239
28 Deanstreet, 14. Juni 1853.
Lieber Frederic!
Ich komme – durch allerlei Geschäftliches und Häusliches verhindert – erst jetzt dazu, Dir auf Deine beiden Briefe zu antworten und Dir den Empfang des amerikanischen Geldes (an Freiligrath abgeliefert) wie des Restes des amerikanischen Tribunegeldes anzuzeigen. Wenn Du und Charles in solchen Geschäftsverbindungen mit dem „Vermittler“ standet, so hast Du mir zulieb Dir jedenfalls einen Streich gespielt. – –
Dem Pieper habe ich Deine Nachricht nicht mitgeteilt aus folgendem Grunde: seit ungefähr acht bis zehn Tagen wurde Pieper immer mehr Ruine, so daß ich ihn endlich ernstlich zur Rede stellte über seinen Gesundheitszustand. Es kam dann heraus, daß seine Krankheit immer schlimmer wurde unter der Hand seines englischen Quacksalbers. Ich forderte ihn auf, direkt mit mir nach dem Bartholomäushospital zu gehen – die Klinik von London, wo die ersten und berühmtesten Ärzte öffentlich und gratis fungieren. Ein alter Hippokrates, nach Besichtigung des Corpus delicti, sagte ihm: „You have been a fool“,[1] nachdem er ihn über die bisherige treatment[2] examiniert hatte, und erklärte ihm zugleich, daß er in drei Monaten „down“[3] sein werde, wenn er ihm nun nicht exakt, Wort für Wort, folge. Die neue Behandlung erwies gleich ihre Trefflichkeit, und in zwei Wochen ist der Mann sain und sauf.[4] Der Kasus war zu ernsthaft, um Störung in die Geschichte hereinzubringen. Übrigens hat Freiligrath eine Stelle für Pieper in Aussicht. Wird das zu Wasser, so werde ich es Dir berichten.
Rumpf, unser fideler Schneider, sitzt jetzt im Narrenhaus. Vor ungefähr fünf Monaten heiratete le malheureux, um sich aus bürgerlicher Klemme herauszuziehen, eine alte Frau, wurde übertrieben solid, entsagte allen Spirituosis und arbeitete wie ein Pferd. Vor einer Woche ungefähr gab er sich wieder ans Trinken, läßt mich vor ein paar Tagen rufen, eröffnete mir, daß er ein Mittel erfunden habe, die ganze Welt glücklich zu machen; ich solle sein Minister sein usw. Seit gestern befindet er sich im Asylum. Es ist schade um den Kerl.
Ruge läßt im Leader, der übrigens ein reines Bürgerblatt geworden ist, ankündigen, daß er Vorlesungen über die deutsche Philosophie in London halten wird. Zugleich läßt er sich natürlich ausposaunen: „Was den Stil angehe, so setze das deutsche Volk nur einen Mann neben ihn – Lessing.“ In demselben Leader läßt der Russe Herzen seine sämtlichen Werke anzeigen mit der Bemerkung, daß er in Verbindung mit dem polnischen Komitee eine russisch-polnische Propagandadruckerei hier in London errichten wird.
Aus einem der einliegenden Briefe von Cluß ersiehst Du, welcher Art der Hauptschlag ist, womit Herr Willich droht. Er bezieht sich auf die 20 Pfund, die ich vom Flüchtlingskomitee lieh zur Zeit, wo ich gepfändet wurde, weil meine Wirtin in Chelsea ihrem Landlord nicht gezahlt, obgleich ich sie gezahlt hatte, und die ich in den nötigen instalments[5] bis auf den letzten Farthing[6] zurückgezahlt habe. Du mußt mir nun sagen, welche Taktik zu befolgen. Wenn der brave Willich mich damit zu töten meint, ist er zu sehr „bonhomme“.
Carey, der amerikanische Nationalökonom, hat ein neues Buch herausgegeben: „Slavery at home and abroad“.[7] Unter „Slavery“ hier alle Formen der Knechtschaft, wageslavery[8] usw. verstanden. Er hat mir sein Buch zugeschickt und mich wiederholt (aus der Tribune) zitiert, bald als „a recent english writer“,[9] bald als „correspondent of the New York Tribune“. Ich habe Dir früher gesagt, daß in den bisher erschienenen Werken des Mannes die „Harmonie“ der ökonomischen Grundlagen des Bürgertums entwickelt und alles „mischief“[10] aus überflüssiger Einmischung des Staates hergeleitet war. Der Staat war seine bête noire.[11] Jetzt pfeift er aus einem anderen Loch. An allem Bösen ist schuld die zentralisierende Wirkung der großen Industrie. Aber an dieser zentralisierenden Wirkung ist wieder England schuld, das sich zum workshop[12] der Welt macht und alle anderen Länder auf brutale und von der Manufaktur losgerissene Agrikultur zurückwirft. Für die Sünden Englands ist dann wieder verantwortlich die Theorie von Ricardo-Malthus und speziell Ricardos Theorie von der Grundrente. Die notwendige Konsequenz sowohl der Ricardoschen Theorie wie der industriellen Zentralisation würde der Kommunismus sein. Und um allem diesen zu entgehen, der Zentralisation die Lokalisation und die auf das ganze Land zerstreute Union von Fabrik und Agrikultur gegenüberzustellen, wird schließlich empfohlen von unserem Ultrafreetrader – Schutzzölle. Um den Wirkungen der bürgerlichen Industrie, für die er England verantwortlich macht, zu entgehen, nimmt er als echter Yankee dazu seine Zuflucht, diese Entwicklung in Amerika selbst künstlich zu beschleunigen. Im übrigen wirft ihn sein Gegensatz gegen England in sismondisches Lob der Kleinbürgerei in der Schweiz, Deutschland, China usw. hinein. Derselbe Kerl, der früher Frankreich wegen seiner Ähnlichkeit mit China zu verhöhnen gewohnt war. Das einzig positiv Interessante in dem Buche ist die Vergleichung der früheren englischen Negersklaverei in Jamaika usw. und der Negersklaverei in den Vereinigten Staaten. Er zeigt nach, wie die Hauptstöcke der Neger in Jamaika usw. immer aus frisch importierten barbarians bestand, da unter der englischen Behandlung die Neger nicht nur ihre Population nicht aufrechterhielten, sondern auch der jährliche Import zu zwei Dritteln immer weggefressen wurde, während die jetzige Negergeneration in Amerika einheimisches Produkt, mehr oder minder yankisiert, Englisch sprechend und darum emanzipationsfähig wird.
Die Tribune posaunt natürlich Careys Buch mit vollen Backen aus. Beide haben allerdings das Gemeinsame, daß sie unter der Form von sismondisch-philanthropisch-sozialistischem Antiindustrialismus die schutzzöllnerische, das heißt die industrielle Bourgeoisie in Amerika vertreten. Das ist auch das Geheimnis, warum die Tribune, trotz aller ihrer „isms“ und sozialistischen Flausen, „leading Journal“[13] in den Vereinigten Staaten sein kann.
Dein Artikel über die Schweiz war natürlich ein direkter Sackschlag auf die „Leader“[14] der Tribune (gegen Zentralisation usw.) und ihren Carey. Ich habe diesen versteckten Krieg fortgesetzt in einem ersten Artikel über Indien, worin die Vernichtung der heimischen Industrie durch England als revolutionär dargestellt wird. Das wird ihnen sehr shocking[15] sein. Übrigens war die Gesamtwirtschaft der Briten in Indien säuisch und ist es bis auf diesen Tag.
Was den stationären Charakter dieses Teiles von Asien trotz aller zwecklosen Bewegung in der politischen Oberfläche vollständig erklärt, sind die zwei sich wechselseitig unterstützenden Umstände: 1. Die public works[16] Sache der Zentralregierung; 2. neben derselben das ganze Reich, die paar größeren Städte abgerechnet, aufgelöst in villages (Dorfgemeinden), die eine vollständig diskrete Organisation besaßen und eine kleine Welt für sich bildeten.
Diese idyllischen Republiken, die bloß die Grenzen ihrer Village eifersüchtig gegen das benachbarte Village bewachen, existieren noch ziemlich perfekt in den erst kürzlich den Engländern zugekommenen northwestern parts of India.[17] Ich glaube, daß man sich kaum solidere Grundlage für den asiatischen Despotismus in Stagnation denken kann. Und so sehr die Engländer das Land irlandisiert haben, das Aufbrechen dieser stereotypen Urformen war die conditio sine qua non[18] für Europäisierung. Der taxgatherer[19] allein war nicht der Mann, das fertigzubringen. Die Vernichtung der uralten Industrie gehörte dazu, die diesen Villages den Selfsupporting-Charakter[20] raubte.
In Bali, Insel an der Ostküste von Java, noch vollständig neben der Hindureligion auch diese Hinduorganisation, deren Spuren, wie die von Hindueinfluß, auf ganz Java übrigens zu entdecken. Was die Eigentumsfrage betrifft, so bildet sie eine große Streitfrage bei den englischen Schriftstellern über Indien. In den kupierten Gebirgsterrains südlich vom Krischna scheint allerdings Eigentum an Grund und Boden existiert zu haben. In Java dagegen, bemerkt Sir Stamford Raffles, der ehemalige englische Governor von Java, in seiner „History of Java“, auf der ganzen Oberfläche des Landes, „where rent to any considerable amount“ was obtainable,[21] [ist] der sovereign[22] absoluter Landlord. Jedenfalls scheinen in ganz Asien die Mahommetans die „Eigentumslosigkeit in Land“ nicht prinzipiell festgestellt zu haben.
Über die oben zitierten Villages bemerke ich noch, daß sie schon bei Menu figurieren und die ganze Organisation bei ihm darauf ruht: 10 stehen unter einem höheren Kollektor, 100 dann, und dann 1000.
Schreibe mir bald.
Dein K. M.
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[1] Sie sind ein Narr gewesen.
[2] Behandlung.
[3] Unten [zugrunde gerichtet].
[4] Gesund [und] heil.
[5] Abzahlungen.
[6] Heller.
[7] Sklaverei daheim und im Ausland.
[8] Lohnsklaverei.
[9] Ein neuerer englischer Schriftsteller.
[10] Unheil.
[11] Schwarzes [Grusel-]Tier.
[12] Werkstätte.
[13] Führendes Blatt.
[14] Leitartikel.
[15] Anstößig, peinlich.
[16] Öffentlichen Anlagen [Wasserwerke usw.].
[17] Nordwestprovinzen Indiens.
[18] Unerläßliche Bedingung.
[19] Steuereinnehmer.
[20] Charakter der völligen Selbstversorgung.
[21] Wo Bodenzins von irgendwelchem Belang herauszuschlagen war.
[22] Oberste Herrscher.
240
28 Deanstreet, 29. Juni 1853.
Lieber Engels!
