Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse (part 3 of 3)
Fast alle Mineralwasser geben, wenn man grössere Mengen kocht, filtrirt und eindampft, einen Rückstand, welcher beim Erhitzen sich bräunt und schwärzt. Findet dies statt, so führt man in der Analyse die Ursache dieses Verhaltens unter obigem Namen an. Will man die Menge des Extractivstoffs bestimmen, so dampft man einen gewogenen Theil der filtrirten Mutterlauge mit kohlensaurem Natron zur Trockne ein, kocht den Rückstand mit Wasser, filtrirt, verdampft die Lösung und trocknet den Rückstand scharf (bei 140°), bis er keine Gewichtsverminderung mehr zeigt. Alsdann glüht man ihn gelinde, bis die eintretende Schwärzung wieder verschwunden ist. Der Gewichtsunterschied zwischen dem getrockneten und dem geglühten Rückstande giebt die Menge des Extractivstoffs an. -- Zuweilen sind ihm Substanzen von harzartiger Beschaffenheit beigemischt. In dem Fall erschöpft man den Rückstand mit Alkohol, mischt Wasser zu und verdampft den Alkohol, wobei sich der harzartige Theil des Extractivstoffs als unlöslich abscheidet.
11. Was Borsäure, Salpetersäure und Fluor betriftt, so genügt in der Regel deren Nachweisung. Ich unterlasse es daher, zu ihrer quantitativen Bestimmung besondere Methoden anzugeben.
12. Sollen endlich die an der Quelle aufgefangenen und in Röhren eingeschlossenen Gasarten untersucht werden, so füllt man eine graduirte Röhre von etwa 20 Ctm. Länge und 2 Ctm. innerem Durchmesser, deren unteres Ende etwas umgebogen ist, Fig. 95, mit Quecksilber, nachdem man sie vorher innen mit einem Wassertropfen befeuchtet hat, taucht die das Gas enthaltende Glasröhre in der Quecksilberwanne unter, bricht die Spitze ab und lässt das Gas durch geeignetes Neigen in die Röhre steigen. Nachdem man das Gasvolumen genau und unter Berücksichtigung der Temperatur und des Druckes abgelesen hat, schiebt man eine an einem Platindraht angeschmolzene, mit Wasser befeuchtete Kugel von Kalihydrat ein[108], welches ausser dem Hydratwasser noch Krystallwasser enthält, und trägt Sorge, dass das andere Ende des Drahtes nicht über die Oberfläche des Quecksilbers herausragt, weil sonst längs dem Drahte, welcher vom Quecksilber nicht benetzt wird, eine Diffundirung des abgesperrten Gases und der äusseren Luft unfehlbar eintreten würde. Wenn das Gasvolum nicht mehr abnimmt, entfernt man die Kalikugel und liest ab. Das absorbirte Gas ist Kohlensäure und, sofern solches vorhanden war, Schwefelwasserstoffgas (dessen Menge bereits bestimmt worden ist).
[108] Solche Kugeln stellt man dar, indem man geschmolzenes krystallisirtes Kalihydrat in eine Pistolenkugelform von etwa 6 Millim. innerem Durchmesser eingiesst, während das Ende des Platindrahtes bis in die Mitte derselben hineinragt. Nach dem Erkalten sitzen sie an dem Drahte fest. Den angeschmolzenen Hals kann man mit einem Messer entfernen.
Der Gasrückstand besteht in der Regel nur aus Sauerstoffgas und Stickgas und kann dann genau so untersucht werden, wie es bei der atmosphärischen Luft angegeben werden wird. Vermuthet man darin Sumpfgas, so nimmt man zunächst das Sauerstoffgas weg mit Hülfe einer eingeschobenen stark befeuchteten Phosphorkugel. Das Gas muss mit derselben an einem mässig warmen Orte so lange in Berührung bleiben, als noch weisse Nebel von phosphoriger Säure rings um die Kugel sichtbar sind. Zuletzt werden die phosphorigsauren Dämpfe, deren Tension nicht wohl in Rechnung gebracht werden kann, durch eine befeuchtete Kalikugel absorbirt, und das Gas im trocknen Zustande gemessen. Die Zusammensetzung des Gasrückstandes wird nunmehr ermittelt, indem man denselben ganz oder theilweise in ein Eudiometer bringt, etwa vorhandenes Sumpfgas durch Sauerstoff verbrennt und die erzeugte Kohlensäure wieder absorbiren lässt. In Betreff der Ausführung dieser Operation vergleiche im Handwörterbuch der Chemie von $Liebig$, $Poggendorff$ und $Wöhler$ den Artikel Eudiometer von $Kolbe$, in dem die $Bunsen$'schen Methoden zur Gasanalyse genau beschrieben sind. Diesem Artikel sind auch die obigen Angaben entnommen.
$Modificationen des angegebenen Ganges, welche durch die Anwesenheit eines fixen kohlensauren Alkalis bedingt werden.$
§. 178.
1. In einem Mineralwasser, welches kohlensaures Alkali enthält, kann kein an und für sich lösliches Kalk- und Magnesiasalz enthalten sein, sondern allen Kalk und alle Magnesia, welche man findet, hat man als durch Vermittlung von Kohlensäure gelöste kohlensaure Salze zu betrachten, wenngleich beim Kochen des Wassers nicht alle Magnesia aus dem Wasser niedergeschlagen wird, indem sich stets ein wenig des Doppelsalzes von kohlensaurem Natron mit kohlensaurer Magnesia bildet. Es fällt daher die besondere Bestimmung von Kalk und Magnesia in dem beim Kochen entstehenden Niederschlage und im gekochten Wasser weg. -- Im Uebrigen kann man die Bestimmungen nach §. 177 ausführen.
2. Zieht man es vor, die Alkalien in einer besonderen Wassermenge zu bestimmen, so geschieht dies zweckmässig auf folgende Art. Man kocht das Wasser vorsichtig in einer Platin-, Silber- oder Porzellanschale auf die Hälfte ein, filtrirt, wäscht den Niederschlag aufs Beste mit siedendem Wasser aus, säuert das Filtrat mit Salzsäure schwach an, engt stark ein, setzt ein wenig fein zertheiltes Quecksilberoxyd zu, bringt zur Trockne, glüht gelinde (zur Abscheidung des kleinen Restes von Magnesia, welcher im gekochten Wasser als kohlensaures Bittererdenatron enthalten war). Den Rückstand behandelt man mit Wasser, filtrirt von der kleinen Menge ausgeschiedener Magnesia und Kieselsäure ab, wäscht aus, setzt dem Filtrat einen oder zwei Tropfen kohlensaures Ammon zu und erwartet, ob hierdurch noch eine Spur Kalk gefällt wird. Das nöthigenfalls davon getrennte Filtrat bringt man in einer Platinschale zur Trockne, glüht vorsichtig und wägt. Der Rückstand enthält Natron und Kali und zwar einestheils in Verbindung mit der bekannten Menge Schwefelsäure, anderntheils im Zustand von Chlormetallen. Man versetzt nun zunächst mit einer alkoholischen Chlorstrontiumlösung und verfährt überhaupt zur Bestimmung des Kalis nach §. 120. 1. a. -- Zieht man von dem gefundenen Gesammtgewicht der alkalischen Salze die sich aus der Schwefelsäure ergebenden schwefelsauren Alkalien und die sich aus dem ebenfalls bekannten Chlor ergebenden Chloralkalimetalle ab, so bleibt das Chlornatrium übrig, welches aus kohlensaurem Natron entstanden und diesem äquivalent ist.
3. Ist das Wasser so verdünnt, dass man dasselbe, um Chlor und Schwefelsäure bestimmen zu können, stark eindampfen muss, so kann ich auch das folgende Verfahren sehr empfehlen.
1. $Bestimmung des Chlors, des Eisenoxyduls, Manganoxyduls, des Kalks und der Magnesia.$
Man verdampft das Wasser mehrerer gewogener Flaschen (etwa 2000 Grm.) in einer Porzellanschale auf ein Fünftel. Die Flaschen spült man aus und dampft das Waschwasser mit ein. Ob beim Ausspülen ein etwaiger Eisenoxydniederschlag ganz aus den Flaschen geht oder nicht, ist gleichgültig. Das eingeengte Wasser filtrirt man durch ein mit etwas Salpetersäure und Wasser vollkommen ausgewaschenes Filter und wäscht den Niederschlag mit siedendem Wasser aufs Beste aus.
a. Das $Filtrat$ säuert man mit Salpetersäure an, fällt mit salpetersaurem Silberoxyd und bestimmt das niederfallende Chlorsilber wie üblich. Die von demselben abfiltrirte Flüssigkeit befreit man durch Salzsäure vom Silberüberschuss, dampft das Filtrat ein und fällt daraus etwaige Spuren von Kalk und die nie fehlende kleine Menge von Magnesia durch oxalsaures Ammon und phosphorsaures Natron. (Die Niederschläge werden zusammen mit den Hauptmengen geglüht und gewogen.)
b. Den $Niederschlag$ sammt dem in den Flaschen gebliebenen Rückstand löst man in Salzsäure und verfährt mit der Lösung nach einer der in §. 129 angegebenen Methoden.
2. $Bestimmung der Kieselsäure, der Schwefelsäure und der Alkalien.$
Man verdampft den Inhalt einiger gewogener Flaschen in einer Porzellanschale, behandelt die Flaschen mit Salzsäure, um etwa abgesetztes Eisenoxyd etc. zu lösen und bringt diese Lösung zu der anderen. Die hierdurch sauer gewordene Flüssigkeit bringt man, zuletzt in einer Platinschale im Wasserbade zur Trockne, befeuchtet mit Salzsäure, verdampft nochmals zur Trockne, befeuchtet wiederum mit Salzsäure, setzt Wasser zu, erwärmt und filtrirt die $Kieselsäure$ ab.
Das Filtrat fällt man, unter Vermeidung eines irgend erheblichen Ueberschusses, mit etwas Chlorbaryum und filtrirt den $schwefelsauren$ Baryt ab.
Die davon getrennte Flüssigkeit verdampft man fast zur Trockne, nimmt den Rückstand mit Wasser auf und setzt so lange vorsichtig $reine$ Kalkmilch zu, bis die Flüssigkeit stark alkalisch reagirt. Man erhitzt, filtrirt, fällt mit Ammon und kohlensaurem Ammon, filtrirt, verdampft in einer Platinschale zur Trockne, glüht gelinde, bis alle Ammonsalze verjagt sind, nimmt mit wenig Wasser auf, fällt nochmals mit Ammon und kohlensaurem Ammon, filtrirt, verdampft, wägt die nun reinen Chloralkalimetalle und trennt Kali und Natron nach §. 120.
* * * * *
Die Quantität des kohlensauren Alkalis ergiebt sich -- wenn sorgfältig gearbeitet worden ist -- am genauesten indirect bei der Berechnung. Von den dazu in Vorschlag gekommenen directen Bestimmungsmethoden will ich noch folgende mittheilen:
Man kocht 300 bis 400 Grm. des Wassers längere Zeit, filtrirt und wäscht den Niederschlag mit heissem Wasser aus. Filtrat und Waschwasser mischt man genau, theilt das Ganze in zwei gleiche Theile und bestimmt im einen das Chlor nach Zusatz von Salpetersäure auf die gewöhnliche Art. -- Die andere Hälfte versetzt man mit reiner Salzsäure bis zur deutlich sauren Reaction, dampft ab, glüht den trocknen Rückstand gelinde, nimmt ihn mit Wasser auf, filtrirt und bestimmt auch in dieser Lösung den Gehalt an Chlor. Es leuchtet ein, dass man bei dieser zweiten Bestimmung mehr bekommen muss, als bei der ersten, und zwar entspricht je 1 Aeq. mehr erhaltenes Chlor einem Aeq. an Alkali gebunden gewesener Kohlensäure. Diese Bestimmung liefert jedoch etwas zuviel, weil in dem Filtrate sich stets etwas kohlensaures Magnesia-Natron befindet. Will man diesen Fehler corrigiren, so muss man die kleine Quantität Magnesia bestimmen, welche als Chlormagnesium mit in der durch Silbersolution gefällten Lösung war, und eine ihr äquivalente Menge Chlor von dem als Differenz Gefundenen abziehen. -- Man darf das kohlensaure Natron nicht dadurch in Chlornatrium überführen, dass man die Lösung mit Chlorammonium abdampft; denn durch den Salmiaküberschuss würde das vorhandene schwefelsaure Alkali zerlegt, und somit mehr Chlor gefunden werden, als dem kohlensauren Alkali entspricht.
$Bemerkungen zur Analyse der Schwefelwasser.$
§. 179.
In einem nach Schwefelwasserstoff riechenden Wasser kann, wenn es nicht alkalisch reagirt, nur freier Schwefelwasserstoff vorhanden sein. Reagirt es aber alkalisch, so kann es neben diesem ein alkalisches Schwefelmetall oder ein Schwefelwasserstoff-Schwefelmetall enthalten. -- Die Bestimmung des an Metall oder Wasserstoff gebundenen Schwefels im Ganzen ist nun bereits an der Quelle ausgeführt worden (§. 176. 9.), auch wurde dort erwähnt, wie man die Quantität des Schwefelwasserstoffs ermittelt, der beim Kochen entweicht. Ich verfehle nun nicht, hier darauf aufmerksam zu machen, dass man aus diesen beiden Daten bei Wassern, welche freie Kohlensäure oder Bicarbonate enthalten, keineswegs mit Genauigkeit angeben kann, wieviel Schwefelwasserstoff frei, wieviel gebunden sei, indem bekanntlich freie Kohlensäure, ja selbst zweifach kohlensaure Alkalien, Schwefelkalium oder Schwefelnatrium beim Kochen leicht zerlegen und Schwefelwasserstoff aus denselben entbinden. Wenn man, wie dies häufig geschieht, den Satz aufstellt, die Mineralwasser, welche kohlensaure Alkalien enthalten, enthalten kein freies Schwefelwasserstoffgas, sondern ein auflösliches Schwefelmetall, so ist auch dies jedenfalls zu weit gegangen, indem solche Wasser denn doch oft sehr stark nach Schwefelwasserstoff riechen und beim Schütteln in halbgefüllter Flasche eine Menge dieses Gases entbinden (vergl. meine Untersuchung der Mineralquellen zu Krankenheil bei Tölz, Journ. f. prakt. Chem. 58. 156).
2. $Berechnung der Mineralwasseranalyse, Controlirung und Zusammenstellung der Resultate.$
§. 180.
Die nach 1. gefundenen Resultate sind, wie man leicht ersieht, unmittelbare Ergebnisse directer Versuche. Sie sind in keiner Art abhängig von theoretischen Ansichten, welche man über die Verbindungsweise der Bestandtheile unter einander haben kann. -- Da solche mit der Entwicklung der Chemie sich umgestalten können, so ist es absolut nothwendig, dass in dem Bericht über eine Mineralwasseranalyse vor Allem die directen Resultate sammt den Methoden, nach denen sie erhalten wurden, mitgetheilt werden. Alsdann hat die Analyse für alle Zeiten Werth.
Was die Principien betrifft, nach denen man in der Regel die Säuren und Basen zu Salzen zusammenstellt, so geht man von der Ansicht aus, dass die Basen und Säuren nach ihren relativen Verwandtschaften verbunden sind, d. h. man denkt sich die stärkste Basis mit der stärksten Säure verbunden u. s. w., nimmt jedoch hierbei gleichzeitig Rücksicht auf die grössere oder geringere Löslichkeit der Salze, welche, wie bekannt, auf die Verwandtschaftsäusserungen von Einfluss ist. So denkt man sich, wenn im gekochten Wasser Kalk, Kali und Schwefelsäure enthalten ist, zuerst die Schwefelsäure an Kalk gebunden etc. -- Es lässt sich jedoch nicht läugnen, dass hierbei einige Willkür im Spiele ist, und dass somit, je nach der Art der Berechnung, aus denselben directen Resultaten, verschiedene Berechnungsresultate erhalten werden können. --
Es läge aber offenbar im Interesse der Sache, über die Art der Zusammenstellung sich zu verständigen, weil sonst die Vergleichung zweier Mineralwasser mit den grössten Schwierigkeiten verbunden ist. Ehe dieses geschehen, kann eine Vergleichung nur mit den unmittelbaren Ergebnissen vorgenommen werden. --
Darüber, glaube ich, könnte man sich vor Allem vereinigen, dass man die Salze alle im wasserfreien Zustande aufführt.
Um die Grundsätze, welche mir bei der Zusammenstellung die richtigsten scheinen, und ferner die Art, nach welcher man die erhaltenen Resultate zu controliren vermag, möglichst klar zu machen, wähle ich das folgende Beispiel.
$Bonifaciusbrunnen zu Salzschlirf$[109].
a. Directe Ergebnisse der Analyse in Procenten.
$Specifisches Gewicht$ = 1,011164.
1. $Gesammtquantum der fixen Bestandtheile$: 1,3778 Proc.
2. $Chlor, Jod und Brom zusammen$: 2,8071 Proc. Silberniederschlag.
3. $Totalmenge des Kalkes, der Magnesia, des Eisens und der Kieselsäure$:
a. Kalk 0,10442 Proc.
b. Kieselerde 0,00114 Proc.
(Magnesia und Eisen wurden nicht im Ganzen bestimmt.)
4. $Kalk, Magnesia und Eisen in dem beim Kochen entstandenen Niederschlage.$
a. Kalk 0,03642 Proc.
b. Magnesia 0,00041 Proc.
c. Eisenoxyd 0,00066 Proc.
$Kalk und Magnesia in dem gekochten und filtrirten Wasser.$
a. Kalk 0,064724 Proc.
b. Magnesium 0,028855 Proc.
5. $Alkalien$:
a. Kali 0,00865 Proc.
b. Natron 0,54783 Proc.
6. $Schwefelsäure$: 0,10853 Proc.
7. $Kohlensäure im Ganzen$: 0,194301 Proc.
8. $Brom und Jod$:
a. Brom 0,000402 Proc.
b. Jod 0,000447 Proc.
Die übrigen Bestandtheile, als Lithium, Phosphorsäure, Manganoxydul, Quellsäure, Quellsatzsäure und extractive Materie, wurden nicht dem Gewichte nach bestimmt.
[109] Vgl. $Fresenius$ und $Will$, Chemische Untersuchung der Mineralquelle zu Salzschlirf im Fuldaischen (Annal. der Chem. u. Pharm. LII. 66.) -- Um ein Vergleichen des hier Gegebenen mit der Originalabhandlung nicht zu erschweren, und da die Differenzen so gering sind, habe ich die Resultate in diesem Beispiel gelassen, wie sie gedruckt stehen, d. h. ich habe sie nicht nach den berichtigten Atomgewichten umgerechnet.
b. Berechnung.
[Greek: a]. Von den beim Kochen niederfallenden Salzen hat man anzunehmen, dass sie als Carbonate vorhanden und durch freie Kohlensäure gelöst waren.
1. 0,00066 Eisenoxyd entsprechen 0,00096 $kohlensaurem Eisenoxydul$, welche enthalten 0,00038 Kohlensäure.
2. 0,03642 Kalk entsprechen 0,06533 $kohlensaurem Kalk$, welche enthalten 0,02891 Kohlensäure.
3. 0,00041 Magnesia entsprechen 0,00085 $kohlensaurer Magnesia$ (MgO, CO_{2}), welche enthalten 0,00044 Kohlensäure. --
[Greek: b]. Da wir nun die Quantität der Kohlensäure im Ganzen, und ferner die der gebundenen Kohlensäure kennen, so ergiebt sich die Quantität der freien und mit Carbonaten zu Bicarbonaten verbundenen aus der Differenz, nämlich:
Gesammtmenge der Kohlensäure 0,194301. Gebundene Kohlensäure an Kalk 0,02891 an Magnesia 0,00044 an Eisenoxydul 0,00038 ------- zusammen 0,029730 -------- bleibt $freie und halb gebundene Kohlensäure$ 0,164571
[Greek: c]. Die Schwefelsäure verbinden wir zuerst mit Kalk, den Rest mit Kali, und, sofern nochmals ein Rest bleibt, diesen mit Natron.
1. Im gekochten Wasser sind enthalten 0,064724 Kalk. Diese binden 0,09261 Schwefelsäure zu 0,15733 $schwefelsaurem Kalk$.
2. 0,00865 Kali binden 0,00737 Schwefelsäure zu 0,01602 $schwefelsaurem Kali$.
3. Totalquantum der Schwefelsäure 0,10853. Davon sind gebunden
an Kalk 0,09261 an Kali 0,00737 ------- zusammen 0,09998 -------- Rest 0,00855,
welche binden Natron 0,00666 zu 0,01521 $schwefelsaurem Natron$.
[Greek: d]. Alles übrige Natron ist als Chlornatrium zugegen.
Gesammtquantität des Natrons 0,54583 Davon sind gebunden an SO_{3} 0,00666 -------- Rest 0,53917.
Diese entsprechen 0,40123 Natrium, welche binden 0,61040 Chlor zu 1,01163 $Chlornatrium$.
[Greek: e]. Alles Jod und Brom ist als an Magnesium gebunden anzunehmen, und der Rest des Magnesiums als Chlormagnesium.
1. 0,000447 Jod binden 0,000044 Magnesium zu 0,000491 $Jodmagnesium$.
2. 0,000402 Brom binden 0,000065 Magnesium zu 0,000467 $Brommagnesium$.
3. Totalmenge des im gekochten Wasser enthaltenen Magnesiums 0,028855.
Davon sind gebunden
an Jod 0,000044 an Brom 0,000065 -------- zusammen 0,000109 --------- Rest 0,028746,
welche verbunden sind mit 0,080220 Chlor zu 0,108966 $Chlormagnesium$.
c. Controlen.
I. Die Summe des Kalkes im gekochten Wasser und in dem beim Kochen entstandenen Niederschlage muss gleich, oder doch nahezu gleich sein der Totalquantität des Kalkes.
Totalquantität 0,10442. An Kohlensäure gebunden 0,03642 An Schwefelsäure gebunden 0,06472 -------- in Summa 0,10114.
II. Die Quantität Chlor, welche direct gefunden wurde, muss übereinstimmen mit der Summe des Chlors, welches im Chlornatrium und Chlormagnesium enthalten ist.
Die Quantität des Chlor-Brom-Jodsilbers beträgt 2,807100. Davon geht ab die 0,000491 Jodmagnesium entsprechende Menge Jodsilber, nämlich 0,000828 Ferner die 0,000467 Brommagnesium entsprechende Menge Bromsilber, nämlich 0,000958 -------- zusammen 0,001786 --------- Rest 2,805314 entsprechend Chlor 0,69202
Nach [Greek: d]. ist an Natrium gebunden 0,61040 Nach [Greek: e]. ist an Magnesium gebunden 0,08022 ------- Summa 0,69062
III. Die Totalmenge der fixen Bestandtheile muss übereinstimmen mit der Summe der einzelnen Bestandtheile. (Hierbei ist das Eisen als Eisenoxyd aufzuführen, da es als solches im Rückstande enthalten ist.) Totalquantität der fixen Bestandtheile = 1,37780 Die Einzelbestimmungen ergaben: Kohlensauren Kalk 0,06533 Kohlensaure Magnesia 0,00085 Schwefelsauren Kalk 0,15733 Schwefelsaures Kali 0,01602 " Natron 0,01521 Chlornatrium 1,01163 Chlormagnesium 0,10896 Jodmagnesium 0,00049 Brommagnesium 0,00047 Eisenoxyd 0,00066 Kieselerde 0,00114 ------- zusammen 1,37809[110].
[110] Diese Controle giebt nur dann ganz gut übereinstimmende Resultate, wenn kohlensaure Magnesia, Chlormagnesium und Kieselsäure nur in geringer Menge vorhanden sind. Die Gründe sind bereits §. 173. I. 5. angegeben. Es ist daher in solchen Fällen zweckmässig, statt dieser oder neben dieser Controle eine Vergleichung der schwefelsauren Salze (Eisen ist als reines Oxyd aufzuführen) mit dem Rückstande vorzunehmen, den man durch Eindampfen des Wassers mit Schwefelsäure und Glühen erhalten hat (§. 177. 1.).
d. Zusammenstellung.
Die Zusammenstellung macht man am besten in zweifacher Art, indem man einmal angiebt, wie viel in 100 (oder auch in 1000 oder 10000, dies kommt auf Eins heraus) Theilen Wasser, Theile der Bestandtheile enthalten sind, und ferner wie viel ein Pfund Wasser Bestandtheile, in Granen ausgedrückt, enthält (1 Pfund = 7680 Gran).
Die Rubriken, unter welche man die einzelnen Bestandtheile zweckmässig bringt, sind folgende:
A. $Fixe Bestandtheile.$
a. in wägbarer Menge vorhandene;
b. in unwägbarer Menge vorhandene.
B. $Flüchtige Bestandtheile.$
Bei der Aufführung der kohlensauren Salze kann man mit Recht zweifelhaft sein, ob man sie als neutrale Verbindungen berechnen und die mehr vorhandene Kohlensäure theils als halbgebundene (mit Carbonaten zu Bicarbonaten vereinigte), theils als freie aufführen, oder ob man sie geradezu als Bicarbonate berechnen soll, in welchem Falle der Ueberschuss an Kohlensäure als freie zu bezeichnen ist. Man wählt bald den einen, bald den anderen Weg der Darstellung, am häufigsten aber den ersteren.
Die Kohlensäure (überhaupt die Gasarten) pflegt man ausserdem auch auf Volumina (bei der ersten Zusammenstellung Cubikcentimeter, bei der zweiten Cubikzolle [1 Pfund Wasser = 32 Cubikzoll]) zu berechnen, und zwar legt man dabei die Temperatur der Quelle zu Grund.
Als ähnlich ausgeführte Beispiele der Berechnung und Controlirung der Resultate führe ich an:
1. Analyse des Kochbrunnens zu Wiesbaden[A] (salinisches Wasser).
2. Analyse der warmen Quelle zu Asmannshausen, von $Fresenius$ und $Will$, Ann. der Chem. und Pharm. 47. 198 (alkalisches Wasser).
3. Analyse der Emser Mineralquellen[111] (alkalische Wasser).
4. Analyse der Mineralquellen zu Krankenheil bei Tölz (alkalisches Schwefelwasser), von mir (Journ. für prakt. Chem. 58. 156).
[111] Chemische Untersuchungen der wichtigsten Mineralwasser des Herzogthums Nassau, von Professor Dr. R. $Fresenius$, Wiesbaden bei C. W. Kreidel 1850-1852.
In den unter 1. und 3. angeführten Abhandlungen finden sich auch die Methoden genau beschrieben, nach welchen die schlammigen Ocher- und festen Sinterabsätze dieser Quellen untersucht worden sind.
II.
$Analyse solcher technischen Producte und Mineralien, welche besonders häufig Gegenstand chemischer Untersuchung werden, einschliesslich ihrer blossen Prüfung auf Gehalt und Handelswerth.$
1. $Bestimmung des Gehaltes an freier Säure (Acidimetrie).$
A. $Ermittlung aus dem specifischen Gewichte.$
§. 181.
Da man durch Versuche und auf sie gegründete Tabellen die Beziehungen zwischen dem Gehalt und dem specifischen Gewichte der Säuren, beziehungsweise ihrer wässerigen Lösungen, kennt, so genügt die Bestimmung des specifischen Gewichts derselben häufig zur Ermittlung ihres Gehaltes. Man hat hierbei nur zu beachten, dass die zu prüfenden Säuren frei, oder wenigstens fast ganz frei sein müssen von anderweitigen gelösten Substanzen. Da nun die meisten Säuren flüchtig sind (Schwefelsäure, Salzsäure, Salpetersäure, Essigsäure), so stellt man sich gegen Irrthümer in der Art sicher, dass man prüft, ob eine Probe, in einer kleinen Platin- oder Porzellanschale verdampft, einen fixen Rückstand lässt, oder nicht.
Die Prüfung des specifischen Gewichtes führt man entweder durch Abwägen gleicher Volumina Wasser und Säure (§. 177) oder mittelst guter Aräometer aus. Man achte darauf, dass die Bestimmungen bei den Temperaturen ausgeführt werden, auf welche sich die Tabellen beziehen.
Nachstehende Tabellen belehren über die Beziehungen zwischen specifischem Gewicht und Gehalt bei Schwefelsäure, Salzsäure und Salpetersäure.
I. $Tabelle$
über das specif. Gewicht der Schwefelsäure bei verschiedenem Gehalte an Säurehydrat, von $Bineau$, berechnet von $Otto$ für die Temperatur von 15° C.
=================================================================== Säure- | Specif. | Wasserfreie | Säure- | specif. | Wasserfreie hydrat. | Gew. | Säure. | hydrat. | Gew. | Säure. ---------+---------+-------------+---------+---------+------------- 100 | 1,8426 | 81,63 | 50 | 1,398 | 40,81 99 | 1,842 | 80,81 | 49 | 1,3886 | 40,00 98 | 1,8406 | 80,00 | 48 | 1,379 | 39,18 97 | 1,840 | 79,18 | 47 | 1,370 | 38,36 96 | 1,8384 | 78,36 | 46 | 1,361 | 37,55 95 | 1,8376 | 77,55 | 45 | 1,351 | 36,73 94 | 1,8356 | 76,73 | 44 | 1,342 | 35,82 93 | 1,834 | 75,91 | 43 | 1,333 | 35,10 92 | 1,831 | 75,10 | 42 | 1,324 | 34,28 91 | 1,827 | 74,28 | 41 | 1,315 | 33,47 90 | 1,822 | 73,47 | 40 | 1,306 | 32,65 89 | 1,816 | 72,65 | 39 | 1,2976 | 31,83 88 | 1,809 | 71,83 | 38 | 1,289 | 31,02 87 | 1,802 | 71,02 | 37 | 1,281 | 30,20 86 | 1,794 | 70,10 | 36 | 1,272 | 29,38 85 | 1,786 | 69,38 | 35 | 1,264 | 28,57 84 | 1,777 | 68,57 | 34 | 1,256 | 27,75 83 | 1,767 | 67,75 | 33 | 1,2476 | 26,94 82 | 1,756 | 66,94 | 32 | 1,239 | 26,12 81 | 1,745 | 66,12 | 31 | 1,231 | 25,30 80 | 1,734 | 65,30 | 30 | 1,223 | 24,49 79 | 1,722 | 64,48 | 29 | 1,215 | 23,67 78 | 1,710 | 63,67 | 28 | 1,2066 | 22,85 77 | 1,698 | 62,85 | 27 | 1,198 | 22,03 76 | 1,686 | 62,04 | 26 | 1,190 | 21,22 75 | 1,675 | 61,22 | 25 | 1,182 | 20,40 74 | 1,663 | 60,40 | 24 | 1,174 | 19,58 73 | 1,651 | 59,59 | 23 | 1,167 | 18,77 72 | 1,639 | 58,77 | 22 | 1,159 | 17,95 71 | 1,627 | 57,95 | 21 | 1,1516 | 17,14 70 | 1,615 | 57,14 | 20 | 1,144 | 16,32 69 | 1,604 | 56,32 | 19 | 1,136 | 15,51 68 | 1,592 | 55,59 | 18 | 1,129 | 14,69 67 | 1,580 | 54,69 | 17 | 1,121 | 13,87 66 | 1,578 | 53,87 | 16 | 1,1136 | 13,06 65 | 1,557 | 53,05 | 15 | 1,106 | 12,24 64 | 1,545 | 52,24 | 14 | 1,098 | 11,42 63 | 1,534 | 51,42 | 13 | 1,091 | 10,61 62 | 1,523 | 50,61 | 12 | 1,083 | 9,79 61 | 1,512 | 49,79 | 11 | 1,0756 | 8,98 60 | 1,501 | 48,98 | 10 | 1,068 | 8,16 59 | 1,490 | 48,16 | 9 | 1,061 | 7,34 58 | 1,480 | 47,34 | 8 | 1,0536 | 6,53 57 | 1,469 | 46,53 | 7 | 1,0464 | 5,71 56 | 1,4586 | 45,71 | 6 | 1,039 | 4,89 55 | 1,448 | 44,89 | 5 | 1,032 | 4,08 54 | 1,438 | 44,07 | 4 | 1,0256 | 3,26 53 | 1,428 | 43,26 | 3 | 1,019 | 2,445 52 | 1,418 | 42,45 | 2 | 1,013 | 1,63 51 | 1,408 | 41,63 | 1 | 1,0064 | 0,816
II. $Tabelle$
über das specif. Gewicht der wässerigen Salzsäure bei verschiedenem Gehalte an Chlorwasserstoff, von $Ure$. Temperatur 15° C.
