage mit 1sch. Lhs. Die rom. Anlage nicht mehr sicher festzustellen. Rom. Formen, und zwar schon A. 13. Jh., hauptsächlich an der Außenwand des platt geschlossenen Chores; das große rom. Fenster wird an der Rundung von Zacken, gleichsam einem gebogenen Rundbg.-fries, umsäumt. Das Qsch. hatte an seiner OWand große Apsiden (durch Ausgrabung nachgewiesen); seine Flügel im 14. Jh. durch eingezogene Zwischenwände abgesondert und zweigeschossig geteilt. Die WFassade aus der Juliuszeit, verwandten Charakters mit Dittelbach. Vor der großen ungegliederten verputzten Fläche hebt sich das reiche und kraftvolle Portal in fr. Barockform (bez. 1615) mit großer Wirkung ab; an den Kanten Diamantquadern. Außerdem geben die schweren bar. Giebeldekorationen der Außenansicht das Gepräge. — Großer figurenreicher Hochaltar von Wolfgang Auwera nach 1750. Kanzel um 1720 aus S. Barbara in Würzburg. Bedeutendes Chorgestühl in reicher Rocailledekoration 1746. Schöne Monstranz um 1720.
*Klostergebäude.* Der typische Charakter der Karthause gut erhalten. Der weitläufige Kreuzgang mit 14 abgesonderten Zellen ist so angelegt, daß die Kirche den WFlügel in der Mitte durchschneidet. Vor der Kirche das Verwaltungsgebäude. Der große Hof mit 2 Brunnen von 1715 (polygonale Becken mit Mittelstatuen) gibt ein charaktervolles Architekturbild.
*Pfarr-K. S. Lambert* (profaniert) 1sch. rom. Anlage mit eingezogenem 4eck. Chor. Interessantes rom. Detail.
U
ÜBIGAU. Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
*Stadt-K.* langgestrecktes Rck., Anlage frgot., Backsteinrohbau, Rest. 1681.
ÜBIGAU. K. Sachsen Dresden-N.
*Schloß* 1724 für Graf v. Flemming. Terrassenunterbau; Kernbau von 20 : 13,5 m mit wenigen, aber großen Gemächern; allseitig eine (1726 von Eosander v. Göthe hinzugefügte) 2geschossige Pfeiler- und Bogenhalle, deren der ital. Hochrenss. nahestehende Haltung sich erheblich von der sonst in Dresden üblichen Bauweise unterscheidet; der Garten in wenigen großen streng architektonischen Motiven; erhalten nur die Kindergruppen auf der Brüstungsmauer.
UDER. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
*Dorf-K.* (kath.). Auf rom. Grundlage 1608 umgebaut, Portal 1720. Die Emporen an kath. Kirchen der Barockzeit ungewöhnlich. Einheitliche ungestörte Barockausstattung. Got. Klappaltar.
UDESTEDT. Sachsen-Weimar. VB Weimar.
Große *Dorf-K.,* wesentlich 16. Jh., der seitlich stehende Turm um 1380. — Schnitzaltar 1520 (in veränderter Anordnung) wohl fränkische Arbeit, die bmkw. gemalten Flügel jünger. — Glasscheiben 1594.
UHYST. K. Sachsen AH Bautzen.
Große *Dorf-K.* von 1801, gestrecktes 8Eck mit 3facher Holzempore, Turm an der einen, Sakristei, Kanzelaltar und Orgel an der anderen Längsseite.
ULBERSDORF. K. Sachsen AH Pirna.
*Dorf-K.* Altar, die Gemälde bez. Gottfr. Schaicker 1685 (Reste des got. Schnitzaltars auf dem Kirchboden). 9 Grabplatten E. 16. bis A. 17. Jh., meist derer v. Hermsdorf.
UMMERSTADT. Sachsen-Meiningen. Kr. Hildburghausen.
*Stadt-K.* Das ansehnliche Sch. 1748, spgot. quadr. Chor, darüber Turm.
*Gottesacker-K.* rom. Anlage mit OTurm, im 16. und 17. Jh. umgestaltet. Befestigter Kirchhof.
*Marktbrunnen* 1743.
UMPFERSTEDT. Sachsen-Weimar. VB Weimar.
*Dorf-K.* aus 12. Jh. Der Chor-Turm mit gekuppelten Fenstern. Der Chor frgot. nach O erweitert, platt geschlossen, Staffelgiebel mit Kruzifix. Lhs, 16. Jh. mit Holztonne.
UNSLEBEN. UFranken BA Mellrichstadt.
*Dorf-K.* 1sch. spgot., älter das quadr. Altarhaus mit 1812 erneuertem Turm. — 4 adlige Epitaphe 16. Jh.
*Schloß* (Wasseranlage), guter Typus eines fränkischen Reichsrittersitzes, älteste Bestandteile vielleicht noch rom., wesentlich jedoch renss. und bar. Einige getäfelte Zimmer mit ornamentaler Bemalung 16. Jh.
UNTERDÜRRBACH. UFranken BA Würzburg.
*Dorf-K.* um 1800. Gleichzeitige Ausstattung. Auf dem Hochaltar bmkw. Kreuzgruppe von Peter Wagner.
UNTERERTHAL. UFranken BA Hammelburg.
*Pfarr-K.* Im Mauerwerk rom,, 12. Jh.; im 16. Jh. verändert. Drei Renss.-Epitaphe der Familie von Erthal, einer bez. H R 1554. Werke des gleichen Meisters kommen in der Gegend öfters vor (Thüngen, Windheim, Hammelburg).
UNTERESSFELD. UFranken BA Königshofen.
*Dorf-K.* Für die Gegend bezeichnender Spätbarockbau (1699). Reiche Fachwerkhäuser und charakteristische *Hofanlagen* mit skulptierten Toren, meist in schwerem Spätbarock.
UNTERGREISSLAU. Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.
*Dorf-K.*, vielleicht zu dem im 13. Jh. erwähnten, dann verschollenen Nonnenkonvent gehörig. Sprom. Apsis, durch schlanke Halbsäulen gegliedert, Sockel und Fenstergewände fein profiliert; desgl. Portal.
UNTERHOHENRIED. UFranken BA Haßfurt.
*Kath. Pfarr-K.* 1816. Zentralbau mit dorisierender Vorhalle und Giebel.
*Prot. Pfarr-K.* 1sch. Bau des 15. Jh., im 18. verändert. — Wertvoller Schnitzaltar A. 16. Jh. Glocke 14. Jh. Eine zweite 1510.
UNTERLAUTER. Sachsen-Coburg LA Coburg.
*Kirche* 1740, hohe Kirchhofsmauer mit Schießscharten 16. Jh.
Ehem. *Herrenhaus* mit Wappenstein 1517.
*Brunnenhaus* 1510 und 18. Jh.
UNTERLEINACH. UFranken BA Würzburg.
*Dorf-K.* Gotisierend A. 17. Jh. — Hochaltar 1743 von Benedikt Schlecht.
UNTERLEITERBACH. OFranken BA Staffelstein.
*Pfarr-K.* 1439-52, umgebaut im 18. Jh. — Kanzel 1590. Großes Grabmal für L. v. Schaumburg von Hans Werner 1588. Großer Altar mit Reliefflügeln aus der Nürnberger Schule um 1500.
UNTERMASSFELD. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
*Wasserburg* 1538. Starke Ringmauer mit runden Bastionstürmen, ähnlich Bibra, einer bez. 1669.
UNTERMERZBACH. UFranken BA Ebern.
*Schloß* (ehem. v. Rotenhan) 1534; Umbauten 1604 und im 18. Jh. Große bar. Terrasse (früher anschließend der Garten) hebt die schon von Natur schöne Lage.
UNTERMHAUS. Reuß j. L. LA Gera.
*Kirche* einfach got. M. 15. Jh.
*Fürstl. Residenzschloß Osterstein,* einst Grenzveste gegen die Slawen, der kolossale Bergfried mit 4 m Mauerstärke. Jetzt wesentl. 1686-1735; die Schloß-K. 1752. Das Äußere, wie an den übrigen thüringischen Fürstenschlössern der Zeit (Weimar, Altenburg, Eisenberg, Saalfeld, Weißenfels usw.) ganz anspruchslos; etwas aufwändiger die Innenräume; bmkw. Stuckdecken.
UNTER-NEUBRUNN. Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
*Dorf-K.* 1490, erweitert 1723.
UNTERPLEICHFELD. UFranken BA Würzburg.
Rest eines ehem. Grumbachschen *Schlosses.*
UNTERREICHENBACH. RB Cassel Kr. Gelnhausen.
*Dorf-K.* Schon 810 erwähnt; jetziger Bau 1748. — Doppelgrabstein zweier Gräfinnen v. Weilnau 1364.
UNTERRISSDORF. Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
*Dorf-K.* rom. Der Turm, wie in dieser Gegend häufig, ohne Tür, d. h. zur Verteidigung eingerichtet; durch 2 Rundbgg. mit dem Sch. verbunden, an den Kämpfern rom. Ornamente, Seitentür mit rom. Tympanon.
UNTERRÖBLINGEN. Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
Beispiel einer größeren rom. *Dorf-K.* Sch. rck. mit 3 Fenstern und 2 Türen; im W niedriger Turm, gegen das Sch. in 2 Arkaden geöffnet; quadr. Vorchor und 1/2kr. Apsis. — Eine ähnliche Kirche in Ober-Röblingen.
UNTERSIEMAU. Sachsen-Coburg LA Coburg.
*Kirche* spgot. 16. Jh. Die 3geschossigen Emporen 17. Jh., Gemälde der Flachdecke (apokalypt. Reiter) 18. Jh. — Ikon. Grabstein 1557.
*Schloß.* Das obere 2. H. 16. Jh., erhöht 1682; das untere 16. Jh. mit neuklassischem Saal.
*Pyramide* zum Gedächtnis der goldenen Hochzeit des Herzogs Ernst Friedrich 1799.
UNTERSTEINACH. OFranken BA Stadtsteinach, BA Bamberg II, BA Bayreuth.
*Pfarr-K.* Schiff sprom., netzgewölbt 1506. Turm 1715. Kanzel und Altar in schöner Schnitzarbeit 1631.
UNTERSUHL. Sachsen-Weimar VB Eisenach.
*Dorf-K.* 1615. Merkwürdigerweise ein Rundbau, Altarhaus in 3/4kreis ausgebaut, innen ringsum Emporen, origineller Dachhelm.
UNTERTHERES. UFranken BA Haßfurt.
*Pfarr-K.* 1730. Flachdecke mit Stuckdekoration. Altäre gegen 1760.
UNTERWEID. Sachsen-Weimar VB Dermbach.
*Dorf-K.* 1719. OTurm von alter Anlage. — Ummauerte Dorflinde, bez. 1578.
UNTERWEISSBACH. Schwarzbg.-Rudolst. LA Königsee.
*Dorf-K.* 1767. Gut erhaltenes Altarwerk, Saalfelder Arbeit von 1510.
UNTERWELLENBORN. Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
*Dorf-K.* rom. E. 12. Jh., nicht allzu stark verändert, das Innere mit bar. Emporen gefüllt. — Schnitzaltar 1512, die Figuren ungewöhnlich groß.
UNTERWÖLLNITZ. Sachsen-Weimar VB Apolda.
*Dorf-K.* 1743. Bäuerlicher Zentralbau.
UNTERZELL b. Würzburg s. Zell.
UTENBACH. Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
*Dorf-K.* von typisch rom. Anlage: Lhs. kurzes Rechteck, eingezogener quadr. Chor turmtragend, 1/2kr. Apsis. In den Einzelheiten der ursp. Stilcharakter verwischt.
UTENBACH. Sachsen-Weimar VB Apolda.
*Dorf-K.* Lhs. und OTurm (jetzt Mitte) mit gutem rom. Detail, nach dem zu urteilen die Kirche die bedeutendste des Bezirkes war; übel verunstaltet und verbaut.
UTTERSHAUSEN. RB Cassel Kr. Fritzlar.
*Dorf-K.* Chor 1520, Sch. 1767. — 2 Sandsteinreliefs, S. Georg und Kreuztragung, spätestgot.; das letztere jetzt als Vorderwand vorn im Altar eingemauert.
ÜTTINGEN. UFranken BA Marktheidenfeld.
*Pfarr-K.* 1730 mit beachtenswertem Ölgemälde, bez. _J. J. __ Siecht_ 1621.
V
VACHA. Sachsen-Weimar VB Dermbach.
*Stadt-K.* Vom ma. Bau erhalten der WTurm mit rohem sprom. Portal und kleinen frgot. Fenstern. Obergeschoß 16. Jh. — in der Sakristei 2 Bildnisgrabsteine 1621; sorgfältige Kostümbilder.
*Klst.-K. der Serviten.* Der allein erhaltene Chor um 1400 dient als Friedhofs-K. — Wandgemälde E. 15. Jh. (rest.). Rittergrabsteine v. Mansbach 1483, v. d. Tann 1424.
*Haus Widemark,* sehr stattlicher Fachwerkbau auf steinernem Erdgeschoß, erb. 1613 von Hans Weber aus Hersfeld in hessischem Charakter. Die innere Ausstattung z. T. erhalten. — Auch sonst mehrere gute *Fachwerkhäuser,* namentlich das ehem. Rathaus. (1878 brannten 64 Wohnhäuser ab.)
Der *Brunnen* von 1613 mit S. Veitsstatue wird zu den schönsten in Thüringen gerechnet.
*Stadtbefestigung* in beträchtlichen Teilen erhalten. — In der Nähe die vorgeschichtliche *Burg Oechsen*.
VACHDORF. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
*Dorf-K.* inmitten der Ringmauer einer ehem. Wasserburg. Kirche nach 1626. Einfache, ansprechende Ausstattung aus derselben Zeit.
VARGULA. Pr. Sachsen Kr. Langensalza.
*Dorf-K.* Einfach got. 1434. Steinerne Moseskanzel 1609.
VEITHÖCHSHEIM. UFranken BA Würzburg.
*Pfarr-K.* von 1690 mit sprom. Turm. Ausstattung aus der gleichen und der nächstfolgenden Zeit.
*Friedhofs-Kap.* einfach rom. 12. Jh., Veränderung 1589. — Gute Bar. Plastik.
*Schloß.* Erste noch bescheidene Anlage für Fürstbischof v. Dernbach, (1680-82). Der Kavalierbau neben der Kirche 1748. Erweiterung des Schlosses durch Pavillonanbauten 1753, nach Plänen von Neumann. Im Treppenhaus bmkw. Skulpturen von P. Wagner um 1770. Die hübsche, doch nicht bedeutende Ausstattung der Zimmer rok. und klassizistisch. — Den Ruhm Veithöchsheims machen die ausgedehnten Gartenanlagen des Fürstbischofs Adam Friedrich von Seinsheim 1763-75 (Leiter, doch kaum Erfinder, der Bauamtmann Geigel). Der kleinere ältere Teil liegt in der Achse des Schlosses, der jüngere seitlich, Verbindung durch Terrassen. — Die räumliche Ausdehnung nicht sehr groß (der untere Garten 300m lang, 200 m breit), viel Wasser als Springbrunnen, Becken und See, ganz verschwenderisch reich die plastische Dekoration, in der Veithöchsheim unerreicht ist. Sie verteilt sich auf 3 Künstler (mit Gehilfen): Auwera, noch in bar. Tradition (Figg. des Schloßparterres, Neptun an der nördl. Gartenmauer), Dietz, ein leichtsinniger, überbeweglicher Rokokogeist (der sog. Helikon im großen See, die große Orpheusgruppe mit den Tieren, die koketten Allegorien in halb idealer, halb modischer Tracht), P. Wagner, ein gediegener Vertreter des eigentlichen Zopfes, d. h. des Überganges vom Rok. zum Klassizismus (große Ruinenkaskade mit Neptun, Ceres, Saturn). Wagner arbeitete über 1775 hinaus. — Obschon der Eindruck der Vegetation heute ein erheblich anderer, als der gewollte, und auch die Einteilung nicht ganz intakt ist, bleibt uns der Garten von Veithöchsheim einer der anschaulichsten Vertreter der Gartenkunst des 18. Jh., die wir noch haben.
VEITLAHM. OFranken BA Kulmbach.
*Pfarr-K.* 1597. In origineller Weise gotisierend. Flachged. Lhs. mit eingebautem Treppen-Turm. — Gute ikon. Grabsteine der Herren v. Künsberg 16. und 17. Jh. _Bronzeepitaph _ 1551 gegossen von Kunz Neilich. — Befestigter Kirchhof.
VEITSBERG. Sachsen-Weimar VB Neustadt.
*Kirche.* Ältester Bestandteil der OSchluß des nördl. Ssch., vielleicht von einem Bau des 11. Jh. (Lehfeldt vermutet Burgkapelle der Grafen v. Gleisberg) und in diesem Fall der älteste erhaltene kirchliche Bau im thüringischen Vogtland. Das Kreuzrippengewölbe unmöglich von 974 (Lehfeldt nach Mothes); immerhin ist die Konstruktion altertümlich, indem der eine Diagonalbg. durchgeht (von NO nach SW), der andere in zwei Armen gegen ihn stößt. — Die übrigen Teile der K. zeigen eine verworrene Folge von Erweiterungen und wiederum Reduktionen: sprom., hochgot., spgot. — gAltarwerk um 1480. Außen an den Streben Reliefs aus der Passion (nach Lehfeldt um 1360, nach Mothes um 1170). — Got. Wandmalerei am Triumphbg. und am Chorgwb. — Glasbilder in den Chorfenstern nach Lehfeldt um 1210 (?).
VESSRA. Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.