Ich bin plötzlich überfallen worden von meiner Schwester und ihrem Vermählten, der als Großkrämer nach dem Kap der guten Hoffnung von hier absegelt. Dies, zusammen mit der Korrespondenz für die Tribune und einigem Unrat, der in Amerika zu adjustieren war, nahm meine Zeit sehr in Anspruch. Morgen, denke ich, segelt das Ehepaar ab. Wie ich von Imandt höre, wird Deine Mutter in London erwartet, woraus der Schluß zu ziehen, daß Du ebenfalls bald einspringen wirst.
Einliegend Lassalles Anweisung für die Versendung der Exemplare nach Deutschland. Meine Frau wird die Expedition nach Manchester vornehmen. Ich hoffe, daß Ihr dann die Sache in Manchester besorgen werdet. Hast Du nichts von Jones gesehen, der in Eurer Gegend spukt und in Halifax ein Monstermeeting zustande gebracht haben soll?
Zu meinem Erstaunen bekam ich vorigen Mittwoch einen sehr verdrießlichen Brief von Cluß, worin er mir mitteilt, daß ihm geschrieben wurde, Pieper habe ihn bei Schläger – ihn und Arnold – als „untergeordnete Agenten“ hingestellt, sich dagegen als den Mann, der die Nachrichten „aus erster Quelle“ bringe usw. Zum Glück ist an der ganzen Geschichte kein wahres Wort, sondern bloßer Versuch der Partei Willich, Anneke, Weitling und Komp., Zwietracht in unseren eigenen Reihen zu säen und speziell „den sehr unangenehmen Cluß“ neutral zu machen. Die nötigen Aufklärungen sind natürlich sofort übers Wasser besorgt worden. Ich finde den ersten Brief von Cluß nicht, lege aber den zweiten bei.
Als ich nach Manchester abreiste, pumpte ich 2 Pfund bei dem biedern Bamberger. Der Kerl schickt mir grobe Mahnzettel, sogar Drohungen. Mais nous verrons.[1] Bis Freitag habe ich für 20 Pfund Sterling nach New York zu ziehen. Fragt sich aber wieder, wie.
Einliegend das Nec plus ultra[2] der Heinzenschen blutdürstig gewordenen Feigheit und Abneigung gegen die „gewöhnliche Kriegführung“.
Mit dem „Schweizer Artikel“ war ein Irrtum meinerseits, da Dana die Sendung in zwei Teile gespalten, aber beide unter meinem Namen drucken ließ.
Nun für das nächste Mal. Eben kamen Frau Schwester und Herr Schwager. Meine Schwester ist sehr korpulent, und die Passage durch den Äquator wird ihr verdammt Schweiß kommen [kosten].
Dein K. M.
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[1] Aber wir werden sehen.
[2] Nicht zu übertreffende.
241
28 Deanstreet, 8. Juli 1853.
Lieber Engels!
Überbringer dieser Zeilen, Dr. Jacobi, einer von dem „Kölner Kommunistenprozeß“. Ich weiß nicht, ob Du krank bist oder bös, oder beschäftigt, oder sonst was, da Du keine Lebenszeichen von Dir gibst.
Ich habe gestern 24 Pfund auf A. Dana gezogen bei Spielmann in Lombardstreet, der mich in fünf Wochen, sobald Wechsel zurück, zahlen wird. In der Zwischenzeit habe ich wieder sehr schlimme Periode durchzumachen, um so mehr, als verschiedene wertvolle Sachen im Pfandhaus erneuert werden müssen, wenn sie nicht verfallen sollen, und dies natürlich nicht möglich ist dans un moment,[1] wo selbst die Mittel pour les choses les plus nécessaires[2] fehlen. Indes, ich bin jetzt an den Dreck gewöhnt und an die Verhältnisse, die er mit sich bringt. Jedenfalls wirst Du mir schreiben, warum Du nicht schreibst. Ich hoffe at all events,[3] daß Du nicht krank bist.
Dein K. M.
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[1] In einem Zeitpunkt.
[2] Für die notwendigsten Dinge.
[3] Auf alle Fälle.
242. Manchester, Samstag, 9. Juli 1853
Lieber Marx!
Letzte Nacht um vier Uhr weckt mich die alte Hausfrau aus dem Schlafe, es sei ein Gentleman da, der mich sprechen wolle. Ich rapple mich empor und finde an der Türe ein Männchen mit einem Cab, einem kolossalen Koffer und Reisesack, der mir sagt, sein Name sei Jacobi und Du und Pieper hättet ihn mir geschickt. Marx und Pieper! dachte ich, wer zum Henker ist dieser Jacobi, ist er ein unehelicher Sohn vom Königsberger oder was, und endlich zieht das Männchen Deinen Brief aus der Tasche, ziemlich verdutzt, nicht gleich mit offenen Armen unbekannterweise aufgenommen zu sein – worüber mir dann einfällt, was Dein Brief bestätigte, daß es der Kommunistenprozeß-Jacobi sei, an den mein Herz nicht dachte, da ich ihn in preußischen Kaschotten längst gut untergebracht glaubte. Que faire?[1] Ich nehme ihn nebst Zubehör also herein, plauderte schlaftrunken eine halbe Stunde mit ihm und ließ ihn sich dann auf mein Sofa legen, denn das Haus ist crammed full[2] von Leuten. Glücklicherweise ist mein Alter bis morgen aus der Stadt, und so nahm ich mir den Herrn Parteimärtyrer gleich heute morgen beim Kragen, mietete ihm eine Wohnung und verbot ihm, sich bei mir sehen zu lassen, bis die Abreise meines Alten das Interdikt aufhebe.
Dies kriegisch-westfälische Verfahren, die Tölpelei, nach achttägigem Aufenthalt in London einen Zug zu wählen, der mitten in der Nacht ankommt, nahm mich wenig für den Mann ein. Weitere Verhandlungen haben den Mann in meinen Augen etwas, aber nicht sehr, gehoben. Er will sich bei Borchardt mit Briefen von Dir und Kinkel (beinahe so gut wie Marx und Pieper) präsentieren, dem kleinen Heckscher ohne weiteres und ohne Introduktion auf die Bude stürzen, wo er dann erwartet, daß dieser ihm gleich alle Aufschlüsse über seinen Trade geben und aus Freude über den neuen „wissenschaftlichen“ Umgang seinem neuen Konkurrenten die halbe Praxis abtreten wird – und was dergleichen Biedermannsgedanken mehr sind. Die Dummheit, zu Kinkel zu gehen, schadet ihm mehr als sie ihm nützt. Kinkel gibt ihm Brief – nicht an Herrn, sondern an Frau Schunck, eine Unverschämtheit und ein direkter grober Bruch der englischen Etikette .... Außerdem ist Monsieur Jacobi, à ce qu’il me parait,[3] nicht der Mann, sein Glück hier zu machen.
Sobald mein Herr Alter fort ist, schicke ich Dir einiges Geld. Früher kann ich nicht gut etwas nehmen, da ich jeden Tag riskiere, daß er einmal mein Konto nachliest, was allein schon heitere Erörterungen geben wird, die ich lieber schriftlich abmache.
Die Idee, ich schriebe nicht, weil ich „bös“ sei, hat mich lachen gemacht. De quoi donc?[4]
Grüße Deine Frau und Kinder und halte den Dreck wenigstens aus, bis ich wieder freie Hand habe – hoffentlich binnen acht Tagen.
Dein F. E.
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[1] Was tun?
[2] Gepfropft voll.
[3] Wie es mir scheint.
[4] Worüber denn?
243
28 Deanstreet, 18. Juli 1853.
Lieber Engels!
Ich erhielt vorgestern Brief von Lassalle, der nun im ungewissen ist, an Unterschlagung von Briefen usw. glaubt. Es wäre gut gewesen, wenn Du mir angezeigt, ob das Paket an ihn abgegangen oder nicht. Lassalle ist noch der einzige, der mit London zu korrespondieren wagt, und so muß verhütet werden, ihm die Sache zu verleiden. Ich bitte Dich also, mir anzuzeigen, wie es mit dem Paket steht. Die Frage der Versendung desselben hat noch die zweite Wichtigkeit für mich, daß die Epoche der __returns__[1] davon abhängt.
Meine Frau hat mit letzter Post einen sehr freundlichen und kulanten Brief von A. Dana erhalten, worin er anzeigt, daß es ihm unmöglich, ein Haus in London anzugeben. At all instances[2] werden die von mir gezogenen Wechsel prompt honoriert werden. Er schreibt, daß meine Artikel „highly valued by the proprietors of the Tribune and the public“,[3] und schreibt keine Grenze vor für das Quantum der Sendungen.
In der Debatte über die advertisement duty[4] – ich glaube vor ungefähr zwei Wochen – hielt Herr Bright eine große Eloge auf die New York Tribune und gab eine Analyse von einer Nummer derselben, worin gerade mein Artikel über das Budget stand. Darüber sagte er: „From Great Britain there is an elaborate disquisition on the Right Honorable Gentleman’s budget doing him justice in some parts, but not in others and doing certainly, as far as the Manchesterschool was concerned, no justice whatever.“[5]
Mit Jacobi mußt Du Dich nicht abschrecken lassen durch die Unbeholfenheit und Weltunkenntnis eines 23jährigen Jünglings aus dem Regierungsbezirk Minden, der zwei Jahre im Käfig saß. Es ist tüchtiger Fonds hinter ihm. Ich habe seine Doktordissertation gelesen und war „much pleased with it“.[6]
Dein K. M.
Jones hat bedeutende Meetings gehalten, die selbst die Aufmerksamkeit der Bourgeoisblätter erregen.
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[1] Eingänge, Zahlungen.
[2] In allen Fällen.
[3] Von den Eigentümern der Tribune und dem Publikum sehr geschätzt [werden].
[4] Inseratensteuer.
[5] Aus Großbritannien ist da eine sorgfältige Untersuchung des Budgets des sehr ehrenwerten Herrn [Schatzkanzler], die ihm in einigen Punkten gerecht wird, in anderen aber nicht, und die, soweit die Manchesterschule in Betracht kommt, ihr sicherlich in keiner Weise gerecht wird.
[6] Sehr befriedigt von ihr.
244
28 Deanstreet, 18. August 1853.
Lieber Engels!
Lupus wird wahrscheinlich eine gute Stelle in Liverpool bekommen. In diesem Falle wird er über Manchester reisen. Die Schwierigkeit besteht darin, daß er sein Gehalt erst am Ende des Vierteljahrs ausgezahlt erhielte. Er erwartet dann allerdings einige Gesamthilfe von Dir und Strohn. Ist letzterer retourniert?