=============================================================== Specif. Gew. | Salzsäure-Gas. | Specif. Gew. | Salzsäure-Gas. --------------+----------------+--------------+---------------- 1,2000 | 40,777 | 1,1000 | 20,388 1,1982 | 40,369 | 1,0980 | 19,980 1,1964 | 39,961 | 1,0960 | 19,572 1,1946 | 39,554 | 1,0939 | 19,165 1,1928 | 39,146 | 1,0919 | 18,757 1,1910 | 38,738 | 1,0899 | 18,349 1,1893 | 38,330 | 1,0879 | 17,941 1,1875 | 37,923 | 1,0859 | 17,534 1,1857 | 37,516 | 1,0838 | 17,126 1,1846 | 37,108 | 1,0818 | 16,718 1,1822 | 36,700 | 1,0798 | 16,310 1,1802 | 36,292 | 1,0778 | 15,902 1,1782 | 35,884 | 1,0758 | 15,494 1,1762 | 35,476 | 1,0738 | 15,087 1,1741 | 35,068 | 1,0718 | 14,679 1,1721 | 34,660 | 1,0697 | 14,271 1,1701 | 34,252 | 1,0677 | 13,863 1,1681 | 33,845 | 1,0657 | 13,456 1,1661 | 33,437 | 1,0637 | 13,049 1,1641 | 33,029 | 1,0617 | 12,641 1,1620 | 32,621 | 1,0597 | 12,233 1,1599 | 32,213 | 1,0577 | 11,825 1,1578 | 31,805 | 1,0557 | 11,418 1,1557 | 31,398 | 1,0537 | 11,010 1,1537 | 30,990 | 1,0517 | 10,602 1,1515 | 30,582 | 1,0497 | 10,194 1,1494 | 30,174 | 1,0477 | 9,786 1,1473 | 29,767 | 1,0457 | 9,379 1,1452 | 29,359 | 1,0437 | 8,971 1,1431 | 28,951 | 1,0417 | 8,563 1,1410 | 28,544 | 1,0397 | 8,155 1,1389 | 28,136 | 1,0377 | 7,747 1,1369 | 27,728 | 1,0357 | 7,340 1,1349 | 27,321 | 1,0337 | 6,932 1,1328 | 26,913 | 1,0318 | 6,524 1,1308 | 26,505 | 1,0298 | 6,116 1,1287 | 26,098 | 1,0279 | 5,709 1,1267 | 25,690 | 1,0259 | 5,301 1,1247 | 25,282 | 1,0239 | 4,893 1,1226 | 24,874 | 1,0220 | 4,486 1,1206 | 24,466 | 1,0200 | 4,078 1,1185 | 24,058 | 1,0180 | 3,670 1,1164 | 23,650 | 1,0160 | 3,262 1,1143 | 23,242 | 1,0140 | 2,854 1,1123 | 22,834 | 1,0120 | 2,447 1,1102 | 22,426 | 1,0100 | 2,039 1,1082 | 22,019 | 1,0080 | 1,631 1,1061 | 21,611 | 1,0060 | 1,124 1,1041 | 21,203 | 1,0040 | 0,816 1,1020 | 20,796 | 1,0020 | 0,408
III. $Tabelle$
über das specif. Gewicht der wasserhaltigen Salpetersäure bei verschiedenem Gehalt an wasserfreier Säure, von $Ure$. Temperatur 15° C.
Spaltenüberschriften:
A = Specifisches Gewicht. B = Säureprocente. C = Specifisches Gewicht. D = Säureprocente. E = Specifisches Gewicht. F = Säureprocente. G = Specifisches Gewicht. H = Säureprocente.
=========================================================== A | B | C | D | E | F | G | H -------+------+-------+------+-------+------+-------+------ 1,500 | 79,7 | 1,419 | 59,8 | 1,295 | 39,8 | 1,140 | 19,9 1,498 | 78,9 | 1,415 | 59,0 | 1,289 | 39,0 | 1,134 | 19,1 1,496 | 78,1 | 1,411 | 58,2 | 1,283 | 38,3 | 1,129 | 18,3 1,494 | 77,3 | 1,406 | 57,4 | 1,276 | 37,5 | 1,123 | 17,5 1,491 | 76,5 | 1,402 | 56,6 | 1,270 | 36,7 | 1,117 | 16,7 1,488 | 75,7 | 1,398 | 55,8 | 1,264 | 35,9 | 1,111 | 15,9 1,485 | 74,9 | 1,394 | 55,0 | 1,258 | 35,1 | 1,105 | 15,1 1,482 | 74,1 | 1,388 | 54,2 | 1,252 | 34,3 | 1,099 | 14,3 1,479 | 73,3 | 1,383 | 53,4 | 1,246 | 33,5 | 1,093 | 13,5 1,476 | 72,5 | 1,378 | 52,6 | 1,240 | 32,7 | 1,088 | 12,7 1,473 | 71,7 | 1,373 | 51,8 | 1,234 | 31,9 | 1,082 | 11,9 1,470 | 70,9 | 1,368 | 51,1 | 1,228 | 31,1 | 1,076 | 11,2 1,467 | 70,1 | 1,363 | 50,2 | 1,221 | 30,3 | 1,071 | 10,4 1,464 | 69,3 | 1,358 | 49,4 | 1,215 | 29,5 | 1,065 | 9,6 1,460 | 68,5 | 1,353 | 48,6 | 1,208 | 28,7 | 1,059 | 8,8 1,457 | 67,7 | 1,348 | 47,9 | 1,202 | 27,9 | 1,054 | 8,0 1,453 | 66,9 | 1,343 | 47,0 | 1,196 | 27,1 | 1,048 | 7,2 1,450 | 66,1 | 1,338 | 46,2 | 1,189 | 26,3 | 1,043 | 6,4 1,446 | 65,3 | 1,332 | 45,4 | 1,183 | 25,5 | 1,037 | 5,6 1,442 | 64,5 | 1,327 | 44,6 | 1,177 | 24,7 | 1,032 | 4,8 1,439 | 63,8 | 1,322 | 43,8 | 1,171 | 23,9 | 1,027 | 4,0 1,435 | 63,0 | 1,316 | 43,0 | 1,165 | 23,1 | 1,021 | 3,2 1,431 | 62,2 | 1,311 | 42,2 | 1,159 | 22,3 | 1,016 | 2,4 1,427 | 61,4 | 1,306 | 41,4 | 1,153 | 21,5 | 1,011 | 1,6 1,423 | 60,6 | 1,300 | 40,4 | 1,146 | 20,7 | 1,005 | 0,8
In allen den Fällen, in welchen die Bestimmung des specifischen Gewichtes nicht zum Ziele führt, oder in denen es auf besondere Genauigkeit ankommt, wählt man eine der beiden folgenden Verfahrungsweisen, und zwar gewöhnlich die erstere:
B. $Ermittlung durch Sättigung der freien Säure mit einer alkalischen Flüssigkeit von bekanntem Gehalte.$
§. 182.
Um diese Methode anzuwenden, bedarf man:
[Greek: a]) einer Säurelösung von bekanntem Gehalt, --
[Greek: b]) einer alkalischen Flüssigkeit von bekanntem Wirkungswerth.
aa. $Darstellung der Lösungen.$
[Greek: a]. Die $Säure$ stellt man sich folgendermaassen dar. Man mischt in einem grossen Kolben 1020 C.C. Wasser mit 60 Grm. concentrirter englischer Schwefelsäure innig, lässt erkalten, nimmt 2 Mal je 20 C.C. davon und bestimmt darin die Schwefelsäure durch Fällen mit Chlorbaryum. Stimmen beide Versuche gut überein, so nimmt man das Mittel und verdünnt danach die Schwefelsäure so, $dass 1000 C.C. genau 40 Grm. wasserfreie Schwefelsäure enthalten$. Setzen wir den Fall, wir hätten gefunden, dass 1000 C.C. 42 Grm. Schwefelsäure enthalten, so müssen demnach nach dem Ansatz 40 : 1000 = 42 : x aus je 1000 C. C. unserer Flüssigkeit durch Zusatz von Wasser 1050 C.C. gemacht werden. Es geschieht dies einfach und genau also: Man füllt den 1 Liter $fassenden$ Messkolben bis an die Marke mit der Säure, giesst sie vorsichtig in die etwas grössere, zum Aufbewahren bestimmte Flasche, bringt dann 50 C.C. Wasser, welche mit der Pipette abgemessen worden sind, in den Kolben, schwenkt gut um, giesst in die Flasche, schüttelt, giesst nun nochmals etwa die Hälfte der Flüssigkeit in den Kolben zurück, spült um, bringt wieder in die Flasche, mischt und bewahrt auf. Vor neuem Gebrauche ist die Flasche zu schütteln, weil in der halbleeren Wasser verdunstet, welches sich an den Wandungen verdichtet und beim Ausgiessen mit der ersten Portion gemischt ausfliesst, wodurch diese schwächer, die rückbleibende etwas stärker wird.
Eine saure Flüssigkeit von gleichem Wirkungswerthe kann man auch erhalten, wenn man, nach $Mohr$'s Vorschlag, genau 63 Grm. krystallisirte Oxalsäure: C_{2}O_{3}, HO + 2 aq. in Wasser zu 1 Liter löst. Doch muss man hierbei mit grosser Sorgfalt darauf achten, dass die Säure völlig rein, völlig frei von Feuchtigkeit und ganz unverwittert sei.
[Greek: b]. Um die $Alkalilösung$ zu erhalten, verdünnt man frisch bereitete, in einem verschlossenen Gefässe völlig klar abgesetzte, kohlensäurefreie Natronlauge in der Art, $dass 1 Volumen genau hinreicht, 1 Volumen der Säure zu neutralisiren$, d. h. so, dass beim Mischen beider der letzte Tropfen der Natronlösung die durch Lackmus rothe Lösung blau färbt.
Um dies zu bewerkstelligen verdünnt man zunächst die Natronlauge bis zu einem specif. Gewichte von etwa 1,05, welches einem Gehalte von etwa 3,6 Proc. Natron entspricht. Dann misst man 50 C.C. = 100° der Säure ab, bringt sie in ein Becherglas, färbt mit etwas Lackmustinctur[112] roth und lässt nun aus einer Bürette oder -- was weit bequemer ist -- aus einer Quetschhahnpipette, Fig. 96 (s. f. S.), so lange zufliessen, bis die Flüssigkeit eben blau geworden ist, und bis dieselbe somit rothes wie blaues Lackmuspapier ganz unverändert lässt. Man verdünnt alsdann die noch etwas zu concentrirte Natronlösung so, dass genau 100° erforderlich sind, um 100° Säure zu sättigen. Die Flasche, in welcher die fertige Natronlösung aufbewahrt werden soll, verschliesst man -- nach $Mohr$'s Vorschlag -- durch einen Korkstopfen, in welchen eine gewöhnliche Chlorcalciumröhre eingesteckt ist. Dieselbe ist mit einem fein geriebenen Gemenge von Glaubersalz und Aetzkalk gefüllt und nach aussen mit einem dünnen offenen Röhrchen versehen. -- Ausser dieser concentrirteren Flüssigkeit stellt man sich sogleich noch eine 5 Mal und eine 10 Mal so verdünnte dar. Diese Verdünnungen geschehen am besten in der Art, dass man -- um z. B. die letzte zu erhalten -- in einen Messkolben, der genau 500 C.C. fasst, 50 C.C. der concentrirteren Natronlauge, die mittelst einer Pipette abgemessen worden sind, bringt, dann den Kolben, unter jeweiligem Umschwenken, genau bis an die Marke mit Wasser füllt und nunmehr durch Schütteln innig mischt.
[112] Da die Lackmustinctur oft so alkalisch ist, dass eine merkliche Menge Säure nöthig ist, um sie zu röthen, so muss man nöthigenfalls den zu bedeutenden Alkaliüberschuss durch etwas Säure abstumpfen, so dass sie mit Wasser verdünnt eine violette Flüssigkeit liefert, die durch eine Spur Säure roth, durch ein Minimum Alkali blau wird.
bb. $Ausführung der Untersuchung.$
Da von der concentrirteren Natronlösung 50 C.C. = 100°: 2 Grm., von der Fünftellösung: 0,4 Grm., von der Zehntellösung: 0,2 Grm. wasserfreier Schwefelsäure und folglich auch äquivalenten Mengen aller anderen Säuren entsprechen, so ist in Betreff der Ausführung kaum mehr etwas hinzuzufügen, indem es sich von selbst versteht, dass man je nach der Menge der abzustumpfenden Säure bald die eine, bald die andere der alkalischen Flüssigkeiten wählt, so zwar, dass man zur Sättigung der abgewogenen oder abgemessenen sauren Flüssigkeit etwa 60-100 Bürettengrade gebraucht.
Bei wissenschaftlichen Untersuchungen empfehle ich das genaue Abwägen unbestimmter Mengen der sauren Flüssigkeit, da dies auf den chemischen Wagen weit besser geschehen kann, und weil man dabei eine kleine Rechnung nicht zu scheuen braucht; bei technischen Untersuchungen wünscht man dagegen den Procentgehalt der Säure gewöhnlich aus den Bürettengraden direct zu ersehen. Um dies zu ermöglichen, hat man alsdann, wenn die Bürette oder Pipette wie gewöhnlich 50 C.C. = 100° fasst, nur die 2 Grm. wasserfreier Schwefelsäure äquivalenten Mengen der zu prüfenden Säuren abzuwägen. Da aber das Abwägen bestimmter kleinerer Mengen weniger genau ist, so ist folgendes Verfahren vorzuziehen, wobei uns die Prüfung der Schwefelsäure als Beispiel dienen mag.
Man wägt in einem Messkolben, der 500 C.C. fasst, 20 Grm. der zu prüfenden Schwefelsäure ab, fügt Wasser zu bis fast zum Theilstrich, lässt bei eingetretener Erwärmung abkühlen, füllt jetzt genau bis an die Marke, schüttelt, nimmt mit der Pipette 50 C.C. heraus und prüft diese. Die Anzahl der Bürettengrade der concentrirteren Natronlauge giebt direct den Procentgehalt der geprüften Schwefelsäure an.
Die Quantitäten von den anderen Säuren oder Säurehydraten, welche 20 Grm. Schwefelsäure äquivalent sind, ergeben sich aus folgender Uebersicht:
20 Gramm Schwefelsäure sind äquivalent 24,5 Schwefelsäurehydrat, 20 " " " " 27 Salpetersäure, 20 " " " " 31,5 Salpetersäurehydrat, 20 " " " " 18,25 Salzsäure, 20 " " " " 25,5 Essigsäure, 20 " " " " 30,0 Essigsäurehydrat.
C. $Ermittlung durch Wägung der durch die freie Säure aus doppelt kohlensaurem Natron ausgetriebenen Kohlensäure$ (nach $Fresenius$ und $Will$).
§. 183.
Man wägt in das Kölbchen A (Fig. 97) eine beliebige Portion der zu prüfenden Säure, setzt, im Falle dieselbe concentrirt ist, Wasser zu, so dass die gesammte Flüssigkeit 1/3 des Inhaltes von A einnimmt, füllt alsdann ein kleines Glasröhrchen mit doppelt kohlensaurem Natron oder Kali (welches zwar Chlornatrium, schwefelsaures Salz etc., nicht aber einfach kohlensaures Alkali enthalten darf, und dessen Quantität mehr als hinlänglich sein muss, die eingewogene Säure zu sättigen) unter mässigem Eindrücken fest an, hängt dasselbe an einem Faden in das Kölbchen A, indem man den Faden zwischen den Stopfen und den Kolbenhals einklemmt, und bringt nunmehr den Apparat (welcher im Uebrigen genau nach der im §. 110 gegebenen Beschreibung vorgerichtet ist) auf der Wage ins Gleichgewicht. Man lässt alsdann durch Lüften des Stopfens das Röhrchen sammt dem Faden in das Kölbchen A hinabfallen und dreht den Stopfen in demselben Augenblicke luftdicht ein. -- Alsbald beginnt eine rasche Kohlensäureentwickelung, welche eine Zeit lang gleichmässig bleibt, dann langsamer wird und endlich aufhört. Wenn dieser Punkt erreicht ist, stellt man das Kölbchen A in Wasser, welches so heiss ist, dass man eben noch den Finger kurze Zeit hineinhalten kann (Temp. 50-55° C.). Sobald die dadurch neuerdings veranlasste Kohlensäureentwickelung nachgelassen hat, öffnet man das Wachsstöpfchen b auf der Röhre a ein wenig, nimmt das Kölbchen aus dem Wasserbad und saugt alsdann mittelst eines durchbohrten Korkes an d, bis alle noch im Apparate befindliche Kohlensäure durch Luft ersetzt ist. Nach dem Erkalten stellt man den Apparat wiederum auf die Wage und legt Gewichte zu demselben, bis das Gleichgewicht wieder hergestellt ist. Die Summe derselben ist gleich dem Quantum der entwichenen Kohlensäure. -- Für je 1 Aeq. angewandter Säure erhält man 2 Aeq. Kohlensäure, z. B. (NaO, 2 CO_{2} + NO_{5} = NaO, NO_{5} + 2 CO_{2}). Die Resultate sind sehr befriedigend[113]. Auch bei dieser Methode kann man jede Berechnung sparen und die Versuche so einrichten, dass aus den erhaltenen Centigrammen Kohlensäure der Procentgehalt an freier Säure sich direct ergiebt, indem man solche Quantitäten von Säure abwägt, welche, wenn sie ganz rein sind, genau 1,00 Gramm Kohlensäure liefern. Diese Menge findet man z. B. für Schwefelsäure, nach dem Ansatz:
44 : 40 = 1,00 : x. x = 0,909.
[113] Vergleiche: Neue Verfahrungsweisen zur Prüfung der Pottasche und Soda, der Aschen, der Säuren und des Braunsteins auf Gehalt und Handelswerth, von Dr. R. $Fresenius$ und Dr. H. $Will$. Heidelberg 1843.
Anstatt der so zu findenden Gewichte können natürlicherweise eben so gut Multipla derselben genommen werden, je nachdem es die Verdünnung der zu untersuchenden Säure erfordert. Die Anzahl der Centigramme Kohlensäure muss aber alsdann, damit sie dem Procentgehalte entspreche, mit derselben Zahl dividirt werden, mit welcher man die Einheit multiplicirt hat. -- Am zweckmässigsten ist es, die Quantität der Säure so zu wählen, dass man 1 bis 2 Gramm Kohlensäure erhält.
2. $Bestimmung des Gehaltes einer Substanz an freiem und kohlensaurem Alkali$ ($Alkalimetrie$).
A. $Ermittlung des Kalis, Natrons oder Ammoniaks aus dem specifischen Gewichte ihrer Lösungen.$
§. 184.
Hat man reine oder fast reine Lösungen von Kali- oder Natronhydrat oder von Ammoniak, so lässt sich deren Gehalt aus dem specifischen Gewichte ersehen.
I. $Tabelle$
über den Gehalt der Kalilauge an Kali bei verschiedenem specifischen Gewichte, von $Dalton$.
=================================================== Specifisches | Procente | Specifisches | Procente Gewicht. | Kali. | Gewicht. | Kali. --------------+----------+--------------+---------- 1,68 | 51,2 | 1,32 | 26,3 1,60 | 46,7 | 1,28 | 23,4 1,52 | 42,9 | 1,23 | 19,5 1,47 | 39,9 | 1,19 | 16,2 1,44 | 36,8 | 1,15 | 13,0 1,42 | 34,4 | 1,11 | 9,5 1,39 | 32,4 | 1,06 | 4,7 1,36 | 29,4 | |
II. $Tabelle$
über den Gehalt der Natronlauge an Natron bei verschiedenem specifischen Gewichte, von $Dalton$.
=================================================== Specifisches | Procente | Specifisches | Procente Gewicht. | Natron. | Gewicht. | Natron. --------------+----------+--------------+---------- 2,00 | 77,8 | 1,40 | 29,0 1,85 | 63,6 | 1,36 | 26,0 1,72 | 53,8 | 1,32 | 23,0 1,63 | 46,6 | 1,29 | 19,0 1,56 | 41,2 | 1,23 | 16,0 1,50 | 36,8 | 1,18 | 13,0 1,47 | 34,0 | 1,12 | 9,0 1,44 | 31,0 | 1,06 | 4,7
III. $Tabelle$
über den Gehalt der Ammonflüssigkeit an Ammoniak (NH_{3}) bei verschiedenem specifischen Gewichte, nach J. $Otto.$ (Temp. 16° C.)
====================================================================== Specifisches|Procente |Specifisches|Procente |Specifisches|Procente Gewicht. |Ammoniak.| Gewicht. |Ammoniak.| Gewicht. |Ammoniak. -------------+---------+------------+---------+------------+---------- 0,9517 | 12,000 | 0,9607 | 9,625 | 0,9697 | 7,250 0,9521 | 11,875 | 0,9612 | 9,500 | 0,9702 | 7,125 0,9526 | 11,750 | 0,9616 | 9,375 | 0,9707 | 7,000 0,9531 | 11,625 | 0,9621 | 9,250 | 0,9711 | 6,875 0,9536 | 11,500 | 0,9626 | 9,125 | 0,9716 | 6,750 0,9540 | 11,375 | 0,9631 | 9,000 | 0,9721 | 6,625 0,9545 | 11,250 | 0,9636 | 8,875 | 0,9726 | 6,500 0,9550 | 11,125 | 0,9641 | 8,750 | 0,9730 | 6,375 0,9555 | 11,000 | 0,9645 | 8,625 | 0,9735 | 6,250 0,9556 | 10,950 | 0,9650 | 8,500 | 0,9740 | 6,125 0,9559 | 10,875 | 0,9654 | 8,375 | 0,9745 | 6,000 0,9564 | 10,750 | 0,9659 | 8,250 | 0,9749 | 5,875 0,9569 | 10,625 | 0,9664 | 8,125 | 0,9754 | 5,750 0,9574 | 10,500 | 0,9669 | 8,000 | 0,9759 | 5,625 0,9578 | 10,375 | 0,9673 | 7,875 | 0,9764 | 5,500 0,9583 | 10,250 | 0,9678 | 7,750 | 0,9768 | 5,375 0,9588 | 10,125 | 0,9683 | 7,625 | 0,9773 | 5,250 0,9593 | 10,000 | 0,9688 | 7,500 | 0,9778 | 5,125 0,9597 | 9,875 | 0,9692 | 7,375 | 0,9783 | 5,000 0,9602 | 9,750 | | | |
B. $Prüfung der Soda und Pottasche auf ihren Gehalt an kohlensauren und ätzenden Alkalien im Ganzen.$
Die Pottasche ist, wie bekannt, ein Gemenge von kohlensaurem Kali, -- die Soda ein Gemenge von kohlensaurem Natron mit einer Anzahl von anderen Salzen. Der Werth dieser Handelsartikel ist abhängig von ihrem Gehalte an kohlensauren (oder kaustischen) Alkalien; die diesen beigemischten Salze werden nicht bezahlt. -- Da nun die Quantität der letzteren eine sehr wechselnde ist, so ist es leicht ersichtlich, dass der Werth einer Pottasche oder Soda nur so festgestellt werden kann, dass man den Gehalt derselben an kohlensaurem (respective kaustischem) Alkali ermittelt.
Ich theile im Folgenden zwei auf wesentlich verschiedener Grundlage beruhende Methoden der Alkalimetrie mit, von denen bald die eine, bald die andere den Vorzug verdient, je nachdem man die Schnelligkeit in der Ausführung oder die Genauigkeit der Resultate vornehmlich im Auge hat, und welche, wie sich aus §. 188 ergeben wird, dann zweckmässig in Verbindung mit einander angewendet werden, wenn es sich um gesonderte Ermittlung des kaustischen und kohlensauren Alkalis handelt.
I. $Verfahren nach Descroizilles und Gay-Lussac.$
§. 185.
Das Princip dieses Verfahrens ist dasselbe, welches der in §. 182 angegebenen Methode der Acidimetrie zu Grunde liegt, nur umgekehrt, d. h. kennt man die Menge einer Säure von bekanntem Gehalte, welche erforderlich ist, um eine unbekannte Menge kaustisches oder kohlensaures Kali oder Natron zu sättigen, so lässt sich daraus mit Leichtigkeit die Menge der Alkalien berechnen.
Zur Ausführung bedarf man nur $einer$ titrirten Flüssigkeit, der Probeschwefelsäure.
Man bereitet dieselbe gegenwärtig fast allgemein von der Stärke, dass 50 C.C. = 100° 5 Grm. reines wasserfreies kohlensaures Natron sättigen.
Die Bereitung geschieht am einfachsten also:
a. Man vermischt 60 Grm. (annähernd gewogen) concentrirte englische Schwefelsäure mit 500 C.C., oder 120 Grm. mit 1000 C.C. Wasser und lässt erkalten.
b. Man wägt 5 Grm. wasserfreies reines kohlensaures Natron genau ab, bringt es in einen Kolben, löst es in 200 C. C. Wasser und färbt die Lösung mit violetter (siehe S. 453, Anmerkung) Lackmustinctur blau.
NB. Diese Vorschrift gilt nur für diejenigen, welche nicht auf feinen chemischen Wagen wägen. Beim Gebrauche solcher, also im Allgemeinen in den chemischen Laboratorien, ist es weit besser, eine zwischen 4,5 und 5 Grm. betragende Menge kohlensauren Natrons im Platintiegel gelinde auszuglühen, unter dem Exsiccator erkalten zu lassen und dann den Tiegel genau zu wägen. Man schüttet jetzt den Inhalt des Tiegels in den Kolben, wägt den Tiegel zurück und erfährt so aufs Genaueste die Menge des in den Kolben gekommenen kohlensauren Natrons. Diese Methode wird von dem an die feine Wage gewöhnten Chemiker leichter und schneller ausgeführt, als die andere und giebt weit zuverlässigere Resultate, da das Abwägen im verschlossenen Tiegel geschieht. In derselben Art, wie das reine kohlensaure Natron wird später auch die zu prüfende Pottasche oder Soda abgewogen.
c. Man füllt die Quetschhahnpipette oder Bürette bis an den 0-Punkt mit der erkalteten verdünnten Säure und lässt zu der Natronlösung tröpfeln, bis zur Sättigung (siehe unten). -- Diesen Versuch macht man zweckmässig doppelt. -- Hat man nicht genau 5 Grm. kohlensaures Natron abgewogen, so berechnet man aus dem gefundenen Resultate, wieviel Säure man zu 5 Grm. gebraucht haben würde.
d. Man verdünnt den Säurevorrath in der Art, dass genau 100° 5 Grm. kohlensaures Natron sättigen. Hätte man bei den Versuchen zu 5 Grm. 80° Säure gebraucht, so kommen somit zu je 80 Volumen noch 20 Volumina Wasser. Das Verdünnen geschieht am besten in der in §. 182. aa. angegebenen Weise. Ich empfehle dringend, die fertig verdünnte Säure nochmals in der zuvor beschriebenen Weise zu prüfen.
Die so erhaltene Probesäure wird in gut verschlossenen Gefässen aufbewahrt und vor jeder neuen Versuchsreihe umgeschüttelt (Seite 453). Sie dient zur Prüfung aller alkalischen Flüssigkeiten und giebt deren Gehalt an ätzendem oder kohlensaurem Alkali unmittelbar in Procenten an, wenn man von denselben eine 5 Grm. kohlensaurem Natron äquivalente Menge abwägt.
Diese Quantitäten ersieht man aus folgender Zusammenstellung:
100° Probesäure sättigen 5,000 Grm. kohlensaures Natron, 100 " " 2,925 " Natron, 100 " " 6,519 " kohlensaures Kali, 100 " " 4,443 " Kali.
Nimmt man demnach von einer Pottasche 6,519 Grm., so geben die verbrauchten Grade unmittelbar den Gehalt an die Säure sättigendem Alkali an, ausgedrückt in kohlensaurem Kali, nimmt man 4,443 Grm., ausgedrückt in wasserfreiem Aetzkali etc.
Hat man an kohlensauren oder ätzenden Alkalien arme Substanzen zu prüfen, so nimmt man ein Multiplum obiger Zahl, z. B. das 2fache, 3fache, 10fache, und dividirt die Zahl der verbrauchten Raumtheile alsdann durch die entsprechenden Zahlen.
In Betreff der Ausführung bleiben noch folgende Punkte zu besprechen:
1. Die Bestimmung des Sättigungspunktes.
Bei kaustischen Alkalien trifft man denselben leicht, bei kohlensauren macht die frei werdende und die Flüssigkeit weinroth färbende Kohlensäure einige Schwierigkeit. Dieselbe lässt sich auf zwei Arten überwinden.
a. Nachdem man von der Probesäure soviel zu der kalten oder auch vorher schon erhitzten Soda- oder Pottaschelösung gesetzt hat, dass die Farbe weinroth geworden ist, erhitzt man, unter häufigem Umschwenken, zum wallenden Kochen, wodurch die Farbe in dem Maasse wieder blauer wird, als die Kohlensäure entweicht. Man tröpfelt nun zu der fast kochenden Flüssigkeit weitere Probesäure hinzu, stellt zuweilen nochmals auf die Lampe und trifft so den Punkt der vollendeten Sättigung, oder richtiger der eben beginnenden Uebersättigung, welcher sich durch eine ins Gelbliche ziehende rothe Farbe der Flüssigkeit zu erkennen giebt, sehr leicht und ganz genau.
b. Auch ohne Erwärmen lässt sich der Punkt treffen, jedoch nicht ganz mit derselben Genauigkeit. Es ist hierbei nothwendig, dass der Kolben nicht zu klein sei. Man schwenkt nach jedesmaligem Eintröpfeln geschickt und tüchtig um und fährt mit dem Zusatze der Probesäure getrost fort, so lange das Roth der Flüssigkeit noch ins Violette spielt. Nähert man sich endlich dem Sättigungspunkte, so giesst man die Säure zweitropfenweise ein, macht nach jedem Zusatze mit einem eingetauchten Glasstab einen, besser nach einander zwei Flecke, auf schön blaues Lackmuspapier, liest ab und schreibt die Zahl zwischen die Flecke. So fährt man fort, bis die Flecke ganz entschieden roth werden. Nun lässt man das Lackmuspapier trocken werden und betrachtet $die$ niedrigste Zahl als die richtige, deren Flecke eben noch roth geblieben sind.
$Als Regel hat man zu beachten, dass die Probesäure nach derselben Methode geprüft sein muss, nach der die Ausführung erfolgen soll.$
2. Bei Anwendung des Verfahrens auf Pottasche ist noch Folgendes zu beachten.
Die Pottasche enthält ausser kohlensaurem Kali:
a. neutrale Salze (z. B. schwefelsaures Kali, Chlorkalium),
b. alkalisch reagirende Salze, z. B. kieselsaures, phosphorsaures Kali,
c. in Wasser unlösliche Bestandtheile, namentlich kohlensauren, phosphorsauren und kieselsauren Kalk.
Die in a. genannten Salze sind ohne Einfluss auf die Resultate, nicht so die in b. und c. genannten. Die letzteren können durch Filtriren entfernt werden, die in b. angeführten aber veranlassen einen geringen, nicht zu beseitigenden Fehler.
Will man nicht bloss den Gehalt im Ganzen kennen lernen, sondern sein Urtheil in der Art vollständiger machen, dass man erfährt, ob die in der Pottasche dem kohlensauren Kali beigemischten Substanzen nur fremde Salze sind, oder ob auch Wasser den Gehalt herabstimmt, so muss der alkalimetrischen Prüfung eine Wasserbestimmung vorhergehen. -- Dieser letzte Satz gilt auch für Soda.
3. Bei Anwendung des Verfahrens auf Soda dagegen kommen folgende Umstände in Betracht.
Die nach der $Leblanc$'schen Methode dargestellte, in den Handel kommende Soda enthält, ausser kohlensaurem Natron, meistens oder immer Natronhydrat, schwefelsaures Natron, Chlornatrium, kieselsaures und Thonerdenatron, ferner nicht selten Schwefelnatrium, unterschwefligsaures und schwefligsaures Natron.
Von diesen Bestandtheilen erschweren die drei letztgenannten und ferner das kieselsaure und Thonerdenatron die Prüfung und machen sie mehr oder minder ungenau. Die Gegenwart der letzteren ergiebt sich meist schon dadurch, dass die Sodalösung, sobald sie mit Säure gesättigt wird, einen Niederschlag ausscheidet, -- die Anwesenheit der ersteren erforscht man einfach in folgender Art:
a. Man vermischt mit Schwefelsäure. Geruch nach Schwefelwasserstoff zeigt $Schwefelnatrium$ an.
b. Man färbt verdünnte Schwefelsäure mit 1 Tropfen chromsaurer Kalilösung und fügt von der Soda hinzu, doch so dass die Säure noch vorherrscht. Bleibt die Lösung rothgelb, so ist hierdurch die Abwesenheit, wird sie grün, die Gegenwart von schwefligsaurem oder unterschwefligsaurem Natron erwiesen.
c. Ob die in b. besprochene Reaction von schwefligsaurem oder unterschwefligsaurem Salze herrührt, erforscht man, indem man eine klare Lösung der zu untersuchenden Soda mit Salzsäure übersättigt. Wird die Lösung nach einiger Zeit durch Abscheidung von Schwefel trübe (wobei gleichzeitig der Geruch nach schwefliger Säure auftritt), so ist jedenfalls unterschwefligsaures (vielleicht jedoch ausserdem auch schwefligsaures) Salz zugegen.
Die durch die drei letztgenannten Verbindungen entstehenden Fehler lassen sich einigermaassen umgehen, wenn man die abgewogene Sodaprobe mit chlorsaurem Kali glüht, bevor man sie sättigt. Hierdurch werden Schwefelnatrium, unterschwefligsaures und schwefligsaures Natron in schwefelsaures Natron verwandelt. -- Sofern unterschwefligsaures Natron zugegen ist, veranlasst man aber hierdurch neuerdings ein falsches Resultat, indem dieses Salz bei seinem Uebergange in schwefelsaures Natron ein Aequivalent kohlensaures Natron zersetzt und dessen Kohlensäure austreibt. [NaO, S_{2}O_{2} + 4O (vom chlorsauren Kali herrührend) + NaO, CO_{2} = 2(NaO, SO_{3}) + CO_{2}.]
§. 186.
$Mohr$[114] hat in der neuesten Zeit eine Modification des im Vorstehenden beschriebenen Verfahrens der Soda- und Pottascheprüfung vorgeschlagen, welche sehr gute Resultate liefert. Die wesentlichen Punkte des modificirten Verfahrens sind folgende:
1. Anwendung der Quetschhahnpipette anstatt der früher allgemein üblichen Bürette.
2. Statt der Probeschwefelsäure dient eine Lösung von 63 Gramm (1 Aequivalent H = 1) krystallisirter Kleesäure in 1 Liter Wasser, d. h. dieselbe Lösung, von der schon bei der Acidimetrie die Rede war und statt welcher man auch die nach §. 182. aa. [Greek: a]. bereitete gleichwerthige Schwefelsäure anwenden kann.
3. Ausser dieser Probesäure hat man noch die in §. 182. aa. [Greek: b]. beschriebene Lösung von Aetznatron in Wasser nöthig.
