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Die Naturwissenschaften in ihrer Entwicklung und in ihrem Zusammenhange, IV. Band Das Emporblühen der modernen Naturwissenschaften seit der Entdeckung des Energieprinzips (part 2 of 3)

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Die Naturwissenschaften in ihrer Entwicklung und in ihrem Zusammenhange, IV. Band Das Emporblühen der modernen Naturwissenschaften seit der Entdeckung des Energieprinzips (part 2 of 3)

Nicht solch umgestaltende Änderungen wie die Geologie hat die Mineralogie in der neueren Zeit erfahren, da sie schon im Verlauf der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ganz auf die exakte Grundlage gestellt wurde. Neben der Forderung der Kristallographie und dem Ausbau der systematischen Mineralogie blieb der neuesten Zeit vor allem die Entdeckung einiger wichtigen Beziehungen zwischen den physikalischen und den morphologischen Eigenschaften, sowie die tiefere Begründung der letzteren vorbehalten. Der erste Versuch, die in der Kristallwelt obwaltenden Formverhältnisse ursächlich zu begründen, ging von dem Deutschen *Hessel* aus. Dieser Versuch fand seine Fortsetzung durch den Franzosen *Bravais*.

*Hessel*[410] legte sich die Frage vor, »wieviel und in welcher Anordnung gelegene gleichwertige Teile ein Raumding darbieten kann.« Das heißt, er suchte, von rein geometrischen Gesichtspunkten ausgehend, die sämtlichen möglichen Arten der Symmetrie eines Raumgebildes zu ermitteln. Für die Gebilde, die nach dem Gesetz der Rationalität der Achsenabschnitte[411] entstehen, also für die Kristalle, ergab die Untersuchung *Hessels* 32 allein mögliche Symmetriearten. Spätere Arbeiten über diesen Gegenstand (*Bravais, ohncke*) weisen wohl Fortschritte in der Art der Beweisführung auf, in der Sache konnten sie aber über das sofort abschließende Ergebnis der Untersuchung *Hessels* nicht hinausgehen.

Die ersten Schritte zu einer ursächlichen Begründung der Kristallgestalten rühren, wie wir in früheren Abschnitten erfuhren[412], von *Hauy* her. An *Hauy* knüpfte der Franzose *Bravais* an, dem die Arbeiten *Hessels* kaum bekannt geworden waren. Die grundlegenden Arbeiten von *Bravais*[413] erschienen gegen 1850. Sie wurden, da ihr Inhalt nicht nur geschichtlichen Wert besitzt, sondern auch heute noch für die Theorie der Kristallstruktur von wesentlicher Bedeutung ist, neuerdings ins Deutsche übersetzt und als Teile der *Ostwald*schen Sammlung herausgegeben[414].

*Bravais* blieb nicht wie *Hessel* bei geometrischen Spekulationen stehen, sondern er versuchte die 32 kristallographischen Gruppen, zu denen er gleich jenem gelangt war, mit einer Theorie über den molekularen Aufbau der Kristalle zu verbinden. Sozusagen als Modell eines jeden Kristalls erdachte *Bravais* ein im Raume nach bestimmten geometrischen Gesetzen gebildetes System von Punkten, ein »Raumgittersystem«. Ein solches System entsteht, wenn man sich drei Scharen von parallelen Ebenen vorstellt und weiterhin annimmt, daß jede Schar unter sich gleiche Abstände hat, während sich die Scharen gegenseitig unter bestimmten Winkeln schneiden. Die so entstehenden, regelmäßig im Raume verteilten Schnittpunkte der drei Scharen, die »Gitterpunkte«, hat man sich nach *Bravais* mit den Mittelpunkten der den Kristall aufbauenden Moleküle zusammenfallend zu denken.

Aus den Symmetrieverhältnissen, die unter dieser geometrischen Voraussetzung möglich sind, ergaben sich sieben Arten von Raumgittern, d. h. im Raume gesetzmäßig verteilten Punktsystemen. Diese sieben Raumgitter ließen sich den bekannten Kristallsystemen zuordnen. Es war damit eine Beziehung gefunden, die unmöglich als bloßes Spiel des Zufalls gedeutet werden konnte.

Um den weiteren Ausbau der von *Hessel* und *Bravais* begründeten Theorie der Kristalle haben sich unter den neueren Forschern besonders *Gadolin* und *Sohncke* verdient gemacht.

Ohne die früheren Veröffentlichungen über diesen Gegenstand zu kennen, führte *Gadolin*[415] den Nachweis, daß sich aus dem Gesetz der Rationalität der Achsenverhältnisse nach den Gesetzen der Symmetrie und ohne jede Voraussetzung über den molekularen Aufbau 32 Kristallgruppen ableiten lassen. Diese Gruppen wies er den sechs empirisch gefundenen Kristallsystemen zu. *Gadolin* bestätigte dadurch zwar nur das schon von anderen Forschern und zwar zuerst von *Hessel* gefundene, die Kristallwelt beherrschende Prinzip. Seine Ableitungen zeichnen sich aber vor allen übrigen dadurch aus, daß sie am einfachsten und klarsten sind. Aus diesem Grunde ist *Gadolins* Abhandlung gleichfalls neuerdings in deutscher Übersetzung herausgegeben worden[416].

Anknüpfend an *Bravais*, hat schließlich der deutsche Physiker *Sohncke* eine Ableitung der Kristallsysteme aus den Symmetrieverhältnissen von Punktsystemen gegeben. Auch für *Sohncke* bedeutet der »Punkt« einen Massenpunkt oder ein Molekül. Ferner ist die Verteilung der Punkte in einem kristallinischen Punktsystem so zu denken, daß sie um jeden Massenpunkt die gleiche ist wie um jeden anderen. *Bravais* hatte seine abstrakt mathematische Untersuchung über regelmäßige Punktsysteme auch auf zahlreiche Verhältnisse ausgedehnt, die zur Kristallographie in keiner Beziehung stehen; *Sohncke* dagegen beschränkte sich darauf[417], möglichst einfach a priori nachzuweisen, daß es unter der Voraussetzung der atomistischen Beschaffenheit der Körper nur die bekannten Kristallsysteme und keine anderen geben kann.

*Sohnckes* Untersuchung ergab kurz folgendes: Es kann nur sieben durch ihre Symmetrieverhältnisse verschiedene Arten von kristallinischen Punkthaufen, d. h. sieben Kristallsysteme, geben und zwar:

1. Punkthaufen ohne Symmetrieebene (d. h. ohne eine Ebene, die ein gegebenes, geometrisches Gebilde so teilt, daß die eine Hälfte das genaue Spiegelbild der anderen ist). Dies ergibt das trikline System.

2. Punkthaufen mit einer Symmetrieebene: das monokline System.

3. Punkthaufen mit drei zueinander senkrechten Symmetrieebenen: das rhombische System.

4. Punkthaufen mit drei durch dieselbe Gerade gehenden, unter 60° geneigten Symmetrieebenen: das rhomboedrische System[418].

5. Punkthaufen mit vier durch dieselbe Gerade gehenden Symmetrieebenen und einer zu ihnen senkrechten: das tetragonale System.

6. Punkthaufen mit sechs durch dieselbe Gerade gehenden, unter 30° geneigten Symmetrieebenen und einer zu ihnen senkrechten: das hexagonale System.

7. Punkthaufen mit neun Symmetrieebenen: das reguläre System.

Ein Kristallsystem stellt sich somit als die Gesamtheit aller Formen dar, die nicht nur in ihrer äußeren Gestalt, sondern auch in ihrem molekularen Aufbau denselben Grad von Symmetrie besitzen. Als weiteres Ziel der Kristallographie war damit die Aufgabe gesteckt, nicht nur die äußere Gestalt, sondern auch sämtliche physikalischen Eigenschaften als bedingt durch den inneren Aufbau, durch das molekulare Gefüge, nachzuweisen.

Welch ausgedehnte Anwendung die Mathematik auf das Gebiet der Kristallographie gestattet, zeigten vor allem die Arbeiten *Sellas*[419]. In einer Abhandlung über das Verknüpfungsgesetz der Kristallformen einer Substanz zeigte er, daß die verschiedenen Formen nicht nur auf Achsen oder auf Zonen zurückgeführt werden können, wie es *Naumann* und *Miller* getan, sondern daß ein dritter Ausdruck für das Grundgesetz der Kristallographie möglich ist. *Sella* bezog nämlich die Formen einer Substanz auf ein Ellipsoid, dessen konjugierte Durchmesser drei Kristallkanten sind, die in ihrer Länge von einer vierten Fläche des Kristalls begrenzt werden. *Sellas* Betrachtungsweise erwies sich besonders deshalb als sehr fruchtbar, weil sich auch die physikalischen Eigenschaften der Kristalle auf Ellipsoide zurückführen lassen, so daß von mehreren Forschern (*Dana*, *Brewster*) die Moleküle der Kristalle als Ellipsoide hingestellt wurden. In einer anderen Abhandlung[420] zeigte *Sella*, daß sich die kristallographischen Formeln zweckmäßiger als bisher ausdrücken lassen, wenn man die in der Determinantenrechnung gebräuchlichen Bezeichnungen anwendet.

Zur Erkenntnis des Zusammenhanges zwischen der Form und dem optischen Verhalten der Kristalle war man schon während der ersten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts durch die Arbeiten eines *Fresnel* und *Brewster* gelangt. Ganz analoge Beziehungen wurden nun hinsichtlich des thermischen und des elektrischen Verhaltens entdeckt. Auch hier ergab sich, daß die regulären Substanzen nach allen Richtungen des Raumes das gleiche Verhalten besitzen, während die Kristalle des tetragonalen und des hexagonalen Systems Verschiedenheiten nach zwei, diejenigen der übrigen Systeme nach drei Richtungen aufweisen. Und zwar gilt dies sowohl hinsichtlich des Ausdehnungskoeffizienten wie der Wärmeleitung. Erhitzt man z. B. eine Kugel von regulärem Steinsalz, so wird sie ihr Volumen vergrößern, ohne ihre Form zu ändern, während eine aus dem hexagonalen Kalkspat hergestellte Kugel zu einem Rotationsellipsoid und endlich derselbe aus dem monoklinen Feldspat hergestellte Körper zu einem dreiachsigen Ellipsoid wird.

Für die schon von *Aepinus* erforschte Pyroëlektrizität[421] ergab sich gleichfalls eine merkwürdige Beziehung. Es stellte sich nämlich heraus, daß die pyroëlektrischen Kristalle hemimorph, d. h. an den entgegengesetzten Enden der Hauptachse, die zu elektrischen Polen werden, durch Flächen verschiedener Formen begrenzt sind. Beziehungen zwischen der chemischen Zusammensetzung und der Gestalt der Mineralien hatte schon *Mitscherlich*, der Entdecker der Isomorphie, gefunden. Aus der näheren Untersuchung der isomorphen Substanzen ging hervor, daß es sich, vom regulären Systeme abgesehen, nicht um eine vollkommene Übereinstimmung der Formen, sondern nur um eine sehr große Ähnlichkeit handelt. Als entscheidendes Merkmal für die Isomorphie erkannte man das Vermögen der betreffenden Stoffe, sogenannte isomorphe Mischungen einzugehen, d. h. in homogenen Kristallen zusammen zu kristallisieren. Einer der ersten, der ein Mineral als eine isomorphe Mischung deutete, war *Hessel*, den wir an anderer Stelle als den Entdecker des kristallographischen Einteilungsprinzips kennen gelernt haben. Er erklärte nämlich[422] schon 1826 den *Labradorit*, einen Kalknatronfeldspat, als eine isomorphe Mischung von Albit (Natronfeldspat) und Anorthit (Kalkfeldspat). In gleichem Sinne hat später *Tschermak*, auf der Erkenntnis fußend, daß zwischen dem Albit und dem Anorthit ein allmählicher Übergang stattfindet, eine Theorie der Feldspäte entwickelt, welche den Zusammenhang der einzelnen Glieder dieser Mineralgruppe zu erläutern sucht[423].

Die Frage nach der Entstehung der Mineralien mußte, wie die Frage nach der Bildung der Gesteine, gleichfalls auf dem Wege des Versuches gelöst werden, was zur Entdeckung zahlreicher künstlicher Nachbildungen führte[424]. Auch hier hat man der hauptsächlich durch *Daubrée* vertretenen Gruppe französischer Forscher die hervorragendsten Erfolge zu verdanken.

13. Die Entwicklung der Strukturchemie und der Systematik der chemischen Elemente.

In der Chemie, deren Entwicklung wir bis zur Begründung der organischen Chemie und der Ausgestaltung der Radikaltheorie verfolgten, erhob sich insbesondere auf Grund derjenigen Vorstellungen, die sich seit *Gay-Lussac* und *Avogadro* über die Natur der gasförmigen Verbindungen entwickelt hatten, die heute herrschende Valenztheorie.

Von besonderer Wichtigkeit für diese Umgestaltung war *Kekulés* Lehre von der Vierwertigkeit des Kohlenstoffs und der Fähigkeit der Kohlenstoffatome durch eine bestimmte Anzahl ihrer vier Affinitäten sich gegenseitig zu binden. Später dehnte *Kekulé* die von ihm geschaffene Theorie auf die aromatischen Verbindungen aus, für deren Grundsubstanz, das Benzol, er eine ringförmige Verkettung von sechs Kohlenstoffatomen annahm. Durch *Kekulés* Benzoltheorie wurde nicht nur eine Übersicht über das stetig anschwellende Gebiet der aus dem Teer gewonnenen Stoffe, sondern auch eine Erklärung und Vorhersage zahlreicher Isomeriefälle ermöglicht.

In Anbetracht der grundlegenden Bedeutung dieser Lehren wollen wir *Kekulé* und seinen Arbeiten über die chemische Natur des Kohlenstoffs eine etwas eingehendere Darstellung widmen. Auch der große Aufschwung, den die technische Chemie zumal in Deutschland während der letzten Jahrzehnte genommen hat, ist zum großen Teil auf diese Arbeiten *Kekulés* zurückzuführen. »Ich kenne«, sagt *Ladenburg*[425], der Herausgeber von *Kekulés* Abhandlungen, »kein zweites Beispiel dafür, daß abstrakte wissenschaftliche Erörterungen so unmittelbar für das Leben nutzbar gemacht wurden[426]«.

*August Kekulé* wurde 1829 in Darmstadt geboren. Er bezog die Universität Gießen und wurde dort von *Liebig* so sehr angezogen, daß er sein anfängliches Studium mit dem der Chemie vertauschte. *Kekulé* folgte dann dem Beispiel seines großen Lehrers und weilte ein Jahr in Paris, wo *Dumas*, *Pasteur*, *Regnault* und andere Führer der Wissenschaft auf ihn wirkten. Seine eigene Lehrtätigkeit begann *Kekulé* in Heidelberg. Dort entstand die Abhandlung über die Vierwertigkeit des Kohlenstoffs fast zur selben Zeit als *Kirchhoff* und *Bunsen* die Spektralanalyse begründeten. Zuletzt und am längsten, vom Jahre 1867 nämlich bis zu seinem 1896 erfolgten Tode, hat *Kekulé* in Bonn gewirkt.

»Ich halte es«, sagt *Kekulé* in seiner grundlegenden Abhandlung vom Jahre 1858[427], »nicht mehr für die Hauptaufgabe der Zeit, Atomgruppen nachzuweisen, die gewisser Eigenschaften wegen als Radikale betrachtet werden können. Ich glaube vielmehr, daß man die Betrachtung auch auf die Konstitution der Radikale selbst ausdehnen und aus der Natur der Elemente ebensowohl die Natur der Radikale wie die ihrer Verbindungen herleiten soll.« Da für die organischen Verbindungen der Kohlenstoff der wesentlichste Bestandteil ist, so werden naturgemäß von *Kekulé* zuerst die Eigenschaften dieses Elementes erörtert.

Betrachte man die einfachsten Kohlenstoffverbindungen wie Grubengas, Chloroform, Kohlendioxyd, Blausäure usw., so falle es auf, daß die Menge Kohlenstoff, welche die Chemiker als geringstmögliche, als Atom erkannt hätten, stets 4 Atome eines einwertigen oder zwei Atome eines zweiwertigen Elementes binde. Die Summe der chemischen Einheiten, der mit einem Atom Kohlenstoff verbundenen Elemente sei stets gleich vier, der Kohlenstoff selbst sei also als vierwertig (vieratomig nach dem Ausdruck *Kekulés*) anzusprechen. Für Substanzen, die mehrere Atome Kohlenstoff enthalten, müsse man annehmen, daß sich die Kohlenstoffatome unter gegenseitiger Bindung eines Teiles ihrer Affinitäten aneinander gelagert hätten. Der einfachste Fall besteht nach dieser Auffassung darin, daß zwei Kohlenstoffatome unter Bindung von zwei Affinitäten die sechswertige Gruppe C_{2} bilden. Sie wird mit sechs Atomen eines einwertigen Elementes eine Verbindung bilden, z. B. C_{2}H_{6} d. i. Äthylwasserstoff. Treten mehr als zwei Kohlenstoffatome auf solche Weise zusammen, so wird für jedes weitere Atom die Valenz der Gruppe um zwei Einheiten erhöht, und es entstehen die bekannten Kohlenwasserstoffe C_{3}H_{8}, C_{4}H_{10}, C_{5}H_{12}, C_{6}H_{14} usw.

Schon in der Abhandlung vom Jahre 1858[428] wies *Kekulé* darauf hin, daß eine solch einfache Aneinanderlagerung der Kohlenstoffatome zwar eine große Anzahl von organischen Verbindungen, diejenigen der sogenannten Fett- oder Methanreihe nämlich, erkläre, daß aber für viele andere eine dichtere Aneinanderlagerung des Kohlenstoffs angenommen werden müsse. Zu dieser letzteren Gruppe gehören vor allem das Benzol und seine Abkömmlinge. Über die Konstitution dieser Gruppe der aromatischen Verbindungen, wie sie auch genannt werden, gab erst die Abhandlung vom Jahre 1865 Aufschluß.

Seine Arbeit vom Jahre 1858 schloß *Kekulé* mit den bescheidenen Worten, daß er Betrachtungen dieser Art nur einen untergeordneten Wert beimesse. Da man sich indessen in der Chemie einstweilen mit solchen Zweckmäßigkeitsvorstellungen begnügen müsse, teile er diese Betrachtungen mit, weil sie, wie ihm scheine »einen einfachen Ausdruck für die neuesten Entdeckungen« böten und daher »ihre Anwendung vielleicht das Auffinden neuer Tatsachen vermitteln könne«. Die späteren Strukturchemiker sind sich des hypothetischen Charakters solcher Vorstellungen nicht immer bewußt geblieben.

Gleichzeitig mit *Kekulé* aber unabhängig von ihm begründete *Couper* die Strukturchemie, indem er von der Annahme ausging, daß die Kohlenstoffatome sich miteinander zu verketten vermögen[429]. *Couper* unterschied zwei Arten chemischer Verwandtschaft, die er als Wahlverwandtschaft und Gradverwandtschaft bezeichnete. Vermöge der Wahlverwandtschaft verbindet sich ein Element, z. B. Kohlenstoff mit einer Reihe von anderen Elementen mit verschiedener Intensität, so mit Wasserstoff zu CH_{4}, mit Chlor zu CCl_{4} mit Schwefel zu CS_{2} usw. Die Gradverwandtschaft dagegen befähigt ein Element von einem zweiten bald mehr bald weniger zu binden. Sie äußert sich nach dem Gesetze von den multiplen Proportionen. So verbindet sich Kohlenstoff mit Sauerstoff nach zwei Verwandtschafts- oder Affinitätsgraden zu CO und CO_{2}.

Nach *Couper* entspricht das höchste Verbindungsvermögen, das man für den Kohlenstoff kennt, der Zahl vier, während er das Verbindungsvermögen des Sauerstoffs durch zwei ausdrückt. Was dem Kohlenstoff eine »eigenartige Physiognomie« verleihe, sei die Fähigkeit, sich mit sich selbst zu verbinden. Diese Fähigkeit und seine sich mit verschiedener Intensität und in verschiedenen Graden äußernde Verwandtschaft gegen andere Elemente genügt nach *Coupers* Ansicht, »um alle Eigentümlichkeiten zu erklären, welche die organische Chemie darbietet«. Die Verkettung der Kohlenstoffatome gibt nach *Couper* vor allem Aufschluß über die wichtige und vor ihm unerklärte Anhäufung von Kohlenstoffatomen in manchen organischen Verbindungen. Um die Struktur der letzteren zu erschließen, nimmt *Couper* schon eine einfache und eine doppelte Verkettung der Kohlenstoffatome an. So gibt er beispielsweise der Salizylsäure die Formel:

H C= // H C \\ C-H | C-H // C \\ C-OH | C=O | OH

Es war dies der erste Versuch, eine Strukturformel für eine aromatische Verbindung zu entwickeln. Auf den Gedanken, in den aromatischen Verbindungen für die Kohlenstoffatome eine ringförmige Verkettung anzunehmen, ist erst *Kekulé* gekommen. Dadurch erhielt die Strukturformel der Salizylsäure folgendes Aussehen: Aromatische Verbindungen.

H H C H \ //\ / C C | || C C /\\ / \ H C OH | COOH

Die Ähnlichkeit zwischen der *Couper*schen und der neueren Strukturformel tritt besonders darin hervor, daß in beiden Formeln doppelte neben einfachen Verkettungen der Kohlenstoffatome vorkommen.

Seine Theorie der aromatischen Verbindungen entwickelte *Kekulé* im Jahre 1865[430]. Seit der Entdeckung des Benzols, sowie seiner nahen Beziehung zur Benzoësäure hatte man eine Reihe von Substanzen kennen gelernt, die unter sich und mit den beiden genannten Verbindungen eine gewisse »Familienähnlichkeit« besitzen. Man hatte sie des Verhaltens einiger Glieder wegen zur Gruppe der »aromatischen« Verbindungen zusammengefaßt. *Kekulé* erkannte, daß seine über das Verhalten des Kohlenstoffatoms in den Fettkörpern entwickelten Ansichten auf diese zweite große Gruppe nicht paßten. Ihre Verbindungen waren nämlich an Kohlenstoff verhältnismäßig viel reicher als die Verbindungen aus der Reihe der Fettkörper. Ferner zeigte es sich, daß auch die einfachsten aromatischen Verbindungen, unter ihnen das Benzol, wenigstens sechs Atome Kohlenstoff enthalten. »Diese Tatsachen«, schloß *Kekulé*, »berechtigen zu der Annahme, daß in allen aromatischen Substanzen eine und dieselbe Atomgruppe oder, wenn man will, ein gemeinschaftlicher Kern enthalten ist, der aus sechs Kohlenstoffatomen besteht«. Innerhalb dieses Kernes seien die Kohlenstoffatome gewissermaßen in engerer Verbindung. An ihn würden sich dann weitere Kohlenstoffatome nach denselben Gesetzen wie bei den Fettkörpern anlagern können. Wie aber ließ sich die atomistische Konstitution dieses Kernes veranschaulichen? Die Vierwertigkeit des Kohlenstoffs und die Annahme, daß ein Teil der Affinitäten dieses Elementes sich gegenseitig sättigen können, mußte auch einer Theorie der aromatischen Verbindungen zugrunde gelegt werden, wenn sie klar und einfach sein sollte. Sechs Kohlenstoffatome, so war der Gedankengang *Kekulés*, würden bei einfacher Bindung zu einer offenen Kette vereinigt, wie schon erwähnt, 14 freie Affinitäten besitzen und den Kohlenwasserstoff C_{6}H_{14} bilden[431]. Bei doppelter Bindung der Kohlenstoffatome würden nur 4 Valenzen übrig bleiben, da von der Summe der Valenzen (6 . 4 = 24) für die doppelte Bindung 4 . 5 = 20 erforderlich wären. Auch die Annahme, daß die Bindung abwechselnd durch je eine und durch je zwei Verwandtschaftseinheiten erfolge, ergab nicht das erhoffte Resultat, denn es blieben auch dann noch immer acht ungesättigte Affinitäten übrig, während der Benzolkern nur sechs besitzt:

--C==C----C==C----C==C-- | | | | | |

Da kam *Kekulé* der Gedanke, das Zuviel von zwei Affinitäten, das die soeben dargestellte offene Kette besitzt, durch eine Schließung dieser Kette zum Ausgleich und zum Verschwinden zu bringen. »Macht man«, sagt er, »die Annahme, die beiden Kohlenstoffatome, die am Anfang und am Ende stehen, seien unter sich durch je eine Affinität verbunden, so hat man eine geschlossene Kette oder einen symmetrischen Ring, der noch sechs freie Affinitäten enthält.«

Aus diesem Ringe galt es nun, sämtliche aromatische Verbindungen abzuleiten und auf diese Weise den atomistischen Aufbau des Moleküls, die Konstitution, wie fortan das Schlagwort lautete, zu ergründen.

Zunächst blieb aber noch die Vorfrage zu entscheiden, ob die sechs Wasserstoffatome des Benzols, des Ausgangspunktes für alle aromatischen Verbindungen, unter sich gleichwertig sind, oder ob sie vielleicht, veranlaßt durch ihre Stellung, ungleiche Rollen spielen.

Da es beim Ersatz von Wasserstoff durch ein einwertiges Atom oder Radikal völlig gleichgültig ist, welches der sechs Wasserstoffatome des Benzols ersetzt wird, so entschied sich *Kekulé* für die erstere Annahme, daß nämlich die Wasserstoffatome des Benzols völlig gleichwertig sind. Die *Kekulé*sche Benzolformel zeigt dementsprechend die sechs Kohlenstoffatome in völlig symmetrischer Weise zu einem Ring verbunden. In bezug auf den Kohlenstoff sind auch die sechs Wasserstoffatome ganz symmetrisch gelagert; sie nehmen im Molekül völlig analoge Plätze ein. Man kann sich »das Benzol als ein Sechseck vorstellen, dessen sechs Ecken durch Wasserstoffatome gebildet sind«.

Bestätigt wurde diese Auffassung durch die merkwürdigen Isomerieerscheinungen, welche die Abkömmlinge des Benzols zeigen. Die zuerst bekannt werdenden Isomerien hatte man aus einer verschiedenartigen Gruppierung von Atomen zu Radikalen zu erklären vermocht. War doch die Entdeckung der Isomerie und der Wunsch sie zu erklären, das wichtigste Motiv für den Ausbau der Radikaltheorie gewesen. Für zahlreiche, isomere aromatische Verbindungen hatte das bisher geübte Erklärungsverfahren jedoch versagt. Wie sollte man z. B. aus der Radikaltheorie die Existenz von drei Dibrombenzolen (C_{6}H_{4}Br_{2}) erklären? *Kekulé* gelang dies ohne Schwierigkeit, indem er aus seiner Benzolformel drei Stellungsmöglichkeiten der beiden Bromatome ableitete und dadurch den Begriff der Stellungsisomerie schuf. Nach ihm ist für das Monobrombenzol nur eine Modifikation möglich, da die sechs Wasserstoffatome, von denen eins durch Brom ersetzt werden würde, völlig gleichartig sind. Dagegen sind drei Dibrombenzole denkbar und auch aufgefunden worden. Es kann nämlich das zweite Bromatom dem ersten benachbart sein (ab) oder ihm gegenüber sich befinden (ad) oder endlich die Stelle c einnehmen[432]. Die Stellungsmöglichkeiten sind damit erschöpft, da af und ae mit ab und ac identisch sind. Für das Tribrombenzol wies *Kekulé* gleichfalls drei Möglichkeiten nach, nämlich abc, abd und ace.

Die Anregung *Kekulés*, »wenigstens versuchsweise« Betrachtungen dieser Art in die Chemie einzuführen und dadurch eine geometrische Auffassung anzubahnen, fiel auf fruchtbaren Boden. Zahlreiche umfassende Untersuchungen führten zur Auffindung der von der *Kekulé*schen Theorie vorausgesehenen Verbindungen und bestätigten gleichzeitig diese Theorie in schönster Weise.

Besonders gilt das von den Arbeiten, die *Körner* zur Bestimmung des chemischen Ortes in den Benzolderivaten ausführte[433]. Zur Erläuterung dieses Problems betrachten wir die nach *Kekulés* Theorie möglichen drei Isomeriefälle der Disubstitutionsprodukte, z. B. des Dibrombenzols. Ihre Konstitution läßt sich durch folgendes Schema ausdrücken:

Br /\ /\ /\ Br | | | | | | \/ Br \/ \/ Br Br Br Orthoverbindung Paraverbindung Metaverbindung.

*Körner* stellte sich die Aufgabe, durch Versuche mit den drei Isomeren der Dibrombenzole zu entscheiden, um welche Art der Stellung es sich jedesmal handelt, d. h. bei welchem Dibrombenzol die Bromatome benachbart sind (Orthostellung), bei welchem sie einander gegenüberstehen (Parastellung) und bei welchem Stoff die Metastellung der Bromatome anzunehmen ist. Mit anderen Worten: Es war an den drei bekannt gewordenen, in ihren physikalischen Eigenschaften deutlich unterschiedenen Dibrombenzolen[434] zu ermitteln, ob die beiden Bromatome durch ein oder durch zwei Wasserstoffatome getrennt sind, oder ob sie nebeneinander stehen. *Körner* entschied diese Frage, indem er aus den drei von ihm und anderen Forschern dargestellten Dibrombenzolen Substitutionsprodukte durch Einführung eines dritten Bromatoms oder durch Einführung der Nitrogruppe (NO_{2}) herstellte und für jedes Dibrombenzol untersuchte, wieviel isomere Tribrombenzole oder Nitrodibrombenzole sich daraus ableiten lassen. Zur Erläuterung diene folgendes Schema, in dem wieder der besseren Übersicht halber die Wasserstoffatome des Benzols fortgelassen sind.

Br /\ /\ Br | /\ Br | | | | | | | \/ \/ | \/ Br Br | Br 1, 4 1, 3 | 1, 2

Br | Br | Br /\ Br | /\ Br Br /\ Br /\ Br | /\ Br /\ Br | | | | | | | | | | | | | | \/ | \/ \/ \/ Br | \/ \/ Br Br | Br Br Br | Br Br 1, 3, 4 | 1, 3, 4 1, 2, 5 1, 2, 3 | 1, 2, 4 1, 2, 3 | |(=1, 3, 4)

Man erkennt sofort, daß für das Paradibrombenzol (1, 4) nur ein Tribenzolderivat möglich ist, da sich beim Eintritt des dritten Bromatoms an Stelle eines der vier Wasserstoffatome immer ein- und dieselbe Verbindung ergibt. Dagegen sind, wie das Schema erkennen läßt, für das Metadibrombenzol (1, 3-Stellung) drei isomere Trisubstitutionsprodukte möglich. Für die Orthoverbindung (1, 2-Stellung) ergeben sich, wie leicht ersichtlich, zwei Möglichkeiten.

Die experimentelle Lösung der Aufgabe bestand also darin, für jedes Disubstitutionsprodukt zu untersuchen, wieviel Trisubstitutionsprodukte sich aus ihm ableiten lassen. Ergab z. B. eins der Dibrombenzole bei der Einführung eines dritten Bromatoms oder auch der Nitrogruppe drei einander isomere Derivate, so war damit erwiesen, dass die beiden Bromatome sich in der Metastellung (1, 3) befinden oder durch ein Wasserstoffatom getrennt sind. Dasjenige Dibrombenzol, für das nur zwei Triderivate existieren, war offenbar das Orthobrombenzol (1, 2-Stellung). Ein Dibrombenzol endlich, aus dem sich nur ein Tribrombenzol darstellen läßt, mußte das Paradibrombenzol sein und zwei Atome oder Atomgruppen in der 1, 4-Stellung enthalten.

Damit war man der Aufgabe, in den inneren Bau der Moleküle einzudringen, einen wesentlichen Schritt näher gekommen, während es noch kurz vor *Kekulé* und *Körner* für unmöglich gehalten wurde, die gegenseitige Stellung der Atome in den Molekülen anzugeben.

Mit dem naheliegenden Gedanken, ob die geschlossene Kohlenstoffkette, wie sie sich am Benzol und seinen Derivaten verwirklicht findet, die einzige Art von zyklischer Bindung ist, hat sich gleichfalls zuerst *Körner* beschäftigt. Auf ihn ist nämlich die Vorstellung zurückzuführen, daß man es in dem Pyridin[435], dem Stammkörper zahlreicher Pflanzenalkaloide, mit einer dem Benzol in seiner Konstitution sehr ähnlichen Verbindung zu tun habe. Das Pyridin ist nach *Körner*[436] ein Benzol, in dem eine CH-Gruppe durch den dreiwertigen Stickstoff ersetzt ist. Die Analogie ergibt sich am deutlichsten durch eine Gegenüberstellung der Formeln:

H H C C / \\ / \\ HC CH HC CH || | || | HC CH HC CH \ // \ // C N H

C_{6}H_{6} = Benzol. C_{5}H_{5}N = Pyridin.

Verbindungen von der Art des Pyridins, bei denen sich an der Bildung des Ringes nicht ausschließlich Kohlenstoffatome, sondern die Atome verschiedener Elemente beteiligen, hat man als heterozyklische Verbindungen den eigentlichen Benzolderivaten (auch karbozyklische Verbindungen genannt) gegenübergestellt. Später wurden auch Ringe bekannt, die nur aus Stickstoff (azozyklische Verbindungen) oder aus Kohlenstoff und Schwefel (Thiophen) bestehen. Eine neue Erweiterung erfuhr das Gebiet der zyklischen Verbindungen, als man die Aneinanderlagerung von Ringen kennen lernte. Eins der ersten Beispiele bot das Naphtalin (C_{10}H_{8}) dar, das, wie *Graebe* 1866 zeigte, gleichsam einen doppelten, aus zwei Benzolkernen zusammengeschweißten Ring darstellt:

H H C C //\ / \\ HC C CH | || | HC C CH \\/ \ // C C H H

Eine ähnliche Konstitution wurde für das gleichfalls in dem Steinkohlenteer, im Knochenöl und als Zersetzungsprodukt der Alkaloide vorkommende Chinolin nachgewiesen. Es steht, wie eine Gegenüberstellung der Formeln erläutert, in derselben Beziehung zum Naphtalin wie das Pyridin zum Benzol:

H H H H C C C C //\ / \\ //\ / \\ HC C CH HC C CH | || | | || | HC C CH HC C CH \\/ \ // \\/ \ // C C C N H H H

Naphtalin (C_{10}H_{8}) Chinolin (C_{9}H_{7}N)

Nachdem man das Auftreten von Pyridin und Chinolin bei der Zersetzung der Alkaloide oder Pflanzenbasen kennen gelernt hatte, lag der Gedanke nahe, ausgehend vom Pyridin und Chinolin die Pflanzenbasen synthetisch darzustellen. Die erste derartige Synthese, der viele andere gefolgt sind, gelang *Ladenburg* im Jahre 1886[437]. Es gelang ihm, ausgehend vom Pyridin, den 1827 entdeckten, wirksamen Bestandteil des gefleckten Schierlings (Conium maculatum), das Koniin darzustellen[438]. Zunächst bestanden Zweifel, ob es sich um ein dem natürlichen Koniin völlig entsprechendes Produkt handele. Letzteres ist nämlich optisch aktiv, während das synthetisch erhaltene Produkt die Polarisationsebene des Lichtes nicht dreht. Da man aber durch *Pasteurs* Untersuchungen über die Weinsäure (s. S. 296) die Erfahrung gemacht hatte, daß eine optisch inaktive Substanz mitunter aus zwei Isomeren von entgegengesetztem Drehungsvermögen besteht, so versuchte *Ladenburg* eine Trennung der in dem synthetischen Koniin gleichfalls vermuteten Isomeren. Die Trennung gelang, und es zeigte sich, daß die rechtsdrehende Verbindung in allen chemischen, physikalischen und physiologischen Eigenschaften mit dem Giftstoff des gefleckten Schierlings völlig übereinstimmte.

Es ist hier nicht die Aufgabe, auf Einzelheiten einzugehen. Wir müssen uns vielmehr auf die Darstellung der wichtigsten an die Benzoltheorie anknüpfenden Fortschritte beschränken. Sie lassen zur Genüge erkennen, daß die von *Kekulé* geschaffene Vorstellung von der ringförmigen Verknüpfung der Atome für den weiteren Ausbau der Chemie von ganz hervorragendem Wert gewesen ist.

Mit der Isomerie im engeren Sinne und der von *Kekulé* nachgewiesenen Stellungsisomerie war die Lehre von der Isomerie chemischer Verbindungen noch nicht zum Abschluß gelangt. Neue Entdeckungen bewirkten eine Erweiterung, die schließlich zur Ergründung der räumlichen Anordnung der Atome, zur Stereochemie leitete. Zunächst führte das verschiedenartige optische und kristallographische Verhalten von im übrigen allem Anschein nach völlig identischen Verbindungen zu dem Begriff der physikalischen Isomerie. Die grundlegende Untersuchung stellte *Pasteur*[439] an, noch ehe *Kekulé* die Benzoltheorie geschaffen hatte.

*Pasteur* suchte -- es war um die Mitte des 19. Jahrhunderts -- in das Gebiet der Kristallographie einzudringen, um daraus für seine chemischen Untersuchungen Nutzen zu ziehen. Zu diesem Zwecke schlug er einen Weg ein, der auch heute noch jedem Jünger der Wissenschaft als der gangbarste und erfolgreichste nicht dringend genug empfohlen werden kann. Er legte seinen Studien eine ausführliche, anerkannt meisterhafte, kristallographische Untersuchung zugrunde und wiederholte unter stetem Vergleichen alle Messungen der Originalarbeit. Es handelte sich um die Weinsäure und ihre Salze[440]. Auch diesmal zeigte es sich, daß das Studium bedeutender Originalarbeiten nicht nur ein vortreffliches Unterrichtsmittel, sondern vor allem auch ein Forschungsmittel, eine »Fundgrube von Anregungen und fordernden Gedanken« ist[441]. Während seiner Arbeit beobachtete *Pasteur*, daß seinem Lehrmeister eine wichtige Tatsache entgangen war. Bei allen weinsauren Salzen bemerkte er nämlich Andeutungen von hemiëdrischen Flächen. Neben der Weinsäure hatte die von *Pasteur* nachgeprüfte, ältere Arbeit auch auf eine Abart der Weinsäure, die Paraweinsäure oder Traubensäure, Rücksicht genommen. Als *Pasteur* die Salze dieser Säure prüfte, fand er, daß keins derselben hemiëdrisch ist. Einen weiteren Unterschied hatte vor *Pasteur* schon *Mitscherlich* gefunden. Eine Lösung von weinsaurem Salz lenkt nämlich die Polarisationsebene ab. Das traubensaure Salz ist dagegen optisch inaktiv. *Mitscherlich* hatte behauptet, die Salze beider Säuren seien in ihrer Zusammensetzung und in ihren übrigen physikalischen Eigenschaften völlig analog. Offenbar hatte auch er übersehen, welche Rolle die Hemiëdrie bei diesen Salzen spielt.

*Pasteur* fand den Schlüssel zu diesem Rätsel. Er wies nach, daß die Traubensäure, die sich dem polarisierten Lichte gegenüber inaktiv verhält, in zwei Abarten zerlegt werden kann, welche die Polarisationsebene des Lichtes im entgegengesetzten Sinne drehen[442]. Er fand nämlich, daß die Salze dieser links- und rechtsdrehenden Säuren zwar isomorph sind, aber Kristalle bilden, die sich hinsichtlich der Lage gewisser Flächen wie Spiegelbild und Gegenstand verhalten, also nicht zur Deckung gebracht werden können. Durch die sorgfältige Trennung dieser rechts- und linkshemiëdrischen Kristalle (siehe Abb. 43) wurde *Pasteur* zur Entdeckung der zusammengesetzten Natur der Traubensäure geführt.

»Ich trennte«, schildert *Pasteur* seine Entdeckung, »sorgfältig die rechtshemiëdrischen Kristalle von den linkshemiëdrischen und beobachtete ihre Lösungen jede für sich im Polarisationsapparat. Da sah ich mit ebenso großer Überraschung wie Freude, daß die rechtshemiëdrischen die Polarisationsebene nach rechts, die linkshemiëdrischen sie nach links drehten. Nahm ich ferner eine gleiche Menge beider Kristalle, so war die aus ihnen bereitete Lösung inaktiv, offenbar infolge des Ausgleiches der beiden gleichen aber in entgegengesetztem Sinne wirkenden Drehungen.« Machte sich in dem Salze eine solche Verschiedenheit bemerkbar, so ließ sich auch eine Doppelnatur der Säure vermuten. Und wirklich lenkte diejenige Traubensäure, die man aus dem rechtshemiëdrischen Salz erhielt nach rechts, die andere dagegen nach links ab. *Pasteurs* Untersuchungen über die Isomerie der Weinsäure waren 1853 zu einem vorläufigen Abschluß gelangt. Sieben Jahre später waren die Vorstellungen ausgereift, die *Pasteur* zur Erklärung der von ihm entdeckten Tatsachen entwickelte, Vorstellungen die, wie jene Tatsachen selbst, *van't Hoff* und anderen Forschern das Fundament für eine »Chemie im Raume« geboten haben[443].

Der Gedankengang, der *Pasteur* auf seine Vorstellungen leitete, war der folgende. Alle räumlichen Gebilde sind entweder symmetrisch, wie der menschliche Körper und eine gerade Treppe, oder sie besitzen keine Symmetrieebene, sie sind asymmetrisch. Beispiele hiefür sind die gewundene Treppe, die Hand und vor allem die Dinge, welche hier in Frage kommen, nämlich die links- und die rechtshemiëdrischen Kristalle der Weinsäure. Und nun richtet sich *Pasteurs* Blick von dem Makroskopischen auf das unsichtbar Kleine, von dem wir zwar keine unmittelbare Anschauung haben, wohl aber uns Vorstellungen machen können, ja machen müssen, wenn wir die Natur erklären wollen. Wenn wir uns jedes Molekül als eine Gruppe von Atomen vorstellen, die zu einander in einer bestimmten Anordnung stehen, dürfen wir dann nicht auch annehmen, fragt *Pasteur*, daß die Natur in den Atomgruppen, aus welchen sie die Moleküle aufbaut, gleichfalls die eine oder die andere jener Kategorien der räumlichen Anordnung befolgt hat? Durch solche Betrachtungen angeregt hat *Pasteur* eine Theorie der molekularen Asymmetrie aufgestellt, welche die in Frage stehenden Erscheinungen erläutert[444]. Das Molekül der Rechts-Weinsäure z. B., wie es auch sonst beschaffen sein mag, ist asymmetrisch, und zwar von einer Asymmetrie, die sich mit ihrem Spiegelbilde nicht deckt. Das Molekül der Links-Weinsäure weist die entgegengesetzte Lagerung der Atome auf. Für das Vorhandensein der molekularen Asymmetrie gab es nach dem dermaligen Stande der Kenntnisse zwei Anzeichen, die zu jener Theorie geführt haben und umgekehrt aus ihr erklärt werden. Diese äußeren Anzeichen sind das optische Drehungsvermögen und die eigenartige Hemiëdrie der Kristalle.

Weiter ausgeführt und bestimmter gestaltet wurden die von *Pasteur* geschaffenen Vorstellungen über die Symmetrie und die Asymmetrie der Moleküle durch *van't Hoff*, *Wislicenus* und andere Forscher. Denkt man sich mit *van't Hoff* und *Le Bel*[445] die vier Affinitäten des Kohlenstoffatoms nach den Ecken eines Tetraeders geordnet, so ergeben sich für den Fall, daß sämtliche Affinitäten durch vier verschiedene Atome oder Atomgruppen gesättigt sind, zwei voneinander abweichende Kombinationen, die nicht zur Deckung gebracht werden können (siehe Abb. 44), sondern sich, gleich jenen Kristallen der links- und rechtsdrehenden Weinsäure, wie Bild und Spiegelbild verhalten. Solche Verbindungen wurden dann allgemein als stereoisomer bezeichnet.

Während es sich in dem durch *Pasteur*, *van't Hoff* und *Wislicenus* erschlossenen Gebiete um eine Ausdehnung der geometrischen Betrachtungsweise auf die Verkettung der Atome handelte, führten die mit immer größerer Schärfe ausgeführten Bestimmungen der Atomgewichte zu Versuchen, zwischen den erhaltenen Zahlen arithmetische Beziehungen zu finden. Wenn wir von der verfehlten Hypothese *Prouts* absehen, so begegnet uns der erste Versuch dieser Art im Jahre 1829 bei dem Deutschen *Döbereiner*[446]. Letzterer wies darauf hin, daß das Atomgewicht des Broms das arithmetische Mittel der Atomgewichte von Chlor und Jod sei und suchte auch die übrigen Elemente zu solchen Gruppen, die er als Triaden bezeichnete, zusammenzufassen. Angeregt wurde *Döbereiner* durch *Berzelius'* Versuche zur Bestimmung der Atomgewichte der Salzbildner (Chlor, Brom, Jod). *Berzelius* hatte für das Brom 78,38 gefunden. Das Mittel der Atomgewichte von Chlor und Jod, (35,4 + 126,4)/2, ergab 80,47. *Döbereiner* nahm an, daß die nicht unbeträchtliche Differenz bei künftigen scharfen Bestimmungen der Atomgewichte ganz verschwinden werde. Er dehnte seine Betrachtungen auf die alkalischen Erdmetalle (Ca, Sr, Ba), auf die Alkalien (Li, Na, K) und die drei einander so ähnlichen Elemente Schwefel, Selen und Tellur aus. Für diese Gruppe ergab die Berechnung des mittleren Wertes

(32,23 (S) + 129,24 (Te))/2 = 80,7 (Se)

nur eine sehr geringe Abweichung von dem empirisch ermittelten Atomgewicht (Se = 79,26). Eisen, Mangan und Chrom, sofern sie dreiwertig auftreten und Sesquioxyde bilden, wurden zur dreigliedrigen Gruppe der »erzmetallischen Alaunbildner« vereinigt. Auf diese Weise gelangte *Döbereiner* zu der Annahme, daß die »Trias (Dreizahl) ein Gesetz für alle Gruppen chemischer Stoffe« sei.

Durch *Döbereiners* Betrachtungen wurde mit einem gewissen Erfolg das deduktive Element in die Chemie eingeführt. *Döbereiner* nahm z. B. an, daß für das Tellur neben der Oxydationsstufe TeO_{2} die höhere Stufe TeO_{3} existieren müsse, analog dem von *Mitscherlich* entdeckten Selentrioxyd und dem von ihm selbst zuerst dargestellten Schwefeltrioxyd. Wußte *Döbereiner* zwei ähnlichen Grundstoffen keinen dritten anzugliedern, so schloß er aus seiner Theorie, daß weiteres Forschen zur Auffindung jenes dritten Elementes und zu seiner Einreihung in die ihm zukommende Stelle führen werde.

Ein besonderes Interesse wandte *Döbereiner* den im Platinerz enthaltenen Metallen zu. Er ordnete Platin, Palladium, Rhodium, Iridium, Osmium und das ihm selbst zweifelhafte Pluran, an dessen Stelle später das Ruthenium getreten ist, nach ihren Atomgewichten in zwei Gruppen. Zur ersten stellte er Platin, Iridium und Osmium. Es ist nämlich nahezu[447] (Pt = 194,3, Ir = 192,5, Os = 190,3) das Mittel aus den Atomgewichten des Platins und des Osmiums gleich demjenigen des Iridiums.

*Döbereiners* Bemühungen, eine chemische Systematik zu begründen, fanden bei den Zeitgenossen nicht die verdiente Beachtung. Einmal waren die Tatsachen, auf denen sich das chemische System aufbauen sollte, noch zu unsicher und unzulänglich. Vor allem aber nahm die Beschäftigung mit der organischen Chemie, der *Wöhler* durch seine Abhandlung über die Synthese des Harnstoffs gerade einen ganz außerordentlichen Impuls gegeben hatte, das Interesse der Chemiker so sehr in Anspruch, daß alle übrigen Fragen zunächst zurücktraten.

Einen weiteren Schritt auf der von *Döbereiner* eingeschlagenen Bahn verdanken wir dem genialen Begründer der modernen Hygiene, *Max Pettenkofer*.

*Pettenkofer*[448] machte zuerst auf die Gleichheit der Differenzen innerhalb der verschiedenen Gruppen von chemischen Elementen aufmerksam. Ein auffallendes Verhältnis, sagte *Pettenkofer*, gebe sich kund, wenn man die Differenzen der Atomzahlen einzelner natürlicher Gruppen der Metalle und der nichtmetallischen Elemente vergleiche. Es zeige sich nämlich, daß diese Differenzen nahezu Multiplen einer und derselben Zahl seien. Den Nachweis dieser Regelmäßigkeit suchte *Pettenkofer* zunächst für die Alkalimetalle, die Metalle der alkalischen Erden, die Chrom- und die Schwefelgruppe zu führen. Als Differenzzahl glaubte er für diese Gruppen die Zahl 8 annehmen zu können. Nach der Berichtigung der Atomgewichte durch spätere Forscher kamen die von *Pettenkofer* für seine Differenzen angenommenen Zahlenwerte zwar nicht mehr in Frage, dennoch enthält sein Versuch die ersten Keime des natürlichen Systems der Elemente, das auf der Gleichheit der Differenzen in den verschiedenen Gruppen beruht.

Fast zur selben Zeit beschäftigte sich auch der Engländer *Gladstone* mit diesem Gegenstande[449]. Er ist wahrscheinlich der erste, der auf den Gedanken gekommen ist, die Atomgewichte sämtlicher Elemente nach der Größe ihrer Zahlenwerte zu ordnen. Es schien ihm nämlich kein Zufall zu sein, daß bei dieser Anordnung die Zahlenwerte an manchen Stellen große Lücken zeigten, während sie sich an anderen zusammendrängten. So befestigte sich immer mehr die Ansicht, daß ein gemeinschaftliches Band in den Atomgewichten der Elemente seinen Ausdruck finde. Einen Gegner fanden diese Bemühungen in *Berzelius*, der nach seinem Siege über die Anhänger der *Prout*schen Hypothese jede Spekulation von diesem Gebiete fernzuhalten strebte.

Die eigentliche Begründung eines Systems der Elemente fällt in den Beginn der sechziger Jahre des neunzehnten Jahrhunderts. Sie ist an die Namen *Lothar Meyer* und *Mendelejeff* geknüpft.

*Lothar Meyer* erwarb sich hervorragende Verdienste um die theoretische und um die physikalische Chemie. Ein grundlegendes Werk für diese Gebiete gab er im Jahre 1864 unter dem Titel »Die modernen Theorien der Chemie« heraus. Die regelmäßigen Beziehungen, welche die oben erwähnten und andere Forscher zwischen den Atomgewichten der verschiedenen Elemente aufgefunden hatten, führten *Meyer* auf die Frage, ob nicht »unsere Atome selbst wieder Vereinigungen von Atomen höherer Ordnung« seien. Ein Analogon boten die Molekulargewichte gewisser Reihen von organischen Verbindungen. So unterscheiden sich die zu derselben Gruppe gehörigen Kohlenwasserstoffe Methan (CH_{4}), Äthan (C_{2}H_{6}) und Propan (C_{3}H_{8}) in ihrem Molekulargewicht jedesmal um den Wert 14 (CH_{2}), während die drei so ähnlichen Metalle Lithium, Natrium und Kalium in ihren Atomgewichten die Differenz 16 wiederkehren lassen. *Meyer* prüfte eine Anzahl von Gruppen chemisch ähnlicher Elemente nach diesem Gesichtspunkt[450], so die Stickstoffgruppe (N, P, As, Sb, Bi), die Sauerstoffgruppe (O, S, Se, Te), die Natriumgruppe (Li, Na, K, Rb, Cs) und andere mehr.

Eine bestimmte Gesetzmäßigkeit in den Zahlenwerten der Atomgewichte ließ sich aus dieser Untersuchung *Meyers* vom Jahre 1864 ganz offenbar ersehen. Auch durfte *Meyer* annehmen, daß noch vorhandene Abweichungen durch schärfere Bestimmungen der Atomgewichte beseitigt werden würden. Doch warnte er selbst eindringlich vor dem so oft begangenen Fehler, empirisch gefundene Werte einer angenommenen Gesetzmäßigkeit wegen willkürlich zu korrigieren. Man müsse vielmehr in solchem Falle durch das Experiment genauer bestimmte Werte an die Stelle der früheren setzen. Diese Erwägung führte ihn zu einer sorgfältigen Nachprüfung aller vorhandenen Angaben über die Atomgewichte, eine Arbeit, deren er sich in Gemeinschaft mit *Seubert* unterzog. Zur Aufstellung eines, sämtliche damals bekannten Elemente umfassenden Systems gelangte *Meyer* im Jahre 1868. Ein Jahr später formulierte er das Gesetz, das dem natürlichen System der Elemente zugrunde liegt, mit folgenden Worten: »Die Eigenschaften der Elemente sind großenteils periodische Funktionen des Atomgewichtes«. D. h. dieselben oder ähnliche Eigenschaften kehren wieder, wenn das Atomgewicht um eine gewisse Größe gewachsen ist. Unabhängig von *Lothar Meyer* gelangte der russische Forscher *Mendelejeff* zu dem gleichen Ziele. In seiner Abhandlung vom Jahre 1869 »Über die Beziehungen der Eigenschaften zu den Atomgewichten der Elemente« wurden 63 Grundstoffe nach zunehmenden Atomgewichten in vertikalen Reihen so geordnet, daß die Horizontalreihen zu einer Gruppe gehörende Elemente enthielten[451].

Aus dieser Zusammenstellung zog *Mendelejeff* eine Anzahl von allgemeineren Folgerungen, die er in späteren Arbeiten eingehender begründete. Vor allem wies er schon damals darauf hin, daß sein natürliches System die Entdeckung einer Anzahl neuer Elemente vorhersehen lasse.

Die ausführlichste Darstellung des natürlichen Systems gab *Mendelejeff* in seiner berühmt gewordenen großen Abhandlung vom Jahre 1871, welche unter dem Titel »Die periodische Gesetzmäßigkeit der chemischen Elemente« erschien[452]. Neben den charakteristischen qualitativen Eigenschaften der Elemente, für die es bislang kein Mittel der Messung gibt, stehen die meßbaren Eigenschaften. Für zwei derselben stand *Mendelejeff* ein reichhaltiges Material zu Gebote, nämlich für das Atomgewicht und die Valenz oder die Wertigkeit. Die Vorstellungen über das Atomgewicht hatten seit der Anwendung der *Avogadro*schen Regel und des Gesetzes von *Dulong* und *Petit*[453] über die Atomwärme eine große Festigkeit erlangt. *Mendelejeff* konnte deshalb wohl betonen, der Begriff Atomgewicht als kleinster Teil eines Elementes, der in einem Molekül seiner Verbindungen enthalten ist, werde sich unter allem Wechsel in den theoretischen Vorstellungen erhalten. Als nächstliegendes Ziel der Chemie erkannte er die Aufgabe, die Eigenschaften der Elemente, die meßbaren sowohl wie die mehr qualitativen, in ihren Beziehungen zu den Atomgewichten zu erforschen. Dieser Aufgabe widmete sich *Mendelejeff* seit dem Jahre 1858. Das Ergebnis seiner Bemühungen war das periodische Gesetz, das er in einer Fassung aussprach, die sich mit dem von *Lothar Meyer* gefundenen Ausdruck fast vollkommen deckte. »Die Eigenschaften der Elemente und der aus ihnen zusammengesetzten Körper«, sagt *Mendelejeff*, »befinden sich in periodischer Abhängigkeit von den Atomgewichten«.

Zum Beweise stellte er zunächst sämtliche Elemente, deren Atomgewicht zwischen 7 und 36 liegt, in arithmetischer Folge zusammen. Es ergab sich folgende Reihe:

Li (7); Be (9,4); B (11); C (12); N (14); O (16); Fl (19). Na (23); Mg (24); Al (27,3); Li (28); P (31); S (32); Cl (35,5).

In dieser sind das erste und achte, das zweite und neunte, das dritte und zehnte Glied ähnliche Elemente von derselben Wertigkeit. Wie die chemischen so wiederholen sich auch die physikalischen Eigenschaften. Die ersten beiden Gruppen (Li Na; Be Mg) haben einen ausgesprochen metallischen Charakter, die letzten (Fl Cl; O S) den ausgeprägtesten metalloidischen. Die übrigen Gruppen bilden Übergänge.

Die von *Mendelejeff* gegebene Anordnung sämtlicher Elemente zeigt uns die folgende Tabelle.

Es erscheinen darin die sieben, soeben in die erste Reihe gestellten Grundstoffe Li, Be, B, C, N, O, F als typische Repräsentanten von sieben natürlichen Gruppen. Die Zusammensetzung der Oxyde und der Wasserstoffverbindungen läßt erkennen, daß die Valenz von der ersten bis zur vierten Gruppe steigt, um dann bis zur siebenten ebenso regelmäßig wieder abzunehmen. Eine Reihe von Zwischengliedern, die keiner der sieben ersten Gruppen zugewiesen werden konnten, bilden eine achte selbständige Gruppe. Das Element Wasserstoff nimmt als Grundtypus die Spitze des Systems und damit eine gesonderte Stellung ein.

================================================================== Reihen|Gruppe I. |Gruppe II. |Gruppe III. |Gruppe IV. |Gruppe V. | | | | | | | | -- | -- | -- | RH_{4} |RH_{3} | | R_{2}O | RO |R_{2}O_{3} | RO_{2} |R_{2}O_{5}| ================================================================== 1 | H = 1| | | | | 2 |Li = 7 |Be = 9,4 |B = 11 |C = 12 |N = 14 | |----------------------------------------------------------- 3 | Na = 23| Mg = 24| Al = 27,3| Si = 28| P = 31| 4 |K = 39 |Ca = 40 |-- = 44 |Ti = 48 |V = 51 | | | | | | | 5 | (Cu = 63)| Zn = 65| -- = 68| -- = 72| As = 75| 6 |Rb = 85 |Sr = 87 |?Yt = 88 |Zr = 90 |Nb = 94 | | | | | | | | | | | | | 7 |(Ag = 108)| Cd = 112| In = 113| Sn = 118| Sb = 122| 8 |Cs = 133 |Ba = 137 |?Di = 138 |?Ce = 140 |-- | 9 | (--)| --| --| --| --| 10 |-- |-- |?Er = 178 |?La = 180 |Ta = 182 | | | | | | | | | | | | | 11 |(Au = 199)| Hg = 200| Tl = 204| Pb = 207| Bi = 208| 12 |-- |-- |-- |Th = 231 |-- |

============================================================= Reihen|Gruppe VI. |Gruppe VII. |Gruppe VIII. | | | | RH_{2} | RH | -- | RO_{3} | R_{2}O_{7} | RO_{4} ============================================================= 1 | | | 2 |O = 16 |F = 19 | |------------------------------------------------------ 3 | S = 32| Cl = 35,5 | 4 |Cr = 52 | Mn = 55 |Fe = 56, Co = 59, | | | Ni = 59, Cu = 63 5 | Se = 78| Br = 80 | 6 |Mo = 96 |-- = 100 |Ru = 104, Rh = 104, | | | Pd = 106, Ag = 108 | | | 7 | Te = 125| J = 127 | 8 |-- |-- | -- -- -- -- 9 | --| --| 10 |W = 184 |-- | Os = 195, Ir = 197, | | | Pt = 198, Au = 199 | | | 11 | --| --| 12 |U = 240 |-- | -- -- -- --

*Mendelejeffs* großes Verdienst war es, daß er dem chemischen System eine erhöhte Bedeutung beilegte. Es galt ihm nicht als bloßes Mittel zur übersichtlichen Gruppierung und zum leichteren Erfassen der verschiedenartigen Tatsachen. Er erblickte vielmehr die wichtigste Aufgabe der Systematik darin, daß sie imstande sei, neue Analogien aufzudecken und neue Wege zur Erforschung der Elemente anzubahnen. *Mendelejeff* mußte z. B. in seinem System für bis dahin unentdeckte Glieder Lücken frei lassen. Er sagte aber die Eigenschaften dieser Glieder aus der ihnen zugeschriebenen Stellung bis ins einzelne voraus[454]. Mit Recht betrachtete *Mendelejeff* dieses kühne Unterfangen als einen weiteren »vollkommen klaren, wenn auch nur in Zukunft möglichen Beweis von der Richtigkeit des periodischen Gesetzes«. Als er seine Tafel aufstellte, fehlten zwei Elemente zwischen Zink (Atomgewicht = 65) und Arsen (Atomgewicht = 75). Diese Lücke wurde dadurch ausgefüllt, daß man im Jahre 1875 das Gallium[455] und zehn Jahre später das Germanium[456] mit allen von *Mendelejeff* vorausgesagten Eigenschaften entdeckte. Nachstehende Tafel läßt erkennen, bis zu welchem Grade die Vorhersage des russischen Forschers sich bezüglich des Germaniums als zutreffend erwiesen hat.

Voraussagungen Befunde

Atomgewicht 72 72,3 Spezif. Gewicht 5,5 5,47 Oxyd MO_{2} GeO_{2} Spezif. Gewicht des letzteren 4,7 4,703 Chlorid MCl_{4}. GeCl_{4} Siedepunkt des Chlorids unter 100° 86° Fluorid MF_{4} GeF_{4} Äthylverbindung M(C_{2}H_{5}){4} Ge(C{2}H_{5})_{4} Siedepunkt der letzteren 160° 160°

In einigen Fällen sah sich *Mendelejeff* veranlaßt, kleine Änderungen in der Reihenfolge der Elemente im Gegensatz zu den damals als gültig anerkannten Atomgewichtsbestimmungen vorzunehmen. Spätere Nachprüfungen führten dann zu einer zweiten glänzenden Bestätigung des periodischen Gesetzes, indem sich die von *Mendelejeff* im Widerspruch mit den damals geltenden Atomgewichten vorgenommenen Umstellungen als den wahren Werten entsprechend erwiesen.

Welches ist nun die Ursache des so merkwürdigen periodischen Gesetzes? Daß die Grundstoffe ihren Namen mit Recht tragen, ist danach sehr zweifelhaft. Es ist nicht jeder eine Welt für sich, wie man früher wohl glaubte, sondern sie bilden ein gesetzmäßig verknüpftes Ganzes. Welch großartiges Problem bietet sich hier der Forschung dar! Darf man doch hoffen, daß sich der Erkenntnis von der Einheit der Energie die Zurückführung der bunten Schar der Elemente auf einen einzigen Urstoff hinzugesellen wird, zumal nachdem die neuesten Ergebnisse der Radiumforschung die Umwandlung eines Elementes in ein anderes dargetan haben.

14. In der Spektralanalyse und in der Photographie entstehen die wichtigsten neuzeitlichen Forschungsmittel.

Dem Grenzgebiete zwischen der Chemie und der Physik gehört die aus den Forschungen eines *Fraunhofer*, *Brewster*, *Bunsen* und *Kirchhoff* hervorgegangene Spektralanalyse an. Als ihre eigentlichen Schöpfer sind die beiden zuletzt genannten Männer zu betrachten.

Der erste, der die Flammenfärbung zur Erkennung von Metallsalzen benutzte, war der deutsche Chemiker *Marggraf*[457]. Er unterschied auf diesem Wege die Natrium- von den Kaliumverbindungen. Auf den Gedanken, das Licht gefärbter Flammen gleich dem Sonnenlichte durch das Prisma zu zerlegen, war man gleichfalls schon im 18. Jahrhundert gekommen.

Auch die Veränderungen, welche das Licht erleidet, wenn es der absorbierenden Wirkung verschiedener Substanzen unterworfen wird, hatte man durch die prismatische Zerlegung des Lichtes kennen gelernt. So fand *Brewster*[458], nachdem das Licht durch eine Schicht salpetriger Säure gegangen war, in dem Spektrum viele hundert schwarze Streifen, die auf eine völlige Absorption des Lichtes an den betreffenden Stellen hindeuteten, obgleich das Gas nur schwach gefärbt war und dem Lichte fast ungehinderten Durchgang zu gestatten schien. Ähnliche Streifen hatte der Engländer *Wollaston*[459] wahrgenommen, als er das Sonnenspektrum hinter einem schmalen Spalt erzeugte. Diese Tatsache wurde von *Wollaston* jedoch nicht weiter verfolgt. Sie blieb vereinzelt und mußte von dem deutschen Optiker *Fraunhofer* mehr als ein Jahrzehnt später von neuem entdeckt werden.

*Fraunhofers* Lebensbild bietet dadurch ein besonderes Interesse, daß es zeigt, wie sich durch die Verkettung von Verstand, Ausdauer und Glück ein Menschenleben von ungewöhnlicher Bedeutung aus den bescheidensten äußerlichen Verhältnissen heraus entwickeln kann.

*Joseph Fraunhofer* wurde 1787 in Bayern als zehntes Kind eines armen Glasarbeiters geboren. Er kam zu einem Glasschleifer in die Lehre. Als eines Tages das Haus seines Lehrherrn einstürzte, wurde *Fraunhofer* unverletzt unter den Trümmern hervorgezogen. Diese Fügung lenkte die Aufmerksamkeit einiger Menschenfreunde auf ihn. *Fraunhofer* wurde als Optiker in ein optisch-mechanisches Geschäft aufgenommen. Dort verstand er es, sich in kurzer Zeit zu einer leitenden Stellung emporzuarbeiten. Er verbesserte die Fabrikationseinrichtungen, erfand die Herstellung von Glasarten, die nahezu frei von Schlieren waren, kurz, er wirkte bald bahnbrechend auf allen Gebieten der praktischen und befruchtend auf dem der theoretischen Optik. Auch die Astronomie ist ihm zu Dank verpflichtet, da es ihm gelang, dem achromatischen Fernrohr einen ungeahnten Grad der Vollkommenheit zu verleihen. Mit Recht hat man daher auf seinen Grabstein die Inschrift »Approximavit sidera«[460] gesetzt. *Fraunhofer* starb 1826, nachdem er noch nicht das vierzigste Lebensjahr vollendet hatte.

*Fraunhofer* hatte bei seiner Untersuchung[461] des Spektrums zunächst Aufgaben der praktischen Optik im Auge. Für die Berechnung der achromatischen Fernrohre ist nämlich eine genaue Kenntnis des Brechungs- und Farbenzerstreuungsvermögens der zur Anwendung kommenden Glasarten erforderlich. *Fraunhofer* suchte deshalb nach zuverlässigen Methoden, um das Brechungs- und Zerstreuungsvermögen von Glassorten zu ermitteln. Anfangs bemühte er sich, die Größe der Farbenzerstreuung aus der Größe des Spektrums festzustellen, das ein Prisma von bekanntem Brechungswinkel in einem verfinsterten Zimmer in bestimmter Entfernung gab. Da indessen die Grenzen des Farbenbandes sich nicht scharf genug ermitteln ließen, erhielt *Fraunhofer* auf diesem Wege nur ungenaue Resultate. Aus dieser Verlegenheit gelangte er mit einem Schlage heraus, als sich seine Aufmerksamkeit auf einen hellen, scharf begrenzten Streifen richtete, der sich im Spektrum einer Öllampe oder eines Talglichtes zwischen der roten und der gelben Farbe zeigte und der, wie wir jetzt wissen, von einem Natriumgehalt dieser Substanzen herrührt. Dieser helle Streifen befand sich stets an derselben Stelle des Spektrums, so daß er als Vergleichspunkt für die verschiedenen Glasarten dienen konnte.

Es lag nun der Gedanke nahe, nach einem ähnlichen, scharf hervortretenden Vergleichsobjekt im Sonnenspektrum zu suchen. Anstatt eines solchen erblickte *Fraunhofer* aber mit dem bewaffneten Auge zu seiner großen Überraschung fast unzählig viele, starke und schwache, vertikale dunkle Linien. Verbreiterte er den Spalt, durch den das Sonnenlicht auf das Prisma fiel, so wurden die Linien undeutlich. Endlich verschwanden sie ganz, was er daraus erklärte, daß bei einer breiteren Öffnung das Licht nicht mehr als ein Strahl anzusehen sei. *Fraunhofer* überzeugte sich, indem er verschiedene brechende Medien wählte, daß die später nach ihm benannten Linien wirklich in der Natur des Sonnenlichtes ihren Grund haben und nicht etwa durch Beugung hervorgerufen werden oder gar auf einer Sinnestäuschung beruhen. Ließ er das Licht einer Lampe durch die schmale Öffnung fallen, so zeigte sich nämlich keine derartige Linie, während das von der Venus ausgehende Licht sie alle enthielt -- gleichzeitig ein Beweis, daß ein Planet im reflektierten Sonnenlicht erglänzt. In den Spektren der Fixsterne entdeckte *Fraunhofer* gleichfalls Streifen. Doch stimmten diese Streifen, was Lage und Beschaffenheit betraf, mit den Linien des Sonnenspektrums nicht überein. Auch schienen ihm die Fixsternspektren unter sich Verschiedenheiten aufzuweisen. So fand er im Spektrum des Sirius drei breite Streifen, durch welche sich dieses Spektrum von dem der Sonne auffallend unterschied. Die stärksten Linien des Sonnenspektrums, die später wieder in Gruppen von Linien aufgelöst wurden, bezeichnete *Fraunhofer* durch große Buchstaben (siehe Abb. 45). A befindet sich im Rot, H im Violett, D an der Grenze von Orange und Gelb usw.

In dem Raum zwischen B und C zählte *Fraunhofer* 9 feine, scharf begrenzte Linien. Zwischen C und D bemerkte er deren dreißig. Die Linie D zeigte sich aus zwei starken Linien zusammengesetzt, welche durch einen schmalen hellen Streifen getrennt waren. Zwischen D und E erblickte *Fraunhofer* 84 Linien von verschiedener Schärfe; und in dem gesamten Raume zwischen B und H vermochte er sogar 574 Linien zu zählen. Von diesen hat er nur die kräftigeren in seiner Zeichnung angedeutet.

Von großer Tragweite war *Fraunhofers* Beobachtung, daß das Licht der Lampe eine helle Linie aufweist, die mit den beiden D-Linien des Sonnenspektrums zusammenfällt[462]. *Fraunhofer* schloß daraus, daß »der Exponent des Brechungsverhältnisses für den Strahl D mit dem Exponenten für die helle Linie einerlei ist«. Der Nachweis, daß diese helle Linie durch eine Spur von Natrium hervorgerufen wird, sowie die Beantwortung der Frage, weshalb sie mit den D-Linien zusammenfällt, blieb *Kirchhoff* und *Bunsen* vorbehalten, die auf der von *Fraunhofer* und einigen anderen Forschern geschaffenen Grundlage seit 1859 die Spektralanalyse zu einem Forschungsmittel allerersten Ranges entwickelt haben.

Der Gedanke, die von *Fraunhofer* mit solch glücklichem Erfolge betriebenen Spektraluntersuchungen für die chemische Analyse zu verwerten, ging von *Gustav Kirchhoff* aus. Dieser machte als junger Physikprofessor seinem Amtsgenossen *Bunsen*, der die Flammenfärbungen verschiedener Salze zum Nachweis der Metalle benutzte, den Vorschlag, anstatt die Flammen durch farbige Gläser und durch Lösungen zu betrachten, lieber ein Prisma anzuwenden. Beide Männer vereinigten sich zur Ausführung dieses Gedankens. Zunächst schufen sie einen für ihre Zwecke geeigneten Apparat, das Spektroskop, das Abb. 46 in seiner ursprünglichen, ihm von den Erfindern verliehenen Form darstellt.

A ist ein innen geschwärzter Kasten, der auf drei Füßen ruht. Die beiden schiefen Seitenwände des Kastens tragen die kleinen Fernrohre B und C. Die Okularlinsen des Rohres B sind entfernt und durch eine Platte ersetzt, in der sich ein aus zwei Messingschneiden gebildeter Spalt befindet. Der Spalt ist in den Brennpunkt der Objektivlinse eingestellt. Vor dem Spalt wurde die Lampe D so aufgestellt, daß der Saum ihrer Flamme von der Achse des Rohres B getroffen wurde. Etwas unterhalb der Stelle, wo die Achse den Saum traf, brachte man das zu einem kleinen Öhr gebogene Ende eines sehr feinen Platindrahtes. Diesem Öhr wurde eine Perle der zu untersuchenden Chlorverbindung angeschmolzen. Zwischen den Objektiven der Fernrohre B und C befindet sich ein Hohlprisma F mit einem brechenden Winkel von 60°, das mit Schwefelkohlenstoff gefüllt ist. Das Prisma ruht auf einer Messingplatte, die um eine vertikale Achse drehbar ist. Diese Achse trägt an ihrem unteren Ende den Spiegel G und darüber den Arm H, der als Handhabe dient, um das Prisma und den Spiegel zu drehen. Gegen den Spiegel ist ein kleines Fernrohr gerichtet, das dem hindurchblickenden Auge das Spiegelbild einer in geringer Entfernung aufgestellten horizontalen Skala zeigt. Durch Drehung des Prismas konnte man das ganze Spektrum der Flamme an dem Vertikalfaden des Fernrohrs C vorbeiführen und jede Stelle des Spektrums mit diesem Faden zur Deckung bringen. Einer jeden Stelle des Spektrums entsprach eine an der Skala zu machende Ablesung[464].

Die Spektren der wichtigsten Metalle wurden zunächst mit Hilfe der Chlorverbindungen hervorgerufen. Das Ergebnis war die beistehende, der Abhandlung vom Jahre 1860 entnommene Tafel. Die darauf dargestellten Spektren wurden mit den Spektren verglichen, die man erhielt, wenn man die Bromide, Jodide, Oxydhydrate, die schwefelsauren und die kohlensauren Salze der entsprechenden Metalle in folgende Flammen brachte:

in die Flamme des Schwefels, in die Flamme des Schwefelkohlenstoffs, in die Flamme des wasserhaltigen Alkohols, in die nicht leuchtende Flamme des Leuchtgases, in die Flamme des Kohlenoxydgases, in die Flamme des Wasserstoffs und in die Knallgasflamme.

Bei dieser umfassenden Untersuchung stellte sich heraus, daß die Verschiedenheit der Verbindungen, in denen die Metalle angewandt werden, die Mannigfaltigkeit der chemischen Vorgänge in den einzelnen Flammen und der große Temperaturunterschied dieser letzteren keinen Einfluß auf die Lage der den einzelnen Metallen entsprechenden Spektrallinien ausübt. *Kirchhoff* und *Bunsen* erklärten dies daraus, daß die von ihnen verflüchtigten Salze bei der Temperatur der Flamme nicht beständig seien, sondern zerfallen, so daß immer die Dämpfe des freien Metalles die Spektrallinien erzeugen.

Soviel erwies sich als sicher, daß jeder Stoff sein eigenes Spektrum hat. Die gleichartigen Spektren der verschiedensten Salze eines und desselben Metalles konnten deshalb nur daher rühren, daß in den Flammen derselbe Stoff das Leuchten bewirkt. Ob es sich dabei um den Dampf des freien Metalles oder etwa um das Metalloxyd handelt, oder ob die Lichterscheinungen ihre Ursache in den mit dem chemischen Vorgang verbundenen Energieumwandlungen haben, konnte nicht mit Sicherheit entschieden werden.