Der Stänker Dronke schreibt natürlich sehr wichtigtuende Briefe in alle Welt, zum Beispiel an Imandt, „daß er Anstalten getroffen zur Übersiedlung nach Amerika“. __Entre nous__,[1] es scheint mir, daß der kleine Ladenhüter, um sich in wohlfeiler Weise wichtig zu machen, dem Lupus zu verstehen gegeben hat, daß er statt Deiner die Sache in die Hand genommen hat. Wenigstens glaube ich, on the part of Wolff[2] eine gewisse Spannung gegen Manchester wahrzunehmen. Daß Dronke ein lebendiger cancan[3] ist, no doubt about that, experto crede etc.[4] Pieper mußt Du durchaus umgehend wenigstens so viel schicken, daß er sich Rock und Hose schaffen kann. Wie er jetzt abgerissen ist, ist es ihm unmöglich, selbst günstige Chancen, die sich ihm bieten, zu benutzen. Er ist unpräsentabel geworden. Zudem hast Du ihm die Sache bei Deiner Abreise versprochen. Er hält sich brav in seinem Pech. Indes hat alles eine Grenze.
[Ich habe] besonders Unglück in Geldnegoziationen. Ich habe jetzt für 42 Pfund Sterling (zwei Wechsel) auf Amerika laufen und kann dabei nicht über 42 Farthing kommandieren, obgleich ich nicht nur für mich, sondern auch für Pieper die Subsistenzmittel schaffen muß. Den ersten Wechsel von 24 Pfund Sterling gab ich Herrn Spielmann, er sagte, ich solle in fünf Wochen wiederkommen. Jetzt sind es schon sieben. Dabei verliere ich durch dieses elende Laufen nach der City immer gerade Montag und Donnerstag, das heißt beide Tage, wo ich die Korrespondenzen für Dienstag und Freitag vorbereiten müßte. Spielmann schickt mich immer zurück mit der jüdisch-genäselten Bemerkung: „Kaine Nootiz da.“ Wegen solcher kleinen Summen schrieben seine Korrespondenten nur gelegentlich. Wenn ich das Geld gleich gebraucht hätte, so hätte ich ihm im voraus sagen müssen, daß ich das Porto für einen besonderen Brief zahlen wolle usw. Dadurch bin ich nun nicht nur in täglicher Klemme, sondern meine Frau, die auf das exakte Eintreffen gerechnet, hatte den verschiedenen Gläubigern Termine angesetzt, und nun stürmen die Hunde das Haus. Ich schreibe unterdes wie der Teufel drauf los. Es wäre sehr gut, wenn Du mir irgend einen Artikel dazwischen schicktest oder zwei, damit ich Zeit erhielte, wieder etwas Besseres auszuarbeiten. Dreiviertel der Zeit geht hier mit den Pennyläufereien fort.
Heise ist jetzt hier, persönlich gar kein übler Kerl. Herr Kossuth macht sich jetzt lächerlich als Korrespondent der Daily New York Times. Vier Briefe von D. Urquhart über die orientalische Frage im Advertiser enthielten trotz seiner Marotten manches Interessante. Gegen Jones we strike[5] seit zwei Wochen.
Dein K. M.
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[1] Unter uns.
[2] Von seiten Wolffs.
[3] Klatschbase.
[4] Kein Zweifel darüber, glaube dem, der es praktisch erfahren hat.
[5] Streiken wir.
245
28 Deanstreet, 28. August 1853.
Lieber Engels!
Einliegend ein Brief von Weydemeyer, einige von Cluß, eine Erklärung von Herrn Willich, ein Brief von Mazzini an Mr. Mott (Abolitionist) in Amerika. Deinen Aufsatz habe ich in zwei Partien benutzt und umgeschrieben in zwei Aufsätze, die ich nach New York geschickt, indem meine Frau den Sekretär abgab. – –
W. Wolff hat an seinen Vertrauten Rings geschrieben. Er werde bis Ende Oktober in Manchester versuchen. Wenn sich bis dahin nichts finde, abreisen. Er lebe einstweilen auf fremde Tasche Great D[ucie] Street Nummer so und so.
Ich wünschte, über die Sache mit Herrn Dronke ins klare zu kommen. –
Les choses marchent merveilleusement.[1] In Frankreich wird das einen entsetzlichen Krach geben, wenn die ganze finanzielle Schwindelei zusammenbricht.
Jacobi hat einen melancholisch stilisierten Artikel über den Untergang der Erde in der Reform.
Laß diese Zeilen nicht in falsche Hände fallen.
Dein K. M.
Apropos. Vorgestern erhielt ich ein paar Zeilen von Blind. Er wird von seiner demokratischen Vornehmheit sich wieder bequemen müssen, auf die Messer- und Gabelfrage herabzusteigen. Er hat seinen Prozeß verloren, und einstweilen ist das ganze Vermögen seiner Frau mit Beschlag belegt. So hören alle Subsidien auf. Es tut mir leid für ihn, trotz der abgeschmackten Manieren, die er zu adoptieren für gut hielt.
Hast Du die Geschichte im Morning Advertiser von wegen Bakunins verfolgt? Urquhart brachte, daran anbindend, einen Artikel, worin er Bakunin verdächtigt, erstens, weil er a Russian,[2] und zweitens, weil er „a Revolutionist“ sei, die Behauptung aufstellt, es gäbe keine ehrlichen Revolutionäre unter den Russen, ihre demokratisch sein sollende Schriftstellerei (Hieb auf Herzen und den polisson[3] Golowine) beweise gar nichts, und schließlich den kontinentalen Revolutionären erklärt, sie seien ebensolche Verräter wie die Regierungen, wenn sie Russen in ihr Vertrauen zuließen. Die Russen, scheint es, schicken dann den Englishman (Richards) ins Feuer, der eine Pique gegen Urquhart hat, weil dieser, von wegen Anciennitätsansprüchen, ihm die Thema „Paris“ (?) und „Türkei“ im Morning Advertiser abgenommen hat. Richards erklärt, es sei ebenso preposterous,[4] den Bakunin für einen spy[5] zu erklären, als den Palmerston to impeach for being bribed by Russia,[6] bezieht sich auf die testimonia[7] von Ruge, mir, lobt Herzens Idées révolutionnaires[8] usw. Gestern tritt dann wieder ein Trabant von Urquhart, A. B., auf, erklärt, er kenne sämtliche Schriften der „jeune Russie“,[9] sie bewiesen die Richtigkeit von Herzens Ansicht, Panslawismus usw.
Jedenfalls werden les intrigants russes[10] merken, daß es nicht so leicht ist, hier – wie bei der pauvren französischen Demokratie – sich mausig zu machen, „influence“[11] zu gewinnen und als eine Art Aristokratie in der revolutionären Emigration sich zu gebaren. Hier setzt es harte Püffe. Was haben die Esel nun dem Bakunin genützt? Daß er ernsthaft öffentlich angeklagt wird und daß sie selbst eins aufs Maul erhalten.
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[1] Die Dinge gehen wunderbar vorwärts.
[2] Ein Russe.
[3] Lümmel.
[4] Albern.
[5] Spion.
[6] Zu beschuldigen, er sei von Rußland bestochen.
[7] Zeugenaussagen.
[8] „Revolutionäre Ideen“ [Schrift Herzens].
[9] Junges Rußland.
[10] Russische Intriganten.
[11] Einfluß.
246
28 Deanstreet, Soho, 2. September 1853.
Lieber Engels!
Ich habe Dir lange nicht geschrieben, selbst nicht den Empfang der 5 Pfund Sterling (wovon 2,10 an Pieper und 1,10 an Lupus ausgezahlt), weil ich in einer unbeschreibbaren Suppe my time und my energies[1] konsumieren muß. Am 7. Juli hatte ich dem Spielmann meinen Wechsel gegeben. Am 31. August erklärt mir der Bursche – nachdem ich siebenmal zu ihm gelaufen war –, daß der Wechsel verloren gegangen sei, daß ich ihm eine Sekunda ausstellen müsse usw. Ich hatte mich also wochenlang durchgeschleppt, indem ich bis auf das letzte Stück versetzt habe, und hatte alle Gläubiger auf den 3. September wiederbestellt, seitdem ich sie von Juli an hingehalten. Da ich keine Ressourcen habe außer der Einnahme von der Tribune, begreifst Du meine Situation, und wie ich weder Zeit noch Lust zum Korrespondieren haben kann.
Dem Jacobi, wenn er noch da ist, sage, daß ich seinetwegen [an] Weydemeyer usw. geschrieben habe.
Weswegen ich Dir heute schreibe, ist folgendes:
Du liest, soviel ich weiß, den Morning Advertiser nicht. Dieses Blatt der „united victuallers“[2] brachte von einem „foreign correspondent“[3] (Herr Golowine, denke ich) eine Apologie auf Bakunin. Ein Anonymus, F. M., verdächtigt darauf in demselben Morning Advertiser den Bakunin als russischen Spion, sagt, daß es ihm jetzt sehr gut gehe usw. Antwort darauf von Golowine und Herzen, die dabei bemerken, daß schon einmal in einem „German paper“[4] 1848 dieselbe Verleumdung vorgebracht worden sei und daß das paper „had even ventured to appeal to the testimony of George Sand“.[5]
Vorvorgestern kommt Dr. Arnold Ruge und sagt, dieses deutsche Blatt sei „die Neue Rheinische Gazette, deren Editor, Dr. Marx, ebenso überzeugt gewesen sei von der Unwahrheit dieser Verleumdungen als jeder andere Demokrat“.