4. Abgewogen werden von der zu prüfenden Pottasche oder Soda 1/10 der Aequivalente, also von Soda 5,3 Grm., von Pottasche 6,91 Grm. Da die Probesäure in 1000 C.C. 1 Aeq. Kleesäure enthält, so reichen 100 C. C. gerade hin, die Zehnteläquivalente zu neutralisiren, wenn die kohlensauren Alkalien vollkommen rein sind.
5. Das Alkali wird in Wasser gelöst und mit etwas Lackmustinctur blau gefärbt. Man lässt jetzt zunächst soviel Probesäure zufliessen, dass die Farbe violett wird, kocht, lässt weitere Säure zu, bis die Farbe entschieden gelbroth ist, und dann noch weitere, bis zu den nächsten vollen 5 oder 10 C.C. -- Das Alkali ist jetzt entschieden übersättigt; durch Kochen, Schütteln, Hineinblasen und zuletzt Aussaugen der Luft im Kolben wird die letzte Spur Kohlensäure entfernt.
6. Man füllt jetzt einen in 1/10 C.C. getheilten Messapparat (Pipette oder Bürette) mit dem Probenatron und setzt tropfenweise zu, bis die Farbe durch Hellroth in Violett und dann plötzlich in klares Blau übergeht.
7. Man liest jetzt die verbrauchten C.C. Natronlösung ab, zieht sie von den verwendeten C.C. Probesäure ab und erkennt aus dem Reste ohne Weiteres die Procente an reinem kohlensauren Alkali.
[114] Annal. d. Chem. u. Pharm. 86. 129.
II. $Verfahren nach Fresenius und Will$[115].
§. 187.
Dieses Verfahren beruht darauf, dass man die Quantität des kohlensauren Alkalis in der Pottasche und Soda aus dem Kohlensäurequantum bestimmt, welches sie enthalten. -- Bedingung bei demselben ist demnach, dass alles Alkali, welches den genannten Handelsartikeln Werth verleiht, als neutrales kohlensaures Salz vorhanden, und kein anderweitiges kohlensaures Salz zugegen ist. Sind diese Bedingungen nicht von vornherein gegeben, so müssen sie auf geeignete Weise herbeigeführt werden. --
Die Bestimmung der Kohlensäure geschieht genau nach der in §. 110. II. b. [Greek: b]. aa. beschriebenen Weise. Man wählt die Kölbchen des in Fig. 47 abgebildeten Apparates nicht zu klein, A kann 4 bis 5 Loth, B 3 bis 4 Loth Wasser fassen. -- Es ist unter allen Umständen zweckmässig (nicht aber nothwendig), der Kohlensäurebestimmung eine Wasserbestimmung vorhergehen zu lassen.
[115] Vergl. das S. 456 in der Anmerkung genannte Werkchen, in welchem das was hier kurz gegeben wird, weitläufig beschrieben und erklärt ist.
1. Prüfung der Pottasche.
a. $Wasserbestimmung.$
Man bringt ein Schälchen von Eisenblech, welches etwa zwei Zoll Durchmesser hat und mit einem etwas lose schliessenden Deckel versehen ist, oder einen Porzellantiegel sammt seinem Deckel auf die Schale einer Wage, beschwert dieselbe Schale mit einem Zehngrammstück und bringt die Wage durch Schrote, zuletzt am besten durch Stanniolstreifchen, genau ins Gleichgewicht. Man nimmt nun von der zu untersuchenden Pottasche an verschiedenen Stellen Proben heraus, zerreibt dieselben möglichst schnell in einem trocknen Mörser, entfernt alsdann das Zehngrammstück von der Wage und bringt statt dessen so lange von der gepulverten Pottasche in das Schälchen, bis das Gleichgewicht wieder völlig hergestellt ist.
Man hat auf diese Art genau 10 Grm. Pottasche in dem Schälchen.
Dasselbe erhitzt man jetzt andauernd gelinde, bis alles Wasser ausgetrieben ist (bis eine darüber gehaltene Glasscheibe sich nicht mehr beschlägt), bedeckt es, bringt es nach dem Erkalten auf die Wage und stellt das Gleichgewicht durch aufgelegte Gewichte her. Die Anzahl der Decigramme, welche hinzugelegt werden mussten, giebt alsdann die Menge des Wassers, welches in 100 Theilen der geprüften Pottasche enthalten war, geradezu an.
b. $Kohlensäurebestimmung.$
Von dem in 1. erhaltenen, wasserfreien Rückstande wägt man 6,283 Grm. ab und bestimmt die darin enthaltene Kohlensäure nach §. 110. II. b. [Greek: b]. aa. -- Dividirt man die Anzahl der entwichenen Centigramme Kohlensäure durch 2, so erhält man ohne weitere Rechnung den Gehalt der Pottasche an kohlensaurem Kali. -- Gesetzt also, 6,283 Grm. Pottasche hätten gegeben 1,80 Grm. Gewichtsverlust des Apparates, oder, was dasselbe ist, Kohlensäure, so enthielte die Pottasche 180/2 = 90 Procente kohlensaures Kali.
Enthält eine Pottasche kohlensauren Kalk (was nur sehr selten der Fall ist), so löst man sie in Wasser, filtrirt und verfährt mit dem eingeengten Filtrat nach b. -- Bei Gegenwart von Schwefelkalium und Aetzkali verfährt man wie unter gleichen Umständen bei Soda (siehe 2).
2. Prüfung der Soda.
Man verfährt im Allgemeinen ebenso wie bei Pottasche. Von dem wasserfreien Rückstande hat man 4,817 Grm. abzuwägen, wenn man durch Halbirung der Centigramme Kohlensäure den Procentgehalt an kohlensaurem Natron unmittelbar finden will.
Enthält eine Soda Schwefelnatrium, schwefligsaures oder unterschwefligsaures Natron, so würde bei dem gewöhnlichen Verfahren mit der Kohlensäure Schwefelwasserstoff oder schweflige Säure entweichen, und auf diese Art die Menge der ersteren zu hoch gefunden werden. Diesem Uebelstande beugt man leicht vor, indem man zu dem Inhalte des Kolbens A (zu der Sodalösung) etwas gelöstes neutrales chromsaures Kali bringt. Schwefelwasserstoff wie schweflige Säure werden hierdurch zersetzt, und weil die Producte der Zersetzung nicht flüchtig sind, entweicht jetzt die Kohlensäure rein. -- Da es einfacher ist, bei jeder Sodaprüfung ohne Weiteres ein wenig chromsaures Kali zuzusetzen, als jedesmal eine qualitative Prüfung auf die eben angeführten Verunreinigungen vorzunehmen, -- und da die meisten Sodasorten des Handels eine oder die andere derselben enthalten, so kann man es sich zur Regel machen, bei Sodaprüfungen stets etwas chromsaures Kali hinzuzufügen.
Enthält eine Soda kaustisches Natron, was man daran erkennt, dass ihre Lösung nach Zusatz von überschüssigem Chlorbaryum alkalisch reagirt, so hat man folgende Modification des Verfahrens eintreten zu lassen.
a. $Wasserbestimmung.$
Sie geschieht auf die gewöhnliche Weise (siehe Pottaschenprüfung).
b. $Kohlensäurebestimmung.$
Von dem in a. gewonnenen Rückstande wägt man 4,818 Grm. ab, reibt dieselben mit 3 bis 4 Theilen reinem Quarzsande und etwa 1/3 gepulvertem kohlensauren Ammon zusammen, bringt die Mischung in ein eisernes Schälchen, spült den Mischungsmörser mit Sand nach, befeuchtet die Masse mit so viel Wasser, als sie einsaugen kann, lässt eine kleine Weile stehen und erhitzt alsdann gelinde, bis alles Wasser ausgetrieben ist. In diesem Falle enthält der Rückstand keine Spur kohlensaures Ammon mehr. -- Enthält eine Soda neben Aetznatron Schwefelnatrium, so nimmt man statt des Wassers zum Befeuchten der Masse Aetzammon, um das anderthalbfach kohlensaure Ammon in neutrales zurückzuführen; andernfalls würde Schwefelammonium entwickelt und ein Theil des Schwefelnatriums in kohlensaures Natron übergeführt werden.
Nach dem Erkalten bringt man die Masse, welche sich mit Hülfe eines stumpfen Messers ganz leicht aus dem Schälchen nehmen lässt, in den Kolben A, spült das Schälchen mit etwas Wasser nach und verfährt im Uebrigen wie gewöhnlich. -- Der zugesetzte Sand dient dazu, das Zusammenbacken der Masse, sowie das Spritzen beim Eintrocknen zu verhüten; würde man ihn weglassen, so müsste man nicht allein beim Erhitzen der feuchten Masse sehr vorsichtig sein, sondern man hätte auch grosse Mühe, die eingetrocknete Masse vollständig aus dem Schälchen in den Apparat zu bringen. -- Am leichtesten gelingt die letztere Operation, wenn man vor dem Einbringen der Mischung das Eisenschälchen in der Art innen mit feinem Sande auskleidet, dass man es befeuchtet, Sand hineinbringt und den Ueberschuss wieder herausschüttet.
C. $Bestimmung des kaustischen Alkalis, welches neben kohlensaurem in Soda oder Pottasche enthalten sein kann.$
§. 188.
Sowohl in manchen Pottaschen als namentlich in vielen Sodasorten findet man gegenwärtig neben kohlensauren auch ätzende Alkalien, und sehr häufig kommt man in die Lage, den Gehalt an letzteren bestimmen zu sollen, indem es z. B. dem Seifenfabrikanten gar nicht gleichgültig ist, ein wie grosser Theil der Soda ihm schon kaustisch geliefert wird. Diese Frage lässt sich am einfachsten in der Art entscheiden, dass man die in §. 185 oder §. 186 angegebene Methode mit der in §. 187 beschriebenen verbindet, d. h. nach einer der ersteren die Gesammtmenge des kaustischen und kohlensauren Alkalis, nach letzterer aber die Menge der Kohlensäure und somit des kohlensauren Alkalis bestimmt. Die Differenz beider Bestimmungen giebt die Menge kohlensaures Alkali an, welcher das vorhandene kaustische entspricht. Will man das kohlensaure Natron auf wasserfreies Aetznatron berechnen, so ist es mit 0,5849, will man es auf Natronhydrat berechnen, mit 0,7547 zu multipliciren. Kohlensaures Kali ist zu ersterem Zwecke mit 0,6817, zu letzterem mit 0,8119 zu multipliciren.
Man ersieht leicht, dass man auch nur mit der in §. 187 angegebenen Methode den vorliegenden Zweck erreichen kann, indem man in $einer$ abgewogenen Probe die Kohlensäure geradezu, in einer $zweiten$ nach vorhergegangener Behandlung mit kohlensaurem Ammon bestimmt.
3. $Chlorimetrie.$
§. 189.
Der im Handel vorkommende Bleichkalk ist, wie bekannt, ein Gemenge von Kalkhydrat mit unterchlorigsaurem Kalk und Chlorcalcium. Die beiden letzteren Verbindungen stehen in normalem Chlorkalk immer in dem Verhältniss wie 1 Aeq. zu 1 Aeq. -- Uebergiesst man Chlorkalk mit einer Säure, so erhält man den ganzen Gehalt an Chlor in freiem Zustande; denn
CaO, ClO + CaCl + 2SO_{3} = 2CaO, SO_{3} + 2Cl. --
Der Chlorkalk des Handels ist von sehr ungleicher Beschaffenheit; bald liefert er mit Säuren viel, bald wenig Chlor. Da nun letzteres allein seinen Werth bedingt, und da der Chlorkalk Gegenstand einer ausgebreiteten Fabrikation und eines bedeutenden Handels ist, so fühlte man bald das Bedürfniss, einfache Mittel kennen zu lernen, welche den Werth des Chlorkalks, d. h. seinen Gehalt an wirkendem Chlor, zu erkennen gäben. Die Gesammtheit dieser Methoden pflegt man unter der Benennung Chlorimetrie zusammenzufassen.
Die Anzahl der chlorimetrischen Methoden ist so gross, dass ich darauf verzichte, alle in Vorschlag gekommenen hier anzuführen. Ich begnüge mich damit, diejenigen zu beschreiben, welche sich entweder durch leichte Ausführung oder besondere Sicherheit im Resultate auszeichnen, oder welche deshalb Erwähnung verdienen, weil sie im praktischen Verkehr sich eingebürgert haben. Ich werde bei den einzelnen Gelegenheit finden, ihre Vorzüge und Mängel zu besprechen.
Zuvor mache ich darauf aufmerksam, dass man die Resultate der Chlorkalkprüfung in verschiedener Weise auszudrücken pflegt. Während man nämlich in der Wissenschaft einen Chlorkalk gewöhnlich in der Art charakterisirt, dass man seinen Gehalt an wirksamem Chlor in Gewichtsprocenten angiebt, taxirt und verkauft man denselben im praktischen Leben in der Regel nach chlorimetrischen Graden. Diese von $Gay-Lussac$ herrührende Bezeichnungsweise giebt an, wieviel Liter Chlorgas von 0° und 0,76 Met. Druck in 1000 Grm. Chlorkalk enthalten sind.
Beide Bezeichnungen lassen sich leicht auf einander zurückführen, da man ja weiss, dass 1 Liter Chlorgas von 0° und 0,76 Met. 3,17007 Grm. wiegt.
So enthält z. B. ein Chlorkalk von 90° 3,17007 × 90 = 285,306 Grm. Chlor in 1000 Grm., also 28,53 in 100, -- und ein Chlorkalk, welcher 34,2 Gewichtsprocente Chlor enthält, hat 107,9 Grade, denn da 100 Grm. 34,2 Grm. Chlor enthalten, enthalten 1000 Grm. 342. Diese sind aber = 342/3,17007, d. i. = 107,9 Liter.
$Bereitung der Chlorkalklösung.$
§. 190.
Die Bereitung der Chlorkalklösung geschieht für alle Methoden am besten auf gleiche Art und zwar zweckmässig auf folgende:
Man wägt 10 Grm., reibt ihn mit wenig Wasser fein ab, setzt nach und nach mehr Wasser zu, schlämmt in den 1 Liter fassenden Messkolben, reibt den Rückstand wieder mit Wasser ab, spült zuletzt den Inhalt der Reibschale sorgfältig in den Kolben, füllt ihn bis zur Marke, schüttelt die milchige Flüssigkeit und wendet sie geradezu, d. h. ohne sie absitzen zu lassen, an. So oft man neue Portionen derselben abmisst, schüttelt man zuvor um. Man erhält auf diese Art viel constantere und richtigere Resultate, als wenn man, wie dies in der Regel vorgeschrieben wird, die Lösung absitzen lässt und nur den geklärten Theil verwendet. Man kann sich von dem Gesagten leicht überzeugen, wenn man zwei Versuche, den einen mit der klaren abgegossenen Lösung, den anderen mit der rückständigen trüben Mischung macht. So zeigte z. B. bei directen Versuchen die abgegossene Lösung einen Gehalt von 22,6, die rückständige Mischung von 25,0, -- die gleichförmig gemischte von 24,5.
Von der so bereiteten Chlorkalklösung entspricht 1 C.C. 0,01 Grm. Chlorkalk.
A. $Methode von Gay-Lussac$ (etwas modificirt).
§. 191.
Dieses Verfahren, welches noch vor Kurzem in den meisten Fabriken eingeführt war, beruht auf dem Umstande, dass, wenn Chlor bei Gegenwart von Wasser mit arseniger Säure zusammenkommt, Arsensäure und Chlorwasserstoff entsteht:
AsO_{3} + 2Cl + 2HO = AsO_{5} + 2ClH.
1 Aeq. arseniger Säure = 1237,5 (oder 99) bedarf somit 2 Aeq. Chlor = 886,6 (oder 70,92), um in Arsensäure überzugehen, oder in anderem Ausdrucke, 100 Gewichtstheile Chlor oxydiren 139,6 arsenige Säure. Kennt man somit das Quantum einer Chlorlösung, welches erforderlich ist, um eine bestimmte Menge arseniger Säure in Arsensäure zu verwandeln, so kennt man damit auch den Gehalt der Lösung an Chlor. -- Die arsenige Säure wendet man am besten in Lösung an und bereitet sich eine solche von bekanntem Gehalt folgendermaassen.
a. Bereitung der Lösung von arseniger Säure.
Man löse 13,96 Grm. reine arsenige Säure in Natron- oder Kalilauge und verdünne die Lösung zu 1 Liter. Alsdann enthalten 10 C.C. 0,1396 arsenige Säure, entsprechend 0,1 Grm. Chlor.
b. Ausführung des Versuchs.
Man misst von der in a. genannten Lösung 10 C.C. mit der Pipette ab, bringt sie in ein Becherglas, verdünnt mit Wasser, setzt Salzsäure zu bis zum starken Vorwalten, färbt die Flüssigkeit mit einem Tropfen schwefelsaurer Indiglösung blau und tröpfelt nun von der nach §. 190 bereiteten Chlorkalklösung unter stetem Umrühren zu, bis die blaue Farbe fast verschwunden ist. Man bringt nun nochmals einen Tropfen Indiglösung hinzu und tröpfelt jetzt aufs Neue Chlorkalklösung ein, bis die Flüssigkeit sich plötzlich gänzlich entfärbt und auch durch Zusatz eines sehr kleinen Tropfens Indiglösung nicht mehr gefärbt wird. Die verbrauchte Chlorkalklösung hat 0,1 Grm. Chlor enthalten. Setzen wir den Fall, es seien 40 C.C. = 80 Bürettengrade verbraucht worden. Da nun jeder Cubikcentimeter 0,01 Chlorkalk entspricht, so findet man den Gehalt des Chlorkalks an Gewichtsprocenten Chlor nach dem Ansatze:
0,40 : 0,10 = 100 : x x = 25,
oder man dividirt mit den verbrauchten C.C. Chlorkalklösung in 1000, oder mit den verbrauchten Bürettengraden (1/2 C.C.) in 2000.
Diese Methode giebt zwar befriedigende Resultate, es gehört aber einige Uebung dazu, um den Punkt der beendigten Ueberführung mit vollkommener Sicherheit zu treffen, auch entwickelt sich leicht ein wenig Chlor. Der letzte Fehler wird grösser, wenn man, wie dies gewöhnlich geschieht, mit concentrirterer Chlorkalklösung operirt (Analyt. Belege Nr. 72).
B. $Methode von Penot$[116].
§. 192.
Dieselbe gründet sich ebenfalls auf die Ueberführung der arsenigen Säure in Arsensäure, aber sie lässt dieselbe in alkalischer Lösung vollbringen. Zur Erkennung der beendigten Reaction bedient man sich eines sogenannten jodirten Papiers.
[116] Bulletin de la société industrielle de Mulhouse 1852. Nr. 118, -- $Dingler$'s polyt. Journ. 127. 134.
a. Bereitung des jodirten Papiers.
Man erhitzt bis zur vollständigen Auflösung und Entfärbung 1 Grm. Jod, 7 Grm. krystallisirtes kohlensaures Natron, 3 Grm. Kartoffelstärke, 250 C.C. Wasser, nimmt vom Feuer und verdünnt mit Wasser auf 500 C.C. Mit dieser Flüssigkeit tränkt man feines weisses Druckpapier und lässt es trocknen.
b. Bereitung der Lösung von arseniger Säure.
Man löst 4,425 Grm. reine arsenige Säure mit 13 Grm. krystallisirtem kohlensauren Natron und 6-700 C.C. Wasser in der Wärme auf und verdünnt die erkaltete Lösung mit Wasser genau auf 1 Liter. Jeder C.C. enthält alsdann 0,004425 Grm. arsenige Säure, entsprechend 1 C.C. Chlorgas von 0° und 760 M.M. Druck, und somit entspricht auch jeder Bürettengrad genau einem Bürettengrad Chlorgas[117].
[117] $Penot$ hat 4,44 Grm. arsenige Säure angegeben; aber nach den jetzt als richtig anerkannten Aequivalenten und dem als richtig angenommenen Gewicht eines Liters Chlorgas ist die Zahl auf 4,425 zu setzen, nach folgendem Ansatze:
70,92 (2 Aeq. Chlor) : 99 (1 Aeq. AsO_{3}) = 3,17007 (Gewicht 1 Liters Chlorgas) : x. x = 4,425, d. h. gleich der Menge arseniger Säure, welche durch 1 Liter Chlorgas oxydirt wird.
c. Ausführung.
Man misst 50 C.C. = 100° der nach §. 190 bereiteten Chlorkalklösung mittelst einer Pipette ab, bringt sie in ein Becherglas und tröpfelt nun aus einer 50 C.C. = 100° fassenden Bürette oder Quetschhahnpipette von der nach b. bereiteten Arsenlösung unter stetem Umrühren zu, bis ein Tropfen der Chlorkalklösung, auf das jodirte Papier gebracht, dies eben nicht mehr blau färbt, welcher Punkt sehr leicht und sicher zu treffen ist, da die allmälig schwächer werdende Färbung des jodirten Papieres darauf hinweist, dass derselbe bald erreicht ist, und dass man somit die Probeflüssigkeit nur noch tropfenweise zusetzen darf. -- Die Anzahl der verbrauchten Bürettengrade (1/2 C.C.) giebt geradezu die chlorimetrischen Grade (die Liter Chlorgas im Kilogramm Chlorkalk) an, wie sich aus folgender Betrachtung ergiebt. Gesetzt wir hätten 80° (1/2 C.C.) Arsenlösung verbraucht, so enthält der zum Versuch verwendete Chlorkalk 80° = 40 C.C. Chlorgas. Die abgemessenen 100° = 50 C.C. Chlorkalklösung entsprechen aber 0,5 Grm. Chlorkalk. Da nun 0,5 Grm. 40 C.C. Chlorgas enthalten, so enthalten 1000 Grm. 80000 C.C. = 80 Liter. -- Diese Methode giebt sehr übereinstimmende und gute Resultate und dürfte namentlich für Fabriken die geeignetste sein.
C. $Methode von Otto.$
§. 193.
Das Princip dieses Verfahrens ist folgendes:
2 Aeq. schwefelsaures Eisenoxydul geben, wenn sie bei Gegenwart von Wasser und freier Schwefelsäure mit Chlor zusammenkommen, 1 Aeq. schwefelsaures Eisenoxyd und 1 Aeq. ClH, und zwar ist zu dieser Umsetzung 1 Aeq. Cl erforderlich:
2FeO, SO_{3} + SO_{3} + HO + Cl = Fe_{2}O_{3}, 3SO_{3} + ClH.
2 Aeq. FeO, SO_{3} = 1900 oder (auf krystallisirten Eisenvitriol bezogen) 2(FeO, SO_{3}, HO + 6 aq.) = 3475,0 entsprechen 443,28 Chlor, d. i. in anderem Ausdrucke 0,7839 Grm. krystallisirter Eisenvitriol entsprechen 0,1 Grm. Chlor.
Das schwefelsaure Eisenoxydul zu diesen Versuchen bereitet man sich am besten also:
Man löst rostfreie Nägel in verdünnter Schwefelsäure, zuletzt unter Erwärmen, auf, filtrirt die noch warme Lösung ab und lässt sie in Weingeist tropfen, und zwar in etwa das doppelte Volum. Der Niederschlag ist FeO, SO_{3} + HO + 6 aq. Man sammelt ihn auf einem Filter, süsst ihn mit Weingeist aus und lässt ihn, auf Fliesspapier ausgebreitet, an der Luft trocknen. Wenn er nicht mehr nach Weingeist riecht, hebt man ihn in gut verschlossenen Gefässen auf.
Ausführung des Versuchs.
Man löst 3,1356 Grm. (d. h. 4 × 0,7839 Grm.) des gefällten Eisenvitriols mit Wasser zu 200 C. C. auf, nimmt 50 C.C., entsprechend 0,7839 Grm. Vitriol mittelst einer Pipette heraus, verdünnt mit 150-200 C.C. Wasser, säuert die Lösung mit reiner Salzsäure stark an und tröpfelt nun von der nach §. 190 bereiteten, frisch geschüttelten, in einer 50 C.C. = 100° fassenden Bürette befindlichen Chlorkalklösung so lange zu, bis alles schwefelsaure Eisenoxydul in Oxydsalz übergeführt ist. -- Um diesen Punkt zu treffen, bedient man sich eines Tellers, welchen man mit einer Auflösung von Ferridcyankalium besprengt hat, und prüft zuletzt, wenn man sich dem Ziele nähert, nach Zusatz von je zwei Tropfen Chlorkalklösung, ob die Eisenlösung das Ferridcyankalium noch blau fällt, indem man mit dem Rührstabe ein wenig derselben mit einem auf dem Teller befindlichen Tropfen vereinigt. Ist das Ziel erreicht, so liest man ab, wie viel Chlorkalklösung man verbraucht hat. Die verbrauchte hat 0,1 Grm. Chlor enthalten. Die Rechnung ist demnach genau wie in §. 191. --
Auch diese Methode giebt ganz gute Resultate, vorausgesetzt, dass der Eisenvitriol oxydfrei und trocken ist.
Modificationen dieser Methode.
a. Statt des Eisenvitriols kann man sich mit bestem Erfolge auch einer Eisenchlorürlösung bedienen, welche man durch Auflösung von Klavierdraht in Salzsäure (nach §. 89. 2. a. bb.) bereitet hat. Löst man 0,6316 reines metallisches Eisen, das heisst 0,6335 feinen Klavierdraht (in welchem 99,7 Eisen angenommen werden kann) zu 200 C.C., so hat man eine Lösung von ganz demselben Eisengehalt, wie die oben genannte Vitriollösung, d. h. 50 C.C. derselben entsprechen 0,1 Chlor. Da es aber unbequem ist, eine bestimmte Menge Eisendraht abzuwiegen, so wäge ich lieber etwa 0,15 genau ab, löse, verdünne auf etwa 200 C.C., oxydire mit der nach §. 190 bereiteten Chlorkalklösung und berechne das Chlor nach dem Ansatze: 56 : 35,46 = das angewandte Eisen : x, das gefundene x ist dann gleich dem in der verbrauchten Chlorkalklösung enthaltenen Chlor. Diese Rechnung erspart man durch folgende Formel, bei deren Berechnung ich bereits auf den Kohlenstoff des Klavierdrahtes Rücksicht genommen habe.
1) Man multiplicire den abgewogenen Klavierdraht mit 12626 und dividire das Product durch die Bürettengrade (1/2 C.C.) verbrauchter Chlorkalklösung, so erhält man den Gehalt an Chlor in Gewichtsprocenten. Oder
2) man multiplicire den abgewogenen Klavierdraht mit 39829 und dividire das Product durch die Bürettengrade (1/2 C.C.) verbrauchter Chlorkalklösung, so erhält man die chlorimetrischen Grade des Chlorkalks (die Anzahl der Liter Chlorgas im Kilogramm). Diese Methode giebt sehr gute Resultate. Ich habe sie hauptsächlich deshalb angeführt, weil man bei ihrer Anwendung ganz unabhängig von titrirten Flüssigkeiten ist. Sie empfiehlt sich daher namentlich zur Controle und vorzüglich dann, wenn man einmal eine oder zwei Prüfungen zu machen hat.
b. Anstatt das Eisenoxydul oder Chlorür durch den Chlorkalk geradezu zu oxydiren, kann man mit bestem Erfolge auch also operiren. Man wägt etwa 0,3 Grm. Klavierdraht genau ab, löst zu Chlorür, verdünnt die noch stark saure Lösung auf 200-300 C.C., lässt 100° = 50 C.C. der nach §. 190 bereiteten Chlorkalklösung aus einer Bürette unter Umrühren zufliessen, und bestimmt zuletzt die Menge des noch unoxydirten Eisens (des aus Chlorür noch nicht in Chlorid übergeführten) mit übermangansaurem Kali (§. 89). Man erfährt so die Menge des durch den Chlorkalk oxydirten Eisens und somit, nach den in a. genannten Formeln, Chlorprocente oder chlorimetrische Grade des Chlorkalks. -- Resultate sehr genau.
D. $Methode von Bunsen.$
§. 194.
Man bringt 10 C.C. der nach §. 190 bereiteten Chlorkalklösung (enthaltend 0,1 Chlorkalk) in ein Becherglas, fügt etwa 6 C.C. der nach §. 114 bereiteten Jodkaliumlösung zu (enthaltend 0,6 K.J.), verdünnt mit etwa 100 C.C. Wasser, säuert mit Salzsäure an und bestimmt das ausgeschiedene Jod nach §. 114. Da 1 Aeq. Jod 1 Aeq. Chlor entspricht, ergiebt sich die Rechnung leicht. -- Diese Methode liefert vortreffliche Resultate (vergl. analytische Belege Nr. 72).
4. $Prüfung des Braunsteins auf seinen Gehalt an Manganhyperoxyd.$
§. 195.
Der in der Natur vorkommende Braunstein ist ein stets etwas Feuchtigkeit enthaltendes Gemenge von Manganhyperoxyd mit niederen Oxydationsstufen des Mangans, mit Eisenoxyd, Thon, Schwerspath u. s. w. -- Es ist für den Fabrikanten und Kaufmann von grösstem Interesse, den Gehalt desselben an reinem Hyperoxyd kennen zu lernen, indem von diesem allein sein Werth abhängt. -- Von den vielen, zur Prüfung des Braunsteins in Vorschlag gekommenen Methoden theile ich hier nur drei mit. Sie geben sehr sichere und gute Resultate und lassen sich rasch ausführen. Für technische Prüfungen empfiehlt sich namentlich die erstere[118].
[118] Die Differenzen, welche bei der Prüfung der Braunsteine nur zu häufig vorkommen, rühren (wie schon $de Vry$ bemerkte) hauptsächlich von dem wechselnden Feuchtigkeitsgehalte derselben her. Es wäre daher gewiss am besten, wenn man einerseits den zur Analyse bestimmten fein abgeriebenen Braunstein bei 100-120° trocknete, andererseits durch Trocknen einer nur grob zerkleinerten Portion bei derselben Temperatur, den Feuchtigkeitsgehalt des Braunsteins bestimmte.
A. $Verfahren nach Fresenius und Will.$
Das Princip, auf welchem dasselbe beruht, wurde bereits von $Berthier$ und $Thomson$ angewandt; es ergiebt sich aus Folgendem:
a. Wenn man Oxalsäure (oder ein oxalsaures Salz) bei Gegenwart von überschüssiger Schwefelsäure mit Manganhyperoxyd zusammenbringt, so bildet sich schwefelsaures Manganoxydul, und es entwickelt sich Kohlensäure, indem der Sauerstoff, den man sich im Manganhyperoxyd als mit Manganoxydul verbunden denken kann, an die Oxalsäure tritt und sie in Kohlensäure verwandelt:
MnO_{2} + SO_{3} + C_{2}O_{3} = MnO, SO_{3} + 2(CO_{2}).
Für je 1 Aeq. des verwendbaren Sauerstoffs (wie man diesen Sauerstoffüberschuss nennen kann), oder, was dasselbe ist, für je 1 Aeq. Manganhyperoxyd erhält man demnach 2 Aeq. Kohlensäure.
b. Wenn man die Operation in einem gewogenen Apparate vornimmt, aus dem nichts als die Kohlensäure entweichen kann, und welcher gleichzeitig ein ganz vollständiges Austreiben derselben gestattet, so ergiebt sich aus der Gewichtsabnahme des Apparates die Quantität der entwichenen Kohlensäure, und somit durch eine einfache Rechnung die Menge des vorhandenen Manganhyperoxyds.
c. Wenn man diese Rechnung vermeiden will, so hat man nur nöthig, ein solches Gewicht Braunstein anzuwenden, welches, wenn es reines Manganhyperoxyd wäre, 100 Theile Kohlensäure liefern würde. Alsdann geben die gefundenen Theile Kohlensäure ohne Weiteres die Theile Hyperoxyd an, welche in 100 Theilen des angewandten Braunsteins enthalten sind. Diese Zahl findet man durch folgende Gleichung:
2 Aeq. CO_{2} 1 Aeq. MnO_{2} 550,00 : 544,68 = 100 : x x = 99,033
Nähme man demnach 0,99033 Grm. Braunstein zu einem Versuche, so würden die Centigramme der entwichenen Kohlensäure der unmittelbare Ausdruck für den Procentgehalt des Braunsteins an Hyperoxyd sein. Man würde aber alsdann eine zum genauen Wägen etwas kleine Menge Kohlensäure erhalten. Es ist daher zweckmässiger, ein Multiplum dieser Einheitszahl zu nehmen und die Quantität der erhaltenen Centigramme Kohlensäure alsdann durch die nämliche Zahl zu dividiren, mit welcher man die Einheit multiplicirt hat. Als das geeignetste Multiplum ist das Dreifache oder 2,97099 zu betrachten, statt welcher Zahl man ohne Nachtheil die kürzere 2,97 setzen kann.
Nach dem Vorausgeschickten ist nun die Ausführung ohne Weiteres verständlich.
Man bedient sich dazu des in Fig. 99 abgebildeten Apparates, den wir §. 110 bereits kennen gelernt haben. Das Kölbchen A fasse bis an den Hals gefüllt etwa 100-120 C.C., B 90-100 C.C. Letzteres wird mit englischer Schwefelsäure zur Hälfte angefüllt, die Röhre a ist bei b durch ein Wachsstöpfchen verschlossen.
