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Die Deutschen Familiennamen, geschichtlich, geographisch, sprachlich (part 2 of 2)

Part 2 of 2 · Albert Heintze · Public domain text

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Contents (2)

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Die Deutschen Familiennamen, geschichtlich, geographisch, sprachlich (part 2 of 2)

=Hodemacher= III. rein niederd. Hodemaker „Hutmacher“.

=Hof= III. jetzt wie in alter Zeit ein eingehegter oder eingezäunter Raum -- in hunderten von alten und tausenden von neueren ON.: Hof, -hof, -hofen (elliptischer Dat. der Mehrzahl, ahd. hovum, abhängig zu denken von einem Verhältniswort).

FN. auf dem Hofe. van Hove. Baumhove (ellipt. Dat.). Hoff. Berghoff. Blumhof. Eckhoff. Eickhoff. Graßhoff. Grönhoff. Herdieckerhoff. Holthoff. Kirchhof. Kruithof (Emden). Nordhof. Osthof. Sudhof. Westhof; Westerhof -- in vielen dieser N. mehr appellativ, indem Nordhof „den von dem Nordhofe“, Sudhof „den vom Südhofe“ bezeichnet.

Eschhofen. Frohnhofen. Udelhofen (O. Udelhoven). _v. Westhofen_. -- v. Hoven. Aldenhoven. -- v. Morenhoffen (O. -hoven). v. Pfaffenhoffen.

Ableitung auf -er (oberd.):

1) -hofer: Hofer. Blumhofer. Duttenhofer. Gsellhofer (bayr.). Rittershofer. Schweighofer. Stadelhofer. Kirchhoffer (O. Kirchhof u. -hofen). Westenhoffer.

2) -höfer: Berghöfer. Fronhöfer. Sandhöfer. Schweighöfer. -- Dörnhöffer. Klingelhöffer. Neuhöffer.

3) -hofner: Ganghofner.

Bemerkenswert ist die schweizerische Zusammenziehung -kon, abgestumpft -ken, aus ursprünglichem inc-hovun, z. B. Zollikon aus Zollinc hovun, (zu) „den Höfen des Zollinc“; Hüttikon aus Huntinchovun, Luderetikon aus Ludretinchovun; auch Leutmerken aus Liutmariochova. -- Vor 1100 nicht in einer Urkunde gefunden, auch im 12. Jh. noch sehr vereinzelt, ist diese F. -kon das ganze 13. Jh. hindurch fast schon die allein herrschende. Die ältere F., allerdings mit Ausstoßung des h, ist erhalten in Bayern (Gangkofen, Mattenkofen), den preußischen Rheinlanden (Diepenkofen).

Die FN. nun bewahren die alte F., auch wenn die ON. jetzt nur die jüngere, zusammengezogene aufzeigen, ein Beweis, daß die Ableitung der FN. schon früh, mindestens im 12. Jh., stattgefunden hat. So steht

Zollikofer neben Zollikon (Zürich), Mörikofer neben Möriken (Aargau), Oppikofer neben Oppikon (Thurgau), Puppikofer neben Puppikon (Thurgau) -- Ganghofer neben Gangkofen (Niederbayern)

hat sogar das h bewahrt. Dagegen entsprechen sich Orts- und Fam.-N. in den bayrischen

Hüttenkofer (O. Hüttenkofen Niederbayern); Hittenkofer. Pangkofer (Pangkofen Niederbayern). Radlkofer (Radelkofen Niederbayern).

Dändliker (O. Dändlikon). Kölliker (Kölliken Aargau).

Vereinzelte FF. sind: Edigkaufer (München); Messikomer aus Messikon = Messinghofen.

=-höfel= s. Hübel.

=-hofen, -hofer, -höfer= s. Hof.

=Höfener= s. Huber.

=Hofer= III. 1) ein „zu einem Herrenhofe gehöriger Untertan“ vgl. Eberhard von dem Houe 1287. Fridrich und Otte die Hofer 1291 2) Ableitung von dem ON. Hof.

FN. Hofer -- Höfer.

=Hoffartz= s. 1) Hoh 2) Hug.

=Hoffendrunk= III. Satz-N. „hoffe einen Trunk“, ein Spielmann, der auf einen Trunk hofft.

=-höffer= s. Hof.

=Hoffert= s. Hoh.

=Hoffmann= s. Hofmann.

=Hofmann= III. ahd. hovaman, mhd. hoveman 1) jemand, der als „Ingesinde“ am Hofe eines Fürsten lebt (in diesem Sinne auch Höfling, welches ebenfalls FN.) 2) der einen Hof (Gehöft) bewohnende Bauer, „colonus; rusticus, qui colit fundos“ = Hofsäß.

FN. Hofmann, gew. Hoffmann geschrieben (Hoffmann von Fallersleben). -- Vereinzelt: Hovemann. Gen. Hoffmanns. Niederd. Hafemann.

(Daß Hoffmann trotz dem ff nichts mit „hoffen“, niederd. hapen, hapeninge zu tun hat, demnach nur im Scherze mit dem griech. Elpenor übersetzt werden kann, beweisen die niederd. FF., die das f (v) bewahren: Houeman d. i. Hoveman, Hoffmann Klemp.).

=Hofmeister= III. mhd. hovemeister 1) hochgestellter Beamter bei Hofe, „Aufseher über die Hofdienerschaft“, Ceremonienmeister 2) „Aufseher über die Knechte eines Gutes“ (in Vorpommern und Mecklenburg „Statthalter“).

FN. Hofmeister, Hoffmeister -- daraus abgeschliffen Homeister (vgl. Hômêster im Osnabrückischen). Niederd. Havemeister.

=Hög= s. Hug (V., einst. K.).

=Hoge, Hög-= s. Hug (einst K.).

=Hogenkamp= III. niederd. „(auf dem) hohen Kamp“. Abgekürzt Hokamp.

=Hogrebe, -fe= = Hochgrebe s. Graf.

=HOH= I. got. hauhs, ahd. mhd. hôh „hoch“ (in FN. schwer von hug zu trennen).

FN. Hochbert: Hobrecht; Hobert.

Hoffred: Hoffert. Gen. Hoffartz.

Homan: Hohmann, Homann.

Hohmuot: Hochmuth -- Homuth.

Einstämmige Kürzung Hoh-: Hohe -- Hoche; Hoch.

=Hohn= III. got. hauns, ahd. hôni „niedrig“ (woher nhd. Hauptw. „Hohn“). In ON. Hohn, -hohn; Hohne.

Hierher gehören wohl mehrere in Westf. vorkommende FN. auf -höhner, außer dem einfachen

Höhner -- Diekhöner. Stranghöner. Wellhöner. Traphöner und einige andere -- auch Siebenhüner.

=Höhn-= s. Hun (einst. K.).

=Hohnschop= III. niederd. „mit hohem Haarschopfe“ (Pott S. 592).

=Holb-= s. Huld.

=Hokamp= s. Hogenkamp.

=Hold-, Höld-= s. Huld.

=Holderbaum= s. Hollunder.

=Hölger, Holk, Holl-= s. Huld.

=Holland= III. FN. -- davon Hollenders (Bocholt).

=Hollenweger= III. (Zürich) „der am Hohlweg“.

=Hollinderbaum= s. Hollunder.

=Höllriegl= III. mhd. hellerigel (der die Rückkehr aus der Hölle versperrt) „Höllriegel“.

=Höllwarth= s. Huld.

=Hollunder= III. ahd. holuntar, von hol und tar d. i. triu = „Hohlbaum“.

=Holm= III. in Niederdeutschld. „kleine Insel, Werder“ -- häufig in ON.

=Holscher, Hölscher= s. Holzschuher.

=Holsch(en)macher= III. = Holzschuhmacher, vgl. Holtscomekere 1380 (Braunschw.).

=Holste= III. zsgz. aus Holtsate „ein im Holz Ansässiger“, entstellt Holstein (aus der Mehrheit Holtsaten, Holsten), Holsteiner. Altertümlich und dichterisch noch jetzt „Holste, Holstengau“.

FN. Holste; Holst. Holstein.

=Holt= niederd. = Holz, in Holtmann, Eickholt, Tenholte.

=-hölter= s. Holz.

=Holtfreter= III. niederd. (Vorpommern) „Holzfresser“. Spottname vgl. Fleischfresser.

=Holz= a) I. durch Umdeutung aus dem für niederd. Gattungsnamen gehaltenen holt u. aus olds entstanden. Helmholtz aus Helmolt und Gen. Helmolds s. Walt.

b) III. Holz im Sinne von „Wald“, nach dem Stoffe, woraus derselbe besteht. In ON. seit dem 8. Jh. nachweislich: Holz, -holz; niederd. -holt.

FN. Holtz (Ulr. im holtz 1404 -- vgl. franz. du Bois, Dubois). Zss. Buchholz. Eichholtz. Erlenholz -- Elsholtz. Fahrenholtz (sechsmal ON. in Niederdeutschland, außerdem Vahrenholz in Lippe-Detmold, Vahrholz in Provinz Sachsen; daher nicht als imperativischer PN. zu fassen = „fahr in das Holz“ s. S. 50 ff.). Nordenholz.

Niederd. (bes. westfälisch): Bockholt (= Buchholz, daher eig. mit gedehntem o, wie bei Klempin Bokholt neben Bockholt). Eickholt (Eichholz). Graf zu Westerholt.

Ableitung auf -er: Banholzer. Bohnholzer. Buchholzer. Eichholzer. Niederd. -hölter (westf.): Echterhölter. Heithölter. Südhölter. Bergholter (Mecklenb.).

c) III. Geräte bezeichnend:

FN. Keilholz. Krumbholz. Nabholz.

=Holzapfel= III. die Frucht des wilden Apfelbaumes. Heinr. Holzappel 1298.

=Holzheuer= = Holzhauer s. -hauer.

=Holzhey= III. „Holzhüter, -aufseher“. Auch Holzheu.

=Holzmann= III. ahd. mhd. holzman „Holzhauer, Holzhändler“. -- Niederd. Holtmann. (Vergriecht Xylander).

=Holzsadel= III. halbniederd. „Holzsattel“.

=Holzschuher= III. „Verfertiger von Holzschuhen“, die niederd. gekürzt Holtschen, Holschen heißen (wie die Handschuhe -- Hanschen). Holtschuher, Holschuer 1250.

FN. Holzschuher. Niederd. zsgz. Hultscher. -- Holscher -- Hölscher (letzteres bes. häufig in Westf.).

=Homann= s. Hoh.

=Homeister= s. Hofmeister.

=Homuth= s. Hoh.

=Homm-= s. Hun (V.).

=Hon-, Hön-= s. Hun (V., einst. K.).

=-höner= s. Hohn.

=Hönerkopf= III. halbniederd. = „Hühnerkopf“ (s. Kopf).

=Honerla= III. 1507: Honderlage (Honder = Hunrich. Preuß 30). S. Lage.

=Honn-= s. Hun (V., einst. K.).

=Höpfner= III. der „Hopfenbauer, -händler“.

FN. Höpfner. -- Niederd. Höppener; Höppner (Klemp. Hoppener).

=Hopkes, Höpken, Hopp-= s. Hug (zweist. K.).

=Höppener, Höppner= s. Höpfner.

=Hör-= s. Hari (V., einst. K.).

=HORN= I. got haurn, ahd. mhd. horn „Horn“ als Blasinstrument, wozu urspr. Tierhörner verwendet werden.

FN. (Hornhart): Hornhardt.

(Hornman): Hornemann.

(Hornher): Hörner.

Einstämmige Kürzung Horn-.

(Horno): Horne; Horn. Patr. A. Hornung: Horning -- Hörning.

Vklf. (l): Hörnle; Hörndl. (k): Hornicke; Hornig -- Hörnigk. (k + l): Hornikel; Hornigel.

=Horn= a) I. s. das Vorhergehende. b) III. „Spitze, Vorsprung“ (des Feldes in den Wald, des Landes ins Wasser, eines Besitztums in die benachbarten Güter). In neuerer Zeit in ON. meist die F. Horn, -horn selbst, ferner -hörn, -hörne (die „Hörne“ in Stolp Bezeichnung einer vorspringenden Häusermasse), am seltensten -hirn.

FN. 1) Horn (O. 32 mal Rud.). -- Zss. (bes. in Nordwest-Deutschland): Ahlhorn. Ballhorn. Barghorn (Emden). Buschhorn. Dannhorn. Eichhorn. Giffhorn. Hirschhorn. Schierhorn. Stemshorn. Uhlhorn. Weißenhorn. Windhorn.

Ableitung auf -er:

Oberhorner: (bayr.).

2) -hirn: Dirmhirn (Cilli). Spinnhirn (Salzb.).

c) III. Geräte: FN. Gellhorn. Schellhorn (wenn s. v. a. „Schallhorn“). Silberhorn.

=Horn-, Hörn-= s. Horn I.

=Horney= I. aus Hartnid, 1539 noch Harneith.

=Hörndlimann= III. (Zürich), Hürlimann vom Berge Hörnli (Tobler).

=HORS= I. ahd. hros, hors „Roß“. Horserat. Mischt sich mit Hrod.

FN. Horsa 5: Roß (Roßmann).

Vklf. (l): Hörsel -- Rossel -- Rössel.

=Horst= III. ahd. hurst, mhd. horst „Busch, Gesträuch“ (in dieser Bed. noch in Hebels allemannischen Ged.). In ON. seit dem 9. Jh. nachweislich.

FN. von der Horst. Terhorst (zur H.). Horst. Zss. Brandhorst. Brunkhorst. Buchenhorst. Diestelhorst. Eichhorst. Fahrenhorst (Joh. Vahrenhorst Köln. Univ. Matr. 1477). Gravenhorst. Hasselhorst. Hohnhorst (O. Hohnhorst und -hurst). Langenhorst. Lindhorst. Mordhorst. von Petershorst. Quellhorst. Rabenhorst. Scharnhorst. Windhorst. (In manchen wohl appellativ, wie auch in Horstmann = Buschmann, der im Busche Wohnende).

Ableitung auf -er: Hörster. -- Behrhörster. Hanhörster (alle drei in Westf.).

=-hörster= s. Horst.

=Hose= III. ahd. hosa mhd. hose „Beinbekleidung“ (Hose oder Strumpf). Vgl. S. 46. In mancherlei Zss. -- Grawehose 1370.

FN. Hosius (latinis.). Hösle. Hosemann -- alle drei zweifelhaft, da auch ad. Hozo, Hozeman begegnen. Deutlicher die Zss. (auch in den FF. -hase und -hause):

Kniehase. Kurthose. Lederhose; Ledderhose (Conrad. dictus Lederhose 14. Jh.) -- auch Lederhaas und Lederhause. Leinhose; auch Linnhos -- Leinhaas. Mehlhose; auch Mehlhase und Mehlhause (Spottname für Müller). Schlaphose. Schlotterhose. Trillhose -- Trillhaas.

=Hosius= (Osius) III. Übersetzung von Hilliger, das man = Heiliger nahm, während es durch Rückangleichung aus Hildiger entstanden ist.

=Hoth= s. Aud (einst. K.).

=Hotopp= III. Satz-N. niederd. „Hut auf“! Auch Hautop -- Hotopf (letzteres unrichtig verhochdeutscht, wie Middeldorpf u. a.). vgl. Kappauf.

=Hott-= s. Aud (V., einst. K.).

=Houwald= s. Hug (V.).

=Hövel, -hövel, Höwel= s. Hübel.

=-hoven= s. Hof.

=Hoy= s. Hug (einst. K.).

=Hoyer= s. Hug (V.).

=HRABAN= I. ahd. hraban, mhd. raben „Rabe“, der heilige Vogel Wuotans (S. 17) -- zsgz. hram, ram, ran.

FN. Hrabanolt, Grannold: Kranold -- Granold -- Rabenold; Rabenhold.

Einstämmige Kürzung Hraban-.

Hrabano, Rabo, Ramo: Raben -- Raven -- Rabe -- Rave -- Rappe; Rapp -- Raap -- Ramm. Gen. Rabens -- Rahms. Patr. A. Ramming. Vklf. (l): Rammel. (k): Rabig.

Auslautend (125 mal Först.):

-ram: Bertram. Wolframm.

-rab: Bertrab.

-rapp: Gausrapp.

=HRING= I. ahd. hring, mhd. rinc „Ring“, bes. „Panzerring“ (die Ringpanzer, aus Eisendraht gehäkelt, wurden bis zu Anfang des 14. Jh. getragen, wo der Plattenpanzer sie verdrängte); „zum Kampfe abgesteckter Kreis“.

FN. (Hringhart): Ringhard; Ringert -- mit Ableitung Ringelhardt. Gen. Ringhartz.

Rincar: Rinker; Ringger (Zürich).

(Hringleip): Ringlepp.

(Rincman): Ringmann.

Ringolt: Ringewald; Ringwald.

Einstämmige Kürzung Hring-.

Rincho: Kring -- Ringe; Ring -- Rinke. Gen. Krings -- Ringes; Ringens -- Ringena (ostfries.).

Vklf. (l) Hringilo: Ringel -- Rinkel. (l + i): Ringli (schweiz.). (l + n): Rinklin. Patr. A. Ringling. (l + k): Ringelke.

=HROC= I. wohl zu got. hrukjan, ahd. rohôn mhd. rohen -- auf den Schlachtruf gehend. Vgl. barditus Tac. Germ. 3.

FN. Hrohhart: Rochard -- Rückart; Rückert.

Rochold: Rocholl -- Rokohl. Gen. Rocholtz.

Einstämmige Kürzung Hroc-.

Hroggo: Rogge -- Roche -- Rocke -- Roh -- Röcke -- Ruge -- Ruhe -- Rücke -- Rüge -- Rühe. (Mit Hrodg- zusammenfließend).

Vklf. (l): Röckel -- Rüchel.

Auslautend (22 mal Först.):

-rock: Poltrock.

=HROD= I. zu altnord. hrôdr „Schall, Ruhm“ (vgl. griech. κρότος). In Namen seit dem 5. Jh. nachweislich.

FN. Hrodbald: Roppelt -- Ruppolt; Ruppelt -- Raubold.

Hrodebert: Kruberth -- Rodbert(us) -- Robrecht; Robert -- Röpert; Röber -- Ruprecht; Rubrecht; Rubert; Rubarth -- Rupprecht; Ruppert; Rubbert -- Raubert. Gen. Robertz -- Roppertz; Roppers -- Robbers -- Rovers -- Röbers -- Raupers. Patr. A. Rupprechter (Baden).

Rotprand: Robrahn.

Hrotfrid: Röfer -- Ruffert -- Rüffert. Gen. Roffers.

Hrodegang: Rothgang.

Hrodgar: Rogger -- Rocker -- Roger -- Rödiger -- Röttger; Röttcher -- Röger -- Rudigier -- Rugger; Rucker -- Rüdiger -- Rüttiger -- Rüger -- Rücker. Gen. Rötgers.

Hruadgast: Rodigast.

Hrodgaud: Grotegut (Preuß 7).

Hrodhard: Rothhardt, Rohthardt; Rothert -- Rödert -- Rudhardt; Rudert -- Ruthat -- Rautert. Gen. Röhrden (von der zsgz. F. Röhrd).

Chrodhari: Kröter -- Roder -- Rother -- Rotter -- Röder (zsgz. Röhr) -- Rötter -- Ruder -- Rüder -- Rüter -- Rauter. Gen. Röders -- Röhrs. Patr. A. Rötering.

Rodleich: Rodley -- Rothlach -- Rolack -- Rödlich.

Hrodleif: Rohtlieb -- (niederd.) Rodlaff -- Roleff -- Rudlaff.

Hrodlant: Roland -- Ruland -- Rühland.

Hrodman: Rodemann -- Rottmann -- Romann -- Ruttmann -- Rumann.

Hrotmar: Rodemer -- Rohmer -- Röhmer -- Rumer -- Raumer.

Hrodmund: Rodemund -- Rothmund (erweitert Rothermund -- Rottermund) -- Romundt.

Hrodric: Grüderich -- Rothreich -- Rorich -- Röhrig -- Rüdrich.

Hrodstein: Rothstein.

Rodacar: Rothacker.

Hrodowald: Rohdewald -- Rothwald -- Rohwald; Rohwoldt; Rohwohl -- Rudelt -- Ruwoldt. Gen. Rothholtz.

Hrodwig: Krudewig -- Krutwig -- Krautwig -- Rodewig; Rodewyk -- Roddewig.

Hrodulf: Krolof -- Krudup (Preuß 27) -- Rodloff -- Rothlauf -- Roloff; Rohlhoff; Rolauf; Roleff -- zsgz. Rolf (latinis. Rolfus, umgedeutet in Rollfuß) -- Rudolf, Rudolph; Rudloff; Rudlauf -- Ruttlof -- Ruloff -- zsgz. Rolf -- Rulff. Gen. Rudolfs (latinis. Rudolphi) -- Rolffs -- Rulffes -- Roelfsema (ostfries.). Patr. A. Rohlfing -- Rudolfer (München).

Einstämmige Kürzung Hrod-.

Hrodo, Ruodo: Rode, Rohde, Rhode -- Roddo; Rodde -- Rothe; Roth -- Rotte -- Röde -- Röth -- Rud -- Ruth -- Rutte - Rütte. Gen. Roden -- Rüden -- Rüths. Zss. Rüedisühli (Basel). Patr. A. Grotting -- Roding -- Röding -- Röthing -- Rüding -- Rüthing.

Vklf. (l) Hruodilo, Rollo: Rodel -- Rödel -- Röthel -- Rudel -- Rüdel -- Rottel -- Rüttel -- Räudel. Zsgz. Formen: Kroll -- Krull -- Rolle (Rollmann) -- Röhle -- Rölle -- Ruhle - Rühle (Rühlemann) -- Rullmann. Gen. Rottels -- Roels (fries., = Rôls). Patr. A. Rolinck -- Röhling -- Rüdling -- Rüthling -- Rühling. -- Patr. Zss. Rohlsen. (l + n) Hrodelin: Röthlin. (l + k) Roleko: Roleke -- Röhlicke -- Röllig -- Reuleke. (k) Hruodicho: Grottke -- Gruttke -- Kruttge -- Rohdich -- Rotteck; Rottig -- Röthke -- Röttig -- Rudeck -- Ruttig -- Ruck -- Rüdig -- Rücke -- Rügge -- Röck. (k + n) Rutechin: Rötteken. (k + l) Rukelo: Rockel -- Röckel -- Rückel -- Rückhl. (z) Rozo, Ruozo: Rudisch (aus Ruodizo, in den Ratsbüchern von Eger oft = Rüedeger) -- Rotz -- Rotsch -- Rötsch -- Rutz -- Rütz -- Reutsch -- z erweicht in s: Ruß -- Rose (Förstemann, Progr. S. 4); Roos. Unorganisch gebildet: Rützer. (z + l) Rozelo: Rossel -- Rözel -- Rützel Rüssel -- Rüsel -- Rütschle -- Räuzel -- Räußel. Patr. A. Rützler -- Rüßler (Steub). (z + k) Roziko, Rosico: Roseck (Roseke VN. Akener Schöffenb.) -- Rösecke; Röske -- Rutschke. Patr. A. Rösing.

Zweistämmige Kürzung Hrodb-.

Robbo, Rubo, Ruppo: Kropp -- Robbe -- Röbe -- Röpe -- Röve (Preuß 26) -- Rubo -- Rupe -- Rupp -- Rübe -- Raupp. Gen. Röben -- Ruben (ostfries., vgl. VN. Röbe). Patr. A. Rüping.

Vklf. (i): Rubi (schweiz.) -- Robey. (l) Rupilo: Gröppel -- Robel -- Robbel -- Röbel; Röpell -- Rubel -- Ruppel -- Rüpel -- Rüppele Rüppli (schweiz.). Patr. A. Röbbeling. (l + n): Röbbelin -- Rüpplin. (k) Robico: Robeck -- Röpke -- Rübig -- Reupke. Gen. Röpkes. Patr. A. Röpking. (z) Robizo: Robitzsch.

Zweistämmige Kürzung Hrodf-.

Ruffo: Ruf -- Ruoff (württ.) -- Ruff.

Zweistämmige Kürzung Hrodg-.

Roggo, Rugo: Roge -- Rogge -- Ruge -- Rüge -- Rügge -- Rauch.

Vklf. (l): Rügel -- Rauchel.

(l + n): Räuchlin. (S. auch Hroc).

Auslautend (15 mal Först.):

-roth: Allroth (aus Adalhrod).

=HROM= I. ahd. hrôm, hruom, mhd. ruom „Ruhm“.

FN. Ruombald: Rumbold; Rumpelt; Rumpel -- Rümpel.

Rumpraht: Romprecht -- Rummert.

Hrumker: Kromker -- Rümcker.

Romard: Rommerdt -- Römert. Patr. A. Römerding.

Hromheri: Krömer -- Romer -- Römer -- Ruhmer -- Raumer.

Romarich: Krumreich; Krumrey.

Romoald: Römhold; Röhmelt; Römheld.

Einstämmige Kürzung Hrom-.

Hruam: Krome -- Kraume -- Rohm -- Röhm -- Ruhm -- Rumm. Patr. A. Röming -- Romming -- Kromminga (ostfries.).

Vklf. (i): Romey. (l): Rommel -- Rummel -- Rümmele. (l + n): Rümelin. Patr. A. Römeling -- Rühmling. (k): Krömecke -- Rühmke -- Romig. Gen. Rümckens. (z): Romeiß.

Zweistämmige Kürzung Hromb-.

(Hrumbo): Rump. Vklf. (l): Rumpel.

=Hub-, Hüb-= s. Hug (V., zweist. K.).

=Hübel= III. ahd. hubil, mhd. hübel (von „heben“) „Hügel“. In ON. hochd. Hübel, -hübel; niederd. Hövel, -hövel (auf der Linie Münster-Antwerpen).

FN. Hubel -- Hübel. -- Hirschhübel -- Sturmhöbel (O. -hübel Ostpreuß.). -- Hövelmann. von Hövel. Altenhövel. Langenhöfel. Meinhövel. Steinhöfel. Sturmhöfel. Windhövel. van Heuvel (ostfries.).

=Huber= a) I. s. Hug (Hugubert) b) III. mhd. hubaere (auch mittellat. hubarius) „Inhaber einer Hufe“, ahd. huoba, mhd. huobe, altsächs. hôva (im allgemeinen = 30 Morgen).

FN. Huber (selten Hüber: im Münchener Adreßbuch Huber 180 mal, Hüber nur 7 mal) mit vielen Zss. (bes. in Bayern):

1) nach der Größe des Besitztums: Halbhuber. Drittelhuber --

2) nach der Lage: Angerhuber. Bachhuber. Brunnhuber. Hinterhuber. Kreuzhuber. Mitterhuber. Niederhuber. Osterhuber. Sommerhuber --

3) nach dem, was auf der Hufe in bemerkenswerter Weise wächst oder überhaupt sich befindet: Blumenhuber. Holzhuber. Kohlhuber. Rosenhuber. Schleehuber. Salzhuber. Fuchshuber --

4) nach dem Vornamen des Besitzers: Märtlhuber. Paulhuber --

5) nach der Beschäftigung: Jägerhuber. Schmidhuber.

Mit dem n der schwachen Bildung, mhd. huobenaere: Hubner -- Hübener; Hübner -- niederd. (selten) Hüfner mit der Zss. Niederhüfner -- Hüffner -- Höfener (vgl. mittelniederl. hoevener -- doch österreich. Höfner von dem häufigen ON. Hofen).

(Während in der Schriftsprache die niederdeutsche F. „Hufe“ die hochdeutsche mit b fast ganz verdrängt hat, herrschen, wie obige Aufzählung beweist, in den FN. die hochdeutschen Lautverhältnisse durchaus vor.)

=Hübner= s. Huber.

=Huchel, Hückel= s. Hug (einst. K.).

=Hucker= s. Hug (V.).

=Hudtwalcker= III. „Hutwalker“.

=Hue= s. Hug (einst. K.).

=-hues= s. Haus.

=Huff-= s. Hug (V.).

=Hüff-= s. Hug (V., zweist. K.).

=Hüfner= s. Huber.

=HUG= I. got. hugs, ahd. hugu, mhd. huge, hüge „denkender Geist“.

FN. Hugibald: Huppold -- Haubold.

Hugubert: Hubrecht; Hubert; Huber -- Hupprecht; Huppert -- Hübert -- Hüper -- Hüpper -- Haubert; Hauber. Gen. Huppertz -- Hubers (ostfries., also nicht zu Huber III). -- Hübbers -- Hübers -- Haupers.

Hugifrid: Huffert; Huffer -- Hüffer -- Hoffert.

Hucger: Hugger; Hucker -- Hüger -- Hocker -- Höcker -- Hoyer.

Hugihart: Hugart -- Hauhardt; Hauert; Hauer.

Hugiher: Huger -- Höger -- Hauer.

(Hugilant): Huland.

(Hugiman): Hugemann -- Humann.

Hugimar: Humer -- Hummer -- Hümer. Patr. Zss. Haumersen.

Hugold: Hugold -- Huhold -- Huwald (Houwald).

Einstämmige Kürzung Hug-.

Hugo, Hogo: Hugo; Huge -- Hüge (Hügemann) -- Hoge -- Höge -- Haug -- Hauke -- Hue -- Hoy.

Vklf. (i) Hugi 8.: Hugi (schweiz.). Patr. A. Hüging. (l) Hukili: Hugel -- Huggle -- Huchel -- Hügel; Hügle -- Hückel -- Högele -- Hauckel -- Heugel. (l + n): Hüglin -- Heuglin. (z) Hugizo, Huzo (Stark 89): Hutze -- Hautz. (z + l): Hutzel.

Zweistämmige Kürzung Hugb-.

Hubo: Hube -- Hupe -- Huppe -- Hübbe -- Hoppe -- Hobbe -- Haube. Gen. Hoppen -- Heubes. Patr. A. Hobbing.

Vklf. (l): Hubel -- Hüppel. Gen. Hobbels. (l + i): Höppli (schweiz.). (k): Huppke -- Hobbie (jeverl.). Gen. Hopkes. (k + n) Hupichin: Höpken.

Zweistämmige Kürzung Hugf-.

Hufo (Stark 113): Hüffmann -- Hauffe.

Vklf. (l): Hüffel.

=Hug-, Hüg-= s. Hug (V., einst. K.).

=Huhold= s. Hug (V.).

=Huhn= III. ahd. mhd. huon „das Huhn“.

FN. Huhn (zweifelhaft, da auch zu Hun I.). Sicherer sind die Zss. Brathuhn; Brodhuhn. Haselhuhn. Kluckhuhn. Rebhuhn, Repphuhn. Wasserhuhn. Weißhuhn; niederd. Witthuhn.

=Huhn-, Hühn-= s. Hun (V., einst. K.).

=-huis= s. Haus.

=Hül-= s. Hild.

=Huland= s. Hug (V.).

=HULD= I. got. hulths, ahd. hold, mhd. holt „hold“, urspr. auf das Verhältnis zwischen Lehnsherrn und Gefolgsmann gehend: „gnädig -- treu ergeben.“ Holdulf.

FN. (Huldbert): Holbert; Holber.

Huldear: Holder (Holdermann) -- Holler -- Hölder.

(Huldger): Hölger.

(Huldrich): Hölderich -- Höllerich.

(Huldward): Höllwarth.

Einstämmige Kürzung Huld-.

(Holdo): Hulde -- Hold -- Holle (so ist ja auch die Göttin Hulda im Volksmärchen zur „Frau Holle“ geworden). Gen. Holden. Patr. A. Holding.

Vklf. (i): Hölty -- Holtei. (k): Holk -- Höltge. (z): Hultsch.

=Hülferding= s. Hilp.

=Hultsch= s. Huld (einst. K.).

=Hultscher= s. Holzschuher.

=Hum-, Hüm-= s. 1) Hug (V.) 2) Hun.

=HUN= I. zu dem Volksnamen der „Hunnen“, ahd. Hûn, mhd. Hiune, auch schon vorher in dem Sinne von „Riese, Hüne“, mit mythologischer Beziehung (S. 18).

FN. Hunibald: Humboldt; Humblot; Humbel; Humpel; Hummelt; Hummel -- Hommel. Gen. Hommels.

Hunbraht: Humbracht; Humbert; Humpert -- Umbrecht -- Hümpert. Patr. A. Humperdinck.

Hungar: Hungar; Hunger; Hunker -- Huonker (württ.) -- Höniger.

Hunard: Hühnert -- Honert -- Heunert.

Hunher: Hühner -- Honer --- Höner -- Hauner.

Hunmar: Hummer -- Hümmer -- Hommer. Gen. Hommers. Patr. A. Hömmerling.

Hunrad: Hunrath -- Honrath.

Hunrich: Huhnrich -- Hundrich -- Honnrich.

Hunwald: Hunold; Huhnholdt -- Hünold -- Honold -- Honnold.

Einstämmige Kürzung Hun-.

Huno: Huhne; Huhn -- Hühne -- Hunn -- Hünn -- Honn -- Höhne -- Haun -- Heune. Gen. Hüns -- Honens -- Hönes. Patr. A. Höning. Gen. Hönings.

Vklf. (i): Hüni. (l): Höhnel. (l + n): Hühnlein. (k) Hunico: Huneke -- Hunke -- Hünicke -- Honecke (auch Honig?) -- Hönicke -- Hönig -- Heunicke. Gen. Hünnickes. (k + l): Hunkel. (k + n): Hunichin: Hünecken; Hünichen; Hünchen.

Zweistämmige Kürzung Humb-.

Hummo: Humme.

Vklf. (l): Hummel -- Humpl. (k): Humke.

=Hun-, Hün-= s. Hun (V., einst. K.).

=Hund= a) I. Hundo, Hundpreht u. a. vielleicht zu ahd. hunda „Beute“ -- daher vermutlich FN. Hundert (ahd. Honthard) -- Hundt (doch schon im 12. Jh. Marquart der Hund). Dagegen b) III. zu „Hund“ canis in Zss. wie FN. Hundskopf. Hundbiß (1344 huntbiss).

=Hundemann= III. Aufseher über die Jagdhunde, „Rüdenmeister“.

=Hundertmark= III. von mhd. marke, ein halbes Pfund betragend. Schon 1350 ein Gevert Hundertmark.

=Hungerland= III. „einer aus Ungerland“.

=Hunn, Hünn-= s. Hun (einst. K.).

=Hunvalfy= III. aus Hundsdörfer madjarisiert (S. 69).

=Huonker= s. Hun (V.).

=Hup-, Hüp-= s. Hug (V., zweist. K.).

=HUS= I. got ahd. mhd. hûs „Haus“. Husimunt.

FN. (Husbrand): Haußbrandt. (Husher): Häuser, Heuser -- niederd. Hüser.

Einstämmige Kürzung Hus-.

Huso: Haus. Patr. A. Hüsing -- Heusing -- Husung.

Vklf. (k) Husicho: Hauschke. Gen. Huyskens (westf.).

=-hus, -husen, Hüser, -hüser= s. Haus.

=Hüser, Hüsing= s. Hus.

=Hut= III. ahd. mhd. huot, „Hut“ (auch in dem Sinne von Helm).

FN. Anhuth. Breithuth. Eisenhut; niederdeutsch Iserhot. Gelhut; niederd. Geelhood. Grünhut. Hochhut mit seinem Gegensatz Nedderhut. Schönhut. Spitzhut. Stahlhuth (mhd. stahelhuot, „Stahlhelm“). Webelhut. Weißhut; halbniederd. Witthut.

=Huter= III. „Hutmacher“. Auch Hutter -- Hutterer (südd.).

=Hütte= III. ahd. hutta, mhd. hütte „Hütte, Zelt“.

FN. Erdhütte. -- Erdhütter.

=Hutz-= s. Hug (einst. K.).

=Huwald= s. Hug (V.).

=-huysen= s. Haus.

=Huyskens= s. Hus.

I.

=-i= I. zur Bildung von Verkleinerungsff. verwendet: Litti aus Liud- (s. S. 23) -- auch -y geschrieben: Luty, Ludy (aus Hludio). (In italienischen N. s. S. 92).

=Ib-= s. Hild (zweist. K.).

=-ich= a) I. Verkleinerungsendung: Dedich (zu Thiud), Rodich (zu Hrod).

b) III. End. v. ON., teils aus ahd. ahi, wie in Lindich, Weidich (s. -ach) -- teils aus römischem iacum, wie in Jülich, Kessenich (am Rhein in großer Menge).

FN. (zu b). Elvenich. Fischenich. Gymnich. Himmerich. Jülich. Kessenich. Lechnich (O. Lechenich). Longerich. _v. Metternich_. Mündenich. Sinzenich.

Ableitung auf -er (oberd.):

Bibricher (O. Biberich). Gimnicher. Züricher.

=Ick-= s. Ingo.

=-ig= a) I. Verkleinerungsendung, andere Schreibung für -ich: Lüttig (zu Liud), Rüdig (zu Hrod).

b) III. in Ortsnamen neben -ich (s. das Vorhergehende): Linnig, Breisig u. a. -- aber auch in slawisch-deutschen ON. wie Danzig aus Gdansk, Dolzig, Lanzig (neben Lanzke).

=Ihl-= s. Hild (V., einst. K.).

=Ihm-= s. Irmin.

=Ihne= s. Ingo.

=Ihr= s. Hir.

=Ilbig= s. Hild (zweist. K.).

=Ilgner= III. „einer aus Ilgen“.

=Ill-= s. Hild (V., einst. K.).

=Ille= III. der wallensteinische Feldmarschall im dreißigjährigen Kriege, nicht etwa ein Kroat oder Böhme, oder ein Italiener gleich den Piccolomini, sondern ein Märker, eig. Ihlow, der Familie von Ihlow angehörig, die im Barnim, dem Lebusischen und in der Neumark angesessen war und seit Anfang des 19. Jhs. ausgestorben ist. Das Dorf Ihlow, welches der Familie mutmaßlich den N. gab, liegt an der Grenze von Barnim und Lebus.

=Ilsebey= II. von dem (weibl.) N. Ilsabe (= Elisabet, hebr. Elischeba).

=Iltgen, Iltz= s. Hild (einst. K.).

=Ilwof= s. Hild (V.).

=Im= = in dem, in Zss. wie Imbusch, Imhove, s. In.

=-im= s. Heim III.

=Imgart= III. „der im Garten Wohnende“. Erni im Garten 1330.

=Immer= s. Ingo.

=In= III. als Verhältniswort in Zss. zur Bezeichnung des Wohnortes einer Person (S. 54).

FN. 1) Einz. männlich und sächlich mit dem Artikel in eins gezogen (im): Imbaumgarten. Imbusch. Imdahl (niederd. = Imthal). Imgart. Imgrund. Imhove; Imhoff. Imholz. Imkamp. Imobersteig. Imthurn. Imwalle.

2) Einz. weiblich (in der): Inderau = In der Au. Inderfurth. Inderheide. Indermauer.

3) Mehrz. (in den): Indenbirken.

Inhetveen (Kempen) offenbar holländisch = in dem Moor. Intveen.

Entstellt (niederrhein. g = d): Ingenkamp. Ingendörnen.

=-in= I. altdeutsch.

Die FN., welche als hierher gehörig aufgezählt werden, gehören z. T. als undeutsch gar nicht hierher, z. T. sind sie mindestens zweifelhaft.

So ist Bodin, latinis. Bodinus, französisch (Bodin Lehrer des Staatsrechtes, Herausgeber eines theatrum universae naturae 1590 Lyon).

Viele andere sind von slawischen ON. abzuleiten, z. B. Rammin (O. Ramin in Pommern).

Als deutsch erscheinen (hauptsächl. süddeutsch) unter anderen: Liedin; Luthin; Lüttin (aus altd. Liudin). Bürgin. Höldin. Weltin.

=-in= III. in ON. slawisch: urspr. besitzanzeigendes Eigenschaftswort auf inu, ina, ino von Stämmen auf a und i, z. B. Babin von PN. Baba, Gostin von Gosti = der Baba’sche, der Gosti’sche Ort (vgl. lat. Flavia d. i. urbs, von Flavus).

FN. (häufig im nordöstl. Deutschl.) Berlin. von Bonin. Cörlin. Ladenthin. von Pressentin (Stammort Prestin, früher Pressentin in Mecklenb.). von Schwerin. Bisweilen -ien geschrieben: Leppien. Scholwien (O. Leppin, Scholwin).

Ableitung auf -er:

Berliner. Dobriner. Exiner (alle drei jüdisch).

=Ing-= s. Ingo.

=-ing= a) I. auch -ung, patronymische Endung, wie im Angels. Vulf Vonrédes auch Vulf Vonrêding genannt wird. In sehr vielen Personen-N., die Abstammung von einem Vater oder Ahnherrn bezeichnend; am bekanntesten in der Geschichte die Merovingi, Charalingi (Karolinger), auch die Agilolfinger in Bayern und die Capetinger in Frankreich. Jetzt in vielen FN., ohne daß die patronymische Bedeutung noch gefühlt würde. (Aus der patronymischen Bed. hat sich später eine verkleinernde entwickelt, namentlich in Mecklenburg und Vorpommern in Formen wie: Männing, Hüsing, Wiesing (Luise), in welchen aber ng gesprochen wird wie in lang’, bang’.)

FN. 1) Götting (eigentl. Sohn oder Nachkomme des Gotto). Kuning. Rüding --

selten ink geschrieben (nach der Aussprache): Eppink. Gerdink. Immink.

2) Hartung.

b) III. in ON., und daher auf Familien übertragen s. -ingen.

=Ingel= s. Angil (einst. K.).

=-ingen= III. seit dem 8. Jh. in ON., Dativ Plur. von dem Patronymikum auf ing (s. vorhin), abhängig von einem Verhältnisworte, z. B. ze den Eppingen „zu den Söhnen (Nachkommen) des Eppo“ (Eberhard). Verhältniswort nebst Artikel fällt dann fort, und so entsteht der N. Eppingen.

Heutzutage ist das volle ingen bes. in Schwaben einheimisch, während in Altbayern östlich vom Lech und in Österreich meist die Kürzung ing an die Stelle getreten ist.

In einzelnen Fällen ist ingen Abkürzung aus -ingheim: Sickingen aus Sickingheim.

FN. 1) -ingen: v. Berlichingen. Ehingen. Grüningen. Hüningen. Menningen.

2) -ing: Bisping. v. Rössing. von Schöning (Stammort Schöningen in Pommern).

Da diese ON. sich zum allergrößten Teile in Oberdeutschland finden, so ist auch die oberdeutsche Bildungsform -inger in den FN. viel häufiger, wo dann ingen und ing zusammenfließen.

FN. Bermeitinger (O. Bermatingen Fröhner S. 37). Bilfinger (O. Bilfingen in Baden). Böhringer. Ehinger. Gundelfinger. Haßlinger. Heimerdinger. Offterdinger. Sickinger. Wassertrüdinger. (Von ON. auf -ingen).

Aiblinger. Derflinger (O. Derfling in Ober-Österr.). Eberhartinger. Hörmandinger (Hörmading in Ober-Österr.). Mallinger. Oitzinger. Standhartinger. Stockinger. Straubinger. (Sämtlich von ON. auf -ing).

=INGO= I. schon frühzeitig in N. auftretend (1. Jh. Ingomar, Armins Oheim), doch in seiner Bed. nicht sicher; wahrscheinlich von dem Halbgott Inguio.

FN. Inghard: Inghardt -- Enghardt; Engert.

Inguheri: Enger.

Ingiram: Ingram.

(Ingman): Ingemann -- Engmann. Gen. Ingmanns.

Ingomar: Immer.

Ingold: Ingwald; Ingenohl -- Engewald.

Einstämmige Kürzung Ing-.

Ingo, Engo: Enge.

=Intfen, Intveen= s. In III.

=Irm-= s. Irmin (V., einst. K.).

=IRMIN= I. der kriegerisch dargestellte höchste Gott Wuotan (Grimm, Myth. S. 325); in Zss., als das Höchste überhaupt bezeichnend, später ein verstärkender Begriff (s. Lübben Progr. S. 9). In PN. seit dem 1. Jh.: Arminius der Cheruskerfürst.

FN. Irmindrud w.: Irmtraut.

Irmingar: Irminger.

Irmingard (Armingardis) w.: Armgardt. Gen. Irmgartz.

Ermingaud: Armengaud.

Irminhard, Emehard: Irmert -- Immert. -- Ermert. Patr. A. Armerding.

Irminher: Irmer -- Immer -- Ermer.

Ermanrih: Ermrich.

Irminold: Ermold.

Einstämmige Kürzung Irmin-.

Irmino, Irmo, Immo (Stark 24): Imme; Im -- Ihm. Patr. A. Immenga (ostfries.).

Vklf. (l) Imilo, Ermilo: Immelmann -- Imelmann -- Ermel -- Emmelmann. Gen. Ihmels. Patr. A. Ermeling. (l + n): Imlin. (k) Imico: Immig -- Ermke -- Emich. Patr. A. Immink.

=IS= I. verkürzt = Isan (Stark S. 40).

FN. Isheri: Eiser.

Isman: Ißmann -- Eisemann -- Eismann.

Isuwarth: Eisert.

Einstämmige Kürzung Is-.

Vklf. (l) Islo: Eisele. (l + n): Iselin. (k) Isico: Isecke.

=ISAN= I. ahd. îsan, mhd. îsen „Eisen“.

FN. Isanperaht: Isenbart -- Eisenbarth.

Isanbrand: Isenbrand -- Eisenbrand.

Isindrut w.: Eisentraut.

Isangart w.: Isengarth -- Eißengarthen.

Isangrim: Eisengrein -- (verstümmelt) Isegrei.

Isanhard: Eisenhart -- Eyssenhardt.

Isanman: Eisenmann.

Isanrich: Eisenreich.

Einstämmige Kürzung Isan: Isen -- Eisen -- Eyßen.

=Isen-= s. Isan.

=Isenschmid= III. „Eisenschmid“ (s. Schmid).

=Isidorus= II. griech. „Gabe der Isis“, der ägyptischen Göttin.

FN. Dörries (wegen d. Aussprache s. S. 38).

=Ißleib= I. nicht imperativisch, sondern ahd., zu îs „Eis“ = Sohn des Eises, altnord. Isleif (Andresen).

=-itsch= s. das Folgende.

=-itz= III. in ON., slawischen Ursprungs. Im Slawischen bilden -ice und -owice Patronymika im Plur., z. B. Bobolice, Plur. von bobolić d. i. Sohn des Bobola (Rundbauch), also deutsch etwa die „Bobolingen“ wie Eppingen u. a. -- jetzt Bublitz. Daher nun sehr viele deutsche FN. im Osten Deutschlands, die von den entsprechenden slawischen ON. übertragen sind.

FN. Bonitz (O. in Anhalt). Bublitz. von Grävenitz. _v. Maltitz_. v. Nostiz (Dorf in Sachsen: Nostitz). Pölitz. _v. Prittwitz_. v. Zitzewitz. v. d. Marwitz.

Vergröbert -itsch, -itzsch (bes. im Kgr. Sachsen): Delitsch. Kötteritzsch.

Ableitung auf -er (oberd.):

Clausnitzer. Gölitzer. Loßnitzer (Kgr. Sachsen). Thalwitzer -- im nordöstl. Deutschl. jüd.: Meseritzer.

=Iv-= s. Iw.

=IW= I. ahd. îwa, mhd. îwe, ybe „Eibe“ (Taxus), deren Holz wegen seiner Zähigkeit und Schnellkraft bes. geeignet für Bogen war.

Einstämmige Kürzung Iw-.

FN. Ivo, Ibo: Iwe -- Ibe. Gen. Iven -- Iben -- Eiben.

J.

=Jaap= s. Gab (einst. K.).

=Jab-= s. Gab (einst. K.).

=Jack-, Jäck-= s. Jacobus.

=Jacobus= II. hebr. Jaakob „der Fersenhalter“ d. i. Nachgeborene (als jüngerer Zwillingsbruder des Esau); im N. Testamente die beiden Apostel Jacobus (Kal. 25. Juli).

FN. (zum Teil jüdisch). Jacobus; Jacob. -- Zss. Quadejacob. Schlingjacob. Venjacob. Gen. (lat.) Jacobi, Jacoby -- (deutsch) Jacobs, Jakobs (oder zsgz. aus dem Nom. Jacobus). Patr. A. Jakober. Patr. Zss. Jacobsohn; Jacobson; Jacobsen.

Verkürzt am Ende: Jack. Gen. Jacks. -- Jock (schweiz.).

Vklf. (i): Jäggi (schweiz.). (l, oberdeutsch): Jackl. -- Jäckel, Jeckel -- Jäkel -- Jockel -- Jöckl (bayr.). (l + i): Jäggli (schweiz.). (l + n): Jäcklin; Jäcklein.

Verkürzt am Anfang: Kobus (Gen. Kobi) -- Kob. Gen. Kobes; Kobs, Koops (oder aus dem Nom.).

Vklf. (niederd.): Köbcke, Köpke (doch ist bei diesen mit k anlautenden FF. auch der altdeutsche Stamm God in Betracht zu ziehen).

=Jagdenfuchs= III. Satz-N. „eifriger Fuchsjäger“.

=Jagendeubel= s. Jageteufel.

=Jäger= III. mhd. jagaere, jeger.

FN. Jager (Gottschee) -- Jäger. Zss. Gambsjäger. Hasenjäger. Hühnerjäger. Latinis. Venator. Gen. Jägers (niederrheinisch).

=Jageteufel= III. Satz-N. = „jage den Teufel“ (S. 52). Jagenteufel 1580.

=Jägg-= s. Jacobus.

=Jahn-, Jähn-= s. Johannes 3.

=Jahr= III. in einzelnen Zss.: Langjahr (= Schaltjahr Fröhn.). Vgl. Gutjar 1295.

=Jahreis= s. Gar (einst. K.).

=Jäkel= s. Jacobus.

=Jan-, Jän-= s. Johannes 3.

=Japping= s. Gab (einst. K.).

=Jar-= s. Gar (V., einst. K.).

=Jasp-= s. Kaspar.

=Jaster= s. Gast.

=Jaukens= s. Gaw.

=Jebens= s. Gab (einst. K.).

=Jeck-= s. Jacobus.

=Jeffke= s. Gab (einst. K.).

=Jehle= s. Gail.

=Jehner= s. Johannes 3 b.

=Jennrich, Jentho= s. Gand.

=Jer-, Jerr-= s. Gar (V., einst. K.).

=Jesp-= s. Kaspar.

=Jhering= s. Gar (einst. K.).

=Jipp-= s. Gab (einst. K.).

=Jirgensohn= s. Georgius.

=Joachim= II. hebr. Jehojakim „Jehova richtet auf“.

FN. Joachim. Gen. Joachimi; (deutsch) Joachims. Abgeschliffen: Jochen -- Jochum -- Juchem (Köln). Gen. Jochens; Jochums. -- Verkürzt im Anlaut: Achim. Vgl. bei Klemp. z. B. Achim (Jochim) Dewitz -- sonst ist Achim auch ON.

=Jobst, Jöbstl= s. Jodocus.

=Joch-= s. Joachim.

=Jock-, Jöck-= s. Jacobus.

=Jöd-= s. God (einst. K.).

=Jodocus= II. griech. etwa „Pfeile enthaltend“; St. Jodocus.

FN. Jobst -- Jost (vgl. bayr. VN. Jobst). Zss. Jostarndt (doch s. auch Justus). Garnjost. Gen. Josten. Patr. A. Jösting. Vklf. (l): Jöbstl.

=Johannes= II. hebr. Jehochanan „Gott ist gnädig“; Johannes der Täufer (24. Juni); Johannes d. Apostel u. Evangelist (27. Dez.). Dieser als VN. sehr beliebte Name hat eine fast unübersehbare Menge von FN. hervorgerufen.

FN. 1) ~Johannes~ (selten); Johanns. Gen. Johannis; Joanni. Zss. Vogtsjohanns (Oldenb.). Patr. Zss. Johannessohn; Johannesson.

2) Verkürzt im Auslaut: ~Johann~ -- mit den Zss. (bes. westf.) Aldejohann. Engeljohann. Großjohann. Jungjohann. Kochjohann. Lüttjohann. Meyerjohann. Schmaljohann. Wittjohann. -- Johannpötter (westf.). Johansmann. Patr. A. Johanning -- Joanning. Gen. Johannings (ostfries.). Zss. Johanningmeyer (westf.). Patr. Zss. Johannssohn; Johannson; Johannsen; Johannzen.

3) Zusammengezogen a) mit Hervorhebung des Vokals der ersten Silbe:

~John~. Gen. Johns; Johnen, Jonen (niederrhein.). Patr. A. Johner (Baden).

Vklf. (k): Johnke -- Jöhnke -- Joontjes (ostfries.).

b) mit Hervorhebung des Vokals der zweiten Silbe:

~Jahn~. Gen. Jahns; Jans -- Jähn. Gen. Jähns; Jehnen. Zss. Endejann. Fuhljahn (der faule J.). Grotjan. Ottenjan. Schmidtjan. Schönjahn (auch Schönian, älter Schönejan, Schönergan). Strackerjan (d. i. schlanker J. Pott). Wiesjahn. -- Janotte (Johann Otto). Patr. A. Janning -- Jahner (Wien). Patr. Zss. Janson; Jansen; Janssen; Janzohn; Janzon; Janzen.

Vklf. (l): Jahnel -- Jähnl. (k): Janecke; Janeck; Jahnke -- Jancke; Jank -- Jänicke; Jäneke; Jänke -- Jencke -- (hochd.) Jänichen; Jänigen; Jähnchen.

4) Verkürzt im Anlaut:

a) ~Hannes~; Hans mit den Zss.: Althans. Großhanß. Guthans. Junghans. Kleinhans. Langhans. Langerhans. Schwarzhans.

Fritzehans; Fritschhans. Elsenhans. Ilkenhans. Josenhans (Hans, Sohn der Else, Ilke oder Eilika, Josepha). Petershans.

Fuhrhans. Guldenhans. Meisterhans. Speckhans. Speerhans. Stallhans. Timmerhans (westf.).

Hanselle (= Hans Selle = Preuß 30).

Hansemann; Hansmann. Hansgirg (Hans Georg). Patr. A. Hansing. Hanser (südd. Fröhn., Reichel). Sanktjohanser (Münch.). Patr. Zss. Hanson; Hansen (schlesw.); Hanssen.

b) ~Hennes~. Patr. Zss. Hensen; Henssen. -- Hensmanns.

Vklf. (l): Hansel (Hanselmann). Hensel; Hänsle. Zss. Aneshensel (der H. des Ahni, Großvaters); Anishänsli (Basel). Oberhänsli (Thurgau). Peterhensel. Patr. A. Hansler. Henseler. Niederd. (k): Henske; Hensken; Hänsgen -- Hansken (ostfries.).

5) Verkürzt im Anlaut und Auslaut (zusammenfließend mit Hagan).

a) ~Hanne~; Hann (Hannemann). Zss. Junghann. Junghäni (schweiz.). Hanotte.

Vklf. (niederd.): Hannicke; Hanneken; Hanke.

b) ~Henne~, Henn (Henne VN., z. B. Henne Vagedes Lipp. Reg.) in mannigf. Zss. Bauerhenne; niederd. Burhenne. Kleinhenne. Opperhenne. Weberhenne. Wiesenhenne. -- Großhenn; niederd. Grotehen. Junghenn. Hartmannshenn.

=Johl= s. God (einst. K.).

=John- Jöhn-= s. Johannes 3.

=Jolfs= s. God (V.).

=Jonas= II. hebr. „die Taube“; der Prophet.

FN. auch jüdisch.

=Joontjes= s. Johannes 3.

=Joosten= s. Justus.

=Jordan= II. Jordanes 5. Jh., vermutlich aus altd. Jornandes, womit es wechselt, unter Einwirkung des Namens des heiligen Flusses umgebildet. Im Gött. UB. als Vorname im J. 1229.

FN. Jordan (auch jüdisch). Gen. Jordans; Jordens -- Jördens -- Jörrens.

=Jörg, Jorges= s. Georgius.

=Jörrens= s. Jordan.

=Joseph= II. hebr. „er fügt hinzu“ (1. Mos. 30, 24); als christlicher N. von Joseph, dem Manne der Maria, stammend. (Kal. 19. März).

FN. Joseph; Josef. Gen. Josephs (Jever) -- lat. Josephi. Patr. A. Josepher. Patr. Zss. Josephson.

Verkürzt im Anlaut: Sepp (südd.).

=Jost= s. a) Jodocus b) Justus.

=Jowien= s. God (V.).

=Juchem= s. Joachim.

=Jump-= s. Gund (V.).

=JUNG= I. got. guggs, ahd. jung, mhd. junc „jung“. In altd. EN. weit seltener als alt.

FN. Jungman: Jungmann, Junkmann.

Jungarat: Junkert.

Jungeric: Jungerich.

Einstämmige Kürzung Jungo: Junge; Jung (latinis. Jungius), Jungk -- Jünge.

Vklf. (l): Jüngel. (k): Jüngken.

=Jung= a) I. s. das vorhergehende W. b) III. (vgl. Hellenbrecht de Junghe 1383 Gött. UB. I. -- auch franz. Lejeune) -- de Jonge (Emden).

=Jüngel= s. Jung I.

=Jungbluth= III. auch Jungesblut; niederd. Jungeblodt (holl. Jongebloed).

=Jungfer= III. Abkürzung aus Jungfrau (vgl. Johannes dictus Virgo 1390 Köln. Univ.-Matr.).

=Jungnickel= s. Nicolaus.

=Junkert= s. Jung I.

=Junker= III. aus mhd. juncherre „junger Herr“ (herre Bezeichnung des ritterlichen Standes).

FN. Junker. Gen. Junkers.

=Jür-, Jürr-= s. Georgius.

=Justus= II. lat. der „Gerechte“.

FN. Justus; Just -- Jost. Gen. (lat.) Justi -- (deutsch) Justen -- Joosten, Joesten (oe = ô, ostfries.).

K.

=Kabelmacher= III. „Verfertiger von Schiffstauen“.

=Kächler= III. „Kachelmacher, Töpfer“, vom ahd. chachala, mhd. kachele irdenes Geschirr („Kachel“ noch schweizerisch, tirolisch in diesem Sinne).

=Kahle= III. „Kahlkopf“. Hans de Kale 1430 (Lipp. Reg.).

=Kähler= s. Köhler.

=Kahrs= s. Gar (einst. K.).

=Kaiser= III. s. S. 42; auch in der Schreibung Kayser, Keiser. -- Selten in der ursprünglichen lat. F. Caesar.

=Kalb= III. zu den Tiernamen (S. 49. 61), vgl. Cuonrad calf, calp vitulus 1219. Cuonrad dict. Kelbelin.

FN. Kalb. Niederd. Kalff. Vklf. Kälble. Zss. Sommerkalb (Barthold genannt Sumerkalf 1358 -- Lipp. Reg.). Sonnenkalb. -- Kalbskopf.

=Kalff= s. Kalb.

=Kaltschmidt= III. ahd. chaltsmit, mhd. kaltsmit „Schmied, der ohne Feuer arbeitet, Kesselschmied“.

=-kam= s. Kamp III.

=v. Kamecke= III. Stammort Camminke auf der Insel Usedom.

=-kamer, -kammer= s. Heim III.

=Kamm-, Kämm-= s. Gamal.

=Kämmerer= III. ahd. chamarâri, mhd. kameraere, nach dem mittellat. camerarius 1) „Hofbeamter, der die Aufsicht hat über die fürstlichen Gemächer“, namentlich über die Schatzkammer, auch sonst aufwartet und auf Ordnung hält 2) in Klöstern und Gemeinden „Verwalter der Einkünfte“.

FN. Cammerer -- Kämmerer.

=Kämmerling= III. ahd. chamarlinc, mhd. kemerlinc „Kammerdiener“. (Das Wort noch im ital. camerlengo).

=KAMP= I. ahd. champh, mhd. kampf „Kampf“ (urspr. Eifer, Wetteifer).

FN. Kamphard: Kempert -- Kempfert.

Einstämmige Kürzung Camp-.

Campo (noch fries. VN.), Chempho: Campo; Campe -- Kampf -- Kempe -- Kämpffe; Kempf. Gen. Kamps; Kampen. Patr. A. Overkämping (Westf.).

Vklf. (k): Kempke. Gen. Kempkens.

=Kamp= III. aus dem lat. campus, welches schon früh in das Niederdeutsche und Friesische herübergenommen ist, namentlich ein eingeschlossenes, umhegtes Feld bezeichnend, das einem einzelnen Bebauer zusteht. Alte ON. auf -camp aus dem 9.-11. Jh.; heutige auf -kamp, auch verhochdeutscht -kampfen, -kämpfen.

Eine große Menge FN. auf -kamp findet sich in ~Westfalen~, hergenommen von einzelnen solchen Kämpen, an denen dieser Landstrich so reich ist (S. 75). Dabei tritt auch das niederdeutsche Sprachelement hier sehr in den Vordergrund.

FN. Von dem Kampe. Van Kampen (Kleve; Kampen Stadt in Holland).