*Kloster-K.* (Prämonstrat.) Ruine. Gegr.1131, Brand 1201 kaum von umfassend zerstörender Wirkung. Kreuzf. flachged. Basilika mit strenger Quadratur in den Abmessungen des Gr. und Triangulatur des Querschnittes. Lhs. 32 : 16 m, 9 Arkaden auf schlichten quadr. Pfll., am Sockel attisches Profil, am Kämpfer Schmiege mit Schachbrettmuster. Die Fenster des südl. Ssch. rundbg. und einfach abgeschrägt, die des nördl. Ssch. got. erweitert. Der westl. Vierungsbg. auf Kragsteinen. Gegen N und S sind keine Vierungsbgg. vorhanden. Der quadr. Vorchor mit 1/2kr. Apsis und die 1/2kr. Nebenapsiden zerstört, doch in den Fundamenten zu erkennen. Keine Krypta; (die Gewohnheiten der Prämonstratenser in dieser Hinsicht dieselben wie die der Hirsauer und später der Cistercienser). Pfll. und Bgg. in Sandsteinquadern, Mauern in Bruchstein. — Der WBau wohl nach dem Brand von 1201. Zwei vierseitige Türme flankieren die rck. Vorhalle; Kreuzrippengwbb.; Rippenprofil rck. mit vorgelegtem Plättchen und leicht geschärftem Rundstab; auf Ecksäulchen mit dekorierten Würfelkapitellen ruhend. Nach außen öffnet sich die Vorhalle in einer weiten rundbg. Arkade, in das Schiff führt ein reiches, dreifach abgetrepptes sprom. Portal. Die Fassade beginnt mit energisch profiliertem Sockel. Die wagerechte Teilung durch Gesims und Bogenfries entspricht der Höhenabstufung der Schiffe; schmälere und breitere Lisenen vollenden die wohlproportionierte, von keinen Fenstern unterbrochene Flächengliederung. Hierauf folgt in anderem Material je ein freistehendes Turmgeschoß mit spitzbg. Blenden und ein Zwischenhaus mit Satteldach, an der niederen Wand eine rundbg. Arkatur. Die Obergeschosse aus späterer got. Zeit und in schlechterer Technik. Am nördl. Qsch. die Begräbniskap. der Grafen v. Henneberg, gew. 1182; die Bestimmung der analog im S errichteten ist ungewiß; vielleicht die 1149 gew. Abtkapelle S. Georg? — Rom. Taufstein, breite Schale mit säulenartigem Fuß. — In der Klostermauer eine Torfahrt; das Gewände dreifach abgetreppt und mit Sll. ausgestellt, die Bg.Läufe mit Zickzackornament in rck. Umrahmung; eine daneben befindliche kleinere Tür vermauert. Die jetzige Schmiede wird als ehemalige Pförtnerei gedeutet.
VIERZEHNHEILIGEN. Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
*Dorf-K.*, früher Wallfahrt, geräumiger Bau aus M. 15. Jh.
VIERZEHNHEILIGEN. OFranken BA Staffelstein.
*Wallfahrts-K.* und *Cistercienserpropstei*. Beg. 1743 von Balthasar Neumann; nach seinem Tode (1753) genau in seinem Sinne weitergeführt; voll. 1772. — Die immer weiter ausgreifende Phantasie des großen Rokokomeisters wagt in diesem Alterswerk ein Äußerstes. Zwar die Außenansicht verrät noch nichts Ungewöhnliches; sie scheint einer kreuzförmigen Basilika zu entsprechen. Aber das Innere ordnet sich keiner einzigen bekannten Raumkategorie ein. Es ist möglich, daß Neumann die erste Anregung von der benachbarten Klosterkirche Banz empfangen hat; nur erscheint Dientzenhofers Kühnheit im Vergleich mit dem, was hier unternommen wurde, schüchtern. Der erste Anblick läßt das geometrische Prinzip, nach dem die Gewölbe und ihre Stützen geordnet sein könnten durchaus im Unklaren. Die Gerade kommt nur vor, wo sie statisch unvermeidlich ist, d. h. als Senkrechte an Pfeilern und Säulen; alle zur Grundfläche parallel laufenden Linien sind Kurven, und zwar Kurven zweiter Ordnung, ebenso die Gewölblinien. Nach und nach entdeckt man dann folgendes (vgl. den Gr. bei Dohme und Gurlitt): Auf der M. der Längsachse steht der Gnadenaltar der vierzehn Nothelfer; über ihm eine ovale Flachkuppel, von Freipfll. mit vorgesetzten kolossalen korinth. Sll. getragen; hieran schließt sich nach der Längsachse im O und W je ein kleineres Oval; wo sie sich mit dem mittleren tangieren, werden Querachsen gebildet; eine kürzere, an die Umfassungsmauer des Lhs. reichende im W; eine längere, auch nach, außen als Qsch. sich geltend machend, zwischen dem Hauptoval und dem Choroval. Diese Figuren werden jedoch nur in den Gewölben selbst erkennbar, die Grundrißstellung der Stützen bringt von ihnen nur Segmente zur Erscheinung. Sodann gibt es keine zusammenhängenden Kämpferlinien, da über allen Intervallen Stichkappen in die Kuppelflächen eingreifen. An den Kreuzungspunkten der beiden Querräume mit dem Längsraum, wo man sonst eine zusammenhängende Form oder eine Höhensteigerung zu finden gewohnt war, fliehen sich hier die Gewölbelinien und sinken sie ein. Im Sinne der Hochrenss. wäre dies alles barbarische, antiarchitektonische Willkür; was Neumann sucht, ist die Poesie des Geheimnisvollen. Leider hat der Meister in seinem abstrakt gewordenen Denken durch einige schwere Fehler sein eigenes Werk gestört. Die ganz entsetzliche Gestalt der Nebenräume, in denen man auf der einen Seite gerade Linien, auf der anderen unverständliche Kurven hat, mag noch hingehen. Unentrinnbar störend sind aber die Fenstereinschnitte, die völlig außer Zusammenhang mit dem inneren Rhythmus das Bild an zahllosen Stellen durchlöchern. Sie sind es auch, die keinen vollen Genuß an dem für sich sehr harmonischen Kolorit der prachtvollen Verkleidung mit Marmorstuck aufkommen lassen. — Die Frage, ob diese Architektur dem Bar. oder dem Rok. zuzuzählen sei, ist müßig. Entschiedenen, programmatischen Rokokocharakter haben aber die Altäre, soweit sie von Neumann selbst herrühren, vor allem der zentrale Gnadenaltar; an ihm ist jeder Anklang an die architektonische Form vermieden. Nicht ganz so extrem die Seitenaltäre von J. M. Feichtmayer. Das Hochaltarblatt und sämtliche Fresken von Giuseppe Appiani (mehrere nach dem Brand 1835 erneuert). — Die Fassade bildet in der Mitte eine vorspringende Kurve und wird von zwei von unten auf 8eck. Türmen begleitet; zum Ruhme des Meisters kann sie nicht beitragen.
VIESELBACH. Sachsen-Weimar VB Weimar.
*Dorf-K.* wesentlich 17. Jh. — Kanzelbau 2. H. 18. Jh., die Figuren aus spgot. Altarwerken.
VITZENBURG. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
*Schloß* 2. H. 16. Jh. Portal bez. 1574. Verlorene Inschr. von 1587 gab den Baumeisternamen Nickel Delitzscher. NFlügel 1694. Treppenpavillon 1767. Alle Einzelheiten stark rest.
VOIGTSBERG. K Sachsen AH Ölsnitz.
Große *Burg,* im jetzigen Zustande ohne kunstgeschichtliches Interesse.
VOLKACH. UFranken BA Gerolzhofen.
*Stadtpfarrk.* 1sch. spgot. Kirche mit polyg. geschl. Chor (Baubeginn 1413) mit spgot. Netzgewölbe und urspr. 3sch. Lhs. (um 1474), das im 18. Jh. durch Herausschlagen der Pfll. und Einziehung einer stuckierten Spiegeldecke 1sch. umgestaltet wurde. Das Äußere besitzt reiche spgot. Gliederung. Details in der Art des Meisters Hans Bock (Dommeister um 1500 in Würzburg), der um 1512 erwähnt wird. Turm nördl. vom Chor mit Bar.Aufbau (an der Galerie Inschr. 1694) und Kuppel. — Einrichtung Rok.; Würzburger Charakter um 1750. — Taufstein um 1600 mit Wappen. — Pietas Gußstein, südbairischer Import um 1420. — Reiche Paramente des 17. und 18. Jh.
*St. Michaels-Kap.* Vor dem Südtor. Tympanon um 1400-1420; Krönung Mariä.
*Wallfahrts-K.* auf dem Kirchberg. 2. H. 15. Jh., 3sch. geplant, jetzt 1sch. — Im Hochaltar Pietas (Gnadenbild); um 1380-1400 mit Resten der alten Fassung. — Rosenkranzmadonna um 1500; hervorragende Arbeit, wohl mit Recht Riemenschneider zugeschrieben. Epitaphe 16.-17. Jh. Überreste einer lebensgroßen Wachsgruppe, einen Ritter und dessen Frauen darstellend; erhalten nur einige Köpfe und der Holzkern. Großes Steinkruzifix bez. TK (Thomas Kistner) 1555. — Am Weg zur Kirche drei spgot. Reliefs, Stationsbilder (1521). — 2 Glasfenster mit Stifterbildern (Schwarzenberg) jetzt im Rathaus, um 1450-80.
*Rathaus.* Renss.Bau mit Freitreppe (1544).
*Amtsgericht.* Guter Renss. Bau um 1600; eine schöne Kassettendecke.
Behäbige *Bürgerhäuser,* spbar. und rok. — Eine hervorragende Leistung des Würzburger Spätbar. Greisingscher Richtung das »Schelfenhaus«. Stuckierte Zimmer. Reicher und ansehnlicher, großfiguriger, schwarz glasierter Kachelofen um 1700.
Von der *Stadtbefestigung* stehen noch 2 Tore; spgot. in der Anlage, mit hübschen Renss.Giebeln.
VOLKENRODE. Sachsen-Gotha LA Gotha.
*Klst.-K.* Beg. 1131, gew. 1150. Teils verfallen, teils dürftig wieder hergestellt. Ursp. regelmäßige Kreuzbasilika. Quaderbau. Hauptapsis erhalten, Nebenapsiden untergegangen. Am Triumphbogen abgebrochene Pfeilervorlagen (für Triumphkreuz). Reste des Kreuzgangs rom. und got.
VOLKERODE. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
*Dorf-K.* Ansehnlicher Bar.Bau, wohl von demselben Meister wie Geisleden.
VOLKERSBERG. U Franken BA Brückenau.
*Einsiedelei* von 1113 zum Klst. erweitert 1661.
VÖLKERSHAUSEN. Sachsen-Weimar VB Dermbach.
*Kirche* 1731. Typisch protest. Emporensaal, über dem Altar Kanzel und Orgel.
*Schloß* der Frh. v. Stein. 1. H. 18. Jh. Teile der ersten Einrichtung erhalten.
*Oberförsterei* 1613. Mehrere Häuser in geschnitztem Fachwerk.
VOLKMARITZ. Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
*Dorf-K.* Im W rom. Turm, türlos gegen das Sch. in 2Rundbgg. geöffnet, im Obergeschoß gekuppelte rom. Fenster (vgl. Unterröblingen).
VOLKMARSEN. RB Cassel Kr. Wolfhagen.
*Pfarr-K. S. Maria.* Frgot. 2. H. 13. Jh. Hallenkirche mit quadr. Chor und vortretendem WTurm. Msch. doppelt so breit wie die Sschiffe, 3 Joche, starke Rundpfll. mit 4 alten und 4 kurz ausgekragten jungen Diensten, reiche Laubkaptt. Die Gurtbgg. rck. mit vorgelegtem Rundstab, Kreuzrippen mit Birnstab. An der N- und SSeite je ein Portal; das südl. sehr reich und zierlich, Marienstatue im Tympanon, Petrus und Paulus unter den Fialen des Wimpergs. Ein drittes Portal am Turm, im Tympanon thronender Heiland. Einfache Strebepfll. mit wagerechtem Abschluß zur Aufnahme der Wasserausgüsse. Der Turm mit spgot. Obergeschoß und welscher Haube. — Zwei Wandtabernakel, E. 13. und E. 14. Jh.
*Holzhäuser* des 16. und 17. Jh.
*Stadtmauer* im SO erhalten.
VOLSBACH. OFranken BA Pegnitz.
*Pfarr-K.* um 1470. Die Strebepfll. am Chor in reicher Behandlung. Innendekoration 1680.
W
WABERN. RB Cassel Kr. Fritzlar.
*Lustschloß* 1704, im Innern umgebaut ca. 1770 von S. L. Du Ry (jetzt Strafanstalt). 3 Gebäude in Hufeisenstellung, durch Galerien verbunden.
WACHAU. K. Sachsen Dresden-N.
*Dorf-K.* ma. Ursprungs, 1689 umgestaltet.
*Schloß* seit 1730 für Graf Schönfeld. Großartige Vestibül- und Treppenanlage, sonst von der alten Innendekoration nichts erhalten.
WACHSENBURG. Sachsen-Gotha LA. Gotha.
*Burg* (eine der »drei Gleichen«). Nach 1710 zur Festung eingerichtet. Die ma. Teile (gekuppeltes rom. Fenster) sehr entstellt.
WÄCHTERSBACH. RB Cassel Kr. Gelnhausen.
*Stadt-K.* mit WTurm von 1519.
Isenburgisches *Schloß,* bedeutende ehem. Wasserburg mit 4 Ecktürmen, von denen 2 erhalten. Aus der 2. Bauperiode um 1525 die zierlichen Erker am WTurm. Dritter Umbau um 1650.
WAHLHAUSEN. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
*Dorf-K.* Umbau von 1718. Kanzelaltar und umfängliche Emporen machen den evangel. Charakter in dem sonst kathol. Kreise sofort kenntlich. Die Decke und alle Holzteile 1775 von dem Schullehrer geschickt ausgemalt. Grabsteine der Herren von Hanstein.
WAHREN. K. Sachsen AH Leipzig.
*Dorf-K.*, frgot. Kernbau. Taufstein aus 13. Jh. Hübsches geschnitztes Lesepult E. 15. Jh. Beschläge der Türflügel, naive dörfliche Kunst, könnte ins 13. Jh. hinaufreichen.
WAEHRSDORF. K. Sachsen AH Zittau.
*Dorf-K.* 1713. Orgel mit reizendem Rokokoschnitzwerk 1766, stimmungsvolles Grabmal 1798.
WAISCHENFELD. OFranken BA Ebermannstadt.
*Pfarr-K.* um 1450. Der Chor 1550 got. erneuert, 1750 die ganze Kirche überarbeitet.
WAITZENBACH. UFranken BA Hammelburg.
*Schloß.* Malerische Wasseranlage. Hauptbau 1570, die Kuppeltürme an den Ecken um 1680.
WALBECK. Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.
*Kloster* gegr. 992. Die Kirche fast spurlos verschwunden, ihr Material wahrscheinlich in das jetzige Schloß verbaut, in dem der alte Klosterkreuzgang noch erkennbar. Rittergrabstein mit eingeritzter Fig. um 1300.
WALDAU. Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.
*Dorf-K.* 1601 wie Hinternah.
WALDAU. RB Cassel Kr. Cassel.
*Kirchturm* spgot. 16. Jh. Der 8eck. hölzerne Helm von 4 ausgekragten Ecktürmchen umgeben.
WALDBÜTTELBRUNN. UFranken BA Würzburg.
*Dorf-K.* bar. — Krönung Mariä, Holzgruppe, um 1500, nicht aus der Werkstatt Riemenschneiders, doch ihr verwandt.
WALDENBURG. K. Sachsen AH Glauchau.
*Stadt-K.* spgot. ursp. 1sch., dann ein zweites Schiff im S angebaut. — Wandgrab des Hugo v. Schönburg † 1566, vom Dresdner Bildhauer Chr. Walther, das bedeutendste Werk dieser Gattung in Sachsen vor dem Auftreten Nossenis (vgl. auch Penig).
WALDHEIM. K. Sachsen AH Döbeln.
*Schloß-K.* E. 16. Jh. Rck. mit polyg. Schluß. Reiches Netzgwb. Die Strebepfll. als Halbzylinder ausgebildet. Fenster rundbg. mit got. Maßwerk. — Altar 1594 von Joh. Maria Nosseni, 1716 umgestaltet.
WALDKIRCHEN. K. Sachsen AH Auerbach.
*Dorf-K.* mit rom. Portal, alte Beschläge.
WALDSTEIN. OFranken BA Münchberg.
*Burgruine.*
WALLDORF. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
*Dorf-K.* Kirchhofsbefestigung mit 5 Türmen. Der größte ist Bergfried der ehem. Burg. Kirche E. 16. Jh. Bildnisstein der Marschalk v. Ostheim.
*Synagoge,* aus einer Scheune umgebaut, Ausstattung 1789. — Mehrere sehr ansehnliche *Fachwerkhäuser*: Schmiede 1592, das »rote Haus« um 1600, Gasthaus zum freien Ritter (Herrenhaus v. Marschall) 1697.
WALLENBURG s. Auwallenburg.
WALLENSTEIN. RB Cassel Kr. Homberg.
*Burgruine* mit hohem Rundturm und erheblichen Resten der Ringmauer.
WALLRODA. K. Sachsen AH Dresden-N.
*Dorf-K.* ohne Interesse. — Schnitzaltar A. 16. Jh. Taufbecken aus Sandstein feine renss. Arbeit um 1650. Die Orgel das erste Werk J. G. Silbermanns.
WALSDORF. OFranken BA Bayreuth.
*Kirche.* Schönes Denkmal des Vizekanzlers Reuß 1599.
WALTERSHAUSEN. Sachsen-Gotha Amtsstadt.
*Stadt-K.* 1723, zentral abgeecktes Quadrat, Emporen über Pfll. in ellipt. Grundstellung. Turm 1458. Schnitzaltar A. 16. Jh.
WALTERSHAUSEN. UFranken BA Königshofen.
*Schloß.* Erb. um 1540, verändert 1720. Aus 16. Jh. ein Saal mit bemalter (allegor. Figg.) Holzdecke.
WANDERSLEBEN. Pr. Sachsen Kr. Erfurt.
*Dorf-K.* Erweiterung eines rom. Baus. — Spgot. Schnitzaltar.
*Gasthaus*. Fachwerkbau aus 16. oder 17. Jh. — *Gehöft* mit Jahreszahlen 1541-1605. — *Burg Gleichen,* ausgedehnte Ruine mit rom. Kapelle.