Man bringt 2,97 Theile des (am besten in einem Achatmörser) höchst fein geriebenen Braunsteins in A, fügt etwa 7,5 Grm. zerriebenen neutralen oxalsauren Kalis (durch Sättigen von gewöhnlichem Kleesalz mit kohlensaurem Kali und Abdampfen zur Krystallisation leicht zu erhalten) oder etwa 6 Grm. neutralen oxalsauren Natrons und so viel Wasser hinzu, dass das Kölbchen ungefähr zu einem Drittel voll wird. Man dreht nunmehr den Stopfen auf A ein, tarirt den Apparat und veranlasst alsdann, indem man aus d mittelst eines Kautschukschlauches etwas Luft aussaugt, dass Schwefelsäure nach A herüberfliesst. Die Entwickelung der Kohlensäure beginnt sogleich und zwar äusserst gleichmässig. Wird sie schwächer, so lässt man wiederum etwas Schwefelsäure herüberfliessen und fährt auf gleiche Weise fort, bis aller Braunstein zersetzt ist, was, wenn derselbe recht fein gepulvert war, höchstens einen Zeitaufwand von 5 Minuten erfordert. Die vollständige Zersetzung ergiebt sich einerseits daraus, dass sich auch bei Ueberschuss von Schwefelsäure keine Kohlensäure mehr entwickelt, andererseits darf sich auf dem Boden von A kein schwarzes Pulver mehr zeigen[119]. Zuletzt lässt man etwas mehr Schwefelsäure nach A herüberfliessen, damit sich die darin befindliche Flüssigkeit stark erhitze und die noch darin aufgelöste Kohlensäure vollständig ausgetrieben werde, lüftet dann das Wachsstöpfchen auf b und saugt langsam Luft aus d, bis die letzte nicht mehr nach Kohlensäure schmeckt, lässt den Apparat erkalten, stellt ihn auf die Wage und legt Gewichte hinzu bis zum Gleichgewicht. Die Anzahl der aufgelegten Centigramme, dividirt durch 3, ist gleich dem Procentgehalt des Braunsteins an Hyperoxyd.
[119] Wurde der Braunstein in einem eisernen Mörser fein gerieben, so bleiben oft einzelne schwarze Punkte (Eisentheilchen) sichtbar.
Im Falle Braunsteinsorten kohlensaure alkalische Erden enthalten, wie dies bei denen gewisser Fundorte zuweilen der Fall ist, ändert man das Verfahren am zweckmässigsten auf folgende Art ab. Man bringt wie gewöhnlich 2,97 Grm. Braunstein in A, übergiesst sie darin mit ziemlich verdünnter Schwefelsäure, so dass etwa 1/3 des Kölbchens angefüllt wird, und lässt, indem man zuweilen umschüttelt, stehen, bis das Aufbrausen völlig nachgelassen hat; man erwärmt alsdann gelinde, um die noch aufgelöste Kohlensäure auszutreiben. Man füllt jetzt etwa 3 Grm. gepulverte käufliche Oxalsäure in ein kleines Glasröhrchen, hängt dieses an einem Faden schwebend in A, tarirt den Apparat und lässt dann das Röhrchen in die Flüssigkeit fallen, wodurch die Zerlegung des Braunsteins und somit die Kohlensäureentwickelung alsobald herbeigeführt wird. Zuletzt saugt man Schwefelsäure von B nach A hinüber und beendigt überhaupt den Versuch, wie oben angegeben. --
Die Genauigkeit der Resultate ist überraschend. --
Sollte Jemand wünschen, den Braunstein auch in Hinsicht auf die Quantität Salzsäure kennen zu lernen, deren dieser bedarf, um seinen verwendbaren Sauerstoff als Chlor abzugeben (eine Sache, die nur in seltenen Fällen von Interesse ist), so findet er darüber ausführliche Belehrung in dem bereits S. 456 angeführten Schriftchen.
B. $Verfahren nach Bunsen.$
§. 196.
Man wägt etwa 0,4 Grm. des höchst fein gepulverten Braunsteins ab, übergiesst ihn in dem in §. 104 Fig. 46 abgebildeten Kölbchen a mit rauchender reiner Salzsäure, und verfährt genau wie bei der Analyse chromsaurer Salze. Man kocht, bis aller Braunstein gelöst und alles Chlor ausgetrieben ist, was nach einigen Minuten beendigt ist. Je 1 Aeq. ausgeschiedenen Jods entspricht 1 Aeq. entwickelten Chlors, folglich 1 Aeq. Manganhyperoxyd.
Ich will bei dieser Gelegenheit auf einige kleine Abänderungen des $Bunsen$'schen Verfahrens aufmerksam machen, welche sich in meinem Laboratorium als zweckmässig bewährt haben.
Dieselben beziehen sich erstens auf die Form des Entwickelungs- und Absorptionsapparates, zweitens auf die Art des Zusatzes der schwefligen Säure.
Da bei der $Bunsen$'schen Einrichtung das kleine Kugelventil seinen Dienst nicht immer nach Wunsch verrichtet, so steigt die Flüssigkeit gern zurück. Es wird dies sehr gut vermieden oder wenigstens unschädlich gemacht durch die in Fig. 100 dargestellte abgeänderte Form der Gefässe. Man sieht, a ist eine oben umgebogene, unten zu einer aufwärts gerichteten Spitze ausgezogene Pipette. Sobald das Kochen beendigt ist, fasst man das Kautschukrohr c mit der linken Hand und hebt, während man die Weingeistlampe mit der Rechten stets unter dem Kölbchen hält, a so weit aus der Retorte, dass die gekrümmte Spitze sich in der Kugel b befindet. Jetzt nimmt man erst die Lampe, dann das Kölbchen weg und verfährt dann wie gewöhnlich. --
Was den Zusatz der schwefligen Säure betrifft, so verursacht derselbe unnöthige Mühe und Zeitaufwand, wenn man denselben mit Hülfe einer gewöhnlichen Pipette vollbringt, mehr noch, wenn man eine kleine Messflasche anwendet wegen des dann nöthigen Ausspülens. Ich habe deshalb für mein Laboratorium den in Fig. 101 (a. f. S.) dargestellten Apparat construirt, der uns treffliche Dienste thut.
A ist eine möglichst grosse Flasche. Sie fasse z. B. 10 Liter. Man füllt sie fast mit Wasser voll, fügt 70-80 C.C. einer gesättigten Lösung von schwefliger Säure zu, schüttelt tüchtig und stellt die Flasche dann an ihren erhöhten festen Standort. Man verbindet dann die Röhre h mittelst des vulcanisirten Kautschukschlauchs e mit den Röhren f und g und schiebt das unter dem Quetschhahn a befindliche Stück des kleinen Kautschukschlauches über das in die Röhre c d mündende Röhrchen, welches innen so zur Seite gebogen ist, dass die Flüssigkeit ruhig an der Röhrenwand herunterläuft. g enthält Phosphorstückchen zwischen Asbest, f Kalihydrat. Die Röhre c d ist mittelst zweier eiserner Ringe (welche hier nicht gezeichnet sind) oder auf eine sonstige beliebige Art an der Wand oder einem geeigneten Gestelle in lothrechter Richtung so befestigt, dass sie 10-12 Centimeter absteht, und der 0-Punkt sich in der Höhe des Auges befindet. Sie ist von oben nach unten genau auf Ausfluss graduirt, und zwar genügt eine Eintheilung von 50 zu 50 C.C. Diese Graduirung stellt man leicht her, indem man die Röhre bis an den 0-Theilstrich mit Wasser füllt, und mittelst des Quetschhahns b in eine genau auf Einguss graduirte Messröhre 50 C.C. (oder auch in einen tarirten Kolben 50 Grm. von 4° C.) ausfliessen lässt. Man bezeichnet jetzt den Flüssigkeitsstand in der Röhre c d mit einem Diamantstrich und fährt so fort, bis die Röhre ihrer ganzen Länge nach eingetheilt ist.
Der Gebrauch des Apparates ergiebt sich von selbst. Soll die Messröhre c d gefüllt werden, öffnet man den Hahn a, soll eine gemessene Menge schwefliger Säure abgelassen werden, den Hahn b. -- Die ausfliessende Flüssigkeit lasse man ruhig an der Wand des Becherglases herabfliessen. Bei der Feststellung der Beziehung zwischen schwefliger Säure und Jodlösung bringt man am besten zuerst etwa 9/10 der nothwendigen Jodlösung aus der Bürette oder Quetschhahnpipette in ein Becherglas, lässt dann 100 C.C. schweflige Säure zufliessen, versetzt mit Stärkekleister und fügt nun tropfenweise weitere Jodlösung zu, bis zur eintretenden Blaufärbung.
C. $Verfahren mittelst Eisens.$
§. 197.
Man löst 0,5-0,6 Grm. Klavierdraht in der in §. 196, B Fig. 100, abgebildeten Retorte (indem man deren Bauch nach unten, ihren Hals aufwärts richtet und ihre Mündung mit einem Stopfen schliesst, der eine offene Glasröhre trägt) in verdünnter Salzsäure, wie in §. 89. 2. a., verdünnt die Lösung und giebt der Retorte die Stellung, welche sie in Fig. 100 zeigt.
Nun erhitzt man in dem in Fig. 100 dargestellten Kölbchen d 0,35-0,4 Grm. fein gepulverten Braunstein mit starker Salzsäure, genau wie in §. 196 und bestimmt zuletzt, nach dem Erkalten, den nicht oxydirten Theil des Eisens durch übermangansaure Kalilösung von bekanntem Wirkungswerth (§. 89). Zieht man diesen ab von der angewandten Menge des Klavierdrahtes, so erfährt man die Quantität des Eisens, welche durch das mit Hülfe des Braunsteins entwickelte Chlor oxydirt wurde. Multiplicirt man letztere mit 0,77804, so erhält man die Menge des Hyperoxyds, welche in dem zersetzten Braunstein enthalten war.
5. $Prüfung des gelben und rothen Blutlaugensalzes.$
§. 198.
Das käufliche gelbe Blutlaugensalz ist bekanntlich Ferrocyankalium (Cfy, 2K + 3 aq.), welches meist kleinere oder grössere Mengen anderer Salze (kohlensaures Kali, schwefelsaures Kali, Chlorkalium) enthält; das rothe Blutlaugensalz ist Ferridcyankalium (2Cfy, 3K), welches ähnliche Verunreinigungen enthalten kann und ausserdem in der Regel noch etwas Ferrocyankalium enthält.
Es ist sowohl zur Prüfung dieser Handelsartikel, als auch zur Untersuchung der bei der Fabrikation derselben sich ergebenden Mutterlaugen u. s. w. wichtig, eine einfache Methode zu kennen, mittelst welcher man den Gehalt an Ferro- und Ferridcyankalium leicht, schnell und sicher feststellen kann.
Ich freue mich, eine solche mittheilen zu können. Sie ist vor Kurzem von einem meiner Schüler, Herrn E. $de Haen$, ermittelt worden und entspricht dem Zwecke aufs Beste.
Dieselbe beruht auf der einfachen Thatsache, dass eine mit Salzsäure angesäuerte Lösung von Ferrocyankalium (in der somit freie Ferrocyanwasserstoffsäure anzunehmen ist) bei Zusatz von übermangansaurem Kali übergeht in die entsprechende Ferridcyanverbindung. Nimmt man diese Ueberführung in einer ganz verdünnten Flüssigkeit vor, welche etwa 0,2 Grm. Ferrocyankalium in 200-300 C.C. enthält, so giebt sich das Ende der Reaction durch den Uebergang der rein gelben Lösung in eine entschieden rothgelbe scharf und unzweideutig zu erkennen. -- Die Bestimmung des Ferridcyans vollbringt man, indem man die Ferridcyanverbindung mit Hülfe eines Reductionsmittels in die entsprechende Ferrocyanverbindung überführt und diese dann mit übermangansaurem Kali behandelt.
Die Methode erfordert zwei Flüssigkeiten von bekanntem Gehalt, nämlich:
1) eine Lösung von reinem Ferrocyankalium;
2) eine Lösung von übermangansaurem Kali.
$Erstere$ bereitet man durch Auflösen von 20 Grm. vollkommen reinem und trockenem krystallisirten Ferrocyankalium in Wasser, so dass das Volumen der Lösung 1 Liter beträgt. Jeder C.C. enthält somit 20 Milligramm; -- $letztere$ verdünnt man so, dass man zu 10 C.C. der Blutlaugensalzlösung den Inhalt einer Bürette nicht ganz verbraucht. (Wendet man eine solche an, die in 100 halbe C.C. eingetheilt ist, so giebt man somit der Chamäleonlösung eine grössere Verdünnung, als wenn man eine halb so viel fassende, in 1/10 C.C. eingetheilte Bürette gebraucht.)
Um nun zunächst den Wirkungswerth der Chamäleonlösung auf Ferrocyankalium festzustellen, misst man mittelst einer kleinen Pipette 10 C.C. der Blutlaugensalzlösung (enthaltend 0,200 Grm.) ab, verdünnt mit etwa 250 C.C. Wasser, säuert mit Salzsäure an, stellt auf ein Blatt weissen Papiers und tröpfelt unter Umrühren die Chamäleonlösung ein, bis die eintretende rothgelbe Färbung der Flüssigkeit die vollendete Ueberführung zu erkennen giebt[120]. Wiederholt man den Versuch mehrmals, so erhält man stets sehr genau übereinstimmende Resultate. Diese rasch auszuführende Prüfung muss, der Veränderlichkeit der Chamäleonlösung halber, jeder neuen Versuchsreihe vorangehen.
[120] Um sich am Anfang, wenn man sich auf die Farbenänderung allein nicht verlassen will, die Ueberzeugung zu verschaffen, ob die Ueberführung wirklich vollendet ist, kann man wohl auch einen Tropfen auf einem Teller mit einem Tropfen Eisenchloridlösung zusammenbringen, der dadurch nicht mehr blau werden darf.
Will man nun ein Blutlaugensalz auf seinen Gehalt an Ferrocyankalium prüfen, so löst man 5 Grm. zu 250 C.C. auf, nimmt 10 C.C. der Lösung und prüft wie angegeben. Hat man bei der Feststellung des Wirkungswerthes der Chamäleonlösung 80 Bürettengrade gebraucht und genügen jetzt 70, so belehrt der Ansatz: 80 : 0,200 = 70 : x über den Gehalt von 0,200 Grm. des geprüften Blutlaugensalzes an reinem Ferrocyankalium. -- Dass man diese kleine Rechnung noch ersparen kann, wenn man die Chamäleonlösung so verdünnt, dass genau 100° 0,200 Ferrocyankalium entsprechen, liegt auf der Hand; denn in dem Falle bezeichnen die Grade direct die Procente.
Handelt es sich um die Bestimmung des Ferridcyankaliums in einer Verbindung, welche kein Ferrocyankalium enthält, so löst man zunächst 5 Grm. derselben zu 250 C.C., misst 10 C.C. ab, fügt 5-8 C.C. concentrirte Kalilauge zu, erhitzt in einer kleinen Schale fast zum Kochen und trägt dann 0,4-0,5 Grm. fein zerriebenes Bleioxyd ein. Es färbt sich dieses, indem es theilweise in Hyperoxyd übergeht, sogleich braun. Schon nach kurzer Digestion bei einer dem Siedepunkte nahen Temperatur ist die Reduction beendigt; die Veränderung der Farbe der Lösung lässt darüber nicht in Zweifel[121]. Man verdünnt jetzt den Inhalt der Schale mit Wasser, filtrirt, wäscht aus, verdünnt, so dass das Gesammtvolum etwa 250 C.C. beträgt, und säuert mit Salzsäure an. Es entsteht hierdurch eine starke weisse Trübung von ausgeschiedenem Ferrocyanblei. Unbekümmert um dieselbe, fügt man die Chamäleonlösung zu. Der Niederschlag löst sich in dem Maasse, als die Ueberführung des Ferrocyans in Ferridcyan erfolgt, und die Beendigung der Reaction giebt sich somit nicht nur an der Farbenveränderung, sondern auch an der eintretenden völligen Klarheit der Flüssigkeit zu erkennen[122]. Vor allen anderen Methoden, welche angewandt werden können, um das Ferridcyankalium zu reduciren, hat keine so gute Resultate geliefert, als die eben erwähnte. Wiederholte Versuche gaben völlig befriedigende Resultate. Es ist dabei nur zu bemerken, dass die Flüssigkeiten concentrirt sein müssen.
[121] Wirkliches Kochen, namentlich länger fortgesetztes, vermeide man; es löst sich dadurch viel Bleioxyd, was die weitere Prüfung etwas erschwert.
[122] Da das Ferrocyanblei in einer salzsauren Flüssigkeit nur schwer löslich, nicht aber ganz unlöslich ist, so wird die Flüssigkeit erst klar, dann -- nach Zusatz einiger weiteren Tropfen -- erst rothgelb. Letzterer Punkt muss erreicht werden.
Liegt endlich zur Analyse ein Körper vor, welcher Ferro- und Ferridcyankalium enthält, so bereitet man die Lösung wie angegeben und prüft alsdann 10 C.C. ohne Weiteres, 10 andere nach vorhergegangener Reduction. Die erste Bestimmung liefert direct das Ferrocyankalium, die letztere dieses sammt dem aus dem Ferridcyankalium gebildeten.
Da nun 2 Aeq. krystallisirtes Ferrocyankalium = 5281 einem Aeq. Ferridcyankalium = 4117 entsprechen, so ergiebt sich die Menge des letzteren, wenn man die Differenz beider Bestimmungen, ausgedrückt in krystallisirtem Ferrocyankalium, multiplicirt mit 0,7795.
Die der beschriebenen Methode zu Grunde liegende Reaction erfolgt nach der Gleichung 10(Cfy, 2H) + Mn_{2}O_{7} + 2ClH = 5(2Cfy, 3 H) + 2MnCl + 7HO. Es ist dies durch directe Versuche bewiesen worden. Die Genauigkeit der Resultate ist sehr befriedigend.
6. $Analyse des Kochsalzes.$
§. 199.
Ich wähle dies Beispiel, um zu zeigen, wie man auf eine genaue und dabei ziemlich rasche Art solche Salze analysirt, welche neben einem vorwaltenden Hauptbestandtheil kleine Mengen anderer Substanzen enthalten.
a. Das Salz wird gleichförmig zerrieben und in ein mit einem Glasstopfen versehenes Pulverglas gebracht.
b. Man wägt 10 Grm. ab, löst sie in einem Becherglase durch Digestion mit Wasser auf, filtrirt die Flüssigkeit in einen 500 C.C. fassenden Messkolben -- und wäscht den meistens bleibenden geringen Rückstand vollkommen aus, zuletzt füllt man den Kolben bis zum Theilstrich mit Wasser an und schüttelt.
Bleiben beim Auflösen kleine, feste, weisse Körner von Gyps zurück, so bringt man dieselben in eine Reibschale, reibt sie fein, setzt Wasser zu, giesst nach geeigneter Digestion das helle aufs Filter ab, reibt aufs Neue fein etc. bis zu deren Lösung.
c. Den getrockneten unlöslichen Rückstand bestimmt man nach §. 35.
d. Von der nach b. bereiteten Lösung misst man hinter einander folgende Mengen ab:
für e 50 C.C. entsprechend 1 Grm. Kochsalz, " f 150 C.C. " 3 " " " g 150 C.C. " 3 " " " h 50 C.C. " 1 " "
e. Man bestimmt in den abgemessenen 50 C.C. das $Chlor$ nach §. 112. I. a. oder c. ([Greek: a]. oder [Greek: b].).
f. Man bestimmt in den abgemessenen 150 C.C. die $Schwefelsäure$ nach §. 105. I. 1.
g. Man bestimmt in den abgemessenen 150 C.C. Kalk und Magnesia nach §. 122. B. 3. a.
h. Man versetzt in einer Platinschale mit etwa 1/2 C.C. reiner concentrirter Schwefelsäure und verfährt nach §. 77. 1. Der neutrale Rückstand enthält die schwefelsauren Salze des Natrons, Kalks und der Magnesia; zieht man davon die sich aus g. ergebenden Mengen der beiden letzteren ab, so findet man die des schwefelsauren Natrons.
i. Man bestimmt in einer neu abgewogenen Menge des Salzes das Wasser nach §. 18. a. [Greek: a]. (letzter Satz).
k. Sollen Brom, oder sollen andere Substanzen, die nur in höchst geringen Spuren im Kochsalz vorkommen, bestimmt werden, so verfährt man nach den bei den Mineralwasseranalysen angegebenen Methoden.
7. $Analyse des Schiesspulvers.$
§. 200.
a. Bestimmung der Feuchtigkeit. Man wägt etwa 2 Grm. des fein geriebenen Pulvers zwischen Uhrgläsern ab und trocknet es entweder bei gelinder Wärme, besser noch im Exsiccator über Schwefelsäure, bis keine Gewichtsabnahme mehr erfolgt.
b. Bestimmung des Salpeters. Man bringt eine genau abgewogene Quantität des Pulvers (etwa 5-6 Grm.) in ein bei 100° getrocknetes, gewogenes Filter, nachdem man dies mit Wasser befeuchtet hat, benetzt das Pulver mit soviel Wasser, als es einsaugen kann, und laugt nach einiger Zeit den Salpeter durch oft wiederholtes Aufgiessen kleiner Mengen heissen Wassers vollständig aus. Nachdem dies geschehen, trocknet man den Inhalt des Filters bei 100° vollständig und wägt (§. 33). Andererseits verdampft man die Salpeterlösung in einer gewogenen Platinschale und bestimmt den Rückstand nach §. 76. 2. Die Gewichtsabnahme des Pulvers und die Gewichtszunahme der Schale müssen einander gleich sein, denn beide drücken die Menge des Salpeters aus[123].
[123] Um den Salpetergehalt auf eine rasche und für technische Zwecke hinlänglich genaue Weise zu ermitteln, kann man sich auch eines Aräometers bedienen, welches die Gewichtsprocente Salpeter anzeigt, wenn eine gewisse Menge Pulver in einer bestimmten Menge Wasser gelöst worden ist. -- Eine auf dasselbe Princip sich gründende Methode von $Uchatius$ findet sich in den Wiener acad. Ber. X. 748, daraus in Annal. d. Chem. u. Pharm. 88. 395.
c. Bestimmung des Schwefels.
[Greek: a]. Auf trockenem Wege nach $Gay-Lussac$.
Man mengt 1 Theil (etwa 1 bis 1,5 Grm.) des fein geriebenen Pulvers mit der gleichen Menge wasserfreien, reinen (schwefelsäurefreien) kohlensauren Natrons, mischt alsdann 1 Theil reinen Salpeter und 4 Theile reines und trockenes Kochsalz zu, und erhitzt das Gemenge in einem Platintiegel, bis die Verbrennung erfolgt und die Masse somit weiss geworden ist. Dann löst man die geschmolzene Salzmasse in Wasser, säuert mit Salzsäure an und fällt die durch Oxydation des Schwefels entstandene Schwefelsäure mit Chlorbaryum (§. 105. I.).
[Greek: b]. Auf nassem Wege.
Man oxydirt 2-3 Grm. des Pulvers mit concentrirter reiner Salpetersäure und chlorsaurem Kali, welches letztere in kleinen Portionen zuzufügen ist (§. 116. II. 2. a. [Greek: a].). Da hierbei sowohl der Schwefel als auch die Kohle vollständig oxydirt werden, so erhält man schliesslich eine klare Lösung, in welcher die entstandene Schwefelsäure nach §. 105. I. 1. zu bestimmen ist.
[Greek: c]. Indirect.
Man zieht von dem Gewicht des Schwefels und der Kohle das, nach d. [Greek: a]. zu ermittelnde, der letzteren ab und erfährt so die Menge des Schwefels.
d. Bestimmung der Kohle.
[Greek: a]. Durch Reindarstellung.
aa. Man digerirt eine abgewogene Menge des Pulvers wiederholt mit Schwefelammonium, bis aller Schwefel gelöst ist, sammelt die Kohle auf einem bei 100° getrockneten Filter, wäscht sie erst mit schwefelammoniumhaltigem, dann mit reinem Wasser aus, trocknet bei 100° und wägt.
bb. Man bringt das die Kohle und den Schwefel enthaltende gewogene Filter (siehe b.) wieder in seinen Trichter, befeuchtet es mit absolutem Alkohol und zieht den Schwefel mit einer Mischung von Schwefelkohlenstoff und absolutem Alkohol aus. Um die Einwirkung kräftiger zu machen, erwärmt man den Trichter, indem man ihn in einen weiteren steckt und den Zwischenraum mit warmem Wasser ausfüllt. Zuletzt wäscht man mit reinem Alkohol aus, trocknet die Kohle bei 100° und wägt sie ($Marchand$).
[Greek: b]. Durch Elementaranalyse des ganzen Pulvers, nach $Weltzien$[124].
$Weltzien$ verbrennt eine abgewogene Probe des gut getrockneten Pulvers mit Kupferoxyd in einer langen Verbrennungsröhre und erfährt so direct den Gehalt desselben an Kohlenstoff und Wasserstoff. Die Kenntniss des letzteren ist deshalb wichtig, weil sie einen guten Schluss auf die Natur und Entzündlichkeit der Kohle gestattet. Bei der Analyse sind die §. 151, 156 u. 159 angegebenen Modificationen des gewöhnlichen Verfahrens zu beachten.
Bestimmt man nach der angegebenen Weise Kohlenstoff und Wasserstoff, den Salpeter nach b. und den Schwefel aus der Differenz, so erhält man denselben etwas zu hoch, weil der Sauerstoff und die Asche der Kohle dann sein Gewicht vermehren.
[124] Briefliche Mittheilung.
8. $Analyse gemengter Silicate.$
§. 201.
Da die Analyse der durch Säuren vollständig zersetzbaren Silicate in §. 111. II. a., die der durch Säuren nicht zerlegbaren in §. 111. II. b. beschrieben ist, so habe ich hier nur Einiges hinzuzufügen, was sich auf die Untersuchung gemengter Silicate bezieht, d. h. solcher, welche aus Silicaten beider Arten zusammengesetzt sind (Phonolithe, Thonschiefer, Basalte, Meteorsteine etc.).
Nachdem das Silicat möglichst fein gepulvert und getrocknet ist, behandelt man es gewöhnlich mit mässig concentrirter Salzsäure längere Zeit bei gelinder Hitze, lässt im Wasserbade eintrocknen, befeuchtet den Rückstand mit Salzsäure, setzt Wasser zu und filtrirt; -- öfters aber ist es besser, das Pulver mit verdünnter Salzsäure (von etwa 15 Proc.) einige Tage in gelinder Wärme zu digeriren und dann ohne Weiteres abzufiltriren. -- Welche Art der Zerlegung einzuschlagen ist, und ob der hier bezeichnete, zuerst von $Chr. Gmelin$ bei der Analyse des Phonoliths eingeschlagene Weg überhaupt zulässig ist, hängt von der Natur der gemengten Mineralien ab. Je leichter zersetzbar der eine, je weniger zersetzbar der andere Gemengtheil ist, je constanter sich bei verschiedenen Versuchen das Verhältniss zwischen dem ungelösten und gelösten Antheil erweist, und je weniger somit der ungelöst gebliebene Theil bei weiterer Behandlung mit Salzsäure angegriffen wird, um so sicherer kann man die angegebene Art der Zerlegung anwenden.
Man erhält durch dieselbe:
a) eine salzsaure Lösung, in welcher die Basen des zersetzten Silicates als Chlormetalle enthalten und nach den oben angegebenen Methoden zu trennen und zu bestimmen sind; --
b) einen unlöslichen Rückstand, welcher neben dem unzerlegten Silicat die ausgeschiedene Kieselsäure des zerlegten enthält.
Man trägt letzteren, nachdem er sehr gut mit Wasser ausgewaschen worden ist, dem man zweckmässig einige Tropfen Salzsäure zusetzt, noch feucht in kleinen Portionen in eine in einer Platinschale enthaltene kochende Lösung von kieselsäurefreiem kohlensauren Natron, erhält einige Zeit im Kochen und filtrirt jedesmal sehr heiss durch ein gewogenes Filter ab. Zuletzt spritzt man die letzten Antheile des Niederschlages vollständig in die Schale ab. Sollte dies nicht ganz nach Wunsch gelingen, so äschert man das getrocknete Filter ein, bringt die Asche in die Platinschale und kocht nochmals mit kohlensaurer Natronlösung. Man wäscht das Ungelöste erst mit heissem Wasser, dann -- um jede Spur anhaftenden kohlensauren Natrons sicherer zu entfernen -- mit durch Salzsäure schwach angesäuertem, endlich wieder mit reinem Wasser aus. Die Waschwasser sammelt man am besten in einem besonderen Gefässe.
Die alkalische Flüssigkeit säuert man mit Salzsäure an und bestimmt die darin enthaltene, dem durch Säure zersetzten Silicate angehörige, Kieselsäure nach §. 111. II. a. Das ungelöste Silicat trocknet und wägt man. Es ergiebt sich aus der Differenz die Menge des gelösten. Mit dem ungelösten verfährt man alsdann genau nach §. 111. II. b.
Nach einem von dem beschriebenen Verfahren etwas abweichenden Gange verfährt man bei der im Folgenden zu beschreibenden Analyse der Thone.
9. $Analyse der Thone.$
§. 202.
Die Thone, aus der Verwitterung des Feldspaths oder ähnlicher Silicate hervorgegangen, stellen gewöhnlich Gemenge dar von eigentlichem Thon mit Quarz oder Feldspathsand und enthalten öfters auch ausgeschiedene, durch kochende kohlensaure Natronlösung ausziehbare Kieselsäure.
Indem ich in Betreff mechanischer Analyse der Thone auf meine "Untersuchung der wichtigsten nassauischen Thone[125]" verweise, wende ich mich hier gleich der Methode zu, welche man bei der chemischen Analyse zweckmässig befolgt.
[125] Journ. f. prakt. Chem. 57. 65.
a. Man zerreibt die Thone aufs Feinste und trocknet sie mehrere Tage bei 100°.
b. Man schliesst 1-2 Grm. mit kohlensaurem Natron-Kali auf und verfährt genau nach §. 111. II. b. -- Mit der erhaltenen salzsauren, von der Kieselsäure getrennten Lösung verfährt man nach §. 129. 1. -- In dem durch kohlensauren Baryt erhaltenen, Thonerde mit etwas Eisenoxyd enthaltenden Niederschlage bestimmt man, nach Abscheidung des Baryts, Thonerde und Eisenoxyd nach §. 128. B. 10. a.
c. Man schliesst 1-2 Grm. mit Fluorwasserstoff auf (§. 112. II. b. [Greek: b] oder [Greek: c].), um den Alkaligehalt des Thons zu bestimmen.
d. Man erhitzt eine dritte Portion (1-2 Grm.) mit überschüssigem Schwefelsäurehydrat, welchem man etwas Wasser zugefügt hat, zuletzt bis zum Verdampfen des Hydrats. Man lässt erkalten, fügt Wasser zu und trennt im ungelösten Rückstand die ausgeschiedene Kieselsäure vom Sand durch Behandlung mit kochender concentrirter kohlensaurer Natronlösung (§. 201).
e. Um die Menge der Kieselsäure kennen zu lernen, welche sich durch eine kochende Lösung von kohlensaurem Natron ausziehen lässt, kocht man eine etwas grössere gewogene Portion mit der genannten Lösung wiederholt aus und bestimmt die Kieselsäure im Filtrat durch Abdampfen mit Salzsäure. --
f. Man bestimmt die Menge des Wassers durch andauerndes Glühen im Platintiegel. -- (Der so gefundene Gewichtsverlust giebt aber das Wasser gewöhnlich etwas zu hoch an, da viele Thone Spuren organischer Materien enthalten, welche beim Glühen zersetzt werden, und da ferner manche beim Glühen geringe Mengen von Salmiak entweichen lassen. Vergl. die oben angeführte Abhandlung.)
10. $Analyse der Kalksteine, Dolomite, Mergelarten etc.$
Da die kohlensauren Kalk und kohlensaure Magnesia enthaltenden Mineralien in der Technik und Landwirthschaft eine höchst wichtige Rolle spielen, so ist ihre Analyse, welche im Ganzen wenig Schwierigkeit bietet, eine in den chemischen Laboratorien häufig vorkommende Aufgabe. Ich theile im Folgenden zuerst den Gang mit, welcher bei vollständiger Analyse einzuschlagen ist, und gehe dann zur Beschreibung einer maassanalytischen Methode über, die in kurzer Frist die Bestimmung des kohlensauren Kalks (und der kohlensauren Magnesia) gestattet.
A. $Methode zur vollständigen Analyse$[126].
§. 203.
a. Man pulvert ein grösseres Stück des Minerals, mengt das Pulver gleichmässig und trocknet bei 100°.
b. Man behandelt etwa 2 Grm. in bedecktem Becherglase mit überschüssiger verdünnter Salzsäure, verdampft zur Trockne, befeuchtet den Rückstand mit Salzsäure, erwärmt mit Wasser, filtrirt, wäscht den unlöslichen Rückstand aus, trocknet und wägt ihn. Derselbe kann bestehen aus Thon, Sand und ausgeschiedener Kieselsäure. Ist er bedeutend, so kann man denselben nach §. 202 weiter untersuchen.
c. Die salzsaure Lösung versetzt man mit Chlorwasser, dann mit Ammon und lässt bedeckt einige Zeit in mässiger Wärme stehen. Den Niederschlag, welcher neben Eisenoxyd-, Manganoxyd- und Thonerdehydrat etwaige Phosphorsäure und stets auch Spuren von Kalk und Magnesia enthält, filtrirt man ab, wäscht ihn etwas aus, löst ihn aufs Neue in Salzsäure, erhitzt die Lösung, fällt sie, nach Zusatz von Chlorwasser, wieder mit Ammon, filtrirt, wäscht aus, glüht und wägt. Je nach Umständen bestimmt man dann auch wohl die Menge der einzelnen Bestandtheile des Niederschlages, was -- in Betreff des Eisenoxyds und Manganoxyduloxyds -- sehr gut maassanalytisch geschehen kann (§. 128. B. 10).
d. Die von der ersten und zweiten Fällung mit Ammon abfiltrirten Flüssigkeiten vereinigt man, neutralisirt sie fast mit Salzsäure, so dass das Ammon nur ganz schwach vorwaltet, und bestimmt Kalk und Magnesia nach §. 122. B. 3. a. [Greek: a]. (Man versäume nie, den Kalk, nach dem Wägen, auf einen Gehalt an Magnesia zu prüfen).
e. Die Kohlensäure bestimmt man nach §. 110. II. b. [Greek: a]. oder [Greek: b]. bb.
[126] Vergleiche meine chemische Untersuchung der wichtigsten Kalksteine des Herzogthums Nassau. Journ. f. prakt. Chem. 54. 85 u. 374.