Zss. 1) nach dem, was auf dem Kampe wächst: Appelkamp (Äpfel-). Birkenkamp; Berkenkamp. Bohnenkamp. Bökenkamp (Buchen-). Buschkamp. Distelkamp. Eichelkamp. Ellerkamp. Flaßkamp. Füchtenkamp. Graßkamp. Haverkamp; Haberkamp. Hasselkamp. Heisterkamp. Holtkamp. Horstkamp. Kirschkamp. Kleekamp. Lihnkamp (Lein-). Lohkamp. Nettelkamp. Roggenkamp. Röbekamp; Röwekamp. Schleenkamp. Wiedenkamp --

oder sich dort aufhält (Tiere): Ahlkamp. Hasenkamp. Immenkamp. Kreienkamp. Uhlenkamp. Wolfkamp --

oder überhaupt sich dort befindet: Brüggenkamp (Brücken-). Gallenkamp (aus Galgen-). Kiesekamp. Kleinemoorkamp. Kottenkamp. Kreutzkamp. Kulenkamp. Moorkamp. Mühlenkamp. Pohlkamp (Pfuhl-). Sandkamp (auch Dorf in Hannover). Steinkamp. Wasserkamp.

2) Nach der Lage und Beschaffenheit des Kampes: Altkamp. Bredenkamp (auf dem breiten K.). Hoffkamp. Hokamp -- Hogenkamp (elliptisch: auf dem hohen K.). Kortenkamp. Langenkamp. Ostkamp; Osterkamp. Veltkamp. Westerkamp.

3) Nach dem Besitzer: Nonnenkamp.

Verhochdeutscht in -kampf: Erlekampf. v. Heidekampf (vgl. O. Heidekamp in Holstein). Flaßkampf. Lindenkampf. Lohkampff. Mühlenkampf. Oberkampf. Siedenkampf. Tellkampf. Weidekampf.

Abgestumpft in -kam: Breitenkam. Gerstenkamm. Kleekam. Osterkam.

Ableitung auf -er (westf.):

Kämper, Kemper. Gen. Kempers. -- Zss. Berkenkemper. Elfenkämper. Engelkemper. Fahlenkemper. Haarkämper (Haar = Anhöhe auf einer Heide). Hasenkämper. Heidkämper. Holtkemper. Kieskemper. Kortenkemper. Kottenkemper. Krützkemper (Kreuz-). Lehmkämper. Lohkemper. Nordkämper. Ossenkämper. Pagenkämper (Page = Pferd). Pierenkemper (Regenwürmer-?). Roggenkämper. Stegkämper. Strotkemper. Stutenkemper. Südkemper. Weidenkämper.

Auch als ~erster~ Teil der Zusammensetzung findet sich Kamp in: Kampmann; Oberste Kampmann. Kampmeyer -- Kampfmeyer -- Kammeyer. Kampfmüller. Kampfwirth. Kampfschulte. -- Kampfranz.

=Kamp-= s. a) Kamp I. b) Kamp III.

=-kamp= s. Kamp III.

=Kämp-= s. Kamp I.

=Kampe= a) s. Kamp I. b) Ortsbezeichnung s. Kamp III.

=Kampfenkel= I. III. der „Henkel vom Kampe“ (s. Hagan).

=-kämper= s. Kamp III.

=Kampf-= s. a) Kamp I. b) Kamp III.

=-kampf= s. Kamp III.

=Kämpf-= s. Kamp I.

=Kamphaus= III. Fleischermeister in St., nennt sich, seit es einen Finanz-Minister Camphausen in Preußen gegeben: Kamphausen.

=Kändler= III. (bayr.). mhd. kandeler „Kannengießer“.

=Kannengießer= III. „Zinngießer“; man sieht aus dem N., daß das Gießen von Kannen einst die wichtigste Arbeit in diesem Handwerke war („Kannengießer-Straße“ in Braunschweig).

FN. Kannegießer; Kanngießer, Canngießer. Niederd. Cannegieter (Klemp. Kannegeter).

=Kant, Kantz= s. Gand.

=Kanzler= III. ahd. chancilâri, mhd. kanzelaere aus mittellat. cancellarius „Vorgesetzter der Kanzlei“.

FN. Kanzler, Cantzler. Mit Umlaut Kentzler.

=Kapeter= III. (Württ.) eig. Hausname casa Petri, wie Cahannes, Capaul (Buck).

=Kaphengst= III. vom mhd. kappen „verschneiden“.

=Kappeller= s. Capelle.

=Kapper= s. Kaspar.

=Kapphammel= III. vom mhd. kappen „verschneiden“.

=KARAL= I. ahd. charal, karl „Mann“ (Kerl).

FN. Karlman: Karlmann.

Einstämmige Kürzung Karal-.

Carol: Karel -- Karle; Karl, Carl -- (zerdehnt) Kardel -- Kerl -- Keerl. Gen. Carels -- Karls -- Kerlen. Patr. A. Kerling. Patr. Zss. Carlsohn.

Vklf. (i): Karli (schweiz.).

=Kärcher= III. oberd. „Kärrner“, von Karch „Karren“, ahd. karruh aus lat. carruca Reisewagen.

FN. Kärcher -- Karcher.

=Kardel= s. Karal.

=Karges, Karius= s. Macarius.

=Karlauf= s. Gar (V.).

=Karmann= s. Gar.

=Karrer= III. „Kärrner“. Auch Karner.

=Karsjens, Karst=- s. Christianus.

=Kaschube= III. ein „Kassube“ (S. 78). Auch verkürzt Kaschub.

=Kasemeier= III. umgestaltet aus Kasimir (1788 Detmold).

=Kaspar= II. persisch Kansbar „Schatzmeister“, nach der Legende einer der h. drei Könige (Kal. 6. Jan.).

FN. Kaspar, Caspar; Casper -- süddeutsch Kapper (s. Melchior Meyr, Erzählungen aus dem Ries). Gen. Caspary (auch jüdisch) -- Caspers -- Gaspers (Heinsberg).

Vklf. Kasperl (bayr.). -- Zss. Kasparbauer.

Mit Erweichung des k (schon bei Klemp. nebeneinander Kaspar, Gaspar, Jaspar): Jasper. Gen. Jaspers (ostfries.). Patr. Zss. Jespersen.

=Kassebaum= III. halbniederd. statt karseboom „Kirschbaum“. Auch Kessebohm. (Kassebohm O. in Mecklenb.).

=Kassebeer= III. niederd. statt Karsebeere „Kirsche“ (lat. cerasum).

=Kasseroller= III. „Kasserollen-Verfertiger“.

=Kassens, Kast-= s. Christian.

=Kastner= III. „Verwalter des Kornkastens“ d. i. Getreidespeichers, dann, weil aus den Getreide- und Fruchtzinsen sich die Steuern entwickelten, hie und da = Amtmann über alle Einkünfte „Rentmeister“. So an Höfen ein Hofkastner, in Klöstern ein Pater Kastner.

FN. Kastner -- Kästner, Kestner -- Khöstner (Gottschee).

=Kathmann, Käthner= s. Köther.

=Kathreiner= III. „einer aus (St.) Kathrein“.

=Kauer-= s. Kun (V.).

=Kaufmann= III. ahd. choufman, mhd. koufman „Handelsmann“ (s. Krämer).

FN. Kaufmann, häufig Kauffmann. Niederdeutsch Kopmann, Koopmann. Gen. Koopmanns.

=Kaulbars= III. deutlicher Fischname.

=Kaulfuß= III. „Klumpfuß“, von Kaule = Kugel, schon mhd. kugele zsgz. kûle.

=Kaunert= s. Kun (V.).

=Kaupert= s. Gaw.

=Kauwertz= s. Gaw.

=Keb-= s. Gab (V., einst. K.).

=Keerl= s. Karal.

=Kehr-= s. Gar (einst. K.).

=Kehrein= III. Satz-N. „kehr ein“.

=Keil= s. Gail.

=Keiper= III. „Fischmeister“, Aufseher über Fischereien (ostpreuß.).

=Keiser= s. Kaiser.

=Keith, Keitz= s. Gaid.

=Keller= III. mhd. kellaere aus lat. cellarius 1) „Kellermeister“, Schaffner 2) Kammerbeamter; wie vom herrschaftlichen Kasten ein Kastner, so bekam vom herrschaftlichen Keller ein ~Keller~ (Kellner) als Rentbeamter seinen Namen (cellarii am Hofe Karls d. Gr.), welcher urspr. die Weinberge u. Weingülten samt den andern Einkünften, die in die Keller einzuliefern waren, zu verwalten hatte; bei geistlichen Stiftern der Beamte, welcher die Einkünfte verwaltet, die für den Tisch geordnet sind -- oft mit dem Kastner eins 3) Inhaber eines „Kellerhofes“, einer Art Hofgüter in einigen Teilen Schwabens und der Schweiz. (Walter der Kellaer 1288).

FN. Keller. Lat (rücklatinis.) Cellarius. Auch Kellerer. Kellermann.

=Kellermann= s. Keller.

=Kellner= III. mittellat. cellenarius, ahd. kelnâri, mhd. kelnaere = keller (Conrade Kelner, auch C. Keller genannt 1379 Bacm.).

=Kemp-= s. Kamp I.

=-kemper= s. Kamp III.

=Kentel= s. Gand.

=Kentzler= s. Kanzler.

=Kerke= III. niederd. „Kirche“, in Zss. wie Kerkenbrock (Kirchenbruch); Kerkhei.

=Kerl-=- s. Karal.

=Kerms= s. Gar (zweist. K.).

=Kerner= III. 1) = Körner 2) „Kärrner“.

=Kerschstein= s. Christianus.

=Kerse= III. „Kirsche“, aus lat. cerasum, in Zss. wie Kersenbrock (-bruch), Kerßenbroick -- Kersemeyer.

=Kerst-= s. Christianus.

=Kessebohm= III. „Kirschbaum“.

=Kessel= III. der Kessel als bedeutsames Hausgerät, das zu sinnbildlichen Rechtshandlungen und abergläubigen Gebräuchen diente. Vgl. H. de Eschenowe dictus Brukeȥȥel (Braukessel) 1263.

=Kesseler= III. „Kesselschmied“. Auch Keßler.

=Kesselhake= III. Haken, an welchem der Kessel über dem Feuer aufgehängt wird.

=Kesselhut= III. eine „Pickelhaube in Kesselform“. Auch niederd. Ketelhod.

=Kest-= s. Christianus.

=Kestner= s. Kastner.

=Ketelböter= III. niederd. „Kesselflicker“ (böten = hd. büßen, d. i. urspr. bessern).

=Ketelhod= s. Kesselhut.

=Keudel, Keutel= s. Gaid.

=Keun-= s. Kun (V., einst. K.).

=Kieckebusch= III. ON. (in Brandenb.).

=Kiefer= s. Küfer.

=Kiehne= s. Kun (einst. K.).

=Kiekuth= III. niederd. Satz-N.: „schau aus“ -- doch zunächst wohl ON. (auf Rügen) und von daher übertragen.

=Kienbaum= III. mhd. kinboum „Kiefer“.

=Kienle= s. Kun (einst. K.).

=Kiep-= s. Gab (V., einst. K.).

=Kier-= s. Gir.

=Kierschner= s. Kürschner.

=Kies-= s. Gis.

=Kiesel-= s. Gisal.

=Kieser= III. „Prüfer“; in den Städten Deutschlands waren solche K. besonders für Getränke und andere Lebensmittel angestellt.

=Kiesewetter= III. Satz-N. „der das Wetter prüft, Wetterspäher“ (Gudrun 903: Fruote bî dem lufte ~kiesen~ dô began). Entstellt Küssewetter (Wien).

=Kieß-= s. Gis (Gisal).

=Kiewitt= III. niederd. der Kiebitz, sprichwörtl. wegen seines Zickzackfluges; daher „Kiebitzgang“. (Everhardus Kyvit Köln. Univ. Matr. 1390).

=Kilbert= s. Gisal.

=Kilian= II. ein Schotte, Apostel der Franken im 7. Jh.

FN. Kilian; Killian -- Kilgan.

=Killmer= s. Gisal.

=Kimmerle= s. Kun (V.).

=Kipp= s. Gab, Gib (einst. K.).

=Kirche= III. ahd. kiricha, mhd. kirche, altsächs. kirika, kerika, altfries. kerke, karke (wohl aus griech. κυριακόν „Haus des Herrn, Gotteshaus“). In ON. -kirch, -kirchen (elliptischer Dativ); niederd. -kerk.

FN. 1) Altenkirch. Neukirch. Taufkirch (O. -en 8 mal Rud.). v. Tippelskirch.

2) Giesenkirchen. Herrenkirchen. Odenkirchen. Rodenkirchen. Rommerskirchen.

Halbniederd. Nienkirchen (Mecklenburg); hochdeutsch Neunkirchen (häufig ON., wohl aus Neuenkirchen zsgz., zumal bei Dörfern, wo eine solche Menge von Kirchen doch nicht anzunehmen).

3) Bovenkerk.

Ableitung auf -er (oberd.):

1) -er: Feldkircher (O. -kirch).

2) -ner: Feldkirchner (O. -kirchen). Neukirchner. Seekirchner. Steinkirchner.

=Kircher= III. mhd. kirchaere „Küster“ 2) gekürzt aus Kirchherr, d. i. „Pfarrer“. Auch Kilcher.

=Kirchhoff= III. „der am Kirchhofe“, vgl. fries. Urkund.: roleff bi den kerkhoue (Pott. S. 549).

=Kirchmann= a) I. ahd. Kirihman (aus dem 9. Jh. als PN. nachgewiesen durch Förstemann, vgl. auch den rhein. Namen Kirchartz, der auf einen altd. Nomin. Kirihhart zurückweist) b) III. mhd. kirchman Eingesessener einer Gemeinde, „Gemeindeglied“, im Gegensatz zum Ausmann, ûȥman.

=Kirchner= III. mhd. kirchenaere „Küster, Mesner“, bes. im sächsischen Vogtlande üblich.

=-kirchner= s. Kirche.

=Kirieleis= II. aus dem kirchlichen Rufe (griech.) kyrie eleïson „Herr, erbarme dich“, vgl. Bechtold Kyrieleyson 1366 (Weistümer 3, 419). Noch weiter verkürzt Cyrlis -- Corleis.

=Kirmes= III. aus mhd. kirchmesse, „Fest zum Andenken an die Einweihung einer Kirche“ -- (Zeitname, vgl. Tag).

FN. Kirmes; Kirmß.

=Kirner= s. Körner.

=Kirschner= s. Kürschner.

=Kirschstein= s. Christianus.

=Kirscht-, Kirst-= s. Christianus.

=Kirwald= s. Gir.

=Kiß= s. Gis.

=Kist= s. Christianus.

=Kistenfeger= III. der „Kisten fegt d. i. ausräumt“, plündert.

=Kistmacher= III. der „Kisten macht“, Tischler. Niederd. Kistemaker; latinis. Chelopoeus. Entstellt Küstenmacher. Auch Kistner.

=Kittel= III. mhd. Kittel, ein Kleidungsstück -- mit der Zss. Weißkittel.

=Klaas, Klag-, Klas-, Klaß-= s. Nicolaus.

=Klau-= s. Glaw.

=Klaus, Kläusli= s. Nicolaus.

=Klebsattel= III. „kühner mit dem Sattel eng verbundener Reiter“ (Andresen). Daraus Kleesattel.

=Klee= III. früher volkstüml. auch der mit Kleeblumen bunt gezierte Rasen (Kleemeister = Wasenmeister) -- mit der Zss. Grüneklee. Auch Kleeblatt (vielleicht mit mystischer Beziehung als Sinnbild der Dreieinigkeit, wie in Irland, wo es sogar in diesem Sinne Nationalzeichen ist). Kleemann. Kleemeyer. Schubert Edler von dem Kleefelde. (S. 59). Niederd. Klewer.

=Kleienstäuber= III. nach Hoffmann, Kasseler Namenb. S. 69, Bezeichnung des „Müllers“.

FN. Kleyenstäuber, zsgz. Kleinstäuber -- auch Kleyenstüber; Kleinstüber. Vgl. Joh. Fäsenstaub, Müller 1408 (Tobler-Meyer), von Fese = Hülse.

=Klein, Kleine= III. der „Kleine“. Doch weisen FN. wie Kleinhard, Kleinert (Gen. Kleinertz), Kleinlein, Kleinecke darauf hin, daß dieser Stamm schon im Altdeutschen zur Namenbildung verwendet worden, dann im Sinne von „fein, sauber“.

=Kleinknecht= III. „unterer Knecht“ gegenüber dem Großknecht.

=Kleinschmidt= III. Gegensatz zum Grobschmied: ein Schmied, der kleine, d. i. feine Arbeiten macht; bez. hauptsächlich der „Schlosser“, dann der Büchsenschmied, Sporer, Uhrmacher.

=Kleinsorge= III. der sich wenig d. i. (bes. nach mhd. Ausdrucksweise) gar keine Sorge macht.

=Kleisl, Kleißl= s. Nicolaus.

=Klemens, -t= s. Clemens.

=Kliebenschedel= s. Klubeschedel.

=Kliefoth= III. niederd. statt Kliefuß, vom ad. cliuwa Kugel, Knäuel, also = Klumpfuß.

=v. Klinckowström= III. Martin Klinckows Söhne wurden im 17. Jh. von der schwedischen Regierung geadelt. (Adelslex.)

=Kling= III. ahd. chlinga, mhd. klinge „Gebirgsbach, rauschender Bergstrom“, ON. und in Zss. wie Klingmüller. Auch Klingel, wie in der Pfalz viele Bäche heißen. Daher FN. Klincke, Kling mit der Ableit. Klinger. Klingelhage.

=Klingbeil= III. Satz-N. urspr. Klinckebyl „laß das Beil klingen!“.

=Klingspor= III. „mit klingendem Sporn“. Klingspor 1571.

=Klobelauch= III. ahd. klobelouh, mhd. clobelouch von kliuban spalten, entstellt knobelouch „Knoblauch“ (auch ON.). Knobloch -- Knoblich.

=Klocke= III. a) I. s. Hlod (einst. K.) b) niederdeutsch „Glocke“ in Klockemeyer.

=Klöckner= s. Glöckner.

=Klode= s. Hlod (einst. K.).

=Kloos, Klos-, Kloss-= s. Nicolaus.

=Klostermann= III. mhd. klôsterman „Mönch“.

=Klöter= s. Hlod (V.).

=Kloth, Klöthi= s. Hlod (einst. K.).

=Klötsch, Klott= s. Hlod (einst. K.).

=Klotz= a) I. s. Hlod b) III. „vierschrötiger, plumper Mensch“. vgl. Marquardus dictus Block (Truncus).

=Klubertz= s. Glaw.

=Klubeschedel= III. Satz-N. „ein Schädelspalter“ (S. 52), von „klöben“ ahd. klioban, mhd. klieben und klûben spalten. Auch Kluibenschädel (Tirol).

=Klubeschelt= III. Satz-N. „der Scheite spaltet“.

=Klußmeyer= s. Nicolaus.

=Klute, Klüt-= s. Hlod (einst. K.).

=Klüter= s. Hlod (V.).

=Klutendreter= III. (Aachen) der „Erdklöße tritt“, Spottname für einen Landbauer.

=Klutt= s. Hlod (einst. K.).

=Knabe= III. ahd. chnabo, mhd. knabe „Knabe, junger Bursche“, bes. ein im Dienste eines Höheren stehender; mit knappe, kneht mehrfach gleichbedeutend. Auch Knape. Gen. Knabben (niederrhein.).

=Knappe= III. Nebenf. zu Knabe (wie Rappe zu Rabe) ahd. chnappo, mhd. knappe 1) Knabe, Jüngling, bes. „der Ritter werden will“ 2) „Diener, Lehrling, Geselle“.

FN. Knappe; Knapp.

=Knaubel, Knaup, Knauth= s. Knod.

=Knecht= III. mhd. kneht sinnverwandt mit knabe und knappe, daher auch in der Bed. „Lehrling, Geselle“, wie in smidekneht.

FN. Knecht. Zss. Ackerknecht. Frommknecht. Futterknecht. Gutknecht; niederdeutsch Godknecht. Haußknecht. Holzknecht. Kammerknecht. Kleinknecht. Mahlknecht (Müllergeselle). Packknecht. Schildknecht. Stallknecht. Schuknecht. Wagenknecht.

=Knick= III. „niedriger lebendiger Zaun zur Einhegung der Felder“. Auch Knigge.

=Knie= III. „ein im Waldwinkel liegendes Stück Land“, in FN. wie Kniemeyer, -möller.

=Knieriem= III. ein „Gurt über dem Knie“, das unentbehrliche Beistück der kurzen Landsknechtshosen, jetzt nur noch ein Geräte der Schuhmacher. Vgl. Cunrad cognom. bintriemo 1239. Knirim -- Cnyrim.

=Knobbe, Knobel= s. Knod.

=Knoblauch, Knoblich= s. Klobelauch.

=Knochenhauer= III. „Schlächter, Fleischer“, noch jetzt in Braunschweig die übliche Bezeichnung, wo sich schon 1380 der FN. Knokenhowere findet (in Hannover eine Knochenhauer-Straße).

=Knocke= s. Knod.

=KNOD= I. zu got. knôds, ahd. chnuat „Geschlecht, Stamm“. Chnodomar 4.

FN. (Knoderich): Gnörich.

Einstämmige Kürzung Knod-.

Knuto: Knode -- Knothe -- Knott -- Knuth -- Knauth. Patr. A. Knudsen.

Vklf. (l, Knodilo): Knolle. (k): Knocke.

Zweistämmige Kürzung Knodb-.

(Knobo): Knobbe -- Knop -- Knopf -- Knaup.

Vklf. (l): Knobel -- Knöpfel -- Knaubel.

=Knolle, Knop-, Knothe, Knott, Knudsen, Knuth= s. Knod.

=Kob-, Köb-= s. a) I. God b) II. Jacobus.

=Koch= III. ahd. choch, mhd. koch, altsächs. kok aus lat. coquus.

FN. Koch. Gen. Kochs. Äußerlich verlateint Cochius -- in anderer Weise Coccejus. Gen. Cocceji (S. 65).

Vklf. (l): Köchle (schwäb.); Köchly (schweiz.). -- Köchlin.

Niederd. Kock; auch Koock, Koke (Kok Gött. UB. I. ums J. 1373, Klemp. Coke neben der Bezeichnung Meisterkock = ouerste kokenmeister). Gen. Kox, Cox (niederrhein.).

Der N. Kock findet sich lange vor der französischen Einwanderung und ist jetzt in verschiedenen Gegenden Norddeutschlands unter der Landbevölkerung verbreitet, so in Westfalen, Mörs, Schleswig; er kann daher nicht franz. Ursprungs (aus coq Hahn) sein.

=Köch-, Kock= s. Koch.

=Kochlöffel= III. s. S. 44.

=Kodel= s. God (V.).

=Koen-= s. Kun (V., einst. K.).

=Koerts= s. Kun (V.).

=-kofen, -kofer= s. Hof.

=Köfer= s. Küfer.

=Kögler= III. mittelniederd. Kogeler „Gaukler“.

=-kohl= in Zss. wie Herrenkohl, Linnenkohl s. Kugel = Kapuze.

=Kohl-= s. 1) Kol 2) Hlod.

=Köhler= III. „Kohlenbrenner“. Selten Kohler -- Kähler -- auch Köller (Preuß). Zss. Dammköhler.

=Kohn-, Köhn-= s. Kun (V., einst. K.).

=Kohr-, Köhring= s. Kun (V.).

=KOL= I. wohl zu altnord. kollir „Helm“.

FN. Colobert: Kolbert.

(Colohart): Kohlhardt.

(Coloman): Kollmann -- Kohlmann.

Einstämmige Kürzung Kol-.

Colo: Kohl -- Kölle -- Kuhle. Patr. A. Köhling.

Vklf. (i): Kohli -- Kuhley.

Zweistämmige Kürzung Kolb-.

(Kolbo): Kolbe; Kolb -- Kulbe -- Külb.

Vklf. (l): Kölbl -- Külbel.

=Kolb= s. Kol (V., zweist. K.).

=Koll-= s. 1) God (V.) 2) Kol.

=Kommallein= III. bemerkenswerter Satz-N. (auf die Einladung zu einem Stelldichein deutend?).

=Kompert= s. Gund (V.).

=Kon-= s. Kun (V.).

=Kön-= s. Kun (V., einst. K.).

=König= III. häufiger FN., durch verschiedene Ursachen veranlaßt 1) durch persönliches Hervorragen in der Umgebung (Schützenkönig u. a., jetzt Eisenbahnkönig usw.), Friedrich de Kuninc 1314. 2) durch N. von Häusern, bes. wohl von Gasthöfen (König von Spanien u. a.). -- Vgl. franz. Leroy.

FN. König; Königk. Gen. Königs. (Doch ist bei diesen N. auch der altd. Stamm Kun zu vergleichen). Zss. Rübenkönig.

=Könnicke= s. Kun (einst. K.).

=Koock= s. Koch.

=Koops= s. Jacobus.

=Koordt= s. Kun (V., Chunrad).

=Köper= s. Küfer.

=Kopf= III. ahd. chuph, copf, mhd. kopf aus mittellat. cuppa Faß 1) Trinkschale, Becher (so Glaßkopf FN. 15. Jh. = Glasbecher, Glasnapf). 2) Hirnschale, Kopf.

FN. Kopf vgl. Chono der Chophe 1175. Ulric. der Chopf 1225.

Mannigfache Zss., sämtlich wohl in dem Sinne des Körperteils: Breitkopf. Großkopf. Hartkopf; halbniederd. Hardekopf. Krauskopf; niederd. Kruskop. Rothkopf. Ruhkopf (halbniederd. = Rauhkopf). Schönkopff. Schwartzkopff Weißkopf; niederd. Wittkop. Wullkopf; niederd. Wullkop --

nach Tieren (z. T. vermutlich durch Häuserzeichen vermittelt, aber auch durch Flurnamen): Hönerkopf (halbniederd. = Hünerkopf). Ochsenkopf; niederd. Ossenkopp. Rehkopf. Rindskopf. Roßkopf. Schellkopf. Wedderkop. Welskopp --

nach Pflanzen: Mohnkop und Mahnkopf.

=Köpke= s. Jacobus.

=Kopmann= s. Kaufmann.

=Kopperschmidt= III. (niederd.) „Kupferschmied“.

=Koppold= s. God (V., Godebald).

=Körber= III. „Korbmacher“. Auch Korber.

=Kord-= s. Kun (V.).

=Korn= III. got. kaurn, ahd. mhd. korn „Fruchtkorn, Getreidekorn“ (mundartl. = Roggen).

FN. Korn. Zss. Fernkorn, Viernkorn vom Eigenschaftsw. fern „vorig“ (Firnewein u. a.). Gerstenkorn. Grünkorn. Haferkorn; Haberkorn (Ruprecht Haberkorn 1385). Hirsekorn; Hirschkorn. Klöwekorn (Spaltkorn, in welchem Sinne? oder imperativisch = Haarspalter vgl. Klövesand -- Pott). Pfefferkorn (Walcher Phefferkorn 1282). Senfkorn (Ev. Matth. 13, 31). Sommerkorn. Weitzkorn.

=Kornbluhm= III. deutlicher Pflanzen-N. (centaurea cyanus).

=Kornbrust= s. Probst.

=Körner= III. 1) vom got. quairnus, ahd. quirn, mhd. kürn Mühle, also „Müller“ 2) von Korn: „Kornkäufer“ 3) = Kordener, Körtener patronym. zu Konrad (Preuß 17).

FN. Kürner -- Kirner -- Körner -- Kerner -- selten noch in der älteren Form Querner. Zss. Körnerknecht („Mühlknappe“).

=Kornmesser= III. mhd. kornmeȥȥer „vereidigter Getreidemesser“, ein öffentlicher Beamter.

=Kort-, Kört-= s. a) I. Kun (V.) b) III. nied. = kurz, in Kortenkamp u. a.

=Kortum= III. niederd. „kurz um“, nach dem Bremer Wörterb. ein kleiner, hurtiger Mensch. Auch Kortüm.

=Kos-= s. Goz (V.).

=Köster-= s. Küster.

=Kostezzer= III. (Zürich) „einer aus Konstanz“ (gesprochen: Kostetz -- Tobler-M.).

=Kothe= a) I. s. God b) III. geringeres Bauernhaus, urspr. ohne Feld und Hofstätte, nur mit einem Garten; es ist dann freilich auch vielfach etwas Land mit solcher Kothe vereinigt worden, doch nicht bis zu einer vollen Hufe. Hauptsächlich niederdeutsches Wort, auch in ON. ziemlich häufig: -kathe, -kathen, -kothen, -kotten.

FN. Kothe (auch Kothé -- das é soll die betreffende Familie für schweres Geld vom Landesherrn erstanden haben, s. Pauli II, S. 5).

Zss. Roßkoth. -- Hollkott. Oldenkott. Weskott. Horstkotte. -- Geilenkotten. Vierkotten. (Henricus Bernekotte Köln. Univers. Matr. 1390). -- Kothmeyer -- Kottmeyer -- Kothmüller.

=Köther= III. „Inhaber einer Kothe“.

FN. Köther. Zss. Buschköter (der K. in dem Busche). Eikenköter (Hannov.). Leimköter (doch wohl = Lehmk.). Auch der N. Fetköter gehört hierher, wie die Nebenff. Vettkötter (Vegesack) und Fettkotter beweisen.

In Nordost-D. heißt die Kothe: Kathe, Kathen, daher: Käthner; Kathmann -- in Westfalen Kotte, daher „Kötter“ (s. Immermann Münchhausen III, 56: „daß ich den Halbhüfner, den Kötter und wer es sonst sein mag, jeden nach seiner Gebühr nennen muß“). In dieser F. ist das Wort reich an Zss., die alle in Westfalen heimisch sind:

FN. Baumkötter. Berkenkötter. Buschkötter. Feldkötter. Flurkötter. Grundkötter. Heitkötter (Haid-). Holtkötter. Horstkötter. Kampkötter. Kuhlenkötter. Marschkötter. Ostenkötter. Pohlkötter. Rietkötter. Sandkötter. Strotkötter. Vennekötter. Winkelkötter. Wieskötter -- sämtlich wohl nach der Wohnstätte benannt, während Jacobskötter, Mörtenkötter Zss. mit den VN. Jacob, Martin sind.

Anderer Art sind Neukötter. Hundekötter (vgl. den niederd. Maler Hondekoeter). Schniederkötter. Schultenkötter (der K. des Schulzen). Schüttenkötter.

=-köter= s. Köther.

=Kott-= s. a) I. God (V., einst. K.) b) III. Kothe.

=-kott, -kotte, -kotten= s. Kothe.

=-kötter= s. Köther.

=Kottlof= s. God.

=Kotz-= s. 1) God (einst. K.) 2) Goz.

=v. Kotzebue= III. von dem altmärk. O. Kossebau, früher Kossebu. (Adelslex.).

=Kox= s. Koch.

=Krabat= III. (Gottschee) „Kroat“.

=Kracht= s. Kraft.

=Kradolfer= III. „einer aus Kradolf“, urspr. Kradorf (Thurgau).

=KRAFT= I. ahd. mhd. kraft „Kraft; Heeresmacht“.

FN. Kraftheri: Krefter.

Einst. Kürzung Craft, Craht: Krafft -- Kracht. Patr. A. Krefting.

=Krägen-= III. mhd. krâ, kraeje, kreie „Krähe“ in Zss. wie Krägenbrink.

=Kramer= s. Krämer.

=Krämer= III. ahd. chrâmâri, mhd. krâmaere, krâmer, kraemer der „Krämer“, Kleinhändler, im Gegensatz zum „Kaufmann“, der mehr den Großhändler bezeichnet. Dem Krämer fiel zum Handel alles anheim, was „Pfennigsgewerbe“ war. (Schon 1175 Chunrad Chramar).

FN. Krämer, Cremer -- Kramer, Cramer. Gen. Kramers (niederrhein.). Zss. Eisenkrämer.

=Krahn, Krohn= III. mittelniederd. krân, krôn „Kranich“.

Auch in Zss.: Kranepohl u. a.

=Kranefuß= III. „Kranichfuß“. Auch Krohnfuß.

=Kranewitter= III. vom ahd. khranawitu „Wacholder“. ON. in mannigfachen FF. Entstellt in Kronawetter; Kronebitter; Kronenbitter (Steub).

=Kranich= III. der bekannte Zugvogel. Vgl. franz. Lagrue. 1) Hauszeichen (S. 61) 2) Eigenschaft bezeichnend, namentlich die Schlankheit (S. 49).

=Kranold= s. Hraban.

=Kranz= III. mit den Zss. Maikranz (S. 45, doch auch ON.). Rautenkranz. Rosenkrantz (auch ON.).

Vklf. Kränzlein -- Kränzl.

=Kratz-, Krätzel= s. Pancratius.

=Kraume= s. Hrom.

=Kraus, Krauß= III. 1) s. Krause 2) der „Krug“; so namentlich in der Zss. Steinkrauß „Steinkrug“.

=Krause= III. von dem Eigenschaftsw., der „Kraushaarige“ (Crispus). Hainrich der kruse 1304 (S. 50).

FN. Krause; Kraus (letzteres süddeutsch, z. B. in München 1876: 44 mal Kraus und Krauß, Krause nur 3 mal, dagegen in der Preuß. Rang- und Quartierliste von 1874 Krause 50 mal, Kraus (Krauß) nur 4 mal).

Niederd. Kruse, Cruse. -- Latinis. Crusius.

=Kraushaar= III. = dem Vorhergehenden. Volz von Nüwenegge den man da nemmet Crushar 1347 (Bacm.). In demselben Sinne Krauskopf.

=Kräuter= III. „Gemüsegärtner und -Händler“ (auch Apotheker). Niederd. Krüdener (Crudiner 13. Jh.).

=Krautwig= s. Hrod (V.).

=Krawath= III. „Kroat“. Auch Krabot.

=Kreft= III. (mit langem offenem e) niederd. = Krebs. (Hans Krewet 1473). Auch Krebsscher findet sich als FN.

=Kreft-= s. Kraft.

=Krege, Kreie= III. mhd. kraeje, kreie „Krähe“, in Zss. wie Kregenbrink, Kreienkamp, Kreymeyer u. a.

=Kreikenbaum= III. (halbniederd.) mhd. kriechenboum von krieche d. i. schlechte Pflaume.

=Kreiser= III. „Feldhüter“ (z. B. in Hessen).

=Kreith= III. = Greut, Gereute von „reuten“; Kreitmeyer = Greutmaier (Steub S. 13).

=Krempelsetzer= III. zur Tuchmacherei gehörig (Krempel = Wollkamm).

=Krestel= s. Christianus.

=Kretschmer= III. mitteld. crecimer, aus dem slaw. karczmarz „Schenkwirt“, bes. in Schlesien, Posen, der Lausitz, wo auch die Dorfschenke „Kretscham“ heißt. Seit dem 14. Jh. von Osten her bis nach Thüringen und weiter verbreitet, im 16. Jh. z. B. Luthern ganz geläufig, jetzt zurückgewichen und auf die östlichen Grenzländer beschränkt.

FN. Kretschmar, Cretzschmar (mit Bewahrung des ursprüngl. a); Kretschmer -- Kretzmer. Auch Kretschmann.

=Kreuchauff= III. Satz-N. „Kriechauf!“

=Kreunert= s. Gron.

=Kridewiß= III. „kreideweiß“.

=Kriechenbaum= III. mhd. krieche, niederd. krike „Schlehenpflaume“. Auch Kriegbaum -- Grichbaum. Kriebaum (zu dem Kriechbovme 1449).

=Kriegner= III. „einer aus Kriegen“ (Österr.).

=Krim-= s. Grim.

=Kring-= s. Hring.

=Krist-= II. s. Christianus.

=Kröger= s. Krüger.

=Krohn= s. a) I. Gron b) III. Krahn.

=Krohnfuß= s. Kranefuß.

=Kroll= s. a) I. Hrod (einst. K.) b) III. „gekräuselt“ vgl. niederd. Krulle „krause Haarlocke“.

=Kroloff= s. Hrod (V.).

=Krom-, Kröm= s. Hrom.

=Kron= III. a) in Adels-N. von dem Hauptw. „Krone“: v. Abercron. v. Ohlen u. Adlerskron -- dagegen

b) von „Kranich“, niederd. kran, kron in: Kronbiegel (Kranichbühl, vgl. Kronschnabel, Crohnsnest). Kronemeyer. Kronfuß.

=Kronawetter, Kronenbitter= s. Kranewitter.

=Kroner, Krön-= s. Gron.

=Kronymus= s. Hieronymus.

=Kropp= s. Hrod (zweist K.).

=Kröter= s. Hrod (V.).

=Krüdener= s. Kräuter.

=Krudewig= s. Hrod (V.).

=Krudup= s. Hrod (Hrodulf).

=Krug= III. in vielen ON. Zss. Fahrenkrug; Fahrenkrog. Niederd. Krog in Krogmann.

=Krüger= III. mhd. krüeger „Schenkwirt“ (auf dem Lande).

FN. Krüger, Crüger; Krieger (bayr. österr. vgl. Hiebner). Zss. Altkrüger. Fahrenkrüger. Heidkrüger (der Besitzer des Heidekruges). Niederd. Kröger. Zss. Buschkröger.

=Krukemeyer= III. s. Hrod (Chrodico).

=Krumbiegel, Krumbügel= s. Bühel.

=Krunert, Krün-= s. Gron.

=Kruse= s. Krause.

=Kruskop= III. niederd. „Krauskopf“ (s. Kopf).

=Kruttge= s. Hrod (einst. K.).

=Krutwig= s. Hrod (V.).

=Krystians= s. Christianus.

=Kübler= III. 1) Verfertiger von Kübeln. „Bötticher“ 2) „Häusler“, = Köbler (Franken und Oberpfalz).

=Kuchen= III. in mehrfachen Zusammens.: Eierkuchen. Pfannkuche. Pustkuchen (Aschenkuchen). Matzkuchen (die ungesäuerten „Matzen“ s. Matzbecker).

=Kuchenbeißer= III. vgl. Fleischfresser.

=Küchenmeister= III. magister coquinae, vornehmere Bezeichnung für Koch.

=Küchler= III. „Kuchenbecker“.

=Kuckuck= III. ON., (10 mal Rud.). Auch Kukuk.

=Küfer= III. mhd. küefaere 1) der „Kufen und andere große Gefäße macht“, daher auch Großbinder und Schwarzbinder genannt, zum Unterschiede von den Kleinbindern, Weißbindern oder Rotbindern, welches die gemeinen Bötticher sind. 2) „Diener und Aufwärter in großen Kellereien“, bes. in Weinkellern und Weinhäusern.

FN. Kufer -- Küfer -- Köfer -- (mit der mittel- und oberdeutschen Aussprache des ü) Kiefer.

Mit dem n der schwachen Bildung: Kufner -- Küffner.

Niederd. Küper -- Köper. de Kuyper (Rheinbach). Gen. Kuypers (Geldern).

=Kugel= III. ahd. cucula, mhd. kugele, gugel, kogel, vom lat. cucullus „Kappe, über den Kopf zu ziehen, Kapuze“.

FN. Leinekugel -- Linnekugel, auch Linkogel, Linnekuhl, Linnenkohl; daraus umgedeutet Lindenkohl. Reifenkugel; Riefkohl. Rothkugel; niederd. Rodekogel -- entstellt Rodenkohl. Wittkugel. Schlapkohl.

=Kühfaber= III. entstellt aus Kiffhaber s. Haber.

=Kuhle= III. niederd. „Grube“; in Ortsbezeichnungen.

FN. Goldkuhle. Lehmkuhl (O. Lehmkuhle). Leimkuhl. Sandkuhl -- Sandkaul. Silberkuhl. Voßkuhl. Zss. Kuhlmann. -- Kulenkamp.

Ableitung auf -er (bes. westfälisch):

Buschkühler. Flaßkühler (Flachs-). Lehmkühler; Leimkühler. Sandkühler. Steinkühler.

=Kuhl-, Kulb-, Külb-= s. Kol.

=-kühler= s. Kuhle.

=Kuhn-, Kühn-= s. Kun (V., einst. K.).

=Kühnapfel= III. verderbt aus Kienapfel, wie Kühnbaum aus Kienbaum.

=Kuhr-= s. Kun (V.).

=Kükenbiter= III. niederd. „Kükenboißer“, ein kleiner Raubvogel.

=Kummer, Kümm-= s. 1) Gund (V.) 2) Kun (V.).

=Kümpel= s. 1) Gund (zweist. K.) 2) Kun (V.).

=Kümpers= s. Gund (V.).

=Kumpfmüller= III. „Besitzer einer oberschlächtigen Mühle, deren Schöpfrad mit Kümpfen (Sohöpfeimern) versehen ist“.

=KUN= I. 1) got. kuni, ahd. kunni, chunni, mhd. künne „Geschlecht, Sippe“ (lat. genus) 2) ahd. kuoni, chuoni, mhd. küene „kühn“.

FN. Chunipald: Kümpel -- Kümmel.

Chuniger: Königer -- Könker -- Keuncker.

Chunihard: Kunhardt; Cunardt; Kuhnert; Kuhnat; zsgz. Kuhnt -- Kunnert -- Kühnert -- Conard; Kohnert -- Köhnert -- Kaunert. Gen. Konertz Patr. A. Conerding.

Chunihari: Kuner -- Kühner -- Koner. Gen. Kuhners -- Coners. Patr. A. Conring.

Khunemar: Kummer. Vklf. (l): Kümmerl -- Kimmerle (schwäb.).

Kunimund: Kunimund -- Kühnemund.

Chunrad, Chuonrat: Kunrath -- Conrath; Conrad -- zsgz. Kuhrt -- Curt (latinis. Curtius) -- Korth, Koordt -- Korte -- Körte --

mit den Zss. Curtmann -- Cordemann -- Kortmann -- Ackerkurt; Großkurth; Jungcurt -- Mühlenkord; Schäferkord -- Kordvahr (1640: Kortvader) --

Kauert -- Kauer -- Kuhr -- Kohr. Gen. Conradts, Konrads -- Koenraads (sprich: Kôn-, ostfries.) -- Curdes -- Kordes -- Koerts (ostfries.) -- Kohrs, Coers -- Kauers. Patr. A. Körting -- Köhring -- Kauring -- Conradter. Patr. Zss. Cordsen -- Corssen.

Cunirih: Kühnreich.

Kuniald: Kunwald, Kunold -- Künold; Kühnelt; Kühnhold. Gen. Köhnholz.

Einstämmige Kürzung Kun-.

Kuno, Chuono, Cono: Cuno; Kuhne -- Kühne; Khün -- Kiehne -- Künne -- Cone; Kohn -- Köne -- Keune. Gen. Koens (spr. Kôns, ostfries.); Kohnen. Patr. A. Kuning -- Künning. Gen. Könings (Cleve).

Vklf. (i): Kuoni (schweiz.), Kuny. (l) Chunulo: Kuhnle -- Kühnell; Kühndel -- Kienle -- Kohnle -- Konle. (l + n): Kühnlein -- Köhnlein. (k) Chunico: Kunicke; Kunig -- Künnecke -- Könnicke -- Köhnke -- König -- Köng -- Küng -- Keunecke. Gen. Könkes. (k + l): Kunigel. (z) Chunizo: Kunitz -- Kunze -- Cuontz -- Conz. Gen. Kuntzen. Zss. Kunzmann -- Hoffkuntz; Jungkunz; Schmidkunz -- Schmidkonz. Oberkonz. (z + l): Kunzelmann -- Küntzel; Künzli (schweiz.) -- Kienzle -- Kintzle (Luxemburg) -- Kinsele. Patr. A. Küntzling. (z + l + n): Künzlin.

Unorg. Bildung: Küntzer -- Küntzler.

=Kün-= s. Kun (einst. K.).

=Kunt-= s. Gund (V., einst. K.).

=Kunz-, Künz-= s. 1) Gund (einst. K.) 2) Kun (einst. K.).

=Kuoni= s. Kun.

=Küper= s. Küfer.

=Küppenbender= III. (Düren) „Küfer“ 1).

=Kurbisch, Kurpis= III. „Kürbis“.

=Kürner= s. Körner.

=Kürschner= III. mhd. kürsenaere, vom ahd. chursinna, mhd. kürsen „Pelzkleid“. In Mitteldeutschland (Sachsen) Kirschner gesprochen.

FN. Kürschner; in älterer F. Kürssener. Kierschner -- Kirschner -- Girschner (s. Förstemann Progr. S. 8).

=Kürsten= s. Christianus.

=Kurt= s. Kun (Chunrad).

=Kurzhalz= III. = Kurzhals (s. Hals).

=Küssewetter= s. Kiesewetter.

=Küstenmacher= s. Kistmacher.

=Küstenpfennig= III. Satz-N. „küsse den Pfennig“ (Geizhals). Auch Küssenpfennig.

=Kuster= s. Küster.

=Küster= III. ahd. custor, mhd. kuster aus lat. custos (templi), urspr. Hüter des Kirchenschatzes und der heiligen Geräte, dann der bekannte Kirchendiener, hauptsächlich im protestantischen Norden noch in Geltung.

FN. Küster. Gen. Küsters (Heinsberg). Zss. Küstermann. -- Ohne Umlaut: Kuster (Kustermann); Kusterer (württ).

Vklf. Kusterle (Gottschee).

Niederd. Köster, Cöster; Coster (Jeverland). Gen. Kösters (Borken). Zss. Köstermann. Patr. A. Köstering (Lippe).

Mit dem n der schwachen Bildung Küstner -- Köstner.

=Küter= III. ein „Hausschlächter, so in den Garküchen schlachtet“ (Frisch). In Pommern (Klemp. Kuter -- „Kütertor“ in Stralsund), Brandenburg. „Wursthof“ oder „Küterhof“, ältestes bekanntes Berliner Schlachthaus im 16. Jh. bei dem Heiligengeist-Hospital.

=Küttner= III. „einer aus Kutten“ (Provinz Sachsen). Auch Kittner.

=Kuttruf= III. ein Trinkgefäß (S. 45).

L.

=-la= s. Lah.

=-lach, -lacher= s. Loh.

=Lachenicht= III. Satz-N. Auch Lachnit.

=Lachmann= s. Loh.

=Lachner= III. „einer aus Lachen“ (O. 18 mal Rud.).

=-laf= a) deutsch s. Laif b) slawisch, eig. slaw. „Ruhm“, wobei das s mit einem vorhergehenden t zu z oder tz verschmilzt: Butzlaf (S. 6. 90). Mitzlaff („Schwertruhm“). Panzlaf u. a.

=Lafrenz= s. Laurentius.

=Lage= III. in ON. kann nach Förstemann Ortsnamen S. 128 dem ahd. lâga Lage (situs) etwa in der Bed. „Wohnort“ entsprechen oder einen tiefliegenden Ort bezeichnen: altnord. lâg Senkung des Bodens, niederd. leeg niedrig. Fast ausschließlich im nordwestlichen Deutschland (auch in Flurnamen).

FN. Zurlage. -- v. Dincklage. Graflage. Kamplage. Snethlage. Steinlage. Weglage.

=Lah= III. 1) mhd. lache „Pfütze, Lache“ 2) mhd. lôch „Gebüsch“ 3) Lage.

FN. Kälberla. Kamla (= Kampla). Honerla (1507: Honderlage = Hunrichlage.)

=Laiber= s. Laif.

=LAIC= I. zu got. laikan „springen“, laik „Lied, Tanz“, ahd. leih „Spiel“ (Kampfspiel), mhd. leichen „spielen“ (noch in Luthers Bibel: wider den Stachel löken d. i. ausschlagen).

FN. Lecard: Leichardt; Leichert -- Leikert.

(Laicowig): Leggewig.

Einstämmige Kürzung Laic-.

Laico: Leich -- Leyck -- Liche.

Häufiger auslautend (60 mal Först.):

-lich: Gerlich.

-lick: Göttlick.

-lach: Gerlach.

-lei: -ley: Thierley.

=LAIF= I. zu got. laifs überlebend, ahd. leiba, mhd. leibe Überb~leib~sel; daher in Namen wohl den Überlebenden d. i. „Sohn“ bezeichnend. Berührt und mischt sich mit Liub.

FN. Leibher: Laiber, Leiber.

Einstämmige Kürzung. Patr. A. Laiping: Leibing.

Auslautend seit dem 4. Jh. (in 81 Namen Först.):

1) hochdeutsch

-leib: Isleib (vgl. nord. Isleif).

-leb: Ortleb neben -lieb, -leib.

-lepp: Garlepp (ahd. Gerleip).

-lieb (Vermischung mit liub und Umdeutung): Garlieb.

-lipp: Garlipp.

2) niederdeutsch

-lef: Radleff. Gen. -lefs: Redlefs.

-laf: Rudlaff (lat. lauus, Gen. laui = lavi: Dytlauus, Rolauus, während die slawische Silbe laf, eig. slaw. durch -laus gegeben wird: Pribslaus, Stanislaus).

=LAITH= I. 1) ahd. leid, altsächs. lêd „leid“ = feindlich 2) ahd. leitjan, alts. lêdian „leiten“.

FN. Lethard: Leitert.

Leither: Leider -- Leiter -- Leder.

Leitold: Leithold.

Leidulf: Leidloff -- Leitloff.

Einstämmige Kürzung Laith-.

Laitu 5.: Lethe -- Leyde.

=Lamb-, Lamfried= s. Land (V.).

=Lamle= s. Land (zweist K.).

=Lamm-= a) I. s. Land (V., einst. K.) b) Lamm III. bes. wohl v. Häuserzeichen entnommen (S. 60). Vgl. Konrad daȥ Lamb 1281. Zss. Zicklam.

=Lämml-= s. Land (zweist. K.)

=Lamp-= s. Land (V., zweist. K.).

=Lamparter= III. mhd. Lampartaere „Lombarde“ (Lamparten Lombardei). Heinrich der Lamparter 1329.

FN. Lamparter; Lamperter. Entstellt: Lampater; Lampeter.

=Land= I. got. land, ahd. mhd. lant „Land“. Seit dem 5. Jh. in EN. nachweisbar.

FN. Landoberht: Lambracht; Lambert; Lambardt -- Lamprecht (im KB. noch 1762 Landbrecht); Lampert; Lamparth -- Lammert -- Lempert; Lemper -- Lemmert; Lemmer. Gen. Lambrechts -- Lammertz -- Lempertz -- Lemmertz; Lemmers. Vklf. (l): Lemperle. Patr. A. Lammerding.

Landfrid: Landfried -- Lamfried -- Lempfried; Lempfert. Gen. Lenfers. Zss. Landfermann.

Landager: Länger -- Lenker.

Landohard: Lannhardt.

Lanthar: Lander -- Lender -- Lenter. Zss. Lantermann. Gen. Lenders.

Landamar: Lammer -- Lendemer. Gen. Lammers.

Landerich: Lendrich. Patr. A. Lenderking.

Landoald: Landolt; Landahl.

Landoard: Landwerth.

Landwig: Landwich.

Landulf: Landolph.

Einstämmige Kürzung Land-.

Lando: Lande; Land. Gen. Landes.

Vklf. (l): Lendel. (k): Lendeke -- Lentge -- Lenke. (z) Lanzo: Lantz; Lantzsch -- Lenze; Lenz; Lentsch. Patr. A. Lansing. (z + k) Lanziko: Lanzke -- Lentzke.

Zweistämmige Kürzung Landb-.

Lampo: Lampe (VN. Lampe Meyger 1441 Ilsenburg) -- Lamm -- Lempe -- Lemme. Zss. Lampsma (ostfries.). Gen. Lemmen. Patr. A. Lamping -- Lammenga (ostfries.).

Vklf. (i): Lampei. (l) Lampulo: Lampel -- Lammel; Lamle -- Lämmle; Lemmel -- Lämpl. Patr. A. Lemling. (l + n): Lämmlein; Lemlin. (k) Lambico: Lameke; Lammich -- Lemcke; Lembke (Lemmeke als Vorname Kalendar.; auch Lemke Ebeling = Lamprecht E. 1400 Stark).

Auslautend (44 mal Först.):

-land: Uhland. Rolandt.

=Land= III. ahd. mhd. lant „Land“ a) in natürlichem Sinne: Erde, Boden, Acker b) in politischem Sinne: Gebiet. Heutzutage haben wir im älteren Sinne Heideland, Friedland, Bonlanden, im neueren Holland, England, Deutschland.

FN.: Holland. Saamland (das Samland in Ostpreußen, die Bernsteinküste). Sauerland (in Westf., entstellt aus Süderland). Wendland (das Wendenland in Hannover). Seeland.

Ableitung auf -er (oberd.):

1) -länder: Aländer (O. Aland). Ausländer. Harländer (Harlanden). Holländer. Kurländer. Liefländer. Mailänder. Niederländer. Ruhländer (O. Ruhland). Sauerländer. Voigtländer. -- Bolender (O. Bolanden).

2) -lander: Achterlander. Amerlander. Camerlander (O. Kammerland).

=-lander, -länder= s. Land III.

=Landgraf, -grebe= s. Graf.

=Landschade= III. mhd. lantschade „Straßenräuber“ (s. Schade).

=LANG= I. ahd. lang. Langwich.

FN. (Langhart): Lengert.

(Langolf): Langloff.

Einstämmige Kürzung Lang-.

Lango: Lange; Lang.

=Lange= a) I. s. Lang b) III. vgl. Gött. UB. I.: Giseke unde Tyle de Langen a. 1366.

FN. Lange; Lang (letzteres die süddeutsche F., s. Münchener Wohnungsanzeiger von 1876: 86 mal Lang und nur 5 mal Lange -- dagegen in Münster 1877: 23 mal Lange, 3 mal Lang).

=Langner= III. „einer aus Langen“ (häufiger ON.).

=Langohr= a) I. aus Langecowerd (= Langecord s. Kun -- Schütte, Braunschw. PN.) b) III. vgl. Hans v. Gumpenberg „mit den langen Ohren“ (Bacm.).

=Lannhardt= s. Land I. (V.).

=Lansing= s. Land I. (einst. K.).

=Lantermann= s. Land I. (V.).

=Lanwermeyer= s. Schnatmeyer.

=Lanz-= s. Land I. (einst. K.).

=Lar= III. nach Förstemann in ON. am wahrscheinlichsten zu ahd. und altsächsisch lâri „leer“ (vgl. Öde).

FN. v. Buttlar. Fritzlar. Goßlar. Lindlar. v. Uslar.

=LATH= I. got. lathôn, ahd. ladôn „laden, einladen“ (zum Kampf herausfordern). Lathomar.

FN. (Lathaulf): Lattolf.

=Lathwesen= III. Satz-N. niederd. „laß sein“ d. h. der es gehen läßt, wie es will. Auch Lattwesen.

=Laub-= s. 1) Liub (V., einst. K.) 2) Liud (V.).

=Laudert= s. Liud (V.).

=-lauer= s. Loh (Nebenf. für -loher in Eisenlauer u. a.).

=Läufer= III. Bedienter, der früher in besonderer Livree vor dem Wagen des Herrn herlief (noch 1815 während des Wiener Kongresses als Sitte bei den Vornehmen); doch auch „lauffer“ zum Einbringen der Forderungen eines Klosters (Grimm Weistümer III, 677).

FN. Läufer -- Lauffer. Zss. Wettlaufer.

=Lauff, Laumer= s. Hlod (V.).

=Launhardt= s. Lew.

=Laurentius= II. lat. „der Lorbeerbekränzte“; der h. Laurentius, im 3. Jh. Diakon an der Gemeinde zu Rom, auf einem Roste verbrannt.

FN. Laurentius. Gen. Laurenti. -- Laurenz; Laurens -- Lafrenz -- Lawrenz; Lawerenz -- Lobrentz -- Lewrenz; Lewerentz -- Lieberenz -- Lorenz; Lorinz. Gen. Lorenzen (Schleswig). Zsgz. 1) Lorz. Patr. A. Lortzing (s. Pott) 2) Patr. Zss. Lohrenson; Lornsen 3) Lenz.

=Laurich= s. Hlod.

=Laus= s. Nicolaus.

=Laut-= s. Hlod (V., einst. K.).

=Lautner= III. „der die Laute spielt“. Lautenschläger.

=Lautsch, Lautz= s. Hlod (einst. K.).

=Lavater= III. (Spr. lafâter) aus lat. lavator „Wäscher, Walker“ im Kloster (Becker).

=Laux= s. Lucas.

=Law-= s. Laurentius.

=Leb-= s. 1) Liub 2) Liud (V.).

=-leb= s. a) I. Laif b) III. Leben.

=Leben= III. in ON. Nach Förstemann (und Pott, welcher die deutsche Abkunft dieses -leben mit triftigen Gründen verficht), liegt das zu liban gehörige got. laiba, ahd. leiba, altsächs. leva zu Grunde, im Sinne von „Hinterlassenschaft, Erbteil“. Urspr. auf -leiba, -leva ausgehend haben die ON. erst nach 1100 die Mehrheitsf. angenommen. Jetzt etwa drittehalb hundert deutsche ON. auf -leben 1) in Thüringen (an der Saale, Helme und Unstrut) 2) im nördlichen Schleswig und südlichen Jütland auf -leben und -lev.

Neuere ON. wie Ruhleben, Langesleben sind mit Leben (vita) zusammengesetzt.

FN. Alsleben. von Alvensleben. Erxleben. Grobleben. von Holleben. Senftleben. Tottleben. v. Wartensleben. Wasserschleben (neben O. Wasserleben.) Umgedeutet: _v. Bültzingslöwen_.

Mitunter verkürzt in -leb: Billeb (wohl aus ON. Billeben, s. Pauli II. S. 16). So ferner Büschlepp (O. Büßleben); Eischleb (Eisleben); Herbstleb neben ON. Herbsleben; Ringleb, Rinkleb neben ON. Ringleben; Witzleb neben v. Witzleben.

=Leberecht= III. Satz-N. „lebe recht“ (auch VN.) -- doch vgl. auch Liud.

=Lebhardt= s. Liub.

=Lebwohl= III. Satz-N.

=Lebzelter= III. „Lebkuchen- (Honigkuchen-) Bäcker“.

=-lechner= s. Lehen.

=Leder= s. Laith.

=Lederer= III. mhd. lederaere „Lederbereiter“ (Gerber) s. Reichel, Marburger Gewerbe-Verzeichnis Ledrer; in München eine Ledererstraße. Zss. Weißleder = Weißgerber.

=Ledold= s. Liud (V.).

=Leenderts= s. Lew.

=Lefken= s. Liub (einst. K.).

=Leggewig= s. Laic.

=Lehen= III. in zahlreichen ON., woneben auch -lechen herläuft, teils zu ahd. lêhan, mhd. lêhen „Lehen“, teils zu got. hlaiv, ahd. hlêo, mhd. lê „Hügel“.

Scheint fast nur oberdeutsch zu sein, daher die

FN. auf -lehner und -lechner (bes. in Österreich und bei den Salzburger Auswanderern in Ostpreußen):

Almoslechner (Cilli). Angerlechner. Bachlehner neben Bachlechner. Berglehner. Hinterlechner. Holzlehner. Koberlechner. Mitterlehner. Mooslehner; Mooslechner. Mühllechner. Oberlechner. Reitlechner; Reitlöhner (O. -lehen). Rosenlehner. Steinlechner. Weinlechner.

=Lehmann= III. mhd. lêhenman, zsgz. lêman ein „Lehnsmann“, der kein eignes Erbe hat, sondern eines zu Lehen trägt, vasallus; erst seit dem 14. Jh. statt des einfachen man. Einer der häufigsten N. (S. 42). -- Falsch latinisiert Argelander (vom griech. ἄργιλος Tonerde, als steckte „Lehm“ in dem N.).

=Lehn-= s. Lew.

=-lehner= s. Lehen.

=Lehrenkrauß= III. Satz-N. = Lernbecher.

=Leib-= s. 1) Laif 2) Liud (V.).

=Leibküchler= III. „Lebküchler“, von Lebkuchen d. i. dünner Honigkuchen.

=Leich-= s. Laic.

=Leibundgut= III. (Zürich). Daraus Leibenguth.

=Leichnamschneider= III. ehemalige Benennung für „Anatom“; im J. 1755 war Joseph L. Hof- und Burgpfarrer in Wien.

=Leichtfuß= III. ein leichtfüßiger, auch wohl leichtsinniger Mensch = niederd. Lichteuot (Klemp.), auch Lichtenuot (spr. -vot); daher halbniederd. Lichtfuß.

=Leid-= s. 1) Liud (V., einst. K.) 2) Laith.

=Leidenschaden= III. Satz-N. = Habenschaden.

=Leiendecker= III. „Schieferdecker“, die Lei am Mittel- und Niederrhein = Schiefer (S. 42), altsächs. leia, altklevisch leyo Fels.

FN. Leiendecker; verkürzt Leidecker.

=Leikert= s. Laic.

=Leimwieder= III. Satz-N. „leime wieder.“

=Leinert= s. Lew.

=Leip-= s. Liud (V.).

=Leinwather= III. (Zürich) „Leinwandhändler“.

=Leiß= s. Liud (einst. K.).

=Leit-= s. 1) Laith 2) Liud.