WANFRIED. RB Cassel Kr. Eschwege.
*Rathaus,* früher Landgräfl. Rotenburgsches Schlößchen aus dem E. d. 17. Jh. Oberstock — reicher Fachwerkbau; Innenräume noch mit alten Tapeten usw.
*Gasthaus* zum Schwan mit reich skulptiertem, jedoch z. T. zerstörtem großem Steinportal aus dem A. des 17. Jh.
WANGENHEIM. Sachsen-Gotha LA Waltershausen.
*Dorf-K.* spgot.; 9 Grabsteine der Familie v. W. (vgl. Sonneborn).
WARTBURG b. Eisenach Sachsen Weimar.
Gegr. höchst wahrscheinlich von Ludwig d. Springer um 1070. Die ältesten erhaltenen Baulichkeiten stammen erst aus dem Ende der rom. Epoche. Im 13. und 14. Jh. war die Wartburg Residenz der Landgrafen von Thüringen und Markgrafen von Meißen. Im 15. Jh. in Verfall. M. des 16. und A. des 17. Jh. zu Wohnzwecken whgest. Seit Beginn des 18. Jh. wieder dem Verfall überlassen. Im Verlaufe des 18. Jh. wurden alle alten Gebäude abgetragen mit Ausnahme des Landgrafenhauses und des hinteren Bergfrieds in der Hauptburg, des Ritterhauses und der Vogtei samt den überdeckten Mauergängen in der Vorburg. 1838-1867 umfangreiche Restaurierung der erhaltenen und völlige Neuerbauung vieler der früher abgetragenen Baulichkeiten unter Großherzog Carl Alexander von Weimar durch Prof. Hugo v. Ritgen aus Gießen. Als Ziel schwebte bei der Wiederherstellung vor, die Wartburg in der Erscheinung wiedererstehen zu lassen, die sie im 12. Jh. gehabt hatte.
*Mittelalterliche Bauten*: 1. Das Landgrafenhaus, Palas, großes dreigeschossiges Wohngebäude aus Sandstein. Berühmt als besterhaltener rom. Palasbau auf deutschem Boden, aber in wesentlichen Teilen und nicht durchweg richtig restauriert. Die Außenwand steht auf der Ringmauer. Die Hofseite als Schauseite reich geziert durch Arkadengalerien, deren Sll. und Kapitelle zu etwa einem Drittel die ursprünglichen sind. Treppenaufgang modern und falsch rekonstruiert. Über der Tür rom. Relief, früher in der Vorburg. Die Gestaltung des Gurtgesimses zwischen 2. und 3. Geschoß läßt vermuten, daß es ursprünglich Dachgesims war, mithin das 3. Geschoß etwas später hinzugefügt ist. Die SSeite des Palas im oberen Teile erneuert, mit einem modernen Balkon. Die OSeite, ursprünglich durchaus nicht als Schauseite gedacht, bei der Restaurierung wesentlich »verschönert«. Der NGiebel, das Dach und zwei der großen Rauchschlote erneuert. — Das Innere: Im Kellergeschoß einfache, im wesentlichen unveränderte Räume ohne Zierformen. Im Erdgeschoß 3 Wohnräume, der mittlere mit Balkendecke, die durch eine aus Eisenach übertragene rom. Steinsäule gestützt wird, die beiden anderen mit je 4 rom. Kreuzgewölben überspannt, die durch reich verzierte Mittelsäulen getragen werden. Fenster— und Türöffnungen in diesen Räumen meist die ursprünglichen. Einer derselben, die sog. Kemnate der hl. Elisabeth, neuerdings mit byzantinisierenden Mosaiken ausgekleidet. — Wohl erhaltene Innentreppe, die zum mittleren Geschoß emporführt. Hier das Landgrafenzimmer mit erneuerter Holzdecke und erneuerten Arkadenfenstern. Reich verzierte rom. Stützsäule. Wandgemälde von M. v. Schwind. Der Sängersaal mit Holzdecke und zwei alten Stützsäulen. Wandgemälde von Schwind, den sagenhaften Sängerkrieg darstellend. Anstoßend die Sängerlaube, zu der Stufen hinanführen, erneuert. Kapelle, nicht im ursprünglichen Bauplan vorgesehen, wahrscheinlich von Landgr. Ludwig für seine Gemahlin Elisabeth eingebaut. Eine reich verzierte rom. Mittelsäule, trägt die Kreuzgewölbe. Fenster der SSeite mit skulptierten Kaptt. alt. — Holzkanzel von 1628. Got. Chorstuhl. Viele kleinere ma. Ausstattungsstücke. — Elisabethgalerie mit Wandgemälden von M. v. Schwind. Wendeltreppe aus dem 19. Jh. führt zum Obergeschoß, das einen einzigen großen Saal enthält, dessen Ausstattung durchweg neu ist. Die Arkaden der Zwischenwand sind sämtlich alt, die der W- und NWand zum Teil. Decke und Dach nach Ritgens Entwurf rekonstruiert.
2. Der hintere Bergfried im Hofe der Hauptburg, got. Sein hohes Dach wurde 1803 abgetragen und durch einen Zinnenkranz ersetzt.
3. Ringmauer der Hauptburg gegen S und W im Unterbau alt, in den oberen Teilen meist erneuert.
4. Zisterne im Hofe der Hauptburg, jetzt ohne Überdeckung und mit einem ganz irreführenden Zinnenkranze aus dem 19. Jh. umgeben.
5. Torturm in der Vorburg, Unterbau rom., Oberbau im 16. Jh. abgetragen bis zur Dachhöhe des aus got. Zeit stammenden
6. Ritterhauses, das aber bei der Restaurierung im 19. Jh. durch romanisierende Arkadenfenster entstellt wurde. Im Erdgeschoß Wachstube mit got. eisenbeschlagener Tür. Im 1. Obergeschoß reizvolle Eingangshalle mit spgot. Deckenbemalung. Gegen S stößt an das Ritterhaus
7. die Vogtei, das massive Erdgeschoß aus 15. und 16. Jh., der Oberstock aus Fachwerk, mehrfach erneuert. Hier eingebaut das got. geschnitzte »Pirckheimerstübchen« aus Nürnberg und die Lutherstube mit got. und Renss. Möbeln, Bildern von Cranach usw. An der SSeite der Vogtei got. Holzerker aus Nürnberg angebaut. 8. Der Margarethengang, ein überdeckter Verbindungsgang auf der westlichen Ringmauer der Vorburg.
9. Der Elisabethengang, überdeckter Verbindungsgang mit angebautem Schützenerker auf der östlichen durchweg wohlerhaltenen Ringmauer der Vorburg.
*Bauten aus der Zeit der Restauration* (1838-1867): Das an der SSeite des Palas angebaute, massive, in rom. Stile gehaltene Badehaus an der Stelle eines früheren Fachwerkbaues. An der WSeite das Gadem (Gästehaus) in Fachwerkstil. (Der Keller unter diesem Gebäude ist noch mittelalterlich.) Nördlich an den Palas anstoßend die in rom. Stil ganz massiv erbaute neue Kemenate mit Wohnräumen für den Hof (Keller mittelalterlich,), auf drei Seiten um den Hauptturm herumgebaut, der ungefähr auf den Fundamenten des alten, ebenfalls quadratisch gewesenen, im 18. Jh.. abgetragenen Hauptturmes neu errichtet ist. Torfahrtshaus, das Haupt- und Vorburg scheidet, in rom. Stile gehalten, darüber ein länglicher Wohnraum, die sog. Dirnitzlaube; endlich an der WSeite, teils in der Haupt-, teils in der Vorburg stehend, die Dirnitz, massiv in got. Stil erbaut. Unterbauten z. T. noch mittelalterlich. Im Erdgeschoß der reichhaltige Rüstsaal, in den oberen Geschossen Wohnräume für Gäste. Reich geschnitztes »Schweizerzimmer«, aus dem Schlosse der Herren v. Salis-Soglio bei Chur, treffliche SpRenss.-Arbeit. An der N Seite außen rom. Steinrelief: Simson mit dem Löwen.
WARZA. Sachsen-Gotha LA Gotha.
*Dorf-K.* 1520 und 1554, in den Zierformen nicht uninteressant.
WASEWITZ. K. Sachsen AH Grimma.
*Dorf-K.* kleiner, gut erhaltener rom. Bau wohl noch 12. Jh.
WASSERLOSEN. UFranken BA Hammelburg.
*Kirche.* Zwei virtuose Rokokoaltäre mit Altarblättern von Nic. Treu. 1762.
WÄSSERNDORF. UFranken BA Kitzingen.
*Pfarr-K.* Einheitlich spgot. 1496. — Madonna, Holz, um 1480. 5 Epitaphe der Schwarzenberg und Seinsheim. Das älteste und beste Stück die betende Profilfigur des Kilian v. Seinsheim † 1502, sehr feiner Porträtkopf, die untere Hälfte der Platte zerschlagen.
*Schloß* (nach dem Aussterben der Linie Seinsheim-W. im 16. Jh. an die Schwarzenberg). Neubau 1555. 4flügeliger Wohnbau, Ringmauer mit Türmen. Formen einfachst. Im Innern eine Reihe von Zimmern im Zustande des 16. Jh. Fachwerkwände mit farbiger Bemalung.
WASUNGEN. Sachsen-Meiningen. Kr. Meiningen.
*Stadt-K.* 1584, im Charakter einer größeren Dorf-K., 1sch. mit 3/8 Schluß, spitzbg. maßwerklose Fenster. Inneneinrichtung mit Holztonne und hübsch geschnitzten Emporen E. 17. Jh.
An und in der ganz einfachen *Friedhofs-Kap.* (mit rom. Mauerresten) zahlreiche, durchweg bescheidene Grabsteine.
*Rathaus* 1533, einer der ältesten und tüchtigsten Fachwerkbauten des Gebiets. (Einige Veränderungen 1904).
*Amtshaus* 1606. Auf hohem steinernem Erdgeschoß ein Fachwerk-Obergeschoß mit Giebel. Alte Inneneinrichtung. Stattliches Hoftor in origineller Rustika, bez. 1611.
Mehrere *Höfe* ritterlicher Familien. Zweifelshof 1576. Marschalksches Damenstift 1596, im Innern Stuckdecken. Weyenhof 1630, auch hier Stuckdecken in Quadraturwerk. — Bürgerhäuser des 17. Jh. in guter Fachwerkarchitektur. — Reste der *Stadtmauer*.
*Burgruine Maienluft*. Hoher 4eck. Bergfried in Buckelquadern, Abschluß rest.
WATZENDORF. Sachsen-Coburg LA Coburg.
*Kirche* 1729, an der Flachdecke Gemälde, Chor spgot. rck. mit rippenlosem Kreuzgwb.
WECHSELBURG. K. Sachsen AH Rochlitz.
*Schloß-K.* (früher K. des Augustiner-Klst. Zschillen). Gegr. 1168 von den Wettinern. Das Weihedatum 1184 nicht maßgebend; die einheitliche Formengebung weist auf das 2. bis 3. Jahrzehnt des 13. Jh. — Eine der spätesten Flachdeckbasiliken, in der Erscheinung klar und frei. Normaler kreuzf. Gr., 54,3 m l. Mauern Gneisbruchstein, für die Gliederungen harter Rochlitzer Sandstein. Im Lhs. 6 Achsen. Die Pfll., auch die der Vierung mit Ecksäulchen. Aus späteren Zeiten keine Veränderungen als die spgot. Einwölbung des Lhs. im 15. und die des Qsch. im 14. Jh. Die WTürme schließen eine nach dem Schiff sich öffnende Empore ein. Die WWand ohne Eingang; derselbe ist an die NSeite verlegt; Doppelportal mit 3seitig offener Vorhalle; die reichen und zierlichen Details enthalten Erinnerungen an den sog. Königslutterer Stil und noch mehr an Kreuzgang und Choreingang des Magdeburger Doms. Das Äußere durchgehend mit fein profilierten Lisenen und reichen Bogenfriesen belebt; an den Mauerecken feine Rundstäbe; die Fenster des Chors mit Säulchen im Gewände; über dem Apsidendach am OGiebel ein Vierpaßfenster. An den Giebeln des Qsch. Erneuerung der Dächer noch in sprom. Zeit zu erkennen. Die WTürme nur bis zur Höhe des Schiffs ausgeführt; nach dem Kirchenmodell auf dem Grabe des Stifters zu schließen, wäre auch ein Vierungsturm beabsichtigt gewesen. — Das Innere birgt Bildhauerwerke, die unter den edelsten Kleinoden deutscher Kunst zu nennen sind. Einheitlich nach Vollendung der K., also um 1230-35, leider nicht mehr in ursprünglicher Anordnung. Bis zu den eingreifenden Veränderungen im J. 1666 lag der Fußboden des Chors, veranlaßt durch die Krypta, 2,5 m höher als jetzt; zu ersehen aus der Höhenlage der Arkatur in der Apsis und der Basen der Ecksäulchen an den Triumphbogenträgern. Gegen das Qsch. war der Chor durch einen Lettner abgeschlossen. Jetzt ist derselbe hinter den Altar, an die Grenze der Apsis, zurückgeschoben und bei dieser Operation auch in seiner Zusammensetzung verändert. (In einem Wirtschaftsraum des Schlosses befinden sich formierte Trümmer, die über die ursp. Gestalt Aufschluß geben könnten.) Der jetzige Altartisch vor dem Mittelbogen ist modern. Es liegt nahe, zu glauben, daß sich unter ihm die Eingangstreppe zur Krypta befand, während die seitlichen Arkaden zu den Chortreppen führten. Seine Laubdekoration ist die ursprüngliche; die in den Zwickeln befindlichen Halbfiguren von Kain und Abel haben diesen Platz erst bei der letzten Rest. erhalten; vorher gehörten sie zur Kanzel (Abb. bei Puttrich). Die zweite Höhenabteilung enthielt unter dem großen Mittelbogen, jetzt mit modernem Relief ausgestattet, wahrscheinlich die Kanzel; zu deren beiden Seiten in Wandnischen 4 Gestalten des Alten Testaments (Daniel und David, Absalom und ein ungewisser Prophet). Die Gegenstände der Kanzelreliefs sind: an der Front Christus in der Glorie umgeben von den Evangelistenzeichen und begleitet von Maria und Johannes d. T. (»Dusis«); an der linken Schmalseite die eherne Schlange, an der rechten Isaaks Opferung; die oben genannten Halbfiguren Abels und Kains sowie zwei Halbfiguren von Engeln werden schicklich auf die Zwickel der Bögen verteilt, von denen man die Kanzel getragen denken muß. Die Kanzelbrüstung hatte ursp. polyg. Gr., so daß die Seitenfelder mit Maria und Johannes in stumpfem Winkel zurücksprangen. Mithin Anordnung der 5 Relieftafeln [**Illustration:]. Endlich die Krönung des ganzen Aufbaues, die kolossale Kreuzigungsgruppe; die starke Ausbiegung der Hüfte (byzantinisch) und die Durchbohrung der Füße mit einem einzigen Nagel eines der frühesten Beispiele; zu Häupten Christi im Dreipaß der Kreuzesendigung die Halbfigur des Vaters mit der Taube; zunächst den ausgestreckten Armen, wieder in Dreipässen (vgl. Halberstadt), zwei über Betrachtung der Wundmale in Jammer ausbrechende Engel; zu den Füßen Marias eine gekrönte weibliche Gestalt, zu den Füßen Johannes eine desgl. männliche, auf die überwundenen Mächte des Judentums und Heidentums gedeutet; zu den Füßen Christi Adam, der in einem Kelche das erlösende Blut auffängt. Die Gesamtkomposition also eine Darstellung der im alten Bunde verheißenen und antitypisch vorgebildeten, im neuen vollzogenen Welterlösung. — An ihrem ursp. Platz zwei als Melchisedek und Abraham (als Heerführer) vermutete Freistatuen. — Die Kreuzigungsgruppe aus Eichenholz, in den Figuren etwas mehr als lebensgroß; alles übrige Bildwerk aus dem grobkörnigen und harten Rochlitzer Stein; Bemalungsspuren bis zur letzten Rest. gut sichtbar. Der Stil eine freie Verarbeitung byzantinischer Anregungen, den Freiberger Skulpturen in den Voraussetzungen verwandt, aber ohne direkte Beziehung zu ihnen. In der Ausführung am vollkommensten ist die Kreuzigungsgruppe; feierliche Ruhe der Linien, Reinheit des Formgefühls, Mäßigung und Verinnerlichung des Pathos und im Zusammenklang aller dieser Eigenschaften eine Monumentalität, die für die deutsche Kunst damals eine neue Offenbarung war. In der Behandlung erinnert noch einiges an die Traditionen der Kleinkunst; es weist zurück auf das, was zu überwinden nötig gewesen war. Von anderer Hand die in Stein ausgeführten Stücke; besonders die Kanzelreliefs mehr realistisch, voll Größe, schwierigen Aufgaben der Verkürzung gewachsen. — Ungefähr derselben Zeit, doch in der Qualität nicht auf gleicher Höhe das Grab der Stifter, des Grafen Dedo von Wettin und seiner Gemahlin Mechthildis; lebensgroße Gestalten, auf der Tumba ruhend.
WECHTERSWINKEL. UFranken BA Mellrichstadt.
Ehem. *Cisterc. Nonnen-Klst.*
*Kirche.* Gew. 1179, z. T. abgebrochen 1895. Ursp. 3sch. rom. Basilika, nur ein Teil des Lhs. und die Apsis erhalten, auch der Nonnenchor abgerissen. Breite 19,7, Länge 18,3 m. 4 Arkaden auf einfachen rom. Pfll. und glatten Rundbgg. Soweit im Stil zu 1179 passend. Jünger das einfache WPortal mit Rundbogentür und kleinem rom. Crucifixus. — Barockaltar aus Kloster Bildhausen. Kleine Predella mit Bild einer Äbtissin 1558.
*Propstei* von 1792. Mit schönem Treppenhaus.
WEESENSTEIN. K. Sachsen AH Pirna.