B. $Maassanalytische Bestimmung des kohlensauren Kalks (und der kohlensauren Magnesia).$
§. 204.
a. $Erfordernisse.$
1. Salzsäure, von welcher 50 C.C. = 100 Bürettengrade 5 Grm. kohlensauren Kalk neutralisiren. Man stellt dieselbe genau nach der in §. 185 angegebenen Art mit Hülfe von reinem kohlensauren Natron her, indem man die 5 Grm. kohlensaurem Kalk äquivalente Menge kohlensauren Natrons in Rechnung bringt (d. i. 5,3 Grm).
2. Natronlauge, von welcher zwei Raumtheile einen Raumtheil der Salzsäure neutralisiren. Die Darstellung derselben siehe §. 182.
b. $Ausführung bei gänzlicher oder fast gänzlicher Abwesenheit von kohlensaurer Magnesia.$
Man wägt 5 Grm. des zu prüfenden, fein gepulverten Minerals ab, bringt dieselben in einen geräumigen Kolben, fügt etwa 50 C.C. Wasser zu und lässt dann aus einer $Mohr$'schen Pipette nach und nach 50 C.C. der in a. 1. genannten Salzsäure zufliessen. (Bei sehr reinen Kalksteinen setzt man, um die Lösung zu beschleunigen, besser 105 C.C. zu). Wenn keine Einwirkung mehr erfolgt, verschliesst man den Kolben mit einem ein Schenkelrohr tragenden Stopfen und erhitzt gelinde, um die gelöste Kohlensäure auszutreiben. Die Gasblasen leitet man durch ein wenig Wasser. Wenn der Zweck erreicht ist, nimmt man die Lampe weg, lässt das vorgeschlagene Wasser zurücksteigen, versetzt die Flüssigkeit mit etwas Lackmustinctur und lässt nun aus einer zweiten $Mohr$'schen Pipette oder aus einer Bürette so lange von der Natronlösung zufliessen, bis die Flüssigkeit eben blau geworden ist. -- Zieht man die Hälfte der verbrauchten Bürettengrade Natronlauge von den angewandten Bürettengraden Salzsäure ab, so giebt der Rest (d. h. die Bürettengrade Salzsäure, welche zur Neutralisation des kohlensauren Kalks gedient haben) geradezu die Procente des Minerals an kohlensaurem Kalk an. (Resultate sehr befriedigend.) Diese Methode in etwas veränderter Ausführung ist zuerst von $Bineau$ vorgeschlagen und angewandt worden.
c. $Ausführung bei Anwesenheit von kohlensaurer Magnesia.$
Da 1 Aeq. kohlensaure Magnesia gerade so viel Salzsäure abstumpft, als 1 Aeq. kohlensaurer Kalk, so erhält man bei Mineralien, welche erstere enthalten, durch das in b. genannte Verfahren die Menge des kohlensauren Kalks sammt der der kohlensauren Magnesia, die letztere ausgedrückt durch ihre äquivalente Menge kohlensauren Kalks (d. h. für je 42 kohlensaure Magnesia findet man 50 kohlensauren Kalk). Will man daher die Menge des Kalks und der Magnesia gesondert erfahren, so muss man ausser der nach b. vorzunehmenden Gesammtbestimmung auch noch den Kalk oder die Magnesia allein bestimmen. Man kann zu dem Behufe eine der beiden folgenden Methoden wählen.
1. Man versetzt die Lösung von 5 Grm. des Minerals mit 3 Grm. Salmiak, dann mit Ammon und kohlensaurem Ammon im Ueberschuss, lässt einige Stunden stehen und filtrirt alsdann (den an den Wänden fest haftenden kohlensauren Kalk reibt man nicht ab). Man wäscht nunmehr aus, spritzt den Inhalt des Filters in das zum Fällen benutzte Becherglas, verbrennt zuletzt das Filter, bringt die Asche ebenfalls in das Becherglas und verfährt mit dessen Inhalt nach b. Man erfährt so die Menge des Kalks allein und somit aus der Differenz, nach geeigneter Umrechnung des kohlensauren Kalks auf kohlensaure Magnesia, die Menge der letzteren.
2. Man versetzt die Lösung von 5 Grm. des Minerals in gewöhnlicher, nicht titrirter Salzsäure (von der man einen möglichst geringen Ueberschuss anwendet) mit einer Auflösung von Kalk in Zuckerwasser so lange noch ein Niederschlag entsteht. Hierdurch wird nur die Magnesia gefällt. Man filtrirt sie ab, wäscht sie aus, behandelt sie nach b. und erfährt so die Menge der Magnesia, ausgedrückt durch ihre äquivalente Menge kohlensauren Kalks. Die Quantität des letzteren ergiebt sich aus der Differenz.
Die Methode 2. ist nur dann zu empfehlen, wenn wenig Magnesia zugegen ist.
11. $Analyse der Eisenerze.$
Die am häufigsten zur Anwendung und folgeweise zur Untersuchung kommenden Eisenerze sind: der Rotheisenstein, der Brauneisenstein, Raseneisenstein, Magneteisenstein und Spatheisenstein. Bald handelt es sich um vollständige Analyse, bald nur um die Bestimmung einzelner Bestandtheile (des Eisengehaltes, der Phosphorsäure, Schwefelsäure etc.), bald nur um die Ermittlung des Eisens.
A. $Methoden zur vollständigen Analyse.$
§. 205.
I. $Rotheisenstein.$
Die Rotheisensteine enthalten das Eisen als Oxyd; ausserdem findet sich darin gewöhnlich etwas in Säuren unlösliche Gangart, zuweilen kohlensaure alkalische Erden, stets etwas Feuchtigkeit.
Man pulvert zunächst den Stein aufs Feinste und trocknet bei 100°.
a. Man untersucht, ob durch verdünnte Salpetersäure, oder auch verdünnte kochende Essigsäure, kohlensaure alkalische Erden ausgezogen werden. Ist dies der Fall, so bestimmt man sie in der Lösung.
b. Von dem von kohlensauren alkalischen Erden freien oder davon befreiten Pulver glüht man eine Probe erst so, dann in Wasserstoffgas (am besten in einem Porzellanschiffchen, welches in eine Porzellanröhre geschoben ist; §. 128. B. 3.). Der Gewichtsverlust giebt den Sauerstoffgehalt des Eisenoxyds an und lässt somit dies berechnen.
c. Den Rückstand behandelt man mit verdünnter Salzsäure. Es löst sich das Eisen, die Gebirgsart bleibt zurück. Man bestimmt am einfachsten in der Lösung, ohne sie zu filtriren, das Eisen maassanalytisch (§. 89. 2. a.), filtrirt alsdann die Gebirgsart ab, wäscht aus, trocknet und wägt. (Die so gefundene Eisenmenge muss mit der aus b. berechneten übereinstimmen.)
d. Wenn nöthig, macht man endlich noch eine Wasserbestimmung, indem man eine Probe des Pulvers glüht. (Sind kohlensaure alkalische Erden zugegen, so entweicht mit dem Wasser die Kohlensäure derselben.)
II. $Brauneisenstein.$
Die Brauneisensteine enthalten das Eisen als Oxydhydrat, ferner Manganoxyd, Thonerde, öfters kleine Mengen von Kalk und Magnesia, von Kieselsäure (an Basen gebundene), Phosphorsäure und Schwefelsäure und bald grössere, bald kleinere Quantitäten von Quarzsand oder in Salzsäure unlöslicher Gangart.
Ihre genaue und vollständige Analyse bietet einige Schwierigkeit. Man kann dazu eine der folgenden Methoden wählen. Jedenfalls beginnt man damit, den Stein fein zu pulvern, das Pulver bei 100° zu trocknen und, um den Wassergehalt zu finden, eine Probe zu glühen.
a. Zerlegung auf trocknem Wege. (Dieselbe ist namentlich dann zu empfehlen, wenn das Mineral wenig Kieselsäure, Thonerde, Kalk und Magnesia enthält.)
Man schmelzt eine abgewogene Probe mit dem dreifachen Gewicht kohlensauren Natronkalis zusammen, digerirt die Masse mit Wasser, bis alles Lösliche gelöst ist, filtrirt und wäscht gut aus.
aa. Das Filtrat säuert man mit Salzsäure an und scheidet die Kieselsäure nach gewohnter Art ab. Das Filtrat versetzt man mit einigen Tropfen Chlorbaryum und filtrirt einen etwa entstehenden Niederschlag von schwefelsaurem Baryt nach 24 Stunden ab. Aus der abfiltrirten Flüssigkeit entfernt man zunächst den Baryt durch einige Tropfen verdünnter Schwefelsäure, dann fällt man die Phosphorsäure nach §. 106. I. b.
bb. Den Niederschlag löst man in Salzsäure und verfährt mit der Lösung nach §. 129.
b. Zerlegung auf nassem Wege.
$Erste Methode$[127].
Man erhitzt etwa 10 Grm. des fein gepulverten Minerals in einem schief liegenden Kolben mit concentrirter Salzsäure bis zur vollständigen Zersetzung, verdünnt mit Wasser, filtrirt in einen 300 C.C. fassenden Messkolben und wäscht den Rückstand aus. Nach dem Trocknen glüht und wägt man denselben; er besteht aus Quarzsand oder Gangart und aus ausgeschiedener Kieselsäure. Durch Behandeln mit kochender kohlensaurer Natronlösung lässt sich letztere abscheiden und bestimmen (§. 201. b.).
[127] Auf Kupfer und Arsen ist bei derselben nicht Rücksicht genommen.
Mit dem Filtrate verfährt man also:
1. 50 C.C. versetzt man mit Chlorbaryum zur Bestimmung der $Schwefelsäure$.
2. 50 C.C. verdampft man im Wasserbade, um den grösseren Theil der freien Säure zu verjagen, dann verdünnt man, fällt, nach Zusatz von etwas kohlensaurem Natron, mit kohlensaurem Baryt, lässt 1/2 Stunde stehen und filtrirt alsdann ab.
aa. Den $Niederschlag$ löst man nach dem Auswaschen in Salzsäure, fällt den Baryt durch Schwefelsäure, dann versetzt man mit Ammon bis eben alkalisch und filtrirt den Niederschlag ab. Derselbe wird ausgewaschen, geglüht, gewogen. Er besteht aus Eisenoxyd, Thonerde, etwas Kieselsäure und Phosphorsäure. Sein Gesammtgewicht dient zur Controle. Nach dem Wägen digerirt man ihn mit concentrirter Salzsäure, scheidet und bestimmt so die kleine Menge der in die salzsaure Lösung übergegangenen Kieselsäure, reducirt das Filtrat mit schwefligsaurem Natron und verfährt überhaupt zur Bestimmung des Eisens, der Thonerde und Phosphorsäure nach §. 128. B. 1. In dem alkalischen Filtrate trennt man, nachdem man es angesäuert und die Lösung mit etwas chlorsaurem Kali gekocht hat, Thonerde und Phosphorsäure nach einer der in §. 106. II. f. angegebenen Methoden.
bb. Im $Filtrate$ bestimmt man Mangan und alkalische Erden nach §. 129.
3. In 100 C.C. bestimmt man zur Controle die Phosphorsäure nach §. 106. II. o. (Giebt sehr gute Resultate.)
4. In 50 C.C. bestimmt man zur Controle das Eisen maassanalytisch nach §. 206.
$Zweite Methode.$
1. Man zersetzt etwa 3-4 Grm. mit Salzsäure und verfährt mit dem unlöslichen Rückstande, wie eben angegeben.
2. Die salzsaure Lösung verdampft man zur Trockne und scheidet nach üblicher Art die Kieselsäure ab (§. 111. II. a.).
3. Das Filtrat reducirt man mit schwefligsaurem Natron (§. 106. II. n.), treibt durch mässiges Kochen die überschüssige schweflige Säure aus und sättigt die Flüssigkeit mit Schwefelwasserstoff. Entsteht hierdurch ein Niederschlag, so ist derselbe auf Kupfer und Arsen zu untersuchen.
4. Das Filtrat kocht man, bis der Schwefelwasserstoff ausgetrieben ist, fällt dann mit kohlensaurem Natron, kocht mit überschüssig zugesetzter Natronlauge und filtrirt, genau wie in §. 128. B. 1. a. angegeben. Man erhält so einen schwarzen Niederschlag und ein alkalisches Filtrat.
5. Den Niederschlag, welcher hauptsächlich aus Eisenoxyduloxyd besteht, und kohlensaures Manganoxydul, kohlensaure und phosphorsaure Kalk- und Bittererde enthalten kann, löst man in Salzsäure und scheidet die Phosphorsäure nach §. 106. II. n. in Verbindung mit einer geringen Menge Eisenoxyd ab, filtrirt und trennt beide nach §. 106. II. h. [Greek: c]. Das so erhaltene Eisenoxyduloxyd löst man in Salzsäure und hebt die Lösung wie auch die alkalische Phosphorsäurelösung, nachdem man letztere mit Salzsäure angesäuert hat, auf, um sie später mit den Hauptlösungen zu vereinigen.
6. Die von dem phosphorsauren Eisenoxyd abfiltrirte Flüssigkeit behandelt man (nachdem die in 5. erhaltene Eisenlösung zugefügt ist) zur Trennung des Eisens, Mangans, des Kalks und der Magnesia, nach §. 129. 3.
7. Das die Thonerde und den grösseren Theil der Phosphorsäure enthaltende alkalische Filtrat säuert man an, kocht mit etwas chlorsaurem Kali, fällt mit Ammon, fügt Chlorbaryum zu und verfährt überhaupt genau nach §. 106. II. f. [Greek: d].
8. Die Schwefelsäure bestimmt man in einer besonderen Portion, wie bei der ersten Methode angegeben.
III. $Raseneisensteine.$
Dieselben stellen Gemenge von Eisenoxydhydrat mit den basischen Eisenoxydsalzen von Schwefelsäure, Phosphorsäure, Quellsäure, Quellsatzsäure und Huminsäure dar und enthalten ausserdem meist Gangart, Thonerde, Kalk und Bittererde.
Nachdem dieselben gepulvert und getrocknet sind, glüht man zunächst eine Probe in einem offenen Platintiegel, anfangs sehr gelinde, um die organischen Säuren zu verbrennen, allmälig stark und andauernd im schief gelegten Tiegel. Mit dem Rückstande verfährt man nach einer der in II. angegebenen Methoden.
Sollen die organischen Säuren erkannt und bestimmt werden, so kocht man eine grössere Probe des fein gepulverten Erzes mit reiner Kalilauge, bis es sich in eine flockige Masse verwandelt hat. Man filtrirt alsdann ab und verfährt mit dem Filtrate nach §. 177. 9.
IV. $Magneteisensteine.$
Dieselben enthalten das Eisen als Oxyduloxyd. Man analysirt sie wie die Rotheisensteine und bestimmt darauf in einer besonders abgewogenen, bei Luftabschluss in Salzsäure gelösten Portion das Eisenoxydul maassanalytisch nach §. 89. 2. a.
V. $Spatheisensteine.$
Dieselben enthalten kohlensaures Eisenoxydul, meist verbunden mit kohlensaurem Manganoxydul und kohlensauren alkalischen Erden, oft gemengt mit Thon und Gangart.
Das gepulverte Mineral wird getrocknet.
a. Den Wassergehalt bestimmt man nach §. 19.
b. Den Gehalt an Kohlensäure nach §. 110. II. b. [Greek: b].
c. Eine dritte Probe löst man in Salzsäure unter Zusatz von Salpetersäure, filtrirt, nach vollständiger Zersetzung, einen etwaigen unlöslichen Rückstand ab und trennt im Filtrate die Basen nach einer der in §. 129 angegebenen Methoden.
d. In einer vierten, bei Luftabschluss in Salzsäure gelösten Probe bestimmt man die Quantität des Eisenoxyduls maassanalytisch nach §. 89. 2. a.
B. $Maassanalytische Bestimmung des Eisens in den Eisenerzen.$
§. 206.
Man erhitzt 1 Grm. oder auch eine beliebige geringere Menge[128] in einem schief liegenden langhalsigen Kolben mit concentrirter Salzsäure bis zur völligen Zersetzung, verdünnt mit etwa 25-50 C.C. Wasser und wirft einige kleine Körnchen granulirtes Zink oder einige Stückchen reines Zinkblech hinein. Den Kolben verschliesst man mit einem Stopfen, der eine Schenkelröhre trägt. Den äusseren etwas geneigten Schenkel richtet man in ein kleines Becherglas, in dem sich etwas Wasser befindet. (Die Röhre tauche nicht oder kaum in das Wasser.) Man erhitzt zum Kochen. Ist die Flüssigkeit, nachdem sich das Zink gelöst hat, noch nicht völlig farblos, so bringt man noch eine kleine Menge Zink hinzu. Zuletzt erhitzt man am bequemsten bis alles Zink (dessen Menge daher nicht zu gross sein darf) gelöst ist. Nach einigem Abkühlen lässt man das Wasser im vorgestellten Bechergläschen zurücksteigen, kühlt den Kolben ab, bringt seinen Inhalt in ein Becherglas und verfährt nach §. 89. 2. a. -- Ich mache hier mit Nachdruck darauf aufmerksam, dass es mir bequemer und genauer scheint, eine beliebige abgewogene Menge Eisensteinpulver, d. h. nicht gerade 1 Grm., zu nehmen, und dass ich es vorziehe, die Chamäleonlösung, von der vorausgesetzt wird, dass ihr Concentrationsgrad ungefähr richtig ist, nur zu titriren, aber nicht weiter zu verdünnen. Bei einer so veränderlichen Flüssigkeit, wie die Chamäleonlösung, ist jede unnöthige Manipulation zu vermeiden. Die nothwendige kleine Rechnung ist gar nicht in Anschlag zu bringen.
[128] Ich nehme gewöhnlich nur etwa 0,4-0,5 Grm. und bestimme den Gehalt mittelst einer Chamäleonlösung, von der 30 C.C. 0,2-0,3 Grm. Eisen entsprechen. Letztere setze ich aus einer in 1/10 C.C. getheilten Bürette zu.
12. $Kupferkies.$
§. 207.
Der Kupferkies enthält Kupfer, Eisen, Schwefel, ausserdem meist Gangart. Ob noch weitere Metalle vorhanden sind, muss die qualitative Analyse lehren.
Das fein gepulverte Mineral trocknet man bei 100°.
a. Die Bestimmung des Schwefels geschieht nach §. 116. II. 1. oder, und zwar gewöhnlich, nach §. 116. II. 2. a. [Greek: a]. oder [Greek: b].
b. Bei Anwendung der ersten Methode löst man die Oxyde in Salzsäure und trennt Kupfer und Eisen durch Schwefelwasserstoff, -- bei Anwendung der zweiten entfernt man entweder den Barytüberschuss durch Schwefelsäure und leitet dann Schwefelwasserstoff ein, oder man verwendet zur Bestimmung der Basen eine neue Probe. --
Soll nur die Menge des Kupfers bestimmt werden, so kann man sich, nach $Schwarz$, auch geradezu der von ihm angegebenen maassanalytischen Methode bedienen, vergl. §. 95. 3. b. Doch ist dabei zu beachten, dass man, um die Reduction zu bewirken, nur bis 80° erwärmen darf. Bei dieser Temperatur fällt aus der mit viel weinsteinsaurem Alkali versetzten Flüssigkeit kein Eisen nieder. Sollte indess auch etwas niederfallen, so hat dies auf die Kupferbestimmung keinen nachtheiligen Einfluss.
Bei dieser Gelegenheit will ich noch einer vor Kurzem von einem meiner Schüler, Herr $de Haen$, ermittelten maassanalytischen Kupferbestimmung erwähnen, welche, richtig angewandt, in ganz kurzer Zeit sehr befriedigende Resultate liefert.
Dieselbe beruht auf der Thatsache, dass, wenn ein gelöstes Kupferoxydsalz mit überschüssigem Jodkalium gemischt wird, sich Kupferjodür und freies Jod ausscheiden, welches letztere in der Jodkaliumlösung gelöst bleibt: 2(CuO, SO_{3}) + 2KJ = Cu_{2}J + 2KO, SO_{3} + J. -- Bestimmt man nun das Jod nach der $Bunsen$'schen Methode, so erfährt man die Menge des Kupfers. Bei der Ausführung verfährt man zweckmässig folgendermaassen. Man führt das Kupfer in schwefelsaure Lösung über, welche am besten neutral ist, aber auch ohne allen Nachtheil eine mässige Menge freie Schwefelsäure enthalten kann. Diese Lösung verdünnt man in einem Messkolben auf ein bestimmtes Volumen, so zwar, dass 100 C.C. etwa 1-2 Grm. Kupferoxyd enthalten. Man bringt jetzt etwa 10 C.C. der $Bunsen$'schen Jodkaliumlösung in ein geräumiges Becherglas, fügt 10 C.C. der besagten Kupferlösung zu, mischt, setzt alsdann ungesäumt schweflige Säure zu und verfährt überhaupt nach §. 114. Anhang. -- Freie Salpetersäure, auch freie Salzsäure, in der Kupferlösung ist zu vermeiden, auch nimmt die Genauigkeit der Resultate ab, wenn man die mit Jodkalium vermischte Kupferlösung längere Zeit stehen lässt, bevor man schweflige Säure zufügt. -- Vermeidet man diese Punkte, so sind die Resultate höchst genau. So erhielt Herr $de Haen$ statt 0,3566 Kupfervitriol 0,3567, -- statt 100 metallischen Kupfers 99,89 und 100,1[129].
[129] Es scheint mir gewiss, dass man mit Hülfe abgewogener Mengen reinen Kupfers und der oben angegebenen Methode den Gehalt der $Bunsen$'schen Jodlösung ebensogut feststellen kann, als mit Hülfe von saurem chromsauren Kali (§. 114. Anhang, c. [Greek: b].).
13. $Bleiglanz.$
§. 208.
Der Bleiglanz, von allen Bleierzen das verbreitetste, enthält häufig kleinere oder grössere Mengen von Eisen, Kupfer, Silber und gewöhnlich mehr oder weniger in Säuren unlösliche Gangart.
Seine Analyse vollbringt man, nachdem das Erz fein zerrieben und bei 100° getrocknet worden ist, am besten auf folgende Art.
Man oxydirt eine abgewogene Quantität (1-2 Grm.) mit schwefelsäurefreier, ganz starker, rother rauchender Salpetersäure (siehe §. 116. II. 2. a. [Greek: a]., doch setzt man den Bleiglanz nicht in einem Röhrchen der Einwirkung der Säure aus. War die Säure hinlänglich stark, so scheidet sich kein Schwefel aus. Nachdem man längere Zeit gelinde erwärmt hat, verdünnt man mit Wasser, filtrirt ab und wäscht den Rückstand aus.
a. Nachdem der $Rückstand$ getrocknet ist, glüht und wägt man ihn (§. 92. 2.). Derselbe besteht aus schwefelsaurem Bleioxyd, durch Säure unzersetzter Gangart, Kieselsäure etc. Man erhitzt den Rückstand, oder einen aliquoten Theil desselben, mit Salzsäure zum Kochen, filtrirt nach einiger Zeit die Flüssigkeit ab, doch so, dass der Niederschlag nicht mit aufs Filter kommt, übergiesst von Neuem mit Salzsäure, kocht wieder und fährt so fort, bis alles schwefelsaure Bleioxyd gelöst ist; zuletzt bringt man Alles aufs Filter, wäscht mit siedendem Wasser aus, bis jede Spur Chlorblei entfernt ist, trocknet, glüht und wägt den Rückstand. Zieht man seine Menge von der des oben gewogenen ab, so ergiebt sich die Menge des schwefelsauren Bleioxyds, welche in jenem enthalten war.
b. Die salpetersaure $Lösung$ verdampft man zunächst, um den Ueberschuss der freien Säure zu entfernen, fast zur Trockne, dann verdünnt man und prüft mit sehr verdünnter Salzsäure auf $Silber$. Entsteht ein Niederschlag, so vermehrt man die Menge der Salzsäure, wenn nöthig, und bestimmt das Chlorsilber, nachdem es mit siedendem Wasser ausgewaschen worden ist. Im Filtrate bestimmt man zunächst die darin noch vorhandene Schwefelsäure mittelst essigsauren Baryts, dann fällt man mit Schwefelwasserstoff. Der Niederschlag enthält neben etwas Schwefelblei möglichenfalls Schwefelkupfer, vielleicht auch noch andere Schwefelmetalle. Man trennt dieselben, sowie die im Filtrat durch Schwefelammonium fällbaren Metalle, nach den Methoden des 6. Abschnittes.
Die Quantität des Schwefels ergiebt sich, wenn man die in a. (im schwefelsauren Bleioxyd) und die in b. (im schwefelsauren Baryt) gefundenen addirt.
Um ganz kleine Mengen Silber und die (nach $Percy$ und $Smith$) häufig vorkommenden sehr geringen Spuren von Gold zu finden und in Bleiglanzen zu bestimmen, schmelzt man am besten eine grössere Menge Bleiglanz mit kohlensaurem Natron und Salpeter zusammen (10 Thle. Bleiglanz, 30 Thle. kohlensaures Natron, 3 Thle. Salpeter) bestimmt im erhaltenen Regulus das Silber durch Cupellation (§. 131. 7.) und trennt es sodann vom Gold durch Salpetersäure.
14. $Zinkerze.$
§. 209.
A. $Galmei und Kieselzinkerz.$
Ersterer besteht aus kohlensaurem Zinkoxyd, welches gewöhnlich grössere oder kleinere Beimengungen von Eisenoxydul, Manganoxydul, Bleioxyd, Cadmiumoxyd, Kalk, Magnesia und Kieselsäure enthält; letzteres aus kieselsaurem Zinkoxyd, welchem Silicate von Bleioxyd, Zinnoxyd, Manganoxyd, Eisenoxyd etc. beigemengt sein können.
Das Erz wird fein gepulvert und bei 100° getrocknet.
a. Man behandelt eine Probe nach §. 111. II. a., d. h. man scheidet die Kieselsäure auf die gewöhnliche Art ab. Da ihr meist Sand oder unzersetzte Gangart beigemischt ist, so ist sie davon durch kochende Sodalösung zu trennen (§. 201. b.).
b. Beim Behandeln des Rückstandes mit Salzsäure und Wasser sorgt man, dass auf 30 Thle. von jener etwa 100 Thle. Wasser kommen (Seite 310. Anmerk.).
c. Die so erhaltene Lösung fällt man mit Schwefelwasserstoff und trennt etwa gefällte Metalle nach den Methoden des 5. Abschnittes.
d. Das Filtrat neutralisirt man mit Ammon, fällt mit Schwefelammonium, behandelt den Niederschlag genau nach §. 85. b., wägt das erhaltene, Eisen- und Manganoxyd enthaltende Zinkoxyd, bestimmt darauf in einer abgewogenen Probe das Mangan volumetrisch (§. 128. B. 10. d.), endlich in der hierbei erhaltenen Lösung das Eisenoxyd, nach Reduction mit Zink, mit Chamäleonlösung, wie in §. 206.
e. In der vom Schwefelzink abfiltrirten Flüssigkeit bestimmt man Kalk und Magnesia nach §. 127. A.
f. Die Kohlensäure bestimmt man in einer besonderen Probe nach §. 110. I. b.
g. Enthält das Mineral Wasser, so ist dessen Gehalt nach §. 19 zu ermitteln.
B. $Zinkblende.$
Dieselbe besteht aus Schwefelzink, dem häufig andere Schwefelmetalle beigemengt sind, namentlich die des Bleis, Cadmiums, Kupfers, Eisens, Mangans. Ausserdem hat man bei der Analyse auf die eingemengte Gangart Rücksicht zu nehmen.
Die Blende wird sehr fein zerrieben und bei 100° getrocknet.
a. Enthält dieselbe kein Blei, so bestimmt man darin den Schwefel nach §. 116. II. 1., oder, und zwar gewöhnlich, nach §. 116. II. 2. a. [Greek: a]. oder [Greek: b]., enthält sie Blei, so verfährt man wie in §. 208 angegeben.
b. Die Bestimmung der Basen nimmt man am besten in einer zweiten Portion vor. Bei Abwesenheit von Blei löst man dieselbe in Salzsäure unter Zusatz von Salpetersäure und verfährt mit der Lösung wie in §. 209. A., -- bei Anwesenheit von Blei ist folgende Methode bequem und genau. Man erhitzt mit rauchender Salzsäure bis zur vollständigen Zersetzung, verdampft zur Syrupdicke und verdünnt mit dem 5- oder 6fachen Volum starken Alkohols. Nach einigen Stunden filtrirt man das Chlorblei sammt der ungelöst gebliebenen Gangart auf einem gewogenen Filter ab, wäscht es mit Alkohol aus, trocknet, wägt, behandelt mit siedendem Wasser, bis alles Chlorblei gelöst ist, wägt den gebliebenen Rückstand wieder und findet aus der Differenz das Chlorblei. Das Filtrat befreit man durch Abdestilliren oder Verdunsten von Alkohol und verfährt sodann mit der salzsauren Lösung nach §. 209. A.
* * * * *
$Anhang zu II.$
$Bestimmung des Traubenzuckers und Fruchtzuckers, des Rohrzuckers, Milchzuckers, Stärkemehls und Dextrins.$
Da die Bestimmung der in der Ueberschrift genannten Verbindungen bei der Analyse landwirthschaftlicher und technischer Producte, sowie bei der pharmaceutischer Präparate sehr häufig vorkommt, auch im Hinblick auf die Untersuchung diabetischen Harnes von Wichtigkeit ist, so gebe ich einige der besten von den hierzu dienenden Methoden in diesem Anhange.
Sieht man von den rein physikalischen Verfahrungsweisen ab, welche sich entweder auf das specifische Gewicht der Zuckerlösungen, oder auf ihr Verhalten zum polarisirten Lichte gründen, so bieten sich zur Bestimmung des Traubenzuckers und somit auch zu der der übrigen Verbindungen, welche sich in Traubenzucker überführen lassen, hauptsächlich zwei Methoden dar. Nur diese letzteren sollen hier betrachtet werden.
A. $Methoden, welche auf der Reduction von Kupferoxyd zu Kupferoxydul beruhen[130].$
§. 210.
Erhitzt man eine Lösung, welche Kupfervitriol, neutrales weinsaures Kali und Natronlauge $im richtigen Verhältnisse$ enthält, für sich, selbst bis zum völligen Kochen, so bleibt sie unverändert; erwärmt man sie dagegen nach Zusatz von Traubenzucker, so scheidet sich Kupferoxydul aus. Die Menge des so reducirten Kupferoxyds entspricht der Menge des zugesetzten Traubenzuckers, und zwar reducirt 1 Aeq. des letzteren (C_{12}H_{12}O_{12}) = 2250, 10 Aeq. Kupferoxyd = 4960 ($Fehling$, C. $Neubauer$). Kennt man daher die Menge des reducirten Kupfers, so kennt man auch die des zugesetzten Traubenzuckers.
[130] Vergl. $Fehling$, über die quantitative Bestimmung von Zucker und Stärkemehl mittelst Kupfervitriols, Annal. der Chem. u. Pharm. Bd. 72, S. 106 und $C. Neubauer$, Archiv der Pharm. 2. Reihe, Bd. 72, S. 278.
Auf dieses Princip lassen sich zwei Methoden gründen. Man kann nämlich entweder zu einer Kupferlösung von bekanntem Gehalte gerade so viel Traubenzuckerlösung setzen, als erforderlich ist, um alles Oxyd zu reduciren, oder man kann die Kupferlösung im Ueberschuss anwenden und das abgeschiedene Oxydul bestimmen. Die erstere Methode ist die am häufigsten angewandte; zu der anderen nimmt man seine Zuflucht, wenn dunkelgefärbte Flüssigkeiten ein genaues Beobachten der vollendeten Ausscheidung erschweren.
Ich spreche zuerst von der Bestimmung des Traubenzuckers, sodann von der Art, wie man Rohrzucker, Stärkemehl etc. am besten in solchen überführt.
1. $Bestimmung des Traubenzuckers, sofern derselbe in reiner oder fast reiner wässeriger Lösung enthalten ist.$
$Erste Methode.$
$Erfordernisse.$
a. Kupferlösung. Man löst genau 40 Grm. reinen krystallisirten, durch Zerreiben und Pressen von anhängender Feuchtigkeit völlig befreiten Kupfervitriol in etwa 160 Grm. Wasser. Man löst ferner in einem anderen Gefässe 160 Grm. neutrales weinsaures Kali in wenig Wasser, und fügt 600-700 Grm. Natronlauge von 1,12 specif. Gewicht zu. Nun giesst man die erste Lösung nach und nach zu der zweiten und verdünnt die tiefblaue, klare Flüssigkeit genau auf 1155 C.C.[131]. Je 10 C.C. dieser Lösung enthalten 0,3463 Grm. Kupfervitriol und entsprechen genau 0,050 Grm. wasserfreiem Traubenzucker. -- Die Lösung bewahre man an einem kühlen dunklen Orte auf; bevor man sie gebraucht, erhitze man 10 C.C. mit 40 C.C. Wasser einige Minuten lang zum Kochen. Nur wenn sie hierbei unverändert bleibt und ganz und gar kein Oxydul ausscheidet, darf sie angewendet werden.
[131] $Fehling$, welcher diese Vorschrift gegeben hat, lässt auf 1154,4 C.C. verdünnen; in Folge der sehr geringen Abweichung unseres Kupferäquivalentes werden daraus 1155 C.C.
b. Zuckerlösung. Dieselbe muss so verdünnt werden, dass sie etwa 1/2 bis höchstens 1 Proc. Zucker enthält. Fände man daher bei einem ersten Versuche, dass die Concentration noch zu gross ist, so verdünnt man die Lösung mit einer bestimmten Menge Wasser und wiederholt den Versuch.