=Leite= III. ahd. hlîta, mhd. lîte „Leite, Bergabhang“, seit dem 12. Jh. in ON. auftretend, jetzt in ein paar hundert Ortsbezeichnungen auf -leite, -leit, -leiten („Birkenleiten“ eine Stadtgegend in München); -leute, -leuten, die alle auch einfach vorkommen; -leden.

FN. Achleiten.

Viel häufiger in der oberd. Ableitung auf -er:

1) -leiter: Bergleiter. Lechleiter. Mettenleiter. Sandleiter. Sonnenleiter (an der Sonnenseite eines Berges wohnend).

2) -leitner: Leitner. Achleitner. Bergleitner. Fahrnleitner. Haberleitner. Hochleitner. Niederleitner. Oberleitner. Sonnleithner. Steinleitner. Winterleithner. Haglaitner.

3) -leutner: Achleuthner. Hausleutner. Hochenleuthner (O. Hohenleiten). Niederleutner. Schönleutner.

=-leiter= s. Leite.

=Leitgeb= III. mhd. lîtgebe „Schenkwirt“, vom mhd. lît Obstwein.

FN. Leitgeb; entstellt Leigöb, auch Leitgebel und Leitgeber.

=-leithner= s. Leite.

=Leitsch, Leitz-= s. Liud (einst. K.).

=Lembke, Lemcke, Leml-= s. Land I. (zweist. K.).

=Lemm-= s. Land I. (V., zweist. K.).

=Lemmerhardt= III. „Lämmerhirt“.

=Lemmerzahl= III. in älterer F. Lemmerzagel „Lämmerschwanz“.

=Lemp-= s. Land I. (V., zweist. K.).

=Lemtzer, Lemser= III. verkürzt aus Lemnitzer (s. Koch, Saalfelder FN. aus dem 16. und 17. Jahrh. Progr.).

=Lend-, Lenfers= s. Land I. (V.).

=Lengert= s. Lang.

=Lenhard= s. Lew.

=Lenk-= s. Land I. (V., einst. K.).

=Lennartz= s. Lew.

=Lent-= s. Land I. (V., einst. K.).

=Lentsch= s. Land I. (einst. K.).

=Lenz= s. a) I. Land (einst. K.) b) II. Laurentius.

=Leon-= s. Lew.

=Leop-, Lep-= s. Liud (V.).

=-lepp= 1) I. s. Laif 2) III. Leben.

=Lernbecher= III. Satz-N. „leere den Becher“ (ein Zechbruder).

=Lerschmacher= s. das Folgende.

=Lersner= III. Verfertiger von lêrsen d. i. ledernen Hosen, die zugleich Strümpfe und Schuhe vertraten (aus niederl. leers, laars von „leer“, Leder; noch im 16. Jh.).

=Lethe= s. Laith.

=Leube= s. Liub (einst. K.).

=-leutner= s. Leite.

=Levi= II. hebr. Stammes-N. „Anhänglichkeit“.

FN. (jüd.) Levi -- Levin, Lewin. Patr. Zss. Levysohn. Mit Artikel: Halévy.

=LEW=, erweitert LEWON I. ahd. lewo und leo, altsächs. leo „Löwe“ läßt sich nach Förstemann in einer Anzahl Namen nicht ableugnen (z. T. schon aus dem 5. und 6. Jh. nachweislich: Leogisil, Levald), wodurch die Ansicht, daß das deutsche Wort nicht aus dem Lateinischen entlehnt, sondern urverwandt ist, großen Halt gewinnt.

FN. Leonard: Löwenhardt -- Leonhardt; Leonard -- Lonhardt -- Lönhard; Löhnert -- Launhardt -- Lienhardt; Lienert -- Linhard -- Lehnhard; Lehnert -- Lenhard -- Leinert. Gen. Linnartz -- Lenhartz; Lennartz -- Lönartz -- Leenderts (ostfries.).

Einstämmige Kürzung Lew-.

(Lewo): Löwe.

Vklf. (l): Löwel. (k): Leweke.

=Lewald= s. 1) Lew 2) Liud (V.).

=Lewerentz, Lewrenz= s. Laurentius.

=Lex, Lexer= s. Alexius.

=Leyck= s. Laic.

=Leyde= s. Laith.

=Libbertz= s. Liud (V.).

=Liborius= II. FN. Borries; Borges -- Börries (S. 38).

=Liche= s. Laic.

=Lichtfuß= s. Leichtfuß.

=Lichtner= III. „einer aus Lichten“.

=Lichtwerk= III. „Lichtgießer“ (s. Schubert). Auch Lichtwark -- Lichtwert.

=Lickleder= III. Satz-N. „lecke das Leder“, Spottname des Schusters.

=Lieb-= s. 1) Liub (V., einst. K.) 2) Liud (V. Liudb-).

=Liebeneiner= III. „einer aus Liebenhain“.

=Lieberenz= s. Laurentius.

=Lieberknecht; Liebeskind -- Liebknecht; Liebschwager= III. deutliche Zss. dritter Schicht.

=Liebetreu= III. Satz-N. (S. 51).

=Lied-= s. Liud (V., einst. K.).

=Lief-= s. Liud (V.).

=Lickfett, Lickefett= III. Satz-N. „lecke Fett“. So auch Lickteig „lecke Teig“ Spottname des Bäckers (leckespiz = Lecker, eig. lecke den Bratspieß -- Berthold v. Regensburg).

=Lieme= s. Liud (zweist. K).

=Lien-= s. Lew.

=Liep-, Lier-= s. Liud (V.).

=Liesegang= III. einer der „leise geht“. Lisganck 1352. Vgl. Leisentritt.

FN. Liesegang; Liesgang -- Leisegang.

=Liesemeyer= III. s. Liuzo (Liud einst. K.).

=Liet-= s. Liud (V., einst. K.).

=Lietsche, Lietze= s. Liud (einst. K.).

=Liewald= s. Liud (V.).

=Lilie= III. Sinnbild der Reinheit (als Wahrzeichen an Häusern S. 60).

FN. Lilie. v. Lilien. Rühle v. Lilienstern. v. Lilienkron.

=Limb-, Limm-, Limp-= s. Lind.

=LIND= I. 1) ahd. lint, altnord. linni „Schlange“ (noch in Lindwurm), Sinnbild geheimnisvollen Wissens (Kleemann) 2) Linde, ahd. linta, dann auch „Schild“ (Lindenschild) vgl. Hildebrandslied V. 67.

FN. (Lintbrecht): Limprecht; Limpricht; Limpert; Limper; Limbarth; Limmer. Gen. Limbertz; Limpertz.

Linthart: Lindart.

(Lindher): Linder -- Lintermann.

(Lindmar): Lindemer.

Lindoald: Lindhold.

Lindolf: Lindelof; Lindloff.

Einstämmige Kürzung Lint-.

Linto: Linthe -- Lind. Gen. Lindena (ostfries.).

Vklf. (k): Lindecke; Lindig. Gen. Lindgens. (z) Linzo: Lintz; Lindeis. (z + l): Lintzel -- Linsl (Landshut).

=Linde= III. der eigentliche deutsche Lieblingsbaum (man sehe die Lieder der Minnesänger und die Volkslieder) -- im Mittelalter häufig Gerichtsbaum, wie noch heute Versammlungsort des Dorfes.

FN. Linde. Lindenblatt. Lindenlaub. Lindenstrauß. Lindemann (Conradus juxta tiliam 1313).

=Lindenkohl= s. Kugel.

=Lindner= III. „einer aus Linden“.

=Linhard, Linnartz= s. Lew.

=Lins, Lint-= s. Lind.

=Linth= III. Escher von der Linth s. S. 59.

=Lintz-= s. Lind.

=Liphard= s. Liub.

=Lipp-= s. a) I. Liud (V., zweist. K.) b) II. Philippus.

=LIST= I. ahd. mhd. list „Klugheit, Kunst“ (List).

FN. (Listhart): Listhart. Listhar: Lister.

Einstämmige Kürzung List-.

Lista: List (Listmann). Patr. A. Listing.

Vklf. (l): Listl.

=Litolf= s. Liud (V.).

=Litt-= s. Liud (V., einst. K.).

=Litzke= s. Liud (einst. K.).

=LIUB= I. got. liubs, ahd. liub, mhd. liep „lieb“.

FN. Liopdag: Liebdag.

Liubdrut w.: Liebelrut; Liebetraut.

Liupger: Liebcher -- Lubiger -- Lübker.

Liubhart: Liphard -- Liebert -- Lebhardt -- Laubhardt.

Liebheid w.: Liebheit.

Liubheri: Lieber (Liebermann) -- Luber -- Lauber.

Liupram: Lieberam; Liebram.

Liubman: Liebmann -- Laubmann.

Liubirih: Liebrich; Liebreich.

Liupwart: Liebwerth.

Einstämmige Kürzung Liub-.

Liubo: Liebo; Liebe; Lieb -- Laub -- Leube. Patr. A. Liubing: Liebing.

Vklf. (i): Liebi. (l) Liubilo: Liebel -- Loibl (bayr.) -- Luibl (bayr.). (l + n): Lieblein. (k) Liuvicho: Liebig; Liebke; Liebche. (k + n) Liuikin: Liebchen -- (nied.) Lefken.

Auslautend (65 mal Först., worunter 21 w.):

-lieb: Hartlieb.

=LIUD= I. ahd. mhd. liut „Volk“ (Leute) vielfach nur verstärkend, z. B. Liutbald volkskühn, kühn vor allem Volk = sehr kühn (s. Lübben, die Tiernamen im Reineke Vos S. 7 ff.) -- seit dem 4. Jh. in EN. nachweislich. Fließt z. T. mit Liub und Hlod zusammen.

FN. Liutbald: Liebaldt; Liebold; Liebhold; Liebelt; Liebel; Liepold; Liepelt -- Lippoldt; Lippelt; Lippel -- Leopold -- Lepold; Lepel -- Leppelt -- Luppoldt -- Lubold -- Laubhold -- Leupold -- Leipoldt; Leibhold; Leipelt; Leibel. Gen. Liebholz. Patr. A. Leopolder -- Loipolder.

Liutperaht: Liebrecht; Liebert; Liepert -- Lippert -- Leoprecht -- Lebert; Leber --- Lubrecht; Luber -- Lubbert -- Lübbert -- Laubrecht; Laubert; Lauber -- Leupert -- Leipert. Gen. Lieberz; umgedeutet Liebherz -- Libbertz -- Lebherz -- Lübbers. Patr. A. Leoprechting.

Liutpot: Lippott.

Liutbrand: Lüttebrand -- Liebrand -- Lübbren -- Leibbrand; Leipprand; Leibrand.

Liutfrid: Lieffert; Liefer -- Lefarth. Patr. A. Lieffering.

Liudiger: Lüdecker -- Lütger -- Leutiger -- Leidiger -- Luger.

Liudigast: Leidgast.

Liuthard: Liethert -- Luthardt -- Luttert -- Luithardt (schwäb.) -- Lüdert -- Laudert -- Leuthard; Leutert -- Leitert. Patr. A. Leiterding.

Liuthari: Lieder -- Luder -- Luther -- Lutter -- Lüder -- Leuther -- Leiter -- zsgz. Lühr -- Lier. Gen. Ludders -- Lüdders -- Lüders -- Lüters -- zsgz. Lührs -- Liers -- Leurs -- Luirs (ostfries.). Patr. A. Lüerssen.

Liutrod: Lutteroth.

Liudman: Liedemann -- Liemann -- Littmann -- Ludmann -- Lüdemann -- Lüttmann -- Lühmann -- Leumann.

Leudomar: Luthmer -- Lummer -- Luhmer.

Liutmod: Lehmuth.

Liutnand: Leutenant.

Liuderich: Liederich -- Lührig.

Liudoald: Liewald -- Ledold -- Lewald -- Ludold -- Leuthold -- Loidelt (Wien) -- Leidhold; Leitelt. Gen. Leutholz.

Liudward: Lewert.

Liutwin: Leutwein -- Leidwin.

Liudulf: Liedloff -- Litolf -- Lütolf -- Leudolph; Leutholf; Leutloff -- Leidolph; Letdloff -- Leitlauf.

Einstämmige Kürzung Liud-.

Liuto, Luto: Liethe -- Lude -- Lute -- Lüdde -- Leyde. Gen. Luden -- Luths -- Lüdden -- Lütten -- Lüthens. Patr. A. Lieding -- Leiding.

Vklf. (i): Litti -- Ludy -- Lüty. (l): Liedl -- Leidl -- Ludl -- Loidl (bayr.) -- Lulle -- Lühl. Patr. A. Lüling. (k) Liudiko (Vorname: Ludeke Molzan Klemp.): Liedtke; Liedigk -- Littko -- Ludke -- Lüdecke; Lüdtke (mit langem ü) -- Lücke (mit langem ü, s. auch Stark 69: Lüke) -- Lüttig; Lüttge -- Lüthje (Hamb.). Zss. Langelütje -- Leucke -- Leidicke; Leidig. Gen. Luyken (niederrhein.) -- Liedgens -- Lüdtkens -- Lüddeckens -- Luitgens (ostfries). Patr. A. Lüdecking -- Lücking. Lükermann (= Lüdeking Preuß 17). Patr. Zss. Lüksen (fries.). (k + n) Ludechin: Lüdken -- Lückgen -- Lüken. (z) Liuzo: Lietze; Lietsche -- Leutze; Leutsch -- Leitze; Leitsch; Leiß. (z + k) Liuziko: Litzke -- Leitzke.

Zweistämmige Kürzung Liudb-.

Lubbo: Lupp -- Lübbe. Gen. Lübbes. Patr. Zss. Lübsen.

Vklf. (k): Lübbecke; Lübeke, Lüpke. Gen. Lüpkes. (z): Lubitz -- Lippitsch.

Zweistämmige Kürzung Liudm-.

Lieme -- Luhme -- Lumme. Gen. Lümmen.

=Lobedanz= III. Satz-N. „lobe den Tanz“ (Tanzfreund) 1390: Lovedans.

=Lobgott= III. Satz-N. Vgl. Dienegott, Fürchtegott.

=Lobrentz= s. Laurentius.

=Lobwasser= III. Satz-N. „Wasserfreund“.

=Lod-= s. Hlod (V., einst. K.).

=Lodders= s. Hlod (V.).

=Löding= s. Hlod (einst. K.).

=Löff= s. Hlod (V.).

=Löffler= III. „Verfertiger von Löffeln“.

=Loh= III. ahd. lôh, mhd. lôch niedriges Holz, „Gebüsch“ (vgl. lat. lucus). In ON. Loh, Lohe; -loh, -lohe, auch -loch, -lah u. -lach.

FN. Lohe. v. Hohenlohe. -- Altenloh. Grünloh. Kirchloh. Kregeloh (Krähenbusch?). Mandelsloh. Munderloh. Niegeloh. Osterloh. Otterloh. Westerloh. Wieseloh. -- Van de Loo (Geldern). v. Loë (O. Lohe in Westf.).

Doch finden sich auch schon altdeutsche PN. auf -loh, z. B. Swarzaloh 8., vermutlich der jetzige FN. Schwarzloh.

Ableitung auf -er (oberd.):

1) -loher: Eisenloher; Eisenlohr. Eschenloher; Eschenlohr. Kammerloher. Keferloher. Oberkammerloher. Oberloher.

2) -locher: Bärlocher. Hagenlocher. Haslocher.

3) -löcher: Haslöcher.

4) -lacher (wie in Allach, ad. Ahaloh „Wasserbusch“): Lacher. Baierlacher. Bernlacher.

5) -lauer: (Meltzer, genannt Eschenloher oder) Eschlauer. Eisenlauer.

=Löhde-, Lohfink= s. Hlod (einst. K.).

=Lohmann, -meyer=, s. Loh.

=Lohmar. Löhmer= s. Hlod (V.).

=Lohrenson= s. Laurentius.

=Loibl= s. Liub (einst. K.).

=Loibner= III. „einer aus Loiben“ (Leoben in der Steiermark).

=Loidl= B. Liud (einst. K.).

=Loidert, Loipolder= s. Liud (V.).

=Loll-= s. Hlod (einst. K.).

=Löloff, Lommer= s. Hlod (V.).

=Lonhardt, Lön-= s. Lew.

=Lönnies= s. Apollonius.

=Looden= s. Hlod (einst K.).

=Looff, Löpert= s. Hlod (V.).

=Lorenz-= s. Laurentius.

=Lorey, Lorich, Lörick= s. Hlod (V.).

=Lorinser= III. aus dem Dorfe Lorüns in Vorarlberg stammend (s. Gedenkblätter der Familie Lorinser von Dr. Lorinser 1868).

=Lorinz, Lornsen, Lortz-, Lorz-= s. Laurentius.

=Lot-, Loth-= s. Hlod (V., einst K.).

=Löther= s. Hlod (V.).

=Lott-= s. Hlod (V., einst K.).

=Lotsche, Löttge, Lotz-= s. Hlod (einst. K.).

=Löwe= I. III. als König der Tiere von den Deutschen seit den Kreuzzügen angesehen; dah. beliebtes Wappenzeichen.

FN. Löwe; Löw (als jüdischer FN. häufig aus Lewy) -- Leue; Leu. Latinis. Leo. Zss. v. Löwenclau.

=Löwald, Löwenhardt= s. Lew.

=Lub-= s. Liud (V., zweist. K.) -- doch

=Luber= s. Liub (V.).

=Lüb-= s. Liud (zweist K.) -- doch

=Lübker= s. Liub (V.).

=Lubbert= s. Liud (V.).

=Lübb=- s. Liud (V., zweist. K.).

=Lucas= II. lat. zsgz. aus Lucanus „Lukaner“; Lucas der Evangelist.

FN. Lucas, Lukas -- zsgz. Luks, Lux -- Laux. Gen. Lucä. Südd. Patr. Luggiser (s. Reichel S. 23).

=Luchterhand= III. lucht = „link“ (Lipp. Reg.).

=Lucius= (I.) verlateint aus Lutze.

=Lück-= s. Liud (einst. K.).

=Lud-= s. 1) Hlod (V., einst. K.) 2) Liud (V., einst. K.).

=Lüd-= s. 1) Hlod (V.) 2) Liud (V., einst. K.).

=Luggiser= s. Lucas.

=Lühl= s. Liud (einst. K.).

=Luhm-= s. Liud (V., zweist. K.).

=Lühmann, Lühr-= s. Liud (V.).

=Lüersen= s. Liud (V., Liuthari).

=Luibl= s. Liub (einst. K.).

=Luit-= s. Liud (V., einst K.).

=Lük-= s. Liud (einst. K.).

=Lukas, Luks= s. Lucas.

=Lülf, Lulfs= s. Hlod (V.).

=Lüling, Lulle= s. Liud (einst. K.).

=Lülwes= s. Hlod (V.).

=Lumm-= s. 1) Liud (V., zweist. K.) 2) Lund.

=Lümmen= s. Liud (zweist. K.).

=LUND= I. zu altnord. lundr „Hain, Wald“.

FN. Luntbert: Lummert. Patr. A. Lummerding.

Einstämmige Kürzung Lund-.

(Lundo): Lunde; Lundt.

Vklf. (z) Lunzo: Lunz. (z + l): Lüntzel.

=Lünzel= s. Lund.

=Lüpke= s. Liud (zweist. K.).

=Lupp-= s. Liud (V., zweist. K.).

=Lut-= s. Hlod (V., einst. K.).

=Lüt-= s. Liud (V., einst. K.).

=Lutsche= s. Hlod (einst. K.).

=Lutt-= s. Liud (V.).

=Lütt-= s. 1) Hlod (V.) 2) Liud (V., einst. K.).

=Lüttjebrune= III. I. „der kleine (junge) Bruno“.

=Lüttschwager= III. zu den Verwandtsch.-N. „der kleine Schwager“ (vgl. Kleineidam). Der pommersche Chronist L. antikisierte sich in Micraelius (= micra elius).

=Lutz-= s. Hlod (einst. K.)

=Lux= s. Lucas.

=Luyken= s. Liud (einst. K.).

=M.=

=Maag-= s. Mag (V., einst. K.).

=Maaß= s. Math.

=Maaz= s. Mag (einst. K.).

=Macarius= II. „der Selige“.

FN. Karius -- Karges.

=Mach-= s. Mag (V., einst. K.).

=-macher= III. in mannigfachen Zss., die größtenteils neueren Ursprungs sind:

FN. Axmacher (Achsenmacher); halbniederd. Assenmacher. Bolzmacher. Eimermacher. Fälgenmacher (s. Felgenhauer). Glasmacher; Gen. Glasmachers (Joh. Glasmecher 1516 Köln. Univ.-Matr.). Grützmacher. Kabelmacher. Kannenmacher. Käsemacher. Lademacher. Lakemacher. Lerschmacher. Pflugmacher. Rademacher. Sattelmacher. Scharmacher (Pflugschar-). Schirmmacher. Schleiermacher. Schloßmacher. Schumacher. Spangenmacher. Spießmacher. Uhrmacher. Taschenmacher.

Am modernsten klingt Geldmacher (doch s. dies W.).

Niederd. -maker: Kettenmaker. Kistemaker (s. Kistmacher). Rademaker. Schomaker; Gen. Schomakers (Lingen). Tripmacker.

=Macht-, Mächt-= s. Maht.

=Mack-= s. Mag (V., einst. K.).

=Mad-= s. a) I. Math u. Mathal b) II. Matthäus.

=Mäd-= s. Mathal.

=Maferding= s. Mag (V.).

=MAG= I. zu got. ahd. magan „mögen“ d. i. vermögen.

FN. (Magibald): Mebold.

Magipert: Mebert.

Magubrant: Makebrand.

Magafred: Meifert; Mayffarth -- Meffert. Patr. A. Maferding.

(Magihart): Makart; Makert -- Machhard; Machert -- Meiert.

Magher: Mager, Maager -- Macher -- Mäker. Gen. Magers. Patr. A. Meiring.

Vklf. (l): Megerle.

Magoald: Mawoldt -- Magold -- Macklot -- Makot -- _Machold; Machlett; Machlitt_ -- Maywald; Meyhold -- Mehwald. Gen. Macholtz (umgedeutet Machholz); Machalz.

(Magwart): Machwirth -- Mechwart.

Einstämmige Kürzung Mag-.

Mago, Macco: Maag -- Magg -- Mack -- Mache -- Mech -- Meeg -- Maye. Gen. Mäken (ostfries.).

Vklf. (l) Megilo, Meilo: Mägele; Meckel -- Mechel -- Meyel; Meile -- Meili (schweiz.). Gen. Meiels. Patr. A. Meiling. (l + k): Mechelke -- Meilicke. (k) Magico: Meicke -- Mecke. (z) Magizo: Maaz -- Mähtz -- Meitz. (z + l): Mayßel; Meisl.

=MAGAN= I. Erweiterung von Mag, vgl. ahd. magan, megin, mhd. magen „Kraft“ -- großenteils wohl verstärkend (s. Lübben, Progr. S. 10).

FN. Maganperht: Membart; Memmert (daraus Memmhardt).

(Magingast): Meingast.

Meginger: Menger -- Meniger.

Maingis: Mengis.

Maginhard: Megenhard -- Mainhard; Meinert -- Mennert -- Mehnert (franz. Ménard). Gen. Meinherz -- Meinderts; Meinders; Meints -- Meents (die letzten vier ostfries.).

Maganhar: Magener -- Meyner -- Mehner -- Menner. Gen. Meiners.

Maganrad: Meinrad -- Menrad.

Magnerich: Mennrich.

Maginold: Meinold; Meinhold -- Menold.

Maginulf: Meinolf -- Menolf.

Einstämmige Kürzung Magan-.

Magino, Meino, Menno, Meno (Stark 51): Magen -- Mahn -- Meine; Meyn -- Menno. Gen. Meins; Meinen -- Menen. Patr. A. Menning.

Vklf. (k) Meyneco, Menko, Minco (Stark 71): Manigk; Mahnke -- Meinicke -- Mähnicke; Mehnig -- Menneke -- Menke -- Minck. Gen. Menniken -- Meenken -- Menken. (z) Maginzo, Meinzo: Meinz -- Menze. Patr. A. Menzing (Mensing). (z + l): Menzel. Patr. A. Menzler (Schles.).

Zweistämmige Kürzung Maginb-: Mampe.

Vklf. (l): Mampel -- Mämpel. (k): Mämecke.

=Mägdefrau= III. vgl. Jungfrau (Ennen, Geschichte von Köln), Nickse u. a.

=Magdolf= s. Maht

=Mägele= s. Mag (einst. K.)

=Magen-= s. Magan (V., einst. K.).

=Mager= s. a) I. Mag (V.) b) III. Eigenschaftswort, vgl. lat. Macer.

=Magg= s. Mag (einst. K.).

=Magister= s. Meister.

=Magnus= II. „der Große“.

FN. Magnus. Patr. Zss. Magnussen (Schlesw.).

=Mahl-, Mähl-= s. Math u. Mathal.

=Mahler= s. a) I. Mathal b) III. = Maler.

=Mahn, Mähnicke= s. Magan (einst. K.).

=Mahnkopf= III. „Mohnkopf“ (halbniederd. -- oder ist das a noch vom mhd. mân, mânkoph her erhalten?).

=Mahr=- s. Mar (V., einst. K.).

=Mähr=- s. Mar (einst. K.).

=MAHT= I. got. mahts, ahd. mhd. maht „Macht“.

Mahtleip: Machtleb.

Mahtulf: Machtolf -- Magdolf.

Einstämmige Kürzung Maht-.

Maht: Macht. Gen. Machts.

Vklf. (l): Mächtle.

=Mähtz= s. Mag (einst. K.).

=Maibaum= III. ein Baum, der am Maifest aufgepflanzt, geschmückt und dann von der Jugend umtanzt wurde (Grimm Myth. S. 738).

=Maier, Mair= s. Meier.

=Mainhard= s. Magan.

=MAIT= I. zu got. maitan, ahd. meiȥan „schneiden, hauen“ (davon: Meißel).

FN. Meiȥolt: Meisolle -- Mesolle -- Massolt. Entstellt in Meier Solle (Preuß 10).

=Mak-= s. Mag (V.).

=Mäk-= s. Mag (V., einst. K.).

=-maker= s. -macher.

=Maler= a) I. s. Mathal b) III. der „Maler“. So wird Lucas Cranach auch genannt Lucas Maler (S. 30).

FN. Maler, Mahler. Zss. Rothmaler.

=Malkomesius= I. lat. Gebilde von dem ON. Malkomes in Hessen.

=Mälzer= III. mhd. malzaere, melzaere „der das Malzgeschäft besorgende Brauknecht“, auch schlechtweg = „Brauer“ („Mälzergasse“ in Danzig).

=Mamp- Mäm-= s. Magan (zweist. K.).

=MAN= I. got. manna, ahd. mhd. man der „Mann“. In EN. schon seit dem 1. Jh. (Mannus Tac. Germ. 2).

Da magan auch in man zsgz. wird, fließen beide Stämme ineinander.

FN. (Manhart): Mannhardt; Mannert.

Manricus 7.: Mennerich.

Manowald: Manold -- Mannhold.

Einstämmige Kürzung Man-.

Manno: Manno; Mann. Gen. Manns. Patr. A. Mannsen.

Vklf. (l): Männel. Patr. A. Männling. (k) Mannico: Manke -- Manncke; Mannig. (k + n) Mannikin: Männchen. (z) Manzo: Manz -- Manso. (z + l): Manzel. (z + k): Manzke.

Auslautend (183 mal Först.).

=MANAG= I. ahd. manag, mhd. manec „manch, viel“.

FN. Managold: Manegold -- Mangold -- Mengold.

=MAND= I. wohl zu ahd. mandjan, mhd. menden „sich freuen“. Albmand. Manduin. Berührt sich mit man.

FN. Einstämmige Kürzung Mand-.

Manto: Mante; Mandt -- Mende.

Vklf. (l): Mandel -- Mändl -- Mentel. (k) Mendicho: Mandtke. (z) Manzo: Manz -- Mentz -- Mense. (z + l): Menzel.

=Manger= III. ahd. mangâri, mhd. mangaere vom lat. mango „Händler“.

FN. Manger -- Menger. Zss. Eisenmenger. Fischmenger. Pferdemenger. Wadmenger (mhd. wât Kleidung). Ziegenmenger.

=Mangold= s. Manag.

=Manhenke= = Meine Henke (Preuß 30).

=Manigk= s. Magan (einst. K.).

=Mann- Männ-= s. Man.

=-mann= auslautend häufiger als jedes andere Wort und aus den verschiedensten Perioden:

a) I: Germann. Hermann. Volkmann. Willmann. -- Fredermann -- an Sproßformen angehängt: Götzmann.

b) II: Kloßmann. Petermann.

c) III: Handwerks- und Standesnamen bildend: Schumann. Klostermann. Lehmann --

auch an Ortsbezeichnungen angehängt: Eichmann -- Münstermann. Tangemann (= van Tange). Brüggemann. Soestmann. Weselmann.

=Mante= s. Mand.

=Mantel= III. 1) als Kleidungsstück, ahd. mantal aus mittellat. mantellus. Hainrich der Langmantel, Hartman der L., Chourat der L. burgere ze Augspurch 1292, lat. Longumpallium; dann auch Langenmantel 1339.

FN. Langenmantel. Regenmantel. Rothmantel. Weißmantel. Wintermantel.

2) in ON. vom oberd. mantel = Fichte: Hengmantel.

=Manz= s. 1) Man 2) Mand.

=MAR= I. meist zu got. mêrs, ahd. mâri, mhd. maere „berühmt“ (vgl. das Hauptw. „Märe“) -- wobei mari „Meer“ z. T. in Betracht kommt. Schon seit dem 1. Jh. in Namen gebräuchlich (Ingomar, Sigimar).

FN. Marabald: Merboldt.

Meriboto: Meerbothe; Meerbott.

(Maragot): Margott -- Meerguth.

Maracher: Marer; Marherr -- Mehrer.

Maroald: Mahrwald; Marold; Mahrhold -- Marloth -- zsgz. _Mahrt -- Mardt -- Marohl -- Meerwald -- Merold_. Gen. _Mahrholz -- Mahrenholtz -- Mehrolz -- Meerholz._

Merowech, Merwig: Marweg; Marwey.

Maruin: Meerwein.

Einstämmige Kürzung Mar-.

Maro, Marro, Merio: Mare; Mahr -- Marre -- Mähr; Meer. Gen. Mehren. Patr. A. Mähring -- Mehring.

Vklf. (l): Marell -- Märell; Mährle -- Merlo. (l + n): Mahrlein -- Mährlen. (k): Mehrke. Gen. Mehrckens. (z) Marizo: Martz -- Martsch -- Mareis. Patr. A. Mertsching. (z + k): Martzke.

Auslautend (mar, mer, mir 247 mal Först.):

-mar: Dittmar.

-mer: Dittmer. Gen. -mers: Allmers.

=Mar-= s. Mar (V., einst. K.).

=Mär-= s. Mar (einst. K.).

=March-, Marck-, Märck-= s. Mark I.

=Marcus= II. lat.; St. Marcus der Evangelist.

FN. Marcus; Markes -- zsgz. Marks, Marx (Marx als VN. im KB.). Gen. Marci.

=Mardersteig= s. Martersteck.

=Marggraf= s. Markgraf.

=Margoff, Margold= s. Mark I.

=MARK= I. 1) ahd. marah „Roß“ 2) got. marka, ahd. marka, mhd. marke „Mark“ d. i. Grenze, Grenzland, Bezirk (das eig. deutsche Wort für das aus dem Slawischen granica aufgenommene „Grenze“).

FN. Marcbert: Markbert.

Marchard: Markart; Markert -- Merkert.

Marchari: Marker -- Merker.

Marcoald: Markwald -- Margold -- Markott.

Marachward, Marcward: Markwart (Marquard); Markworth; Markwot; Marckord -- Morquardt -- Merkord. Patr. Zss. Marquardsen.

Marculf: Markloff -- Margoff.

Einstämmige Kürzung Marc-.

Marc: Marco; Mark -- March -- Merke. Gen. Markes -- Merks.

Vklf. (i): Märki, Merki (schweiz.). (l): Markel -- Merkel -- Mergell -- Märkli (schweiz.). (l + n): Marklein -- Märcklin.

=Mark= III. in ON. 1) ahd. marka s. das Vorhergehende 2) abgeschliffen aus „Markt“ (vom lat. mercatus), welches sich bei etwa 40 bewohnten O. In Deutschland findet, z. B. Neumarkt; abgeschliffen Käsmark (in der Zips) aus Kaisersmarkt.

FN. von Bismarck. Freimark. von Königsmark. Krusemark. Schönermark. Uckermark.

=Mark-= s. a) Mark I. b) II. Marcus.

=Markgraf= III. mhd. marcgrâve „Richter einer Mark“ d. i. eines Grenzlandes.

FN. Markgraf; Marggraf -- Margraf.

=Marquard= s. Mark I.

=Marre= s. Mar (einst. K.).

=Marsch= III. „niedriges fettes Land am Wasser“ -- in Marschkötter. Mit Ausfall des r: Masch.

FN. Masch -- vollständig Auf der Masch. Zss. Maschmeyer.

Auch Mesch (1380: Hermann op der Mersch -- Preuß).

=Marschall= III. ahd. marah-scalh eig. „Pferdeknecht“, dann Stallmeister, dann vornehmer Hofbeamter, dem die Sorge für das einheimische wie für das fremde Gesinde (Gefolge) zu Pferde oblag, aber auch häufig die Führung der Nachhut im Zuge und Streite -- und so aufwärts bis zu der bekannten hohen Würde.

FN. von Marschalk -- Mareschall; Marschall. Namentlich auch bei Adelsgeschlechtern, die dann dem Amte zur weiteren Unterscheidung noch den Stammsitz hinzufügten, z. B. Marschall von Bieberstein.

(In die roman. Sprachen übergeg.: franz. Maréchal. Ital. Marescalchi Karlsruhe).

=Marstaller= III. 1) zum Marstall gehöriger Knecht „Pferdeknecht“ (Klempin, S. 625: marstellre = stalknechte) 2) einer aus dem O. Marstall.

=Mart-, Marth-= s. Martinus.

=Martersteck, Mardersteig= III. „Unter Marter versteht man in den Alpen jedes Denkzeichen am ~Wege~, sei es eine Stationskapelle oder ein Bild Christi am Marterpfahl oder endlich ein Denkzeichen (Täfelchen mit Inschrift) eines Unglücksfalles“. (L. v. Hörmann, Grabschriften u. Marterlen S. XV.)

=Martinus= II. lat. „ein dem Kriegsgotte Mars Angehöriger“; der h. Martinus, Bischof von Tours, gest. um 400, dessen Gedenktag der 11. November, während bei den Protestanten der 10. November als Martinstag zu Luthers Gedächtnis, der dann geboren und am 11. getauft, bezeichnet wird.

FN. Martin; Marten; Marthen -- Mertin; Merten. Zss. Herdemerten. Gen. (lat.) Martini, Martiny -- (deutsch) Martins; Martens -- Mertins; Märtens. Zss. Martensmeyer (westf.). Patr. Zss. Martienßen; Martensen -- Mertinsen.

Vklf. (l): Mörtel (Reichel). (k): Mertke.

=Märtlhuber= s. Martinus u. Huber.

=Martsch, Martz-= s. Mar (einst. K.).

=Marx= s. Marcus.

=Masch= III. s. Marsch.

=Massolt= s. Mait.

=Masuhr= III. slawischer Volksstamm der Masuren in dem südl. Teile der Prov. Preußen.

=Mat-= s. 1) Matthäus 2) Matthias.

=Mät-= s. Math.

=MATH= I. Grundform zu Mathal.

FN. Mathere: Meder.

Mathlec: Mahlei.

Einstämmige Kürzung Math-.

Matto: Mäte -- Mede.

Vklf. (l): Madle. (k): Mattig -- Mätke. (z) Mazo: Matz -- Maaß. (z + l) Mazili: Metzel.

=Maternus= II. „der Mütterliche“.

FN. Mattern -- Ternes.

=Math-= s. a) I. Mathal b) II. 1) Matthäus 2) Matthias.

=MATHAL= I. got. mathl, ahd. madal „Versammlungs-, Beratungs- und Gerichtsplatz“ des Volkes (griech. ἀγορά). Fließt teilweis mit Mahal zusammen.

FN. Madalhart: Mählert -- Mehlhart.

Madalher: Madaler; Madler -- Mattler -- Mettler -- Mädler -- Mähler.

Einstämmige Kürzung Madal-.

Madalo, Malo: Mahle -- Mädel -- Mehle; Mehl. Patr. A. Madelung; Madelong -- Mehling. Vklf. (k): Mahlke.

=Matt-= s. a) I. Math u. Mathal b) II. 1) Matthäus 2) Matthias.

=Matte= III. mhd. mate „Wiese“.

FN. Dürrenmatt. v. Kalbermatten.

=Matth-= s. 1) Matthäus 2) Matthias.

=Matthäus= II. hebr. „Geschenk“ (Jehovah’s); St. Matthäus der Apostel und Evangelist (Kal. 24. Febr.).

FN. 1) Mathäus; Matheus; Mathees; Matthes; Mathes (in schlechterer Schreib. Matheß; Mattes) -- Matthe -- Mades. Neu latinis.: Matthesius. Gen. Matthäi -- Matthei. Patr. A. Matthesing -- Matthäser. Patr. Zss. Mattheeßen; Mattesen.

2) Im Anlaut verkürzt: Thees (in Ostfriesland auch VN.). Gen. Thesen. Patr. A. Theessinga (ostfries.).

Zerdehnt: Thewes; Tews (Tewes VN., im KB. z. B. Tewes Wendorp 1650). Debusmann (Trier.).

Berührt sich mit Matthias, so daß die FF. teilweis ineinander fließen.

=Matthias= II. hebr. „Geschenk“ (Jehovahs) (= griech. Theodor, lat Deodatus); St. Matthias der Apostel (Kal. 24. Febr.).

FN. 1) Matthias; Matthia; Matthies; Matys; Matheis; Matthes -- Matthix (aus der Zerdehnung -tthiges). Gen. Matthiae. Patr. Zss. Mathiasen -- Matthisson; Mattison; Matthießen.

2) Im Anlaut gekürzt (Tias, Ties VN. in Tias Wille, Ties Burmester KB.):

Thias -- Thies -- Theis. Zss. Thiesmeyer. Gen. Thiesen. Patr. A. Thiesing. Patr. Zss. Thiessen -- Tissen -- Theissen -- Tyssen. -- mit Abfall auch des t: Hiese.

Vklf. Hiesel (der „bayrische Hiesel“).

Zerdehnt: Tieges; Tiegs -- Tigges (Tiggemann).

=Matz= a) I. s. Math b) II. = Matthäus.

=Maud= s. Mod.

=MAUR= I. wohl Maurus „ein Maure“.

FN. (Morbrand): Mohrbrand.

Morhard: Moorhardt; Moraht.

Mauroald: Moralt. Gen. Mohrholtz.

Morolf: Moroff.

Einstämmige Kürzung Mor-.

Mauro, Moro (More VN. Klemp.): Mohr (Mohrmann) -- Möhre. Gen. Mohren. Patr. A. Moring -- Möhring.

Vklf. (l) Maurilo: Morell -- Möhrle. (k): Mohrig -- Mörike; Mörke. Gen. Mörcken.

=Maurer= III. ahd. mûrâri, mhd. mûraere.

FN. Maurer -- mit Umlaut Meurer (der „Mäurer“ z. B. in schweiz. Mundart, s. Pestalozzi, Lienhard und Gertrud). Gen. Meurers (niederrhein.). -- Niederd. Mührer.

=Mauritius= II. lat. Ableitung von Maurus „der Maurische“, dem Lande Mauretanien in Nordafrika angehörig. Der h. Mauritius, ein Afrikaner von Geburt, soll unter Diocletian als Anführer einer christlichen Legion mit seiner Schar in Gallien niedergemetzelt sein.

FN. Mauritz -- Moritz (auch jüdisch, mit Anlehnung an Mo-se). Gen. Mauritii. Patr. A. Moritzer (südd.).

=Maus= III. die „Maus“ (Gerlac. dict. Mus 1256).

FN. Maus. Vklf. Meusel; Meuslin (der Mewsel, Katz gen. 1388. Andr. Meusel, brandenburg. General-Superint. im 16 Jh., übersetzte seinen Namen in Musculus). Zss. Mauskönig. Mausehund.

=Mauser= III., „der Schermäuse fängt“ (Buck).

=Mautner= III. mittellat. mutarius, mhd. mûtaere, später auch mit dem n der schwachen Bildung mautner „ein Warenzoll-Einnehmer“.

FN. Mauter (Schechel der Mawter Marb. Urk. 1305). Mautner.

=Mautz= s. Maud.

=Mawoldt= s. Mag (V.).

=Maybaum= s. Maibaum.

=Maye= s. Mag (einst. K.).

=Mayer, Mayr= s. Meier.

=Mayffarth, Maywald= s. Mag (V.).

=Mayßel= s. Mag (einst. K.).

=Meb-= s. Mag (V.).

=Mebes, Mebus= s. Bartholomäus.

=Mech-= s. Mag (V., einst. K.).

=Meck-, Meeg= s. Mag (einst. K.).

=Med-= s. Math.

=Meen-= s. Magan (V., einst. K.).

=Meer-= s. Mar (V., einst. K.).

=Meergarte= s. Mar. (Als N. eines Kunstreiters natürlich Meergarté.)

=Meerkatz= III., niederd. Meerkatte.

=Meerrettig= III. deutlicher Pflanzen-N.

=Meerschneck= III. ahd. merisnecco, mhd. mersneck Purpurschnecke; aber auch Schildkröte.

=Meffert= s. Mag (V.).

=Megenhard= s. Magan (V.).

=Megerle= s. Mag (V.).

=Mehl-= s. Mathal.

=Mehlmann= III. „Mehlhändler“.

=Mehlose= III. = Mehlhose.

=Mehn-= s. Magan (V., einst. K.).

=Mehr-= s. Mar (V., einst. K.).

=Mehwald= s. Mag (V.).

=Meicke, Meiels= s. Mag (einst. K.).

=Meier= III. a) als ~christlicher~ N. aus dem lat. major, in dem Sinne von major villae oder villicus, d. i. zunächst Aufseher oder Verwalter eines Landgutes. In Westfalen entwickelte sich (nach Franz Meyer, Der Name Meyer und seine Zusammensetzungen) das Verhältnis etwa folgendermaßen. Karl d. Gr. hatte die fränkische Einteilung des Bodens in mansi auf das Sachsenland übertragen. Der ganze bebaute Boden mit allem Zubehör an Wald, Weide usw. hieß bei den Franken lat. villa, deutsch marka, enthaltend in der Mitte den Sitz des Freien (hûs) mit umliegender huobe, wovon die liti ihre mansi bekamen. Der Haupthof (fränk. sala, später lat. curia) bekam von dem Gutsherrn, wenn er selbst als ministerialis am Hofe oder als Krieger im Felde war, einen villicus, der den Herrn vertrat. Die Abgabe der mansi heißt census (Zins, vom villicus erhoben), debitum (Schuld, vom Schultheiß erhoben), officium (Pflicht, Amt, vom Amtmann erhoben). Der den Haupthof bewohnende Villicus war also entweder nur Wirtschafter und hatte einen scultetus und officiarius neben sich, oder er übte auch deren Rechte selbst aus. Hatte er mehrere Höfe zu verwalten, so hatte er wohl wieder einen Unter-Villicus auf dem Vorwerke. Seit dem 11. und 12. Jh. wurden die villici fast überall auf bestimmte Leistungen gesetzt, weil sie oft in den eigenen Geldbeutel wirtschafteten. Nun entstand bei der Bemeierung eine Art Lehnverhältnis, wobei der Herr gelobte zu schützen, der Villicus treu und hold zu sein. Während der Landesherr durch Vögte und Gografen richtete, bestand das Gemeindegericht des Villicus auf dem Thy häufig daneben. Manche Villici schwangen sich zu Rittern auf (zum Stande des niedern Adels) und emanzipierten sich völlig (so in der Schweiz die Meyer von Knonau, v. Siggingen, v. Windeck), so daß die Herrschaft sich genötigt sah, die Abgaben von den mansi selbst einzuziehen. Wo sie es konnten, zerstückelten sie daher den Haupthof gegen Pacht, und nun bildete sich das eigentliche ~Meierrecht~. Neue Mansen entstanden durch Waldrodung, Haupthöfe wurden in Kotten zersplittert, bes. seit dem 14. und 15. Jh. Die Hofbesitzer hießen nun ~Meier~, welche an Stelle des Villicus Teile der alten Villikation besaßen, oft nur auf bestimmte Zeit. Schließlich ward das Verhältnis doch allenthalben erblich; die Meier traten eben in Erbpacht und wurden dauernde Besitzer, wenn auch nicht Eigentümer der Höfe. Das Recht der Abmeierung, welches die Herren besaßen, war, abgesehen von bestimmten Fällen, wo klare Gründe vorlagen, eigentlich nur theoretisch noch vorhanden.

So in Westfalen, und in Süddeutschland ist (nach der von Pott angeführten Stelle aus Goldast rer. Alem. I, 113) wesentlich dasselbe Verhältnis gewesen.

Das Meiertum ist am reichsten entwickelt gewesen in Westfalen, Hannover, Bayern, Württemberg. Von dort stammt die Fülle dieser FN. Hoffmann zählt im Hannöverschen Namenbuche von 1852 in der Stadt Hannover 234 einfache und 211 zusammengesetzte Meyer, während in dem Münchener Adreßbuche für 1892 1307 selbständige Personen den N. Maier in verschiedenen Schreibarten führen.

Je häufiger in einer Gegend die Meierwirtschaft, desto häufiger natürlich der Name. Ganz den Verhältnissen entsprechend ist er in Hannover nirgends häufiger als im Hoyaschen und Osnabrückischen. Hier gehören die Meierhöfe meist zu den größten, weil die Meier, das Land der Herren bewirtschaftend, leicht mehr hatten als andere freie Eigentümer, zumal wenn sie Besitzer von Vollhöfen (heile Erven) waren. Manche Meier hatten ganz hervorragende Rechte in ihrer Markgenossenschaft.

In Ostfriesland dagegen, wo die Meier nichts als Pächter der freien Bauern sind, haben sie vorwiegend die kleinsten Besitzungen.

Was nun die Schreibweise des N. anlangt, so ist darin an Mannigfaltigkeit geleistet, was überhaupt mit so wenigen Buchstaben zu leisten war. An das urspr. Major, welches sich auch noch als FN. findet, schließen sich die süddeutschen FF. am nächsten an: Majer -- Mayer, Mayr, Maier, Mair (im Münchener Adreßbuch in den verschiedensten Schreibweisen, doch meist mit ai, ay); in Norddeutschland am häufigsten Meyer (in Hoffmanns hannöv. Namenbüchlein: 234 einfache Meyer, darunter nur 3 Meier, 3 Mejer -- 1 Maier, 1 Mayer) -- außerdem Meier, Meyr, Meir; Mejer -- letzteres noch heute auf dem Lande in Westfalen die gewöhnliche Aussprache für Meyer und Meier, im Osnabrückischen auch kurz Mejjer gesprochen. Die hochdeutsche Aussprache auch für Mejer war stets Maier. Erst in diesem Jh. hat eine Familie Mejer im Hildesheimischen auch die Ausspr. Mejer angenommen, wohl um sich aus der allzugroßen Sippe besser auszusondern. Gen. Maiers, Mayers (österreich.), Meyers (Prüm), Mayern, Meyern (nach der schwachen Biegung). -- Die übrigen Ableitungen, welche Fr. Meyer anführt, die Vklff. Mayerl, Meyerlein, die Patronymika Meyering, Meiring erscheinen als zweifelhaft und dürften, bes. die letzteren, eher zu dem Stamme Mag I. gehören, s. daselbst Magher.

Im Osnabrückischen hängt dem N. auf dem Lande eigentlich immer noch der appellative Charakter an, auch wenn schon eine Zusammensetzung erfolgt ist. Man geht hier nach heutigem Sprachgebrauch noch stets ~zum~ Dütemeyer, man redet noch immer von ~dem~ Meier zu N. Vielfach bleibt der N. unzusammengesetzt, bekommt aber von der Bauerschaft oder der Lage des Hofes einen Zusatz, der zum Namen gehört. Solche „halbzusammengesetzten“ N. gibt es im Osnabrückischen eine große Zahl. Fr. Meyer führt aus den Ämtern Iburg, Finsterau, Vörden, Grönenberg, Wittlage gegen 100 N. dieser Art an wie: Meyer zu Atter, M. zu Westrup, M. zu Farcke (aus Vorwerk entstanden, woher auch M. zum Varwick), M. zu Weghorst, M. zu Stockum, M. zu Altenborgloh -- selten mit andern Vorwörtern: Meyer im Hagen, M. vorm Bohne.

Viele der ON., die in diesen Bezeichnungen stecken, sind sonst völlig von der Karte verschwunden; aber der N. des Hofes bleibt, auch nachdem die größere Bauerschaft den ON. aufgesogen hat. Alle diese Bildungen sind forterbende, mindestens halbe EN., die zwar in der Anrede fortgelassen werden, aber im Gespräch über den Dritten gang und gäbe sind. So kann es kommen, daß die Bauerschaft Gellenbeck neben einem Meyer zu G. noch einen M. zu Borchsten und einen M. zu Spelbrink aufweist.

Da ist es denn auch nicht zu verwundern, daß sich viele wirkliche Zusammensetzungen finden, in denen der Zusatz den Wohnort angibt. Doch wollen wir bei Aufzählung der Zss. denselben Gang einschlagen, wie in der abhandelnden Darstellung der FN. überhaupt, und demnach zuerst die Zss. mit altdeutschen PN., dann die mit fremden (kirchlichen) PN., dann die nach Gewerbe und Beschäftigung gebildeten usw. aufzählen. Dabei bedeutet m. die gewöhnliche F. Meyer.

I. Mit ~altdeutschen~ Personen-Namen:

Akemeier (Ath). Albertsmeyer. -- Ahrensm., Noltem.; Meierarend (Arnold). -- Anselm., Aßm. (Anso). -- Berensm., Benningm., Beinkem. (Bernhard, Benno). -- Erxm. (Erich). -- Gerdsm., Gerkensm. (Gerhard). -- Henrichsm., Heinem., Heinzlmaier, Henkem.; Meyerhenrich, -heine, -henke (Heinrich). -- Kordem., Kohrm.; Meyerkord (Konrad). Krukem. (Hrod). -- Liesem. (Liud). -- Ottom., Ottm., Ottensm., Öttm.; Meierotto. -- Rolfsm., Rolfingsm. (Rudolf). -- Rüpelm. (Ruprecht). -- Tiem. (Thiud). -- Tramsm. (Bertram). -- Uhm. (Aud). -- Wilmsm. (Wilhelm).

Mögen diese Beisp. genügen! Die meisten der hierher gehörenden N. wird man erkennen, wenn man den altdeutschen Teil nach den in diesem Lexikon aufgeführten altdeutschen Stämmen aufsucht. So gehört Badmeyer, Bahmeyer zu Bad, Hillm. Hilkem. zu Hild, Lüddekem., Lükem. zu Liud, Determ., Tettm., Tietm., Tödtem., Tütem. zu Thiud.

II. Mit ~kirchlichen~ Personen-Namen:

Christoffelsmeyer, Stofferm. (Christophorus). -- Clausm., Klußm. (Nicolaus). -- Dreesm.; Meyerdrees (Andreas). -- Gallm. (Gallus). -- Grolmsm. (Hieronymus). -- Johannesm., Johannism., Johannsm., Johannigm., Janmeyer, Hansm., Henselm.; Meierhans (Johannes). -- Josm.; Meyerjobst (Jodocus). -- Martensm. (Martinus). -- Neelm. (Cornelius). -- Peterm., Petringm.; Meyerpeter (Petrus). -- Thießm. (Matthias). -- Vietm. (Veit).

III. a) Nach der ~Beschäftigung~ benannt, (vielfach erst in Städten entstanden):

Amtmeyer (villicus, qui officiarius est). Grevem.; Grafm. (manche M. waren Unter-Holzgrafen). Jägerm., Krugm.; österreichisch Kretschmayer. Richtsm. (Richter Preuß 34). Schäpermeier. Schmidtm. Schreibm. Schröderm. Schultem. (villicus, qui scultetus est).

(Werkzeuge und Waren): Eisenmeyer. Glasm. Glockem.; niederd. Klockem. Goldm. Kesselm. Pielm. (Pfeil-). Piepm. Vaßm.

(Kleidung): Schürzmeyer. Stiefelm. Zwilgm.

(Speise): Biermeyer. Grützem. Milchmaier.

b) Nach ~Eigenschaften~:

Altmeyer. Biederm. Blaßm. Fröhlichm. Grobm. Grotem. (Groß-). Heulm. Jungm. Kleinm. Langm. Schönem.

c) Nach dem ~Wohnort~:

nach ~Ortschaften~: Attermeyer (M. zu Atter). Bokelm. (Bokel bei Wiedenbrück). Kiffm. (auf der Kiffe bei Osnabrück). Quadkem. (früher, noch 1650 M. to Quatke in Peingdorf, Amt Grönenberg). -- Stärker verändert: Emptm. (1514 noch Meyger to Empten, 1650 schon Embttm.). Deitem. (alt Dedinckm. zu Deitinghausen). Rattenm. (M. zu Rattinghausen) --

nach ~Flüssen~: Dütemeyer (zwei Höfe unweit Osnabrück, beide an der Düte). Elsem. (unweit der Else). Hasem. Werrem. (im Kreise Lübbecke an der Werra) --

nach ~Bergen~: Harzmeyer. Hüggelm. (im Osnabrück., am Hüggel).

Allgemein nach der ~Lage~ des Hofes: Fordermeyer. Achterm. und Hinterm. Mittem.; Mittelm.; (niederd.) Middelm.; Mittermaier (ahd. mittar neben mittil). Endm. Winkelm. Eckm. Kniem.; Kneem. Stratem., Straßm. Grenzm. Schnatm. = Lanwermeyer. Oberm. (-mayer); (niederd.) Overm. Hochm. Hom. Niederm.; (niederd.) Nedderm.; sogar Oberniedermeyer.

(Himmelsgegend): Ostmeyer und Osterm. Westm. und Westerm. Nordm. (der Inhaber des „Nordhofes“). Südmeyer.

Dorfm. (das Dorf als zusammenliegende Häusermasse im Gegensatz zu den meist ganz zerstreut liegenden Bauerschaften, entsteht gew. in der Umgebung der Kirche und bildet sich hauptsächlich aus wenigen alten Höfen).

(Berg u. Thal): Bergmeyer. Hügelm. Höwelm. (s. Hübel). Bühlm.; südd. Büchelmayer; Pichlmaier. Bültem. Brinkm., Bringm. Damm. (früher Henne uppem Damme). Thalm.; Thallmaier; niederd. Dahlm. Schachtmeyer. Kuhlm.

(Wald u. Busch): Holzmeyer; niederd. Holtm. (urspr. Bernt vor dem Holte Preuß 3). Waldm. Forstm. Buschmeyer. Horstm. Lohm.; Lahm. Struckm. (Strauch-).

(Heide): Heidemeyer. Niederheitm.

(Anger und Wiese): Angermeyer. Wiesem.; niederd. Wischm. Driftm. (Triftm.-). Plaggenm.

(Moor und Sumpf): Braukmeyer; Brokm., Broekm. Siekm., Siegm. Maschm. Brühlm. Haarm. (Hochmoor-). Moosmair („Moos“ südd. = Moor). Moddem. („Modde“ = Morast). Solm. Sumpm. Pfitzemaier (Pfützen-). Kolkm. und Pohlm.

(Wasser): Wassermeyer; niederd. Waterm. (de Meyger over dem water Lipp. Reg. 1406 -- jetzt Waterm.). Teichm.; niederd. Dieckm. Seem. Brunnem. Pumpm. Bekem.; südd. Pachmayr. Klingm. Canalm. (in Emden). Brüggem.; Brückm. (1380: Henne up der Brucken); südd. Pruckmaier, Pruggm. (österreichisch). Springm. Stegm. Wehrm. (Wehr im Wasser). Sülzem.; niederd. Sültemeyer.

(Acker und dessen Beschaffenheit): Kampmeyer. Kampfm. Lettenmayer. Marschm.; Maschm. Gastm. („Geest“ leichterer Boden). Kalkm. Mergelmeyer. Sandm. Steinm.

(Umfriedigung der einzelnen Hofbesitzungen): Dammeyer. Wallm. Grabenm. Heckem. Zaunm. Knickm. Pahlm. (Pfahl-). Gatterm. (Holzverschlag). Twietm.

(Auf den Hof selbst, seine Größe und seine Teile gehend): Hofm. (Bewohner der curia, des freien Hofes). Sedelmayer, Sedlmayr (häufig in Bayern). Vollm. Heilm. (Vollhüfner). Halbm. Kottm.; Kothm. (die K. haben nur ein Viertelerbe oder noch weniger). -- Schünem.; Scheuerm. Stadelm.; Stattm. (s. Stadler). Spiekerm.

d) Nach ~Erzeugnissen~ des Bodens:

(Getreide-Arten): Gerstemeyer. Haberm.; niederd. Haverm. Hersem. Linsenmaier. Weitem. (Weizen). Veesenm. (Spelt). -- Kleem. Grasmeyer.

(Blumen, Kraut): Blom. (alt Blomemeyer, also „Blume“) Rosenm. Krutm.; südd. Krütim. Salatm. Distelm. Piltzm. Rethm.

(Bäume): Birkenm.; Berkem.; Pirkmayr (südd.). Buchm.; niederdeutsch Bokem.; Bökem.; südd. Puchm. Danm. Eichm.; niederd. Eickem. (1502: Gotschalk under den Eken). Ellerm.; Elsm. = Erlenm. Eschenm. Haselm. Hesterm. Lindenm. Pappelm.; niederdeutsch Pöppelm. -- Kersem. Twiesselm. (wilde Kirsche). Plumm. (Pflaume). Kreikem. Nußm.; niederd. Nottm. Hasselm. Liebesholderm. (Hollunder). Schlem. Dornmeyer.

Manche dieser N., bes. die von Getreide-Arten, können auch auf die Verpflichtung zu bestimmten Fruchtlieferungen hinweisen.

e) Nach ~Tieren~:

(Erzeugnisse des Hofes und ihm obliegende Lieferungen; auf dem Besitztum oder in der Nähe vorkommend; auch vielleicht Eigenschaft der Person.)

Viehmeyer. Bockm. Stehrm. (Widder). Kaum. (Kuh). Oßm. Pferdem. Roßm. Hengstm. Stutem. Ziegenm. Geißm. (österreich.) Katzm. Voßmeyer.

Gosem. Schwanem. Drosselm. Falkem. Finkem. Hafkem. (Habicht). Krehm.; Kreym. Kronem. Uhlem. -- Bienm. Imkemeyer.

Froschm. Poggenm. Krabbenm. Achelkenm. (Blutegel-). -- Eierm. Käsemeyer.

f) Nach ~Verpflichtungen~:

Deschmeyer; Dreschm. Zinsm. Zehntm.; Zehetmayr (bayr.); niederd. Tegetm.; Tägtm.; Techtm.

Auch Kirchm. Klosterm. gehen wohl auf Rechtsverhältnisse, Abhängigkeit von geistlichen Stiftern und Personen; ebenso Abtm. Münchm.; Mönchm.; niederd. Mönkem. Papem. Probstmeyer.

g) Nach ~Berechtigungen~:

Amtm. Grafm. Schultem. (s. vorhin). Sattelm. (die Besitzer der sieben Sattelhöfe in der Umgegend von Engern rühmen sich der Abstammung von Wittekinds Gefährten, der in E. einst seinen Sitz hatte wie auch sein Grab. Bei der Beerdigung eines von ihnen ward -- oder wird noch? -- ein gesatteltes und gezäumtes Pferd vorangeführt -- doch s. auch Sedelmayer).

b) Als ~jüdischer~ Name (VN. und FN.) aus hebr. Me-ir „erleuchtend“. Schon bei Josephus, jüd. Krieg VI, 5, 1 wie Μήιρος; dann öfters in den N. von Gelehrten des Mittelalters, so im 12. Jh. der Bibelerklärer Samuel ben Meïr.

=Meiert, Meifert= s. Mag (V.).

=Meil-= s. Mag (einst. K.).

=Mein-= s. Magan (V., einst K.).

=Meiring= s. Mag (V.).

=Meisl= s. Mag (einst. K.).

=Meisolle= s. Mait.

=Meister= III. ahd. meistâri, mhd. meister (aus lat. magister, ehemals „Gelehrter, Künstler“ (Arzt), später der Dienstherr gegenüber dem Gesellen -- in Schwaben bes. auch Abdecker.

FN. Meister (vgl. franz. Lemaître). Gen. Meisters (niederrhein.). Patr. A. Meistering. Zss. Backmeister, Bac-. Baumeister. Bürgermeister. Hagemeister; auch Hagemester (Münster). Mühlmeister; Müllenmeister. Münzmeister. Neumeister. Rentmeister. Rittmeister. Schulmeister. Schützenmeister. Wachtmeister. Wehrmeister. Weinmeister. Werckmeister.