*Schloß* auf hohem Felsen über der Müglitz. Erste Anlage angeblich von König Heinrich I. Von A. 15. bis E. 18. Jh. im Besitz der Bünau. Aufbau, dem Felsen folgend, in 8 Stockwerken, die unteren die jüngsten, so daß die Kellereien im 5., die Ställe im 3. Stockwerk liegen. Die Vorburg auf einem durch Brücke verbundenen zweiten Felsplateau. Im sog. Mönchsboden Wandmalereien der frühesten Renss. Einrichtung der Schloßkirche 1738-41. Der »steinerne Saal« 16. Jh. Schmuckreiches Hauptportal 1575. Aus A. 18. Jh. Stuckdecken, Ledertapeten, bmkw. Möbel. Im Gartenflügel gute klassizist. Ausstattung. Porträts von Rotari, Mengs, Graff, Vogel, Leypoldt, Torelli. — Oben im Walde Jagdschlößchen mit prachtvollen Rok.-Öfen.
WEHNDE. Pr. Sachsen Kr. Worbis.
*Dorf-K.* 1670 gotisierender Barock.
WEHRDA. RB Cassel Kr. Hünfeld.
*Dorf-K.* An den got. OTurm 1567 ein rck. Schiff angebaut, der Turm wehrbar. Viele Grabsteine 16-18. Jh.
WEHRDA. RB Cassel Kr. Marburg.
*Dorf-K.* mit wehrbarem WTurm (ca. 1490) auf befestigtem Kirchhof. — Spgot. Schnitzaltar.
WEHRSHAUSEN. RB Cassel Kr. Marburg.
*Marien-K.* OHälfte 1475, WHälfte jünger. Rck. mit 6 Kreuzgwbb. auf Laubkragsteinen, polyg. Schluß. Hübscher Dachreiter.
WEIDA. Sachsen-Weimar Kr. Neustadt a. d. O.
*Stadt-K.* (ehem. Franziskaner); 1sch. got. Bau mit 3/8 Schluß; im 16. Jh. ein südl. Ssch. angebaut; turmlos; das WPortal in einfachen frgot. Formen. — Kanzel und andere Ausstattungsstücke 1646 ff. Tüchtiges lebensgroßes Kruzifix 1680.
*Friedhof*. Portal 1580. Kanzel, interessanter kleiner Freibau von 1608.
*Peters-K.* Ruine mit großem rom. Turm.
*Wieden-K.* Ruine; Lhs. und doppeltürmiger WBau rom. Um M. 14. Jh. begonnen mit dem Chor ein Neubau, der nicht beendet wurde; ausgezeichnete Leistung der in diesem Teile Deutschlands wenig vertretenen Hochgotik. Der Chor schließt mit 5 Seiten des 8Ecks, Maßwerk und Laubwerk von bester Zeichnung. — In der WVorhalle Spuren von Wandmalerei (13. Jh.?).
*Nonnenklst.-K.*, aus E. 12. Jh. und E. 14. Jh., sehr verbaut, später städt. Kornhaus.
*Rathaus* 1580, rest. nach Brand 1687, denen zu Altenburg und Gera verwandt.
*Schloß Osterburg*; eine noch immer bedeutende Baugruppe, wenn auch nicht mehr so reich wie auf der Ansicht Merians. Großer runder Bergfried; der erste, ca. 30 m hohe Absatz 2. H. 12. Jh.; der zweite Absatz, 22 m hoch, von kleinerem Radius, und die beiden Zinnenkränze aus dem späten Ma. Die Wohngebäude im 16. und 17. Jh. um- und ausgebaut, ihrer Zwerchhäuser und sonstigen Schmuckes großenteils beraubt. In der Kap. rom. Bündelpfll., ähnlich denen im Klst. Mildenfurt.
WEIDELSBURG. RB Cassel Kr. Wolfhagen.
*Burgruine.* Noch ziemlich viel erhalten, 14.-16. Jh. 2 große Wohngebäude, umgeben von Mauern mit 9 halbrunden Türmen und tiefem Graben.
WEIKERSGRÜBEN. UFranken BA Gemünden.
*Pfarr-K.* Guter spgot. Flügelaltar um 1490. — Holzfigur St. Nikolaus, würzburgisch um 1500.
WEILAR. Sachsen-Weimar VB Eisenach.
*Dorf-K.* Einheitlich 1740. — Hübscher Rok.Kanzelaltar, mit der Orgelempore verbunden. Im Herrschaftsstand mehrere Flügelgemälde E. 15. Jh. (in diesem Gebiet selten).
*Schloß* (v. Boineburg) M. 18. Jh. Ausstattung aus dieser und der Folgezeit. Gemälde- und Waffensammlung.
Auf dem Beyer vorgeschichtliche *Wallburg*.
WEIMAR. Kr. Cassel-Land.
*Dorf-K.* Mauern im W frrom., nach O sprom. erweitert, Gwbb. spgot. — Steinkanzel spgot., Empore renss.
WEIMAR. Hauptstadt von Sachsen-Weimar.
*Haupt-* und *Stadt-K.* Spgot. Halle. Beg. 1498, umgebaut 1735. — Großer Reichtum an Grabmälern (im Inv. werden ihrer 49 beschrieben). Darunter 6 große Wandgräber: 1) für Herzog Joh. Wilhelm † 1573; Triumphbogen in den Formen italienischer Hochrenss. mit einzelnen nordisch-barocken Zügen; — 2) für Herzog Johann III. † 1605 und Gemahlin von L. Tüttich und H. Hünefeld aus Leipzig; die Triumphbogenform klar durchgeführt, die Einzelheiten sehr barock; in der Hauptnische die Ölbergsgruppe; — 3) für die Kurfürstin Agnes † 1555, reliefierte Wandtafel auf hohem Fuß; — 4) für Friedrich Wilhelm I. † 1602; der Herzog und die Herzogin Freifiguren, kniend vor dem Kruzifix; dieses Hauptfeld flankiert von gekuppelten korinth. Sll. mit verkröpftem Gebälk; an dem hohen Sockel und der Attika Relieftafeln; — 5) für Johann Friedrich III. † 1565; das Motiv ähnlich dem Epitaph der Kurfürstin Agnes; — 6) für die Herzogin Dorothea Susanna, Witwe Joh. Wilhelms, † 1592; geteilt durch 4 jonische Pilaster, vor welchen 4 jonische Freisäulen; die Verstorbene dreimal, als Kind, Braut und Witwe (oder mit zwei Töchtern?); Alabaster, roter Marmor und Schiefer. Unter den Grabplatten am meisten bmkw.: 7) Kurfürstin Margarethe † 1521; Bronzeguß aus der Werkstatt P. Vischers, flaches Bildnisrelief, Umrahmung durch einen Kleeblattbg. mit leichter Andeutung von Maßwerk; am Rande der Platte die Umschrift in got. Minuskeln mit einer schmalen Bordüre von renss. Ornament; — 8) Lucas Cranach »pictor celerrimus et consul Witebergensis« † 1553; Sandstein; die Porträtfigur künstlerisch von mäßigem Wert; — 9) Herzog Wilhelm d. Tapfere † 1482; Bronze; die Zeichnung in kühnen derben Umrissen vertieft geschnitten; der Herzog im freien Raume stehend, halb links gewendet; — 10) Joh. Friedrich d. Großmütige und Gemahlin, beide † 1554; zwei Tafeln aus Bronze auf steinernem Sockel; nur mit Wappen und Inschriften; Umschließung durch ein schönes eisernes Gitter; Entwurf des Ganzen vom Maler Peter [Gothland], die Bronzeplatten vom Bildhauer Hermann in Erfurt und dem Büchsengießer _Jacob __ Schlaf_ in Eisleben; — 11) Kurfürstin Agnes † 1555 (zusammengehörig mit dem Epitaph No. 3); Bronzeplatte, bloß ornamental behandelt, in der Mitte das große Wappen in stärkerem Relief. — Altartriptychon von L. Cranach; des Meisters letztes Werk, in dem seine lange verwahrloste Kunst sich noch einmal hebt; bez. 1552, ein Jahr vor seinem Tode, vollendet von seinem Sohn 1555; auf dem Hauptbilde in der Mitte Christus am Kreuz; links der Auferstandene als Sieger über Tod und Teufel; rechts die Porträtgestalten Luthers und Cranachs, von Johannes dem Täufer auf das Kreuz hingewiesen; auf den Flügeln Porträts der kurfürstlichen Familie; auf den Außenseiten Christi Taufe und Himmelfahrt. — Drei Lutherbildnisse zu einem Triptychon zusammengestellt, das linke bmkw. Original von Veit Thim, die beiden anderen Kopien nach Cranach.
*Residenzschloß*. Die seit 1651 von Moritz Richter erbaute Wilhelmsburg hatte einen ähnlich unbewegt mäßigen und düsteren Charakter wie der Friedenstein in Gotha. Nach Brand 1774 unter Goethes Leitung Um- und Neubau (bis 1803). Architekten: Steiner, Ahrens, Thouret, Genz. Drei Flügel umgeben einen rck. Hof, der an der vierten Seite frei bleibt; mäßig gegliedert; Formen nüchtern neuklassisch. Vor der SWEcke einige von dem älteren Schloß gerettete Baulichkeiten: der Schloßturm, im Unterbau von 1439, in den Obergeschossen E. 18. Jh.; die »Bastille« mit großem renss. Tor um 1550, Säulenhalle an der Parkseite aus 17. Jh.
*Rotes Schloß,* 1574 als Witwensitz der Herzogin Susanna erbaut; der Erker beraubt und sonst einfach.
*Gelbes Schloß,* im selben Gebäudekomplex wie das vorige; 1702.
*Grünes Schloß* (jetzt Bibliothek), in ursp. reicher, an den Schauseiten durchaus bemalter Renss.; 1760 und 1803 das Äußere vereinfachend umgebaut, das Innere rok.
*Wittumspalais*, erb. nach 1750 in bescheidenen Formen.
*Stadthaus* 1526-1547. — *Haus* der Familie _v. __Lützelburg_ (jetzt Staatsanwaltschaft) 1568. — *Cranachhaus* am Markt (von C. bewohnt 1552-53), wesentlich E. 16. Jh. — *Haus Herderplatz No.* 16, ehemals dem Deutschorden gehörig, 1566, Renss. strengerer Richtung. — Das *Goethe-* und das *Schillerhaus*; neben ihrem Erinnerungswert als Typen des vornehmeren und des bescheideneren mitteldeutschen Bürgerhauses am E. 18. Jh. nicht uninteressant. — Ein ähnliches Doppelinteresse bietet der Park mit seinen Ziergebäuden aus Goethes Zeit.
WEISCHWITZ. Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
*Dorf-K.* wesentlich 1792. — Drei Figuren von einem Altarwerk um 1500 »zu den vorzüglichsten Erzeugnissen der Saalfelder Werkstatt zu rechnen«.
WEISMAIN. OFranken BA Lichtenfels.
*Pfarr-K.* Spgot. Alt nur der Chor; das Lhs. (Halle) erneuert; genauere Anhaltspunkte für die ursp. Gestalt waren nicht mehr zu finden.
*Rathaus* 1634. — Gut erhaltenes Torhaus mit Turm.
WEISSENBERG. K. Sachsen AH Löbau.
*Stadt-K.* Stattlicher Altar 1666. — Lange Reihe v. Gersdorfscher Grabsteine 16.-18. Jh.
*Rathaus* nach Brand 1787, ältere Teile benützend.
WEISSENBORN. K. Sachsen AH Freiberg.
*Dorf-K.* ohne ausgeprägten Stil. — Stattliches Epitaph des Adolf v. Hartitzsch bez. 1612, in der Art der gleichzeitigen Arbeiten in Sayda und Lauenstein. — 3 ikon. Grabsteine derselben Familie 1557, 1632, 1664. — Schloßruine.
WEISSENBORN. K. Sachsen AH Zwickau.
*Dorf-K.* 14. Jh., umgearbeitet 1430 und 1552. — Selbdritt, gutes Schnitzwerk um 1500. Glocke 14. Jh., mit 1489 und 1538.
WEISSENBRUNN AM WALD. Sachsen-Coburg LA Coburg.
*Kirche* 1508 (Inschr. über der NTür), umgebaut 1753. *Schloß* 1556.
WEISSENFELS. Pr. Sachsen Kreisstadt.
*Stadt-K. S. Marien.* Sandsteinquaderbau. Am WTurm Inschrift 1303; das übrige nach Brand 1429 erneuert bis 1480, doch wohl mit Benutzung der alten Grundmauern. Die Schmalseite des Ssch. spricht für ehemalige Basilika. Jetzt die drei Schiffe von gleicher Höhe, das Gwb. des Msch. nicht ausgeführt (Balkendecke), in den Ssch. Netzgwbb. Die Fensterachsen der SSeite entsprechen nicht den Arkaden. Die Ssch. schließen sonderbarerweise mit 2 Polygonalseiten, der in Breite des Msch. vorgebaute Chor hat 2 Joche und 5/10 Schluß. Seine Fenster und Strebepfll. sind sehr reich dekoriert, ungefähr in der Art der Schloß-K. zu Altenburg, während das Lhs. sparsam gehalten ist. — Hochaltar 1524, sonstige Ausstattung 1670-84.
Ehem. *Klst. S. Clara* (profaniert und ruinös). Im wesentlichen der Gründungsbau von 1285. Sehr langgestreckt (9,9 : 52,9), der Chor nicht abgesetzt, aber durch (spätere) Gwbb. vom flachgedeckten Lhs. unterschieden. Er schließt 3/8. Im W. 2jochige Nonnenempore. Die schlanken Fenster 2teilig, als Maßwerk einfacher Kreis über 2 Spitzbgg. — Die spgot, Kanzel aus der *Stadt-K.* versetzt. — Die als Magazine vernutzten Klst.Gebäude in der Anlage noch zu erkennen.
*Schloß Neu-Augustusburg.* 1664-90 von Erhard Lindner; der Entwurf wohl von Moritz Richter, ähnlichen Charakters wie die Schlösser von Weimar und Gotha. Imposanter Massenbau in schlichtesten Einzelformen. 3 Flügel in Triklinienstellung. Je 21 Fensterachsen in 3 Geschossen. Keine Giebel. Einziger Akzent der breite turmartige Aufsatz auf dem Mittelflügel. Die innere Ausstattung durch Umwandlung zur Kaserne zerstört. Von namhaftem Interesse die von Leonhard Sturm, dem Theoretiker des protestantischen Kirchenbaus, gerühmte Kap. Saalbau mit Emporen nach dem durch das Schloß von Torgau vorbildlich gewordenen Typus. Sehr reiche »täppisch-überzierliche« Dekoration in weißem Stuck auf rosa und apfelgrünem Grunde.
*Rathaus* 1670, Turm 1690 von Chr. Richter. — *Bürgerhäuser* renss. und bar.
WEISSENOHE. OFranken BA Forchheim.
Ehem. *Benedikt. Klst.-K.* gegr. im 11. Jh., neu erbaut und ausgestattet 17.-18. Jh., ohne künstlerische Bedeutung.
WEISSENSEE. RB Erfurt Kreisstadt.
*Nikolai-K.* (jetzt Remise). Einfacher 1sch. rom. Bau mit got. Veränderungen.
*Petri-Paul-K.* Der gestreckte got. Chor, 3 Joch und 5/8 Schluß nach 1331, das 1sch. flachgedeckte Gemeindehaus jünger. 2 Schnitzaltäre um 1500.
*Landgrafenburg.* Die rom. Anlage vollständig erhalten, ähnlich dem Landgrafenhause der Wartburg und wahrscheinlich von demselben Meister erbaut. Fenster vermauert. Im Erdgeschoß des Turms rom. Sll. Erhalten auch das rom. Außentor.
WEISTROPP. K. Sachsen AH Meißen.
*Dorf-K.* 1499. Stark verändert. Im großen WTurm Vorhangsbögen. — Schloß ohne Interesse. Porträts von Graff und Tischbein.
WEITERSHAUSEN. RB Cassel Kr. Marburg.
*Dorf-K.* Roher 1sch. Gwbbau im rom.got. Übergangs-Stil, 1700 rest.
WELKERS. RB Cassel Kr. Fulda.
*Dorf-K.* neu. Flandrisches Altarwerk mit geschnitzter Kreuzigung in 23 Figuren, E. 15. Jh.
WENDELSTEIN. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
*Burg.* Seit M. 14. Jh. Besitz der Witzleben, im 16. Jh. als fürstengleicher Edelsitz eingerichtet, im 30jähr. Kriege zerstört; jetzt größeren Teils Ruine, einige Gebäude notdürftig unter Dach. Das 1596 für Wolf Dietrich v. Witzleben von Friedrich Fuss errichtete »Neue Schloß« zeigt im Hauptportal Hochrenss. in vornehm behandelter jon. Ordnung; an der Tür des Treppenturms Elemente des Florisstils.
WENIGENJENA, Vorstadt von Jena. Sachsen-Weimar.
*Dorf-K.* Urspr. als langgestreckte Klst.-K. geplant. Unvollendet. Chor mit 5/8 Schluß hochgot., die Gewölbe 1902 ergänzt. Dürftiges kleines 1sch. Lhs. aus A. 16. Jh. Außen an der SSeite reich angelegtes und sorgfältig ausgeführtes, aber unvollendet gebliebenes Portal aus der ersten Bauzeit. — Sakramentsnische, auf der Grenze von Hoch- und Spgot. — Gedenktafeln aus 17. und 18. Jh. — Im Chor Wandmalereien des 14. Jh., Jüngstes Gericht, Passion und Heiligenlegende.
WENKBACH. RB Cassel Kr. Marburg.
*Dorf-K.* Rom. 12. Jh. Der breite OTurm bildet mit seinem Erdgeschoß den Chor. Abgewalmtes Satteldach mit 4 Erkern. Am flachged. Sch. nur die SMauer rom.
WERDAU. K. Sachsen AH Zwickau.
*Stadt-K.* 1760 vom Dresdener Baudirektor S. Locke. Hallenbau mit Emporen. Stuckierung von A. Vogel. Reicher Kelch M. 15. Jh.