Die Untersuchung der Salze der bekannteren Metalle ergab, daß von allen Spektralreaktionen die des Natriums am empfindlichsten ist. Die gelbe Linie Na α (siehe die Tafel), welche das Natriumspektrum aufweist, fällt mit der *Fraunhofer*schen Linie D zusammen und zeichnet sich durch ihre besonders scharfe Begrenzung und ihre außerordentliche Helligkeit aus. An der Sauerstoff-, Chlor-, Jod- und Bromverbindung, an dem schwefelsauren und kohlensauren Salze zeigte sich die Reaktion am deutlichsten. Allein selbst bei den kieselsauren, borsauren, phosphorsauren und anderen feuerbeständigen Salzen fehlte sie nicht.

Folgender Versuch ließ erkennen, daß die Chemie keine Reaktion aufzuweisen hat, die sich mit der spektralanalytischen Bestimmung des Natriums an Empfindlichkeit vergleichen läßt. Die beiden Forscher verpufften in einer vom Standorte des Spektralapparates möglichst weit entfernten Ecke des Beobachtungszimmers, das ungefähr 60 Kubikmeter Luft faßte, drei Milligramm chlorsaures Natrium mit Milchzucker[465]. Darauf wurde die nicht-leuchtende Lampe vor dem Spalt beobachtet. Schon nach wenigen Minuten gab die allmählich sich fahlgelblich färbende Flamme eine starke Natriumlinie, die erst nach 10 Minuten wieder verschwunden war. Aus dem Gewichte des verpufften Natriumsalzes und der im Zimmer enthaltenen Luft ließ sich berechnen, daß in einem Gewichtsteile der letzteren nicht einmal 1/20000000 Gewichtsteil Natriumoxyd enthalten sein konnte. Da sich die Reaktion in der Zeit einer Sekunde mit aller Bequemlichkeit beobachten ließ, in dieser Zeit aber nach dem Zufluß und der Zusammensetzung der Flammengase zu urteilen, nur ungefähr 50 ccm oder 0,0647 g Luft, die weniger als 1/20000000 des Natriumsalzes enthielten, in der Flamme zum Glühen gelangten, so ergab sich, daß das Auge weniger als 1/3000000 Milligramm des Natriumsalzes noch deutlich zu erkennen vermag.

Auch der leuchtende Dampf der Lithiumverbindungen gab zwei scharf begrenzte Linien, eine gelbe sehr schwache und eine rote, glänzende. An Sicherheit und Empfindlichkeit übertraf auch diese Reaktion alle in der analytischen Chemie bisher bekannten.

Es ließ sich ferner die unerwartete Tatsache außer Zweifel stellen, daß das Lithium zu den verbreitetsten Elementen gehört. Lithium ließ sich mit Leichtigkeit im Meerwasser nachweisen. Asche von Tangen, die vom Golfstrom an die Küste getrieben waren, enthielt erhebliche Spuren davon. Sämtliche Orthoklase aus dem Granit des Odenwaldes zeigten sich lithiumhaltig. Mineralwässer, in denen Lithium kaum noch in einem Liter nach dem gewöhnlichen analytischen Verfahren nachgewiesen werden konnte, zeigten die rote Lithiumlinie oft schon, wenn man nur einen Tropfen des Wassers an einem Platindraht in die Flamme brachte. Selbst in der Asche von Tabak, vom Weinstock, sowie in der Asche der Feldfrüchte, die in der Rheinebene gezogen waren, fehlte das Lithium eben so wenig wie in der Milch der Tiere jenes Landstriches.

Ein Gemenge von flüchtigen Natrium- und Lithiumsalzen zeigte neben der Reaktion des Natriums die des Lithiums mit einer kaum verminderten Schärfe, während das unbewaffnete Auge an der Flamme nichts als das gelbe Licht des Natriums ohne jede Andeutung einer rötlichen Färbung wahrnahm.

In dem geschilderten, spektralanalytischen Verhalten der untersuchten Substanzen zeigte sich besonders die große Überlegenheit des neuen Verfahrens gegenüber dem bisherigen Nachweis der Elemente aus der Farbe und dem Aussehen gewisser Niederschläge. Wurde doch die charakteristische Farbe der Niederschläge oft durch Beimengung fremder Stoffe bis zur Unkenntlichkeit verwischt. Bei der Spektralanalyse dagegen erschienen die charakteristischen Linien unberührt von fremden Einflüssen und unverändert durch die Dazwischenkunft anderer Stoffe. »Die Stellen, welche sie im Spektrum einnehmen«, so lauten die Worte der beiden Forscher, »machen eine Eigenschaft aus, die so unwandelbar und fundamental ist wie das Atomgewicht der Stoffe. Dabei lassen sich diese Linien mit einer fast astronomischen Genauigkeit bestimmen. Was aber der spektralanalytischen Methode eine ganz besondere Wichtigkeit verleiht, ist der Umstand, daß sie die Schranken, bis zu welchen bisher die chemische Analyse reichte, fast ins Unbegrenzte hinausrückt.«

Bot nämlich die Spektralanalyse einerseits ein Mittel von bewunderungswürdiger Einfachheit, um die kleinsten Spuren gewisser Elemente in irdischen Substanzen zu entdecken und bisher unbekannte Elemente aufzufinden, so eröffnete sie andererseits der chemischen Forschung ein bis dahin verschlossenes Gebiet, das über die Grenzen der Erde, ja selbst des Sonnensystems hinausreicht. Da es bei der in Rede stehenden analytischen Methode genügt, das glühende Gas, um dessen Analyse es sich handelt, durch das Spektroskop zu beobachten, so lag der Gedanke nahe, diese Methode auch auf die Atmosphäre der Sonne und die helleren Fixsterne anzuwenden. Diesen Gedanken verwirklicht zu haben, ist das große Verdienst *Gustav Kirchhoffs*.

Schon *Fraunhofer* hatte bemerkt, daß in dem Spektrum einer Kerzenflamme eine helle Linie auftritt, die mit den beiden dunklen D-Linien des Sonnenspektrums zusammenfällt. *Bunsen* und *Kirchhoff* vermochten die helle Linie der Kerze, die sich als eine Doppellinie erwies, auf die Allverbreitung des Natriums und die außerordentliche Empfindlichkeit der Spektralreaktion dieses Elementes zurückzuführen. Über den Grund des erwähnten Zusammenfallens gab eine zufällige Beobachtung Aufschluß. Bei der Untersuchung von Flammenspektren der verschiedenen Metallsalze befand sich eine mit Natrium gefärbte Alkoholflamme vor dem Spalt des Spektralapparates, während gleichzeitig Sonnenlicht hineinfiel. Bei diesem Versuche erschien die Natriumlinie auffallend dunkel, während man doch ein stärkeres Hervortreten der Linie hätte vermuten dürfen. Um diese unerwartete Erscheinung zu erklären, ließ *Kirchhoff* *Drummond*sches Kalklicht, das keine dunklen Linien gibt, sondern ein zusammenhängendes Spektrum liefert, zunächst durch eine Natriumflamme und darauf durch das Prisma fallen. Jetzt befand sich an der Stelle der gelben Linie eine dunkle. Hiermit war das erreicht, was in der Folge als eine Umkehrung des Flammenspektrums bezeichnet wurde.

Die Erscheinung erklärte *Kirchhoff* durch die Annahme, daß eine Natriumflamme nur solche Strahlen absorbiert, die sie selbst aussendet, für alle anderen Strahlen aber durchlässig ist. Daß diese Erklärung zutrifft, zeigt folgende, von *Kirchhoff* herrührende Überlegung. Wenn man vor den glühenden Platindraht, dessen Spektrum man betrachtet, eine Natriumflamme bringt, so ändert sich die Helligkeit in der Nähe der Natriumlinien nicht; in diesen *selbst* ändert sie sich aus doppeltem Grunde: die Stärke des Lichtes, das von dem Platindraht ausgegangen ist, wird hier durch die Absorption der Flamme auf einen gewissen Bruchteil des ursprünglichen Wertes herabgesetzt. Das Licht der Natriumflamme wird aber hinzugebracht. Es ist klar, daß wenn der Platindraht stark genug leuchtet, der durch die Absorption bewirkte Verlust an Licht den durch die Leuchtkraft der Flamme hervorgebrachten Gewinn überwiegen muß; die Natriumlinien werden dann dunkler als ihre Umgebung erscheinen und können, wenn die Absorption stark genug ist, durch den Kontrast mit der Umgebung ganz schwarz aussehen, obgleich ihre Lichtstärke größer ist als diejenige, welche die Natriumflamme für sich allein hervorbringt.

Ebenso leicht, wie die hellen Natriumlinien in dunkle verwandelt werden konnten, gelang dies bei der roten Lithiumlinie. Auch an den Spektren der Metalle Kalium, Strontium, Calcium und Barium wurde von den beiden Forschern die Umkehrung und damit die Richtigkeit des von *Kirchhoff* ausgesprochenen Absorptionsgesetzes nachgewiesen.

Dieses wichtige Gesetz wurde in *Kirchhoffs* Abhandlung »Über den Zusammenhang zwischen Emission und Absorption von Licht und Wärme«[466] mathematisch entwickelt und dahin ausgesprochen, daß »für Strahlen derselben Wellenlänge bei derselben Temperatur das Verhältnis des Emissionsvermögens zum Absorptionsvermögen für alle Körper dasselbe ist«.

Mit der Umkehrung der Spektren waren die *Fraunhofer*schen Linien des Sonnenspektrums erklärt. Sie deuten offenbar auf Dämpfe hin, welche den glühenden Zentralkörper umgeben und das von ihm ausgehende Licht absorbieren. Auf Grund der an den Metallspektren und deren Umkehrungen gewonnenen Ergebnisse vermochte *Kirchhoff* auf die Natur der absorbierenden Dämpfe und damit auf die materielle Beschaffenheit der Sonne, sowie der fernen Weltkörper überhaupt zu schließen. Der Astronomie wurde auf diese Weise ein ungeahnter Ausblick eröffnet. Dem Ausspruch *Humboldts*[467], daß die Weltkörper für unsere Erkenntnis nur gravitierende Materie ohne elementare Verschiedenheit der Stoffe seien, war jetzt die Berechtigung entzogen. *Kirchhoff* lieferte eine sehr genaue Untersuchung über das Sonnenspektrum[468], indem er die Lage von mehr als 2000 *Fraunhofer*schen Linien nach einer von ihm gewählten Skala bestimmte. Dabei ergab sich, daß eine große Anzahl ausgezeichneter *Fraunhofer*scher Linien mit den Linien bekannter Metallspektren zusammenfallen.

Ein Blick auf die von *Kirchhoff* entworfene Tafel (Abb. 47) zeigt viele derartige Koinzidenzen. Besonders auffallend war es, daß sich an den Stellen aller von ihm beobachteten Eisenlinien im Sonnenspektrum scharfe dunkle Linien befanden[469]. Jede dieser Koinzidenzen ließ sich mit einer Sicherheit feststellen, welche derjenigen gleichkam, mit der bisher die Koinzidenz der Natriumlinien mit den D-Linien erwiesen war. Die beobachtete Tatsache erklärte *Kirchhoff* durch die Annahme, daß die Lichtstrahlen, die das Sonnenspektrum liefern, durch Eisendämpfe gegangen sind und hier die Absorption erlitten haben, welche Eisendämpfe ausüben müssen. »Der Annahme solcher Dämpfe in der Atmosphäre der Sonne«, sagt *Kirchhoff*, »steht bei der Temperatur, die wir diesem Weltkörper zuschreiben müssen, nichts entgegen. Die Beobachtungen des Sonnenspektrums scheinen mir die Gegenwart von Eisendämpfen in der Sonnenatmosphäre mit einer so großen Sicherheit zu beweisen, wie sie in den Naturwissenschaften überhaupt erreichbar ist.«

Nachdem die Gegenwart eines irdischen Stoffes in der Sonnenatmosphäre festgestellt und dadurch eine große Zahl von *Fraunhofer*schen Linien erklärt war, lag die Vermutung nahe, daß auch andere irdische Stoffe sich an der Zusammensetzung der Sonne beteiligen und durch die Absorption, welche sie ausüben, entsprechende *Fraunhofer*sche Linien erzeugen. Dies ergab sich in der Tat für Calcium, Magnesium und Natrium. Allerdings ist die Zahl der hellen Linien in dem Spektrum eines jeden dieser Metalle nur klein. Aber diese Linien, sowie diejenigen des Sonnenspektrums, mit denen sie zusammenfallen, sind so deutlich, daß diese Koinzidenzen sich mit ganz besonderer Schärfe beobachten lassen.

Es lag nahe, zu untersuchen, ob auch Nickel und Kobalt, welche die steten Begleiter des Eisens in den Meteoriten sind, einen Bestandteil der Sonnenatmosphäre bilden. Mit gleicher Bestimmtheit, wie es für das Eisen geschehen, konnte indessen *Kirchhoff* in diesem Falle den Beweis nicht liefern. Für Barium, Kupfer und Zink machte er es wahrscheinlich, daß sie in der Sonnenatmosphäre vorhanden sind. Die Untersuchung auf Gold, Silber, Blei und einige andere Metalle ergab ein negatives Resultat.

Spätere Untersuchungen haben das Vorhandensein von Kobalt und Nickel in der Sonnenatmosphäre dargetan. Durch die Spektralanalyse ist die Anwesenheit von mehr als 30 Elementen in der Sonne mit Sicherheit nachgewiesen; darunter befinden sich Eisen, Nickel, Mangan, Chrom, Kobalt, Kohlenstoff (200 Linien), Calcium, Magnesium, Natrium, Silicium, Strontium, Barium, Aluminium, Zink, Kupfer, Silber, Zinn, Blei, Kalium. Im Sonnenspektrum nicht nachgewiesen sind: Antimon, Arsen, Wismut, Bor, Stickstoff, Gold, Quecksilber, Phosphor, Schwefel[470]. Doch ist damit nicht etwa der Nachweis geliefert, daß die letztgenannten Elemente an der Zusammensetzung des Sonnenkörpers nicht beteiligt sind. Man ist aus den Ergebnissen der Spektralanalyse in höherem Maße als durch die Analyse der Meteoriten zu dem Schlusse berechtigt, daß das übrige Weltall, soweit es sich den Sinnen offenbart, denselben elementaren Aufbau wie die Erde besitzt.

Der Gesamtverlauf der Untersuchung mußte *Kirchhoff* zu der Annahme führen, daß die Sonne aus einem festen oder tropfbar flüssigen, in der höchsten Glut befindlichen Kern besteht, der für sich ein kontinuierliches Spektrum geben würde, der aber umgeben ist von einer das Licht zum Teil absorbierenden Atmosphäre von etwas geringerer Temperatur[471].

Diese Vorstellung von der Beschaffenheit der Sonne stimmt mit der von *Laplace* begründeten Hypothese über die Bildung unseres Planetensystems überein[472]. Wenn die Masse, die jetzt in den einzelnen Körpern dieses Systems verdichtet ist, in früheren Zeiten einen zusammenhängenden Nebel von ungeheurer Ausdehnung bildete, durch dessen Zusammenziehung die Sonne, die Planeten und die Monde entstanden sind, so müssen alle diese Körper im wesentlichen von der gleichen chemischen Zusammensetzung sein.

Die Vermutung, welche *Bunsen* und *Kirchhoff* schon in ihrer ersten Abhandlung vom Jahre 1860 aussprachen, daß nämlich die Spektralanalyse ein Mittel zur Entdeckung bisher unbekannter Elemente abgeben werde, sollte sich sehr bald als zutreffend erweisen. Schon im Jahre 1861 konnten beide Forscher eine Untersuchung veröffentlichen, durch welche die Gruppe der Alkalimetalle um zwei neue Glieder, das Cäsium und das Rubidium, bereichert wurde. Das Vorkommen dieser Elemente ist ein so spärliches, daß es der Verarbeitung von 44000 kg eines Soolwassers[473] bedurfte, um nur wenige Gramm des zur Untersuchung nötigen Materiales zu erhalten. Die Mutterlauge der untersuchten Soole zeigte nach der Ausfällung von Calcium, Strontium und Magnesium im Spektralapparat die Linien von Natrium, Kalium und Lithium und außer diesen noch zwei ausgezeichnete, sehr nahe beieinander liegende blaue Linien. Da kein einziges der bisher bekannten Elemente an der betreffenden Stelle des Spektrums zwei solche Linien hervorbrachte, so konnte die Existenz eines bisher unbekannt gebliebenen Grundstoffes als erwiesen betrachtet werden. Diesen Grundstoff bezeichneten *Kirchhoff* und *Bunsen* der blauen Farbe seiner charakteristischen Linien wegen als Cäsium. Durch geeignete Behandlung des Minerals Lepidolith erhielten beide Forscher einen Niederschlag, der im Spektralapparat zwei neue, prachtvolle violette Linien von bestimmter Lage zeigte und auf einen zweiten, bis dahin unbekannten Grundstoff hindeutete. Er erhielt den Namen Rubidium, weil seine charakteristischen Linien im roten Teile des Spektrums liegen.

Beide Elemente wurden darauf von *Bunsen* eingehend auf ihr chemisches Verhalten geprüft. Sie erwiesen sich als dem Natrium und dem Kalium sehr ähnliche Grundstoffe. Ihre Affinität zum Sauerstoff war sogar noch größer als diejenige des Kaliums.

Bei der Untersuchung der Spektren von Rubidium und Cäsium bedienten sich *Kirchhoff* und *Bunsen* eines verbesserten Apparats. Dieser Apparat, der den noch heute gebräuchlichen Spektroskopen im wesentlichen entspricht, gestattet die Spektren zweier Lichtquellen auf das Schärfste miteinander zu vergleichen. Er besitzt eine mit Ziffern versehene Skala, die sich in dem Rohre C vor einer Sammellinse befindet und durch Reflexion an der vorderen Prismenfläche dem durch das Fernrohr B blickenden Beobachter gleichzeitig mit den Spektren sichtbar wird. Die Vergleichung zweier Spektren wird folgendermaßen erreicht. Der Spalt, welcher das Licht durch das Rohr A zum Prisma gelangen läßt, bleibt in der oberen Hälfte frei, in der unteren wird er dagegen von einem kleinen Prisma bedeckt. Dieses läßt durch totale Reflexion die Strahlen der Lichtquelle D durch den Spalt treten, während die Strahlen der Lichtquelle E direkt durch die obere Hälfte des Spaltes gehen[474]. Ein Jahr später erfuhr das Spektroskop durch *Kirchhoff* eine weitere Verbesserung. Da die Spektrallinien bei den bisher benutzten Apparaten für feinere Ablesungen zu nahe beieinander lagen, galt es, eine Verbreiterung des Spektrums herbeizuführen. *Kirchhoff* erzielte dies, indem er statt eines Prismas vier in einem Halbkreise geordnete Prismen anwandte. (Abb. 49.)

Jedem Durchgang durch eines der drei hinzugefügten Prismen entsprach eine Verbreiterung des Spektrums unter entsprechender Vergrößerung des Abstandes der Spektral- oder der *Fraunhofer*schen Linien. Mit diesem Apparat stellte *Kirchhoff* seine Untersuchung über das Sonnenspektrum an, mit deren wichtigen Ergebnissen wir schon bekannt wurden[475]. Eine weitere Vergrößerung der Dispersion oder Zerstreuung des Lichtes erzielte man dadurch, daß man an die Stelle der Glasprismen mit stark zerstreuendem Schwefelkohlenstoff gefüllte Hohlprismen brachte. Für manche Zwecke erwiesen sich ferner die geradsichtigen Spektroskope als erwünscht. Ihre Konstruktion beruht auf dem Grundsatz, daß man Prismenverbindungen herstellen kann, die wohl die Ablenkung, nicht aber die Farbenzerstreuung aufheben.

An die grundlegenden Arbeiten *Kirchhoffs* und *Bunsens* schlossen sich die Untersuchungen zahlreicher Physiker an. Mit den Spektren stark verdünnter Gase beschäftigten sich *Plücker* und *Wüllner*. Von dem Linienspektrum, das besonders durch stark verdünnte, elementare Gase und Dämpfe hervorgerufen wird, unterschied man das bei geringerer Verdünnung und insbesondere bei chemischen Verbindungen auftretende Bandenspektrum. Absorptionsstreifen traten auch auf, wenn man das kontinuierliche Spektrum durch flüssige und feste Körper hindurchgehen ließ.

An die Durchforschung des Sonnenspektrums reihten sich die spektroskopischen Untersuchungen der Protuberanzen, der Fixsterne und der Nebelflecken. Unter den irdischen Lichtquellen wandte sich das Interesse der mit dem Spektroskop arbeitenden Physiker insbesondere dem elektrischen Funken, dem Blitz, dem Nordlicht und zahlreichen anderen Erscheinungen zu, über deren Natur die neue Methode eine Fülle wertvoller Aufschlüsse gewinnen ließ.

In nicht geringerem Grade hat sich die Fruchtbarkeit des neuen Verfahrens für die Chemie selbst offenbart. Es wurde nicht nur zu dem wichtigsten analytischen Hilfsmittel, sondern es führte schon in den Händen seiner Erfinder zur Entdeckung neuer Grundstoffe[476] und drang befruchtend in alle Zweige der angewandten Naturwissenschaften ein. So erblicken wir heute das Spektroskop in den Händen des Arztes, wenn es gilt, eine Kohlenoxyd- oder eine Blausäurevergiftung nachzuweisen, oder des Hüttenmannes, der aus dem Verschwinden der Kohlenstofflinie die Beendigung des Bessemerprozesses abliest.

Auch auf dem Gebiete der Astronomie erwies sich die Spektroskopie als eins der wichtigsten Forschungsmittel, besonders nachdem sie mit der Photographie vereinigt worden war. Jetzt erst war man imstande, die chemische und die physikalische Natur, sowie manche Bewegungserscheinungen der Gestirne aufzuhellen. Die genauere spektroskopische Erforschung der Sonne setzten sich der Schwede *Angström*, der Engländer *Lockyer* und der Amerikaner *Rowland* als Aufgabe. Letzterer lieferte die gründlichste Untersuchung unseres Zentralgestirns[477].

Das Studium der Sonnenphotosphäre führte zur Entdeckung eines Elementes, das die Mineralchemie bis dahin noch nicht kennen gelernt hatte. Der englische Physiker *Crookes* erkannte es an einer hellen, gelben Linie und nannte es Helium. Später gelang es *Rayleigh*, das Helium auf der Erde nachzuweisen[478].

Für die Planeten machte das Spektroskop das Vorhandensein ziemlich dichter, aus Luft und Wasserdampf bestehender Hüllen wahrscheinlich. In den Kometen wurden Kohlenstoffverbindungen nachgewiesen. Das wichtigste Ergebnis der astronomischen Spektroskopie besteht somit darin, daß die Beschaffenheit der Materie im ganzen Weltraum die gleiche ist. Die Untersuchung der Fixsternspektren führte zur Entdeckung gewisser Typen dieser Weltkörper, die sich im wesentlichen als chemisch und physikalisch unserer Sonne gleichartige Bildungen erwiesen.

Auch für das Studium der Bewegung kosmischer Massen wurde das Spektroskop von größter Wichtigkeit. Man beobachtete die Verschiebung der Spektrallinien nach dem roten und nach dem violetten Teile des Spektrums. Eine Erklärung hierfür bot das *Doppler*'sche Prinzip. Danach muß die Wellenzahl des Lichtes sich vergrößern oder sich verringern, je nachdem wir uns der Lichtquelle nähern oder uns von ihr entfernen. So schloß *Huggins* 1868 aus der Verschiebung der Linien im Spektrum des Sirius, daß dieses Gestirn sich mit einer Geschwindigkeit von 6 Meilen in der Sekunde von uns fortbewegt. Derartige Messungen geben indessen keinen Aufschluß über die wahre Geschwindigkeit, da sie ja nur die eine, in den Visionsradius fallende Bewegungskomponente zu bestimmen gestatten. Gleichfalls im Jahre 1868 bestimmte *Lockyer* die Geschwindigkeit der unter dem Namen der Protuberanzen bekannten Wasserstofferuptionen der Sonne aus der Verschiebung der grün-blauen F-Linie des Wasserstoffs zu 32 Meilen für die Sekunde.

Eine mächtige Bundesgenossin erwuchs der Spektralanalyse in der Photographie. Daß die Haut durch eine Lösung von Silbernitrat geschwärzt wird, war schon im Mittelalter bekannt. Auch kannte man die Farbenänderung, welche das Chlorsilber erfährt[479]. schon seit langer Zeit. Daß man es hier mit einer Wirkung des Lichtes zu tun habe, wurde im Beginn des 18. Jahrhunderts bemerkt[480]. Später folgte die Beobachtung, daß sich die chemische Wirkung des Lichtes nicht gleichmäßig über alle Teile des Spektrums verbreitet, und daß sie sich sogar über das Violett hinaus erstreckt.

Die ersten Versuche, dieses Verhalten zur Herstellung von Bildern zu verwenden, scheiterten an dem Umstande, daß man das unveränderte Silbersalz nicht zu entfernen vermochte. Erst die Jahrzehnte währenden, vereinten Bemühungen der Franzosen *Nièpce* und *Daguerre* führten zu einem befriedigenden Ergebnis. Ihr Verfahren wurde Daguerrotypie genannt. Es bestand darin, daß man das Bild einer Camera obscura auf eine versilberte Platte wirken ließ, auf der man zuvor durch Joddämpfe eine Jodsilberschicht hervorgerufen hatte. Ein merkwürdiger Zufall führte zur Entdeckung einer Art von Entwicklungsverfahren. Kurze Zeit belichtete Platten, die kaum Spuren einer Änderung zeigten, hatte man in einen Schrank gelegt, in dem etwas Quecksilber verschüttet war. Als man diese Platten wieder herausnahm, war ein deutliches Bild desjenigen Gegenstandes zu erblicken, dessen Strahlen vorher auf die Platten gewirkt hatten. Erst nach langem Kopfzerbrechen erkannte man das Quecksilber, dessen Dämpfe sich an den belichteten Stellen niederschlagen, als die Ursache dieser, alles in Erstaunen versetzenden Erscheinung.

Das von *Daguerre* herrührende Verfahren wurde seit der Mitte des 19. Jahrhunderts durch die von dem Engländer *Talbot* erfundene Papierphotographie verdrängt. *Talbot* überzog einen Bogen Papier mit einer hinreichenden Menge Silbernitrat und setzte ihn den Sonnenstrahlen aus, nachdem er einen Gegenstand vor dem Papiere angebracht hatte, der einen scharf begrenzten Schatten wirft[481]. Die belichteten Stellen des Papiers wurden dann geschwärzt, während die im Schatten befindlichen Stellen weiß blieben.

Die ersten Gegenstände, welche *Talbot* auf diese Weise abzubilden suchte, waren Blumen und Blätter. Als er bemerkte, daß die erhaltenen Bilder infolge der weiteren Einwirkung des Lichtes nur von kurzer Dauer waren, suchte er nach einem Verfahren, sie haltbar oder doch wenigstens beständiger zu machen. Folgende Überlegungen führten ihn zu dem erwünschten Ziele: Das vom Lichte geschwärzte Silbernitrat ist nicht mehr dieselbe chemische Substanz wie zuvor. Wenn daher das dem Sonnenlichte ausgesetzte Bild einem chemischen Prozeß unterworfen wird, so werden die weißen und die dunklen Stellen des Bildes in verschiedener Weise beeinflußt werden. Es ist nicht wahrscheinlich, daß nach der chemischen Behandlung die unveränderten und die geschwärzten Stellen einer weiteren Veränderung unterliegen. Sollte letzteres aber doch der Fall sein, so läßt sich nicht annehmen, daß diese Änderung jetzt auch darauf hinauslaufen wird, den verschiedenen Stellen das gleiche Aussehen zu verleihen. Angenommen, daß sie jetzt eine Verschiedenheit beibehalten, so wird das Bild sichtbar bleiben. *Talbot* fand bald diesem Zweck entsprechende Chemikalien, die ihm zum Fixieren seiner Photographien dienten.

Er kam dann auf den Gedanken, das Bild, das die Camera obscura auf das Papier hinzaubert oder auch nur die Umrisse dieses Bildes, die Lichter und die Schatten, wenn auch der Farbe entkleidet, festzuhalten. *Talbot* war zwar zuerst versucht, diesen Gedanken als einen wissenschaftlichen Traum anzusehen. Dennoch ging er ans Werk. Er versah seine Camera mit einem Objektiv und mit lichtempfindlichem Papier und stellte sie vor einem Gebäude auf, das günstig von der Sonne beschienen wurde. Einige Zeit darauf öffnete er den Apparat und fand auf dem Papier ein deutliches Bild des Gebäudes.

Die Bilder, welche *Talbot* (1835) erhielt, waren Negative, aus denen sich beliebig viele Positive gewinnen ließen. Die Photographie war dadurch zu einer vervielfältigenden Kunst geworden. So lange aber das Papier der einzige Träger der lichtempfindlichen Substanz war, blieb das Verfahren recht unvollkommen. Es wurde erst lebensfähig, als man zur Herstellung des Negativs Kollodium anwandte (1851), das infolge seiner Durchsichtigkeit die Gewinnung scharf begrenzter Positive ermöglichte.

Welche Bedeutung diese »kleine Erfindung«, wie sie von *Talbot* in seinem Bericht genannt wird, für die Kunst, die Wissenschaft und das praktische Leben gewinnen sollte, konnte der Erfinder freilich noch nicht ahnen. Wir können ihre Bedeutung erst ermessen, wenn wir uns denjenigen wissenschaftlichen und technischen Aufgaben der neuesten Zeit zuwenden, zu deren Bewältigung die Photographie in ganz hervorragendem Maße beigetragen hat.

Seitdem die bequeme Trockenplatte erfunden war, und das empfindliche Bromsilber für die Aufnahme des Lichteindrucks nur den Bruchteil einer Sekunde beanspruchte, drang das photographische Verfahren als die zuverlässigste und mit keinen subjektiven Mängeln behaftete Beobachtungsmethode in alle Zweige der Wissenschaft und der Technik ein. Es lag in der Natur der Sache, daß die Astronomie, die es fast nur mit Lichterscheinungen zu tun hat, in erster Linie und in solchem Maße aus dem photographischen Verfahren Nutzen zog, daß wir uns den in der neuesten Zeit emporgeblühten, physikalischen Teil dieser Wissenschaft ohne letzteres gar nicht denken können. Welch mühevolle Arbeit[482] mußte z. B. *Kirchhoff* leisten, um das Sonnenspektrum so zu zeichnen, daß jede der vielen hundert Linien in der ihr zukommenden Lage und Stärke hervortrat! Dasselbe erreichte bald darauf *Rutherford* in kürzester Zeit und mit objektiver Treue, als er zum ersten Male das Sonnenspektrum photographierte[483].

Zu den wunderbarsten Leistungen der Photographie gehört die neuerdings gelungene Aufnahme von Dingen, die das Auge nicht zu sehen vermag, die Photographie des Unsichtbaren. So ist es beispielsweise gelungen, den ultraroten und den ultravioletten Teil des Spektrums so genau zu photographieren, daß sich die Absorptions- und Emissionserscheinungen, welche diese Teile bieten, gerade so vollständig in allen ihren Eigentümlichkeiten und Gesetzmäßigkeiten erkennen lassen, wie es bisher beim sichtbaren Spektrum möglich war.

Zur Photographie des Unsichtbaren zählt auch die auf der akkumulierenden Wirkung des Lichtes beruhende Entdeckung zahlreicher Fixsterne, Kometen und Nebel, deren Licht so schwach ist, daß es mit den schärfsten Teleskopen nicht wahrgenommen werden kann. Jene akkumulierende Wirkung beruht darauf, daß die Platte, wenn man sie längere Zeit einem sehr lichtschwachen Objekt aussetzt, sozusagen die Differentiale der Belichtung summiert.

Zu der Leistung, die wir als die Photographie des Unsichtbaren bezeichnet haben, läßt sich das neuerdings in der Geodäsie der Bau- und der Ingenieurmechanik in Aufnahme gekommene, als Photogrammetrie bezeichnete Meßverfahren in Parallele stellen. Ermöglicht doch dieses auf der Verbindung der Photographie mit der Stereoskopie beruhende Verfahren, Gegenstände auszumessen. die infolge ihrer Unzugänglichkeit nicht direkt gemessen werden können.

In welchem Maße die Photographie unter steter Vervollkommnung ihrer Methoden sich alle Gebiete der Wissenschaft und der Technik eroberte, läßt sich hier nicht im einzelnen ausführen, zumal an manchen Stellen dieses Bandes auf die wichtigsten Anwendungen der Photographie schon hingewiesen wurde. Unter den Problemen, mit denen sich die Jetztzeit auf diesem Gebiete beschäftigt, ist vor allem die naturgetreue Wiedergabe der Farben zu rechnen. Das Problem ist fast gleichzeitig von verschiedenen Seiten[484] in Angriff genommen worden. Von der umständlichen Kombination mehrerer durch verschiedenfarbige Lichtfilter gemachter Aufnahmen ist man heute schon dahin gelangt, ein farbiges Bild durch eine einzige Aufnahme zu erzielen. Eine vollständige Lösung des Problems der Farbenphotographie ist indessen noch nicht gelungen.

Übrigens bietet der photographische Vorgang an sich dem Forscher noch manche Probleme dar. Ist es doch z. B. trotz aller Bemühungen noch nicht gelungen, das Wesen des sogenannten »latenten« Bildes und den Vorgang der Entwicklung, kurz das Verhalten der lichtempfindlichen Substanz vollständig und einwandfrei zu erklären[485].

15. Das Emporblühen der physikalischen Chemie[486].

Die Chemie wurde zur Wissenschaft, als sie ihre Aufgabe in der Erforschung der Zusammensetzung der Stoffe erblickte. Das geschah unter der Führung *Boyles* im 17. Jahrhundert. Auch *Scheele*, einer der größten Chemiker des 18. Jahrhunderts, betrachtete es als den Hauptzweck der Chemie, die Stoffe in ihre Bestandteile zu zerlegen und neue oder schon bekannte Stoffe aus einfacheren zusammenzusetzen. In engere Beziehungen zur Physik trat die Chemie erst gegen das Ende des achtzehnten Jahrhunderts, als *Lavoisier* das Zeitalter der quantitativen Untersuchungsweise eröffnete. Mit diesem Augenblicke wurde die Chemie unter dem Einfluß der physikalischen Methoden zur messenden, wägenden, rechnenden, mit anderen Worten, zur exakten Wissenschaft. Von der immer enger werdenden Verknüpfung, welche die Chemie und die Physik seit den Tagen *Lavoisiers* und *Gay-Lussacs* und seit der Begründung der Elektrochemie durch *Davy* erfuhren, ist in früheren Abschnitten des dritten und des vorliegenden Bandes die Rede gewesen. Aus dieser Verknüpfung ging um die Mitte des 19. Jahrhunderts die physikalische Chemie als ein besonderer Wissenszweig hervor. Zeitlich und bis zu einem gewissen Grade auch ursächlich fällt die Begründung der neuen Disziplin mit der Entdeckung des Energieprinzips zusammen. Es war um 1840, als *Kopp* die systematische Erforschung der bis dahin nur vereinzelt wahrgenommenen Beziehungen zwischen der atomistischen Zusammensetzung und den physikalischen Eigenschaften der chemischen Verbindungen in Angriff nahm. *Kopp* wird daher mit Recht als der Begründer der physikalischen Chemie bezeichnet. Erschloß sich doch durch ihn ein Arbeitsfeld mit einer Fülle neuer, wichtiger Probleme und wohl geeignet, die Kräfte des einzelnen Forschers in vollem Maße in Anspruch zu nehmen[487].

Zu den ersten Entdeckungen, die eine gesetzmäßige Beziehung zwischen chemischen und physikalischen Konstanten erkennen ließen, gehörte die Auffindung der *Dulong-Petit*schen Regel (1819), nach welcher die Atome der Elemente die gleiche Wärmekapazität besitzen. Anders ausgedrückt lautet das Gesetz: Die Atomwärme, d. h. das Produkt aus dem Atomgewicht und der spezifischen Wärme, ist für die im festen Zustande befindlichen Grundstoffe nahezu konstant 6,4.

Es lag nahe, die Untersuchung auf chemische Verbindungen auszudehnen. Diesen Weg beschritt *Kopp*[488]. Seine Arbeit über die spezifische Wärme der Salze ließ erkennen, daß die Molekularwärme (d. h. das Produkt aus der spezifischen Wärme und dem Molekulargewicht einer Substanz) gleich der Summe der Atomwärmen der in dem Molekül enthaltenen Elemente ist.

Nachdem man einmal durch *Dulong* und *Petit* auf eine solch unvermutete Beziehung zwischen scheinbar in keinem engeren Zusammenhange stehenden Konstanten aufmerksam geworden war, zögerte man nicht, nach ähnlichen Beziehungen zwischen anderen chemischen und physikalischen Konstanten zu forschen. Auf Einzelheiten kann hier nicht eingegangen werden. Erwähnt seien nur *Kopps* Untersuchungen über Siedepunktsregelmäßigkeiten. Es ergab sich beispielsweise, daß die Glieder homologer Reihen organischer Verbindungen annähernd gleiche Unterschiede zwischen den Siedepunkten aufweisen.

Auch aus der Erstarrungstemperatur hat man Schlüsse auf die chemische Zusammensetzung zu ziehen gesucht. Von dem größten Erfolge waren diese Bemühungen, als man sie auf Lösungen ausdehnte. Man erkannte, daß der Erstarrungspunkt des Lösungsmittels durch molekulare Mengen der gelösten Stoffe um den gleichen Wert herabgesetzt wird. Dies von *Raoult* im Jahre 1887 gefundene Erstarrungsgesetz wird sehr oft an Stelle der gasometrischen Methoden zur Ermittlung des Molekulargewichtes chemischer Verbindungen benutzt. Auch das optische Verhalten, wie die Brechung und die Polarisation des Lichtes, hat man zur Aufklärung der chemischen Konstitution herangezogen.

Zu einer ganz außergewöhnlichen Bedeutung gelangte die physikalische Chemie, als sich die Aussicht bot, mit Hilfe der von ihr geschaffenen Methoden zu einer Lösung des wichtigsten aller chemischen Probleme, des Affinitätsproblems, vorzudringen. Dazu bedurfte es Methoden, die einen chemischen Vorgang in seinen einzelnen Phasen zu verfolgen gestatten. Solche Methoden wurden zuerst auf dem Gebiete der Photochemie ersonnen. Wir beginnen deshalb die ausführlichere Schilderung des Entwicklungsganges, den die physikalische Chemie genommen hat, mit den von *Bunsen* und *Roscoe* und von *Jellet* angestellten Experimentaluntersuchungen.

Unter den chemischen Wirkungen, welche durch physikalische Kräfte hervorgerufen werden, ist diejenige des Lichtes seit Jahrhunderten bekannt. Bis zum Jahre 1850 etwa hatte man jedoch auf jede Einsicht in die Gesetze der Lichtwirkung verzichten müssen, weil photochemischen Messungen die größten Schwierigkeiten entgegenstanden. Durch Bemühungen, die sich über eine Reihe von Jahren[489] erstreckten, gelang es erst *Bunsen* im Verein mit *Roscoe* die Grundlagen für eine wissenschaftliche Photochemie zu schaffen[490].

Die ersten Versuche, photochemische Messungen anzustellen, fußten auf dem bekannten Verhalten des Chlorwassers, sich unter der Einwirkung des Lichtes nach der Gleichung 2Cl + H_{2}O = 2HCl + O in Salzsäure und Sauerstoff zu zersetzen. Dieses Meßverfahren, das *Bunsen* und *Roscoe* nachprüften, erwies sich jedoch als unbrauchbar, weil die bei der Zersetzung des Wassers durch Chlor entstandene Salzsäure eine störende Rückwirkung ausübte.

Die photochemischen Wirkungen auf ein vergleichbares Maß zurückzuführen, gelang erst *Draper*. An seine Arbeit knüpften *Bunsen* und *Roscoe* ihre Untersuchungen an. *Draper* ging von einer Beobachtung aus, die schon *Dalton* über das Verhalten angestellt hatte, das Chlorknallgas zeigt, wenn man es der Wirkung des Lichtes aussetzt. *Dalton* beschreibt diese, für die weitere Entwicklung der Photochemie grundlegende Beobachtung mit folgenden Worten: »Man hatte entdeckt, daß ein Gemenge von Chlor und Wasserstoff, das man in einem Zylinder in der pneumatischen Wanne aufbewahrte, am folgenden Tage verschwunden war, und daß das Wasser die Stelle des Gemenges eingenommen hatte. Da ich die Zeit, innerhalb deren dieser Vorgang stattfindet, genauer zu ermitteln wünschte, ließ ich das Gemenge der beiden Gase in einem Eudiometerrohre über Wasser stehen. Bei einem derartigen Versuche fand die Verminderung des Gemenges mit großer Schnelligkeit statt, bei einem anderen erfolgte sie sehr langsam. Darauf entsann ich mich, daß während des ersten Versuches das Eudiometer in der Sonne gestanden hatte. Ich wiederholte den Versuch daher im Sonnenlichte, und das Verschwinden des Gasgemenges erfolgte wieder sehr rasch. Ich fand also, daß das Licht die Ursache des Vorganges sei, und daß dieser um so rascher verläuft, je intensiver das Licht ist. Überzog ich das Eudiometer, in dem sich das Gemenge von Chlor und Wasserstoff befand, mit einem undurchsichtigen Stoff, so trat während des ganzen Tages kaum eine Verminderung ein. Brachte ich aber Chlor und Wasserstoff in einer geschlossenen Flasche ins Sonnenlicht, so fand die Vereinigung der Gase unter Explosion statt«[491].

*Draper* experimentierte mit einem elektrolytisch erzeugten Gemisch aus gleichen Raumteilen Chlor und Wasserstoff. Das Gemisch erfuhr bei der Belichtung eine Raumverminderung, indem das entstehende Chlorwasserstoff- oder Salzsäuregas von der Flüssigkeit, über der sich die Gase befanden, absorbiert wurde. Jene Raumverminderung, welche *Draper* an einer Skala ablas, zeigte sich innerhalb kurzer Zeitintervalle der Lichtstärke proportional. Sie wurde daher von *Draper* als photochemisches Maß vorgeschlagen. Dies sind die Grundlagen des von *Bunsen* und *Roscoe* weiter ausgebauten Verfahrens. Seine Brauchbarkeit hing indessen von gewissen Bedingungen ab, die *Draper* noch nicht bekannt und daher bei dem von ihm benutzten Apparat auch nicht einmal annähernd erfüllt waren. Als unerläßliche Bedingungen für eine Vergleichbarkeit der Angaben des photochemischen Meßapparates erwiesen sich die völlig konstante Zusammensetzung des Gasgemisches, sowie der Ausschluß jeder Druckänderung während der Dauer der Belichtung.

Erst nach vielen Vorarbeiten gelang *Bunsen* und *Roscoe* die Herstellung eines Apparates, mit dessen Hilfe sie alle störenden Einflüsse von ihren Messungen auszuschließen und die chemischen Wirkungen des Lichtes nicht nur auf ein vergleichbares, sondern auf ein absolutes Maß zurückzuführen vermochten.

Der Apparat besaß folgende Einrichtung (s. Abb. 50): In dem mit Kohleelektroden versehenen Gefäße a wird durch den in der Batterie C erzeugten Strom Salzsäure in ein Gemenge von Chlor und Wasserstoff zerlegt. Dies Gasgemenge gelangt durch einen Wasser enthaltenden Waschapparat w in die mit einem Glashahn versehene Röhre h. Zwischen dieser Röhre und dem horizontalen, engen Skalenrohr k befindet sich das Insolationsgefäß i, das einige Kubikzentimeter Wasser enthält. Auf das Skalenrohr folgt ein Gefäß l, das für Sperrwasser bestimmt ist. E ist ein Kondensationsgefäß für das überschüssige Gas. Letzteres wird langsam durch den Apparat geleitet, bis die in a, w, i und l enthaltenen Flüssigkeiten völlig gesättigt sind.

Will man den von Luft befreiten und mit Chlorwasserstoff gefüllten Apparat benutzen, so wird der Hahn bei h geschlossen und das Insolationsgefäß i dem Lichte ausgesetzt. Dadurch wird ein Teil des Gasgemenges in Chlorwasserstoff verwandelt. Letzteres wird von dem in i befindlichen Wasser absorbiert und infolge dieser Verminderung des abgesperrten Gasvolumens tritt Wasser aus i in die horizontale Meßröhre über. Da l sehr weit ist, wird dabei der Druck, unter dem das Wasser steht, nicht geändert.

Mit diesem Apparat entdeckten *Bunsen* und *Roscoe* zunächst die eigentümliche Erscheinung der photochemischen Induktion. Die photochemische Wirkung tritt nämlich bei vollkommen konstant erhaltener Lichtstärke nicht sogleich in ihrer vollen Stärke ein, sondern sie ist anfangs sehr klein, steigert sich dann allmählich und erreicht nach einiger Zeit ihren vollen Wert, auf dem sie sich konstant erhält, solange dieselbe Lichtwirkung auf das Insolationsgefäß ausgeübt wird. Das Anwachsen der Wirkung zeigt folgende Versuchsreihe:

Zeit in Minuten. Wirkung in einer Minute. 1 0,5 3 0,5 5 2,1 7 29,2 9 30,4

Nach 9 Minuten blieb die Wirkung konstant und belief sich für die Minute auf etwa 30. Bei vergleichenden Messungen mußte man daher warten, bis die Induktion beendet und das konstant bleibende Maximum eingetreten war.

Das Gesetz der photochemischen Induktion gab auch den Schlüssel zur Erklärung für gewisse rätselhafte Erscheinungen, die dem photographischen Prozeß anhaften. Durch photochemische Induktion kann z. B., ohne daß ein sichtbarer Lichteindruck eingetreten wäre, die Empfindlichkeit der Platte so gesteigert werden, daß ein in verschiedenen Lichtabstufungen unter dem Negativ begonnenes Bild bei einer darauf folgenden gleichförmigen Bestrahlung den früheren Lichtabstufungen entsprechend weiter ausgebildet wird. Ein ähnliches Verhalten zeigt sich, wenn man kurze Zeit belichtete Platten mit gewissen Reduktionsmitteln entwickelt. Man wollte daraus schließen, daß die photochemische Wirkung nach dem Belichten fortdaure. Dem widersprachen aber die Versuche. *Bunsen* und *Roscoe* zeigten nämlich mit Hilfe ihres Apparates, daß die chemische Wirkung mit der Verdunkelung augenblicklich aufhört. Die Verbindung des Chlorknallgases zu Salzsäure währte nämlich nicht über die Dauer der Bestrahlung hinaus fort. Eine photochemische Nachwirkung fand also nicht statt.

*Bunsen* und *Roscoe* wandten sich darauf den Gesetzen zu, von denen die chemischen Wirkungen des Lichtes nach vollendeter Induktion beherrscht werden. Zunächst galt es, ein allgemein vergleichbares und absolutes Maß der chemischen Strahlen zu finden. Zu diesem Zwecke stellten sich beide Forscher eine Normalflamme her, indem sie einen Brenner von bestimmten Abmessungen mit einer genau bemessenen Menge Kohlenoxydgas speisten[492]. Als photometrische Einheit setzten sie die Wirkung fest, die eine solche Normalflamme bei einer Entfernung von 1 Meter in der Minute auf normales, in dem Insolationsgefäß befindliches Chlorknallgas ausübt.

Der Nachweis, daß die photochemische Wirkung der Intensität des wirkenden Lichtes proportional ist, wurde durch folgenden Versuch geliefert. Eine konstante Flamme wurde in verschiedenen Entfernungen von dem Apparat aufgestellt. Die nach Beendigung der photochemischen Induktion jedesmal entstandene Salzsäuremenge war dem Quadrate des Abstandes umgekehrt proportional, und damit war die Richtigkeit des vorerwähnten Gesetzes erwiesen.

Von weittragender Bedeutung ist der Teil der Untersuchung, der sich mit der Sonne beschäftigt. Von ihr stammt ja der Vorrat an lebendiger Kraft, der die Tier- und Pflanzenwelt erhält und alle meteorologischen Erscheinungen hervorruft. Sind letztere zwar auf die thermischen Vorgänge zurückzuführen, welche die Sonnenstrahlen im Ozean und in der Atmosphäre hervorrufen, so sind, wie *Bunsen* und *Roscoe* hervorhoben, die photochemischen Arbeitsleistungen zwar weniger großartig aber nicht minder belangreich.

Nachdem die chemischen Wirkungen des zerstreuten Tageslichtes und des direkten Sonnenlichtes gemessen und mit den Wirkungen irdischer Lichtquellen verglichen waren, gingen *Bunsen* und *Roscoe* dazu über, die chemischen Wirkungen der einzelnen Bestandteile des Sonnenlichtes zu untersuchen. Sie ließen das Sonnenspektrum auf einen weißen Schirm fallen, der mit einer Lösung von schwefelsaurem Chinin bestrichen war, um die ultravioletten Strahlen sichtbar zu machen. Der Schirm war ferner mit einem Spalt versehen, durch den nur der zur Untersuchung bestimmte Teil des Spektrums auf das 4-5 Fuß entfernte Insolationsgefäß geworfen wurde. Auf dem Schirm befand sich endlich noch eine Einteilung, an der die Abstände der *Fraunhofer*schen Linien abgelesen und der zu untersuchende Teil des Spektrums genau begrenzt werden konnte. Zur Erläuterung der gewonnenen Ergebnisse diene folgende, von beiden Forschern entworfene graphische Darstellung (s. Abb. 51). Es geht aus ihr hervor, daß im Rot und Gelb die photochemische Wirkung sehr schwach ist. Im Blau dagegen steigt sie rasch zu einem Maximum an. Ein zweites kleineres Maximum läßt sich, wie die Kurve zeigt, im Ultraviolett bei J erkennen.

Mit dem Hinweise, daß weitere Untersuchungen über die photochemische Wirkung der Sonne während der fleckenreichen und der fleckenarmen Perioden angestellt werden möchten, da man auf diese Weise voraussichtlich wertvolle Aufschlüsse über die rätselhaften Vorgänge auf der Sonne erhalten werde, schließen *Bunsen* und *Roscoe* ihre Arbeit. Sie bildet, wie ihr Herausgeber sagt, ein klassisches Vorbild für alle späteren Untersuchungen auf dem Gebiete der physikalischen Chemie, denn eine gleiche Summe von Scharfsinn, Ausdauer und experimentellem und rechnerischem Geschick ist selten auf eine Aufgabe verwandt worden, deren Lösung zudem fast unüberwindliche Schwierigkeiten bot und auch nur bis zu einem gewissen Grade erfolgen konnte. Daß z. B. die photochemische Wirkung des Lichtes in den Pflanzen anderen Gesetzen folgt, indem hier vorzugsweise die gelben Strahlen das Kohlendioxyd zerlegen, wurde schon 1844 von *Draper* nachgewiesen[493].

Bei den Untersuchungen von *Roscoe* und *Bunsen* galt es, die Frage zu beantworten, welche chemischen Veränderungen das Licht hervorruft und welchen Gesetzen diese Wirkungen unterliegen. Auch mit der Umkehrung dieser Frage hat man sich beschäftigt und die Änderungen zu erforschen gesucht, die ein Lichtstrahl bei seinem Durchgänge durch Stoffe von verschiedener chemischer Zusammensetzung erleidet. Für diese Untersuchung bieten sich zwei Wege dar. Handelt es sich um gewöhnliches Licht, so lassen sich die Änderungen, die es unter der Einwirkung verschiedenartiger chemischer Stoffe erfährt, am besten durch die Untersuchung seines Spektrums feststellen. Bei polarisiertem Licht dagegen hat sich die Aufmerksamkeit besonders auf den Umstand gerichtet, daß die Polarisationsebene unter der Einwirkung gewisser chemischer Substanzen eine Drehung erfährt. Diese auch wohl als rotatorische Polarisation bezeichnete Erscheinung ist nicht nur für die Lösung wissenschaftlicher Probleme, sondern auch für die Praxis von ähnlicher Bedeutung wie die im vorigen Abschnitt in ihrem Entwicklungsgange geschilderte Spektralanalyse.

Mit dem polarisierten Lichte war man besonders durch die Arbeiten von *Huygens*[494] und von *Malus*[495] vertraut geworden. Die Undulationstheorie vermochte die Polarisation erst zu erklären, nachdem *Fresnel* an Stelle der Longitudinalschwingungen des Äthers Transversalschwingungen angenommen hatte. Nach *Fresnel* finden beim gewöhnlichen Licht die Ätherschwingungen in allen möglichen Ebenen senkrecht zur Fortpflanzungsrichtung statt, beim polarisierten dagegen nur in einer bestimmten Ebene, die gleichfalls senkrecht zur Richtung des Strahles liegt. Wie man ein Strahlenbündel erhält, das völlig aus polarisiertem Licht besteht, hatte *Nicol* gezeigt. Das im Jahre 1841 von ihm erfundene und nach ihm benannte Prisma ist seitdem der wesentlichste Bestandteil aller Polarisationsapparate. Das *Nicol*sche Prisma dient sowohl zur Erzeugung (Polarisator) als auch zur Analyse des polarisierten Lichtes (Analysator). Abb. 52 läßt erkennen, wie sich ein solcher Polarisator (b) und ein Analysator (d) zur Untersuchung einer Substanz (h) im polarisierten Lichte verbinden lassen. Die Prismen sind um die vertikale Achse des Apparates drehbar. Gibt man den Prismen die Stellung, in der die Polarisationsebenen senkrecht zu einander stehen (gekreuzte *Nicols*), so erscheint das Gesichtsfeld dunkel, weil das aus b kommende, polarisierte Licht bei dieser Stellung nicht in den Analysator eindringt. Die Polarisationsebene des aus b kommenden Lichtes kann aber durch gewisse, an die Stelle von h gebrachte Substanzen eine Drehung erfahren. Infolgedessen wird das von unten auf d fallende Licht wieder befähigt, den oberen Nicol zu durchdringen, obgleich er sich zu dem unteren in gekreuzter Stellung befindet[496]. *Biot* untersuchte auf diesem Wege das optische Verhalten des Bergkristalls[497]. Er brachte senkrecht zur Achse des Kristalls geschnittene Platten zwischen die gekreuzten Nicols. Dadurch wurde das Gesichtsfeld aufgehellt. Es wurde erst wieder dunkel, nachdem *Biot* den oberen Nicol um einen bestimmten Winkel gedreht hatte. Offenbar wurde der Polarisationsebene durch die Quarzplatte eine Drehung erteilt und diese durch die Drehung des oberen Nicols wieder ausgeglichen. Letzterer läßt nämlich nur in dem Falle das polarisierte Licht nicht hindurch, wenn seine Polarisationsebene senkrecht zur Polarisationsebene des unteren Nicols steht. Die am Quarz beobachtete Erscheinung wurde später auch an vielen anderen kristallisierten Substanzen nachgewiesen. Daß sie keineswegs nur von dem kristallinischen Gefüge abhängt, beobachtete schon *Biot*. Er entdeckte nämlich, daß eine Drehung der Polarisationsebene auch eintritt, wenn der polarisierte Strahl durch eine Schicht von Terpentinöl oder durch eine alkoholische Lösung von Kampfer geht. Auch an Lösungen von Rohrzucker, von Weinsäure und von weinsauren Salzen wies *Biot* die Erscheinung der Zirkularpolarisation nach. Er bemerkte auch schon, daß die Drehung, welche eine optisch aktive Substanz hervorbringt, die in einem inaktiven Mittel gelöst ist, der Länge der Flüssigkeitsschicht und der Menge der gelösten Substanz proportional ist.

Beim Quarz bedingt offenbar das kristallinische Gefüge die Zirkularpolarisation, da der Quarz nach seiner Überführung in den amorphen Zustand die Polarisationsebene nicht mehr dreht. Bei den in Lösung befindlichen Substanzen kann man dagegen nur den Aufbau des Moleküls als die Ursache für die Zirkularpolarisation betrachten. Das Studium der Polarisationserscheinungen schien daher ein geeignetes Mittel darzubieten, um in den Vorgang der molekularen oder chemischen Umsetzungen tiefer einzudringen. In dieser Richtung bewegten sich die experimentell und theoretisch sehr erfolgreichen Untersuchungen *Jellets*[498].

Zunächst brachte *Jellet* an dem Polarisationsapparat Verbesserungen an, die ihn überhaupt erst zu genauen Messungen befähigten. Eine völlige Verdunklung des Gesichtsfeldes bei gekreuzten Nicols würde nämlich nur dann eintreten, wenn es sich um homogenes, polarisiertes Licht handelt, dessen Strahlen vollkommen parallel sind. Bei der Ausführung der Versuche lassen sich diese Bedingungen nicht erfüllen. Durch die Drehung des Analysators läßt sich daher nur erreichen, daß die Helligkeit des Gesichtsfeldes zu einem Minimum wird. Die Entscheidung darüber, wann dieses Minimum stattfindet, ist sehr schwierig, zumal die gerade beobachtete Intensität, um sie als ein Minimum zu erkennen, mit derjenigen Intensität verglichen werden muß, die man von der vorhergehenden Beobachtung noch im Gedächtnis hat. *Jellet* gab dem Analysator deshalb die Einrichtung, daß er gleichzeitig zwei halbkreisförmige Bilder lieferte, deren Intensitäten sich leicht miteinander vergleichen ließen. Um die Drehung der Polarisationsebene zu messen, hatte man nur die Gleichheit der Intensitäten herzustellen, die zu untersuchende Substanz zwischen die Nicols zu bringen und den Analysator solange zu drehen, bis die halbkreisförmigen Bilder wieder gleich hell waren.

Schon *Biot*, welcher die Grundlagen für das hier besprochene Gebiet der physikalischen Chemie schuf, hatte beobachtet, daß sich die optisch wirksamen Substanzen in rechtsdrehende und in linksdrehende[499] unterscheiden lassen. Hierauf gründete *Jellet* einen zweiten Fortschritt in der Ausgestaltung der polarimetrischen Methode. An Stelle der direkten Messung des Winkels, um den die Polarisationsebene des Lichtes gedreht wird, wandte er nämlich das Verfahren der Kompensation an. Es besteht darin, daß die Wirkung der zu untersuchenden Substanz durch die Wirkung einer Substanz mit entgegengesetztem Drehungsvermögen ausgeglichen wird. Man wird also das Drehungsvermögen der zu untersuchenden Substanz in Werten einer anderen, die als Norm dient, ausdrücken. Als Lösungsmittel benutzte *Jellet* Alkohol. Dadurch wurde die in wässeriger Lösung eintretende elektrolytische Dissoziation vermieden. Als Einheit des Drehungsvermögens setzte er die Wirkung einer einen Zoll langen Schicht der Lösung von Salizin in Alkohol fest. Diese Lösung mußte natürlich auch eine fest bestimmte Konzentration haben[500].

Die wichtigste Anwendung, die *Jellet* von seinem Verfahren machte, betraf das so schwierige, von *Berthollet* zu Beginn des 19. Jahrhunderts aufgeworfene Problem des chemischen Gleichgewichts. Vor *Berthollet* hatte man sich den Ablauf des chemischen Vorganges sehr einfach vorgestellt. Wenn auf eine Verbindung AB ein dritter Stoff C wirkt, so sollte sich dieser je nach der Größe der chemischen Anziehung entweder mit A oder mit B verbinden. Oder, was dasselbe bedeutet, es sollte durch den auf AB wirkenden Stoff C entweder B oder A ganz aus der ursprünglichen Verbindung verdrängt werden, der Vorgang sich also in das Schema AB + C = AC + B oder in das analoge Schema AB + C = BC + A bringen lassen[501].

Diese Ansicht, daß die Affinität oder die chemische Verwandtschaft eine konstante, von den Umständen unabhängige Größe sei, wurde zuerst durch *Berthollet* erschüttert[502]. Nach ihm hängt das chemische Gleichgewicht nicht nur von der Affinität der aufeinander wirkenden Stoffe, sondern auch von den physikalischen Umständen und von dem Mengenverhältnis der Stoffe ab. Von *Berthollets* in der Hauptsache zutreffenden Ansichten gingen die vielen neueren Bemühungen aus, die Abhängigkeit von dem Mengenverhältnis zu ermitteln oder, wie man es wohl genannt hat, das Gesetz der Massenwirkung zu finden. Die Wege, die man hierbei einschlug, waren verschieden. *Jellet* suchte das Problem mit Hilfe polarimetrischer Untersuchungen zu lösen.

Wie die früheren Forscher, die sich mit dem Problem der Affinität beschäftigten, so ging auch *Jellet* von der Entstehung der Salze durch das Zusammentreten von Säuren und Basen aus. Bringt man zu einer Lösung, die zwei Basen, z. B. Kali und Natron, enthält, eine Säuremenge, die zur Neutralisation der beiden Basen nicht ausreicht, so erhebt sich die Frage, wie sich die Säure auf die beiden Basen verteilt. Von dem Fall, daß sich ein unlösliches Salz bildet, muß man hierbei absehen, da ein solches sofort nach seiner Entstehung aus dem Bereich der chemischen Wirkungen ausscheidet[503]. Es sei also angenommen, daß die beiden entstandenen Salze, sowie diejenigen Anteile der Basen, die nicht neutralisiert wurden, sämtlich in Lösung bleiben. Setzen wir z. B. dem Gemenge von Kali und Natron eine zur Neutralisation beider Basen nicht genügende Menge Salpetersäure zu, so wird sich nach kurzer Zeit der chemische Umsatz in der Art vollzogen haben, daß sich vier Stoffe in einem bestimmten Mengenverhältnis in der Lösung befinden. Diese Stoffe sind salpetersaures Kalium, salpetersaures Natrium, Kali und Natron. Wäre die ältere Vorstellung richtig, nach welcher der chemische Vorgang allein von der Affinität abhängen sollte, so müßte sich beim Zusatz der Säure zu dem Gemenge der Basen zunächst die stärkere Base mit soviel Säure verbinden, wie zur Bildung des betreffenden Salzes erforderlich ist. Erst beim weiteren Zusatz von Säure würde die Neutralisation der zweiten Base beginnen. Man war aber, und zwar insbesondere durch *Berthollet*, darauf aufmerksam geworden, daß neben der chemischen Anziehung auch die Massenwirkung eine Rolle spielt, und daß beispielsweise das Verhältnis, in dem sich eine Säure zwischen zwei Basen verteilt, von den Mengen der Basen abhängt. Ist die einem bestimmten Mengenverhältnis entsprechende Verteilung eingetreten, so sind die in chemischer Berührung befindlichen, gelösten Substanzen offenbar im Zustande des chemischen Gleichgewichts. Dieses würde auch obwalten, wenn man die vier Substanzen in dem für das chemische Gleichgewicht erforderlichen Verhältnis von vornherein in die Lösung gebracht hätte.

Um das Mengenverhältnis für den Zustand des chemischen Gleichgewichts zu ermitteln, experimentierte *Jellet* mit zwei Pflanzenbasen und mit Salzsäure. Als geeignete Pflanzenbasen (Alkaloide)[504] wählte er Chinin und Brucin. Sie sind in Alkohol leicht löslich und bilden mit Salzsäure wohlcharakterisierte, gleichfalls in Alkohol lösliche Salze. Zur Bestimmung des Mengenverhältnisses, in dem sich die beiden Alkaloide und die Salzsäure im Zustande des chemischen Gleichgewichts befinden, diente die optische Untersuchung. Die Lösungen von Chinin und Brucin, die beide die Polarisationsebene links drehen, wurden gemischt und mit einer Menge Salzsäure versetzt, die zur Überführung der Basen in salzsaures Chinin und in salzsaures Brucin nicht ausreichte. Die Bestimmung des Mengenverhältnisses, das in der Lösung obwaltet, stützte sich auf die Tatsache, daß die Stoffe in gemeinsamer Lösung, wenn sie chemisch nicht aufeinander wirken, ihr Drehungsvermögen gegenseitig auch nicht beeinflussen. Hatte *Jellet* die Drehung eines Gemisches, in dem sich die vier Substanzen[505] im chemischen Gleichgewicht befanden, ermittelt und verdünnte er dann die Lösung, so wurde die Drehung im genauen Verhältnis der Verdünnung kleiner. *Jellet* schloß daraus, daß das chemische Gleichgewicht durch die Verdünnung nicht geändert wird.

Ein Beispiel, wie man die Mengen der vier im chemischen Gleichgewicht stehenden, in der Lösung vorhandenen Substanzen findet, ist das folgende. Zu b_{1} Molekülen Chinin und b_{2} Molekülen Brucin habe man α Moleküle Salzsäure gefügt. Letztere verbindet sich mit Chinin und Brucin so, daß jedes Molekül der Basis sich mit einem Molekül Salzsäure vereinigt. Entstanden also x Moleküle salzsaures Chinin, so müssen sich α - x Moleküle salzsaures Brucin gebildet haben. Für die Mischung der vier Substanzen wird sich die beobachtete Gesamtdrehung r so zusammensetzen, daß r die Summe ist aus:

x multipliziert mit dem molekularen Drehungsvermögen des salzsauren Chinins.

α - x multipliziert mit dem molekularen Drehungsvermögen des salzsauren Brucins.

b_{1} - x multipliziert mit dem molekularen Drehungsvermögen des unverbundenen Chinins[506].

b_{2} - [α - x] multipliziert mit dem molekularen Drehungsvermögen des unverbundenen Brucins[507].

Die für r bestehende Gleichung, können wir kürzer schreiben:

r = x · D_{Chi} · HCl + (α - x)D_{Bru} · HCl + (b_{1} - x)D_{Chi} + (b_{2} - [α - x])D_{Bru}.

In diesem Ausdruck bedeutet D jedesmal das Drehungsvermögen der neben D vermerkten Verbindungen.

Aus der Gleichung läßt sich x, da alle übrigen Werte genau bestimmt sind oder polarimetrisch gemessen wurden, berechnen. Aus dem Wert für x erhält man die Mengen der in den Lösungen vorhandenen Substanzen gleichfalls durch Rechnung[508]. War die Lösung z. B. so zusammengesetzt, daß auf 100 Moleküle Chinin, 104 Moleküle Codëin und 70,7 Moleküle Salzsäure kamen, so erhielt man für x den Wert 42,7.

Ist der Wert für x gefunden, so sind damit auch die Mengen α - x, b_{1} - x und b_{2} - (α - x) der drei anderen in der Lösung enthaltenen Substanzen bekannt. Wurde in drei weiteren Beobachtungsreihen die Menge der Säure verändert, während man für die Basen dieselben Werte beibehielt, so erhielt man das in folgender Tabelle ausgedrückte Ergebnis:

======+=======+============+========= b_{1} | b_{2} | α | x ======+=======+============+========= 100 | 104 | 70,7 | 42,7 100 | 104 | 91,7 | 55,0 100 | 104 | 112,4 | 66,0 100 | 104 | 130,2 | 73

Es erhob sich jetzt die Frage, ob diese Werte für die vier in der Lösung im chemischen Gleichgewicht stehenden Substanzen eine gesetzmäßige Beziehung erkennen lassen. Nach der Gleichung auf S. 343 sind in der Lösung für den Fall des chemischen Gleichgewichts enthalten:

x Moleküle salzsaures Chinin (1) α - x Moleküle salzsaures Brucin (2) b_{1} - x Moleküle Chinin (3) b_{2} - (α - x) Moleküle Brucin (4)

Aus diesen Werten bildete *Jellet* einen Quotienten von der Form ((1) · (4))/((2) · (3)) = (x[b_{2} - (α - x)])/((α - x)(b_{1} - x)).

Wurde dieser Quotient für die in den vier Beobachtungsreihen enthaltenen Werte berechnet, so ergab sich, daß er eine konstante Größe ist. Diese Gleichgewichtskonstante besaß für die Kombinationen von Chinin, Codëin und Brucin folgende Werte:

Chinin und Codein 2,03 Codëin und Brucin 1,58 Brucin und Chinin 0,32

Auf polarimetrischem Wege versuchte *Jellet* auch das Reaktionsvermögen einer starken Base, z. B. von Kaliumhydroxyd, mit dem Reaktionsvermögen einer organischen Base zu vergleichen. Fügte er z. B. Essigsäure zu einer Lösung der beiden Basen Kaliumhydroxyd und Strychnin, so trat eine Änderung des Drehungsvermögens erst ein, nachdem das Kaliumhydroxyd nahezu völlig von der Säure neutralisiert worden war. In dem Momente, in dem sich das Drehungsvermögen änderte, begann die Neutralisation des Strychnins. In dem Gemenge wird nämlich die Drehung der Polarisationsebene nur durch das Strychnin und durch das salzsaure Strychnin veranlaßt, die überdies ein verschieden großes Drehungsvermögen besitzen.

*Jellet* befaßte sich auch mit der Frage, ob das chemische Gleichgewicht als ein statisches oder ein dynamisches aufzufassen ist. Der Ausdruck statisches Gleichgewicht bedeutet, daß die in einer Lösung befindlichen Molekeln sich in ihrer Zusammensetzung nicht ändern, solange die Umstände dieselben bleiben. Beim dynamischen Gleichgewicht findet dagegen fortwährend Zerfall und Rückbildung statt. Diese Vorgänge müssen sich jedoch gegenseitig vollkommen ausgleichen, da sich das Verhältnis der in der Lösung befindlichen Substanzen, nachdem das Gleichgewicht eingetreten ist, nicht mehr ändert, solange die Bedingungen dieselben bleiben. Obgleich sich sowohl die statische wie die dynamische Auffassung mit den Tatsachen deckt, hielt *Jellet* letztere doch für wahrscheinlicher.

*Jellets* »chemisch-optische Untersuchungen« sind eins der hervorragendsten Beispiele für die Anwendung einer physikalischen Methode auf ein chemisches Problem. Den Einblick, den *Jellet* mit den Mitteln der Optik erreichen wollte, suchten andere Forscher durch thermochemische Untersuchungen zu gewinnen. Nachdem besonders *Laplace* und *Lavoisier* die bei chemischen Vorgängen frei werdende Wärme mit Hilfe des von ihnen geschaffenen Eiskalorimeters messen gelehrt hatten[509], entwickelte sich die Vorstellung, daß die erzeugten Wärmemengen als ein Maß für die Affinität zu betrachten seien, während sie in Wahrheit nur ein Maß für die chemische Energie abgeben. Auch *Hess*[510], der sich zuerst um die Entdeckung der Gesetze bemüht hat, nach denen sich die thermochemischen Vorgänge abspielen, ließ sich von jener Vorstellung leiten. Er glaubte, daß die genaue Wärmebestimmung ein relatives Maß für die chemische Affinität darbieten und zur Entdeckung ihrer Gesetze führen werde. Nun hängt aber Wärmetönung, d. h. die bei einem chemischen Umsatz entwickelte, in Wärmeeinheiten ausgedrückte Energie, nicht ausschließlich von der Affinität der eine Verbindung eingehenden Stoffe ab. Es geht vielmehr der Energieerzeugung ein Energieaufwand zur Lösung der vor dem Umsatz bestehenden Verbindungen parallel. Dieser Aufwand an Energie ist in gewissen Fällen sogar größer als die erzeugte Energie. In solchen Fällen wird die Wärmetönung sogar negativ, d. h. der chemische Umsatz erfolgt unter Absorption von Wärme. Ein Beispiel[511] ist die Vereinigung von Jod und Wasserstoff zu Jodwasserstoff. Dieser Vorgang findet nicht unter Wärmeerzeugung, sondern unter beträchtlichem Verbrauch von Wärme statt. Ihre Erklärung findet die negative Wärmetönung in diesem Falle darin, daß die Affinität zwischen Jod und Wasserstoff geringer ist als die zwischen den Jodatomen und den Wasserstoffatomen bestehenden Affinitäten. Der Vorgang verläuft nämlich nicht nach der Gleichung H + J = HJ, sondern es findet ein Umsatz zwischen den Molekülen der Elemente statt:

HH + JJ = HJ + HJ

Um die Grundlagen für die Thermochemie zu schaffen, mußte *Hess* zunächst die Methoden für die Wärmemessung ausgestalten. Er tat dies, indem er ein für seine Zwecke geeignetes Kalorimeter herstellte und die gewonnenen Ergebnisse berechnen und vergleichen lehrte.

Die Einrichtung des von *Hess* konstruierten Kalorimeters wird durch nebenstehende Abbildung 53 erläutert. In dem Kasten, der zur Aufnahme des Wassers dient, das die erzeugte Wärme aufnehmen soll, befindet sich ein drehbarer Zylinder A. In diesen Zylinder schüttet man die eine von den Substanzen, die man aufeinander wirken lassen will, während die andere zunächst in die Gefäße (a, a) gebracht wird. Darauf wird der Zylinder verschlossen und der Kasten, in dem er sich befindet, mit Wasser gefüllt. Wird der Zylinder jetzt gedreht, so mischen sich die Stoffe, die Reaktion tritt ein und die infolgedessen frei werdende Wärme wird dem Wasser mitgeteilt. Damit die Wärme sich in dem Wasser rasch verteilt, ist der Zylinder an seiner äußeren Fläche mit einigen Schaufeln (b) versehen. Zwischen ihnen ragt das Thermometer durch den Deckel des Kastens in den Apparat hinein.

Um seinen Messungen die erforderliche Genauigkeit zu geben, zog *Hess* in Betracht, daß nicht nur das in den Kasten des Kalorimeters gefüllte Wasser, sondern auch der Apparat die bei der chemischen Reaktion erzeugte Wärme aufnimmt. Unter Berücksichtigung der Wärmekapazität und des Gewichtes des Kalorimeters ermittelte er den sogenannten Wasserwert seines 7500 g Wasser fassenden Apparates zu 309 g. Bei seinen Bestimmungen mußten für den mit 7500 g Wasser gefüllten Apparat also 7809 g Wasser in Ansatz gebracht werden. Ferner wurde in Betracht gezogen, daß auch die aufeinander reagierenden Substanzen einen Teil der erzeugten Wärme aufnehmen. Endlich wurden die gefundenen Werte für die untersuchten Stoffe auf das Molekulargewicht in Grammen bezogen.

Zur Erläuterung dieser für die thermochemische Untersuchung grundlegenden Methode diene folgendes Beispiel: In den Zylinder des Kalorimeters wurden abgewogene Mengen Schwefelsäure und Ammoniakflüssigkeit gebracht. Der Apparat enthielt 7500 g Wasser. Für den Apparat selbst und die beiden aufeinander wirkenden Substanzen waren 637 g als Wasserwert in Ansatz zu bringen. Die Summe war also 8137 g. Die Temperaturerhöhung betrug 5,52 Grad. Die Anzahl der entwickelten Grammkalorien belief sich somit auf 8137. 5,52 = 44919. Die angewandte Menge Schwefelsäure (H_{2}SO_{4}) betrug 92,5 g, entsprechend 75,5 g SO_{3}. Rechnete man die gefundenen 44919 Kalorien auf 1 g SO_{3} um, so ergab sich, daß bei der Neutralisation von 1 g SO_{3} mit Ammoniak 595,8 Kalorien entwickelt werden.