=Meitz= s. Mag (einst. K.).

=Meixner= III. auch Meichsner = Meißner, einer aus Meißen.

=Mejer= s. Meier.

=Melcher= s. Melchior.

=Melchior= II. hebr. „König des Lichtes“, einer der h. drei Könige (s. Caspar).

FN. Melchior; Melcher. Gen. Melchers. Zss. Schneemelcher.

=Melior= III. Latinis. für Besser.

=Mellies= s. Ämilius.

=Melzer= s. Mälzer.

=Mem- Memm-= s. Magan (V., einst. K.).

=Men-= s. 1) Magan (V., einst. K.) 2) Mand.

=Mende= s. Mand.

=Mendel= s. Emanuel.

=Mengelbier= III. zu den Speisen u. Getränken (S. 46).

=Menger= s. a) I. Magan (V.) b) III. Manger.

=Mengold= s. Manag.

=Menn-= s. 1) Magan (V., einst. K.) 2) Man.

=Mens-= s. 1) Magan (einst. K.) 2) Mand.

=Mentzer= III. „Mainzer“, Mainz alt „Mentz“ vgl. Fischart, der sich „Mentzer“ nannte. Aber auch O. Menz in Sachsen.

=Menz-= s. 1) Magan (einst. K.) 2) Mand.

=Merboldt= s. Mar.

=Mercator= III. Latinis. für Kremer (berühmter Geograph des 16. Jh., nach welchem die Karten in „Mercators Projektion“ benannt sind).

=Mergell= s. Mark I.

=Merk-= s. Mark I. (V., einst. K.).

=Merkord= I. = Kord Merk (Preuß 30) -- umgedeutet Merkötter.

=Merkswohl= III. Satz-N., getrennt Mercks wohl 1561 (Koch, Saalfelder FN.).

=Merlo= s. Mar (einst. K.).

=Merode= (Graf) III. von dem O. Merode bei Düren (Rheinprov.), früher Rode -- aus „vamme Rode“ (Adelslex.)

=Merold= s. Mar (V.).

=Mert-= s. Martinus.

=Mertsching, Merz= s. Mar.

=Mesch= s. Marsch.

=Messerer= III. „Messerschmied“.

=Messikomer= s. Hof.

=Meßmer= s. Meßner.

=Meßner= III. ahd. mesinâri, mhd. messenaere aus mittellat. mansionarius d. i. Wächter und Hüter des heiligen Gebäudes, „Kirchendiener, Küster“. Erhalten ist das ursprüngliche n der ersten Silbe in der F. mensner, die sich noch im 14. Jh. findet.

FN. Meßner. Meßmer (schwäb.) -- Mößmer u. Mößner (Wien).

=Metdepenningen= III. niederd. „mit den Pfennigen“.

=Methfessel= III. nach Pott = „kleines Metfaß“, was durch die von Koch angeführten Formen Modtfesgen, Metfessichen, die mit Methfessel in derselben Fam. während des 16. Jh. wechseln, bestätigt wird.

=Mettler= s. Mathal.

=Metzel= s. Math.

=Metzger= III. mhd. metziger „Fleischer“ (in Süd- und auch Mittel-Deutschl.)

=Metzler= III. ahd. mezilâri, mhd. metzeler, aus mittellat. macellarius „Fleischverkäufer“, später „Fleischhauer“. Chunrad de macello 1200 (Bacm.).

=Metzner= III. „Mühlknappe“ (der das Metzen verrichtet). Doch auch O. Metzen.

Meule III. niederd. „Mühle“: FN. an der Meulen (Geldern); ter Meulen.

=Meurer= s. Maurer.

=Meusel= s. Maus.

=Mev-, Mew-= s. Bartholomäus.

=Mey-= s. Mag (V., einst. K.).

=Meyer= s. Meier.

=Meyerbeer=: der Sohn des jüdischen Bankiers Beer in Berlin wurde von einem reichen Glaubensgenossen, Meyer (s. Meier b.), der ein Freund der Familie Beer und ein besondrer Gönner des kleinen Giacomo war, zum Vollerben eingesetzt unter der Bedingung, daß der Kleine auch den Namen seines Gönners führe. Daher „Meyerbeer“.

=Meyn-= s. Magan (V., einst. K.).

=Michael= II. hebr. „wer (ist) wie Gott?“, der h. Michael der Erzengel Offenb. Joh. 12, 7 (S. 25 -- Kal. 29. Sept.).

FN. Michael; Michaal; Michal; Micheel; Michel mit den Zss. Michelmann -- Kleinmichel. Kühmichel. Paulmichl. (bayr.). Gen. (lat.) Michaelis; Michaeli; Michelis -- (deutsch) Michaels; Michels. Patr. A. Micheler; Michler (oberdeutsch: Brieg, Saarbr.). Patr. Zss. Michaelsen; Michelsen (ostfries., schlesw.). Michaelsohn; Michaelson (jüd. Neubildungen).

=Michel-, Michler= s. Michael.

=Mielke= s. Ämilius.

=Mießner= s. Meißner.

=Milb-= s. Mild.

=Milch= III. in mehrf. Zss. (s. Speisen S. 46).

FN. Buttermilch. Fettmilch. Lautermilch (Lutermilch oberschwäb. 1690). Sauermilch. Süßmilch. Schlegelmilch; Schleemilch; Schlömilch (Buttermilch).

=MILD= I. got. milds, ahd. milti, mhd. milte „mild“ d. i. gütig u. freigebig.

FN. (Mildbreht): Mildebrath -- Milbrecht; Milbrodt.

(Mildbrand): Mildbrand -- Millbrand.

(Mildher): Milder -- Milter.

Einstämmige Kürzung Mild-.

(Mildo): Milde. Gen. Milden.

Vklf. (z) Mildizo: Milse.

=Millbrand= s. Mild.

=Miller= s. Müller.

=Millies= s. Ämilius.

=Milner= s. Müllner.

=Milse= s. Mild.

=Milter= s. Mild.

=Milz= s. Mild.

=Minck= s. Magan (einst. K.).

=Minikus= II. s. Dominicus.

=Mitterrutzner= III. „einer vom Hofe Mittel-Rutzen“.

=Mittnacht= III. ältere Form für Mitternacht, ahd. mittinaht.

=Möb-= s. Bartholomäus.

=Möd-= s. Mod.

=MOD= I. got. môds, ahd. mhd. muot „Mut“. In N. seit dem 4. Jh.

FN. Mutbraht: Moppert.

Moathard: Motard.

Mothar: Moder -- Muther; Muthherr -- Müther -- Mauder.

Moderich: Mudrich -- Muthreich -- Müttrich -- Maudrich.

Modulf: Mutup -- Multhaup; Multhaupt (Preuß 7).

Einstämmige Kürzung Mut-.

Muodo: Mode -- Mott -- Möthe -- Muth -- Müth. Patr. A. Moding -- Müting.

Vklf. (l): Model -- Mudel -- Muthel -- Müttel -- zsgz. Mohle -- Moll -- Muhl. Patr. A. Mühling. (k): Mödig -- Mutke -- Mügge. (z) Mozo: Motz -- Mutze -- Mütze -- Mautz. (z + l): Muzel -- Mützel -- Motzl.

Unorganisch gebildet: Mozart. Mozelt.

Auslautend (137 mal Först., darunter aber viele w.):

-muth: Hellmuth.

=MODAL= I. Erweiterung von Mod.

FN. Modalbert: Mühlbrecht; Mühlbrett.

(Modalfrid): Mühlfarth.

(Modalhart): Muhlert -- Mühlhart.

=Modersohn= III. niederd. „Muttersohn“.

=Mohle= s. Mod (einst. K.).

=Möhler= s. Müller.

=Möhlmann= s. Mühlmann.

=Mohn-, Möhn-= s. Mun.

=Mohr-, Möhr-= s. Maur.

=-mohr= s. Moos.

=Mohrenweißer= III. „einer aus Mohrenweis“ (in Oberbayern).

=Moldenhauer= III. „der die Mulden (längliche, ausgehöhlte hölzerne Gefäße) zuhaut“. Auch Moldenhawer und Mollenhauer.

=Molfenter= III. vom Hause übertragener N. (S. 61), vgl. Olfenten 1324. Holfenten 1374.

=Molitor= s. Müller.

=Moll= s. Mod (einst. K.).

=Möllen-= niederd. = Mühlen, in Zss. wie Möllenbernd, Möllenhenne. Termöllen.

=Mollenhauer= s. Moldenhauer.

=Moller, Möller= s. Müller.

=Molner= s. Müllner.

=Molter, Mölter= s. Müller.

=Mom-, Momm-= s. Mun.

=Mond-= s. Mund.

=Mondenschein= III. „Mondschein“ (in welchem Sinne?).

=Mondhold= s. Mund.

=Mone, Monn-, Mönn-= s. Mun.

=Mönk= III. niederd. = Mönch, in Zss. wie Mönkemeyer, -möller.

=-moor= s. Moos.

=Moorhardt= s. Maur.

=Moos= III. ahd. mos „Sumpf, Moor“, in süddeutschen N. seit dem 8. Jh.; auch jetzt noch sehr häufig Moos, mit mancherlei Zss. auf -moos.

FN. Moos. Zss. Guggemos -- Moosbauer. Moosbichler. Mooseder. Mooshammer. Moosmayr. Moosmüller. Moosrainer. -- Kokemoor (westf.). Obermohr (bayr.).

Ableitung auf -er (oberd.): Moser. Möser. Breitmoser. Bruckmoser. Deutelmoser (bayr.). Ennemoser (vgl. Ennenmoos in Unterwalden). Guggimoser. Kaltenmoser. Lottermoser (ostpreuß. d. i. salzburgisch). Niedermoser. Rohrmoser (ostpreuß., vgl. Rohrmoos in Steiermark). Sonnenmoser (württemb.). Suppenmooser.

=Mooshake= III. „Händler mit môs“ (mittelniederd.) = Kohl, Gemüse; Hake = Höker. Auch Mushacke.

=Mor-, Mör-= s. Maur.

=Moras= III. über Maulbeeren abgezogener Wein -- „mete, môraȥ unde wîn“ (Nib.).

=Morgenbesser= III. Satz-N. (S. 50 f.).

=Moritz= s. Mauritius.

=Morneweg= III. = „morgen weg“ -- daraus Mornewey. Vgl. Mörnhinweg, Mornenweg 14. Jh.

=Morquardt= s. Mark I.

=Mörtel= s. Martinus.

=Moser, Möser= s. Moos.

=Moses= II. hebr. Moscheh „der aus dem Wasser Gezogene“ (nach 2. Mos. 2, 10).

FN. (jüd.) Moses -- Mosse -- Moscheles. Zsgz. Mosenthal.

Für Moses: Moritz.

=Mößmer, Mößner= s. Meßner.

=Motard, Möthe, Mott, Motz-= s. Mod.

=Möw-= s. Bartholomäus.

=Mozart= wohl zu Mod. Stoffel Motzhart 1551 Augsb. Dies die älteste Spur des großen Namens; Mozarts Vater war bekanntlich ein geborener Augsburger (Bacm.).

=Muckenschnabel= III. (München).

=Mud-, Mügge= s. Mod.

=Muhl-, Mühl-= s. 1) Mod 2) Modal.

=Mühle= III. der älteste und häufigste Ausdruck auf dem Gebiete gewerblicher Anlagen. In ON. gewöhnlich in der gekürzten F. -mühl (niederd. -möhl), daneben -mühlen (Dat. Plur.).

FN. Brendemühl. Sagemühl. -- Grevismühlen; verkürzt Grevsmühl.

Mit Verhältniswörtern: Tremöhlen. Utermöhlen. Zurmühlen.

Mit der bewahrten ad. Kürze des ü:

Müllbauer. Niederd. Mölle in Möllenbernd; -benne „der Bernhard aus der Mühle“ (falsch verhochd. Mühlenbein Preuß S. 39).

=Mühlenkampf= III. „der vom Mühlenkampe“.

=Mühler= s. Müller.

=Mühling= s. Mod.

=Mühlner= s. Müllner.

=Muhn-= s. Mun.

=Mührer= s. Maurer.

=Müldner= s. Müllner.

=Müllenmeister= = Mühlmeister (ahd. muli, mhd. müle mit kurzem Vokal in der ersten Silbe).

=Müller= III. schon im 14. Jh. „der muller“, durch Angleichung aus mittellat. multor d. i. molitor. Erhalten ist der T-Laut noch in den FN. Molter, Mölter, sowie in der genet. Bildung Mölders (westf.) -- mit n: Möldener.

Gedehnt Mühler (Kindervers: „Mühler ist ein Roggendieb, Mühlamehler Roggenstehler“).

Mit verdünntem Selbstlauter: Miller (in Bayern häufig).

Niederd. Moller -- Möller -- Möhler (Klemp. Moller, Molre). Patr. A. Möllering (westf.).

Die Hauptform bleibt Müller, die überaus häufig ist (S. 42), auch in zahlr. Zss., welche sich um so eher bilden konnten, da sich in manchen Orten mehrere Mühlen befanden (z. B. in dem schweiz. Unter-Embrach vier, Tobler-M. S. 74).

1) Nach der ~Art der Mühle~:

Bockmüller, womit Dreimüller (Adenau), wenn anders = Drehmüller, gleich bedeutend ist, da eine Bockmühle auf ihrem Untergestell, dem „Bock“, nach der Windrichtung ~drehbar~ ist. Grützmüller. Habermüller. Holzmühler; -miller (wohl = Sägemüller). Kornmüller. Lohmüller. Ölmüller; Ohlmüller. Sagemüller (Varel, halbniederd. = Sägem.); Segmiller. Schneidemüller. Weitzmüller; Weitzenmiller. Windmüller; niederd. Windmöller.

2) Nach dem ~Standort der Mühle~:

Angermüller und -miller. Aumüller. Bachmüller. Bergmüller. Bornmüller. Bruchmüller; niederd. Brockmöller. Dorfmüller; halbniederd. Dorpmüller. Feldmüller. Furtmüller. Heitmüller (Besitzer der Heidemühle). Kampfmüller (s. Kamp). Klingmüller. Kniemöller. Mittermüller (Besitzer der Mittelmühle). Obermüller. Riethmüller. Rosenmüller (Besitzer einer Mühle, welche die „Rosenmühle“ heißt, z. B. im Amte Kalenberg). Seemüller. Stadtmüller. Stegmüller; niederd. Stegemöller. Teichmüller. Untermüller. Waldmüller. Werdmüller (s. Wert). Weyermüler (der M. am Weiher). Wiesenmüller.

3) Nach der ~Zugehörigkeit~ (Untertänigkeit):

Fromüller = Frohnmüller (herrschaftlicher M.). Hoffmüller. Mönkemöller.

4) Nach der ~Beschaffenheit des Müllers~ (oder der Mühle):

Altmüller. Neumüller; Neumiller; niederd. Niemöller. Freymüller. Graumüller. Grünmüller.

5) Mit ~Vornamen~ Zss.:

~Engelbrechtsmüller~ (die Engelbrechtsmühle bei Dachau in Bayern). Frankemöller. Kunzemüller; Kunsemüller. Marxmüller. Petermöller. Westelmüller (wenn anders Westel aus Sebastian).

Die Zss. mit Möller sind im Nordwesten Deutschlands, besonders in Westfalen einheimisch.

=Müllner= III. ahd. mulinâri, mhd. mulnaere der „Müller“ (im Marburger Gewerbe-Verz. Mulner; noch 1691 bei Stieler „der Müllner“).

FN. Müllner (häufig in Wien); gedehnt Mühlner -- verdünnt Milner. Niederd. (Klemp. Molner) Molner. Holländ. Molenaar.

Zss. Edelmüllner. Obermüllner. Fraunmüllner. -- Eckmillner. Waldmillner.

=Mult-= s. Mod.

=Mumm-= s. Mun.

=Mun-, Mün-= s. Mun.

=MUN= I. wohl zu altnord. munr „Freude, Lust“.

FN. Muniperht: Mombert; Momber; Mommert; Mommer. Gen. Mummers.

Einstämmige Kürzung Mun-.

Muno, Monno: Muhne -- Monno -- Mone; Mohn -- Möhn. Gen. Mohns -- Monnen. Patr. A. Mönning. Patr. Zss. Mohnsen.

Vklf. (k): Muncke -- Münnecke -- Mohnike -- Möhnke -- Mönnich. (k + l): Munkel.

Zweistämmige Kürzung Mumm-.

(Mummo): Mumm -- Momm.

Patr. Zss. Mummsen -- Mommsen.

=Mund-= s. Mund.

=MUND= I. ahd. munt „Schutzgewalt“ (vgl. Vormund). In EN. seit dem 3. Jh.

FN. (Mundher): Munder -- Munter (Muntermann) -- Münter.

Munderich: Munderich.

Mundoald: Mondhold.

Einstämmige Kürzung Mund-.

Mundo: Munte -- Mund -- Münte -- Mondt. Patr. A. Munding -- Münding -- Muntinga (ostfries.).

Vklf. (k): Mündecke. (z): Munz -- Münz -- Munsch. (z + l): Muntzel -- Müntzel.

Auslautend (144 mal Först.):

-mund: Emund.

-mond: Hartmond.

=Mund= III. Friderio. mittemmvnde 1190. Zss. Guldenmund. Lachmund.

=Mundigler= III. einer aus dem rhätischen Orte Montiggl (aus lat. monticulus).

=Münster= III. ahd. monastri aus lat. monasterium „Klosterkirche, Kathedrale“.

FN. Münster. Weilmünster.

=Munsch, Munt-, Münt-= s. Mund I.

=Münter= a) I. s. Mund b) III. s. Münzer.

=Munz-, Münz-= s. Mund I.

=Münzer= III. ahd. munizâri aus lat. monetarius 1) Geldpräger 2) Geldwechsler. Hermann Monetarius (de Münter) 1298.

FN. Münzer. Niederd. Münter.

=Musebrink= III. „Mäusebrink“.

=Mushacke= s. Mooshake.

=Müßigbrod= III. ein Müßiggänger oder einer, der in Muße sein Brot ißt (Rentier?).

=Müßiggang= III. (wie Irregang) „Müßiggänger“. Thomas M. 1447.

=Mustopf, Mustoph= III. aus Mustafa.

=Mut-, Muth-, Müt-= s. Mod.

=Mutscheller= III. von Mutschelle, häufigem Hofnamen in den Alpen, roman. Herkunft, vielleicht = mottisella „Hügel“ (Buck S. 187).

=Mütt-, Mutze, Mütz-, Muzel= s. Mod.

=Mylius= III. der deutsche „Müller“, in antikem Gewande. Eine Zss. mit Mylius ist Missomelius, entstellt aus Mesomylius (Mittelmüller).

N.

=Naatz= s. a) Nath b) Ignatius.

=Nab-= s. Nath.

=Nachbauer= III. gekürzt aus ahd. nâhkapûr, mhd. nâchgebûr der „nah Bauende“ (Wohnende); noch im 17. Jh. neben Nachbar.

FN. Nachbur -- Nachbaur; Nachbauer.

=Nachtigal= III. ahd. nahtigala („Sängerin der Nacht“, von galan).

=Nack-, Näck-= s. Nath.

=Nad-, Näd-= s. Nath.

=NAGAL= I. ahd. nagal, mhd. nagel, später auch zsgz. neil „Nagel“. Der Gebrauch dieses Namens in EN. scheint sich auf die mythischen Schmieden zu gründen. Nagalhard 8.

FN. (Nagalrich): Neilreich.

Einstämmige Kürzung Nagal-.

Nagal: Nagel -- Nahl -- Nägel -- Negele -- Neil.

Vklf. (l): Nägele; Nägeli. (l + n): Negelein; Nägelen.

=Nagel= III. nach Vilmar S. 39 in mehr als funfzig damit zusammengesetzten FN.

Faßnagel. Hufnagel. Kupfernagel; niederd. Koppernagel. Nothnagel. Schiennagel; österr. Schinnagl. Silbernagel. Spannagel. Spitznagel. Thürnagel. Wackernagel. Deutlich elliptisch: Blankennagel.

=Nägel-, Nahl= s. Nagal.

=Nahning, Nan-, Näning= s. Nanth.

=Nahrings= s. Nas.

=NANTH= I. got. nanthjan wagen, nanths „kühn“; ahd. nendan, mhd. nenden wagen.

FN. Nandbrecht: Nembhard (aus Nembart).

Nandhari: Gen. Nanders.

Nantuic: Nentwig.

Einstämmige Kürzung Nand-.

Nando, Nanno, Nonno: Nanne -- Nane -- Nenne -- Nonne (Nonnemann). Gen. Nannen -- Nonnen. Patr. A. Nanning -- Nahning -- Näning. -- Nannenga (ostfries.).

Vklf. (i): Nanny. (l): Nendel. (k): Nantke -- Nancke -- Nannig -- Nennich; Nennicke -- Nenke -- Nonnig -- Nönnig. Gen. Nantkes; Nantjes (ostfries.) -- Nanken. (z): Nantz -- Nenz.

Auslautend (32 mal Först.):

-nand: Wienand.

-nant: Denant.

=Napert, Napp= s. Nath.

=NAS= I. got. nisan, nasjan, ahd. nerjan, mhd. nern „nähren; retten“. Nasold. Neriberaht.

FN. Einstämmige Kürzung Nas-.

Nasua: Nasse; Naß -- Neese. Patr. A. Nehring. Gen. Nahrings (Prüm).

Vklf. (k): Nehrig.

=Nase= III. in den Zss.

FN. Spitznase (vgl. auch Halfnase 1376). Langnese (Heinricus Langenase 1304).

=NATH= I. wohl zu altsächs. nâtha, ahd. ginâda „Gnade“, im Sinne von helfender Geneigtheit.

FN. Natbold: Nabold. Gen. Nabholz.

(Natbert): Nabert; Naber; Napert.

(Nather): Nather -- Näther.

(Nadold): Nadol.

Einstämmige Kürzung Nath-.

Nado, Nato: Nath -- Näthe.

Vklf. (l): Nädele. (l + n): Nädelin. (k): Nadig -- Nattke -- Nacke -- Näke. Gen. Nacken -- Näckes. (k + l): Näckel. (z) Nazo: Naatz.

Zweistämmige Kürzung Nathb-.

Nappo: Napp.

=Nätebus= III. (niederd.) „Nußbusch“.

=Näth-, Nattke= s. Nath.

=Nau-= s. Niw.

=Neander= s. Neumann.

=Nedder= niederd. „Nieder“ in Neddermeyer, Nedderhut u. a.

=Neels= s. Cornelius.

=Neese= s. Nas.

=Negel-= s. Nagal.

=Nehlsen= s. Cornelius.

=Nehr-= s. Nas.

=Neiber= s. Nid (V.)

=Neid-= s. Nid (V., einst. K.).

=Neiffert= s. Nid (V.).

=Neigebauer= s. Gebauer.

=Neil-= s. Nagal.

=Neip-= s. Nid (V., zweist. K.).

=Neit-, Neitz-= s. Nid (einst. K.).

=Nel-, Nell-= s. Cornelius.

=Nembhard= s. Nanth.

=Nen-= s. Nanth.

=Neo= s. Niw.

=Nesensohn= II. (Appenzell) „Sohn der Agnes“.

=Nettel= III. niederd. „Nessel“ in Nettelbladt, -kamp, -struck.

=Neu= s. Niw.

=Neubauer= III. ein „Bauer“, der sich „neu“ auf einem (vielleicht erst von ihm urbar gemachten) Platze ansiedelt.

FN. Neubauer. Niederd. Niebuhr (Klemp. Niebur). Halbniederd. Niebauer.

=Neub-, Neue, Neuf-= s. Niw.

=Neugebauer= s. Gebauer.

=Neukomm= III. ein „Neuangekommener“. Hans Nuwkomm 1393.

=Neumann= III. a) I. s. Niw b) III. ein „Neuangesiedelter“. Als FN. sehr häufig -- wie Neustadt als ON. -- auch Proselyten-N. (= „neuer Mensch“), in griech. Übersetzung Neander (der berühmte Kirchenhistoriker dieses Namens hat denselben 1806 in Hamburg angenommen, als er zum Christentum übertrat).

Niederd. Niemann (in Münster 1878 22 Niem. neben nur 8 Neum.) -- Niegemann -- Nigmann -- Niggemann (Klemp. Nieman, Nigeman).

=Neumeister= III. ein in die Zunft „neu aufgenommener Meister“.

=Neuner, Neup-. Ney= s. Niw.

=Nibbe= s. Nid (zweist. K.).

=Niel-, Nicol-= s. Nicolaus.

=Nicolaus= II. griech. „Volkssieger“; Nicolaus, Bischof von Myra in Lycien 4. Jh. (S. 26).

FN. Nikolaus -- Niklaus (in schlechterer Schreibung Nücklaus) (Großniklaus) -- Nicolas; Nicola -- Niclas, Nicklas, Niklaß -- Nieglas -- Nicol mit den Zss. Altnikol und Nicolmann -- Nickel mit den Zss. Jungnickel; Kurznickel; Langnickel; Mühlnickel (Nickel als VN., N. Hannemann 1662 KB.) -- Niggl (bayr.). Gen. Nicolai, Nikolay -- deutsch: Nickels. Patr. A. Nickling -- Niggeler (oberd.). Patr. Zss. Nicolassen -- Niklassen.

Mit Kürzung im Anlaut:

a) Klaus, Clauß, mit der Zss. Schäperclaus (westf.); Öhlclaus; Klause -- latinis. Clausius. Gen. Klausen. Patr. A. Clausing -- Clauser. Patr. Zss. Jungclaus (Gegensatz: Großklaus); Jungclaussen.

Vklf. (l): Kläusli -- Kleisl; Kleißl (Tirol).

b) Klose; Kloos, Cloos; Kloß (z. T. mit geschärftem Vokal gesprochen, deshalb auch Kloss geschrieben, wohl um den Gleichlaut mit dem Gattungsnamen zu vermeiden) -- verlateint Clossius. Zss. Kloßmann.

c) Klaß (Klaßmann), Klaas, Claes -- Zss. Jungklas; Poggenklas (westf.); Klasmeyer (westf.); Clasohm. Gen. Claßen, Claassen; Clasen; Claasens. Patr. A. Claßing; Klasing.

d) Durch Zerdehnung aus Klaus: Clawes (als Vorname Clawes und Nicclawes (Klemp.); Claws; Clabs -- Klages; Klagge (Klempin: Klags = Klawes). Zss. Klagemann. Grotklags.

e) Durch Wegfall der beiden ersten Silben: Laus -- Laves.

=-nick= III. in slawischen ON.

FN. Jauerniek. Lesnik. Rüthnick.

Ableitung auf -er: Obornicker.

=Nicke= s. Nid (einst. K.).

=Nickel-, Nickl-= s. Nicolaus.

=Nickse= III. „Nixe“, auf die Wassergeister der deutschen Mythe zurückdeutend, vgl. Johannes dictus diu Nixe 1336 Bacm.

=NID= I. ahd. nîd, mhd. nît „Neid“ d. i. feindseliger Eifer und Zorn des Kriegers (Nibelungen V. 427 Lachm.).

FN. Nidbald: Niedball -- Niepold; Niepelt -- Nippold; Nippel -- Neipold.

Nitperht: Niebert -- Neiber. Gen. Neippertz. Patr. A. Nieberding.

Nidaboto: Niepoth.

(Nidfried): Niefert; Nieffer -- Neiffert. Gen. Nieferz.

Nidgar: Nieger.

Nidhard: Niedhardt; Nietardt; Nietert -- Neidthardt; Neidert.

Nither: Nieter -- Neider - Neidherr -- Nitter.

Nidmar: Niemer -- Nimmer.

Nidrih: Niedrich -- Nittrey -- Nierich.

(Nidolt): Neidholdt.

Einstämmige Kürzung Nid-.

Nitho: Niete (Nietmann) -- Neide; Neidt. Gen. Nieten -- Neithen -- Neiden. Patr. A. Nieding; Niedung.

Vklf. (l): Niedel -- Neidel -- Nittel. Patr. A. Niedling. (l + n): Neidlein. (k): Niedke -- Niecke -- Nicke. (z) Nizo: Nietze -- Nizze; Nitz; Nitzsch (Nitschmann) -- Neitsch. (z + l): Nietzel -- Nißl -- Neitzel. Patr. A. Nitzling. (z + k): Nietzschke -- Nitschke -- Neitzke.

Unorganische Bildung: Neitzert.

Zweistämmige Kürzung Nidb-.

Nippo: Nippe -- Nibbe -- Neipe.

=Nie-= III. niederd. „neu“, in Zss. wie Niebecker, Niemann, Niemeyer u. a.

=Nieb-= s. Nid (V.).

=Niebuhr= s. Neubauer.

=Niecke= s. Nid (einst. K.).

=Nied-= s. Nid (V., einst. K.).

=Niedner= III. „einer aus Nieden“.

=Nief-= s. Nid (V.).

=Niegemann= s. Neumann.

=Nieger= s. Nid (V.).

=Niejahr= III. niederd. „Neujahr“.

=Niemann= s. Neumann.

=Niemer= s. Nid. (V.).

=Niemetz= III. ein „Deutscher“, poln. Niemiec. Auch Niemeitz -- Nimz.

=Niep-, Nierich= s. Nid (V.).

=Niermann= III. = Niedermann, nach der tieferen Lage der Wohnstätte; vgl. Tornedden.

=Nieß= s. Dionysius.

=Niet-= s. Nid (V., einst. K.).

=Nietz-= s. Nid (einst. K.).

=Niewert= s. Niw.

=Niggemann, Nigmann= s. Neumann.

=Niggeler, Niggl= s. Nicolaus.

=Nik-= s. Nicolaus.

=Nimmer= s. Nid (V.).

=Nimz= s. Niemetz.

=Nipp-= s. Nid (V., zweist. K.).

=Nißl= s. Nid (einst. K.).

=Nitsch, Nitz= s. Nid (einst. K.).

=NIW= I. ahd. niwi, mhd. niwe „neu (jung)“.

FN. (Niwipald): Naubold.

(Niwipert): Niewert -- Neubert; Neupert; Neuber; Neuper -- Naubert; Naupert.

Neufred: Neufert.

(Niwiman): Neumann -- Naumann (Nau noch in manchen Landschaften mundartlich = neu, s. Koch S. 18, der es für Saalfeld bezeugt; auch Buck S. 189).

Niward: Nauert.

Mit erweitertem Stamme Niwun-. Niwunheri: Neuner.

Einstämmige Kürzung Niw-.

Nivo: Neo -- Neue; Neu -- Neye, Ney -- Naue. Gen. Neyen.

=Nixe= III. s. Nickse.

=Nizze= s. Nid (einst. K.).

=Noack= s. Nowack.

=Nob-= s. Nod (V., zweist. K.).

=Nobbe, Nöbbe= s. Nod (zweist. K.).

=Nock-= s. Nod (V., einst. K.).

=Nöcker= s. Nod (V.).

=NOD= I. got. nauths, ahd. mhd. nôt „Not, Kampfdrangsal; eifriges Streben“.

FN. Nodbert: Nootbaar -- Nobert -- Nopper. Gen. Noppers.

Notakar: Nöttger -- Nocker -- Nöcker.

Nothart: Nothardt.

Nothar: Noder -- Notter -- Nöther -- Nohr. Patr. A. Nöhring -- Noderer.

(Notleih): Nöthlich -- Nölich. Gen. Nöthlichs.

Nodulf: Nolohf.

Einstämmige Kürzung Nod-.

Noto: Noth, Noodt -- Nott -- Nöthe. Gen. Nothen -- Nöthen. Patr. A. Nöding -- Nuding.

Vklf. (l): Nödel -- Nötel -- Nolle -- Nohl.

Patr. A. Nöthling -- Nüdling. (k): Nocke. (z): Nootz -- Notz (Notzmann); Noß. (z + l): Nötzel; Nößl. (z + l + n): Nötzlin. (z + k): Notzke -- Nößke.

Unorg. Bildung: Nötzold.

Zweistämmige Kürzung Nodb-.

Noppo: Nobbe -- Nöbbe -- Nube.

Vklf. (l) Nopelo: Nobel -- Nopel.

Patr. A. Nobiling (nach dem bekannten Mordversuch auf K. Wilhelm I. von einigen Gliedern der Familie in Edeling verwandelt).

Auslautend -not (41 mal Först.): -not: Adnot. Gernoth.

=Nöd-, Nohl= s. Nod (einst. K.).

=Nohr, Nöhring= s. Nod (V.).

=Nold-, Nöld-= s. Arin (Arnold).

=Nölken= s. Arin (Arnold).

=Nolle, Noll= 1) I. s. Arin. 2) I. s. Nod (einst. K.).

=Nolohf, Nölich= s. Nod (V.).

=Nolt-, Nölt-= s. Arin (Arnold).

=Non-, Nön-= s. Nanth.

=Nonnenmacher= III. „Schweineschneider“ (mhd. nunne, nonne „verschnittenes Schwein“). Auch Nunnenmacher.

=Nonnenprediger= III. (Pyritz) „der die Verpflichtung hatte, im Nonnenkloster zu predigen“.

=Noodt, Noot-, Nopel= s. Nod.

=Nopper= s. Nod (V.).

=NORD= I. ahd. nord „Norden“, ebenso wie die drei andern Weltgegenden in EN. gebraucht.

FN. Nordeman: Nordmann -- Normann, Norrmann.

Nordoalt: Nordahl.

Nordwich: Nordwig.

Einstämmige Kürzung Nord-,

Nordo: Nord, Nordt, North -- Nörr. Gen. Norda (ostfries.).

Vklf. (z): Norz.

=Normann, North, Norz= s. Nord.

=Noß-, Nöß-= s. Nod (einst. K.).

=Noth-, Nöt-, Nott-= s. Nod (V., einst. K.).

=Nott= III. niederd. „Nuß“, in Nottebrock, Nottmeyer u. a.

=Nottebohm= III. niederd. „Nußbaum“. Auch Nottebaum, Nuttebaum (halbniederd.)

=Nöttger= s. Nod (V.).

=Notz-, Nötz-= s. Nod (einst K.).

=Nowack= III. aus slawisch Nowak der „Neue, Neuangekommene“ = Neumann. In seinen verschiedenen FF. im Osten Deutschlands weit verbreitet.

FN. Nowack, Nowag -- Noack -- Nobak.

=Nube= s. Nod (zweist. K.).

=Nücklaus= s. Nicolaus.

=Nuding, Nüdling= s. Nod (einst. K.).

=Nunnenmacher= s. Nonnenmacher.

=Nürmberger= III. „Nürnberger“, alt Nuremberger 1507.

=Nußpicker= III. von mhd. bicken: „hauen mit einem spitzen Werkzeuge“.

=Nuttebaum= s. Nottebohm.

O.

=-o= 1) deutsch: die häufigste Endung der verkürzten Namen, jetzt meist durch das charakterlose e ersetzt oder ganz abgeworfen (S. 22).

2) slawisch: ebenfalls in verkürzten Personen-N., die dann als FN. verwendet werden, z. B. Hanzo, Hanzko (Hantschko) von Johannes.

Mitunter ist auch o entstanden aus ow (urspr. slawische Endung für ON.) durch Abfall des stummen w: Fanselo, Calo, v. Plotho (O. Plathow), Wossidlo, welches früher noch häufiger weggelassen wurde; so findet sich in KB. Büto, Zastro statt des jetzt üblichen Bütow, Zastrow.

=Ob-= s. Aud (V., zweist. K.).

=Öb-= s. Aud (zweist. K.).

=Obbermann= s. Aud (V.).

=Öbb-= s. Aud (zweist. K.).

=Obenauf= III. „der immer obenauf ist“. Ähnlich Obenaus „obenhinaus“. (Hans Bovenuth 1460.)

=Obenderhabighorst= III. bemerkenswerter westf. N., vom Wohnorte hergenommen.

=Oberste= in westf. N. zur Unterscheidung der Genamen (Namensvettern) benutzt, z. B. Oberste-Steinhorst = der zu oberst wohnende St. Obrist und Zobrist (= zu oberst schweiz.).

=Obser= III. mhd. obeȥaere, jetzt oberd. Obßer, hochd. „Öbster, Öbstler“.

=Ochs= III. mit der Vklf. Öchsle und den Zss. Ochsenbein und (niederd.) Ossenkop. Vgl. Joh. zum Ochsen 1412 (Hauszeichen). (Doch Ochs vielleicht = ahd. Otgoz 1100, Ocoz oder auch Otgis, beides zum Stamme Aud.)

=Ochsner= III. mhd. ohsenaere „Ochsenhirt, -- bauer“ - Öchsner, entstellt Exner.

=Ock-, Öck-, Od-= s. Aud (V., einst. K.).

=Öd= III. In Süddeutschland ungemein zahlreiche ON. auf -öd (Altenöd), -ed, -et, -edt (Einet). Bei dem Mangel entscheidender alter FF. ist hierbei an got. auths, ahd. ôdi mhd. oede „öde, leer“ zu denken, falls nicht angels. ead, altnord. audhr „Besitz“ größeren Anspruch darauf hat.

FN. Ableitung auf -er (oberd., bes. bayr., österr.):

1) -öder („die Leute, die einst in der Öde wohnten, die Söhne der Einöde“ Steub) nur in Zss.: Ameisöder. Manzenöder. Schusteröder. Vgl. der Flachsöder 1490.

2) -ötter: Königötter (entstellt Kenngötter).

Meist infolge der „alten Unart der Bajuwaren, ö und e in der Aussprache nicht zu unterscheiden“ (Steub) in e verwandelt, daher

3) Eder, urspr. Öder (vgl. Albertus Öder 1262). Allertseder. Alteneder. Breiteneder. Buchneder (O. Buchenöd). Fischeder neben Fischöder. Greifeneder. Habereder. Haseneder. Hocheder. Kroneder. Lucaseder. Mittereder. Mooseder. Niedereder. Obereder. Pauleder. Permaneder (O. Permanöd). Roseneder. Spitzeder. Steineder. Ziegeleder. Engleder. Herleder. Wendleder. -- Lempenzeder (zu ad. Lampo). Manzeneder; daneben Manznetter.

4) -eter: Eppeneter. Hemeter (= Heimöder). Schlageter (auch in Ostpreußen). Weileter. Breitsammeter (Einöde Breitsameten in Oberbayern).

5) -etter: Mosetter. Obernetter. Panzetter. Scharfetter (in Salzburg und Ostpreußen); in der Namenliste der Eingewanderten bei Beheim-Schwarzbach Scharffitter. Vgl. Stephan Scharffeder 1407).

6) -ettner: Scharfettner.

7) entstellt -ieder: Geißelsieder. Hutzelsieder (Steub S. 147).

=Öddel, Öding, Oet-= s. Aud (einst. K.).

=Oetjen, Oetken= s. Aud (einst. K.).

=Of-, Off-= s. Aud (V., zweist. K.).

=Öfele, Öff-= s. Aud (zweist. K.).

=Öffner= III. mhd. ovenaere „Ofensetzer“.

=Oheim= III. mhd. ôheim „Mutterbruder“.

=Ohfen= s. Aud (zweist. K.).

=Ohl-= s. 1) Ald 2) Aud (V.) 3) Othal (V.).

=Öhl-= s. 1) Aud (einst. K.) 2) Othal (V.).

=Ohlenmacher= III. „Töpfer“ (s. Euler).

=Ohlenschläger, Öhlen-= s. Öhlschläger.

=Öhlmann= a) I. s. Othal b) III. „Ölhändler“. Verlateint Olearius (S. 63).

=Öhlschläger= III. „Ölpresser“.

FN. Öhlschläger; Öhlenschläger -- Ohlenschläger -- Öhligschläger -- Olligschläger (vgl. ölich Weist. III, 296, niederd. Ölje; auch dänisch olie, olieslaaer).

=Ohm= III. aus Oheim zsgz. mhd. ôme „Oheim“ (Ohm auch ein Zunftgenoß bei den Münzern, desgl. Ohmschaft = societas monetariorum).

=Ohm-= s. Aud (zweist. K.).

=Öhm-= s. Aud (V., zweist. K.).

=Ohnesorge= III. vgl. Gernod dict. Anesorge. Daher noch jetzt Ansorg.

=Ohorn= III. ON. = Ahorn.

=Ohr= III. in den Zss. Langohr; Weibelohr („Wackelohr“).

=Ohrt= s. Ort I.

=Ohst= s. Aust.

=Ökert= s. Aud (V.).

=Ol-= s. 1) Ald 2) Aud (V.) 3) Othal (V.).

=Öl-= s. Othal (V., einst. K.).

=Olböter= III. niederd. „Altbüßer d. i. Altflicker“ (in Stettin ein „Olböterberg“).

=Olde= s. Ald.

=Ölhafen= III. FN. v. Öhlhafen (mit einem Ölkrug im Wappen, Pott S. 654).

=Oll-= s. Ald.

=Öll-= s. Othal (V., einst. K.).

=Olligschläger= s. Öhlschläger.

=Olt-= s. Ald.

=Omeis= s. Ameis.

=Ömering= s. Aud (V.).

=Omm-= s. Aud (V., zweist. K.).

=Ondereyck= III. niederd. (Krefeld) „unter der Eiche“.

=Onken, Onnen= s. Un.

=Oost= s. Aust.

=Op-= s. Aud (V., zweist. K.).

=Opdenhof= III. (Wesel) niederd. „auf dem Hofe“.

=Opderbeck= III. niederd. = ob der Beck „oberhalb des Baches“.

=Opfermann= III. „der das Kirchenopfer in Empfang nimmt“ = Küster, früher allgemeiner in Niedersachsen, jetzt noch in Braunschweig (Hoffmann).

FN. Opfermann -- Offermann (vgl. Opfergeld und Offergeld). Niederd. Oppermann (doch s. auch Audeberht).

=Öpke, Opp-, Öpp-= s. Aud (V., zweist. K.).

=Oppenhövel= III. „auf dem Hübel“.

=Oppenkamp= III. „auf dem Kampe“.

=Oppermann= s. a) I. Aud (V.) b) III. Opfermann.

=Optenhögel= III. niederd. „auf dem Hügel“.

=Orban= s. Urban.

=Ord-= s. Ort I.

=Orgler= III. „Orgelspieler“.

=Ornold= s. Arin.

=Ort-, Ört= s. Ort I.

=-ort= in ON. s. Ort III.

=ORT= I. ahd. mhd. ort „Schärfe, Spitze“, bes. des Schwertes und Speeres.

FN. Ortgis: Ortgies. Gen. Ortgiesen.

Ortlaip: Ortleb; Ortlepp; Ortlöpp.

Ortliub: Ortlieb.

(Ortman): Ortmann -- Ohrtmann.

Ortolt: Ortelt -- Örtelt.

Ortwin: Ortwein.

Ordulf: Ordolff -- Ortloff.

Einstämmige Kürzung Ort-.

Ordo, Ort: Ort, Orth -- Ohrt.

Vklf. (l): Ortel -- Örtle; Örtel.

Patr. A. Örthling.

=Ort= III. in ON. a) „Vorgebirge“ (z. B. Brüsterort an der ostpreußischen Küste) b) „Winkel“, bes. bei Flußmündungen (z. B. Ruhrort).

FN. auff’m Ordt. Ruhrort. v. Scharfenort. Steinort. Vierordt.

=Os-, Oß-, Ös-= s. Ans (V., einst. K.).

=Oß= III. niederd. „Ochse“, in Ossenkop, Oßmeyer u. a.

=Öschhey= III. mhd. eschheie „Hüter der Feldflur, Flurschütz“.

=Osiander= III. von einem fränkischen Schmiede Hosemann abstammend und halb vergriecht, „so daß die Hose, freilich ohne Asper, daran hängen blieb“ (Pott).

=Ost-, Öst-= s. Aust.

=Oster-, Öster-= s. Austar.

=Oster= III. vom Umstandsw. ahd. ôstar, mhd. ôster „ostwärts, östlich“, in mannigfachen Zss.: Osterbrink; Osterbrauk (-bruch); Osterkamp -- Ostermeyer u. a.

=Ostertag= III. zu den Zeitnamen (s. Tag); vgl. Grav Friedrich zolr der Ostertag 1315.

=Ot-, Oth-, Ott-, Öt-= s. Aud (V., einst. K.).

=OTHAL= I. ahd. uodal, ôdhil „Erbgut; Heimat“. Vgl. Aud.

FN. Odalbreht: Ohlbrecht -- Olbricht -- Ölbracht -- Ulbrecht; Ulbricht; Ulber (Ulbermann). Gen. Olbertz; Olbers -- Ulpts (ostfries.).

Odalfried: Ulfert. Gen. Olfers -- Ulffers.

Odalgar: Ölker. Gen. Öhlckers.

Odalgart: Ölgard; Ölgarte.

Odalhart: Ohlert -- Ölhardt; Öhlert.

Uodalhari: Uhler -- Ulherr. Gen. Öhlers -- Öllers.

Odolleip: Olepp.

Odolland: Ohland -- Uhland.

Uodalman: Öhlmann -- Uhlmann -- Ullmann.

Uodalmar: Ullmar.

Uodalrich: Olerich -- Ölreich -- Öllrich -- Uhlrich -- Ulrich; Ullreich; Uldrich; Ullerich. Gen. Öhlrichs -- Ulrichs. Patr. A. Öhlerking.

Odalwin: Ohlwein -- Ölwein.

Einstämmige Kürzung Othal-.

Udilo: Ule -- Ühle. Gen. Uhlen.

Vklf. (i): Hochuli (schweiz.). (l): Ölke -- Öllig -- Uhlig -- Ullich. Gen. Uulkes (ostfries.). (z): Uhlitzsch (Kgr. Sachsen) -- Ultzsch. Gen. Öltzen.

Zweistämmige Kürzung Othalm-,

Vklf. (k): Ulmcke.

=Ottiliae= I. Vklf. zu weibl. Oda (s. Aud) -- Muttername (Wernigerode 1880). Auch Ottilige -- Odiliae. (Doch gibt es auch einen O. Ottilia und mehrere Ö. St. Ottilien).

=Ötz-= s. Aud (einst. K.).

=Overbeek= III. niederd. „der oberhalb des Baches Wohnende“ (s. Bach) -- halb hochd. Oberbeck. Over = ober auch in Overberg, Overdieck; Overkamp, Overweg.

=-ow= III. in urspr. slawischen ON., die eigentlich besitzanzeigende Eigenschaftswörter auf owy, owa, owo sind, den von dem Namensträger gegründeten oder besessenen Ort bezeichnend. So bildet sich von dem N. Grab (Weißbuche) das Eigenschaftswort grabowy, -a, -o, welches nun mit Ergänzung eines Hauptwortes wie was (weibl.) = Dorf, mjesto (sächl.) = Stadt zum ON. gestempelt wird, also Grabowa, Grabowo (= „der Grab’sche Ort“), Viduchowa „der Widoch’sche Ort“ (vom PN. Vidoch) -- Formen, die sich in slawischen Gegenden noch häufig finden, während in den schon länger germanisierten Landschaften des nordöstlichen Deutschland der Endvokal abgefallen und die Endung ow (mit stummem w, das auch mitunter in der Schreibung weggefallen, s. -o) herrschend geworden ist: Grabow, Fiddichow.

Daher nun die vielen ON. -- von Städten, Dörfern, auch Flüssen, z. B. Warnow -- auf ow, deren im östlichen Deutschland Legion ist, und die fast ebenso große Fülle der von ihnen entlehnten FN. auf ow (z. B. in Stolp im J. 1864 unter 1800 Namen über 50).

FN. Buckow (spr. Buko). Bütow. Grabow. Massow. Passow. Quednow. Strippentow. Vangerow -- nicht minder viele Adels-N.: v. Below. v. Bülow. v. Krockow. v. Lettow. v. Lützow. v. Massow.

Häufig finden sich kleine Abweichungen von den bezüglichen ON.: Duchrow (O. Ducherow). Münchow (O. Mönchow). Strölow (O. Strelow) -- mitunter auch bedeutendere wie Leitzow (O. Lewezow, welches im Volksmunde in Leitzow zsgz. wird).

Ableitungen auf -er sind selten, da sich diese Endung nicht bequem anfügt; nur in modern jüdischen N. wie Bojanower (von Bojanowo) scheint sie sich zu finden.

Häufiger sind Latinisierungen auf -ovius, aus der Zeit der Renaissance stammend (S. 63): Ciborovius. Gregorovius. Gusovius. Nicolovius -- z. T. mit sehr wenig lateinischer Schreibung: Bülowius. Wannowius.

Zuweilen ist das w abgefallen: v. Plotho (O. Alten-Plathow). Calo. Floto.

Nicht selten ist die E. ow bei den ON. oder den daher entlehnten FN. in au übergegangen, wodurch dem Namen ein mehr deutsches Gepräge gegeben wird: Grabau, als wäre es eine rein deutsche Zusammensetzung. So entspricht der FN. Gumtau dem ON. Gumtow, Treptau dem ON. Treptow, Bernigau dem ON. Bernickow, Kahlbau vermutl. dem ON. Calebow; umgekehrt Nipkow = dem ON. Nipkau, Calow dem ON. Kalau. Aus manchen ON. sind auf diese Weise zwei FN. hervorgegangen, z. B. aus ON. Lossow die FN. Lossow und Lossau, aus ON. Gülzow die FN. Gülzow und Gülzau, aus ON. Bülow die FN. v. Bülow und Bülau. Beide Endungen, ow und au, wechseln eben außerordentlich leicht miteinander, und früher verfuhr man noch willkürlicher darin. So wird im Stolper KB. der fürstlich Croy’sche Rentmeister Vanselow auch Vanselau genannt, z. B. im J. 1647, dagegen 1651 wieder Vanselow. In manchen Städtenamen sind diese Endungen noch im Kampfe, z. B. Spandow und Spandau, Prenzlow und -au; letztere sollten hier vorgezogen werden, damit auch der Name dieser seit Jahrhunderten deutschen Städte den deutschen Lautgesetzen entspreche.

P.

=Pabst= III. mhd. bâbest aus griech. lat. papas.

FN. Pabst -- Babst (S. 42).

=Pach= a) I. s. Bag b) III. bayr. in Pachmayr, -maier.

=-pach, -pacher= s. Bach.

=Pächter= III. neueren Verhältnissen entstammend, daher als FN. sehr selten.

=Padell= s. Bad (einst. K.).

=Päder= s. Bad (V.).

=Pagel= s. Paulus.

=Pagenhardt= III. „Pferdehirt“ (aber auch ON.).

=Pagenkopf= III. „Pferdekopf“ (auch ON.).

=Pagenstecher= III. der die schlechten Pferde (niederd. Pagen) absticht, „Abdecker“.

=Pahde= s. Bad (einst. K.).

=Pahl= a) s. Bald (einst. K.) b) „Pfahl“.

=Pahnke= III. slaw. Panek „kleiner Herr“.

=-paintner= s. Bünd.

=Paldramus= s. Bald (V.).

=Pälegrimm= s. Pilgrim.

=Pallauf, Palmer= s. Bald (V.).

=Pammer= s. Bad (V.).

=Pancratius= II. griech. der „Allherrschende“ (Kal. 12. Mai) -- Mamertus, P., Servatius die drei sogen. „strengen Herren“, welche die späten Frühlingsfröste bringen sollen.

FN. Pankratz; Pangrätz (Gottschee) -- Pongratz -- (mit Kürzung im Anlaut): Craz, Kraatz (doch schon ahd. ein Chrazo).

Vklf. (oberd.) Krätzel, latinis. Crecelius; (niederd.) Kratzke (mit langem a).

=Pand-= s. Band.

=Pankok(e)= s. Pfannkuch.

=Pann-, Pant-, Panz= s. Band.

=Pape= s. a) I. Bad (zweist. K.) b) III. Pfaffe.

=Papinga= s. Bad (zweist. K.).

=Papke= s. a) I. Bad (zweist. K.) b) III. Pfaffe.

=Päpke= s. Bad (zweist. K.).

=Pardiller= III. romanisch-deutsch von pardill = pratello „kleine Wiese“.

=Parthey= s. Ber (v.).

=Parzer= III. „einer aus Parz“ (ON. häufig in (Österr. ob der Ens).

Zss. Grillparzer (O. Grillparz 3 mal in Ober-Österr.). Steinparzer.

=Pastor= III. lat. „der Hirte; Pfarrer“. FN. Gen. Pastoors (Kleve).

=Paternoster= III. = Paternostermeker „Verfertiger von Rosenkränzen“ (Schütte), doch vgl. Heinr. Vaderunser 1565.

=Pathe, Pät-= s. Bad (einst. K.).

=Patsch, Patz-= s. Bad (einst. K.).

=Pätsch= s. Ber (einst. K.).

=Pauck= s. Baug.

=Pauel-= s. Paulus.

=Pauer= s. Bauer.

=Pauker= III. mhd. pûkaere „Paukenschläger“.

FN. Paucker; mit Umlaut Peucker.

=Paulus= II. lat. „der Kleine“; St. Paulus, der Apostel. (Kal. 25. Jan., 29. 30. Juni.)

FN. Paulus; Paul (Paulmann). Gen. Pauli, Pauly -- Pauls; Pauels (ostfries.). Patr. A. Pauling -- Pauler (österreich.). Patr. Zss. Paulsohn; Paulson; Paulsen -- Pauelssen (ostfries.) -- in demselben Sinne Kleinpaul.

Zss. Paulmichl -- Sentpaul (ON.). Zsgz. Pohl (Preuß 27).

Niederd. zerdehnt: Pagel -- Pawel, Pavel (Pagel als VN. im KB. z. B. Pagel Gustman 1692; Pagel Dobrenze, sonst Paul Dobrantz -- pawel glasenap 1518 Klemp.). Gen. Pagels -- Pawels -- Powels. Vklf. Pawelke.

=Paumann= s. Baumann.

=Paur= s. Bauer.

=Pausepack= III. „Bausbacke“.

=Pav-, Paw-= s. Paulus.

=Payer= s. Baier. Auch in der Zss. Payrhuber.

=Pecht-= s. Beraht (V., einst. K.).

=Ped-= s. Petrus.

=Pelkert= s. Big.

=Peilert= s. Bil.

=Peldram= s. Bald (V.).

=Pelikan= III. zeichnet sich nach dem Glauben des Altertums (s. Aelian 3, 25) vor allen Vögeln durch die Liebe zu seinen Jungen aus, die er mit seinem Blut ernährt, und wenn sie tot sind, zu neuem Leben erweckt. Daher in der christlichen Mystik ein Bild für den Heiland.

=Pelzer= III. mhd. belzer „Pelzhändler“.

=Pemmerl, Pendele= s. Band.

=Penke, Penneeke= s. Berin (einst. K.).

=Penning= s. Pfennig.

=Perdt= III. niederd. pêrd „Pferd“.

FN. to Perdt (Rees), te Peerdt (Wesel) „zu Pferde“ (Gegensatz: Tovote).

=-perg, -perger= s. Berg.

=Pering= s. Ber (einst. K.).

=Perl-= s. Ber (V., einst. K.).

=Pern-= s. Born (V.).

=Person= s. Petrus.

=Perthes, Pertsch, Pertz= s. Ber (einst. K.).

=Petersilje= III. deutlicher Pflanzen-N., Petercilie 1300, 1587: Petzerlei.

=Pethke= s. Bad (einst K.).

=Petrus= II. griech. „Fels, Felsenmann“, Übersetzung des hebr. Kephas; St. Petrus, der Apostel, mit eigentlichem N. Simon (Kal. 18. Jan., 29. Juni, 1. Aug.).

FN. Peter (Petermann) -- Petter. Zss. Brüggenpeter. Gen. (lat.) Petri, Petry -- (deutsch) Peters -- Petters -- Pieters (ostfries., vgl. holländ. Pieter). Patr. A. Petering. Patr. Zss. Petersson; Peterssen; Peterson; Petersen -- niederd. Pedersen -- vereinzelt Petrikind.

Durch Zusammenziehung aus urspr. Pederson: Person; Pierson -- entstellt Persohn.

Anderweitige Zss.: Kleinpeter. Großpeter (franz. Grandpierre). Graupeter. Langpeter. -- Petermeyer. Petermichl.

=Petter= s. Petrus.

=Petz-= s. Ber (einst. K.).

=Peucker= s. Pauker.

=Peukert= s. Baug.

=Peutler= s. Beutler.

=Peyer= s. Baier.

=Pfab= s. Pfau.

=Pfabian= s. Fabianus.

=Pfadenhauer= s. Pfettenhauer.

=Pfaffe= III. ahd. pfaffo, mhd. pfaffe aus lat. papa der „Geistliche“ und zwar „Weltpriester“, seelsorgender Geistlicher im Gegensatze zu dem Klostergeistlichen und dem Laien -- erst bei Luther und Aventinus († 1534) in verächtlichem Sinne. Den Übergang zum FN. weisen Benennungen auf wie Wernher dictus Paffe 1284; Heinrich des Pfaffen sun (Bacm.).

FN. Pfaff. Niederd. Pape; latinis. Papius. Vklf. Pfäfflein. Papke (doch s. auch Bad).

=Pfannenschmid= III. s. Schmid (in Kolberg heißt eine ganze Straße auf der Münder Vorstadt „Pfannschmieden“, weil hier ehemals die Pfannen zum Salzsieden geschmiedet wurden).

FN. Pfannenschmidt; verkürzt Pfannschmidt.

=Pfannkuch= III. s. Speisen S. 46. Niederd. Pankoke, vgl. Pangkoke 1369 Braunschw.

=Pfätchenhauer, Pfatten-= s. Pfettenhauer.

=Pfau= III. ahd. phâwo, mhd. phâwe „Pfau“ aus lat. pavo. (Otto dictus pavo 1300. Jörg Pfauenschwanz 15. Jh.) Auch Pfabe; Pfab -- Pfob.

=Pfauw= s. Pfau.

=Pfeffer= III. eine Brühe zu Fleischspeisen, wegen der starken Gewürze so genannt (jetzt noch „Hasenpfeffer“).

=Pfeffersack= III. der alte Spottname der Kaufleute. Niclas pfeffersak 1419. (S. auch Goethes Götz, Akt 3, Sz. 1: „Wenn ein Kaufmann einen Pfeffersack verliert“ usw.).

=Pfeidler= III. „Hemden, Kleider usw. feilhaltender Händler“ (vom mhd. pfeitel Hemd).

=Pfeifer= III. ahd. pfîfâri, mhd. pfîfaere, pfîfer.

FN. Pfeifer. Pfeiffer (Pfeuffer) -- Pfyffer (schweiz.). Niederd. Pieper, Piper. Gen. Piepers (niederrhein.).

=Pfeilschifter= s. Pfeilsticker.

=Pfeilsticker= III. „der die Stecken für die Pfeile macht“.

FN. Pfeilsticker; Pfeilstöcker. Niederd. Pielsticker. Auch Pfeilschifter (von Schaft, s. Marb. Verz. der Gewerbe).

=Pfennig= III. s. Münznamen S. 45, ahd. phantinc (von phant Pfand), mhd. pfenninc „Pfennig“ (doch häufig in allgemeinerer Bed. = Geld, Geldsumme, wie noch jetzt in „Mutterpfennig“, „Sparpfennig“ u. a.).

FN. Pfennig; niederd. Penning -- mit mehrfachen Zss.: Barpfennig. Redepfennig. Weißpfennig. Wucherpfennig mit seinem Gegenteil Schimmelpfennig; Schimmelpfeng -- niederd. Schimmelpenninck.

=Pfettenhauer= III. der „die Querbalken eines Hauses zuhaut“ (Andresen).

Als FN. in mannigfachen FF.: Pfattenhauer -- Pfadenhauer -- Pfotenhauer -- Pfötkenhauer; Pfötchenhauer -- Fetkenheuer -- Fittighauer.

=Pfeuffer= s. Pfeiffer.

=Pfingst= III. zu den Zeitnamen.

=Pfister= s. Pistor.

=Pflaumbaum= III. „der beim Pflaumbaum Wohnende“. Doch in einer Familie mißverständl. aus Plumbum, der Latinisierung von Bley. (Andresen, Volksetymologie). Niederd. Plumbohm.

=Pfleiderer= s. Pleitner.

=Pflug= III. vgl. Eberhardus dictus Pfluoc 1294. Zss. Keilpflug. Stellpflug. Niederd. Ploog.

=Pflüger= III. niederd. Plöger -- Pleuger.

=Pförtner= III. mhd. portenaere (mittellat. portenarius).

FN. Pförtner; bes. bemerkenswert Pförtner von der Hölle, ein schlesisches Adelsgeschlecht. Niederd. Pörtner.

=Pfotenhauer, Pfötkenhauer= s. Pfettenhauer.

=Pfraumbaum= III. „Pflaumbaum“ mhd. phrûmbaum (neben pflûmboum) vom lat. prunus.

=Pfretzschner= III. „Kleinkrämer“ (südd.).

=Pfuhl= III. mhd. phuol aus lat. palus „Pfuhl“. In ON. seit dem 9. Jh., doch mehr vereinzelt; niederd. -pohl.

FN. Pfuhl. Lehmpfuhl. Niederd. Gausepohl. Hundepohl. Kranepohl. Otterpohl. Cattepoel.