WERKEL. RB Cassel Kr. Fritzlar.
*Kirchturm*, spgot. von 1508 mit hohem, schlankem Holzhelm, woran 4 Ecktürmchen.
WERLESHAUSEN. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
Ansehnlicher *Edelsitz* der Herren v. Harstein 1565, steinerner Unterbau, 2 hohe Fachwerkgeschosse, Treppenturm und Erker.
WERNBURG. Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück.
*Dorf-K.* Chor rom., Sch. jünger. Ausstattung von einigem Interesse.
*Kap. S. Veit.* Kleiner malerischer spgot. Bau. Am Chorgiebel reiche Maßwerkblenden.
*Schloß* 1580. Stattlicher Renss.Bau. Im Erdgeschoß große gewölbte Halle.
WERNECK. UFranken BA Schweinfurt.
*Sommerschloß* des Fürstbischofs Karl Friedrich von Schönborn, 1731 bis 1747 von B. Neumann. Mit den sich anschließenden Stallungen und Ökonomiegebäuden eine große, komplizierte Anlage; im Hauptbau 2 Säle und 100 Zimmer. Die glänzende innere Einrichtung 1806-14 durch Großherzog Ferdinand völlig verändert, jedoch in der Kapelle noch die Stuckdekoration aus der Erbauungszeit. Weitere Zerstörungen bei der Einrichtung als Irrenanstalt. Prachtvolle Gittertore von Oegg in der Art jener des Würzburger Schlosses. Der ausgedehnte Park anglisiert.
WERNSTEIN. OFranken BA Kulmbach.
*Schloß.* Über Buckelquaderfundamenten des 13. Jh. kleiner Renss.-Bau 1567. Befestigung mit reicher Tordekoration 1576, anscheinend von Caspar Vischer. Im Vorwerk großer Festsaal 1580-93, Porträtmedaillons und Ornament im Charakter der Plassenburg.
WESTENFELD. Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
*Dorf-K.* 1579, verändert 1731.
WESTHAUSEN. Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
*Dorf-K.* rom. Anlage mit OTurm, in spgot. Zeit gründlich umgebaut.
WETTER. RB Cassel Kr. Marburg.
*K.* des 1015 gegr. *adligen Jungfrauenstifts*. Baudaten fehlen. Möglicherweise etwas vor der Elisabethkirche in Marburg begonnen, ist sie doch wesentlich unter deren Einfluß ausgeführt, mit Neigung zu etwas altertümlicherer Prägung der Einzelformen. Gr. und System gleichen, bei bedeutend kleineren Abmessungen, ganz dem Marburger, mit dem Unterschied, daß die Kreuzarme nicht polygonal, sondern in gewöhnlicher Weise gerade schließen. Das Qsch. enthält also außer der quadr. Vierung je 2 rck. Gewölbefelder. Das Lhs. 5 Joche. Ganze innere L. 40 m. Von Marburg abweichende Züge sind sonst noch: die Schaftringe an den Diensten der OTeile; die schlichten runden Sockel; die fast zur Hälfte nach innen gezogenen Strebepfll.; die primitive Bildung des Maßwerks durch Ausschnitt aus Steinplatten; die Walmdächer auf den Kreuzflügeln (die jetzigen Dachgiebel eine willkürliche Zutat von G. G. Ungewitter). Das Hauptdach aus 15. Jh.; vorher über dem Msch. ein gesondertes Satteldach und quergestellte Dächer über jedem Joch der Sschiffe. Ursp. geplant wahrscheinlich 2 W-Türme. Jetzt ein einzelner großer von 1506. Die spgot. Bemalung des Innern von C. Schäfer beseitigt und nach vorgefundenen frgot. Resten erneuert; ob für das Ganze zutreffend, ist natürlich zweifelhaft. Auch am Äußeren des Chors Spuren eines gemalten Frieses. — Stifterdenkmal der Almudis und Dinkmudis. Schöner Celebrantenstuhl 1466. Taufstein frgot., 6 auf Löwen ruhende Säulen stützen das halbkugelige Becken. — Altar mit Retabelgemälde, 7 Passionsszenen, 13. (??) Jh. — Wandmalereien im Chor spgot.
Von dem alten *Stiftsgebäude* geringe Reste.
Von der *Stadtbefestigung* Teile mit Wehrgang erhalten.
WETTESINGEN. RB Cassel Kr. Wolfhagen.
*Dorf-K.* sprom. mit 2 rippenlosen Kreuzgwbb. WTurm wehrhaft, ohne Tür. Bemalte Steinkanzel und Taufstein aus 13. Jh.
WETTIN. Pr. Sachsen Saalkreis.
*Stadt-K.* spgot. unbedeutend.
*Burg*, malerisches Landschaftsbild, architektonisch ohne Interesse.
WETTRINGEN. UFranken BA Hofheim.
*Pfarr-K.* Wesentlich 1775. Sehr ansehnlicher Hochaltar, die Figg. in der Richtung P. Wagners, ebenso die vortrefflichen Kruzifixe auf den Seitenaltären. Pietas A. 16. Jh. — Mehrere Bildstöcke.
WETZHAUSEN. UFranken BA Hofheim.
*Ev. Pfarr-K.* Einheitlich 1707, ebenso die Ausstattung. — Bmkw. durch Vollständigkeit und z. T. auch durch Qualität die lange mit 1460 beginnende Reihe von Grabmälern der Truchsessen v. Wetzhausen, 31 an der Zahl. — Bmkw. Kelch 14. Jh.
*Schloß.* Großer 4flügeliger, 4geschoßiger Bau des 16. Jh., Einzelheiten got. und renss.
WEYER. UFranken BA Schweinfurt.
*Dorf-K.* Got. OTurm mit Chor 1. Hälfte des 15. Jh. Der übrige Bau nebst Stuckaturen um 1730.
*Pfarrhaus.* Unter Abt Baumann von Ebrach (1703-14) erbaut. Gute Stuckdecken um 1730.
Malerischer *Gemeindebrunnen* auf zehn steinernen Säulen. Erneuert 1840.
*Bildstock* der Kreuzigung mit Stifter von 1623.
WICKERSHAIN. K. Sachsen AH Borna.
*Marien-K.* (früher Wallfahrts-K.). Durch wiederholte Um- und Anbauten hat die ursp. rom. Anlage (von welcher der turmtragende quadr. Vorchor und die WWand) eine sehr unregelmäßige Gestalt erhalten; der Chor von 1424 von eigentümlicher Verschiebung des polyg. Gr.
WIEDERAU. K. Sachsen AH Rochlitz.
*Dorf-K.* Von der rom. Anlage erhalten der Chor und das schöne Südportal.
WIEDERAU. K. Sachsen AH Borna.
*Schloß* (Gf. Hennicke) 1705, schmuckloser Putzbau von vornehmen Verhältnissen. Bmkw. die unveränderte Ausstattung des durch 2 Geschosse gehenden Saales. — Porträts von Graff, Venusstatue bez. Balth. Permoser 1724, von demselben die Jahreszeiten.
WIEDERKUNFT, FRÖHLICHE. Sachs.-Altenb. LA Roda.
*Jagdschloß* Joh. Friedrichs des Großmütigen beg. 1547. Inmitten eines von Waldbächen gebildeten Teiches. Nach vielen Beschädigungen im 19. Jh. sehr willkürlich rest. Urspr. ein großer, von Gräben, niedrigen Mauern und Ecktürmen mit Zwiebeldächern umgebener Hof; im Innern freistehend der Wohnbau aus Fachwerk; mit vielen Erkern und Türmen. — Die jetzige Ausstattung mit renss. Möbeln verschiedenen, meist fremden Ursprungs. 4 Gemälde aus der Schule Cranachs schildern das Leben Joh. Friedrichs. Relief-Brustbild desselben aus Papierteig und bemalt, eine damals in Thüringen beliebte Technik.
WIEDERSBACH. Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.
*Dorf-K.* 1601, wie Hinternah.
WIESENBRONN. UFranken BA Kitzingen.
*Pfarr-K.* Turm (W) um 1300, Lhs. 1603. — Altar A. 17. Jh. mit bmkw. Gemälde von Hans Heunisch. — Grabmal des brandenbg. Geh. Rats Joh. Buttner † 1605 und seiner Frau, 2 Tafeln in schönem Bronzeguß von _Joh. Weinmann_.
WIESENFELD. RB Cassel Kr. Frankenberg.
*K.* einer um 1200 gestifteten *Johanniter-Kommende*. Frgot. 1260. Rck. mit Schluß aus 6Eck, im Sch. 4 oblonge Kreuzgwbb. An der NSeite großer 5geschossiger Turm ohne Tür, nur mit Leiter ersteigbar, also zu Verteidigungszwecken errichtet (rest. 1903).
*Johanniterhaus*. 1587, unbedeutend und verwahrlost.
WIESENFELD. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
*Dorf-K.* 1768. Gutes Beispiel des ansehnlichen Eichsfelder Bar.-Typus (vgl. Geisleden, Rengelrode, Reinholtsroda, Volkerode, Wüstheuterode).
WIESENTHAU. OFranken BA Forchheim.
*Dorf-K.* spgot., stark rest. — Altäre 17.-18. Jh. Kanzel bar. mit spgot. Figg. Reich geschnitzter Beichtstuhl 18. Jh. Epitaphe der Familie v. Wiesenthau 1581, 1590, 1605.
*Schloß*, stattlicher Renss.-Bau mit Rundtürmen, Schneckenstiegen, Rittersaal. Im Bauernkriege zerstört, neu gebaut 1566.
WIESENTHEID. UFranken BA Gerolzhofen.
*Pfarr-K.* 1727-32 von Balth. Neumann; Bauführer der oft von Neumann verwendete und später im Kurfürstentum Trier selbständig auftretende J. G. Seiz. In ihr gibt der große Künstler seine Idee einer Landkirche, freilich mit ungewöhnlich reichlichen Mitteln, die ihm der vornehme Bauherr (Schönborn) zur Verfügung stellte, ausgeführt. Die Raumdisposition ganz einfach: hoher klarer Saalbau mit flacher Spiegeldecke, eingezogener Chor. Außen Verputzbau mit Sandsteingliederung. Mansarddach. Im Detail neben spezifischen Rokokoformen (Fenster) Elemente des dorischen Stils (Pilaster und Fries). Der Turm wächst hinter dem Fassadengiebel aus dem Dach; ein interessanter, indes kaum geglückt zu nennender Versuch. Die Innendekoration nachneumannisch; gemalte Scheinarchitektur an Wand und Decke, gut verbunden mit den prächtigen Stuckmarmoraltären. Auf dem Hochaltar bmkw. gut die Statue des h. Mauritius.
*Kreuzigungsgruppe* vor der K. 1766; groß, virtuos, enorm theatralisch.
*Schloß* der Grafen v. Schönborn; weitläufiger Komplex um einen quadr. Binnenhof, Ausführung 16.-18. Jh. im ganzen schlicht. Geschmackvoll eingerichtete Rok.Zimmer.
*Gräfl. Gruftkapelle*, ca. 1730. Im Innern Scheinarchitektur von dem Maler der Kirche (eine einstürzende Kuppel darstellend).
*Rathaus* in behäbigem fränkischem Fr.Rok.
WILDBURG. UFranken BA Königshofen.
*Burgruine.* Von der ehem. Stammburg des Dynastengeschlechtes Wildburg-Henneberg nur unbedeutende Reste erhalten.
WILDENBERG. UFranken BA Miltenberg.
*Burgruine* ca. 1170-1250. Eine der schönsten, die sich aus rom. Zeit erhalten haben; Gelnhausen und Münzenberg nicht nachstehend (die Inschriften jetzt im gräfl. Erbachischen Schloß Eulbach nicht einwandfrei). Die Anlage klar und regelmäßig. Ungewöhnlicher Aufwand an Kunstformen: rom. die Torhalle, darüber Kap. mit ausgekragtem Altarerker; der Palas rom. und frgot., ganz glänzende Fensterarchitektur.
WILDENFELS. OFranken BA Forchheim.
*Burgruine* bedeutend.
WILDPRECHTSRODA. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
*Kirche* 1683.
*Schloß* (v. Butlar). Der einzige ansehnliche Renss.Bau der Gegend, 17. Jh.
WILHELMSBAD bei Hanau RB Cassel.
*Badanlage* 1779, Brunnentempel, Logierhaus, Theater, Karussell; im Park künstliche Ruine, Insel mit Pyramide, Eremitage.
WILHELMSHAUSEN. RB Cassel Kr. Hofgeismar.
*K.* des ehem. *Cisterc. Nonnen-Klst. Wahlshausen*. Rom. 12. Jh. Flachgedeckte Basilika auf kreuzf. Gr., Apsiden am Chor und Qsch., im Lhs. 4 Arkaden mit Stützenwechsel. An den Sll. attische Basen mit Eckblättern, Würfelknäufe mit Pflanzenornament. Eine Tür am südl. Kreuzflügel umrahmt mit dem Profil der attischen Basis, im Tympanon Agnus Dei. (Nebenapsiden und Sschiffe jetzt zerstört.) 1892 rest. und vielfach verändert.
WILHELMSHAUSEN. Kr. Cassel-Land.
Ehem. *Nonnen-Klst.-K.* Im 13. Jh. Cisterc.-Nonnen. Die Bauformen der Kirche weisen auf 12. Jh. Im 30jährigen Kriege halb zerstört, 1891 rest. — Kleine kreuzf. Basilika (28 m l.). Der Gr. des Qsch. und Chors zeigt genau dieselben Abweichungen vom quadr. Schema wie Kaufungen. Hauptapsis alt. Im Lhs. 4 Arkaden mit Stützenwechsel. Wuchtige Sll. mit kurzem, stark verjüngtem Schaft, an den Flächen der Würfelkaptt. eingetiefte Palmette. WFassade turmlos. Rom. (?) Taufstein.
WILHELMSHÖHE bei Cassel.
Ein im 12. Jh. gegr. *Nonnenklst.* 1527 aufgehoben. Bescheidenes landgräfl. *Schloß*. Im 17. Jh. vergrößert. A. 18. Jh. unter Landgraf Karl Neubau (Entwurf von de la Fosse 1710) mit großartiger Parkanlage geplant. Nur die letztere wurde unter Karl wirklich begonnen, von seinen Nachfolgern fortgesetzt. Den Schloßbau verwirklichte erst Wilhelm IX. (Abbruch des alten Schlosses Weißenstein 1786-90). Der erste Entwurf von Wailly 1785 wurde abgelehnt; desgl., wegen zu großer Ausdehnung, der unter dem Einfluß Palladios entstandene, künstlerisch sehr bedeutende Entwurf von H. Chr. Jussow 1786. Den Auftrag erhielt Salomon Louis Du Ry (aus der in Cassel, s. dort, in mehreren Generationen tätigen Hugenottenfamilie). Die vorgeschlagenen Lösungen sehr verschiedenartig, übereinstimmend jedoch in der Stilfrage. Der in seiner Jugend bei Blondel in Paris gebildete Künstler hatte sich unumwunden dem Klassizismus englischer Färbung zugekehrt. Der Bau des nördl. Flügels begann 1788, der Mittelbau 1792, die Innenarbeiten 1803 vollendet. — Die Anlage modifiziert mit interessanter Wirkung, zumal in Anpassung an das bewegte Gelände und die ansteigenden Baummassen des Parkes, den traditionellen Hufeisengrundriß in der Weise, daß dessen 3 Flügel in 3 selbständige Gebäude aufgelöst, dann aber durch segmentförmige Zwischenbauten wieder verbunden werden, und zwar so, daß die Achsen der Nebengebäude zu dem Hauptgebäude in stumpfem Winkel anlaufen.
Nicht befriedigend ist das Höhenverhältnis der Zwischenbauten; sie waren auch ursp. auf das Erdgeschoß beschränkt; die Obergeschosse teils unter Jerôme, teils erst 1829 hinzugefügt. Wie sehr die apsidialen Schlüsse der Hauptbauten und überhaupt der ganze Rhythmus durch sie gestört wird, leuchtet ohne weiteres ein. — Das Schloß von Wilhelmshöhe vertritt zusammen mit dem von Koblenz am bedeutendsten die dem Empire vorangehende Phase des Klassizismus. Der Nuancenunterschied der beiden Gebäude ist bezeichnend für den Unterschied der strengeren, großzügigeren englischen (von den Zeitgenossen oft »römisch« genannten) und der weicheren französischen Richtung. In der inneren Einrichtung drängt sich der französische Geschmack wieder vor, doch schon im Gepräge des eigentlichen Empire. Ein Verzeichnis der Gemälde von 1790 gibt 45 Nummern, zu denen später noch manches hinzukam, vieles wieder beseitigt wurde. Unter den Gegenständen überwiegt die römische Geschichte, auch ein Zyklus aus Tasso war vorhanden. Die Künstler großenteils Deutsche. Die bekanntesten Namen F. H. Tischbein, Hackert und Nahl.