$Ausführung.$
Man bringt genau 10 C.C. der Kupferlösung in eine Porzellanschale, fügt 40 C.C. Wasser zu, erhitzt zum gelinden Sieden und lässt nun aus einer in 1/5 Grade oder 1/10 C.C. eingetheilten Bürette oder Pipette die Zuckerlösung langsam und portionenweise zufliessen. Die Flüssigkeit erscheint nach Zusatz der ersten Tropfen durch das in der blauen Lösung suspendirte Oxydulhydrat und Oxydul grünlichbraun; je mehr man zusetzt, desto reichlicher und röther ist der Niederschlag und desto schneller setzt er sich ab. Sobald der Niederschlag hochroth erscheint, nimmt man die Lampe weg, lässt den Niederschlag sich ein wenig setzen und neigt die Schale, wobei man leicht die geringste blaugrüne Färbung wahrnehmen kann. Will man ganz sicher gehen, so giesst man eine kleine Portion der klaren überstehenden Flüssigkeit in ein Proberöhrchen, setzt 1 Tropfen Zuckerlösung zu und erhitzt. Schon bei der leisesten Spur noch unzersetzten Kupfersalzes bildet sich ein zuerst wolkenartig erscheinender, gelblichrother Niederschlag. Ist noch ein solcher entstanden, so giebt man die Probe wieder zum Ganzen und fährt mit dem Zusatz der Zuckerlösung fort, bis die Reduction vollendet ist. In der verbrauchten Zuckerlösung sind 0,050 Grm. wasserfreier Traubenzucker enthalten.
Ist der Versuch beendigt, so prüft man, ob der Punkt der eben vollendeten Reduction auch in der That völlig genau getroffen ist, ob also in der Lösung weder Kupfer noch Zucker oder ein braunes Zersetzungsproduct des letzteren vorhanden ist. Man filtrirt zu dem Ende eine Probe der noch ganz heissen Flüssigkeit ab. War der Punkt richtig getroffen, so muss das Filtrat farblos, nicht bräunlich sein, und Proben desselben müssen unverändert bleiben, sowohl wenn man sie mit einem Tropfen Probekupferlösung erhitzt, als auch wenn man sie ansäuert und Ferrocyankalium oder Schwefelwasserstoff zufügt. Findet man, dass Kupferoxyd oder Zucker in wahrnehmbarem Ueberschusse vorhanden ist, so muss der Versuch wiederholt werden.
Die Resultate fallen übereinstimmend aus und sind ganz befriedigend.
$Zweite Methode.$
Dieselbe erfordert die nämlichen Lösungen wie die erste. Man bringt 20 C.C. der Kupferlösung und 80 C.C. Wasser (oder auch eine grössere Menge der in gleicher Weise verdünnten Kupferlösung) in eine Porzellanschale, fügt eine abgemessene Menge der verdünnten Zuckerlösung zu, doch nicht so viel, dass alles Kupferoxyd reducirt werden könnte, und erhitzt etwa 10 Minuten lang auf dem Wasserbade. Nach beendigter Reduction wäscht man das Kupferoxydul durch Decantation mit siedendem Wasser aus. Die abgegossenen Flüssigkeiten filtrirt man durch ein bei 100° getrocknetes, gewogenes Filter, bringt zuletzt auch den Niederschlag darauf, trocknet ihn bei 100° und wägt ihn. Statt dieser Bestimmung kann man auch die $Schwarz'$sche wählen (§. 95. 3. b.), oder das Oxydul bei Luftzutritt glühen und dann durch Behandlung mit rauchender Salpetersäure völlig in Oxyd überführen.
100 Thle. wasserfreier Traubenzucker entsprechen 220,5 Kupferoxyd[132], oder 198,2 Kupferoxydul[133], oder 155,55 Eisen (welches aus dem Zustand des Chlorids in den des Chlorürs übergeführt worden ist).
[132] $Fehling$ (a. a. O.) erhielt bei den Resultaten, welche den höchsten Kupferoxydgehalt geliefert hatten, 219,4 Grm. Oxyd.
[133] $Neubauer$ (a. a. O.) fand bei Versuchen mit Stärkemehl, dass 0,05 desselben 0,112 Kupferoxydul entsprechen. Da 90 Stärkemehl 100 Traubenzucker liefern, so entsprechen 0,05 Stärkemehl 0,0555 Traubenzucker. Somit wurden für 100 des letzteren, statt 198,2, 201,62 Kupferoxydul wirklich erhalten.
Bei Anwendung dieser Methode darf man nicht vergessen, dass das ausgeschiedene Kupferoxydul in der überstehenden Flüssigkeit, sobald dieselbe erkaltet -- unter Zutritt des atmosphärischen Sauerstoffs -- sich allmälig wieder zu Oxyd löst. Man darf daher von der oben angegebenen Art des Auswaschens nicht abweichen.
2. $Modificationen der angegebenen Verfahrungsweisen und Ueberführung von Rohrzucker, Stärkemehl etc. in Traubenzucker.$
a. Die in 1. angegebenen Methoden können auf $Trauben-$, $Apfel-$ etc. $Saft$ ohne Weiteres angewendet werden, nachdem man diesen in geeignetem Maasse verdünnt hat. -- Dasselbe gilt von $diabetischem Harn$. Die in den genannten Fruchtsäften und im normalen Harn enthaltenen sonstigen Stoffe sind ohne Einfluss auf die Probekupferlösung.
b. $Pflanzensäfte, welche dunkel gefärbt sind$ und sich daher zur directen Anwendung nicht eignen, klärt man, indem man eine abgemessene Menge eben zum Kochen erhitzt, dann einige Tropfen Kalkmilch zusetzt, wodurch ein starker Niederschlag (von Albumin, Farbstoff, Kalksalzen etc.) zu entstehen pflegt. Man filtrirt durch Thierkohle, wäscht vollkommen aus und bringt das mit dem Waschwasser gemischte Filtrat auf ein bestimmtes Maass, meist auf das 10-, 15- oder 20fache des ursprünglichen ($Neubauer$).
c. $Rohrzucker oder Rohrzucker enthaltende Pflanzensäfte$ (Zuckerrohr-, Runkelrüben-, Ahorn- etc. Saft) müssen zuvor in Traubenzucker enthaltende Flüssigkeiten übergeführt werden. Es geschieht dies durch andauerndes Erhitzen mit verdünnter Schwefelsäure. So bereitet man z. B. Runkelrübensaft vor, indem man 15-20 C.C. des nach b. geklärten Saftes mit 12 Tropfen verdünnter Schwefelsäure (1SO_{3}, HO + 5 Wasser) 1 bis 2 Stunden lang (am besten im Dampfbade) unter Erneuerung des verdunstenden Wassers kocht, darauf die freie Säure durch eine verdünnte Lösung von kohlensaurem Natron neutralisirt, das Ganze auf das zehnfache Volum des ursprünglichen verdünnt und dann zur Prüfung benutzt.
100 Thle. Traubenzucker (C_{12}H_{12}O_{12}) entsprechen 95 Thln. Rohrzucker (C_{12}H_{11}O_{11}). 10 C.C. der Kupferlösung werden also durch 0,0475 Grm. Rohrzucker zersetzt.
d. Ebenso wie Rohrzucker muss auch $Stärkemehl$ oder $Dextrin$ oder müssen $Stärkemehl oder Dextrin enthaltende Substanzen$ behandelt werden, doch ist bei solchen längere Einwirkung erforderlich. Um z. B. 1 Grm. Amylum in Traubenzucker überzuführen, verfährt man zweckmässig also. -- Man schüttelt dasselbe mit etwa 10 Grm. kaltem Wasser, erhitzt unter Umschwenken bis zur erfolgten Kleisterbildung, fügt 12 Tropfen verdünnte Schwefelsäure (1 : 5) zu, erwärmt, bis die Masse dünnflüssig geworden ist, und kocht alsdann entweder 6-10 Stunden lang in einem schief im Sandbad liegenden Kölbchen unter häufigem Ersetzen des verdunsteten Wassers[134], oder man erhitzt 24 bis 36 Stunden im Dampfbade. Nach geschehener Ueberführung (zu deren Erkennung die öfters vorgeschlagene Reaction mit Jodtinctur nicht hinlänglich zuverlässig ist) verdünnt man auf 100 oder 200 C.C. und prüft wie oben. -- Will man sich auf untrügliche Art überzeugen, dass die Ueberführung des Stärkemehls in Traubenzucker auch wirklich beendigt ist, so nimmt man 20 C.C. der Flüssigkeit, erhitzt sie aufs Neue einige Stunden, spült in eine Messröhre, verdünnt auf 40 C.C. und prüft von Neuem. Man muss jetzt genau doppelt so viel Lösung verbrauchen als beim ersten Versuch; verbraucht man weniger, so ist bei dem fortgesetzten Erhitzen noch Zucker gebildet worden[135]. -- 100 Thle. Traubenzucker (C_{12}H_{12}O_{12}) entsprechen 90 Thln. Stärkemehl (C_{12}H_{10}O_{10}), oder 10 C.C. der Probekupferlösung entsprechen 0,045 Stärkemehl.
[134] Verschliesst man den Kolben mit einem Kork, der ein stumpfwinklig gebogenes Glasrohr trägt, das in einen aufwärts gerichteten Kühlapparat führt, so fliesst das verdunstete Wasser von selbst zurück.
[135] Auch durch einige Stunden fortgesetzte Digestion des in Kleister verwandelten Stärkemehls mit einer abgemessenen Menge Malzaufguss bei etwa 60-70° C. lässt sich dasselbe vollständig in Zucker überführen. Bestimmt man alsdann in einer gleichen Menge eben so lange erhitzten Malzaufgusses den darin schon vorhandenen Zucker, so ergiebt die Differenz den aus Stärke entstandenen.
e. $Milchzucker$ reducirt die Probekupferlösung direct, aber in ganz anderem Verhältniss als Traubenzucker; denn während 1 Grm. des letzteren 6,926 Kupfervitriol zersetzt, reducirt 1 Thl. Milchzucker nach $Neubauer$ 4,331 nach $Mathäi$[136] 4,158 Thle., oder 10 C.C. der Probekupferlösung entsprechen 0,08 Grm. Milchzucker.
[136] Archiv der Pharm., 2. Reihe, Bd. 72, S. 293.
Es ist daher am räthlichsten, die vorräthige Kupferlösung mit Hülfe einer titrirten Milchzuckerlösung auf ihren Wirkungswerth zu prüfen und sie dann zur Bestimmung von Milchzuckerlösungen anzuwenden, deren Gehalt erst noch bestimmt werden soll. -- Zur Bestimmung des Milchzuckers in der Milch scheidet man in der Kochhitze das Casein durch etwas Essigsäure ab, klärt die colirten Molken mit ein wenig Eiweiss, filtrirt, bringt durch Zusatz von Wasser auf das 10fache Volum und prüft alsdann nach der obigen Angabe.
B. $Methode, welche auf der Zersetzung des Zuckers durch geistige Gährung beruht$[137].
§. 211.
1. Eine zuckerhaltige Flüssigkeit mit Ferment oder Hefe der geeigneten Temperatur ausgesetzt, unterliegt der geistigen Gährung. Aus den Elementen von 1 Aeq. wasserfreiem Traubenzucker bilden sich 2 Aeq. Alkohol und 4 Aeq. Kohlensäure (C_{12}H_{12}O_{12} = 2(C_{4}H_{6}O_{2}) + 4CO_{2}). Kennt man somit die Menge der auf diese Art erzeugten Kohlensäure, so lässt sich daraus die Quantität Zucker berechnen, welche zersetzt worden ist. 100 Thle. wasserfreier Traubenzucker liefern 51,11 Alkohol und 48,89 Kohlensäure.
[137] Vergl. $Krocker$, über die Bestimmung des Stärkemehlgehaltes in vegetabilischen Nahrungsmitteln, Annal. der Chem. und Pharm. Bd. 58, S. 212.
2. Um nun die bei der Gährung entweichende Kohlensäure auf eine bequeme Art zu bestimmen, bedient man sich zweckmässig des in §. 110 Fig. 47 abgebildeten Apparates. Das Kölbchen A sei ziemlich gross, B möglichst klein. Das Wachsstöpfchen auf b bleibt weg.
3. Von der zuckerhaltigen Flüssigkeit nimmt man eine solche Menge, dass darin etwa 2 Grm. wasserfreier Zucker enthalten sind. Nimmt man viel mehr, so dauert die Gährung allzulange, nimmt man viel weniger, so wird die Bestimmung ungenau, weil dann die Quantität der zu wägenden Kohlensäure zu gering ist.
4. Was die Concentration der Flüssigkeit betrifft, so enthalte die Zuckerlösung auf 1 Zucker etwa 4-5 Wasser, verdünntere Lösungen sind daher durch Abdampfen im Wasserbade zu concentriren.
5. Man bringt die Zuckerlösung in das Kölbchen A, setzt einige Tropfen Weinsteinsäurelösung und eine verhältnissmässig bedeutende und gewogene Menge ausgewaschener Hefe zu, z. B. 20 Grm. frische oder eine entsprechende Menge Presshefe. (Da die Hefe für sich auch etwas Kohlensäure zu entwickeln pflegt, so kann man zu gleicher Zeit eine abgewogene grössere Menge derselben in einen ähnlichen Apparat bringen, um die aus derselben entbundene Kohlensäure bestimmen und für jene 20 Grm. in Abrechnung bringen zu können.)
6. Man tarirt oder wägt jetzt den Apparat genau und stellt ihn dann an einen Ort, an dem er ziemlich constant auf einer Temperatur von 25° erhalten wird. Die Gährung tritt bald ein, verläuft im Anfang rasch, verlangsamt sich aber später mehr und mehr. Wenn keine Gasblasen mehr durch die Schwefelsäure austreten (nach 4-5 Tagen), ist der Versuch beendigt. Man erwärmt alsdann das Kölbchen A durch Einstellen in heisses Wasser, nimmt es heraus, saugt mittelst eines durchbohrten Korkes die noch im Apparat befindliche Kohlensäure bei d aus, lässt erkalten und wägt wieder. Die Gewichtsabnahme ist gleich der entwichenen Kohlensäure; multiplicirt man deren Menge mit 2,045, so findet man die ihr entsprechende Menge Traubenzucker.
7. Sollen stärkemehlhaltige Substanzen auf diese Art untersucht werden, so führt man das Stärkemehl derselben nach der in §. 210. 2. d. angegebenen Weise in Traubenzucker über, dampft die Flüssigkeit im Wasserbade bis zur syrupartigen Consistenz ab, bringt sie in das Kölbchen A, setzt, zur Entfernung der freien Schwefelsäure, eine sehr concentrirte Lösung von neutralem weinsauren Kali in der Menge zu, dass schwefelsaures und saures weinsteinsaures Kali entsteht (die Reaction auf Lackmus giebt hierbei einen ziemlich sicheren Anhaltspunkt), und unterwirft alsdann der Gährung. Von Mehlarten wendet man etwa 3, bei Kartoffeln 6-8 Grm. an.
III. $Analyse der Pflanzenaschen$[138].
§. 212.
Seitdem durch die Ergebnisse der Agriculturchemie der Satz festgestellt wurde, dass zur Entwickelung jeder Pflanze gewisse unorganische Bestandtheile, welche bei verschiedenen Pflanzen verschieden sind, erfordert werden, ist ein Streben rege geworden, die für die einzelnen Gewächse -- namentlich die Culturpflanzen, und ferner die Unkräuter, weil diese Rückschlüsse auf die im Boden enthaltenen Bestandtheile gestatten -- nothwendigen unorganischen Bestandtheile kennen zu lernen. -- Diesen Zweck suchte man durch die Analyse der Asche zu erreichen, welche durch Verbrennen der ganzen Pflanzen, oder auch einzelner Theile derselben (z. B. der Samen) erhalten wurde. -- Wenngleich es nun feststeht, dass auf diesem Wege völlig genaue Resultate nicht erhalten werden können, weil die Asche die Summe der in den Pflanzen enthaltenen unorganischen Bestandtheile nicht ganz richtig darstellt, so kennt man doch gegenwärtig, wenn man von einigen in dieser Hinsicht angestellten Versuchen absieht[139], noch kein besseres und keinesfalls ein für alle Pflanzenstoffe anwendbares und genügendes Mittel zur Erreichung des oben angeführten Zweckes. Es bleibt daher, wenigstens für die nächste Zukunft, die Analyse der Pflanzenaschen immer noch eine sehr beachtenswerthe Aufgabe, und aller Wahrscheinlichkeit nach wird sie es immer bleiben, da ihre Ergebnisse, wenn auch nicht den Anforderungen der Physiologie, so doch denen der Landwirthschaft dauernd genügen werden.
[138] Da die Analyse der Aschen thierischer Substanzen nicht so häufig vorgenommen zu werden pflegt, als die der Pflanzenaschen, indem sie fast nur Zwecken der Wissenschaft, weniger solchen der Praxis dient, habe ich die ausführliche Beschreibung derselben im Text weggelassen. Ich bemerke nur kurz, dass man zu ihrer Einäscherung und Analyse sich derselben Verfahrungsweisen bedienen kann, welche im Text angegeben sind. -- Die Substanzen, welche schmelzen, erhitzt man, nach H. $Rose$, erst in einer Platinschale unter Umrühren, bis sie ihren flüssigen Zustand verloren haben und die organische Materie der Hauptsache nach zerstört ist. Der grösstentheils verkohlte Rückstand wird dann in einen Platintiegel, oder auch jetzt ohne Nachtheil in einen Thontiegel gebracht und mit gut aufgelegtem Deckel bis zur dunkeln Rothgluth erhitzt. Die so erhaltene Kohle verbrennt man mit Hülfe von Platinschwamm. -- Auch die im Text beschriebene $Strecker$'sche Methode der Einäscherung eignet sich sehr gut für thierische Substanzen. -- $Strecker$ macht in seiner Abhandlung (Annal. der Chem. und Pharm. 73. 370) darauf aufmerksam, dass die Asche thierischer Substanzen in manchen Fällen nicht unbedeutende Mengen von cyansauren Salzen enthält. Man zerstört dieselben am einfachsten, indem man die Aschen mit Wasser befeuchtet und hierauf allmälig zum Glühen erhitzt. In der Regel genügt ein einmaliges Befeuchten zur Verwandlung der cyansauren Salze in kohlensaure. -- Specielle Angaben über die Analyse der Asche thierischer Substanzen finden sich in der Abhandlung von F. $Verdeil$, über die Analyse der Asche des Blutes des Menschen und mehrerer Thiere (Annal. der Chem. und Pharm., 69. 89; -- Pharmac. Centralbl. 1849, 198; -- $Liebig$ und $Kopp$, Jahresber. 1849, 598), sowie in der von $Fr. Keller$ "über die Asche der Fleischbrühe und des Fleisches" (Annal. der Chem. und Pharm., 70. 91; -- Pharmac. Centralbl. 1849, 581; -- $Liebig$ und $Kopp$, Jahresbericht 1849, 599).
[139] $Caillat$ giebt an, es sei ihm gelungen, krautartigen Gewächsen (Klee, Lucerne, Esparsette) durch Behandlung mit verdünnter Salpetersäure die organischen Bestandtheile so vollständig zu entziehen, dass die leicht verbrennliche rückständige Masse auf 10 Grm. angewendeten Vegetabils nur 18-22 Milligramme aus Kieselsäure und Eisenoxyd bestehende Asche hinterlasse. Diese Behandlung liefere ausserdem eine grössere Menge von Aschenbestandtheilen, namentlich von Schwefelsäure, als man durch Einäscherung der Pflanze gewinnen könne. (Compt. rend. XXIX, 137. -- Jahresber. von $Liebig$ und $Kopp$, 1849, 601.)
Da nach den bisherigen Erfahrungen die Aschen der Gewächse nur eine beschränkte Anzahl von Säuren und Basen enthalten, so lassen sich zu ihrer Analyse allgemein anwendbare Verfahrungsweisen aufstellen, von denen ich, weil sie manche Besonderheiten darbieten und häufig angewendet werden, die mittheilen will, welche mir die einfachsten und besten scheinen. Dass ich mich dabei nicht auf eine ausführliche Kritik der sehr zahlreichen und wesentlich von einander abweichenden in Vorschlag gekommenen Methoden einlassen kann, ergiebt sich aus dem Zwecke des Buches.
Die Stoffe, welche man allgemeiner verbreitet in den Pflanzen antrifft, sind folgende:
$Basen$:
Kali, Natron, Kalk, Magnesia, Eisenoxyd, Manganoxyd; --
$Säuren oder sie vertretende Körper$:
Kieselsäure, Phosphorsäure, Schwefelsäure, Kohlensäure, Chlor.
Ausserdem findet man zuweilen Thonerde (wohl nur von Verunreinigungen herrührend), Fluor, Jod, Brom, Cyanmetalle und cyansaure Salze (nur in der Asche sehr stickstoffhaltiger Körper), Schwefelmetalle und häufig geringe Spuren von Kupferoxyd. Von den hier genannten Stoffen sind die meisten unzweifelhaft bereits Bestandtheile der unzerstörten Vegetabilien gewesen, manche dagegen können als solche vorhanden gewesen, aber auch erst durch die Einäscherung entstanden sein, und gewisse endlich verdanken nur dem genannten Zerstörungsprocess ihre Entstehung. So können die schwefelsauren und ausnahmsweise selbst die kohlensauren Salze der Asche schon Bestandtheile der Pflanze gewesen sein, sie können aber auch erst durch Zerstörung von Salzen mit organischen Säuren und durch Verbrennen des in jeder Pflanze enthaltenen unoxydirten Schwefels entstanden sein, -- so entstehen die Schwefelmetalle durch Einwirkung der Kohle auf schwefelsaure Salze bei mangelndem Luftzutritt, die Cyanmetalle durch Erhitzung stickstoffhaltiger Kohle mit kohlensauren Alkalien, die cyansauren Salze durch Oxydation der Cyanmetalle etc.
Die Mannigfaltigkeit dieser Bestandtheile und der Umstand, dass einige derselben in der Regel nur in sehr kleiner Menge zugegen sind, machen die Aufstellung allgemein passender Methoden zu einer nicht ganz leichten Aufgabe, zumal man Grund hat, darnach zu streben, dass die Methoden mit der nothwendigen Genauigkeit den Vortheil verbinden, einigermaassen schnell zum Ziele zu führen. --
Ich spreche im Folgenden $erstens$ von der Bereitung der zur Analyse zu verwendenden Asche, $zweitens$ von der Analyse der Pflanzenaschen, $drittens$ von der Darstellung der Resultate und $viertens$ von der Berechnung der gefundenen Aschenbestandtheile auf die Pflanzen oder Pflanzentheile, denen sie angehört haben.
A. $Bereitung der Asche.$
§. 213.
Bei der Bereitung einer Asche sind folgende Bedingungen zu erfüllen:
1) die zu verbrennenden Pflanzen oder der zu verbrennende Pflanzentheil muss frei sein von allen anhängenden Verunreinigungen;
2) die Asche muss möglichst wenig unverbrannte Theile enthalten;
3) durch den Process des Einäscherns dürfen keine wesentlichen Bestandtheile verloren gehen.
Um die $erste$ Bedingung zu erfüllen, hat man demnach die betreffenden Pflanzen oder Pflanzentheile sorgfältig auszusuchen und zu reinigen. Nicht immer gelingt es, anhängenden Sand oder Thon durch blosses Reiben und Bürsten zu entfernen; es ist dies namentlich bei kleinen Samenkörnern der Fall. -- H. $Rose$ giebt zu deren Reinigung folgende Vorschrift. Man übergiesst sie in einem Becherglase mit einer nicht zu grossen Menge destillirten Wassers, rührt einige Augenblicke mit einem Glasstabe gut um, bringt sie dann auf ein weitlöcheriges Sieb, das den feinen Sand durchlaufen lässt, die Samenkörner aber zurückhält. Diese Operation wiederholt man einige Male, lässt aber dabei die Körner nie lange mit dem Wasser in Berührung, weil aus ihnen sonst auflösliche Salze könnten ausgezogen werden. Man bringt dann den Samen auf ein leinenes Tuch und reibt ihn zwischen demselben, wodurch auch der feine an den Körnern haftende Sand fortgenommen wird. Der so gereinigte Samen ist fast völlig frei von fremden Beimengungen. Man trocknet ihn, um ihn später einäschern zu können.
Zur Erfüllung der $zweiten$ und $dritten$ Bedingung hat man vornehmlich ins Auge zu fassen, dass die Einäscherung bei möglichst niederer Temperatur (dunkler Rothglühhitze) und bei einem weder zu starken noch zu schwachen Luftzutritt vor sich gehe; denn ist der letztere zu stark, so werden leicht Theile der Asche fortgerissen, ist er zu gering, so dauert die Einäscherung zu lange, auch finden leicht Reductionsprocesse statt, -- glüht man zu stark, so schmelzen nicht allein die Chlormetalle und Phosphate der Alkalien und erschweren, indem sie die Kohle umhüllen, deren Verbrennung ausserordentlich, sondern es verflüchtigen sich auch leicht Chlormetalle, und selbst Phosphorsäure kann verloren gehen, indem, wie $Erdmann$ zuerst gezeigt hat, saure Phosphate der Alkalien, mit Kohle geglüht, unter Reduction und Verflüchtigung eines Theiles des Phosphors in neutrale Salze übergehen. -- Während man nun durch die Methode der Einäscherung und nöthigenfalls durch Vermischung der einzuäschernden Substanz mit Baryt oder Kalk jedem Verlust an Chlormetallen, Phosphorsäure und Schwefelsäure vorbeugen kann, gelingt dies nicht in Betreff der Kohlensäure. Niemals wird man daher durch die Bestimmung der letzteren irgend einen sicheren Rückschluss auf Bestandtheile des Vegetabils machen können, indem sich nicht einmal $der$ Satz als richtig erwies, dass kohlensaure Salze in der Asche einer (kohlensaure Salze nicht enthaltenden) Pflanze auf das Vorhandensein organischsaurer Salze in dieser schliessen lassen; denn wie $Strecker$ gezeigt hat, bilden sich kohlensaure Alkalien, wenn dreibasisch phosphorsaure mit einem grossen Ueberschuss von Zucker, beziehungsweise dessen Kohle, geglüht werden, während gleichzeitig pyrophosphorsaure Alkalien entstehen. Erwägt man dieses Factum und berücksichtigt man, dass umgekehrt pyrophosphorsaure Alkalien, mit kohlensauren stark geglüht, in dreibasisch phosphorsaure übergehen, so ergiebt sich, dass das Auffinden dreibasischer oder zweibasischer phosphorsaurer Salze in einer Asche ebenfalls abhängig sein kann von der Art, nach welcher dieselbe bereitet worden ist.
Ich gehe jetzt zur Beschreibung der Methoden über, welche man zur Darstellung der Asche wählen kann.
1. Einäscherung in der Muffel.
Diese Art der Einäscherung, welche zuerst von $Erdmann$[140], später von $Strecker$[141] empfohlen worden und gegenwärtig in den meisten Laboratorien eingeführt ist, hat die früher übliche, wonach die Substanz in schief liegenden hessischen Tiegeln verkohlt wurde, fast ganz verdrängt.
[140] Ann. d. Chem. u. Pharm. 54. 353.
[141] Ann. d. Chem. u. Pharm. 73. 366.
Die Muffeln, welche ich anwende, sind von der Masse der hessischen Tiegel, 28 Cm. tief, 11 Cm. breit, 6 Cm. hoch. Die Maassangaben beziehen sich auf die Dimensionen im Lichten. Die Muffeln befinden sich eingemauert in Oefen mit drehbarem Rost, haben kein Abzugsrohr und werden vorn durch einen mit Löchern versehenen Deckel lose verschlossen. Die so entstehende Luftcirculation genügt zu dem Verbrennen der verkohlten Substanz vollständig.
Man trocknet zunächst die einzuäschernde Substanz (etwa 100 Grm.) bei 100 oder 110°. Saftige Wurzeln oder fleischige Früchte zerschneidet man zu dem Behufe und legt sie auf Glasplatten. Die getrocknete Substanz wägt man am besten, bringt sie dann in einer flachen Platin- oder Porzellanschale (besser noch in einer flachen, gerade in die Muffel passenden Platin- oder Porzellankapsel) in die Muffel und erhitzt diese allmälig. Sobald keine brenzlichen Producte mehr entweichen, steigert man die Hitze ein wenig, aber nicht weiter als bis zu einer ganz gelinden, bei Tage nicht sichtbaren Rothglühhitze. Bei dieser Temperatur, bei welcher weder Kochsalz noch pyrophosphorsaures Natron schmilzt, verbrennt die Kohle unter schwacher Glüherscheinung, und es genügen 12 Stunden, um eine zur Analyse hinreichende Menge von kohlefreier Asche zu erhalten. -- Substanzen, welche sich zu dieser Art der Einäscherung nicht eignen, verkohlt man zuerst in einem grossen bedeckten Platin- oder auch hessischen Tiegel bei gelinder Rothgluth und verbrennt dann die verkohlte Masse in der Muffel. Umrühren der in der Einäscherung begriffenen Substanz ist in der Regel unzweckmässig, weil sie dadurch an Lockerheit verliert. Bei dieser Methode der Einäscherung verflüchtigt sich, nach $Strecker$, kein Kochsalz.
Nach beendigter Verbrennung wägt man die erhaltene Asche, zerreibt und mischt sie und bringt sie zunächst in ein gut schliessendes Pulverglas.
2. Einäscherung in der Schale, mit Hülfe künstlichen Luftzuges, nach F. $Schulze$[142].
Man verkohlt die bei 100° getrocknete, gewogene organische Substanz im Tiegel bei gelinder Rothglühhitze, bringt die Kohle in eine flache Platinschale, legt über dieselbe ein Dreieck von Platindraht und stellt auf dieses einen gewöhnlichen Lampencylinder (oder auch einen hinlänglich weiten Retortenhals; den Cylinder kann man auch in einen Retortenhalter einspannen und ihn so über der Schale befestigen). Unter die Schale braucht man nur die einfache Weingeistlampe zu stellen. Durch den verstärkten Luftzug, welchen der Cylinder veranlasst und welchen man dadurch reguliren kann, dass man einen längeren oder kürzeren anwendet und ihn niedriger oder höher stellt, gelingt die Einäscherung bei der angegebenen niederen Temperatur selbst bei Getreidekörnern auf überraschende Weise[143]. Nach vollendeter Einäscherung wägt man die Asche und verfährt wie in 1.
[142] Briefliche Mittheilung.
[143] F. $Schulze$ bedient sich dieses Mittels auch bei der gewöhnlichen Filtereinäscherung, indem er den Tiegel mit dem Filter in die Schale stellt.
3. Einäscherung in der Muffel unter Zusatz von Baryt, nach $Strecker$ (a. a. O.).
Die organische Substanz wird bei 100° getrocknet und in einer Porzellan- oder Platinschale über der Lampe schwach verkohlt. Die Kohle feuchtet man mit einer concentrirten Lösung von $reinem$ Barythydrat an, und verwendet hierzu soviel, dass die nach dem Verbrennen bleibende Asche etwa die Hälfte ihres Gewichtes an Baryt enthält. Die angefeuchtete Kohle wird wieder getrocknet und bei möglichst niederer Temperatur in der Muffel verbrannt. Die Asche schmilzt hierbei nicht; sie bleibt voluminös und locker, so dass eine vollständige Verbrennung der Kohle sich erreichen lässt. Der Rückstand muss noch einen ansehnlichen Ueberschuss von kohlensaurem Baryt enthalten. Ist dies nicht der Fall, so kann man einen Verlust von Schwefel oder Phosphor befürchten und thut daher besser, eine neue Portion mit einem grösseren Zusatz von Baryt einzuäschern. Der eingeäscherte Rückstand wird nun fein gepulvert und innig gemischt.
4. Einäscherung mit Hülfe von Platinschwamm, nach H. $Rose$.
Man verkohlt zunächst etwa 100 Grm. der bei 100° getrockneten Substanz im Platin- oder Thontiegel bei dunkler Rothglühhitze, reibt die verkohlte Masse im Porzellanmörser fein, mischt sie mit 20-30 Grm. Platinschwamm aufs Innigste, bringt das Gemenge portionenweise in eine flache dünne Platinschale und erhitzt über der Lampe mit doppeltem Luftzuge. Nach kurzer Zeit, noch ehe dies Gemenge ins Glühen gekommen ist, fängt jedes Kohlentheilchen an zu verglimmen, und die Oberfläche des schwarzen Gemenges überzieht sich mit einer grauen Schicht. Durch fleissiges, vorsichtiges Umrühren mit einem kleinen Platinspatel erneuert man die Oberfläche und befördert die Verbrennung. So lange noch unverbrannte Kohle in der Masse enthalten ist, findet ein Verglimmen statt, sobald sie aber vollständig verbrannt ist, hört jedes sichtbare Erglühen der Masse auf, auch wenn man dieselbe stärker erhitzt. Sind sämmtliche Portionen eingeäschert, so mischt man gleichförmig, trocknet scharf und wägt. Zieht man das Gewicht des zugesetzten Platins ab, so erhält man das der Asche.
B. $Analyse der Asche.$
§. 214.
Nachdem ich im Vorhergehenden die vorzüglichsten Methoden zur Darstellung von Pflanzenaschen mitgetheilt habe, mache ich hier zunächst darauf aufmerksam, dass in bei Weitem den meisten Fällen die Methoden 1 und 2, wenn dieselben richtig ausgeführt werden, vollkommen genügen, indem bei deren Anwendung nur der Gehalt an Kohlensäure und an Schwefel ungenau zu werden pflegt[144]. Da nun die Bestimmung der ersteren auch durch die anderen Methoden nicht genauer wird, und die Ermittlung des Schwefelsäuregehaltes einer Asche von verhältnissmässig geringem Werthe ist, indem man dadurch weder Aufschluss über den in der Pflanze als Schwefelsäure, noch über den im Ganzen in derselben enthaltenen Schwefel enthält, so ist es jedenfalls am sichersten, zur Bestimmung des Schwefels einer vegetabilischen Substanz eine besondere Portion nach §. 156 zu behandeln. --
[144] Vergl. auch $Way$ und $Ogston$, Jahresber. von $Liebig$ u. $Kopp$ 1849. 601.