Durch die Ausdehnung dieser Untersuchung auf Schwefelsäure von verschiedenem Wassergehalt fand Hess als Grundgesetz der Thermochemie, daß »*die entwickelte Wärme konstant ist, mag die Verbindung direkt oder indirekt oder zu wiederholten Malen geschehen*«. *Hess* erschloß dieses Gesetz, indem er die beim Neutralisieren von Ammoniak mit Schwefelsäure von verschiedener Konzentration erhaltenen Werte in folgender Weise übersichtlich zusammenstellte[512]:

Durch Verbindung mit Durch Verbindung mit Säure dem Wasser entwickelte Ammoniak entwickelte Summe Wärme Wärme H_{2}SO_{4} 595,8 595,8 H_{2}SO_{4} + H_{2}O 77,8 518,9 596,7 H_{2}SO_{4} + 2 H_{2}O 116,7 480,5 597,2 H_{2}SO_{4} + 5 H_{2}O 446,2 155,6 601,8

Zur Erläuterung des von *Hess* gefundenen Gesetzes diene noch folgendes Beispiel: Verbrennt man eine bestimmte Menge Kohlenstoff (z. B. 12 g entsprechend dem Atomgewicht 12 des Kohlenstoffs) zu Kohlendioxyd (C + 2O = CO_{2}), so entsteht die gleiche Wärmemenge (12 . 8080 Kal. = 96960 Kal.), die sich entwickelt, wenn man 12 g Kohlenstoff zunächst zu Kohlenmonoxyd (C + O = CO) und dieses dann zu Kohlendioxyd (CO + O = CO_{2}) verbrennt.

Bei der Verbrennung von Kohlenmonoxyd zu Kohlendioxyd entwickeln sich auf 12 g Kohlenstoff bezogen 68080 Kalorien. Für die Umwandlung von Kohlenstoff in Kohlenmonoxyd ergibt sich somit aus dem Gesetz von *Hess* 96960 - 68080 = 28880 Kalorien, ein Wert, der sich direkt nicht messen läßt, da man die Verbrennung des Kohlenstoffs nicht so regeln kann, daß nur Kohlenmonoxyd entsteht.

Wie man später erkannte, stehen das von *Hess* entdeckte Gesetz von der Konstanz der Wärmesummen, sowie das schon von *Lavoisier* und *Laplace* aufgestellte Prinzip, daß zur Zerlegung einer Verbindung ebensoviel Wärme aufgewendet werden muß, wie bei ihrer Entstehung frei wird, in vollem Einklang mit dem Energieprinzip, das zu der Zeit, als *Hess* seine Ergebnisse veröffentlichte, noch nicht ausgesprochen war, wenn auch alles schon auf dieses allgemeinste Prinzip, aus dem man später alle anderen als Einzelfälle folgern konnte, hinzielte.

Nachdem das Energieprinzip gefunden war, bewegten sich denn auch die weiteren Untersuchungen nach der Richtung, die Übereinstimmung der thermochemischen Vorgänge mit dem Energieprinzip im einzelnen nachzuweisen. Um die weitere Entwicklung der kalorimetrischen Methoden haben sich besonders *Favre* und *Silbermann*[513] verdient gemacht. Ihnen, wie dem Dänen *J. Thomsen*[514], der seit 1853 die Thermochemie mit der mechanischen Wärmetheorie in die engste Verbindung brachte, ist eine große Anzahl von einzelnen Bestimmungen zu verdanken. Auch der französische Forscher *Berthelot* hat Hervorragendes auf diesem Gebiete geleistet.

Wie die mit dem Entstehen einer chemischen Verbindung verknüpfte Wärmetönung, so schien auch die durch Erhitzen eintretende Art des Zerfalles, die man Dissoziation genannt hat, geeignet, zur Lösung des Affinitätsproblemes beizutragen. Nach der mechanischen Wärmetheorie setzt sich der Wärmeinhalt einer Verbindung aus den Bewegungen der Moleküle und aus denjenigen Bewegungen zusammen, welche die Atome innerhalb der Moleküle vollziehen. Eine Zufuhr von Energie steigert die Intensitäten beider Bewegungen. Der auf die Atombewegung entfallende Anteil kann schließlich so groß werden, daß die Atomenergie die zwischen den Atomen wirkende chemische Anziehung übersteigt und daß infolgedessen Zerfall stattfindet. Diesen Vorgang hat man als Dissoziation[515] bezeichnet. Mit dem Aufhören der Ursache, d. h. bei der Abkühlung, kehrt sich die Reaktion um, d. h. es findet eine Wiedervereinigung der Zerfallsprodukte statt.

Auf die Dissoziation wurde man besonders durch die Entdeckung der abnormen Dampfdichten aufmerksam. Nach der *Avogadro*schen Regel stehen Dampfdichte und Molekulargewicht bekanntlich in einer engen Beziehung, die nach *Avogadros* Annahme ihren Grund darin hat, daß gleiche Volumina gasförmiger Substanzen unter denselben physikalischen Bedingungen die gleiche Zahl von Molekülen enthalten. Aus der Dampfdichte einer Substanz läßt sich danach das relative Gewicht des Moleküls berechnen. Ist das letztere auf anderem Wege bekannt oder wahrscheinlich geworden, so bietet umgekehrt die Bestimmung der Dampfdichte ein Mittel, um das Molekulargewicht auf seine Richtigkeit zu prüfen. Nun ergab sich für Salmiak, daß seine Dampfdichte nicht der dieser Verbindung zugeschriebenen Formel NH_{4}Cl entspricht. Die Dampfdichte des Salmiaks erwies sich fast um die Hälfte kleiner als die aus der Formel berechnete oder, was ja dasselbe bedeutet, der Salmiakdampf nahm etwa das Doppelte des Volumens ein, das ihm auf Grund der *Avogadro*schen Regel zukam. Wollte man an der Richtigkeit dieser Regel festhalten, so mußte man annehmen, daß sich das Salmiakmolekül beim Erhitzen in zwei Moleküle, entsprechend der Gleichung

NH_{4}Cl = NH_{3} + HCl,

spaltet.

Daß tatsächlich eine Dissoziation des Salmiaks in diesem Sinne stattfindet, hat man aus dem physikalischen Verhalten der dissoziierten Verbindung geschlossen. Läßt man sie nämlich im dissoziierten Zustande durch einen porösen Stoff diffundieren, so findet dabei nach den bekannten Gesetzen[516] der Diffusion eine teilweise Trennung der Zerfallsprodukte statt.

Mit den Erscheinungen und mit der Theorie der Dissoziation hat sich besonders *Horstmann* beschäftigt[517]. Als das Eigentümliche der Dissoziationserscheinungen hob er hervor, daß die Dissoziation sich nur über einen Teil der diesem Vorgange unterworfenen Substanz erstreckt, obgleich die Substanz in allen ihren Teilen den gleichen Einflüssen unterworfen ist. Die abnorme Verminderung der Dichte oder, was ja dasselbe ist, die abnorme Zunahme des Volumens tritt nämlich nicht bei einer bestimmten Temperatur plötzlich ein, sondern sie vollzieht sich allmählich, bis die Dissoziation beendet ist oder einen gewissen Maximalwert erreicht hat. Von diesem Augenblicke an nimmt das Volumen bei weiterer Temperatursteigerung wieder in normaler Weise, d. h. in Übereinstimmung mit dem Gesetze zu, nach dem sich die Ausdehnung regelt, welche die Gase beim Erhitzen erfahren. Der Grad der Dissoziation hängt von den jeweilig vorhandenen Umständen, wie der Temperatur, dem Druck, den Mengen der in chemischer Wechselwirkung stehenden Stoffe usw. ab. In dem von *Horstmann* besonders untersuchten Falle befinden sich also NH_{3}, HCl und noch nicht dissoziiertes NH_{4}Cl in einem ähnlichen, von den genannten Umständen abhängenden Gleichgewichtszustande wie die Säure und die beiden Basen in dem von *Jellet* mit dem Polarimeter untersuchten Falle[518]. Wie *Thomsen* das Gebiet der Wärmetönung, so suchte *Horstmann* die Erscheinungen der Dissoziation vom Standpunkte der mechanischen Wärmetheorie verständlich zu machen. Er tat dies, indem er den stationären Grenzzustand, den ein in sich abgeschlossenes System von Molekülen bei der Dissoziation erkennen läßt, als ein Analogon jenes allgemeinen Gesetzes betrachtete, das *Clausius* in den Ausdruck kleidete: Die Entropie der Welt strebt einem Maximum zu.

Einen sehr wertvollen Beitrag zur Theorie der Dissoziation lieferte zu Beginn der siebziger Jahre der schwedische Forscher *Guldberg*[519]. Er zeigte, daß das Dissoziationsphänomen nur ein besonderer Fall von Zersetzung der chemischen Verbindungen ist, und daß sich die Theorie der Dissoziation aus den allgemeinen Gesetzen der chemischen Verbindungen herleiten läßt. Unter den Zersetzungsarten bildet die Dissoziation nämlich den besonderen Fall, daß zwei Stoffe gleichzeitig und teilweise aus einer Verbindung in dem Verhältnis austreten, in dem sie in der Verbindung enthalten sind. Dann behält der Rest der Verbindung seine konstante Zusammensetzung. In dem typischen Beispiel, das der Salmiak (NH_{4}Cl) bietet, treten gleichzeitig Ammoniak (NH_{3}) und Salzsäure (HCl) zu einem Teil aus der Verbindung aus, und der unzersetzte Rest, der seine Zusammensetzung nicht verändert hat, ist Salmiak.

Zunächst hatte man das Dissoziationsproblem nur für die nach festen Verhältnissen zusammengesetzten chemischen Verbindungen ins Auge gefaßt. *Guldberg* dehnte den Begriff auf die von ihm als unbestimmte chemische Verbindungen bezeichneten Substanzen aus. Eine solche Verbindung ist z. B. gesättigte Salzlösung. Wird sie verdampft, so tritt gleichzeitig Wasser in Dampfform und Salz in fester Form aus, während die zurückbleibende Salzlösung ihre Zusammensetzung beibehält.

Der für den Verlauf der Dissoziation charakteristische Wert ist nach *Guldberg* diejenige Temperatur, bei der sie ihren Anfang nimmt. Gewöhnlich bestimmt man diese Temperatur für den Druck einer Atmosphäre. Bei geringerem oder stärkerem Druck gelangt man zu anderen Werten. Der Dissoziationsgrad, d. h. der Betrag der Zersetzung, ist also sowohl von der Temperatur als vom Druck abhängig. In dem Augenblicke, in dem die Dissoziation beginnt, können offenbar gleichzeitig unter demselben Druck und bei derselben Temperatur sowohl die Verbindung wie die Bestandteile, die sich von ihr abzulösen streben, bestehen. Unmittelbar vor dem Beginn der Dissoziation ist der Druck, den diese Bestandteile ausüben gleich Null. Mit der Steigerung der Temperatur wächst auch der Druck. Letzterer ist eine Funktion der Temperatur, was sich durch die Gleichung p = φ(t) ausdrücken läßt. Für den Wert p = 0 ergibt diese Gleichung die Temperatur, bei welcher die Dissoziation gerade einsetzt. Befinden sich die dissoziierten Substanzen und der Rest der noch nicht veränderten Verbindung in einem abgeschlossenen Raume und vergrößert man diesen, während man die Temperatur konstant erhält, so wird die Spannung sich verringern, und die Verbindung wird sich weiter dissoziieren, bis die Spannung wieder den der Temperatur entsprechenden Wert erreicht hat. Wird dagegen bei konstanter Temperatur der Raum verringert, so wächst die Spannung, und von den dissoziierten Substanzen wird eine solche Menge wieder vereinigt, bis die Spannung den der Temperatur entsprechenden Wert erreicht hat.

Den Zusammenhang der während der Dissoziation zwischen Druck und Temperatur besteht, hat *Guldberg* theoretisch abgeleitet, indem er von der Wärmetönung ausgeht, die mit der Bildung der Verbindung parallel läuft. Eine Bestätigung der wichtigen von *Guldberg*[520] erhaltenen Formel hat später[521] *van't Hoff* geliefert[522].

Die zuletzt betrachteten Untersuchungen hatten es mit den Beziehungen zwischen chemischer Energie und Wärme zu tun. Es gibt aber auch Vorgänge, bei denen die chemische Energie sich in eine andere Energieform und zwar in Elektrizität umwandelt. Hierauf beruht die Wirkung der galvanischen Elemente. Von den in ihnen stattfindenden thermodynamischen Vorgängen soll jedoch an späterer Stelle die Rede sein[523].

Gelegentlich der chemisch-optischen und der thermodynamischen Untersuchungen hatte sich die Aufmerksamkeit auch auf die Zeit gerichtet, welche die chemischen Vorgänge für ihren Ablauf beanspruchen. Auch in diesem Falle knüpfte man an das Verhalten der Säuren zu den Basen an. Schon *Wenzel*[524], der als einer der ersten die Prinzipien der Mechanik auf chemische Probleme anwandte, stellte Versuche über die Reaktionsgeschwindigkeit an. Er brachte Metallstücke von gleicher Oberfläche in Säuren von verschiedener Konzentration und beobachtete, in welcher Zeit gleich große Mengen Metall gelöst wurden. Das Ergebnis dieser Versuche sprach *Wenzel* folgendermaßen aus: »Wenn eine Säure in einer Stunde ein bestimmtes Gewicht Zink oder Kupfer auflöst, so braucht eine halb so starke Säure zwei Stunden dazu. Voraussetzung ist, daß die Temperaturen und die Oberflächen in beiden Fällen einander gleich bleiben«. Auch *Berthollet* hat dieses Prinzip, daß die Wirkung der wirkenden Masse proportional sei, ausgesprochen. Zum Gegenstande eingehender Untersuchung wurde es erst 1850 durch *Wilhelmy* gemacht[525].

Wie *Jellet* zur Ermittlung des chemischen Gleichgewichts[526], so bediente sich auch *Wilhelmy* für seine Zwecke der polarimetrischen Methode. Ferner vermied er die Anwendung eines festen Körpers. *Wenzels* Methode war nämlich, so einfach sie auf den ersten Blick erscheint, sehr ungenau, weil sich die Oberfläche des Metalles unter der Einwirkung der Säure fortwährend ändert. Von solchen Nebenumständen ist man unbeeinflußt, wenn man die Substanzen in Lösung anwendet. *Wilhelmy* löste deshalb Rohrzucker, der die Polarisationsebene nach rechts dreht, in Wasser und setzte eine Säure (z. B. Salpetersäure) hinzu. Infolge der Einwirkung der Säure, deren Menge dabei ungeändert bleibt, verwandelt sich der Rohrzucker unter Aufnahme von Wasser in Invertzucker:

C_{12}H_{22}O_{11} + H_{2}O = 2 C_{6}H_{12}O_{6}.

Die Umwandlung (Inversion) verläuft ziemlich langsam. Auch läßt sich für jeden Augenblick die Menge des noch nicht invertierten Zuckers aus dem jeweiligen Wert, den die Drehung der Polarisationsebene besitzt, angeben. Man konnte daher auch bei den zahlreichen späteren, über Massenwirkung und Reaktionsgeschwindigkeit angestellten Untersuchungen kaum eine bessere Methode finden als diejenige, die *Wilhelmy* mit so großem Geschick und Glück anwandte.

Das Verfahren, durch das *Wilhelmy* zur Entdeckung des Gesetzes der Reaktionsgeschwindigkeit geführt wurde, bestand darin, daß er zunächst an eine bestimmte Voraussetzung Überlegungen anknüpfte, diese mathematisch formulierte und endlich nachwies, daß die Messungsergebnisse der abgeleiteten Formel entsprechen. Bei der chemischen oder Reaktionsgeschwindigkeit handelt es sich nicht um Geschwindigkeit im Sinne der Mechanik, sondern um die in der Zeiteinheit umgewandelte Stoffmenge. Es werde z. B. in einer bestimmten Zeit (in der Minute) stets a = 1/10 des vorhandenen Stoffes umgewandelt. Dann ergibt sich für den Ablauf der Reaktion folgendes:

Zeit anfangs vorhanden umgesetzt

während des 1. Zeitteilchens 1 a " " 2. " 1-a (1-a)a " " 3. " 1-a-(1-a)a = (1-a)^2 (1-a)^2a " " 4. " (1-a)^2-(1-a)^2a = (1-a)^3 (1-a)^3a

Nach Ablauf der Zeit t würde die noch vorhandene Menge sich also auf (1- a)^t belaufen. Will man dem Umstande Rechnung tragen, daß die Verhältnisse sich nicht sprungweise von Zeitteilchen zu Zeitteilchen, sondern daß sie sich stetig ändern, so muß man die Zeitteilchen als sehr klein (der Grenze 0 sich nähernd) und ihre Zahl entsprechend groß (der Grenze ∞ sich nähernd) ansehen. Nähert sich das einzelne Zeitteilchen der Null, so tut das auch die umgewandelte Menge. Der Ausdruck (1-a)^t nimmt also, wenn wir uns der infinitesimalen Betrachtungsweise bedienen, die Form (1 - 0)∞ an. Löst man diesen Ausdruck mit den Hilfsmitteln der Differentialrechnung, so ergibt sich für a der Wert:

a = 1/t l 1/(1 - x)

In diesem Ausdruck ist x die in der Zeit t (in Minuten) umgewandelte, 1 - x also die nach Ablauf der Zeit t noch vorhandene Menge[527].

Es wird also in jedem Zeitteilchen ein konstanter Bruchteil der Verbindung umgesetzt, oder die Wirkung ist stets der wirkenden Masse proportional. Daß dieses zuerst mehr vermutete als sicher nachgewiesene Gesetz tatsächlich gültig ist, hat *Wilhelmy* durch folgende experimentelle Prüfung nachgewiesen. Er mischte die Zuckerlösung mit der Säure. Der Drehungswinkel betrug vor der Mischung 46°,75. Nach Ablauf von 15 Minuten betrug er nur noch 43°,75. Für diesen Wert berechnet sich log 1/(1 - x) zu 0,0204 und 1/t log 1/(1 - x) = 0,0013[528].

Wurde von 15 zu 15 Minuten gemessen und danach jedesmal a ermittelt, so ergab sich folgende Tabelle:

t (in Minuten); Drehung; log 1/(1 - x); 1/t log 1/(1 - x)

15 43°,75 0,0204 0,0013 30 41° 0,0399 0,0013 45 38°,25 0,0605 0,0013 60 35°,75 0,0799 0,0013 75 33°,25 0,1003 0,0013

Der Wert 1/t log 1/(1 - x), den wir für a abgeleitet haben, läßt also eine konstante Beziehung zwischen der Zeit t und der in dieser Zeit umgewandelten Menge x erkennen. Denn 1/t log 1/(1 - x) ergab für alle untersuchten Einzelfälle der experimentellen Untersuchung stets denselben Wert 0,0013. Erst in der 5. Dezimale traten Abweichungen auf, die innerhalb der Grenzen der Beobachtungsfehler lagen.

*Wilhelmy* kam also zu dem Gesamtergebnis, daß das Massenwirkungsgesetz, das man zuerst aus rohen Versuchen und ohne Rücksicht auf die Kontinuität des Vorganges abgeleitet hatte, für die von ihm untersuchten chemischen Vorgänge und mit Rücksicht darauf, daß sich die Verhältnisse in der Natur nicht sprungweise, sondern kontinuierlich ändern, streng gültig ist.

Da wir log 1/(1 - x) durch die Anzahl der verflossenen Zeiteinheiten (Minuten) dividierten, um zu a = 1/t log 1/(1 - x) zu gelangen, so stellt a das Maß der Reaktionsgeschwindigkeit vor[529].

*Wilhelmys* Arbeit wurde zunächst kaum beachtet. Man war auf dem Gebiete der Chemie um die Mitte des 19. Jahrhunderts so ausschließlich mit dem Einzelstudium und mit der Gruppierung der sich in ungeheurer Fülle aufdrängenden organischen Verbindungen beschäftigt, daß für Untersuchungen allgemeinerer Art das Interesse nur gering war. Es dauerte länger als ein Jahrzehnt, bis die Untersuchung des Ablaufs der chemischen Umsetzungen besonders durch *Berthelot* und durch *Guldberg* und *Waage* wieder aufgenommen wurde, um in der neuesten Phase der Entwicklung der allgemeinen und der physikalischen Chemie, im Mittelpunkte des Interesses zu stehen.

Während *Jellet* und *Wilhelmy* sich zur Untersuchung des chemischen Gleichgewichts einer physikalischen Methode bedienten, verfolgte *Berthelot* das gleiche Problem auf chemischem Wege. An Stelle des von *Jellet* benutzten polaristrobometrischen Verfahrens trat bei *Berthelot* die seit der Zeit *Gay-Lussacs* emporgeblühte, für die quantitative Bestimmung in der Lösung befindlicher Stoffe so vorzüglich geeignete maßanalytische oder Titriermethode. Im übrigen stellten sich beide Forscher das gleiche Problem, nämlich den zwischen Basen und Säuren stattfindenden Reaktionsverlauf in bezug auf seine Geschwindigkeit und das resultierende chemische Gleichgewicht zu erforschen. *Berthelot* wählte für seine Untersuchung die der Salzbildung ganz entsprechende Entstehung der zusammengesetzten Äther[530]. Sein Verfahren bestand darin, daß er die Stoffe, deren wechselseitige Wirkung er ermitteln wollte, in zugeschmolzenen Röhren längere oder kürzere Zeit erhitzte. Die erhaltenen Produkte wurden analysiert und daraus die Ergebnisse der Umsetzung berechnet. Zu den einfachsten und von *Berthelot* am genauesten untersuchten Vorgängen dieser Art gehört die Bildung von Essigsäureäther aus Essigsäure und Alkohol. Sie erfolgt nach der Gleichung:

C_{2}H_{5}OH + CH_{3}COOH = CH_{3}COO.C_{2}H_{5} + H_{2}O

Den Essigsäureäther betrachtete *Berthelot* gewissermaßen als ein Salz der Essigsäure, in dem sich an Stelle des Metalls ein Kohlenwasserstoffrest (C_{2}H_{5}) befindet. Die vier Stoffe, die für den Umsatz in Betracht kommen, nämlich Alkohol, Säure, Äther und Wasser, stehen in so festen quantitativen Beziehungen, daß man letztere alle aus der Kenntnis des Gewichtes eines einzelnen Stoffes ableiten kann:

C_{2}H_{5}OH + CH_{3}COOH = CH_{3}COOC_{2}H_{5} + H_{2}O 46 Gewichtst. + 60 Gewichtst. = 88 Gewichtst. + 18 Gewichtst.

Es genügt also, die Säure vor und nach dem Umsatz maßanalytisch zu bestimmen, um zu erfahren, wieviel Äther entstanden ist. Die Menge der verbrauchten Säure ist nämlich der Menge des entstandenen Äthers proportional. Angenommen, man habe 46 Gewichtsteile Alkohol mit 60 Gewichtsteilen Säure erhitzt und nach Beendigung des Prozesses 30 Gewichtst. Säure in dem Gemisch gefunden, so haben sich 44 Gewichtst. Äther gebildet. Ein völliger Umsatz, wie ihn die Gleichung angibt, findet nämlich nicht statt. Es ist das eins der wichtigsten Ergebnisse der Untersuchung. Der Umsatz geht vielmehr nur unvollständig und allmählich vor sich. Er verlangsamt sich immer mehr. Es ist, als ob die Menge des Äthers, die sich unter bestimmten Bedingungen bildet, einer festen Grenze zustrebt. Das Ergebnis ist ein Gleichgewichtszustand, der sich in einem aus Alkohol, Säure, Äther und Wasser bestehenden System herausbildet. Die Bedingungen, von denen dieser Zustand abhängt, sind teils physikalische, teils chemische. Unter den physikalischen stehen Temperatur und Druck, unter den chemischen die besondere Eigenart der aufeinander reagierenden Stoffe und ihr Massenverhältnis an erster Stelle. *Berthelot* untersuchte den Einfluß dieser Bedingungen, indem er eine Bedingung allein abänderte, während die übrigen sich gleich blieben. So ergab sich, daß eine Erhöhung der Temperatur die Ätherbildung und auch ihre Umkehrung, nämlich die Zersetzung von Äther durch Wasser beschleunigte. Von weit geringerem Einfluß, was den Verlauf der Reaktion betrifft, erwies sich der auf flüssige Systeme ausgeübte Druck. Dieser Einfluß war so gering, daß er vernachlässigt werden konnte.

Was die Massenwirkung anbelangt, so zeigte sich die Wirkung des Wassers darin, daß das Wasser die Reaktionsgeschwindigkeit verlangsamt und die oben erwähnte Grenze für die Menge des entstehenden Äthers herabsetzt. Je verdünnter der Alkohol und die Essigsäure sind, die in Wechselwirkung treten, um so unvollständiger ist also der Umsatz. Ganz anders verläuft, wie *Berthelot* hervorhob, die Reaktion bei der eigentlichen Salzbildung. Hier übt die Verdünnung keinen wesentlichen Einfluß aus. Der Umsatz ist vielmehr, auch wenn verdünnte Lösungen von Basis und Säure aufeinander wirken, ein rascher und vollständiger. Daß die Ätherbildung viel Zeit erfordert und nur bis zu einer bestimmten Grenze fortschreitet, schreibt *Berthelot* zwei Umständen zu, die erst bei der Weiterentwicklung der allgemeinen Chemie in ihrer vollen Bedeutung erkannt wurden. Es ist das einmal der Umstand, daß mit der Einwirkung von Säure auf Alkohol nur eine geringe Wärmeentwicklung verbunden ist. Ferner spielt hier eine Rolle, daß die Alkohole und die Äther keine Elektrolyte sind.

Von besonderer Wichtigkeit war die schon von *Berthollet*[531] erörterte Frage, welchen Einfluß es hat, wenn ein Stoff bei seiner Bildung sofort aus dem Gleichgewichtssystem entfernt wird, sei es weil er unlöslich, sei es weil er flüchtig ist. *Berthelot* entschied diese Frage, indem er dafür sorgte, daß dem System Alkohol-Säure: Äther-Wasser das Wasser sogleich bei seinem Auftreten entzogen wurde. Er erreichte dies, indem er einen Alkohol und eine Säure wählte, die ebenso wie der entstehende Äther bei einer über 100° liegenden Temperatur beständig sind. In einem Falle ging der Prozeß bei einer Temperatur von 200° vor sich, ohne daß diese Temperatur eine Zersetzung oder Verflüchtigung der Komponenten oder des daraus entstandenen Äthers herbeiführte; dabei fand ein vollständiger Umsatz von Alkohol und Säure zu Äther statt[532]. Es zeigte sich also, daß das Wasser, das in diesem Falle gleich entfernt wurde, beim gewöhnlichen Ablauf der Reaktion die Ursache der Grenzbildung ist.

*Berthollet* war der erste, der die chemischen Vorgänge in seiner chemischen Statik auf mechanische Prinzipien zurückzuführen versucht hatte. Es war ihm aber noch nicht möglich gewesen, seine Theorien auf ein genügendes Tatsachenmaterial zu stützen. Es blieb das einer späteren Generation von Forschern vorbehalten, unter denen *Jellet*, *Berthelot*, *van't Hoff*, *Guldberg* und *Waage* in erster Linie zu nennen sind. Die gemeinsamen Untersuchungen der beiden zuletzt genannten Forscher schlossen sich an diejenigen *Berthelots* unmittelbar an. Es war eine das Allgemeine aus der Fülle der Einzelerscheinungen abstrahierende Wissenschaft, die aus diesen Forschungen erwuchs. Diese ganz neue, aus dem Studium der organischen Verbindungen erwachsene Mechanik ist, wie *Berthelot* sich ausdrückt, viel feiner und viel entwickelter als die Mechanik der gewöhnlichen Vorgänge der anorganischen Chemie. Sie untersucht nicht nur die Erscheinungen nach der Beendigung einer Reaktion, sondern auch die Reihe der Zustände, die vorangehen. Es handelt sich also um eine ganz neue Art der Beobachtung, um eine Chemie der Zeit. Zu einem gewissen Abschluß kamen diese Untersuchungen dadurch, daß *Guldberg* und *Waage*, *van't Hoff* und andere Forscher die Grundgesetze der chemischen Statik und Dynamik entwickelten.

Die ersten, die an die soeben geschilderten Ergebnisse *Berthelots* in gemeinsamer Untersuchung anknüpften, waren die genannten norwegischen Forscher, der Chemiker *Waage* und der Mathematiker *Guldberg*[533].

*Guldberg* und *Waage* wurden von der Vorstellung geleitet, daß der Gleichgewichtszustand, der bei chemischen Prozessen zwischen den auf einander reagierenden Bestandteilen eintritt, kein statischer, sondern vielmehr ein dynamischer oder beweglicher sei, wie es schon *Jellet* bei seiner für dieses Gebiet grundlegenden Untersuchung angenommen hatte[534].

Man betrachte z. B. den Fall, daß zwei Stoffe A und B in zwei neue Stoffe A^1 und B^1 umgesetzt werden, während gleichzeitig eine Rückbildung der ursprünglichen Stoffe A und B aus A^1 und B^1 stattfindet. In diesem Falle herrscht offenbar der Zustand des beweglichen Gleichgewichts, wenn in der Zeiteinheit die Neubildung und die Rückbildung gleich groß sind, der in die Erscheinung tretende, gesamte Umsatz also gleich Null ist. Anders ausgedrückt, heben sich die der Neubildung und der Rückbildung entsprechenden Reaktionsgeschwindigkeiten gegenseitig auf. Die totale Reaktionsgeschwindigkeit V in der für die chemische Kinetik geltenden Gleichung

V = v - v^1

nimmt somit den Wert 0 an, und wir erhalten das Grundgesetz der chemischen Statik unter der Formel:

v - v^1 = 0.

Ein Beispiel dieser Art, das *Guldberg* und *Waage*[535] genauer untersuchten, ist die zwischen Bariumsulfat und Kaliumkarbonat stattfindende Wechselzersetzung:

BaSO_{4} + K_{2}CO_{3} = BaCO_{3} + K_{2}SO_{4} A + B = A^1 + B^1.

Hier sind A und A^1 unlösliche Verbindungen. Eine Vermehrung ihrer Massen ist nur von sehr geringer Wirkung. In Übereinstimmung mit der Theorie ergaben die Beobachtungen Gleichgewicht, wenn die löslichen Stoffe B und B^1 in einem konstanten Verhältnis (4 : 1) stehen[536].

Der Begriff der in eine chemische Reaktion eintretenden Masse, von dem *Berthollet* im Beginn des 19. Jahrhunderts ausging, wurde von *Guldberg* und *Waage* genauer bestimmt, indem diese Forscher das Verhältnis der Menge zum Volumen in Betracht zogen. Auf diese Weise erschien die Wirkung der Massen mit der Wirkung des Volumens verknüpft. Nach *Guldberg* und *Waage* ist die Wirkung der Massen dem Produkt der Massen, nachdem jede in eine bestimmte Potenz erhoben ist, direkt proportional. Verteilen sich aber dieselben Massen der wirkenden Stoffe auf verschiedene Volumina, so ist die Wirkung dieser Massen dem Volumen umgekehrt proportional. Die in der Volumeinheit des in Reaktion befindlichen Systems vorhandene Masse erhielt die Bezeichnung aktive Masse, ein Begriff, der mit demjenigen der Konzentration zusammenfällt.

Die Abhängigkeit des chemischen Gleichgewichts von der Konzentration machte *van't Hoff* im Jahre 1885 zum Gegenstande einer für die neuere Entwicklung der physikalischen Chemie sehr wichtigen Untersuchung[537].

*Van't Hoff* knüpfte einerseits an *Guldberg* und *Waage*, andererseits an die auf dem Gebiete der Pflanzenphysiologie entstandenen osmotischen Untersuchungen eines *Pfeffer*, *Traube* und *de Vries* an. Wir haben an anderer Stelle das Eindringen in das Gebiet der osmotischen Erscheinungen von den ersten Schritten an verfolgt[538]. *Dutrochet* hatte die Osmose zu einer mechanischen Erklärung der Vegetationserscheinungen zu verwerten gesucht[539]. Später erkannte man, daß das lebende Protoplasma in hohem Grade die Eigenschaft besitzt, dem Durchgang gelöster Stoffe zu widerstehen und dadurch einen osmotischen Druck zu erzeugen. Auf diesem osmotischen Druck beruht z. B. der Turgor oder das Prallsein des frischen Blattes. Läßt der Turgor infolge äußerer Einflüsse (Frost, Wasserentziehung) nach, so wird das Blatt schlaff.

Um die in den lebenden Zellen wirkenden osmotischen Kräfte genauer kennen zu lernen, hatten die Pflanzenphysiologen sogenannte künstliche Zellen d. h. Membrane hergestellt, die in ihrem osmotischen Verhalten dem Plasmaschlauch sehr ähnlich sind. Eine derartige künstliche Membran erhält man z. B., wenn man nach dem Vorgange von *Traube* Kupfervitriol auf eine Lösung von gelbem Blutlaugensalz wirken läßt[540]. Um eine für Versuchszwecke geeignete Anordnung zu erhalten, füllt man eine poröse Tonzelle mit Kupfervitriollösung und taucht sie in eine Lösung von gelbem Blutlaugensalz. Die Membran bildet sich dann innerhalb der porösen Tonmasse und ist auf diese Weise am besten gegen ein Zerreißen geschützt. Einer derartigen Vorrichtung bediente sich der Pflanzenphysiologe *Pfeffer*[541] und nach ihm zum Studium des chemisch-physikalischen Verhaltens gelöster Stoffe *van't Hoff*.

Die nebenstehende Abbildung 54 zeigt uns die Einrichtung des von *Pfeffer* benutzten Apparates. z ist die poröse Tonzelle, in der sich die Niederschlagsmembran gebildet hat. v und t sind eingekittete Glaszylinder. Mit t ist das Quecksilbermanometer m verbunden, das den osmotischen Druck zu messen gestattet.

Füllt man in die Zelle z eine 1%ige Zuckerlösung und stellt sie in reines Wasser, so äußert sich die Osmose darin, daß das Wasser in die Zelle hineinströmt, während der Zucker nicht heraustritt. Infolgedessen nimmt der Druck im Innern der Zelle und in dem mit ihr verbundenen Manometer zu, bis die Quecksilbersäule die Höhe von etwas über 50 cm erreicht hat. In den Pflanzenzellen machen sich osmotische Druckkräfte von 10 und mehr Atmosphären geltend.

Unter Verwertung der von *Pfeffer* mit diesem Apparat gewonnenen Resultate machte *van't Hoff* darauf aufmerksam, daß das von *Boyle* und *Mariotte* für die Gase nachgewiesene Gesetz der Proportionalität zwischen Druck und Dichte auch für die gelösten Stoffe gilt. Man muß nur berücksichtigen, daß der Dichtigkeit des Gases die Konzentration der Lösung entspricht.

Die Gültigkeit des *Boyle*schen Gesetzes für den gelösten Zustand ging aus folgenden Versuchsergebnissen hervor: Bezeichnet C die Konzentration einer Zuckerlösung und P den bei mittlerer Temperatur von dieser Lösung ausgeübten, mit dem Quecksilbermanometer gemessenen, osmotischen Druck, so erhält man:

C P P/C

1,00% 535 mm 535 2,00% 1016 mm 508 4,00% 2082 mm 521 6,00% 3075 mm 513

Aus der genügenden Konstanz des Quotienten P/C ersieht man, daß der Druck sich proportional zur Konzentration ändert. Der gelöste Stoff übt somit ganz wie ein gasförmiger einen Druck auf die Wände des Gefäßes aus, in das er eingeschlossen ist.

Gilt für den gelösten Zustand das Gesetz von *Boyle*, nach dem sich das Verhältnis von Druck und Volumen für die Gase regelt, so ließ sich vermuten, daß die Lösungen auch dem zweiten fundamentalen Gesetze der Aëromechanik folgen, das den Namen *Gay-Lussacs* trägt.

Es gelang *van't Hoff* die Gültigkeit des *Gay-Lussac*schen Gesetzes für den gelösten Zustand aus den Prinzipien der Thermodynamik abzuleiten und zu zeigen, daß die Versuchsergebnisse das theoretisch gewonnene Resultat bekräftigen. Der osmotische Druck ist danach proportional der absoluten Temperatur, wenn sich die Konzentration der Lösung nicht ändert. Daß eine Erhöhung der Temperatur den osmotischen Druck vergrößert, hatte übrigens schon *Pfeffer* beobachtet.

Wie für den gasförmigen Zustand, so lassen sich auch für die Lösungen die Gesetze von *Boyle* und von *Gay-Lussac* in die bekannte Formel[542]

P . V = (P_{0} V_{0} / 273) . T = RT

zusammenfassen. In dieser Formel bedeutet P den Druck, V das Volumen, beziehungsweise die Konzentration, T die absolute Temperatur (273 + t) und R die für eine gegebene Gasmenge konstante Größe

P_{0} V_{0} / 273.

Die zur schärferen Prüfung der Gesetze *Boyles* und *Gay-Lussacs* unternommenen Untersuchungen hatten ergeben, daß diese Gesetze keine absolute Gültigkeit besitzen, sondern Grenz- oder Annäherungsgesetze sind. Sie gelten genau genommen nur für einen idealen Gaszustand, bei dem die Moleküle keine Wirkung aufeinander ausüben. Das gleiche gilt für den gelösten Zustand. Sobald die Konzentration so groß wird, daß die gegenseitige Wirkung der Moleküle eine Rolle spielt, machen sich Abweichungen von den für den verdünnten Zustand geltenden Gesetzen bemerkbar. In diesem Sinne kann man mit *van't Hoff* von einer »idealen Lösung« als von einem Grenzzustande sprechen, dem sich die Lösungen beim Verdünnen mehr und mehr nähern, ohne ihn zu erreichen. Beide Grenzzustände, sowohl der für den gasförmigen als derjenige für den gelösten Zustand liegen nämlich nach mathematischer Ausdrucksweise im Unendlichen.

An die Ausdehnung der Gasgesetze auf gelöste Stoffe schloß sich der Nachweis, daß für letztere auch die *Avogadro*sche Regel gilt, mit einem Wort, daß zwischen Gasen und Lösungen ein völliger Parallelismus besteht.

Um die Gültigkeit der *Avogadro*schen Regel für den gelösten Zustand nachzuweisen, ging *van't Hoff* von der Formel

PV = RT

aus, unter der sich die Gesetze von *Boyle* und von *Gay-Lussac* zusammenfassen lassen. In dieser Formel ist, wie oben dargetan R allein konstant. Wir wollen R die Gasinvariante nennen und der Gleichung die Form

R = PV/T

geben. Wählt man molekulare Mengen für die verschiedenen Gase, z. B. für Wasserstoff 2, für Kohlendioxyd 44, für Ammoniak 17 usw. (entsprechend den Formeln H_{2}, CO_{2}, NH_{3}), so erhält R, da nach der Regel *Avogadros* molekulare Mengen der gasförmigen Stoffe bei gleichem Druck und gleicher Temperatur den gleichen Raum einnehmen, stets denselben Wert. Angenommen es befinde sich die molekulare Menge eines Gases in Kilogrammen im Kubikmeter, so erhält R den Wert 845,05.

Hat man an Stelle der Gase verdünnte Lösungen, für die ja, wie wir oben sahen, auch die Formel

R = PV/T

gilt, so erhält R gleichfalls denselben Wert, wenn es sich um molekulare Mengen der gelösten Stoffe handelt. Den Nachweis, daß *Avogadros* Gesetz auch für Lösungen gilt, führte *van't Hoff* wieder an den Versuchsergebnissen *Pfeffers*[543]. Aus den Beobachtungen dieses Forschers berechnet sich die Konstante R für eine 1%ige Zuckerlösung, in der sich ein Grammolekül Rohrzucker (C_{12}H_{22}O_{11} = 342) befindet, zu 842. In diesem Falle stimmt also die für den osmotischen Druck gefundene Konstante R mit der Gaskonstanten soweit überein, als sich dies im Hinblick auf die Versuchsfehler erwarten läßt. Der osmotische Druck des gelösten Rohrzuckers erwies sich somit als ebensogroß wie der Gasdruck, den die gelöste Substanz ausüben würde, wenn sie nach Entfernung des Lösungsmittels den gleichen Raum bei gleicher Temperatur ausfüllte. In der Bestimmung des osmotischen Druckes bietet sich also ein Mittel dar, um das Molekulargewicht einer Substanz zu ermitteln, die sich wie der Rohrzucker nicht unzersetzt in den gasförmigen Zustand überführen läßt. Weitere, für den gleichen Zweck verwertbare Mittel sind die Gefrierpunktserniedrigung und die Dampfdruckverminderung der Lösung. Daß äquimolekulare Mengen verschiedener Stoffe den Gefrierpunkt, sowie den Dampfdruck des Lösungsmittels um gleichviel herabsetzen, hatte kurz vorher schon *Raoult* nachgewiesen. *Van't Hoff* gelang es, die von *Raoult* auf empirischem Wege gefundenen Regeln aus der Theorie vom osmotischen Druck abzuleiten und die molekulare Gefrierpunktserniedrigung, die ein Stoff in einem gegebenen Lösungsmittel hervorbringen muß, im voraus zu berechnen.

Nach der Aufstellung der *Avogadro*schen Regel hatte sich bekanntlich für gewisse Stoffe ein von dieser Regel abweichendes Verhalten ergeben. Die beobachteten Abweichungen hatten ihre Erklärung durch die Lehre von der Dissoziation gefunden[544]. Danach zerfällt unter Umständen ein Molekül in zwei oder mehr einfacher zusammengesetzte. Ähnliche Abweichungen, wie sie das *Avogadro*sche Gesetz für gasförmige Stoffe zeigt, hatte *van't Hoff* beobachtet, als er dies Gesetz auf den gelösten Zustand ausdehnte. Er mußte daher der allgemeinen Fassung, die er diesem Gesetze gab, sofort hinzufügen, daß der Formel

R = PV/T

nur die große Mehrzahl der von ihm untersuchten Stoffe folge. Insbesondere waren dies die Stoffe, welche die von *Raoult* entdeckte, normale molekulare Gefrierpunktserniedrigung zeigten.

*Van't Hoff* legte sich die Frage vor, ob die *Avogadro*sche Regel sich auf sämtliche gelösten Stoffe ausdehnen läßt, wenn man der konstanten R einen Koeffizienten i hinzufügt, und der Formel den folgenden allgemeinen Ausdruck gibt:

PV = iRT.

Für das normale Verhalten, wie es beispielsweise der Rohrzucker zeigt, würde dann i den Wert 1 annehmen.

Die Bemühungen *van't Hoffs*, den Faktor i durch die Bestimmung des osmotischen Druckes, der Dampfspannung oder des Gefrierpunktes zu ermitteln, waren von Erfolg gekrönt. Es ergab sich im allgemeinen eine genügende Übereinstimmung zwischen den auf so verschiedenen Wegen gefundenen Werten von i.

Die eigentliche Bedeutung dieses zuerst als rein empirisch betrachteten Koeffizienten i erkannte *Arrhenius*[545]. Er war es, der den sogenannten Aktivitätskoeffizienten i auf Grund elektrischer Messungen vorausberechnete und die Abweichungen, die *van't Hoff* zur Einführung von i bewogen hatten, durch seine Theorie von der elektrolytischen Dissoziation erklärte.

Die Anfänge dieser Theorie gehen auf die von *Grotthuß* begründete und von *Hittorf*, *Clausius* und *Helmholtz* weiter entwickelte Lehre von den Wanderungen der Ionen zurück.

Unter den Ionen versteht man nach *Faradays* Bezeichnungsweise die an den Polen (Kathode und Anode) bei der Elektrolyse sich abscheidenden Zersetzungsprodukte. Das am negativen Pol (der Kathode) sich abscheidende Produkt wird seitdem als Kation, das andere als Anion bezeichnet. Die erste Erklärung der Elektrolyse hatte schon lange vor *Faraday* *Grotthuß* gegeben. *Grotthuß* erklärte zunächst die Tatsache, daß die Ionen an zwei weit von einander entfernten Polen getrennt auftreten, anstatt überall in der sich zersetzenden Flüssigkeit zu entstehen. Er entwickelte seine Anschauungen in einer 1805 veröffentlichen Arbeit[546]. Ihr Titel lautet: Die Zersetzung des Wassers und der in ihm gelösten Körper durch galvanische Elektrizität. Die Theorie von *Grotthuß* beruht auf der Vorstellung, daß jedes Wassermolekül wie die galvanische Säule Polarität besitzt. Wie ein Lichtblitz, sagt *Grotthuß*, sei ihm dieser Gedanke gekommen. Der Vorgang der Elektrolyse, wie *Grotthuß* ihn sich dachte, wird aus der nebenstehenden Abbildung verständlich. Jedes Wassermolekül besteht aus einem negativ elektrischen Bestandteil, dem Sauerstoff, und aus einem positiv elektrischen, dem Wasserstoff. Unter dem Einfluß der Elektrizität der Pole werden die Wassermoleküle zunächst durch die ganze, zwischen den Polen befindliche Flüssigkeitsschicht so gerichtet, daß alle Sauerstoffatome dem positiven und alle Wasserstoffatome dem negativen Pole zugekehrt sind. Darauf findet in den Molekeln, welche die Pole unmittelbar berühren, eine Abscheidung derjenigen Atome statt, die von den Polen infolge des Gegensatzes der Elektrizitäten angezogen werden. Alle dazwischen befindlichen Molekeln tauschen ihre Bestandteile aus, ohne ihre Natur zu ändern. Betrachten wir der Einfachheit halber nur eine zwischen den Polen befindliche Kette von Wassermolekülen, deren Zahl gering (9) sein möge. Das Sauerstoffatom a_{1} des ersten Moleküls a_{1} b_{1} wird am positiven Pole abgeschieden. Darauf verbindet sich der frei gewordene Wasserstoff b_{1} mit dem Sauerstoff a_{2} des benachbarten Moleküls, und dieser Austausch vollzieht sich durch die ganze Kette, wie es die Klammern andeuten. Aus dem letzten, den negativen Pol berührenden Wassermolekül scheidet sich somit der positive Bestandteil b_{9} ab, während sich der negative a_{9} mit dem positiven des benachbarten Moleküls b_{8} verbindet. Es stammen also die beiden Ionen, die gleichzeitig frei werden, nicht aus derselben Wassermolekel, sondern aus zwei verschiedenen, die sich gerade in Berührung mit den Elektroden befinden.

Der erste wesentliche Fortschritt über die von *Grotthuß* geschaffene Theorie hinaus erfolgte erst ein halbes Jahrhundert später durch *Hittorf*[547]. Zwar war die *Grotthuß* noch beherrschende Vorstellung, daß lediglich die Metalle, zwischen denen sich der Elektrolyt befindet, der Sitz der elektromotorischen Kräfte seien, der *Faraday*schen Vorstellung gewichen. Nach ihm sind die Pole oder Elektroden nur die Türen, durch welche die Elektrizität zu der einer Zersetzung unterliegenden Substanz ein- bzw. austritt. Die chemische Zersetzung wird nach dieser Vorstellung nicht durch die Anziehung der Pole, sondern durch die Wirkung des Stromes auf den Elektrolyten veranlaßt. Dementsprechend sind die in der Nähe der Pole befindlichen Molekeln nicht etwa einer mit dem Abstande vom Pole abnehmenden Kraft unterworfen, sondern die auf jede zwischen den Polen oder Elektroden befindliche Molekel wirkenden Kräfte sind überall gleich groß. Im übrigen blieb die von *Grotthuß* herrührende, durch Abb. 56 noch einmal zur Darstellung gebrachte Vorstellung bestehen. *Hittorf* entfernte zunächst eine Schwierigkeit, welcher dieser Vorstellung anhaftet. Stellt b die Anordnung der Teilchen dar, nachdem die Abscheidung eines Atoms des Kations und eines Atoms des Anions stattgefunden hat, so müssen sämtliche Molekel erst wieder um den gleichen Betrag von 180° gedreht werden, damit sie zu den Polen wieder in dieselbe Lage kommen. Die Reihe b muß also zunächst in die Reihe c übergehen, wenn die zweite Zerlegung stattfinden soll.

*Hittorf* vermeidet diese Schwierigkeit, indem er[548] auf den Vorgang das in Abb. 57 dargestellte Bild anwendet. Die Ionen befinden sich danach übereinander, und die Elektrolyse besteht darin, daß sich die beiden Reihen aneinander vorbeischieben.

Unvereinbar mit der Theorie von *Grotthuß* war die schon um 1840 gemachte Beobachtung, daß sich die Konzentration einer Salzlösung bei ihrer Elektrolyse nicht gleichmäßig durch die ganze Masse ändert. Zersetzt man z. B. Kupfervitriol, so tritt die Entfärbung am stärksten in der Nähe der Kathode auf. *Hittorf* befaßte sich mit einer sorgfältigen, messenden Untersuchung solcher Konzentrationsänderungen. Er erklärte sie durch die Annahme, daß die Ionen mit ungleicher Geschwindigkeit wandern. Da dieses Wandern schon durch die schwächsten Ströme veranlaßt wird, so nahm *Hittorf* im Widerspruch mit den damals herrschenden Vorstellungen an, daß die »Ionen eines Elektrolyten nicht in fester Weise zu Gesamtmolekülen verbunden sind«[549].

Dagegen hatten die ersten elektrochemischen Theorien, z. B. die während des größten Teils des 19. Jahrhunderts geltende Theorie von *Grotthuß*, sich den Vorgang der Elektrolyse so vorgestellt, daß die Moleküle der Elektrolyten unter der Einwirkung der Elektrizität gespalten würden. Demgegenüber wies auch *Clausius* darauf hin (1857), daß schon der schwächste Strom imstande ist, eine Zerlegung des Elektrolyten zu bewirken, während doch zu einer Überwindung der chemischen Affinität die Stromstärke wahrscheinlich erst auf eine gewisse Größe angewachsen sein müßte. *Clausius* nahm daher an, daß die Moleküle des Elektrolyten stets in so lebhafter Bewegung seien, daß fortwährend Zerfall und Rückbildung stattfinde. Im Einklang damit stand die Tatsache, daß das Leitungsvermögen der Elektrolyte mit der Temperatur beträchtlich zunimmt. Zu der Vorstellung von *Clausius* neigte auch *Helmholtz*. Nach ihm sind die Zerfallsprodukte der Moleküle, die Ionen, mit bestimmten elektrischen Ladungen versehen, die ihnen ganz andere Eigenschaften verleihen, als sie dieselbe Substanz im unelektrischen Zustande besitzt.

Diese Erkenntnis ist auch das Wesentliche der von *Arrhenius* entwickelten Anschauung. Durch seine Untersuchungen über die galvanische Leitfähigkeit der Elektrolyte stellte er fest, daß ein elektrolytisch leitender Stoff aus einem die Elektrizität leitenden Teil besteht, der einen gewissen Bruchteil der Gesamtmenge des Elektrolyten ausmacht, während der Rest, den *Arrhenius* zunächst als den inaktiven Teil bezeichnete, die Elektrizität nicht leitet. Der leitende aktive Teil des Elektrolyten ist nach *Arrhenius* darauf zurückzuführen, daß, ähnlich wie bei der Dissoziation der Gase, beim Auflösen gewisser chemischer Verbindungen (vor allem der Salze, Säuren und Basen) ein teilweiser Zerfall der Molekel, eine elektrolytische Dissoziation, eintritt. Durch diese Annahme wurde nun auch das abweichende osmotische Verhalten erklärlich, das *van't Hoff* zur Einführung des Faktors i in die für den gelösten Zustand geltende Gleichung

VP = RT

veranlaßt hatte[550].

Den Schlußstein fügte *Arrhenius* in diese Reihe der für die physikalische Chemie grundlegenden Untersuchungen, indem er den Faktor i aus den für die elektrische Leitfähigkeit gefundenen Werten berechnen und sie mit der Wanderungsgeschwindigkeit der Ionen in Beziehung setzen lehrte.

16. Neuere Fortschritte der theoretischen und der angewandten Physik.

Die exakten Wissenschaften waren durch eine gewaltige Summe experimenteller und darauf gegründeter theoretischer Arbeit im Verlauf des 19. Jahrhunderts zu einem wohlgegliederten und wenigstens in seinen Fundamenten festgefügten Lehrgebäude gelangt. Der Ausbau im einzelnen wurde während der letzten Jahrzehnte in solchem Maße gefördert, daß an dieser Stelle nur einige der wichtigsten, neueren Errungenschaften, welche die Keime weiteren Fortschritts in sich bergen, berührt werden können. Wir wenden uns zunächst den ältesten Zweigen der Naturlehre, nämlich der Mechanik, der Akustik und der Optik zu. Eine bemerkenswerte Erweiterung erfuhr die Mechanik dadurch, daß *Helmholtz* die Sätze von *Green*[551] auf das Problem der Wirbelbewegung und die Bildung von Strahlen in Flüssigkeiten ausdehnte. Die grundlegende Abhandlung erschien im Jahre 1858 unter dem Titel »Über Integrale der hydrodynamischen Gleichungen, welche den Wirbelbewegungen entsprechen«[552]. Mit der mathematischen Analyse der Bewegung der Flüssigkeiten hatten sich schon *Euler*, *Bernoulli* und *Lagrange*[553] beschäftigt. Besonders der letztere hatte seine Untersuchung vom Standpunkte der später von *Green* und *Gauß* weiter ausgebauten Potentialtheorie angestellt und dabei eine Funktion eingeführt, die *Helmholtz* als das Geschwindigkeitspotential bezeichnete. *Helmholtz* untersuchte besonders die Fälle, bei denen kein Geschwindigkeitspotential besteht, z. B. die Drehung einer Flüssigkeit um eine Achse mit gleicher Winkelgeschwindigkeit aller Teilchen. Diese Untersuchung führte *Helmholtz* zur Entdeckung einer merkwürdigen Analogie zwischen der Wirbelbewegung einer Flüssigkeit und dem elektromagnetischen Verhalten elektrischer Ströme.

Von besonderem Interesse war der von *Helmholtz* nicht nur theoretisch, sondern auch experimentell[554] geführte Nachweis der Existenz von Wirbelringen in Flüssigkeiten. An den Nachweis, daß solche in einer reibungslosen Flüssigkeit, z. B. im Äther, existierende Wirbel für alle Zeiten bestehen bleiben, knüpfte *W. Thomson* (Lord *Kelvin*) die Hypothese, daß die Atome solche Wirbelringe in dem als kontinuierliche Substanz gedachten Äther seien. *Thomsons* Wirbeltheorie zeigt immerhin trotz ihrer in hohem Grade hypothetischen Natur, daß sich die Vorstellung von der Kontinuität der Materie mit der atomistischen Auffassung unter Beseitigung der unvermittelten Fernwirkung vereinigen läßt.

Eine zweite, das Gebiet der Hydrodynamik betreffende Abhandlung veröffentlichte *Helmholtz* im Jahre 1868 unter dem Titel »Über diskontinuierliche Flüssigkeitsbewegungen«[555]. *Helmholtz* untersuchte darin unter anderem den Einfluß, den eine scharf ausgebildete Kante auf eine vorbeiströmende Flüssigkeit äußert, sowie den Fall, daß ein Flüssigkeitsstrahl aus einem weiten Raum in einen engen Kanal übergeht.

In naher Beziehung zu seinen hydrodynamischen stehen die von *Helmholtz* ausgeführten akustischen Untersuchungen. Die bedeutendste hierher gehörende Arbeit erschien im Jahre 1860 unter dem Titel »Theorie der Luftschwingungen in Röhren mit offenen Enden«[556]. Die ältere Theorie ging von der Annahme aus, daß die Luft in einer tönenden Pfeife in ebenen Schichten parallel der Achse hin und her schwinge. Für die von der Öffnung entfernteren Teile der Pfeife ist diese Annahme zulässig. Sie gilt aber um so weniger, je mehr man sich dem offenen Ende nähert. Mit ihrem Eintritt in den Außenraum müssen nämlich die ebenen Wellen in kugelförmige Wellen übergehen. Dieser Übergang erfolgt allmählich. Die mathematische Analyse des Problems gehört zu den interessantesten Anwendungen der Potentialtheorie und der besonders von *Green* auf dem Gebiete dieser Theorie entwickelten Sätze. Die gewonnenen Resultate ließen sich auch benutzen, um die Stärke der Resonanz und die Phasen der erregten Schwingungen zu ermitteln, wenn man die Pfeife durch außerhalb befindliche schwingende Körper, z. B. eine Stimmgabel, zum Mittönen bringt.

Eine zusammenfassende Darstellung dieses Gebietes auf Grund der eigenen Forschungen gab *Helmholtz* in seinem berühmten Werke »Die Lehre von den Tonempfindungen als physiologische Grundlage für die Theorie der Musik«[557]. Das Buch war vor allem dadurch epochemachend, daß es den ersten Versuch darstellte, eine Anzahl bisher getrennter Grenzgebiete zu vereinigen, nämlich die physikalische Akustik, die physiologische Akustik, die Musikwissenschaft und die Ästhetik der Musik mit ihren vorzugsweise auf psychologischen Momenten beruhenden Beziehungen.

Neu war in der Darstellung von *Helmholtz* vor allem die Lehre von den Obertönen und der Klangfarbe, sowie die Einsicht in die Zerlegung, welche die Klänge durch das Ohr erfahren. *Helmholtz* geht von der bekannten Tatsache aus, daß ein und dieselbe Note, wenn man sie auf einem Klavier, einer Violine, einer Trompete usw. angibt, trotz gleicher Stärke und gleicher Tonhöhe, doch ihre besondere, dem betreffenden Instrumente eigentümliche Klangfarbe besitzt. Von der Weite und der Dauer der Schwingung konnte sie nicht abhängen. Es blieb also zu untersuchen, ob und wie die Klangfarbe durch die Form oder die Zusammensetzung der Schwingung bestimmt wird. Die Analyse der Gesamtempfindung, die man als Klang bezeichnet, führte *Helmholtz* zu der Erkenntnis, daß in dem Klang außer dem Grundton noch eine Anzahl höherer Töne enthalten sind, die *Helmholtz* harmonische Obertöne nannte. Bei angestrengter Aufmerksamkeit vermag das Ohr solche Obertöne aus der als Klang bezeichneten Gesamtempfindung herauszuhören. Besser gelingt dies mit einem besonderen, von *Helmholtz* zu diesem Zweck erfundenen, als Resonator bezeichneten Instrument. Es besteht (Abb. 58) aus einer gläsernen Hohlkugel oder Röhre mit zwei Öffnungen. Die Öffnung a hat scharf abgeschnittene Ränder. Die Öffnung b ist so geformt, daß sie leicht in das Ohr gesetzt werden kann. Geschieht dies, so hört man die meisten Töne, die in der Umgebung hervorgebracht werden, viel gedämpfter als sonst. Wird dagegen der Eigenton des Resonators in der Nähe angegeben, so »schmettert dieser mit gewaltiger Stärke in das Ohr hinein«[558]. Um die Klänge zu analysieren, schwache Töne neben stärkeren wahrzunehmen, Obertöne von dem Grundton zu unterscheiden usw. benutzte *Helmholtz* eine abgestimmte Reihe solcher Resonatoren. Auf die Einzelheiten dieser Untersuchung, die sich auf alle bekannteren Musikinstrumente und die menschliche Stimme erstreckte, kann hier nicht eingegangen werden.

Auch nach der rein physiologischen Seite hat *Helmholtz* die Theorie der Gehörempfindungen ganz wesentlich gefördert, indem er die Rolle des »Cortischen Organs« aufdeckte[559]. Durch die mikroskopisch-anatomische Erforschung des inneren Ohres war *Corti*[560] auf die etwa 3000 Fasern in der Schnecke aufmerksam geworden, die mit den Fasern des Gehörnerven in Verbindung stehen. Diese elastischen Fasern, von denen man annimmt, daß jede einer bestimmten Schwingungszahl entspricht, werden durch Vermittlung des Trommelfells, der Gehörknöchelchen und der das innere Ohr erfüllenden Flüssigkeit in Mitschwingung versetzt und übertragen ihrerseits den Reiz auf die Endigungen des Gehörnervens. Die Empfindung verschieden hoher Töne wird nach *Helmholtz* durch die *Corti*schen Fasern vermittelt. Die Empfindung der Klangfarbe würde darauf beruhen, daß ein Klang außer den einem Grundtone entsprechenden *Corti*'schen Fasern noch eine Anzahl anderer in Bewegung setzt, also in mehreren Gruppen von Nervenfasern Empfindungen auslöst. Das Ohr verhält sich den zusammengesetzten Klängen gegenüber danach wie eine Anzahl von abgestimmten Resonatoren, und das Hören erscheint, physikalisch betrachtet, als ein besonderer Fall des Mittönens.

Auch die neuere Theorie des Sehens hat durch *Helmholtz* ihre Grundlagen erhalten. Sie wurden in einem nicht minder epochemachenden Werk, in dem Handbuch der physiologischen Optik, zusammenfassend dargestellt. Mit der Physiologie des Auges hat sich *Helmholtz* besonders eingehend beschäftigt, nachdem er 1850 bei Gelegenheit seiner Vorträge über die Sinnesorgane auf die Erfindung des Augenspiegels gekommen war, eines Instrumentes, das den Augenärzten eine neue Welt erschloß. *Helmholtz* schrieb über diese für die Physiologie wie für die Heilkunde gleich wichtige Erfindung: »Sie erforderte weiter keine Kenntnisse, als was ich auf dem Gymnasium von Optik gelernt hatte, so daß es mir jetzt lächerlich vorkommt, wie andere Leute und ich selbst so vernagelt sein konnten, sie nicht früher zu finden. Es handelt sich nämlich um eine Kombination von Gläsern, die es ermöglicht, den dunklen Hintergrund des Auges zu beleuchten und gleichzeitig alle Einzelheiten der Netzhaut genau zu sehen, sogar genauer als man die äußeren Teile des Auges ohne Vergrößerung sieht, weil die durchsichtigen Teile des Auges dabei die Stelle einer Lupe von 20maliger Vergrößerung vertreten. Man sieht die Blutgefäße auf das Zierlichste verzweigt, den Eintritt des Sehnerven in das Auge usw.«.

Auch auf den Gedanken, die Fortpflanzungsgeschwindigkeit der Nervenreizung zu messen, ist *Helmholtz* gelegentlich der Vorbereitung zu den Vorlesungen gekommen, die er als Professor der Physiologie zu halten hatte. Aus diesem Grunde erklärte es *Helmholtz* für eine »sehr nützliche Nötigung, daß jeder Universitätslehrer alljährlich den ganzen Umfang seiner Wissenschaft vorzutragen« habe?

Auf die Erfindung des Augenspiegels, dessen ursprüngliche Einrichtung die nebenstehende Abbildung 59 erläutert, folgte eine genaue Untersuchung des Problems der Akkommodation, mit dem sich schon dreihundert Jahre früher *Kepler*[561] beschäftigt hatte. Der von *Helmholtz* zur Aufhellung des Problems gebaute Apparat, das Ophthalmometer, ließ erkennen, daß die Akkommodation, d. h. die Einstellung des Auges auf eine bestimmte Gegenstandsweite, darauf beruht, daß sich die Krümmung der vorderen, sowie der hinteren Linsenoberfläche ändert. Die Arbeit »Über die Akkommodation des Auges« erschien im Jahre 1855[562]. Ein Jahr später veröffentlichte *Helmholtz* den ersten Teil seines großen Handbuchs der physiologischen Optik, dessen Abfassung ihn bis zum Jahre 1866, also ein volles Jahrzehnt, beschäftigte. Es war ein Werk, in dem *Helmholtz* nach einem Ausspruch *du Bois Reymonds* den erwähnten Zweig der Physiologie »systematisch und literargeschichtlich in größter Vollständigkeit darstellte, von den mathematischen Anfangsgründen der theoretischen Optik bis zu den letzten erkenntnistheoretischen und ästhetischen Gesichtspunkten.« Nur »Die Lehre von den Tonempfindungen«, ein Werk, das *Helmholtz* 1862 veröffentlichte[563], läßt sich der »Physiologischen Optik« an die Seite stellen. Das zuletzt genannte Werk beginnt mit einer genauen anatomischen Beschreibung des Sehorgans. Es folgt die Dioptrik des Auges. Dieser Teil enthält zunächst eine allgemeine Darstellung der Lichtbrechung in Systemen kugliger Flächen und knüpft daran die Untersuchung des Strahlenganges im Auge. In dem zweiten Abschnitt, der sich mit der Lehre von den Gesichtsempfindungen befaßt, entwickelt *Helmholtz* die in ihren Grundlagen von *Young* herrührende physiologische Farbenlehre. Nach der *Young-Helmholtz*schen Theorie gibt es im Auge drei Arten von Nervenfasern. Reizung der einen erzeugt die Empfindung des Rot, Reizung der zweiten die des Grün und Reizung der dritten Art die des Violett. Das Licht erregt diese drei Arten von Fasern je nach seiner Wellenlänge in verschiedener Stärke. Die rotempfindenden Fasern werden am stärksten von dem Lichte größter Wellenlänge erregt, die grünempfindenden von dem Lichte mittlerer Wellenlänge und die violettempfindenden von dem Lichte kleinster Wellenlänge. Jede Spektralfarbe erregt alle Arten von Fasern, indessen die einen stark und die anderen schwach. Stellt man sich über den in Abb. 60 dargestellten, horizontalen Linien die Spektralfarben in der natürlichen Reihenfolge von Rot (R) bis bis Violett (V) vor, so entsprechen die drei Kurven etwa den Erregungsstärken der drei Arten von Nervenfasern.

Auch um den Ausbau der Lehre von den Gesichtswahrnehmungen, eines Gebietes, das auf der Grenze zwischen Physiologie und Psychologie steht und mit dem sich der dritte Abschnitt des Werkes beschäftigt, hat sich *Helmholtz* große Verdienste erworben. Er entdeckte nicht nur zahlreiche neue Tatsachen, sondern knüpfte auch an das ganze, große Gebiet der Sinneswahrnehmungen die wichtigsten, erkenntnistheoretischen Betrachtungen an. Die Theorie, die *Helmholtz* verfocht, hat man als die empiristische bezeichnet. Sie entscheidet die Frage, wieweit die Vorstellungen mit den Objekten übereinstimmen, dahin, daß die Vorstellungen sowohl von der Natur des Wirkenden als auch von der Natur des wahrnehmenden Subjektes abhängen. Es hat daher keinen Sinn von einer anderen Wahrheit unserer Vorstellungen zu sprechen als von dieser gewissermaßen praktischen. Unsere Vorstellungen von den Dingen können nichts anderes sein als Zeichen für die Dinge, Zeichen, die wir zur Regelung unserer Bewegungen und Handlungen benutzen lernen. Ein anderer Vergleich zwischen den Vorstellungen und den Dingen ist nach *Helmholtz* nicht denkbar.

Während es sich für die älteren Zweige der Physik nur noch um einen Ausbau im einzelnen handelte, erfuhr die Elektrizitätslehre eine tiefergreifende Umgestaltung. Dies geschah vor allem dadurch, daß man mit elektrischen Oszillationen oder Wellen bekannt wurde. Die grundlegenden Untersuchungen auf diesem Gebiete rühren von *Wheatstone* und von *Feddersen* her. *Wheatstone* hatte beobachtet, daß die Entladung durch einen Funken nicht momentan erfolgt, sondern eine gewisse Zeit beansprucht. Seine Methode[564] bestand darin, daß er den Funken in einem rasch sich drehenden Spiegel beobachtete und aus der Länge des Bildes und der Tourenzahl des Spiegels die Dauer der Lichterscheinung ermittelte. Rotierte der Spiegel nur langsam, so erschien der Funken als eine helle Linie. Je rascher der Spiegel sich bewegte, um so mehr wurde die Linie zu einem Lichtband ausgezogen. Bei 800 Umdrehungen in der Sekunde betrug die Breite dieses Lichtbandes z. B. 24 Grad. Daraus berechnete sich für diesen Fall die Dauer des Entladungsfunkens auf 0,000042 Sekunden.

*Wheatstones* spektroskopische Untersuchung des Entladungsfunkens ließ erkennen, daß die in seinem Spektrum auftretenden Linien von der chemischen Natur des positiv wie auch von derjenigen des negativ geladenem Körpers abhängen. Offenbar beweist dies, daß bei der Entladung von beiden Polkörpern glühende Teilchen mitgerissen werden[565].

*Wheatstones* so einfacher und doch in ihren Ergebnissen so wunderbarer Methode, die Milliontel von Sekunden zu messen gestattet, bediente sich auch *Feddersen*. Er richtete sein Augenmerk indessen nicht nur auf die Breite, sondern auch auf die Beschaffenheit des Lichtbandes, das er nicht nur beobachtete, sondern auch, um möglichst einwandfreie Ergebnisse zu erhalten, photographisch festhielt. Eins der von *Feddersen* erhaltenen Bilder[566] zeigt die nebenstehende Abbildung 61[567]. Sie läßt erkennen, daß der Funken aus einer Reihe von Teilentladungen besteht, die allmählich schwächer werden. Die Zeit, die zwischen einem Strommaximum und dem nächstfolgenden verfließt, ist eine konstante, solange sich die Umstände nicht ändern. Vergrößert man dagegen die Länge des Schließungsdrahtes, so wird auch das Intervall zwischen zwei Teilentladungen ein größeres. Die weitere Untersuchung ergab, daß die Entladung nicht etwa aus einem Strom besteht, der in einer Reihe gleichgerichteter Partialströme zerfällt. Der Vorgang ließ sich vielmehr nur als ein Hin- und Herfließen der Elektrizität, mit anderen Worten als ein oszillatorischer auffassen. Auf theoretischem Wege waren *Kirchhoff*[568] und *Helmholtz* zu dem gleichen Ergebnis gelangt. *Helmholtz* hatte diese Ansicht im Jahre 1847 in seiner Schrift über die Erhaltung der Kraft entwickelt[569]. Danach ist die Entladung nicht als eine Bewegung der Elektrizität in einer Richtung vorzustellen, sondern als ein Hin- und Herschwanken in Oszillationen, die immer kleiner werden, bis die ganze lebendige Kraft durch die Widerstände vernichtet ist.

Um die Dauer einer Oszillation zu bestimmen, ermittelte *Feddersen* die Ausdehnung des Streifenbandes (Abb. 61) und dividierte sie durch die Zahl der Streifen. So ergab sich beispielsweise bei der Entladung einer Batterie von zehn Leydener Flaschen die Dauer einer Oszillation zu 0,00000304 Sekunden. Die Oszillationsdauer wurde bedeutend vergrößert, als *Feddersen* die Entladung durch einen längeren Schließungsbogen vor sich gehen ließ. Wählte er als solchen z. B. einen Draht von

15 m Länge, so war die Oszillationsdauer 0,00000312'', bei 115 m Länge betrug " " 0,00000935'', bei 1343 m " " " " 0,00003980''.

Der weitere Ausbau des durch *Feddersen* erschlossenen Gebietes der elektrischen Oszillationen erfolgte seit dem Jahre 1887 durch *Hertz*[570]. *Hertz* stellte sich die Aufgabe, die von *Maxwell* auf den Versuchen und Anschauungen *Faradays* aufgebaute Theorie durch weitere Versuche auf ihre Zulässigkeit zu prüfen. Nach der *Faraday-Maxwell*schen Theorie beruhen die elektrischen und magnetischen Vorgänge nicht auf einer unmittelbaren, den Raum überspringenden Fernkraft. Wir müssen diese Vorgänge vielmehr als die Folge einer Wirkung ansehen, die sich in einem Medium von Punkt zu Punkt fortpflanzt. Zur Prüfung dieser Theorie erschien *Hertz* nichts geeigneter als die Untersuchung, ob und wie sich die von *Feddersen* entdeckten elektrischen Schwingungen durch den Raum fortpflanzen. Dazu dienten ihm zwei Mittel. Zunächst rief er durch Anwendung eines geeigneten Induktionsapparates Schwingungen hervor, die etwa hundertmal so rasch wie diejenigen *Feddersens* erfolgten. Setzt man voraus, daß diese Schwingungen sich, wie *Maxwells* Theorie es forderte, mit der Geschwindigkeit des Lichtes wellenartig ausbreiten, dann mußte die Wellenlänge um so kleiner werden, je größer man die Schwingungszahl machte[571]. Das zweite Mittel, das *Hertz* für seine Zwecke schuf, war ein Instrument, mit dem er das Feld in der Umgebung des die Oszillationen veranlassenden Induktionsapparates absuchte. Dies von ihm als elektrischer Resonator bezeichnete Instrument ist nichts weiter als ein rechteckig gebogener, an einer Stelle (M) unterbrochener Draht. Abbildung 62 zeigt uns die von *Hertz* benutzte Versuchsanordnung. Dem induzierenden Strom gab er die Gestalt einer geraden Linie. Ihre Enden wurden durch die Konduktoren C und C' gebildet. Das Rechteck *abcd* ist der Resonator. Der Nachweis der elektrischen Kräfte im Raum geschah mit Hilfe der feinen Funken, die unter gewissen Bedingungen an der Unterbrechungsstelle M des Resonators auftreten, wenn bei B eine oszillierende Entladung des primären Systems stattfindet.

Wie *Hertz* die Dimensionen seines Resonators gestaltete, um ihn sozusagen auf das primäre System abzustimmen, wie er ferner die Stellung und die Entfernung des Resonators in bezug auf den die Induktionswirkung erzeugenden Apparat abänderte, kann hier nicht im einzelnen dargelegt werden. Das erste Ergebnis war, daß *Hertz* elektrische Wellen nachzuweisen vermochte und stehende elektrische Wellen, ganz nach Analogie der akustischen und der optischen Erscheinungen, durch Reflexion hervorrufen konnte. Aus der Länge der Wellen und der Zahl der Oszillationen ergab sich die Geschwindigkeit ihrer Ausbreitung zu 300000 Kilometern in der Sekunde, ein Nachweis, durch den die von *Maxwell* angenommene Identität der optischen und der elektromagnetischen Strahlung eine wesentliche Stütze erhielt. Für jene Identität sprach auch der Umstand, daß *Hertz* mit den von ihm erzeugten Strahlen elektrischer Kraft sämtliche elementaren Versuche anstellen konnte, die man mit dem Lichte und mit der strahlenden Wärme auszuführen gelernt hatte[572]. Der Nachweis der elektrischen Kräfte im Raum geschah auch hier mit Hilfe der feinen Funken, die bei den oszillierenden Entladungen des primären Systems in dem sekundären Leiter (dem Resonator) auftreten. Um die elektrischen Strahlen zu konzentrieren, bediente sich *Hertz* eines Hohlspiegels von der Form eines parabolischen Zylinders. Die Ausbreitung der Strahlen fand in der Richtung der optischen Achse statt. Die Strahlen ließen sich in einem zweiten Spiegel auffangen und im Brennpunkt durch den sekundären Leiter nachweisen. (Abb. 63.)