Der *Park*. Beg. bald nach 1700 unter Landgraf Karl in Erinnerung an die Gärten in Rom und Frascati durch den römischen Architekten Giov. Fr. Guernieri — vielleicht das grandioseste, was irgendwo der Barockstil in der Verbindung von Architektur und Landschaft gewagt hat. Diese Anlage, die, wo nicht ganz, so doch in bedeutenden Teilen, tatsächlich zur Ausführung gekommen war, wich seit 1786 dem noch bestehenden Naturpark im englischen Geschmack. Bei Guernieri war das Hauptmotiv die mit reichem architektonischem Beiwerk ausgebildete Kaskadenfolge, die sich von der Höhe des Habichtswaldes bis zum Schloß Weißenstein hinzog, 3500 Fuß rhein. l., die Mittelbahn 6,5 m br., zweimal durch Absätze mit Rundmotiven und eine breite Querallee mit vielen Becken und Springbrunnen durchbrochen. Davon hat sich nur der oberste Abschnitt erhalten, endend in das phantastisch-kolossalische Oktogon mit dem Herkules (der »kleine Herkules« aus einer älteren Anlage des 17. Jh.). Auch der englische Park wollte auf Mitwirkung der Architektur nicht verzichten. Doch in einem grundsätzlich anderen Sinn, als das Barock. Nicht um architektonische Durchbildung des Geländes und Pflanzenwuchses handelte es sich, sondern um Anlage zerstreuter Einzelarchitekturen, die in der (scheinbar) freien Natur malerische Zentren bilden und durch ihre gegenständliche Bedeutung Stimmung machen sollten. Künstliche Ruinen u. a. wurden beliebt. Im ersten Projekt Du Rys sollte sogar das Schloß selbst einen Ruinenflügel erhalten. Im Charakter einer imaginären Urkunst das »Grab der Vögel«. Römisch die »Sibyllengrotte« und die kleine Nachbildung der Cestiuspyramide. Inzwischen kam aus England die romantische Schwärmerei für die Gotik. So entstand (erster Plan 1790) die Löwenburg, anfangs als Ruine beabsichtigt. Auf Verlangen des Landgrafen ein vollständiges, wohnbares, allerdings im Maßstab der einzelnen Bauteile klein gegriffenes Bergschloß — kulturhistorisch merkwürdig als eine der frühesten Schöpfungen sentimentaler Neugotik in Deutschland. Entwurf von Jussow. Für die dem Schloße näher liegenden Zierbauten kehrte derselbe mit gutem Takt wieder zu klassischen Formen zurück: Säulenhalle und Tempel am Bowlingreen und reizvoller Entwurf (nicht ausgeführt) zum Philosophentale. — Eine chinesische Galerie, eine Moschee und eine _Eremitage des __ Plato_ sind seither wieder verschwunden. — Unter den Nebengebäuden des Schlosses das wichtigste das Theater von 1808 (jetzt mit starker Veränderung Tennishalle) und das Pflanzenhaus.
WILHELMSTAL bei Cassel.
*Schloß.* Es gehört nicht zu den größeren, aber zu den reizvollsten unter den Rok.Schlössern Deutschlands. Erb. von Mitgliedern der aus Frankreich stammenden, in mehreren Generationen in Cassel ansässigen Architektenfamilie Du Ry. Drei Flügel in aufgelöster Triklinienstellung. Anlage des Ganzen und Ausführung der Kavaliershäuser von Karl D. Sein Sohn Simon Ludwig D. war schon 1749 in Paris mit der Durcharbeitung des Entwurfs für den Mittelbau (corps de logis) unter den Augen Blondels beschäftigt (ausgeführt erst nach dem 7jährigen Kriege). Die bei großer Feinheit der Sandsteinarbeit etwas kraftlose Fassade zeigt schon eine leise Tendenz zum Klassizismus; das Innere ist reines Rokoko, allerdings nicht in jener ekstatischen Prachtlust, der vor allem die geistlichen Fürsten des katholischen Deutschlands huldigten, auch in ihren Schlössern, sondern leichter in der Haltung, feiner und anheimelnder; wie denn auch der Gr. und die Abmessungen in erster Linie auf Wohnlichkeit ausgehen. — Zur Seite standen Du Ry der Bildhauer J. A. Nahl und der Maler J. H. Tischbein. — Die kleinen Wachthäuser um 1770 in derjenigen Abwandlung des Rok., die man »Zopf« zu nennen pflegt.
WILHELMSTAL bei Eisenach Sachsen-Weimar.
*Großherzogl. Schloß*. Malerische Gruppe von niedrigen schlicht bar. Einzelhäusern, zwei Reihen in einer Längsachse geordnet. Am NEnde ellipt. Festsaal A, 18. Jh. Umgestaltung der beiden NHäuser unter Goethes Leitung 1790. Aus derselben Zeit der Brunnen in der Querachse. Weitere verbindende Zutaten 1850.
WILLERSHAUSEN. RB Cassel Kr. Eschwege.
*Pfarr-K.* Spgot. Hallenkirche mit älterem quadr. Chor. Im Schiff je 4 schlanke Rundpfll., mit spiralisch um den Schaft sich windenden Ansätzen.
*Schloß*, meist Fachwerkbau, ohne Bedeutung.
WILLMERSREUTH. OFranken BA Kulmbach.
*Pfarr-K.* Sprom. Chor im OTurm, Kreuzrippengwb. Lhs. 1753 umgebaut. — Holzfigg. Reste eines Altars von ca. 1520. Bmkw. Taufstein 2. H. 16. Jh.
WILSDORF. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
*Dorf-K.* Die rom. Anlage unverändert. Rck, OTurm in gleicher Br. mit dem Schiff. Türrahmen der NSeite aus 3 rom. Grabsteinen.
WILSDRUFF. K. Sachsen AH Meißen.
*Pfarr-K.* S. Nikolai neu; aus der alten das hübsche Portal aus ziemlich früher got. Zeit; Kanzel 17. Jh.; Epitaph 1731.
WIMMELBURG. Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
*Benediktiner-Klst.* gegr. ca. 1060. Stattliche Kirche im Stil der 2. H. 12. Jh. Jetzt Ruine; leidlich erhalten nur Teile des Chors und Qschiffs (lichte Länge des Qsch. 22 m). Ausgebildeter Hirsauer Gr. mit 5 Apsiden. Nebenchöre (gewölbt) und Hauptchor (flachgedeckt) kommunizieren durch je zwei niedrige Arkaden (also ähnlich Konradsburg, doch ohne den dortigen Blendbg.); Pfll. mit Ecksäulchen in der Art des Meisters von Königslutter. Der Bogenfries der Apsis bildet eine Wellenlinie (wie in Klst. Mansfeld).
WINDECKEN. RB Cassel Kr. Hanau.
*Stadt-K.* 1455-96, 3sch.
*Schloß* (Amtsgericht) 16.-17. Jh.
*Rathaus*, spgot. Massivbau mit Staffelgiebeln. Bmkw. Inneneinrichtung.
*Stadtmauer* mit Wehrgang und Scharten.
WINDHAUSEN. Kr. Cassel-Land.
*Herrenhaus*, anspruchslos behaglicher Bau von 1789. Die Anlagen des Ministers von Schlieffen (von 1781 ab) ein charakteristisches Beispiel des sentimentalen Naturparks und seiner Requisiten: Einsiedelei, Freundschaftsdenkmal, Altar, Arminiusgrab, gotische Ruine, Teufelsbrücke.
WINDEHAUSEN. Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
*Pfarr-K.* Im platt geschlossenen Chor frgot. Drei-Fenster-Gruppe, am Gewände Ringsäulen.
WINDHEIM. UFranken BA Hammelburg.
*Pfarr-K.* 1766. Guter Bau der Neumannschule, wahrscheinlich von Hauptmann Fischer (vgl. Fuchsstadt). Stattlicher Hochaltar von 1696, ehem. in Hammelburg.
WINDISCH-HOLZHAUSEN. Pr. Sachsen Kr. Erfurt.
*Dorf-K.* mit wohlerhaltenem rom. OTurm und Apsis.
WINDISCHLEUBA. Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
Ansehnliche spgot. *Dorf-K*. mit Netzgwb., WTurm rom. 12. Jh.
*Schloß*; bedeutende Anlage; E. 14. Jh. verständnisvoll hergestellt. Ringmauern und Ecktürme ma., Hauptwohngebäude (SFlügel) im 1. und 2. Geschoß um 1450, das Obergeschoß und die sehr stattlichen Giebel und Zwerchhäuser 1532. Auch die anderen Gebäude enthalten bmkw. Einzelheiten. Rok.Saal. Wertvolle Sammlung von ma. Kleinkunstwerken.
WINTERHAUSEN. UFranken BA Ochsenfurt.
Hübsches Gesamtbild mit manchen der Aufmerksamkeit werten Einzelheiten. *Pfarr-K.* 1497 und 1573 umgebaut. Der Chorturm hat 3 sprom. Geschosse. Bar. Hochaltar mit bmkw. spgot. Schnitzbildern; im Hauptfeld Kreuzigung, in der Predella Abendmahl. Starke Kirchhofsbefestigung aus sp. Ma.
*Mauritius-K.* (prof.). In der Anlage fast genaue Wiederholung der Lambert-K. in Tückelhausen, 1sch. mit eingezogenem quadr. Chor., Stilformen frgot. um 1300.
*Rathaus* 1738, gefälliger Bau des Würzburger fr. Rok.
WIPFELD. UFranken BA Schweinfurt.
*Dorf-K.* um 1780-90, aufwändige klassizist. Ausstattung der Würzburger Schule.
WIPPRA. Pr. Sachsen. Mansfelder Gebirgskreis.
*Burgruine.* Sehr verfallen.
WIRSBERG. OFranken BA Kulmbach.
*Pfarr-K.* 1. H. 18. Jh. Gutes Beispiel einer Landkirche im sog. Markgrafenstil. Kanzelaltar (sächsisch-thüringischer Einfluß).
WIRTHEIM. RB Cassel Kr. Gelnhausen.
*Dorf-K.* spgot., in allen Teilen flachgedeckt, auch in dem 1/2 8eck. Chor; sorgfältiges Maßwerk.
WITTENBERG. Pr. Sachsen Kreisstadt.
*Stadt-K.* Unscheinbare Hallenkirche von gedrückten Verhältnissen. Chor und WBau mit 2 Türmen um 1300, Lhs. A. 15. Jh. Die 3 Sch. schließen platt in gleicher Flucht, das nördl. ist verbreitert, daher die Unregelmäßigkeiten des Schlusses. Errichtung von Emporen zu 1516 und 1540 gemeldet. Die jetzigen neugot. Der Predigtstuhl M. Luthers (1543) in der Lutherhalle, das Altarwerk L. Cranachs d. Ä. modern verunstaltet. An der nördl. Chorwand Gemälde von L. Cranach d. J., die Bekehrung Pauli, des Meisters letztes Werk, 1586. Taufbecken in Rotguß von Hermann Vischer 1457, 8eck., auf Löwen ruhend, am Kessel Reliefs von Heiligen. Einfacher ikon. Grabstein Bugenhagens. Großes Epitaph für Matth. v. Schulenburg 1S69 von G. Schröter. Das ausgezeichnete Alabasterrelief, Grablegung, am Grabmal L. Cranachs d. J. † 1586 von S. W. (Sebastian Walther in Dresden). Tafel für Kaspar Lindemann von Ulrich Gretel in Leipzig. — Außen an der NSeite Relief, Christus als Weltenrichter 1310; am WPortal Maria mit Heiligen aus derselben Zeit; am Chor Judensau.
*Schloß-(Universitäts)-K.* ca. 1490-1500, rest. seit 1885. Das Äußere entspricht ungefähr dem alten Zustande, das Innere durchaus rest. Rck. von 6 Achsen mit 3/8 Schluß. Zwischen den nach innen gezogenen Pfll. eine ringsumlaufende, von Stichbögen getragene Empore, dem entsprechend ein niedriges unteres und ein hohes oberes Fenstergeschoß. — Große Bronzegrabplatten für Friedrich den Weisen und Johann den Beständigen; jene bez. Peter Fischer (sic) Norimbergensis A. 1527; diese, eine fast genaue Nachahmung, H V (Hans Vischer). Außerdem dieselben beiden Kurfürsten in lebensgroßen knienden Marmorstatuen. Die Bronzetafel auf dem Grabe Luthers moderne Kopie des Exemplars in Jena. Bronze-Gedächtnistafel des Juristen Henning Goeden von P. Vischer 1521 (Wiederholung im Dom zu Erfurt).
*Schloß* erb. von Friedrich dem Weisen 1490-99. Sehr entstellt. Bmkw. die beiden Treppenhäuser, die sich nach dem Hof in Lauben öffnen. Über dem Portal schön gemeißelte Wappen. 2 runde Türme an den Ecken. Urspr. Zustand auf dem Titelbilde des Wittenberger Heiligtumbuchs.
*Rathaus* spgot. und renss. An der langen Marktseite außer dem (modernisierten) Erdgeschoß 2 Geschosse zu 13 Achsen, Vorhangbögen; später hinzugefügt ein Renss.-Portal mit Altan und 4 Renss. Zwerchhäusern. — *Apotheke L. Cranachs*. Straßenseite durch neuen Verputz entstellt, besser erhalten der Hof, darin ein nicht sicher zu deutendes Relief eines Geharnischten. *Häuser Melanchthons* und *Bugenhagens*. Das *Lutherhaus* (urspr. Augustiner-Klst.) hat durch die Rest. 1840 einen gänzlich falschen Charakter erhalten; unberührt das 1540 in Pirna gefertigte Portal und im ganzen auch Luthers Wohnstube.
*Alter Friedhof* vor dem Elstertor; renss. Portal ca. 1560 mit Relief des Weltenrichters. Die Grabsteine von Luthers Tochter Elisabeth und Melanchthons Nichte Magdalene haben nur Inschriften.
WITTGENDORF. K. Sachsen AH Zittau.
*Dorf-K.* 1754. Gute Grabmäler E. 17. Jh.
WITZELRODA. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
*Dorf-K.* E. 16. Jh. Charakteristische Inneneinrichtung um 1702.
WITZENHAUSEN. RB Cassel Kr. Witzenhausen.
*Stadt-K.* Angeblich 1404. Lhs. 3sch. mit überhöhtem, fensterlosem Msch. Jetzt Bretterdecken. Der gewölbte Chor höher. — Grabmal der Familie v. Bodenhausen 1575; mehrere lebensgroße Rundfigg. knien auf einer von Sll. getragenen Plattform, darüber Relief mit der Auferstehung Christi.
*Wilhelmiter-Klst.* 2 Säle (jetzt Schafstall); der kleine mit 4Gwbb. auf 1 Mittelpfl.; der größere durch 4 achteckige Schafte, aus deren Kanten die Rippen herauswachsen, in 10 Gwb.Felder geteilt; Ähnlichkeit mit dem Rittersaal des Marburger Schlosses. Die Klostergebäude jetzt zur Kolonialschule eingerichtet.
*Klus-Kap.* am rechten Werraufer. Alle Fenster mit rom. Profilen.
*Hospitals-Kap. S. Michael.* Einfacher spgot. Bruchsteinbau um 1392. Der sonst schmucklose kleine WTurm trägt einen bmkw. Aufbau; 4 Sll., durch Eselsrücken verbunden, die Öffnungen mit Maßwerk gefüllt, Krönung mit steinernem Helm.
*Rathaus.* Einfacher Renss.Steinbau, 1819 durch Restauration nach einem Brande zur Unkenntlichkeit entstellt.
*Wohnhäuser* in Fachwerk.
Reste der *Stadtbefestigung*.
WITZLEBEN. Schwarzburg-Sondershausen LA Arnstadt.
*Dorf-K.* mit rom. Resten.
WOFFLEBEN. RB Erfurt Kr. Hohenstein.
*Dorf-K.* 1751. Der eigentümliche Gr. erklärt sich aus den Experimenten des protestantischen Kirchenbaues.
WOLFERSTEDT. Sachsen-Weimar VB Apolda.
*Dorf-K.* mit romanischen Details, darunter bmkw. Portal.
WOLFHAGEN. RB Cassel Kreisstadt.
*Pfarr-K. S. Anna*. 2. H. 13. Jh. Niedrige Hallenkirche in schlichten, kräftigen Formen. Chor aus 8Eck. WTurm 1303 (Inschr.), das bmkw. Dach 1501.
Vor der Stadt *Kapelle* in vorzüglichen hochgot. Formen.
WOLFMANNSHAUSEN. Sachs.-Mein. Kr. Hildburghausen.
*Dorf-K.* Im Sch. schöne Felderdecke aus 17. Jh., östl. Chorturm im Erdgeschoß rom. Hübsche Ausstattung um 1730.
WOLFSMÜNSTER. UFranken BA Gemünden.
*Pfarr-K.* Turm A. 14. Jh., das geräumige Langhaus 1734 mit urspr. guter gleichzeitiger Ausstattung (stark rest.). Glocken 1412, 1786.
*Schloß Wolfsmünster*. Malerische Anlage von 1584 mit Treppengiebeln.
WOLKENBURG. K. Sachsen AH Rochlitz.
*Dorf-K.* 1794 nach Entwurf von J. A. Giese in der Richtung von C. G. Langhans. Die das Schiff von 3 Seiten umgebende Empore von dor. Säulen getragen; der Altartisch ohne Aufsatz; hinter ihm in der Nische Gemälde von A. F. Oeser und H. V. Schnorr v. Carolsfeld.
Die *ältere K.* (um 1400) jetzt *Erbbegräbnis* der Grafen Einsiedel. Altarwerk aus farbigem Marmor 1657, ausgezeichnete Arbeit von J. H. Böhm. Schöne Gedenktafel des bei Kaiserslautern gefallenen Gf. Friedrich v. E., Eisenguß aus Lauchhammer.
*Schloß* (Gf. Einsiedel). Got. Formen im SBau. Sonst alles gründlich umgebaut. Die klassizistische Saalausstattung vom Besten. Familienbildnisse u. a. von Mengs, Graff und Grassi. Großer Park, englisch umgearbeitet.
WOLKENSTEIN. K. Sachsen AH Marienburg.
*Stadt-K.* nach Brand 1689, einfacher 1sch. Bau. — Altarwerk aus mehrfarbigem Gestein 16S2 von Joh. Böhme.
*Burg*, in jetziger Gestalt ohne Interesse.
WOLKRAMSHAUSEN. RB Erfurt Kr. Hohenstein.
*Dorf-K.* Sprom. WTurm, got. Sch. mit 1/2 Achteckschluß.
WOLKSHAUSEN. UFranken BA Ochsenfurt.
*Pfarr-K.* Erb. 1616, nach W verlängert 1778. Die vortrefflich in das Architekturbild eingegliederten Altäre von Auwera und Steuerwald (letzterer ein Lokalmeister in Kitzingen).
*Sebastians-Kap.* 1771. Stuckatur und Altäre gleichzeitig. Ein älterer Altaraufsatz um 1650 an der NWand. Hinter der Kap. bmkw. Bildstock um 1400.
Im Dorf lebensgroße Standfig. des hl. Michael 1743.
WOLMIRSTADT. Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.
*Dorf-K.* spgot., 1sch., mit Netzgwb.