In dem Morning Advertiser von gestern mache ich eine Erklärung folgenden Inhalts:
Messrs. [unlesbar] Golowine und Herzen hätten chosen to connect the Neue Rheinische Gazette edited by me in 1848 and 1849[6] mit ihrer Polemik mit F. M. über Bakunin usw. Now, I care nothing about the insinuations of Messrs. Herzen and Golowine.[7] Aber usw. usw. „permit me to state the facts of the case“.[8] Folgt die Aufzählung der Facta:
„daß wir am 5. Juli 1848 Pariser Briefe erhielten, einen vom Havas-Bureau, den anderen von einem polish refugee[9] (so nenne ich den Ewerbeck), beide stating,[10] daß George Sand Briefe besitze, die den Bakunin kompromittieren, as being lately entered into relations with the Russian government;[11]
„daß wir am 6. Juli diesen Brief, nicht des Havas-Bureau, sondern unseres Pariser Korrespondenten abdruckten;
„daß Bakunin in der Neuen Oder-Zeitung antwortete, vor unserer Korrespondenz seien ähnliche Gerüchte in Breslau zirkuliert worden; sie gingen aus von den russischen Gesandtschaften, und daß er sie nicht besser widerlegen könne als durch einen Appell an George Sand;
„daß am 3. August Koscielski der Rheinischen Zeitung den Brief von George Sand an ihren Editor brachte, der am selben Tage gedruckt wurde mit den folgenden einleitenden Worten: (folgen die Worte der Neuen Rheinischen Zeitung);
„daß ich Ende August durch Berlin passierte, Bakunin sah und meine alte Freundschaft mit ihm erneuerte;
„daß 15. (oder Ende) Oktober die Rheinische Zeitung Bakunin verteidigte gegen das preußische Ministerium, das ihn auswies;
„daß im Februar (1849) die Rheinische Zeitung einen leading[12] Artikel über Bakunin brachte, beginnend mit den Worten: Bakunin ist unser Freund! usw.;
„daß ich in der New Yorker Tribune Bakunin paid the tribute due to him for his participation in our movements etc.“[13]
Meine Erklärung schließt mit den Worten:
„As to F. M. proceeding as he does from the fixed idea that continental revolutions are fostering the secret plans of Russia, he must, if to pretend to anything like consistency, condemn not only Bakunin but every continental Revolutionist, as a russian agent. In his eyes Revolution itself is a russian agent. Why not Bakunin?“[14]
Nun in der heutigen Nummer wagt sich der Lump Golowine nicht zu nennen, sondern unter dem Titel „from a foreign Correspondent“[15] bringt der Morning Advertiser das Folgende von ihm:
How to write History. (From a foreign Correspondent.)[16]
Bakunin is a Russian agent – Bakunin is not a Russian agent. Bakunin died in the prison of Schluesselburg, after having endured much ill treatment – Bakunin is not dead: he still lives. He is made a soldier, and sent to the Caucasus – no, he is not made a soldier: he remains detained in the citadel of St. Peter and St. Paul. Such are the contradictory news which the press has given in turn, concerning Michael Bakunin. In these days of extensive publicity we only arrive at the true by affirming the false; but, has it at least been proved that Bakunin has not been in the military pay of Russia?
_There are people who do not know that humanity makes men mutually responsible – that in extricating Germany from the influence which Russia exercises over it, we re-act upon the latter country, and plunge it anew into its despotism, until it becomes vulnerable to revolution. Such people it would be idle to attempt to persuade that Bakunin is one of the purest and most generous representatives of progressive cosmopolitism._
_„Calumniate, calumniate,“ says a French proverb, „and something will always remain.“ The calumny against Bakunin, countenanced in 1848 by one of his friends, has been reproduced in 1853 by an unknown person. „One is never betrayed but by one’s own connexion“ says another proverb; „and it is better to deal with a wise enemy than with a stupid friend.“ The Conservative journals have not become the organ of the calumny insinuated against Bakunin. A friendly journal undertook that care._
Revolutionary feeling must be but slightly developed when it can be forgotten, as M. Marx has forgotten, that Bakunin is not of the stuff of which police-spies are made. Why, at least, did he not, as is the custom of the English papers, why did he not simply publish the letter of the Polish refugee which denounced Bakunin? He would have retained the regret of seeing his name associated with a false accusation.“[17] –
Ich denke dem Kerl folgendes (siehe unten) zu antworten, was Du mir umgehend (bis Montag, wenn möglich) stilisiert zurückschicken mußt.
Zugleich fragt es sich, ob nicht auch Du und Dronke eine Erklärung machen wollt als Editors der Neuen Rheinischen Gazette, Clique gegen Clique. Auf der anderen Seite stehen nur Ruge, Herzen, Golowine. Letzteren nannte Bakunin selbst „un polisson“.[18] 1843 und 1844 einer der eifrigsten Bewunderer von Nikolas wurde er Demokrat, weil er glaubte, verdächtig geworden zu sein, und nicht nach Rußland zurückzukehren wagte. In letzterem besteht sein ganzer Heroismus.
Ich für meinen Teil würde also der Substanz nach folgende Erklärung vorschlagen:
„It is better to deal with a wise enemy, than with a stupid friend“ Bakunin would have exclaimed if he was ever to read the letter of the „foreign“ Sancho Pansa who, in your Saturday’s paper, indulges in his proverbial commonplaces.
_Is he not a „stupid friend“ who reproaches me with not having done by what doing I would have according to himself „retained the regret of seeing my name associated with a false accusation“?_
Is he not a „stupid friend“ who is astonished of what every schoolboy knows that truth is established by controversy and that historical facts are to be extricated from contradictory statements?
When the Neue Rheinische Gazette brought the Paris letter Bakunin was at liberty. If he was right to be satisfied with the public explanations of the Neue Rheinische Gazette in 1848 is it not a „stupid friend“ who pretends to find fault with them in 1853? If he was wrong in renewing his intimate relations with the Editor of the Neue Rheinische Gazette is it not „stupid“ on the part of a pretended friend to reveal his weakness to the public?
Is he not a „stupid friend“ who thinks necessary to „plunge Russia anew in its despotism“ as if she had ever emerged from it?
Is he not a „stupid friend“ who calls the latin proverb „calumniare audacter“ a french proverb?
_Is he not a „stupid friend“ who cannot understand why the Conservative Journals did not like to publish the calumnies which were secretly spread against Bakunin throughout Germany while the most revolutionary paper of Germany was obliged to publish them?_
Is he not a „stupid friend“ who ignores that „revolutionary feeling“ at its highest pitch made the „lois des suspects“ and beheaded the Dantons and the Desmoulins and the Anacharsis Cloots?
Is he not a „stupid friend“ who dared not accuse the Morning Advertiser for having inserted the letter of F. M. while Bakunin is incarcerated at St. Petersburg at the same time accusing the Neue Rheinische Gazette for having inserted a similar letter in 1848 when Bakunin was free and not yet reduced to the misery of being defended by a „stupid friend“?
Is he not a „stupid friend“ who makes the name of Bakunin a pretext for calumniating the friends of Bakunin while he is cautiously withholding his own name?[19]
Also bald Antwort. Die Sache pressiert.
Dein K. M.
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[1] Meine Zeit [und] meine Kräfte.
[2] Vereinigten Wirte.
[3] Ausländischen Korrespondenten.
[4] Deutsche Zeitung.
[5] Zeitung „hat sich sogar herausgenommen, das Zeugnis von George Sand anzurufen“.
[6] Beliebt, die von mir 1848 und 1849 herausgegebene „Neue Rheinische Zeitung“ in Verbindung zu dringen mit ...
[7] Nun machte ich mir nichts aus den Unterstellungen der Herren Herzen und Golowine.
[8] Erlauben Sie mir, den Sachverhalt dieser Angelegenheit festzustellen.
[9] Polnischen Flüchtling.
[10] Behauptend.
[11] Er sei neuerdings mit der russischen Regierung in Verbindung getreten.
[12] Leit-[Artikel].
[13] Den ihm für seine Beteiligung an unseren Kämpfen zukommenden Tribut erstattet habe.
[14] Wenn F. M. wie er es tut, von der fixen Idee ausgeht, daß festländische Revolutionen die geheimen Pläne Rußlands fördern, so muß er, sofern er auf so etwas wie Konsequenz Anspruch erheben will, nicht nur Bakunin, sondern jeden festländischen Revolutionär als einen russischen Agenten verurteilen. In seinen Augen ist die Revolution selbst ein russischer Agent. Warum soll Bakunin es nicht sein?
[15] Von einem ausländischen Korrespondenten.
[16] Wie man Geschichte schreiben soll. (Von einem ausländischen Korrespondenten.)
[17] „Bakunin ist ein russischer Agent – Bakunin ist kein russischer Agent. Bakunin starb im Kerker von Schlüsselburg, nachdem er viel schlechte Behandlung erlitten – Bakunin ist nicht tot, er lebt noch. Man hat ihn zum Soldaten gemacht und nach dem Kaukasus geschickt – nein, er ist nicht zum Soldaten gemacht worden, er bleibt in der Zitadelle von Sankt Peter und Sankt Paul interniert. Das sind die widersprechenden Nachrichten, welche die Presse abwechselnd über Michael Bakunin gebracht hat. In diesen Tagen ausgedehnter Publizität kommen wir nur dadurch auf die Wahrheit, daß wir das Falsche behaupten; ist es aber wenigstens bewiesen worden, daß Bakunin nicht russischer Militärspion war?
Es gibt Leute, die nicht wissen, daß die Menschheit die Menschen voneinander abhängig macht – daß, indem wir Deutschland von dem Einfluß befreien, den Rußland über es ausübt, wir auf das letztere Land re-agieren und es von neuem in den Despotismus untertauchen, bis es von der Revolution getroffen werden kann. Solche Leute wird man vergeblich zu überzeugen versuchen, daß Bakunin einer der reinsten und hochherzigsten Vertreter des fortschrittlichen Kosmopolitismus ist.
‚Verleumdet, verleumdet,‘ sagt ein französisches Sprichwort, ‚und etwas wird immer zurückbleiben.‘ Die Verleumdung Bakunins, die 1848 von einem seiner Freunde weitergegeben wurde, ist 1853 von einem Unbekannten wieder aufgetischt worden. ‚Man wird immer nur von seinen eigenen Leuten verraten,‘ sagt ein anderes Sprichwort, ‚und es ist besser, mit einem klugen Feind, als mit einem dummen Freund zu tun zu haben.‘ Konservative Blätter sind nicht das Organ der gegen Bakunin ausgestreuten Verleumdung geworden. Ein befreundetes Blatt übernahm diese Ausgabe.
Das revolutionäre Empfinden muß nur wenig entwickelt sein, wenn vergessen werden kann, was Mr. Marx vergessen hat, daß Bakunin nicht aus dem Stoff gemacht ist, aus dem man Polizeispione macht. Warum hat er nicht wenigstens, wie dies Gepflogenheit der englischen Blätter ist, einfach den Brief des polnischen Flüchtlings veröffentlicht, der Bakunin denunzierte? Er würde das Bedauern zurückbehalten haben, daß er seinen Namen mit einer falschen Beschuldigung verknüpft sah.“
[18] Einen Lümmel.
[19] „Es ist besser, man hat mit einem klugen Feind als mit einem dummen Freund zu tun“, würde Bakunin ausgerufen haben, wenn er jemals den Brief des „ausländischen“ Sancho Pansa zu Gesicht bekäme, der in Ihrer Sonnabendausgabe sich in seinen sprichwörtlichen Gemeinplätzen ergeht.
Ist der nicht ein „dummer Freund“, der mir einen Vorwurf daraus macht, das nicht getan zu haben, wodurch ich nach ihm „das Bedauern zurückbehalten hätte, meinen Namen mit einer falschen Beschuldigung verbunden zu sehen“?
Ist der nicht ein „dummer Freund“, der sich über etwas wundert, was jeder Schuljunge weiß, nämlich daß die Wahrheit durch Polemik festgestellt wird und daß historische Tatsachen durch widersprechende Behauptungen ermittelt werden?