Brachte *Hertz* in die Verbindungslinie der Spiegel senkrecht zur Richtung der Strahlen einen Schirm aus Stanniol oder aus Zinkblech, so erloschen die sekundären Funken. Daß für die elektrischen Strahlen das in der Optik seit alters bekannte Reflexionsgesetz gilt, war schon durch die erfolgreiche Anwendung der Hohlspiegel dargetan. Durch seitliche Aufstellung des erwähnten Metallschirms wurde das Reflexionsgesetz für die Strahlen elektrischer Kraft noch besonders nachgewiesen. Die Versuchsanordnung ist durch Abbildung 64 ohne weiteres ersichtlich.

Zum Nachweise der Brechung der elektrischen Strahlen bediente sich *Hertz* eines etwa 12 Zentner schweren, aus Pech hergestellten Prismas. Daß die Strahlen in Transversalschwingungen bestehen und im optischen Sinne geradlinig polarisiert sind, wurde dadurch nachgewiesen, daß man bei gekreuzter Stellung der Spiegel keine Funken im sekundären Leiter erhielt. Dasselbe erreichte *Hertz* durch Einschieben eines Drahtgitters, das in einer bestimmten Stellung die Strahlen ungehindert hindurchließ, um 90 Grad gedreht, sie aber zum Verschwinden brachte.

Aus allem ging hervor, daß es berechtigt schien, die Strahlen elektrischer Kraft als Lichtstrahlen von großer Wellenlänge zu bezeichnen. Daher durfte *Hertz* nach Abschluß seiner Versuche ausrufen[573]: »Die Verbindung zwischen Licht und Elektrizität, welche die Theorie ahnte, vermutete, voraussah, ist hergestellt. Von dem Punkte, den wir erreicht haben, eröffnet sich ein weiter Ausblick in beide Gebiete. Die Herrschaft der Optik beschränkt sich nicht mehr auf Ätherwellen, welche kleine Bruchteile des Millimeters messen, sie gewinnt Wellen, deren Längen nach Dezimetern, Metern, Kilometern rechnen. Und trotz dieser Vergrößerung erscheint sie uns, von hier gesehen, nur als ein kleines Anhängsel am Gebiete der Elektrizität.«

Mit dem Bekanntwerden der Versuche von *Hertz* trat das schon lange bestehende Problem der Telegraphie ohne Draht wieder in den Vordergrund. Eine teilweise Lösung hatte dieses Problem schon 1838 dadurch gefunden, daß *Steinheil* vorschlug, beim elektromagnetischen Telegraphen für die Rückleitung die Erde zu verwenden und auf diese Weise die Hälfte der Drahtleitung zu ersparen. Andere, weniger erfolgreiche Bemühungen liefen darauf hinaus, an Stelle des Drahtes natürliche oder künstliche Wasserläufe zu benutzen. Auch auf den Gedanken, die elektrische Induktion zu verwenden und die Induktionsvorgänge durch oszillierende Ströme zu verstärken, ist man schon vor *Hertz* gekommen. *Hertz* selbst soll sich übrigens während der wenigen Jahre, die ihm nach seiner großen Entdeckung noch beschieden waren, dem Gedanken gegenüber, daß sie sich praktisch verwerten lasse, ablehnend verhalten haben.

Dennoch hat es sich alsbald gezeigt, daß durch die *Hertz*schen Versuche das Problem in ein neues, Aussicht auf die besten Erfolge darbietendes Stadium gekommen war. Seit dem Jahre 1890 sehen wir eine große Zahl von Physikern und Elektroingenieuren bemüht, die Funkentelegraphie durch den Bau geeigneter Induktionsapparate, ihre Verbindung mit besonderen Sendern, welche die elektrische Energie in den Raum hinausführen, und vor allem durch die Erfindung höchst empfindlicher Empfänger den Bedürfnissen der Praxis anzupassen. Der Erfolg war ein überraschender und die Vielseitigkeit in der Ausführung des Gedankens und in der Anwendung so groß, daß hier nicht näher darauf eingegangen werden kann. Das erste brauchbare System erzielte im Jahre 1896 *Marconi*, indem er den von *Righi* verbesserten Oszillator als Sender und an Stelle des *Hertz*schen Resonators die *Branly*sche Röhre[574] als Empfänger benutzte.

Schon vor *Branlys* Erfindung hatte man beobachtet, daß metallischer Staub unter der Einwirkung von Induktionsströmen leitfähig wird. *Branly* schloß 1890 den Metallstaub in eine Glasröhre ein, in die er zwei Drähte treten ließ. Er zeigte, daß dies System unter der Einwirkung der *Hertz*schen Wellen eine bedeutende Leitfähigkeit erhält, die durch eine leichte Erschütterung wieder aufgehoben wird. Die Wirkung des Senders auf die *Branly*sche Röhre besteht darin, daß jeder von dem Sender ausgehende Impuls die Röhre befähigt, einen elektrischen Strom zu schließen und dadurch beispielsweise ein Läutewerk in Tätigkeit zu setzen. Gleichzeitig erschüttert der Klöpfel dieses Läutewerks die Röhre und befähigt sie durch Vernichtung der Leitfähigkeit zur Aufnahme eines neuen Zeichens.

Durch mannigfache Abänderungen des in seinem Wesen immer noch rätselhaften Aufnahmeapparats, sowie des Senders und der Nebeneinrichtungen ist es gelungen, eine abgestimmte Funkentelegraphie zu schaffen und eine Verständigung auf Entfernungen von mehreren tausend Kilometern herbeizuführen, unbemannte Boote und Luftschiffe zu lenken[575], Geschütze abzufeuern, kurz Dinge zu leisten, die man vor wenigen Jahrzehnten noch ins Reich der Träume verwiesen haben würde.

Erwähnt sei unter den neuesten Aufnahmeapparaten (Detektoren) der elektrolytische Wellenanzeiger. In diesem Apparat ändert sich die Polarisation sofort, wenn durch die eintreffenden Schwingungen der schwächste Strom induziert wird. Ein anderer Apparat beruht auf der äußerst geringen Wärmewirkung, welche die ankommenden Wellen hervorzurufen vermögen. Man ist auch mit Erfolg dazu übergegangen, die Antennen, die eine Höhe von mehreren hundert Metern erreichten, durch liegende Drähte (sogenannte Erdantennen) zu ersetzen. Auf diese Weise ließ sich eine Ausdehnung der Antennen erreichen, wie sie sich durch den Bau hoher Türme nicht ermöglichen läßt. Für die Sendeapparate benutzt man hochfrequente, elektrische Wechselströme in Verbindung mit dem 1906 von *M. Wien* erfundenen Löschfunkensender[576].

Um die Fortbildung der neuen, durch *Faraday* geschaffenen theoretischen Vorstellungen hat sich besonders *Maxwell*[577] verdient gemacht. Vor *Faraday* hatte man angenommen, daß die Wirkungen des Magneten und des elektrischen Stromes unvermittelte Fernwirkungen seien. Die Annahme einer durch keinen mechanischen Vorgang vermittelten Wirkung in die Ferne hatte man auch der Gravitationstheorie zugrunde gelegt, obgleich *Newton* sich durchaus nicht etwa entschieden für eine solche »actio in distans« ausgesprochen hatte. Während des 18. Jahrhunderts galt die unvermittelte Fernwirkung nicht nur für die Gravitation; sie wurde von *Coulomb*, der die Analogie zwischen der Gravitationswirkung und der Wirkung der elektrischen und magnetischen Kräfte erkannte, auch auf letztere ausgedehnt. Auch *Weber*, der in seinem Gesetz die elektrostatischen mit den elektromagnetischen und den Induktionserscheinungen zusammenfaßte, war in der im 18. Jahrhundert herrschenden Anschauung befangen geblieben. Erst durch *Faraday* trat hierin ein Wandel ein, dem sich die neuere Physik nur widerstrebend und ganz allmählich angepaßt hat.

Nach *Faraday* handelt es sich bei den schon vor ihm bekannten elektrischen, magnetischen und elektromagnetischen Vorgängen, sowie bei der von ihm entdeckten Induktion stets um eine Wirkung, die sich durch die Luft oder irgend eine andere isolierende Substanz (das Diëlektrikum) von Teilchen zu Teilchen fortpflanzt. Dies war *Faraday* schon deshalb wahrscheinlich, weil sich eine scharfe Grenze zwischen Leitern und Nichtleitern gar nicht angeben läßt. Er nahm daher in dem Diëlektrikum einen Spannungszustand an, den er als den elektrotonischen bezeichnete. Um diesen Zustand genauer zu charakterisieren, bediente sich *Faraday* als eines Hilfsmittels imaginärer Kurven, die er Kraftlinien nannte. In der Richtung der Kraftlinie, beziehungsweise für jeden ihrer Punkte in der Richtung der Tangente, wirkt ein Zug, quer zu den Kraftlinien ein Druck. Dieser Vorstellung entsprechen beispielsweise die magnetischen Kurven oder Kraftlinien, in denen sich Eisenfeilspäne unter dem Einfluß eines Magneten anordnen.

Die magnetischen Kraftlinien sind die Bahnen, in denen sich ein freier magnetischer Pol in einem magnetischen Felde bewegen würde. Das Auseinanderweichen der Kraftlinien zeigt eine Abnahme, das Konvergieren eine Zunahme der Kraft an.

An die Stelle dieses reingeometrischen Modells der Kräfte, dessen sich *Faraday* bediente, setzte *Maxwell* ein anderes, das aber lediglich als eine Analogie und nicht etwa als eine Erklärung oder auch nur als Versuch einer Erklärung aufgefaßt werden darf. Unter einer physikalischen Analogie versteht *Maxwell* eine teilweise Ähnlichkeit zwischen den Gesetzen zweier Erscheinungsgebiete. Eine solche Ähnlichkeit setzt uns in die Lage, die Erscheinungen des einen Gebietes durch diejenigen des anderen zu erläutern. Eine derartige Analogie besteht beispielsweise zwischen manchen Erscheinungen, die der elektrische Strom darbietet, und dem Verhalten einer strömenden Flüssigkeit. *Maxwell* bediente sich eines hydrodynamischen Modells zur Erläuterung der Wirkungen des elektrischen und des magnetischen Feldes. Er setzte an die Stelle der Kraftlinien Röhren von veränderlichem Querschnitt, in denen er sich eine nicht zusammendrückbare Flüssigkeit strömend dachte. Da die Geschwindigkeit einer solchen Flüssigkeit sich umgekehrt wie der Querschnitt der Röhre verhält, so läßt es sich einrichten, daß die Strömung an jeder Stelle durch ihre Geschwindigkeit die Größe und durch ihre Richtung gleichzeitig auch die Richtung der Kraft darstellt. Die von *Maxwell* gedachten Röhren füllen das magnetische oder das elektrische Feld so vollständig aus, daß keine Zwischenräume übrig bleiben. Die Röhrenwände reduzieren sich auf mathematische Flächen, welche die Bewegung einer den ganzen Raum erfüllenden Flüssigkeit bestimmen. Auf diese Weise vermochte es *Maxwell*, die Wirkungen von Magneten und elektrischen Strömen darzustellen und in mathematische Formeln zu kleiden, ohne damit irgend eine Annahme über das eigentliche Wesen des Magnetismus oder der Elektrizität gemacht zu haben.

Aus *Maxwells* Theorie ergab sich als eine der wichtigsten Folgerungen, daß sich die elektromagnetische Wirkung mit einer Geschwindigkeit ausbreitet, die mit der durch *Fizeau* ermittelten Geschwindigkeit des Lichtes nahezu übereinstimmt. *Fizeau* hatte für letztere 195600 englische Meilen in der Sekunde gemessen. *Maxwells* Berechnung ergab für die elektromagnetischen Wellen eine Fortpflanzungsgeschwindigkeit von 193000 englischen Meilen in der Sekunde. Es ließ sich daher der Gedanke kaum zurückweisen, daß das Licht aus Schwingungen desselben Mediums besteht, in dem sich auch die elektrischen und die magnetischen Vorgänge abspielen. Eine wichtige experimentelle Bestätigung dieser elektromagnetischen Theorie des Lichtes brachte *Hertz*, indem er für die Fortpflanzungsgeschwindigkeit der elektrischen Wellen denselben Wert fand, den *Fizeau* für das Licht ermittelt hatte[578].

Auf eine enge Beziehung zwischen den optischen und den elektromagnetischen Erscheinungen war schon *Faraday* aufmerksam geworden, als er die Drehung der Polarisationsebene unter dem Einfluß eines Elektromagneten entdeckte[579]. Eine weitere Beziehung wurde im Jahre 1896 durch *Zeeman*[580] nachgewiesen. Als er eine mit Natrium gefärbte Flamme zwischen die Pole eines Elektromagneten brachte und ihr Licht mit dem Spektroskop untersuchte, nahm er eine Verbreiterung der Natriumlinien wahr. Wandte man starke Elektromagnete an, so wurden die Spektrallinien gespalten. Die merkwürdige, *Zeeman*-Effekt genannte Erscheinung erwies sich als abhängig von der Lage des Lichtstrahles zum magnetischen Kraftfelde. *Zeemans* Entdeckung ist für die heute herrschende Theorie von *Lorentz* von derselben Bedeutung wie die *Hertz*schen Versuche für diejenige *Maxwells*. Nach *Lorentz* beruhen die elektrischen Erscheinungen auf der Bewegung elektrisch geladener Teilchen, der Elektronen. Auf ihre Schwingungen ist auch das Licht zurückzuführen. In einem magnetischen Felde wirken auf die Elektronen beschleunigende und verzögernde Kräfte, aus denen sich die von *Zeeman* entdeckte Erscheinung erklären und in Übereinstimmung mit dem experimentellen Ergebnis berechnen läßt.

Die Theorie der galvanischen Elemente hat vor allem *Helmholtz* während der siebziger und der achtziger Jahre des 19. Jahrhunderts durch eine Reihe von Arbeiten gefördert. Sie wurden neuerdings unter dem Titel »Abhandlungen zur Thermodynamik chemischer Vorgänge« wieder herausgegeben[581].

Die erste dieser Arbeiten erschien im Jahre 1877. Sie handelt über galvanische Ströme, verursacht durch Konzentrationsänderungen. *Helmholtz* hatte sich bereits in seiner epochemachenden Schrift über die Erhaltung der Kraft mit der Frage beschäftigt, ob sich die chemische Energie vollständig in elektrische Energie umwandeln läßt. Unter der Voraussetzung, daß dies der Fall ist, hatte er die elektromotorische Kraft einer galvanischen Kette berechnet. In der Arbeit vom Jahre 1877 wandte *Helmholtz* die beiden Hauptsätze der mechanischen Wärmetheorie auf das Problem des Energieumsatzes in der galvanischen Kette an. Als Beispiel wählte er die Konzentrationskette. Bei einer solchen wird der Strom ausschließlich durch Änderungen in der Konzentration einer Lösung geliefert. Bei der von *Helmholtz* untersuchten Konzentrationskette tauchen Kupferstäbe in zwei miteinander in Verbindung stehende Gefäße. Befinden sich in diesen Kupfervitriollösungen von verschiedener Konzentration, so erhält man an den Kupferstäben eine Potentialdifferenz. Werden die Stäbe durch einen metallischen Leiter verbunden, so bewegt sich ein elektrischer Strom von dem in die konzentriertere Lösung eintauchenden Metall zu dem Metallstabe, der sich in der verdünnteren Lösung befindet. Dabei löst sich in der weniger konzentrierten Lösung Kupfer auf, während es sich in der konzentrierteren niederschlägt. Die Quelle des Stromes ist also einzig in dem Ausgleich der Konzentrationen zu suchen. Die Energie, die sich durch den Ausgleich der Konzentrationen gewinnen läßt, wurde berechnet, und es ließ sich zeigen, daß diese Energie der Arbeit der elektromotorischen Kraft gleich ist.

Im weiteren Verlaufe seiner Untersuchung wurde *Helmholtz* zu einer Gegenüberstellung des Begriffes der »freien Energie« zu dem Begriff »gebundene Energie« geführt. Unter der freien Energie versteht *Helmholtz* die ohne Rest ineinander verwandelbaren Arbeitsäquivalente der Naturkräfte. Der Wärmevorrat, von dem sich stets nur ein Bruchteil in andere Energieformen verwandeln läßt, wird als gebundene Energie bezeichnet. So gibt es galvanische Elemente, in denen die freie Energie vollkommen in elektrische Energie verwandelt wird, also kein Anteil der Energie als Wärme auftritt. Die von einem Elemente gelieferte elektrische Energie kann sogar größer sein, als dem in dem Element enthaltenen Vorrat an freier Energie entspricht. Damit ist das Gesetz von der Erhaltung der Energie indessen nicht etwa durchbrochen, sondern das Mehr an Energie wird in diesem Falle aus der Umgebung aufgenommen. Die Stromerzeugung ist dann nicht mit einer Erwärmung oder mit einem Konstantbleiben der Temperatur, sondern mit einer Abkühlung verbunden.

17. Die Naturwissenschaften und die moderne Kultur.

Dem gewaltigen Aufschwung, der sich auf dem Gebiete der Naturwissenschaften seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts vollzog, entsprach neben der wachsenden Einsicht in den Zusammenhang der Erscheinungen ein sich stetig vergrößernder Einfluß auf den gesamten Kulturzustand unseres Zeitalters. Auf die Frage: »Wozu nützt das?« lautete *Faradays* Antwort: »Bemüht Euch, es nutzbringend zu machen!« Den aus einer rein wissenschaftlichen Tätigkeit entspringenden Entdeckungen des Forschers sind die Erfindungen meist auf dem Fuße gefolgt. So entwickelte sich auf dem Boden der Naturlehre die moderne Technik. Wohlstand und Behaglichkeit erzeugend, schuf sie wiederum die Mittel zur Förderung exakter Arbeiten und zur Verbreitung einer in immer tiefere Schichten der Bevölkerung eindringenden naturwissenschaftlichen Bildung. Auch diese Seite, die uns die Entwicklung der Naturwissenschaften zeigt, läßt sich nicht annähernd in ihrem ganzen Umfange, sondern nur in einigen besonders wichtigen Erscheinungen betrachten.

In den Anfang des 19. Jahrhunderts fallen die ersten Schritte zur Begründung des chemischen Großgewerbes. Sein Haupterzeugnis, die Schwefelsäure, welche den technischen Ausgangspunkt für viele Industriezweige bildet, stellte man schon seit der Mitte des 18. Jahrhunderts in größerem Maße her. Ein zweckmäßiges Verfahren konnte jedoch erst Platz greifen, nachdem *Gay-Lussac* und *Glover* die nach ihnen benannten, zur Wiedergewinnung der niederen Oxyde des Stickstoffs dienenden Türme eingeführt hatten. Durch die fabrikmäßige Darstellung der Schwefelsäure wurde auch die lange angestrebte Gewinnung der Soda aus Kochsalz ermöglicht. Im Jahre 1791 gründete der Franzose *Leblanc* die erste Sodafabrik und rief damit eine neue Industrie ins Leben, die besonders in England emporblühte und als wichtiges Nebenprodukt die Salzsäure lieferte[582]. Die Verbilligung der zuletzt genannten Säure hatte wiederum zur Folge, daß sich das Gebiet der so wichtigen Chlorpräparate erschloß, von denen das Kaliumchlorat den Anlaß zur Erfindung des ersten chemischen Feuerzeuges bot. Letzteres bestand darin, daß Holzstücke, die mit einem Gemisch von Kaliumchlorat und Schwefel versehen waren, durch Eintauchen in Schwefelsäure zur Entzündung gebracht wurden. Die Erforschung des Platins und seiner Verbindungen führte zu einer zweiten Zündvorrichtung, über welche *Döbereiner* mit folgenden Worten berichtet[583]: »Läßt man Wasserstoff durch ein Röhrchen auf staubförmiges Platin strömen, so daß der Strom des Gases sich vor der Berührung des Platins mit atmosphärischer Luft mischt, so wird der Staub fast augenblicklich glühend und bleibt dies, so lange der Wasserstoff ausströmt. Ist der Gasstrom stark, so wird der Wasserstoff entzündet. Dieser Versuch ist höchst überraschend und setzt jeden in Erstaunen. Ich habe diese Beobachtung bereits zur Darstellung eines neuen Feuerzeuges benutzt und werde sie noch zu weit wichtigeren Zwecken verwenden.« So interessant diese Arten der Feuererzeugung selbst noch heute sind, sie vermochten doch den um 1830 aufkommenden Zündhölzchen gegenüber nicht Stand zu halten. Für die letzteren bildeten der nach dem Verfahren von *Scheele* dargestellte gewöhnliche Phosphor, sowie die ungiftige, von *Schrötter* bereitete rote Abart dieses Elementes den technischen Ausgangspunkt[584].

Neben der Schwefelsäure und der Salzsäure kam nach der Erschließung der Salpeterlager Südamerikas auch die Salpetersäure in immer größeren Mengen in den Handel. Das Studium dieser Säure in ihrem Verhalten zu den organischen Verbindungen führte um die Mitte des 19. Jahrhunderts zur Erfindung der heutigen Explosivstoffe. So stellte *Schönbein*, der sich besonders durch die Erforschung des Ozons einen Namen gemacht hat[585], im Jahre 1846 die Schießbaumwolle her. Bald darauf erhielt man durch die Einwirkung der Salpetersäure auf das von *Scheele* aus den Fetten abgeschiedene Glyzerin das furchtbarste Sprengmittel, das Nitroglyzerin[586], dessen Gefährlichkeit später *Nobel* dadurch herabminderte, daß er es durch Zumischen von Kieselgur in Dynamit umwandelte.

Als im Beginn des 19. Jahrhunderts der Dampf zu einem allgemeinen Betriebsmittel wurde, begann gleichfalls von England aus die Leuchtgasindustrie sich zu verbreiten[587]. Diese Industrie erfüllte nicht nur ihre eigentliche Aufgabe, indem sie Wohnungen und Straßen mit einem Licht versah, das alle bisherigen Beleuchtungsarten übertraf, sondern sie rief auch durch die Fülle ihrer Nebenerzeugnisse neue Gewerbe, ja sogar einen neuen Zweig der chemischen Wissenschaft ins Leben. In dem wässerigen Produkt der Destillation der Steinkohle erhielt man nämlich eine Quelle für das Ammoniak und die Ammonsalze, während aus dem Studium der zahllosen, in dem Teer befindlichen Stoffe die Chemie der aromatischen Verbindungen erwuchs. Das wichtigste Glied in der Reihe dieser Verbindungen war durch einen sonderbaren Zufall in die Hände *Faradays* gelangt, der sich im Beginn seiner wissenschaftlichen Laufbahn vorzugsweise mit chemischen Untersuchungen beschäftigte. Während der zwanziger Jahre des 19. Jahrhunderts gab es noch keine ausgedehnten Leitungen, sondern das Gas wurde den Verbrauchern in verdichtetem Zustande in die Wohnungen geliefert. Dabei stellte sich heraus, daß die Leuchtkraft schnell abnahm. Als *Faraday* mit der Untersuchung dieser Erscheinung betraut wurde, fand er, daß sich aus dem Gase ein flüssiger Körper abscheidet, dessen Dampf die Leuchtkraft bedingt. Dieselbe, aus Kohlenstoff und Wasserstoff bestehende Substanz wurde einige Jahre später aus der Benzoësäure dargestellt[588] und Benzol genannt.

Mit der Tatsache, daß sich aus Steinkohlen ein brennbares Gas entwickeln läßt, waren schon *Hales*[589] und *Becher*[590] bekannt. Auf den Gedanken, diese Entdeckung praktisch zu verwerten, kam zuerst der Engländer *William Murdoch*. Er war es, der 1792 den ersten dahin zielenden Versuch in einer Fabrik in Staffordshire machte. Erst im Jahre 1808 hat *Murdoch* über die Erfahrungen, die er mit der Gasbeleuchtung gemacht hatte, in den Philosophical Transactions berichtet: »An account of the application of the gas from coal to economical purposes«.

Wie sich auf den geschilderten Grundlagen in steter Verbindung mit der Wissenschaft die chemische Industrie zu ihrer heutigen Bedeutung entwickelte, kann hier nur in einigen Strichen angedeutet werden.

Dasjenige Erzeugnis der chemischen Industrie, das zu weiterer Verarbeitung in allen ihren Zweigen Verwendung findet, ist die Schwefelsäure. Die Weltproduktion an diesem Material beläuft sich heute auf mehr als 5 Millionen Tonnen[591]. Bis vor wenigen Jahrzehnten erfolgte die Gewinnung der Schwefelsäure ausschließlich durch den von *John Roebuck* im Jahre 1746 erfundenen Bleikammerprozeß[592]. Zu diesem Verfahren gesellte sich der 1875 von *Clemens Winkler* erfundene Kontaktprozeß. Er beruht auf dem Verhalten des fein verteilten Platins, das wir bei der Erwähnung der *Döbereiner*schen Zündvorrichtung[593] mit den Worten des Erfinders ausführlicher geschildert haben. *Winkler* leitete ein Gemenge von Schwefeldioxyd und Luft über erhitztes feinverteiltes Platin. Durch die katalytische oder Kontaktwirkung des letzteren vereinigt sich das Schwefeldioxyd mit dem Sauerstoff der Luft zu Schwefeltrioxyd (Schwefelsäureanhydrid), das sich mit Wasser zu Schwefelsäure (H_{2}SO_{4}) verbindet.

Mit Hilfe des Kontaktverfahrens hat man auch die Gewinnung des Chlors aus der Salzsäure vereinfacht. Als Katalysatoren dienen Salze, die sich an dem chemischen Umsatz ebensowenig beteiligen wie das feinverteilte Platin. Theoretisch läßt sich daher mit Hilfe derartiger Kontaktkörper eine unbegrenzte Menge der mit ihnen in Berührung kommenden Substanzen umsetzen. Um nach der von *Deacon* seit 1870 eingeführten Methode das Chlor aus der Salzsäure zu gewinnen, leitet man ein Gemisch von Salzsäuregas und Luft über poröse mit Kupfersalzen getränkte Massen, die nahezu auf Rotglut erhitzt werden. Der Umsatz erfolgt nach der Gleichung 2HCl + O = H_{2}O + 2Cl. Dem *Deacon*prozeß trat neuerdings die elektrolytische Gewinnung von Chlor als ebenbürtig an die Seite. Das Chlor, das nicht nur zum Bleichen, sondern auch zur Herstellung vieler Chlorverbindungen, in immer größerem Maße Verwendung findet, wird elektrolytisch aus den Lösungen von Chlornatrium oder Chlorkalium dargestellt. Bei diesem Vorgang entwickelt sich das Chlor an der positiven Elektrode, während man an der Kathode Natronlauge oder Kalilauge und eine dem Chlor äquivalente Menge Wasserstoff erhält. Daß hier Wasserstoff als billiges Nebenprodukt abfällt, hat wesentlich zu einer weitgehenden Verwendung dieses durch Leichtigkeit und hohen Heizwert ausgezeichneten Gases beigetragen.

Auch das älteste, zur fabrikmäßigen Darstellung der Soda ins Leben gerufene Verfahren *Leblancs* ist in der Neuzeit nahezu durch den *Solvay*prozeß verdrängt worden[594]. *Leblanc* setzte Kochsalz mit Schwefelsäure in Salzsäure und Natriumsulfat um. Das gewonnene Sulfat ergab beim Zusammenschmelzen mit Kalkstein und Kohle Soda[595]. Die Schwefelsäure ging bei diesem Prozeß völlig verloren. Die Bemühungen waren deshalb zunächst darauf gerichtet, den Schwefel aus den Rückständen der *Leblanc*fabriken als solchen oder in Form von Verbindungen zurückzugewinnen. Soda ohne die Verwendung von Schwefelsäure herzustellen, gelang zuerst um 1840. Man leitete Kohlendioxyd und Ammoniak in eine Kochsalzlösung und verwandelte das so entstandene, primäre Natriumkarbonat durch Erhitzen in sekundäres Salz (Soda)[596]. Technisch brauchbar wurde das Ammoniaksodaverfahren erst, als es *Solvay* (1863) gelang, das an der Bildung des Salmiaks beteiligte Ammoniak, sowie das beim Erhitzen des primären Salzes freiwerdende Kohlendioxyd stets wieder in den Prozeß einzuführen.

Ein Teil der im Großbetriebe erzeugten anorganischen Verbindungen wird von der in den letzten Jahrzehnten zu ungeahnter Blüte gelangten organisch-chemischen Industrie aufgenommen und weiter verarbeitet. Neben den anorganischen Verbindungen, vor allem den Mineralsäuren, besteht ihr Rohmaterial aus dem zuerst kaum der Beachtung gewürdigten Teer der Gasfabriken und Kokereien. Es war im Jahre 1856, als es *Perkin*, einem Schüler des damals in England wirkenden *A. W. Hofmann*[597] gelang, aus dem Teer den ersten Farbstoff darzustellen. Heute liefert der Teer der chemischen Industrie vier ihrer wichtigsten technischen Ausgangspunkte. Es sind dies das Benzol, das Naphthalin, das Anthrazen und die Karbolsäure. Sie sind neben vielen anderen Gemengteilen in dem Teer enthalten und werden durch fraktionierte Destillation daraus gewonnen.

Die erste Reihe technisch wertvoller Produkte entwickelte sich aus dem Benzol (C_{6}H_{6}) als Muttersubstanz. Durch die Einwirkung von Salpetersäure wurde es in Nitrobenzol (C_{6}H_{5}NO_{2}) übergeführt. Bei der Reduktion entstand aus dem Nitrobenzol das Anilin (C_{6}H_{5}NH_{2}). Aus dem Anilin hatte *Perkin* den ersten Teerfarbstoff hergestellt. Einige Jahre später (1859) wurde aus Anilin ein besonderes Aufsehen erregender, roter Farbstoff gewonnen, den man als Fuchsin bezeichnete. Daran reihte sich das Anilinviolett (*Hofmann*, 1863), das Methylgrün, das Anilinblau, das schon gelbe Auramin usw.

Wohl auf keinem anderen Gebiete ist der technische Fortschritt so eng mit der wissenschaftlichen Forschung verknüpft gewesen wie auf dem Gebiete der organisch-technischen Chemie. Die neueren Theorien von der atomistischen Konstitution der chemischen Verbindungen leiteten nicht nur den Forscher bei seinen rein wissenschaftlichen Experimenten, sie waren für den nach neuen Fabrikationsweisen suchenden Chemiker nicht minder wichtig. Ein Leitstern ist vor allem die von *Kekulé* aufgestellte Theorie über die Konstitution des Benzols gewesen. Wir haben sie, sowie ihre Ausdehnung auf das Naphthalin und ähnliche organische Verbindungen an anderer Stelle schon besprochen[598]. Den ersten Teerfarbstoffen hafteten noch viele Mängel an. Ihr größter war, daß sie sehr rasch im Lichte verblaßten. Auf der Suche nach lichtechten Farbstoffen wandte man sich als Ausgangspunkt dem Naphthalin zu. Aus diesem in dem Teer in größter Menge enthaltenen Rohmaterial gelang es *Grieß* im Jahre 1869 den ersten Azofarbstoff herzustellen und damit ein neues, wichtiges Gebiet der Teerfarbenfabrikation zu erschließen.

Nach den geschilderten Erfolgen steckte sich die organisch-technische Chemie die Aufgabe, die natürlichen, dem Tier- und Pflanzenreiche entstammenden Farbstoffe herzustellen. Die erste Synthese eines natürlichen Farbstoffs gelang im Jahre 1869 den Deutschen *Liebermann* und *Graebe*. Vom Anthrazen ausgehend, stellten sie das Alizarin, den wirksamen Bestandteil der Krapppflanze, synthetisch dar, und zwar viel reiner und billiger als ihn die Pflanze liefert. Die Folge war, daß der in vielen Gegenden blühende Krappbau binnen kurzem ganz einging und die bisher für ihn benutzten Flächen anderen Kulturzwecken dienstbar gemacht werden konnten.

An die Darstellung des Alizarins reihte sich diejenige des Indigos. Die Geschichte dieses »Königs der Farbstoffe« ist von einem ganz besonderen Interesse. Schon im Altertum war der Indigo wegen der schönen, lichtechten, blauen Farbe, die er der Wolle und den Pflanzenfasern verleiht, sehr geschätzt. Er war lange eins der wichtigsten Erzeugnisse Indiens, wo man ihn aus einigen Indigoferaarten darstellte. Eine Zeitlang wurde er auch aus der in Europa wachsenden Waidpflanze (Isatis tinctoria) gewonnen. Die synthetische Darstellung des Indigos gelang *Baeyer* gegen Ende der siebziger Jahre des 19. Jahrhunderts. Es dauerte noch etwa 20 Jahre, bis man nach vieler Mühe und nach Aufwendung von Summen, die sich auf Millionen beziffern, den Indigo zu einem Preise darstellen konnte, der ihn zum Wettbewerb mit dem Naturprodukt befähigte (1897). Wie groß die wirtschaftlichen Folgen dieser einen Synthese waren, läßt sich aus folgenden Daten ermessen. Der Handel mit natürlichem Indigo, dessen Wert sich gegen 1890 auf nahezu 100 Millionen Mark im Jahre bezifferte, hörte nach und nach fast auf. Während Deutschland 1890 etwa 12000 Doppelzentner Indigo vom Ausland beziehen mußte, exportierte es im Jahre 1910 für mehr als 40 Millionen Mark an diesem einen, von seiner Industrie erzeugten Farbstoff. Selbst in den asiatischen Ländern wird heute mit dem in Deutschland erzeugten, künstlichen Indigo gefärbt.

Auch auf dem Gebiete der pharmazeutischen Produkte und der Riechstoffe hat die organische Chemie bedeutende Erfolge aufzuweisen. Zu den ersten Heilmitteln, die man synthetisch, und zwar von der Karbolsäure aus, darstellen lernte, gehört die Salizylsäure[599]. Unter ihren Derivaten wird die Azetylsalizylsäure (Aspirin) als Heilmittel besonders geschätzt. In hohem Grade gefördert wurde die Fabrikation pharmazeutischer Produkte, nachdem es der Wissenschaft gelungen war, in den Bau der unter dem Namen der Alkaloide bekannten Pflanzengifte einzudringen und sie durch Synthese darzustellen[600].

Selbst des jüngsten Zweiges der wissenschaftlichen Chemie, der Kolloidchemie, hat sich die Technik unserer Tage bemächtigt. Der bemerkenswerteste Erfolg auf dem Gebiete der Kolloidchemie ist die Synthese des Kautschuks. Vergegenwärtigt man sich, daß es zwei Jahrzehnte dauerte, bis der synthetische Indigo den natürlichen aus dem Felde geschlagen hatte, so darf man hoffen, daß auch dem synthetischen Kautschuk ein ähnlicher Erfolg beschieden sein wird. In wirtschaftlicher Hinsicht würde dieser Erfolg ganz ohne Beispiel sein, da der Marktwert des heutigen Weltbedarfs an Kautschuk sich auf etwa eine Milliarde Mark beziffert.

Wie auf chemischer so entwickelten sich auch auf physikalischer Grundlage wichtige Zweige der modernen Technik. Schon in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts zeigte es sich, daß die aus rein theoretischem Interesse unternommenen Forschungen auf dem Gebiete der Elektrizitätslehre eine Fülle von nützlichen Anwendungen im Gefolge haben sollten. So knüpft sich an die Namen *Gauß* und *Weber* die Erinnerung an den ersten elektromagnetischen Telegraphen. »Ich weiß nicht«, schrieb *Gauß* am 8. November des Jahres 1833 an den Astronomen *Olbers*, »ob ich Ihnen schon über eine großartige Vorrichtung berichtete, die wir gemacht haben. Wir haben eine galvanische Kette zwischen der Sternwarte und dem physikalischen Kabinett über die Häuser hinweggezogen. Die ganze Drahtlänge wird etwa 8000 Fuß betragen. An den beiden Enden ist sie mit einem Multiplikator verbunden. Ich habe eine einfache Vorrichtung ausgedacht, wodurch ich augenblicklich den Weg des Stromes umkehren kann; ich nenne sie Kommutator. Wir haben sie bereits zu telegraphischen Versuchen benutzt, die mit ganzen Worten und einfachen Sätzen sehr gut gelungen sind. Ich bin überzeugt, daß auf diese Weise auf einen Schlag von Göttingen nach Hannover oder von Hannover nach Bremen telegraphiert werden kann.«

Die erste Beobachtung, die einen Zusammenhang zwischen elektrischen und akustischen Erscheinungen erkennen ließ, wurde im Jahre 1837 gemacht. Man bemerkte, daß das Verschwinden und Entstehen des Stromes einen Eisenstab, der von dem Strom in einer Spirale umflossen wird, zum Tönen bringt. Die Erscheinung wurde als »galvanische Musik« bezeichnet[601]. Ihre Entdeckung regte zu Versuchen an, Töne durch den Strom auf größere Entfernung zu übertragen. Die ersten Erfolge erzielte *Reis*[602]. Er verband eine Membran, gegen die gesprochen wurde, mit einem Platinblech. Auf diese Weise wurde durch die Schwingungen eine Batterie abwechselnd geöffnet und geschlossen. Die so erzeugten elektrischen Impulse wirkten auf einen Eisenstab, der sich im Innern eines aus dünnem, umsponnenen Kupferdrahte gebildeten Solenoids befand. Die Abbildung 66 stellt diesen Empfänger dar, während Abb. 67 eine Vorstellung von der Einrichtung des Sprechers gibt[603]. *Reis* kam es bei seiner Erfindung in erster Linie auf die Übertragung musikalischer Töne an. Doch erkannte man sofort nach der Erfindung, daß die elektrische Übermittlung der menschlichen Sprache in den Bereich der Möglichkeit gerückt war[604].

Die chemische Wirkung der Elektrizität erfuhr die erste wichtige Anwendung, als *Jacobi*[605] ein Verfahren entdeckte, das er mit dem Namen Galvanoplastik belegte. Die für dieses Gebiet grundlegende Beobachtung machte *Jacobi* bei der Elektrolyse von Kupfersulfat. Er erhielt bei diesem Vorgange das Metall als eine zusammenhängende Masse, die sich von der Kathode leicht ablösen und die Form der Kathode als negativen Abdruck erkennen ließ. Um statt der umgekehrten eine wirkliche Kopie des Gegenstandes zu erhalten, stellte *Jacobi* zunächst einen Abdruck in Gips oder in Wachs her. Auf diesen negativen Abdruck, dessen Oberfläche man durch Graphitpulver leitend gemacht hatte, wurde das Metall durch den elektrischen Strom niedergeschlagen. Das galvanoplastische Verfahren ist in seinen Grundzügen bekanntlich noch heute das gleiche. Es hat die mannigfachsten technischen und kunstgewerblichen Anwendungen gefunden. Erinnert sei nur an die Bedeutung, welche die Galvanoplastik für das Illustrationswesen gewonnen hat.

Auch die ersten Bemühungen, die Elektrizität als Triebkraft zu verwenden, gingen von *Jacobi* aus. Sie hatten den Erfolg, daß ihm die Herstellung eines elektromagnetischen Bootes gelang, das mit dreiviertel Pferdekraft auf der Neva fuhr. Der großartige Aufschwung der Elektrotechnik, den unser Zeitalter erlebte, knüpfte an *Faradays* Erforschung der Induktionserscheinungen an. Welche Rolle die Elektrizität bei der Entwicklung des Verkehrs und des Beleuchtungswesens[606] gespielt hat, kann hier jedoch nur angedeutet werden.

Der Gedanke, die Elektrizität zur Erzeugung von Licht zu verwenden, beschäftigte schon die Elektriker des 18. Jahrhunderts. Indessen erst, nachdem an die Stelle der raschen Entladungen die andauernde Wirkung der galvanischen Batterien getreten war, kam jener, anfangs ganz utopistisch erscheinende Gedanke der Verwirklichung näher. Daß sich zwischen zwei Kohlenspitzen eine geradezu blendendes, elektrisches Licht erzeugen ließ, hatten *de la Rive* und *Davy* (1820 und 1821) dargetan[607]. Der praktischen Verwertung des Bogenlichtes standen lange Zeit die außerordentlich hohen Kosten, die es verursachte, und manche technischen Unvollkommenheiten im Wege. Erst nachdem *Daniell* und *Bunsen* kräftigere Elemente geschaffen und man die Koks- oder Holzkohlenstücke durch eine besonders präparierte Kohle[608] ersetzt hatte, erregte das Bogenlicht mehr als das rein wissenschaftliche Interesse. Um die neue Lichtquelle für Beleuchtungszwecke verwerten zu können, war es nur noch nötig, das stete Nachschieben der abbrennenden Kohlenspitzen durch eine automatisch wirkende Einrichtung zu bewerkstelligen. *Jablochkoff* erreichte dies (1876) in der einfachsten Weise, indem er die Kohlenstifte nicht einander gegenüberstellte, sondern sie parallel anordnete. Um den Lichtbogen hervorzurufen, wurden die Enden der Stifte durch einen Kohlenfaden verbunden. Ferner trennte man die Stifte durch eine isolierende Masse, die in dem Maße abschmolz, in dem die Stifte abbrannten. Die genialste Lösung des Problems bot *Werner Siemens* in seiner Differentiallampe. Bei dieser Erfindung besorgt der Strom durch die Wirkung eines Solenoids auf einen Eisenkern ganz automatisch, daß die Kohle in dem Maße nachgeschoben wird, wie sie abbrennt.

Die ersten Versuche, den galvanischen Strom zur Erzeugung von Glühlicht zu benutzen, gehen in die vierziger Jahre des 19. Jahrhunderts zurück. Man wandte Platin und dünne, aus Retortenkohle hergestellte Stäbe an, die man in evakuierte Glaskolben einschloß. Im Prinzip besaß man also schon um 1840 die beiden Formen der Glühlampe, die wir heute benutzen. Man verwendet heute nur an Stelle des bei 1750° bis 1800° schmelzenden Platins das erst bei 2500° schmelzende Osmium, das bei 2300° schmelzende Tantal oder eine Legierung aus Osmium und Wolfram[609]. Den aus Retortenkohle verfertigten Stab des evakuierten Kolbens ersetzte *Edison* im Jahre 1879 durch einen aus Zellulose hergestellten Kohlefaden.

Die außerordentliche Ausdehnung, welche die elektrische Beleuchtung gewonnen hat, war nur dadurch möglich, daß man durch *Faradays* Entdeckung der Induktion zu einer neuen, die früheren an Wohlfeilheit weit übertreffenden Elektrizitätsquelle gelangt war. Die erste auf dem Prinzip der Magnetinduktion beruhende Strommaschine konstruierte *Pixii* 1832, sofort nachdem *Faraday* seine Versuche über Magnetinduktion bekannt gegeben hatte. *Pixii* versetzte den Magneten, den *Faraday* mit der Hand in der Nähe eines Stromleiters hin und her bewegte, in rasche Rotation. Um dadurch eine Annäherung und Entfernung zwischen dem Magneten und der Drahtspirale hervorzurufen, gab er dem Magneten sowie dem Eisenstück, um das er den Induktionsdraht wickelte, die Form eines Hufeisens[610]. Der nächste Fortschritt bestand darin, daß man den Magneten ruhen ließ und den Eisenkern mit der Drahtspule in rasche Umdrehung versetzte. In diesen Maschinen wurde lediglich durch Aufwand von mechanischer Energie elektrische Energie erzeugt. Als man den Stahlmagneten durch einen Elektromagneten ersetzte, erhielt man zwar kräftigere Wirkungen, doch benötigte man zum Betriebe einer derartigen Maschine neben der mechanischen Energie einer zur Erregung des Elektromagneten erforderlichen Batterie von galvanischen Elementen. Das Problem, lediglich durch mechanische Mittel kräftige elektrische Ströme zu erzeugen, löste *Werner Siemens*. Er benutzte den Umstand, daß ein Elektromagnet, nach dem Aufhören des Stromes einen geringen Grad von Magnetismus behält. Die Spur von remanentem Magnetismus erzeugt in der rotierenden Drahtspule einen schwachen Induktionsstrom. Wird dieser Strom nicht sogleich von der Maschine über *K_{2}WK_{1}* als Hauptstrom hinausgeleitet, sondern zunächst in vielen Windungen (Abb. 68) um den Magneten geführt, so verstärkt er den Magnetismus. Infolgedessen nimmt auch die induzierende Wirkung des Magneten zu. Diese Wechselwirkung steigert sich solange, bis der Magnet seine größte Stärke und damit die Maschine das Höchstmaß ihrer Leistungsfähigkeit erlangt hat.

Auf dieses dynamoelektrische Prinzip ist *Siemens* durch die Untersuchung an elektromagnetischen Maschinen gekommen. *Siemens* beobachtete an einer solchen, mit einem Elektromagneten an Stelle des gewöhnlichen Stahlmagneten versehenen Induktionsmaschine folgendes[611]. Wurde die Maschine durch eine äußere Kraft gedreht, so wurde der Strom der Kette, wenn die induzierten Ströme ihm gleichgerichtet waren, verstärkt. Da diese Verstärkung des Stromes auch eine Verstärkung des Magnetismus des Elektromagnets, mithin auch eine Verstärkung des folgenden induzierten Stromes hervorbrachte, so wuchs der Strom der Kette bis zu einer solchen Stärke, daß man sie selbst ganz ausschalten konnte, ohne eine Verminderung des Stromes wahrzunehmen. Unterbrach man jetzt das Drehen, so verschwand natürlich auch der Strom, und der feststehende Elektromagnet verlor seinen Magnetismus. »Der geringe Grad von Magnetismus, der auch im weichsten Eisen stets zurückbleibt, genügt aber, um bei wieder eintretender Drehung das progressive Anwachsen des Stromes im Schließungskreise von neuem einzuleiten. Es bedarf daher nur des einmaligen, kurzen Stromes einer galvanischen Kette durch die Windungen eines Elektromagneten, um den Apparat für alle Zeiten leistungsfähig zu machen.« In diesen Worten sprach *Siemens* ein Prinzip aus, das für die weitere Entwicklung der Elektrotechnik von der allergrößten Bedeutung werden sollte. *Siemens* war sich der Tragweite seiner Entdeckung voll bewußt. Der Technik seien jetzt, so sagt er am Schlusse seiner Abhandlung, die Mittel gegeben, elektrische Ströme von unbegrenzter Stärke auf billige und bequeme Weise überall da zu erzeugen, wo billige Arbeitskraft zu Gebote stehe.

Die erste, für größere Betriebe geeignete Dynamomaschine konstruierte *Gramme* 1869, indem er das von *Siemens* aufgefundene Prinzip mit einer schon im Jahre 1861 gelungenen Erfindung *Pacinottis* verband. *Pacinottis* Erfindung bestand darin, daß er die Induktionsspirale auf einen Eisenring wickelte. *Gramme* gab dem Ring die Einrichtung, daß er nicht aus einer einzigen Eisenmasse, sondern aus zahlreichen Drähten bestand. Wie dieser *Pacinotti-Gramme*sche Ring R zwischen den induzierenden Magnetpolen angebracht wurde, erläutert gleichzeitig Abb. 68. Bewegt sich bei dieser Einrichtung der Ring, so läßt sich in a und b durch Schleifkontakte ein ununterbrochener Gleichstrom abnehmen. Eine wesentliche Verbesserung erfuhr diese Maschine, als *Hefner-Alteneck* 1873 an Stelle des Ringes den sogenannten Trommelanker einführte, indem er den Eisenkern des Ringes durch einen Hohlzylinder ersetzte.

Die Übertragung der Elektrizität auf große Entfernungen wurde dadurch gefördert, daß man 1887 die mehrphasigen Wechselstrommaschinen und ein Jahr später die gleichfalls wechselstromliefernden Drehstrommotore erfand. Das erste Beispiel einer Übertragung der Energie auf eine große Entfernung wurde 1891 in Frankfurt ausgeführt. Man setzte in Lauffen am Neckar einen Drehstrommotor durch Wasserkraft in Bewegung. Der erzeugte Strom wurde auf eine Spannung von 20000 Volt gebracht, in dem 175 km entfernten Frankfurt auf 100 Volt Spannung zurücktransformiert und dort zur Beleuchtung, sowie zum Betriebe von Motoren benutzt. Der Verlust an Energie belief sich bei dieser Übertragung auf etwa 25%.

Auch die Elektrochemie trat durch die Erfindung der Dynamomaschine in eine neue Phase. Die infolge dieser Erfindung eintretende Verbilligung der elektrischen Energie kam zunächst dem Hüttenwesen zu gute, weil die Abscheidung eines Metalles aus seinen Salzen zu den einfacheren elektrolytischen Vorgängen gehört und oft ein nahezu chemisch reines Erzeugnis liefert. Die elektrolytische Gewinnung des Kupfers förderte ihrerseits der hohen Leitfähigkeit des reinen Metalles wegen wiederum in erster Linie die Elektrotechnik. Die Ausdehnung der Elektrolyse auf den gesamten chemischen Großbetrieb scheint, soweit es sich um anorganische Prozesse handelt, nur eine Frage der Zeit zu sein. Selbst die organisch-chemischen Gewerbe beginnen sich in jüngster Zeit des neuen Mittels zu bedienen, so daß das 20. Jahrhundert auf diesen Gebieten sich einer Fülle neuer Aufgaben gegenüber gestellt sieht.

Auch die bessere Verwertung des in den fossilen Brennstoffen vorhandenen, leider nur begrenzten Energievorrats gehört zu den Zielen, welche die moderne Elektrochemie zu erreichen verspricht. An die Stelle der Dampferzeugung, die nur einen geringen Nutzeffekt der in der Kohle enthaltenen Energie liefert, würde dann die sofortige Umwandlung der chemischen Spannkraft in elektrischen Strom treten.

Zu den großartigsten Erfolgen, welche die Elektrochemie nach der Erfindung der Dynamomaschine geleistet hat, gehört die technische Gewinnung von Salpetersäure und salpetersauren Salzen aus dem Stickstoff der Luft. Das Verfahren geht in letzter Linie auf *Cavendish* zurück. *Cavendish* entdeckte 1787, daß sich die Gemengteile der Luft unter der Einwirkung elektrischer Entladungen zu Salpetersäure verbinden[612]. Heute stellt man nach der technischen Ausgestaltung dieses Verfahrens mit Hilfe einer Flammenbogenscheibe von etwa zwei Metern Durchmesser (Ofen von *Birkeland-Eyde*) oder eines gestreckten Flammenbogens von acht Metern Länge (*Schönherr*ofen) einen Salpeter her, der im Marktpreise dem natürlichen Salpeter gleichkommt.

Durch die künstliche Gewinnung des Salpeters hat man ein Problem gelöst, das wirtschaftlich in doppelter Hinsicht von der größten Bedeutung zu werden verspricht. Einmal ist der Weltbedarf an Salpeter, der heute zu den wichtigsten Düngemitteln zählt, derart gestiegen[613], daß sich eine Erschöpfung der Salpeterlager *Chiles* in absehbarer Zeit erwarten läßt. Voraussichtlich werden dann technisch hergestellte Ersatzmittel, unter denen neben dem Luftsalpeter das in den Kokereien gewonnene Ammonsulfat in erster Linie zu nennen ist, an die Stelle des natürlichen Salpeters treten.

Das zweite wirtschaftliche Moment besteht darin, daß die Gewinnung des Salpeters aus der Luft ein Beispiel dafür bietet, wie sich die ungeheuren Energiemengen verwerten lassen, welche dem Menschen in der Kraft des sich abwärts bewegenden Wassers zu Gebote stehen. Der Rukanfall in Telemarken, den man zur Erzeugung von Salpeter nach dem *Schönherr*schen Verfahren nutzbar macht, entwickelt z. B. bei seinem Sturz aus einer Höhe von 250 Metern die gewaltige Energie von einer Viertel Millionen Pferdestärken. Etwa die Hälfte dieser Energie findet zum Betriebe der an seinem Fuße entstandenen Luftsalpeterfabrik Verwendung. Ähnliche Energiemengen können die gewaltigen Wasserfälle und Stromschnellen des nördlichen Skandinaviens, Südamerikas und Innerafrikas liefern. Ihre Ausnutzung wird ohne Zweifel in nicht allzu ferner Zeit erfolgen und ganz außerordentliche volkswirtschaftliche Veränderungen hervorrufen. Ist doch die immer enger werdende Verknüpfung volkswirtschaftlicher Aufgaben mit technischen und wissenschaftlichen Fortschritten eines der hervorstechendsten Kennzeichen unserer modernen, auf die Beherrschung der Naturkräfte abzielenden Kultur. Diese Verknüpfung war um die Mitte des 19. Jahrhunderts schon eine so innige, daß es die größte Bestürzung hervorrief, als damals englische Geologen eine baldige Erschöpfung der Eisenerzlager und der Kohlenflöze voraussagten. Sind doch Eisen und Kohle solch wichtige Mittel der heutigen Technik, daß ihr Versiegen, wie das der übrigen Mineralschätze unseres Planeten die Menschheit vor eins der schwierigsten Probleme stellen würde. Zum Glück haben die geologischen Aufschlüsse der neuesten Zeit diese Schwierigkeiten viel weiter hinausgeschoben, als man anfangs annahm[614].

Nicht minder wie die chemischen und wie die physikalischen Forschungen, wenn auch weniger in die Augen springend, haben die biologischen Wissenschaften durch ihre zahllosen, praktischen Anwendungen fördernd und umgestaltend auf die moderne Kultur gewirkt. So entstand z. B. seit dem 18. Jahrhundert, als sich die Wälder durch die bis dahin geübte rücksichtslose Ausnutzung zu lichten begannen, als besonderer Zweig der angewandten Botanik die Forstwirtschaftslehre. Einen wissenschaftlichen Grundzug empfing dieser Zweig erst im 19. Jahrhundert, während die für die weitere Entwicklung unserer Technik hochwichtige Lehre von der Kultur der tropischen Wälder noch in ihren ersten Anfängen steckt[615].

Hand in Hand mit dem Emporblühen der Gewerbe hat sich ferner als ein besonderer Zweig die Lehre von den Rohstoffen entwickelt. Die ersten Anfänge einer wissenschaftlich gearteten Rohstofflehre reichen gleichfalls nur bis in den Anfang des 19. Jahrhunderts zurück. Welche Bedeutung der Wettbewerb zwischen den auf verschiedenen Wegen erzeugten Stoffen auch in volkswirtschaftlicher Beziehung haben kann, zeigt uns die Verdrängung des Krapps durch das Alizarin und in neuester Zeit der Kampf zwischen dem natürlichen und dem künstlichen Indigo[616].

Auch des Emporblühens der Rübenzuckerindustrie ist hier zu gedenken. Die ersten Bemühungen, aus einheimischen Pflanzen Zucker zu gewinnen, reichen bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts zurück. Sie sind eng mit dem Namen *Marggraf* verknüpft[617]. Die ersten Erfolge hatte *Marggrafs* Schüler *Achard*[618] zu verzeichnen. *Achard* rief im Jahre 1799 mit staatlicher Unterstützung in Schlesien eine Zuckerfabrik ins Leben. Während der Kontinentalsperre gewann der neue Industriezweig rasch an Bedeutung, um ebenso schnell wieder zurückzugehen, nachdem sich die politischen Verhältnisse geändert hatten. Ein ununterbrochenes Aufblühen der Rübenzuckerindustrie fand erst seit 1825 etwa statt. Zahlreiche, auf chemischer und auf physikalischer Grundlage beruhende Verbesserungen haben dabei mitgewirkt. Zu nennen sind vor allem die Methoden zur Bestimmung des Zuckergehaltes, die Anwendung der Osmose, die Filtration durch Knochenkohle, das Eindampfen in Vakuumpfannen, das Strontianverfahren und vieles andere. Auch die Einführung der Bodenanalyse, die Anwendung künstlicher Düngemittel, die Tiefkultur mit Hilfe des Dampfpfluges: alles das sind Fortschritte, welche mit der Entwicklung des Zuckerrübenbaues zusammenhängen und der Landwirtschaft erst den Grundzug eines von rationellen Gesichtspunkten aus betriebenen Gewerbes verliehen haben.

Aus den Errungenschaften der Naturforschung erwuchs aber nicht nur die materielle Kultur unseres Zeitalters. Diese Errungenschaften waren von nicht geringerem Einfluß auf das gesamte geistige Leben unserer Zeit. Keine unter den übrigen Wissenschaften hat sich dem entziehen können. Das gesamte Weltbild hat sich unter diesem Einfluß umgestaltet. Am tiefsten und nachhaltigsten haben die Naturwissenschaften ohne Zweifel auf die Philosophie gewirkt. Schon die Anfänge der neueren Philosophie hängen mit der Begründung der modernen Naturwissenschaft aufs engste zusammen. Der eine Zweig der neueren Philosophie, der Realismus, wurde durch *Bacon* eingeleitet. Wie sich dieser das Verhältnis von Philosophie und Naturwissenschaft dachte, haben wir an früherer Stelle erfahren. Aber auch *Descartes*, der Begründer des anderen Hauptzweiges der neueren Philosophie, war von der naturwissenschaftlichen Denkweise seines Jahrhunderts beherrscht und zählte sogar zu ihren hervorragendsten Vertretern.

In der Welt der Körper herrschen nach *Descartes* nur die Gesetze der Mechanik. Alle materiellen Vorgänge lassen sich aus Bewegungen erklären. Das Seelische findet sich nur im Menschen, dessen Leib jedoch gleichfalls als bloßer Mechanismus erscheint. Die Bemühungen, den Dualismus zu überwinden, der sich in den Begriffen Geist und Materie, Seele und Leib wiederspiegelt, müssen hier übergegangen werden. Die neuere Philosophie war zunächst in der Hauptsache Metaphysik. Erst unter dem Einfluß der Naturwissenschaften erblickte sie ihre wichtigste Aufgabe in der Untersuchung des Erkenntnisvermögens. Die ersten Schritte auf diesem neuen Boden erfolgten durch *Locke* und durch *Hume*. Sie zeigten, wie unter der Einwirkung der Außenwelt unsere Begriffe zustande kommen. Ihre weitere Ausbildung empfing die Erkenntnistheorie vor allem durch *Kant*. An seinen transzendentalen Idealismus knüpfen alle modernen Bestrebungen an, die sich mit der Frage befassen, wie sich unsere Erkenntnis zur Wirklichkeit verhält. Für die Philosophie und für die Naturwissenschaft ist das Erkenntnisproblem gleich bedeutsam. Allerdings vermögen sie das Problem nicht etwa endgültig zu lösen, sondern nur dazu Stellung zu nehmen. Diese Stellungnahme läuft weder auf einen naiven Realismus, noch auf völligen Skeptizismus, sondern immer deutlicher darauf hinaus, daß in jeder Erkenntnis subjektive und objektive Elemente unterschieden werden müssen. Das Objekt läßt sich, wie schon *Helmholtz* im Anschluß an *Kant* ausführte[619], niemals losgelöst von dem forschenden Subjekt betrachten. Jede Erkenntnis und damit auch die Wissenschaft von der Natur ist in gewissem Sinne anthropomorph. Oder wir können, wie es *Hertz*, *Poincaré* und andere wohl ausgedrückt haben, über eine Abbildung der Wirklichkeit nicht hinausgelangen[620]. Es hat deshalb auch keine Berechtigung, das Ziel der Naturwissenschaft in der vollständigen Loslösung des Weltbildes von der Individualität des bildenden Geistes zu erblicken, wie es ein moderner Physiker (*M. Planck*) getan hat. Dem realistischen Standpunkte *Plancks* gerade entgegengesetzt ist derjenige von *E. Mach*. Man kann *Machs* Standpunkt als den phänomenologischen bezeichnen. Nach ihm sind das Tatsächliche nur die Empfindungen. Das wissenschaftliche Weltbild kann dann selbstverständlich nur, wie *Mach* sich ausdrückt, eine zwar ökonomische d. h. für unsere Orientierung brauchbare, im übrigen aber willkürliche Ordnung sein. Nach der entgegengesetzten, von *Planck* verteidigten Auffassung gibt es nur eine richtige Verallgemeinerung unserer Erfahrungen. Je mehr wir das Subjektive abstreifen, was sich durch mathematische Formulierung erreichen läßt, um so deutlicher erkennen wir die Wirklichkeit.

Aus einer innigen Durchdringung naturwissenschaftlichen Forschens und philosophischer Betrachtungsweise erwuchs eins der modernsten Teilgebiete der Philosophie, die Psychophysik. Sie wurde durch Männer begründet, die wie *Fechner*, *Wundt* und *Helmholtz* durch ihre naturwissenschaftliche und durch ihre philosophische Bedeutung zu einer Verschmelzung der Psychologie mit der Physik besonders befähigt waren[621]. Ihren frühesten Ausdruck fand diese Verschmelzung in den Elementen der Psychologie von *G. Fechner* (1860). Anknüpfend an *E. H. Webers* Theorie der Reize formulierte *Fechner* das psychophysische Grundgesetz dahin, daß die Empfindung dem Logarithmus des Reizes proportional sei[622]. Da die Psychophysik das gesamte Rüstzeug der naturwissenschaftlichen Forschung in ihren Dienst zu stellen suchte, entstanden besondere, der psychophysischen Forschung gewidmete Institute, unter denen als das älteste (1875) das Leipziger zu nennen ist.

Daß selbst ein so abstrakter und, wie es früher schien, in alten Formen erstarrter Zweig der Philosophie, wie es die Logik ist, durch eine Durchdringung mit naturwissenschaftlichem Geiste zu neuem Leben erweckt werden kann, hat der Engländer J. St. *Mill* durch sein im Jahre 1843 erschienenes Werk über deduktive und induktive Logik bewiesen. Die von *Mill* aufgedeckten Beziehungen gewähren einen solch klaren Einblick, daß ihre Kenntnis bei der Vornahme wissenschaftlicher Untersuchungen nur von Nutzen sein konnte, wie es z. B. *Liebig* für seine Person besonders anerkannt hat[623].

Nicht minder fruchtbar wie für die Philosophie ist die Entwicklung des naturwissenschaftlichen Denkens für die übrigen Geisteswissenschaften gewesen, wenn auch die wechselseitige Einwirkung nicht immer eine solch innige war, wie sie sich zwischen der Philosophie und der Naturwissenschaft herausgebildet hat. Zu den ersten Versuchen, die naturwissenschaftliche Methode auf die Geschichtswissenschaft zu übertragen, gehört *Buckles* im Jahre 1857 erschienene »Geschichte der Zivilisation in England«. *Buckle* und die Vertreter der materialistischen Geschichtsauffassung bemühten sich, in der historischen Entwicklung der Menschheit gesetzmäßige Zusammenhänge nachzuweisen. Aus dem Bestreben, historische Gesetze zu finden, die man mit den Naturgesetzen in Parallele stellen wollte, erwuchsen zwar manche Übertreibungen und Einseitigkeiten. Trotzdem erwies sich eine von naturwissenschaftlichem Geiste beeinflußte Geschichtsschreibung als das rechte Mittel, um die früher übliche, ebenso einseitige, heroische Geschichtsauffassung, die der Einzelpersönlichkeit eine zu große Bedeutung beigelegt hatte, auf das richtige Maß zurückzuführen.

In weit höherem Maße als die Staatengeschichte haben sich jüngere Wissenszweige wie die Nationalökonomie und die Völkerkunde im Zusammenhange mit der naturwissenschaftlichen Forschung entwickelt. Und zwar handelt es sich hier um eine lebendige Wechselwirkung und nicht bloß um eine Hineinbeziehung einer abseits liegenden Domäne in das Gebiet der Naturwissenschaften. Daß letztere nicht nur gaben, sondern auch empfingen, erkennt man beispielsweise daraus, daß *Darwin* den Grundgedanken seiner Lehre an das Bevölkerungsprinzip des Nationalökonomen *Malthus* anknüpfte.

Es würde viel zu weit führen, wenn wir auf den mehr oder minder engen Zusammenhang zwischen den Naturwissenschaften und der gesamten geistigen Kultur näher eingehen wollten. Kein Gebiet macht eine Ausnahme, mögen wir unseren Blick auf irgend eine wissenschaftliche oder künstlerische Betätigung richten. Für die Musik ist in der physikalischen und physiologischen Akustik, für die Malerei in der Farbenlehre, für die Bildhauerei in der Anatomie eine Grundlage gegeben, die zum wenigsten der ausübende Künstler nicht mehr entbehren kann, ebensowenig wie die Sprachforschung unserer Tage ohne eine Kenntnis der Lautphysiologie denkbar ist, ganz abgesehen von den Bemühungen, die Sprache als einen von bestimmten Entwicklungsgesetzen abhängigen Organismus zu deuten. Selbst die Moral und die Religion können sich dem mächtigen Einfluß der immer tiefer in den Zusammenhang der Dinge eindringenden naturwissenschaftlichen Erkenntnis nicht entziehen. Richtig angewandt wird diese Erkenntnis die Sitten freier und gesunder zu gestalten und die religiösen Vorstellungen zu läutern vermögen.

Aus dem Gesagten erkennen wir, ein wie mächtiger Kulturfaktor die Wissenschaft dadurch wird, daß sie zu allen geistigen und materiellen Interessen in Beziehung tritt. Die Wissenschaft wird dadurch nicht herabgewürdigt, sondern geadelt. Die Zeiten liegen nicht weit hinter uns, als man mit besonderer Vorliebe von reiner Wissenschaft sprach und mit einer gewissen Geringschätzung der Anwendungen gedachte. Gewiß soll die Wissenschaft sich nicht ausschließlich von dem Gesichtspunkte der Nützlichkeit leiten lassen. Sie soll sich indessen auch stets ihrer kulturellen Aufgabe bewußt bleiben[624].

Wir haben im Verlaufe dieser Darstellung eine gewaltige Spanne in der geistigen Entwicklung der Menschheit durchmessen. Welch ein Abstand zwischen den frühesten und den heutigen Vorstellungen! An die Stelle der vom Ozean umflossenen und vom Sternenhimmel wie von einem Gewölbe überdachten Erdscheibe dehnt sich vor dem geistigen Auge der unendliche Weltraum aus. Gegenüber den Millionen im Teleskop erscheinender Sonnen schrumpft die Erde zu einem Stäubchen zusammen. Nicht minder groß erscheint der Abstand zwischen der ältesten und der heutigen Vorstellung, wenn nach der Ursache des Weltgeschehens gefragt wird. Innerhalb der Enge der Welt, wie sie sich die Alten dachten, führten die Götter nicht nur den Menschen, sondern auch die Natur am Gängelbande. Heute dagegen waltet überall das an keine Willkür gebundene Naturgesetz. Es schafft das Kleinste und regelt das Geschehen im Kosmos mit solcher Pünktlichkeit, daß sich das Eintreten von Mond- und Sonnenfinsternissen auf die Minute vorherbestimmen läßt. Es scheint also, als ob die ältesten und die neuesten Vorstellungen nichts miteinander gemein hätten. Und dennoch sind das Weltbild der Alten und dasjenige der Jetztzeit nur die Glieder in einer ununterbrochenen, allmählichen Entwicklung, deren Verlauf wir nicht abzusehen vermögen. Wer allerdings gewohnt ist, die Wissenschaft als etwas im großen und ganzen Fertiges zu betrachten, der kann leicht in den Irrtum verfallen, die Welt sei schon aus der Mechanik der Atome erklärt. Jede Naturerklärung ist die Anpassung unserer Vorstellungen an die Summe unserer Erfahrungen. Als ein solcher Anpassungsversuch hat die Auffassung des Naturgeschehens aus einer Mechanik der Atome heraus ihre Berechtigung. Sie hat mit religiösen und sittlichen Begriffen nichts zu schaffen. Deshalb war es stets ein Unrecht, die Forschung, die sich jeder vorgefaßten Meinung zu enthalten strebt, in der Anpassung ihrer Vorstellungen an die Ergebnisse einzuengen. Will man verhindern, daß solche Vorstellungen Unheil stiften, so ist die Erziehung zum naturwissenschaftlichen Denken das einzige Mittel dazu. Es führt zu jener Selbstbescheidung, wie sie sich in den Worten *Newtons* ausspricht: »Ich weiß nicht, wie ich der Welt erscheine. Mir selbst aber komme ich vor wie jemand, der am Meeresufer hin und wieder einen glatten Kiesel oder eine schöne Muschel aufhebt, während der große Ozean der Wahrheit noch unerforscht vor mir liegt.« Zweihundert Jahre sind seit diesem Ausspruch verflossen. In diesen zwei Jahrhunderten sind dem Naturerkennen mehr Ergebnisse zugeführt worden, als in den zwei Jahrtausenden, die vor *Newton* liegen. Und doch dehnt sich das Unerforschte noch heute wie ein Ozean vor uns aus. Ist es dann nicht natürlich, daß auch das Weltbild in dem Maße, wie die Forschung mit neuen Tatsachen und Beziehungen bekannt wird, ein anderes werden muß? Was hat nicht schon die eine, ganz zufällig am Uranpecherz gemachte Entdeckung der dunklen Strahlen für einen Wandel in den Anschauungen über die Natur der Grundstoffe hervorgerufen! Das ganze große Gebiet der Radiumforschung ist im Verlaufe eines Jahrzehnts im Anschluß an jene Entdeckung ins Leben getreten. Und darf denn Welterklärung das seelische Gebiet ausschließen? Lassen sich Empfindungen, Wollen, Denken ausschließlich aus der Bewegung von Atomen oder dem Wechsel von Energieformen erklären? Dies ist der wunde Punkt der atomistischen, sowie der energetischen Vorstellung. Das erfuhren schon die ersten Atomisten, als man ihnen in der naiven Weise des Altertums entgegenhielt, ob denn die Menschenatome lachen oder weinen könnten. Wenn uns heute der Mensch als die höchste Stufe im Reiche der Organismen, als letztes Glied in der Kette einer lückenlosen Entwicklung erscheint, so ist die Beseelung in allen Abstufungen, die jene Entwicklung aufweist, zum wenigsten eine Eigenschaft des Organischen.

Für den Kosmos, der unendlich im Raume und ewig in der Zeit ist, kann es aber weder eine Entwicklung noch ein Ziel geben. Wenn Sonnen aus Nebelflecken entstehen, so müssen sich an anderen Orten Sonnen wieder in Nebel auflösen. Die Welt als Ganzes wird stets so gewesen sein, wie sie heute ist. Eine andere Auffassung ist mit der Vorstellung, daß sie seit Ewigkeit besteht, unvereinbar.

So wenig, wie wir von einer Entwicklung des Ganzen im absoluten Sinne sprechen können, ebensowenig können wir es von Ort, Bewegung, Raum und Zeit. Diese zwar nicht neue, aber neuerdings infolge der Fortschritte, die sich auf den Gebieten der Optik und der Elektrodynamik vollzogen haben, zu größerer Klarheit durchgedrungene Erkenntnis hat zur Aufstellung des Relativitätsprinzips geführt. Es besagt, daß weder räumliche Größen noch die Zeit absolut, d. h. nach ihrem wahren Werte, meßbar sind. Von Bedeutung ist das Relativitätsprinzip zunächst nur für die mathematische Physik, deren Gleichungen eine neue Form annehmen. In diesen neuen Gleichungen sind die Raum- und die Zeitkoordinaten gleichwertig, und die raumzeitlichen Beziehungen erscheinen als geometrische Sätze in einem vierdimensionalen Raum. Zwischen der bisherigen und der neuen mathematischen Physik besteht ein ähnliches Verhältnis, wie zwischen der euklidischen und der Pangeometrie. Das eine erscheint als ein besonderer Fall des anderen, allgemeineren. Wie die euklidische Geometrie so wird daher auch die ältere »klassische Mechanik *Galileis* und *Newtons*« trotz der theoretisch wertvollen Erweiterung unserer Einsicht ihren Wert behalten.

18. Aufgaben und Ziele.

Die großen Errungenschaften, deren Zustandekommen der Gegenstand der bisherigen Darstellung gewesen ist, bestimmen nach Inhalt wie nach Richtung auch die Forschung unserer Tage, so daß es, um weitere Erfolge zu zeitigen, durchaus nicht immer der Auffindung neuer Wege und Methoden bedarf. Vielmehr versprechen die zahlreichen Ansätze, welche der heutigen Generation neben einem festgefügten Lehrgebäude übermittelt sind, eine stete Fortentwicklung der Naturwissenschaften. Hierzu wirkt sowohl die Verfeinerung der Hilfsmittel, die immer schärfere Messungen erlauben, als auch der Umstand, daß die Experimentierkunst durch ihre Verbindung mit der Ingenieurmechanik einen Zug ins Großartige nimmt, den die älteren Forscher mit ihren bescheidenen Mitteln nicht kannten.

Indessen auch neue Wege und Methoden, die sich auf den vorhandenen Grundlagen oder in engster Anlehnung an diese entwickeln, liefern fortgesetzt eine reiche Fülle neuer, oft ganz unerwarteter, überraschender Aufschlüsse. Es wird daher immer schwieriger, sich in dieser Fülle den Blick für das große Ganze zu bewahren. Durch eine Vertiefung in das Detail aller Einzeluntersuchungen ist dieses Ziel schon lange nicht mehr zu erreichen, wohl aber durch eine Betrachtung der Naturwissenschaften vom philosophischen und vom entwicklungsgeschichtlichen Standpunkte.

Als ein Beispiel für die an erster Stelle erwähnte Genauigkeit der Messungen kann aus der Geschichte der letzten Jahrzehnte die Entdeckung des Argons genannt werden, jenes von *Rayleigh* und *Ramsay* 1894 aufgefundenen Bestandteiles der Luft, den *Cavendish*, wie sich nachher herausstellte, schon hundert Jahre früher isoliert hatte[625]. *Rayleigh* ging von der Aufgabe aus, die Zusammensetzung des Wassers mit möglichster Schärfe zu bestimmen[626]. Dazu waren genaue Wägungen von Wasserstoff und Sauerstoff erforderlich, die *Rayleigh* einige Jahre später auch auf den Stickstoff ausdehnte[627]. Während nun ein Liter des aus der Luft entnommenen Stickstoffs 1,257 g wog, ergab sich für den aus chemischen Verbindungen[628] hergestellten Stickstoff ein etwas geringeres Gewicht (1,250 g). Die alsbald auftauchende Vermutung, daß dem aus der Atmosphäre gewonnenen Stickstoff eine kleine Menge eines erheblich schwereren Gases beigemengt sei, hat sich darauf bestätigt. Wurden nämlich der Luft zunächst der Sauerstoff und dann der Stickstoff entzogen, so blieb ein schweres Gas zurück, das wegen seiner chemischen Indifferenz Argon genannt wurde. Die Entdeckung dieses Stoffes ist mit Recht als ein Triumph der dritten Dezimale, in der sich ja erst der Unterschied im Gewicht des chemisch reinen und des atmosphärischen Stickstoffs bemerkbar macht, bezeichnet worden.

Auch die wissenschaftlichen Fortschritte der letzten Jahre haben sehr häufig den Ausspruch *Lord Kelvins* bestätigt, daß fast alle großen Entdeckungen der Neuzeit der Lohn gewesen sind für exakte, geduldige Messungen und die genaue Prüfung der zahlenmäßigen Ergebnisse.