WOMMEN. RB Cassel Kr. Eschwege.
*Gutshaus*, Portal Frührenaissance 1535.
WONFURT. UFranken BA Haßfurt.
*Pfarr-K.* Zentralbau von 1824. Altäre und Kanzel um 1700.
*Friedhofs-Kap.* Bmkw. Grabsteine des sp. 16. und des 17. Jh. Gute Kreuzigungsgruppe um 1750.
*Schloß.* E. 16. Jh., einige Veränderungen 1695.
WONSEES. OFranken BA Ebermannstadt.
*Pfarr-K.* 18. Jh. — Epit. Guttenberg 1541, Giech 1601.
WORBIS. Pr. Sachsen RB Erfurt. Kreisstadt.
*Stadt-K.* 1756, im 19. Jh. rom. (!) rest.
*Klst.-K.*, bar. Im Sch. 6, im Chor 2 Joche, Kreuzgwbb.
*Hardtkap.* 1749. Großer Schnitzaltar 15. Jh.
*Amtsgericht*, schöner Fachwerkbau mit Erker, 16. und 17. Jh.
WORMSLEBEN. Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
*Kirche.* Angeblich älteste des Gebietes. — Jetzt stillos bis auf ein primitiv aussehendes rom. Tympanon.
WÜLFERSHAUSEN. UFranken BA Königshofen.
*Pfarr-K.* 1607. Charakteristisches Beispiel der von Bischof Julius begünstigten Nachgotik.
WÜLFERSHAUSEN. UFranken BA Karlstadt.
*Dorf-K.* aus der Juliuszeit, im 18. Jh. überarbeitet. Die guten Rok.-Mobilien in Würzburg gearbeitet.
WUNSIEDEL. OFranken BAmtsstadt.
*Pfarr-K.*, spgot. Anlage, Lhs. und Turm 1730 umgebaut.
*Spital-K.*, spgot., unbedeutend. — *Gottesacker-K.* 1672.
WÜRDENHAIN. Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
*Dorf-K.* 1577 und 1747. — Spgot. Flügelaltar, zusammengesetzt aus einem größeren und kleineren. Die Figuren nicht übel.
WÜRZBURG. UFranken B Amtsstadt.
*Dom S. Kiliani*. Urbau unter B. Arno (855-93). Rest. unter B. Burkard (931-41). Neubau unter B. Bruno 1042ff. Ferner noch, in rom. Zeit bedeutende Bautätigkeit unter B. Embricho (1125-47) und B. Hermann (1225-54); Veränderungen 1606 bis 1607 und 1701-03. Heute wirkt der Dom im Äußeren wesentlich als romanischer, im Innern als Barockbau. — Die Baugeschichte macht Schwierigkeiten. Die Hauptfrage ist: hat Embricho, auf dessen Zeit alles formale Detail am Langhaus hinweist, dieses auf dem unveränderten Grundriß Brunos wiederhergestellt? oder hat er einen völligen Neubau in vergrößertem Maßstabe begonnen? Für die erstere Alternative kann die Ähnlichkeit des mehrere ungewöhnliche Eigenschaften zeigenden Grundrisses mit einem anderen Bau des 11. Jh., der Klst.-K. in Hersfeld (beg. nach 1037), geltend gemacht werden. Dann aber müßte der WBau mit seinen Doppeltürmen, da er auf schmälere Schiffe hinweist(4), auf eine noch ältere Zeit zurückgehen, was aber nicht wohl möglich ist, weil die Anlage westlicher Doppeltürme mit Eingangshalle nicht vor 2. Viertel 11. Jh. (zuerst in Straßburg) nachgewiesen werden kann. Zwischen den beiden oben genannten Möglichkeiten blieb dann nur noch eine dritte, rein hypothetische: Veränderung des Maßstabes schon unter Bruno. — Der Ostbau hat das volle Gepräge schon des 13. Jh. — Der Gr. ist kreuzförmig, die Vierung genau quadr., die Flügel des Qsch. sowohl als der Chor gestreckt rechteckig (einzige aber genaue Analogie die Kloster-K. Hersfeld); Hauptapsis und 2 kleinere Apsiden an der OWand des Qsch.; im Chorwinkel 2 quadr. Türme. Im Lhs. 10 Ark.; die rom. Kämpferprofile der Pfll. noch sichtbar. Wie die allgemeine Disposition, so sind auch die Abmessungen denen von Hersfold sehr nahe: ganze lichte L. ohne Turmhalle 97 (Hersfeld 95), Lhs. 57 : 31 (Hersfeld 55 : 30), Qsch. 58 (Hersfeld 57), H. des Msch. 24 (Hersfeld 23). Der Chor 1749 tiefer gelegt unter Opferung der alten Krypta.
Inneres. Das Raumbild ist noch das alte romanische geblieben und von mächtiger Wirkung. Rom. Einzelformen nur an den Pfll. sichtbar. Sie zeigen eine ungewöhnliche, nur mit einigen thüringischen Bauten vergleichbare Form; Halbsäulenvorlagen unter der Bogenleibung. Die Gewölbe des Hauptchors und der Sschiffe um 1500 eingezogen. Bischof Julius beabsichtigte A. 17. Jh. eingreifende Umwandlung im Charakter der von ihm bevorzugten posthumen Gotik. Zur Ausführung kamen nur die Gewölbe des Hochschiffes durch Lazzaro Agostino. Die ausgezeichnet schöne Stuckdekoration 1701 von Pietro Magni.
Äußeres. Die Fassade stammt aus verschiedenen rom. Epochen; durch die glättende und gleichmachende Rest. 1880 hat sie ihren historischen Charakter verloren; das Portal neu erfunden; bis 1644 stand vor dem Erdgeschoß eine Paradieshalle. — Die oberen Turmabschlüsse 1418. — Die Langseiten aus 1. H. 12. Jh. mit der üblichen Lisenen- und Bogenfriesgliederung, die jedoch einen eigentümlich flauen Charakter hat; vielleicht ist der Grund durch Verputz erhöht. — Die Osttürme im Erdgeschoß mit dem Chor gleichzeitig, in den oberen Teilen 1225-50. Die Überführung vom Quadrat zum 8Eck sehr eigentümlich; fast möchte man glauben, daß hier eine blasse Erinnerung an die Türme von Laon vorliegt, vielleicht vermittelt durch Bamberg. Zu beachten die polychromen Wirkungen durch Wechsel im Sandstein.
Ausstattung. Chor. [Von den 1701ff. beseitigten Kunstwerken waren die wichtigsten gewesen: Hochaltar mit dem Standbild des Salvators unter einem von 4 Sll. getragenen Ciborium aus Salzburger Marmor, auf der Retabelwand ein Marmorsarkophag mit Reliquien, 1510 von Riemenschneider; von demselben 1494 ein bis zum Gewölbe reichendes Sakramentshäuschen. Ehernes Singpult von Hans Wurzelbauer aus Nürnberg jetzt in der Sepultur.] Die jetzigen Altäre gute Durchschnittsleistungen der Barockzeit. Sie enthalten Gemälde von Oswald Onghers (Enthauptung Johannis), Sandrart (Kreuzabnahme), Bueler (Grablegung), Merian (Drei Könige). Die Altäre des Langhauses an den Pfeilern aufgestellt; sie erhielten 1793 einheitliche Umrahmung. — Chorstühle von Jakob van der Auwera 1749 mit den Wappen der damals amtierenden Domherren. — Eisengitter von Gattinger. — Spgot. Bischofsstuhl jetzt in der Sakristei. — Im Langhaus Taufkessel, Erzguß, bez. Eckart von Worms 1279. — Kanzel von Mich. Kern 1609.
Grabdenkmäler. Neben denen des Mainzer Doms die großartigste Reihe, die Deutschland besitzt. Sie wurden im 18. Jh. an Wänden und Pfeilern aufgestellt. Die älteren bildeten Deckplatten von Tumben, die jüngeren sind Bildnisepitaphe; die zu den letzteren gehörigen Bodenplatten (über der wirklichen Grabstelle) sind teils untergegangen, teils an den Seitenschiffswänden aufgestellt. Im 16. Jh. kam das Ädikulaepitaph mit Reliefbild auf.
Im Querschiff: I. NFlügel. a) OWand. Über der kleinen, zur Krypta führenden Tür Epitaph des Dechanten J. C. Kottwitz v. Aulenbach † 1610; B. Konrad v. Bibra † 1544 im Stil des Peter Dell d. Ä. b) WWand. Grabstein des Grafen Bernhard v. Solms † 1553 im Stil des P. Dell d. J.; Grabstein des B. Gerhard von Schwarzburg † 1400, überlebensgroß, die Gewandung dekorativ sehr wirksam, dabei ist es wichtig, daß mit ihr auch das gesagt wird, was eigentlich Sache der Figur wäre; im Kopf könnte man ein fein gestimmtes Porträt zu sehen glauben, trüge nicht der von demselben Meister gefertigte Konrad von Weinsberg in Mainz auch ganz dieselben Züge. Epitaph des Dompropstes F. L. Faust v. Stromberg † 1673. Unter dem Durchgangsbogen zum nördl. Ssch. Erzplatten des Kottwitz v. Aulenbach (vgl. Epitaph oben) und des Erasmus Neustetter. — II. SFlügel. a) WWand: Ehernes Epitaph des C. F. v. Thüngen 1629. b) SWand: Kenotaph des B. Moritz v. Hutten † 1552 von Martin Hering, c) OWand: Epit. des B. Konrad v.Thüngen 1540 von Loy Hering aus Eichstätt; Kenotaph des Dompropstes Niedhard v. Thüngen, B. v. Bamberg, 1598.
Im Langhaus. — Nördliche Reihe. 1. Pfl. NSeite: B. Gottfried III. v. Hohenlohe † 1322 (mit neuer falscher Inschrift), das Schwert führen die Würzburger Bischöfe als Herzöge von Franken; trotzdem die Rechte zum Segnen erhoben. SSeite: B. Otto v. Wolfskeel † 1345, ausgezeichnetes Beispiel für den Stil des 14. Jahrhunderts; die große Schleppfalte von der linken Hüfte zum rechten Fuß im Schema der Apostel des Kölner Doms. Rundfigur. — 2. Pfl. NSeite: Domdechant Peter v. Aufseß † 1522, flacher Erzguß, wohl aus der _Vischer_schen Hütte. OSeite: B. Albert v. Hohenlohe † 1372, die Sförmige Schwingung so trefflich in die Charakteristik einbezogen, daß sie kaum noch als konventionell wirkt. — 3. Pfl. NSeite: Epit. des Erasmus Neustetter 1594 (Grabplatte s. oben). — 4. Pfl. O. Seite: B. Johann v. Eglofstein 1411, Standbild unter Baldachin, Porträtkopf. B. Wolfram v. Grumbach-Wolfskehl † 1333. Kein Kissen mehr, die Auffassung als Standfigur zum ersten Male konsequent durchgeführt, überhaupt bedeutende Arbeit. — 5. Pfl. NSeite: Dompropst v. Frankenstein 1789 vom Bamberger Mutschelle. OSeite: B. Johann v. Grumbach 1466, Standbild unter Baldachin, fein, vornehm, geschmackvoll; vom Würzburger Meister Leonhard Strohmeier. — 7. Pfl. OSeite: B. Adam Friedrich v. Seinsheim 1779 von J. P. Wagner nach dem Entwurf des Hofmalers Christoph Fesel. — 8. Pfl. SSeite: B. Philipp Adolf v. Ehrenberg † 1631, ausgeführt 1664. — Südliche Reihe. 1. Pfl. NSeite: B. Mangold v. Neuenburg † 1303. Keinesfalls wesentlich jünger, wichtig für den Übergang vom Stil des 13. Jh. zu dem des 14. Jh. (Pinder glaubt an einen in Sachsen geschulten fränkischen Künstler); der merkwürdig individuelle Kopf im 18. Jh. übergangen. SSeite: B. Gottfried v. Spitzenberg † 1190 auf dem Kreuzzug; der Stein, trotz der jüngeren Inschrift, gleichzeitig, ältestes Zeugnis der Monumentalplastik in Würzburg, — 3. Pfl. NSeite, neben der Kanzel: B. Gottfried Schenk v. Limburg 1455. — 4. Pfl. OSeite: B. Johann v. Brunn 1440; die Gesichtszüge sind individuell, verraten aber nicht einen 80jährigen Greis. NSeite: B. Rudolf v. Scherenberg 1493 von Riemenschneider, dessen Stil von seiner besten Seite zeigend. — 5. Pfl. NSeite: B. Lorenz v. Bibra 1519; bei Lebzeiten bestellt; das Beiwerk zeigt, wie sich der alternde Meister Riemenschneider mit den eindringenden Renss.-Formen auseinandersetzte; vielleicht jedoch unter Mitwirkung eines jüngeren Gehilfen; die Putten haben auch in den Köpfen mit dem bekannten Engeltypus Riemenschneiders nichts gemein; übrigens ist das Verhältnis der Figur zur tektonischen Umgebung vorzüglich abgewogen und die Verbindung verschiedenfarbiger Steine mit zartem Geschmack durchgeführt. — 6. Pfl. NSeite: B. Melchior Zobel zu Gutenberg, ermordet 1558, Hauptwerk des vielbeschäftigten aber unerfreulichen P. Dell d. J. — 7. Pfl. NSeite: B. Friedrich v. Wirsberg 1573 von W. Sarder aus Eichstätt. OSeite: B. Franz Ludwig v. Ertal 1795. — 8. Pfl. NSeite: B. Julius Echter v. Mespelbrunn 1617 von M. Kern; Architektur gut, Figur nicht bedeutend. SSeite: Ritter Sebastian Echter, des Bischofs Bruder, 1577. OSeite: das umgestürzte Wappen des letzten Echter † 1665. — 9. Pfl. NSeite: B. Joh. Gottfr. v. Aschhausen † 1622. — Die Form des Renss.Epitaphes, Ädikula mit Relief. An der südl. Sschiffswand eine Reihe bronzener Grabplatten, ehemals in der Nähe der entsprechenden Epitaphe zu denken. Von ihnen gehören der Gießhütte Peter Vischers: Dompropst Georg v. Giech † 1501, Dompropst Albert v. Bibra † 1511, B. Lorenz v. Bibra † 1519, letztere vielleicht nach Riemenschneiders Entwurf in Nürnberg gegossen.
Sonstige Skulpturen. — Vom Triumphbogen herabhängend überlebensgroßes Holzkruzifix von 1478. — Auf 3 Pfll. der NSeite verstreut Maria und die h.h. drei Könige, interessante, stark bewegte Standbilder aus A.14.Jh., durch moderne Rest, und Bemalung entstellt; ähnliche Pfl. Aufstellung in der Lorenz-K. in Nürnberg; trotzdem vielleicht ursp. für ein Portal gedacht, wie in Freiburg. Zu Beginn des Lhs. Taufkessel, Erzguß, bez. Eckart v. Worms 1279; die zu dieser Zeit in Süddeutschland wenig geläufige Technik erklärt die Roheit der Formen. — Kanzel von Mich. Kern 1609. — In einer Kap. am WEnde des südl. Ssch. große Gruppe des Marientodes, um 1470-80, hervorragend durch Wahrheit und Stärke des Ausdrucks; am Eingang in die Kap. ein Diakon mit Lesepult in einem zugleich an Riemenschneider und Backofen erinnernden Stil, dann die 2 Säulen »Booz« und »Jachim« vom ehemaligen Paradies. — Die spgot. Standbilder an den ersten Pfll. des Lhs, von den Strebepfll. der Marienkap., wo sie zu verwittern drohten, hierher geborgen. — In der Vorhalle Madonna um 1420.
Epitaphe am Äußeren. Meist sehr beschädigt. Historisch interessant dasjenige Tilman Riemenschneiders, wohl von seinem Sohne Jörg.
Schönborn-Kap. am nördl. Qsch. 1721-36 von J. B. Neumann. Kreisrunder Kuppelraum mit elliptischen Exedren nach O und W, Eingang N, Hauptaltar S. Vier Grabmäler von Kirchenfürsten aus der Familie Schönborn. Das Innere, als Grabkap. in grauem und schwarzem Marmor, kommt infolge nicht glücklicher Lichtführung nicht nach seinem Werte zur Geltung; das Äußere zeigt Neumanns Formensprache in aller Vollendung.
Kreuzgang. NFlügel 1424-28, SFlügel 1428-31, WFlügel nach 1431, OFlügel 1449-53. Die 3rippige Wölbung, deren mit Wappen geschmückte Schlußsteine im Gr. eine Zickzacklinie bilden, wohl später. Stattliche Abmessungen, etwa 35 : 50 m bei 4 m Tiefe der Gänge. Die im O liegende Sepultur 1461. 2sch. Halle von 35 : 11 m, an der OWand 8 Kapp., deren Öffnungen in den Pfeilerachsen liegen, eine ]L: 5] Konsequenz der sternförmigen Teilung des Gwb. Das Erdgeschoß diente als Sepultur des Kapitels. Unter den überaus zahlreichen Denkmälern im Kreuzgang seien hervorgehoben: Heinrich v. Seinsheim † 1360, schlanke Ritterfigur in engem Lederpanzer; Paul Fuchs † 1540 wohl von Peter Dell; Martin v. Wiesenthau † 1554, bez. T K (Thomas Kistner), Dompropst Markgraf Friedrich v. Brandenburg † 1536; Oberst Baur v. Eisenberg, bez. Mich. Kern 1623. In der Sepultur Bronzeepitaph Alb. Schenk v. Limpurg, bez. _Jörg Straubinger _ (Nürnberg) 1680.