Ich habe diesen Satz vorausgeschickt, um es zu rechtfertigen, dass ich im Folgenden nur von der Analyse reiner (baryt- und platinfreier) Asche rede. Kommt man in den Fall, die Einäscherungsmethode 3 oder 4 anzuwenden, so bedarf es nur geringer, leicht sich ergebender Modificationen der sogleich zu beschreibenden Methoden.
Nach ihren hauptsächlichsten Bestandtheilen kann man die Aschen in folgende Abtheilungen bringen:
a. Aschen mit vorwaltenden $kohlensauren Alkalien$ und $kohlensauren alkalischen Erden$. -- Eine solche Asche liefern z. B. die Hölzer, die kräuterartigen Gewächse etc.
b. Aschen mit vorwaltenden $phosphorsauren Alkalien$ und $phosphorsauren alkalischen Erden$. -- Hierher gehören fast alle Samenaschen.
c. Aschen mit vorwaltender $Kieselsäure$. -- Eine solche geben die Halme der Gramineen, der Equisetaceen u. s. w.
Wenngleich es einleuchtend ist, dass diese Eintheilung nicht streng sein kann, und dass sich zahlreiche Uebergänge von einer Gruppe zur anderen finden werden, so muss sie doch beibehalten werden, wenn in die jetzt mitzutheilenden analytischen Methoden Klarheit kommen soll, denn der allgemeine Gang erleidet gewisse Modificationen, je nachdem eine Asche zur ersten, zweiten oder dritten Abtheilung gehört.
a. $Qualitative Analyse.$
Da man die Bestandtheile, welche die Aschen zu enthalten pflegen, bereits im Allgemeinen kennt, so wäre es überflüssig, von jeder Asche eine vollständige qualitative Analyse vorzunehmen. -- Es sind nur einige wenige vorläufige Versuche, welche man zu machen hat, sowohl um über die Gegenwart oder Abwesenheit seltener vorkommender Bestandtheile, als auch namentlich um darüber ins Klare zu kommen, zu welcher der oben angeführten Abtheilungen man die Asche zu rechnen hat. -- Diese Versuche sind folgende:
1. $Man prüfe, ob die Asche durch Erwärmen mit concentrirter Salzsäure vollkommen aufschliessbar sei.$ -- Braust eine Asche beim Uebergiessen mit der Säure stark, so kann man von der Aufschliessbarkeit im Voraus überzeugt sein. -- In der Regel sind es nur die an Kieselsäure reichen Aschen der Halme der Gräser etc., welche nicht vollständig aufgeschlossen werden.
2. Versetzt man die salzsaure Lösung irgend einer Asche, nach Abscheidung der Kieselerde, mit essigsaurem Alkali, oder neutralisirt man sie mit Ammon und setzt alsdann freie Essigsäure hinzu, so scheidet sich fast bei allen Aschen ein gelblichweisser, gallertartiger Niederschlag -- phosphorsaures Eisenoxyd -- ab. Es ist nun nothwendig zu wissen, $ob ausser der in diesem Niederschlage befindlichen Phosphorsäure noch eine weitere Menge in der Asche enthalten ist$. Um diese Frage zu entscheiden, filtrirt man den nach angegebener Art erhaltenen Niederschlag ab, und setzt zum Filtrat Ammon im Ueberschuss. -- Entsteht hierdurch $kein$ Niederschlag, oder ist ein sich abscheidender roth, besteht er also aus Eisenoxydhydrat, so enthält die Asche keine weitere Phosphorsäure, -- entsteht aber ein weisser Niederschlag (phosphorsaurer Kalk und phosphorsaures Bittererde-Ammon), so ist es gewiss, dass die Asche mehr Phosphorsäure enthält, als das darin enthaltene Eisenoxyd zu binden vermag, und dass die Asche somit zur zweiten Abtheilung zu rechnen ist.
3. Man prüft auf $Mangan$, indem man ein Theilchen der Asche mit Soda mengt und auf Platinblech der äusseren Löthrohrflamme aussetzt, vergl. Anleit. zur qual. Anal.
4. Man prüft auf Jod, Brom, Fluor und die übrigen der zuweilen in sehr geringer Menge vorkommenden, oben genannten Substanzen, sofern man ein Interesse hat, Spuren derselben nachzuweisen (vergl. Anleit. zur qual. Analyse).
b. $Quantitative Analyse.$
I. $Aschen mit vorwaltenden kohlensauren Alkalien oder alkalischen Erden, in welchen alle Phosphorsäure an Eisenoxyd gebunden ist.$
§. 215.
Sämmtliche Bestandtheile bestimmt man in drei verschiedenen Portionen der Asche, welche wir A, B und C nennen wollen.
In C bestimmt man die Kohlensäure[145], " B " " das Chlor, " A " " alle übrigen Bestandtheile.
[145] Die Bestimmung derselben, wenn auch an und für sich ohne grosse Bedeutung (s. oben), ist nothwendig, um die Analyse zu vervollständigen und so eine gewisse Controle für deren Richtigkeit zu erlangen.
A.
1. $Bestimmung der Kieselerde, der Kohle und des Sandes.$
Man übergiesst 4-5 Grm. der Asche in einem schief gehaltenen Kolben mit concentrirter Salzsäure, so dass die entweichende Kohlensäure keine Tröpfchen der Flüssigkeit mit sich fortreissen kann, und erhitzt gelinde, bis man ausser den leicht zu erkennenden kohligen und sandigen Theilen (welche fast niemals ganz fehlen) keine unaufgeschlossene Asche mehr bemerkt. Man verdampft nun die sorgfältig in eine Porzellanschale gebrachte Lösung im Wasserbade zur Trockne und erhitzt den Rückstand, wie dies bei Abscheidung der Kieselerde geschehen muss, unter Umrühren und Zertheilung der Klümpchen, aber immer nur bei 100° (vergl. §. 111. II. a.). (Braust die Asche beim Uebergiessen mit Säure nur schwach, so kann man sie gleich in der Porzellanschale mit Salzsäure übergiessen, wobei man die Schale jedoch mit einer Glasplatte zu bedecken hat.) --
Nach dem Erkalten befeuchtet man die trockene Masse mit concentrirter Salzsäure, erhitzt nach halbstündiger Einwirkung mit einer gehörigen Menge Wasser zum anfangenden Kochen und filtrirt die saure Flüssigkeit durch ein bei 100° getrocknetes und gewogenes Filter aus starkem Papier.
Auf dem Filter bleibt die Kieselerde, gemengt mit Kohle und Sand, wenn diese zugegen sind. -- Man trocknet es nach vollkommenem Auswaschen sorgfältig und bringt die darin enthaltenen Substanzen in eine Platinschale, ohne das Filter dabei zu beschädigen. (Wenn das Pulver vollkommen trocken war, so gelingt dies sehr gut, und an dem Papier bleibt meistens nur so viel hängen, dass dasselbe von der Kohle gefärbt erscheint.) -- Das Pulver erhält man eine halbe Stunde lang mit reiner (kieselsäurefreier) verdünnter Natronlauge (oder auch mit einer concentrirten Lösung von kohlensaurem Natron) im Sieden, wobei sich nach und nach alle Kieselsäure auflöst, ohne dass etwa zugegebener Sand oder Kohle angegriffen werden. Man filtrirt nun durch das nämliche Filtrum, wäscht das Ungelöste gut aus und trocknet es mit dem Filtrum bei 100°, bis kein Gewichtsverlust mehr stattfindet. Es wird, nach Abzug des Gewichts des Filters, als $Kohle$ und $Sand$ in Rechnung gebracht.
Das mit Salzsäure übersättigte Filtrat giebt, nach §. 111. II. a. behandelt, die Quantität der $Kieselsäure$.
2. $Bestimmung aller übrigen Bestandtheile, ausgenommen Chlor und Kohlensäure.$
Die von der Kieselerde, der Kohle und dem Sand abfiltrirte salzsaure Lösung sammt dem Waschwasser theilt man nach vorhergegangener inniger Mischung dem Volum oder Gewichte nach in drei, oder zweckmässiger in vier Theile, damit man, wenn eine Bestimmung misslingt, den letzten Theil zur Wiederholung derselben benutzen kann. -- Am einfachsten geschieht die Theilung, indem man die Flüssigkeit in einen 200 C.C. fassenden Messkolben filtrirt, denselben mit Hülfe des Waschwassers und zuletzt mit reinem Wasser bis an den Theilstrich anfüllt, schüttelt und nun mittelst einer Pipette dreimal je 50 C.C. abmisst. Wir wollen die drei Portionen a, b und c nennen.
In a bestimmt man das phosphorsaure Eisenoxyd, etwa vorhandenes freies Eisenoxyd und die alkalischen Erden, ferner das Mangan, sofern welches zugegen.
In b die Alkalien.
In c die Schwefelsäure.
a. Bestimmung des phosphorsauren Eisenoxyds etc. und der alkalischen Erden.
Man versetzt die Flüssigkeit mit Ammon, bis der entstehende Niederschlag nicht mehr verschwindet, fügt nun essigsaures Ammon und soviel freie Essigsäure hinzu, dass die Flüssigkeit deutlich sauer reagirt. -- Der bleibende gelblichweisse Niederschlag, der sich bei gelindem Erwärmen am besten abscheidet, ist $phosphorsaures Eisenoxyd$ (3PO_{5}, 2Fe_{2}O_{3}, 3HO + 10 aq.). Es wird abfiltrirt, heiss ausgewaschen, geglüht, gewogen und als solches in Rechnung gebracht. Seine Formel ist nach dem Glühen 3PO_{5}, 2Fe_{2}O_{3} (vergl. §. 72. 4. c.).
Das Filtrat sättigt man mit Ammon und bestimmt darin $Kalk$ und $Magnesia$ nach §. 122. B. 3.
Entsteht jedoch durch Zusatz des Ammons ein Niederschlag von $Eisenoxydhydrat$, so muss dieses erst abfiltrirt und bestimmt werden, -- und ist eine bestimmbare Menge $Mangan$ allein oder neben Eisen zugegen, so hat man die mit Ammon gesättigte Flüssigkeit erst mit Schwefelammonium zu fällen, ehe man zur Bestimmung der alkalischen Erden schreitet. -- Ist der Niederschlag des Schwefelmangans rein, so verfährt man damit nach §. 86. 1. c., -- ist er eisenhaltig, nach §. 128.
b. Bestimmung der Alkalien.
Man versetzt die Flüssigkeit b. (nachdem man durch Verdampfen im Wasserbad den grösseren Theil der freien Säure entfernt hat) mit Barytwasser bis zur stark alkalischen Reaction, erwärmt und filtrirt. Man entfernt auf diese Weise alle Schwefelsäure, alle Phosphorsäure, alles Eisenoxyd und die Bittererde. Den Niederschlag wäscht man so lange aus, bis das letztablaufende Waschwasser Silbersolution nicht mehr trübt, fällt aus dem Filtrat den Barytüberschuss durch mit Ammon versetztes kohlensaures Ammon, lässt absitzen, filtrirt, verdampft in einer Platinschale zur Trockne, glüht, fällt nochmals und wenn nöthig auch noch ein drittes Mal mit Ammon und kohlensaurem Ammon (bis die Lösung des gelinde geglühten Rückstandes durch die genannten Reagentien nicht mehr getrübt wird), verdampft, glüht gelinde, wägt die als Chlormetalle zurückbleibenden Alkalien und trennt $Natron$ und $Kali$ nach §. 120. 1. a.
NB. Statt der beschriebenen Methode kann man auch sehr gut die Bestimmungen a. und b. vereinigen. Man fällt in dem Fall das phosphorsaure Eisenoxyd wie angegeben und verfährt mit dem Filtrate genau nach §. 177. 4. b. Es ist diese Methode namentlich dann zu empfehlen, wenn man wenig Asche hat.
c. $Bestimmung der Schwefelsäure.$
Man fällt die Flüssigkeit c mit Chlorbaryum und bestimmt den Niederschlag nach §. 105.
B.
$Bestimmung des Chlors.$
Man wägt eine zweite Portion der Asche (1-2 Grm.) ab, zieht sie heiss mit Wasser aus, säuert das Filtrat mit Salpetersäure an, fällt mit salpetersaurem Silberoxyd und bestimmt den Niederschlag nach §. 112. I. a.
C.
$Bestimmung der Kohlensäure.$
Man behandelt eine dritte Portion der Asche (die Menge richtet sich nach dem Kohlensäuregehalt) nach §. 110. II. b. [Greek: b].
II. $Durch Salzsäure aufschliessbare Aschen, in welchen ausser der an Eisenoxyd gebundenen Phosphorsäure noch weitere vorhanden ist.$
§. 216.
Die Analyse wird im Allgemeinen gerade so ausgeführt wie in I. (§. 215) angegeben, nur bei A. 2. a. erleidet sie Abänderungen.
Bei Ausfällung des phosphorsauren Eisenoxyds hat man nämlich zunächst Sorge zu tragen, dass etwa mitgefällter phosphorsaurer Kalk durch Essigsäure vollständig wieder gelöst wird; sodann fällt man aus dem sauren Filtrate den Kalk geradezu durch kleesaures Ammon (§. 81. 2. b. [Greek: b].). Das Filtrat theilt man alsdann in zwei gleiche Theile und bestimmt im einen die Magnesia durch Zusatz von Ammon und phosphorsaurem Natron, im anderen die Phosphorsäure durch Zusatz von Ammon und mit Salmiak versetzter schwefelsaurer Magnesialösung. -- Ist die Phosphorsäure in Form zweibasischer Salze zugegen gewesen, so geht man am sichersten, wenn man die zu ihrer Ermittlung bestimmte Hälfte, zuletzt im Platintiegel, verdampft und den Rückstand mit kohlensaurem Natron schmelzt, ehe man die angegebene Bestimmung vornimmt.
Enthält die Asche eine bestimmbare Menge Mangan, so lässt sich diese einfache Methode nicht wohl anwenden, weil alsdann dieses theils mit dem Kalk, theils mit der Magnesia niedergeschlagen würde. Man versetzt daher die von dem phosphorsauren Eisenoxyd abfiltrirte Flüssigkeit (welche noch essigsaures Alkali enthält) mit Eisenchlorid, bis dieselbe in Folge sich bildenden essigsauren Eisenoxyds deutlich roth wird, kocht längere Zeit und filtrirt heiss ab. Durch diese Operation wird alle Phosphorsäure ausgefällt, und man hat somit Mangan, Kalk und Magnesia als Chlormetalle in Lösung. -- Man trennt sie nach §. 127. Sollte der Niederschlag des Schwefelmangans eisenhaltig sein, was in der Regel der Fall ist, so hat man das Mangan vom Eisen nach §. 128 zu scheiden.
* * * * *
N.B. Hat man nicht viel Asche, so kann man die salzsaure Lösung der Portion A auch nur in zwei Theile theilen, a und b. Mit a verfährt man, wie eben angegeben, -- b versetzt man zur Bestimmung der Schwefelsäure mit Chlorbaryumlösung in möglichst geringem Ueberschuss, fällt die Phosphorsäure nach §. 106. I. c. [Greek: c]. (indem man statt des dort angegebenen essigsauren Natrons essigsaures Ammon anwendet) und bestimmt alsdann im Filtrate die Alkalien, nachdem man die Ammonsalze verjagt, die Magnesia mit etwas Kalkmilch, dann Kalk und Baryt mit Ammon und kohlensaurem Ammon ausgefällt hat. -- Wägt man das erhaltene basisch phosphorsaure Eisenoxyd, so dient diese Bestimmung der in a gemachten zur Controle.
III. $Durch Salzsäure nicht aufschliessbare Aschen.$
§. 217.
Kohlensäure findet man in solchen Aschen selten, sollte sich welche finden, so wird sie nach §. 215 bestimmt. Das Gleiche gilt von Chlor. Was die Bestimmung der übrigen Bestandtheile betrifft, so muss derselben eine Aufschliessung vorhergehen. Es kann solche auf verschiedene Weise ausgeführt werden.
1. Man kann nämlich entweder, wie $Will$ und ich es zuerst vorgeschlagen, die Asche mit reiner Natronlauge in einer Platin- oder Silberschale zur Trockne verdampfen. (Hierdurch werden erfahrungsmässig die kieselsauren Verbindungen der Asche vollständig aufgeschlossen, nicht aber, oder nur höchst wenig, etwa beigemengter Sand. -- Die Hitze darf zuletzt nicht so weit gesteigert werden, dass die Masse schmilzt.) -- Man übergiesst den Rückstand alsdann mit verdünnter Salzsäure, dampft ein, behandelt wieder mit Salzsäure und verfährt mit dem unlöslichen Rückstand (Kieselerde, Kohle und Sand) wie oben in §. 215. A. 1., mit der Lösung wie oben in §. 215. A. 2. Dass in letzterer die Alkalien nicht bestimmt werden können, sondern dass dieselben in einer besonderen Portion der Asche, nachdem man solche durch Schmelzen mit Barythydrat oder durch Aufschliessen mit Fluorwasserstoff zersetzt hat, geschehen muss, ergiebt sich von selbst.
2. $Way$ und $Ogston$[146] mischen die Asche mit dem gleichen Gewicht salpetersauren Baryts und tragen sie portionenweise in einen grossen Platintiegel ein. Hierdurch wird die Asche durch Salzsäure leicht zersetzbar und, wenn sie kohlehaltig war, völlig weiss. Die Kieselsäure wird wie in §. 215. A. 1. abgeschieden und der dabei etwa vorhandene und erforderlichenfalls zu bestimmende schwefelsaure Baryt in Rechnung gebracht. Von der salzsauren Lösung verwenden sie eine Portion zur Bestimmung der Alkalien (Verfahren wie in §. 215. A. 2. b.), den Rest fällen sie mit wenig überschüssiger Schwefelsäure aus (aus dem Gewichte des erhaltenen schwefelsauren Baryts berechnen sie, da die Quantität des angewandten salpetersauren Baryts bekannt war, die Menge des ihm etwa anhängenden schwefelsauren Kalkes) theilen das Filtrat in zwei Theile und bestimmen im einen phosphorsaures Eisenoxyd, Kalk und Magnesia (§. 216), im anderen die Phosphorsäure nach §. 106. I. c. [Greek: c].
[146] Journ. of the Royal Agricult. Soc. of England, VIII, part 1. -- Jahresb. von $Liebig$ u. $Kopp$, 1849. 600.
C. $Darstellung der Resultate.$
§. 218.
Das Streben, die Aschen der Pflanzen im Interesse der Pflanzenphysiologie und Agricultur zu analysiren, gehört, wenn man von vereinzelten früheren Arbeiten absieht, der neueren und neuesten Zeit an. Die Fragen, welche durch die Analysen beantwortet werden sollen, sind der Hauptsache nach folgende:
1. Haben die Pflanzen gewisse Bestandtheile in gewisser Menge absolut nöthig, -- und wenn dem so ist, welche?
2. Können manche dieser Bestandtheile durch andere vertreten werden?
3. Hat jede Pflanze eine bestimmte Sättigungscapacität, d. h. ist die Menge des Sauerstoffs, welcher in ihren Basen enthalten ist, stets dieselbe?
Man sieht leicht ein, dass diese Fragen nur durch eine ausserordentlich grosse Anzahl von Analysen mit völliger Sicherheit beantwortet werden können, und dass daher Viele berufen sind, zu ihrer Lösung beizutragen.
Unter diesen Umständen ist es von der grössten Wichtigkeit, dass die sämmtlichen Resultate auf übereinstimmende Weise dargestellt werden, so dass sie mit Leichtigkeit und ohne Umrechnung vergleichbar sind.
Da wir die Art, wie die Basen und Säuren in den Pflanzen verbunden gewesen sind, aus der Asche doch nicht mit Sicherheit ersehen können, und da die Aschen, wie bereits erwähnt, in Bezug auf die Basicität der Phosphate etc. je nach der Stärke des Glühens verschieden ausfallen, so ist es ohne allen Zweifel am räthlichsten, die gefundenen Gewichtsprocente der Basen und Säuren isolirt aufzuführen. Nur in Bezug auf das Chlor ist zu erinnern, dass man es als Chlornatrium (und, wenn nicht genug Natron vorhanden, Chlorkalium) aufführen, die darin enthaltene Menge Natrium auf Natron berechnen und von der Gesammtmenge des Natrons abziehen muss. -- Denn würde man dies nicht thun, so erhielte man jedesmal einen Ueberschuss bei der Analyse, indem man ja das in der Asche enthalten gewesene Chlornatrium nicht als Chlor und Natrium, sondern als Chlor und Natron aufführte. -- Etwa vorhandenes Mangan ist als Oxyduloxyd anzuführen, da es als solches in der Asche enthalten ist. --
Als Beispiel mag die Asche des Buchensamens dienen. $Souchay$ erhielt bei der Analyse desselben:
Kali 18,13 Natron 7,55 Kalk 19,47 Bittererde 9,25 Eisenoxyd 2,12 Manganoxyduloxyd 2,47 Phosphorsäure 16,53 Schwefelsäure 1,75 Chlornatrium 0,69 Kieselerde 1,49 Kohlensäure 9,11 Kohle und Sand 9,39 ------ 97,95.
Diese Darstellung genügt jedoch, wie man leicht ersieht, nicht, wenn man die Resultate mit anderen genau vergleichen will, indem dabei an 20 Procent von Substanzen aufgeführt sind, welche ganz unwesentlich sind, nämlich Kohlensäure und ferner Kohle und Sand. Denn die Menge, in der diese Bestandtheile zugegen sind, oder, wenn man will, ihre Anwesenheit überhaupt, ist in der That nur von zufälligen Umständen (sorgfältigem Reinigen der Substanz, Grad und Dauer des Glühens etc.) abhängig.
Will man also vergleichbare Resultate haben, so muss man dieselben frei machen von dem Einfluss dieser unwesentlichen Bestandtheile. Dies geschieht, indem man Kohlensäure, Kohle und Sand wegstreicht, und die wesentlichen Bestandtheile auf 100 Theile berechnet.
Auf diese Art erhält man z. B. bei der oben angeführten Analyse:
Kali 22,82 Natron 9,50 Kalk 24,50 Bittererde 11,64 Eisenoxyd 2,67 Manganoxyduloxyd 3,11 Phosphorsäure 20,81 Schwefelsäure 2,20 Chlornatrium 0,87 Kieselerde 1,88 ------- 100,00.
Man hat demnach, wenn man allen Anforderungen genügen will, die Resultate jeder Aschenanalyse nach beiden Weisen aufzuführen. Die erste Zusammenstellung lässt alsdann eine Beurtheilung der Genauigkeit, die letztere eine genaue Vergleichung zu. -- Will man ein Uebriges thun, so kann man noch die Sauerstoffmengen der einzelnen Basen berechnen und deren Summe mittheilen.
D. $Berechnung der gefundenen Aschenbestandtheile auf die Pflanzen oder Pflanzentheile, denen sie angehört haben.$
§. 219.
Man pflegte früher gewöhnlich in einer Portion der sorgfältig getrockneten vegetabilischen Substanz durch vorsichtiges Einäschern eines gewogenen kleineren Theiles die Gesammtmenge der Asche zu bestimmen und dann einen grösseren, weniger sorgfältig getrockneten und nicht gewogenen Theil zu verbrennen, um die zur Analyse nöthige Aschenmenge zu gewinnen. War diese analysirt, so ergab sich die Beziehung zur Pflanze leicht durch eine höchst einfache Rechnung. Es lieferten z. B. die Weizenkörner 3 Proc. Asche und diese enthielt 5O Proc. Phosphorsäure, also enthielten 100 Thle. Weizenkörner 1,5 Phosphorsäure etc.
Man sieht auf den ersten Blick, dass diese Methode sehr bequem ist, aber es muss darauf aufmerksam gemacht werden, dass sie nicht in allen Fällen hinlänglich genaue Resultate liefert, da das Gesammtquantum der Asche, wie sich aus den in §. 213 angeführten Gründen ergiebt, keine constante, sondern eine je nach Dauer, Stärke und Art des Glühens in gewissen Grenzen veränderliche Grösse ist. Sofern man daher meistens nicht darauf rechnen kann, dass die bei der Gewichtsbestimmung der Asche erhaltene kleine Portion in ihrer Menge und Zusammensetzung genau übereinstimmt mit der zur Analyse dienenden grösseren Portion, so ist es jedenfalls vorzuziehen, die Gesammtmenge der zur Einäscherung bestimmten Substanz einerseits und die Gesammtmenge der erhaltenen und zur Analyse bestimmten Asche andererseits zu wägen, wie ich dies schon oben angerathen habe.
Will man dies nicht, so lässt sich der vorliegende Zweck auch dadurch mit Genauigkeit erreichen, dass man zuerst eine grössere ungewogene Menge des Vegetabils einäschert, die Asche analysirt und so das relative Verhältniss ihrer Bestandtheile feststellt. Aeschert man dann auch eine kleinere, bei 100° getrocknete und gewogene Portion ein und bestimmt in der Asche einen von den Bestandtheilen, deren Menge durch die Art der Einäscherung gar keine Veränderung erleiden kann, z. B. den Kalk, so lässt sich alsdann, da man die Beziehung seiner Quantität zur Pflanze, wie zu den übrigen Aschenbestandtheilen kennt, auch das Verhältniss leicht berechnen, in dem die übrigen Aschenbestandtheile zur eingeäscherten Substanz stehen.
IV. $Analyse der Bodenarten$[147].
§. 220.
Wenn der Satz wahr ist, dass jede Pflanze zu ihrem Wachsthum und Gedeihen gewisse unorganische Stoffe nöthig hat, und dass ihr diese Stoffe von dem Boden geliefert werden, in welchem sie wurzelt -- und wer wollte diesen Satz bestreiten --, so ist es auch gewiss, dass die Kenntniss der Bestandtheile des Bodens für den Landwirth von der grössten Bedeutung sein müsse, sei es, dass er beurtheilen will, welcher Pflanze ein gegebener Boden die nothwendige Nahrung liefern kann, -- sei es, dass er für eine bestimmte Pflanze einen Boden durch Zufuhr von düngenden Materien geeignet machen will.
[147] Ich kann dieses Capitel nicht beginnen, ohne Herrn Professor $Otto$ meinen Dank gesagt zu haben für den Nutzen, den ich aus seiner schönen Arbeit über Bodenanalyse (siehe $Sprengel$'s Bodenkunde) gezogen habe.
Da nun aber eine Pflanze nur gelöste Substanzen mit ihren Wurzelfasern aufzusaugen und in sich aufzunehmen vermag, so ist es für ihr Gedeihen nicht ausreichend, dass die ihr nothwendigen Bestandtheile überhaupt vorhanden sind, sondern es ist auch erforderlich, dass dieselben in einer Form zugegen sind, in welcher sie von der Pflanze aufgenommen werden können. -- Soll daher die Analyse eines Bodens einen praktisch brauchbaren Schluss auf seine Ernährungsfähigkeit für die oder jene Pflanze abgeben, so muss sie nicht nur die Bestandtheile nachweisen, sondern auch die Zustände, in denen sie enthalten sind.
In diesem Sinne kann man die unorganischen Bodenbestandtheile in drei Abtheilungen bringen, nämlich:
1. Bodenbestandtheile, welche sich in Wasser lösen;
2. Bodenbestandtheile, welche sich nicht in Wasser, wohl aber in verdünnten Säuren lösen;
3. Bodenbestandtheile, welche sich weder in Wasser, noch in verdünnten Säuren lösen.
Die ersteren werden den Pflanzen unmittelbar mit dem Wasser, welches sie aufsaugen, zugeführt, -- die unter 2. genannten vermögen die Pflanzen ebenfalls aufzunehmen, aber schwieriger, indem sie nur durch Vermittelung von Kohlensäure und sauren Zersetzungsproducten verwesender organischer Substanzen (Humussäuren) in auflöslichen Zustand kommen, -- und die letztgenannten endlich müssen erst durch fortschreitende Verwitterung ihre Beschaffenheit ändern, ehe sie überhaupt Einfluss ausüben können.
Die in Wasser löslichen Stoffe dienen also für die nächste Zukunft, die nur in Säuren löslichen sind in ihrer Wirkung nachhaltiger und nur bei gleichzeitiger Anwesenheit verwesender organischer Stoffe wirksam, und die ganz unlöslichen sind zwar für den Augenblick ohne Nährkraft, eröffnen aber meist eine Aussicht für spätere Zeiträume. --
Ausser den unorganischen Bestandtheilen trifft man aber in den meisten, ja fast in allen, Bodenarten auch auf organische Substanzen (pflanzliche und thierische Ueberreste und deren Verwesungsproducte). Dass dieselben auf die Fruchtbarkeit des Bodens von wesentlichstem Einfluss sind, ist eine über jeden Zweifel erhabene Thatsache, und man mag eine Ansicht über die Art ihrer Wirksamkeit haben, welche man will, so viel steht fest, dass es von Wichtigkeit ist, auch über $ihre$ Art und Menge Aufschluss zu bekommen. --
Wir haben somit das Ziel bezeichnet, welches wir durch die Bodenanalyse zu erreichen wünschen. Im Folgenden wollen wir nun kennen lernen, wie man dieses Ziel auf eine einfache und genaue Art erreicht, und zwar werden wir zuerst von der Analyse sprechen und sodann die Methode angeben, wie man die erhaltenen Resultate zweckmässig zusammenstellt. -- Dass ich mich hier nicht darauf einlasse, von der genaueren Bestimmung der physikalischen und mineralogischen Bodenverhältnisse[148], sowie von den Schlüssen zu sprechen, welche aus den analytischen Resultaten für die praktische Landwirthschaft sich ergeben, wird man natürlich finden, wenn man den Zweck des vorliegenden Buches ins Auge fasst.
[148] Ausgiebige Belehrung über diese Verhältnisse des Bodens und die Art ihrer Bestimmung findet man in der Abhandlung von $Fr. Schulze$, "Anleitung zur Untersuchung der Ackererden auf ihre wichtigsten physikalischen Eigenschaften und Bestandtheile". -- Journ. f. prakt. Chem. Bd. 47. 241.
Dass der quantitativen Analyse eine qualitative vorausgehen muss, bedarf nicht der Erwähnung. Ich verweise in Betreff der Ausführung der letzteren auf §. 203 meiner Anleitung zur qualitativen Analyse, achte Auflage. --
A. $Gang der Analyse.$
§. 221.
Zur Analyse dient die lufttrockene, nicht zerriebene, aber möglichst gleichförmig gemischte Erde. Man fängt die Bestimmungen a., b. und c. zu gleicher Zeit an und hebt eine weitere Portion der Erde in einem verschlossenen Gefässe für den Fall auf, dass eine oder die andere Bestimmung wiederholt werden soll.
a. $Bestimmung des Wassergehaltes.$
Man trocknet 10 Grm. der Erde im Wasserbade, bis das Gewicht unverändert bleibt, und bestimmt die Gewichtsabnahme. (Die getrocknete Erde findet noch weitere Verwendung in g.)
b. $Bestimmung der in Wasser löslichen Bestandtheile.$
Man stellt sich hierzu einen Wasserauszug der Erde dar, und zwar entweder genau nach der in §. 204 der Anleitung zur qualitativen Analyse angegebenen oder aber nach folgender, etwas abgeänderter Weise[149], zu der man einer dreihalsigen $Woulf$'schen Flasche bedarf, welche auch unten an der Seitenwand noch einen Tubulus hat. In den mittleren Hals passt luftdicht ein weiter, oben offner, unten verjüngter, etwa 1000 Grm. Erde fassender Glascylinder. In den verjüngten unteren Theil desselben bringt man zuerst einen lockeren Pfropfen von Badeschwamm, auf diesen gesiebten reinen Kies, über diesen ausgewaschenen feinen Sand (so dass durch denselben noch ein kleiner Theil des weiteren Röhrentheils erfüllt wird), endlich die auszuziehende Erde. In einen der beiden anderen Tubuli wird ein mit einer Handluftpumpe in Verbindung stehendes Rohr eingepasst, die beiden anderen sind verschlossen. Man befeuchtet die Erde mit Wasser, giesst von Zeit zu Zeit welches nach, lässt so 24 Stunden stehen, verdünnt alsdann die Luft in der Flasche und veranlasst so ein rascheres Ablaufen des aufgegossenen und mit den löslichen Theilen der Erde beladenen Wassers. Ist die Flasche fast angefüllt, so öffnet man den dritten Tubulus oben und entleert sie durch den unteren[150]. Der so erhaltene Wasserauszug ist vollkommen klar; das Extrahiren kann, wenn die Anordnung mit dem Sande richtig getroffen war, beliebig lange fortgesetzt werden.
[149] Briefliche Mittheilung von Prof. $Fr. Schulze$.
[150] Fehlt an der Flasche der untere Tubulus, so entleert man sie mittelst eines Hebers.
Wenn aus der Erde nichts Erhebliches mehr ausgezogen wird (ein vollständiges Auswaschen lässt sich meist gar nicht ausführen, am wenigsten bei gypshaltiger Erde) beendigt man die Operation, misst oder wägt den erhaltenen Wasserauszug und theilt denselben in drei Theile, welche [Greek: a], [Greek: b] und [Greek: c] heissen mögen, [Greek: a] betrage 1/2, [Greek: b] und [Greek: c] je 1/4 des Auszugs.
[Greek: a] dampft man in einer Platinschale ein, trocknet den Rückstand bei 100°, bis er an Gewicht nicht mehr abnimmt, und wägt. Das erhaltene Gewicht notirt man als $Gesammtmenge der in Wasser löslichen Bestandtheile$. Man glüht den Rückstand alsdann längere Zeit gelinde und wägt wieder. -- Die Gewichtsabnahme bringt man als $organische Substanzen$, $Salpetersäure$ und $Ammon$ in Rechnung, sofern die qualitative Analyse diese Substanzen nachgewiesen hat[151].
[151] Sollten bedeutende Mengen von Ammonsalzen zugegen sein, so bestimmt man die Quantität des Ammons in einem besonderen Theil des Auszugs wie in einem Mineralwasser §. 177. 8.