Wieweit die Verfeinerung der für solche Messungen erforderlichen Hilfsmittel getrieben werden kann, lehren uns die neuesten Forschungen über den Atomzerfall radioaktiver Elemente. Diese Forschungen führten zur Konstruktion von Mikrowagen, deren Empfindlichkeit sich auf den 500000. Teil eines Milligramms beläuft[629]. Eine bei der Untersuchung radioaktiver Körper angewandte optische Methode gestattet sogar, jedes abgeschleuderte α-Teilchen zu zählen. Läßt man nämlich die abgeschleuderten α-Teilchen auf einen Zinksulfidschirm treffen, so erzeugt der Stoß eines jeden Teilchens ein Szintillieren. Man beobachtet einen Teil des Schirmes mit dem Mikroskop und findet so durch Auszählen, wieviel α-Teilchen in der Sekunde auf ein bestimmtes Flachenstück kommen. Das auf diese Weise erhaltene Ergebnis stimmte mit dem nach einem elektrischen Meßverfahren erhaltenen gut überein[630].

Die Zeiten eines *Scheele* und eines *Berzelius*, in denen bescheidene, auch dem Privatmanne zu Gebote stehende Mittel genügten, um die der Wissenschaft gestellten Aufgaben zu bewältigen, sind längst vorüber. Um ein Problem auf experimentellem Wege bis in seine letzten Konsequenzen zu verfolgen, bedarf es häufig eines Aufwandes an Kosten und an Mühe, der die Kräfte des einzelnen bei weitem übersteigt. So wurde das Gebiet der Kondensation der Gase in den zwanziger Jahren von *Faraday* durch einfache Versuche erschlossen[631]. Sein Verfahren bestand darin, daß er Gase aus der Entwicklungsflasche in geschlossene Gefäße leitete und sie in einigen Fällen unter dem so erzeugten Druck verflüssigte. An die Stelle dieser einfachen Versuchsanordnung trat die Kompressionsmaschine. Und als man erkannte, daß der bloße Druck häufig nicht ausreicht, wandte man gleichzeitig tiefe Temperaturen an. Zu einem gewissen Abschluß gelangte diese Versuchsreihe erst durch die Bemühungen *Dewars*, der unter einem hohen Druck stark abgekühlten Wasserstoff verflüssigte. Mit dem Aufbau des dafür erforderlichen Apparates waren drei Ingenieure ein volles Jahr beschäftigt, so daß die Schlußbemerkung *Dewars*[632], daß zu derartigen Versuchen vor allem Geld gehöre, sehr berechtigt erscheint.

Um die Forschung größeren Stiles zu ermöglichen, genügt es heute selbst nicht mehr, daß die Regierungen und die Akademien dem wissenschaftlichen Arbeiter Geldmittel zur Bewältigung bestimmter Probleme zur Verfügung stellen. Man ist daher zur Einrichtung besonderer Forschungsinstitute geschritten. An deutschen Unternehmungen dieser Art ist die von *Werner Siemens* ins Leben gerufene physikalisch-technische Reichsanstalt zu nennen, mit deren Leitung *Helmholtz* während der letzten Jahre seines Lebens (seit 1888) betraut war. Rein wissenschaftlichen Zwecken soll die anfangs 1911 ins Leben gerufene Kaiser Wilhelm-Gesellschaft dienen. Sie wurde mit einem Kapital von 11 Millionen Mark gegründet und stellt sich die Aufgabe, Institute zu schaffen, an denen Gelehrte sich ausschließlich der Forscherarbeit widmen. Entstanden sind bis jetzt ein chemisches und ein chemisch-physikalisches Institut.

Zu den Forschungsmitteln der heutigen Wissenschaft gehört auch die Anwendung gewaltiger Druckkräfte sowie sehr hoher und sehr tiefer Temperaturen.

Durch die Anwendung gewaltiger Druckkräfte wurde z. B. der seit alters geltende Satz, daß die Körper nur im gelösten Zustande chemisch wirken[633], einer erheblichen Einschränkung unterworfen. So gelang es, um nur eine der zahlreichen, durch Druck bewirkten Umsetzungen zu erwähnen, in einem völlig trockenen Gemisch von Bariumsulfat und Natriumkarbonat bei gewöhnlicher Temperatur die Bildung von Natriumsulfat und Bariumkarbonat herbeizuführen, indem man das Gemenge einem Drucke von 6000 Atmosphären aussetzte[634].

Die Anwendung außerordentlich tiefer Temperaturen erschließt ein unabsehbares Feld für weitere Untersuchungen. Während z. B. die Reaktionsfähigkeit der Materie durch eine Erhöhung des Druckes eine beträchtliche Zunahme erfährt, stellt sich unter dem Einfluß tiefer Temperaturen das Gegenteil ein. So werden die Alkalimetalle bei der Temperatur des siedenden Sauerstoffes von diesem Elemente, für das sie sonst die größte Affinität besitzen, überhaupt nicht angegriffen.

Auch die Bemühungen, sehr hohe Wärmegrade zu erzeugen, eröffnen die Aussicht auf eine Fülle ungeahnter Fortschritte von technischer und theoretischer Bedeutung. Als das wichtigste Mittel zur Erzielung hoher Temperaturen ist seit einigen Jahrzehnten an die Stelle des Knallgasgebläses der elektrische Ofen[635] getreten, ein Apparat, der uns das Calciumkarbid, das Karborund und andere technisch wichtige Verbindungen beschert, sowie die Darstellung des Aluminiums im großen ermöglicht hat. Indem man im elektrischen Ofen Kohlenstoff in flüssigem Eisen löste und unter hohem Druck kristallisieren ließ, gelang sogar die Herstellung von Diamanten.

Um das Verhalten flüchtiger Elemente und Verbindungen bei hohen Temperaturen zu studieren und zu wichtigen Schlüssen bezüglich der Konstitution der Materie zu gelangen, sind ergiebige Wärmequellen nicht das einzige Erfordernis, sondern hier handelt es sich in erster Linie um die Beschaffung eines widerstandsfähigen Materiales. An die Stelle des anfänglich benutzten Glases traten Porzellan und Platin, so daß die Bestimmung der Dampfdichte schließlich bei 1700° ausgeführt werden konnte. Ein interessantes Ergebnis dieser insbesondere von *Victor Meyer* angestellten pyrochemischen Untersuchungen besteht darin, daß die Elemente Chlor, Brom und Jod bei einer Temperatur von 1400° nicht mehr im molekularen Zustande beharren, sondern in ihre Atome gespalten werden, während z. B. Sauerstoff und Stickstoff bei jener Temperatur ihr molekulares Gefüge noch nicht ändern. Den Bemühungen, Gefäße herzustellen, welche das Platin an Widerstandsfähigkeit übertreffen und eine Ausdehnung dieser für die Erkenntnis der Konstitution der Materie so überaus wichtigen Versuche ermöglichen, ist *Victor Meyer* durch einen allzu frühen Tod entrissen worden. Der Gedanke, im Einklang mit dem periodischen System die zusammengesetzte Natur der Elemente auf pyrochemischem Wege nachzuweisen, wird aber auch für spätere Forscher leitend bleiben.

Während man einerseits die Zurückführung der Elemente auf einen einzigen Urstoff wenigstens in Betracht zieht, hat die analytische Chemie während der letzten Jahrzehnte die Zahl der Elemente noch immerfort durch die Entdeckung neuer Grundstoffe vermehrt. Neben dem Skandium und dem Germanium, deren Bedeutung für das periodische System wir kennen lernten, sind hier in erster Linie Argon und Helium zu nennen. Hat doch der Entdecker des Germaniums der Meinung Ausdruck verliehen, daß die Erforschung dieser Elemente einen Anstoß zum weiteren Ausbau, wenn nicht zur Umgestaltung des periodischen Systemes geben werde[636].

Neben der wachsenden Schärfe der Messungen und der großartigen Entwicklung der experimentellen Technik erweist sich die innige Verknüpfung der verschiedenen Wissenschaftsgebiete als eine unerschöpfliche Quelle des Fortschritts. So ist im Verlauf der letzten Jahrzehnte aus bescheidenen Anfängen die physikalische Chemie erwachsen, die neben einer Umgestaltung der chemischen Technik auch einen tieferen Einblick in die Natur der chemischen und der elektrischen Vorgänge herbeizuführen bestrebt ist.

Ein technisches Problem von großer Wichtigkeit, das erst vor kurzem mit Hilfe der neuesten Methoden der physikalischen Chemie bewältigt wurde, ist die Erzeugung von Ammoniak aus seinen Elementen[637]. Die älteren Bemühungen, den mit einer sehr geringen Affinität begabten Stickstoff an Wasserstoff zu binden, waren erfolglos geblieben. Bei der Wiederaufnahme des Problems erforschte man zunächst für Ammoniak, Stickstoff und Wasserstoff die Bedingungen des chemischen Gleichgewichts. Man fand, daß bei etwa 1000° Ammoniak in seine Elemente zerfällt, gleichzeitig aber daraus in geringen Mengen neu entsteht (NH_{3} ⇄ N + 3H). Nun galt es, in ungezählten Versuchen zu ermitteln, in welcher Weise die Synthese des Ammoniaks nicht nur von der Temperatur, sondern von gewissen Katalysatoren, vom Druck und von Strömungsverhältnissen abhängt. Schließlich hat man diejenigen Bedingungen, die man als die günstigsten ermittelt hatte, so vereinigt, daß das Problem nicht nur wissenschaftlich, sondern auch technisch gelöst war. Das heißt, daß synthetisches Ammoniak mit dem Ammonsulfat der Gasanstalten, dem Chilesalpeter und der durch Elektrosynthese erzeugten Salpetersäure auf dem Weltmarkt in Wettbewerb treten konnte[638].

Nicht minder belangreich wie die technischen Fortschritte sind die Früchte, welche die innige Verknüpfung der Physik mit der Chemie auf wissenschaftlichem Gebiete zeitigt. Hier sind *van't Hoffs* Entdeckung, daß die Stoffe in der Lösung denselben Gesetzen gehorchen wie im gasförmigen Zustande, sowie die von *Arrhenius* und *Ostwald* begründete Theorie der elektrolytischen Dissoziation die Etappen, die in erster Linie geeignet scheinen, dem weiteren Eindringen in das Gebiet der Molekularphysik und die Natur des chemischen Prozesses die nötigen Stützen zu gewähren[639].

Daß sich nicht nur zwischen den einzelnen Wissenschaften, sondern auch zwischen den Teilgebieten eines und desselben Zweiges noch manche wichtige Beziehung knüpfen läßt, haben die epochemachenden, die Kluft zwischen der Optik und der Elektrizitätslehre überbrückenden Versuche eines *Hertz* ergeben.

Auf dem durch *Hertz* erschlossenen Felde der elektrischen Strahlung, welches durch die Entdeckung *Röntgens* noch eine ungeahnte Erweiterung erfuhr, sehen wir heute zahlreiche Forscher tätig. Das letzte, von einer Lösung wohl noch weit entfernte Problem, das diesen vorschwebt, ist die Frage nach der Natur des raumerfüllenden Äthers, der an die Stelle der früheren Imponderabilien getreten ist, und nach seinem Verhältnis zu der wägbaren Materie. Ob den zu erhoffenden Aufschlüssen gegenüber die atomistische Auffassung des Naturganzen Stand halten oder eine rein energetische an deren Stelle treten wird, hängt von den schließlichen Erfolgen der hier gestreiften Untersuchungen ab.

Eine wenn auch nur skizzenhafte Darstellung der Entwicklung dieses Forschungsgebietes soll uns zu den hier noch einer Lösung harrenden Problemen führen.

Auf die eigentümlichen Erscheinungen, welche der elektrische Funken bei seinem Durchgange durch stark evakuierte Röhren darbietet, war man schon um die Mitte des 18. Jahrhunderts aufmerksam geworden[640]. Etwa hundert Jahre später gelang es dem Mechaniker *Geißler*, mit Hilfe seiner Quecksilberluftpumpe Glasröhren in solchem Grade zu evakuieren, daß sich in ihnen nur noch eine Spur von Quecksilberdampf oder von einem beliebigen Gas befand. In einer solchen Röhre, in welcher die Verdünnung bis zu einem Drucke von 0,001 mm gelangt ist, machen sich bei der Entladung eigentümliche Erscheinungen bemerkbar. Wie zuerst *Hittorf* im Jahre 1869 beobachtete, füllt sich die Röhre mit einem Licht, das von der Kathode ausgeht und das Glas sowie Mineralien zur Fluorescenz bringt. Werden metallische Gegenstände der Kathode gegenüber angebracht, so werfen sie einen von der Kathode fortgerichteten Schatten. Das beweist, daß die Strahlen von der Kathode ausgehen und sich gradlinig fortpflanzen. Daß diese Kathodenstrahlen von einem Magneten beeinflußt werden, bemerkte schon *Hittorf*.

Durch einen Zufall machte 1895 *Röntgen* die Entdeckung, daß von den Stellen, auf welche die Kathodenstrahlen treffen, unsichtbare Strahlen ausgehen. Diese von den Kathodenstrahlen erzeugten Röntgen- oder X-Strahlen machen sich erst dadurch bemerkbar, daß sie fluoreszierende Substanzen zum Leuchten bringen und photochemische Wirkungen hervorrufen. Daß es sich hier um eine eigene Strahlengattung handelt, zeigte sich darin, daß die Röntgenstrahlen im Gegensatz zu den Kathodenstrahlen vom Magneten kaum beeinflußt werden und weder Reflexion noch Brechung erleiden. Ihre Fähigkeit, auch undurchsichtige Stoffe in mehr oder minder hohem Grade zu durchdringen, vereint mit ihrer Wirkung auf den Fluorescenzschirm oder die photographische Platte hat bekanntlich zu einer wichtigen Verwendung der Röntgenstrahlen auf dem Gebiete der ärztlichen Untersuchung geführt.

Vor einem neuen Rätsel stand man, als *Becquerel* im Jahre 1896 dunkle Strahlen beobachtete, die im Gegensatz zu den Kathoden- und den Röntgenstrahlen ohne jede Mitwirkung elektrischer Entladungen entstehen. *Becquerel* bemerkte, daß ein Uransalz[641] durch eine undurchsichtige Substanz hindurch auf eine photographische Platte wirkte. Er war zunächst geneigt, diese Erscheinung aus der Phosphorescenz des Salzes zu erklären. Indes ergab die weitere Untersuchung, daß das Uransalz auch durch undurchsichtige Substanzen hindurch auf die Platte wirkte, wenn man das Salz nicht dem Lichte ausgesetzt hatte. Es ergab sich ferner, daß selbst nach längeren Zeiträumen die Intensität der in völliger Dunkelheit von dem Uransalze ausgesandten Strahlen nicht abnahm. Da alle Uransalze, mochten sie fest oder gelöst sein, das gleiche Verhalten zeigten, so kam *Becquerel* auf den Gedanken, daß das Uranmetall die gleichen dunklen Strahlen vielleicht in einem noch höheren Maße aussenden möge. Die Vermutung wurde durch den Versuch bestätigt. Bald darauf (1896) entdeckte *Becquerel*, daß die von dem Uran ausgehenden Strahlen Gasen die Eigenschaft erteilen, elektrische Körper zu entladen, eine Eigenschaft, die man später zum Nachweise der Radioaktivität verwertet hat.

Im Jahre 1897 konnte *Becquerel* die ganz erstaunliche Mitteilung machen[642], daß Uransalze, die er länger als ein Jahr, geschützt gegen jede Strahlung, aufbewahrt hatte, mit unverminderter Stärke Strahlen aussandten, die durch undurchsichtige Körper hindurch auf die photographische Platte wirken. Die Frage nach der Quelle dieser Energie wurde dadurch immer rätselhafter.

Im Jahre 1898 dehnte das Ehepaar *Curie* die Untersuchung auf Uran und Thor enthaltende Mineralien (Pechblende, Uranit) aus. Sie vermuteten, daß diese Mineralien eine Substanz enthalten konnten, die stärker wirkt als die genannten Metalle. Um diese Vermutung auf ihre Richtigkeit zu prüfen, lösten sie die Mineralien in Säuren. Beim Hindurchleiten von Schwefelwasserstoff blieben Uran und Thor in Lösung. Der Schwefelwasserstoffniederschlag, in dem sich eine Anzahl von Metallen befand (Blei, Kupfer, Wismut usw.) erwies sich als sehr aktiv. Durch geeignete Lösungsmittel ließen sich eine Anzahl von Metallen aus dem Niederschlag entfernen. Schließlich hinterblieb ein vorzugsweise Wismut enthaltender Rest, dessen Emmissionsvermögen 400mal so groß war wie dasjenige des Uran[643]. Fällte man die gelösten Mineralien mit Schwefelsäure, so erwies sich der vorwiegend aus Bariumsulfat bestehende Niederschlag noch aktiver als der nach dem ersten Verfahren mit Schwefelwasserstoff erhaltene. Da Bariumverbindungen für gewöhnlich das merkwürdige, von *Becquerel* entdeckte Strahlungsvermögen nicht aufweisen, so wurden P. und *S. Curie* auf die Vermutung geführt, daß dem aus der Lösung von Uranpecherz ausgefällten Bariumsulfat, das Sulfat eines dem Barium sehr nahestehenden, bisher unbekannten Elementes beigemengt und daß dieses Element der Träger der neuen, später als Radioaktivität bezeichneten Eigenschaft sei. Sie nannten dieses neue, zunächst sehr hypothetische Element Radium. Ob es sich hier tatsächlich um ein neues Element handelt, konnte nur mit Hilfe der Spektralanalyse entschieden werden. Sie ergab die Richtigkeit der von P. und *S. Curie* ausgesprochenen Vermutung. Der Spektralapparat ließ nämlich in den Rückständen des Uranpecherzes eine Linie von bestimmter Wellenlänge erkennen, die keinem bekannten Elemente zugeschrieben werden konnte und die immer deutlicher hervortrat, je mehr man das Strahlungsvermögen der Masse durch weitere Konzentration erhöhte.

Groß war das Aufsehen, als im Jahre 1899 Radiumpräparate der Versammlung deutscher Naturforscher und Ärzte vorgeführt wurden. Bei dieser Demonstration war ein Präparat in einer 12 mm dicken Bleiumhüllung untergebracht. Trotzdem erregten die von dem Präparat ausgehenden Strahlen außerhalb der Bleiumhüllung das Aufleuchten eines Bariumplatinzyanürschirmes, der ein zum Nachweis von Fluorescenzwirkungen besonders geeignetes Mittel ist.

Mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die eingehendere Erforschung der Radioaktivität von zahlreichen Chemikern und Physikern in die Hand genommen. Man entdeckte, daß sich bei dem Vorgänge verschiedene Strahlengattungen (α-, β- und γ-Strahlen) unterscheiden lassen und daß mit der Strahlung eine Gewichtsabnahme verbunden ist. Die Strahlung besteht daher zum Teil in einer Absonderung von Substanz. Man hat diese gasförmige Substanz rein dargestellt und Emanation genannt. Das größte Aufsehen erregte es, daß Radium, scheinbar im Widerspruch zum Energiegesetz, fortwährend Wärme ausstrahlt, eine Tatsache, die wegen der langen Dauer dieses Prozesses nur aus der Annahme eines ganz ungeheuren, in dem Radium steckenden Energievorrats erklärt werden kann. Im Widerspruch zu den bisherigen Erfahrungen und Theorien bemerkte man ferner, daß sich die aus dem Element Radium entstandene Emanation in das Element Helium[644] umwandelt. Nach den neuesten Ergebnissen sind die Teilchen der α-Strahlen positiv geladene Heliumatome. Alle radioaktiven Stoffe, die α-Strahlen aussenden, erzeugen also fortdauernd Helium[645]. Die β-Strahlen sind dagegen negative Elektronen. Sie entsprechen also den in den *Crookes*schen Entladungsröhren auftretenden Kathodenstrahlen. Auf dem Gebiete der Radiumforschung ist trotz der angestrengten Arbeit eines Jahrzehnts und der Feststellung zahlreicher Tatsachen sehr vieles noch aufzuhellen. Daneben erwächst der Theorie die Aufgabe, sich den neuen Tatsachen anzupassen, soweit sich letztere den früheren Theorien nicht einfügen lassen. Am besten ist diese Anpassung der schon um 1880, also vor der Entdeckung der Radioaktivität geschaffenen Elektronentheorie gelungen. Nach dieser von *H. A. Lorentz* begründeten Theorie ist die Elektrizität an Masse gebunden. Aus den zur Bekräftigung dieser Vorstellung unternommenen Versuchen ließ sich ermitteln, daß die Massenteilchen, die als die Träger der negativen Elektrizität betrachtet werden, etwa 2000mal leichter sind als die Atome des Wasserstoffs, dem die Chemie das kleinste Atomgewicht zuschreibt. Die mit einer bestimmten elektrischen Ladung versehenen Massen, die Elektronen, können aus dem Atom heraustreten. Dies geschieht z. B. beim Reiben. Das zurückbleibende Atom ist positiv geladen. Es wird als positives Ion bezeichnet. Verbinden sich die freigewordenen Elektronen mit einem neutralen Atom, so wird dieses zum negativen Ion. Die Kathodenstrahlen stellen sich nach dieser Theorie als abgeschleuderte Elektronen dar. Daß sie negativ sind, läßt sich daraus schließen, daß sie von einem negativ geladenen Körper abgelenkt werden. Der galvanische Strom, sowie die Fortleitung der Elektrizität in den Metallen besteht nach dieser Auffassung gleichfalls in einer Wanderung der Elektronen. *Lorentz* bezweckte mit seiner Elektronentheorie nicht etwa die Beseitigung, sondern den Ausbau der von *Maxwell* auf Grund der Untersuchungen *Faradays* entwickelten elektromagnetischen Theorie des Lichtes. Er zeigte, wie durch die Annahme elektrisch geladener Teilchen in den durchsichtigen Körpern gewisse optische Erscheinungen ihre Erklärung finden. Die *Maxwell*schen Gleichungen für den freien Äther ließ *Lorentz* in Geltung. Die Elektronen beeinflussen nach ihm die elektrischen und die optischen Vorgänge nur dadurch, daß sie nebst ihren Ladungen eine schwingende Bewegung ausführen.

Eine Stütze erhielt die Elektronentheorie dadurch, daß sie das von *Zeemann* im Jahre 1896 entdeckte Phänomen vorherzusagen vermochte. *Zeemanns* Phänomen besteht darin, daß sich die Spektrallinien eines leuchtenden Dampfes unter der Wirkung eines genügend starken Magnetfeldes spalten[646].

Die durch *Lorentz* geschaffene atomistische Auffassung der Elektrizität bedeutet übrigens in gewissem Sinne eine Rückkehr zu früheren Vorstellungen. So hatte schon *Wilhelm Weber* um die Mitte des 19. Jahrhunderts die elektrischen Erscheinungen aus der Annahme elektrischer Atome zu erklären gesucht. Auch *Helmholtz* war geneigt, aus den *Faraday*schen elektrolytischen Gesetz auf die Existenz gewisser Elementarquanten der Elektrizität zu schließen, die an den Elektroden sich von den geladenen chemischen Atomen, den Ionen *Faradays*, trennen sollten.

Seitdem man gefunden hat, daß die radioaktiven Stoffe ohne äußere Einwirkung Elektronen aussenden, hat man sich der Elektronentheorie mit dem doppelten Interesse zugewandt. Diese Theorie und die weitere Erforschung der Radioaktivität gehen heute vollkommen Hand in Hand[647]. Das wird solange dauern, bis neue Tatsachen entdeckt werden, denen sich die Theorie nicht anzupassen vermag. Aber selbst dann werden die Vorstellungen, welche die heutige Physik beherrschen, von der Geschichte der Wissenschaften als eine für die betreffende Zeit sehr wertvolle Arbeitshypothese anerkannt werden. In dieser Geschichte steht dem Wechsel der Theorie als das Bleibende nicht nur das Reich der einwandsfrei ermittelten Tatsachen gegenüber. Von demselben beständigen Wert wie die Tatsachen erweisen sich vielmehr auch die Überlegungen, die zur Entdeckung und Verknüpfung der Tatsachen geführt haben. In der Hervorhebung dieses Gesichtspunktes liegt vor allem die Bedeutung der geschichtlichen Betrachtungsweise. Sie stellt dar, was geworden ist und nicht, was wird und daher zunächst nur in unbestimmten Umrissen erscheint. Das unterscheidet die Geschichte der Wissenschaften von der Wissenschaft des Tages, die, wie die Kultur im allgemeinen, das letzte Glied einer fast endlos scheinenden Kette einer abgeschlossenen Entwicklung und der Anfangspunkt einer ebenso unabsehbaren Folge weiterer Entwicklung ist.

Ob es der Wissenschaft gelingen wird, an der Hand der Elektronentheorie Dinge, wie z. B. die Natur der Sonnenkorona und der Kometen, das Alter der Erde[648], sowie den Aufbau der Elemente zu enträtseln, bleibt der Zukunft vorbehalten. Jedenfalls gehören solche Dinge heute schon zu den diskutierbaren Problemen der wissenschaftlichen Forschung. Ferner weist alles darauf hin, daß das als Radioaktivität bezeichnete Verhalten immer mehr den Charakter des Vereinzelten verliert. So hat sich gezeigt, daß nicht nur das Uran, sondern auch das Thorium[649] den Ausgangspunkt einer radioaktiven Reihe von Umwandlungsprodukten bildet. Uran und Thor besitzen beide ein sehr großes Atomgewicht (U = 237,7; Th = 232,4), während das letzte Umwandlungsprodukt des Uran, das Helium, nur das Atomgewicht 3,94 hat. Nach der von *Rutherford* und *Soddy* begründeten Theorie deutet das hohe Atomgewicht der radioaktiven Elemente auf einen komplizierten Bau der Atome hin, und die Radioaktivität hat darin ihre Ursache, daß die kompliziert gebauten Atome einem Zerfall unterliegen.

Als ein Beispiel, wie eine Methode aus einer älteren erwachsen und eine solch vielseitige Verwendbarkeit finden kann, wie es sich die reichste Phantasie nicht hätte ausmalen können, wollen wir in aller Kürze die Entwicklung des photographischen Verfahrens zur Kinematographie betrachten.

Die ersten photographischen Aufnahmen erforderten einen Zeitraum von Minuten, ja Stunden. Es konnten dafür also zunächst nur ruhende Gegenstände in Betracht kommen. Durch die Verbesserungen der Methode wurde die zu einer Aufnahme erforderliche Zeit immer mehr eingeschränkt. Schließlich belief sie sich nur noch auf den Bruchteil einer Sekunde. Den Gedanken, die Momentphotographie zum Studium von Bewegungserscheinungen zu verwerten und auf diese Weise nicht nur einen Zustand, sondern einen Vorgang zu photographieren, haben um 1880 der Franzose *Marey* und der Deutsche *Anschütz* verwirklicht.

*Marey* stellte sich als Ziel, das Bild, das die Bewegungen des Gehens, Laufens und Springens darbieten, in eine Reihe von Augenblicksbildern zu zerlegen. Der erste von ihm hergestellte Apparat gestattete, 24 Aufnahmen in der Sekunde zu machen. Bei dem verbesserten Apparat, den *Marey* 1888 der französischen Akademie der Wissenschaften vorlegte, vermittelte ein Uhrwerk gleichzeitig das Öffnen des Verschlusses und die Fortbewegung des zur Aufnahme des Negativs bestimmten Papierstreifens. Einen hohen Grad der Vollendung empfing der kinematographische Apparat, mit dem man heute bis zu 2000 Aufnahmen in der Sekunde erzielen kann, durch die Einführung der Zelluloidfilms.

*Anschütz* kam 1882 auf den Gedanken, derartige Reihen von Augenblicksaufnahmen vermittelst des schon lange als Spielzeug bekannten Stroboskops oder Lebensrades zu einem Gesamteindruck zu vereinigen. Auf diesen Grundlagen schuf *Lumière* im Jahre 1895 den Apparat für kinematographische Wiedergaben, wie wir ihn heute zu wissenschaftlichen Zwecken, zur Belehrung und zur Unterhaltung benutzen. *Lumière* traf nämlich die Einrichtung, daß die Reihe der Momentaufnahmen in rascher Folge auf einen Schirm projiziert wurde.

Die Dienste, welche das kinematographische Verfahren der Wissenschaft geleistet hat, lassen sich hier nicht alle aufzählen. Es gibt wohl kein Gebiet, das nicht durch dieses Verfahren bereichert wäre und nicht noch fortgesetzt Nutzen daraus zöge. Man hat es auf alle Vorgänge von den astronomischen bis hinab zur *Brown*schen Molekularbewegung anzuwenden verstanden. Durch Verbindung der Kinematographie mit der ultramikroskopischen Methode ist es neuerdings sogar gelungen, Vorgänge, die sich in den Zellen oder im lebenden Blute abspielen, wie z. B. das Verhalten der weißen Blutkörperchen gegen Bakterien, zu fixieren, und eingehender zu untersuchen, als es durch bloße Beobachtung am Mikroskope möglich ist.

Zu der Anwendung des Ultramikroskops gesellte sich die kinematographische Aufnahme der vermittelst der Röntgenstrahlen erhaltenen Bilder, so daß es heute z. B. möglich ist, die Bewegungen des Magens und des Herzens auf diesem Wege zu reproduzieren und eingehend zu untersuchen. Anfangs ließ man die Lichtbilderserien mit der gleichen Geschwindigkeit ablaufen, mit der sie in dem Aufnahmeapparat entstanden waren. Man erhielt auf diese Weise ein lebendes Bild, d. h. eine Wiedergabe des Vorganges, wie ihn das Auge gesehen haben würde, wenn es die Stelle der kinematographischen Kamera eingenommen hätte. Zwar bestehen feinere Unterschiede. Indessen, bis zu einem gewissen Grade, ist das Gesagte zutreffend.

Zu Ergebnissen, die sich durch die bloße Beobachtung nicht erzielen lassen, führte eine Beschleunigung sowie eine Verzögerung beim Ablaufenlassen des Films während der Projektion des Vorganges. Dies für wissenschaftliche Beobachtungen außerordentlich wertvolle Resultat ergibt sich daraus, daß man einen für das genauere Studium zu rasch verlaufenden Vorgang so verlangsamen kann, daß er sich in allen Stadien übersehen läßt. Ein derartiges retardierendes Verfahren hat beispielsweise bei der Untersuchung der Kristallisation, der hydrodynamischen Vorgänge, der Wellenbewegung, der Schwingungen fester Körper usw. Aufschlüsse gebracht, welche durch die unmittelbare Beobachtung niemals erzielt worden wären.

Bei sehr langsam vor sich gehenden Erscheinungen, welche die Geduld des Beobachters ermüden würden, z. B. bei Bewegungen im Pflanzenreich, hat man das Charakteristische der Erscheinung sofort erkannt, indem man die Reproduktion der kinematographischen Aufnahme erheblich beschleunigte.

* * * * *

Sämtliche Gebiete der Naturwissenschaften stehen heute noch mehr als in den früheren Perioden unter dem überwiegenden Einfluß der chemisch-physikalischen Forschung. Auf die von letzterer gebotenen Hilfsmittel ist man vor allem angewiesen, wenn es astronomische Probleme zu enträtseln gilt.

So ist der Aufschwung, den die Himmelskunde durch die Erfindung des Fernrohrs erfuhr, kaum größer gewesen als derjenige, den in unserem Zeitalter die Einführung des Spektroskops, sowie der photographischen Kamera für die astronomische Wissenschaft herbeigeführt hat. Des ferneren hat sich kein physikalischer Grundsatz gleich fruchtbar für diese Disziplin erwiesen als der von *Doppler* ausgesprochene Gedanke[650], daß die Höhe eines Tones, sowie die Art eines Lichteindruckes davon abhängen, ob sich die Entfernung zwischen der Wellenquelle und dem empfindenden Organe vergrößert oder verringert.

Als man 1868 kleine Verschiebungen der Linien bekannter Elemente in den Spektren der Sterne wahrnahm, erinnerte man sich des *Doppler*schen Prinzips, das jene nach beiden Seiten stattfindenden Verschiebungen nicht nur zu erklären vermochte, sondern auch ein Mittel an die Hand gab, um aus dem Grade dieser Verschiebungen die Größe der Annäherung und der Entfernung eines lichtspendenden Körpers in absolutem Maße zu ermitteln, selbst wenn, wie bei Arktur, die Tiefe des zwischenliegenden Raumes so ungeheuer ist, daß der Lichtstrahl Jahrzehnte braucht, um unser Spektroskop zu treffen.

Die Methode der Linienverschiebung ermöglichte es ferner den Leitern des Potsdamer Observatoriums[651], eine Erklärung der rätselhaften Erscheinung zu geben, die Algol im Sternbilde des Perseus den Astronomen seit 200 Jahren bietet. Dieser Stern zeigt nämlich innerhalb der kurzen Zeit von 68 Stunden einen eigentümlichen Lichtwechsel. Nachdem er etwa 60 Stunden als Stern 2. Größe geglänzt hat, nimmt er innerhalb 4 Stunden um mehrere Größen ab, wächst dann in derselben Zeit wieder zu einem Gestirn 2. Größe an, um diesen Wechsel nach abermals 60 Stunden zu wiederholen. Die spektroskopische Beobachtung ergab, daß sich Algol vor dem Minimum von uns entfernt und danach sich uns wieder nähert. Der Stern besitzt also eine kreisende Bewegung, welche der Periode des Lichtwechsels entspricht. Beide Erscheinungen weisen darauf hin, daß, wie schon früher vermutet wurde, Algol zur Klasse der Doppelsterne gehört, und daß ein dunkler, sehr naher Begleiter durch seine Vorübergänge jenen eigenartigen Lichtwechsel hervorruft.

Auch wo es sich um leuchtende Doppelsterne handelt, welche durch die schärfsten Teleskope nicht getrennt gesehen werden können, gibt das Spektroskop uns Aufschluß. In diesem Falle werden nämlich die Spektrallinien in bestimmten Zeitintervallen doppelt erscheinen und damit beweisen, daß das scheinbar einheitliche Licht des Gestirnes von einem sich uns nähernden und von einem sich entfernenden Weltkörper ausgesandt wird[652].

*Huggins*, der zuerst die Geschwindigkeit des Sirius bestimmte, äußerte die Ansicht, daß man mit Hilfe dieser Methode die wichtigsten Entdeckungen des 20. Jahrhunderts machen werde[653]. Da das Spektroskop nur die in die Gesichtslinie fallende Bewegungskomponente zu messen gestattet, bedarf es einer Ergänzung durch die Bestimmung der senkrecht zu jener Richtung vor sich gehenden Ortsveränderungen.

An diesem Punkte setzt eine astronomische Aufgabe ein, die an Bedeutung und an Großartigkeit bisher nicht ihres Gleichen hat. Im Jahre 1887 faßte nämlich in Paris eine internationale Versammlung den Beschluß, eine Himmelskarte auf photographischem Wege herzustellen. Viele Sternwarten, unter denen sich das astrophysikalische Observatorium zu Potsdam befindet, haben sich in diese Aufgabe geteilt. Ihre Organisation hat bis zur Erledigung der Einzelheiten allein drei Jahre gedauert. Handelt es sich doch um 22000 Aufnahmen, die alle Sterne bis hinab zur 14. Größenklasse umfassen. Früchte sind von dieser Riesenarbeit aber nur dann zu erhoffen, wenn spätere Generationen sie wiederholen und so die nötigen Vergleichspunkte gewinnen werden. Es ist dies die einzige Möglichkeit, die am Fixsternhimmel periodisch vor sich gehenden Bewegungen, sowie die Bahn des Sonnensystems, dessen augenblickliche Bewegungsrichtung die Forschungen der letzten Jahrzehnte mit einiger Zuverlässigkeit dargetan haben, zu enthüllen.

Wenden wir uns von den fernen Sonnen zu den Gliedern unseres Planetensystems, so sind die Aufgaben, die sich auch hier dem Astronomen bieten, nicht weniger interessant und zahlreich, zumal die Begierde, einen Einblick in die auf der Oberfläche der nächsten Himmelskörper stattfindenden Vorgänge zu tun, durch einige Entdeckungen der neueren Zeit in ganz besonderem Grade rege geworden ist. Leider wird das Teleskop die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit wohl bald erreicht haben, so daß die Hoffnung, durch Beobachtung der Marsoberfläche z. B. unverkennbare Spuren lebender Wesen zu finden, kaum jemals in Erfüllung gehen dürfte. Vorläufig bietet auch das organische Leben, wie es sich hier auf der Erde abspielt, der Aufgaben und der Rätsel so viele, daß es dem forschenden Geiste an Zeit mangelt, sich wissenschaftlichen Träumen über eine Vielheit der Lebewelten hinzugeben.

Seitdem man die höheren Organismen als eine Vereinigung von Elementargebilden auffassen gelernt hat, erblickt die Physiologie ihre wichtigste Aufgabe in dem Studium der einzelnen Zelle mit ihrem protoplasmatischen Inhalt in der Voraussetzung, daß sie sich hier dem Problem des Lebens in seiner einfachsten Gestalt gegenüber befindet. Bisher hat man sich indessen fast ausschließlich darauf beschränkt, den Ablauf der Verrichtungen der Zelle, sowie die Reaktionen der lebenden Substanz auf den Angriff der verschiedenartigsten Kräfte nach Art und Größe kennen zu lernen. Die wichtige Aufgabe dagegen, den Lebensvorgang selbst als chemisch-physikalischen Prozeß zu deuten, hat sich bisher als wenig zugänglich erwiesen, wenn sich die Physiologie auch von der Überzeugung leiten läßt, daß es ein, wenn auch äußerst verwickelter Mechanismus ist, dem sie sich gegenüber befindet. So steht z. B. die Botanik der Assimilation, mit dem die Kette der in der Pflanze und dem Tiere vor sich gehenden Prozesse erst beginnt, noch fast ebenso ratlos gegenüber wie zu den Zeiten *Saussures* und *Liebigs*.

Erst in der neuesten Zeit ist es gelungen, auf photochemischem Wege aus Kohlendioxyd und Wasserstoff Kohlenhydrate ohne die Mitwirkung von Chlorophyll synthetisch darzustellen[654]. Ließ man ultraviolettes Licht in Gegenwart von Kaliumhydroxyd auf ein Gemisch von Kohlendioxyd und Wasser wirken, so bildete sich Formaldehyd (CH_{2}O), das man schon vor längerer Zeit als das erste Produkt des Assimilationsprozesses ansprach. Wurde der Versuch in der Weise geändert, daß man die ultravioletten Strahlen auf Kohlendioxyd und Wasserstoff im Entstehungszustande wirken ließ, so entstand bei Gegenwart von Kaliumhydroxyd Zucker, den man ja als ein Polymerisationsprodukt von Formaldehyd betrachten kann (6 CH_{2}O = C_{6}H_{12}O_{6}).

Zwar ist der Vorgang der Assimilation durch diesen Versuch noch nicht in allen seinen Einzelheiten erklärt. Doch ist damit bewiesen, daß wir zu seiner Erklärung nicht etwa eine besondere Fähigkeit der lebenden Substanz in Anspruch zu nehmen brauchen.

Wie die Assimilation so bietet auch der zweite der fundamentalsten Vorgänge des organischen Lebens, die Atmung, noch manches Rätsel, dessen Lösung der Forschung unserer Tage vorbehalten blieb. Zu diesen Problemen gehört das Leben ohne Sauerstoff oder die Anoxybiose. Entzieht man einer lebenden Zelle den Sauerstoff, so wird dadurch der Stoffwechsel keineswegs sofort unterbrochen. Die Zelle spaltet vielmehr wie bei der normalen Atmung als das Endprodukt der in ihrem Inneren stattfindenden Zersetzungen Kohlendioxyd ab, ein Vorgang, den man wohl als intramolekulare Atmung bezeichnet hat. Der Vorgang der Anoxybiose wurde zunächst an den einfachsten Lebewesen studiert. Die neuere Physiologie hat diesen Vorgang durch das ganze Tier- und Pflanzenreich hindurch verfolgen können. Man fand, daß es Parasiten gibt, die normalerweise ohne Zufuhr von Sauerstoff leben.

Zu den Tieren, die eine zeitweilige Entziehung von Sauerstoff ertragen, gehören die Frösche, die sich bekanntlich im Winter im Schlamme der Teiche vergraben. Die noch vor kurzem geltende Annahme, daß diese Tiere einen Sauerstoffvorrat in ihrem Innern aufspeichern, hat sich als hinfällig erwiesen. Die geringe zur Erhaltung des Lebens notwendige Energie wird jedenfalls durch den Zerfall eines Teiles der Körpersubstanz erzeugt. Darauf weist auch die jüngst entdeckte Tatsache hin, daß bei der anoxybiotischen Abscheidung von Kohlendioxyd nur ein Drittel der Wärmemenge erzeugt wird, die sich bei der oxybiotischen Abscheidung der gleichen Menge Kohlendioxyd entwickelt. Den Vorgang der Anoxybiose hat man auch an Organen warmblütiger Tiere, z. B. an der Leber, verfolgen können. Die chemischen und physiologischen Fragen, die sich an diese Untersuchungen anknüpfen, werden jedenfalls den Stoff zu vielen neuen Forschungen darbieten. Und so verhält es sich nicht nur hier, sondern mit jedem anderen Gegenstande und zwar selbst bei solchen, für die schon ein abgeschlossenes Ergebnis vorzuliegen schien. Vertiefen wir uns in ihn von neuem, so erweitern sich zwar unsere Kenntnisse, es tauchen aber auch stets wieder neue Ausblicke und Fragen auf, so daß es dann oft so scheint, als ob die alten Grundlagen schwankend geworden seien. In der Biologie macht sich das um so mehr bemerkbar, als man heute geneigt ist, einer vitalistischen Erklärung der Erscheinungen einen breiteren Spielraum zu gönnen, während man vor kurzem noch ausschließlich der mechanistischen Erklärungsweise huldigte. Dazu kommt die Fortbildung der beschreibenden zur experimentellen Morphologie und der Wechsel in der Bewertung der von *Darwin* aufgestellten Lehre von der natürlichen Zuchtwahl. Von einer Umwälzung und völligen Neugestaltung der Biologie kann aber trotzdem ebensowenig die Rede sein, wie von einer Umgestaltung der Physik und der Chemie infolge der Entdeckung der radioaktiven Substanzen und der Aufstellung der Theorien, die an jene Entdeckung angeknüpft wurden.

Es zeugt von einer tendenziösen Darstellung der Wissenschaften, wenn es so geschildert wird, als ob ihre Grundlagen ins Wanken geraten seien und unsere Zeit von neuem aufbauen müsse. Die geschichtliche Betrachtung läßt erkennen, daß beispielsweise der Wechsel, der um die Wende des 18. zum 19. Jahrhundert erfolgte, kein geringerer war als der Umschwung, der sich heute geltend macht. Dennoch stellt sich jener Wechsel dem Historiker als ein Weiterbauen und nicht etwa als ein bloßes Niederreißen dar. Ebenso wie in jenem Falle wird dem Geschichtsschreiber einer späteren Zeit dasjenige, was sich heute auf dem Gebiete der Wissenschaften vollzieht, als eine Fortbildung erscheinen, bei dem eins aus dem anderen erwächst.

Namenverzeichnis für Band I-IV.

A.

*Abel, N. H.* Fortschritte des Kalküls III, 130.

*Abu Mansur.* Pharmakologie I, 247. Mineralsäuren I, 247.

*Achard.* Zucker II, 312. Rübenzuckerindustrie IV, 407.

*Adanson.* Pflanzensystem III, 351.

*Aepinus.* Pyroelektrizität III, 25. Influenz III, 25. Elektrizität und Magnetismus III, 26.

*Aggasiz.* Gletscher IV, 275-277.

*Agricola* (*Georg Bauer*). Neuere Mineralogie I, 343. Bergwerksbuch I, 344. Kennzeichenlehre I, 345. Versteinerungen I, 346.

*Ahmes.* Erstes mathematisches Lehrbuch I, 5-11.

*D'Alembert.* Aufklärungsperiode II, 365. D'Alemberts Prinzip II, 366.

*Albatani.* »Über die Bewegung der Sterne« I, 230. Förderung der Trigonometrie I, 231, 232.

*Albertus Magnus.* Leben I, 268. Zoologische Kenntnisse I, 269, 270. Allgemeine Botanik I, 271-273. Chemische Kenntnisse I, 274, 275.

*Albiruni.* Gradmessung I, 229.

*Aldrovandi.* Tierkunde I, 361. Bau der Tiere I, 362.

*Alfarabi.* Astrologie I, 238.

*Alfragani.* Astronomisches Hauptwerk I, 230.

*Amontons.* Luftthermometer III, 44. Absoluter Nullpunkt III, 45.

*Ampère, A. M.* Leben III, 227. Regel III, 228. Bewegliche Stromleiter III, 229. Elektrizität und Erdmagnetismus III, 230. Grundgesetz der Elektrodynamik III, 231. Solenoid III, 233. Astatische Nadel III, 234. Erdmagnetismus III, 235. Fluor III, 295. Avogadros Regel IV, 54. Kommutator IV, 86. Elektrodynamisches Grundgesetz IV, 98.

*Anaxagoras.* Ordnen des Prinzips I, 58. Meteorite I, 59. Quadratur des Kreises I, 65. Mondbewegung I, 70.

*Anaximander.* Gnomon I, 53. Weltkarte I, 53. Über die Entstehung der Tiere I, 78.

*Andrews.* Kritische Temperatur IV, 50. Permanente Gase IV, 51.

*Angström.* Spektralanalyse IV, 323.

*Anschütz.* Kinematographisches Verfahren, IV, 427.

*Apollonios.* Kegelschnitte I, 134-136.

*Appian.* Astronomische Instrumente I, 316.

*Arago, D. F. J.* Leben III, 235. Rotationsmagnetismus III, 236. IV, 74.

*Archimedes.* Exhaustionsverfahren I, 65. Leben I, 119. Erfindungen I, 120, 121. Kugel und Zylinder I, 122, 125. Kreismessung I, 123. Exhaustionsverfahren I, 123-125. Schneckenlinien I, 124. Konoide und Sphäroide I, 125. Sandesrechnung I, 126. Hebelgesetz I, 127. Schwerpunktsbestimmungen I, 127. Hydrostatisches Prinzip I, 128. Kronenrechnung I, 129.

*Aristarch.* Leben I. 143. Entfernung von Mond und Sonne I, 143, 144. Heliozentrische Lehre I, 144. Rückblick IV, 12.

*Aristill.* Bestimmung der Sternörter I, 142, 146.

*Aristoteles.* Seine Zeit I, 81. Leben des Aristoteles, I, 82-84. Werke des Aristoteles I, 84. Philosophie I, 85. Mathematische Schriften I, 87. Leichtigkeit, Schwere, Bewegung I, 87. Hebelgesetz I, 89. Parallelogrammgesetz I, 89. Akustik I, 90. Optik I, 90. Astronomie I, 92-96. Lehre von der steten Wiederkehr I, 96. Meteorologie I, 97. Vier Elemente I, 97, 98. Tierkunde I, 99. Entwicklung der Tiere I, 100. Tiersystem I, 102 bis 104. Theorie der Pflanzen I, 105. Ernährung und Sexualität I, 106. Bedeutung des Aristoteles I, 116. Alchemie I, 245. Chamäleon IV, 224.

*Arrhenius.* Ionentheorie IV, 6. Aktivitätskoeffizient IV, 367. Elektrolytische Dissoziation IV, 371, 420.

*Avogadro.* Hypothese III, 288. IV, 53.

B.

*Bacon, Francis.* Philosophie der Erfahrung II, 93. Leben II. 94. Bedeutung II, 99.

-- *Roger.* Fernrohr II, 8.

*Baer, K. E. v.* Ei des Menschen III, 391. Furchungsprozeß III, 392. Entwicklung der Wirbeltiere III, 393. Urform IV, 249.

*v. Baeyer, J. J.* Erdmessung IV, 278.

-- *A.* Indigo IV, 397.

*Balard.* Brom III, 290.

*Bartholin, Erasmus.* Doppelbrechung II, 305. Doppelspat II, 306.

*Basilius Valentinus.* Alchemistische Schriften II, 184.

*Bauhin, Kaspar.* Herbarium I, 358. Synonymenwerk II, 196. Natürliches System II, 197.

*Bell.* Rückenmarksnerven IV, 151.

*Beccaria.* Chemische Wirkung der Elektrizität III, 20.

*Becher.* Phlogistontheorie II, 308.

*Becquerel.* Becquerelstrahlen IV, 421.

*Behaim.* Kreuzstab I, 309. Nautik I, 311.

*Behrens.* Säulenelektroskop III, 207.

*Bell.* Telephon IV, 400.

*Benzenberg.* Meteorite III, 261.

*Bergman.* Mineralanalysen II, 401. Pyroelektrizität III, 26. Kohlendioxyd (fixe Luft) III, 140. Aufschließen der Silikate III, 146. Chemische Verwandtschaft III, 150. Doppelte Verwandtschaft III, 151. Chemische Analyse III, 152. Quantitative Analyse III, 153. Mineralwässer III, 153. Eisenarten III, 154.

*Bernhardi.* Eiszeit IV, 277.

*Bernoulli I. Daniel.* Wesen der Wärme III, 264. Kinetische Gastheorie IV, 198.

-- *Jakob.* Wahrscheinlichkeitsrechnung II, 354. Maxima und Minima II, 355.

-- *Johann.* Erhaltung der Kraft II, 267. Brachistochrone II, 355.

*Berosus.* Babylonische Geschichte I, 27.

*Berthelot.* Ägyptische Bronce analysiert I, 32. Griechische Alchemisten I, 247. Chemisches Gleichgewicht IV, 356-360.

*Berthollet, C. L.* Leben III, 167. Analyse des Ammoniakgases III, 168. Analyse der Blausäure III, 169. Kaliumchlorat III, 169. Massenwirkung III, 170; IV, 340. Verwandtschaft und physikalische Umstände III, 171. Chemische Statik III, 172. Chlor III, 173. Theorie der Säuren III, 294.

*Berzelius, J. J.* Leben III, 185. Atomgewichte III, 186; IV, 299. Analyse der Salze III, 187. Isomorphie und Atomgewicht III, 345. Laboratorium IV, 126. Briefwechsel IV, 126. Polymerie, Metamerie IV, 128.

*Bessel.* Fixsternparallaxe IV, 29. Sekundenpendel IV, 32.

*Bichat.* Lebenserscheinungen IV, 208.

*Biedermann.* Chromatische Funktion IV, 227.

*Biot.* Luftfahrten III, 283. Biot-Savart'sches Gesetz IV, 97. Zirkularpolarisation IV, 338.

*Birkeland-Eyde.* Luftsalpeter IV, 405.

*Black.* Latente Wärme III, 49. Verdampfungswärme des Wassers III, 51. Kondensationswärme III, 52. Wesen der Wärme III, 52. Kohlendioxyd (fixe Luft) III, 140.

*Blagden.* Überkaltung III, 58. Gefrierpunktserniedrigung III, 59.

*Blumenbach.* Mammut II, 421. Begründung der Anthropologie III, 383. Entstehung der Arten IV, 245. Spielarten IV, 245. Stellung des Menschen im System IV, 257.

*Boccaccio.* Erhaltung alter Schriftwerke I, 291.

*Bock, Hieronymus.* Neues Kräuterbuch I, 354, 356.

*Boerhave.* Leben Swammerdams.

*Boëthius.* Akustik I, 221.

*Bohnenberger.* Reversionspendel IV, 33.

*Bonnet.* Parthenogenese IV, 238.

*Borelli.* Biomechanik II, 319.

*Bose.* Konduktor III, 11.

*Böttger.* Porzellan II, 293.

*Bouguer.* Photometer II, 377. Gradmessung II, 386. Ablenkung des Lotes II, 389.

*Boyle.* Boyle-Mariotte'sches Gesetz II, 177. Begründung der Chemie als Wissenschaft II, 188, 189. Entstehung der Mineralien II, 307.

*Bradley, J.* Aberration II, 391.

-- *R.* Zwitterblüten III, 80.

*Brahmagupta.* Bruchrechnung I, 45.

*Brand.* Entdeckung des Phosphors II, 181, 308.

*Brandes.* Meteorite III, 261.

*Branly.* Branly'sche Röhre IV, 385.

*Bravais.* Kristallstruktur IV, 280.

*Brewster.* Stereoskop IV, 62. Kristalloptik IV, 283. Absorption des Lichtes IV, 308.

*Brown.* Zellkern IV, 157, 163.

*Brücke.* Reizbewegungen IV, 212. Sinnpflanze IV, 213. Saftsteigen IV, 215. Elementarorganismen IV, 215. Farbenwechsel des Chamäleons IV, 224. Chromatische Funktion IV, 225 bis 227.

*Brunfels.* Neubegründung der Botanik I, 353.

*Buch, L. v.* Vulkanismus III, 337. Findlingsblöcke III, 388. Strandlinien III, 388. Reihenvulkane III, 389. Hebungstheorie III, 389.

*Buckle.* Geschichte IV, 410.

*Buffon.* Entstehung der Planeten II, 408. Erdgeschichte II, 409. Einheit der Organisation III, 376. System IV, 242.

*Bunsen.* Kakodylreihe IV, 132-136. Geisertheorie IV, 133. Cyanverbindungen IV, 132. Spektroskop IV, 312. Spektralanalyse IV, 312-323. Rubidium und Cäsium IV, 321. Photochemische Untersuchungen IV, 331 bis 336.

*Bürgi.* Erfindung der Logarithmen II, 117.

*Buys-Ballot.* Dopplers Prinzip IV, 59.

C.

*Caesalpin.* Pflanzensystem II, 198. Urzeugung III, 105.

*Caesar.* Kalenderreform I, 168.

*Cailletet.* Verflüssigung der Gase IV, 51.

*Camerarius.* Sexualität der Pflanzen II, 343, 348-352.

*Camper.* Begründung der Anthropologie III, 384.

*Cannizzaro.* Theorie der organischen Verbindungen IV, 143.

*Cardanus.* Kompaß I, 235. Cardanische Formel II, 139.

*Carlisle.* Elektrolyse III, 212.

*Carnot, Sadi.* Wärme und Arbeit III, 271. IV, 182. Wärmetheorie III, 278. Kreisprozeß III, 279.

*Cassini, Dominique.* Rotationszeiten II, 288. Saturnmonde II, 289. Zodiakallicht II, 289.

*Cassiodor.* Enzyklopädie der freien Künste I, 220.

*Cato.* Landwirtschaft I, 182.

*Cauchy.* Integration von Differentialgleichungen III, 132. Wellentheorie III, 277. Doppelbrechung IV, 57.

*Cavalieri.* Geometrie der Indivisibilien II, 152.

*Cavendish.* Synthese des Wassers III, 165. Erddichte IV, 278. Salpetersäure aus Luft IV, 405.

*Celsius.* Thermometer III, 43.

*Chamisso.* Korallen IV, 174. Salpenketten IV, 238.

*Charles.* Luftballon III, 282.

*Charpentier.* Gletscher IV, 275.

*Chevrenil.* Fette IV, 137.

*Chladni.* Akustik II, 382. Klangfiguren II, 383. Grenze der Hörbarkeit II, 385. Meteorite III, 258-260. Entstehung der Weltkörper III, 259.

*Claude Bernard.* Sekretion IV, 223.

*Clausius.* Mechanische Wärmetheorie IV, 195-197. Kinetische Gastheorie IV, 199. Elektrolytische Dissoziation IV, 370.

*Clusius.* Tiere und Pflanzen neu entdeckter Länder I, 350. Leben II, 194. Neue Arten II, 195.

*Colding.* Wärmeäquivalent IV, 189.

*Columbus.* Deklination I, 330.

*Condamine.* Gradmessung II, 386.

*Corti.* Cortisches Organ IV, 375.

*Coulomb.* Torsion III, 27. Reibungskoeffizient III, 27. Drehwage III, 28. Grundgesetze der Elektrizität und des Magnetismus III, 30. Elektrische Verteilung III, 31.

*Couper.* Strukturchemie IV, 287.

*Cramer.* Determinanten III, 299.

*Cronstedt.* Mineralchemie II, 400.

*Crookes.* Thallium IV, 323. Helium IV, 324.

*Cullen, W.* Verdunstungskälte III, 51.

*Cunaeus.* Leydener Flasche III, 9.

*Curie.* Radioaktivität IV, 422.

*Cuvier.* Paläontologie II, 422. Lebenslauf III, 377. Paläontologische Untersuchung III, 378. Vergleichende Anatomie III, 379. Cuviers System III, 381. Katastrophentheorie III, 385. Prinzip der Korrelation III, 386.

D.

*Daguerre.* Photographie IV, 325.

*Dalton, John.* Konstanz der Gewichtsverhältnisse III, 178. Gesetz von den Multiplen III, 179. Atomistische Hypothese III, 180. Chemische Zeichensprache III, 181. Thermisches Verhalten der Gase III, 269. Absorption der Gase III, 292. Spannkraft der Gase und Dämpfe III, 293. Ausdehnungskoeffizient der Gase IV, 45. Chlorknallgas IV, 331.

*Daniell.* Konstantes Element IV, 103.

*Dante.* Göttliche Komödie I, 290.

*Darwin, Ch.* Korallenbauten IV, 174. Biographisches IV, 251. Theorie der natürlichen Zuchtwahl IV, 253-256. Fossile Arten IV, 254. Abstammung des Menschen IV, 257. Bastardbildung IV, 261.

*Darwin, E.* Zoonomie IV, 252.

*Daubrée.* Geologisches Experiment IV, 270. Gebirgsbildung IV, 271. Mineralsynthese IV, 284.

*Davy.* Chlor III, 173. Leben III, 213. Lachgas III, 213. Elektrolyse der Alkalien III, 215. Kalium, Natrium III, 216. Elektrolyse der alkalischen Erden III, 218. Ammoniak III, 219. Kontakttheorie III, 220. Bogenlicht III, 221; IV, 401. Sicherheitslampe III, 221. Leitungsvermögen III, 222. Wärme und Bewegung III, 268. Chlor III, 295.

*Deacon.* Chlorgewinnung IV, 395.

*Decandolle, A. P.* Morphologie der Pflanzen III, 354. Pflanzensystem III, 356. Pflanzenphysiologie III, 372. Ernährung der Pflanzen III, 374.

*De Dominis.* Farbentheorie II, 223. Regenbogen II, 225.

*Delalande.* Sonnenparallaxe II, 388.

*De la Rive.* Bogenlicht III, 221. IV, 401. Kontakttheorie IV, 90.

*Delisle.* Kartographie II, 397.

*Demokrit.* Atome I, 57. Empfindungen I, 57. Anfänge der Botanik I, 77. Anfänge der Zoologie I, 78.

*De Romas.* Atmosphärische Elektrizität III, 20.

*Desargues.* Synthetische Geometrie III, 122.

*Descartes.* Kältemischung II, 77. Brechungsgesetz II, 128. Analytische Geometrie II, 140. Tangentenaufgabe II, 141. Fortpflanzung des Lichtes II, 246. Farbentheorie II, 258. Maß der Kraft II, 276. Kosmologie II, 303. Blutbewegung II, 317. Gewitter III, 15. Philosophie IV, 408.

*Desmarest.* Vulkanische Gesteine II, 407.

*Dewar.* Kondensation der Gase IV, 416.

*Diderot.* Aufklärungsperiode II, 365.

*Dionysius.* Schrift »Über die Natur« I, 215.

*Diophant.* Arithmetik I, 209. Kubische Gleichungen I, 210. Allgemeine Zahlen I, 210.

*Dioskorides.* Arzneimittellehre I, 180, 181. Chemische Kenntnisse I, 187.

*Döbereiner.* Triaden III, 290. IV, 299. Diffusion IV, 40. Platinmetalle IV, 300. Feuerzeug IV, 392.

*Dollond.* Achromatische Linsen II, 363.

*Donders.* Schematisches Auge IV, 228.

*Doppler.* Dopplers Prinzip IV, 58.

*Dove.* Isanomalen III, 320. Barisches Windgesetz III, 321.

*Draper.* Photochemische Messungen IV, 331. Assimilation IV, 336.

*Drebbel.* Thermoskop II, 75.

*Dubois Reymond.* Lebenskraft IV, 154, 236. Tierische Elektrizität IV, 235. Nervenstrom IV, 236.

*Du Fay.* Positive und negative Elektrizität III, 8.

*Dulong.* Atomwärme IV, 144, 330.

*Dumas.* Dampfdichtebestimmung IV, 56. Typentheorie IV, 139. Theorie der organischen Verbindungen IV, 143.

*Dürer.* Perspektive III, 20.

*Von Dusch.* Gärung IV, 202.

*Dutrochet.* Osmose IV, 39. Sinnpflanze 208-212. Reizbewegungen IV, 209. Zellentheorie IV, 210.

E.

*Edison.* Glühlampe IV, 402.

*Ehrenberg.* Expeditionen IV, 172. Mikroorganismen IV, 172. Mikrogeologie IV, 173, 274. Infusorien IV, 236.

*Empedokles.* Lehre von den Elementen I, 55. Natur der Pflanze I, 56. I, 76 u. 77.

*Encke.* Kometenforschung IV, 34. Himmelskarten IV, 35. Sonnenparallaxe IV, 36. Doppelsternbahnen IV, 36.

*Erasistratus.* Anfänge der Anatomie I, 163.

*Erasmus von Rotterdam.* Humanismus und Scholastik I, 296.

*Eratosthenes.* »Erdbeschreibung« I, 138-139. Gradmessung I, 139-141; IV, 11.

*Erman.* Trockensäule III, 209.

*Eudemus.* Geschichte der griechischen Mathematik I, 62.

*Eudoxus.* Sphärentheorie I, 94. Epizyklentheorie I, 190.

*Euklid.* Leben I, 132. »Elemente« I, 132. Goldener Schnitt I, 133. Polyeder I, 133. Kegelschnitte I, 134. Optik I, 136-138. Akustik I, 138. Arabische Mathematik I, 233.

*Euler, Leonhard.* Trägheitsmoment II, 267. Leben II, 358. Variationsrechnung II, 359. Gezeiten II, 360. Längenbestimmung II, 361. Akustik II, 361. Wellentheorie des Lichtes II, 362. Chromatische Abweichung II, 363. Kartographie II, 396. Trigonometrie II, 397. Infinitesimalrechnung II, 398. Elektrizitätstheorie III, 14. Elliptische Funktionen III, 133. Wesen der Wärme III, 264.

*Eustachio.* Neubegründung der Anatomie I, 364.

F.

*Fabricio* ab Acquapendente. Venenklappen I, 367; II, 315.

*Fabricius.* Sonnenflecken II, 20, 21.

*Fahrenheit.* Thermometer III, 39. Siedepunkte III, 40. Überkaltung III, 41.

*Fallopio.* Neubegründung der Anatomie I, 364.

*Faraday.* Leben IV, 69. Chlorstickstoff IV, 70. Verflüssigung von Gasen IV, 71. Galvanische Induktion IV, 72. Magnetische Induktion IV, 73. Erklärung des Rotationsmagnetismus IV, 75. Induktion durch den Erdmagnetismus IV, 77. Nachweis des Extrastroms IV, 79. Selbstinduktion IV, 81. Entladung durch Gase IV, 82. Elektrizitätsarten IV, 84. Voltaelektrometer IV, 87. Elektrolytisches Grundgesetz IV, 88. Theorie des galvanischen Stromes IV, 89. Magnetisierung des Lichtes IV, 92. Diamagnetismus IV, 94. Natur des Diëlektrikums IV, 95. Benzol IV, 130. Tierische Elektrizität IV, 235. Regelation IV, 277. Elektrotonischer Zustand IV, 387.

*Favre.* Thermochemie IV, 348.

*Fechner.* Ohmsches Gesetz IV, 101. Psychophysisches Grundgesetz IV, 233, 409.

*Feddersen.* Oszillationen IV, 380.

*Felici.* Theorie der Induktion IV, 111.

*Fermat, Pierre.* Analytische Geometrie II, 142. Maxima- und Minimaaufgaben II, 143. Prinzip der geringsten Wirkung II, 144-147. Zahlentheorie II, 147. Wahrscheinlichkeitsrechnung II, 147.

*Fizeau.* Geschwindigkeit des Lichtes IV, 65.

*Flavio Gioja.* Bussole I, 234.

*Fontana.* Eudiometer III, 283.

*Foucault.* Geschwindigkeit des Lichtes IV, 67.

*Fourier.* Gleichungen III, 131.

*Fracastoro.* Versteinerungen I, 346.

*Frankland.* Metallorganische Verbindungen IV, 141. Valenztheorie IV, 144.

*Franklin.* Franklinsche Tafel III, 10. Elektrizitätstheorie III, 14. Leben III, 15. Atmosphärische Elektrizität III, 16. Blitzableiter III, 18. Spitzenwirkung III, 19.

*Fraunhofer.* Biographisches IV, 309. Achromatische Linsen II, 364. Fraunhofersche Linsen III, 273. IV, 308. Heliometer IV, 29. Farbenzerstreuung IV, 309. Sonnenspektrum IV, 310.

*Fresnel.* Interferenz III, 276.

*Friedrich II.* Über die Jagd mit Vögeln I, 239.

*Fuchs.* Neuere Botanik I, 356.

*Füchsel.* Leitfossilien II, 406. Geologische Profile II, 406.

*Fulton.* Dampfschiff III, 37.

G.

*Gadolin.* Kristallgruppen IV, 281.

*Galen.* Anatomie und Physiologie I, 177. Pneuma I, 178. Kreislauf des Blutes I, 178. Nervensystem I, 178-180. Diätetik I, 180. Arzneipflanzen I, 182.

*Galilei.* Fernrohr II, 10. Leben II, 16, 17. Jupitertrabanten II, 19. Sonnenflecken II, 20. Bibel und Kirche II, 22, 23. Dialog II, 24. Kopernikanisches System II, 24-26. Entstehung des Sonnensystems II, 26. Weltbild II, 27. Neue Sterne II, 28. Beharrungsvermögen II, 29. Fixsternsphäre II, 30. Gezeiten II, 31. Inquisitionsprozeß II, 33, 34. Längenbestimmung II, 35, 36. Kohäsion II, 38. Wägung der Luft II, 39. Fallbewegung II, 40-45. Erhaltung der Energie II, 46. Pendel II, 47-48. Uhr II, 49, 263. Wurf II, 52. Prinzip der virtuellen Geschwindigkeiten II, 55. Stoß II, 57, 58. Festigkeit II, 59-61. Mechanik der Flüssigkeiten II, 62, 63. Mechanik der Gase II, 64. Thermoskop II, 65. Konsonanz und Dissonanz II, 67. Lichtgeschwindigkeit II, 68. Magnetismus II, 69. Schriften II, 70. Rückblick IV, 20.

*Galle.* Entdeckung des Neptun IV, 28.

*Galvani, A.* Froschschenkelversuch III, 190. Lebenslauf III, 191. Elektrizität durch Berührung III, 193.

*Gärtner, J.* Früchte und Samen III, 352. Bastardbildung IV, 260.

*Gassendi.* Korpuskulartheorie II, 252.

*Gauß, C. F.* Biographisches III, 296. Theorie der Gleichungen III, 297. Zahlentheorie III, 297. Planetoiden III, 249, 297. Methode der kleinsten Quadrate III, 298. Theoria motus III, 298. Determinanten III, 299. Theorie der Flüssigkeiten III, 300. Potentialtheorie III, 300, 305. Niveauflächen III, 306. Kraftlinien III, 305. Erdmagnetismus III, 307. Absolutes Maßsystem III, 309. Magnetische Einheit III, 310. Magnetische Observatorien III, 311. Magnetometer III, 312. Kartographie III, 313. Geodätische Dreiecke III, 314. Heliotrop III, 315. Triangulation III, 316. Logarithmen III, 316. Werke III, 317. Brechung des Lichtes IV, 228. Telegraphie IV, 398.

*Gay-Lussac, L. J.* Chlor III, 173. Thermodynamik III, 270. Leben III, 282. Luftfahrten III, 283. Ausdehnungskoeffizient der Gase III, 285; IV, 45. Volumgesetz III, 287. Alkalien III, 288; IV, 119. Jod III, 289. Schwefelsäure III, 290. Cyanverbindungen III, 290. Gärung III, 291. Ausdehnungskoeffizient der Gase IV, 45; III, 285. Dampfdichtebestimmung IV, 55. Cyan IV, 119.

*Geber.* Seine Person I, 248. Pseudo-Gebersche Schriften I, 249-251.

*Geißler.* Quecksilberluftpumpe IV, 49. Geißlersche Röhren IV, 421.

*Gerbert* (*Sylvester II*). Arabische Ziffern I, 262.

*Gerhard von Cremona.* Übersetzung des Almagest I, 262.

*Gerhardt.* Typentheorie IV, 139.

*Geßner.* Versteinerungen I, 346. Leben I, 356. Naturgeschichte der Pflanzen und Tiere I, 357-361. Spielarten I, 357. Tierfabeln I, 359. Anatomie I, 360.

*Gilbert.* Leben II, 85. Magnetismus II, 86. Elektrizität II, 87. Erdmagnetismus II, 88. Kosmischer Magnetismus II, 89, 90. Armierte Magnete II, 91.

*Giordano, Bruno.* Fixsterne sind Sonnen I, 325.

*Girard.* Bildungsgesetz der Gleichungen II, 139.

*Gladstone.* System der Elemente IV, 301.

*Glauber.* Salz- und Salpetersäure II, 185. Chemische Verwandtschaft II, 187.

*Gleditsch.* Befruchtung einer Palme III, 81.

*Göpel.* Periodische Funktionen III, 135.

*Göppert.* IV, 273.

*Göthe.* Metamorphosenlehre III, 358.

*Graaf, de.* Graafsche Follikel III, 391.

*Gräbe.* Naphtalinformel IV, 294. Alizarin IV, 397.

*Graham.* Kompensationspendel II, 361. Diffusion IV, 40. Osmose IV, 42. Dialysator IV, 42. Kolloide IV, 43. Palladiumwasserstoff IV, 44. Basizität der Säuren IV, 129.

*Gralath.* Elektrische Batterie III, 10.

*Gramme.* Dynamomaschine IV, 404.

*Green.* Potentialfunktion III, 303. Satz von Green III, 303.

*Gregory.* Spiegelteleskop II, 217.

*Grew.* Zellen und Zellengewebe.

*Grey.* Fortleitung der Elektrizität III, 8. Isolierschemel III, 9.

*Grieß.* Azofarbstoffe IV, 397.

*Grimaldi.* Beugung II, 81. Wellentheorie II, 82. Interferenz II, 83. Körperfarben II, 83. Beugung des Lichtes II, 226.

*Grotthuß.* Theorie der Elektrizität IV, 367-369.

*Grummert.* Funken im Vakuum III, 13.

*Guericke, Otto von.* Thermoskop II, 74. Influenz II, 91. Elektrisiermaschine II, 91, 92. Luftpumpe II, 166-175. Leben II, 166. Wasserbarometer II, 172, 173. Wägung der Luft II, 174. Versuche im Vakuum II, 175. Schall im Vakuum II, 176. Elektrische Abstoßung III, 6. Rückblick IV, 19.

*Guettard.* Geologie II, 407. Geognostische Karte II, 407.

*Guglielmini.* Fallversuche III, 262.

*Gülcher.* Thermosäule III, 239.

*Guldberg.* Dissoziation IV, 351. Reaktionsgeschwindigkeit IV, 360. Chemisches Gleichgewicht IV, 361.

*Guldin.* Guldinsche Regel II, 153.

H.

*Haber.* Ammoniaksynthese IV, 420.

*Häckel.* Gastrula IV, 249. Gasträatheorie IV, 258.

*Hadley.* Spiegelsextant II, 218.

*Hales.* Tierische Wärme III, 53. Statik der Gewächse III, 71. Bewegung des Pflanzensaftes III, 73. Transpiration III, 74. Wurzeldruck III, 75. Chemie der Gase III, 77. Pneumatische Wanne III, 77. Tierphysiologie III, 78. Trockne Destillation III, 78. Atmosphärische Luft III, 79.

*Hall.* Geologisches Experiment II, 418; IV, 270.

*Haller.* Evolutionstheorie III, 106. Medizin und Physiologie III, 111. Experiment am lebenden Tier III, 111. Irritabilität III, 112. Auge III, 112. Gefäßsystem III, 113. Entwicklungsgeschichte III, 114.

*Halley.* Fixsternkatalog II, 281. Kometen II, 282. Meteore II, 283. Höhenformel II, 283. Logarithmen II, 285. Sozialstatistik II, 286. Deklinationskarte II, 286. Nordlicht II, 287. Sonnenparallaxe II, 387. Thermometrie III, 38.

*Ham.* Entdeckung der Samenfäden II, 338.

*Harrison, John.* Chronometer II, 361.

*Hartmann.* Inklination I, 331; II, 88.

*Harvey.* Kreislauf des Blutes II, 315. Urzeugung oder Entwicklung II, 327. Urzeugung III, 106.

*Hausen.* Elektrisiermaschine III, 11.

*Hausmann.* Gletscher IV, 275.

*Hauy.* Rationalität der Axenabschnitte III, 341.

*Hawksbee.* Glaselektrisiermaschine III, 7.

*Hefner-Alteneck.* Dynamomaschine IV, 404.

*Hehn.* Kulturpflanzen und Haustiere I, 183.

*Helmholtz.* Biographie IV, 190. Spannkraft IV, 191. Erhaltung der Kraft IV, 192. Kraftvorrat des Sonnensystems IV, 194. Flüssigkeitsbewegungen IV, 373. Luftschwingungen IV, 373. Klangfarbe IV, 374. Augenspiegel IV, 376. Ophthalmometer IV, 377. Physiologische Optik IV, 378. Galvanische Kette IV, 389. Erkenntnistheorie IV, 408. Elementarquanten der Elektrizität IV, 425.

*van Helmont.* Alchemie I, 339. Chemie der Gase II, 180. Stein der Weisen II, 181. Vermeintliche Umwandlung von Wasser in Erde II, 183.

*Henry, W.* Absorption der Gase III, 292.

*Herakleides Pontikos.* Heliozentrisches System I, 72-75; I, 141.

*Hering.* Gedächtnis IV, 234.

*Herodot.* Gnomon I, 27. Ägyptische Ärzte I, 35.

*Heron.* Feuerspritze I, 149, 154. »Pneumatik« I, 150. »Mechanik« I, 150. Dampfkugel I, 151. Heronsball I, 152. Heber I, 152. Natur der Luft I, 152. Automaten I, 153. Die fünf Potenzen I, 155. Flaschenzug I, 156. Feldmeßkunst I, 157, 159. Winkelmeßapparat I, 158. Tunnelaufgabe I, 160. Markscheidekunst I, 161. Katoptrik I, 162.

*Herophilus.* Anfänge der Anatomie I, 163.

*Herschel, F. W.* Leben III, 249. Uranus III, 250. Teleskop III, 251. Sonne III, 252. Sonnenbewegung III, 253. Nebelflecke III, 254-256. Ultraroter Teil des Spektrums III, 281. Rückblick IV, 23.

*Herschel, John.* Nebelflecke III, 255.

*Hertz.* Elektrische Strahlen IV, 382 bis 385.

*Hesiod.* Weltentstehungslehre I. 54.