=Pfurtscheller= III. (romanisch-deutsch) „einer von Fortschella“ (Berggabel, Joch).

=Pfyffer= s. Pfeifer.

=Philippus= II. griech. „Roßfreund“; St. Philippus a) der Apostel b) der Almosenpfleger Apostelg. 6, 5. 8, 26 ff.

FN. Philipp, Filipp (österr.). Gen. (lat.) Philippi -- (deutsch) Philippen; Philipps; Phillips (wo das s jedoch auch vom Nom. herrühren kann, vgl. philipps Sunnenberch 1490 Klemp.). Patr. Zss. Philippsen; Philippsohn; -son (die beiden letzten jüngere Neubildung, jüdisch).

Mit Kürzung im Anlaut: Lippus; Lipps, Lips (so redet z. B. Johann von Leyden in einem Schreiben den Landgrafen Philipp von Hessen „myn lewe Lips“ an).

=Pichler, -pichler= s. Bühel.

=Pichlmaier= III. „der Meier auf dem Bühel“ (s. Bühel und Meier).

=Pick-= s. Big (V., einst. K.).

=Piel-= s. Bil (V., einst. K.).

=-piel= s. Bühel.

=Pielsticker= s. Pfeilsticker.

=Piepe= III. „Röhrbrunnen“. In FN. wie Piepenbrinck, -brock.

=Pieper= s. Pfeifer.

=Pierson, Pieters= s. Petrus.

=Pigge= s. Big (einst. K.).

=Pigler= s. Bühl.

=Pilartz= s. Bil.

=Pilger, Pilgram= s. a) I. Bil (V.) b) III. Pilgrim.

=Pilgrim= III. mhd. bilgerîn aus lat. peregrinus. Schon 1245: Peregrinus.

FN. Pilgrim -- Pälegrimm; auch Pilgram. -- Pilger. Das mhd. b noch in Billger, (schwäb.) Bilgeri (doch s. auch Bil).

=Pill-= s. Bil (V., einst. K.).

=Pilz, Pilzing= s. Bil (einst. K.).

=Pinder, Pinter= s. Binder.

=Pinkepank= III. Spottname f. einen „Schmied“.

=Pirkmayr= III. (südd.) „Birkm.“.

=Pischof= s. Bischof.

=Pistor= III. Latinisierung für Becker (schon 1340 im Gött. UB. als FN.); verlängert Pistorius, wovon der Gen. Pistory. Wieder umgedeutscht Pister, Pfister; Pfisterer (südd.); Pfistner (bad.). Gen. Pisters.

=Pittner= s. Büttner.

=Plagge= III. zur Düngung abgeschaufeltes „Rasenstück“. FN. Plaggemeyer.

=Planck= s. Blank.

=Plaß= s. Blasius.

=Plater, Platner= III. a) mhd. blatenaere, platner „Verfertiger der blate“, einer Schutzwaffe, die vor der Brust über der halsperge getragen wurde (vgl. „Platnergasse“ in Prag) b) „Pfaffe“ von der Tonsur.

FN. Plater. -- Platner; Plattner, auch Blattner. Mit Umlaut: Plettner (Klempin: pletener = harnischmester) -- Plöttner (Koch, Saalfelder FN.).

=Platter= III. „Mein Vater hieß Antoni Platter, von dem alten Geschlecht der Platter. Die haben ihren N. von einem Hause auf einer breiten Platte, d. i. ein Felsen auf einem gar hohen Berg bei dem Dorfe Grenchen.“ (Thom. Platters Leben S. 14).

=Platzfuß= III. „Plattfuß“ (S. 50); niederd. Plattfaut; Platvoet.

=Pleitner= III. „der die Bleiden d. i. Wurfmaschinen (mhd. blîde) bedient“. Auch Pfleiderer.

=Plettner= s. Plater.

=Pleuger, Plöger= s. Pflüger.

=Plitt= s. Blid.

=Plogstert= III. (Lippe) „Pflugsterz“.

=Plönnies= s. Apollonius.

=Plotho= III. Freiherr v. Pl. -- Stammsitz Alten-Plathow, Kr. Jerichow in Brandenb. (Adelslex.).

=Plüm-= s. Blom.

=Plumbohm= III. s. Pflaumbaum. Plummeyer.

=Pobel= s. Bod (zweist. K.).

=Poddig= s. Bod (einst. K.).

=Pogge= III. niederd. „Frosch“ (Padde), vgl. ON. Poggendorf, Poggenkrug; Paddewisch.

FN. Pogge. Poggenmeyer.

=Pogner= s. Bogner.

=Pohl= III. niederd. „Pfuhl“ -- in Zss. wie Pohlkamp; Pohlmeyer; Pohlschröder -- Gausepohl s. auch Pfuhl.

Dagegen der einfache N. Pohl wohl meist zu Paulus (Preuß 27 -- doch s. auch Bald).

=Pohland= III. älterer N. für „Polen“. Polland.

=Pohse= s. Bos.

=Pointner= s. Bünd.

=Poll-= s. Bald (V., einst. K.).

=Pollack= III. ein „Pole“. Auch Polack.

=Pollender= III. ein „Pole“, von Poland = Polen.

=Poltrock= s. Bald (V.).

=Polz, Pölzl= s. Bald (einst. K.).

=Polzer= III. (österr.) „Verfertiger von Bolzen“.

=Pomme= s. Bod (zweist. K.).

=Pommerenke= III. (Pommeränecke 1681) ein „alter, ehrlicher Pommer“ (Geisheim S. 78); wohl aus dem lat. Pomeranus mit der niederd. Verkleinerungsendung. Nebenff. Pommrehn (Pommerene 1300); Pommerening; Pomränig -- Pommerienken (Gen., ostfries.). Der Chemnitzer Rektor Hager sagt in seiner „Ausführlichen Geographie“, Chemnitz 1747 T. II. S. 1058 von den Einwohnern Pommerns: „Die Einwohner sind nunmehro redliche Teutsche, nachdem die Wenden daraus vertrieben worden sind. Der Vorwurf, welcher ihnen wegen der Grobheit gemacht wird, rührt ohne Zweifel von ihren Feinden her. Und wenn auch die Erzählung von einem groben ~Pommerinken~ wahr wäre, welchen den Herzog Bogislaus dem Kayser Rudolpho II. auf Begehren geschicket haben soll, so gereichet selbige den Pommern nicht zum Nachtheile.“ Dagegen Pommerell „einer aus Pommerellen“, Pomerania parva, dem Landstrich zwischen Pommern u. der Weichsel.

=Pomränig= s. Pommerenke.

=Pongratz= s. Pancratius.

=Pontnofer= III. (romanisch-deutsch) „einer von punta nova“ (neue Brücke).

=Pop-= s. Bod (V., zweist. K.).

=Popp-, Pöpp-= s. Bod (zweist. K.).

=Pörtner= s. Pförtner.

=Portugall= III. Länder-N. -- vielleicht auch von einem Gasthofe („König von Portugal“) übertragen.

=Pörzel= s. Burg (einst. K.).

=Pößl= s. Bod (einst. K.).

=Potel, Poten= s. Bod (einst. K.).

=Potgieter= s. Pottgießer.

=Pothe, Pott= s. Bod (einst. K.).

=Pöttcher= s. Bötticher.

=Pötter= s. Töpfer.

=Pottgießer= III. halbniederd. = „Topfgießer“ (der eiserne Töpfe gießt).

FN. Pottgießer. Ganz niederd. Potgieter (vgl. Potgieter 1481 Köln. Univ.-Matr.); Pottgüter.

=Pottke= s. Bod (einst. K.).

=Powels= s. Paulus.

=Pracht-, Prächt-= s. Beraht (V., einst. K.).

=Pramschiefer= III. wie die ältere F. Pramschüver (KB.) beweist, s. v. a. „Prahmschieber“, der einen Prahm (großes, flaches Boot) auf dem Flusse schiebend fortbewegt.

=Pranckh, Prändl, Prantl, Prantz= s. Brand.

=Prätorius= III. „Schulze“ in der Toga (Gottschalk Schultze, lat. Abdias Praetorius, ausgezeichneter Pädagog des 16. Jh.).

=Praun= s. a) I. Brun (einst. K.) b) III. Braun.

=Precht= s. Beraht (einst. K.).

=Preiser= s. Breiser.

=Preister= III. niederd. „Priester“.

=Preiswerk= III. früher Brysswerk „Schnurmacher, Posamenter“ (s. Breiser).

=Prenner= s. Brenner.

=Prentzel= s. Brand.

=Preser= s. Breiser.

=Preuß= III. „ein Preuße“. Auch Prüßmann.

=Priester= III. aus griech.-lat. presbyter. (Vgl. franz. Leprêtre). Niederd. Preister.

=Probst= III. aus lat. propositus. Auch Kornprobst findet sich, entstellt Kornbrust (wie „wainprobst“ = tafernär) Bacm. Patr. A. Pröbsting (westf.).

=Pröhle, Propping, Prott-= s. Brord.

=Pruck-, Prugg-= s. Brück.

=Pruckner, Prückner= s. Brück.

=Prummer= s. Brun.

=-prunn= s. Brunn.

=Prunner= s. a) I. Brun b) III. Brunn.

=Pucher= s. Bucher.

=Püchler= s. Bühl.

=Puchner= III. „einer aus Puchen“ (Buchen).

=Pückler= s. Böckler.

=Puff-= s. Bod (zweist. K.).

=Pühler= s. Bühl.

=Pupp-= s. Bod (zweist. K.).

=-purg= s. Burg III.

=Purgold= s. Burg I. (V.).

=Purgstall= s. Burgstall.

=Purk-, Pürkerth= s. Burg (V.).

=Putsche= s. Bod (einst. K.).

=Puttfarken= III. niederd. „Pfützenferkel“ (?) von altniederd. pute Pfütze (aus lat. puteus) und Farken.

=Puttkamer= III. von P. eine der ältesten Adelsfamilien in Ostpommern, deren N. nach Angabe des pommerischen Wappenbuches daher stammt, daß ein Familienglied in Polen das Amt eines Podkomorzy „Unterkämmeriers“ (subcamerarius) führte. Dessen Nachkommen nannten sich Podkomer. Puttkumer, Podkamer, dann wechselnd Puttkamer und -kammer, bis 1859 auf dem Geschlechtstage von allen „Vettern“ beschlossen wurde, sich übereinstimmend Puttkamer -- mit ~einem~ m -- zu schreiben (wodurch jedoch die Aussprache dieses Namens = Puttkammer nicht berührt wird). Der N. findet sich übrigens auch als bürgerlicher in beiden Schreibungen: Puttkamer und Puttkammer.

=Puttloff, Püttrich= s. Bod (V.).

=Puxbaum= s. Buchsbaum.

=Pyroldt= s. Ber (V.).

Q.

=Quadejacob= II. der „böse Jakob“ (s. Jacobus).

=Quadflieg= III. „böse Fliege“.

=Qualbert= s. Wald I. (Walbert). Qu statt w findet sich im Altdeutschen öfter: Quolfwin, Quilibert = Wolfwin, Wilibert.

=Quandt, Quante, Quantz= s. Wand I.

=Quardocus= II. aus Twardocus, der slawischen Übertragung von Firminius.

FN. Quardocus; Quardux (Kassubei).

=Quentel= s. Wandal.

=Quentzel= s. Wand I.

=Quercke, Quering= s. War (einst. K.).

=Querner= s. Körner.

=Querüber= III. wohl von der Lage der Wohnung (Pott S. 271), wie auch v. Hinüber.

=Quidde= s. Wid (einst. K.) -- doch schon 4. Jh. Quito.

=Quin, Quincke= s. Win (einst. K.).

=Quist= in schwedischen N. (S. 77), altnord. quistr „Zweig“.

FN. v. Lindequist (Rügen).

=Quitt, Quittmann= s. Wid (V.).

R.

=Raach= s. Rag.

=Raalt= s. Rad (V.).

=Raap= s. Hraban.

=Raatjes, Raatz= s. Rad (einst. K.).

=Rab-= s. 1) Hraban 2) Rad (V.).

=Rach-= s. Rach -- doch

=Rachner= s. Ragan.

=Rack-= s. 1) Rad (V.) 2) Rag.

=Räcker= s. Rad (V.).

=RAD= I. ahd. mhd. rât. altsächs. râd „Rat“. In EN. seit dem 5. Jh. nachweislich.

FN. Radbald: Radebold -- Rappold; Rappohl; Rappel -- Rabold; Rabehl; Rabel. Patr. A. Rappolder.

Radobert: Radber -- Rappard -- Rabert -- Reppert. Gen. Rabbertz.

Radigor: Radecker -- Racker Redecker -- Retger -- Räcker.

Radheri: Rader -- Rather -- Räder -- Retter. Patr. Zss. Reddersen.

Ratleib: Radleff -- Rathlev. Gen. Redlefs; zsgz. Reelfs.

Radleic: Radlach.

Radman: Rademann; Radmann -- Rathmann -- Redemann; Redmann.

Ratmar: Rahmer -- Redmer -- Rettmer. Gen. Redmers.

Raderich: Raderick.

Radoald: Radewald -- Rawald -- Raalt.

Radwig: Reddewig.

Radulf: Radloff -- Ralph -- Rauff (Stark 138). Gen. Rahlfs; Rahlwes -- Rauls.

Einstämmige Kürzung Rad-.

Rado, Rato: Rade -- Radde -- Rathe -- Ratte -- Räde -- Räth -- Redde. Gen. Raden -- Rahts. Patr. A. Rading -- Rating -- Reding.

Vklf. (i): Radi. (l): Radill; Radel -- Rall -- Rahl -- Rädel -- Redtel. Patr. A. Redling. (k): Radach; Radig; Radeck -- Raticke; Rathke -- Rattich; Rattke; Rattje (Schleswig) -- Redeke -- Räthke -- Reddig -- Rettke. Gen. Raatjes. (k + n): Rahtgen -- Räthgen. Gen. Rathjens. (z) Razo, Rezo: Ratz -- Raaz -- Ratsch -- Reetz. (z + l) Razili: Ratzel; Rassel -- Retzel; Ressel. (z + k) Raziko: Rätzke -- Reetzke.

Auslautend (303 mal Först.), worunter viele weibliche N.

-rath: Frorath (aus Frowirat).

-rad: Konrad.

-ert: Hartert (neben Hartrath).

=Radde= s. Rad (einst. K.).

=Räd-= s. Rad (V., einst. K.).

=Rademacher= III. „Stellmacher, Wagner“.

FN. Rademacher; Radmacher. Niederd. Rademaker. Gen. Rademächers.

=Raffensack= III. Satz-N. „raff in den Sack“. Auch gekürzt Raffsack. Vgl. Raffauf.

=RAG= I. ursprünglichere Gestalt des Stammes Ragan.

FN. (Ragibrand): Rackebrandt.

Reguhard: Reckhard; Reckert.

Ragihar: Reger.

Ragadeus: Radey -- Raddei -- Ratthey.

Racold: Gen. Rachholtz; Rachals; Rachhals.

Einstämmige Kürzung Rag-.

Ragio, Raco, Recco: Ragg -- Racko -- Rake -- Rache -- Raach -- Recko; Recke -- Rech.

Vklf. (l) Ragilo: Rackel -- Rachel -- Regele; Regel -- Reckel -- Reihle. Patr. A. Regling -- Reckling -- Reling -- Railing. (l + n): Regelin.

Ragizo: Reitz (auch ON.).

=RAGAN= 1. got. ragin „Rat“, altnord. Plur. regin die Ratschlagenden und Beschlußfassenden, die Götter -- oft zur bloßen Steigerung verwendet (s. Lübben S. 7 ff.).

FN. Raganbald: Rambold; Rammelt -- Reinbold -- Reimbold; Reimolt; Reimelt -- Rembold; Rempel; Remmel.

Raginbreht: Regenbrecht -- Reinbrecht; Reinbert -- Rennebarth -- Reimert -- Remmert; Remmer. Gen. Reimerdes -- Remmers. -- _Reemsema (_ostfries., vgl. VN. Reemt). Patr. A. Rainprechter.

Ragimbod (Regenbode VN. Akener Schöffenbücher): Reinbothe; Reineboth; Reinbott.

Ragemprand: Rembrandt.

Raganfrid: Renfert -- Rennefarth -- Renfer -- Refer (Preuß 5).

Ragingar: Ranniger -- Reiniger; Reinker -- Renger. Gen. Rengers.

Raginhart: Rahnert -- Regenhard -- Reinhard; Reinert -- Rienhardt; Rienth -- Renard; Rehnert -- Rennert. Gen. Rheinharz; Reinarz; Reinherz; Reinders; Reints -- Reents -- Rieniets (ostfries., jeverl.). Patr. A. Reinerding -- Reinharter (Wien). Vklf. (k): Gen. Reintges (niederrhein.).

Raganhar: Rachner -- Regener -- Reiner (Reinermann) -- Renner. Gen. Reiners. Vklf. (l): Reinerle.

Raginman: Reinemann -- Reimann -- Rennemann -- Rehmann.

Raginmar: Reinemer -- Reimar; Reimer (als VN. Reymer Mantzke 1453 Pomm. Urk.) -- Remer. Gen. Reimers -- Remmers (Norderney).

Ragnemod: Reinmuth -- Reimuth.

Raginmund: Reinemund; Reinmund -- Raymund.

Raganrich: Rhenrich.

Raginscal(c): Reinschall.

Raginald: Reinwald; Reinwold; Reinold; Reinhold; Reinelt; Reinel -- Renelt. Gen. Reinals; Reinholtz (umgedeutet aus Reinolds) -- Reendels (ostfries.). Patr. A. Reinalter.

Raginward: Reinwarth; Reinwerth.

Raganwin: Reinwein.

Einstämmige Kürzung Ragan-.

Raganus, Regino, Rano: Rahn -- Regen -- Reyne; Rein -- Rehn -- Renno; Renn -- Riehn. Gen. Reinen -- Rehnen -- Rennen. Patr. A. Reining; Reininga (ostfries.). Patr. Zss. Rahnsen -- Reensen -- Rennsen.

Vklf. (l): Reindl. (k) Reinco: Reinecke; Reinke; Reinick -- Ränicke -- Rehnich -- Rennecke -- Renke -- (Ranke Stark 71). Gen. Reinkens; Reinken -- Renken -- Reinkena (ostfries.). Patr. A. Reinking. (z) Reginzo, Renzo (Stark 75): Reinz; Reintzsch -- Renz (Renzmann); Rensch -- Renneis. (k + n): Reinichen; Reinecken. (z + l): Renzel.

Zweistämmige Kürzung Raginb-.

Rampo: Rambo -- Rampe -- Rampf -- Ramm -- Rempe.

Zweistämmige Kürzung Raginm-.

Raimo: Reime -- Rehm (latinis. Remus).

=Ragg= s. Rag.

=Rahl-= s. Rad (V., einst. K.).

=Rahm-= s. 1) Rad (V.) 2) Hraban.

=Rahn-= s. Ragan (V., einst. K.).

=Raht-= s. Rad (V., einst. K.).

=Railing= s. Rag.

=Rain= III. ahd. rain, mhd. rein „abgrenzender Bodenstreif“.

FN. Hohenrainer (O. -rain). Moosrainer. Nußrainer.

=Rainprechter= s. Ragan.

=Rake= s. Rag.

=Rall= s. Rad (einst. K.).

=Ralph= s. Rad (V.).

=Ramb-, Ramp-= s. Ragan (V., einst. K.).

=Ramm-= s. 1) Hraban 2) Ragan (V., zweist. K.).

=Ramschüssel= s. Reumschüssel.

=RAND= I. ahd. mhd. rant, Gen. randes „Schildrand, Schild“.

FN. Ranthar: Ranter -- Renter.

Rantowic: Randwig -- Rannewig.

Randulf: Randolf -- Rondolf.

Einstämmige Kürzung Rando: Rand.

Gen. Randa (ostfries.).

Verkleinert (l): Randel (k): Rentke. (z) Rantze; Rantsch.

Auslautend 63 mal (Först.) -rand: Bertrand.

=RANG= I. zu ahd. ringen „ringen“, rang „Kampf“.

FN. Ranchar: Ranger -- Rencker -- Renger.

Einstämmige Kürzung Rang-.

Rence: Ranke; Ranck; Rang -- Rencke; Renk.

=Ranger= s. 1) Ragan (V.) 2) Rang.

=Ränicke= s. Ragan (einst. K.).

=Ranke= s. 1) Ragan (einst. K.) 2) Rang.

=Rann-= s. 1) Ragan (V.) 2) Rand.

=Rant-, Rantsch, Rantze= s. Rand.

=Rap-= s. Rad (V.).

=Rapp-= s. 1) Rad (V.) 2) Hraban.

=Rappsilber= III. Satz-N. vom niederd. rapen „raffen, rauben“. Altniederd. Rapesulver.

=Rasmus= s. Erasmus.

=Rassel= s. Rad (einst. K.).

=Rath= a) I. s. Rad (einst. K.) b) III. de Rath.

=Rat-, Rath-=, s. Rad (V., einst. K.).

=-rath= s. a) I. Rad b) III. Rode.

=Räth-= s. Rad (V., einst. K.).

=Rathmann= a) I. s. Rad (V.) b) III. mhd. râtman „Ratgeber“; dann „Mitglied einer städtischen Ratsversammlung“.

=Ratsch, Ratt-, Ratz-, Rätzke= s. Rad (einst. K.).

=Raub-= s. Hrod (V.).

=Rauch-= s. Hrod (zweist. K.).

=Rauchfuß= III. „rauher Fuß“, vom ahd. rûh, mhd. rûch rauh, rauch, haarig.

=Rauchhaupt= III. „rauhes Haupt“ s. das vorhergehende. Rauchkopf; halbniederd. Rukopf.

=Räuchlin= s. Hrod (zweist. K. Hrodg-.).

=Räudel= s. Hrod (einst. K.).

=Rauff, Rauls= s. Rad (V., Radulf).

=Rauffenbarth= III. Satz-N.

=Raumer= s. 1) Hrod (V.) 2) Hrom (V.).

=Raumschüssel= s. Reumschüssel.

=Rauner= s. Run.

=Raup-= s. Hrod (V., zweist. K.).

=Räußel= s. Hrod (einst. K.).

=Raut-= s. Hrod (V.).

=Rautenkranz= III. urspr. Haus-N. Auch Rautenstrauch.

=Räuzel= s. Hrod (einst. K.).

=Rav-= s. Hraban.

=Rawald= s. Rad (V.).

=Raymund= s. Ragan (V.).

=Rebbe= s. Ric (zweist. K.).

=Rebstock= III. Haus-N. „zum Rebstock“ (S. 60 f.) auch bei Gasthöfen.

=Rech-, Reck-= s. 1) Rag 2) Ric (V.).

=Reckefuß= III. Satz-N. vgl. Streckfuß.

=Red-= s. Rad (V., einst. K.).

=Redepfennig= III. „bereiter, barer Pfennig“. Niederd. Redepenning. Vgl. niederd. Redegeld (FN. Redegeld) und Bretgeld; „mit redem gelde“ (Klemp. S. 510).

=Reemsema= s. Ragan (Raginbreht).

=Reen-= s. Ragan (V., einst. K.).

=Reetz-= s. Rad (einst. K.).

=Ref-= s. 1) Rich (V.) 2) Ragan (V.).

=Regel-, Reger= s. Rag.

=Regen-= s. Ragan (V., einst. K.).

=Regenbogen= III. schon N. eines Meistersängers.

=Regenfuß= III. Satz-N. „rege den Fuß“.

=Regiomontanus= III. Latinisierung für „Königsberger“ -- Joh. Müller aus Königsberg in Franken, berühmter Mathematiker und Astronom, gest. 1476.

=Regling= s. Rag.

=Rehbein= III. wohl von der Schlankheit und Zierlichkeit, wie auch Rehfues. Andere Zss. mit Reh sind: Rehbock (engl. Roebuck). Rehkalf (niederd.). Rehkopf. Rehlamb. Rehfell.

=Rehbinder= III. „der das Riedgras od. Schilfrohr (niederd. rêt) zum Verkauf in Bunde bindet“.

=Rehdantz= III. Satz-S. aus älterem Regedanz „rege den Tanz an“. Vgl. Hebetanz, Rördanz.

=Rehm-= s. Ragan (V., zweist. K.).

=Rehn-= s. Ragan (einst. K.).

=Rei= s. Ric (einst. K.).

=Reib-= s. Ric (V., zweist. K.).

=Reich-= s. Ric (V., einst. K.).

=Reicke= s. a) Ric (V., einst. K.) b) III. „der Reiche“. Johann de Ryke (Lipp. Reg.).

=Reidel= s. Rid.

=Reif-= s. Ric (V.).

=Reig-= s. Ric (V., einst. K.).

=Reil= s. Ric (einst. K.).

=Reim-= s. 1) Ragan (V., zweist. K.) 2) Ric (V.) (doch Reimschüssel s. Reum-).

=Rein-= s. Ragan (V., einst. K.).

=Reinganum= III. O. Rheingönheim.

=Reip-= s. Rich (V., zweist. K.).

=Reis= s. Ris.

=Reiter= III. 1) ahd. rîtâri, mhd. rîter.

FN. Reiter; de Reyter (Aurich). Niederd. Ryder. Zss. Kielreiter (doch s. Reut). 2) s. Reut.

=Reitgeld= III. „bereites d. i. bares Geld“ (s. Redepfennig).

=Reith, -reither= s. Reut.

=Reitz= s. Rag.

=Rekate, Rekelofs= s. Ric. (V.)

=Reling= s. Rag.

=Remer, Remb-, Remm-= s. Ragan (V.).

=Remp-= s. Ragan (V., zweist. K.).

=Renard, Renelt, Renf-= s. Ragan (V.).

=Renger= s. 1) Ragan (V.) 2) Rang.

=Renk-= s. 1) Ragan (einst. K.) 2) Rang.

=Renn-= s. Ragan (V., einst. K.).

=Rennebohm= III. mittelniederd. Rennebom „Schlagbaum“ (Lübben, Etwas über niederdeutsche FN.).

=Renner= III. mhd. rennaere „Rennbube“, der die Pferde zu besorgen hat; oft = Bote, vgl. Klemp. „ronner“ (doch s. auch Raginhart).

=Rensch= s. Ragan (einst. K.).

=Rent-= s. Rand.

=Renz= s. Ragan (einst. K.).

=Reppert= s. Rad (V.).

=Repschläger= III. niederd. Reifschläger, d. i. „Seiler“ -- von got. raip, ahd. mhd. reif, niederd. rêp Seil; Faßreif, Ring.

=Requard= s. Ric (V.).

=Ressel= s. Rad (einst. K.).

=Reth= III. ahd. hriot „Sumpfgras“ s. Ried.

FN. Rethfeld. Rethmeyer. Rethwisch.

=Ret-, Rett-= s. Rad (V., einst. K.).

=Retzel= s. Rad (einst. K.).

=Reuleke= s. Hrod (einst. K.).

=Reumschüssel= III. Satz-N. „räume die Schüssel“, von einem tüchtigen Esser (Godefredus dict. Rumskottele. 1178 Köln). Vgl. die alten N. Rumekiste; Rumenkasten; Rumzlant und Rumelant (zwei Dichter des 13. Jh.). -- Rumenap (-pf); Raumsattel; Raumtaschen.

FN. Raumschüssel; Reumschüssel -- entstellt Reimschüssel; Ramschüssel. Niederdeutsch Rumschöttel.

=Reut= III. vom ahd. riuti „durch Reuten urbar gemachtes Land“ (lat. novale), welches seit dem 8. Jh. sehr viele ON. bildet. Die neueren Bildungen (südd.) endigen teils auf -reut, woraus durch schlechtere Aussprache mehrfach -reit geworden, teils auf -ried.

FN. 1) Bärenreuth. von Kalkreuth (O. Kalkreuth in Schlesien). von Gravenreuth.

2) Reith. Herbstreith.

3) Rieth. Autenrieth (O. Autenried) u. a, s. Ried.

Ableitung auf -er (oberd.):

1) -reuter (in Baden, Württemberg, Bayern, Österreich, bes. auch unter den salzburgischen N. s. Beheim-Schwarzbach, Hohenzollersche Kolonisationen S. 523 ff.): Reuther. Beyreuther (O. Baireuth). Hinterreuter. Kannreuther. Kuchenreuter. Langreuter. Neureuther. Niederreuther. Oberreuther. Pfützenreuter (Pott). Vogelreuter. Hochroithner (O. -roith u. -reithen).

Greuter, Grüter (ON. Greuth aus Gereut, woher die schweiz. Vklf. Grütli, Rütli, s. Schillers Tell: „Das Rütli heißt sie bei dem Volk der Hirten, weil dort die Waldung ~ausgereutet~ ward“).

2) -reiter: Reither. Greither. Buchreiter. Daffenreither. Hochreiter. Markreither. Neureiter. Niederreiter. Oberreiter. Abstreiter, entstellt aus Abtsreuther (Steub). Dagegen Margreiter von dem O. Margreit.

3) -rieder s. Ried.

Mitunter finden sich in demselben N. alle drei Formen: Bernreuther, -reither, -rieder Frauenreuter, -reiter, -rieder.

=Reuter= III. 1) mhd. riutaere „Ausreuter“, der Land urbar macht 2) vom Rhein her eingedrungen aus mittelniederländ. ruiter -- wohl aus mittellat. ruptarius, rutêrus, von rupta Abteilung eines Heeres (Rotte) -- „Wegelagerer, Räuber“, woraus sich, da diese Leute häufig zu Pferde waren, die Bed. „Krieger zu Pferde“ entwickelte.

FN. Reuter. Die Zss. gehören sicher ihrem allergrößten Teile nach zu dem vorhergehenden Worte; nur Kutschenreuter dürfte hierher zu stellen sein.

Niederd. Rüter, Rüther; auch noch Ruiter, Ruyter in holländischer Schreibung (Freren, Lingen -- man denke an den Admiral de Ruyter). Gen. Rüters (niederrhein.) -- Reuters (Aachen).

=Reutsch= s. Hrod (einst. K.).

=Reyn-= s. Ragan (V., einst. K.).

=Rheinharz, Rhenrich= s. Ragan (V.).

=Rhode= s. Hrod (einst. K.).

=Rib-= s. Ric (V., zweist. K.).

=RIC= I. got. reiks. ahd. rîchi, mhd. rîche „mächtig“ (vgl. lat. rex, rego und das deutsche Hauptwort Reich); „reich“. In PN. einer der häufigsten und der frühesten Stämme, schon im 1. Jh. vor Chr. bei lat. und griech. Schriftstellern in germanischen sowohl als keltischen N. sich findend: Theudoricus -- Caesarix.

FN. Ricbald: Riebold; Riebel; Ribet -- Rippold; Rippel -- Reibold; Reibel.

Ricbraht: Rieprecht; Riepert; Rieper; Rieber -- Ribbert -- Reiprecht; Reibert; Reiber. Gen. Ripperts -- Ribberda u. Ripperda (ostfries.) -- Reibers.

Ricfrid: Riffert; Riffarth -- Refert; Refardt -- Reiffert; Reifarth; Reiffer. Gen. Reifers.

Richaid: Richey (1544: Richeit = Richheit).

Ricohard: Richard; Richert; zsgz. Richt (ostfries. VN. Richt = Richard) -- Riegert -- Rickert -- Ritschard; Ritscher; Ritsert -- Reichard; Reichert. Gen. Richartz -- Rigts u. Richten (ostfries.) -- Reichartz; Reicherz -- Reckerts. Patr. Zss. Richardsen.

Richari (m. Ricger zusammenfließend): Riecker (Rieckermann); Rieckheer -- Riegger -- Rieger -- Rickher; Riecker -- Reicher -- Reiger. Gen. Riechers -- Richers -- Rickers.

Richhelm: Reichhelm.

Ricman: Rieckmann -- Rickmann -- Riemann -- Reichmann -- Reimann.

Ricmar: Reimer (doch s. auch Raginmar). Gen. Rickmers.

Rihmot: Reichmuth.

Ricoald: Riewaldt; Riewold -- Riekelt -- Rigal -- Reichwald; Reichold; Reichelt; Reichhold. Gen. Rickelts -- Reichholtz. Patr. Zss. Richelsen.

Ricward: Rickwardt -- Requardt -- Rekate (Preuß 7). Gen. Riquards -- Requards.

Richowin: Richwien; Richwein -- Reichwein.

Riculf: Rikoff, umgedeutet Riekhof -- Rieloff. Gen. Rickelfs -- Rekelofs.

Einstämmige Kürzung Ric-.

Rico: Rigo (Borken) -- Riecke -- Ricke -- Rieche -- Rich -- Reicke -- Reiche; Reich -- Rei. Gen. Rieken -- Ricks; Ricken; Rickens -- Rickena und Rykena (ostfries.) Reichs Patr. A. Reiching.

Vklf. (l): Riechel (Riechelmann) -- Riegel -- Reichel; Reichle -- Reigel -- Reil. Gen. Riegels. Patr. A. Reichling. (l + n): Reichlin. (z) Richizo, Rizo: Rietsch -- Ritze; Riss. (z + k): Rietschke -- Ritzchen. (z + l): Rietschel -- Ritzel; Rissel; Ritschl. Patr. A. Ritzler.

Zweistämmige Kürzung Ricb-,

Ribo, Rippo (Stark 114): Riebe -- Ribbe -- Rippe -- Reibe -- Rebbe. Gen. Rieben -- Riepen -- Rippen -- Reipen -- Riepena (ostfries.). Patr. A. Ripping.

Vklf. (l): Riebel -- Riepl. (k): Riebicke -- Ripke. Gen. Riepkes -- Ripken -- Reibchen.

Auslautend -ric sehr häufig (254 mal Först., fast ausnahmslos männlich); daher schon in Namen seiner Bed. nach sehr verflüchtigt und im Nhd. zu einer bloßen, das männliche Geschlecht bezeichnenden Endung herabgesunken (Wüterich, Täuberich u. a.).

-rich: Dietrich.

-rick: Lörick. Gen. -rix: Derix.

-reich: Dietreich.

-rei (rey): Krumrey.

=Rich-= s. Ric (V., einst. K.).

=Richter= III. ahd. rihtâri, mhd. rihtaere.

FN. Richter (sehr häufig, s. S. 43). Zss. Altrichter. Bauerrichter. Hofrichter; Hofferichter. Jungrichter. (-richt auch in ON. des nördlichen Bayern). Gen. Richters (niederrhein.). Patr. A. Richtering.

=Rick-= s. Ric (V., einst. K.).

=RID= I. wohl zu nord. rîda, ahd. rîtan „reiten“.

FN. Ridperaht: Reiprecht. (Ridrich): Riedrich.

Einstämmige Kürzung Rid-.

Rido: Ried (Riedemann). Patr. A. Rieding.

Vklf. (l): Riedel; Riedl -- Reidel.

Auslautend Bithurid: Piderit.

=Ridder= s. Ritter.

=Rieb-= s. Ric (V., zweist. K.).

=Riech-= s. Ric (V., einst. K.).

=Rieck-= s. Ric (V., einst. K.).

=Ried= III. in ON. 1) ahd. hriot „Ried, Sumpfgras“, damit bewachsener Ort 2) ahd. riuti, mhd. riute durch Reuten urbar gemachtes Land; bayrisch Ried = novale und rieden = reuten (s. -reut). Die Scheidung ist bei der Menge hierher gehörender ON. schwer.

FN. Ried. Autenrieth. Osterrieth. Schmalzried.

Ableitung auf -er (oberd.): Rieder. Bernrieder. Ellenrieder. Oppenrieder. Osterrieder (O. Osterried); auch Osterritter. Westenrieder (O. Westerried). -- Riedkötter.

=Ried-= s. Rid.

=Riedel= s. 1) I. Hrod (einst. K.) 2) Rid.

=Riedesel= III. nach Vilmar „Reitesel“ ahd. rîtesel, was bestätigt wird durch das urkundliche her herman Reitesel, Egkhart Rietesel 15. Jh. (Bacm.).

=Rieg-, Riek-= s. Ric (V., einst. K.).

=Riehn= s. Ragan (einst. K.).

=Rieloff, Riemann= s. Ric (V.).

=Riemer= III. „Sattler“ (doch hin und wieder vielleicht zu ahd. Rimheri oder Ricmar).

In derselben Bedeut. Riemenschneider; Riemschneider.

=Rien-= s. Ragan (V.).

=Rienäcker= s. Ecke III.

=Riep-= s. Ric (V., zweist. K.).

=Ries-= s. Ris.

=Riese= III. der „Riese“. FN. Riese; Ries; de Ries (ostfries.). Doch findet sich auch schon ahd. Riso 9. Jh.

=Rieth, -rieth= s. Ried.

=Rietsch-= s. Ric (einst. K.).

=Riew-, Riff-= s. Ric (V.).

=Rig-= s. Ric (V., einst. K.).

=Rikoff= s. Ric (V.).

=Rindsmaul= III. österreich. Grafengeschlecht, vgl. Alb. Rindismul 1219, Alber der Rindsmaul 1317.

=Ring-, Rink-= s. Hring.

=Rinniusland= III. Satz-N. „renne ins Land“ (= Landfahrer).

=Rip-= s. Ric (V., zweist. K.).

=Riquards= s. Ric (V.).

=RIS= I. ahd. riso „Riese“. Risulf.

Einstämmige Kürzung Ris-.

FN. Riso: Riese; Ries -- Reis. Gen. Riesen. Patr. A. Rising: Reising.

=Riss-= s. Ric (einst. K.).

=Ritsch-= s. Ric (V., einst. K.).

=Ritsert= s. Ric (V.).

=Ritter= III. ahd. rîtâri, mhd. rîtaere, rîter, daneben riter, ritter, urspr. allgemein „Reiter“; nachdem aber die Veränderung des Kriegswesens seit dem 10. Jh. einen besonderen Stand vornehmer Krieger zu Roß hervorgerufen hatte, den Ritterstand, diente das Wort hauptsächlich zu dessen Bezeichnung = „adeliger Streiter zu Pferde“.

FN. Ritter. Gen. Ritters. Zss. Kleinritter (doch liegt hier wie bei andern Zss. mit -ritter vielleicht eine Ableitung von -ried vor, = rieder s. Ried, Osterritter). Niederd. Ridder. Gen. Ridders.

Die Form Reiter, die sich ebenfalls aus mhd. rîter entwickelt hat, ist als FN. selten.

=Ritz= s. Ric (einst. K.).

=Rob-, Röb-= s. Hrod (V., zweist. K.).

=Röbe= III. niederd. „Rübe“, in Röbekamp.

=Roch-= s. Hroc (V., einst. K.).

=Rock= III. in mannigfachen Zss.: Blaurock. Buntrock. Graurock (Gött. UB. I.: Grawerok 1383). Halbrock. Kurzrock. Langrock. Leibrock. Padrock (Pfaidrock, linnener Überwurf). Schönrock. Wittrock (niederd. = Weißrock).

Da im Altdeutschen Hroc als zweites Glied der Zss. verwendet wird (22 mal Först.), so werden Spuren davon auch in neueren Namen noch zu finden sein, z. B. Poltrock; auch für Wittrock findet sich schon ad. Witroch 8.

=Rock-, Röck-= s. 1) Hroc 2) Hrod (einst. K.).

=Rod-, Röd-= s. Hrod (V., einst. K.).

=Rode= s. a) I. Hrod (einst. K.) b) III. Rothe.

=Rode= III. in ON. zu „roden“ (reuten), wozu ein paar hundert alte Namen seit dem 8. Jh. und unzählige neuere auf -rode, -roda, -rod gehören. In Niederdeutschland tritt für o ein a ein: -rade, -rath.

FN. von Roden (von deme Rode Gött. UB. I. im J. 1377 -- latinis. de Novali 1388). von Dachröden (O. Dachröden jetzt Dachrieden bei Mühlhausen).

Zss. 1) -rode: Benterode. Mauderode. Minnigerode (O. Mingerode Hannov.). v. Nesselrode. Osterode. v. Wintzingerode -- Neuroda.

Gewöhnlich gekürzt in:

2) -roth (Thüringen, Hessen), auch wenn der ON. -rode hat: Billroth (O. Billroda). Germeroth (O. -rode). Hitzeroth -rode). v. Siegroth.

3) -rodt: Bleichrodt (O. Bleicherode). Eichrodt. Elligerodt (O. Elligerode). Güntherodt (O. -rod und -rode). Mackenroth und Mackrodt. v. Mallinckrodt. Wilgerodt (O. Wilkenrath).

4) -rott: Aschrott (O. Ascherode). Hütterott (Hüttenrode). Pfafferott.

5) -rath (in Rheinpreußen): Beckerath (O. Beckrath). Bellingrath. Blumenrath. Herkenrath. Hilberath. Herzogenrath. Lückerath. Owerath. Paffrath. Wallrath. Wingerath. Selbst Bergrath (Dorf im Rgb. Aachen), Baurath (neben Bauroth, Hessen), Bankrath.

Ableitung auf -er (oberd.):

1) -röder: Allmenröder. Blumenröder; Blumröder (O. Blumerode und Blumroda, alt Blumenroda). Hergenröder (O. Hergenrod). Sachsenröder.

2) -röther: Hergenröther.

=-röder, -rodt= s. Rode III.

=Roel-= s. Hrod (V., einst. K.).

=Rog-, Rög-= s. Hrod (V., zweist. K.).

=Rogg-= s. 1) Hroc 2) Hrod (V., zweist. K.).

=Roh= s. Hroc.

=Rohd-= s. Hrod (V., einst. K.).

=Rohenkohl= s. Hroc (V., Rochold).

=Rohl-= s. Hrod (V.).

=Röhl-= s. Hrod (einst. K.).

=Rohm-= s. 1) Hrod (V.) 2) Hrom.

=Röhm-= s. Hrom.

=Rohn-= s. Run.

=Röhr-, Roht-, Rohw-= s. Hrod (V.).

=Rokohl= s. Hroc (V.).

=Rol-= s. Hrod (V., einst. K.).

=Rolfus, Rollfuß= s. Fuß b)

=Röll-= s. Hrod (einst. K.).

=Rom-= s. 1) Hrod (V.) 2) Hrom.

=Röm-, Romm-= s. Hrom.

=Ron-, Rön-= s. Run.

=Rondolf= s. Rand.

=Roos= s. Hrod (einst. K.).

=Röp-= s. Hrod (V., zweist. K.).

=Ropp-= s. Hrod (V.).

=Rördanz= III. Satz-N. „rühre den Tanz“ d. i. hebe den Tanz an. Vgl. Hebetanz, Schickedanz.

=Rorich= s. Hrod (V.).

=Ros-, Rös-= s. Hrod (einst. K.).

=Rose= a) I. s. Hrod (einst. K. Rozo) b) III. s. das Folgende.

=Rose= III. die Königin der Blumen, in alter wie neuer Zeit beliebt; dann Sinnbild der Schönheit und der Liebe -- gern zum Abzeichen (Hauszeichen S. 60) gewählt, bes. in der ritterlichen Heraldik (meist die rote Rose).

In vielen Zss.: Rosenblatt. Rosenblüt (schon unter den Meistersingern ein Hans Rosenplüt). Rosenbaum. Rosenkrantz (auch ON.). Rosenstengel. v. Rosenstern (Rose und Stern im Wappen verbunden). Rosenstiel. Rosenstock (S. 61). Rosenstrauch. Rosenzweig.

Mayrose. In vielen ON.: Rosenbach, -berg, -hain, -thal u. a.

=Rosen= III. Ballhorn, Erzieher lippischer Prinzen, erhielt statt dieses Namens, der ihm unangenehme Spöttereien zuzog, im Hinblick auf die Rose im lippischen Wappen den N. Ballhorn-Rosen, und seine Söhne, die bekannten Orientalisten, ließen den urspr. N. ganz fort und nannten sich einfach: Rosen (Pott, S. 661).

=Rosen-= s. Rose III.

=Rosenbaum= III. mhd. rôseboum „Rosenstock“. -- Auch Haus-N. (in Straßburg zwei Häuser „zu dem Rosenbaum“ 1225) u. ON. Niederd. Rosenboom.

=Rosenplenter= III. niederd. = „Rosenpflanzer“.

=Rosenstengel= III., auch Rosenstingl (Wien).

=Rosentreter= III. (bei Klemp. Rosentreder) „der auf Rosen wandelt“. Auch Rosentritt.

=Roß= a) I. Horsa 5 (Roß) b) III. Roß (als Hauszeichen, wie namentlich bei Gastwirten).

=Roßdeutscher= s. Roßtäuscher.

=Rossel, Rössel= s. Hors.

=Roßtäuscher= III. mhd. rostûschaere der „Roßhändler“, von tûschen, tauschen (womit freilich gerade hier oft auch ein „täuschen“ verbunden ist) vgl. „Roßtauscher“ im Marburger Gewerbe-Verz., auch „Täuscher“, Schiller, Pegasus im Joche.

FN. Roßteuscher -- (wegen des üblen Anklanges) entstellt in Roßteutscher; Roßdeutscher.

=Rost-, Röstel= s. Rust.

=Rötgers= s. Hrod (V.).

=Roth= s. a) I. Hrod (V., einst. K.) b) III. Rothe.

=-roth= s. Rode.

=Röth-= s. Hrod (einst. K.).

=Rothbarth= III. Zss. mit Bart, vgl. Friedrich Barbarossa (kann aber in manchen Fällen auch = Hrodebert sein).

=Rothe= III. nach der Farbe des Haares, s. Fuchs. Heinrich der Rothe 1263.

=-röther= s. Rode.

=Rothermel= III. zu den von der Kleidung entlehnten N. (S. 46). Desgl. Rothkäppel.

=Rothmaler= III. „der die roten und überhaupt die bunten Anfangsbuchstaben in Handschriften anfertigte“, lat. rubricator (Rubrik), illuminator.

=Rothschuh= III. Schuh aus feinem rotem Leder (Corduan) -- bei reichen Leuten beliebt (Weinhold, Deutsche Frauen II, 265).

=Rotsch, Rötsch, Rott-, Rotz, Rözel= s. Hrod (einst. K.).

Röve niederd. Rübe-, in Rövekamp; Röwekamp.

=Rovers, Röve= s. Hrod (zweist. K.).

=Rub-= s. Hrod (V., zweist. K.)

=Rübig= s. Hrod (zweist. K.).

=Rübsamen= III. deutlicher N. aus dem Pflanzenreich. Auch Rübesam.

=Rubl= s. Hrod (zweist. K.).

=Ruck-= s. Hrod (V., einst. K.).

=Rück-= s. 1) Hroc 2) Hrod (V., einst. K.).

=Rück= III. ahd. hrukki, mhd. rücke „Rücken“,

1) in Zss. wie: Breitruck. Weißrück --

2) in ON. wie Geisruck, Ziegenrück.

FN. Baumruck. Harruck.

Ableitung auf -er (oberd.):

Baumrucker. Buchrucker. Harrucker. Steinrucker.

=Rud-, Rüd-, Rüed-= s. Hrod (V., einst. K.).

=Ruf-= s. Hrod (V., zweist. K.).

=Rüffert= s. Hrod (V.).

=Rug-, Rüg-= s. 1) Hroc 2) Hrod (V., zweist. K.).

=Ruhe, Rühe= s. Hroc.

=Ruhfuß= s. Rauchfuß.

=Ruhkopf= III. halbniederd. = „Rauhkopf“.

=Ruhle= s. Hrod (einst. K.).

=Rühl-= s. Hrod (V., einst. K.).

=Ruhm-, Rühm-= s. Hrom.

=Rühmekorb= III. Satz-N. „räume d. i. leere den Korb“. Niederd. Ruhmkorff; Rühmekorf (s. Reumschüssel).

=Ruhn-= s. Run.

=Rul-= s. Hrod (V., einst. K.).

=Rum-= s. 1) Hrod (V.) 2) Hrom.

=Rüm-, Rumm-, Rümm-= s. Hrom.

=Rumohr= III. Dorf bei Kiel, ehemals Rugemoor d. i. rauhes (= mit Gebüsch bewachsenes) Moor.

=Rump-= s. Hrom (V., zweist. K.).

=Rumschöttel= s. Reumschüssel.

=RUN= I. got. runa, ahd. rûna, mhd. rûne „Geheimnis, geheime Weisheit“ (vgl. „Runen“ und das nhd. „raunen“).

FN. Runger: Ronniger.

Runhard: Rönnert.

Runheri: Rohner -- Ronner -- Röhner -- Rauner.

Runuald: Rönelt.

Einstämmige Kürzung Run-: Rohne; Rohn. Patr. A. Ronning.

Vklf. (k) Runico: Runike; Ruhnke -- Runnecke -- Runge; Runck -- Rüncke -- Rohnke -- Ronge -- Rönigk. Gen. Ruhnken -- Röntjen (ostfries.). (k + l): Runkel.

=Run-, Rün-= s. Run.

=Ruoff= s. Hrod (zweist. K.).

=Rup-= s. Hrod (V., zweist. K.).

=Rüp-= s. Hrod (zweist. K.).

=Ruß, Rüßler= s. Hrod. (einst. K.).

=RUST= I. ahd. hrust, rust „Rüstung“.

FN. (Rusthart): Rostert.

Einstämmige Kürzung Rusto 9.: Rust -- Rüst -- Rost.

Vklf. (l): Röstel.

=Rußwurm= III. mhd. ruoȥwurm. Auch Roßwurm.

=Rüt-, Ruth-= s. Hrod (einst. K.).

=Rüter= s. Reuter.

=Rutschke, Rütschle= s. Hrod (einst. K.).

=Rutt-, Rütt-= s. Hrod (V., einst. K.).

=Rutz-, Rütz-= s. Hrod (einst. K.).

=Ruwoldt= s. Hrod (V.).

=Ryder= s. Reiter.

=Rykena= s. Ric (einst. K.).

S.

=Saacke= s. Sac.

=Saar-= s. Sar.

=Saaß= s. Sahs.

=Sabellius= II. Presbyter in Ptolemais (3. Jh.).

FN. Zabel (Zabellus, Szabel VN. Klemp.).

=SAC= I. got. sakan, ahd. sahhan „streiten“. Sahmar.

Einstämmige Kürzung Sac-.

Sacco: Sach -- Sack -- Saacke.

=Sachs-= a) s. I. Sahs b) III. Stammesname: Sachse; Sachs, Sax.

=Sack= a) I. s. Sac. b) III. zu den Gerätnamen, bes. in Zss., die wohl großenteils Spottnamen sind: Biersack. Buttersack. Botsack (Botentasche). Habersack. Hopfensack. Ledersack. Milchsack (mhd. milchsac „Hirtentasche“). Strohsack. Vollsack. Wadsack. c) III. ON. in Bohnsack (Westpreußen).

=Sackmann= III. mhd. sacman „Troßknecht“ (auch = Plünderer).

=Sadler, Sädler= s. Sattler.

=Sager= III. der „Säger“, vgl. Ludeke de sager Ehrentraut fries. Archiv. Bd. I, H. 3.

=Sägert= s. Sig (V.).

=Sägesser= s. Segisser.

=Sahlmann= s. Sal.

=Sahr= s. Sar.

=SAHS= I. zum Volksnamen der „Sachsen“, ahd. Sahso, mitteld. niederd. Sasse (vom ahd. sahs Messer, urspr. Steinmesser, vgl. lat. saxum. S. 15). Sahsbert. Sahsarich.

FN. (einstämmig) Saxo, Sasso: Sachse, Saxe; Sachs -- Sasse -- Saaß.

Vklf. (l): Sassel -- Seßle. (k) Sahsiko: Saske.

=Saitz= s. Sig (einst. K.).

=SAL= I. vielleicht zu got. saljan „darbringen“, ahd. sala, mhd. sal „rechtliche Übergabe eines Gutes“. Salabald.

FN. Salager: Salger -- Seeliger -- Selker.

Salaman: Sahlmann -- Seelmann.

(Zsgeworfen mit Salomon).

Einstämmige Kürzung Sal-.

(Salo): Selle.

Vklf. (k) Salaco: Sallge -- Seligo. Patr. A. Sehling.

=Sallwerk= III. mhd. sarwurke, später entstellt salwurke (z. B. Berchtold Salwurk 1373) „Harnischmacher“. Auch Sallwürk.

=Salomo= II. hebr. „der Friedliche“.

FN. (christlich und jüdisch): Salomon. Gen. Salomons.

=Salzer= III. der „Einsalzer“.

FN. Salzer -- Sälzer. Niederd. Solter -- Sölter.

Dazu die Zss.: Salzgeber. Salzmann. Salzsieder.

=Samariter= III. wohl mit Bezug auf den „barmherzigen Samariter“ Ev. Luc. 10.

=Sambol= s. Sand.

=-samer= s. Heim III.

=Samm-= s. Sand.

=Samuel= II. hebr. Schemuêl „von Gott erhört“ (1. Sam. 1, 20).

FN. Samel -- Zamel, Zahmel (mit Verhärtung des s in z, wie in Niederd. bei fremdsprachigen N. öfter). Gen. Samuels. Patr. Zss. Samuelsohn (jüd.) -- Samelsohn.

=SAND= I. hochdeutsche F. des altsächsischen sôdh (dän. sand) „wahr“.

FN. Sandebold: Sambol.

Sandebert: Sammert.

Sandheri: Sander; Sandherr -- Santer -- Söder.

(Sandmar): Sammer.

Sandarat: Sandrat.

(Sandroch): Sandrog; Sandrock.

Sandolt: Sannwald; Sandol. Zss. Sandelmann. Gen. Sandholz.

Einstämmige Kürzung Sand-.

Sando; Sande -- Santo; Sandt.

Vklf. (l): Sandel -- Sendel. (k): Sandig -- Sannig; Sanke -- Senteck. (z) Sanzo: Santz -- Sentz.

=Sand= a) I. s. Sand b) III. = Sandfläche, vgl. Ulrich im Sand 1264. Auch häufiger ON.

=Sander= a) I. s. Sand b) II. Alexander.

=Sandfuchs= III. „sandgelbes Pferd“.

=Sanftleben= III., niederd. Sachtleben (schon 1369 Heneke Sachtelevent), „der ein sanftes d. i. ruhiges Leben führt“.

=Sann-, Sant-= s. Sand.

=Santjohanser= III. von dem Dorfe u. ehemaligen Kloster St. Johann in Toggenburg (Tobler-M.).

=SAR= I. got. sarvo, ahd. saro, mhd. sar- (nur in Zss.) „Rüstung“.

FN. (Sarafrid): Sarfert; Sarfart.

Saraman: Saarmann -- Sermann.

Serald: Sehrwald.

(Sarwig): Sarwey.

Einstämmige Kürzung Sar-.

Saro; Saare; Sahr -- Sarre -- Serre -- Seer. Patr. A. Säring.

Vklf. (k): Sarach -- Serig; Sehrke. (k + l): Sargeli.

=Sarrazin, Sarazin= (gewöhnl. in franz. Aussprache) III. mhd. Sarrazîn, franz. Sarrasin, mittellat. Saracenus, arab. scharakyn „Sarazen, Morgenländer“.

=Sarre= s. Sar.

=Sartor= III. Latinisierung für „Schneider“.

FN. Sartor; erweitert Sartorius. Gen. Sartori (aus Sartorii).

=Saske, Sass-= s. Sahs.

=Sattler= III. ahd. satalâri, mhd. satler.

FN. Sattler; mit Umlaut Sättler. Niederd. Sadler -- Sädler.

=Sauer= III. einfach und in mancherlei Zss. (S. 47): Sauerapfel. Sauerbier. Sauerbrei; Saurbrey. Saueressig. Sauermilch. Sauermost. Sauersenft. Sauerteig. Sauerwein. -- Sauerbeck.

=Saufaus= III. Satz-N. „ein Saufaus“ (Säufer).

=Säugling= III.

=Saupe= s. Sund.

=Sauter= s. Suter.

=SCAC= I. zu altnord. skaka, angels. scacan „schütteln, erschüttern“ (engl. shake; Shakespeare = Schüttelspeer).

FN. Schachert.

Einstämmige Kürzung Scac-.

Scacca: Schacko; Schacke; Schack -- Schaake -- Schache.

Vklf. (l): Schackerl -- Schäckel -- Schächle.

=SCALC= I. got. skalks, ahd. scalc, mhd. schalc, schalch „Knecht, Diener“. Scalcoman 8.

FN. Scalco: Schalke -- Schalch -- Schall.

Auslautend (14 mal Först.):

-schalk: Gottschalk.

-schall: Gottschall.

=SCAR= I. ahd. scara, mhd. schar „Schar“ (Heeresabteilung) -- oder ahd. scar, mhd. schar „schneidende Waffe“ (Pflug~schar~). Scaramunt.

FN. (Scaribert): Scheerbarth.

(Scaraman): Scharmann -- Scherrmann.

(Scarold): Scharold.

(Scarolf): Scharloff.

Einstämmige Kürzung Scar-.

Scharr -- Schar, Schaar -- Scherr -- Scheer. Patr. A. Schäring, Schering.

Vklf. (l) Scherilo: Scharl -- Scherle. Patr. A. Scherling. (k): Scharck -- Scherck.

=SCARP= I. ahd. scarf, mhd. scharf, scharpf, alts. scarp „scharf“, Skerfold u. a.

FN. (Scarpo): Scharfe -- Scharpff -- Scherpe -- Schärffe; Scherff. Gen. Scharpen. Patr. A. Scharping -- Scherper (Preuß).

Vklf. (k): Scharpke -- Scherfig.

=SCAUN= I. got. skauns, ahd. scôni, mhd. schoene „glänzend -- schön“.

FN. (Scaunibert): Schombert. Vklf. (l): Schömperle.

(Sconhart): Schonhardt; Schonert -- Schönhardt; Schönert.

Sconhari: Schöner; Schönherr.

(Sconrich): Schönreich.

Sconolf: Schönewolf.

Einstämmige Kürzung Scaun-.

(Scono): Schoon -- Schöne; Schön (Schönemann). Gen. Schonen. Patr. Schöning.

Vklf. (l): Schönell; Schönle. Patr. A. Schönling. (l + n): Schönlin; Schönlein. (k): Schönecke; Schönig. (k + n): Schönichen.

=Schaar= s. Scar.

=Schach-, Schächle= s. Scac.

=Schachtschabel= III. mhd. schûchzabel „Schachbrett“.

=Schack-, Schäckel= s. Scac.

=Schade= III. ahd. scado. mhd. schade „schädigender Feind, Widersacher“ (doch auch schon im 8. Jh. Scatto).

FN. Schade; Schad. Zss. Landschade.

=Schadenfroh= III. S. 48.

=Schaf= III. (Hauszeichen S. 61); mit der Zss. Schlachtschap, dem N. eines Wiedertäufers in Münster 1534.

=Schäfer= III. ahd. scâphare, mhd. schaefer „Schafhirt“.

FN. Schäfer. Gen. Schäfers. Zss. Horstschäfer. Neuschäfer. Schäfersmann. Niederd. Schaper -- Schäper. Gen. Scheepers; Schäpers (niederrhein.). Zss. Bauerschäfer; niederd. Buerschaper. -- Schäpermeier.

=Schaffenhauer= III. „Verfertiger von Schaffen“ (ahd. scaph, mhd. schaf, altsächs. scap Schaff, Holzgefäß), etwa = Bötticher.

=Schäffer= III. (mit geschärftem Vokal) ahd. scaffâri, mhd. schaffaere, schaffer, scheffer „Schaffner“ (Verwalter, Hausmeister).

FN. Schäffer, Scheffer -- auch Schaffer -- Schöffer (aus dem Gebrauche des 15.-16. Jh. in Mitteldeutschland, wo man das e in ö vergröberte, woher noch Schreibungen wie „Schöpfer, Hölle“). Zss. Neuschöffer. Niederd. Schapper. Gen. Scheffers.

Mit dem n der schwachen Bildung: Schaffner -- Scheffner.

=Schaffnicht= III. Satz-N. „schaffe nichts“ (ein Faullenzer). Auch Schaffnit.

=Schaffrath= III. „schaffe Rat“ (einer der immer Rat zu schaffen weiß) -- auch Schaffenrath.

=Schalch, Schalk, Schall= s. Scalc.

=Schaper, Schäper= s. Schäfer.

=Schapper= s. Schäffer.

=Scharf-, Schärf-= s. Scarp.

=Schäring, Scharl-, Scharold= s. Scar.

=Scharp-= s. Scarp.

=Scharr= s. Scar.

=Schaubert= s. Schubert.

=Schauer= s. Scur.

=Schaufert= s. Schubert.

=Schauinsland= III. Satz-N. (O. in Baden); auch zsgz. Schaunsland.

=Schaumkell= III., =Schaumlöffel= III. s. S. 44.

=Schaur-= s. Scur.

=Scheele= s. Schiele.

=Scheelhaß= s. Schellhase.

=Scheepers= s. Schäfer.

=Scheer= a) I. s. Scar b) III. mhd. scher der „Scherer, Barbier“.

FN. Scheer (latinis. Rasor). Zss. Bartscheer. Tuchscheer.

=Scheerpelz= III. Satz-N.

=Scheff(n)er= s. Schäffer.

=Scheffler= III. mhd. scheffelaere, von scheffel kleines Schaff (niederd. Schapp), der „Faßbinder“. In München Bezeichnung des Gewerbes (Schäffler).