Als die Neue Rheinische Zeitung den Pariser Brief brachte, war Bakunin auf freien Füßen. Wenn er 1848 recht tat, mit den öffentlichen Erklärungen der Neuen Rheinischen Zeitung zufrieden zu sein, ist der nicht ein „dummer Freund“, der 1853 an ihnen Fehl findet? Wenn er unrecht tat, sein Freundschaftsverhältnis mit dem Redakteur der Neuen Rheinischen Zeitung zu erneuern, ist es nicht „dumm“ von einem angeblichen Freund, seine Schwäche dem Publikum zu enthüllen?
Ist der nicht ein „dummer Freund“, der es für nötig findet, „Rußland aufs neue in den Despotismus unterzutauchen“, als ob es je aus ihm herausgekommen wäre?
Ist der nicht ein „dummer Freund“, der das lateinische Sprichwort „calumniare audacter“ [verleumde keck] ein französisches Sprichwort nennt?
Ist der nicht ein „dummer Freund“, der nicht begreifen kann, warum konservative Blätter die heimlich überall in Deutschland gegen Bakunin ausgestreuten Verleumdungen [Verdächtigungen] nicht veröffentlichen mochten, während das revolutionärste Blatt Deutschlands verpflichtet war, sie zu veröffentlichen? Ist der nicht ein „dummer Freund“, der nicht weiß, daß das „revolutionäre Empfinden“ in seiner höchsten Steigerung die „Gesetze über die Verdächtigen“ schuf und die Danton, die Desmoulins, die Anacharsis Cloots köpfte?
Ist der nicht ein „dummer Freund“, der sich nicht getraute, den Morning Advertiser dafür anzuklagen, daß er den Brief von F. M. veröffentlichte, während Bakunin in St. Petersburg eingekerkert sitzt, und zur selben Zeit die Neue Rheinische Zeitung anklagt, einen ähnlichen Brief 1848 veröffentlicht zu haben, als Bakunin frei und nicht in die bedauernswürdige Lage versetzt war, von einem „dummen Freund“ verteidigt zu werden?
Ist der nicht ein „dummer Freund“, der den Namen Bakunins zum Vorwand nimmt, Bakunins Freunde zu verleumden, während er vorsichtig seinen eigenen Namen für sich behält?
247
28 Deanstreet, 7. September 1853.
Dear Frederic!
Allerdings kam Dein Brief zu spät. Ich hatte den Dreck kondensiert, mit Entfernung von unnötigem Pathos nunmehr zurechtgefeilt, dem liebenswürdigen Organ der vereinigten „licensed victuallers“[1] zugesandt am Montag. Nicht inseriert. Zugleich aber brachte dies höchst konsequente Blatt einen kurzen letter „From a native Correspondent“[2] (soll D. Urquhart sein) in die Montagsnummer, worin sein eigener Foreign-Correspondent[3] ziemlich klar als „Russian Agent“ abgedeckelt und Bakunin selbst nicht gerade heilig gesprochen wird. Der Morning Advertiser schlug meine Replik wahrscheinlich ab, weil sie nicht so konfus geschrieben war wie die des „Native“ [Inländers]. Jetzt erscheint die Sache in Peoples Paper.
Es war ein reiner lapsus linguae[4] – alte Gewohnheit –, wenn ich Herrn Dronke im Briefe an Dich erwähnte.
Der brave Kleine hat so wacker gestänkert, daß 1. Lupus mir nie, obgleich ich längst durch Dich instruiert, ein Wort von seiner Abreise sprach; 2. daß derselbe Lupus immer mit großem Hinterhalt von Dir spricht; 3. daß ich gestern abend eine Szene hatte, die unglaublich ist ....
Man kann das Privilegium des alten Polterers in Anspruch nehmen. Aber man muß es nicht mißbrauchen. Ich liege auch nicht [auf] Rosen, und es ist mir seine bürgerliche Klemme gar keine Entschädigung.
Die elenden Russen, in der Tribune sowohl als im London Advertiser (obgleich verschiedene Persönlichkeiten und in verschiedener Form), reiten jetzt auf dem Steckenpferd herum, daß das russische Volk durch und durch demokratisch ist, das offizielle Rußland (Kaiser und Bureaukratie) nur Deutsche sind und der Adel ebenfalls deutsch ist.
Also Deutschland in Rußland, nicht Rußland in Deutschland ist zu bekämpfen.
Du kennst mehr von Rußland als ich, und wenn Du Zeit gewinnst, gegen diesen Blödsinn aufzutreten (ganz wie die teutonischen Esel den Despotismus Friedrichs II. usw. auf die Franzosen wälzen, als wenn zurückgebliebene Knechte nicht immer zivilisierte Knechte brauchten, um dressiert zu werden), so verpflichtest Du mich sehr. Natürlich in der Tribune.
Dein K. M.
Schreibe mir ausführlicher über den Stand des Geschäftes und gleich englisch.
Auf einliegenden Brief von Klein, den ich sorgsam aufzuheben bitte, habe ich diplomatisch geantwortet. Von London sei kaum Korrespondenz möglich. Die Fabrikarbeiter sollten sich exklusiv unter sich halten und nicht mit Spießbürgern oder Knoten in Köln, Düsseldorf usw. in Verbindung treten. Wenn sie einmal im Jahre einen herzuschicken wünschten, guten Rats holen, so hätten wir nichts dagegen.
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[1] Konzessionierten Wirte.
[2] Brief von einem einheimischen Korrespondenten.
[3] Ausländischer Korrespondent.
[4] Ausgleiten der Feder.
248
28 Deanstreet, Soho, 17. September 1853.
Dear Frederic!
Du wirst verdammt schweigsam.
Da ich gestern your article[1] erwartete, hatte ich mir die neuesten Nachrichten als Kopf zusammengestellt, und da der Brief nicht kam, ging eine Korrespondenz flöten.
In den mit heute beginnenden vierzehn Tagen muß ich durchaus Deine Mitarbeit in Anspruch nehmen. Pieper geht auch endlich heute für vierzehn Tage oder drei Wochen – zwar nicht ins Kloster, wohl aber ins deutsche Hospital, eine Art sanitäres Gefängnis .... Da nun ohnehin durch meine Laufereien zu dem elenden Spielmann drei bis vier Artikel ausgefallen sind, so muß ich jetzt jeden Dienstag und Freitag schreiben, damit der nächstzuziehende Wechsel nicht gar zu schmal ausfällt. Es sind Aussichten vorhanden, daß Freiligrath mir einen regulär diskontierenden Handelsfreund verschafft.
Wenn Du einiges dazwischen machst, schicke ich das andere an Dich zur Durchsicht, wo Du dann nur die neuesten Nachrichten, die Du etwa im Débats oder sonst über Turkey siehst, oder wenn telegraphische Depeschen von besonderer Wichtigkeit, zu oder vorsetzen mußt und dann das Zeug nach Liverpool expedieren.
Für Dienstag erwarte ich einen Artikel von Dir.
Es wäre wichtig, etwas über die Stellung der Armeen usw. zu sagen. In den englischen Zeitungen steht viel Unsinn, zum Beispiel Omer Pascha solle über die Danube [Donau] gehen usw.
Zwei Artikel über die Handelskrise habe ich schon abgeschickt, einen am Freitag vor acht Tagen über die Bank of England, ihren Discount und das Wirken des Peelacts oder sein Wirken wollen viel mehr, einen am letzten Dienstag über die Getreidepreise, Zeichen of overproduction[2] usw. Es wäre wichtig, etwas Näheres über die manufacturing districts[3] zu haben.
Einliegend noch einiges von dem „Tribunemann“, und „über“ ihn von dem Editor der Tribune. Er scheint übrigens, after all,[4] kein Russe, sondern a German[5] zu sein.
Durch das Aufheben der Annoncensteuer hat Jones jetzt 3 Pfund 3 Schilling wöchentlich Annoncen – das Paper is arriving to the paying point.[6] Dann wird auch für Pieper eine Ressource erstehen.
Schreibe mir auch über die Fahrten Lupi, der, wie ich später hörte, erst vergangenen Sonnabend von hier abgeschoben ist.
Fare Well.
Dein K. M.
Anliegend noch ein Ausschnitt aus der braven New-England-Zeitung.
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[1] Einen Artikel von Dir.
[2] Von Überproduktion.
[3] Fabrikdistrikte.
[4] Nach alledem.
[5] Ein Deutscher.
[6] [Das] Blatt nähert sich dem Punkt, wo es sich zahlt.
249. Manchester, 19. September 1853
Lieber Marx!
Was mich bisher am Arbeiten und am Schreiben verhinderte, war die Gegenwart des „alten Herrn“ [W. Wolff], der einstweilen bei mir kampiert. Auf seinem screwsteamer[1] war kein Platz zu bekommen, auch war Borchardt sehr dafür, daß er erst hier versuchen sollte, Stunden zu bekommen, dazu hatte er noch Aussichten in Liverpool. Genug, er will sein Glück hier probieren, und ich mag ihn nicht merken lassen, wie die Tribune-Korrespondenzen manchmal entstehen, nachdem er sich in London so läppisch gegen Dich benommen hat. Es bieten sich hier einige Aussichten, und nachdem Borchardt und ich gestern mit ihm darüber gekohlt, ist er heute in Bewegung gesetzt worden, um sich umzusehen, so daß ich den Abend für mich haben werde und Dir also einen Artikel über den Stand des Geschäfts hier herum zusammenfabrizieren kann, der per zweite Post abgeht. Der russische folgt sobald wie möglich – ich halte den Verfasser für einen Ostseedeutschen oder halben Polacken, der Kerl hat offenbar viel Material, man muß also vorsichtig sein, aber er ist doch sehr gut zu fassen. Oder sollte es gar der in der Deutschen Londoner Zeitung an Nesselrode geschrieben habende Loewe sein?
Die Reform kommt mir sehr unregelmäßig zu, hast Du was von Cluß gehört?
Notabene. Da Lupus, wie ich heute aus Deinem Briefe sehe, sogar ohne allen Abschied fortgelaufen ist, so bekommt er natürlich nichts davon zu sehen, was Du mir schickst – il reste parfaitement en dehors de tout.[2] – – –
Indessen, wir wollen sehen, ob eine verbesserte Position, wenn sie sich hier finden läßt, den alten Herrn nicht bald wieder herumbringt, und dann muß er auch gegen Dich Abbitte tun.
Ich gehe jetzt nach Hause, um zu arbeiten.
Dein F. E.
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[1] Schraubendampfer.
[2] Es wird ihm keinerlei Einblick gegeben.
250
29. September 1853.
Lieber Marx!