*Hess.* Thermochemische Untersuchungen IV, 345-348.

*Hessel.* Symmetriearten IV, 279. Isomorphe Mischungen IV, 284.

*Hevel, Johann.* Leben II, 133. Mondkarten II, 134. Kometographie II, 134.

*Hildegard.* Vier Bücher »Physica« I, 261.

*Hipparch.* Sehnentafel I, 144. Fixsternverzeichnis I, 146. Vorrücken der Äquinoktialpunkte I, 146. Jahreslänge I, 147. Parallaxe I, 147. Entfernung des Mondes I, 147; IV, 12. Geographische Ortsbestimmung I, 148. Bewegung der Sonne I, 190. Vorrücken (Präzession) der Äquinoktialpunkte I, 193.

*Hippokrates von Chios.* Satz über die Lunulae I, 64. Delisches Problem I, 65.

*Hippokrates aus Kos.* Anfänge der Heilkunde I, 79.

*His.* Entwickelungsmechanik IV, 259.

*Hittorf.* Theorie der Elektrizität IV, 369. Wanderung der Jonen IV, 370. Kathodenstrahlen IV, 421.

*von Hoff.* Veränderungen der Erdoberfläche IV, 168.

*Hofmann.* Alkylverbindungen IV, 141. Teerfarben IV, 395.

*Hofmeister.* Gruppen des Pflanzenreichs IV, 246. Generationswechsel IV, 247.

*Hooke.* Verbrennungstheorie II, 190. Spiegelteleskop II, 217. Farben dünner Blättchen II, 227, 228. Versteinerungen II, 304. Mikroskop II, 318. Pflanzenzellen II, 340.

*Horstmann.* Dissoziation IV, 350.

*Huggins.* Linienverschiebung IV, 324, 430.

*Humboldt, A. v.*, Elektrolyse III, 211. Eudiometrische Untersuchungen III, 284. Intensität der magnetischen Kraft III, 308. Isothermen III, 319. Lebenslauf III, 322. Galvanismus III, 323. Forschungsreisen III, 325, 329. Reisewerk III, 328. Kosmos III, 329. Geographie der Pflanzen III, 332. Vegetationsformen III, 335. Pflanzenregionen III, 335. Vulkanismus III, 337. Erdbeben III, 338. Reihenvulkane III, 389.

*Hume.* Erkenntnistheorie IV, 408.

*Hunter.* Elektrisches Organ III, 24.

*Hutten.* Humanismus und Scholastik I, 296.

*Hutton.* Dichte der Erde II, 390. Geologische Ansichten II, 418.

*Huxley.* Keimblätter IV, 249.

*Huygens.* Luftfernrohr II, 224. Leben II, 244. Saturnringe II, 245. Wellentheorie II, 246. Materie und Äther II, 248, 249. Huygenssches Prinzip II, 250-252. Doppelbrechung II, 253 bis 255. Polarisation II, 256, 257. Pendeluhr II, 259-262. Cykloidenpendel II, 262. Länge des Sekundenpendels II, 263. Unruhe II, 263. Beschleunigung II, 264. Schwingungsmittelpunkt II, 265, 266. Erhaltung der Kraft II, 267. Zentrifugalkraft II, 268. Zentrifugalpendel II, 269. Erdabplattung II, 270. Stoß II, 274. Tautochrone II, 355.

J.

*Jablochkoff.* Bogenlicht IV, 401.

*Jacobi, K. G. J.* Elliptische Funktionen III, 133. Thetafunktionen III, 134. Determinanten III, 299.

*Jacobi, M. H. v.* Galvanoplastik IV, 400.

*Jansen, Zacharias.* Mikroskop II, 8.

*Jellet.* Chemisch-optische Untersuchungen IV, 339-345.

*Ibn Alawwâm.* Landwirtschaft I, 255.

*Ibn al Haitam* (Alhazen). Optik I, 239-243. Anatomie des Auges I, 240. Brechung des Lichtes I, 241. Höhe der Atmosphäre I, 242.

*Ibn Bathuthas.* Reisewerk I, 255.

*Ibn Junis.* Astronomische Tafeln I, 232.

*Ibn Roschd* (Averroes). Übersetzt den Aristoteles I, 238, 254.

*Ibn Sina* (*Avicenna*). Medizinische Kenntnisse in seinem »Kanon« I, 238. Kommentiert Galens Schriften I, 255.

*Ingenhouß.* Assimilation und Atmung III, 365.

*Joule.* Joulesches Gesetz IV, 103. Mechanisches Wärmeäquivalent IV, 186-189.

*Isidor von Sevilla.* Enzyklopädie der Wissenschaften (»Origines«) I, 221.

*Jungius, Joachim.* Botanische Terminologie II, 199. Pflanzensystem II, 200. Leben II, 210. Urzeugung III, 106.

*Jussieu, A. L. de.* Pflanzensystem III, 351.

*Jussieu, B. de.* Pflanzensystem III, 351.

K.

*Kant.* Geologie II, 404. Kant-Laplacesche Hypothese III, 246. Saturnringe III, 247. Flutwelle III, 248. Philosophie IV, 408.

*Karl der Große.* Capitulare de villis I, 260.

*Kater.* Reversionspendel IV, 33.

*Kazwini, Al.* Mineralogische Kenntnisse I, 252-253. Zoologische Kenntnisse I, 254.

*Kekulé.* Valenztheorie IV, 145. Benzoltheorie IV, 285. Aromatische Verbindungen IV, 289. Benzolformel IV, 290.

*Kepler.* Fernrohr II, 10-13. Gregorianischer Kalender II, 97. Leben II, 101. Astrologie II, 102, 103. Konstruktion der Planetensphären II, 104 bis 106. Bewegungen des Mars II, 115. Rudolfinische Planetentafeln II, 116. Gesetze der Planetenbewegung II, 117-119. Sonnenflecken II, 120. Kometen II, 121. Traum vom Monde II, 122. Keplers Werke II, 123. Optische Untersuchungen II, 124-133. Theorie des Sehens II, 130. Doliometrie (Faßberechnung) II, 149. Kubaturen II, 150. Isoperimetrische Probleme II, 151. Rückblick IV, 18.

*Kienmayer.* Amalgam III, 11.

*Kircher, Athanasius.* Leben und Werke I, 334. Fluoreszenz und Phosphoreszenz I, 335. Chamaeleon I, 335. Magnetismus I, 336. Ansichten über das Erdinnere II, 302. Chamaeleon IV, 224.

*Kirchhoff.* Mechanische Wärmetheorie IV, 200. Spektroskop IV, 312. Spektralanalyse IV, 312-323. Emission und Absorption IV, 317. Sonnenatmosphäre IV, 319. Rubidium und Cäsium IV, 321. Sonnenspektrum IV, 327.

*Kisa.* Das Glas im Altertum I, 34.

*Klaproth.* Mineralchemie II, 401. Mineralanalyse III, 342. Neue Elemente III, 348. Kristalloptik III, 349.

*Kleist, v.* Leydener Flasche III, 9.

*Knorr.* Paläontologie II, 420.

*Knight, Th. A.* Geotropismus III, 360. Hydrotropismus III, 362. Mechanik des Rankens III, 363. Heliotropismus III, 364. Richtungsbewegungen IV, 212.

*Koch.* Kontagien IV, 148.

*Kolbe.* Theorie der organischen Verbindungen IV, 142.

*Kölreuter.* Anatomische Grundlagen der Sexualtheorie III, 83. Befruchtung III, 84. Bastardierungsversuche III, 85. Verwandlung einer Art III, 87. Bastardierung bei Tieren III, 88. Bestäubung durch den Wind III, 89. Blumen und Insekten III, 90. Bastardbildung IV, 260.

*Kopp.* Physikalische Chemie IV, 329. Siedepunkte IV, 330.

*Koppernikus.* Leben I, 315. »Kreisbewegungen« I, 317. Vorläufer I, 319. Weltsystem I, 320-324. Entfernung der Fixsterne I, 322. Größe von Sonne und Mond I, 323. Aufnahme seiner Lehre I, 324. Rückblick IV, 12, 17.

*Körner.* Bestimmung des chemischen Ortes, IV, 291-293. Pyridinformel IV, 294.

*Kowalevsky.* Gastrula IV, 249. Keimblätter IV, 250. Urwirbeltier IV, 257.

*Krönig.* Kinetische Gastheorie IV, 198.

*Ktesibios von Alexandrien.* Vorläufer Herons I, 150. Uhren I, 196.

*Kunkel.* Entdeckung des Phosphors II, 182, 308.

L.

*Lactantius.* Gegner der Atomisten I, 215.

*Ladenburg.* Koniinsynthese IV, 295.

*Lagrange.* Leben II, 368. Theorie der Gleichungen II, 370. Maxima und Minima II, 371. Problem der drei Körper II, 374. Kartographie II, 374. Attraktionsaufgaben III, 301. Polarkoordinaten III, 301.

*Lamarck.* Artenbildung IV, 243. Übergangsformen IV, 244, 250.

*Lambert.* Leben II, 375. Photometrie II, 376; III, 45. Photometer II, 380. Kometenbahnen II, 394. Kartographie II, 395. Luftthermometer III, 44. Absoluter Nullpunkt III, 45. Hygrometer III, 46. Theorie des Himmels III, 247.

*Laplace.* Eiskalorimeter III, 55. Spezifische Wärmen und Verbrennungswärmen III, 57. Mechanik der Atome III, 116. Leben III, 241. Problem der drei Körper III, 242. Theorie der Störungen III, 242. Schriften III, 243. Gezeiten III, 244. Isorachien III, 244. Weltsystem III, 244. Kant-Laplacesche Hypothese III, 245. Theorie der Flüssigkeiten III, 300. Laplacesche Gleichung III, 302.

*Lavoisier.* Verbrennungswärme III, 54. Eiskalorimeter III, 55. Spezifische Wärmen und Verbrennungswärmen III, 57. Lebensgang III, 157. Ursache der Verkalkung III, 158. Analyse der Luft III, 159. Sauerstoff III, 160. Oxydation der Nichtmetalle III, 161. Phosphoroxyd III, 162. Sauerstoff und Säuren III, 163. Salpetersäure III, 163. Atmung III, 164. Natur des Wassers III, 165. Antiphlogistische Theorie III, 165. Erhaltung des Stoffes, Chemisches Element III, 166. Eudiometer III, 283. Theorie der Säuren III, 294. Elementaranalyse IV, 119. Radikale IV, 119.

*Layard.* Keilschrifttafeln I, 13.

*Le Bel.* Stereochemie IV, 299.

*Leblanc.* Sodagewinnung IV, 391, 395.

*Lecoq de Boisbaudran.* Gallium IV, 306, 323.

*Ledermüller.* Bestäubung und Befruchtung III, 91. Aufgußtierchen III, 102.

*Leeuwenhoek.* Monographie über den Gips II, 306. Entdeckung der Aufgußtierchen II, 335. Bazillen II, 336. Hefe II, 336. Mikroskopie und Anatomie II, 337. Muskelbau II, 338. Anatomie der Pflanzen II, 341.

*Legendre.* Elliptische Funktionen III, 134. Kugelfunktionen III, 135. Methode der kleinsten Quadrate III, 298.

*Lehmann.* Schichtenlehre II, 405.

*Leibniz.* Idee des Aneroidbarometers II, 179. Entdeckung des Phosphors II, 182. Gründung der Berliner Akademie II, 212. Lebendige Kraft II, 275. Leben und Bedeutung II, 294. Alchemie II, 294. Akademie in Berlin II, 295. Urgeschichte der Erde II, 303. Paläontologie II, 304. Brachistochrone II, 355. Determinanten III, 299.

*Lejeune-Dirichlet.* Zahlentheorie III, 135. Fouriersche Reihen III, 136. Attraktionsprobleme III, 136. Potentialtheorie III, 136.

*Le Monnier.* Geschwindigkeit der Elektrizität III, 12. Atmosphärische Elektrizität III, 20.

*Lenz.* Wärmewirkung der Elektrizität IV, 103. Thermoelektrizität IV, 104. Grundgesetz der Induktion IV, 105. Stärke der Induktionsströme IV, 106.

*Leonardo von Pisa.* Liber Abaci I, 262, 263.

*Leuckart.* Radiärtiere IV, 237.

*Leukipp.* Atome I, 57.

*Leverrier.* Entdeckung des Neptun IV, 28.

*Libavius.* Alchemie II, 184, 185. Probierkunst II, 185.

*Lichtenberg.* Staubfiguren II, 383.

*Lieberkühn.* Mikroskopie und Anatomie III, 115.

*Liebermann.* Alizarin IV, 397.

*Liebig.* Leben IV, 122. Benzoësäure IV, 120. Knallsilber IV, 123. Laboratorium IV, 124. Chemische Briefe IV, 125. Isomerie IV, 126. Azidität der Säuren IV, 129. Stoffwechsel der Pflanzen IV, 147. Stoffwechsel der Tiere IV, 148. Lebenskraft IV, 154.

*Link.* Pflanzenanatomie IV, 155.

*Linné.* Mineralogie II, 399. Leben III, 61. Schriften III, 62. System III, 63-66. Natürliche Gruppen III, 67. Binäre Nomenklatur, Artbegriff III, 68. Sexualität III, 82. Pflanzenbastarde III, 86. Kryptogamen III, 106. Pflanzenanatomie IV, 155. Artbegriff IV, 242. Stellung des Menschen im System IV, 257.

*Lionardi da Vinci.* Leben I, 300. Anfänge der Dynamik I, 301-302. Hygrometer I, 302. Versteinerungen I, 303. Anatomie I, 303. Astronomie I, 304. Experimente I, 304.

*Lippershey.* Fernrohr II, 9.

*Lippmann.* Farbenphotographie IV, 328.

*Listing.* Reduziertes Auge IV, 229. Entoptische Erscheinungen IV, 230.

*Lobatschefsky.* Nichteuklidische Geometrie III, 129.

*Lobelius.* Anordnung der Pflanzen nach Familien II, 195.

*Locke.* Philosophie II, 207; IV, 408. Mechanische Wärmetheorie IV, 186.

*Lockyer.* Ägyptische Tempel I, 4. Helium IV, 52. Spektralanalyse IV, 323. Linienverschiebung IV, 324.

*Lomonossow.* Natur der Wärme III, 48. Korpuskulartheorie III, 117.

*Lorentz.* Elektronen IV, 389, 425.

*Luca Ghini.* Herbarien I, 363.

*Ludwig.* Sekretion der Drüsen IV, 221.

*Lukretius, Carus.* Entstehung der Lebewelt I, 79. Bildertheorie I, 184. Empfindung und Materie I, 184. Magnetismus I, 205.

*Lumière.* Kinematographie IV, 427.

*Lyell.* Aktualismus IV, 168-171. Alter des Menschengeschlechts IV, 171.

M.

*Mach.* Ballistisch-photographische Untersuchungen IV, 65. Erkenntnistheorie IV, 409.

*Magnus.* Ausdehnungskoeffizient der Gase IV, 47.

*Mago.* Landwirtschaft I, 181.

*De Maillet.* Deszendenztheorie IV, 167.

*Malpighi.* Kapillargefäße II, 316. Bau der Lunge II, 317. Bau und Funktion der Drüsen II, 321. Entwicklung der Tiere II, 332. Anatomie der Pflanzen II, 343-345. Befruchtung und Keimung II, 346.

*Malthus.* Bevölkerungslehre IV, 252.

*Malus.* Polarisation durch Reflexion III, 275.

*Meyen.* Pflanzenphysiologie III, 375.

*Marconi.* Funkentelegraphie IV, 385.

*Marco Polo.* Entdeckungsreisen I, 264.

*Marey.* Kinematograph IV, 427.

*Marggraf.* Mineralanalyse II, 310. Quantitative Analyse II, 311. Zucker II, 311. Flammenfärbung IV, 308.

*Marianini.* Induktionswirkungen der Reibungselektrizität IV, 75.

*Marinus von Tyrus.* Reiseberichte I, 201. Weltkarte I, 201.

*Mariotte.* Boyle-Mariottesches Gesetz II, 177. Höhenmessung II, 278. Hydromechanik II, 278. Stoß II, 278. Blinder Fleck II, 279. Höfe II, 280. Wärmelehre II, 280. Meteorologie II, 281. Wesen der Wärme III, 52. Pflanzenchemische Versuche III, 70.

*Maskelyne.* Dichte der Erde II, 390.

*Mattioli.* Wiederaufleben der Botanik II, 195.

*Maupertuis.* Berliner Akademie II, 213.

*Maurolykus.* Herausgeben alter Werke I, 328. Optik I, 329. Theorie des Sehens II, 131.

*Maxwell.* Elektromagnetische Theorie IV, 386-388.

*Mayer, Robert.* Wärmeäquivalent III, 271. Biographie IV, 179. Wärme und Arbeit IV, 180. Wärmeäquivalent IV, 180-182. Wesen der Kräfte IV, 183-185.

*Mayer, Tobias.* Mondtafeln II, 361; III, 242.

*Mayow, John.* Verkalkung, Verbrennung, Atmung II, 190, 191. Analyse der Luft II, 192.

*Meckel, J. F.* Anatomie III, 115. Biogenetisches Grundgesetz IV, 258.

*Megenberg, Konrad von.* Seine Quellen I, 283. Buch der Natur I, 283-286, 312.

*Melanchthon.* Verhalten gegen Koppernikus I, 325.

*Melloni.* Wärmestrahlung III, 239; IV, 68.

*Menächmos.* Kegelschnitte I, 67.

*Mendel.* Bastardierung IV, 262. Dominierende und rezessive Merkmale IV, 263. Mendelsche Regeln IV, 264.

*Mendelejeff.* Periodisches System IV, 303-306.

*Menelaos.* Sphärische Trigonometrie I, 193.

*Mercator* (*Georg Kremer*). Weltkarte in Zylinderprojektion I, 312, 327. Erdglobus I, 326. Atlas I, 327.

*Mersenne.* Briefwechsel II, 208.

*Meton.* Kalenderreform I, 69.

*Meyer, Lothar.* Periodisches System IV, 302.

-- *Victor.* Dampfdichte IV, 418.

*Michelangelo.* Anatomische Zeichnungen I, 364.

*Mill.* Logik IV, 410.

*Mitscherlich, E.* Isomorphie III, 343. Dimorphie III, 345. Physikalische Kristallographie III, 346. Mineralsynthese III, 346. Benzolderivate IV, 130-132. Sulfosäuren IV, 132.

*v. Mohl.* Protoplasma IV, 163.

*Moissan.* Fluor III, 295. Elektrischer Ofen IV, 417.

*Monge.* Darstellende Geometrie III, 119. Projektionsmethode III, 121.

*Montgolfier.* Luftballon III, 282.

*Morison.* Pflanzensystem II, 200.

*Moro.* Geologie II, 404.

*Müller.* Biographisches IV,150. Zellenlehre IV, 151. Wirbeltiere IV, 151. Spezifische Energien IV, 152. Zusammengesetzte Augen IV, 153.

*Murdoch.* Steinkohlengas IV, 394.

*Musschenbroek.* Versuche der Accademia del Cimento II, 72. Leydener Flasche III, 9. Pyrometrie III, 45.

N.

*Nägeli.* Stärke IV, 163. Kryptogamenkunde IV, 164. Zellteilung IV, 164. Gewebearten IV, 165. Mizellen IV, 166.

*Natterer.* Verflüssigung von Gasen IV, 71.

*Naumann.* Kristallographische Zeichen III, 341.

*Nemorarius, Jordanus.* Mechanik I, 337.

*Neper.* Erfindung der Logarithmen II, 117.

*Nernst.* Mechanische Wärmetheorie IV, 197.

*Neumann.* Leben IV, 107. Doppelbrechung IV, 57. Prinzip der Induktion IV, 109.

*Newcomen.* Dampfmaschine III, 35.

*Newton.* Leben II, 215. Spiegelteleskop II, 216, 217. Spiegelsextant II, 218. Spektrum II, 220-222. Farbentheorie II, 222-224, 230. Regenbogen II, 224. Emissionstheorie II, 227, 232. Newtonsche Ringe II, 229. Polarisation II, 231. Gravitation II, 234 bis 236. »Physikalische Prinzipien« II, 237, 238. Konstitution der Materie II, 239. Wirkung in die Ferne II, 241. Letzte Lebensjahre II, 242. Rückblick IV, 21. Grenze des Naturerkennens IV, 412.

*Nicol.* Nicolsches Prisma IV, 337.

*Nièpce.* Photographie IV, 325.

*Nikolaus V.* Ausbreitung des Humanismus I, 292.

*Nikolaus von Cusa.* Kosmographie I, 293. Leben I, 297. Bewegung der Erde, I, 298. Weltkarte I, 299. Messende Beobachtung I, 299.

*Nobel.* Dynamit IV, 393.

*Nobili.* Thermoelektrische Säule III, 239.

*Noë.* Thermosäule III, 239.

*Nollet.* Osmose IV, 38.

*Norman.* Inklination I, 331; II, 88.

*Nuñez von Coimbra.* Nautik I, 311. Nonius I, 311.

O.

*Oersted, H. C.* Leben III, 222. Elektrizität und Magnetismus III, 225.

*Ohm.* Leben IV, 99. Ohmsches Gesetz IV, 101.

*Olbers.* Planetoiden III, 249.

*Oldenburg.* Royal Society II, 209.

P.

*Pacinotti.* Dynamomaschine IV, 404.

*Palissy.* Neuere Geologie I, 346, 347.

*Pallas.* Durchforschung Sibiriens II, 410. Meteorite III, 258.

*Palmieri.* Induktion durch den Erdmagnetismus IV, 79.

*Pander.* Embryologie III, 390. Keimblätter III, 391.

*Papin.* Dampfmaschine III, 34.

*Pappos.* Rotationskörper I, 149. Guldinsche Regel I, 202.

*Paracelsus.* Jatrochemie I, 339. Leben I, 340. Bedeutung I, 341. Chemie und Pharmazie I, 342.

*Paré, Ambroise.* Begründung der neueren Chirurgie I, 367.

*Pascal.* Wahrscheinlichkeitsrechnung II, 147. Horror vacui II, 161. Bergexperiment II, 162. Abänderung des Torricellischen Versuches II, 163. Prinzip der virtuellen Geschwindigkeiten auf die Hydrostatik ausgedehnt II, 164. Synthetische Geometrie III, 123.

*Pasteur.* Schutzimpfung IV, 202. Keime der Luft IV, 203. Ansteckende Krankheiten IV, 204. Urzeugung IV, 205. Weinsäure IV, 296. Molekulare Asymmetrie IV, 298.

*Peltier.* Peltiers Phänomen IV, 104.

*Perkin.* Teerfarben IV, 396.

*Petit.* Atomwärme IV, 144, 330.

*Petrarka.* Erhaltung alter Schriftwerke I, 291.

*Pettenkofer.* Hygiene IV, 148. System der Elemente IV, 301.

*Peurbach.* Übersetzt den Almagest I, 305. Astronomische Instrumente I, 306.

*Peyssonnel.* Natur der Polypen III, 99.

*Pfaff.* Integration von Differentialgleichungen III, 132.

*Pfeffer.* Osmose IV, 362.

*Philolaos.* Weltsystem I, 73. Zentralfeuer I, 141.

*Philon von Byzanz.* Pneumatik I, 150. Thermoskop I, 154, 155. Saugkerze I, 155.

*Piazzi.* Planetoiden III, 249, 297.

*Picard.* Gradmessung II, 233.

*Pictet.* Strahlende Wärme III, 53. Verflüssigung der Gase IV, 51.

*Pierre d'Ailly, Alliaco.* Imago mundi I, 281, 310.

*Pixii.* Magnetelektrische Maschine IV, 86.

*Planck.* Erkenntnistheorie IV, 409.

*Platon.* Anfänge der Stereometrie I, 68. Abstände der Planeten I, 71. Gestalt der Erde I, 75.

*Plinius.* Mechanische Begriffe I, 171. Leben I, 172. »Naturgeschichte« I, 178 u. f. Ebbe und Flut I, 174. Zoologie und Botanik I, 176. Chemische Kenntnisse I, 186. Chamäleon IV, 224.

*Plücker.* Analytische Geometrie III, 128. Spektralanalyse IV, 323.

*Poisson.* Mathematische Physik III, 302. Osmose IV, 39.

*Poncelet.* Projektive Geometrie III, 123. Maschinentheorie III, 124.

*Porta, Johann Baptista.* Leben I, 329. Natürliche Magie I, 330. Dampfkraft I, 330. Deklination I, 330. Fernrohr II, 8. Theorie des Sehens II, 130, 131.

*Pouillet.* Sinusbussole IV, 101.

*Prévost.* Furchung IV, 158.

*Priestley.* Chemische Wirkung der Elektrizität III, 20. Erforschung der Gasarten III, 139. Entdeckung des Sauerstoffs III, 140. Gase und elektrische Entladungen III, 141. Phlogistische Theorie III, 142. Eudiometer III, 283.

*Proklus.* Quelle für Pythagoras I, 62.

*Proust.* Konstanz der Gewichtsverhältnisse III, 175.

*Prout.* Prouts Hypothese III, 184.

*Ptolemäos.* Begründung der Trigonometrie I, 145. Bewegung der Sonne I, 189. Epizyklentheorie I, 190-192. Almagest I, 192. Planetentafeln I, 193. Fixsternörter I, 193. Sphärische Trigonometrie I, 194. Parallaktisches Lineal I, 194. Armillen I, 195. Mauerquadranten I, 196. Länge des Jahres I, 197. »Geographie« I, 197. Stereographische Projektion I, 198. Brechungswinkel I, 203. Atmosphärische Refraktion I, 204.

*Purkinje.* Zellentheorie IV, 210.

*Pythagoras.* Philosophie I, 61.

*Pythagoreer.* Elemente der Geometrie I, 61. Regelmäßige Polyeder I, 63. Anfänge der Zahlenlehre I, 63. Monochord I, 90.

*Pytheas.* Forschungsreisen I, 201.

R.

*Ramsay.* Argon IV, 414.

*Raoult.* Erstarrungsgesetz IV, 330.

*Rathke.* Entwicklung der Wirbellosen III, 393.

*Ray, John.* Pflanzensystem II, 200. Systematische Zoologie II, 203, 204.

*Rayleigh.* Helium IV, 324. Argon IV, 414.

*Raymundus Lullus.* Metallverwandlung I, 282.

*Réaumur.* Thermometer III, 41. Volum der Flüssigkeitsgemische III, 42. Entwicklung der Insekten III, 103.

*Redi.* Versuche über die Zeugung II, 29.

*Regiomontan.* Leben I, 307. Ephemeriden I, 307. Trigonometrie I, 308; I, 232. Sternwarte I, 311.

*Regnault.* Ausdehnungskoeffizient der Gase IV, 47. Luftthermometer IV, 48.

*Reich.* Fallversuche III, 262. Erddichte IV, 278.

*Reis.* Telephon IV, 399.

*Renaldini.* Thermometer II, 76.

*Rey.* Verkalkung der Metalle II, 190; III, 157.

*Rhabanus Maurus.* Gestalt der Erde I, 216. Abriß der Naturkunde I, 259 (De Universo).

*Riccioli.* Freier Fall II, 79, 80. Fallversuche III, 262.

*Richer, Jean.* Pendeluhr II, 270. Zitteraal III, 23.

*Richmann.* Atmosphärische Elektrizität III, 20.

*Richter.* Stöchiometrie III, 118. Äquivalentbegriff III, 177. Neutralitätsreihen III, 177. Chemische Proportionen III, 187.

*Riemann, B.* Zahlentheorie III, 137.

*Rieß.* Säulenelektroskop III, 208. Induktionswirkungen der Reibungselektrizität IV, 75.

*Righi.* Funkentelegraphie IV, 385.

*Ritter, J. W.* Galvanische Elemente III, 207. Akkumulator III, 210. Elektrolyse III, 213.

*Rivinus.* Pflanzensystem II, 210.

*Roebuck.* Schwefelsäure IV, 394.

*Roger Bacon.* Leben I, 275. Seine Quellen I, 275. Experiment und Erfahrung I, 277. Optik I, 277. Astronomie I, 277, 278. Opus majus I, 279. Mathematik I, 280. Ausblicke I, 280. Metallverwandlung I, 281. Schießpulver I, 281.

*Romé de l'Isle.* Anlegegoniometer II, 403.

*Römer, Olaf.* Geschwindigkeit des Lichtes II, 247.

*Röntgen.* Röntgenstrahlen IV, 421.

*Roscoe.* Photochemische Untersuchungen IV, 331-336.

*Rösel von Rosenhof.* Insekten III, 102. Amöboide Bewegung III, 104.

*Rosenbusch.* Gesteinsmikroskopie IV, 269.

*Rosenhain.* Periodische Funktionen III, 135.

*Ross.* Tiefseeforschung IV, 176.

*Rössing.* Geschichte der Metalle I, 32.

*Roux.* Entwickelungsmechanik IV, 259.

*Rowland.* Sonnenspektrum IV, 320.

*Rudberg.* Ausdehnungskoeffizient der Gase IV, 46.

*Rudolphi.* Pflanzenanatomie IV, 155.

*Rumford.* Leben III, 265. Wesen der Wärme III, 265. Bohrversuch III, 266. Wärme und Arbeit III, 267.

*Rutherford.* Sonnenspektrum IV, 327. Radioaktivität IV, 415, 426.

S.

*Santi Linari.* Induktion durch den Erdmagnetismus IV, 79.

*Sars.* Strobilaform der Medusen IV, 238.

*De Saussure, H. B.* Erforschung der Alpen II, 411; IV, 275. Haarhygrometer III, 46.

-- *N. Th.* Kreislauf des Kohlendioxyds III, 367. Nährlösungen III, 369. Aschenanalysen III, 370. Atmung der Pflanzen III, 371.

*Savart.* Biot-Savartsches Gesetz IV, 97.

*Seebeck, Th. J.* Elektrizität und Magnetismus III, 225. Magnetische Felder III, 226. Dämpfung III, 227. Thermoelektrizität III, 237. Thermoelement III, 238.

*Sella.* Kristallographie IV, 283.

*Semper.* Stammesgeschichte der Wirbeltiere IV, 258.

*Senebier.* Assimilation III, 365.

*Seneca.* Naturanschauung I, 185. Erdbeben I, 185. Geologische Vorstellungen I, 186. Springfluten I, 200.

*Siemens, W.* Differentiallampe IV, 401. Dynamomaschine IV, 402. Aufgabe der Wissenschaft IV, 411.

*Silbermann.* Thermochemie IV, 348.

*Silberschlag.* Meteorite III, 258.

*Snellius.* Brechungsgesetz II, 128. Gradmessung II, 233.

*Soddy.* Radioaktivität IV, 426.

*Sohnke.* Kristallsysteme IV, 281.

*Solvay.* Sodagewinnung IV, 395.

*Sombrero.* Nitroglyzerin IV, 393.

*Sorby.* Dünnschliffe IV, 268.

*Spallanzani.* Künstliche Befruchtung III, 89. Regeneration III, 101. Urzeugung III, 105.

*Sprengel, Chr. K.* Bestäubung und Befruchtung III, 91, 95. Anpassung der Blüten III, 92. Dichogamie III, 94. Bestäubungseinrichtungen III, 96. Myrmekophylie III, 97. Windblütler III, 97.

*Sulzer.* Geschmacksversuch III, 189.

*Süß.* Gebirgsbildung IV, 272. Erdbeben IV, 273.

*Susruta.* Medizin der Inder I, 48.

*Swammerdam.* Anatomie der Insekten II, 323. Anatomische Technik II, 324. Zergliederung der Biene II, 325. Urzeugung oder Entwicklung II, 327. Wesen der Metamorphose II, 328. Selbstbefruchtung von Schnecken II, 351.

*Symmer.* Elektrizitätstheorie III, 14.

Sch.

*Scheele.* Leben III, 143. Analyse der Luft III, 144. Entdeckung des Sauerstoffs III, 145. Mangan, Chlor III, 146. Aufschließen der Silikate III, 146. Gasdiffusion III, 147. Organische Chemie III, 147. Blausäure III, 148. Strahlende Wärme III, 149. Photochemie III, 149. Qualitatives Verfahren III, 156. Photographie III, 272.

*Scheiner.* Fernrohr II, 13, 14. Sonnenflecken II, 21, 98. Vorgang des Sehens II, 98. Anatomie des Auges II, 99. Akkommodation II, 99.

*Scheuchzer.* Paläontologie II, 420.

*Schiaparelli.* Über griechische Astronomie I, 72.

*Schleiden.* Zellenlehre IV, 162.

*Schönbein.* Theorie des galvanischen Stromes IV, 91. Ozon IV, 393.

*Schönherr.* Luftsalpeter IV, 405.

*Schott, Kaspar.* Luftpumpe II, 167.

*Schröder.* IV, 202.

*Schrötter.* Roter Phosphor IV, 392.

*Schulze, J. H.* Chemische Wirkung des Lichtes III, 149; IV, 325.

*Schwann.* Zellenlehre IV, 156-160. Pepsin IV, 157. Zellbildung IV, 162. Gärung IV, 202.

*Schwendener.* Mikroskopische Technik IV, 165.

*Schwenter.* Mechanik I, 332. Optik und Wärmelehre I, 333.

St.

*St. Claire-Deville.* Diffusion IV, 44. Dissoziation IV, 349.

*Saint-Hilaire, G.* Einheit der tierischen Organisation III, 376. Artenbildung IV, 243.

*Stahl.* Phlogistontheorie II, 308, 309. Tierische Wärme III, 53.

*Steenstrup.* Generationswechsel IV, 237-241.

*Steiner, Jakob.* Leben III, 125. Neuere Geometrie III, 126. Geometrie der Kegelschnitte III, 127.

*Steno, Nikolaus.* Leben II, 297. Kristallographie II, 298. Geologie II, 299. Schichtenlehre II, 300. Geologische Perioden II, 301.

*Stephenson.* Lokomotive III, 37.

*Stevin, Simon.* Rechnen mit Dezimalbrüchen II, 136. Prinzipien des Gleichgewichts II, 155. Schiefe Ebene II, 156. Begründung der Hydrostatik II, 157, 158.

*Stöhrer.* Magnetelektrische Maschine IV, 86.

*Stoklasa.* Assimilation IV, 431.

*Strabo.* Erdbeschreibung I, 198. Vulkane I, 199. Versteinerungen I, 199.

*Sturm.* Gleichungen III, 131.

T.

*Talbot.* Photographie IV, 325.

*Tartaglia.* Anfänge der Dynamik I, 337.

*Thales.* Sonnenfinsternis I, 52. Geometrische Kenntnisse I, 53.

*Thenard.* Alkalien III, 288.

*Theophrast.* Anfänge der Botanik I, 76. Leben I, 107. »Von den Ursachen der Pflanzen« I, 108. »Naturgeschichte der Gewächse« I, 109. Pflanzengeographie I, 110. Krankheiten der Pflanzen I, 111. Sexualität I, 112. Morphologie I, 112. Bau und Entwicklung der Pflanzen I, 113. »Über die Steine« I, 114. Sexualität der Pflanzen II, 347.

*Thilorier.* Verflüssigung der Gase IV, 50, 71.

*Thomas von Aquino.* Scholastik I, 244.

*Thomsen.* Thermochemie IV, 348.

*Thomson, Benjamin.* Siehe Rumford.

-- *William* (*Lord Kelvin*) Wirbelringe IV, 373.

-- *Wyville.* Tiefseeforschung IV, 275.

*Thuret.* Fucus IV, 207.

*Thurmann.* Gebirgsbildung IV, 272.

*Timocharis.* Fixsternverzeichnis I, 146.

*Töpler.* Quecksilberluftpumpe IV, 49. Schlierenapparat IV, 63.

*Torricelli.* Dynamik der Flüssigkeiten II, 159. Erfindung des Barometers II, 160.

*Toscanelli.* Astronomische Beobachtungen I, 297. Wiederaufleben der Astronomie I, 350.

*Tournefort.* Pflanzensystem II, 201. Art- und Gattungsbegriff II, 202.

*Trembley.* Süßwasserpolyp III, 100, 104. Regeneration III, 101.

*Treviranus.* Pflanzenphysiologie III, 375. Pflanzenanatomie IV, 209.

*Troostwyk, van.* Elektrolyse des Wassers III, 21.

*Tschermak.* Theorie der Feldspäte IV, 284.

*Tschirnhausen.* Hohlspiegel und Linsen II, 291. Brennlinie II, 291. Porzellan II, 292.

*Tycho Brahe.* Leben II, 107. Neuer Stern II, 107. Quadrant II, 108. Distanzenmesser II, 109. Genauigkeit der Messungen II, 110. Azimutalquadrant II, 111. Gegner der Koppernikanischen Lehre II, 112. Tychos System II, 113. Marsbeobachtungen II, 114.

U.

*Unger.* Schwärmsporen IV, 163, 205. Phytopaläontologie IV, 175.

V.

*Vallisneri.* Geologie II, 404.

*Van der Waals.* Zustandsgleichung IV, 52.

*Van't Hoff.* Stereochemie IV, 299. Dissoziation IV, 352. Chemisches Gleichgewicht IV, 361. Theorie der Lösungen IV, 363-367.

*Varenius.* Physikalische Erdkunde I, 312.

*Varro, Marcus Terrentius.* Enzyklopädie der Wissenschaften I, 220.

*Vesal.* Leben I, 364. »Bau des menschlichen Körpers« I, 365.

*Vieta.* Buchstabenrechnung II, 138. Goniometrie II, 138.

*Virchow.* Zellularpathologie IV, 160. Zellenlehre IV, 161.

*Vitruvius.* Bauwesen und technische Mechanik I, 169. Quellenkunde I, 186, 200.

*Vogel.* Farbenphotographie IV, 328.

*Volta, A.* Leben III, 195. Elektrometer III, 196. Metalle als Elektrizitätserreger III, 197. Spannungsreihe III, 198. Kondensator III, 199. Fundamentalversuch III, 200. Spannungsreihe III, 201. Säule III, 203. Becherapparat III, 204. Polarisation III, 210.

W.

*Waage.* Reaktionsgeschwindigkeit IV, 360. Chemisches Gleichgewicht IV, 361.

*Walch.* Paläontologie II, 420.

*Wall.* Gewittertheorie III, 16.

*Wallace.* Theorie der natürlichen Zuchtwahl IV, 255.

*Wallis, John.* Arithmetik des Unendlichen II, 154. Stoß unelastischer Körper II, 273.

*Walsh.* Tierische Elektrizität III, 23.

*Watson.* Geschwindigkeit der Elektrizität III, 12.

*Watt.* Dampfmaschine III, 36. Kondensationswärme III, 37.

*Weber, Eduard.* Biophysik IV, 148.

-- *Ernst.* Biophysik IV, 148. Blutkreislauf IV, 217-220. Tastsinn IV, 230. Temperaturempfindung IV, 232. Webersches Gesetz IV, 233. Psychophysik IV, 409.

-- *Wilhelm.* Erdmagnetismus III, 307. Elektrodynamisches Grundgesetz IV,109. Tangentenbussole IV, 112. Elektrochemisches Äquivalent IV, 113. Absolute elektrische Maße IV, 114. Elektrodynamometer IV, 115. Galvanische Widerstände IV, 115. Zurückführung der elektrischen Einheit auf absolutes Maß IV, 116. Theorie der Elektrizität IV, 116. Telegraphie IV, 398. Elektrische Atome IV, 425.

*Wedgwood.* Pyrometer III, 45.

*Weiß.* Gesetz der Hemiëdrie III, 341.

*Wenzel.* Stöchiometrie III, 118. Konstanz der Gewichtsverhältnisse III, 176. Massenwirkungsgesetz IV, 353.

*Werner, A. G.* Kennzeichenlehre II, 413. Begründung der Geognosie II, 416.

*Wheatstone.* Binokulares Sehen IV, 60. Stereoskop IV, 61. Rotierender Spiegel IV, 67. Entladungsfunken IV, 379.

*Wichura.* Bastardbefruchtung IV, 260.

*Widmannstätten.* Meteoreisen III, 261.

*Wien.* Löschfunkensender IV, 386.

*Wilhelmy.* Massenwirkungsgesetz IV, 353-356. Reaktionsgeschwindigkeit IV, 356.

*Wilke, Johann Karl.* Elektrizitätsarten, Spannungsreihe III, 22. Magnetische Inklination (Karte) III, 23.

*Willdenow.* Pflanzengeographie III, 332.

*Williamson.* Ätherbildung IV, 140.

*Winkler.* Gewittertheorie III, 16.

*Winkler, Cl.* Germanium III, 306. Kontaktverfahren IV, 394. Periodisches System IV, 419.

*Wislicenus.* Stereochemie IV, 299.

*Wöhler.* Benzoësäure IV, 121. Isomerie IV, 126. Harnstoffsynthese IV, 127. Aluminium, Silicium, Titan IV, 128.

*Wolf, Cristian.* Philosophie II, 213; 296. Ernährung der Pflanzen III, 70.

*Wolff, K. F.* Epigenesis III, 107. Zellgewebe III, 108. Grundzüge der Embryologie III, 109. Metamorphose der Pflanze III, 110; 357. Entwicklungslehre III, 390.

*Wollaston.* Gesetz von den Multiplen III, 182. Übersaure Salze III, 182. Atomtheorie III, 183. Stereochemie III, 183. Ultraviolette Strahlen III, 272. Linien im Sonnenspektrum IV, 308.

*Wotton.* System der Tiere I, 361.

*Wren.* Stoß elastischer Körper II, 274.

*Wright.* Theorie des Himmels III, 246.

*Wüllner.* Spektralanalyse IV, 323.

*Wundt.* Physiologische Psychologie IV, 233.

*Wurtz.* Äthylenverbindungen IV, 137.

Y.

*Young.* Spannungsreihe III, 22. Interferenz III, 273. Ultraroter Teil des Spektrums III, 273. Wellentheorie III, 274. Empfindung der Farben III, 274. Strahlende Wärme III, 274.

Z.

*Zamboni.* Trockensäule III, 209; IV, 90.

*Zeemann.* Zeemann-Effekt IV, 389, 425.

*Zirkel.* Gesteinsmikroskopie IV, 268.

*Zucchi.* Spiegelteleskop II, 217.

Sachverzeichnis für Band I-IV.

A.

Aberration II, 391-393; IV, 31.

Absoluter Nullpunkt III, 45.

Absorption des Lichtes IV, 308, 317.

Accademia del Cimento II, 72, 319.

Achromatische Linsen II, 363.

Achromatisches Fernrohr IV, 309.

Acidität IV, 129.

Ackerbau IV, 147.

Ägyptische Bauwerke I, 3.

-- Kultur I, 2.

-- Literatur I, 4.

-- Mathematik I, 5.

Akademien I, 228, 300; II, 206-214, 295.

Akkommodation II, 99, 132; IV, 377.

Akkumulator III, 210.

Akotyledonen III, 351.

Aktivitätskoeffizient IV, 367.

Aktualismus IV, 169.

Akustik II, 66.

Alaun I, 253.

Alaunbildner IV, 300.

Alchemie I, 97, 208, 244; II, 181, 294.

Alchemistische Theorien I, 251; II, 184.

Aldehyde IV, 121.

Alexandrinische Akademie I, 130, 188.

-- Bibliothek I, 131, 223.

Algebra der Araber I, 236.

-- der Inder I, 46.

-- im Mittelalter I, 263.

-- neuere II, 137.

Algol IV, 429.

Alizarin IV, 397.

Alkalien III, 215, 288.

Alkalische Erden III, 218.

Alkaloide IV, 342, 398.

Alkarsin IV, 135.

Alkohol I, 248.

Alkylverbindungen IV, 141.

Almagest I, 192, 305.

Alpen II, 411.

Altertum, Rückblick IV, 11.

Altertum, seine Kultur I, 211.

Aluminium III, 218, 223; IV, 128, 417.

Amalgamationsprozeß I, 344.

Ameise II, 337.

Amethyst I, 253.

Amidobenzol IV, 131.

Ammoniak III, 140, 168, 219; IV, 53.

Ammoniaksynthese IV, 419, 420.

Ammonium IV, 119.

Amöbe III, 104.

Ampères Gestell III, 229.

-- elektrodynamisches Grundgesetz IV, 98.

Ampèresche Regel III, 228.

Amulette I, 226.

Analytische Chemie II, 189; III, 152-154.

-- Mechanik II, 372.

Anatomie, Anfänge I, 48, 80, 101, 163, 178.

-- arabische I, 239.

-- im Mittelalter I, 284.

-- ihr Wiederaufleben I, 303, 363.

-- neuere III, 115.

-- vergleichende III, 115, 379.

Anatomische Technik II, 324.

Aneroidbarometer II, 179.

Anilin IV, 131, 396.

Anlegegoniometer II, 403.

Anpassung IV, 244.

Antheridium IV, 247.

Anthropologie III, 383.

Antiphlogistische Theorie II, 190; III, 165.

Antipoden I, 216.

Äquinoktialpunkte I, 26, 146.

Äquivalentbegriff III, 177.

Äquivalenz der Naturkräfte IV, 182.

Arabische Kultur I, 256.

-- Literatur I, 227, 261; IV, 16.

Archäologie IV, 9.

Archeus I, 4.

Archimedische Schraube I, 120.

-- Spirale I, 124.

Archimedisches Prinzip I, 128.

Argon IV, 405, 414.

Argyrodit IV, 306.

Arithmetik, ihre Anfänge I, 209.

Arithmetische Reihe I, 8.

Armierte Magnete II, 91.

Armillen I, 142, 195.

Aromatische Verbindungen IV, 289.

Artbegriff II, 202; III, 68; IV, 242.

Artenbildung IV, 243-245.

Arzneimittellehre I, 38, 180, 182, 187.

Aschenanalysen III, 370.

Aschfarbenes Licht des Mondes I, 304.

Aspirin IV, 398.

Assimilation III, 365; IV, 336, 431.

Assimilationsprodukt III, 374.

Astatische Nadel III, 234.

Astrolabium I, 308.

Astrologie I, 20, 238; II, 103.

Astronomie, Anfänge I, 16, 49.

-- im Mittelalter I, 284.

-- Rückblick IV, 9 u. f.

Astronomische Tafeln I, 232.

Atembewegung II, 320.

Äther I, 93; II, 248, 362; III, 14; IV, 140.

Ätherbildung IV, 357.

Äthylen III, 179; IV, 137.

Atlas I, 327.

Atmosphäre III, 283; IV, 415.

-- ihre Höhe I, 242.

-- ihr Gewicht II, 165.

Atmosphärische Elektrizität III, 16-20.

Atmung II, 191; III, 53, 164, 365-371; IV, 431.

Atomgewichte III, 181, 186, 345; IV, 299, 301-307.

Atomistik im Altertum I, 57, 215.

Atomistische Hypothese III, 180-183.

Atomverkettung IV, 287.

Atomwärme IV, 330.

Attraktion III, 136, 301.

Aufgußtierchen II, 335, 336; III, 102 bis 105; IV, 173, 236.

Aufklärungsperiode II, 365.

Aufschließen III, 152.

Auge I, 240; II, 99, 131; III, 112; IV, 228.

Auge, zusammengesetztes IV, 153.

Augenspiegel IV, 376.

Ausdehnungskoeffizient III, 57, 285; IV, 45-48.

Automaten I, 153.

Averroismus I, 238.

Avogadrosche Regel IV, 53-55; IV, 143, 199.

-- -- für den gelösten Zustand IV, 365.

Azofarbstoffe IV, 397.

B.

Babylonische Kultur I, 11.

-- Mathematik I, 14.

Bakterien II, 336.

Ballistik IV, 65.

Ballistische Kurve II, 54.

Ballistisches Pendel II, 357.

Bandenspektrum IV, 323.

Barisches Windgesetz III, 321.

Barium III, 218.

Barometer II, 73, 160; III, 6.

Baryterde III, 146.

Basalt II, 407.

Basizität IV, 129.

Bastardbildung II, 350; III, 85-88; IV, 260.

Bathometer I, 299.

Becquerelstrahlen IV, 421.

Befruchtung II, 348-352; III, 81-91.

Beharrungsvermögen II, 29, 42, 51, 119.

Benzoësäure IV, 120-122, 130.

Benzol IV, 130, 396.

Benzolderivate IV, 131.

Benzolformel IV, 290.

Benzoltheorie IV, 285-287.

Bergbau, seine Anfänge I, 115, 334.

Bergexperiment Pascals II, 162.

Bergkristall I, 253.

Bernoullisches Theorem II, 354.

Berührungselektrizität III, 193.

Beschleunigung II, 43.

Bessemerprozeß IV, 323.

Bestäubung III, 90-98.

Beugung des Lichtes II, 81.

Bevölkerungsprinzip IV, 252, 267.

Bibel II, 22.

Biene I, 105; II, 325.

Bifilarmagnetometer III, 307.

Binäre Nomenklatur III, 68.

Biographisch-literarisches Handwörterbuch IV, 1.

Biologische Analyse IV, 262.

Biomechanik II, 320.

Biophysik IV, 149.

Biot-Savartsches Gesetz IV, 97.

Bittermandelöl IV, 120.

Blattläuse II, 337.

Blausäure III, 148, 169, 294.

Bleiglanz I, 253.

Blinder Fleck II, 278.

Blitz III, 16.

Blitzableiter III, 18.

Blutdruck III, 78; IV, 220.

Blütenbau III, 92-97.

Blütenstaub III, 91.

Blutkörperchen II, 336.

Blutkreislauf I, 177, 367; II, 313-317; III, 113; IV, 217-220.

Bodendruck II, 157.

Bogenlicht III, 221; IV, 401.

Botanik, Anfänge I, 37, 56.

-- bei den Griechen I, 76, 103-114, 176.

-- ihr Wiederaufleben I, 273.

Botanische Gärten I, 312, 357.

Boyles Gesetz für den gasförmigen Zustand II, 177; IV, 45, 199.

-- -- -- -- gelösten Zustand IV, 363.

Brachistochrone II, 355.

Branlysche Röhre IV, 385.

Brechung des Lichtes I, 203, 241; II, 125-130, 145, 252.

Brennglas I, 47.

Brennkugel I, 277.

Brennlinie II, 291.

Brennspiegel I, 47, 307, 333; II, 280.

Brianchonsches Sechseck III, 127.

Briefe, chemische IV, 125.

Briefwechsel IV, 126.

Brille I, 243, 281.

Bruchfestigkeit II, 60.

Brucin IV, 342.

Buchdruck I, 311.

Buchstabenschrift I, 51.

Büschelentladung IV, 84.

C.

Cadetsche Flüssigkeit IV, 134.

Calcium III, 218.

Calciumkarbid IV, 417.

Cambium II, 345.

Cardanische Aufhängung I, 235.

-- Formel II, 139.

Cartesisches Blatt II, 142.

Cäsium IV, 320.

Ceres III, 249, 297.

Chaldäische Astronomie I, 24, 27.

Chamäleon I, 335; IV, 224-227.

Chemie, ihre Anfänge I, 39, 187, 207.

Chemische Proportionen III, 187.

-- Zeichensprache III, 181.

Chemischer Ort IV, 291-293.

Chinesische Astronomen I, 49.

-- Kultur I, 40, 49.

Chinin IV, 342.

Chinolin IV, 295.

Chlor III, 146, 173, 294; IV, 71, 395.

Chloraluminium III, 223.

Chlorgruppe III, 290.

Chloride II, 186.

Chlorknallgas IV, 331.

Chlorsilber III, 149.

Chlorstickstoff IV, 70.

Chromatische Abweichung II, 363.

Chronometer II, 361.

Chylusgefäße II, 316.

Cölenteraten IV, 237.

Coniin IV, 295.

Cortisches Organ IV, 375.

Coulombs Gesetz III, 330.

Coulombsche Wage III, 28.

Cusanisches System I, 298.

Cyanverbindungen III, 290; IV, 119, 133.

Cykloidenpendel II, 262.

D.

Daguerrotypie IV, 325.

d'Alemberts Prinzip II 366, 373.

Dampfdichte IV, 349, 418.

Dampfdichtebestimmnng IV, 55, 56.

Dämpfe III, 293.

Dampfmaschine III, 34-38.

Dampfschiff III, 37.

Dämpfung III, 227.

Darmzotten III, 115.

Darstellende Geometrie III, 119-122.

Darwinsche Theorie IV, 253-257.

Dauersporen IV, 206.

Deaconprozeß IV, 395.

Deklination I, 330; II, 88, 286.

Dekret von Kanopus I, 21.

Delisches Problem I, 65, 119.

De Lislesche Projektion II, 397.

Descendenzlehre I, 79; IV, 167.

Destillation I, 247, 250.

Determinanten III, 135, 299.

Deutsche Gesellschaft für Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften IV, 3.

Dezimalbrüche, II, 137.

Dialog Galileis II, 32.

Dialysator IV, 42.

Dialyse IV, 42-45.

Diamagnetismus IV, 94.

Diamant I, 253; IV, 417.

Dibrombenzole IV, 291-293.

Dichogamie III, 89, 94.

Dichtigkeit, elektrische III, 304.

Dickenwachstum III, 355.

Diëlektrikum IV, 95, 387.

Differentialgleichungen II, 370; III, 132.

Differentiallampe IV, 401.

Diffusion III, 147; IV, 40-44.

Dikotyledonen III, 351.

Dimorphie III, 345.

Dioptra I, 157.

Diosmose IV, 38-44.

Dispersion II, 277.

Dissonanz II, 67.

Dissoziation IV, 349-352.

Dissoziationsgrad IV, 351.

Distanzenmesser II, 109.

Dodekaeder I, 133.

Dokimasie, siehe Probierkunst.

Doppelbrechung II, 253-257; III, 275, 349; IV, 57.

Doppelspat II, 253-257, 305.

Doppelsterne III, 253; IV, 36, 429.

Doppelte Verwandtschaft III, 151.

Dopplersches Prinzip IV, 58-60, 429.

Drahtlose Telegraphie IV, 384-386.

Drehwage III, 28.

Dreiecksberechnung I, 9.

Dreieckslehre I, 53, 62.

Dreiteilung des rechten Winkels I, 15.

Druckkräfte IV, 416.

Drüsen II, 321; IV, 220-223.

Dualisten III, 14.

Dünger IV, 147.

Dünnschliffe IV, 268.

Dynamik I, 301; II, 37, 364, 373.

Dynamit IV, 393.

Dynamoelektrisches Prinzip IV, 403.

E.

Edelsteinmedizin I, 115.

Ei der Säugetiere III, 391.

Eigenbewegung der Fixsterne IV, 29-31.

Eisenarten III, 154.

Eisenerzlager IV, 406.

Eisengewinnung I, 31.

Eisenlinien IV, 318.

Eiszeit IV, 277.

Ekliptik, ihre Schiefe I, 50, 69, 230.

Elektrische Abstoßung II, 91; III, 6.

Elektrische Anziehung II, 87.

Elektrische Batterie III, 10.

Elektrische Dichtigkeit III, 304.

Elektrisches Fluidum III, 14.

Elektrischer Ofen IV, 417.

Elektrischer Strom III, 197; IV, 90-92.

Elektrische Wellen IV, 382-388.

Elektrisiermaschine II, 92; III, 7-11.

Elektrizität, physiologische Wirkung III, 21.

Elektrizitätsarten III, 8, 22; IV, 84.

Elektrizitätsfortpflanzung III, 9, 12.

Elektrizität, tierische I, 206, 23; III, 195; IV, 235.

-- Theorie IV, 116, 117.

-- Übertragung IV, 404.

Elektrochemie III, 20.

Elektrochemisches Äquivalent IV, 113 bis 115.

Elektrodynamik III, 231; IV, 98, 109.

Elektrodynamometer IV, 115.

Elektrolyse III, 21, 211; IV, 86, 367-369.

Elektrolytische Dissoziation IV, 370, 420.

Elektrolytischer Wellenanzeiger IV, 385.

Elektrolytisches Grundgesetz IV, 88.

-- Kupfer IV, 404.

Elektromagnetische Theorie des Lichtes IV, 388.

Elektromagnetismus III, 223-225.

Elektrometer III, 196.

Elektromotorische Kraft III, 202.

Elektronen IV, 117, 389, 424.

Elektrophor III, 199.

Elektrotechnik IV, 403.

Elektrotonischer Zustand IV, 95, 387.

Elementaranalyse III, 164; IV, 119.

Elementarorganismen IV, 158, 215.

Elemente, chemische II, 188; III, 166; IV, 301.

-- der Alten I, 55, 97.

-- des Euklid I, 62, 132.

-- konstante III, 210.

Ellipse I, 135.

Elliptische Funktionen III, 133.

Embryobildung im Pflanzenreich IV, 246.

Embryologie, ihre Anfänge I, 100, 179, 367.

-- neuere II, 332-334; III, 109-110, 390-393.

Embryonalorgane III, 393.

Emission IV, 317.

Emissionstheorie II, 219, 227; IV, 66.

Enckescher Komet IV, 34.

Endosperm IV, 248.

Energieprinzip II, 46; IV, 179-197.

Entdeckungsreisen I, 200, 264, 310, 349; III, 325, 329; IV, 174.

Entladung IV, 83.

Entladungsfunke III, 12; IV, 379.

Entoptische Erscheinungen IV, 229.

Entphosphorung, III, 154.

Entropie IV, 197.

Entwicklungsgeschichte III, 114.

Entwicklungsmechanik IV, 259.

Enzyklopädien I, 221.

Enzyklopädisten II, 365.

Ephemeriden I, 307.

Epigenesis III, 107.

Epizyklentheorie I, 190, 318.

Erdbeben I, 185, 198, 285; III, 338; IV, 273.

Erdbewegung I, 298; II, 25.

Erddichte II, 389; IV, 278.

Erdentwicklung IV, 171.

Erdgeschichte II, 302.

Erdgestalt I, 92, 216; II, 270-272, 288, 287; IV, 278.

Erdkern I, 55, 186; II, 302, 418.

Erdmagnetismus II, 88; III 230-235, 283, 307-312; IV, 77-79.

Erdoberfläche, Veränderungen IV, 168.

Erdöl IV, 274.

Erdrotation III, 262.

Erdscheibe I, 75.

Erdumfang I, 93, 139.

Erhaltung der Kraft II, 267, 276-277; IV, 90, 177-197.

-- des Stoffes III, 166.

Erhebungskrater III, 338.

Erkenntnistheorie IV, 378, 408.

Erosion I, 199; II, 419.

Erstarrungsgesetz IV, 330.

Eruptivgesteine III, 337.

Essigsäureäther IV, 357.

Eudiometer, III, 283.

Euphon II, 382.

Evektion I, 189.

Evolution II, 346; III, 106.

Exhaustionsverfahren I, 65, 123-125; II, 148.

Experiment I, 275, 277, 304.

Extrastrom IV, 79-81.

F.

Fall II, 17, 29, 40, 79; III, 262.

Fallzeit II, 45.

Faltengebirge IV, 175, 271.

Farben I, 91; II, 83, 222.

Farbenlehre II, 230, 258; IV, 378.

Farbenphotographie IV, 328.

Farbenwechsel des Chamaeleons IV, 224-227.

Farbenzerstreuung IV, 309.

Färberei I, 247.

Fäulnis IV, 201.

Feldmeßkunst I, 159, 166.

Feldspat IV, 284.

Fernrohr I, 280; II, 9-13, 224; IV, 18.

Fernwirkung II, 241; IV, 386.

Festigkeitslehre II, 59.

Fette IV, 137.

Feuerspritze I, 149.

Feuerzeug IV, 392.

Filtrieren I, 250.

Finsternisse I, 20; II, 2.

Fixe Luft III, 140.

Fixieren IV, 326.

Fixpunkte III, 43.

Fixsterne I, 273, 325; II, 28; IV, 23, 29-32.

Fixsternspektren IV, 310.

Fixsternverzeichnisse I, 146, 193; II, 281.

Flammenfärbung IV, 308.

Flaschenzug I, 120, 156.

Flora, griechische I, 76, 109.

-- indische I, 110.

Flugmaschinen I, 300.

Fluor III, 295.

Fluorescenz I, 335.

Flüssigkeiten ihre Theorie III, 300.

Flüssigkeitsbewegungen, diskontinuierliche IV, 373.

Formation II, 406, 416.

Forschungsinstitute IV, 416.

Fossile Arten IV, 254.

Fouriersche Reihen III, 136.

Franklinsche Tafel III, 10, 199.

Fraunhofersche Linien III, 273; IV, 308 bis 311.

Froschpendel, elektrisches III, 193.

Froschschenkelversuch Galvanis III, 190.

Fuchsin IV, 396.

Fucus IV, 207.

Funkentelegraphie IV, 384-386.

Funktionenlehre III, 137.

Funktionsbegriff II, 359.

Furchungsprozeß III, 392; IV, 158.

G.

Gallium IV, 307, 323.

Galvanischer Strom, Einheit seiner Stärke IV, 114.

Galvanisches Element III, 204-207.

Galvanische Kette IV, 389.

Galvanoplastik IV, 400.

Gärung III, 164, 291; IV, 201.

Gasabsorption III, 292.

Gase I, 208; III, 139, 269; IV, 71, 416.

Gasmoleküle, ihre Geschwindigkeit IV, 200.

Gasträatheorie IV, 258.

Gastrula IV, 249.

Gattungsbegriff II, 202.

Gaußsche Formeln II, 398.

Gay Lussacsches Gesetz IV, 199.

Gebirgsbildung II, 300; III, 337; IV, 175, 271.

Gedächtnis IV, 234.

Gefäßkryptogamen III, 356.

Gefäßsystem III, 113.

Gefrierpunktserniedrigung III, 59.

Gegenerde I, 73.

Geisertheorie IV, 133.

Geißlersche Röhre III, 12; IV, 49, 421.

Generationswechsel IV, 237-241, 247.

Geodäsie III, 313-316.

Geodätische Dreiecke III, 314.

Geognosie II, 415.

Geognostische Karten II, 407.

Geoid IV, 278.

Geologie, ihre Anfänge I, 56.

Geologische Formationen III, 388.

Geologische Perioden II, 301, 409.

Geologisches Experiment II, 418; IV, 270-272.

Geometrie, analytische II, 140-142; III, 128.

-- der Ägypter I, 10.

-- darstellende III, 121.

-- der Inder I, 42.

-- neuere III, 126.

-- nichteuklidische III, 129.

-- synthetische III, 122.

Geotropismus III, 360.

Germanium IV, 306.

Geschmack, galvanischer III, 189.

Gesellschaftsrechnung I, 161.

Gesichtswinkel III, 384.

Gesteine, kristallinische IV, 271.

Gesteinslehre II, 411, 419.

Gesteinsmikroskopie IV, 268-270.

Gewebearten IV, 165.

Gewitter, I, 206; III, 15.

Gewitterelektrizität III, 6, 16-20, 192.

Gezeiten I, 174, 200, 277; II, 31, 360; III, 244, 248.

Giftpflanzen I, 183.

Gips II, 306.

Gipsverband I, 247.

Glasbereitung I, 34.

Glaselektrizität III, 8.

Glaubersalz II, 186.

Gleichgewicht II, 155.

Gleichgewicht, chemisches IV, 340, 345, 356-361.

Gleichgewichtskonstante IV, 344.

Gleichungen I, 45, 210, 237; II, 139, 370; III, 131, 297.

Gletscher IV, 275.

Globus I, 95, 309, 326.

Glykole IV, 137.

Glyzerin III, 148; IV, 137.

Gnomon I, 27, 50, 53, 69, 140, 297.

Goldene Regel I, 157.

Goniometer III, 340, 346.

Goniometrie II, 138.

Graafsche Follikel III, 391.

Gradmessung I, 139, 229; II, 233, 386.

Granit II, 418.

Gravitation II, 119, 234-239; III, 243; IV, 21.

Greenscher Satz III, 303.

Griechisches Feuer I, 226.

Groma I, 167.

Grubengas III, 179.

Grundfarben III, 274.

Guldinsche Regel I, 149, 202; II, 153.

H.

Hai des Aristoteles I, 103.

Halleyscher Komet II, 282.

Harmonie I, 61.

Harnsäure III, 148.

Harnstoff IV, 127.

Harzelektrizität III, 8.

Harzkuchen III, 9.

Haustiere I, 183.

Hebel I, 89, 127; II, 56.

Heber I, 333.

Hebezeug I, 169.

Heilkunde, ihre Anfänge I, 79.

Heilmittellehre I, 48, 255.

Heliometer IV, 29.

Helioskop II, 14.

Heliostat II, 319.

Heliotrop III, 315.

Heliotropismus III, 364.

Heliozentrische Lehre I, 72, 141, 192, 317, 320; II, 23; IV, 17.

Helium IV, 324, 423.

Hemiëdrie III, 341; IV, 297.

Herbarien I, 313.

Hermaphroditismus II, 351.

Heronsball I, 150, 152.

Herons Dampfkugel I, 151.

Heronsche Formel I, 159.

Herz III, 113.

Herzbewegung II, 317.

Himmelskarten IV, 35, 430.

Hippokratische Schriften I, 76, 80.

Höfe II, 280.

Höhenformel, barometrische II, 283.

Hohlspiegel I, 121, 137, 291.

Hörbarkeitsgrenzen II, 385.

Horror vacui II, 59, 161.

Humanismus I, 290.

Huygenssches Prinzip II, 250.

Hydrodynamik II, 159, 356.

Hydrostatik II, 62, 63, 156; III, 300.

Hydrostatisches Paradoxon II, 156.

Hydrotropismus III, 362.

Hygiene I, 37; IV, 148.

Hygrometer I, 302; III, 46.

Hyperbel I, 135.

Hyperbolische Linsen II, 129.

Hypothesen II, 106.

I, J.

Jahreslänge I, 147.

Jakobsstab, S. Kreuzstab.

Jatrochemie I, 339.

Ikosaëder I, 133.

Imago mundi I, 281.

Imponderabilien III, 13; IV, 178.

Indigo I, 186; IV, 397.

Indikator III, 37.

Indische Kultur I, 39.

-- Literatur I, 41.

-- Rechenkunst I, 45.

Indium IV, 323.

Indivisibilien II, 152.

Induktion, galvanische IV, 72.

-- ihre Theorie IV, 111.

-- magnetische IV, 73-81.

-- photochemische IV, 333.

Induktionsströme, ihre Stärke IV, 106.

Infinitesimalrechnung I, 124, 136, 151; II, 148, 398.

Influenz II, 91; III, 25.

Ingenieurmechanik I, 169.

Infusorien, siehe Aufgußtierchen.

Injektion III, 115.

Inklination I, 331; III, 23.

Inquisitionsprozeß Galileis II, 33.

Insekten III, 102.

Insektenbestäubung III, 95.

Integration II, 371.

Interferenz II, 83, 227-230; III, 273 bis 276.

Interferenzfarben im Tierreich IV, 225.

Jod III, 288.

Ionen III, 214.

Ionentheorie IV, 6.

Ionenwanderung IV, 370.

Joulesches Gesetz IV, 103.

Irritabilität III, 112.

Isanomalen III, 320.

Islam I, 224.

Isochronie II, 17, 48.

Isolierschemel III, 9.

Isomerie IV, 126.

Isomorphe Mischungen IV, 284.

Isomorphie III, 343.

Isoperimetrische Probleme II, 151, 355.

Isorachien III, 244.

Isothermen III, 319.

Jupiter III, 243.

Jupitertrabanten II, 19, 35, 288; III, 243.

K.

Kakodylreihe IV, 132-136.

Kalender, ägyptischer I, 17.

-- griechischer I, 68.

-- gregorianischer II, 97, 121.

-- julianischer I, 168, 277.

Kalium III, 216.

Kaliumchlorat III, 169.

Kalkstein I, 208.

Kalorimeter III, 55; IV, 346.

Kälteperioden IV, 275.

Kältemischungen II, 72, 77.

Kambiumring IV, 165.

Kant-Laplacesche Hypothese III, 245 bis 248.

Kapillargefäße II, 316; III, 300.

Kaprifikation II, 347.

Karborund IV, 417.

Kardinalpunkte des Auges IV, 228.

Kartographie I, 327; II, 374, 395; III, 313.

Katakaustische Linie II, 292.

Kathodenstrahlen IV, 421.

Katastrophentheorie II, 410; III, 385; IV, 170.

Kegelprojektion II, 395.

Kegelschnitte I, 67, 134; III, 127.

Keilschrift I, 51.

Keilschriftfunde I, 12; IV, 9.

Keimblätter III, 391; IV, 249.

Keimung II, 346.

Kennzeichenlehre I, 345; II, 413.

Keplersche Gesetze II, 114-118; IV, 19.

Kettenlinie II, 53.

Kienmayersches Amalgam III, 11.

Kinematographisches Verfahren IV, 427.

Kinetische Gastheorie III, 264; IV, 195.

Kirche und Naturwissenschaft I, 214, 258; II, 23, 97.

Klangfarbe IV, 374.

Klangfiguren II, 383-385.

Klavizylinder II, 382.

Kleistsche Flasche III, 9.

Klosterschulen I, 259.

Klosterwesen I, 218.

Knallsilber IV, 123.

Kohärer IV, 385.

Kohäsion II, 38.

Kohlendioxyd III, 139, 161, 367; IV, 50.

Kohlenflöze IV, 406.

Kohlenstofflinien IV, 323.

Koinzidenzen IV, 33.

Kolloide IV, 43.

Kombinationslehre II, 147.

Kometen I, 185, 285; II, 121, 282; III, 245.

Kometenverzeichnisse I, 50; II, 134.

Kommutator IV, 86.

Kompaß I, 235.

Kompensationspendel II, 361.

Kondensationspunkt IV, 49.

Kondensationswärme III, 37, 52.

Kondensator, elektrischer III, 196-200.

Konduktor III, 11.

Konformität I, 327.

Koniferen IV, 207; 246.

Königswasser I, 247.

Konjugation IV, 172.

Konoid I, 125.

Konsonanz I, 61; II, 67.

Konstante Elemente IV, 103.

Konstanz der Gewichtsverhältnisse III, 175-179.

-- -- der Winkel II, 403.

Kontagien IV, 149.

Kontaktprozeß IV, 394.

Kontakttheorie III, 219; IV, 89-91.

Konvexspiegel I, 277.

Koppernikanisches System I, 320; II, 112.

Korallen IV, 174.

Korpuskulartheorie II, 252; III, 117.

Korrelation der Organe III, 378, 386.

Kosmischer Magnetismus II, 89.

Kosmogonie I, 54; II, 27; III, 259.

Kosmographie I, 252.

Kosmos Humboldts III, 329-332.

Kotyledonen III, 357.

Kraftbegriff I, 302.

Kraftlinien III, 306.

Krankheitserreger IV, 204.

Krapp I, 186, 260.

Kräuterbücher I, 354.

Kreismessung I, 123.

Kreisprozeß III, 279.

Kreuzstab I, 308.

Kristallform II, 399; IV, 283.

Kristallographie III, 346.

Kristalloptik III, 349; IV, 283.

Kristallstruktur IV, 280.

Kristallsysteme IV, 281.

Kritische Temperatur IV, 50.

Kronenrechnung I, 128.

Kryptogamen III, 106, 357; IV, 164.

Kubaturen II, 150.

Kubikwurzel I, 45, 65.

Kugel I, 122.

Kultur, geistige IV, 411.

Kulturpflanzen I, 183.

Künste, freie I, 220.

L.

Laboratorium I, 209; IV, 124.

Lachgas III, 140, 213.

Länderkunde I, 200.

Landwirtschaft I, 181, 255.

Länge, geographische I, 148.

Längenmaß I, 28.

Laplacesche Gleichung III, 302.

Latente Wärme III, 48.

Latentes Bild IV, 328.

Laterna magica I, 336.

Laugenhaftes Gas III, 141.

Lebendige Kraft II, 267, 275; IV, 191.

Lebenserscheinungen IV, 208.

Lebensgeister II, 334.

Lebenskraft III, 325, 373; IV, 154, 236.

Leblancsoda IV, 394.

Leitfossilien II, 406.

Leitungsvermögen, elektrisches III, 222; IV, 82.

Leitungswiderstand, galvanischer IV, 115.

Lenzsches Gesetz der elektrischen Induktion IV, 105.

Lepidolith IV, 320.

Leuchtgasindustrie IV, 393, 394.

Leydener Flasche III, 10.

Liber abaci I, 262.

Libration II, 35.

Lichtfilter IV, 328.

Lichtfortpflanzung I, 91, 162, 278; II, 133, 248-257.

Lichtgeschwindigkeit II, 68, 78, 247; IV, 65-67.

Lichtintensität II, 120, 124.

Linienverschiebung IV, 324, 429.

Linnesches Pflanzensystem III, 63-66.

Linsen II, 291.

Lithium IV, 315.

Logarithmen II, 117, 285; III, 316.

Logik IV, 410.

Lokomotive III, 37.

Longitudinalschwingungen II, 382.

Löschfunkensender IV, 386.

Lösungen, ihre Theorie IV, 363-367.

Lotablenkung II, 389.

Lötrohr II, 400.

Luft II, 39, 174, 192; III, 144, 159-161.

Luftballon III, 282.

Luftdruck IV, 19.

Luftpumpe II, 166-171.

Luftsalpeter IV, 405.

Luftschwingungen IV, 373.

Luftströmungen II, 165.

Luftthermometer III, 44; IV, 48, 76.

Luftwiderstand II, 80.

Lunge II, 317.

Lunulae des Hippokrates I, 64, 118.

M.

Magdeburger Halbkugeln II, 167.

Magie I, 330.

Magnesium III, 218.

Magnetelektrische Maschine IV, 86.

Magnetische Einheit III, 310.

-- Kraftlinien III, 226; IV, 387.

-- Observatorien III, 307, 311.

Magnetisches Feld III, 226.

Magnetisierung des Lichtes IV, 92.

Magnetismus I, 184, 205, 275, 334, 336; II, 69, 86-91.

Magnetnadel I, 234.

Magnetometer III, 312.

Malpighische Gefäße II, 325.

Mammut II, 421.

Mangan III, 146.

Mariottesche Flasche II, 278.

Markscheidekunst I, 161.

Mars I, 322; II, 114, 288; IV, 430.

Maschinentheorie III, 124.

Massenwirkung III, 170; IV, 340.

Massenwirkungsgesetz III, 176; IV, 35 bis 356.

Maßsystem, absolutes III, 309; IV, 114 bis 116.

Mastodon II, 422.

Materia prima I, 338.

Materie II, 239, 362.

Mathematik, ihre Anfänge bei den Griechen I, 60.

Mathematische Physik II, 356.

Maxima und Minima II, 143-146, 151, 355, 371.

Mechanik, aristotelische I, 87.

-- chemische IV, 359.

Mechanische Begriffe I, 171.

-- Naturerklärung III, 117.

-- Potenzen I, 155, 202.

-- Prinzipien II, 367.

Mechanisches Wärmeäquivalent IV, 180 bis 190.

Medizin, arabische I, 238.

-- ihre Anfänge I, 35, 177.

-- neuere III, 111.

Megatherium II, 422.

Melasse IV, 45.

Melastomeen III, 328.

Membran, künstliche IV, 362.

Mendelsche Regeln IV, 264-266.

Mensch, Abstammung IV, 257, 413.