*S. Burkard.* K. des 751 gegr. Benedikt.-Klst. Neubau 1033, eingreifende Rest. 1168, Erweiterung der östl. Teile 1494-97. — Kleine flachged. Basilika ohne Qsch. An den östl. Enden der Ssch. quadr. Türme, aus deren Mauermasse rundbg. Altarnischen ausgespart sind; jetzt durch neue Einbauten verdeckt. Der Hauptchor setzte sich zwischen den Türmen fort und schloß voraussetzlich mit rundbg. Apsis. Außerdem waren WTürme vorhanden, die 1677 abgetragen wurden; damals auch die WEmpore eingebaut. 6 Arkaden mit regelmäßigem Stützenwechsel. Sll. mit Würfelkaptt. und eckblattlosen att. Basen. — Äußeres ganz schmucklos, der Gesimse beraubt. Interessant nur das Portal an der NSeite mit geschlossener Vorhalle; dieselbe hat den Eingang im O und eine Altarnische im W, an der NWand 2 gekuppelte große Lichtöffnungen. Das Portal (nachträglich) durch seitwärts vorgeblendete Säulengruppen geschmückt; reiche und originelle tektonische Gliederung bei fast völligem Mangel an Ornament. Die Türme quadr. bis zur Firsthöhe des Msch., dann ins 8Eck umsetzend; diese Teile 1241 in anmutig ernsten frgot. Formen. — Der spgot. OBau in erheblich größerem Maßstab; das Qsch. so breit, daß zwischen Vierung und Flügeln je eine Stütze eingeschoben; ursp. flachgedeckt; modernes Netzgwb. im Monniersystem. — Chorstüle 1693 aus got. und bar. Teilen zusammengesetzt. — Im nördl. Qsch. bmkw. Opferstock mit Reliefs E. 13. Jh. — Votivrelief aus dem Leprosenhaus, Kreuzigung ca. 1370. — Großer Flügelaltar, noch in got. Anordnung, 1589-91; die Gemälde vom Würzburger Bürger Alexander Müller (die von demselben ausgeführte Wand- und Deckenbemalung zerstört). — Grabsteine der Äbte Hermann Lesch † 1408, Eberhard Lesen † 1436, Johann v. Waldenfels † 1427. — An der Wand Gemälde der Grablegung von Osw. Onghers 1676. — In der Pfarrei Holzmadonna von Riemenschneider aus seiner Frühzeit.
[*Augustiner-Klst.* Gew. 1302. Abgebrochen 1824. Interessante Reste von dekorativer Plastik, oberrheinischen Schulzusammenhang bekundend, im Museum.]
*Franziskaner-K.* Erste Ordensniederlassung 1221. Die gegenwärtige K. eine ursp. flachgedeckte got. Basilika aus 2. H. 13. Jh. Der gewölbte Chor, größer als der erste, gegen 1289 hinzugefügt. Veränderungen unter Bischof Julius: Einziehung von Gwbb. (in Netzform) 1611-14, alle 3 Schiffe unter ein gemeinschaftliches Dach gebracht, die Fenster (mit Ausnahme derer am O- und WSchluß) verändert. Vom frgot. Bau geblieben: der Gr. (das 3sch. Lhs. 35 m l., der 1sch. Chor 22,5 m l), das Mauerwerk und die (6) Arkaden des Msch. Sie zeigen die got. Formen in der für die Bettelorden charakteristischen äußersten Vereinfachung: gemauerte Rundsll., 8eck. Sockel, glatte Kelchkaptt., 4eck. Deckplatten, Bogenleibungen glatt bis auf die Abfasung der Ranken, die Oberfenster kreisrund mit Vierpaß. — Traurige Rest. 1882. — Der geräumige Kreuzgang um 1300 bereits in reicherer Behandlung. — Die beträchtliche relative Höhe der Ssch. schon im ursp. Querschnitt. — Die Valentins-Kap. an der SSeite, eine sehr alte Gründung, von Bischof Julius nachgot. umgebaut. Über ihr ein reich stuckierter Prunksaal, der vor der Erbauung der Universität den akademischen Festlichkeiten als Aula diente. — An der steinernen Mensa des Hochaltars Metallplatten mit frgot. Schmelzarbeit, meist Tierbilder nach dem Physiologus. Auf einem Seitenaltar eine Pietas von Riemenschneider (?). — Bmkw. Meßgeräte 18. Jh. — Grabmäler: Bildnisplatte des Weihbischofs Georg Antworter † 1499, keine von den guten Arbeiten der Zeit. Im Schiff die Frau des Schultheißen Zingel † 1407. Dann im guten Würzburger Durchschnittscharakter mehrere Rittergrabsteine: Balthasar v. Zingel † 1493; Truchseß v. Wetzhausen † 1513, Hans v. Grumbach † 1529, Peter v. Randersacker † 1540. Schönes kleines Kinderepitaph 1582 für eine Echter v. Mespelbrunn. Großes prachtvolles Wandgrab des Heinrich Zobel v. Giebelstadt † 1589 mit Frau und 11 Kindern. Ein ähnliches für die Familie v. Thüngen 1625 v. Mich. Kern. — Außen an der K. Ölberg von Georg Riemenschneider.
*Deutschhaus-K.* (Militärmagazin). Der früheste got. Bau in Würzburg (an Stelle einer staufischen curia regia, zu welcher der erhaltene rom. WTurm in Beziehung steht), beg. nicht lange vor 1280, die WTeile nach 1296. — 1sch. Anlage von 7 Jochen mit polyg. Schluß. Am 4. Joch tritt ein Wechsel der Formen ein. Der ältere Teil mit Wimpfen, der jüngere mit Oppenheim verwandt. Reiche Schlußsteine, Blattmasken und Figürliches, das letztere von sehr guter Hand. Dagegen das Portal (S) ohne Plastik, nur in eleganten Architekturformen.
*Dominikaner (Augustiner)-K.* Erste Niederlassung 1228. Der jetzige Bau ein Neubau von Balthasar Neumann 1744, bei dem der got. Chor (von 1308) beibehalten, nur dekorativ umgestaltet wurde. Das Lhs., eine hochstrebende Pfl.Basilika, hat für das Bar. ungewöhnliche Proportion; Neumann selbst erklärt: »Die Kirche, daß sie so hoch muß werden, obliegiert der schöne alte, gut gewölbte Chor«. Es ist möglich, daß Neumann auch den got. Gr. vollständig beibehalten hat. Die Dekoration ist einfach; es wird hauptsächlich, und zwar stark, durch die Altäre gewirkt, deren einer auf jeden Pfl. des Lhs. Die Skizzen dazu von Neumann selbst. Der architektonische Apparat des Barockaltars ist aufgegeben, diese hier wollen nur Bilderrahmen sein, allerdings sehr prächtige und umfängliche. Die prunkvollere Dekoration des Mönchschors hinter dem Hochaltar nachneumannisch. Gemälde des Hochaltars von Treu aus Bamberg, Deckengemälde von G. A. Urlaub (Chor) und Ermeltraut (Lhs.).
*S. Gertraud* in der Pleichach. Vor 1133 von Meister Enzelin, der später am Dom tätig. 1600-1613 völlig umgestaltet.
*Stifts-K. Haug*. Ehemals rom. Sl.Basilika mit WTürmen und Dreiapsidenschluß. 1665 wegen der Festung niedergelegt. Tympanon mit thronender Muttergottes und den beiden Johannes, nach 1200, jetzt im Luitpold-Mus. — Neubau 1670 bis 1691 von Antonio Petrini. Die Anlage nach dem Typus des Gesù in Rom; als selbständige Elemente treten hinzu die starke Ausladung der Qsch.Arme, welche auch das Lhs.System der seitlichen Altarnischen fortsetzen, und die Doppeltürme der Fassade. Die Einzelformen schwer und ernst, von starker Ausladung. In allen Nischen mächtige Barockaltäre italienischen Gepräges (Gemälde Onghers). Im übrigen ist der Binnenraum farblos. — Am meisten weicht von den italienischen Vorbildern das Äußere ab. Es hat Strebepfll. und hohe Dächer, welche die Fenster des hohen Kuppelanbaues teilweise überschneiden. Immerhin wirkt die Kuppel sehr bedeutend. Die Fassade hat durch die seitliche Stellung der Türme eine mächtige Ausdehnung erlangt. Des rhythmischen Lebens, das sonst an Barockfassaden so stark zu sein pflegt, entbehrt sie. Schwere Gurtgesimse, einfache Lisenen (nicht antike Ordnungen!) und Statuennischen ergeben vielfältige, aber monotone Gliederung. — Prächtige Kanzel.
*S. Jakob.* K. des ehem. Schottenklst. Beg. nach 1134, voll. 1146. Flachgedeckte Pfl.Basilika ohne Qsch., schließend mit 3 parallelen Apsiden. Auf 31 m L. 10 Ark. Die beiden letzten Ssch. Joche mit stumpf grätigen Kreuzgwbb. zwischen breiten Gurten (in urspr. Form nur im südl. Ssch.). Die quadr. Pfll. und alle übrigen Formen die einfachsten. Die rundbg. Friese ähnlich denen des Doms. Die westl. Vorhalle E. 17. Jh. abgebrochen. Die OTürme, von denen der südl. rom., der nördl. einfachst got. Nach M. 13. Jh. wurde der Chor umgestaltet: über der im Unterbau beibehaltenen rundbg. Hauptapsis ein hoher polygonaler Chor. — An den Pfeilern Malereien des Augsburgers Leonhard Beck 1504. — Die K. jetzt Militärspeicher, das Klst. Militärkrankenhaus.
[*Johanniter-K.* A. 14. Jh., 1815 zerstört. Die Grabsteine im Münchener Nationalmuseum.]
*Karmeliter-K.* 1662-1669 von Antonio Petrini. Der erste italisierende Barockbau in Franken. Der Gr. zeigt die typische von den Jesuiten ausgebildete Form. Die Haltung derb und schlicht. — Altarbilder aus der Erbauungszeit von den Rubensschülern Diepenbeck und de Rul. — Im Klst. ein Holzkruzifix aus 13. Jh.
*Liebfrauen-Kap.* auf der Feste Marienberg. Der Kernbau wahrscheinlich identisch mit der A. 8. Jh. unter Karlmann genannten cappella in honorem S. Mariae constructa, also der älteste kirchliche Steinbau im Frankenland. Rotunde Das Erdgeschoß hat 11,67 m im Lichten bei 4,07 m Mauerstärke; im Innern durch 6 Rundnischen und 2 Durchgänge im W und O gegliedert. Im 12. Jh. ein Obergeschoß von nur 0,75 m Wandstärke, daher in der Außenansicht rückspringend. Der Bau des 12. Jh. kann nicht gewölbt gewesen sein; für den des 8 Jh., der alt christlichen Anlagen durchaus ähnlich sieht, ist Wölbung vorauszusetzen. — Renss.-Portal vom Herstellungsbau nach Brand 1600. — Stuckdekoration 1699 ff. — Bmkw. spgot. Reliquiar bez. 1519.
*Marien-Kap.* auf dem Markt. Nach der Judenverfolgung 1348 zur christl. K. eingerichtet: Neubau 1377 ff.; Chor gew. 1392; die Ausschmückung setzte sich bis nach 1470 fort. — Hallenkirche von 5 Jochen, 1sch. Chor von 4 Jochen und 5/8 Schluß. Das Innere 1713 barockisiert, 1856 in got. Sinne hergestellt. Hallen von extremen Höhenverhältnissen. Noch bezeichnender für die Zeit das in allem Schmuckreichtum etwas dürr bleibende, in schematisch eleganten Formen durchgebildete Äußere, an dem namentlich die Streben ein ungemein glänzendes dekoratives Beiwerk erhalten haben. Eigentümlich die Art, wie die Dachbalustrade um den WGiebel herumgeführt ist. Im S, W und N 3 sehr prächtige Portale. — Der Turm steht nördl. neben der Fassade, mit 3 Pfll. frei; bis zur Gesimshöhe der K. ganz einfach, dann noch ein mit Stab- und Maßwerkrelief besetztes quadr. Geschoß, endlich ein hohes Oktogon; alles in reichsten Formen; diese Teile 1441-60 von Eberhard Friedeberger aus Frankfurt. (Der durchbrochene Steinhelm modern, vorher Bleidach.)
Skulpturen. Am WPortal Madonna um 1440. Die Bogenfelder der 3 Portale, am nördl. Verkündigung, am südl. Marienkrönung, am westl. Jüngstes Gericht, das Verkündigungsrelief ausgezeichnet in der Füllung der Bildfläche, der leichten Beweglichkeit der Gewänder, der Anmut der Typen. Entstehung um 1430-40 (Pinder: 1415-20). — Riemenschneiders Adam und Eva am NPortal, künstlerisch von größter Bedeutung, wurden in jüngster Zeit entfernt (Histor. Verein) und durch Gewandstatuen ersetzt. Ebenfalls von Riemenschneider, 1500-1506, die Statuen Christi, des Täufers und der zwölf Apostel an den Strebepfll., durch moderne Rest. verdorben (die beiden Johannes neu, Originale im Dom).
Im Innern: südl. Ssch. zwei Reliefs um 1400; Marientod, feierliche zarte Stimmung, feinfühlig flaches Relief, die Komposition altertümlich bis auf das perspektivisch schräg gestellte Bett; von anderer Hand und in kräftigerem Pathos die Kreuzgruppe, der kniende Donator vielleicht Graf Günther v. Schwarzburg † 1410. Am Chorbg. Dorothea und Margaretha von Riemenschneider, ca. 1510. Grabsteine: Martin v. Seinsheim † 1434; Konrad v. Schaumburg † 1499, Werkstatt Riemenschneiders; Ritter Schrimpf von Peter Dell d. J. 1556, Valentin v. Münster von demselben, 1558. Bürgerliche Grabmäler in Epitaphform 1566, 1624, 1648.
*S.Michaels-K.* An Stelle einer nicht bedeutenden rom. K. Neubau 1766 Valèntin v. Münstèr 1858ff. von J. P. Geigel und Joh. Fischer als Ordens-K. der Jesuiten. Das Äußere nüchtern, das Innere von bedeutender Raumwirkung, aber in der Behandlung unsicheren Wollens zwischen barockem Grundgefühl und modernistischem Klassizismus. (Weitaus unerfreulicher als die die gleiche Übergangsstufe hochbedeutend repräsentierende Klst.-K. zu Wiblingen bei Ulm). Die Deckengemälde, reich an theologischen Finesen, 1770 vom Mainzer Hofmaler Joseph Appiani, fortgesetzt vom Würzburger Chr. Fesel. Stuckaturen von Materno Bossi, Hochaltar von Gärtner 1798.
*Neubau-K.* s. Universität.
*Neumünster-K.* Erb. unter B. Heinrich (995-1018), vgl. den Stein am Chor mit der Inschr. »Henricus me fecit«; schon in rom. Zeit wiederholte Bauveränderungen, überliefert für die Zeit B. Adalberos (1045-1085), ferner Ablässe 1223-47. Rest. des Innern und westl. Anbau 1711ff. Der Barock-Umbau nach derselben Methode, wie am Dom, d. h. der rom. Mauer- und Pfeilerkörper wurde beibehalten, aber im Innern ganz mit Barockformen umkleidet, außen die romanischen belassen. — Urspr. flachgedeckte Basilika mit Doppelchor. Die OKrypta erstreckt sich bis unter die Vierung; ihre rom. Wandsll. erhalten; in der westl. Hälfte Würfelkaptt. und an den Basen primitive Eckblätter, in der östl. reiche sprom. Laubkaptt. Die WKrypta gänzlich umgebaut. — Der im NW stehende Turm dürfte mit dem abgebrochenen WChor in Verbindung gestanden haben; schlanker 8Eckbau mit reicher, stark bewegter Gliederung, in der Bewegung der Bogenfriese an die OTeile der Stifts-K. von Gelnhausen erinnernd; der Stil paßt zeitlich zu den Ablässen 1223ff. — Umbau in den 30er Jahren des 18. Jh. Die dabei genannten Würzburger Namen geben nur die Bauführer, der Plan von nicht sicher nachzuweisenden auswärtigen Künstlern; u. a. Gabrieli in Ansbach zu Rate gezogen. Der rom. WChor durch einen Kuppelbau von mächtiger Wirkung ersetzt. Die Fassade auf stark bewegtem Grundriß, gut in den Proportionen und reich, auch mit Figuren in Schmuck gesetzt, mag die beste der Zeit im Frankenlande sein. Sie war besonders geschickt auf einen engen Platz (Kürschnerhof) komponiert. Die neuerliche Freilegung hat ein gutes Teil der Wirkung zerstört. — Das Innere enthält bmkw. ältere Kunstwerke. Im nördl. Qsch. eine der schönsten Madonnenstatuen von Riemenschneider bez. 1493, Sandstein, neu bemalt. — Grabstein des Abtes Joh. Trithemius † 1516 von Riemenschneider. In der WKrypta bmkw. rom. Altarmensa und die in Holz geschnitzten Brustbilder der drei Frankenapostel von Riemenschneider, Reste des Domtabernakels. In der OKrypta merkwürdiger Crucifixus um 1340, Selbdritt bez. 1417. Vier bedeutende Tafelbilder A. 16. Jh., Schulherkunft nicht festgestellt. [Ein Flügel des reichen rom. Kreuzgangs jetzt im Garten des städtischen Museums.]
*Wallfahrts-K. auf dem S. Nikolausberge* (»*Käppele*«) 1747 bis 1750 von B. Neumann neben der älteren Gnadenkap. Großer, zentraler Kuppelraum mit 3 elliptischen Apsiden, Eingangshalle und 2 Fassadentürmen. Die innere Dekoration z.T. aus nachneumannscher Zeit. — Die Deckenfresken, sehr farbig, bez. M. Günther 1752. — Eine ausgezeichnete Komposition der große, den Berg hinanführende Treppenweg; die 14 Stationsbilder (Sandsteingruppen) von Joh. Peter und Simon Wagner um 1775.
*Peters-K.* Umbau einer ma. K. 1717ff. durch Greising und Pezzani (beide wohl nur Ausführer der Idee eines Dritten). Der rom. Turm, der got. Chor und Mauerteile des Langhauses sollten wiederverwendet werden. Im Verhältnis zu diesen Schwierigkeiten die Lösung geschickt: weiträumige Hallen-K. mit Emporen in den Abseiten. Hohe 3geschossige Fassade, im Mittelstück flach polygonal vorspringend; der Statuenschmuck klassizistisch. Von der inneren Ausstattung hervorzuheben die rok. Kanzel von Ant. Bossi, in Brillanz und Grazie unübertroffen.