Inliegend der Artikel über die türkischen Armeen. Wenn Du mir schreibst, was Du morgen über die Streiks in Lancashire und über den state of trade[1] hinschickst, so werde ich daran anknüpfen können und bis Dienstag Dir einen ferneren Report über diese Sachen machen. Hier geben sich die Manufakturers und Merchants alle Mühe, sich gegenseitig vorzureden, die Geschichte sei nicht so schlimm, und der Guardian tut sein Bestes, aber es ist all sham and humbug.[2] Seit voriger Woche sind ordinäre Garne 1/4 Pence bis 3/8 Pence pro Pfund herunter, bei 9 Pence also 3 bis 4-1/2 Prozent, bei 8 Pence 3 bis 6 Prozent, bei 7 Pence 4 bis 7 Prozent Fall im Werte. Cotton ist zirka ein Achtel gefallen in derselben Zeit. Die Stocks häufen sich, der demand[3] auch im home trade[4] nimmt ab. Nach Australien ist so fürchterlich überspekuliert, daß 80 000 Barrels amerikanisches Mehl von dort zur Fracht von 8 Schilling pro Barrel hierher weitergeschickt werden. Der australische crash[5] wird wohl in vier Wochen in der Blüte sein. Die „guten Nachrichten“ von Ostindien beschränken sich darauf, daß das Steigen der Preise dort und das Fallen der Preise hier zusammenaddiert immer noch einen Verlust lassen auf Exporte dahin. Nichts floriert, als der Trade mit Amerika und die Kornspekulation. In Upbridge sind schon 80 Schilling pro Quarter für prima Qualität Weizen bezahlt worden. Corn looking up, yarn looking down,[6] und die türkische Suppe in the fairest possible way of boring our merchants all winter over.[7]
Manufactured Goods[8] fallen auch mit Glanz, und bei denen sind die Stocks noch viel fataler als beim Garn. Die Resolution der Fabrikanten, zu stoppen, schlägt ihnen also zwei Fliegen auf einmal: 1. Sie entwaffnet die Arbeiter; 2. sie verringert die Produktion. Die Prestoner erhalten gewiß ein allgemeines Dankvotum, wo nicht Entschädigung. In Ashton, Stalybridge und Glossop denken die Fabrikanten auch an Stoppen, hier auch einige. Indes hat das seinen Haken, da es bloß denen von Vorteil ist, die nicht stoppen, und den Stoppenden bloß Schaden bringt.
Lupus hat Aussicht, eine Korrespondentenstelle zu bekommen, wenn man Borchardt trauen darf. Der alte Herr studiert Russisch und dergleichen und schwärmt nach wie vor für die türkische Frage, wobei ich ihn gern lasse.
Grüße Deine Frau und Kinder.
Dein F. E.
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[1] Stand des Geschäftsganges.
[2] Alles Mache und Schwindel.
[3] Nachfrage.
[4] Heimisches Geschäft.
[5] Krach.
[6] Getreide sieht [strebt] in die Höhe, Garn in die Tiefe.
[7] Im denkbar schönsten Gange, unsere Kaufleute den ganzen Winter über zu peinigen.
[8] [Fertig-]Fabrikate.
251
28 Deanstreet, London, 30. September 1853.
Lieber Frederic!
Die Kriegsgeschichte famos. Ich selbst hatte bedeutende misgivings[1] über das westliche Vorrücken der Russian forces,[2] wagte aber natürlich nicht, to trust to my judging[3] in solchen Sachen. Ich habe eine große Reihe Streikartikel schon gebracht, in Intervallen, seit den sechs Monaten, wo die Sache dauert. Jetzt allerdings ein neuer turn[4] eingetreten. In dem Artikel, worin ich Deine strike generalities[5] benutzte, habe ich eine Menge Namen von strikes localities[6] genannt, auch die Preston- und Wigangeschichte. Über Manchester konnte ich keine Details auftreiben. Die Preston manoeuvre[7] habe ich dargestellt (sehr kurz notabene) 1. als Versuch der Fabrikanten, ihren Rückzug vom Überproduzieren durch die Arbeiter zu decken, die sie gezwungen durch ihre Forderungen, die mills[8] zu schließen; 2. als Versuch to starve the operatives into submission.[9]
Du siehst, daß ich mit meiner history of strikes[10] nur bis vergangenen Dienstag gehe und ohne Manchester zu berühren.
Die Notizen über Garne und Cottonpreise, womöglich auch über die Preise von goods[11] könntest Du vielleicht noch etwas ausdehnen, so daß es wenigstens einen Paragraphen in einem Briefe gibt.
Ich muß natürlich in jedem Briefe, außer dem nützlichen Thema, Schritt vor Schritt den russischen Noten und den englischen Foreign Policy[12] (und brav! ist sie) folgen, da die Esel in New York dies für die Hauptsache halten und, after all,[13] nichts leichter zu behandeln ist als diese high[14] Politik.
Bis nächsten Dienstag über acht Tage werde ich einen Artikel über die Oriental Church[15] fertig haben und bis nächsten Freitag über acht Tage den ersten von drei Artikeln über Dänemark, wo die verschiedenen Ständeversammlungen wieder nächsten Monat auf die Bühne treten. Wenn irgend ein militärisches movement[16] sich erfüllt, so verlasse ich mich auf sofortige Instruktion aus dem Kriegsministerium zu Manchester, und ebenso in bezug auf cottons[17] und yarns,[18] worüber die Berichte in den hiesigen Zeitungen miserabel.
Vor allem will ich die Kerls totschreiben, da der Moment günstig ist, und wenn ich von Dir gleichzeitig Zufuhr erhalte, so kann ich die Themata über längere Zeiträume verteilen. Es kommt hinzu, daß ich ohne meinen Sekretär etwas ängstlich mit dem Englischen bin.
Keinen Gruß an Lupus.
Dein K. M.
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[1] Befürchtungen.
[2] Russischen Truppen.
[3] Meinem Urteil zu trauen.
[4] Wendung.
[5] Allgemeine Bemerkungen über die Streiks.
[6] Streikorte.
[7] Manöver in Preston.
[8] Fabriken.
[9] Die Arbeiter bis zur Unterwerfung auszuhungern.
[10] Geschichte der Streiks.
[11] Stückwaren.
[12] Auswärtige Politik.
[13] Schließlich.
[14] Hohe.
[15] Orientalische Kirche.
[16] Bewegung.
[17] Baumwolle.
[18] Garne.
252
8. Oktober 1853.
Lieber Engels!
Schon seit zehn Tagen kein Sou mehr im Haus. Daß Spielmann mich betrogen hat, davon habe ich jetzt die Beweise in der Hand, aber à quoi bon?[1] Die New Yorker Firma hat nämlich auf mein Verlangen den Wechsel nebst einem Schreiben mir zurückgeschickt, woraus hervorgeht, daß sie schon am 22. Juli gezahlt, während ich das Geld erst Ende September erhielt. Ich habe nun wieder 24 Pfund Sterling zu ziehen. Seit Piepers Einkerkerung habe ich sechs Artikel eingeschickt, darunter einen fulminanten acte d’accusation[2] gegen Palmerston, worin ich seine Karriere von 1808 bis 1833 verfolge. Die Fortsetzung werde ich schwerlich bis Dienstag liefern können, da viele blue-books und Hansard [Parlamentsdebatten] nachzuschlagen und Freitag und heute mit Geldlaufereien zum Teufel gegangen sind. Den Freitagsartikel habe ich in der Nacht geschrieben, dann von 7 Uhr morgens bis 11 Uhr meiner Frau diktiert, und dann mich auf die Beine nach der City gemacht. Freiligrath verspricht – und wird alles dafür ins Werk setzen, als eigenes Endossement[3] seinerseits usw. –, mir den Wechsel bei Bischofsheim zu diskontieren, kann die Sache aber vor acht bis zehn Tagen nicht bewerkstelligen.
Von den vielen Annehmlichkeiten, die ich seit Jahren hier durchmache, sind mir die größten regelmäßig durch sogenannte Parteifreunde ... bereitet worden. Heute erzählt mir Freiligrath, daß Franz Joseph Daniels in London sei und mit dem roten Wolff bei ihm war. Zu mir, erklärte er, nicht zu gehen, weil ich seinen Bruder durch X. zur Haft gebracht habe, die sonst nicht stattgefunden hätte. X. kam im Februar 1852 zuerst zu mir und Daniels wurde im Mai 1851 eingesperrt! Also sehr retrospective[4] Wirkung. Dieser ganz infame Klatsch (der Lohn für meine Bemühungen und Zeitverluste und sonstigen angenehmen Resultate, durch den Prozeß verursacht) wird natürlich begierig ergriffen, um die eigene Jämmerlichkeit mir gegenüber und das feige Zurückziehen zu decken. Veranlaßt aber ist die Lumperei rein durch das hier und dorthin kolportierte Knurren der Herren, die sich die bequeme Portion von der Sache vorbehielten, den Kaviar, – sonst aber sehr willig waren, mir die Arbeit zu überlassen.
Wenn ich bequem, [oder] wenigstens sorgenlos lebte, würde ich natürlich pfeifen auf diese Gemeinheiten. Aber den bürgerlichen Dreck jahrelang noch mit diesem und ähnlichem Dreck gewürzt zu bekommen, c’est un peu fort.[5] Ich habe bei der nächsten Gelegenheit vor, öffentlich zu erklären, daß ich mit keiner Partei etwas zu tun habe. Unter dem Parteivorwand bin ich nicht länger geneigt, mich insultieren zu lassen von jedem Biedermann der Partei.
Du siehst, wie nötig es ist, meine Broschüre nach Deutschland zu bringen. Da du es nicht kannst, schicke mir die Adresse von Strohn, mit dem ich mich über die Sache benehmen will.
Einliegend Brief von Cluß. In seinem Aufsatz gegen die Neu-England Zeitung hat er, wie ich glaube, passend allerlei Passagen aus meinen Briefen über Carey usw. zusammengestellt.
Dein K. M.
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[1] „Zu welchem Zweck?“
[2] Anklageschrift.
[3] Girounterschrift.
[4] Rückwärts gerichtet.
[5] Das ist ziemlich stark.
253
12. Oktober 1853.
Lieber Engels!
2 Pfund erhalten. Sie kamen um so gelegener, als Oxford, Freiligraths Prinzipal, noch nicht von seiner Reise zurückgekehrt ist.
Was die Tribune angeht, so werde ich bis Freitag Artikel 2 über Palmerston fertig haben. Artikel 3 und ultimus,[1] der die Periode von 1848 bis 1853 umfaßt, erheischt so viele blue-books und Parlamentsdebatten, daß ich, Sonntag falling out as far as the British Museum is concerned,[2] ihn unmöglich bis Dienstag liefern kann. Es wäre mir also vom höchsten Nutzen, auch für Zeitgewinn, wenn ich für Dienstag durch dich supplirt[3] würde. Aber was? Ich weiß es wahrhaftig nicht. Vielleicht Tagespolitik, wo ich bloß das Allerneueste hinzusetze. Vielleicht, wenn Du den Gegenstand so weit verfolgt hast, Einfluß der bestehenden Krise auf doing away with the Bonaparte regime.[4] Ich glaube, daß es hohe Zeit ist, die Aufmerksamkeit auf Frankreich zu lenken, wo die Katastrophe doch eclatiren[5] wird.