FN. Scheffler -- Schöffler. Niederd. Schepeler.

=Scheibner= III. einer aus dem O. Scheiben (in Böhmen, Steiermark u. a.)

=Scheide= III. im Sinne von „Wasserscheide“ seit dem 8. Jh. in ON. Heutzutage die einfachen Scheide, Scheidt und viele Örter auf -scheid, die eine zusammenhängende Masse in dem Regierungsbez. Arnsberg, der preuß. Rheinprovinz, Nassau, Luxemburg bilden.

FN. Scheid. Arnscheidt. Brandscheid. Burtscheidt. Dürrscheidt. Langenscheid. Mittelstenscheid. Reifferscheid. von Rohrscheidt. Thanscheidt.

Ableitung auf -er (oberd.):

Wegscheider (O. Wegscheid u. Wegscheiden, häufig in Österreich und Bayern). Lugscheider. Marscheider.

=Scheidemann= III. mhd. scheideman „Schiedsrichter“.

=Scheil= s. Schiele.

=Schein= III. in den Zss. Blumenschein. Hausschein (verlateint Oecolampadius). Maienschein. Monschein.

=Scheld-, Schell-= s. Scild.

=Schellhase= III. „scheu aufspringender (mhd. schellec) Hase“. Entstellt Scheelhaß.

=Schellhorn= III. Schelchshorn 1677, Schelshorn (München) „Horn des Schelchs“ (Riesenhirsches Nib. 880). Auch Schöllhorn.

=Schellkopf= III. „Kopf des Schelchs“ d. i. Riesenhirsches.

=Schelt-= s. Scild.

=Schenk= III. ahd. scenco, mhd. schenke der „Schenke, Mundschenk“ -- bes. auch ein Hofamt; daher in den N. mehrerer edler Geschlechter, die dann dem Amte zur weiteren Unterscheidung oft noch den Stammsitz hinzufügten: Kuonrat der schenke von Wintersteten. Gegenwärtig noch: Schenk von Stauffenberg (ehemals Schenken der Hohenstaufen); Schenk von Geyern; Schenck zu Schweinsberg u. a. -- Zss. Bierschenk. Weinschenk.

=Schenkel= III. Körperteil -- mit den Zss. Kurzschenkel. Langschenkel.

=Schepeler= s. Scheffler.

=Scher-= s. Scar.

=Scherer= III. mhd. scheraere „Scherer“ d. i. Barbier, doch auch Feldscher und Tuchscherer.

=Scherf-, Scherp-= s. Scarp.

=Schermer= s. Schirmer.

=Scherr-= s. Scar.

=Scheubenpflug= III. Satz-N. „schiebe den Pflug“ (ein tüchtiger Pflüger).

=Scheuchenpflug= III. Satz-N., vom mhd. schiuhen scheuen: „scheue den Pflug“.

=Scheuer-, Scheur-= s. Scur.

=Scheunemann= III. „der an der Scheune“. Niederd. Schünemann.

=Schick= s. Scic.

=Schickedanz= III. Satz-N. „schicke den Tanz“ d. i. ordne den Tanz an -- auch Schickendans -- Schücktanz (österr.).

=Schiele= III. „schielend“. Schile-Peter.

FN. Schiele -- Scheele -- Scheil.

=Schietendüvel= III. Satz-N. „schieß den Teufel“.

=Schier-= s. Scir.

=Schiffer= III. Gen. Schiffers (niederrhein.).

Vklf. Schifferli. Niederd. Schipper. Gen. Schippers.

=Schifferdecker= III. = Schieferdecker.

=Schiffmann= III. ahd. scefman, mhd. schifman der „Schiffer“ (welches letztere erst seit dem 16. Jh. auftritt). Niederd. Schippmann.

=Schild-= s. Scild.

=Schild= III. in Haus-N. Grünschild. Rothschild.

=Schildwächter= III. der „in voller Rüstung Wache stehende Krieger“ (s. Luthers Bibelübers. Richt. 7, 11).

=Schilf-, Schilk-, Schill-= s. Scild.

=Schiller= a) I. III. wohl durch Rückangleichung aus Schilter, Schilder entstanden, wie Hiller aus Hilder. Man vergleiche auch „~schillern~“ = schildern (Schildwach stehen) in einem bei Moscherosch aufbewahrten Volksliede des 17. Jh.:

„Gott ist des Christen Hülf’ und Macht, Ein’ feste Citadelle; Er wacht und ~schillert~ Tag und Nacht, Tut Rond’ und Sentinelle.“

b) III. „ein Schielender“ (schwäb. schilla „schielen“).

(Der N. Schiller findet sich in Oberschwaben schon im J. 1403.)

=Schilling= III. die bekannte Münze, schon im got. skillings (wohl zu ahd. scellan klingen), seitdem in allen germanischen Sprachen, mhd. schillinc. (Doch schon im Angels. ein Scilling der „Tönende“, als Gefährte des sagenhaften Sängers Vidsidh).

FN. Schilling. -- Schelling. Gen. Schillings (niederrhein.). -- Zss. Fünfschilling. (S. auch Scild.)

=Schilter= a) I. s. Scild b) III. ahd. schiltâri mhd. schiltaere der „Schilde und überhaupt Lederwerk anfertigt“; der „Schildmaler, Wappenmaler“ (woher nhd. das Zeitwort „schildern“). Wolchwin der Sciltaer 1190, Johannes dictus Schildere (pictor).

FN. Schilter -- Schilder -- Schiller.

Mit dem n der schwachen Bildung: Schildner.

=Schimmelpfennig= III. einer der den Pfennig erst mit Schimmel sich überziehen läßt, ehe er ihn ausgibt. Vgl. Wucherpfennig.

FN. Schimmelpfennig; Schimmelpfeng. Niederd. Schimmelpenninck.

=Schindler= III. mhd. schindelaere „Schindelmacher“.

=Schipper= III. s. Schiffer.

=Schirmeister= III. bei den Schmieden der „Vorschläger“; sonst „Geschirrmeister“ auf Schiffen, bei den Posten usw. (Kann aber z. T. auch aus mhd. schirmmeister „Fechtmeister“ entstanden sein.)

=Schirmer= III. ahd. schirmâri, mhd. schirmaere 1) „Schützer“ 2) „Fechter“. Auch Schürmer -- Schermer.

=Schirott, Schirrey= s. Scir.

=Schittenhelm= s. Schüttenhelm.

=-schitz= III. in ON. slawisch, s. S. 90.

FN. Lipschitz. -- Dobschütz (O. Dobschitz). Niebelschütz.

=Schlächter= III. slahtâri, mhd. slahtaere, slahter, slehter der „Fleischer“.

FN. Schlächter -- Schlachter (südd.).

=Schladenhauffen= s. Schlagdenhauffen.

=Schladoth= III. niederd. Satz-N., ein „Schlagetot“.

=Schlag= III. in ON. vom Schlagen eines Waldes: Puoheslaga 9. u. a., jetzt Buchenschlag -- mitunter auch aus loh „Busch“ mit vorhergehendem s entstellt: Adelschlag aus Adaloltesloh. (Noch andere Bed. von „Schlag“ in Flur-N. bei Buck S. 239-40).

FN. Asperschlag. Giesenschlag. Rottschlag.

Ableitung auf -er (oberd.): Partenschlager (Baden).

=Schlagdenhauffen= III. Satz-N. für einen tapfern Dreinschläger; auch Schlaginhaufen -- aus beiden abgekürzt: Schlagenhauf. Ähnlich

=Schlagenteuffel= III. Satz-N. s. S. 52.

=Schläger= III. einfach und in Zss.: Kesselschläger. Lautenschläger.

=Schlagintweit= III. niederd. Satz-N. aus „Schlag in ~dat~ Weite“.

=Schlauderaff= III. ein nichtstuender „schluderiger Affe“ (woher Schlaraffe. Schlaraffenland).

FN. Schlauderaff -- Schlauraffe -- Schluraffe.

=Schleemilch= s. Schlegelmilch.

=Schlegel= III. ahd. slegil, mhd. slegel „Schlägel“, Werkzeug zum Schlagen (auch Schlachten). Hermann der slegel 1299.

FN. Schlegel. (Burcard. de Bliensowe dict. Bruggenschlegel 1265.)

=Schlegelmilch= III. „Buttermilch“ (von schlagen mhd. slegemilch, slêmilch). Auch Schleemilch; Schlömilch.

=Schlemmer= III. „Schlemmer“, der slemmer 1595.

=Schlesing= III. ein „Schlesier“ -- neben dem neueren Schlesinger und auch Schlesier.

=Schlichtegroll=, auch =Schlichtkrull= III. Satz-N. „schlichte die Locken“, mhd. krülle „Haarlocke“.

=Schlick= III. mhd. slic „Fresser“.

=Schließer= III. der „Schließer“, bes. in dem Sinne von „Gefängniswärter“. Niederd. Schlüter (Klemp. Matrikeln der pommerschen Ritterschaft S. 136: Sluter = claviger).

=Schlindewein= III. Satz-N. von mhd. slinden schlingen = „Weinsäufer“.

=Schlockebier= s. Schluckebier.

=Schlöhbaum= III. „Schleebaum, -busch“ (ahd. slêha Schlehe, prunella).

=Schlömilch= s. Schlegelmilch.

=Schlosser= III. neuere Bezeichnung statt der älteren Kleinschmied.

FN. Schlosser -- Schlösser -- Schlötzer.

=Schlothauer= III. „Schlosser“. Auch Schlotzhauer.

=Schluckebier= III. Satz-N. Nach Vilmar ist ein ganzes hessisches Dorf von Schluckebieren bewohnt. Auch Schlockebier.

=Schluraffe= s. Schlauderaff.

=Schmeekebier= III. Satz-N. „schmecke Bier“ (s. Schluckebier).

=Schmeckpeper= III. Satz-N. niederd. „schmecke Pfeffer.“

=Schmed-, Schmetje= s. Smid.

=Schmid= a) I. s. Smith b) III. got. smitha, ahd. smid, mhd. smit jeder „der aus Metall Geräte verfertigt“.

FN. in verschiedener Schreibung, gew. Schmidt, daneben Schmid, Schmitt, Schmiedt. Gen. Schmidts, Schmitz (häufig am Niederrhein) -- Smets -- Smeets. Der ursprüngliche Anlaut sm ist erhalten in den aus Nordwest-D. stammenden FF. Smidt, Smid, Smitt.

a) I. s. Smid (auch S. 43).

b) III. noch häufiger sicherlich aus der 3. Periode stammend, wohin auch die vielen Zss. gehören:

1) nach dem bearbeiteten ~Metall~:

Blechschmidt. Eisenschmidt; Isenschmid (mhd. îsensmit). Goldschmidt. Kupferschmied; halbniederd. Kopperschmidt (Hamb.). Silberschmidt. Stahlschmidt --

2) nach dem verfertigten ~Geräte~:

Beilschmidt. Drahtschmidt. Hackenschmidt. Hammerschmidt. Haubenschmidt. Hufschmidt. Messerschmidt. Nagelschmidt. Pfannenschmidt. Pfeilschmidt. Schaarschmidt (der Pflugscharen schmiedet). Scheerschmidt. Segenschmid = Sensenschmid. Sichelschmidt. Waffenschmidt. -- Kaltschmidt. Kleinschmidt. Pfennigschmidt (Münzer?). Werschmidt (Waffenschmied). Wohl scherzhaft: Pusterschmidt (Verfertiger von Blasebälgen). Wurstschmidt --

3) auf ~doppelte Beschäftigung~ deutend: Bauerschmidt (wie auch umgekehrt Schmittbauer). Jägerschmidt -- dagegen Freischmidt ein unzünftiger Schm. --

4) auf den ~Standort der Schmiede~ bezüglich: Bergschmidt. Blumenschmid. Dorfschmidt. Gassenschmidt. Lindenschmit. Sonnenschmidt (wohl bei einem Gasthaus „zur Sonne“). Thorschmidt. Waldschmidt -- auch wohl Brüggenschmidt (der Schm. an der Brücke).

Seltener bildet das Wort den ersten Teil der Zss., was fast nur in Verbindung mit PN. stattfindet: Schmitthenner (der Heinrich von der Schmiede). Schmitjan (der Schmiedejohann). Schmidtkunz. Schmidtseifert (-siegfried). -- Schmidthuber (s. Huber).

=Schmidd-, Schmied-, Schmit-= s. Smid.

=Schmock, Schmuck-, Schmück-= s. Smuk.

=Schnapauf= III. Satz-N.

=Schnatmeyer= III. Schnat oder auch Landwehr: an der Grenze gelegene Abteilung der Mark, die einer engeren Gemeinschaft zugehört. Auch in Schnatmann; Schnathorst.

=Schnee= III. -- auch in der Zss. Kaltschnee. Schneekloth; Schneekluth niederd. = Schneekloß. Schneevogl.

=Schneeweis= III. mhd. snêwîȥ.

=Schneewind= s. Schneidewind.

=Schneid= III. wohl die (politische) Grenze bezeichnend, in ON. seit dem 8. Jh. (Otensnaita).

FN. Schneid; Schnaith (württ). Wessanschneid.

Ableitung auf -er: Elendschneider.

=Schneider= III. erst mhd. snîdaere, snîder „der ein Gewand zuschneidet und verfertigt“ -- einer der häufigsten FN. Gen. Schneiders (niederrhein.).

Zss. Herrenschneider. Kampfschneider. (westf., der Schn. vom Kampe). Nagelschneider „Nagel, olim Schneider“ Preuß 34).

Niederd. Schnieder (schon 1383 im Gött. UB. I. als Snidere vorhanden) -- zsgz. Schnier. Gen. Snyders -- Schnieders (ostfries.).

Einige merkwürdige Zss. bietet auch hier Westfalen: Schockenschnieder; Hemkensamkenschnieder -- was bedeuten sie?

(Die Bemerkung Vilmars, daß der N. nur aus Mittel- und Oberdeutschland stamme, wird durch die obigen Anführungen hinfällig).

=-schneider= III. in Zss. wie Brettschneider, nicht von dem Hauptw. Schneider, sondern unmittelbar von dem Zeitw. schneiden.

FN. Brettschneider, auch Bredschneider. Dillschneider. Holtschneider (halbniederd. = Holzschneider). Pfeifenschneider. Reifschneider. Riemenschneider; Riemschneider (= Riemer). Rohrschneider. Steinschneider. Wandschneider. (Klemp. Wandsnider = Gewandschneider.)

(-schneider in einzelnen oberd. FN. auch zu ON. gehörig s. Schneid.)

=Schneidewind= III. Satz-N. „durchschneide den Wind“ d. i. ein „unruhiger, umherziehender (Landsknecht)“ Snydewint 13. Jh. vgl. franz. Taillevent -- als FN. in den verschiedensten FF.: Schneidewind; Schneidawind; Schneidewin; Schneidewendt -- Schnödewind -- Schniewind -- Schneewind.

=Schnell-= s. Snel.

=Schnellenpfeil= III. Satz-N. „schnelle den Pfeil“. So auch Spitzenpfeil.

=Schnetger, Schnetker= s. Schnittger.

=Schnetzler= III. der „Schnitzler“.

=Schnieder, Schnier= s. Schneider.

=Schniewind= s. Schneidewind.

=Schnitter= III. mhd. snitaere, snitter der „die Ernte schneidet“.

FN. Schnitter. Zss. Strohschnitter.

=Schnittger= III. niederd. Snittger, der „Tischler“.

FN. (Nordwest-D.) Schnittger; Schnittker -- Schnetker; Schnetger.

=Schnitzer, Schnitzler= III. mhd. snitzaere, snitzeler „Bildschnitzer“.

=Schnödewind= s. Schneidewind.

=Schnuphase= III. zu schnauben, schnopern „wittern“. Vgl. FN. Spörhase „Spürhase“.

=Schobelt, Scholle= s. Scut.

=Schöffer= s. Schäffer.

=Scholten, Scholz-= s. Schultheiß.

=Schomaker= s. Schuhmacher.

=Schomann= s. Schumann.

=Schömann= III. N. eines bekannten Greifswalder Professors, aus dem schwed. Sjömann „Seemann“.

=Schombart= III. mhd. schemebart (bärtige) „Larve, Gesichtsmaske“. Nhd. Schönbart (doch s. auch Scaun I.).

=Schombert, Schömperle, Schon-, Schön-= s. Scaun.

=Schöne, Schön= a) I. s. Scauni b) III. der „Schöne“ (vgl. franz. Lebeau). In Zss.: Schönknecht. Schönrock. Schönbaum u. a.

=Schoon= s. Scaun.

=Schopenhauer= III. der „Schopen d. i. Schöpfkellen (s. Klempin, Diplomat. Beitr. S. 487) zuhaut“.

=Schopp= s. Scut.

=Schöps= III. aus slaw. skopec castratus -- als FN. in Schlesien häufig. Der Husaren-Oberst Rudorf mußte auf Befehl Friedrichs d. Gr. seinen ursprünglichen N. „Schöps“ ablegen (Pott S. 287).

=Schotte= a) I. s. Scut b) III. „Schotte“ d. i. Krämer und Hausierer, nach den zahlreichen Schotten, die im Mittelalter als Hausierer durch Deutschland zogen. FN. Schotte; Schott.

=Schötteldreier= s. Dreher.

=Schöttler= s. Schüßler.

=Schottmüller= III. urspr. Müller: „Anfang des J. 1858 bewarb ich mich aus Rücksicht auf meine zahlreichen Söhne um die Erlaubnis, meinem Vaternamen den FN. meiner Mutter, einer geb. Schott, vorsetzen zu dürfen, und nenne mich seitdem Schottmüller“. (In der Lebensbeschreibung des Prof. Adolf Sch., welche er seinem „Luther“ vorangestellt hat.)

=Schrader= s. Schröter.

=Schramm= III. „der mit der Schramme“. Hans Breitbeck mit der schrammen 1459.

=Schraudolph, Schraut= s. Scrot.

=Schreiber= III. ahd. scrîbâri, mhd. scrîbaere der „Schreiber“, doch in weiterer Bed. und unter Umständen von höherem Range als jetzt: Notar, Rechnungsführer, Kanzler.

FN. Schreiber. Zss. Quittschreiber. Niederd. Schriever (Ratzeb.). Verlat. Scriba (Hessen).

=Schreur= s. Schröter.

=Schriever= s. Schreiber.

=Schrocke= s. Scrot.

=Schröder= s. Schröter.

=Schrödl= s. Scrot

=Schröer= s. Schröter.

=Schröpf, Schropp= s. Scrot (zweist. K.).

=Schrot-, Schrötel= s. Scrot.

=Schröter= III. mhd. scrôtaere, neuniederd. schröder, schröer (vom ahd. scrôtan, mitteld. schrôden, schrâden abschneiden) 1) der Kleider zuschneidet, „Schneider“ 2) der Lasten, namentlich Fässer „schrotet“, d. i. auf zwei Leiterbäumen, die oben und unten verbunden sind, schiebend fortbewegt oder wälzt. In dieser Bed. noch im 16. Jh. allgemein, z. B. bei Luther Jerem. 48, 12.

FN. Schröter -- Schrötter -- Schroter. Niederd. Schröder; mit Ausfall des d Schröer -- Schrader (Scrader, Scroder 1369 Braunschw.). Gen. Schröers -- Schreuers (niederrhein. an der holl. Grenze).

Zss. Bierschröder. -- Brinkschröder (westf. „der Schr. auf dem Brinke“). Kampschröer (westf.). Pohlschröder.

=Schrupp= s. Scrot.

=Schubert= III. mhd. schuochwürhte, schûworhte, schûworte Schuhwirker d. i. „Schuhmacher“. Aus den mhd. FF. durch weitere Abschleifung und z. T. Entstellung die

FN. Schuhwirth; Schuhwicht; Schuwert -- Schuffert -- Schaufert -- Schubert (durch Verhärtung des w in b, zugleich wohl mit Anlehnung an die zahlreichen EN. auf -bert); Schubart -- Schaubert.

Doch sind die FF. mit b, f zweifelhaft, da ein altdeutsches skog hereinzuragen scheint, welches sich in N. wie Schuhwein bes. deutlich verrät (s. Steub S. 137).

=Schuch= s. Schuh.

=Schuchmacher= s. Schumacher.

=Schuchmann, Schuckmann= s. Schuhmann.

=Schücktanz= s. Schickedanz.

=Schüddekopf= III. Satz-N. „schüttle den Kopf“. Auch Schittenkopf, Schütterkop s. Schüttenhelm.

=Schuffenhauer= s. Schopenhauer.

=Schuffert= s. Schubert.

=Schufft= III. änderte, als er 1837 an der Taubstummenanstalt zu Homburg bei Kassel angestellt wurde, auf Befehl des Kurfürsten seinen N. in Schafft. (Keßler, Festschrift usw. 1888).

=Schuh= III. mhd. schuoch der „Schuh“. (Schühlin 1265. Guldinschuh 1462).

FN. Schuh; älter Schuch. Zss. Bundschuh (Schnürschuh S. 46). Breitschuh. Frauenschuh. Guldenschuh. Handschuh. Holzschuh. Hornschuh. Knabenschuch. Rothschuh. Weißschuh.

=Schuhmann= III. ahd. schuohman der „Schuhmacher“.

FN. Schuhmann, gewöhnlicher Schumann -- in älterer F. Schuchmann; Schuckmann. Niederd. Schomann.

=Schuhwerk= III. mhd. schuochwürke „Schuhmacher“.

=Schuwirth, -wicht= s. Schubert.

=Schuknecht= III. landschaftl. „Schuhmachergeselle“. Nieder. Schoknecht.

=Schüler= III. in älterer F. Schuler = scolaris „Student“ -- auch Schuller (österreich.).

=Schult-= s. Schultheiß.

=Schultheiß= III. ahd. scultheiȥo, mhd. schultheiȥe urspr. „der Verpflichtungen und Leistungen (schult) heißt d. i. befiehlt“; Zivilrichter, Vogt.

FN. Schultheiß -- verkürzt Schultheß; Schultes; Schults -- gew. in der Schreibung mit z: Schulze (Schultze); Schulz (Schultz; die Form mit e ist die ältere) -- der häufigste deutsche FN. (S. 43), wenn auch im Süden minder häufig als im Norden (in München 1876 nur 22 mal). Gen. Schulzen.

Mit Abschwächung des u in o: Scholze; Scholz (schlesisch, wie auch das Zwitterwort „Scholtisei“). Gen. Scholzen (am Rhein, Rgb. Trier).

Niederd. Schulte (westf.), vgl. mittelniederd. scultheite, scultete. Gen. Schulten; Schultens -- Scholten (Rees).

Verlateint: Scultetus. Gen. Scultety. Auch Praetorius.

Zss. verhältnismäßig nicht zahlreich: Eberschulz. Hirtschulz. Rothschulz. Schwarzschulz.

Bergschulte. Brinkschulte. Bowenschulte. Hofschult (vgl. „Hofschulte“ Immermann Münchhausen). Kleeschulte. Klosterschulte. Middelschulte. Nachbarschulte. Niederschulte. Voßschulte -- alle diese wieder in Westfalen, wo häufig auch eine Familie durch den Zusatz des Ortes in loser Verbindung mit dem Namen näher bestimmt wird: Schulte-Bocholt. Sch.-Castrop. Sch.-Delwig. Sch.-Loh usw. durch das ganze Alphabet.

=Schulz-= s. Schultheiß.

=Schumacher= III. mhd. schuochmacher.

FN. Schuhmacher -- älter Schuchmacher. Niederd. Schomaker. Gen. Schomakers (Lingen).

=Schumann= s. Schuhmann.

=Schünemann= s. Scheunemann.

=Schupp= s. Scut.

=Schüppelz= s. Schüttpelz.

=Schur-, Schür-= s. Scur.

=Schürmer= s. Schirmer.

=Schürholtz= s. Scir.

=Schüßler= III. mhd. schüȥȥeler „Verfertiger von (hölzernen) Schüsseln und Näpfen“.

FN. Schüßler. Niederd. Schöttler -- Schüttler.

=Schuster= s. Sutor.

=Schütt-= s. Schütze.

=Schüttenhelm= III. Satz-N. „schüttle den Helm“. Entstellt Schittenhelm, Schitthelm (Wien).

=Schüttesper= III. Satz-N. „schüttle den Speer“ (vgl. englisch Shakespeare, auch Breakspeare). Entstellt Schutzbar.

=Schüttler= s. Schüßler.

=Schüttpelz= III. Satz-N. „schüttle den Pelz“ (vgl. Schuddefell). Cunrad Scutdepelz 1225. Auch Schüppelz.

=Schütze= III. ahd. scuzzo, mhd. schütze der „Schütze“. (Meist jedenfalls aus der 3. Periode, wenn auch vereinzelt schon im 9. Jh. der EN. Scuzzeo in gleicher Bed.).

FN. Schütze; Schütz.

In Zss. wohl nur in der verkürzten F.: Büchsenschütz. Feuerschütz (niederd. vuurschutte 14. Jh.). Flurschütz; Flohrschütz. Waldschütz.

Niederd. Schütte. Gen. Schütts (ostfries.); Schütten (niederrhein., Mörs).

Zss. Wildschütte (westf.). Schüttenkötter (westf.).

=-schütz= in ON. slawisch, s. -schitz.

=Schützendübel= III. Satz-N. „schüttle den Teufel“. Falsch verhochd. aus Schuttenduvel 1601 (ahd. scuttan, mhd. schütten „schütteln“).

=Schuwert= s. Schubert.

=Schwabe, Schwab= a) 1. s. Swab b) III. einer aus dem Volksstamm der Schwaben.

=Schwabedissen= III. urspr. ON., verkürzt aus Schwabedishusen (Kolonat, Preuß 33. 34).

=Schwabel, Schwäbig= s. Swab.

=Schwager= III. zu den Verwandtschafts-N. Zss. Altschwager. Lüttschwager (verlateint Micraëlius).

=Schwaiger= s. Schweiger.

=Schwalbe, Schwalb= III. mhd. swalewe die „Schwalbe“ (auch eine Art Harfe).

=Schwan= a) I. s. Swan b) III. der „Schwan“ (als Häuserzeichen).

=Schwan-, Schwann-= s. Swan.

=Schwarz= III. der „Schwarze“ (Brünette), vgl. Burchard der swarze 12. Jh. (doch wird auch schon im Ahd. swarz zur Namenbildung verwendet, s. Swarz).

FN. Schwarze; Schwartz. Niederd. Schwarte.

=Schwärzfirm= III. (München) „Schwertfeger“, entstellt aus Swertfürb von mhd. vürben „putzen, fegen“ (vgl. Volrich des swertfürben hûs in der munse ze Tüwingen gelegen. 1315 Bacm.).

=Schweb-= s. Swab.

=Schwed-= s. Swinth.

=Schwegler= III. ahd. swegelâri mhd. swegelaere „Flötenbläser“, vom mhd. swegele, einer kleinern Art Flöte, bayr. und schwäb. noch „Schwegel“ (daher FN. Schwegelbauer).

=Schwehr, Schweier= s. Swinth (V.).

=Schweickard, Schweigert= s. Swinth.

=Schweiger= III. ahd. sweigâri, mhd. sweiger „Hirt, Senne“.

FN. Schweigger, Schwaiger.

=Schweim= s. Swinth (zweist. K.).

=Schwein= III. ahd. mhd. swîn, Schwein; auch Wildschwein. Mit den Zss. Eberschwein; Meerschwein -- Schweinebraten; Schweinefuß; Schweinshaupt (z. T. ON., wie auch Schwein selbst).

=Schweizer= III. Volksname. Auch in der älteren Form Schwyzer.

=Schwend-= s. Swinth (V., einst. K.).

=Schwenecke= s. Swan.

=Schwenn-= s. Swinth (einst. K.).

=Schwer-= s. Swinth (V.).

=Schwerdtfeger= III. „Waffenschmied“ (urspr. „der das Schwert fegt“, d. i. blank erhält).

=Schwet-= s. Swinth (V., einst. K.).

=Schwich-, Schwick-= s. Swinth (V.).

=Schwidd-= s. Swinth (V., einst. K.).

=Schwiebert= s. Swinth (V.).

=Schwied-= s. Swinth (V., einst. K.).

=Schwiefert, Schwieg-= s. Swinth (V.).

=Schwier-= s. Swinth (V.).

=Schwietzke= s. Swinth (einst. K.).

=Schwincke, Schwind-, Schwinn-= s. Swinth (einst. K.).

=Schwippert= s. Swinth (V.).

=Schwitt-= s. Swinth (V., einst. K.).

=Schwob= s. Swab.

=Schwon= s. Swan.

=SCILD= I. got. skildus, ahd. skilt, mhd. schilt „Schild“. Scilcolt. Mit der Übergabe des Schildes und der Frame wurde der german. Knabe wehrhaft (Tac. Germ. 14).

FN. (Sciltberaht): Schilbert.

(Scildfrid): Schilfert.

(Schilthart): Schildert -- Schillert.

(Schiltheri): Schilter -- Schilder -- Schiller -- Scheller.

(Schiltwin): Schellwien.

Einstämmige Kürzung Scild-.

Scilto: Schilde; Schild -- Schill -- Scheldt. Gen. Schelten. Patr. A. Schilling -- Schelling.

Vklf. (k): Schilke. (k + n): Schildgen -- Schilken. Patr. A. Schilking.

=SCIR= I. got. skeirs, ahd. skîr, mhd. schîr „lauter, rein“ (schier). Scirbald.

FN. (Scirgaud): Schiergott.

(Scirold): Schirott. Gen. Schierholtz -- Schürholz.

Einstämmige Kürzung Scir-.

Sciri: Schirrey -- Schier (Schire VN. Klemp.). Patr. A. Schiering.

=SCROT= I. ahd. scrôtan, mhd. schrôten „hauen, schneiden“ (schroten).

FN. Scrutolf: Schraudolph.

Einstämmige Kürzung Scrot-.

Scroto: Schroth -- Schrott -- Schrauth.

Vklf. (k): Schrotke -- Schrocke. (l): Schrötel -- Schrödl.

Zweistämmige Kürzung Scrotb-.

(Scroppe): Schropp -- Schröpf -- Schrupp.

=SCUR= I. got. skura, ahd. scûr, mhd. schûr „Unwetter (Schauer), Kampf“.

FN. Scuriprant: Scheuerbrandt.

Einstämmige Kürzung Scur-.

(Scuro): Skuhr -- Schure -- Schür -- Schaur; Schauer -- Scheuer. Patr. A. Schüring -- Scheuring.

Vklf. (l): Scheurell. (l + n): Scheurlen; Scheuerlein. (k): Schurig -- Schürch -- Schaurich -- Scheurich. Gen. Schürkens. (z) Scurizo: Schurz.

=SCUT= I. ahd. scuttan „schießen“ Scothard.

FN. (Scotbald): Schobelt.

Einstämmige Kürzung Scut-.

(Scuto): Schott.

Vklf. (l) Scudilo: Schottel -- Scholle. (z) Scuzzeo: Schoß.

Zweistämmige Kürzung Scutb-.

Scopo: Schupp -- Schopp.

=Seb-= s. Sig (V., zweist. K.).

=Sebastianus= III. griech. der „Ehrwürdige“, Übersetzung von Augustus; Märtyrer unter Diocletian.

FN. Bastian -- Wastian. Bastl. Gen. Bastians.

Vklf.(süddeutsch): Wastl. Bästlein. Patr. A. Wastler.

=Sedelmayer= III. „Pächter auf einem Sedelhofe“ d. i. einem adeligen Sitze (Steub).

=See= III. in ON. ahd. sêo, mhd. sê „See“ (Landsee und Meer).

FN. v. Blanckensee. Duwensee (O. Duvensee). Isensee. v. Langensee. Poggensee. v. Waldersee. Weißensee.

=Seeb-, Seeg-, Seeh-= s. Sig (V.).

=Seefried= s. 1) Sew 2) Sig (V.).

=Seel-= s. 1) Sal 2) Sigil.

=Seemann= a) I. s. Sew b) III. der „Seemann“.

=Seepolt= s. Sig (V.).

=Seer= s. Sar.

=Seewald= s. 1) Sig (V.). 2) Sew.

=Seez-= s. Sig (einst. K.).

=Seff-= s. Sig (V.).

=Seg-, Sege-= s. Sig (V., einst. K.).

=Segeler= s. Sigil.

=Segelke= s. Sig (einst. K.).

=Segenschmidt= III. „Sensenschmied“ (s. Segisser).

=Seggeling= s. Sig.

=Segisser= III. „Sensenschmied“, vom ahd. segansa, mhd. segense, zsgz. Sense, doch in der alemannischen Mundart noch „Sägese“.

FN. Segisser -- Sägesser (schweiz., alt Segenser, Segesser 1421 Basel).

=Sehling= s. Sal.

=Sehm= s. Sig (zweist. K.).

=Sehr-= s. Sar.

=Seib-= s. Sig (V., zweist. K.).

=Seld-= s. Sind.

=Seldenschwantz= III., alt. Seydenswantz 1372 Augsb. „seidne Schleppe“ (vgl. mhd. swanz Schleppe des Frauenkleides) -- erst später zur Bezeichnung des Vogels (aber auch ON.).

=Seidenstücker= III. = Seidensticker.

=Seierlen= s. Sig (V.).

=Seif-= s. Sig (V.).

=-seif= s. Seifen.

=Seifen= III. Siefen, niederd. Siepen in ON. zu mundartl. siefern, siepen, siepern „durchsickern“ (schles. Gebirgsbäche auf -seifen, „Siepe“ in Westfalen ein Boden, wo überall Wasser durchdringt). Jetzt ein paar hundert ON. auf -seifen, -siefen; -siepen.

FN. 1) Steinseifen. Wollseiffen (O. -seifen). -- Dornseif (Rheinprovinz, Kr. Lennep). -- Seifenmoser.

2) Giersiefen. Hirzsiefen. Müllensiefen. -- Schlingensief.

3) Bovensiepen. Langensiepen. Mühlsiepen. -- Silbersiepe. -- Finkensiep. -- Brooksiebe (alle niederrheinisch, und westfälisch). -- Sepmeier.

Ableitung auf -er: 1) Dornseifer. Steinseifer (oberd.). Rabenseifner. 2) Ballsieper. Kottsieper (westf.).

=Seigerschmid= III. (württ.) „Uhrmacher“.

=Seil-= s. Sig (einst. K.).

=Seiler= III. mhd. seilaere. Als FN. auch in der Schreibung Sailer.

=Seim-= s. Sig (V., zweist. K.).

=Seip-= s. Sig (zweist. K.).

=Seiß, Seitz= s. Sig (einst. K.).

=Seißenschmidt= III. niederd. „Sensenschmied“.

=Seiw-= s. Sig (V.).

=Seldner= III. „der auf einer Selde wohnt“, ahd. selida Wohnhaus eines ärmeren Landmanns mit keinem oder nur wenig Grund und Boden. Dagegen Seltner „einer aus Selten“.

=Seligo= s. Sal.

=Sell-= s. 1) Sig (einst. K.) 2) Sal.

=Selohff= s. Sig (V.).

=Seltenreich= III. entstellt aus urspr. Säldenreich d. i. saelden rîch „reich an Glück und Heil“.

=Semmler= III. s. Simmeler.

=Semp-= s. Sind.

=-sen= s. 1) Sohn (S. 35) 2) Haus.

=Sendel= s. Sand.

=Seneschall= III. ahd. senescalh d. i. primus servorum, später „Truchseß“. (In die rom. Sprachen übergegangen, franz. Sénéchal.)

=Senf= III. zu den N. von Speisen, vgl. Berthold Senep 1531 (Lipp. Reg.). Lat. Sinapius. Zss. Senfmacher.

=Sengelaub= III. Satz-N. (s. Aschenbrand S. 41). Hierher auch wohl Sengebusch; Sengewald -- Sengstock „der die stehen gebliebenen Baumstümpfe (Stubben) ausbrennt“.

=Senteck, Sentz= s. Sand.

=Sepmeier= III. 1530: Hermann uppen Sepe (s. Seifen).

=Sepp= s. Josephus.

=Seraphim= II. Mehrheit von (hebr.) Seraph (vgl. ital. Cherubini).

=Serick= s. Sig (V.).

=Serig, Sermann, Serre= s. Sar.

=Seßle= s. Sahs.

=Sethe= s. Sind.

=Setzepfand= III. Satz-N. „der statt zu bezahlen, gern ein Pfand setzt“. Hinrik Setzepand 1356.

=Seub-= s. Sig (V.).

=Seuter= s. Sutor.

=SEW= I. got. saivs, ahd. altsächs. sêo „Meer.“ Schwer von Sig zu trennen, dessen entartete Formen in Se- übergehen.

FN. Sefrid: Seefrid.

Seman: Seemann.

Sewald: Seewald.

=Sew-, Sey-= s. Sig (V.).

=Siats= s. Sind.

=Sib-, Sich-= s. Sig (V.).

=Sichler= s. Sigil.

=Sick-= s. Sig (V., einst. K.).

=Sickler= s. Sigil.

=Sid-= s. Sind.

=Sieb-= s. Sig (V., zweist. K.).

=Sieck-= s. Sig (einst. K.).

=Siede= s. Sind.

=Siedentopf= III. niederd. sîdentop „Seidenzopf“. Vgl. „Ir zöpfe, wol bewunden überal mit borten und mit sîden.“ (Wigalois.)

=Siedenkampf= III. „der auf dem niedrigen Kamp“, wie manche Orte in Norddeutschland durch den Zusatz Hohen- u. Sieden- unterschieden werden.

=Sief-= s. Sig (V.).

=-sief, -siefen= s. Seifen.

=Sieg-= s. Sig (V., einst. K.).

=-sieg= s. Siek.

=Siegeler= s. Sigil.

=Siegesmund= s. Sigis.

=Siegrist= III. ahd. sigristo, mhd. sigriste aus mittellat. sacrista der „Sigrist, Mesner“ (süddeutsch; auch in Schillers Tell).

=Siehdichum= III. Satz-N. „tres montes, qui Circumspicite sive Se thic umme nominantur“ (Först.). Dah. FN. Sydicum; Südekum. (Jost Su dick umme 1588.)

=Siehl= s. Sig (einst. K.).

=Siehler= s. Sigil.

=Siek= III. in jetzigen Mundarten „feuchte Niederung“, vgl. altnord. sik See, Kanal, ahd. gisic Sumpf.

FN. Bodensiek. Buddensieg. Heidsiek (= Heideniederung). Krumsiek; Krumsieg. Lämmersiek. Nebelsiek. Nordsiek. Schachtsiek. Ellersig. -- Auch Siekmeyer.

=Siel-= s. Sig (V., einst. K.).

=Siem-= s. a) I. Sig. (V., zweist. K.). b) II. Simon.

Siep- s. Sig (zweist. K.).

=-siep, -siepen, -sieper= s. Seifen.

=Sier-= s. Sig. (V.).

=Sietsch, Sietze= s. Sig (einst. K.).

=Siev-= s. Sig (V.).

=Siew-= s. Sig (V.).

=Sif-= s. Sig (V.).

=SIG= I. got. sigis, ahd. sigu, mhd. sige, sic „Sieg“. In PN. seit dem 1. Jh. nachweislich (Cheruskerfürst Segimer Tacitus Ann.).

FN. Sigibald: Siebold; Siebel, Sybel; Sibeth -- Sebald; Seepolt -- Seybold; Seypold; Seibeld; Seibel; Seyppel; Seibt -- Seubel. Gen. Siebolds; Siebels, auch Siebelis, woraus (nach Andresen) umgedeutet Siebelist und Siebenlist. Patr. A. Siebeling -- Seibolter (S. 36).

Sigiperaht: Siebrecht; Zyprecht; Siebert; Siebarth, Siebard; Sieber -- Ziebarth -- Siphardt; Siewert -- Sibbert -- Segebrecht; Segebart -- Sebert; Seeber -- Seibert; Seiber -- Seubert. Gen. Sybertz -- Siebraß (= Sigbrechts Preuß 14). Patr. A. Sieberling -- Sipperling -- Seiberler.

Sigibrand: Siebrand -- Sibbern -- Seebrandt. Gen. Zybrandts -- Sieberns.

Sigibodo: Sieboth -- Segebade -- Segebath -- Seebode; Seebade -- Seyboth -- zsgz. Seibt.

Sigifrid: Siegfried -- Siefert; Sifard -- Siffert -- Seffert -- Seifried; Seifert; Seyfahrt; Seifhardt; Seiffer (Seifermann) -- Seuffert; Seufer -- Seefrid. Gen. Siefers -- Seifritz.

Sigifuns: Siefuß. Vklf. (l): Seifüßl.

Sigihard: Sighart; Siegert -- Sichart -- Sickert; Zickert -- Seegert, Sägert.

Sichar: Sieger -- Sicher -- Seger -- Seyer. Zss. Sickermann -- Zickermann. Gen. Siegers -- Segers. Patr. A. Seyring. Vklf. (l + n): Seierlen. Patr. A. Segerling.

Sigirod: Siegroth (doch auch ON. s. -rode) -- Sirot.

Sigileip: Sielipp; Sielaff.

Sigilant: Siegland -- Sieland.

Sigiman: Siegmann -- Sickmann -- Siemann -- Seegmann.

Sigimar: Simar; Siemer -- Simmer -- Seymer. Gen. Siemers. Patr. A. Siemering. Vklf. (l + n): Simmerlein.

Sigimund: Siegemund; Siegmund -- Siemund; Simond -- Segemund -- Seimund. Gen. Simmonds.

Sigimuot: Simmet.

Sigarich: Sierich; Sierck -- Seehrich; Serick -- Seyrich.

Sigivald: Siegwald -- Seewald -- Seiwald -- Ziegold.

Sigiwart: Sigwart -- Siewerdt -- Seward -- Seiwert. Gen. Siewerts; Siewets (ostfries.) -- Süvern. Patr. A. Sieverding; Sievering. Patr. Zss. Sieversen (Schlesw.).

Sigiwin: Siegwein -- Siebein -- Seffen. Patr. A. Sewening.

Sigiwolf: Siloff -- Selohff.

Einstämmige Kürzung Sig-.

Sigo, Sicco: Sieg -- Sigge -- Sicke. Gen. Sikkes (Emden, Sikke VN.) -- Siecke -- Sy -- Zick. Zss. Sickama (ostfr.).

Vklf. (l) Sigilo, Segilo: Siegele; Siegel (Sigl bayr.) -- Sickel -- Sieckel -- Siehl (Sielmann) -- Segel -- Sello; Selle - Seil. Patr. A. Siegling -- Sieling -- Seggeling -- Seiling. (l + n) Sigolenus: Siglen. (l + k): Segelke. (z) Sigizo: Sietze; Sietsch -- Sitz -- Segitz -- Seez -- Seitz, Saitz -- Seiß. (z + l): Seißl. (z + k): Sitzke.

Zweistämmige Kürzung Sigib-.

Sibo: Siebe -- Sipp -- Seip -- Seebo. Gen. Sieben; Siebena (ostfries.) -- Sips -- Sebes.

Vklf. (l): Siebel; Sieble -- Seible -- Seipel. Gen. Siebels. (k): Siebicke; Siebich; Siebeck -- Siepke -- Süpke. Gen. Siepkes. Patr. A. Sivekinck.

Zweistämmige Kürzung Sigf-.

(Sifs): Sief -- Seif. Vklf. (k): Siefken.

Zweistämmige Kürzung Sigim-.

Simo (Stark 114 -- durch Anfügung eines n oft dem biblischen Simon gleichgemacht): Siem -- Sehm -- Seime. Gen. Siemes; Siemen.

Vklf. (l): Siemel. Patr. A. Siemelink. Patr. Zss. Siemsen.

=SIGIL= I. Erweiterung aus Sig.

Siclehar: Siegeler -- Sickler -- Siehler Segeler -- Seeler.

(Sigilwall): Süllwolt (Preuß 7).

=SIGIS= I. Erweiterung aus Sig.

Sigismund; Siegesmund.

=Sigge= s. Sig (einst. K.).

=Sikkes= s. Sig (einst. K.).

=Silges= s. Cyriacus.

=Sim-, Simm-= s. a) Sig (V.) b) Sind.

=Simmeler= III. mittellat. similarius „Semmelbäcker“ (ahd. simila, semila, mhd. simele, semmile vom lat. simila, Weizenmehl).

FN. Simmeler -- Semmler.

=Simmergott= III. aus mhd. sam mir got, sem mir got „sowahr mir Gott (helfe)“.

=Simon= II. hebr. Schim-ôn „Erhörung“ 1) der Sohn Jakobs (Simeon) 2) N. zweier Apostel: Simon Petrus u. Simon von Kana.

FN. Schimon -- Simon (auch jüdisch), Siemon. Zss. Simonmathes. Gen. (lat.) Simonis -- (deutsch) Simons, Symons; Siemens. Patr. Zss. Simonsen.

Hermann u. Paul Simon, angenommene Söhne der verwitweten Frau Adelgunde v. Kleist, geb. v. Zastrow, 1855 geadelt: Simon v. Zastrow.

=Simp-= s. Sind.

=Simrock= III. wohl = FN. Siebenrock.

=Simson= II. hebr. Schimschôn „kleine Sonne“.

FN. Simson; Simpson -- Samson.

=Sin-, Sind-= s. Sind.

=SIND= I. got. sinths, ahd. sind, mhd. sint, altsächs. sîd „Weg, Reise, Heereszug“, wobei jedoch auch das von sind abgeleitete gisindi Begleitung (Gesinde) in Betracht zu ziehen ist.

FN. Sindebold: Simbol; Simmel.

Sindperht: Simprecht; Simper -- Semperl; Semper.

Sinthar: Sinther -- Sitter. Gen. Sinders.

Sindram: Sinram -- Simram -- Zindram, da s im Niederd., namentl. aber im Fries. in z übergeht.

(Sindleif): Sinleif.

Sindmar: Simmer. Vklf. (l + n): Simmerlein.

Einstämmige Kürzung Sind-.

Sindo, Sido: Sindt -- Sido; Siede -- Seide -- Sethe. Gen. Sindts -- Siats (Stade) -- Sidden. Patr. A. Sinning.

Vklf. (l): Siedel -- Seidel. (k) Sindiko, Sidiko: Seidig -- Sittich. Gen. Sittjes (ostfries.). (z) Sinzo: Sinz. (z + l): Sinzel.

=Singer= III. mhd. singaere „Sänger (lyrischer Dichter); Kantor“. Dyetmar der mit zunamen Singer ist genant (Marb. UB.).

=Sinther, Sinz-= s. Sind.

=Sip-, Sipp-= s. Sig (V., zweist. K.).

=Sirot= s. Sig (V.).

=Sitt-= s. Sind.

=Sitz-= s. Sig (einst. K.).

=Sivekinck= s. Sig (zweist. K.).

=Skuhr= s. Scur.

=SMITH= I. got. smitha, ahd. smid, mhd. smit „Schmied“, ahd, smîda Metall. Mindestens seit dem 9. Jh. in EN. nachweislich (S. 43).

FN. (Smidpoto): Schmittpott.

Smidhart: Schmittat.

(Smidher): Schmitter (doch auch mehrere Dörfer Schmitten in der Schweiz) -- Schmieder; zsgz. Schmier -- Schmeder.

(Smidman): Schmidtmann -- Schmedemann. Gen. Smitmans (Mörs).

(Smideald): Smital.

Einstämmige Kürzung Smith-.

Smido: Smid -- Schmid. Gen. Schmits, gew. in der Schreibung Schmitz (niederrhein.) -- Smets -- Smedes -- Schmedes; Schmeda (die letzten drei FF. ostfriesisch). Patr. A. Schmidding -- Schmitting -- Schmieding -- Schmeding -- Smeddink (westf.).

Vklf. (l): Smidilo: Schmiedel; Schmiedle; Schmiedl. (l + n): Schmidlin; Schmidtlein. (k) Smidiko: Schmidtke; Schmidge -- Schmiedicke -- Schmetje (ostfries.) -- Schmädicke. (k + n): Schmiedeken; Schmiedchen; Schmiedigen.

=SMUK= I. mhd. smücken „schmücken“.

FN. (Smuckhart): Schmuckert -- Schmückert -- Schmücker.

Einstämmige Kürzung Smuk-.

(Smucko): Sckmock. Patr. A. Schmücking.

=SNEL= I. ahd. mhd. snel „schnell“, bes. auch ehrendes Beiwort der Helden.

FN. Snelhart: Schnellhard.

Snelmann: Schnellmann.

Snelrad: Schnellrath.

Einstämmige Kürzung Snel-: Snel -- Schnelle -- Schnöll.

=Snyders= s. Schneider.

=Solmeyer= III. „der M. am Soll, Sohl“ (kleiner Sumpf).

=Solter, Sölter= s. Salzer.

=Sommer= I. III. schon im 8. Jh. Sumar. In örtlicher Zss. wie Sommerhalde bezeichnet es die Südseite, sowie Winter- die Nordseite. So auch wohl in Sommerbauer.

=Sommerlatte= III. ahd. sumarlata, mhd. sumerlate „der einen Sommer alte Sprößling, Jahresschößling“. Hartman Sumerlat 15. Jh.

FN. Sommerlatte; Sommerlath.

=Sommervogel= III. „Schmetterling“ (allemannisch-schwäb.).

=Sondermann= III. mhd. sunderman, -liute „Hörige“ (weil in keiner Genossenschaft stehend).

=Sonnabend= s. Tag.

=Sonne= a) I. Sunno 4., wohl zu sunna „Sonne“ gehörig b) III. von Häusernamen (S. 60). Nach Buck S. 261 heißen mehrere Edelhöfe in Bayern Sonne, Sonnen, dah. Sonnenmaier.

=Sonnenkalb= III. Altgot. sunnunchalbus 1228 (Bacm.) „Kugelkäfer“ (coccionella).

=Sonner= s. Sund.

=Sonntag= III. s. Tag.

=Sötebier= III. niederd. „Süßbier“ s. Bier. Auch Sötbeer.

=Spalteholz= III. Satz-N., ein „Holzspalter“.

=Spaniol= III. = Spanier, von der spanischen F. Español.

=Spannan= III. Satz-N. -- Gegensatz: Spannaus -- Spannuth, Spanuth (niederd.) „spann aus“ -- urspr. wohl Aufforderung auf einem Gasthausschilde.

=Sparnicht= III. Satz-N. „spare nicht (nichts)“. Ebenfalls Satz-N.: Sparschuh. Sparwasser.

=Specht= III. der baumhackende Vogel, welcher in der Volkssage eine Rolle spielt, indem er die „Springwurzel“ zu finden weiß (Grimm, Myth. S. 1222).

=Speckäter= III. niederd. „Speckesser“ (Spottname). Specketer 1404.

=Spelling= s. Spil.

=Spener= III. „Stecknadelmacher“. Spenen wurden früher die Stecknadeln wegen ihrer Ähnlichkeit mit Dornen genannt, gewöhnlicher verkleinert, ahd. spinula, mhd. spinele, spenel, nhd. (bayr.) Spenel, Spennadel.

=Spengler= III. mhd. spengelaere (vom ahd. spanga Spange, Beschlag), „Blechschmied, Klempner“. Oberdeutsch (s. „Spenglergäßchen“ in Augsburg).

=Sperling= III. anscheinend der Vogel, wie sich auch Spatz als FN. findet. Doch gibt es ahd. schon die Stämme spar (zu sparen) und spir (Speer) in EN.

=Spiecker= III. niederd. = „Speicher“, vgl. Mechtildis dicta de granario 1302. Davon Spieckermann „der im Speicher“.

=Spielmanns= III. (niederrhein.) ahd. spilaman, mhd. spilman Spielmann, fahrender Sänger.

=SPIL= I. ahd. mhd. spil „Scherz, Zeitvertreib -- Kampfspiel.“ Spilihard.

FN. (Spiliman): Spillmann.

Einstämmige Kürzung Spil-.

Spilo: Spiel. Patr. A. Spelling. Vklf. (k): Spilleke.

=Spindler= III. „Verfertiger von Spindeln (Drechsler)“. Auch Spiller (Gottschee) -- Spilner.

=Spittler= III. „einer aus dem Spittel“. In vollerer Form Spitaler.

=Splettstößer= III. der „Splitte“ (niederd. F. zu mhd. splîze Span, scindula), bes. wohl Dachsplitte „verkauft“, vgl. mhd. salzstoeȥer der Salz im kleinen verkauft.

=Splietop= III. Satz-N., niederd. „spleiße auf, spalte auf“ s. Spalteholz.

=Splittgerber= III. „der Splitte (s. Splettstößer) macht“. Auch Splittegarb.

=Sporer= III. mhd. sporaere „Sporenmacher“. Auch Sporrer u. Sporner. Mit Umlaut Spörer u. Spörner.

=Sprenger= III „Steinsprenger“.

=Springer= III. mhd. springaere; die „Springer“ (Tänzer, Gaukler) gehörten im Mittelalter zu den „fahrenden Spielleuten“.

=Springinklee= III. Satz-N., Springenklee (Altmarburg). Springinreif, vgl. Springinrink (Becker). Springenzaun.

=Springinsgut=, verkürzt Springsgut III. Satz-N., nach Vilmar Scherzname für einen, der mit einem Mal reich wurde (od. für einen kühnen Angreifer fremden Gutes, Schütte).

=Springmann= III. Ghezeke van dem Springhe (Quell) 1109 -- zwei Jahre später Gh. Springmann.

=Springsfeld= III. Satz-N., verkürzt aus Springinsfeld, welches noch als Appellativum einen munteren, bes. im Springen gewandten Menschen bezeichnet, vgl. FN. Springinslant (Becker).

=Spundflasche= III. von Pauli angeführt aus Münden.

=Staaßen, Staats, Staatsmann= s. Eustathius.

=Stach= s. Eustachius.

=Stadler= III. mhd. stadelaere von ahd. stadal, mhd. stadel, Scheuer (Stadel noch jetzt südd.) 1) „Aufseher über den Stadel“ 2) „Inhaber eines Stadelhofes“.

FN. Stadler (auch häufiger südd. ON.) -- Städler. Zss. Stadlmann (bayr.). Stadelbauer.

=Stadt= III. ahd. mhd. stat, altsächs. stad urspr. nur „Ort“, in ON. kaum vor dem 8. Jh. nachweisbar. Heutige FF. 1) -stadt, -statt 2) -stedt, -stätt (vom Dativ Sg. -steti) 3) niederd. -stede, -sted (so bei Klemp.: Bornestede, Lockstede, de Eykstede) 4) Plur. (Dat. -stetim) -stätten, -stetten.

FN. 1) Oberstadt. Karlstadt.

2) v. Mittelstädt. Bohnstedt. Eichstedt. Quenstedt. Arnstett. Bernstett.

3) v. Borgstede. Hammenstede. Otterstede. Willstede. Carsted (O. Karstedt) -- auch -stedde: Beckstedde.

4) v. Benstetten. Manstetten.

Ableitung auf -er (oberd.):

Hofstädter (O. -stett und -stetten). Rastätter. Achstetter (O. -stetten). Helmstetter (O. -städt, auch -stedt geschrieben). Hochstetter (O. -stadt, -stedt, -stetten in verschied. Schreibungen). Kirchstetter (O. -stetten). Brandstötter (Ober-Österr.).

=-städt= s. Stadt.

=STAHAL= ahd. stahal, mhd. stahel „Stahl“. Stahelhart 8. Stahalolf.

FN. Einstämmige K. Stahal-.

Stahal, Stalo: Stahel -- Stahl -- Stähle -- Stehely (schweiz.). Patr. A. Stähling.

Vklf. (l + n): Stähelin -- Stehlin. (k): Stehleke; Stehlich.

=Stahl-, Stähl-= s. Stahal.

=STAIN= I. got. stains, ahd. mhd. stein „Stein“ (als Waffe, vgl. hamar, auch wâfanstein).

FN. (Steinbreht): Steinbrecht; Steinbart.

Staniger: Steiniger.

Stainhard: Steinhart; Steinert.

Steinher: Steiner; Steinherr.

(Steinmar): Steinmar -- Steimar; Steimer.

(Steinrich): Steinrich.

Einstämmige Kürzung Stain-.

(Staino): Stein -- Stehn.

Vklf. (l): Steinel; Steindel -- Stainl; Staindl (öst.) (l + n): Steinlein. (k): Steinecke; Steinigke; Steinick; Steinig; Steinke.

Auslautend -stein (13 mal Först.): Adelstein.

=Stall= III. in ON.

Ableitung auf -er (oberd.):

Buchstaller; Eberstaller; Seestaller.

=Stammler= III. mhd. stamelaere, stemeler „Stammler“ (Heinrich der Stammler 1290); vgl. lat. Balbus.

FN. Stammler -- Stämmler.

=Standfest= III. Satz-N. „stehe fest“. Jünger auch Stehfest.

=STANG= I. ahd. stanga, mhd. stange „Speerstange“ (got. stiggan „stechen“).

Einstämmige Kürzung Stang-.

Stange. Vklf. (l): Stengel. (l + n): Stenglin. (z): Stentzel.

=Stange= a) I. s. Stang b) III. vgl. Heinricus dictus Stange 1294.

=STARC= I. ahd. starah, mhd. starc „standhaltend, stark“.

FN. Starkhar: Sterker.

Starcman: Starkmann.

Starculf: Starklof.

Einstämmige Kürzung Starc-.

Starco: Starke; Starck -- Stärke; Sterck. -- Vklf. (l): Starkel.

=Stark-, Stärk-= s. Starc.

=Statius= s. Eustathius.

=-stätter= s. Stadt.

=Stattmeyer= III. = Stadelmeyer s. Stadel.

=Staubesand= III. Satz-N. „stäube den Sand, wirble den Sand auf“ (Pott). Wohl ein flotter Reiter. Niederd. Stövesand.

=Stechmesser= III. Niederd. Steckmetz. „Dolch“. (Lübben, Etwas über niederd. FN. S. 5.) Entstellt: Stekemest.

=Steckmetz= s. Stechmesser.

=Sted-, -stedde, -stede, -stedt= s. Stadt.

=Stehl-= s. Stahal.

=Stefan, Steffen= s. Stephanus.

=Steg(e)mann= III. „der am Stege“. Otto van dem Stege 1272.

=Steig= III. in Zss.

FN. Mardersteig (s. Martersteck). Richtsteig.

=Stein-= s. Stain.

=-stein= s. a) I. Stain b) III. Stein.

=Stein= III. ON. Außerordentlich viele Felsen und Örter tragen diese Bezeichnung. Daneben läuft, weil die Bodengestaltung wenig Veranlassung gab, nur wenig Niederdeutsches auf -steen. Schon seit dem 8. Jh. die ältesten dieser N., wie Uncunstein.

FN. Billenstein. (O. Billstein). Brandenstein. v. Eberstein. Giebigenstein (O. Giebichenstein). Lauenstein. Frhr. vom und zum Stein. Stein von Kaminski (S. 69). (Dagegen Holstein entstellt, s. Holste.)

Ableitung auf -er (oberd.):

Buchsteiner. Fahrsteiner. Höllensteiner. Landsteiner. Obersteiner.

=Stein= III. zur Bezeichnung von Steinarten und von Werkzeugen, vgl. Zunamen: der Hagelstein 14. Jh., nachher Conrad hagelstain (Bacm.).

FN. Barnstein (niederd. = Bernstein d. i. Brennstein). Feuerstein. Goldstein (jüdisch). Kloppstein (der Klopfstein der Schuhmacher). Schornstein. Wettstein (Wetzestein).

=Steinbick= III. „Steinmetz“, von bicken = hauen. Auch Steinbicker.

=Steingrobe= III. Steingrapen (s. Grapengießer).

=Steinhauer= III. altklevisch steynhouwer „Steinmetz“.

=Steinmann= III. niederd. Stehmann aus Stênmann (Lipp. Reg.).

=Steinmetz= III. mhd. steinmetze. Als FN. auch Steinmatz.

=Stellmacher= III. der Wagengestelle macht, „Wagner“; auch norddeutsch (bei Klempin: stelmaker).

=Steng-= s. Stang.

=Stephanus= II. griech. „Kranz“, erster christlicher Märtyrer (Apostelgesch. Kap. 6-7).

FN. Stephanus. Gen. Stephani (mit Verrückung des Tones auf die mittlere Silbe). Stephan (Zss. Mühlstephan), in österreichischer Schreibung Stefan -- Stephen, Gen. Stephens; Steevens (ostfries.) -- Steffen, Gen. Steffens -- Stöffen. Patr. Zss. Steffensen. -- Stieve (Preuß 27).

Sterck s. Starc.

=Stern= III. als FN. z. T. durch Hauszeichen vermittelt (S. 60). Zss. Abendstern. Morgenstern (auch ON.). v. Lilienstern.

=Stets= s. Eustathius.

=-stetter= s. Stadt

=Steuber= s. Badstüber.

=Stibbe= s. Stid.

=Stichtenoth= III. „Stiftsgenosse, Ministerial des Stifts“. Auch Stichnoth; Stichternath.

=Sticker= III. in den Zss. Seidensticker; auch -stücker: Goldstücker.

=STID= I. (ahd. stind), angels. stîdh, altsächs. stîth „steif, strenge“.