Menschengeschlecht IV, 171, 257.

Menschenrassen III, 384.

Mercatorprojektion I, 312, 327; II, 396.

Mercurius I, 251; II, 184.

Metallorganische Verbindungen IV, 141.

Metallspektren IV, 313.

Metallurgie, ihre Anfänge I, 31, 207.

Metallverwandlung I, 245, 274, 281, 282; II, 183.

Metamerie IV, 127.

Metamorphose II, 328; III, 110, 357 bis 359.

Meteorite I, 59; III, 258-261; IV, 24.

Meteorologie III, 269, 321.

-- ihre Anfänge I, 97.

Methode der kleinsten Quadrate III, 298.

Mikrogeologie IV, 173, 274.

Mikrographie II, 319.

Mikroorganismen IV, 172.

Mikroskop II, 8, 317, 339.

Mikroskopische Technik II, 323; IV, 156, 165.

Milchstraße III, 247, 253-256.

Mimose I, 77; III, 328; IV, 208-214.

Mineralanalyse II, 401; III, 343.

Mineralbeschreibung II, 415.

Mineralchemie II, 400.

Mineralfarben I, 34.

Mineralogie, ihre Anfänge I, 114.

-- neuere I, 343.

Mineralogisches System II, 401.

Mineralsäuren I, 207, 247, 250.

Mineralsynthese III, 346; IV, 284.

Mineralwässer III, 153.

Minerogenie II, 307; III, 68.

Minimum I, 162.

Mittelalter IV, 15.

Mizellen IV, 166.

Molekulare Asymmetrie IV, 298.

Molekulargewichte IV, 143, 302.

Monat I, 23.

Mond I, 191; II, 122, 135.

-- seine Entfernung I, 143, 147.

-- seine Größe I, 144, 323.

Monddistanzen I, 316; II, 360.

Mondtafeln II, 361; III, 242.

Monochord I, 90.

Monokotyledonen III, 351.

Montblanc II, 411.

Multiple Proportionen III, 179, 187.

Musik I, 221.

Muskeln II, 320, 338.

Myrmekophilie III, 97.

N.

Nachtgleichen, siehe Äquinoktialpunkte und Präzession.

Nährgelatine IV, 45.

Nährlösungen III, 369.

Naphtalin IV, 294.

Nationalökonomie IV, 410.

Natrium III, 216.

Natriumlinie IV, 311, 314.

Naturerklärung IV, 412.

Naturgeschichte des Plinius I, 176.

Naturphilosophie I, 52, 55.

Nautik I, 311.

Nebelflecke III, 254-256.

Nektar III, 92.

Nektarien III, 93.

Neptun IV, 28.

Neptunisten II, 417.

Nerven I, 179; II, 337.

Nervenstrom IV, 236.

Nervensystem II, 330.

Nestorianer I, 225.

Netzhaut II, 337.

Neutralitätsreihe III, 177.

Newtonsche Ringe II, 229.

Niere II, 321.

Nicolsches Prisma IV, 377.

Nippurtexte I, 13.

Nitrobenzol IV, 131.

Nitroglyzerin IV, 393.

Niveauflächen III, 306.

Nominalisten II, 4.

Nordlicht II, 287.

Null I, 44.

O.

Oberflächenspannung II, 62.

Obertöne IV, 374.

Ohmsches Gesetz III, 206; IV, 96-102.

Opthalmometer IV, 377.

Opus majus I, 279.

Organische Chemie, ihre Anfänge III, 148.

-- Verbindungen, ihre Theorie IV, 143.

Orgel I, 153.

Ortsbestimmung (Länge und Breite) I, 197, 316; II, 35, 360.

Osmose IV, 38-44, 207, 362.

Osmotischer Druck IV, 365.

Oszillationen, elektrische IV, 379-386.

Ozon IV, 393.

P.

Paläontologie II, 304, 420; III, 378; IV, 175.

Paläotherium III, 386.

Palladium IV, 44.

Papyrus Ebers I, 37.

Parallaktisches Lineal I, 194.

Parallaxe der Fixsterne II, 30, 112; IV, 29-32.

Parallelogramm der Kräfte I, 89.

Parenchym II, 342.

Parthenogenese II, 337; IV, 238.

Pascalsches Bergexperiment II, 162.

-- Sechseck III, 123.

Pathologie IV, 161.

Peltiers Phänomen IV, 104.

Pendelbewegung II, 47, 264.

Pendeluhr II, 261, 270.

Pepsin IV, 157.

Pergamentpapier IV, 45.

Periodisches System der Elemente IV, 303-307, 419.

Permanente Gase IV, 51.

Perpetuum mobile IV, 177.

Perspektive III, 120.

Pflanzenanatomie I, 113; II, 341-345; III, 66, 354; IV, 155, 209.

Pflanzenbastarde III, 86-88.

Pflanzenentwicklung I, 113.

Pflanzenernährung I, 106, 299; III, 69 bis 71, 368.

Pflanzengeographie I, 110; III, 332-336.

Pflanzenkrankheiten I, 111.

Pflanzenmorphologie I, 112; II, 198-200; III, 352-359.

Pflanzenphysiologie III, 372-375.

Pflanzenregionen III, 335.

Pflanzensystem I, 355; II, 195-201; III, 63-67, 350-356; IV, 207.

Pflanzenzonen III, 326.

Pharmazie I, 342.

Philosophie, aristotelische I, 85.

-- ihre Anfänge I, 54.

-- neuere II, 93-96.

-- (Rückblick) IV, 14.

Phlogistontheorie II, 309; III, 142, 149.

Phönizische Schrift I, 51.

Phosphor II, 181, 308.

-- (roter) IV, 392.

Phosphorescenz I, 335.

Phosphoroxyd III, 162.

Phosphorsäure II, 310.

Photochemie, III, 149, 331-336.

Photogrammetrie IV, 328.

Photographie IV, 324-328.

Photometer II, 377, 380.

Photometrie II, 125, 376-380.

Physiologus I, 269.

Phytopaläontologie IV, 175.

Pigmentschichten IV, 225.

Planetenabstände I, 71.

Planetenbeobachtungen der Babylonier I, 22, 25.

Planetenbewegung I, 70, 190, 319; II, 119.

Planetenentstehung II, 408.

Planeten, ihre Lichtphasen II, 19.

Planetensphären II, 104.

Planetentafeln II, 116.

Planetoiden III, 249, 297.

Platinmetalle IV, 300.

Platinschwamm IV, 392.

Pneuma I, 177.

Pneumatik I, 150.

Pneumatische Wanne III, 77.

Polarisation, chromatische III, 349.

-- des Lichtes II, 231; III, 275; IV, 57.

-- galvanische III, 209.

Polarisationsapparat IV, 337-339.

Polaristrobometer IV, 60.

Pollenschlauch III, 83.

Polyeder I, 63.

Polymerie IV, 127.

Porzellan II, 292.

Potentialfunktion III, 303.

Potentialtheorie III, 136, 300-306.

Präzession der Nachtgleichen I, 146, 193.

Prinzip der kleinsten Wirkung II, 144.

»Prinzipien« Newtons II, 237.

Probierkunst II, 185.

Problem der drei Körper II, 374; III, 242.

Projektion, kartographische I, 148, 198.

Projektionsmethode III, 121.

Projektive Geometrie III, 123.

Propylglykol IV, 137.

Protoplasma III, 83; IV, 163, 216, 431.

Protuberanzen IV, 324.

Proutsche Hypothese III, 184.

Pseudo-Gebersche Schriften I, 249.

Psychophysik IV, 409.

Psychophysisches Grundgesetz IV, 233, 409.

Ptolemäisches System I, 189 u. f.; II, 26; IV, 12.

Pulslehre IV, 217-220.

Puzzolanerde I, 169.

Pyridin IV, 293, 294.

Pyrochemische Untersuchungen IV, 418.

Pyroelektrizität III, 25.

Pyrometer III, 45.

Pythagoreischer Lehrsatz I, 42, 62.

Q.

Quadrant I, 196, 233; II, 108, 111.

Quadratrix I, 67.

Quadratum geometricum I, 306.

Quadratur des Kreises I, 43, 65.

Quadraturen II, 149.

Quadratwurzel I, 45.

Qualitative Analyse III, 152.

Quanten, elektrische IV, 425.

Quantitative Analyse II, 311; III, 153, 156.

Quecksilber I, 208; II, 186.

Quecksilberkompensation II, 361.

Quecksilberluftpumpe IV, 49.

Quecksilberoxyd I, 250, 253; III, 160.

Quellen I, 200.

R.

Rädertiere II, 335.

Radiärtiere IV, 237.

Radikale IV, 119-122.

Radikaltheorie IV, 135.

Radioaktivität IV, 415, 422-426.

Radium IV, 423.

Ranken III, 363.

Rationalität der Achsenabschnitte III, 341.

Raumgittersysteme IV, 280.

Raumverminderung III, 42.

Reaktionsgeschwindigkeit IV, 354-356, 360.

Realismus II, 207.

Realisten II, 4.

Reduziertes Auge IV, 229.

Reflexbewegung IV, 227.

Reflexion des Lichtes I, 136; II, 144, 251.

Reformation I, 295.

Refraktion, astronomische I, 204; II, 126.

Regelation IV, 277.

Regenbogen I, 97, 273, 285, 333; II, 224.

Regeneration III, 100.

Regenhöhe II, 281.

Reibungselektrizität, ihre chemische Wirkung IV, 85.

Reibungskoeffizient III, 27.

Reihen I, 45, 133.

Reizbewegungen III, 89; IV, 209-212.

Relativitätsprinzip IV, 413.

Renaissance I, 265, 280.

Resonatoren IV, 375.

-- elektrische IV, 382.

Retortenkohle IV, 401.

Reversionspendel IV, 33.

Richtungsbewegungen IV, 212.

Rohrzuckerinversion IV, 353.

Rohrzucker, sein osmotischer Druck IV, 365.

Röntgenstrahlen IV, 421.

Rostocker naturwissenschaftliche Gesellschaft II, 211.

Rotationskörper I, 149.

Rotationsmagnetismus III, 236; IV, 74.

Rotatorische Polarisation IV, 337.

Rowlandsches Gitter IV, 320.

Royal Society II, 208-210.

Rübenzuckerindustrie IV, 407.

Rubidium IV, 320.

Rückenmark IV, 227.

Rückenmarksnerven IV, 151.

Rückschlag, elektrischer III, 191.

Rückstand, elektrischer IV, 82.

Rumfords Versuch III, 266.

Rutil III, 348.

S.

Saftsteigen III, 72; IV, 215.

Säkulare Hebungen und Senkungen III, 388.

Salizylsäure IV, 398.

Salmiak II, 186.

Salpen IV, 238.

Salpeter I, 248.

Salpetersäure II, 185; III, 163.

Salpetersaure Luft III, 140.

Salzablagerungen, ozeanische IV, 361.

Salze III, 187.

Salzsäure II, 185.

Samenfäden II, 338; III, 82.

Sandesrechnung des Archimedes I, 126.

Saros I, 26.

Saturn II, 19, 245, 289; III, 243, 247, 251.

Säulenelektroskop III, 207.

Säuren III, 163, 173, 294.

Sauerstoff III, 145, 160.

Sechsteilung des Kreises I, 15.

Sehen I, 91, 184; II, 98, 130; III, 112.

Seidenschmetterling II, 330.

Seismograph IV, 273.

Seitendruck II, 158.

Sekretion der Drüsen IV, 221-223.

Sekundenpendel II, 263; IV, 32.

Selbstbefruchtung II, 351; III, 89.

Selbstinduktion IV, 81.

Selenographie II, 134.

Sexagesimalsystem I, 15.

Sextant II, 218.

Sexualität der Pflanzen I, 77, 106, 112, 272; II, 343, 348; III, 81-83; IV, 260.

Sibirien II, 410.

Sicherheitslampe III, 221.

Siebeneck I, 125.

Siedepunkt II, 287; III, 38.

Siedepunktsregelmäßigkeiten IV, 330.

Silicium III, 218; IV, 128.

Silikate III, 146.

Sinnpflanze IV, 208-214.

Sinusbussole IV, 101.

Solenoid III, 233.

Solvayprozeß IV, 395.

Sonne, ihre Beschaffenheit III, 252; IV, 319.

-- ihre Entfernung I, 143; IV, 22.

-- ihre Größe I, 144, 277, 323.

Sonnenbewegung I, 147, 189; III, 253 bis 256.

Sonnenbild I, 329; II, 125.

Sonnenenergie IV, 185, 193.

Sonnenfinsternis I, 52.

Sonnenflecken II, 13, 20, 98, 120.

Sonnenparallaxe II, 387-389; IV, 36.

Sonnenspektrum III, 272; IV, 310, 318, 327, 336.

Sonnensystem, sein Energievorrat IV, 194.

Sonnenuhr I, 168.

Sozialwissenschaft II, 286.

Spaltöffnungen II, 342; III, 77.

Spannkraft III, 293; IV, 191.

Spannungsreihe, elektrische III, 22, 198, 201.

Spektralanalyse IV, 311-324.

Spektroskop IV, 312, 321-323.

Spektrum I, 185; II, 220-222.

Spermatozoiden IV, 247.

Spezifische Energien IV, 152.

-- Wärme III, 57.

Spezifisches Gewicht I, 243.

Sphärenmusik I, 95.

Sphärentheorie I, 94.

Sphäroid I, 125.

Spiegelteleskop II, 216; III, 251.

Spielarten I, 357; II, 202; IV, 245.

Spiralröhren II, 342-344.

Spitzenwirkung III, 19.

Sporogonium IV, 247.

Sulfosäure IV, 132.

Sulfur I, 251.

Süßwasserpolyp III, 99-101; IV, 249.

Symmetriearten IV, 279.

Synthetische Geometrie III, 122.

Syrische Handschriften I, 226.

Sch.

Schallfortpflanzung I, 90, 185; II, 176.

Schallgeschwindigkeit II, 78, 381-383.

Schaltjahr I, 21.

Schattenmessung I, 53.

Schematisches Auge IV, 228.

Schichtenlehre II, 300, 405.

Schiefe Ebene I, 337; II, 45, 56.

Schießpulver I, 47, 236, 281.

Schlagweite IV, 83.

Schlierenapparat IV, 62-65.

Schmelzwärme III, 48-50.

Schnellwage I, 170.

Scholastik I, 296.

Schöpfung III, 382.

Schöpfungsgeschichte I, 27.

Schutzimpfung IV, 202.

Schwärmsporen IV, 163, 205.

Schwefelsäure I, 249; III, 290; IV, 394.

Schwerpunktsbestimmungen I, 127, 148; II, 153.

Schwimmen I, 129; II, 62.

Schwingungen II, 381-385.

Schwingungsmittelpunkt II, 265-267.

St.

Stachelhäuter IV, 237.

Stadium I, 140.

Stärke IV, 163.

Staroperation I, 35, 48.

Statik II, 373.

-- chemische III, 172.

Staub, Keime darin IV, 202.

Staubfiguren II, 383.

Stehende Wellen II, 67.

Stein der Weisen I, 246, 282, 338; II, 181.

Steinkohle IV, 273.

Stellenwert I, 13, 44.

Stellungsisomerie IV, 292.

Sterblichkeit II, 286.

Stereochemie IV, 299, 361.

Stereometrie, ihre Anfänge I, 68; III, 183.

Stereoskop IV, 60-62.

Sternbilder I, 145.

Sterne, neue II, 28, 107.

Sternschnuppen III, 261, 326.

Sternwarte I, 311.

Stimmbildung III, 114.

Stöchiometrie III, 118, 187.

Stoffwechsel der Pflanzen IV, 147.

Störungstheorie III, 242; IV, 28.

Stoß II, 57, 272-274.

Stoßapparat II, 278.

Strandlinien III, 388.

Strobilaform IV, 238.

Strontium III, 218.

Strukturchemie IV, 144, 287.

Strukturformeln IV, 288.

T.

Tabula Peutingeriana I, 168.

Tafeln von Senkereh I, 14.

Tangentenbussole IV, 112.

Tangentenproblem I, 124; II, 141.

Tastsinn IV, 230.

Tautochrone II, 355.

Technik II, 5.

Technische Leistungen der Alten I, 33, 37.

Teerfarben IV, 395.

Telegraph I, 336; IV, 398.

Teleobjektiv II, 12.

Telephon IV, 399.

Temperatur, tiefe IV, 417.

Temperaturempfindungen IV, 232.

Thallium IV, 323.

Theodolith I, 157; II, 110.

Therapeutik I, 178.

Thermochemie IV, 346.

Thermodynamik III, 270.

Thermoelektrische Säule III, 239.

Thermoelektrizität III, 237-240; IV, 104.

Thermoelement III, 238.

Thermometer I, 333; II, 75, 38-44.

Thermomultiplikator IV, 68.

Thermoskop I, 155; II, 65, 74.

Thetafunktionen III, 134.

Tiefseeforschung IV, 176, 275.

Tierbastarde III, 88.

Tierfabeln I, 254.

Tierkreisbilder I, 17.

Tierkreis von Denderah I, 19.

Tierkreiszeichen I, 19.

Tierkunde des Aristoteles I, 99.

Tierregionen III, 336.

Tiersystem, aristotelisches I, 102.

-- koisches I, 81.

Tiersysteme, neuere I, 359-361; II, 203-204; III, 67, 381.

Titan III, 348; IV, 128.

Töpferei I, 34.

Torricellische Leere II, 74.

Torricellischer Versuch II, 160-163.

Torsion III, 27.

Tracheensystem II, 326.

Trägheitsgesetz, siehe Beharrungsvermögen.

Trägheitsmoment III, 309.

Transpiration III, 72.

Traubensäure IV, 296.

Triaden III, 290; IV, 299.

Triangulation II, 233; III, 315.

Tribrombenzol IV, 291.

Trichloressigsäure IV, 139.

Trigonometrie der Ägypter I, 10.

-- -- Araber I, 231.

-- -- Griechen I, 145.

-- -- Inder I, 47.

-- neuere I, 305; II, 138, 397.

-- sphärische I, 193.

Trigonometrische Funktionen I, 307.

Trockenplatte IV, 45.

Trockensäule III, 209; IV, 90.

Trockene Destillation III, 78.

Tunnelbau I, 162.

Tychos System II, 113.

Typen III, 382.

-- gemischte IV, 142.

Typentheorie IV, 139.

U.

Übergangsformen IV, 250.

Überkaltung III, 41, 58.

Uhren I, 196; II, 49, 259-263, 361.

Ultrarot III, 281.

Umkehrung der Spektren IV, 316.

Undulationstheorie, siehe Wellentheorie.

Ungleichheiten der Mondbewegung I, 191.

Universitäten I, 267, 294; IV, 4.

Unruhe II, 263.

Unterricht IV, 8.

Uranus III, 250; IV, 27.

Urformen III, 333; IV, 249.

Urstoff IV, 307.

Urwirbeltier IV, 257.

Urzeugung I, 100; II, 327; III, 105; IV, 205.

V.

Vakuum I, 153, 276; II, 39, 175.

Valenztheorie IV, 144.

Variation, astronomische I, 190.

Variationsrechnung II, 359.

Vaucheria IV, 205.

Vegetationsformen III, 335.

Venenklappen I, 367; II, 315.

Venus II, 288.

Verbrennung II, 175, 191; III, 79, 162.

Verbrennungswärme III, 54, 57.

Verdampfungswärme III, 51.

Verdunstungskälte III, 51.

Verkalkung II, 191; III, 157-159.

Versteinerungen I, 303, 345; II, 304, 404, 421.

Verteilung, elektrische III, 31, 191, 302.

Verwandtschaft, chemische II, 187; III, 150, 151, 220.

-- der Organismen III, 358.

Virtuelle Geschwindigkeiten I, 301; II, 55, 63, 164.

Vis plastica I, 345.

Vitalismus IV, 432.

Vitriolsaure Luft III, 140.

Vivisektion I, 179; III, 78, 111.

Voltaelektrometer IV, 87.

Voltas Becherapparat III, 204.

Voltasche Säule III, 203.

Voltascher Versuch III, 200.

Volumgesetz III, 287.

Vorkeim IV, 248.

Vorlesungen über Geschichte der Naturwissenschaften IV, 4.

Vulkane I, 199.

Vulkanismus II, 405; III, 337-339, 390.

Vulkanisten II, 417.

W.

Wage I, 29.

Wahrscheinlichkeitsrechnung II, 147, 354.

Waltiere I, 103.

Wärmeäquivalent III, 267, 271; IV, 180 bis 190.

Wärmekapazität III, 269.

Wärmemaschinen III, 279.

Wärmestrahlung II, 72, 280; III, 53, 149, 274; IV, 68.

Wärmesummen, ihre Konstanz IV, 348.

Wärmetheorie III, 48, 264-268.

Wärme, tierische III, 53.

Wärmetönung IV, 345.

Wasser I, 54; II, 183.

Wasserbäder I, 250.

Wasserbarometer II, 172.

Wasserleitungen I, 33, 37.

Wasserzersetzung III, 21, 165, 212.

Wasser, Zusammensetzung III, 165.

Webers elektrodynamisches Grundgesetz IV, 109.

Webersches psychophysisches Gesetz IV, 233.

Weingewinnung I, 38.

Weinsäure IV, 296.

Wellenlehre IV, 217.

Wellentheorie des Lichtes II, 82, 246, 362; III, 274-277; IV, 337.

Weltbild II, 27; IV, 10.

Weltkarte I, 53, 201, 299, 326.

Weltsystem des Herakleides Pontikos I, 74.

-- des Philolaos I, 73.

-- nach Laplace III, 244-247.

Widmannstättensche Figuren III, 261.

Wiederkehr (Lehre von der steten W.) I, 96, 185.

Windbestäubung III, 89.

Windblütler III, 97.

Winkelmeßapparat I, 158.

Winkeltreue II, 396.

Wirbelbewegung I, 59; IV, 372.

Wirbellose III, 381; IV, 152.

Wirbelringe IV, 373.

Wirbeltiere III, 380.

-- Abstammung IV, 151.

Wurf I, 332, 337; II, 52.

Wurzeldruck III, 75.

Y.

Young-Helmholtzsche Theorie IV, 378.

Z.

Zahlen, allgemeine I, 210.

Zahlenlehre, ihre Anfänge I, 63.

Zahlenmystik I, 61.

Zahlentheorie II, 147; III, 135, 297.

Zahnkaries I, 36.

Zahnradübertragung I, 120, 156.

Zeemanneffekt IV, 389, 425.

Zeitmessung (Beginn der Z.) I, 18.

Zeitrechnung, siehe Kalender.

Zellbildung IV, 162.

Zellen II, 340; IV, 151.

Zellenlehre IV, 156-160, 210.

Zellenpflanzen III, 357.

Zellgewebe II, 340; III, 108.

Zellkern IV, 157, 163.

Zellteilung IV, 164.

Zellularpathologie IV, 160.

Zentralbewegung I, 337; II, 236.

Zentralfeuer I, 55, 73, 141.

Zentrifugalkraft II, 267-270.

Zentrifugalpendel II, 269.

Zentrifugalregulator III, 36.

Zeugung II, 329.

Ziffern I, 262.

Ziffernsystem I, 233, 236.

Zirkonium III, 348.

Zirkularpolarisation IV, 338.

Zitteraal III, 23, 327.

Zitterrochen III, 24.

Zodiakallicht II, 289.

Zoologie, ihre Anfänge I, 78.

-- bei den Griechen I, 99, 176.

-- im Mittelalter I, 274.

Zuchtwahl, natürliche IV, 253-256.

Zucker II, 311.

Zuckerrohr I, 248.

Zuckerrübe II, 312.

Zusammendrückbarkeit II, 77.

Zustandsgleichung IV, 52.

Zweckbegriff I, 58.

Zweifache Wahrheit I, 266.

Zwischenkieferbein III, 324.

Zwitterblüten III, 80.

Zyklone III, 321.

Literatur[655].

I. Gesamtgebiet der Naturwissenschaften, Allgemeines.

*Archiv für die Geschichte der Naturwissenschaften und der Technik.* Herausgegeben von *K. v. Buchka*, *H. Stadler*, *K. Sudhoff*. Jeder Band Mk. 20.--, (jährlich in 6 Heften). Verlag von F. C. W. Vogel in Leipzig.

Das Hauptorgan für Originalarbeiten auf dem Gebiete der Geschichte der Naturwissenschaften. Es ergänzt die Mitteilungen der Deutschen Gesellschaft für Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften. Letztere sind in erster Linie referierend.

*Brockelmann, C.*, Geschichte der arabischen Literatur. Weimar 1898-1902.

*Bryk, O.*, Entwicklungsgeschichte der reinen und angewandten Naturwissenschaften im XIX. Jahrhundert. I. Band: Die Naturphilosophie und ihre Überwindung durch die erfahrungsgemäße Denkweise (1800-1850). 654 S. Geh. Mk. 15.--. (Leipzig 1909, J. A. Barth.)

*Burckhardt, J.*, Die Kultur der Renaissance in Italien. 10. Aufl. von *L. Geiger*. 2 Bde. Leipzig 1908.

*Carriere, M.*, Die philosophische Weltanschauung der Reformationszeit. Stuttgart und Tübingen 1847.

*Dannemann, Friedrich*, Aus der Werkstatt großer Forscher. Allgemeinverständliche, erläuterte Abschnitte aus den Werken hervorragender Naturforscher aller Völker und Zeiten. Dritte Auflage des I. Bandes des »Grundriß einer Geschichte der Naturwissenschaften«. Mit 62 Abb. im Text, größtenteils in Wiedergabe nach den Originalwerken, und 1 Spektraltaf. Gr. 8^o. 1908. (XII, 430 S.) Leipzig, Verlag von W. Engelmann. Mk. 6,--, in Leinen geb. Mk. 7,--.

*Dannemann, Friedrich*, Quellenbuch zur Geschichte der Naturwissenschaften. (Deutsche Schulausgaben, herausgegeben von Dr. *J. Ziehen*. Nr. 39.) Dresden, Verlag von L. Ehlermann. 158 S. Mk. 1,20.

*Darmstädter, Ludwig*, Handbuch zur Geschichte der Naturwissenschaften und der Technik. In chronologischer Darstellung. Zweite umgearbeitete und vermehrte Auflage. Unter Mitwirkung von *R. du Bois-Reymond* und *C. Schaefer*. X und 1262 S. (Berlin 1908. J. Springer.)

-- -- und *R. du Bois-Reymond*, 4000 Jahre Pionier-Arbeit in den exakten Wissenschaften. Berlin, J. A. Stargardt, 1904. 389 S. Mk. 4,--, geb. Mk. 5,--.

*De Candolle, Alphonse*, Zur Geschichte der Wissenschaften und der Gelehrten seit zwei Jahrhunderten, nebst anderen Studien über wissenschaftliche Gegenstände, insbesondere über Vererbung und Selektion beim Menschen. Herausgegeben von *Wilhelm Ostwald*. 466 S. Leipzig 1911, Akademische Verlagsgesellschaft.

*Doppelmayr, J. G.*, Historische Nachrichten von den Nürnbergischen Mathematicis und Künstlern. Nürnberg 1730.

*Draper, A.*, Geschichte der geistigen Entwicklung Europas. Deutsch von Bartels, Leipzig 1871.

*Eucken, R.*, Die Methode der Aristotelischen Forschung. Berlin 1872.

*Euler, L.*, Lettres à une Princesse d'Allemagne sur quelques sujets de physique et de philosophie. 3 Bde. Petersburg 1768-1772. Deutsche Ausgaben veröffentlichten F. Kries (1792-1794, Leipzig) und J. Müller (1848 Stuttgart).

*Fechner, Gustav Theodor*, Über die physikalische und philosophische Atomenlehre. 1. Aufl. Leipzig, Verlag von Hermann Mendelssohn 1855. Seitdem wiederholt erschienen.

*Günther, Siegmund*, Geschichte der antiken Naturwissenschaft. 1888 (Siehe Müller, Handbuch der klassischen Altertumswissenschaften).

-- -- Geschichte der anorganischen Naturwissenschaften im 19. Jahrhundert. Georg Bondi, Berlin 1901. Gr.-O. 984 S.

Das Buch bildet den V. Band der von *Paul Schlenther* herausgegebenen umfassenden Darstellung »Das neunzehnte Jahrhundert in Deutschlands Entwicklung«.

-- -- Geschichte der Naturwissenschaften. (Bücher der Naturwissenschaft, 2. und 3. Band.) 136 und 290 S. Mit dem Bildnis des Verfassers, 4 farbigen und 12 schwarzen Taf. (Leipzig 1909, Ph. Reclam jun.)

-- -- Ziele und Resultate der neueren mathematisch-historischen Forschung. Erlangen 1876.

*Hehn, V.*, Kulturpflanzen und Haustiere in ihrem Übergange aus Asien nach Griechenland, Italien und in das übrige Europa. 8. Aufl. Berlin 1911.

*Helmholtz, Hermann von*, Vorträge und Reden. 5. Aufl. Mit dem Bildnis des Verfassers und zahlreichen Holzstichen. Zwei Bände à Mk. 8,--. Braunschweig, Vieweg & Sohn.

-- -- Wissenschaftliche Abhandlungen. 3 Bände. Mit 2 Porträts und 8 lithographischen Tafeln, in Leinen gebunden. Leipzig, Barth. I. Band. 1882. Mk. 20,--. II. Band. 1883. Mk. 20,--. III. Band. 1895. Mk. 18,--.

*Hooke*, Micrographia or some philosophical descriptions of minute bodies. London 1665.

*Humboldt, A. v.*, Kosmos oder Entwurf einer physischen Weltbeschreibung. Cottasche Ausgabe. Stuttgart und Tübingen 1845. 4 Bände.

-- -- Kritische Untersuchungen zur Geschichte der Geographie und nautischen Astronomie. Berlin 1835.

*König, Edmund*, Kant und die Naturwissenschaft. Heft 22 der Sammlung: Die Wissenschaft. 8^o 232 S. (Braunschweig 1907, Friedr. Vieweg & Sohn.)

*Lange, F. A.*, Geschichte des Materialismus und Kritik seiner Bedeutung für die Gegenwart. 2 Bde. 8. Aufl. Leipzig 1908.

*Lasswitz, K.*, Geschichte der Atomistik vom Mittelalter bis Newton. 2 Bde. 1890.

*Ledermüller*, Mikroskopische Gemüts-und Augenergötzungen. 1761.

*Lenz, H. O.*, Zoologie, Botanik, Mineralogie der Griechen und Römer. 3 Bde. 1856-1861.

*Les manuscrits de Lionarde de Vinci*, publiés en facsimilés avec transcription littérale, traduction française etc. Paris 1881.

*Leuwenhoek, Anton von*, Arcana naturae ope microscopiorum detecta. Leyden 1708.

*Libri*, histoire des sciences mathématiques en Italie, depuis la renaissance des lettres. 4 Bde. Paris 1837-1841.

*Lindner, Th.*, Weltgeschichte seit der Völkerwanderung in 9 Bänden. Stuttgart und Berlin, Cotta'sche Buchhandlung. 1901 u. f.

*Linné*, Vollständiges Natursystem nach der 12. lateinischen Ausgabe. Herausgegeben von Müller. 1773.

Die erste Ausgabe erschien in Leyden im Jahre 1735 unter dem Titel: Systema naturae s. Regna tria naturae systematice proposita.

*Lippmann, O. v.*, Abhandlungen und Vorträge zur Geschichte der Naturwissenschaften. 2 Bände. Leipzig, Veit & Co., 1906 und 1913.

*Maspero, G.*, Geschichte der morgenländischen Völker im Altertum. Übersetzt von R. Pietschmann. Leipzig 1877.

*Megenberg, Conrad von*, Das Buch der Natur. Die erste Naturgeschichte in Deutschland. Bearbeitet von Dr. Hugo Schulz. Greifswald 1897.

*Mitteilungen zur Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften.* Herausgegeben von der Deutschen Gesellschaft für Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften. Verlag von L. Voß in Leipzig.

Die Zeitschrift bringt vorzugsweise Referate. Bisher erschienen 11 Bände (je Mk. 20.--).

*Montucla*, Histoire des Mathématiques. 2. Ausg. in 4 Bänden. Paris 1799-1802.

Die erste, 2 Bände umfassende Ausgabe erschien 1758.

*Müller, F. C.*, Geschichte der organischen Naturwissenschaften im neunzehnten Jahrhundert. Berlin 1902.

*Newton, I.*, Philosophiae naturalis principia mathematica, London 1687. Übersetzt von Wolfers, Berlin 1872. Siehe auch Ferd. Rosenberger: Isaac Newton und seine physikalischen Prinzipien. Ein Hauptstück aus der Entwicklungsgeschichte der modernen Physik. Leipzig 1895.

*Ostwald, Wilhelm*, Große Männer. 424 S. Leipzig 1909. Akademische Verlagsgesellschaft.

*Peschel, O.*, Geschichte der Erdkunde bis auf A. v. Humboldt und Karl Ritter. 1877.

*Peters*, Der griechische Physiologus und seine orientalischen Übersetzungen. Berlin 1898. Das genannte Werk enthält auch eine Geschichte der merkwürdigen Schrift.

*Poggendorff, J. C.*, Biographisch-literarisches Handwörterbuch zur Geschichte der exakten Wissenschaften. J. A. Barth, Leipzig 1863 und f.

*Swammerdam, Jan*, Bibel der Natur. Aus dem Holländischen übersetzt. Leipzig 1752.

Die holländische Ausgabe erschien im Jahre 1735.

*Schwenter, D.*, Mathematische und philosophische Erquickungsstunden. Nürnberg 1636.

*Strunz, F.*, Beiträge und Skizzen zur Geschichte der Naturwissenschaften. 192 S. mit einer Abbildung im Text. Mk. 5,--. Hamburg und Leipzig 1909, L. Voß.

-- F., Geschichte der Naturwissenschaften im Mittelalter. Im Grundriß dargestellt. Stuttgart 1910. Verlag von F. Enke.

*Tannery, P.*, Les sociétés savantes et l'histoire des sciences. Paris 1906.

*Voigt, G.*, Die Wiederbelebung des klassischen Altertums. Berlin 1859.

*Whewell, W.*, Geschichte der induktiven Wissenschaften. Stuttgart 1840-1841, übersetzt von I. I. v. Littrow.

*Volkmann, Paul*, Erkenntnistheoretische Grundzüge der Naturwissenschaften und ihre Beziehungen zum Geistesleben der Gegenwart. 2. Aufl., Leipzig 1910, B. G. Teubner.

*Wiedemann, Eilhard*, Beiträge zur Geschichte der Naturwissenschaften. Sitzungsberichte der Physikalisch-Medizinischen Sozietät in Erlangen 1905.

*Wüstenfeld, F.*, Geschichte der arabischen Ärzte und Naturforscher. Göttingen 1840.

*Zeller, E.*, Die Philosophie der Griechen. 3 Bde., 1844-1852. Später noch oft erschienen.

*Ziehen, J.*, Männer der Wissenschaft. Eine Sammlung von Lebensbeschreibungen zur Geschichte der wissenschaftlichen Forschung und Praxis. Leipzig 1906, W. Weicher.

II. Astronomie.

*Almagest*-Ausgabe von N. B. Halma. Paris 1813

Der genauere Titel lautet: Composition mathématique de Claude Ptolémée traduite pour la première fois en français. 2 Vol. Paris 1813 und 1816.

*Aristoteles*, Vier Bücher über das Himmelsgebäude und zwei Bücher über Entstehen und Vergehen. Griechisch und deutsch mit sacherklärenden Anmerkungen von *Carl Prantl*. Leipzig, W. Engelmann. 1857. (510 Seiten). Mk. 6.--

*Arrhenius, Prof. Dr. S.*, Die Vorstellung vom Weltgebäude im Wandel der Zeiten. Das Werden der Welten. Neue Folge. Aus dem Schwedischen übersetzt von L. Bamberger. Leipzig 1909. Akademische Verlagsgesellschaft. 191 Seiten.

*Benzenberg* und *Brandes*, Versuch, die Entfernung, Geschwindigkeit und Bahn der Sternschnuppen zu bestimmen. Hamburg 1800

*Boeckh, August*, Philolaos des Pythagoreers Lehren nebst den Bruchstücken seines Werkes. Berlin, Vossische Buchhdlg. 1819

*Claudius Ptolemäus*, Handbuch der Astronomie. Aus dem Griechischen übersetzt und mit erläuternden Anmerkungen versehen von Karl Manitius, Dresden. In 2 Bänden. Leipzig 1912, B. G. Teubner.

*Encke, J. F.*, Über die Bestimmung einer elliptischen Bahn aus drei vollständigen Beobachtungen. -- *P. A. Hansen*, Über die Bestimmung der Bahn eines Himmelskörpers aus drei Beobachtungen. Herausgegeben von *J. Bauschinger*. (162 Seiten.) Mk. 2.50

Bd. 141 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Fiorini*, Erd- und Himmelsgloben. Ihre Geschichte und Konstruktion. Bearbeitet von *S. Günther*. Leipzig, Teubner. 1895

*Foerster, W.*, Die Astronomie des Altertums und Mittelalters. Berlin 1876

*Foerster, Wilhelm*, Über Zeitmessung und Zeitregelung. Leipzig, 1909. J. A. Barth.

*Frischauf, Johannes*, Grundriß der theoretischen Astronomie und der Geschichte der Planetentheorien. Zweite, vermehrte Aufl. Mit 22 Fig. im Text. 1903. Leipzig W. Engelmann. Geb. Mk. 6.--

*Galilei, Galileo*, Dialog über die beiden hauptsächlichen Weltsysteme, das Ptolemäische und das Kopernikanische. Aus dem Italienischen übersetzt und erläutert von Emil Strauß. Geh. Mk. 16.--. Leipzig 1891, B. G. Teubner.

*Ginzel, K. F.*, Die astronomischen Kenntnisse der Babylonier. In den Beiträgen zur alten Geschichte. Bd. I (1902). S. 350 u. f

*Günther, L.*, Die Mechanik des Weltalls. Eine volkstümliche Darstellung der Lebensarbeit Johannes Keplers, besonders seiner Gesetze und Probleme. Mit 16 Fig. 1 Tafel. Leipzig 1909. B. G. Teubner

*Herschel, W.*, Über den Bau des Himmels. Leipzig 1850

Die englische Ausgabe erschien 1784 unter dem Titel: On the construction of heavens.

*Jacobi, Max*, Das Weltgebäude des Kardinals Nikolaus von Cusa. Ein Beitrag zur Geschichte der Naturphilosophie und Kosmologie in der Frührenaissance. Berlin 1904

*Ideler, C. L.*, Über die Sternkunde der Chaldäer. Abhandlungen der Berliner Akad. d. Wissenschaften. 1814-15

*Kant, I.*, Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels oder Versuch von der Verfassung und dem mechanischen Ursprunge des ganzen Weltgebäudes, nach Newtonischen Grundsätzen abgehandelt. (1755.) Herausgegeben von *A. J. von Oettingen*. 158 S. Mk. 2.40

Bd. 12 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Kepler, Joh.*, Traum oder nachgelassenes Werk über die Astronomie des Mondes. Übersetzt und kommentiert von Ludwig Günther. Mit dem Bildnis Keplers, dem Faksimile-Titel der Original-Ausgabe, 24 Abb. im Text und 2 Tafeln. Geh. Mk. 8.--. Leipzig 1898, Verlag von B. G. Teubner

*Koppernikus*, De revolutionibus orbium caelestium. Nürnberg 1543

Eine neue Ausgabe veröffentlichte die Koppernikus-Gesellschaft. Sie erschien in Thorn im Jahre 1873.

*Lambert, J. H.*, Abhandlungen zur Bahnbestimmung der Kometen. Insigniores orbitae Cometarum proprietates (1761). Observations sur l'Orbite apparente des Comètes (1771). Auszüge aus den »Beiträgen zum Gebrauche der Mathematik« (1772). Deutsch herausgegeben und mit Anmerkungen versehen von J. *Bauschinger*. Mit 35 Fig. im Text. 1902. (149 S.) Mk. 2.40

Bd. 133 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

-- --, Kosmologische Briefe. 1761.

*Laplace, P. S.*, Exposition du Système du Monde. 2 Bde. 1796

Die 6. Ausgabe erschien 1835.

*Laplace, P. S.*, Mechanik des Himmels. Übersetzt v. Burckhardt. 1800. 2 Teile

-- --, Précis de l'histoire de l'astronomie. Paris 1821.

*Lockyer, N.*, Die Beobachtung der Sterne sonst und jetzt. Übersetzt von G. Siebert. 1880

*Repsold, Joh. A.*, Zur Geschichte der astronomischen Meßwerkzeuge von Purbach bis Reichenbach 1450 bis 1830. Mit 171 Abb. Leipzig 1907. W. Engelmann. Geb. Mk. 18.50

*Schaubach, J. K.*, Geschichte der griechischen Astronomie bis auf Eratosthenes. Göttingen 1802

*Schiaparelli Giovanni*, Die Astronomie im Alten Testament. Übersetzt von Willy Lüdtke. Gießen 1904. Mit 6 Abb. Geb. Mk. 4.--.

-- --, Die Vorläufer des Koppernikus im Altertum. Übersetzt von Curtze.

*Tannery, P.*, Histoire de l'astronomie ancienne. Paris 1893

*Todhunter, J.*, A history of the mathematical theories of attraction and the figure of the earth, from the time of Newton to that of Laplace. 2 Bde. London 1873

*Troels-Lund*, Himmelsbild und Weltanschauung im Wandel der Zeiten. Autorisierte, vom Verfasser durchgesehene Übersetzung von Leo Bloch. 3. Aufl. Leipzig. B. G. Teubner, 1908. Geb. Mk. 5.--

*Tychonis Brahe*, De mundi aetherei recentioribus phaenomenis. Prag 1603.

*Wolf, R.*, Geschichte der Astronomie. 815 S. Verlag von R. Oldenbourg, München 1877.

III. Physik (einschl. Meteorologie).

*Ampère* und *Babinet*, Darstellung der neuen Entdeckungen über die Elektrizität und den Magnetismus. Leipzig 1822

*Andrews, Thomas*, Kontinuität der gasförmigen und flüssigen Zustände der Materie und über den gasförmigen Zustand der Materie. Herausgegeben von *Arthur von Oettingen* und *Kenji Tsuruta* aus Japan. Mit 12 Figuren. (82 S.) Mk. 1.40

Bd. 132 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Aristoteles*, Acht Bücher Physik. Griechisch und deutsch und mit sacherklärenden Anmerkungen herausgegeben von *Carl Prantl*. 1854. (VIII, 528 S.) Mk. 5.25

*Arrhenius Svante*, Untersuchungen über die galvanische Leitfähigkeit der Elektrolyte. Übersetzt von *A. Hamburger* und herausgegeben von *O. Sackur*. Mit 6 Figuren im Text. (153 S.) Mk. 2.50

Bd. 160 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Auerbach, Felix*, Geschichtstafeln der Physik. 150 S. Leipzig 1910, Johann Ambrosius Barth. Mk. 4.--, geb. Mk. 5.--

*Avogadro, A.*, und *Ampère*, Abhandlung zur Molekulartheorie (1811 und 1814.) Mit 3 Tafeln. Herausgegeben von *W. Ostwald*. (50 S.) Mk. 1.20

Bd. 8 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Benzenberg*, Versuche über das Gesetz des Falles, über den Widerstand der Luft und über die Umdrehung der Erde. Dortmund 1804

*Bernoulli, Jakob*, und *Leonh. Euler*, Abhandlungen über das Gleichgewicht und die Schwingungen der ebenen elastischen Kurven. Übersetzt und herausgegeben von *H. Linsenbarth*. Mit 35 Textfiguren. (126 S.) 8. Mk. 2.80

Bd. 175 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

-- --, Hydrodynamica seu de viribus et motibus fluidorum commentarii. 1738.

*Bessel, F. W.*, Untersuchungen über die Länge des einfachen Sekundenpendels. (1826.) Herausgegeben von *H. Bruns*. Mit 2 Taf. 1889. (171 S.) Mk. 3.--

Bd. 7 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Blagden, Charles*, Die Gesetze der Überkaltung und Gefrierpunktserniedrigung. Zwei Abhandlungen. (1788.) Herausgegeben von *A. J. v. Oettingen*. 1894. (49 S.)

Bd. 56 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Boyle, R.*, New experiments Physico-Mechanical, touching the Spring of the Air and its Effects made in the most part in a new pneumatical engine. Oxford 1660

*Carnot, S.*, Betrachtungen über die bewegende Kraft des Feuers und die zur Entwicklung dieser Kraft geeigneten Maschinen. (1824.) Übersetzt und herausgegeben von *W. Ostwald*. Mit 5 Fig. im Text. 1892. (72 S.)

Bd. 37 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Chladni, E. F. F.*, Die Akustik. Leipzig 1802

*Clausius, R.*, Abhandlungen über die mechanische Wärmetheorie. 2 Bde. Braunschweig 1864

-- -- Über die bewegende Kraft der Wärme und die Gesetze, welche sich daraus für die Wärmelehre selbst ableiten lassen. (1850). Herausgegeben von *Max Planck*. Mit 4 Fig. im Text. 1898. (55 S.)

Bd. 99 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Coulomb, C. A.*, Vier Abhandlungen über die Elektrizität und den Magnetismus. (1785-1786.) Übersetzt und herausgegeben von *W. König*. Mit 14 Textfiguren. (88 S.) Mk. 1,80.

Bd. 13 von Ostwalds Klassikern.

*D'Alembert*, Abhandlung über Dynamik, in welcher die Gesetze des Gleichgewichtes und der Bewegung der Körper auf die kleinstmögliche Zahl zurückgeführt und in neuer Weise abgeleitet werden und in der ein allgemeines Prinzip zur Auffindung der Bewegung mehrerer Körper, die in beliebiger Weise aufeinander wirken, gegeben wird. (1743.) Übersetzt und herausgegeben von *Arthur Korn*. Mit 4 Taf. 1899. (210 S.)

Bd. 106 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften. Verlag von W. Engelmann in Leipzig.

*Doppler, Chr.*, Abhandlungen. Herausgegeben von *H. A. Lorentz*. Mit 36 Figuren im Text und einem Bildnis. (195 S.)

Bd. 161 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Du Bois-Reymond, E.*, Untersuchungen über tierische Elektrizität. Berlin 1848

*Dufay, Ch. F.*, Six mémoires sur l'électricité. Paris 1733

*Dühring, E.*, Kritische Geschichte der allgemeinen Prinzipien der Mechanik. Berlin 1873. Später noch wiederholt erschienen

*Fahrenheit*, *Réaumur*, *Celsius*, Thermometrie. (1724, 1730 bis 1733, 1742.) Herausgegeben von *A. J. v. Oettingen*. Mit 17 Figuren im Text. (140 S.) Mk. 2,40.

Bd. 57 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Faraday, Michael*, Experimental-Untersuchungen über Elektrizität. Herausgegeben von *A. J. v. Oettingen*. I.-XXIII. Reihe. (1832-1850.) Verlag von W. Engelmann, Leipzig

Bd. 81, 86, 87, 126, 128, 131, 134, 136 u. 140 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Feddersen, W.*, Entladung der Leidener Flasche, intermittierende, kontinuierliche, oszillatorische Entladung und dabei geltende Gesetze. (1857-1866.) Herausgegeben v. Th. *Des Coudres*. Mit einem Bildnis des Verf. in Heliogravüre und 3 Taf. 1908. (130 S.)

Bd. 166 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Felici, Riccardo*, Über die mathematische Theorie der elektrodynamischen Induktion. Übersetzt von *B. Dessau*, herausgegeben von *E. Wiedemann*. 1899. (121 S.)

Bd. 109 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Fischer, J. C.*, Geschichte der Physik. 1801-1808

*Frauenhofer, Joseph*, Bestimmung des Brechungs- und Farbenzerstreuungs-Vermögens verschiedener Glasarten in bezug auf die Vervollkommnung achromatischer Fernrohre. Herausgegeben von *A. J. v. Oettingen*. Mit einem Bildnis, 6 Textfiguren und 2 Figuren auf einer Tafel. (31 S.) Mk. 1.20

Bd. 150 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Galilei, Galileo*, Unterredungen und mathematische Demonstrationen über zwei neue Wissenszweige usw. (1638). 1. Tag mit 13 und 2. Tag mit 26 Figuren im Text. 3. und 4. Tag mit 90 Figuren im Text. Anhang zum 3. und 4. Tag, 5. und 6. Tag, mit 23 Figuren im Text. Aus dem Ital. und Lat. übersetzt und herausgegeben von *A. v. Oettingen*

Bd. 11, 24 u. 25 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften. Leipzig, Wilh. Engelmann.

*Galvani, Aloisius*, Abhandlung über die Kräfte der Elektrizität bei der Muskelbewegung. (1791.) Herausgeg. von *A. J. v. Oettingen*. Mit 21 Figuren auf 4 Tafeln. (76 S.) Mk. 1.40

Bd. 52 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Gauß, Carl Friedrich*, Allgemeine Grundlagen der Gestalt von Flüssigkeiten im Zustand des Gleichgewichts. Geschrieben 1829. Übersetzt von *Rudolf H. Weber*, herausgegeben von *H. Weber*. Mit 1 Fig. im Text. 1903. (73 S.)

Bd. 135 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

-- -- Allgemeine Lehrsätze in Beziehung auf die im verkehrten Verhältnisse des Quadrats der Entfernung wirkenden Anziehungs- und Abstoßungskräfte. (1840.) Herausgegeben von A. *Wangerin*. Zweite Aufl. (60 S.) Mk. --.80.

Bd. 2 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

-- -- Die Intensität der erdmagnetischen Kraft auf absolutes Maß zurückgeführt. In der Sitzung der Kgl. Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen am 15. Dezember 1832 vorgelesen. Herausgegeben von *E. Dorn*. 1894. (62 S.)

Bd. 53 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Gay-Lussac*, *Dalton*, *Dulong* und *Petit*, *Rudberg*, *Magnus*, *Regnault*, Abhandlungen über das Ausdehnungsgesetz der Gase. (1805-1842.) Herausgegeben von *W. Ostwald*. Mit 33 Textfiguren. (212 S.) Mk. 3.--

Bd. 44 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Gerland, E.* und *Traumüller, F.*, Geschichte der physikalischen Experimentierkunst. Mit 425 Abbildungen zum größten Teil in Wiedergabe nach den Originalwerken. Gr. 8^o. (XVI, 442 S.) 1899. Verlag von W. Engelmann in Leipzig. Mk. 14.--, in Halbfranz geb. Mk. 17,--

*Gilbert*, Physiologia de magnete magneticisque corporibus et de magno magnete tellure. London 1600

*Graham, Th.*, Drei Abhandlungen über Dialyse. Herausgeg. von *E. Jordis*. Mit 6 Figuren im Text. (179 S.) Mk. 3.--

Bd. 179 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Green, George*, Ein Versuch, die mathematische Analysis auf die Theorien der Elektrizität und des Magnetismus anzuwenden. (Veröffentlicht 1828 in Nottingham). Herausgeg. von *A. J. v. Oettingen* und *A. Wangerin*. 1895. (140 S.)

Bd. 61 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Grimaldi, F. M.*, Physico-Mathesis de lumine, coloribus et iride. Bononiae 1665.

*Grotthuss, Theodor von*, Abhandlungen über Elektrizität und Licht. Herausgegeben von *R. Luther* und *A. J. von Oettingen*. Mit einem Bildnis und 5 Figuren im Text. (199 S.) Mk. 3.--

Bd. 152 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Guericke, Otto von*, Neue »Magdeburgische« Versuche über den leeren Raum. (1672.) Aus dem Latein. übersetzt und herausgegeben von *Friedrich Dannemann*. Mit 15 Textfiguren. (116 S.) Mk. 2.--

Bd. 59 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften. Leipzig, W. Engelmann.

*Heller, A.*, Geschichte der Physik von Aristoteles bis auf die neueste Zeit. 2 Bände. Stuttgart 1882-1884

*Hellmann, G.*, Repertorium der deutschen Meteorologie. Leistungen der Deutschen in Schriften, Erfindungen und Beobachtungen auf dem Gebiete der Meteorologie und des Erdmagnetismus von den ältesten Zeiten bis zum Schlusse des Jahres 1881. Leipzig 1883, W. Engelmann. Mk. 14,--

*Helmholtz, H. von*, Beschreibung eines Augenspiegels zur Untersuchung der Netzhaut. (1851.) Leipzig 1910, J. A. Barth

Als 4. Band der Sammlung »Klassiker der Medizin« herausgegeben von *K. Sudhoff*.

-- -- Die Lehre von den Tonempfindungen als physiologische Grundlage für die Theorie der Musik. Braunschweig 1863.

-- -- Erhaltung der Kraft. (1847). (60 S.) Mk. --,80.

Bd. 1 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften. Leipzig. Wilh. Engelmann.

-- -- Handbuch der physiologischen Optik. Leipzig, Leopold Voß. 1. Aufl. 1856. 3. Aufl. 1866. Die dritte Auflage wurde 1909 ergänzt von neuem herausgegeben von *W. Nagel*.

-- -- Zwei hydrodynamische Abhandlungen. I. Über Wirbelbewegungen. (1858.) -- II. Über diskontinuierliche Flüssigkeitsbewegungen. (1868.) Herausgegeben von *A. Wangerin*. (80 S.) Mk. 1.20.

-- -- Theorie der Luftschwingungen in Röhren mit offenen Enden. (1859.) Herausgegeben von *A. Wangerin*. (132 S.) Mk. 2.--.

Bd. 79 und 80 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Hennig, Rich.*, Die älteste Entwicklung der Telegraphie und Telephonie. (2. Band der Sammlung »Wissen und Können«.) Mit 61 Abb. Leipzig 1908, Barth. Geb. Mk. 4.--

*Hoppe, E.*, Geschichte der Elektrizität. Leipzig 1884, J. A. Barth

*Huygens, Christiaan*, Abhandlungen über das Licht. (1678.) Herausgeg. von *E. Lommel*. 2. Aufl., durchges. und berichtigt von *A. v. Oettingen*. Mit 57 Textfiguren. (115 S.) Mk. 2,--

Bd. 20 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften. Leipzig, W. Engelmann.

*Huygens, Christiaan*, Horologium oscillatorium. 1673

In deutscher Übersetzung unter dem Titel »Die Pendeluhr« herausgegeben als 192. Bd. von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften. Leipzig, W. Engelmann 1913.

-- -- Nachgelassene Abhandlungen: Über die Bewegung der Körper durch den Stoß. Über die Zentrifugalkraft. Herausgegeben von *Felix Hausdorff*. Mit 49 Fig. im Text. 1903. (79 S.)

Bd. 138 von Ostwalds »Klassikern der exakten Wissenschaften«.

*Joule, J. P.*, Das mechanische Wärmeäquivalent. Gesammelte Abhandlungen. Herausgegeben von *Spengel*. 1872

*Karrass, Th.*, Die Geschichte der Telegraphie. I. Teil. (Telegraphen- und Fernsprechtechnik, Nr. IV.) Mit 618 Abb. und 7 Tafeln. Braunschweig 1909, Vieweg & Sohn. Geb. Mk. 30,--

*Kepler, Johannes*, Dioptrik. (Augsburg. 1611.) Übersetzt und herausgegeben von *Ferd. Plehn*. Mit 43 Figuren im Text. (114. S.) Mk. 2,--

Bd. 144 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Kircher, A.*, Ars magna lucis et umbrae. Amsterdam 1646

-- -- Magnes sive de arte magnetica. Bonn 1641.

-- -- Mundus subterraneus, in quo universae naturae majestas et divitiae demonstrantur. 2 Bde. Amsterdam 1664.

*Kirchhoff, G.*, Abhandlungen über mechanische Wärmetheorie: 1. Über einen Satz der mechanischen Wärmetheorie und einige Anwendungen desselben. (1858.) -- 2. Bemerkung über die Spannung des Wasserdampfes bei Temperaturen, die dem Eispunkte nahe sind. (1858.) -- 3. Über die Spannungen des Dampfes von Mischungen aus Wasser und Schwefelsäure. (1858.) Herausgegeben von *Max Planck*. 1898. (48 S.)

Bd. 101 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

-- -- Vorlesungen über mathematische Physik. 4 Bände. Mit Figuren. Leipzig, B. G. Teubner.

I. Band. Mechanik. 4. Auflage von W. Wien. 1897.

II. Band. Optik. Herausgegeben von *K. Hensel*.

III. Band. Theorie der Elektrizität und des Magnetismus. Herausgegeben von *M. Planck*. 1891. (Neudruck 1910.)

IV. Band. Theorie der Wärme. Herausgegeben von *M. Planck*. 1894. (Neudruck 1910.)

*Klee, Friedrich*, Die Geschichte der Physik an der Universität Altdorf bis zum Jahre 1650. Erlangen 1908. Mencke. (VIII, 180 S.)

*La Cour, P.*, und *J. Appel*, Die Physik auf Grund ihrer geschichtlichen Entwicklung. Übersetzt von *G. Siebert* Braunschweig 1905, F. Vieweg & Sohn. Geb. Mk. 16,50

*Lambert, J. H.*, -- Photometrie. (1760.) Deutsch herausg. v. *E. Anding*

Bd. 31, 32 und 33 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Lambert, J. H.*, Pyrometrie oder vom Maß des Feuers und der Wärme. Augsburg, 1777

Über die Anziehung homogener Ellipsoide. Abhandlungen von *Laplace* (1782), *Ivory* (1809), *Gauß* (1813), *Chasles* (1838) und *Dirichlet* (1839). Herausgegeben von *A. Wangerin*. Mit 2 Fig. im Text. 1890. (118 S.)

Bd. 19 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Lavoisier, A. L.*, und *P. S. de Laplace*, Zwei Abhandlungen über die Wärme. (Aus den Jahren 1780 und 1784.) Herausgegeben von *J. Rosenthal*. Mit 13 Figuren im Text. (74 S.) Mk. 1.20

Bd. 40 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Listing, Johann Benedikt*, Beitrag zur physiologischen Optik. Herausgegeben von *Otto Schwarz*. Mit einem Bildnis und 2 lithographischen Tafeln. (52 S.) Mk. 1.40

Bd. 147 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Lomonossow, M. W.*, Physikalisch-chemische Abhandlungen. 1741 bis 1752. Aus dem Lateinischen und Russischen mit Anmerkungen herausg. v. *B. N. Menschutkin* und *Max Speter*. Mit Lomonossows Bildnis und 1 Fig. im Text. (61 S.) Mk. 1.20

Bd. 178 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Mach, E.*, Geschichte und Wurzel des Satzes von der Erhaltung der Arbeit. Prag 1872

-- -- Die Mechanik in ihrer Entwicklung. Historisch-kritisch dargestellt.

-- Prinzipien der Wärmelehre. 2. Auflage. Mit 105 Abb. und 6 Porträts. Leipzig 1900, Joh. Ambr. Barth. Geb. Mk. 11.--.

*Mariotte*, *Oeuvres de M.* 2 Bde. Leyden 1717

*Mayer, R.*, Die Mechanik der Wärme. Zwei Abhandlungen. Herausgegeben von *A. J. von Oettingen*. Mit 1 Titelporträt von R. Mayer. (90 S.) Mk. 1.60

Bd. 180 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Maxwell, James Clerk*, Über Faradays Kraftlinien. (1855 und 1856.) Herausgegeben von *L. Boltzmann*. (130 S.) Mk. 2.--

-- Physikalische Kraftlinien. Herausg. von *L. Boltzmann*. Mit 12 Textfiguren. (147 S.) Mk. 2.40.

Bd. 69 und 102 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Melloni, M.*, La thermachrose ou la coloration calorifique. Neapel 1850

*Neumann, F. E.*, Die mathematischen Gesetze der induzierten elektrischen Ströme. (1845.) Herausgegeben von *C. Neumann*. (96 S.) Mk. 1.50.

*Neumann, F. E.*, Theorie induzierter elektrischer Ströme. (1847.) Herausg. von *C. Neumann*. Mit 10 Figuren im Text. (96 S.) Mk. 1.50

Bd. 10 und 36 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

-- -- Theorie der doppelten Strahlenbrechung, abgeleitet aus den Gleichungen der Mechanik. (1832.) Herausg. von *A. Wangerin*. 1896. (52 S.) Mk. --.80.

*Newton, Isaac*, Optik. (1704.) Übersetzt und herausgegeben von *William Abendroth*. I. Buch. Mit dem Bildnis von Sir Isaac Newton und 46 Figuren im Text. (132 S.) Mk. 2.40. II. und III. Buch. Mit 12 Figuren im Text. (156 S.) Mk. 2.40

*Niaudet, A.*, Traité élémentaire de la pile électrique depuis Volta. Paris 1878. Eine deutsche Ausgabe erschien 1881

*Oersted, Hans Christian*, und *Thomas Johann Seebeck*, Zur Entdeckung des Elektromagnetismus. (1820-1821.) Herausgegeben von *A. J. von Oettingen*. Mit 30 Textfiguren. (83 S.) Mk. 1.40.

*Ohm, G. S.*, Die galvanische Kette, mathematisch bearbeitet. Berlin 1827

*Pascal, Blaise*, Récit de la grande expérience de l'équilibre des liqueurs. Paris 1648. Neu herausgegeben von *G. Hellmann*, Berlin, Ascher u. Co

*Petri*, Das Mikroskop von seinen Anfängen bis zu seiner jetzigen Vervollkommnung. Berlin 1896

*Poggendorff, J. C.*, Geschichte der Physik. Berlin 1879.

*Poselger, F. Th.*, Über Aristoteles' mechanische Probleme. Abhandlungen der Berliner Akademie von 1829

*Priestley, J.*, Experiments and observations on different kinds of air. 3 vol. London 1774-1777. Übersetzt von C. Ludewig. Wien und Leipzig 1778

-- -- History and present state of electricity with original experiments. London 1767, additions 1770. Übersetzt von *J. B. Krünitz*. Berlin und Stralsund 1774.

*Rieß, P. Th.*, Die Lehre von der Reibungselektrizität. 2 Bde. Berlin 1853

*Rosenberger, Ferd.*, Die Geschichte der Physik in Grundzügen. 3 Bde. Braunschweig 1882-1890

-- -- I. Newton und seine physikalischen Prinzipien. Ein Hauptstück aus der Entwicklungsgeschichte der modernen Physik. Leipzig 1895.

*Saussure, Horace Bénédicte de*, Hygrometrie. I. Heft. (1783.) Mit einer Tafel und Vignette. Herausgegeben von *A. J. von Oettingen*. (168 S.) Mk. 2.60

-- -- II. Heft. (1783.) Mit 2 Fig. im Text. Herausgegeben von *A. J. von Oettingen*. (170 S.) Mk. 2.40

Bd. 115 und 119 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Seebeck, Th. J.*, Magnetische Polarisation der Metalle und Erze durch Temperatur-Differenz. (1822-1823.) Herausgegeben von *A. J. von Oettingen*. Mit 33 Textfiguren. (120 S.) Mk. 2.--

*Servus, H.*, Die Geschichte des Fernrohrs bis auf die neueste Zeit. Berlin 1886

*Scheiner, C.*, Oculus, hoc est fundamentum opticum. Oenipontii, 1619

*Schott, K.*, Physica curiosa sive Mirabilia naturae et artis. 1662

-- -- Technica curiosa s. Mirabilia artis. 1664.

*Toepler, August*, Beobachtungen nach einer neuen optischen Methode. Ein Beitrag zur Experimentalphysik. Herausgegeben von *A. Witting*. Mit einem Bildnis von Toepler und 4 Tafeln. (62 S.) Mk. 1.50

-- -- Beobachtungen nach der Schlierenmethode. Herausgegeben von *A. Witting*. Mit 4 Tafeln und 1 Figur im Text. (103 S.) Mk. 3.--.

*Torricelli, Evangelista*, Esperienza dell' Argento Vivo. Herausgegeben von *G. Hellmann*, Berlin, Ascher u. Co. 1897

*Urbanitzky, v.*, Elektrizität und Magnetismus im Altertum. 1887

*Volta, Alessandro*, Briefe über tierische Elektrizität. (1792). Herausgegeben von *A. J. von Oettingen*. (162 S.) Mk. 2.50

-- -- Untersuchungen über den Galvanismus. (1796 bis 1800.) Herausgegeben von *A. J. von Oettingen*. (99 S.) Mk. 1.60.

*Weber, W.*, Elektrodynamische Maßbestimmungen. Leipzig 1848

*Weber, E. H.* und *W. Weber*, Wellenlehre. Leipzig 1825

*Weber, Wilhelm*, und *Rudolf Kohlrausch*, Fünf Abhandlungen über absolute elektrische Strom- und Widerstandsmessung. Herausgegeben von *Friedrich Kohlrausch*. Mit Bildnissen von Weber und Kohlrausch. (116 S.) Mk. 1.80

*Das Prinzip von der Erhaltung der Energie seit Robert Mayer.* Von Dr. Jacob J. *von Weyrauch*, Professor an der Technischen Hochschule zu Stuttgart. (84 S.) Gr. 8°. Verlag von B. G. Teubner, Leipzig 1885. Mk. 1.--.

*Wheatstone*, *Brewster*, *Riddell*, *Helmholtz*, *Wenham*, *d'Almeida* und *Harmer*, Abhandlungen zur Geschichte des Stereoskops. Herausgegeben von *M. von Rohr* in Jena. Mit 4 Tafeln und 10 Figuren im Text. (130 S.) Mk. 2.20

Bd. 168 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Wilde, Emil*, Geschichte der Optik vom Ursprunge dieser Wissenschaft bis auf die gegenwärtige Zeit. I. Teil von Aristoteles bis Euler. Berlin 1838 und 1843.

IV. Chemie.

*Avogadro, A.* und *Ampère*, Abhandlungen zur Molekulartheorie. (1811 und 1814.) Mit 3 Tafeln. Herausgegeben von *W. Ostwald*. (50 S.) Mk. 1.20

Bd. 8 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Berthelot, Marcellin*, Die Chemie im Altertum und Mittelalter. Aus dem Französischen übersetzt von Emma Kalliwoda. Durchgesehen, eingeleitet und mit Anmerkungen versehen von Franz Strunz. (XXVIII und 112 S. mit 2 Tafeln.) Leipzig und Berlin 1909, Franz Deuticke. Mk. 4.--

*Berthelot, M.*, Les origines de l'Alchémie. 1885

*Berthelot* und *L. Péan de Saint-Gilles*, Untersuchungen über die Affinitäten. Über Bildung und Zersetzung der Äther. Annales de Chimie et de Physique 3^e série, Tome 65, p. 385; 66, p. 5 et 68, p. 225. Übersetzt und herausgegeben von M. u. *A. Ladenburg*. Mit 2 Tafeln. (242 S.) Mk. 4.40

Bd. 173 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Berthollet, Claude Louis*, Untersuch. über die Gesetze der Verwandtschaft. (1801.) Herausgegeben von *W. Ostwald*. (113 S.) Mk. 1.80

Bd. 74 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften. Leipzig, W. Engelmann.

*Berzelius, Jakob*, Versuch, die bestimmten und einfachen Verhältnisse aufzufinden, nach welchen die Bestandteile der unorganischen Natur mit einander verbunden sind. (1811-1812.) Herausg. von *W. Ostwald*. (218 S.) Mk. 3.--

Bd. 35 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften. Leipzig. W. Engelmann.

*Bunsen, Robert*, Untersuchungen über die Kakodylreihe. (1837-1843.) Herausgegeben von *Adolf von Baeyer*. Mit 3 Figuren im Text. (148 S.) Mk. 1,80

Bd. 27 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Bunsen, R.*, und *H. E. Roscoe*, Photochemische Untersuchungen. (1855-1859.) I. *Hälfte*. Herausg. von *W. Ostwald*. Mit 13 Figuren im Text. (96 S.) Mk. 1,50

Bd. 34 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Cannizzaro, S.*, Abriß eines Lehrganges d. theoret. Chemie, vorgetr. an der k. Universität Genua. (1858.) Übersetzt von Dr. *Arthur Miolati*, Herausg. v. *Lothar Meyer*. (61 S.) Mk. 1,--

Bd. 30 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Couper, A. S.*, Über eine neue chemische Theorie. Herausgeg. von *R. Anschütz*. Mit einem Bildnis A. S. Coupers. (40 S.) Mk. 1,--

Bd. 183 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Curtius, Prof. Dr. Th.*, und *Rissom, Dr. Joh.*, Geschichte des chemischen Universitätslaboratoriums zu Heidelberg seit der Gründung durch Bunsen. Heidelberg 1908

*Dalton, J.*, und *Wollaston, W. H.*, Abhandl. zur Atomtheorie. (1803-1808.) Herausg. v. *W. Ostwald*. Mit 1 Taf. (30 S.) Mk. --,50

Bd. 3 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften. Leipzig, W. Engelmann.

*Davy, Humphry*, Elektrochemische Untersuchungen. Herausgeg. von *W. Ostwald*. Mit 1 Tafel. (92 S.) Mk. 1,20

Bd. 45 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften. Leipzig, W. Engelmann.

*Döbereiner, J. W.*, und *Max Pettenkofer*, Die Anfänge des natürlichen Systemes der chemischen Elemente. (1829, 1850.) Nebst einer geschichtlichen Übersicht der Weiterentwicklung der Lehre von den Triaden der Elemente. Herausgeg. von *Lothar Meyer*. (34 S.) Mk. --,60

Bd. 66 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Ehrenfeld, Dr. Rich.*, Grundriß einer Entwicklungsgeschichte der chemischen Atomistik; zugleich Einführung in das Studium der Geschichte der Chemie. Heidelberg 1906

*Gay-Lussac*, Untersuchungen über das Jod. (1814.) Herausgegeben von *W. Ostwald*. Zweiter Abdruck 1897. (52 S.) Mk. --,80

Bd. 4 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Guldberg, C. M.*, Thermodynamische Abhandlungen über Molekulartheorie und chemische Gleichgewichte. Drei Abhandlungen aus den Jahren 1867, 1868, 1870, 1872. Aus dem Norwegischen übersetzt und herausgegeben von *R. Abegg*. Mit 9 Figuren im Text. (85 S.) Mk. 1,50

Bd. 139 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

-- -- und *P. Waage*, Untersuch. über die chemischen Affinitäten. Abhandl. aus den Jahren 1864, 1867, 1879. Übersetzt und herausg. von *R. Abegg*. Mit 18 Tafeln. (182 S.) Mk. 3,--.

Bd. 104 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Helmholtz, H.*, Abhandlungen zur Thermodynamik chemischer Vorgänge. Herausgegeben von M. Planck. (94 S.) Mk. 1,40

Bd. 124 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Heß, H.*, Thermochemische Untersuchungen. (1839-1842.) Herausgegeben von *W. Ostwald*. (102 S.) Mk. 1,60

Bd. 9 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Hittorf, W.*, Über die Wanderungen der Ionen während der Elektrolyse. (1853-1859.) I. Hälfte. Mit 1 Tafel. Herausgeg. von *W. Ostwald*. 2., erweiterte Auflage. (115 S.) Mk. 1,60

-- -- Über die Wanderungen der Ionen während der Elektrolyse. Abhandlungen. (1853-1859.) Zweiter Teil. Zweite, durchgesehene Auflage. Herausgegeben von *W. Ostwald*. 1904. (141 S.) Mk. 1,50. 1. Aufl. 1891.

Bd. 21 und 23 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Hoff, J. H. van't*, Die Gesetze des chemischen Gleichgewichts für den verdünnten, gasförmigen oder gelösten Zustand. (1885.) Übersetzt und herausgegeben von *Georg Bredig*. Mit 7 Fig. im Text. 1900. (106 S.) Mk. 1,60

Bd. 110 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*van't Hoff, Prof. Dr. J. H.*, Die Lagerung der Atome im Raume. Dritte umgearbeitete und vermehrte Auflage. Mit 24 Abb. XV, 147 S. Gr. 8^o. Braunschweig 1908, Vieweg & Sohn. Mk. 4,50

*Horstmann, August*, Abhandl. zur Thermodynamik chem. Vorgänge. Herausg. v. *J. H. van't Hoff*. Mit 4 Fig. im Text. (72 S.) Mk. 1,20

Bd. 137 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Humboldt, A. v.*, und *J. F. Gay-Lussac*, Abhandl. über das Volumgesetz gasförmiger Verbindungen. Herausgeg. von *W. Ostwald*. (42 S.) Mk. --,60

Bd. 42 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften. Leipzig, W. Engelmann.

*Jellet, J. H.*, Chemisch-optische Untersuchungen. Übersetzt von *L. Frank*. Herausgegeben von *W. Nernst*. Mit 6 Textfiguren. (84 S.) Mk. 1,60

Bd. 163 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Kahlbaum, G. W. A.*, und *Hoffmann, A.*, Die Einführung der Lavoisierschen Theorie im besonderen in Deutschland. Über den Anteil Lavoisiers an der Feststellung der das Wasser zusammensetzenden Gase. (XI und 211 S.) Leipzig 1897, J. A. Barth. Mk. 4,--, geb. Mk. 5,30

1. Heft der von *G. W. A. Kahlbaum* herausgegebenen Sammlung »Monographien zur Geschichte der Chemie«.

*Kekulé, Aug.*, Über die Konstitution und die Metamorphosen der chemischen Verbindungen und über die chemische Natur des Kohlenstoffs. Untersuchungen über aromatische Verbindungen. Herausgeg. von *A. Ladenburg*. Mit 2 Figuren im Text und einer Tafel. (89 S.) Mk. 1,40

Bd. 145 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften. Leipzig, W. Engelmann.

*Kirchhoff, G.* und *Bunsen, R.*, Chemische Analyse durch Spektralbeobachtungen. (1860.) Herausg. v. *W. Ostwald*. Mit 2 Taf. und 7 Fig. im Text. (74 S.) Mk. 1,40

Bd. 72 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Kirchhoff, G.*, Emission und Absorption: 1. Frauenhofer'sche Linien. (1859.) -- 2. Zusammenhang zwischen Emission und Absorption. (1859.) -- 3. Verhältnis zwischen dem Emissions- und Absorptionsvermögen der Körper für Wärme und Licht. (1860 bis 1862.) Herausgegeben von *Max Planck*. Mit dem Bildnis von *G. Kirchhoff* und 5 Textfiguren. (41 S.) Mk. 1,--

Bd. 100 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Kolbe, H.*, Über den natürlichen Zusammenhang der organ. mit den unorganisch. Verbindungen, die wissenschaftliche Grundlage zu einer naturgemäßen Klassifikation der organ. chemischen Körper. (1859.) Herausgegeben von *Ernst von Meyer*. (42 S.) Mk. --,70

Bd. 92 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Kopp, H.*, Beiträge zur Geschichte der Chemie. Braunschweig 1869

-- -- Die Alchemie in älterer und neuerer Zeit. 1886. 2 Bände.

-- -- Die Entwicklung der Chemie in der neueren Zeit. München 1873.

-- -- Geschichte der Chemie. 4 Bände. Braunschweig, Vieweg & Sohn. 1843-1847.