Der Getreideausfall und der Weinausfall. Durch den wohlfeilen Brotpreis Paris anlockend die Arbeiter aus ganz Frankreich und so das Revolutionsheer rekrutierend, während diese neu Einwandernden die ohnehin sinkenden wages[6] der Pariser drücken. Brotaufstände in Elsaß-Lothringen, Champagne. Knurren der Bauern über die Bevorzugung von Paris, der Arbeiter über die kostspieligen Huldigungen an die Armee, der Bourgeois über die gewaltsame Einmischung in die ökonomischen Gesetze zugunsten der Arbeiter. Fallende Nachfrage vor allem nach Luxusartikeln. Beginnendes closing[7] von workshops.[8] Im Gegensatz zu der ganzen Misere die lavish expenditure[9] und Börsenschwindeleien der Familie Bonaparte. Hollowness[10] des ganzen Kreditsystems, in reines kolossales Schwindelinstitut verwandelt unter Leitung des Lumpenproletarierkaisers und des Juden Fould. Börse, Bank, Eisenbahnen, Hypothekenbanken und was der Schwindelinstitute mehr sind. Das Regime Louis Philipp in den letzten Tagen reproduziert, aber kombiniert mit allen Schweinereien und nichts von den redeeming features[11] des Empire[12] und der Restauration.
Pressure[13] der Regierung auf die Bank. Steuerexekutor rigoröser eintreibend auf dem Lande. Budget. Alle städtischen Administrationen, weil der Prosperität unter die Arme gegriffen werden sollte, scheußlich verschuldet. Dann der Einfluß der oriental[ischen] Frage auf die funds,[14] und gefährliche Exploitation der Schwankungen der Papiere durch den Hof selbst. Demoralisation der Armee. Es wäre noch besonders hervorzuheben, wie die Manifeste, Ausrufe usw. der Gesinnungsmänner Ledru, L. Blanc und vor allem Foulon (?) nicht die Laus gemoved[15] haben, wie aber die soziale und ökonomische Krise die ganze Schmiere in Bewegung bringt usw. Ich weiß natürlich nicht, ob Dir das Thema zusagt. Jedenfalls laß mich wissen, ob ich bis Dienstag articulum zu erwarten habe oder nicht, da ich mich danach richten muß.
Dein K. M.
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[1] Der letzte.
[2] [Da Sonntag] ausfällt, soweit das Britische Museum in Betracht kommt.
[3] Ergänzt.
[4] Beseitigung des Regime Bonaparte.
[5] Ausbrechen.
[6] Löhne.
[7] Schließen.
[8] Werkstätten.
[9] Verschwenderische Ausgaben.
[10] Hohlheit.
[11] Ausgleich bietende Seiten.
[12] [Das erste] Kaiserreich.
[13] Druck.
[14] Staatspapiere.
[15] In Bewegung gesetzt.
254
28 Deanstreet, Soho, 28. Oktober 1853.
Dear Frederic!
Mes remerciements pour les deux articles.[1] Ich fürchte, Du bist etwas zu sehr von Herrn Schmitt für Rußlands militärische Leistungen eingenommen. Zunächst, was den Feldzug von 1828 bis 1829 betrifft, war er miserabel nach dem Urteil der meisten contemporains,[2] unter anderem beziehe ich mich auf den Adjutanten des Duke of[3] Wellington an letzteren, veröffentlicht im Portfolio. Die Festungen wurden mehr noch gekauft als gestürmt. Überhaupt spielte die bribery[4] eine Hauptrolle. Nachdem er den Balkan passiert, war Diebitsch nicht sicher, ob er komme um zu siegen oder elendiglich gefangen und abgeschnitten zu werden. Was ihn rettete, war wieder bribery[4] eines der kommandierenden Paschas und die utter dissolution[5] der türkischen Armee. Rußland fing den Krieg an, nachdem die Flotte bei Navarin vernichtet, die alte Organisation der türkischen Armee durch Mahmud vernichtet und noch keine neue geschaffen war. Die Umstände sind jetzt jedenfalls andere.
Das Débats der letzten zwei Wochen hat Artikel über die Feldzüge von 1828 bis 1829 veröffentlicht, die ich indes nicht gelesen. Über das weitere Material werde ich auf der Bibliothek nachsehen.
Ich schicke Dir die Fortsetzung des Palmerston. Jones hat um die weitere Fortsetzung mir geschrieben. Ich habe ihm noch den einen Artikel geschickt, aber mit der Bemerkung, daß er nichts mehr bekäme, wenn die Sauerei mit den Druckfehlern (diesmal kraß und sinnentstellend) nicht aufhört. Das Manuskript war sehr schön geschrieben.
Einliegend Heinzens Hochtaten.
Dein K. M.
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[1] Meinen Dank für die zwei Artikel.
[2] Zeitgenossen.
[3] Herzog von.
[4] Bestechung.
[5] Völlige Auflösung.
255
28 Deanstreet, Soho, 2. November 1853.
Lieber Engels!
Du mußt mir bis übermorgen, wenn auch nur ein oder zwei Seiten (im Falle Du keine Zeit hast) schreiben über die crossing der Danube[1] von seiten der Türken und ihr Nehmen von Kalafat. Ich habe die Nachricht gestern als very doubtful[2] gegeben. Sie scheint sich aber zu bestätigen, und jedenfalls weißt Du aus den morgigen Zeitungen, wie es mit der Sache steht. Ich kann nun weder schreiben darüber, noch als „gesunder Menschenverstand“ darüber sprechen, seitdem die wissenschaftliche Beurteilung einmal angefangen ist. Nach den Nachrichten der französischen Blätter hätte Schamyl die Russen bedeutend geklopft, bedroht selbst Tiflis, und hätte General Woronzoff an seine Regierung geschrieben, daß er Georgien, sobald es von zwei Seiten bedroht werde, nicht halten könne ohne bedeutende Verstärkungen.
Die Tribune macht in der letzten Zeit bedeutenden Gebrauch von der Annexationspolitik. Erstens ist Dein erster militärischer Artikel als Leader annexiert worden, und zweitens mein Palmerston, dessen Fortsetzungen nun von vornherein annexiert [sind]. Kurios, wie es Dir erscheinen mag, ich bin durch das genaue Nachgehen in die Fußstapfen des noblen Viscount[3] seit zwanzig Jahren auf denselben Schluß gekommen, wie Monomane Urquhart, daß Palmerston seit mehreren Dezennien an Rußland verkauft ist. Sobald Du die Fortsetzungen meines Artikels (speziell die Sache über den syro-türkischen Konflikt) gelesen hast, erwarte ich Deine Ansicht über die Sache. Es ist mir lieb, daß ich durch den Zufall dazu gekommen bin, die auswärtige Politik – die diplomatische – seit zwanzig Jahren mir in der Nähe anzusehen. Wir hatten diesen Punkt zu sehr vernachlässigt, und man muß wissen, mit wem man es zu tun hat.
Die ganze Diplomatie reproduziert im großen Stieber und Ko.
Der New Yorker Enquirer, redigiert von General Webb – (ich habe den Artikel nicht selbst gelesen) – hat auf den Dir geschuldeten Leader der Tribune einen Angriff gemacht. Die Sache sei wissenschaftlich richtig, aber ein Türkenkrieg werde nach anderen Prinzipien geführt. Die Türken würden unter allen Umständen drauf losgehen usw.
Wie steht’s mit dem Fabrik-Pro–le–ta–ri–at?
Dein K. M.
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[1] Überschreiten der Donau.
[2] Sehr zweifelhaft.
[3] [Adelstitel Palmerstons.]
256
28 Deanstreet, Soho, 6. November [1853].
Lieber Engels!
Einliegend Schimpferei des großen Karl Heinzen in seinem Herold des Westens über mich und Kommunismus.
Zugleich Brief von Cluß. Du ersiehst daraus, daß Willichs Brandrakete mit der nächsten Post anlangen wird. Das Schlimme ist, daß die Kerls ihre Schmiererei durch ganz Deutschland kolportieren werden, während mein Pamphlet ruhig in Manchester und London schläft – und daß sie in Heinzen wieder ein breitmäuliges Echo besitzen, während einige Monate früher – außer der Kriminalzeitung – kein Organ dem W[eydemeyer] zu Gebote stand. Wenn der Mist kommt, schicke ich ihn Dir sofort, damit Du mir schreibst, was Deiner Ansicht nach zu tun.
Du ersiehst aus Cluß’ Brief, wie es mit der Reform steht. Fordere den „alten Mann“ und Dronke auf, für sie zu schreiben. Sie haben ja waste time[1] die Menge. Ob es gut ist, wenn wir zwei direkt schreiben, weiß ich nicht. W.s Brief horriblement[2] fad, trotz allen Haschens nach „Jeist“.
Dein K. M.
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[1] Verwüstbare [überflüssige] Zeit.
[2] Grauenhaft.
257
28 Deanstreet, Soho, London, 21. November 1853.
Lieber Engels!
Einliegend 2 Pfund Sterling Postanweisung für Lupus, die ich von Cluß für ihn erhalten habe. Notabene auf eine Aufforderung meinerseits.
Zugleich Willichs höchst traurige Schmiererei.
Du und Dronke müßt mir auf die auf mich bezüglichen Stellen bis Freitag spätestens Erklärungen zuschicken, die in meine general answer[1] aufgenommen werden – in der Form von Erklärungen. Wir müssen ebenso schlagfertig in unserer Antwort erscheinen, als der edle Willich seinerseits gezögert hat. Halte Dich nur sehr humoristisch in Deiner Erklärung. Danke für den Türkenartikel. Als der letzte eintraf, hatte ich schon die Nachricht von dem Rückzug der Türken und habe die Sache dem angemessen gedreht. Schreibe einmal, denn auf keinen meiner Briefe antwortest Du seit vier Wochen, sondern schreibst nur sechs Zeilen.
Dein K. M.
Willst Du nicht Weihnachten herkommen und bei mir absteigen? Ich habe jetzt ein kleines Zimmer für Dich.
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[1] Allgemeine Antwort.
258
28 Deanstreet, Soho, 23. November 1853.
Lieber Engels!
So sehr Deine Zeit auch in Anspruch genommen, muß ich Dich doch bitten, mir für Freitag wenigstens – (mehr ist nicht nötig) – zwei Seiten (Deiner gewöhnlichen) zu schicken in Englisch, damit nicht noch Zeit nur für das Übersetzen verloren geht. Mir scheint der Feldzug für den Winter beendet, und jedenfalls ist seine erste Periode abgeschlossen und daher mit einigen allgemeinen Zügen abzumachen. Also auf zwei Seiten wenigstens verlaß ich mich.