FN. (Stidbald): Steibelt.

(Stidhard): Stiedert.

Einstämmige Kürzung Stid-.

Stinde; Stindt.

Vklf. (l): Stindl.

Zweistämmige Kürzung Stindb-.

(Stibbo): Stibbe -- Stippe. Patr. A. Stiebing. Vklf. (l): Stippl. (k): Stippich.

=Stieber= s. Badstüber.

=Stiel-= s. Stil.

=Stier-= s. a) I. Stiur b) III. „Stier“.

=Stighelli= aus Stiegele verwelscht (S. 68).

=STIL= I. zu ahd. stilli „still“, altsächs. stilljan, ahd. stillan, mhd. stillen „beruhigen, stillen“, z. T. auch wohl zu stil „Stiel“ (Speerschaft).

FN. Stilfrid: Stillfried.

(Stillihart): Stillert -- Stielert.

Stillihere: Stiller -- Stieler.

(Stillirih): Stillreich.

Einstämmige Kürzung Stil-.

(Stillo): Stille; Still -- Stiele; Stiehl. Gen. Stils. Patr. A. Stilling.

Vklf. (k) Stilico 4. (Vandale): Stilke.

=Still-= s. Stil.

=Stind-= s. Stid.

=Stinus= s. Augustinus.

=Stipp-= s. Stid.

=STIUR= I. ahd. stiuri, stûri „groß, erhaben“.

FN. Stiuri 9.: Stier -- Stuhr (auch ON.). Gen. Stiers; Stieren. Patr. A. Stühring.

Vklf. (l + n): Stierlein.

=Stöbener, Stöber= s. Badstüber.

=Stock= 1) ON. ahd. stoch, mhd. stoc „Baumstumpf“ -- geht zwar meist auf die stehengebliebenen ~Wurzelstöcke~ gefällter Bäume; doch ist in manchen Fällen auch die Bed. „Berg“ in Betracht zu ziehen, vgl. Gebirgsstock. In ON. -stock, -stöck.

FN. v. Birkenstock. Haberstock. Hilgenstock. Sengstock. (Slawisch in Rostock u. a.).

2) Pflanzen und Geräte:

FN. Rebstock (S. 61) -- Klopstock.

=Stocker= III. 1) „Gefangenwärter“, von stocken, in den Stock setzen (stoc urspr. der Block, in welchen die Füße der Gefangenen gesetzt wurden, dann Gefängnis überhaupt). 2) „Holzfäller“ (Buck).

FN. Stocker -- Stöcker -- auch Stöckler.

=Stockmann= III. „Gefangenwärter“.

=Stoff-= s. Christophorus.

=Stöffen= s. Stephanus.

=Stoffer, Stöffer= s. Christophorus.

=Stoiber= s. Badstüber.

=Stollenbecker= III. der „Stollen“, d. i. eine Art feines Weizengebäck, „backt“.

=Stolterfoth= III. niederd. „stolzer, stattlicher Fuß“.

=Stolz= III. ahd. mhd. stolz „stolz, stattlich“.

FN. Stolze; Stolz. Niederd. Stolte. (Doch deuten N. wie Stölzel, ad. Stolzelin, Stolzke, niederd. Stölting darauf hin, daß dieser Stamm schon in der 1. Periode zur Namenbildung verwendet wurde).

=Stoppel= s. Christophorus.

=Storch= III. ahd. storah, mhd. storch (s. Adebar).

=Storm, Störmer= s. Sturm.

=Stötter= s. Stadt.

=Stövesand= s. Staubesand.

=Stöwer= s. Badstüber.

=STRAL= I. ahd. strâla, mhd. strâle „Pfeil“ (die Strahlen der Sonne sind nach der Mythe die Pfeile des Sonnengottes). Stralhelm 8.

FN. (Stralheri): Strahler.

Einst. Kürzung Stral: Strahl -- Strehle.

Vklf. (k): Strehlke.

=STRANG= I. ahd. strangi, mhd. strenge „stark“. Strangolf 9.

FN. (Strangheri): Stränger.

Einstämmige Kürzung Strang-: Strang -- Strenge.

Vklf. (z) Stranzo (aus Strangizo): Stranz -- Strentz. Gen. Stranzen.

=Stränger= s. Strang.

=Stranz-= s. Strang.

=Straße= III. ahd. strâȥa, mhd. strâȥe aus lat. (via) strata „geebneter, gepflasterter Weg“.

FN. Wasserstraß. Niederd. Strate, Strote (Baltzer van der Strate 1558): van Straaten. (Kleve). v. Salm-Hoogstraeten (niederländ.). Strotkötter.

Ableitung auf -er (oberd.):

Langenstraßer. Hochstraßer. Steinstraßer.

=Straubhaar= III. „mit struppigem Haar“, vom mhd. strûben rauh emporstehen.

=Straub-, Strauß, Strautz= s. Strud.

=Streckfuß= III. Satz-N., der Streckfuß 1377. Auch Beiname des Todes (Grimm, Myth. S. 812). Streckdenfinger.

=Strehl-= s. Stral.

=Streisgrut= III. Satz-N. „streue das Gut“ d. i. ein Verschwender (wie z. B. Kaiser Friedrich III., der Träge und Geizige, seinen feurigen und unternehmenden Sohn Maximilian ein „Streudasgütlein“ zu nennen pflegte).

=Streit-= s. Strid.

=Streng-, Strentz-= s. Strang.

=Streub-, Streußel= s. Strud.

=STRID=. I. ahd. mhd. strît, altsächs. strîd „Streit“ (mit Waffen, vor Gericht).

FN. Strither: Strieder -- Stritter -- Streiter.

(Stridolf): Streitwolf.

Einst. Kürzung Strid-: Stridde -- Stritte -- Streit.

Zweistämmige Kürzung Stritb-.

(Stripo): Vklf. Striepecke.

=Stridde, Stried-, Stritt-= s. Strid.

=Stroh-, Ströb-, Strodel, Strödell, Stroll= s. Strud.

=Ström= III. schwedisch „Strom“ -- zweiter Teil der Zss. in einigen Namen, die von dem 30jähr. Kriege und der schwedischen Beherrschung Vorpommerns herstammen (S. 77).

FN. Bergström (Meckl.-Strelitz). von Tigerström (Vorpommern). Wickström (Herzogt. Lauenb.).

=Strote= s. Straße.

=Strott= s. Strud.

=Strub-, Strüb-= s. Strud.

=STRUD= I. zu ahd. strudjan, angels. strudan „verwüsten, rauben“.

FN. (Strudbalt): Strubelt -- Strobolt; Strobel.

(Strudbert): Ströbert -- Straubert -- Streubert; Streuber.

(Strudmar): Strummer.

Strudolf: Strutwolf.

Einstämmige Kürzung Strud-.

Strodo: Strud -- Strott.

Vklf. (l): Strodel; zsgz. Stroll (Strullo 8.) -- Strödell; zsgz. Ströhl -- Ströll. (k): Struck. (z) Struz; Strutz; Struß -- Strautz; Strauß. (z + l): Strützel -- Streußel.

Zweistämmige Kürzung Strudb-.

Strobo: Strube -- Straube -- Stropp. Patr. A. Strübing.

Vklf. (l): Strübel -- Straubel -- Streubel -- Strobel -- Ströbel.

=Strummer, Struß, Strut-, Strützel= s. Strud.

=Stübener= s. Badstüber.

=Stubenhauer= III. vermutlich = „Stubbenhauer“, der Baumstubben ausrodet, vgl. FN. Stubhenhouwer Klemp.

=Stüber= s. Badstüber.

=Stugart= III. mundartl. statt Stuttgart.

=Stuhr, Stühring= s. Stiur.

=Stührmann= III. niederd. „Steuermann“.

=Stüler= III. = Stuhlmacher.

=STURM= I. ahd. sturmi, altsächs. storm „Aufregung, Unwetter, Kampf“.

FN. (Sturmheri): Stürmer -- Störmer.

Einstämmige Kürzung Sturmi: Sturm; Sturmb -- Storm. Gen. Storms.

=Suchenwirth= III. Satz-N. „suche den Wirt“ d. i. einer, der das Wirtshaus zu finden weiß. So auch niederd. Sökedrunk (Lübben S. 43). Suchsbrot.

=Suchsland= III. Satz-N. „suche das Land“. Niederd. Sökeland.

=Sud= III. „Süd“ -- in Sudhof; Sudmeyer (s. Sund).

=Suder, Sudor= s. Sutor.

=Sudmer= s. Sund.

=Südekum= s. Siehdichum.

=Süllwoll= s. Sigil.

=Sulze= III. mhd. sulze, mittelniederd. sulte „Salzquelle“. Sulz, Sulza häufig in ON.

FN. Sulze -- Sulzer -- Sültmann.

=Sumsnit= III. Satz-N. „säume damit nicht“. Auch Sümenicht.

=SUND= I. zu ahd. sund „Süden“ (wie die mit Nord-, Aust-, West- beginnenden N. von den drei andern Weltgegenden).

FN. Sundhari: Sunder (Sundermann; Sündermann) -- Sonner.

(Sundmar): Sudmar.

Zweistämmige Kürzung Sundb-.

Suppo: Suppe -- Saupe.

=Sund= III. ahd. sund „Süden“, sundar, mhd. sunder -- mitteld. suder „südwarts gerichtet“. In Zss. wie Sunderhof, entstellt Sünderhauf (Andresen Volksetym. S. 62) -- Sudhof; Sudhaus -- Sundermann -- Suerjohan (Preuß).

=Süpke= s. Sig (zweist. K.).

=Suppe= s. Sund.

=Supprian= s. Cyprianus.

=Suter= III. ahd. sûtâri, mhd. sûtere, seuter (aus lat. sutor) „Schuhmacher, auch Schneider“.

FN. Sutor -- Sudor -- Suttor -- mehr verdeutscht Suter -- Suder -- Sutter (Hermann der Suter 1331); auch Suttner -- Sauter -- Seuter. Vklf. Sütterle; Sütterlin -- Seuterlin. Zss. Seutermann -- Suttermeister. (Alle diese FF. süddeutsch, bes. am Oberrhein).

Aus dem zu bestimmterer Bezeichnung gebildeten schuochsuter wurde schûchster, endlich Schuster (schon 1236 Bacm.). Zss. Kleinschuster, Sandschuster.

=Sutt- Sütt-= s. Sutor.

=Swaans= s. Swan.

=SWAB= I. zum Volksstamme der „Schwaben“ gehörig. Swabperaht u. a.

Einstämmige Kürzung Suab-.

Swabo: Schwabe -- Schwob -- Schwebe.

Vklf. (l): Suabilo: Schwabel -- Schwebel (k): Schwäbig; Schwebke.

=SWAN= I. ahd. swâna, mhd. swâne „Schwan“. Dieser wegen seiner Schönheit gefeierte Schwimmvogel spielt auch in der deutschen Mythe eine Rolle, namentlich indem die Walkyrien, die Dienerinnen des Wuotan, sich durch Anlegung des Schwanhemdes (oder Schleiers) in Schwäne verwandeln können: Schwanjungfrauen. Es war also den Germanen ein heiliger Vogel.

FN. Swanager: Schwaniger.

(Swanheri): Schwaner.

Suanehard: Schwanert.

(Swanold): Schwenold.

Einstämmige Kürzung Suan-.

(Swano): Schwane; Schwan -- Schwann -- Schwon. Gen. Swaans (ostfries.).

Vklf. (k) Suanucho: Schwanecke -- Schwannecke -- Schwanck -- Schwenecke. (k + l): Schwenkel.

=SWARZ= I. ahd. swarz „schwarz“, altsächs. swart. Swarzolf.

FN. Swarzman: Schwarzmann.

Einstämmige Kürzung Swarz-.

(Swarzo): Schwarz. Patr. A. Schwarting.

=Sweers= s. Swinth (V.).

=Swidden= s. Swinth (einst. K.).

=SWINTH= I. got. swinths, ahd. swind, altsächs. swîth „stark, heftig, geschwind“.

FN. Suindbert: Schwiebert -- Schwippert -- umgedeutet: Schweinebart (Preuß 6).

Suintfrid: Schwiefert.

Swidger: Schwieger. Patr. A. Schwiegerling.

(Swithgard): Schwickard -- Schwiegert -- Schwichert -- Schweighard -- Schweickard; Schweikert; Schweigert.

Swidher: Schwinner -- Schwieder -- zsgz. Schwier -- Schwidder -- Schweder -- zsgz. Schwehr -- zerdehnt Schweier. Gen. Schwitters -- Schwers; Sweers (ostfries.). Patr. A. Schwering -- Schwiering.

(Swindeman): Schwendemann.

(Switald): Swithal.

Einstämmige Kürzung Swinth-.

Suint: Schwindt -- Schwinn -- Schwend -- Schwenn -- Schwiede -- Schwitte -- Schwidde. Gen. Schwedes -- Swidden (ostfries.); Schwidden. Patr. A. Schwieding -- Schwenning. Patr. Zss. Schwennsen (Schleswig).

Vklf. (k): Schwindtke -- Schwincke -- Schwendicke -- Schwetje -- Schweik.

Zweistämmige Kürzung Swinthm-.

(Swimo): Schweim.

=Swithal= s. Swinth (V.).

=Sy= s. Sig (einst. K.).

=Syb-= s. Sig (V.).

=Sydicum= s. Siehdichum.

=Symons= s. Simon.

T.

=Tab-, Tabb-= s. Dag (V.).

=Tack-= s. Dag (einst. K.).

=Tadd-= s. Dad.

=Tag-, Täg-= s. Dag (V., einst. K.).

=Tag= III. Personen-Namen von der ~Zeit~ hergenommen, bes. von Zeit und Umständen der Geburt.

FN. Unter den Wochentagen bes. häufig Sonntag („Sonntagskinder“) und Freytag (als Christi Todestag frommen Eltern vorzugsweis merkwürdig, daher auch FN. Charfreytag) -- viel seltener die übrigen: Montag. Mittwoch. Donnerstag. Sonnabend. (In Berlin fand sich 1867 der N. Sonntag 28 mal, Freytag 24 mal, dagegen Montag nur 8 mal, Sonnabend nur 4 mal). Außerdem Mittag. Ostertag.

=Tägener= s. Thegan.

=Tagge= s. Dag (einst. K.).

=Täglichsbeck= III. „der ein Tägliches backt“ (s. Beck).

=Tam-= s. Thanc.

=Tandler= III. „Händler mit alten Sachen, Trödler“ (süddeutsch, z. B. in München).

=Tang-, Tank-= s. Thanc.

=Tann= III. ahd. tanna, mhd. diu tanne „Tanne“, der tan „Wald“; bei neueren Dichtern (Uhland) noch jetzt Tann = Wald. Daher ON. Tann, -tann.

FN. Tann. v. der Tann.

Ableitung auf -er (oberd.): Tanner. Gitzentanner.

=Tanz-= s. Thanc.

=Tapken= s. Thiud (zweist. K.).

=Tapp-= s. Dag (V., einst. K.).

=Täschler= s. Taschner.

=Taschner= III. „Taschenmacher“ (früher ein „Taschnergäßlein“ in Nürnberg).

FN. Taschner -- Täschner -- Däschner. Auch Taschler, Täschler und Däschler.

=Tatje= s. Dad.

=Taub-= s. Thiud (V.).

=Taube= III. Bild der Unschuld und Friedlichkeit (Noah’s T. mit dem Ölblatt; auch die entweichende Seele der Märtyrer hat oft nach der Legende die Gestalt einer Taube) -- nach Matth. 3, 16 Sinnbild des h. Geistes. Daher spielt die Taube eine Rolle in der Symbolik des Mittelalters, wo die weiße T. auf Johannes den Täufer, die purpurne auf Christum gedeutet wird, der sein Blut für die Menschheit vergoß. Die Taube als Hauszeichen S. 60.

FN. Taube. Zss. Ringeltaube.

=Tauscher= III. mhd. tûschaere „Händler“ (s. Roßteuscher).

FN. Tauscher -- Teuscher.

=Tausendfreund= III. s. Freund (bedeutet hier „tausend“ eine Verstärkung, etwa wie „Tausendschön“?). Auch Siebenfreund findet sich als FN.

=Taute= s. Thiud (einst. K.).

=Tawartmann= s. Dag.

=Tebben= s. Thiud (zweist. K.).

=Tebeding= s. Thiud (V.).

=Ted-= s. Thiud (V., einst K.).

=Teetz= s. Thiud (einst. K.).

=Tegeler= III. Klemp. Tegheler, niederd. = „Ziegler“, Ziegelbrenner.

=Tegen= s. Thegan.

=Teget= = Zehnt, in Zss. wie Tegetpferd. Tegethof -- Tegetmeyer (s. Meier).

=Tegge= s. Dag (einst. K.).

=Teibel= s. Thiud (zweist. K.).

=Teich= m. mhd. tîch, alts. dîk der „Teich“.

In mannigfachen Ortsbezeichnungen, bes. in der niederd. F. dieck (dick) in Nordwest-Deutschland (wie es auch in Münster eine „Dieckstraße“ gibt).

FN. ten Dyck. tom Dieck.

Beberdieck (Biberteich). Buddendieck. Düsterdieck. Fahldick (Fohlen-). Flaßdieck. Gräfendick. Kastendyk, Castendyck (O. Kastendick). Kranendick. Butendieck (hamburg. Inseln) -- halbverhochd. Butenteich. Mohrdieck, -dick (O. Moordeich, -diek). Mönkendieck. Oberdieck; Överdieck; Averdieck (Eutin). Papendieck. Schapdick. Schäferdick. Schweckendiek.

Ableitung auf -er (westf.): Niendiecker. Papendiecker. Pappendieker.

=Teichert= s. Dih.

=Teichmann= III. s. Teich (auch Deichmann). Niederd. Dieckmann, im Jeverlande = Deichmann.

=Teidel= s. Thiud (einst. K.).

=Teimer= s. Thiud (V.).

=Teipel= s. Thiud (V.).

=Teirich= s. Dag (V.).

=Telgenhauer= III. „der Zweige (niederd. Telgen) abhaut“.

=Tellkampf= III. s. Tilgenkamp.

=Temme= s. Thiud (zweist. K.).

=Tempel= s. Thegan (V.).

=ten, ter= III. abgeschwächt aus tom, tor, die noch erhalten sind in Tombrink (Dombrink), Tombreul (Münster), Thorbecke. Niederd. F. für zum, zur (w. m. s.) in Ortsbezeichnungen, die dann auf Personen und Familien übertragen wurden.

FN. (bes. häufig in Westfalen und am Niederrhein, in der Nähe der holländischen Grenze):

Tenbaum. Tenberge; auch Then-Berg. ten Brink. Tenbusch. ten Cate und ten Doornkaet-Koolman (ostfries.). Tendahl. ten Dyck, Tendyck („zum Teiche“). Tenhagen. Tenholt („zum Holze“). ten Hompel. ten Winkel.

Terbeck (zum Bache; niederd. de beke). Terbruggen; Terbrüggen. Terfloth. Tergast („Geest“). Terhardt („zum Gebirge“). Terhoffstedde. Terhorst. Terlinden. Termöllen (Kr. Tecklenburg); ter Meulen (Gronau, Landdrostei Hildesheim, vgl. hochd. Zurmühlen). Tersteegen. Tervoort („zu der Furt“). Auffallend mit Wechsel des Geschlechtes: ter Meer. ter Stein. -- Teröverst.

=Tenke, Tentzel= s. Thanc.

=Ter= s. ten -- doch ter Nedden s. Tornedden.

=Tet-= s. Thiud (V.).

=Tett-= s. Thiud (V., einst. K.).

=Tetz-= s. Thiud (einst. K.).

=Teub-= s. Thiud (V.).

=Teufel= a) s. Thiud (Theudobald) b) III. aus dem Kirchenlatein diabolus (griech. διάβολος) „Beschuldiger, Verlästerer“ (der Menschen bei Gott, s. Hiob Kap. 1. 2); schon ins Gotische aufgenommen als diabaulus, ahd. tiufal, mhd. tiufel. vgl. Fahland.

FN. („der Tuvel“, Appo dictus Diabolus schweiz. bei Bacm.) Teufel, Teuffel. Niederd. Düwel. Reinbert genannt Düvel, diabolus 1307 (Lipp. Reg.).

Häufig in Zss. (Satz-N. S. 52) Haschenteufel. Jagenteufel; Jageteuffel. Schlagenteufel. -- Niederd. Bietendüwel aus Bitdendüwel. Schietenduivel. -- Manteuffel. Niederd. Dusendtüfel.

=Teufelskind= III. aus dem 15. Jahrh. von Vilmar angeführt, vermutlich Abkömmling einer „Hexe“.

=Teufert= s. Thiud (V.).

=Teuscher= s. Tauscher.

=Teuth= s. Thiud (einst. K.).

=Teutloff= s. Thiud (V.).

=Teutzel= s. Thiud (einst. K.).

=Tews= s. Matthäus.

=Textor= III. Latinisierung von Weber.

FN. Textor; Texter; Textorius.

=Thad-= s. Dad.

=Thal= III. ahd. mhd. tal, alts. dal -- in ON. seit dem 8. Jh. ziemlich häufig. Heutzutage ist die Zahl der mit diesem Grundworte bezeichneten teils wirklichen Täler, teils bewohnten Örter unendlich groß: a) hochd. -thal b) niederd. -dahl; die Kürze des a hat sich erhalten in den fast ausschließlich niederösterreichischen N. auf c) -thall.

FN. 1) von Blumenthal. Engelthal. von Lilienthal. Rosenthal (88 mal ON. Rud.). In jüdischen FN. häufig bloßer Phantasie-N. (S. 66): Veilchenthal. Lewinthal.

2) Boltendahl (halb verhochdeutscht Bolzendahl). Heidendahl. Odendahl. Rosendahl. Wischendahl; Wiesendahl.

3) von Derenthall.

Ableitung auf -er (oberdeutsch):

1) Engelthaler. Reinthaler. (Auch die Joachimsthaler, abgekürzt „Taler“, gehören bekanntlich hierher). Tschurtschenthaler. Mit Umlaut Lichtenthäler.

2) Thaller. Haidenthaller. Kirchthaller. Wurmsthaller.

=-thall, -thaller= s. Thal.

=Thammsen= s. Thanc (zweist. K.).

=THANC= I. got. thagks, ahd. danch, thanc, mhd. dank „Denken, Gedanke“. Vgl. hug.

FN. Dankhart: Dankert; Dancker -- Denkert. Patr. A. Tangerding.

Thancheri: Danker -- Denker.

Tancmar, Tammar: Vklf. (l) Tammerl.

Dankwart: Dankwart; Dankwerth; Dankworth.

Einstämmige Kürzung Dank-.

Danko: Danko; Dank -- Tanke -- Denk -- Tenke.

Vklf. (l) Danchilo: Danckel -- Denkel (Danckelmann) -- Dengel. (z) Danzo: Danz -- Tanz. (z + l): Denzel -- Tentzel. Patr. A. (südd.) Denzler.

Zweistämmige Kürzung Dankm-.

Tammo (Stark S. 115): Tamme -- Damm. Gen. Tams; Tammen -- Tammena (ostfries.). Patr. A. Tamminga (ostfries.). Patr. Zss. Thammsen.

Vklf. (k): Damcke -- Tamke.

=That-= s. Thiud (V., einst. K.).

=Thäte= s. Thiud (einst. K.).

=Thed-= s. Thiud (einst. K.).

=Thees-= s. Matthäus.

=THEGAN= I. ahd. degan, thegan, mhd. degen, angels. thegn „Degen“ d. i. junger Held.

FN. Theganbald: Tempel (Preuß 11).

Theganger: Deiniger.

Theganhard: Degenhard -- Deinhardt; Deinert -- Theinhardt; Theinert -- Dähnhardt (s. Stark S. 50); Dähnert -- Dennhardt; Dennert -- Dienhart.

Theganhar: Degener; Degner (bei Klemp. VN.) -- Tägener -- Theiner -- Dehner.

Deganolt: Degenhold.

Einstämmige Kürzung Degan-.

Thegan, Degano: Degen -- Tegen -- Dein -- Thein -- Dehne.

Vklf. (l + n): Deinlein. (k): Denecke.

=Theile= s. Thiud (einst. K.).

=Thein-= s. Thegan.

=Theis= s. a) I. Dag (einst. K.) b) II. Matthias.

=Thel-= s. Thiud (einst. K.).

=Themar, Theo-= s. Thiud (V.).

=Thesen= s. Matthäus.

=Theuer, Theurich= s. Diur.

=Thewald= s. Thiud (V.).

=Thewes= s. Matthäus.

=Thias= s. Matthias.

=Thie= s. Thiud (einst. K.).

=Thiebes= s. Thiud (zweist. K.).

=Thieden, Thiel-= s. Thiud (einst. K.).

=Thiem-= s. Thiud (einst., zweist. K.).

=Thier-= s. Diur.

=Thies= s. Matthias.

=Thilo= s. Thiud (einst. K.).

=Thimmo= s. Thiud (zweist. K.).

=THIUD= I. got. thiuda, ahd. diot, mhd. diet „Volk“ -- seit dem 2. Jh. v. Chr. in PN.: Teutobod, der Teutonenfürst im Cimbern- und Teutonenkriege. In den mannigfaltigsten FF. auftretend, indem durch Ausfall des i die begleitenden Selbstlaute als alleinstehende Stammvokale erscheinen.

FN. Theudobald: Tiedebohl -- Tietböhl -- Diebold; Diepolt; Diebel -- Typold -- Dippoldt; Dippel -- Tippold -- Tippelt -- Theobald; Theopold -- Debald; Debold -- Tobald; Tobold; Topel -- Döbold; Döpel -- Taubald -- Deubold; Deubel -- Dübel -- Däuwel -- Teuffel -- Deybaldt; Deibel -- Teipel. Gen. Tiebels. Patr. A. Tebeding.

Theudobert: Tieber -- Dipper -- Dobert -- Dubbert -- Tauberecht; Taubert -- Teubert; Teuber. Gen. Dobers -- Dübbers.

Deotprant: Dittebrandt -- Dibbern -- Dettbarn -- Dubbern.

Theudofrid: Diefert; Diefer -- Düfert; Düfer -- Teufert -- Defert.

Theutegar: Ditger -- Tikker (ostfries.).

Teudhard: Dietert -- Dittert -- Dethart; Detert -- Dautert -- Daudert. Patr. A. Detharding -- Dederding.

Teuthar: Dieter (Dietermann) -- Deter (Determann) -- Teder -- Dotter -- Dödter -- Tödter. Gen. Dieders -- Deiters. Patr. Zss. Dedersen. Patr. A. Detering -- Dettring. Vklf. Dieterle (schwäb.) (l + n): Dieterlen -- Döderlein. Patr. A. Teterling.

Teuthram: Dietram.

Teutman: Dietmann -- Diedemann -- Tiedemann -- Thiemann -- -- Diemann -- Dittmann -- Tittmann -- Detmann -- Tettmann -- Tutmann -- Düttmann.

Thiudemer 4.: Diemar; Diemer -- Thiemer -- Dittmar; Dittmer -- Dettmer -- Themar -- Teimer. Gen. Tiedmers -- Dittmers -- Dettmers. Patr. A. Detmering -- Diemerling.

Theotnand: Denant.

Theudoricus 1.: Dietrich; Dietreich -- Diederich -- Ditterich -- Tittrich -- Dederich -- Dereich -- Deutrich -- Deitrich -- zsgz. Dirk (z. B. Dirck, Graf von Holland 984 -- neben Diederich). Gen. Diederichs -- Dieterichs (latinis. Dieterici) -- Dierks; Dierken -- Dirks -- Dierickx -- Derix -- Tjarks (fries.). Patr. A. Dierking. Patr. Zss. Diederichsen -- Dirksen.

Theudoald: Diethold -- Diedelt -- Ditwald -- Diewald -- Dewald -- Thewald. Gen. Dedolz.

Thiotvic: Dietwig.

Teuduin: Dewin.

Theudulf: Didolff; Diedloff -- Tietloff -- Dittlof -- Dedolph -- Dettloff; Dettlef -- zsgz. Delff -- Dötloff -- Deudeloff -- Teutloff -- zsgz. Tülf. Gen. Dethlefs -- zsgz. Delfs -- Detheleven (ostfries.). Patr. Zss. Detlefsen.

Einstämmige Kürzung Thiud-.

Tiuto, Dieto, Dudo usw. (in mehr als 50 altdeutschen FF. bei Förstemann). Diede -- Dieth -- Tiede -- Titho -- Ditt -- Thie (Stark S. 38) -- Thye -- Dede -- Thede -- Thäte -- Detto -- Dode -- Dodt -- Thode -- Tohte; Todt -- Thute -- Dudde -- Thutt -- Daude -- Taute -- Deut -- Theut. Gen. (doch auch zu Teudin 8.): Thieden; Tiedens -- Thyen -- Dittes -- Didden -- Tidden -- Tedden -- Doden -- Duden -- Tuhten -- Dudden -- Tjaden (ostfries.). -- Plur. Tydena (ostfries.). Patr. A. Dütting. (Gen.) Thedinga (ostfries.).

Vklf. (i): Thedy -- Dudey. (l) Theudila: Dietel; Dietle -- Diedel -- Titel -- Dittel -- Tittel -- Dedel -- Dodel -- Deitel -- Teidel Mit Ausstoßung des T-Lautes Thilo 8.: Dihle -- Thilo; Thiele (Thielmann) -- Tillo; Tille; Till (Tillmann) -- Thele (Thelemann) -- Thöle -- Thüle -- Theile -- Deyhl -- Dilly -- Tilly. Gen. Detels -- Dielen -- Thielen -- Tillmanns -- Thelen -- Tholen. Patr. A. Tettling -- Tiling. (l + n) Teudolin: Dietlein. (l + k): Thielicke; Tielke -- Tölke. Patr. A. Thielking; Tielker (früher Tylekink Preuß 19). (k) Theodicho: Tiedge -- Diko -- Tieck -- Ticke -- Tedicke -- Dedich -- Detje -- Docke -- Thoke -- Duttke -- Tütge. -- Gen. Tiedken -- Tietjens (ostfries.) -- Dieken -- Ditges -- Deeken -- Deetjen -- Dux (= Ducks Preuß 14). Plur. Dikena (ostfries.). -- (k + n): Didtchen -- Deutchen. (k + l): Tickel. (z) Theuzo: Dietze (Dietzmann); Dietsche -- Tietz; Tietsch -- Dietschi (schweiz.) -- Ditz; Diß -- Titze; Titsch -- Deetz -- Teetz -- Deitz; Deiß -- Deuß; Deutsch. Gen. Tietzen. Unorgan. Zss. Dietzer; Dietzold. (z + l): Dietzel; Dießl -- Teutzel -- Tetzel. (z + k) Thieziko: Titzk -- Tetzke -- Dutschke. (z + l + k): Dietzelke.

Zweistämmige Kürzung Thiudb-.

(Tiebo): Tiebe -- Dippe -- Tibbe -- Topp -- Dopp -- Töppe -- Dubbe -- Tubbe. Gen. Thiebes -- Tebben (Tebbenjohanns Oldenb.) -- Toben. Patr. A. Depping.

Vklf. (l): Diebel -- Dippel -- Tippel -- Topel -- Döbel (s. auch Theodebald) -- Deubel -- Deibel -- Teibel. Gen. Tiebels. Patr. A. Döbbeling. (l + n): Debbelin -- Döbbelin. (k): Tiebeck -- Dipke -- Döbbecke. Gen. Tapken -- Töpken.

Zweistämmige Kürzung Thiudm-.

Timo: Dieme -- Thieme -- Thimmo; Timme; Timm -- Temme. Gen. Tiems.

Vklf. (l) Dimmel -- Timmel. (k): Diemke -- Thiemich -- Timke.

=THIU= I. got. thius „Diener“, ahd. mhd. diu.

FN. Dioman: Thiemann.

Diomuod: Demuth.

Auslautend 80 mal (Först.):

-dei: Herndei.

-they: Parthey.

=Thode, Thöle, Tholen= s. Thiud (einst. K.).

=Thom-= s. Thomas.

=Thomas= II. hebr. „der Zwilling“ -- der Apostel (Kal. 21. Dec.).

FN. Thomas, Thomaß -- latinis. Thomasius -- Thoma; Thome; Thom. Gen. (lat.) Thomae -- deutsch Thoms (was aber auch zusammengezogener Nom. = Thomas sein kann). Patr. A. Thomaser (Saarlouis). Patr. Zss. Tomassen -- Thomssen.

Vklf. (k): Thömsgen.

=Thomer= s. Dom.

=Thormann= III. „Torwächter“ (oder einer „der im Tore wohnt“?). Latinis. Portius.

=Thörner= s. Türmer.

=Thorwesten= s. ter, zu.

=THRAS= I. got. thras in thrasabalthei „Streitlust“.

FN. Thrasolt: Tresselt; Tressel -- Dressel.

=Thudichum= III. Satz-N „tu dich um“. Auch Thudium (Ludwigsburg) „ein Betriebsamer“ (Erbe, Ludwigsburger FN. 1901).

=Thugut= III. österreichischer Minister unter Maria Theresia, urspr. Thunichtgut (angeblich oberösterreich. Umdeutung des wälsch-tirolischen N. Tunicotto Pott S. 39). Als er im Staatsdienst zu steigen begonnen, änderte die Kaiserin den N. in obiger Weise.

=Thüle= s. Thiud (einst. K.).

=Thum, Thüm-= s. Dom.

=THUNAR= I. ahd. thonar, donar, mhd. doner „Donner“, in EN. mit Beziehung auf Donar (nord. Thorr), den Gott des Gewitters, der mit seinem Hammer, dem Blitz, die Glutriesen verjagt. Donarperht 9.

FN. Donner. Gen. Donners.

=Thurm= III. in ON., altertüml. Thurn, ahd. mhd. turn (aus lat. turris).

FN. Thurn. Fürst von Thurn u. Taxis. v. Weißenthurn. -- Hohenthurm. Lichtenthurn (O. -thurm).

=Thürmer= III. mhd. turnaere „Turmwächter“ (noch in Goethes Götz „Thurn“ u. „Thürner“).

FN. Thürmer -- Törmer; in älterer F. Thurner; Thurnher -- Thürner -- Thörner.

=Thurn, -thurn= s. Thurm.

=Thurner, Thürner= s. Thürmer.

=Thute, Thutt= s. Thiud (einst. K.).

=Thye= s. Thiud (einst. K.).

=Thym= s. 1) Dom 2) Thiud (zweist. K.).

=Thyrolf= s. Diur.

=Tibbe= s. Thiud (zweist. K.).

=Tick-, Tidden= s. Thiud (einst. K.).

=Tidebohl= s. Thiud (V.).

=Tieb-= s. Thiud (V., zweist. K.).

=Tieck= s. Thiud (einst. K.).

=Tied-= s. Thiud (V., einst. K.).

=Tieges= s. Matthias.

=Tiel-= s. Thiud (einst. K.).

=Tiem-= s. Thiud (V., zweist. K.).

=Tier-= s. Diur.

=Tiet-= s. Thiud (V., einst. K.).

=Tietsch, Tietz-= s. Thiud (einst. K.)

=Tigges= s. Matthias.

=Tikker= s. Thiud (V.).

=Tilgenkamp= III. „mit Stecklingen (niederd. Telgen) besetztes Feld“. Daraus Tillenkamp -- Tellkampf.

=Tiling, Till-= s. Thiud (einst. K.).

=Tim-, Timm-= s. Thiud (zweist. K.).

=Timmermann= s. Zimmermann.

=Tipp-= s. Thiud (V., zweist. K.).

=Tippenhauer= III. 1590: Tubbenhauer (Tubben = Zuber).

=Tiroff, Tirold= s. Diur.

=Tischer= III. mhd. tischer der „Tischler“ (niederd. noch jetzt „Discher“, im Stolper KB. hochd. „tischer“ 17. Jh.).

FN. Tischer; Tischler -- Dischler.

=Tissen= s. Matthias.

=Tit-= s. Thiud (V., einst. K.).

=Titsch, Titz-= s. Thiud (einst. K.).

=Tjaden= s. Thiud (einst. K.).

=Tjarks= s. Thiud (V. Dietrich).

=Tob-= s. Thiud (V., zweist. K.).

=Tobaben= III. (hamburg. Inseln) „zu oben“.

=Tobel= III. „Schlucht“. Häufiger ON. in Südd. FN. Tobler (schweiz.).

=Tobias= II. hebr. Tobijja „Güte Jehovah’s“.

FN. Tobias -- Tobis -- Tobey. Patr. A. Tobiassen; Tobiesen.

=Tochtermann= III. zu den Verwandtschafts-N. (s. Eidam).

=Todt= s. Thiud (einst. K.).

=Tödter= s. Thiud (V.).

=Tohte, Tölke= s. Thiud (einst. K.).

=Tolkmit= III. ON. Tolkemit.

=Töllner= s. Zöllner.

=Tom= niederd. = zum in N. wie tom Dieck, tom Have, Tombrink, Tombreul (s. Zu).

=Tömmel, Tompert= s. Dom.

=Ton-, Tön-= s. Antonius.

=Top-= s. Thiud (V., zweist. K.).

=Töpfer= III. jüngere Bildung für Hafner, welches schon ahd. hafinâri; vgl. im J. 1482 topffer = hafner.

FN. Töpfer. Töpfner. Niederd. Pötter (holl. de Pottere S. 40). Latinis. Figulus.

=Töppe= s. Thiud (zweist. K.).

=Tor-= in Zusammens. wie Tormählen (s. ter, zu).

=-torf= s. Dorf.

=Torffstecher=, auch Dorfstecher III., bemerkenswert als eigentüml. norddeutscher N. (z. B. in Pommern).

=Tornedden= III. niederd. 1590: Hans dar nedden „dort unten“. (Lipp. Reg.). Abgeschwächt ter Nedden -- falsch verhochd. _zur Nedden_; Zurnieden.

=-torp, -torpf= s. Dorf.

=Tovote= III. niederd. „zu Fuß“. Gegensatz: Hinrek Uppenperde 1479.

=Trabant= III. „Fußsoldat“ („Vothknecht“ Klempin, diplom. Beitrag S. 626). Aus ital. trabante, Soldat von der Leibwache der deutschen Kaiser (wohl gebildet aus dem deutschen „traben“ mit der ital. Endung des Part. Präs.).

FN. Trabant -- Drabant.

=Träger= III. ahd. tragâri mhd. trager (Elbing. Urk. Michel der treger 1484).

FN. Trager -- Träger -- in mehrfachen Zss.: Bornträger. Eisenträger. Felgenträger. Flaschenträger. Kreutzträger. Mehlträger.

=Tramsmeyer= s. Bertram.

=Trau-= s. Drud (V., einst. K.).

=Traube= a) I. s. Drud (zweist. K.) b) III. die „Traube“ -- auch N. von Gasthöfen.

=Traxler, Träxler= s. Drechsler.

=Tremöhlen= III. niederd. aus ter Möhlen „zur Mühle“ (S. 54).

=Tress-= s. Thras.

=Treucke, Treuge= s. Drud (einst. K.).

=Treut-= s. Drud (V., einst. K.).

=Trinkaus= III. leichtverständlicher Satz-N. zsgz. Trinks. Niederd. Hans Drinkuth 1529 (Ilsenb.).

=Tripmaker= III. niederd. „Halbsammetweber“.

=-troff= s. Dorf.

=Trolf= s. Drud (V.).

=Trolle= s. Drud (einst. K.).

=Trommer= s. Trümper.

=Trompeter= III. mhd. trumpeter, trummeter -- vom ital. trombetta, franz. trompette „Trompete“ (aus ital. tromba).

FN. Trompetter; Trompeter -- Trümpter -- Trompter -- Trumeter -- Drommeter.

=-trop= s. Dorf.

=Troschel= s. Drud (einst K.).

=Trabe= s. Drud (zweist. K.).

=Truchseß= III. ahd. truhtsâȥo, mhd. truhsaeȥe „im Volke ~sitzender~ und ihm vorsitzender Gefolgshauptmann“, Anführer und Verpfleger der ~Gefolgschaft~ (truht); später eines der vier großen Hofämter: kameraere, schenke, truhsaeȥe (lat. dapifer), marschalc.

FN. Truchseß. In mehreren adl. Geschlechtern, die früher ein Erbtruchsessen-Amt besessen: Tr.-Waldburg. Tr. von Wellerswalde. -- Mittellat. drossatus, woraus Droste, Gen. Drosten (drosthe Klemp. S. 491 im Sinne von Aufwärter bei Tische).

=Trude, True= s. Drud (einst. K.).

=Trühl, Trülle= s. Drud (einst. K.).

=Trüloff, Trum-= s. Drud (V.).

=Trumeter= s. Trompeter.

=Trummer, Trümmer= s. a) I. Drud (V.) b) III. Trümper.

=Trümper= III. ahd. trumpari „Trompeter“, vom ahd. trumba aus ital. tromba Trompete.

FN. Trümper; Trümmer -- Trummer -- Trommer -- auch wohl Trümpler -- schweiz. Trümpy.

=Trümpter= s. Trompeter.

=-trup= s. Dorf.

=Trupel= s. Drud (zweist. K.).

=Trut, Trüter= s. Drud (V.).

=Trutzel= s. Drud (einst. K.).

=Tschudi= III. zuerst 1127 Schudi, nach Beckers Vermutung schweizerische Umbildung des lat. judex „Richter“.

=Tubbe= s. Thiud (zweist. K.).

=Tucher= III. „Tuchmacher“.

=Tuchhändler= III. sehr entsprechender jüdischer FN.

=Tuhten= s. Thiud (einst. K.).

=Tülf= s. Thiud (V.).

=Tulke, Tulpracht= s. Duld.

=Tyroler= III. in der alten Schreibung = „Tiroler“. Auch Tyroller.

=Tum= in N. wie Tumbreul, Tumbrinck, Tumbült, niederd. (s. Zu).

=Tütge= s. Thiud (einst. K.).

=Tutmann= s. Thiud (V.).

=Twiete= III. auch Tweete. niederd. „Durchgang“, bes. zwischen Hecken, in Twietmeyer.

=Typold= s. Thiud (V.).

=Tyrold= s. Diur.

=Tyssen= s. Matthias.

U.

=Uckert, Uffert, Ufer= s. Aud (V.).

=Uhde= s. Aud (einst. K.).

=Uhl= s. Othal (V., einst. K.).

=Uhle= III. niederd. „Eule“, in Zss. wie Uhlenbrauk (Eulenbruch), Uhlenkamp -- Uhlemeyer.

=Ühle= s. Othal (einst. K.).

=Uhmeyer= III. = Uhdemeyer s. Aud.

=ui= = =ü= in österreichischen N.: Uibel, Uiberlacher, Uichtritz v. Steinkirchen u. a.

=Ul-, Ull-= s. Othal (V., einst. K.).

=-um= s. Heim III.

=Umbrecht, Umfried= s. Un.

=Umbscheiden= III. = Unbescheiden, vgl. Walther gen. Unbezhaiden 1304. Schon mhd. angeglichen: umbescheiden, das Gegenteil von bescheiden d. i. verständig; rücksichtsvoll. Verkürzt: Unbescheid -- Umscheid.

=UN= I. zu ahd. unnan „gönnen, gewähren“.

FN. Unebert: Umbrecht.

Unifred: Umfried.

Einstämmige Kürzung Un-.

Unno: Uno. Vklf. (k) Unico: Gen. Oncken.

=Unbehaun= III. doch wohl s. v. a. (in demselben Bilde) „ungehobelt, unpoliert“. Üllein der Unbehowen 1352.

=-ung= I. Patronymika bildend (s. ing): Adelung -- abgestumpft -ong: Amelong.

=Ungefug= III. mhd. ungefüege „ungeschickt“, aber auch „übermäßig groß und stark“. Fridrich Vngevuge 1260.

=Ungeheuer= III. mhd. ungehiure „unheimlich, häßlich“.

=-ungen= III. in ON., Nebenf. zu ingen.

FN. v. Bodungen. v. Kauffungen. Mitunter abgekürzt in -ung: Breitung (O. Breitungen). Gerstung (O. Gerstungen). Ableitung auf -er: Hagenunger (Baden).

=Ungenannt= III. merkwürdiger N., eig. einen Widerspruch in sich selbst enthaltend.

=Ungewitter= III. bildlicher N.

=Unglenk= III. mhd. ungelenke „ungelenk, unbiegsam“.

=Unkraut= III. urspr. Übername (Tobler-M.).

=Untiedt= III. niederd. „Unzeit“.

=Unverdorben= III. mhd. unverdorben „nicht unglücklich, erfolgreich“.

=Unverzagt= III. mhd. unverzaget „unverzagt, nicht blöde“.

=Upderworth= III. niederd. So auch Uppendahl; Uphoff; Uppenkamp, halbverhochd. Uffenkamp.

=UR= ahd. ûro, mhd. ûr der „Ur“, Auerochs (S. 17). Urhart. Urold.

FN. (Urschalk): Urschall.

Einstämmige Kürzung Ur-:

Uro: Auer -- Ühre.

Vklf. (k) Urico: Urich.

=Urbanus= II. lat. der „Städtische, Höfliche“.

FN. Urban -- Orban.

=Urner= III. „einer aus Uri“.

=Utermark= III. „aus der Mark“.

=Utermöhlen= III. niederd. „aus der Mühle“. Schon Gött. UB. 1426 ut der Molen, und 1488 Utermolen.

=Uth-, Utz= s. Aud (einst. K.).

=Uulkes= s. Othal (einst. K.).

V.

(Aussprache des v: in den rein lateinischen Wörtern Valentinus, Venator, Vincens und ihren meisten Ableitungen weich, wie w, in allen übrigen hart, wie f.)

=Vack= s. Fag.

=Vadder= s. Vater.

=Vagd, Vagedes, Vagts= s. Vogt.

=Vahl= s. Fahlen.

=Valand= s. Fahland.

=Valentinus= II. lat. Weiterbildung von Valens „gesund, kräftig“. V. Bischof im 5. Jh.

FN. Valentin; Vallenthin, Wallentin. Gekürzt: Valtin -- Velten (mit hartem V., daher auch Felten). Gen. (lat.) Valentini. -- Veltjes (ostfries.).

=Valtin= s. Valentinus.

=Van= niederd. = von, vor Ortsbezeichnungen zur Bildung von FN. (s. von).

=Vandenhoeck= III. urspr. van den Hoek (so Klopstock in einem Briefe an Bodmer 1749, s. Döring, Klopstocks Leben S. 99), vom niederd. hoek „Ecke, Ende“. Vgl. Huckmeyer (= Eckmeyer).

=Vanderbrück, Vanderburgh= u. ähnl. s. unter Von.

=Varnhagen= III. (spr. Farn-) O. im Oldenb.

=Varrentrap= III. (zur) „Ochsenspur“ (S. 54).

=Vasbender= III. „Faßbinder“, Bötticher.

=Vaßhauer= III. „der Fässer zuhaut“, Böttcher. -- Niederd. Vatheuer.

=Vatebender= III. niederd. = „Faßbinder“ (s. Binder).

=Vater= III. zu den Verwandtschafts-N. Niederd. Vadder. Zss. Altvater (Großvater). Bestvater. Kindervater.

=Vatheuer= s. Vaßhauer.

=Vedder= s. Vetter.

=Vehrens= s. Far.

=Veit= s. Wid.

=-veldt= s. Feld.

=Velten, Veltjes= s. Valentin.

=Venator= s. Jäger.

=Vendt= s. Fend.

=Venn= III. ahd. fenna, niederd. fenne, nordfries. fehn, niederländ. venne, veen „Sumpf, Moor“.

FN. Van der Venne -- ter Vehn (ostfries.) Venn. -- Inhetveen -- Intfen (Mörs). -- Vennekötter.

=Ver-= in N. wie Vergeest, Verhoek, Vermöhlen, s. Von.

=Vernaleken= III. „Sohn der Frau Aleke“ d. i. Adelheid (S. 36). Ver abgestumpft aus frou, z. B. Vern Jutten grabin „der Frau Jutta Graben“ 1319.

=Vest-= s. Fast.

=Vetter= III. zu den Verwandtschafts-N. Cunrad Vetter 1312.

FN. Vetter; Vötter (Wien). Niederd. Vedder. Zss. Heinevetter (s. Hagan). Trautvetter.

Vklf. Vetterli (schweiz.).

=Vielbert= s. Fil.

=Vietmeyer= s. Wied (einst. K.).

=Vietor= = Faßbender (s. Binder).

=Villmann= III. mhd. velleman „Abdecker“.

=Vilmar= I. ahd. Filomar, „vielberühmt“. In der richtigen Aussprache lautet der N. nicht Wilmar, wie man so häufig hört, sondern Filmar (was der Verf. aus persönlicher Kenntnis mehrerer Glieder der Familie des bekannten Literarhistorikers bezeugen kann).

=Vincens= II. lat. „der Siegende“; mit der Weiterbildung Vincentius -- der h. Vincentius im 5. Jh.

FN. Vincens; Vincenz, Winzenz (österr. Schreibung). Zsgz. Ventz (Ventze = Vincentius Klemp.), woraus Vklf. Ventzke (Fentzke). Gen. Venskens.

=Virchow= III. (spr. Fircho) O. in Pommern.

=Visser= s. Fischer.

=-vitz= in Vorpommern s. -witz.

=Vitzthum= III. aus lat. Vicedominus.

FN. Vicedomini. Vitzthum (Viztum 1311). Vitzthum v. Eickstedt hatte vom Erzbischof von Mainz das Vitztum-Amt über Erfurt zu Lehen.

=Vocke= s. Fulc (einst. K.).

=Vogel= III. Hermann dict. Vogel 1159. Hans der Vogel 1377.

FN. de Vogel (Düsseld.), Vogel, Vogl (österreich.). Vklf.: Vögeli; Vögelin.

Zss. Brachvogel. Eisvogel. Grünvogel (nach Buck S. 90 aus mhd. krimvogel „Raubvogel“). Haidvogel. Krautvogel. Schreivogel, Schreyvogl (= Schreier, Charadrius vociferans Pott). Waldvogel. Wildvogel. Ziervogel.

=Vogelmann= III. „Vogler“. Verlat. Ornitander.

=Vogelsang=: III. sehr häufiger ON. „ein O., wo Vögel singen“ (bes. Waldgegend).

=Voglbeer= III. „Vogelbeere“, die (rote) Beere der Eberesche, womit Vögel, insbes. Krammetsvögel, gefangen werden.

=Vogler= III. ahd. fokalâri, mhd. vogelaere „Vogelfänger“.

FN. Vogeler; Vogler -- Vögler.

=Vogt= III. ahd. fokat, fogit, mhd. voget, voit aus mittellat. vocatus st. advocatus „Schirmherr“; der von demselben eingesetzte Stellvertreter, daher bes. „Statthalter, höherer weltlicher Richter“. Gegenwärtig auch Vorsteher ländlicher Gemeinden (in Schleswig-Holstein, Westfalen).

FN. Voget; Vogt, Voogd, Voght -- auch de Vogt (Mörs). Zsgz. Voit (wie Magd -- Maid); Voitus (der Schluß noch vom lat. advocatus).

Aus der Vermengung beider FF. (Vogt und Voit) ist die sinnlose Schreibung Voigt, Voigdt (mit stummem i) entstanden.

Niederd. Vagd (Vaget Klemp.). Gen. Voigts. Niederd. Vagedes (westf.); Vagts. Patr. A. Vögting (Lippe). Vklf. (l): Voigtel -- Vögtlin.

Zss. Dreisvogt. Hänervogt. Landvoigt. Waldvoigt. Slevoigt; Schleevoigt; Schleenvoigt. -- Voigtmann.

(Slawisch: Woita; Woyte; Woith -- Wota -- häufig in den östlichen Provinzen Preußens).

=Vohland= s. Fahland.

=Voigt, Voit= s. Vogt.

=Vol-= s. Fulc (V., einst. K.).

=Völ-= s. Fulc (V., einst., zweist. K.).

=Volland= s. Fahland.

=Von= vor Ortsbezeichnungen zur Bildung von FN. (S. 55, Adelsnamen S. 58).

Getrennt: von dem Hoff; von dem Busche-Streithorst; vom Berge; vom Ende; vom Felde; vom Kolke (Wassergrube) -- von der Borch; von der Heyden.

In eins gezogen: Vonscheidt. Vonsiepen. Vontobel. -- Vondendriesch (neben von den Driesch (Brachland). Vomhof. Vonderheydt u. Vonderheiden (neben von der Heyde). Vonderaa. Vonderbank. Vonderforst. Vonderlinden.

Niederd. van (bes. niederrhein.): van Cleve, auch van Cleef, van Dyck (Vandyck); van Nuyhs; van Geldern -- van den Bergh; van den Wyngaert (holl.) -- van der Beeck (Bach); van der Horst; van der Moolen; van der Venne; van der Voer (holl. von der Furt) -- häufig mit dem Hauptwort in eins gezogen: Vanderburgh. Vanderbrück. Vanderscheid. Vandersee.

Van der zsgz. in ver: Verbrugghe. Verfurth. Vergeest („von der Geest“, Gegensatz zu der „Marsch“). Verhoek (s. Vandenhoek). Vermöhlen („von der Mühle“). Versteegen.

Als Entstellungen erscheinen: Wanderbank. Wandersee.

=Voogd= s. Vogt.

=Vörg= s. Ferg.

=Vor= mit Hauptw. u. Art. zur Bildung von ON. und FN. Vormbaum. Vormberg. Vormschlag. Vormstein. Vormweg. -- Vormsand.

Getrennt: vorm Walde.

Vornbäumen.

=Vorreiter= III. „der fürstlichen Wagen vorreitet“.

FN. Vorreiter; Vorreuter.

=Vorster= s. Förster.

=Voß-, Vössing= s. Fuchs.

=Vötter= s. Vetter.

W.

=Waack= s. Wac.

=Waalkes= s. Wald I.

=WAC= I. ahd. wak „wach“, mit der Ableitung =WACAR= wachar, mhd. wacker, wacher „wachsam, munter“.

FN. Wagheri: Wager -- Wackermann.

Wacald: Gen. Wachholtz.

Einstämmige Kürzung Wac-, Wacar-.

Vaco, Wecho, Wacar: Wake; Waack -- Wage -- Wache -- Wecke -- Wacker. Gen. Weckes; Wex; Wecken. Patr. A. Weckering.

Vklf. (l): Weckerle. (l + n): Wecklein -- Weckherlin; Weckherlen; Weckerlein.

Auslautend -acker (23 mal Först.): Gunnacker. Heinacker. Rothacker.

=Wach-= s. Wac.

=Wächter= III. ahd. wahtâri, mhd. wahtaere, wehter.

FN. Wächter -- Wachter. Zss. Kleinwächter.

=Wadmenger= III. „Kleiderhändler“ (mhd. wât).

=Wadsack= III. mhd. wâtsac „Reisesack, Mantelsack“.

=Wag-= s. Wac.

=Wagehals= III. Satz-N. „Wage den Hals“, in älterer F. Wagenhals (Wagehals auch als Apellativ noch in der Sprache).

=Wagenblast= III. „wag’ einen Zank“ (Erbe, FN. -- vom ahd. mhd. blâst Blasen; Zorn und Zank).

=Wagener= III. ahd. waginâri, mhd. wagener „Verfertiger von Wagen“.

FN. Wagener; Wagner -- mit Umlaut Wägener; Wegner.

=Wagenknecht= III. „Fuhrmann“ (s. Klempin Memorab. S. 624: wagenknechte = vorlude „Fuhrleute“). Selbst Wagenschieber findet sich als FN.

=Wahl-= s. 1) Walah 2) Wald (V.).

=Wahn-, Wähnert= s. Wahn.

=Wahnschaffe= III. mhd. wânschaffen „ungestalt“, auch geistig „verrückt“.

FN. Wahnschaffe -- Wannschaffe; Wanschaff.

=Wähn-= s. Wan.

=Wahr-= s. War (V., einst. K.).

=Wahrenholtz= s. Warin (V.).

=Waibel= III. ahd. weibil, mhd. weibel „Gerichtsbote, Amtsdiener“ (vgl. Schillers Tell 2, 2).

=Waitzmann= s. Wid (einst. K.).

=Wake= s. Wac.

=WAL= I. ahd. mhd. wal „Inbegriff der Erschlagenen auf der Walstatt“ (als der von den Walküren, den Dienerinnen Wuotans, für Walhalla Er~wähl~ten); „Kampfplatz“.

FN. Walahraban, Walaram (Rabe der Walstatt S. 17): Wallrafen, Wallraven; Walraf, Wallraff; Walram.

Auch in den ff. Namensippen Walah und Wald stecken sicher manche Ableitungen dieses Stammes, die sich aber nicht mit Bestimmtheit aussondern lassen.

=Wal-= s. 1) Wal 2) Walah 3) Wald (V., einst. K.).

=WALAH= I. ahd. walah, mhd. walch „Fremder, Ausländer“ (Name, womit die Deutschen ihre keltischen und romanischen Nachbarn bezeichneten, jetzt „Wälscher“).

FN. Walahheri: Walcher -- Waller -- Wahler.

Einstämmige Kürzung Walaho: Wahle; Wahl. Gen. Wahlen.

Vklf. (k) Walicho: Walich -- Wallich -- Walch -- Walke -- Welke. Gen. Wallichs -- Walkes -- Welches.

=Walbert= s. Wald (V.).

=WALD= I. got. valdan, ahd. waltan, waldan, mhd. walten „walten“. In N. einer der ältesten (schon seit dem 1. Jh.) und häufigsten Wortstämme.

FN. Waldobert: Wallbrecht; Walbert; Wallber; Walpert -- Wollbrecht; Wolbert; Wolpert; Wolper (entstellt Wolbier; Wohlbier) -- Wölbert; Wölpert. Gen. Wolbertz; Wolpers. Patr. A. Wolperding (die mit den Silben Wol-, Wöl- beginnenden FF. auch zu Wulf).

Walbodo: Waldpott -- Wallpott.

Waldburga w.: Waldburg -- Wallburg.

Walttag: Woldag -- Wohltag.

Waldifrid: Waltfried -- Wallfried.

Waldegar: Walger.

Waldhart: Waldhard; Waldert -- Wöltert -- Wohlert; Wöhlert.

Waldhar: Walther (Waltermann); Waldherr; Walthier -- Welter -- Wolter -- Wölter -- Woller -- Wohler -- Wöhler. Gen. Wolters -- Wohlers -- Wouters (ostfries.). Patr. A. Woltering -- Wollring. Patr. Zss. Wollersen.

Waldhelm: Waldhelm.

Walderamnus: Waldraf -- Wallraf -- Wallramm.

Waldleih: Wolley.

Waldman: Waldmann -- Woltmann -- Wohlmann.

Waldomar: Waldemar -- Wahlmar -- Woldemar -- Wollmar; Wollmer (s. auch Wulf).

Waldorad: Wallrath; Wallroth.

Waldirih: Walderich -- Waltreich -- Woldrich -- Weltrich. Gen. Walrichs.

Einstämmige Kürzung Wald-.

Waldo: Waldo; Walde; Wald -- Walte -- Welde -- Welte -- Wolde -- Wolle -- Wohl -- Wöll -- Wöhl. Gen. Walts. Patr. A. Wöhling.

Vklf. (i) Waldi: Welti (schweiz.). (i + n) Waldin: Welden -- Welten. (l) Waltila: Wäldele. (k) Waldiko: Waltke -- Weldicke; Weldig -- Wolke -- Wöldicke -- Wöltge -- Wöhlke. Gen. Waalkes -- Waltjen (beide fries.). (z) Walzo: Waltz -- Weltze -- Woltze. (z + l): Walzel -- Welzel.

Auslautend (347 mal Först.):

-wald: Friedewald. Arnwaldt.

-alt: Haynald.

-al: Lothal. Gen. -als: Reinals. -hals: Göthals.

-wold: Friedewold.

-old: Arnold. Eckolt. Gen. -olz: Macholz.

-hold: Reinhold. Arnholdt. Gen. -holz (S. 35): Arnholz. Reinholtz.

-gold: Eckgold.

-ott: Dagott.

-ol: Sandol.

-lot: Macklot.

-let: Berlet. Heinleth neben Heinelt.

-elt: Rudelt.

-et: Arnet. Sibeth.

-el: Gerel (= Gerelt s. Stark 167).

=Wald-= s. Wald I. (V., einst. K.).

=-wald= s. a) Wald I. b) Wald III.

=Wald= III. Kaum ist in den deutschen ON. irgend ein Begriff durch eine solche Mannigfaltigkeit von Ausdrücken vertreten, als der von Wald und Busch. „Wald“, schon seit dem 7. Jh. nachweisbar, hat sich unter allen diesen Ausdrücken am längsten u. allgemeinsten erhalten. 1) Wald, -wald 2) Walde, -walde (elliptischer Dat. Sg., urspr. walda) 3) niederd. -wold, -wohld, -wolde.

FN. 1) von Auerswald (O. Auerswalde). Eichwald. Grunwald. Maiwald. Osterwald. Schwarzwald. Steigerwald.