*Koerner, Wilhelm*, Über die Bestimmung des chemischen Ortes bei den aromatischen Substanzen. Vier Abhandlungen. Aus dem Französischen und Italienischen übersetzt und herausgeg. von *G. Bruni* und *B. L. Vanzetti*. (132 S.) Mk. 2,40

Bd. 174 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Ladenburg, A.*, Vorträge über die Entwicklungsgeschichte der Chemie von Lavoisier bis zur Gegenwart. 4. verm. u. verb. Aufl. (XIV u. 417 S.) Braunschweig 1907, Fr. Vieweg & Sohn. Geh. Mk. 12,--, geb. Mk. 13,50

*Lavoisier, A. L.*, Traité élémentaire de Chimie presenté dans un ordre nouveau et d'après les découvertes modernes. 2 Bde. 1789

-- -- System der antiphlogistischen Chemie. Übersetzt von Hermstädt. 1792. 2 Bde.

*Libavius, A.*, Alchemia e dispersis passim optimorum auctorum etc. collecta. Frankfurt 1595

*Liebig, J. v.*, Chemische Briefe. Abdruck der Ausgabe letzter Hand, 1865.

*Liebig, J. v.*, Die Chemie in ihrer Anwendung auf Agrikultur und Physiologie. Braunschweig 1840

-- -- Die Thierchemie oder die organische Chemie in ihrer Anwendung auf Physiologie und Pathologie. Braunschweig 1842.

*Liebig, Justus*, Über die Konstitution der organischen Säuren. (1838.) Herausgegeben von *Herm. Kopp*. (86 S.) Mk. 1,40

Bd. 26 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Marggraf, A. S.*, Chymische Versuche, einen wahren Zucker aus verschiedenen Pflanzen, die in unseren Ländern wachsen, zu ziehen. -- *Achard, F. C.*, Anleitung zum Anbau der zur Zuckerfabrikation anwendbaren Runkelrüben und zur vorteilhaften Gewinnung des Zuckers aus denselben. Die beiden Grundschriften der Rübenzuckerfabrikation, herausgegeben von *E. O. v. Lippmann*. (72 S.) Mk. 1,20

Bd. 159 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Mayow, John*, Untersuch. üb. d. Salpeter u. d. salpetrigen Luftgeist, d. Brennen u. das Atmen. Herausg. v. *F. G. Donnan*. (56 S.) Mk. 1,--

Bd. 125 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Meyer, Prof., Dr. E. v.*, Geschichte der Chemie von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart. 3. verb. Aufl. Leipzig 1905. Geb. Mk. 12,--

*Meyer, Lothar*, und *Mendelejeff, D.*, Abhandlungen über das natürliche System der chemischen Elemente. (1864-1869 und 1869-1871.) Herausgeg. von *Karl Seubert*. Mit 1 Tafel. (134 S.) Mk. 2.40

Bd. 68 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften. Leipzig, W. Engelmann.

*Mitscherlich, E.*, Über das Benzin und die Verbindungen desselben. (1834.) Herausgegeben von *J. Wislicenus*. (39 S.) Mk. --,70

Bd. 98 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

-- -- Über das Verhältnis zwischen der chemischen Zusammensetzung und der Kristallform arseniksaurer und phosphorsaurer Salze. (1821.) (Übers. aus dem Schwedischen.) Herausgeg. von *P. Groth*. Mit 35 Figuren im Text. (59 S.) Mk. 1,--.

Bd. 94 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Ostwald, W.*, Der Werdegang einer Wissenschaft. Sieben gemeinverständliche Vorträge aus der Geschichte der Chemie. 2. verm. verb. Auflage der »Leitlinien der Chemie«. (316 S.) Leipzig 1908, Akad. Verlagsgesellschaft m. b. H

-- -- Die Entwicklung der Elektrochemie in gemeinverständlicher Darstellung. (Sammlung »Wissen und Können«, Bd. 17, 208 S.) Leipzig 1910, J. A. Barth.

-- -- Elektrochemie, ihre Geschichte und Lehre. (1148 S.) Leipzig 1896, Veit & Co.

*Pasteur, L.*, Über die Asymmetrie bei natürlich vorkommenden organischen Verbindungen. (1860.) Übersetzt und herausgegeben von M. und *A. Ladenburg*. (36 S.) Mk. --,60

Bd. 28 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Priestley*, Experiments and observations on different kinds of air. 3 vol. Übersetzt von C. Ludewig. 1778

*Ramsay, Sir William*, Die Gase der Atmosphäre und die Geschichte ihrer Entdeckung. 3. Aufl. Halle 1907

*Ramsay, W.*, Vergangenes und Künftiges aus der Chemie. Leipzig 1907. Geb. Mk. 9,50

*Rey, Jean*, Abhandlungen. Über die Ursache der Gewichtszunahme von Zinn und Blei beim Verkalken. Deutsch herausgeg. und mit Anmerkungen versehen von *Ernst Ichenhäuser* und *Max Speter*. Mit 2 Abbildungen im Text. (56 S.) Mk. 1,20.

Bd. 172 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Richter, J. B.*, Anfangsgründe der Stöchiometrie oder Meßkunst chymischer Elemente. 3 Bde. Breslau und Hirschberg 1792-1794

*Die Entstehung der Daltonschen Atomtheorie in neuer Beleuchtung.* Ein Beitrag zur Geschichte der Chemie von *Roscoe* und *Harden*. Ins Deutsche übertragen von Georg W. A. Kahlbaum. (XIV und 171 S. mit 6 Tafeln und 1 Bildnis.) Leipzig 1898, J. A. Barth. Mk. 6,--, geb. Mk. 7,30

2. Heft der Sammlung »Monographien aus der Geschichte der Chemie«.

*Rössing, A.*, Geschichte der Metalle. (VIII u. 274 S.) Berlin 1901, Simon

*Scheele, Carl Wilhelm*, Chemische Abhandlung von der Luft und dem Feuer. (1777.) Herausgegeben von *W. Ostwald*. Mit 5 Figuren im Text. (112 S.) Mk. 1.80

Bd. 58 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften. Leipzig, W. Engelmann.

*Strunz, Fr.*, Über die Vorgeschichte und die Anfänge der Chemie. Eine Einleitung in die Geschichte der Chemie des Altertums. (69. S.) Leipzig und Wien 1906, Fr. Deuticke

*Wilhelmy, Ludw.*, Über das Gesetz, nach welchem die Einwirkung der Säuren auf den Rohrzucker stattfindet. (1850.) Herausgegeben von *W. Ostwald*. (47 S.) Mk. --.80

Bd. 29 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Woehler* und *Liebig*, Untersuch. über das Radikal der Benzoësäure. (1832.) Herausgegeben von *Herm. Kopp*. Mit 1 Tafel. (43 S.) Mk. 1.--

Bd. 22 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Wurtz, Adolf*, Abhandlung über die Glycole oder zweiatomige Alkohole und über Äthylenoxyd als Bindeglied zwischen organischer und Mineralchemie. Aus dem Französischen übersetzt und mit Anmerkungen versehen von M. u. *A. Ladenburg*. Mit 1 Figur im Text. (96 S.) Mk. 1.80

Bd. 170 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

V. Mineralogie.

*Agricola, Georg*, De re metallica. Basel 1530

In deutscher Bearbeitung unter dem Namen »Bergwerksbuch«, Basel 1621.

*Agricolas* mineralogische Schriften, übersetzt und mit Anmerkungen versehen von E. Lehmann. Freiburg 1806-1813. 4 Bde

*Bravais, A.*, Abhandlungen über symmetrische Polyeder. (1849.) Übersetzt und in Gemeinschaft mit *P. Groth* herausg. von C. und *E. Blasius*. Mit 1 Tafel. (50 S.) Mk. 1.--

-- -- Abhandlung über die Systeme von regelmäßig auf einer Ebene oder im Raum verteilten Punkten. (1848.) Übersetzt und herausgegeben von C. und *E. Blasius*. Mit 2 Tafeln. (142 S.) Mk. 2.--.

Bd. 17 und 90 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Gadolin, Axel*, Abhandlung über die Herleitung aller kristallographischen Systeme mit ihren Unterabteilungen aus einem Prinzipe, (Gelesen den 19. März 1867.) Deutsch herausgegeben von *P. Groth*. Mit 26 Fig. im Text und 3 Taf. 1896. (92 S.) Mk. 1.50

Bd. 75 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Hauy, R. J.*, Essai d'une théorie sur la structure des cristaux. Paris 1784

-- -- Traité de minéralogie. 4 Bde. und Atlas. Paris 1801.

*Kobell, Fr. v.*, Geschichte der Mineralogie. Von 1650 bis 1860. München 1864, J. G. Cotta

Zweiter Band der Geschichte der Wissenschaften in Deutschland. Herausgegeben von der Kgl. Bayerischen Akademie der Wissenschaften.

*Romé de l'Isle, J. B. L.*, Cristallographie ou description des formes propres à tous les corps du règne minéral. 3 Bde. mit Atlas. Paris 1783

*Sella, Quintino*, Abhandlungen zur Kristallographie. Herausgegeben von *F. Zambonini* in Neapel. Mit 8 Figuren im Text. (44 S.) Mk. --.80

Bd. 155 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Werner, A. G.*, Von den äußerlichen Kennzeichen der Fossilien. Leipzig 1744

*Hessel, Joh. Friedr. Christian*, Krystallometrie, oder Krystallonomie und Krystallographie, auf eigentümliche Weise und mit Zugrundelegung neuer allgemeiner Lehren der reinen Gestaltenkunde, sowie mit vollständiger Berücksichtigung der wichtigsten Arbeiten und Methoden anderer Krystallographen. (1830.)

Bd. 88 und 89 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

VI. Geologie.

*Agricola, Georgius*, De natura fossilium. Basilae 1546

*Cuvier, G.*, Discours sur les révolutions de la surface du globe. Paris 1812. Übersetzt von Giebel unter dem Titel »Die Erdumwälzungen«

*Ehrenberg, Chr. Gottfr.*, Mikrogeologie. Das Erden und Felsen schaffende Wirken des unsichtbar kleinen, selbständigen Lebens auf der Erde. Nebst 41 Tafeln. Hamburg 1854

*Hoffmann, F.*, Geschichte der Geognosie. Berlin 1838.

*Kant, I.*, Geschichte und Naturbeschreibung der merkwürdigsten Vorfälle des Erdbebens, welches am Ende des Jahres 1755 einen großen Teil der Erde erschüttert hat. Königsberg 1756

*Keferstein, Chr.*, Geschichte und Literatur der Geognosie. Halle 1840

*Lasaulx, E. v.*, Die Geologie der Griechen und Römer. München 1851

*Lyell*, Principles of Geology, being an attempt to explain the former changes of the Earth surface by reference to causes now in operation. London 1830.

*Lyell, Ch.*, Die Prinzipien der Geologie. Übersetzt von Hartmann nach der zweiten Auflage des Originals. 1833

*Steno, N.*, De solido intra solidum naturaliter contento, Florenz 1669. Ein von Elie de Beaumont herrührender Auszug dieser Schrift findet sich in den »Annales des sciences naturelles«. Bd. XXV. (1831.)

*Zittel, K. A. v.*, Geschichte der Geologie und Paläontologie bis Ende des 19. Jahrhunderts. (868 S.) München und Leipzig 1899, R. Oldenbourg. Mk. 15.50.

VII. Zoologie

(*einschließlich Anthropologie und Physiologie*).

*Aristoteles*, Tierkunde. Kritisch-berichtigter Text mit deutscher Übersetzung, sachlicher und sprachlicher Erklärung und vollständigem Index von *H. Aubert* und *Fr. Wimmer*. 2 Bände. 1868. Mk. 19.--

-- Fünf Bücher von der Zeugung und Entwicklung der Tiere übersetzt und erläutert von *H. Aubert* und *Fr. Wimmer*. 1860. (XXXVI, 440 S.) Mk. 6.--.

-- Vier Bücher über die Teile der Tiere. Griechisch und deutsch und mit sacherklärenden Anmerkungen herausgegeben von *A. von Frantzius*. 1853. (XII, 322 S.) Mk. 4.50.

*Bell, Charles*, Idee einer neuen Hirnanatomie. (1811.) Originaltext und Übersetzung. Leipzig 1911, J. A. Barth

Als Bd. 13 der »Klassiker der Medizin« neu herausgegeben von *K. Sudhoff*.

*Borelius, G. A.*, de motu animalium. 1. Teil, Rom 1680. -- 2. Teil, Leyden 1685

*Brücke, Ernst*, Farbenwechsel des afrikan. Chamäleons. (1851 und 1852.) Herausgegeben von *M. v. Frey*. Mit 1 Taf. (64 S.) Mk. 1.20

Bd. 43 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Burckhardt*, Geschichte der Zoologie. 1907

357. Bändchen der Sammlung Göschen.

*Carus, V.*, Geschichte der Zoologie. München 1872, R. Oldenbourg

12. Band der Geschichte der Wissenschaften in Deutschland, herausgegeben von der Kgl. Bayer. Akademie der Wissenschaften.

*Cuvier, G.*, Leçons d'anatomie comparée 1805. Übersetzt von Froriep und Meckel. 4 Bde. Leipzig 1809

*Darwin, E.*, Zoonomie oder Gesetze des organischen Lebens. 2 Bde. Übersetzung von Brandis. Hannover 1795

*Ehrenberg, Christian Gottfried*, Die Infusionstierchen als vollkommene Organismen. Ein Blick in das tiefere Leben der organischen Natur. Nebst einem Atlas. Braunschweig 1838

*Galenos*, Sieben Bücher Anatomie des Galen.

Zum ersten Male veröffentlicht nach den Handschriften einer arabischen Übersetzung des 9. Jahrh. n. Chr. Ins Deutsche übertragen und kommentiert von Max Simon. I. Bd. arabischer Text. Einleitung zum Sprachgebrauch. Glossar mit zwei Faksimiletafeln. LXXXI + 366 S. gr. 8° u. 2 Tafeln. II. Band. Deutscher Text, Kommentar, Einleitung zur Anatomie des Galen. Sach- und Namensregister. Leipzig, Hinrichs 1906. LXVIII + 366 S. gr. 8°.

*Goethe, J. W. v.*, Über den Zwischenkiefer des Menschen und der Tiere. Jena 1786, Bonn 1831

*Harvey, W.*, Die Bewegung des Herzens und des Blutes. (1628.) Leipzig 1910, J. A. Barth

Als Bd. 1 der Sammlung »Klassiker der Medizin« herausgegeben von *K. Sudhoff*.

*Linnaei, Caroli*, Systema naturae. Regnum animale. Editio decima, 1758, cura societatis zoologicae germanicae iterum edita a. MDCCCXCIV. Verlag von W. Engelmann in Leipzig. Mk. 10.--

*Ludwig, C.*, *E. Becher* und *C. Rahn*, Absond. des Speichels. (1851.) Herausgegeben von *M. v. Frey*. Mit 6 Textfiguren. (43 S.) Mk. --.75

18. Bd. von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Müller, J.*, Handbuch der Physiologie des Menschen. 2 Bde. 3 Aufl. Koblenz 1837-1840.

*Müller, J.*, Zur vergleichenden Physiologie des Gesichtsinns. 1826

*Schmidt, K.*, Die Geschichte der Anthropologie 1865

*Vesalius, Andreas*, De humani corporis fabrica libri septem. Basel 1543.

*Weber, E. H.*, Anwendung der Wellenlehre auf die Lehre vom Kreislauf des Blutes usw. 1850. Herausgegeben von *M. von Frey*. Mit 1 Tafel. (46 S.) Mk. 1.--

Bd. 6 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften. Leipzig, W. Engelmann.

VIII. Botanik.

*Bock, Hieronymus*, New Kreuterbuch von Underscheidt, Würkung und Namen der Kreuter, so in teutschen Landen wachsen. 1539

*Brücke, Ernst v.*, Pflanzenphysiologische Abhandlungen. I. Bluten des Rebstockes. -- II. Bewegungen der Mimosa pudica. -- III. Elementarorganismen. -- IV. Brennhaare von Urtica. (1844-1862.) Herausgegeben von *A. Fischer*. Mit 9 Figuren im Text. (86 S.) Mk. 1.40

Bd. 95 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Camerarius, R. J.*, Über das Geschlecht der Pflanzen. (De sexu plantarum epistola.) 1694. Übersetzt und herausgegeben von *M. Möbius*. Mit dem Bildnis von R. J. Camerarius. (78 S.) Mk. 1.50

Bd. 105 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften. Leipzig, W. Engelmann.

*Decandolle, A. P.*, Organographie végétable. Paris 1827. 2 Bde. Übersetzt von *Meisner* 1828

-- -- Théorie élémentaire de la botanique ou exposition des principes de la classification naturelle et de l'art d'écrire et d'étudier les végétaux. Paris 1813.

-- -- Physiologie végétable ou exposition des forces et des fonctions vitales végétaux. Paris 1832. Übersetzt von *Röper* 1833.

*Gärtner, C. F.*, Versuche und Beobachtungen über die Bastarderzeugung im Pflanzenreich. 1847

-- -- De fructibus et seminibus plantarum. 1789-1791.

*Gesneri, Conradi*, Opera botanica. 2 Bde. Nürnberg 1751-1771

*Goethe, J. W. v.*, Versuch über die Metamorphose der Pflanzen 1790

*Grew, N.*, The anatomy of plants. London 1682

*Hales*, Statik der Gewächse. Halle 1748. Die englische Ausgabe erschien 1727 in London.

*Hansen, Adolf*, *Goethes* Metamorphose der Pflanzen. Geschichte einer botanischen Hypothese. 9 Tafeln mit Text von *Goethe*, 19 Tafeln vom Verfasser. Gießen 1907, Töpelmann. Mk. 22,--.

*Hofmeister*, Vergleichende Untersuchungen über die Keimung der höheren Kryptogamen und Samenbildung der Koniferen. Leipzig 1851

*Ingenhouß, Jan.*, Experiments on vegetables, discovering their great power purifying the common air in sunshine. London 1779

-- -- Versuche mit Pflanzen; übersetzt von *Scherer*, 1786.

*Kirchhoff, A.*, Die Idee der Pflanzenmetamorphose bei *Wolff* und Goethe. 1867

*Knight, Thomas Andrew*, Sechs pflanzenphysiologische Abhandlungen. 1803-1812. Übersetzt und herausgegeben von *H. Ambronn*. (63 S.) Mk. 1,--

Bd. 62 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften. Leipzig, W. Engelmann.

*Kölreuter, Joseph Gottlieb*, Vorläufige Nachricht von einigen das Geschlecht der Pflanzen betreffenden Versuchen und Beobachtungen, nebst Fortsetzungen 1, 2 und 3. (1761-1766.) Herausgegeben von *W. Pfeffer*. (266 S.) Mk. 4.--

Bd. 41 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Malpighi, Marcellus*, Die Anatomie der Pflanzen. I. und II. Teil. (1675 und 1679.) Bearbeitet von *M. Möbius*. Mit 50 Abbildungen. (163 S.) Mk. 3.--

Bd. 120 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Mendel, Gregor*, Versuche über Pflanzenhybriden. Zwei Abhandlungen. 1866 und 1870. Herausgegeben von *Erich von Tschermak*. 2. Aufl. Mit einem Titelbild von *G. Mendel*. (68 S.) Mk. 2,80

Bd. 121 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften. Leipzig, W. Engelmann.

*Meyer, E.*, Geschichte der Botanik. 4 Bde. 1854

*Meyer, E.* u. *K. Jessen*, Alberti magni de vegetabilibus libri VII. Berlin 1867

*Sachs, Julius*, Geschichte der Botanik v. 16. Jahrhundert bis 1860. München 1875, R. Oldenbourg

*Saussure, Théod. de*, Chemische Untersuchungen über die Vegetation (1804.) 1. Hälfte. Mit 1 Tafel. Übersetzt von *A. Wieler*. (96 S.) Mk. 1,80.

-- -- 2. Hälfte. Übersetzt von *A. Wieler*. (113 S.) Mk. 1.80.

Bd. 15 und 16 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Sprengel, Chr. Konr.*, Das entdeckte Geheimnis der Natur im Bau und in der Befruchtung der Blumen. (1793.) Herausgegeben von *Paul Knuth*. In 4 Bändchen

Bd. 48, 49, 50, 51 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften. Leipzig, W. Engelmann. Jedes Bändchen zu Mk. 2.--.

*Sprengel, Kurt*, Geschichte der Botanik in zwei Teilen. 1817, 1818.

*Theophrast*, Naturgeschichte der Gewächse. Übersetzt Und erläutert von *K. Sprengel*. 1822. Die Hauptausgabe seiner Werke rührt von *Wimmer* her. Breslau u. Leipzig. 1842-1862.

IX. Allgemein-Biologisches.

*Darwin, Charles*, Über die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl. Übersetzt von *J. V. Carus*. 8. Aufl. Stuttgart 1899. Geb. Mk. 5,80

-- -- Die Abstammung der Menschen und die geschlechtliche Zuchtwahl. Übersetzt von *J. V. Carus*. 6. Aufl. Stuttgart 1902. Geb. Mk. 5,80.

*Dutrochet, Henri* (1824), Physiologische Untersuchungen über die Beweglichkeit der Pflanzen und der Tiere. Übersetzt und herausgegeben von *Alexander Nathansohn*. Mit 29 Figuren im Text. (148 S.) Mk. 2,20

Bd. 154 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Rádl, Em.*, Geschichte der biologischen Theorien seit dem Ende des 17. Jahrhunderts. I. Teil. 1905. Mk. 7.--. II. Teil. Geschichte der Entwicklungstheorien in der Biologie des XIX. Jahrhunderts. 1909. M. 16,--

*Schwann, Th.*, Mikroskopische Untersuchungen über die Übereinstimmung in der Struktur und dem Wachstum der Tiere und Pflanzen. Herausgegeben von *F. Hünseler*. Mit dem Bilde von *Th. Schwann* und 4 Tafeln. (242 S.) Mk. 3,60

Bd. 176 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Wolff, Caspar Friedrich*, Theoria generationis. (1759.) I. Teil. (Entwicklung der Pflanzen.) Übersetzt und herausgegeben von *Paul Samassa*. Mit 1 Tafel. (96 S.) Mk. 1,20

-- -- (1759.) II. Teil. (Entwicklung der Tiere. Allgemeines.) Übersetzt und herausgegeben von *Paul Samassa*. Mit 1 Taf. (98 S.) Mk. 1,20.

Bd. 84 und 85 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Pasteur, L.*, Die in der Atmosphäre vorhandenen, organisierten Körperchen. Prüfung der Lehre von der Urzeugung. 1862. Übersetzt von *A. Wieler*. Mit 2 Tafeln. (98 S.) Mk. 1,80

Bd. 39 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Hering, Ewald*, Über das Gedächtnis als eine allgemeine Funktion der organischen Materie. Vortrag, geh. in der feierl. Sitzung der Kaiserl. Akad. der Wissenschaften in Wien am 30. Mai 1870. (21 S.) Mk. --,60

Nr. 148 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften. Leipzig, W. Engelmann.

X. Heilkunde und Hygiene.

*Häser, H.*, Lehrbuch der Geschichte der Medizin. 1875. 3 Bände

*Hippokrates*, Erkenntnisse. Im griechischen Text ausgewählt, übersetzt und auf die moderne Heilkunde vielfach bezogen von *Theodor Beck*. Jena 1907, Diederichs Buchhandlung. Geb. Mk. 9.--

*Hirsch, A.*, Geschichte der medizinischen Wissenschaften in Deutschland. 1893. Herausgegeben von der kgl. Bayrischen Akademie der Wissenschaften

*Jenner, E.*, Untersuchung über die Ursache und Wirkung der Kuhpocken. (1798.) Leipzig 1911, J. A. Barth.

Als 10. Bd. der Sammlung »Klassiker der Medizin« herausgegeben von *K. Sudhoff*.

*Koch, R.*, Die Ätiologie der Milzbrandkrankheiten. (1876.) Leipzig 1910, J. A. Barth

Als 9. Bd. der Sammlung »Klassiker der Medizin« herausgegeben von *K. Sudhoff*.

*Neuburger, Max*, Geschichte der Medizin. I. Band. Stuttgart 1906, Enke. Geh. Mk. 9.--. II. Band 1910, geh. Mk. 13.60

-- -- und *Pagel, J.*, Handbuch der Geschichte der Medizin. 3 Bde. Bd. I. 1902. Geb. Mk. 22.--. Bd. II. 1903. Geb. Mk. 27.50. Bd. III. 1905. Geb. Mk. 32.50.

*Sudhoff, Karl*, Ärztliches aus griechischen Papyrusurkunden. Bausteine zu einer medizinischen Kulturgeschichte des Hellenismus. Mit 6 Lichtdrucktafeln. Leipzig 1909, Barth. Mk. 16.--

Das kulturhistorisch wichtige Buch bildet das 5. und 6. Heft der von der Puchmann-Stiftung der Universität Leipzig herausgegebenen Studien zur Geschichte der Medizin.

-- -- Tradition und Naturbeobachtung in den Illustrationen medizinischer Handschriften und Frühdrucke vornehmlich des 15. Jahrhunderts. Mit 37 Abb. u. 24 Tafeln. Leipzig 1907. J. A. Barth. Mk. 12.--.

1. Heft der von der Puchmann-Stiftung an der Universität Leipzig herausgegebenen Studien zur Geschichte der Medizin.

*Schwalbe, Ernst*, Vorlesungen über Geschichte der Medizin. Jena 1905, Gustav Fischer. Geb. Mk. 3.--

*Schelenz, Hermann*, Geschichte der Pharmazie. Berlin 1904. Geb. Mk. 22.50

*Virchow, Rud.*, Vorlesungen über Pathologie. I. Bd.: Die Zellular-Pathologie in ihrer Begründung auf physiologische und pathologische Gewebelehre. 4. Aufl. 157 Abb. Berlin 1871, August Hirschwaldt. Mk. 14.--.

XI. Technologie.

*Agricolas* Bergwerksbuch. Übersetzt von *Bechius* 1621

*Beck, Ludwig*, Die Geschichte des Eisens in technischer und kulturgeschichtlicher Beziehung. Braunschweig, Vieweg & Sohn

I. Abteilung. Von der ältesten Zeit bis um das Jahr 1500 n. Chr. 2. Aufl. Mit 315 Abbild. 1892. Geb. Mk. 32.--.

II. Abteilung. Das XVI. und XVII. Jahrhundert. Mit 232 Abbild. 1895. Geb. Mk. 40.--.

III. Abteilung. Das XVIII. Jahrhundert. Mit 232 Abbild. 1897. Geb. Mk. 37.--.

IV. Abteilung. Das XIX. Jahrhundert von 1801-60. Mit zahlreichen Abbild. 1899. Geb. Mk. 32.--.

V. Abteilung. Das XIX. Jahrhundert von 1860 bis zum Schluß. Mit 344 Abbild. 1903. Geb. Mk. 42.--.

*Beck, Th.*, Beiträge zur Geschichte des Maschinenbaues. Herausgegeben durch den Verein deutscher Ingenieure. Mit 806 Figuren. Berlin 1899, Julius Springer. Geb. Mk. 10.--

*Beiträge* zur Geschichte der Technik und Industrie. Jahrbuch des Vereins deutscher Ingenieure. Herausgeg. von *Conrad Matschoß*. Erscheint seit 1909 im Verlag von J. Springer in Berlin

*Berendes, J.*, Das Apothekenwesen. Seine Entstehung und geschichtliche Entwicklung bis zum 20. Jahrhundert. Stuttgart 1907. Mk. 12.--

*Karmarsch, K.*, Geschichte der Technologie. 11. Band der von der Kgl. Bayr. Akademie herausgegebenen Geschichte der Wissenschaften in Deutschland.

*Matschoß, C.*, Die Entwicklung der Dampfmaschine. Eine Geschichte der ortsfesten Dampfmaschine und der Lokomobile, der Schiffsmaschine und Lokomotive. Im Auftrag des Vereins Deutscher Ingenieure bearbeitet. I. Band mit 780 Textfiguren und 32 Bildnissen. II. Band mit 1073 Textfiguren und 6 Bildnissen. Berlin 1908, Julius Springer. Geb. Mk. 51.--

-- -- Geschichte der Dampfmaschine. Mit 188 Abbildungen, 2 Tafeln und 5 Bildnissen. Ihre kulturelle Bedeutung, technische Entwicklung und ihre großen Männer. Berlin 1901, Julius Springer. Geb. Mk. 10.--.

*Rühlmann, M.*, Vorträge über die Geschichte der technischen Mechanik. Mit 85 Abbildungen und 5 Porträts. Leipzig 1885, Baumgärtners Buchhandlung

*Vitruvius*, Zehn Bücher über die Architektur. Übersetzt von *Reber*. Stuttgart 1865.

XII. Mathematik.

*Abhandlungen zur Geschichte der mathematischen Wissenschaften mit Einschluß ihrer Anwendungen.* Begründet von *Moritz Cantor*. In zwanglosen Heften. Leipzig, B. G. Teubner

Das erste Heft erschien 1877, das zweite 1879, das dritte 1880, das vierte 1882 usw.

*Arneth, A.*, Die Geschichte der reinen Mathematik in ihren Beziehungen zur Entwicklung des menschlichen Geistes. Stuttgart 1852

*Bibliotheca Mathematica.* Zeitschrift für Geschichte der Mathematischen Wissenschaften. Herausgegeben von Gustaf *Eneström* in Stockholm. Leipzig B. G. Teubner. Für den Band von 4 Heften Mk. 20,--. Einzelne Hefte je Mk. 6.--

*Braunmühl, A. v.*, Vorlesungen über Geschichte der Trigonometrie. In 2 Teilen. I. Teil: Von den ältesten Zeiten bis zur Erfindung der Logarithmen. Mit 62 Figuren im Text. 1900. Geb. Mk. 10.--. II. Teil: Von der Erfindung der Logarithmen bis auf die Gegenwart. Mit 39 Figuren im Text. 1903. Geb. Mk. 11.--

*Cantor*, Die römische Agrimensoren und ihre Stellung in der Geschichte der Feldmeßkunst. Leipzig 1875.

-- -- Mathematische Beiträge zum Kulturleben der Völker. 1863.

-- -- Vorlesungen über Geschichte der Mathematik. Leipzig, B. G. Teubner.

I. Band. Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1200 n. Chr. 3. Aufl. Mit 114 Figuren im Text und 1 lithographischen Tafel. 1907. Geb. Mk. 26.--.

II. Band. Vom Jahre 1200 bis zum Jahre 1668. 2. verbesserte und vermehrte Auflage. Mit 190 Figuren im Text. 1900. Geb. Mk. 28.--.

III. Band. Vom Jahre 1668 bis zum Jahre 1758. 2. verbesserte und vermehrte Auflage. Mit 146 Figuren im Text. 1901. Geb. Mk. 27.--.

IV. Band. Vom Jahre 1759 bis zum Jahre 1799. Geb. Mk. 35.--.

*Gerhardt, C. J.*, Geschichte der Mathematik in Deutschland. (XVII. Bd. der Geschichte der Wissenschaften). München 1877

*Günther, Siegmund*, Geschichte der Mathematik. I. Teil. Von den ältesten Zeiten bis Cartesius. Mit 56 Figuren. Leipzig 1908, Göschen. Geb. Mk. 9.60

-- -- Vermischte Untersuchungen zur Geschichte der mathematischen Wissenschaften. Leipzig 1876.

-- -- Ziele und Resultate der neueren mathematisch-historischen Forschung. Erlangen 1876.

*Hankel, H.*, Zur Geschichte der Mathematik im Altertum und Mittelalter. Leipzig 1874.

*Kästner, A. G.*, Geschichte der Mathematik. 4 Bde. 1796-1800

*Kepler, J.*, Neue Stereometrie der Fässer, besonders der in der Form am meisten geeigneten, österreichischen und Gebrauch der kubischen Visierrute

Bd. 165 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften.

*Lagrange* und *Gauß*, Abhandlungen über Kartenprojektion. (1779 und 1822.) Herausgegeben von *A. Wangerin*. Mit 2 Fig. im Text. 1894. (102 S.) Mk. 1,60

Bd. 55 von Ostwalds Klassikern.

*Lambert, J. H.*, Anmerkungen und Zusätze zur Entwerfung der Land- und Himmelskarten. (1772.) Herausgegeben von *A. Wangerin*. Mit 21 Fig. im Text. 1894. (96 S.) Mk. 1.60

Bd. 54 von Ostwalds Klassikern.

*Leibniz*, Analysis des Unendlichen. Aus dem Lateinischen übersetzt und herausgeg. von *Gerhard Kowalewski*. Mit 9 Textfiguren. Mk. 1.60

Bd. 162 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften. Leipzig, W. Engelmann.

*Monge, Gaspard*, Darstellende Geometrie (1798). Übersetzt und herausgegeben von Robert *Haußner*. Mit 72 Figuren im Text und in den Anmerkungen. Mk. 4.--

Bd. 117 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften. Leipzig, W. Engelmann.

*Newtons* Abhandlung über die Quadratur der Kurven (1704). Aus dem Lateinischen übersetzt und herausgegeben von *Gerhard Kowalewski*. Mit 8 Textfiguren. Mk. 1.50

Bd. 164 von Ostwalds Klassikern der exakten Wissenschaften. Leipzig, W. Engelmann.

*Rudio, F.*, Geschichte des Problems von der Quadratur des Zirkels von den ältesten Zeiten bis auf unsere Tage. 1892. Geb. Mk. 4.80

*Stevin, Simon*, Les oeuvres mathématiques. Leyden 1634

*Suter, H.*, Geschichte der mathematischen Wissenschaften. Vom Altertum bis zum 19. Jahrhundert. Zürich 1873

*Tropfke, J.*, Geschichte der Elementar-Mathematik in systematischer Darstellung. I. Band: Rechnen und Algebra. 1902. II. Band: Geometrie, Logarithmen, Trigonometrie, Reihen, Kombinatorik, Stereometrie, Analytische Geometrie usw. Leipzig 1903, Veit & Co. Geb. Mk. 9.--. und Mk. 13.--.

*Zeuthen, H. G.*, Geschichte der Mathematik im Altertum und Mittelalter. 1896

-- -- Geschichte der Mathematik im XVI. und XVII. Jahrhundert. Deutsche Ausgabe. Mit 32 Figuren. Leipzig, B. G. Teubner. Geb. Mk. 17.--.

XIII. Gesamtausgaben.

*Aragos* sämtliche Werke, deutsche Ausgabe von Hankel. 8 Bde. Leipzig 1854 u. f

*Archimedes'* von Syrakus vorhandene Werke. Aus dem Griechischen übersetzt und mit erläuternden und kritischen Anmerkungen begleitet von Ernst Nizze. Stralsund 1824. Eine neuere Archimedesausgabe rührt von Heiberg her. Sie erschien im Jahre 1880: J. L. Heiberg; Archimedis opera omnia cum comentariis Eutocii. Leipzig, Teubner

*Bunsen, Robert*, Gesammelte Abhandlungen. Im Auftrage der Deutschen Bunsen-Gesellschaft für angewandte physikalische Chemie herausgegeben von Wilhelm *Ostwald* und Max *Bodenstein*. 3 Bände. Mit 269 Fig. im Text und 12 Taf. 1904. Geb. Mk. 54.--

*Oeuvres de Descartes.* Ausgabe von P. Tannery und Ch. Adam. 5 Bde. Paris 1897-1903.

*Euclidis* opera omnia ed. Heiberg und Menge, griech. und lat. Teubner 1895

*Gauß, C. F.*, Werke. Herausgegeben von der Kgl. Gesellschaft der Wissenschaften in Göttingen. 10 Bände. Leipzig, B. G. Teubner

Band I: Disquisitiones arithmeticae. 2 Abdr. 1870. Mk. 20.--.

Band II: Höhere Arithmetik. 2 Abdr. 1876. Mk. 20.--. Nachtrag zum ersten Abdruck des 2. Bandes. 1876. Mk. 2.--.

Band III: Analysis. 2. Abdr. 1876. Mk. 20.--.

Band IV: Wahrscheinlichkeitsrechnung und Geometrie. 2. Abdr. 1880. Mk. 25.--.

Band V: Mathematische Physik. 2. Abdr. 1877. Mk. 25.--.

Band VI: Astronomische Abhandlungen. 2. Abdr. 1874. Mk. 33.--.

Band VII: Theoria motus und Theoret.-Astronomischer Nachlaß. 1906. Mk. 30.--.

Band VIII: Fundamente der Geometrie usw. 1900. Mk. 24.--.

Band IX: Geodätische Nachträge zu Band IV; insbesondere Hannoversche Gradmessung. 1903. Mk. 26.--.

Band X enthält biographische Angaben und interessante Stücke des Briefwechsels.

*Heronis Alexandrini*, Opera quae supersunt omnia, Leipzig, Teubner. Bd. I: Druckwerke und Automatentheater. Griechisch und deutsch herausgegeben von W. Schmidt, 1899. Bd. II: Herons Mechanik und Katoptrik, herausgegeben und erläutert von L. Nix und W. Schmidt, 1901. Bd. III: Herons Vermessungslehre und Dioptra, griechisch und deutsch von H. Schöne. 1903

*Hertz, Heinrich*, Gesammelte Werke. I. Bd.: Schriften vermischten Inhalts. Leipzig 1895. Mk. 13.50. II. Bd.: Untersuchungen über die Ausbreitung der elektr. Kraft. 2. Aufl. Leipzig 1894. Mk. 7.50. III. Bd.: Prinzipien der Mechanik. Leipzig 1894. Mk. 13.50.

*Kepler, Johann*, Opera Omnia ed. von Ch. Frisch. 8 Bde. Frankfurt 1858 u. f

*Laplace, P. S.*, Oeuvres complètes. 7 Bde. Paris 1843-1848

*Malpighi, M.*, Opera omnia, London 1697.

XIV. Biographisches, Briefwechsel usw.

*Berzelius, Jakob*, Selbstbiographische Aufzeichnungen. Herausgegeben von *H. S. Soederbaum*. Nach der Übersetzung von Emilie Wöhler bearbeitet von Georg W. A. Kahlbaum. -- Amadeo Avogadro und die Molekulartheorie von Icilio Guareschi. Deutsch von Dr. Otto Merckens. (XIV und 194 S.) Leipzig 1903, J. A. Barth. Mk. 6.--. geb. Mk. 7.30

7. Heft der von *G. W. A. Kahlbaum* herausgegebenen Sammlung »Monographien aus der Geschichte der Chemie«.

*Berzelius' Werden und Wachsen.* 1779-1821. Von *H. G. Soederbaum*. Mit einem Titelbild. (XII und 228 S.) Leipzig 1899, J. A. Barth. Mk. 6.--, geb. Mk. 7.30

3. Heft der Sammlung »Monographien der Chemie«.

*Bosscha, J.*, *Christian Huygens.* Rede, am 200. Gedächtnistage seines Lebensendes gehalten. Mit erläuternden Anmerkungen vom Verfasser. Übersetzt von Th. W. Engelmann. Leipzig 1895, W. Engelmann. Mk. 1.60

*Brewster*, Life of Newton, London 1831; übersetzt von Goldsberg. Leipzig 1833. London

*Bridges, J. H.*, Das Leben und die Bedeutung Bacons. London 1897-1909. 3 Bände

*Briefe* zwischen A. v. Humboldt und Gauß, herausgegeben von K. Bruhns. 1877. Engelmann.

*Carrière, Just.*, Berzelius und Liebig. Ihre Briefe von 1831 bis 1845 mit erläuternden Einschaltungen aus gleichzeitigen Briefen von Liebig und Wöhler. München 1893

*Lebensgeschichte Cuviers* von Karl Ernst von Baer. Herausgegeben von L. Stieda. Vieweg, Braunschweig 1897

*Förster, J.*, Kepler und die Harmonie der Sphären. Berlin 1862

*Gerland, E.*, Leibnizens und Huygens' Briefwechsel mit Papin. Berlin 1881.

*Günther, S.*, Kepler und Galilei. (22. Band der »Geisteshelden«.) Berlin 1896, Hofmann & Co. Geb. Mk. 3.20

-- -- A. v. Humboldt und L. v. Buch. Berlin 1900, Hofmann & Co. Geb. Mk. 3.20.

*Guhrauer, G. E.*, Joachim Jungius und sein Zeitalter nebst Goethes Fragmenten über Jungius. Stuttgart 1850.

*Hanstein, Joh.*, Christian G. Ehrenberg. Ein Tagewerk auf dem Felde der Naturforschung des 19. Jahrhunderts. Bonn 1877

*Herzfeld, Marie*, Lionardo da Vinci, der Denker, Forscher und Poet. Jena 1906

*Hjelt, Otto E. A.*, Carl von Linné als Arzt und seine Bedeutung für die medizinische Wissenschaft. Ein Beitrag zur Geschichte der Medizin. Leipzig 1882, W. Engelmann. Mk. 2.--

*Hofmann A. W. v.*, Aus Justus Liebigs und Fr. Wöhlers Briefwechsel in den Jahren 1829-1873. Unter Mitwirkung von Frl. E. Wöhler. 2 Bde. Braunschweig 1888.

-- -- Zur Erinnerung an vorangegangene Freunde. Gesammelte Gedächtnisreden. 3 Bde. Braunschweig 1888.

*Humboldt, A. v.*, Eine wissenschaftliche Biographie von Bruhns-Wiedemann. 3 Bde. Leipzig 1873, Brockhaus

*Jagemann, C. F.*, Geschichte des Lebens und der Schriften des G. Galilei 1783

*Königsberger, L.*, Hermann v. Helmholtz. I. Band. Mit 3 Bildnissen. 1902. Geb. Mk. 12.--. II. Band. Mit 2 Bildnissen. 1903. Geb. Mk. 12.--. III. Band. Mit 4 Bildnissen und einem Brieffaksimile. 1903. Geb. Mk. 7.--. Braunschweig, Fr. Vieweg & Sohn

-- -- Hermann von Helmholtz. Braunschweig 1911, Fr. Vieweg & Sohn. Geb. Mk. 4.50.

Das Buch ist eine Volksausgabe der großen dreibändigen Helmholtz-Biographie desselben Verfassers.

-- -- Carl Gustav Jacob Jacobi. Festschrift zur Feier der hundertsten Wiederkehr seines Geburtstages. Mit einem Bildnis Jacobis und dem Faksimile eines Briefes. Leipzig 1904, Teubner. Geb. Mk. 16.--.

*Laue, M.*, Chr. G. Ehrenberg. Berlin 1895

*Leibnizens* nachgelassene Schriften physikalischen, mechanischen und technischen Inhaltes, herausgegeben und mit erläuternden Bemerkungen versehen von Dr. *E. Gerland*. Mit 200 Figuren im Text. Gr. 8°. Geh. Mk. 10.--

*Liebig, Justus von*, und *Schönbein, Christian Friedrich*, Briefwechsel 1853-1868. Herausgegeben und mit Anmerkungen, Hinweisen und Erläuterungen versehen von *Georg W. A. Kahlbaum* und Ed. *Thon*. (XXI und 278 S.) Leipzig 1900, J. A. Barth Mk. 6.--, geb. Mk. 7.30

5. Heft der Sammlung »Monographien der Chemie«.

-- -- und *Mohr, Friedrich*, in ihren Briefen von 1834-1870. Ein Zeitbild. Herausgeg. und mit Glossen, Hinweisen und Erläuterungen versehen in Gemeinschaft mit *Otto Merckens* und *W. I. Baragiola* von *Georg W. A. Kahlbaum*. (LIII und 274 S.) Mit 2 Porträts. Leipzig 1904, J. A. Barth. Mk. 8.--, geb. Mk. 9.30.

8. Heft der von *G. W. A. Kahlbaum* herausgegebenen Sammlung »Monographien aus der Geschichte der Chemie«.

*Linnés* Bedeutung als Naturforscher und Arzt. Schilderungen herausgeg. von der Königl. Schwedischen Akademie der Wissenschaften anläßlich der 200jährigen Wiederkehr des Geburtstages *Linnés*. Mit 2 Tafeln und 10 Figuren im Text. Jena 1909, Gustav Fischer. Mk. 20.--, geb. 21.50

Inhalt: Carl von Linné als Arzt und medizinischer Schriftsteller. Von *Otto E. A. Hjelt*. -- Carl von Linné und die Lehre von den Wirbeltieren. Von *Einar Lönnberg*. -- Carl von Linné als Entomolog. Von *Chr. Aurivillius*. -- Carl von Linné als botanischer Forscher und Schriftsteller. Von *C. A. M. Lindman*. -- Carl von Linné als Geolog. Von *A. G. Nathorst*. Mit 2 Tafeln und 10 Figuren. -- Carl von Linné als Mineralog. Von *G. Sjögren*.

*Magnus, Rudolf*, Goethe als Naturforscher. Vorlesungen, gehalten 1906 in Heidelberg. Mit Abb. im Text und auf 8 Tafeln. Leipzig 1907, J. A. Barth. Geb. Mk. 7.--

*May, Walther*, Ernst Haeckel. Versuch einer Chronik seines Lebens und Wirkens. Leipzig 1909, J. A. Barth. Geb. Mk. 6.60

*Meyerhof, Otto*, Über Goethes Methode der Naturforschung. Vortrag. Göttingen 1910, Vandenhoek & Ruprecht. Mk. 1.60

*Neumann, L.*, Franz Neumann. Erinnerungsblätter von seiner Tochter. Mit Titelbild, Faksimiles und Abb. im Text. 2. Ausg. Tübingen 1907, Mohr & Laupp. Geb. Mk. 8.--.

*Nordenskiöld, A. E.*, Carl Wilh. Scheele. Nachgelassene Briefe und Aufzeichnungen. Stockholm 1892

*Preyer, Wilh.*, Darwin. Mit Darwins Porträt und Autogramm. Geb. Mk. 3.20

*Prowe, L. F.*, *Nicolaus Copernicus*. I. Bd. Das Leben. II. Bd. Urkunden. Berlin 1883

*Reiner, Julius*, Hermann von Helmholtz. Leipzig 1905, Thomas. Geb. Mk. 4.50.

(VI. Band der von *L. Brieger-Wasservogel* herausgegebenen Sammlung »Klassiker der Naturwissenschaften«.)

*Schönbein, Christian Friedrich*, 1799-1868. Ein Blatt zur Geschichte des 19. Jahrhunderts. Von *Georg W. A. Kahlbaum* und Ed. *Schaer*. I. Teil. Mit einem Titelbild. Leipzig 1900, J. A. Barth. Mk. 7.30

-- -- 1799-1868. Ein Blatt zur Geschichte des 19. Jahrhunderts. Von *Georg W. A. Kahlbaum* und *Ed. Schaer*. II. Teil. Leipzig 1901, J. A. Barth. Mk. 9.30.

4. und 6. Heft der Sammlung »Monographien der Geschichte der Chemie«.

*Strunz, Franz*, Johann Baptist van Helmont (1577-1644). Ein Beitrag zur Geschichte der Naturwissenschaften. 70 S. Mk. 2.50. Leipzig und Wien 1907, Verlag von Fr. Deuticke

-- -- Theophrastus Paracelsus, sein Leben und seine Persönlichkeit. Ein Beitrag zur Geistesgeschichte der deutschen Renaissance. Leipzig, E. Diederichs, 1903.

*Thompson, Silv. P.*, Faraday und die englische Schule der Elektriker. Halle a. S. 1901, W. Knapp. Mk. 1.50

*Tycho Brahe*, von Dreyer. Übersetzt von Brahms. 1894.

*Volhard, J.*, Justus v. Liebig. 2 Bde. Leipzig 1909

*Wangerin, A.*, Franz Neumann und sein Wirken als Forscher und Lehrer. Mit einer Textfigur und einem Bildnis Neumanns. (Die Wissenschaft. Sammlung naturwissenschaftlicher und mathematischer Monographien. Heft 19.) Braunschweig 1909, Fr. Vieweg & Sohn.

*Wiesner, Julius*, Jan Ingen-Housz. Sein Leben und sein Wirken als Naturforscher und Arzt. Mit einem Titelbild, zwei Textabbildungen und einem Faksimile. Wien 1905, Carl Konegen

*Wohlwill, E.*, Galilei und sein Kampf für die kopernikanische Lehre. I. Bd.: Bis zur Verurteilung der kopernikanischen Lehre durch die römischen Kongregationen. 646 S. Hamburg und Leipzig, Leopold Voß, 1910.

Verzeichnis der in Band IV enthaltenen Abbildungen.

Figur | aus ------------------------------------+----------------------------------- 1. Bessel bestimmt die Parallaxe | Bessel, Vorlesungen S. 251. eines Fixsterns. | | 2. Grahams Dialysator. | Annalen der Chemie und Pharmazie, | Bd. 121 (1862). Fig. 1. | 3. Rudbergs Bestimmung des Ausdeh- | Poggendorffs Annalen, Bd. 41. nungskoeffizienten der Luft. | S. 273. | 4. Gay-Lussacs Apparat zum Bestimmen| Biot Traité de Physique Bd. 1. der Dampfdichte. | S. 291. | 5. Dumas' Apparat zum Bestimmen der | Annales de Chimie et de Physique Dampfdichte. | XXXIII. (1826). Fig. 1 auf S. 337. | 6. Wheatstone erläutert das | Wheatstone, Beiträge zur Physio- binokulare Sehen. | logie der Gesichtswahrnehmung. | Tafel II. Fig. 13. (Philos. | Transact. 1838. S. 371 bis 394.) | 7. Wheatstones Stereoskop. | A. a. O. Tafel I. Fig. 8. | 8. Brewsters Stereoskop. | Wüllner, Lehrbuch der Experimen- | talphysik, Lpzg. B. G. Teubner. | Bd. II. (1875). S. 335, Abb. 109. | 9. Toeplers Schlierenapparat. | A. Toepler, Beobachtungen nach | einer neuen optischen Methode. | Bonn 1864. Tafel I. Fig. 1. | 10. Fizeaus Messung der | Comptes rendus de l'Académie Fortpflanzungsgeschwindigkeit des | des sciences XXIX, 90. 1849. Lichtes. | | 11. Faradays Nachweis der magneti- | Poggendorffs Annalen. Bd. 25. schen Induktion. | Tafel III. Fig. 1. | 12. Faradays Nachweis der | Poggendorffs Annalen. Bd 25. Magnetinduktion. | Tafel III. Fig. 2. | 13. Faraday induziert Ströme in | Ostwalds Klassiker der exakten einer rotierenden Kupferscheibe. | Wissenschaften. Nr. 81. Fig. 7. | 14. Luftthermometer zum Nachweis des| Rieß, Die Lehre von der induzierten Stromes. | Reibungselektrizität. Berlin 1853. | Bd. I. Tafel 7. Abb. 97. | 15. Faraday weist die induzierende | Ostwalds Klassiker der exakten Wirkung des Erdmagnetismus nach. | Wissenschaften. Nr. 81. Fig. 30. | 16. Faradays Nachweis des | Ostwalds Klassiker der exakten Extrastroms. | Wissenschaften. Nr. 126. Fig. 1. | 17. Faradays Versuch über die | Ostwalds Klassiker der exakten Entladung durch Gase. | Wissenschaften. Nr. 128. Fig. 2. | 18. Faraday untersucht die chemische| Ostwalds Klassiker der exakten Wirkung der Reibungselektrizität. | Wissenschaften. Nr. 86. Fig. 3. | 19. Die erste magnetelektrische | Gerland und Traumüller, Geschichte Maschine. | der physikalischen | Experimentierkunst. Leipzig | 1899. Abb. 394. | 20. Faradays Voltaelektrometer. | Ostwalds Klassiker der exakten | Wissenschaften. Nr 87. Fig. 9. | 21. Faradays Nachweis des | Ostwalds Klassiker der exakten elektrolytischen Grundgesetzes. | Wissenschaften. Nr. 87. Fig. 14. | 22. Faraday entdeckt den | Ostwalds Klassiker der exakten Diamagnetismus. | Wissenschaften. Nr. 140. Fig. 1. | 23. Lenz mißt die durch den Strom | Poggendorffs Annalen LXI (1844). erzeugte Wärme. | Tafel I. Fig. 10. | 24. Temperaturdifferenzen durch den | Wüllner, Lehrbuch der Experimen- elektrischen Strom. | talphysik. Leipzig 1875. | Bd. IV. Fig. 145. | 25. Webers Tangentenbussole. | Ostwalds Klassiker der exakten | Wissenschaften. Nr. 142. Fig. 1. | 26. Webers Elektrodynamometer. | Wüllner, Lehrbuch der Experimen- | talphysik. Leipzig 1875. | Bd. IV. Fig. 198. | 27. Das zusammengesetzte Auge der | Leunis, Synopsis der Tierkunde. Insekten. | II. Bd. 3. Aufl. Fig. 55. | 28. Die Zellen der Chorda dorsalis | Th. Schwann, Mikroskopische einer Plötze. | Untersuchungen. 1839. Tafel I. | Fig. 4. | 29. Joules Apparat zur Bestimmung | Philosoph. Transactions von 1850. des mechanischen Äquivalents der | Teil I. Tafel VII. Fig. 1 und 9. Wärme. | | 30. Pasteurs Verfahren, die Keime | Ostwalds Klassiker der exakten aus der atmosphärischen Luft | Wissenschaften. Bd. 39. Tafel I. abzusondern. | Fig. 1. | 31. Die Entdeckung der | Sachs, Lehrbuch der Botanik. Schwärmsporen. | Leipzig, W. Engelmann 1874. | Abb. 176. | 32. Versuche über die Reizbarkeit | Pfeffer, Pflanzenphysiologie Bd. der Sinnpflanze. | II. S. 236. Leipzig, W. Engelmann | 1881. | 33. Webers Modell zur Erläuterung | Ostwalds Klassiker der exakten der Wellenbewegung im Blute. | Wissenschaften. Bd. 6. Fig. 10. | 34. Graphische Darstellung des Se- | Ostwalds Klassiker der exakten kretionsdrucks und des Blutdruckes. | Wissenschaften. Bd. 18. Fig. 5. | 35. Darstellung der sechs Kardinal- | Ostwalds Klassiker der exakten punkte des Auges. | Wissenschaften. Bd. 147. Tafel | I. Fig. 2. | 36. Die Entwicklung der Ohrenqualle.| Steenstrup, Über den Generations- | wechsel. Tab. I. Fig. 1-30. | 37. Befruchtetes Archegonium. | Sachs, Lehrbuch der Botanik. | Leipzig, W. Engelmann 1874. | Abb. auf S. 351. | 38. Junges Sporogonium eines | Sachs, Lehrbuch der Botanik. Lebermooses. | Leipzig, W. Engelmann 1874. | Abb. auf S. 352. | 39. Schematischer Längsschnitt | Schmeil, Lehrbuch der Zoologie. durch den Süßwasserpolypen. | Leipzig. 1908. Abb. auf S. 514. | 40. Einstülpung der einschichtigen | Claus, Lehrbuch der Zoologie. Keimblase von Amphioxus. | Marburg 1883. Fig. 598 A, B, C. | 41. Schema zur Erläuterung der | Mendelschen Regeln. | | 42. Kekulés Benzolkern. | | 43. Kristalle des rechtsweinsauren | und des linksweinsauren Natrium- | Ammoniums. | | 44. Die Konstitution der stereoiso- | meren Verbindungen. | | 45. Fraunhofers Zeichnung der von | Denkschriften der Münchener ihm im Sonnenspektrum gefundenen | Akademie von 1814/15. Tab. II. dunklen Linien. | Fig. 5. | 46. Das erste, von Kirchhoff und | Ostwalds Klassiker der exakten Bunsen konstruierte Spektroskop. | Wissenschaften. Bd. 72. Fig. 1. | 47. Kirchhoff vergleicht das Sonnen-| Kirchhoff, Untersuchungen über spektrum mit den Spektren irdischer | das Sonnenspektrum, Berlin Elemente. | 1862. Tafel 1. | 48. Bunsens und Kirchhoffs verbes- | Eisenlohr, Lehrbuch der Physik. sertes Spektroskop. | 1863. Fig. 338. | 49. Kirchhoffs Spektroskop mit vier | Schellen, Die Spektralanalyse. Prismen. | Braunschweig. 1871. Fig. 53. | 50. Bunsens und Roscoes Apparat zum | Ostwalds Klassiker der exakten Messen der chemischen Wirkung des | Wissenschaften. Bd. 34. Nr. 2. Lichtes. | | 51. Graphische Darstellung der | Ostwalds Klassiker der exakten photochemischen Wirkungen des | Wissenschaften. Bd. 38. Fig. 18. Spektrums. | | 52. Schematische Darstellung eines | Groth, Physikalische Kristallo- Polarisationsapparates. | graphie, Leipzig. Verlag von | W. Engelmann 1876. Fig. 51. | 53. Das von Hess benutzte | Ostwalds Klassiker der exakten Kalorimeter. | Wissenschaften. Bd. 9. Abb. | auf S. 7. | 54. Pfeffers Osmometer. | Pfeffer, Pflanzenphysiologie. Bd | I. Fig. 6. Leipzig. Verlag von W. | Engelmann 1881. 55. Die Elektrolyse des Wassers nach| Grotthuß. | | 56. Die Elektrolyse des Wassers nach| Ostwalds Klassiker der exakten Grotthuß. | Wissenschaften. Bd. 21. Fig. 1. | 57. Die Elektrolyse des Wassers nach| Ostwalds Klassiker der exakten Hittorf. | Wissenschaften. Bd. 21. Fig. 2. | 58. Helmholtzsche Resonatoren zur | Helmholtz, Die Lehre von den Analyse des Klanges. | Tonempfindungen. 2. Aufl. Fig. | 16 a und b. | 59. Schema des von Helmholtz erfun- | Helmholtz, Physiologische Optik. denen Augenspiegels. | 1868. Abb. 95. | 60. Die physiologische Wirkung der| Helmholtz, Physiologische Optik, Spektralfarben nach Helmholtz. | 1868. Abb. 291. | 61. Feddersens Nachweis der elektri-| Ostwalds Klassiker der exakten schen Schwingungen. | Wissenschaften. Bd. 166. Tafel | III. Abb. 15. | 62. Schema des von Hertz benutzten | Hertz, Gesammelte Werke. Bd. II. Resonators. | Fig. auf S. 43. | 63. Hertz konzentriert die elektri- | Grimsehl, Lehrbuch der Physik. schen Strahlen mit Hilfe eines | Leipzig. 1909. Fig. 1067. parabolischen Hohlspiegels. | | 64. Hertz' Versuch über die Refle- | Grimsehl, Lehrbuch der Physik. xion der elektrischen Strahlen. | Leipzig 1909. Fig. 1068. | 65. Magnetische Kraftlinien. | Grimsehl, Lehrbuch der Physik. | Leipzig. 1909. Fig. 682. | 66. Der von Reis konstruierte | Hennig, Die Entwicklung der Empfänger. | Telegraphie und Telephonie. | Leipzig 1908. Abb. 59. | 67. Der Sprecher des von Reis | Hennig, Die Entwicklung der konstruierten Telephons. | Telegraphie und Telephonie. | Leipzig. 1908. Abb. 58. | 68. Schema zur Erläuterung des | dynamo-elektrischen Prinzips. | | 69. Schema des elektrischen Ofens. | Moissan, Der elektrische Ofen. | Deutsch von Zettel. Berlin. | 1900. Abb. 1. | 70. Elektrischer Ofen im Betriebe. | Moissan, Der elektrische Ofen. | Deutsch von Zettel. Berlin. | 1900. Abb. 3.

Die Naturwissenschaften

in ihrer Entwicklung und in ihrem Zusammenhange

dargestellt von =Friedrich Dannemann=.

Erster Band:

Von den Anfängen bis zum Wiederaufleben der Wissenschaften.

Mit 50 Abbildungen im Text und einem Bildnis von Aristoteles.

Leipzig, Verlag von Wilhelm Engelmann 1910.

24 Bogen gr. 8°.

Preis geheftet =Mk. 9=, in Leinen gebunden =Mk. 10=.

Zweiter Band:

Von Galilei bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts.

Mit 116 Abbildungen im Text und einem Bildnis von Galilei.

Leipzig, Verlag von Wilhelm Engelmann 1911.

27 Bogen gr. 8°.

Preis geheftet =Mk. 10=, in Leinen gebunden =Mk. 11=.

Dritter Band:

Das Emporblühen der modernen Naturwissenschaften bis zur Entdeckung des Energieprinzipes.

Mit 60 Abbildungen im Text und einem Bildnis von Gauß.

Leipzig, Verlag von Wilhelm Engelmann 1911.

25 Bogen gr. 8°.

Preis geheftet =Mk. 10=, in Leinen gebunden =Mk. 11=.

Die vier Bände des Werkes sind einzeln käuflich. Jeder Band bildet ein in sich abgeschlossenes Ganzes.

Inhalt des ersten Bandes.

Seite

1. In Asien und in Ägypten entstehen die Anfänge der Wissenschaften 1

2. Die Weiterentwicklung der Wissenschaften bei den Griechen bis zum Zeitalter des Aristoteles 51

3. Aristoteles und seine Zeit 81

4. Archimedes 118

5. Die erste Blüte der alexandrinischen Schule 130

6. Die Naturwissenschaften bei den Römern 164

7. Die zweite Blütezeit der alexandrinischen Schule 188

8. Der Verfall der Wissenschaften zu Beginn des Mittelalters 213

9. Das arabische Zeitalter 223

10. Die Wissenschaften unter dem Einfluß der christlich-germanischen Kultur 258

11. Der Beginn des Wiederauflebens der Wissenschaften 288

12. Die Begründung des heliozentrischen Weltsystems durch Koppernikus 315

13. Die ersten Ansätze zur Neubegründung der experimentellen und der anorganischen Naturwissenschaften 328

14. Die ersten Ansätze zur Neubegründung der organischen Naturwissenschaften 348

Inhalt des zweiten Bandes.

1. Altertum und Neuzeit 1

2. Die Erfindung der optischen Instrumente 7

3. Galileis grundlegende Schöpfungen 15

4. Die Ausbreitung der induktiven Forschungsweise 71

5. Die Astronomie im Zeitalter Tychos und Keplers 101

6. Die Förderung der Naturwissenschaften durch die Fortschritte der Mathematik 136

7. Der Ausbau der Physik der flüssigen und der gasförmigen Körper 155

8. Die Iatrochemie und die Begründung der Chemie als Wissenschaft durch Boyle 180

9. Der Ausbau der Botanik und der Zoologie nach dem Wiederaufleben der Wissenschaften 194

10. Die Begründung der großen wissenschaftlichen Akademien 206

11. Newton 215

12. Huygens und die übrigen Zeitgenossen Newtons 244

13. Unter dem Einfluß der chemisch-physikalischen Forschung entstehen die Grundlagen der neueren Mineralogie und Geologie 297

14. Das Emporblühen der Anatomie und der Physiologie 313

15. Die ersten Ergebnisse der mikroskopischen Erforschung der niederen Tiere 322

16. Die Begründung der Pflanzenanatomie und der Lehre von der Sexualität der Pflanzen 340

17. Der Ausbau der Mechanik, Akustik und Optik im achtzehnten Jahrhundert 353

18. Die Fortschritte der Astronomie nach der Begründung der Gravitationsmechanik 386

19. Mineralogie und Geologie im 18. Jahrhundert 399

Inhalt des dritten Bandes.

Seite

1. Wissenschaft und Weltgeschichte 1

2. Das 18. Jahrhundert errichtet die Fundamente der Elektrizitätslehre 6

3. Praktische und theoretische Fortschritte auf dem Gebiete der Wärmelehre 38

4. Die Naturbeschreibung unter der Herrschaft des künstlichen Systems 60

5. Die Ausdehnung der physikalischen Methoden auf das Gebiet der Pflanzenphysiologie 69

6. Der Ausbau der im 17. Jahrhundert begründeten Sexualtheorie 80

7. Fortschritte der Zoologie im 18. Jahrhundert 99

8. Die neuere Mathematik und ihre Beziehungen zu den Naturwissenschaften 116

9. Die wissenschaftliche Chemie von ihrer Begründung durch Boyle bis zu ihrer Erneuerung durch Lavoisier 138

10. Der Eintritt der Chemie in das Zeitalter der quantitativen Untersuchungsweise 155

11. Die Aufstellung der atomistischen Hypothese und ihre experimentelle Begründung 175

12. Die Entdeckung der galvanischen Elektrizität 189

13. Die Begründung der Elektrochemie 211

14. Die Erforschung der elektromagnetischen und der elektrodynamischen Grunderscheinungen 223

15. Die Entdeckung der Thermoelektrizität 237

16. Der insbesondere durch Laplace und Herschel bewirkte Aufschwung der Astronomie 241

17. Die Grundlagen der mechanischen Wärmetheorie 264

18. Fortschritte der Optik und Sieg der Wellentheorie 272

19. Die Chemie und die Physik treten in engere Wechselbeziehungen 282

20. Fortschritte in der Anwendung der Mathematik auf die Naturwissenschaften 296

21. Die Begründung der physikalischen Erdkunde 319

22. Die Mineralogie unter dem Einfluß der chemisch-physikalische Forschung 340

23. Die Aufstellung eines natürlichen Pflanzensystems 350

24. Die Physiologie der Pflanzen unter dem Einfluß der neueren chemisch-physikalischen Forschung 360

25. Die Verschmelzung der Zoologie mit der vergleichenden Anatomie und das natürliche System der Tiere 376

26. Geologie und Paläontologie unter der Herrschaft der Katastrophenlehre 385

27. Fortschritte in der Begründung der Ontogenie (Entwicklungslehre) 390

Fußnoten

[1] *E. du Bois Reymond*, Kulturgeschichte und Naturwissenschaft.

[2] Nach den Angaben von Prof. Dr. *J. Ruska* in Heidelberg.

[3] Als geradezu folgenschwer muß es bezeichnet werden, wenn das Spezialistentum unseres Zeitalters dazu führt, daß selbst Männer, die an dem weiteren Ausbau der Wissenschaft beteiligt sind, mitunter keine oder eine nur sehr oberflächliche Kenntnis von den geistigen Zusammenhängen besitzen, die den wesentlichen Inhalt der Geschichte der Wissenschaften bilden. *R. Burckhardt*, der wiederholt für die höhere Bewertung des historischen Momentes eingetreten ist (*R. Burckhardt*, Biologie und Humanismus, Jena 1907) führt als ein besonders krasses Beispiel an, ein namhafter Zoologe habe ihm gestehen müssen, daß er noch niemals eine Zeile von *Cuvier*, dem Begründer der neueren Zoologie, gelesen habe.

[4] Im *Wintersemester* 1912/13 fanden an deutschen Hochschulen folgende Vorlesungen über Geschichte der Mathematik, Astronomie, Physik, Chemie und Erdkunde statt: *Strunz* (Techn. Hochsch. Wien): Geschichte der Naturwissenschaften und der Naturbetrachtung im Altertum I (2); *ders.*: Gemeinsame Lektüre und Besprechung der neueren Literatur über Geschichte der Naturwissenschaften und ihre Grenzgebiete (2). -- *Simon* (Univ. Straßburg): Geschichte der Mathematik im Altertum (3). -- *Klein* (Univ. Göttingen): Über die Entwickelung der Mathematik im 19. Jahrhundert (4). -- *Oppenheim* (Univ. Wien): Geschichte der Astronomie (1). -- *Ambronn* (Univ. Göttingen): Einzelne Kapitel aus der Geschichte der Astronomie (1). -- *Foerster* (Univ. Berlin): Geschichte der mittelalterlichen Astronomie (2). -- *L. Günther* (Techn. Hochschule Berlin): Entwickelungsgeschichte unserer Landkarte (1). -- *v. Pfaundler* (Univ. Graz): Ausgewählte Abschnitte aus der Geschichte der Physik (1). -- *Würschmidt* (Univ. Erlangen): Geschichte der Physik und Mathematik der älteren Zeit (1). -- *Cherbuliez* (Techn. Hochschule Zürich): *Galileis* Leben und Werk (1); *ders.*: Geschichte der Physik von *Newton* bis zum Ende des 18. Jahrhunderts (2). -- *Auerbach* (Univ. Jena): Die Entwickelung der Physik im 19. Jahrhundert (1½). -- *Haas* (Univ. Wien): Geschichte der Physik I (von den ältesten Zeiten bis zum Ende des 18. Jahrhunderts) (2); *ders.*: Besprechung ausgewählter Abschnitte aus physikalischen Klassikern (1). -- *v. Buchka* (Univ. u. tech. Hochsch., Berlin): Geschichte der Chemie (2). -- *Strunz* (Techn. Hochschule, Wien): Geschichte der Chemie und Alchemie (2). -- *Schäfer* (Univ. Leipzig): Die Wandlungen des Atombegriffs (1). -- *Benrath* (Univ. Königsberg): *Justus Liebig* und seine Zeit (1). -- *S. Günther* (Techn. Hochschule München): Geschichte der Erdkunde, I. Teil (3). Nach Angaben von Dr. *A. Haas* (Wien).

[5] *S. Arrhenius*, Theorien der Chemie. Leipzig 1909. Siehe Vorwort.

[6] Siehe den nächsten Abschnitt dieses Bandes.

[7] Siehe an späterer Stelle dieses Bandes.

[8] Tables astronomiques, publiées par le bureau des longitudes, contenant les tables de Jupiter, de Saturne et d'Uranus. Paris 1821.

[9] *Flamsteed*, *Bradley*, *Mayer*.

[10] *Urbain Jean Joseph Leverrier*, 1811 in St. Lô (Département La Manche) geboren, seit 1854 Direktor der Pariser Sternwarte, starb im Jahre 1877. Siehe *Leverrier*, Recherches sur les mouvements de la planète Uranus. Compt. rend. XXII, S. 907 ff.

[11] *Joh. Gottfried Galle*, geboren am 9. Juni 1812 in der Nähe von Gräfenhainichen, war von 1851 bis 1897 Direktor der Sternwarte zu Breslau. *Galle* starb am 11. Juni 1910.

[12] *A. v. Humboldt*, Kosmos II, S. 211.

[13] *Friedrich Wilhelm Bessel* wurde 1784 zu *Minden* geboren. Während er in Bremen als Kaufmannslehrling tätig war, widmete er sich in seinen Mußestunden mit unermüdlichem Eifer nautischen, mathematischen und astronomischen Studien. 1804 verfaßte er eine erste selbständige Arbeit über den Kometen vom Jahre 1607. *Bessel* wurde 1810 als Astronom nach Königsberg berufen, wo er 1846 starb.

[14] Im Jahre 1829.

[15] Das heißt des Winkels, unter dem der Halbmesser der Erdbahn von dem betreffenden Fixstern aus gesehen wird.

[16] Das sind 12 Billionen Meilen. Spätere Ermittelungen haben den Wert der Parallaxe 61 Cygni zu 0,44'' und denjenigen für den der Sonne nächsten Stern, α Centauri, zu 0,92'' (entsprechend 8 und 4,3 Lichtjahre) ergeben.

[17] *F. W. Bessel*, Untersuchungen über die Länge des einfachen Sekundenpendels als 7. Band von *Ostwalds* Klassikern der exakten Wissenschaften, herausgegeben von *H. Bruns*. Leipzig, Verlag von W. Engelmann, 1889.

[18] *Ostwalds* Klassiker Nr. 7, S. 100.

[19] Von *Bohnenberger* vorgeschlagen und von dem Engländer *Kater* zuerst zum Messen der Länge des Sekundenpendels benutzt.

[20] *C. Bruhns*, *Johann Franz Encke*, sein Leben und sein Wirken. Leipzig 1869. *Encke* starb im Jahre 1865.

[21] A. a. O. S. 143.

[22] *Franz Encke*, Über die Berechnung der Bahnen der Doppelsterne. 1832.

[23] Dieser Gedanke rührt von *F. Savary* (* 1797) einem Franzosen her.

[24] Sie erschien im Berliner Astronomischen Jahrbuch für 1854 und wurde neuerdings von *Bauschinger* im 141. Band von *Ostwalds* Klassikern der exakten Wissenschaften mit Anmerkungen von neuem herausgegeben. Leipzig, Verlag von Wilhelm Engelmann, 1903.

[25] Histoire de l'acad. roy. des Sciences. Année 1748 (Paris 1752).

[26] *Jean Antoine Nollet* wurde 1700 in der Nähe von Noyon geboren; er wirkte als Professor der Physik in Paris und starb dort im Jahre 1770.

[27] Nouvelles recherches sur l'Endosmose et l'Exosmose par M. *Dutrochet*. Annales de chimie et de physique. Bd. 37 (1828). Ferner Nouvelles observations sur l'Endosmose et l'Exosmose et sur la cause de ce double phénomène par M. *Dutrochet*. Ann. de chimie et de phys. Bd. 35 (1827).

[28] Eine Ansicht, die besonders *Poisson* vertrat.

[29] *A. W. Hofmann*, Zur Erinnerung an *G. Magnus*. Berlin, 1871, S. 51.

[30] *Thomas Graham* wurde 1805 in Glasgow geboren. Er studierte in seiner Vaterstadt und bekleidete dort später eine Professur für Chemie. Im Jahre 1837 wurde er an die Universität in London berufen, wo er 1869 starb. Während der letzten 15 Jahre seines Lebens verwaltete er das Amt eines Münzmeisters, das auch *Newton* und *Herschel* innegehabt hatten.

[31] *Poggendorffs* Annalen, Bd. 17 (1829), S. 341. (Freier Auszug aus dem Quarterly Journ. of Science. New. Series. Nr. XI, p. 74)

[32] *Th. Graham*, Über das Gesetz der Diffusion der Gase. Ein Bericht über die Arbeit erschien in *Poggendorffs* Annalen, Bd. 28 (1833) S. 331 u. f.

[33] Von dem griechischen Worte Κόλλα, Leim. Kolloidal heißt also leimartig.

[34] *Th. Graham*, Abhandlungen über Dialyse. Bd. 179 von *Ostwalds* Klassikern der exakten Wissenschaften, S. 33. Leipzig, Verlag von Wilhelm Engelmann, 1911.

[35] Na_{2}SiO_{3} + 2 HCl + H_{2}O = Si(OH)_{4} + 2 NaCl.

[36] *Ostwalds* Klassiker, Bd. 179, S. 106 u. f. Daß es sich dabei mitunter nicht um einen bloßen Durchtritt, sondern um eine Verbindung des Gases mit dem Metall handelt, zeigt das schon von *Graham* untersuchte Verhalten des Palladiums. *Graham* ermittelte, daß das Palladium bei einer unter dem Siedepunkt des Wassers liegenden Temperatur mehr als das 600fache Volumen Wasserstoff absorbiert.

[37] Die Entzuckerung der Melasse durch Dialyse (Anwendung von Pergamentpapier) wurde 1863 in Frankreich erfunden. Die Anwendung von Kolloidalsubstanzen in gelatinierter Lösung hat in der Bakteriologie (Nährgelatine), in der Sprengtechnik, in der Photographie (Trockenplatte), zur Herstellung von Trockenelementen usw. Anwendung gefunden. Eine Zusammenfassung des Wichtigsten aus der Kolloidchemie enthält *Wo. Ostwalds* Grundriß der Kolloidchemie, Dresden 1911.

[38] Siehe Bd. III, S. 285.

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