Dein K. M.
259
28 Deanstreet, Soho, London, 2. Dezember 1853.
Lieber Frederic!
Mes remerciements pour le beautiful article![1] Herr Dana wird seinen Ruf als Feldmarschall in Amerika gründen.
Daß Du herkommst, um wieder hauptsächlich bei den Philistern zu hausen, gefällt mir keineswegs.
Ich habe meine Erwiderung Dienstag abgeschickt: „Der Ritter vom edelmütigen Bewußtsein.“ Er wird sich wundern. Dein Brief und andere Briefe von Steffen, Mieskowsky (nebst Zeugnis von Kossuth) usw. als interessante Bestandteile, natürlich mit Eurer Unterschrift, in das Ganze aufgenommen.
Jones wird vom Economist attackiert und bekommt Ruf.
Apropos. Dienstag Polenmeeting. Mazzini und Kossuth kamen nicht. Blödsinniges Geschwätz von Worzel. Ruge und Ledru zeigten sich des Umgangs würdig. Meine Frau war da. Ebenso auf dem Meeting, das Montag gehalten wurde, von den Polen demokratischen Schlags. Harney war als Präsident angezeigt. Furchtbare Revolte der gegenwärtigen [anwesenden] fünfzig oder sechzig englischen Arbeiter. Zischen, „Traitor“,[2] „Drybone“[3] [wie er den Chartismus genannt], Renegat. Furchtbare Keilerei. Harney wagte nicht, den Chair[4] zu besteigen, wurde schrecklich zerzaust, gekeilt, beschimpft, und kam trotz mehrmaligen Versuchs nicht zum Sprechen. Die dummen Polen verstanden natürlich die Sache nicht und sehen in dem Ganzen „Reaktion“.
Dein K. M.
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[1] Meinen Dank für den herrlichen Artikel.
[2] Verräter.
[3] Fleischloser.
[4] [Präsidenten-]Stuhl.
260
[Undatiert. Etwa 12. Dezember 1853.]
Lieber Engels!
Aus der telegraphischen Depesche, die ich heute morgen von Dir erhalte, kann ich natürlich nicht ersehen:
1. Ob Dir von New York aus Cluß’ usw. Antworten und die auf Willich bezüglichen Nummern der Reform zugegangen. Das Gegenteil wäre möglich, da Herr Lupus in einem abgeschmackten Briefe an Cluß seine Untätigkeit durch Gepolter gegen Weydemeyer zu decken sucht.
2. Hat Dronke die bezüglichen Nummern der Kriminalzeitung zurückgeschickt? Ich habe Steffen in Chester beauftragt, sie sich von Dir einschicken zu lassen, da ich das einzige hier befindliche Exemplar nicht missen kann. Als ich – diesmal durch Dich veranlaßt – in meinem letzten Briefe auf die kuriose Geschichte von der Erklärung des „bekannten Herrn Dr. Dronke“ zu sprechen kam, schwante mir, daß das nächste Resultat sein würde, daß ich keinen Privatbrief von Dir erhalten würde bis nach einer Periode (von ein bis zwei Wochen), wo Gras über die Sache gewachsen. Wenigstens ist das die Methode, die Du, seit Ankunft von Lupus in Manchester, seltsam konsequent in allen mich persönlich und die beiden Herren betreffenden Angelegenheiten beobachtet hast. Es ist also besser, um unseren Briefwechsel nicht rein auf Telegraphie zu reduzieren, künftig von beiden Seiten alle Anspielungen auf Deine dortigen Freunde und Schützlinge wegzulassen.
Salut
Dein K. M.
261
14. Dezember 1853.
Lieber Frederic!
Du weißt, daß jeder momentan seine Nücken hat und nihil humani[1] usw. Von „Konspirieren“ und solchem Unsinn war natürlich nie die Rede. Some jealousy[2] bist Du gewohnt, und au fond[3] ärgert mich nur, daß wir jetzt nicht zusammen sein und zusammen arbeiten und lachen können, während die „Schützlinge“ Dich bequem in der Nähe haben.
Einliegend die eine Kopie [Abzug] des „Ritters“. Die andere ist heute oder gestern in Washington eingetroffen. Ich habe die Sache dem Cluß zugeschickt, damit keine Kollision zwischen den zwei Erklärungen stattfinde, und damit er streicht, was schon einmal da war. In der fortgeschickten Kopie sind noch einige kleine stilistische Änderungen gemacht.
Quant à[4] Palmerston, so könnte ich bloß auf eine „deutsche“ Schrift eingehen, wenn ich sicher wäre, daß ein Buchhändler später die Arbeit nähme. Deutsches Manuskript habe ich nämlich nicht, da ich von vornherein, seit ich selbst die Sache englisch schreiben muß, den Dreck immer gleich im Original angelsachse. Für die Tribune denke ich zu schließen mit den treaties of[5] 1840 und 1841, wofür ich sehr dicke blue-books zur Verfügung hatte, besides[6] dem Hansard und dem Moniteur. Die Umtriebe Palmerstons in Greece,[7] Afghanistan, Persien und Serbien als minder wichtig beiseite gelassen. Allerdings bliebe nun noch die Revolutionsepoche, wofür wieder die blue-books – obgleich bedeutend verstümmelt – bedeutendes Material liefern, auch über unseren „vaterländischen“ Krieg usw. in Schleswig-Holstein.
Was Deinen Bonaparte als Artilleriehauptmann und Schriftsteller betrifft, so fände ich es besser, wenn Du in Deinem Namen solchen Aufsatz zuschicktest entweder der 1. Daily News, 2. Examiner oder 3. der Westminster Review. Das erste wäre vielleicht das beste. Du könntest durch einen solchen Artikel plötzlich – par coup d’état[8] – Dich so in der Londoner Presse stellen, daß Du sie „pressen“ kannst und Dir zugleich die Chance eröffnest, Dein Buch über den ungarischen Feldzug englisch, in London, erscheinen zu lassen, was jedenfalls einträglicher und effektvoller wäre als in poor[9] Leipzig.
Die Tribune renommiert natürlich gehörig mit Deinen Artikeln, als deren Verfasser wohl poor[9] Dana gilt. Da sie gleichzeitig den P[almerston] sich angeeignet, so ist seit acht Wochen Marx-Engels die eigentliche „Redaktion“, der editorial staff[10] der Tribune.
Es ist mir lieb, wenn Du neben den größeren Ausführungen, welche sie als Leader sich aneignen, und die ja doch nur bei gewissen bedeutenderen events[11] oder Abschnitten, wie der Anfang, dann die Schlacht bei Oltenitza usw. möglich sind, – (wenn es Dir Deine Zeit erlaubt) – in den unbedeutenderen Zwischenräumen die facta[12] nur immer kurz, zum Beispiel ein bis zwei Seiten anglisiert. Ich habe mit dieser kleinen Schmiere viel mehr Schwierigkeiten, auch sprachlich, als mit profunden (!) Entwicklungen, und besonders mit Material, womit ich durch englische Lektüre seit Jahren in englischem Verhältnis. Natürlich brauche ich dies bloß, wenn die großen événements[11] fehlen. Die Hauptsache ist die Ängstlichkeit meines kritischen Bewußtseins in Sachen, worin ich mich nicht à la hauteur[13] fühle. Mein Konkurrent schreibt sehr einfach die facts[12] (oder vielmehr was die Londoner Presse für facts[12] ausgibt) ab.
Was hältst Du von dem einliegenden Vorschlag meines Schwagers Juta, monatlich für den Zuid-African (Kapstadt) zu schreiben? So schlecht Juta französisch stilisiert, ein so braver und verständiger Kerl ist er. Hätten wir – Du und ich – zur rechten Zeit in London das englische Korrespondenzgeschäft angefangen, so säßest Du nicht in Manchester, Kontorgequält, und ich nicht Schuldengequält. Ich glaube übrigens, daß, wenn Du jetzt militärische Artikel an die Londoner Presse schickst, Du in ein paar Wochen eine fixe Stellung erhalten kannst, die Dir soviel abwirft wie das Manchestergeschäft, und mehr freie Zeit läßt. Die demand for military writers[14] ist jetzt größer als die Zufuhr.
Es wäre selbst die Frage, ob die Times selbst nicht sehr glücklich wäre, einen military collaborator[15] zu angeln, da sie in diesem Punkt miserabel beschlagen ist. Es gälte einen Versuch. Man steht jetzt natürlich auf dem Punkt, wo man jede englische Zeitung als bloßes Magazin betrachtet, und es ist Wurst, in welchem dieser Magazine man seine Artikel ausstellt, supposé,[16] daß sie nicht adulteriert[17] werden.
Dein K. M.
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[1] Nichts Menschliches [ist mir fremd].
[2] Etliche Eifersucht.
[3] Im Grunde.
[4] Hinsichtlich.
[5] Verträge von.
[6] Außer, neben.
[7] Griechenland.
[8] Durch Staatsstreich.
[9] Arm, dürftig.
[10] Redaktionsstab.
[11] Ereignisse.
[12] Tatsachen.
[13] Auf der Höhe.
[14] Nachfrage nach Militärschriftstellern.
[15] Militärischer Mitarbeiter.
[16] Vorausgesetzt.
[17] Gefälscht.
Anmerkungen zur Transkription
Die Beiträge der Herausgeber wie z. B. das Vorwort befinden sich in der Druckvorlage auf Seiten mit römischen Seitennummern. Diese Seitennumerierung beginnt wieder mit I in jedem Abschnitt. Deshalb wurde hier den jeweiligen römischen Seitennummern die Nummer des Abschnitts ebenfalls in römischen Zahlen vorrangestellt. Die Seiten des Briefwechsels sind arabisch durchnumeriert und daher nicht betroffen.
Die „Berichtigungen zum ersten Band“ (S. I.VIII) wurden in den Text eingearbeitet.
Offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Weitere Änderungen sind hier aufgeführt (vorher/nachher):
[S. 94]: ... ganz an die Bourgeois gerichtet, um sie zu rassurieren. Kein Wunder, ... ... ganz an die Bourgeois gerichtet, um sie zu reassurieren. Kein Wunder, ...
[S. II.VIII]: ... Notlage zurückzuführen, in der das Londoner Exil sie sieht. Die Bezeichnung ... ... Notlage zurückführen, in der das Londoner Exil sie sieht. Die Bezeichnung ...
[S. 218]: ... innerhalb der vorgeschriebenen Fristen eingereiht, dann je nach der Wichtigkeit ... ... innerhalb der vorgeschriebenen Fristen eingereicht, dann je nach der Wichtigkeit ...