2) Bärwalde. Fürstenwalde. Recklenwalde. Schwachenwalde (-walde in FN. selten, da diese F. dann meist in -wald gekürzt ist: Arnswald, Luckenwaldt aus Arnswalde, Luckenwalde).

3) Gronewold. Grotewohlt (Itzehoe).

Ableitung auf -er (oberdeutsch):

1) -walder: Finsterwalder. Hinterwalder. Taugwalder. Unterwalder.

2) -wälder: Grünewälder. Schwarzwälder.

=Wäld-= s. Wald I.

=-wälder= s. Wald III.

=Waldmann= a) I. s. Wald I. b) III. mhd. waltmann „Einwohner eines Waldes“, auch „Förster“.

=Waldstein= III. noch blühendes Grafengeschlecht, zu welchem auch Albrecht v. Wallenstein gehört.

=Walger= s. Wald (V.).

=Walker= III. ahd. walkâri, mhd. walker der „Walker“, im 16. Jh. noch „Welker“.

FN. Walker -- Welcker. Zss. Hudtwalcker.

=Wallb-= s. Wald (V.).

=Wallentin= s. Valentinus.

=Wallfisch= III. wohl urspr. Hauszeichen und daher übertragen.

=Wallner= III. „einer aus Wallen“.

=Walpert= s. Wald (V.).

=Wallpott, -raf, -ram, -rath= s. Wald (V.).

=Walser= III. „Walliser“ (aus dem K. Wallis Steub).

=Walt-, Walz-= s. Wald (V., einst. K.).

=Waltsgott= III. „walte des Gott“ (s. Simmergott). Auch Waltigott.

=Wambold, Wamperlings= s. Wan.

=Wams= III. eines der gewöhnlichsten Kleidungsstücke alter Zeit, daher selten als FN.

=WAN= I. ahd. altsächs. wân, altfries. wên „Glanz, Schönheit“ -- dah. die Götterfamilie der Vanir, Wanen.

FN. Wanbold: Wambold.

Wanibert: Wemper. Gen. Wemmers.

(Vklf.) Wamperlings.

Wanfrit: Wanfried -- Wahnfried.

Wanegar: Wanger; Wanker -- Weniger -- Wenger; Wenker.

Wanhard: Wannert -- Wähnert.

(Wanheri): Wanner -- Wehner.

(Wanold): Wähnelt.

Wanulf: Wannloff.

Einstämmige Kürzung Wan-.

Wano: Wahn. Patr. A. Wanning -- Wening.

Vklf. (k) Wanicho: Wannicke -- Wanke -- Wenige; Wenig -- Wenke. (k + l): Wengel.

=WAND= I. zu der weitverzweigten Wurzel „winden“, „wenden“, „wandern“ gehörig; doch ist die genauere Beziehung in EN. noch nicht genügend erforscht.

FN. (Wandhart): Wendert.

Wanther: Wander -- Quander.

Wandemar: Wendemer.

Wandarich: Wandrey -- Wendrich.

(Wandolt): Wandelt -- Wendelt.

Einstämmige Kürzung Wand-.

Wando: Wande; Wand -- Wende; Wendt -- Quante; Quandt.

Vklf. (i) Wandi: Wanney. (k): Wandtke -- Wendecke -- Wäntig. Gen. Wentges (niederrhein.). (z) Wanzo, Quanzo: Wenz -- Quantz. (z + l): Wenzel -- Quentzel -- Quensell. (z + k): Wenzge; Wenzig.

=Wand= III. im Sinne von „Steinwand, Felswand“.

FN. auf -er (oberd.): Haßlwander (Niederösterr.). Steinwenter; Steinwender (O. -wand).

=WANDAL= I. zum Volksstamme der „Vandalen“ -- doch ist es vielleicht nur einfache Erweiterung des Stammes Wand.

FN. Wandalarius: Wendeler.

Einstämmige Kürzung Wandal-.

Wandalus 5.: Wandel -- Wendell -- Wentel -- Quentell. Gen. Wendels. Patr. A. Wellner (= Wendeling Preuß 17).

=Wanderbank=, Wandersee s. von.

=Wandschneider= III. „Gewandschneider“.

=Wanfried= s. Wan.

=Wang= III. got. vaggs, altd. „Feld, Aue“ („gesenkte Fläche“ Gatschet, ortsetym. Forschungen), vgl. engl. wang. In ON. fast ausschließlich süddeutsch: Wang, -wang, -wangen (ahd. wangum Dat. Plur.).

FN. Haldenwang (württemb.).

Ableitung auf -er (oberd.):

1) Wanger. Azwanger (O. -wang Tirol). Berwanger. Dürrwanger. Ellwanger (O. -en). Feuchtwanger.

2) Beißwenger (O. Beiswang Württ.). Gutwenger. Unterwenger (O. -wangen).

=-wang, -wanger= s. Wang.

=Wanger, Wank-= s. Wan.

=Wann-= s. Wan.

=Wannschaffe= s. Wahnschaffe.

=WAR= I. 1) zu ahd. waren, mhd. warn „wahren“ 2) zu got. varjan, ahd. warjan, mhd. wern „wehren“ 3) ahd. mhd. wâr „wahr“.

FN. Warfrid: Gen. Wehrfritz.

Warger: Werger; Werker.

Werigoȥ: Warkos.

Warlaicus: Warlich -- Wahrlich -- Werlich.

Waraman: Wehrmann -- Wörmann.

Warimund: Wahrmund.

Warmut: Warmuth -- Wermuth -- zsgz. Warmt -- Wärmpt.

(Warwig): Warwig; Warwei.

(Werwin): Werwein.

Waraulf: Werlauff.

Einstämmige Kürzung War-.

Waro, Wero: Ware -- Werr -- Wehre. Gen. Werres -- Wehrs; Weeren.

Vklf. (i): Werry -- Wehri; Werey. (l): Werle -- Wehrle -- Wörle -- Guerle. Patr. A. Warling -- Werling. (l + n) Waralenus: Wehrlein. (k): Wahrig -- Wehrig -- Quercke (Guericke). Gen. Werries (Osnabr.).

=WARD= I. got. vards, ahd. warto, mhd. warte „Hüter, Wart“.

FN. Wartman: Wartmann -- Wortmann. (Wartold): Warthold; Warthol.

Einstämmige Kürzung Ward-.

Warto: Warth. Patr. A. Warting.

Vklf. (l): Wardel. (k): Wartig.

Auslautend (137 mal Först.):

-wart: Berwart. Ahlwardt.

-wort: Markwort. Dankworth.

-werth: Dankwerth.

=WARIN= I. 1) Erweiterung von War 2) zum Volksnamen der Wariner.

FN. Warinbold: Warnebold -- Warmbold -- zsgz. Warmbt. -- Wärmpt. -- Wehrenbold.

Werinperaht: Wehrenbrecht.

Warinfrid: Warnefried.

Warengar: Warneger -- Werniger -- Wehringer.

Werinhard: Wernhart; Wernert; Werneth (Baden) -- zsgz. Werndt. Gen. Warnders (ostfries.).

Warinheri: Warnherr; Warner -- Wernher; Wernherr; Werner (Wernermann) -- Wörnhör; Wörner. Gen. Warners.

Werinolt: Gen. Wahrenholtz -- Warnholtz.

Einstämmige Kürzung Warin-.

Warin: Wern -- Wörn. Gen. Warns. Patr. A. Warning -- Werning.

Vklf. (i): Werny. (l): Werndl; Werndla (München) -- Wörnle. Wröndel (l + n): Wernlein. (k): Warnicke -- Wernicke; Wernigk. Gen. Warnekes; Warnken -- Warrentjes; Warntjen (beide ostfr.). Patr. A. Werneking (entstellt Warnkönig). (z): Wernz -- Wörnz. (z + l) Wezil (Stark 93 = Werinhard, aber auch Werinhari 94): Wetzel; Wessel.

=Warkos, Warl-= s. War.

=Warm-= s. 1) War (V.) 2) Warin (V.).

=Wärmpt= s. 1) War 2) Warin (V.).

=Warn-= s. Warin (V., einst. K.).

=Warnevogt= aus Werneke Vogt (Preuß S. 30).

=Warrentjes= s. Warin (einst. K.).

=Wart-= s. Ward.

=v. Wartensleben= III. Stammort Warsleben, früher Wardensleben, in Sachsen. (Adelslex.)

=Wasgehtsdichan= III. (Mähren 1703) Satz-N.

=Wasser= III. ahd. waȥar, altsächs. watar. In ON. -wasser, -water.

FN. Altwasser. Bornwasser. Kaltwasser. (Auch FN. Waterfall.)

=Wast-= s. Sebastianus.

=Waterbecker= III. nied. „der mit Wasser backt“.

=Wayant= s. Wig (Part.).

=Waydelin= s. Wid (einst. K.).

=Waypold= s. Wig (V.).

=Weber= III. mhd. webaere.

FN. Weber (häufig). -- Zss. Dünnweber. Leinweber; Linneweber. Rosenweber. Scharnweber. Vestweber. Wollenweber; Wollweber; Wullenweber; Wüllenweber. Niederd. Wever. Gen. Wewers (Meppen).

=Webert, Wechmar= s. Wig (V.).

=Weck-= s. Wac.

=Weckesser= III. Spottname -- ob, wie Vilmar will, für Reformierte, die sich beim h. Abendmahle nicht der Oblaten, sondern der Wecken bedienen, bleibe dahingestellt.

=Wed-= s. Wid (V., einst. K.).

=Wedd-= s. Wid (einst. K.).

=-wedde= s. Wede.

=Wede= III. ziemlich sicher zu ahd. witu, mhd. wite Holz d. i. „Wald“. In ON. -wede. auch wohl -wied, wieden.

FN. Eichwede. von Holwede. Marwede. Schmalwede. Schwanewede -- Brickwedde.

=Wedel= III. ungewisser Bed. (ahd. widil Sumpf?) -- heutzutage in etwa 30 bewohnten Örtern.

FN. Wedel. von Wedell. Burgwedel. Hollwedel. Krautwedel. Marwedel. Saltzwedel; auch noch in der ursprünglichen niederd. F. Soltwedel (Hamb.). Steinwedel.

=Weege= s. Wid (einst. K.).

=Weer-= s. 1) War (einst. K.) 2) Wig (V.).

=Weg= III. got. vigs, ahd. weg, mhd. wec, in ON. seit dem 8. Jh. -- nicht bloß für Wege, sondern auch für bewohnte Örter.

FN. Breitweg. Feldweg. Hohlweg; Hollweg (O. Hollwege) -- niederd. Hahlweg. Nieweg. Steinweg (amerikanisiert Steinway in Neu-York). Vieweg. Zollweg.

Ableitung auf -er (oberd.):

Hollenweger. Kirchweger („der am Kirchwege wohnt“ Pott). Rittweger. Sachsenweger. Viehweger. Zollweger.

=Weg-= s. Wig (V., einst. K.).

=Wegner= s. Wagner.

=Weh-= s. 1) Wid (V.) 2) Wig (einst. K.).

=Wehl= s. Wil.

=Wehner= s. Wan.

=Wehr-= s. War (V., einst. K.).

=Wehrenbold, -brecht= s. Warin (V.).

=Wehrenpfennig= III. Satz-N. „wahre den Pfennig“, ein Pfennigfuchser; vgl. Hüdepennig (Bremer WB.).

=Wehringer= s. Warin (V.).

=Wehrmann= a) I. s. War b) III. mhd. wermann „Gewährsmann“.

=Wehrmeister= III. „Aufseher eines Wehres“.

=Weib-= s. Wig (V., zweist. K.).

=Weibezahl= III. „Wedelschwanz“, ahd. weibôn, mhd. weiben „schwanken“, mhd. weibezegelen „mit dem Schweife wedeln“.

=Weibezahn= III. „Wackelzahn“.

=Weich-, Weick-= s. Wig (V., einst. K.).

=Weid-= s. Wid (V., einst. K.).

=Weidemann, Weidmann= a) I. Wid b) III. mhd. weideman (S. 41).

=Weig-= s. Wig (V., einst. K., Particip) -- doch

=Weigang= s. Wid.

=Weihbrecht= s. Wig (V.).

=Weihnacht= III. einer der „zu Weihnacht geboren“.

=Weik-= s. Wig (V., einst. K.).

=Weiland= s. Wig (V., eins. K.).

=Weiler= III. ahd. wîlâri, mhd. wîler „einzelnes Gehöft; kleines, aus wenigen Gehöften bestehendes Dorf“. In ON. außerordentlich häufig im Südwesten Deutschlands von der Schweiz bis nordwärts nach Köln und Aachen.

FN. Weiler. Ahrweiler. Derichsweiler. Dettweiler. Eschweiler. Kunzweiler. Lindweiler. Mönchweiler. Scheidweiler. Trierweiler.

(In manchen Fällen ist -weiler auch oberd. Ableitung von ON. auf weil: Freudweiler (O. -weil). Rothweiler vom O. Rothweil in Baden.)

Schweiz. Nebenf. -wyl: von Wattenwyl. Bériswyl (romanis., Freiburg). Göschwiel (Baden, neben O. Göschweiler).

=Weiling= s. Wig (einst. K.).

=Weimann= s. Wig (V.).

=Wein-= s. Win (V., einst. K.) -- doch =Weinand= s. Wig.

=-wein= s. a) I. Win (Trautwein) b) III. Wein in ON. (Reitwein) c) III. Wein als Getränk (Sauerwein, Mengewein).

=Wein= III. in ON. wohl zu got. vinja, ahd. winne „Weide“.

FN. Reitwein. Schlettwein.

=Wein= III. als Getränk in einigen Zss., die jedoch meist zweifelhaft sind, da hier bes. das altd. Win stark hereingreift (S. 47).

FN. Altwein. Gutwein. Kühlwein. Lauterwein. Mengewein. Sauerwein.

=Weinbrenner= III. Branntweinbrenner (Marb. Gewerbe-Verz. „Weinprenner“).

=Weinmann= a) I. s. Win b) III. mhd. wînman „Weinbauer; Weinschenk“ („Weinhändler“, im ältesten Berliner Stadtbuche von 1397).

=Weinstock= III. z. T. wohl durch Häuser-N. vermittelt, wie auch Weintraub, vgl. Gasthof „zur Traube“. Wienstruck niederd. (Weinstrauch).

=Weinzierl= III. (bayr.) ahd. wînzuril (aus lat. vinitor) „Winzer“ (Fröhner Karlsruher Namenb. S. 21).

=Weippert, Weirich= s. Wig (V.).

=Weis-= s. Wis.

=Weiß= a) s. Wid und Wig (einst. K.) b) III. der „Weiße“ d. i. Weißhaarige (Hellblonde). Vgl. Weißhaar.

FN. Weiße; Weiß. Niederd. de Witt (Kleve); Witte.

=Weißermel= III. s. Ermel (= „Müller“?).

=Weißgerber= III. mhd. wiȥgerber der „das Leder ~weißgar~ bereitet“.

=Weißpfennig= III. „weißer Pfennig“, eine Silber-Scheidemünze (seit 1360, lat. albus). Niederd. Wittpenning.

=Weit-= s. Wid (V., einst. K.).

=Weitz-= s. 1) Wid (einst. K.) 2) Wig (einst. K.).

=Welches= s. Walah.

=Welcker= s. Walker.

=Weld-= s. Wald (V., einst. K.).

=Welke= s. 1) Walch 2) Wald.

=Well-= s. Wil (V., einst. K.),

=Welser= III. „einer aus Wels“ (Berühmtes Patrizier-Geschlecht in Augsburg im 16. Jh.).

=Wels-, Welz-= s. Wald (V., einst. K.).

=Wemmer, Wemper= s. Wan.

=Wend-= s. 1) Wand 2) Winid.

=Wendel-= s. Wandal.

=Wendemuth= III. Satz-N. „der seinen Sinn leicht ändert“.

=-wender= s. Wand III.

=Wendland= III. „einer aus dem Wendlande“ (Wendenlande).

=Wenger= s. Wan.

=-wenger= s. Wang.

=Wenig= s. Wan.

=Wenk-= s. Wan.

=Wenndrich= s. Wand I.

=Wentel-= s. Wandal.

=-wenter= s. Wand III.

=Wentjes= s. Wand I.

=Wenz-= s. Wand.

=Wepold= s. Wig (V.).

=Weppner= III. mhd. waepenaere, weppener „Gewaffneter, Schildknappe“.

=Wer-= s. War (V., einst. K.).

=Werd-= s. Wird.

=Werder= s. a) I. Wird b) III. Werth.

=Wern-= s. Warin (V., einst. K.).

=Werr-= s. War (einst. K.).

=Werth-= s. Wird.

=Werth= III. ahd. warid, mhd. wert (von warjan, schützen, wehren), erhöhtes, gegen Überschwemmung gesichertes Land in Flüssen oder zwischen Sümpfen, auch im oder am Meere: „Wert, Insel“. Schon seit dem 8. Jh. in einer nicht geringen Zahl ON. -- jetzt besonders in den FF. -werth, -wörth, -worth; -werden, wörden. Neuere F. -werder.

FN. (bes. in Nordw.-D.) 1) aus’m Werth. Mühlwerth. Neuwerth; niederd. Niewerth. Peterwerth. Rottewerth. Schönwerth. -- Berenschwerdt (neben Behrenswerth -- Münster). Hesselschwerth (st. Hesselswerth „Eiland des Hezilo“ Steub S. 152 -- wie Ermschwerd a. d. Werra aus Ermeswert „Insel des Ermo“ s. Andresen Volksetym. S. 52). So auch wohl Kockschwerdt aus Kockswerth.

2) Eggenwörth. Kleinedingwörth.

3) v. Allwörden.

4) Werder (Fridericus de insula 1172. Drübecker Urk.). Von Bischofswerder.

=Wessel= s. Warin (einst. K.).

=Wesseler= III. niederd. = Wechsler.

=WEST= I. ahd. westan, mhd. westen.

FN. (einstämmig): West.

=WESTAR= I. Erweiterung des Stammes West (Wistremar. Westargos).

FN. (Westerman): Westermann.

(Westerih): Westerich.

Einstämmige Kürzung Westar-: Patr. A. Westerling.

=Wester= III. althd. westar, mhd. wester „westwärts, im Westen“, in mehreren Zss. wie: Westermeyer, -millies.

=Westermillies= s. Aemilius.

=Westphal= III. ein „Westfale“. Auch Westfehling.

=Wett-= s. Wid (einst. K.).

=Wetter= III. in mehreren Zss.: Bösewetter. Brausewetter. Faulwetter. Kühlwetter. Schönwetter -- wohl mit Bezug auf Charakter und vorherrschende Stimmung, wie man von jemand sagt, es sei „bei ihm Gutwetter, Schlechtwetter“, er sehe aus „wie acht Tage Regenwetter“ u. ähnl.

Dagegen Kiesewetter imperat.

=Wetzel= s. Warin (einst. K.).

=Wever, Wewer= s. Weber.

=Wex= s. Wac.

=Wey-= andere Schreibung st. Wei- s. Wig (V., einst. K.).

=Wiard-= s. Wig (V.).

=Wib-= s. Wig (V., zweist. K.).

=Wich-, Wick-= s. Wig (V., einst. K.).

=WID= I. 1) got. vidus, ahd. widu, witu, mhd. wite „Wald“ (noch im engl. wood vom angels. vudu).

2) wît „weit“.

FN. Witbald: Wittbold.

Widbert: Weitbrecht.

Witbrannus: Witbrandt.

Widpure w.: Wideburg.

Widukind: Widekind -- Widdekind -- Wittekind -- Wedekind -- Wehkind.

Widugang: Wittgang -- Wiegang -- Weigang.

Witgar: Widiger -- Wediger.

Withard: Witthard -- Weidert.

Withar: Witter -- Wieder (Wiedermann) -- Wieter -- Weder (Wedermann). Gen. Wieders -- Wieters.

Withelm: Widhalm.

Widolaic: Weidelich -- Weitlich -- Wedlich.

Widiman: Widmann -- Wittmann -- Wiedemann -- Wiedamann; Widnmann (München) -- Weidemann; Weidmann -- Weitmann -- Wedemann.

Widiomar: Widmer -- Wittmar; Wittmer -- Wedemar.

(Widimod): Wiedemuth.

Witirih: Wittrich -- Wietrich.

Widald: Witold; Witholdt -- Wiedewald. Gen. Wittholtz -- Wietholtz.

Einstämmige Kürzung Wid-.

Wido, Wito: Witte -- Wiede -- Weide -- Weithe -- Wede -- Quidde -- (Vieth u. Veit durch Vermittlung des latinis. Vitus). Gen. Wiets. Patr. A. Witting -- Wieding -- Wieting.

Vklf. (l): Wittel -- Weidel; Weidle. (l + n) Widulin: Waydelin; Weidlin. Patr. A. Wittling -- Wiedling -- Weitling. Gen. Wittlings (Kempen). (k) Widuco: Widdig -- Wittcke; Wittge; Wittig -- Wieddicke -- Weitig; Weitke -- Wedigo (Wedig als VN. noch in d. Familie v. d. Osten); Wedeke; Wedige -- Weege (Preuß 26) -- Wettke. Gen. Wittichen -- Weddigen -- Wedigen -- Wettken -- Wietjes (ostfries.). Patr. A. Wedeking. (z) Witiza, Wizo: Wietze -- Weitze (Waitzmann) -- Wyß (Weiß). (z + l): Witzel-- Weitzel. (z + k): Wietzke (Witzke VN. Klemp.).

=WIDAR= I. Erweiterung von Wid.

FN. Widarolt: Wiederhold, Wiederholt.

=Widd-= s. Wid (V., einst. K.).

=Widemarker= III. entstellt in Widemarkter „der für d. Holzmark (witu) zu sorgen hat.“

=Widmer= a) I. s. Wid b) mhd. widemer der Bauer, welcher „den Widum (ahd. widum, mhd. wideme) d. i. das Kirchengut bebaut“.

FN. Widmer; Wittmer -- auch Wimmer (Heinrich der Wimmer 1294 Bacm.).

=Wieb-= s. Wig (V., zweist. K.).

=Wiech-, Wieck-= s. Wig (V., einst. K.).

=Wied-= s. 1) Wid (V., einst. K.) 2) Widar.

=Wiede= III. niederd. „Weide“ in Wiede(n)kamp, Wiedebusch.

=Wieg-= s. 1) Wid (V.) 2) Wig (V., einst. K.).

=Wiegelmesser= III. deutl. Gerät-N. (S. 44).

=Wieh-= s. 1) Wig (einst. K.) 2) Wil (einst. K.).

=Wiehmeyer= III. 1597: Kord tor Wedeme (Preuß 33).

=Wiehn= s. Win (einst. K.).

=Wiek-= s. Wig (V., einst. K.).

=Wiel-= 1) Wig (V.) 2) Wil (V., einst. K.).

=Wiem-= s. Wig (V., zweist. K.).

=Wien-= s. 1) Wig (V.) 2) Win (V., einst. K.).

=Wiener= III. schon im 14. Jh. (S. 56 Anm.).

=Wiep-, Wier-= s. Wig (V.).

=Wies-= s. Wis.

=Wiesand= III. ahd. wisant, mhd. wisent „Büffelochse“, noch im Nibelungenliede erwähnt. Wiesend.

=Wiesbaum= III. mhd. wisboum, ein Baum, der oben auf den Heuwagen gelegt, zur Befestigung des Heues dient. Auch Heubaum.

=Wiese= III. ahd. wisa, mhd. wise. Niederd. Wische -- in zsgs. Flur- u. Dorfnamen.

FN. Binnewies. Deppenwiese. -- Wiesemeyer. Niederd. von der Wisch. Deipenwisch. Feldwisch. Gosewisch. Langwisch; Langewiesche. Meyerwisch (westf.). Rethwisch. -- Wischmann. Wischemeyer.

Ableitung auf -er:

1) -wieser (oberd.): Breitwieser. Filzwieser (O. -wies). Gmeinwieser. Hohenwieser. Königswieser. Mayrwieser. Traunwieser.

2) -wischer (westf.): Sudwischer.

=Wieswell= III. Satz-N. „wie es welle (wolle)“ d. i. geh es, wie es wolle (S. 52).

=Wießner= III. 1) „einer aus Wiesen“ (O. 66 mal), Wießen (1 mal) 2) ahd. wîȥinâri „Büttel, Scharfrichter“.

=Wiet-= s. Wid (V., einst. K.).

=Wietz-= s. Wid (einst. K.).

=WIG= I. ahd. wîg, wîc, mhd. wîc „Kampf“. (Mischt sich mit wîh Heiligtum und wid Wald.)

FN. Wigibald: Wickbold -- Wiebold -- Wibbelt -- Waypold -- Wepold.

Wigberht: Wieprecht; Wiebracht; Wiepert; Wieber -- Wipprecht; Wippert -- Weyprecht; Weihbrecht; Weibert; Weippert -- Webert. Gen. Wiegberts -- Wiebers -- Wibets (ostfries.).

Wigbrand: Wippern.

Wighard: Wigard -- Wiekert Wiggert -- Wickardt -- Wichardt -- Weighardt; Weigardt -- Weikert -- Weichhardt; Weichart; Weichert -- Wegert. Gen. Wiegartz -- Wickerts -- Wiards (ostfries.) -- Wierds (Wierdsma). Gen. Plur. (ostfries.) Wiarda; Wyerda -- Weyerda -- Weerda.

Wigheri (im Zusammenfluß mit Wiggar): Wieger -- Wiecker -- Wigger -- Wicher -- Weiger -- Weger -- Weyer (Weyermann). Gen. Wiegers -- Wiggers -- Wichers -- Weichers -- Weyers -- Wiers -- Weers. Patr. A. Wigering. Patr. Zss. Weyerssen -- Weerssen (beide ostfries.).

Wichraban: Wychgram -- Wygram.

Wigleip: Wiegleb -- Wielepp -- Weylepp.

Wigland: Wiegland -- Wieland -- Weiland.

Wigman: Wiegmann -- Wigmann -- Wiechmann -- Wiemann -- Weichmann -- Weickhmann -- Weimann -- Wegmann.

Wigmar: Wiemar; Wiemer -- Wechmar. Gen. Wiemers.

Wigmunt: Wiegmund -- Wegemund.

Wigimuot: Wiemuth.

Wignand: Wienand (Guinand) -- Weinand. Gen. Winands -- Weynands. -- Weinandy (Luxemb.). Aus Wignant wohl entstellt Weickgenannt (St. Petersburg).

Wigirich: Wegerich -- Weirich.

Wigold: Wiechelt -- Weygold; Weigelt; Weigt -- Weichold; Weichhold -- Weyold.

(Wigwart:) Wegwerth.

Einstämmige Kürzung Wig-.

Wigo, Wicco, Wego: Wieck -- Wigge -- Wicke -- Wiche -- Weig -- Weicke -- Weiche -- Wey -- Wego; Wege -- Wehke. Gen. Wieken -- Weiks -- Weyen. Patr. A. Wigering.

Vklf. (l) Wigilo: Wiegel (Wiegelmann) -- Wiechel -- Weigel; Weigele (schwäb.) -- Weichel -- Wegel -- Weyel -- Wiehle. Gen. Wiegels. Patr. A. Weiling. (l + n): Wicklein -- Weigelin -- Wegelein -- Weichlein. (z) Wegezo, Wizo: Witze; Witz -- Weitz (Weiß). (z + l): Wizel; Witzschel. (z + k): Witzke -- Weitzke.

Zweistämmige Kürzung Wigb-.

Wibo, Wippo (Stark 118, aber auch zu Wid und Wil): Wiebe -- Wippo (Münster). Gen. Wieben.

Vklf. (l): Wibel -- Wippel -- Weibl. Gen. Wiebels -- Weibels. (l + n) Wibelin: Weiblen. (k): Wiebecke -- Wippich. Patr. A. Wiebeking.

Partizipiale Bildung: Wigand (der „Kämpfende“); Wiegent -- Weigand; Weigend -- Weiand, Wayant.

Zweistämmige Kürzung Wigm-.

Wimo. Vklf. (k): Wiemken (jeverländ.).

Auslautend (69 mal Först.):

-wig: Hartwig.

-wich: Hartwich.

=Wig= III. got. veihs, ahd. wich, fries. u. altsäch. wik -- entsprechend dem lat. vicus. Seit dem 7. Jh. in ON.: -wig, -wiek, -weig.

FN. Brunswig. Braunschweig. Bardowiecks. Erkenzweig (O. Erkenswick). Winterschweig (O. Winterswick).

Ableitung auf -er (oberd.): Braunschweiger.

=Wigg-= s. Wig (V., einst. K.).

=WIL= I. got. vilja, ahd. wiljo, mhd. wille „Wille“. In PN. seit dem 5. Jh. nachweisbar.

FN. Willabald: Willibald.

Willaperht: Wilbrecht; Willbarth; Wilpert -- entstellt Wildbret. Gen. Wilbertz; Wilbers. Patr. A. Wilberding.

Willibrand: Willebrandt; Wilbrand.

Williprort: Willebrord.

Wiliafred: Wilfert; Wilfer, Wilfahrt.

Williger: Williger; Willcher.

Willigard: Willgert.

Willihard: Williard; Willard; Willert; Willet. Gen. Wilts (ostfries.). Patr. A. Willerding.

Williachar: Willer -- Wieler -- Weller (Wellermann). Gen. Wielers.

Willahalm 8.: Wilhelm; Wilhalm, entstellt Wilharm (oft Willermus, Guillermus 10.-11. Jh.) -- zsgz. Wilm -- latinis. und im Anlaut gekürzt Helmus. Gen. Wilhelms -- (lat.) Wilhelmi, in eigentümlicher Schreibung Wilhelmj -- Willems; Wilmes; Wilms (Wilmsmeyer). Patr. A. Wilhelmer. Patr. Zss. Wilhelmsen -- Willemssen -- Wilmsen.

Willicumo: Willkomm.

Williman: Willmann -- Wellmann. Gen. Wilmanns.

Willimar: Willemer; Willmar -- Wellmer. Gen. Wilmers.

Willimot: Willmuth.

Willirat: Willrath, Willradt.

Willierich: Wilrich.

Wilitanch: Wildang.

Einstämmige Kürzung Wil-.

Wilia, Willo: Wille -- Wiehle -- Welle -- Wehl. Gen. Willes. Patr. A. Willing; Willink -- Wieling -- Welling. Gen. Willings.

Vklf. (k): Willeke; Willige; Willich; Wilko; Wilcke. Gen. Willkes. (k + n) Willikin: Willeken; Wilken. Gen. Willikens; Wilkens. Patr. A. Wilkening. (z) Willizo: Wiltz; Wiltsch.

=Wil-, Will-= s. Wil.

=WILD= I. ahd. wildi, mhd. wilde „wild“. Wiltfrid, Wilderich.

FN. Einstämmige Kürzung Wild-.

Wilto: Wilde; Wildt.

Vklf. (z) Wildeis; Wildeisen.

=Wildner= III. „einer aus Wilden.“

=Wimmer= s. Widmer.

=WIN= I. ahd. wini, mhd. wine „Freund“. Seit dem 5. Jh.

FN. Winibald: Weinpold.

Winipreht: Weinbrecht.

Winidrud: Weintraud, Weintraut.

Winiger: Winniger -- Winiker -- Winker.

Winigard: Weingardt.

Winihart: Wienert -- Weinhart; Weinardt; Weinert. Gen. Winnertz.

Winiheri: Wiener -- Weiner. Gen. Wieners.

Winileih: Weinlig.

Winiman: Weinmann.

Winimar: Weinmar -- Wimmer.

Winirich: Wienrich -- Windrich -- Weinrich; Weinreich.

Winevold: Winhold -- Wienholt -- Weinnoldt; Weinhold. Gen. Wienholtz -- Weinholz.

Einstämmige Kürzung Win-.

Wino, Quino: Winne -- Wiehn -- Quin -- Weine; Wein. Gen. Winnen -- Wiens; Wynen -- Weinen. Patr. A. Winning.

Vklf. (l) Winilo: Weinel; Weindl. (k) Winicho: Winnich -- Winke; Winck -- Quinke -- Winecke; Wienig -- Weineck; Weinig. Gen. Wientjes (ostfries.) -- Weinges; Weings. (k + n). Winneken -- Wyneken. (z) Winizo: Wintz -- Wientz -- Weints -- Quintz.

Auslautend (226 mal Först.):

-win: Gerwin -- auch -wien geschrieben.

-wein: Baldewein. Frowein. Trautwein.

-bein: Deutschbein. Siebein. Widebein.

=Winands= s. Wig (V.).

=Wind-= s. Winid.

=Winecke= s. Win (einst. K.).

=Wingerter= III. mhd. wîngartaere, wîngerter „Weingärtner“.

=Winhold= s. Win (V.).

=WINID= I. haupts. zum Volksnamen der „Winden“ oder Wenden.

FN. Windogast: Wendegast.

Winidhari: Winder -- Winter. Vklf. Wintterlin.

Winidold: Windhold. Gen. Windholz.

Winidulf: Windolf.

Winidisco (adjektivisch): Windisch (häufig in Wien) mit Windischmann -- Wendisch.

Einstämmige Kürzung Winid-.

Winde; Windt -- Wende; Wendt. Gen. Winden.

=Winiker= s. Win (V.).

=Winke= s. Win (einst. K.).

=Winkel= III. ahd. winkil, dem Ausdr. „Ecke“ sehr nahe stehend (dasselbe von innen, was Ecke von außen angesehen). Jetzt neben einfachem Winkel ein paar hundert ON. auf -winkel, worunter am bekanntesten Krähwinkel. Auch Flur-N. (vgl. uȥ deme wynkele. Akener Schöffenbücher).

FN. Bärwinkel; (bayr.) Berwinkl. Hanewinkel. Katzwinkel. Kornwinkel. von Krähwinkel (schon ahd. Chrawinchil, von den Krähen). Kramwinkel. Rehwinkel. Rußwinkel. Voswinkel. Schadewinkel. -- Winkelmann. Winkelmeyer.

=Winker= s. Win (V.).

=Winkler= III. der einen „Winkel“ d. i. eine Krambude hat, Krämer.

=Winn-= s. Win (V., einst K.).

=Winter= 1) Winidhari (s. winid) 2) PN. Wintar, der wenigstens bei Neugart, codex diplom. Alamanniae im J. 858, wo Wintar u. Sumar Brüder sind, mit Sicherheit zu ahd. wintar „Winter“ gehört (Först.). Gen. Winters (Mörs). In Zss. = Nordseite: Winterkamp.

=Winiterlin= s. Winter.

=Wintz= s. Win (einst K.).

=Wipp-= s. Wig (V., zweist. K.).

=WIRD= I. zu got. vairths, ahd. werd „wert“.

FN. Werdher: Werder (Werdermann) -- Werther.

Werdmann: Wirthmann -- Werthmann.

Werdold: Werdelmann.

(Werdwin): Werthwein.

Einstämmige Kürzung Wird-.

Werdo: Wirth -- Werth, Werdt.

Gen. Plur. Werda (ostfries.).

Vklf. (1) (Wirdilo): Wirtele -- Würdele -- Würthle. (k) Werdicho: Werdich. (z) Werzo: Wirz.

=Wirth= a) I. s. Wird b) III. der „Wirt“ (Jacob der wirt 1299).

Zss. Altwirth. Neuwirth. Bierwirth. Brinkwirth. Dorfwirth. Kampfwirth (s. Kamp III.). Auch wohl Jungwirth; Rosenwirth. Gen. Wirdts, Wirtz (niederrh.).

=Wirthmann, Wirz= s. Wird.

=WIS= I. zu ahd. wîsan „weisen“, wîso „Führer“, wîs „weise“.

FN. (Wisigar): Wisger.

Visichart: Wiesert -- Weishardt; Weisert.

Wisman: Wiesmann -- Wißmann -- Weismann.

Wisamar: Wiesmer -- Wismer.

Einstämmige Kürzung Wis-.

Wiso: Wiese -- Weise. Gen. Wiesen. Patr. A. Wiesing.

Vklf. (l) Wisili: Wiesel -- Weisel. (k) Wieseke -- Wiske -- Weiske.

=Wisch-, -wisch= s. Wiese.

=Wißgott= III. Beteuerungsformel: mhd. wiȥȥe got, wie wiȥȥe krist.

=Wißmann= s. Wis. (Doch nach Preuß der Besitzer des Haupthofes in Wissentrup).

=Wit-, Witt-= s. Wid (V., einst K.).

=Wittkop= III. niederd. „Weißkopf“ (s. Kopf).

=Wittkugel= III. einer „mit weißer Kapuze“ (S. 46).

=Wittpenning= s. Weißpfennig.

=Witz-, Wizel= s. Wid (einst K.).

=-witz= s. -itz, in vielen ON. des östlichen Deutschland und davon abgeleiteten FN. -- in Vorpommern auch -vitz, -fitz: Triddelfitz, -vitz.

=WOD= I. zu got. vôds wütend, besessen, ahd. wuotan, mhd. wüeten „wüten“ -- mit Beziehung auf Wuotan (S. 13).

FN. (Wodger): Wüdiger.

Wodaric: Woderich -- Wottrich -- Wudrich -- Wuttrich.

Einstämmige Kürzung Wod-.

Woto: Wode -- Wothe -- Wöde -- Wude -- Wuthe; Wuth.

Vklf. (l) Wodal: Wödel (l + n): Wöttlin. (k) Wodicho: Wodicke -- Wothge -- Wottke -- Wudicke -- Wuttke -- Wüttig. (z) Wuzo: Wutzo; Wutz.

Zweistämmige Kürzung Wodb-.

Woppo: Wopp. Gen. Wübbena (ostfries.).

Vklf. (k): Gen. Wöpcken (Jever).

=Wöd-= s. Wod.

=Wohl-, Wöhl-= s. Walt (V., einst. K.) -- doch

=Wohlfromm= s. Wulf.

=Wohlgemuth= III. zu den von Eigenschaften entlehnten N. (S. 48). Hainr. Wolgemut 1390; entstellt in Wolkenmuth.

=Wohlschlegel= III. entstellt aus Wollschlegel = „Wollschläger“.

=Wöhn-= s. Wun.

=Wolb-, Wölb-= s. 1) Wald (V.) 2) Wulf (V.).

=WOLC= I. ahd. wolkan, mhd. wolken „Wolke“ -- in Wolkmar, Wolchanhart u. a.

FN. Wolchanhart: Wolkenhaar; entstellt Wolkenhauer (Fick).

Einstämmige Kürzung: Wolke; Wolck -- Wölke (auch zu Wald = Waldiko).

=Wold-= s. Wald (V., einst. K.).

=Wöldicke= s. Wald (einst. K.).

=Woldgrebe= III. „Aufseher eines Waldes“ s. Graf.

=Wolf= a) I. s. Wulf -- bes. in Zss. wie Berwolf, Hertwolf, Streitwolf.

b) III. vgl. Petrus dictus Lupus 1390 Köln. Univers. Matr. -- Zss. Weißenwolf, wohl elliptisch „zum weißen Wolf“.

Als jüdischer N. für Benjamin mit Beziehung auf den Segen Jacobs 1. Mos. 49, 27.

=Wolf-, Wölf-= s. Wulf I. (V., einst. K.).

=Wolfshand, Wolfsheim, Wolfskehl= (Philipps Wolfskele 15. Jh.), =Wolfskinn= III. zum Teil in dem uralten, heidnischen Glauben des Volkes wurzelnd.

=Wolk-, Wölke= s. 1) Wald (einst K.) 2) Wolc.

=Wolker= s. Wulf (V.).

=Woll-, Wöll-= s. 1) Wald (V., einst. K.) 2) Wulf (V.).

=Wollenweber= III. älter Wullenweber -- Wüllenweber -- entstellt Willenweber.

=Wollenschläger= III. mhd. wollensleger der „durch Schlagen die Wolle reinigt und verarbeitet“. Auch Wollschläger. Entstellt: Wohlschläger.

=Wollner= III. mhd. wollener „Wollbereiter“. Konradus Lanifex. = Kord Wullner 1306. (Lipp. Reg.). Auch Wöllner -- Wüllner.

=Wolp-, Wölp-= s. 1) Wald (V.) 2) Wulf (V.).

=Wolt-, Wölt-= s. Wald (V., einst. K.).

=Woltag= s. Wulf.

=Woltemate= III. niederd. „wohl zu Maße“ (der das rechte Maß zu halten weiß). Auch Woldemade; Woldemathe -- halbhochd. Woltemas.

=Wolzogen= III. „wohlgezogen“.

=Wöniger= s. Wun.

=Wop-= s. Wod (zweist. K.).

=Wörn-= s. Warin (V., einst K.).

=Wortmann= s. Ward.

=Woth-, Wott-, Wöttlin= s. Wod.

=Wouters= s. Wald (V.).

=Wrede= III. altsächs. wrêth, niederd. wred „wild, zornmütig“. Hermann der Wrede 1380. (Lipp. Reg.). Gen. Wreden.

=Wröndel= s. Warin (einst. K.).

=Wübbena= s. Wod (zweist. K.).

=Wucherer= III. ahd. wuocharâri, mhd. wuocheraere, urspr. ohne ungünstigen Nebenbegriff (so noch bei Luther, Ev. Luc. 7, 41-42).

=Wud-, Wüdiger= s. Wod.

=Wulbrands= s. Wulf (V.).

=Wulf-= s. Wulf (V., einst. K.).

=Wülf-= s. Wulf (einst. K.).

=WULF= I. got. vulfs, ahd. mhd. wolf, altsächs. wulf „Wolf“, das dem Wuotan heilige Tier (S. 17). Seit dem 4. Jh. (Vulfila der Westgoten-Bischof) in EN. nachweisbar, über alle deutschen Stämme verbreitet.

FN. Wolfbald: Wolbold.

Wolbero: Wollenbär.

Wulfbert: Wolpert -- Wölpert. Gen. Wolberts; Wolbrigts (ostfries.). Patr. A. Wolperding.

Wolfbrand: Wullbrand -- Wolbrand. Gen. Wulbrands -- Wolbrands.

Wulfdag: Woltag.

Wolfgang: Wolfgang.

Wolfker: Wülker -- Wolker.

Wolfgard w.: Wolfgart.

Vulfhard: Wulffert -- Wolffhardt; Wolfart (Wohlfahrt); Wolfert; Wolfer -- Wölfert; Wölfer. Gen. Wolferts.

Vulfhar: Wolfer; Wolfermann -- Wölfer. Gen. Wolfers.

Wolfhraban: Wulfgrom -- Wolfram; Wolfgram; Wolfrom; Wolfrum -- (umgedeutet) Wohlfromm.

Vulfolaicus: Wölflich.

Wulflaib: Wulfleff -- Wolleib.

Vulfrad: Wolfrath, Wolffradt.

Wolfrun w.: Wolfrun.

Ulfoard: Wöllwarth.

Einstämmige Kürzung Wolf-.

Vulfo: Wulf -- Wolff (als Vorn. z. B. Wulff Pudwils 1453 Pomm. Urk.). Gen. Wolfes; Wolfen. Patr. A. Wülfing -- Wölfing.

Vulfin: Wulffen.

Vklf. (l) Vulfila: Wolfel -- Wölfel. Wölfli (schweiz.). Patr. A. Wölfling. (l + n) Wulfolenus: Wölflin. (k) Vulficho: Wülfke. Gen. Wülfken -- Wölfken.

Auslautend, häufiger als jeder andere Stamm (464 mal Först.):

-wolf: Hertwolf.

-ulf: Kierulff.

-olf (olph): Landolph.

-uf: Dieruf.

-of: Margoff.

-auf: Gangauf (Gangolf).

-lof: Dettlof. Osterloff.

-lauf: Rolauf und Rudlauf neben Rudolf, Heidelauf neben Heideloff (Heidolf).

-lef: Garleff (bei Klemp. Gerloff, Gerleff als derselbe N.).

=Wülker, Wullbrandt= s. Wulf (V.).

=Wullenweber, Wüllenweber= s. Wollenweber.

=Wüllner= s. Wollner.

=WUN= I. wohl zu ahd. wunna „Wonne“.

FN. Vunniger: Wöniger.

(Wunnihart): Wöhnert.

Wunnaheri: Wöhner.

(Wunram): Wunram; Wundram.

Einstämmige Kürzung Wun-.

Wunno: Wunn -- Wünne. Patr. A. Wünning -- Wöhning.

Vklf. (k): Wunnecke -- Wüncke.

=Wunn-, Wüncke, Wünn= s. Wun.

=Würdele= s. Wird.

=WURM= I. got. vaurms, ahd. mhd. wurm „Schlange, Drache“. Wurmhart 8.

Einstämmige Kürzung Wurm-.

FN. Wurm -- Worm.

Vklf. (l) Patr. A. Würmeling.

=Wurm= III. „Wurm, Schlange, Drache“.

FN. von Wurmb; Wurm.

Zss. Goldwurm. Käsewurm. Lindwurm. Maiwurm. Rußwurm.

=Wurst= III. das deutsche Nationalessen (S. 46).

FN. Wurst (Hans Wurst 1441). Vklf. Würstlin.

Zss. Blutwurst. Knackwurst. Krautwurst. Leberwurst.

=Wurster= III. mhd. wurstaere „Wurstmacher“.

=Würthle= s. Wird.

=Wurzler= III. mhd. wurzeler „Kräutersammler“.

=Wuth, Wüttig, Wuttrich, Wutz-= s. Wod.

=Wyerda, Wygram= s. Wig (V.).

=-wyl= s. Weiler.

=Wyn-= s. Win (einst. K.).

X.

=Xander= II. s. Alexander.

=Xylander= III. lat. Übersetzung von Holtzmann.

Y.

=Ybelacker= (München) = Übel- s. Acker.

=York= -- in Hinterpommern, etwa eine Meile von Bütow, liegt das adelige Gut Groß-Gustkow, von früher her unter mehrere Familien pommerschen Landadels verteilt. Eine dieser altkassubischen Familien waren die Jorken oder Jarken, eines der unzähligen armen Adelsgeschlechter des slawischen Landes. Schon im Beginne des 17. Jahrh., im J. 1607, findet man Lehnbriefe der Jorken zu Groß-Gustkow -- ein Beweis, daß der nachmals berühmteste Träger des Namens, der Feldmarschall York von Wartenburg, irrte, wenn er behauptete, von dem hochberühmten englischen Geschlechte der York abzustammen; ein Zweig derselben sollte in der Mitte des 17. Jh., etwa 1650, erst nach Schweden ausgewandert und von dort nach Pommern gekommen sein.

=Yxem= III. O. Ixheim (Bayern).

Z.

=Zabel= s. Sabellius.

=ZAC= I. got. tahjan „reißen, zerschütteln“.

FN. Zahheri: Zacher.

Einstämmige Kürzung Zac-.

Zacco: Zacke -- Zach -- Zeche.

Vklf. (l): Zeckel.

=Zacharias= II. hebr. „Jehova gedenkt“ 1) ein Prophet des A. T. 2) der Vater Johannes des Täufers.

FN. Zachariae -- Zacher.

=Zagel= III. ahd. mhd. zagel „Schwanz“ in mehrf. Zss. (die z. T. wohl ON. sind, vgl. Hasenzagel).

FN. Rattenzagel -- gew. zsgz. -zahl: Hasenzahl. Lämmerzahl. Mäusezahl. Voszal. Weibezahl. Auch Rübezahl, der N. des schlesischen Berggeistes, gehört hierher, Rüebezagil 1762 = Rübenschwanz.

-=zahl= s. Zagel.

=Zahn= III. doch wohl nach einem irgendwie ungewöhnlichen Zahne, vgl. lat. Dento, Dentatus (Pott).

In mehreren Zss.: Berzahn (= Eberzahn); Weibezahn (= Wackel-), vgl. Scharfzahn 1427; -- doch nicht hierher gehörig Maltzan, welches slawisch. Urspr. ist (wohl von Moltzen im Lüneburg. Ledebur, Adelslexikon).

=Zaiser, Zaitz= s. Zeiz.

=Zamel= s. Samuel.

=Zander= a) I. = Sander s. Sand. b) III. = Alexander (VN. Ilsenb. Urk.).

=Zapfe= III. „Verzapfer von Getränken“.

Halbniederd. Zappe; Zapp.

Zss. Sauerzapf, -zapp „der schlechtes (saures) Zeug verzapft“. Ölzapf. Weinzapf.

=Zeche, Zeckel= s. Zac.

=Zehender= III. „Zehntenerheber“ (Appo der Zehender 14. Jh.).

FN. Zehender; Zehntner -- Zehnter.

=Zehet= = Zehnt (vgl. Teget) in Zss. wie Zehetbauer, -gruber, -mayr.

=Zeidler= III. ahd. zîdalâri, mhd. zîdelaere „Bienenzüchter“, bes. mit Hinsicht auf die früher im Großen betriebene Bienenwirtschaft im Walde. Die Zeidler bildeten eine Genossenschaft mit besonderen Satzungen und Rechten. Auch Zeitler.

=Zeigswetter= III. Satz-N. „zeige das Wetter an“. Vgl. Kiesewetter.

=Zeis-, Zeiß-= s. Zeiz.

=Zeit= III. in Zus.: Guttzeit (vgl. franz. Bontemps). Liebzeit. Neuenzeit (elliptisch = zur neuen Z.).

=Zeitvogel= III. wohl = Zugvogel.

=ZEIZ= I. ahd. zeiz „anmutig, zart“, altnord. teitr „froh“ (herteitr „kriegesfroh“, Beiname Odhins).

FN. Zeizperc: Zeisberg.

(Zeizger): Zeisiger.

Zeizher: Zeißer -- Zaiser.

Zeizman: Zeitzmann.

Einstämmige Kürzung Zeiz-.

Zeizo: Zaitz (Zeitzmann) -- Zeiße. Zeyß -- Zeise. Patr. A. Zeißing -- Zeising.

=Zell= III. lat. cella, zur Bezeichnung von Klöstern angewendet, seit dem 8. Jh. nachweislich in Manegoldescella u. a., einfaches Cella schon in demselben Jh. weit verbreitet. Jetzt -zell.

FN. Zelle. von Lauberszell.

Ableit. auf -er (oberd.): Zeller. Appenzeller. Finkenzeller. Pfaffenzeller.

=Zembach= s. Zu.

=Zentgraf= III. der einer „Cent d. i. Hundertschaft vorsitzende Graf“. Cuntz Zentgreff 15. Jh.

FN. Zintgraf -- Zinkgreff.

=Zerrleder= III. „zerre das Leder“ -- Spott-N. des Schusters.

=Zeyß= s. Zeiz.

=Zick-= s. Sig (V., einst. K.).

=Zickendrath= III. Satz-N. „zücke, ziehe den Drat“, Spott-N. des Schusters (Vilmar).

=Ziebarth, Ziegele= s. Sig (V.).

=Ziel-, Ziehl-= s. Zil.

=ZIER= I. ahd. ziari, mhd. ziere „zier, schmuck“.

FN. (Zierold): Zierold -- Ziert.

Einstämmige Kürzung Zier-.

(Ziero): Ziehr (Ziermann). Gen. Zieren.

Vklf. (l): Zierl. (l + n): Zierlein. (z): Ziereis.

=Zierfuß= III. „mit zieren d. i. zierlichen, schönen Füßen“, vom mhd. Eigenschaftsw. zier.

=ZIL= I. ahd. mhd. zil „Ziel“, ahd. zilôn streben.

FN. Cilger: Zieleger -- Zilger; Zilker.

(Zilheri): Zieler.

Ciliman: Zillmann.

(Zilmar): Zillmer.

Einstämmige Kürzung Zil-.

Zilo, Zillo: Zill -- Ziehl. Gen. Zilles; Zils. Patr. A. Zilling. Patr. Zss. Zillessen.

Verkleinert (k): Ziehlke -- Zillich.

=Zilias, Zilges= s. Cyriacus.

=Zill-= s. Ziel.

=Zimmermann= III. mhd. zimberman.

FN. Zimmermann. Gen. Zimmermanns (niederrhein.). Niederd. Timmermann. Auch Zimmerling findet sich in derselben Bed. sowie Zimmerer.

=Zindram= s. Sind.

=Zinkgreff, Zintgraf= s. Zentgraf.

=Zoller= III. mhd. zollaere, von zollen „Zoll fordern“.

FN. Zoller -- Zöller.

=Zöllner= III. ahd. zollanâri, mhd. zolnaere (lat. telonarius).

FN. Zollner -- Zöllner. Niederd. Töllner (Klemp. Tolner und Toller).

=Zoons= (niederrhein.) holländ. F. = deutschem Sohns.

=Zu= in vielen FN.: Zufelde, Zutafern (ad tabernam); doch gewöhnlich mit Artikel: zum, zur (niederd. ten, ter).

FN. Zumbach; Zembach; halbniederd. Zumbeck. Zumbaum; halbniederd. Zumbohm. Zum Bild (doch wohl Heiligenbild). Zumbrink; niederd. Tombrink. Zum Brook (Oldenb., hd. Zumbruch) Zumbühl (Baden, = zum Hügel). Zumbruch. Zum Felde; Zumfeld (vgl. van dem Felde, Gött. UK. im J. 1371). Zum Fleth (Fließ). Zumgrunde. Zum Hagen. Zum Hofe; Zumhoff. Zumholz; halbniederd. Zumholte. Zumkeller. Zumsteeg. Zumstein.

Zurfluh. Zurheide. Zurkaulen (zur Grube). Zurmühlen. Zurstraßen. Zur Windmühlen (s. über diese und die verwandten Bildungen S. 54). Zorbach.

=Zu Rhein= III. Freiherr zu Rh. (bayr.) urspr. ze Rhyn (innerhalb der Ringmauern von Basel am Ufer des Rheines ansässig. Tobler-Meyer).

=Zuckschwerdt= III. Satz-N. „zücke das Schwert“. Vgl. Cucksswert (Altmarburg, Reichel). Auch Zugschwerdt.

=Zum-, Zur-= s. Zu.

=Zürcher= III. = Züricher.

=Zurhelle= III. Helle, Hölle „wilde Gegend mit Abgründen“.

=Zurnieden= s. Tornedden.

=Zutafern= III. „zur Taberne“.

=Zwilchenbart= III. (Zürich) „der mit doppelt gedrehtem Bart“ (Tobler-M.).

=Zwingly= III. nach Stalder’s Idiotikon aus „Zwilling“, ahd. zwiniling. Vgl. Petrus czwilling 1372.

=Zwirner= III. von zwirnen = „zusammendrehen“, der Fäden aus Flachs, Hanf oder Seide dreht.

=Zybrandts, Zyprecht= s. Sig (V.).

Berichtigungen.

S. 15, Z. 13 o. lese man den wohl ausgerüsteten römischen.

S. 28, Z. 8 u. Marquardus.

S. 33, Z. 2 o. Vogel zu streichen.

S. 50, Z. 2 u. Krumnas.

S. 76, Z. 21 o. bis ins 18. Jahrh.

S. 111^b, Z. 12 o. Böhringer.

S. 115^a, Z. 26 o. Karl XI.

Buchdruckerei des Waisenhauses in Halle a. S.

Verlag der Buchhandlung des Waisenhauses in Halle a. S.

Die Entwicklung der deutschen Kultur

im Spiegel des deutschen Lehnworts

von

Fr. Seiler.

=I. Die Zeit bis zur Einführung des Christentums.= =M= 1,50. =II. Von der Einführung des Christentums bis zum Beginn der neueren Zeit.= =M= 2,50. In einen Band gebunden =M= 5,--.

Geschichte der deutschen Literatur

mit einem Abriß der Geschichte der deutschen Sprache und Metrik

bearbeitet von

=G. Bötticher= und =K. Kinzel=.

~Siebente und achte verbesserte Auflage.~

1903. In Kalikoband =M= 1,80.

Auswahl deutscher Gedichte

von

=Theodor Echtermeyer=.

=34. Auflage=,

unter Berücksichtigung der neuen Rechtschreibung besorgt von

=Dr. A. Rausch=,

Rektor der Lateinischen Hauptschule in Halle a. S.

=M= 3,60. In Geschenkband =M= 5,--.

Diese neue Auflage bringt =eine Anzahl neuerer Gedichte=, welche aus der Fülle der neueren deutschen Lyrik nach Grundsätzen ausgewählt worden sind, die von jeher für das Werk maßgebend waren. Ferner ist jetzt der Sammlung eine sachlich geordnete Übersicht über sämtliche Gedichte vorangestellt worden, welche den ganzen Reichtum der Sammlung zu erschließen bestimmt ist, während die angehängten =beiden Register= das leichte und schnelle Auffinden der Gedichte ermöglichen. -- Bisher in 245 000 Exemplaren verbreitet.

Gedichte des 18. und 19. Jahrhunderts

ausgewählt und erläutert von

=Prof. Dr. Karl Kinzel=.

1. Teil. =Gedichte des 18. Jahrhunderts.= In Kalikoband =M= 1,20. 2. Teil. =Gedichte des 19. Jahrhunderts.= In Kalikoband =M= 2,--.

Die deutsche Heimat.

Landschaft und Volkstum.

Von

=Prof. Dr. August Sach=.

2. Auflage mit vielen Abbildungen. =M= 7,50; geb. =M= 10,--.

Eine ~deutsche Kulturgeschichte~ für das Volk. Für die deutsche Familie empfehlt es sich wie kaum ein anderes Werk.

=Karlsruher Zeitung.=

Deutsches Leben in der Vergangenheit.

Von

=Prof. Dr. August Sach=.

Zwei Bände. =M= 12,--; in zwei eleg. Bänden =M= 15,50.

Ein ~inhaltreiches Buch~, das in übersichtlicher Gliederung ausgewählte Abschnitte aus der politischen und Kulturgeschichte, aus der Rechts- und Religionsgeschichte des deutschen Volkes im Mittelalter und in der Neuzeit darbietet und als Kompendium deutscher Staats- und Privataltertümer eine glückliche Ergänzung oder Erweiterung der hierher gehörigen Werke von ~J. Scherr~ und ~G. Freytag~ ist.

=Grenzboten.=

Charakterspiegel in Sage und Geschichte.

Von

=August Sach=.

Geh. =M= 5,25; in Halbleinenband =M= 6,--.

„Die Hand des bewährten Pädagogen ist nach Anordnung und Inhalt dieses im ganzen vortrefflichen Buches unverkennbar. Er bietet damit =der reiferen Jugend beiderlei Geschlechts eine tüchtige Geistesnahrung=, die durch den bunten Wechsel der Personen, Zeiten und Handlungen =angenehm= und =lehrreich= zu unterhalten versteht. Aus dem weiten Gebiete der Welt- und Spezialgeschichte wie der Biographie und der mehr sagenhaften Erzählung sind mit weiser Absicht immer solche Themata ausgesucht, welche auf den zu bildenden Charakter der Jugend von bestimmendem Einfluß sich erweisen können, um Glaube, Treue, Mut, Tatkraft, Gottvertrauen und andere edle Tugenden der Christen anschaulich zu machen und unverdorbene Gemüter für die Nacheiferung solch hehrer Vorbilder zu erwärmen. Alles irgendwie Irreführende ist deshalb sorgfältig ausgeschieden worden, und =die besten Autoren kommen überall zum Wort=. Auch werden mancherlei mehr anekdotenhafte und unverbürgte Züge der hergebrachten Geschichtsbehandlung aus den Quellen berichtigt und hier und da vergessene oder mehr unbekannte Nebenpartieen in das gebührende Licht gesetzt. So fügt sich zum Großen das Kleine und zu dem Allgemeinen das Besondere in wirkungsvoller Abwechselung.“

=Theologisches Literaturblatt.=

Erzählungen aus der alten deutschen Welt für jung und alt.

Von

=K. W. Osterwald=.

~Gesamtausgabe~ in drei Bänden.

Mit Holzschnitt-Tafeln.

=M= 10,--; in drei Halbleinenbänden =M= 12,--.

~Inhalt~: =Gudrun=. =Siegfried und Kriemhilde=. =Walther von Aquitanien=. =Dietrich und Eoke=. =König Rother=. =Engelhart=. =Parzival=. =Erzählungen aus dem Kreise der Langobardischen und Dietrichs-Sage=. =König Ortnit=. =Dietrich und seine Gesellen=. =Alpharts Tod=. =Die Ravennaschlacht=. =Beowulf=. =Iwein=. =Wieland der Schmied=.

Deutsche Zeit- und Charakterschilderungen.

I. =Berndt=, M., =Gneisenau=. Mit einem Bildnis Gneisenaus. =M= 1,80; kart. =M= 2,10. II. =Kallsen=, Otto, =Friedrich Barbarossa=, die Glanzzeit des deutschen Kaisertums im Mittelalter. Mit 6 Vollbildern von Felix ~Joerdens~. =M= 4,--; kart. =M= 4,50. III. =Berndt=, M., =Das Leben Karls des Großen=. ~Zweite~ Auflage. Mit einem Bildnis Karls des Großen. =M= 2,10; kart. =M= 2,40. IV. =Berndt=, M., =Jakob Grimms Leben und Werke=. =M= 1,80.

Deutsche Sozialgeschichte,

vornehmlich der neuesten Zeit,

gemeinverständlich dargestellt

von

=E. Stutzer=.

=M= 3,60.

Was ist deutsch?

~Eine Kaisergeburtstagsrede~

von

=Fr. Neubauer=.

=M= --,40.

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