Den Rückstand übergiesst man mit ein wenig Salzsäure, verdampft zur Trockne, nimmt wieder mit Salzsäure und Wasser auf und filtrirt. Auf dem Filter bleibt die $Kieselsäure$, oft gemengt mit etwas Kohle, die aber beim Glühen verbrennt[152]. Das Filtrat versetzt man mit Chlorwasser, dann mit Ammon. Entsteht ein Niederschlag, so kann derselbe $Eisenoxyd$, $Manganoxyd$, $Phosphorsäure$ und je nach Umständen auch $Kalk$ und $Magnesia$ enthalten. Man filtrirt ihn ab, löst ihn in Salzsäure und trennt die genannten Körper, wenn die Menge des Niederschlages es zulässt, nach den Methoden, welche in §. 215 oder in §. 216 angegeben sind.
[152] War der Wasserauszug nicht ganz klar, so ist die so erhaltene Kieselsäure mit Thon gemengt und muss von demselben durch Kochen mit kohlensaurer Natronlösung getrennt werden.
Im Filtrate findet sich in der Regel noch Kalk und Magnesia. Ist dies der Fall, so ist daraus zu ersehen, dass dasselbe keine Phosphorsäure mehr enthält. Man verfährt alsdann zur Bestimmung des $Kalkes$, der $Magnesia$, des $Kalis und Natrons$ nach §. 177. 4. b.
Enthält die Flüssigkeit keine alkalischen Erden, dagegen $Phosphorsäure$ in Verbindung mit Alkalien, so ist nach §. 106. II. a. zu verfahren.
In [Greek: b] bestimmt man $Schwefelsäure$ und Chlor (§. 135. b. 1.);
In [Greek: c] etwa vorhandene $Kohlensäure$, indem man bis auf einen kleinen Rückstand abdampft und diesen (Flüssigkeit sammt Niederschlag) nach §. 110. II. b. [Greek: b]. behandelt. Hat die qualitative Analyse kohlensaure Alkalien im Wasserauszug nachgewiesen, so kann es nothwendig werden, die Kohlensäure im Niederschlag und der Lösung getrennt zu bestimmen.
c. $Bestimmung der in verdünnter Salzsäure löslichen Bestandtheile.$
Man extrahirt 25 Grm. der lufttrockenen Erde mit Wasser nach der in der qualitativen Analyse, bei Bereitung des Wasserauszugs, angegebenen Methode, bringt sie in eine Porzellanschale, fügt Wasser zu, bis die Masse dünn breiartig geworden, und setzt nun allmälig Salzsäure zu (wenn Aufbrausen entsteht, in kleinen Portionen), bis dieselbe in gehörigem Ueberschusse vorhanden ist. Man erhitzt dann noch 1-2 Stunden im Wasserbade, filtrirt[153], wäscht aus, bis das letztablaufende Wasser nicht oder kaum mehr sauer reagirt, misst das mit den Waschwassern vereinigte Filtrat und theilt es in fünf Portionen[154].
In 1 bestimmt man die $Schwefelsäure$ nach §. 105.
In 2 die $Phosphorsäure$ nach §. 106. I. b. [Greek: b].
In 3 das $Eisenoxydul$[155] nach §. 89. 2. a.
In 4 das $Eisen im Ganzen$ nach §. 206.
[153] Es ist zweckmässig, zuerst die ungelösten, gröberen Theile auf das Filter zu bringen und dann erst die Flüssigkeit aufzugiessen, da sich anderenfalls das Filter durch die in der Flüssigkeit schwebenden feinen Theilchen leicht verstopft.
[154] Enthält die Erde organische Materien in etwas bedeutender Menge, so erhitzt man die mit Wasser extrahirten 25 Grm. Erde, ehe sie mit Salzsäure behandelt werden, so lange bei Luftzutritt zum gelinden Glühen, bis jene vollständig zerstört sind.
[155] Dieser Versuch ist nur dann statthaft, wenn die Erde, ohne vorher geglüht zu sein, mit Salzsäure ausgezogen worden ist.
Die Portion 5 verdampft man unter Zusatz von etwas Salpetersäure zur Trockne, scheidet die $Kieselsäure$ ab (§. 111. II. a.), versetzt die salzsaure Lösung mit Chlorwasser, dann mit Ammon, wäscht aus, löst den Niederschlag in Salzsäure, setzt neuerdings Chlorwasser zu und fällt jetzt mit einer Lösung von doppelt kohlensaurem Natron. Der so entstandene Niederschlag wird ausgewaschen, geglüht, gewogen. Er enthält alles $Eisen$ als Oxyd, alle $Thonerde$, alles $Mangan$ als Oxyduloxyd und alle Phosphorsäure. Zieht man die aus 2 und 4 bekannten Mengen Eisenoxyd und Phosphorsäure ab, so erfährt man Manganoxyduloxyd und Thonerde zusammengenommen, und bestimmt man ersteres nach §. 128. B. 10. c. oder letztere nach §. 128. B. 1., so kennt man die Gewichtsmengen beider.
Mit der von dem Ammonniederschlag abfiltrirten Flüssigkeit verfährt man zur Bestimmung des Kalks, der Magnesia und der Alkalien nach §. 177. 4. b. -- Enthält das zweite, von dem durch doppelt kohlensaures Natron erzeugten Niederschlag getrennte Filtrat noch Spuren von Kalk und Magnesia, so bestimmt man sie gesondert und addirt deren Menge zu den Hauptquantitäten.
Zur Bestimmung der $Kohlensäure$, die in den in Wasser unlöslichen Verbindungen enthalten ist, verwendet man einen beliebigen aber gewogenen Theil der mit Wasser ausgezogenen Erde und verfährt damit nach §. 110. II. b. [Greek: b].
d. $Bestimmung der weder in Wasser noch in verdünnten Säuren löslichen Bestandtheile.$
Man trocknet den bei Bereitung des Säureauszugs erhaltenen Rückstand, trennt durch Sieben die gröberen Steine und Steinchen von dem Thon und Sand und behandelt das Gemenge der letzteren nach §. 201, oder unter Umständen auch nach §. 202.
e. $Bestimmung der Humussäuren (Ulmin-, Humin-, Geïnsäure).$
Man digerirt 10-100 Grm. der Erde (je nachdem die qualitative Analyse viel oder wenig Humussäuren nachgewiesen hat) bei 80-90° einige Stunden lang mit einer Auflösung von kohlensaurem Natron und filtrirt alsdann. -- Das Filtrat versetzt man mit Salzsäure bis zur beginnenden schwach sauren Reaction. -- Hierdurch werden die Humussäuren in Gestalt brauner Flocken abgeschieden. -- Man filtrirt sie auf einem gewogenen Filter ab, wäscht aus, bis das Waschwasser anfängt sich zu färben, trocknet und wägt sie. Alsdann verbrennt man sie, zieht die Asche (nach Subtraction der Filterasche) vom erst erhaltenen Gewicht ab und bringt die Differenz als Humussäuren in Rechnung.
f. $Bestimmung der sogenannten Humuskohle (Ulmin und Humin).$
Man kocht eine der in e. genommenen Menge gleiche Quantität Erde mit Kalilauge in einer Porzellanschale einige Stunden lang unter Ersetzung des verdampfenden Wassers, verdünnt, filtrirt[156] und wäscht aus. -- Im Filtrat bestimmt man die Gesammtmenge der Humussäuren wie in e. -- Die Differenz der in e. und f. erhaltenen Gewichte drückt die Quantität der Humussäure aus, welche beim Kochen mit Kali aus Ulmin oder Humin gebildet wurde. Man pflegt sie als $Humuskohle$ in Rechnung zu bringen.
[156] Ist die Quantität der Humuskohle sehr bedeutend, so giesst man nur die Flüssigkeit durch das Filter, den Rückstand hingegen kocht man mit frischer Kalilauge und bringt erst dann Alles auf das Filter.
g. $Bestimmung der noch nicht in Humussäure, Humuskohle oder ähnliche Producte übergegangenen organischen Ueberreste.$
Man erhitzt die in a. erhaltene (10 Grm. frischer Erde entsprechende) getrocknete Erde in einer Platinschale, bis alle organische Substanzen verbrannt sind, befeuchtet den Rückstand mit kohlensaurer Ammonlösung, verdampft, glüht ganz schwach und wägt. -- Das, was die Erde jetzt weniger wiegt, kommt auf Rechnung der organischen Substanzen überhaupt. Man zieht von dieser Summe die für Humussäure und Humuskohle erhaltenen Gewichte ab, und führt den Rest als $organische Ueberreste$ auf. Dass diese Bestimmungsweise kein genaues Resultat liefern kann, ersieht man auf den ersten Blick, da alles Wasser, welches die getrocknete Erde beim Glühen abgiebt, das Gewicht der organischen Substanzen vermehrt. -- Man bestimmt daher bei genauen Arbeiten besser den Kohlenstoff der Erde durch organische Elementaranalyse, indem man von der erhaltenen Kohlensäure die abzieht, welche in Form kohlensaurer Salze zugegen ist, oder, indem man die Erde durch Behandeln mit verdünnter Salzsäure und vollständiges Auswaschen von allen kohlensauren Salzen befreit[157], dann trocknet und mit Kupferoxyd verbrennt. -- Da dies nicht besonders getrocknet zu sein braucht, und die Bestimmung des Wasserstoffs wegbleibt, vereinfacht sich die Bestimmung. -- Je 58 Thle. Kohlenstoff entsprechen, nach $Fr. Schulze$, im Durchschnitt 100 Thln. organischer Materie im Boden, je 60 Thle. entsprechen 100 Thln. Humussubstanzen. -- $Schulze$ bestimmt den Kohlenstoff der Bodenarten, indem er die, nöthigenfalls von kohlensauren Salzen befreite, Erde mit überschüssigem zweifach chromsauren Kali in einer Retorte schmelzt, die entweichende Kohlensäure über Wasser, auf dem etwas Oel schwimmt, auffängt und misst.
[157] Die hierbei in Lösung übergehende organische Substanz ist meist so gering, dass sie vernachlässigt werden kann.
h. $Bestimmung des Stickstoffgehaltes der Erde.$
Dieselbe geschieht genau nach der §. 155 angeführten Methode der Stickstoffbestimmung. Die Menge der Erde, welche man in Behandlung nehmen muss, richtet sich nach dem grösseren oder kleineren Stickstoffgehalt. -- (Da in g. der in der Erde enthaltene Stickstoff schon mitbegriffen ist, so darf dessen Gewicht bei der Zusammenstellung nicht besonders, sondern nur als nähere Bestimmung aufgeführt werden.)
i. $Bestimmung wachsartiger und harziger Substanzen.$
Will man auch diese Substanzen, welche nur in manchen Bodenarten (Heideerde, Brucherde etc.) in bemerklicher Menge vorkommen, einer genaueren Bestimmung unterwerfen, so trocknet man 100 Grm. der Erde im Wasserbade, kocht sie zu wiederholten Malen mit starkem Alkohol aus, bringt die Filtrate in einen Kolben und destillirt den Weingeist zur Hälfte ab. -- Man lässt jetzt erkalten. Etwa vorhandenes Wachs scheidet sich alsdann ab. Man sammelt es auf einem gewogenen Filter, wäscht es mit kaltem Weingeist aus und bestimmt sein Gewicht. -- Das Filtrat verdampft man, zuletzt unter Zusatz von Wasser, bis aller Weingeist entfernt ist, wäscht das ausgeschiedene Harz mit Wasser aus, trocknet und wägt es. -- (Sind die Quantitäten des Wachses und Harzes irgend erheblich, so muss deren Summe von dem Gewichte der Humussäuren abgezogen werden, da dieselben oben in Gemeinschaft mit Wachs und Harz gewogen wurden.)
B. $Darstellung der Resultate.$
§. 222.
Was die Darstellung der Resultate von Bodenanalysen betrifft, so scheinen mir dabei folgende Punkte besondere Berücksichtigung zu verdienen:
a. Die Resultate verschiedener Bodenanalysen müssen sich leicht unter einander vergleichen lassen.
b. Sie müssen sich leicht mit den Resultaten von Aschenanalysen vergleichen lassen.
c. Sie müssen eine möglichst vollständige Vorstellung von der Erde geben.
Diese Zwecke lassen sich durch eine einzige Methode der Anordnung nicht wohl erreichen, sondern es werden zu diesem Behufe drei verschiedene Darstellungen erfordert. -- Ich glaube nicht, dass man die daraus hervorgehende Mühe scheuen wird, wenn man bedenkt, wie unendlich gering dieselbe im Vergleich zu der ist, welche auf die Analyse selbst verwendet werden musste, -- und ferner, dass durch bequeme Darstellungsweise eine Analyse ausserordentlich viel zugänglicher und somit nutzenbringender wird, als wenn sie, um vergleichbar zu werden, erst umgerechnet werden muss.
Ich schlage daher folgende drei Darstellungsweisen vor:
I. $Bei 100° getrocknete Erde$ (directes Ergebniss).
A. $Unorganische Bestandtheile.$
a. In Wasser lösliche:
Kali Natron Kalk Schwefelsäure etc.
b. In verdünnter Salzsäure lösliche:
Eisenoxyd Manganoxyd Thonerde Kalk Kohlensäure Phosphorsäure etc.
c. In Wasser und verdünnter Salzsäure unlösliche:
Kieselsäure Kalk Thonerde etc.
B. $Organische Bestandtheile.$
Humussäure } {Kohlenstoff Humuskohle } {Stickstoff (einschliesslich Organische Ueberreste } enthaltend { dessen, der in Form von Ammon etc. } { oder Salpetersäure zugegen ist).
II. $Bei 100° getrocknete Erde$ (berechnetes Ergebniss)[158].
A. $Unorganische Bestandtheile.$
a. In Wasser lösliche:
Schwefelsaurer Kalk Chlorkalium Chlornatrium Salpetersaure Magnesia etc.
b. In verdünnter Salzsäure lösliche:
Kohlensaurer Kalk Kalk (an Kieselsäure gebunden) Eisenoxyd (an Kieselsäure und Phosphorsäure gebunden) Phosphorsäure Kieselsäure etc.
c. In Wasser und verdünnter Salzsäure unlösliche:
Kalk } (an Kieselerde gebunden) Thonerde } Kieselsäure etc.
[158] In dieser Zusammenstellung sind die Säuren und Basen, nach ihren relativen Verwandtschaften zu Salzen verbunden, darzustellen. Nur bei Phosphorsäure und Kieselsäure, desgleichen bei Humussäure, führt man die Säuren und Basen isolirt an, weil man für die Verbindungsverhältnisse derselben keine hinlänglich festen Normen hat.
B. $Organische Bestandtheile.$
Humussäure} wie oben. etc. }
III. $Lufttrockene Erde.$
Bei 100° getrocknete Erde z. B. 90 Wasser 10 ---- 100.
Will man die letzte Darstellung genauer machen, so bestimmt man durch einen besonderen Versuch die Quantität der abschlämmbaren Erdtheile, und theilt ferner die Ergebnisse der mikroskopisch-mineralogischen Untersuchung des sandigen Rückstandes mit, und bekommt also auf diese Art z. B.
Abschlämmbare Theile 10 Quarzsand, Grus von Feldspath, Glimmer etc. 80 Wasser 10 ---- 100.
Glaubt man bei Bodenanalysen auf den Nutzen verzichten zu können, der aus einer genaueren Kenntniss der Formen und Zustände der Bestandtheile hervorgeht, so kann man sich viel Zeit und Mühe sparen, wenn man sämmtliche Bestandtheile nur in zwei Abtheilungen bringt, nämlich in $aufgeschlossene$ (d. i. in Wasser oder verdünnten Säuren lösliche) und in $unaufgeschlossene$, -- demzufolge die Erde sogleich mit verdünnter Salzsäure behandelt und die Bestandtheile des so erhaltenen Auszuges nach den oben angeführten Methoden bestimmt.
V. $Analyse der Düngerarten.$
§. 223.
Unter Düngerarten verstehe ich hier diejenigen, welche dem Urin und den Excrementen der Thiere ihren Ursprung verdanken. -- Die Untersuchung derselben hat hauptsächlich einen praktischen Zweck und erfordert demgemäss einfache Methoden. Der Werth der Düngerarten ist abhängig von der Natur und dem Zustande seiner Bestandtheile. Diejenigen, auf welche besonderes Gewicht zu legen ist, sind organische Materien (charakterisirt durch ihren Kohlenstoff- und Stickstoffgehalt), Ammonsalze, salpetersaure, phosphorsaure, schwefelsaure, kieselsaure Salze und Chlormetalle mit alkalischer und alkalisch erdiger Basis (Kali, Natron, Kalk, Magnesia). -- Weit weniger klar als über die die Wirksamkeit der Düngerarten bedingenden Stoffe sind die Vorstellungen über den Zustand, in welchem sie die günstigste Wirkung thun, und offenbar lässt sich in letzterer Beziehung auch keine allgemein gültige Antwort geben, indem man bald einen Dünger wünscht, der die meisten Stoffe gelöst enthält und somit rasche Wirkung äussert (aber dann auch, in zu grosser Menge, ohne gehörige Verdünnung mit Wasser und bei trockner Witterung angewandt, zarten Pflanzen leicht Nachtheil bringen kann), bald einen solchen, welcher den Boden nur allmälig mit den den Pflanzen nöthigen Stoffen versorgt.
Ich theile im Folgenden $erst$ die Grundzüge einer allgemeinen (für alle Düngerarten anwendbaren) Untersuchungsmethode, sodann ein Verfahren mit, nach dem man den Guano zweckmässig auf seine wesentlichsten Bestandtheile prüft.
A. $Allgemeines Verfahren.$
§. 224.
Der Dünger wird durch Zerhacken und Zerreiben gleichmässig gemischt, dann die zu den verschiedenen Bestimmungen dienenden Portionen hinter einander abgewogen.
1. Wasserbestimmung.
Trockne 10 Grm. im Wasserbade und bestimme den Gesammtverlust (§. 18). (Wohl nur in seltenen Fällen wird es nöthig sein, für das mit dem Wasser entweichende kohlensaure Ammon eine Correction anzubringen)[159].
[159] Wollte man dies bestimmen, so würde man am einfachsten eine Portion des Düngers unter Zusatz von Wasser in einer geräumigen Retorte längere Zeit kochen und die übergehenden Dämpfe in einer Vorlage auffangen, welche etwas titrirte Schwefelsäure enthält (vergl. §. 177. 8., Methode von $Boussingault$).
2. Fixe Bestandtheile im Ganzen.
Man äschert einen gewogenen Theil des in 1. erhaltenen Rückstandes in einer Platinschale oder einem grossen schief gelegten Platintiegel bei gelinder Hitze ein und wägt die Asche.
3. In Wasser lösliche und in Wasser unlösliche Bestandtheile.
Man digerirt 10 Grm. des frischen Düngers mit 300 C.C. Wasser, filtrirt durch ein gewogenes Filter (§. 33), wäscht den Rückstand aus, trocknet ihn bei 100° und wägt. Man erhält so die Gesammtmenge der in Wasser unlöslichen Bestandtheile und aus der Differenz die Summe der löslichen. -- Man äschert jetzt den unlöslichen Rückstand ein, wägt die Asche und erfährt so die im unlöslichen und aus der Differenz auch die im löslichen Theile befindlichen fixen Bestandtheile im Ganzen.
4. Fixe Bestandtheile im Einzelnen.
Man trocknet eine grössere Portion des Düngers und behandelt sie genau nach einer der bei der Darstellung und Analyse der Pflanzenaschen angegebenen Methoden.
5. Ammon im Ganzen.
Man behandelt eine abgewogene Menge nach der $Schlösing$'schen Methode (§. 78. 3.)[160].
[160] Für die Bestimmung kleiner Ammonmengen ist es besser, eine schwächere Schwefelsäure anzuwenden, als die in §. 78. 3. angegebene; man bedient sich dann zweckmässig der nach §. 182 bereiteten, welche in 10 C.C. 0,4 Grm. Schwefelsäure enthält.
6. Stickstoff im Ganzen.
Man befeuchtet eine abgewogene Menge des Düngers mit einer verdünnten Oxalsäurelösung, so dass die Masse schwach sauer reagirt, trocknet sie und bestimmt entweder in der ganzen Menge oder in einer abgewogenen Portion den Stickstoff nach §. 155. Zieht man von dem im Ganzen erhaltenen den ab, der dem Ammon und der Salpetersäure entspricht, so erfährt man die Menge des in organischen Substanzen enthaltenen. In der Regel genügt es, den Stickstoffgehalt im Ganzen zu kennen.
7. Kohlenstoff im Ganzen.
Man unterwirft einen Theil des in 1. erhaltenen getrockneten Rückstandes einer Elementaranalyse. Enthält der getrocknete Dünger kohlensaure Salze, so ist in einer besonderen Portion die Kohlensäure zu bestimmen. Zieht man alsdann diese von der bei der Elementaranalyse erhaltenen ab, so bleibt die, welche aus dem Kohlenstoff organischer Substanzen entstanden ist.
8. Salpetersäure.
Man behandelt eine abgewogene Menge des Düngers mit Wasser, verdampft die Lösung bis zu ziemlicher Consistenz, setzt reine (salpetersäurefreie) Kalilauge zu und kocht bis keine ammoniakalische Dämpfe mehr entweichen. Man bestimmt alsdann in dem Rückstande die Salpetersäure nach der Methode von $Martin$[161].
[161] Diese in der allerneuesten Zeit veröffentlichte Methode beruht auf der Thatsache, dass wenn Wasserstoff im Moment des Freiwerdens auf Salpetersäure einwirkt, diese in Ammoniak umgewandelt wird (NO_{5} + 8H = NH_{3} + 5HO). Diese Umwandlung geschieht nach $Gerhardt$ und $Barral$ Aequivalent für Aequivalent. Der Gang der Untersuchung, welchen $Martin$ vorschlägt, ist folgender: Man bringt in ein Glas frisch abgewaschenes Zink (4 bis 5 Thle. auf 1 Thl. vermuthete Salpetersäure), sodann die (nöthigenfalls durch Kochen mit Kali von Ammoniak befreite) Lösung des salpetersauren Salzes, endlich wiederholt kleine Portionen reiner verdünnter Schwefelsäure oder Salzsäure. Wenn die Lösung des Zinks erfolgt ist, bestimmt man die Menge des erzeugten Ammoniaks nach der $Schlösing$'schen Methode (vergl. §. 224. 5.). Compt. rend. 37. 947; -- Journ. f. prakt. Chem. 61. 247.
B. $Analyse des Guanos.$
§. 225.
Der Guano, die mehr oder weniger veränderten Excremente von Seevögeln, bekannt als ein ausgezeichnet kräftiger Dünger, kommt nicht allein auf den Inseln, von denen er bezogen wird, von höchst ungleichmässiger Beschaffenheit vor, sondern er wird auch häufig aus gewinnsüchtigen Absichten mit Erde, Ziegelmehl, kohlensaurem Kalk und sonstigen fremdartigen Substanzen vermischt. Dieser Umstand, sowie der weitere, dass der Guano ein bedeutender Handelsartikel ist, erklären es leicht, weshalb der Guano häufiger als andere Düngerarten Gegenstand chemischer Untersuchung wird.
Man mischt zunächst den Guano möglichst gleichmässig und bringt den zur Untersuchung bestimmten Theil in ein zu verschliessendes Pulverglas.
1. $Wasserbestimmung.$
Dieselbe wird genau so ausgeführt wie §. 224. 1. -- Aechter Guano verliert 7-18 Proc.
2. $Fixe Bestandtheile im Ganzen.$
Man äschert eine gewogene Menge im schief gelegten Porzellan- oder Platintiegel ein und wägt die Asche. -- Guter Guano hinterlässt 30-33 Proc., schlechter 60-80 Proc., absichtlich verfälschter noch mehr Asche. Von ächtem Guano ist die Asche weiss oder grau. Gelbe oder röthliche Farbe deutet auf Verfälschung mit Lehm, Sand, Erde. Bei der anfänglichen Zersetzung durch Hitze entwickelt guter Guano starken Ammoniakgeruch und weisse Dämpfe.
3. $In Wasser lösliche und in Wasser unlösliche Bestandtheile.$
Man erhitzt 10 Grm. Guano mit etwa 200 C.C. Wasser, filtrirt durch ein gewogenes Filter, wäscht mit heissem Wasser aus, bis dasselbe nicht mehr gelblich gefärbt ist und -- auf Platinblech verdampft -- keinen merklichen Rückstand mehr lässt, trocknet den Rückstand und wägt ihn. Zieht man die Summe des Wassers und des unlöslichen Rückstandes vom Gewicht des Guanos ab, so bleibt die Summe der löslichen Bestandtheile, und äschert man den unlöslichen Theil ein und wägt die Asche, so erfährt man aus der Differenz die Summe der fixen löslichen Salze. Bei sehr guten Guanosorten beträgt der in Wasser unlösliche Rückstand 50-55 Proc., bei den schlechteren Sorten dagegen 80-90 Proc. Die braungefärbte wässerige Lösung ächten Guanos entwickelt beim Verdunsten Ammoniak, riecht urinös und hinterlässt eine braune Salzmasse, welche der Hauptsache nach aus schwefelsaurem Natron und Kali, Chlorammonium, oxalsaurem und phosphorsaurem Ammon besteht.
4. Fixe Bestandtheile im Einzelnen.
5. Ammon im Ganzen,
6. Stickstoff im Ganzen,
7. Kohlenstoff im Ganzen
werden nach den in §. 224 angegebenen Methoden bestimmt.
8. Kohlensäure.
Aechter Guano enthält nur wenig kohlensaure Salze. Zeigt daher ein Guano beim Uebergiesen mit verdünnter Salzsäure starkes Aufbrausen, so kann man daraus auf eine absichtliche Verfälschung desselben mit kohlensaurem Kalk schliessen.
9. Harnsäure.
Wünscht man den Gehalt eines Guanos an Harnsäure zu erfahren, so behandelt man den in Wasser unlöslichen Theil desselben mit schwacher Natronlauge in gelinder Wärme, filtrirt, fällt die Harnsäure durch Ansäuern mit Salzsäure, sammelt sie auf einem gewogenen Filter, trocknet und wägt sie.
VI. $Analyse der atmosphärischen Luft.$
§. 226.
Bei der Analyse der atmosphärischen Luft kommen gewöhnlich nur folgende Bestandtheile derselben in Betracht: Sauerstoff, Stickstoff, Kohlensäure und Wasserdampf. Bestimmungen ihres höchst geringen Gehaltes an Ammoniak und anderen Gasen, von denen manche in unendlich kleinen Spuren wohl stets in derselben enthalten sind, kommen nur ausnahmsweise vor.
Es scheint mir nicht im Einklang mit der Tendenz des vorliegenden Werkes, alle die Methoden aufzunehmen, welche bei den ausgezeichneten neueren Arbeiten von $Brunner$, $Bunsen$, $Dumas$ und $Boussingault$, $Regnault$ und $Reiset$ und Anderen benutzt worden sind, und denen wir die genauere Kenntniss der Zusammensetzung unserer Atmosphäre verdanken. Ich würde denselben Nichts hinzuzufügen haben, und es hat somit wenig Zweck, die sie enthaltenden Originalabhandlungen hier nochmals auszuziehen, zumal treffliche Beschreibungen der fraglichen Methoden sowohl im ausführlichen Handbuche der analytischen Chemie von H. $Rose$, Bd. II, S. 853, als auch in $Graham-Otto$'s ausführlichem Lehrbuche der Chemie, Bd. II, Abth. 1, S. 102 ff. enthalten sind.
Ich begnüge mich daher hier damit, diejenigen Methoden zu beschreiben, welche man am bequemsten anwenden wird, wenn atmosphärische Luft im Hinblick auf medicinische oder technische Zwecke analysirt werden soll.
A. $Bestimmung des Wassergehaltes und der Kohlensäure.$
§. 227.
Man führt gegenwärtig diese Bestimmungen stets nach der Methode aus, welche $Brunner$ zuerst eingeschlagen hat, d. h. man saugt mittelst eines Aspirators ein abzumessendes Volum Luft durch Apparate, welche mit Substanzen gefüllt sind, geeignet den Wasserdampf und die Kohlensäure der Luft zurückzuhalten. Wägt man diese Apparate vor und nach dem Versuche, so giebt ihre Gewichtszunahme die in der durchgeströmten Luft enthalten gewesene Kohlensäure- und Wassermenge an. Dass diese Angaben nur dann richtig sein können, wenn die Luft so langsam durch die Apparate strömt, dass sie Kohlensäure und Wasser vollständig abgeben kann, darf nie vergessen werden.
Fig. 102 stellt einen Aspirator dar, wie er von $Regnault$ empfohlen ist, mit vollständigem Apparate zur gleichzeitigen Bestimmung des Wassers und der Kohlensäure.
Das Gefäss V ist von verzinktem Eisenblech oder von Zinkblech; es fasst 50-100 Liter und steht auf einem starken Dreifusse in einer Wanne, welche die ausfliessende Wassermenge vollständig zu fassen vermag. Bei a ist die mit einem Hahn versehene Messingröhre c fest eingekittet; in der Oeffnung b, welche auch zum Füllen des Apparates mit Wasser dient, ist mittelst eines mit Wachs getränkten Korkes ein bis in die Hälfte von V ragendes Thermometer luftdicht befestigt.
Die mit einem Hahn versehene Ausflussröhre r ist etwas aufwärts gebogen, damit niemals Luft von unten eintreten kann. Die Capacität des ganzen Gefässes ist ein für alle Mal dadurch ermittelt, dass man aus dem ganz gefüllten das Wasser in Messgefässe hat auslaufen lassen. Das Ende der Röhre c ist mit der Röhre F, ebenso wie die Röhren A-F unter einander, durch Kautschukröhren luftdicht verbunden. A, B, E und F sind mit grob zerstossenem Bimsstein angefüllt, welcher mit concentrirter Schwefelsäure getränkt ist, C und D enthalten mit concentrirter Kalilauge getränkte Bimssteinstückchen. Mit A ist endlich ein langes Rohr verbunden, welches bis zu dem Orte führt, von dem die zu analysirende Luft entnommen werden soll. Die Korke der Röhren sind übersiegelt. Die Röhren A und B sind bestimmt, der Luft ihre Feuchtigkeit zu entziehen; sie werden zusammen gewogen. Ebenso werden C, D und E zusammen gewogen. C und D nehmen die Kohlensäure, E den Wasserdampf auf, der durch die trockene Luft der Kalilauge entzogen werden kann. F braucht nicht gewogen zu sein, es dient nur, um E dagegen zu schützen, dass nicht Wasserdampf aus V in die Röhre E gelangt.
Nachdem der Aspirator ganz gefüllt ist, verbindet man c mit F und somit mit dem ganzen Röhrensysteme und lässt dann durch richtiges Oeffnen des Hahns r das Wasser langsam ausfliessen. Da sich die Druckhöhe der Wassersäule fortwährend vermindert, so muss man den Hahn von Zeit zu Zeit ein wenig mehr öffnen, damit das Wasser mit annähernd gleicher Geschwindigkeit abfliesse. Hat sich das Gefäss entleert, so bemerkt man den Stand des Thermometers und Barometers, wägt die Röhren A B und C, D, E wieder und schreitet nun zur Berechnung.
Da die Gewichtszunahme von A B das Wasser, die von C, D, E die Kohlensäure und die Capacität von V (respective das aus V abgeflossene Wasser, denn man kann ja den Versuch auch so abändern, dass man nicht die ganze Wassermenge, sondern nur einen Theil abfliessen lässt und letzteren in einem Messgefässe auffängt) das Volum der durch die Röhren gestrichenen (von Wasser und Kohlensäure befreiten) Luft angiebt, so ist die Berechnung an und für sich höchst einfach; sie wird nur dadurch etwas ausgedehnter, dass man, wenigstens bei genauen Versuchen, folgende Correcturen zu machen hat:
[Greek: a]. Reduction der in V befindlichen mit Wasserdampf gesättigten Luft auf trockene; denn solche ist durch c eingedrungen (s. §. 166. [Greek: c].).
[Greek: b]. Reduction der so gefundenen trockenen Luft auf 0° und Normaldruck (§. 166. [Greek: a]. und [Greek: b].).
Hat man diese Berechnungen ausgeführt, so ergiebt sich nunmehr das Gewicht der in V eingedrungenen Luft (denn 1000 C.C. trockener Luft von 0° und Normaldruck wiegen 1,2932 Grm.), und da auch Kohlensäure und Wasser gewogen worden ist, so lässt sich jetzt deren Menge in Gewichtsprocenten, oder, wenn man sämmtliche Gewichte auf Volumina berechnet, auch in Volumprocenten ausdrücken.
Dass man statt eines Aspirators V auch eine Flasche, wie sie Fig. 103 (s. v. S.) darstellt, oder ein Blechgefäss von der Form und Einrichtung der Fig. 104 (s. v. S.) anwenden kann, ergiebt sich leicht; doch hat man zu beobachten, dass die Resultate nur dann hinlänglich genau werden, wenn mindestens 25000 C.C. Luft durch die Absorptionsapparate streichen.
B. $Bestimmung des Sauerstoffs und Stickstoffs.$
Die zu beschreibenden Methoden gründen sich darauf, dass das Gemenge von Sauerstoff und Stickstoff gemessen wird, dass man alsdann den Sauerstoff durch eine geeignete Substanz absorbiren lässt und endlich das rückständige Stickgas wieder misst. Die Volumabnahme ist gleich dem Sauerstoffe. Ich habe schon oben (§. 177. 12.) das Verfahren mitgetheilt, wie man den Sauerstoff durch Phosphor entfernen kann; ich führe jetzt noch zwei andere Methoden an, von denen namentlich die erstere sehr empfehlenswerth ist.
I. $Verfahren von Liebig$[162].
§. 228.
Dasselbe gründet sich auf die von $Chevreul$ und von $Döbereiner$ gemachten Beobachtungen, dass Gallussäure und Pyrogallussäure in alkalischen Lösungen ein mächtiges Bestreben haben, Sauerstoff zu absorbiren.
[162] Ann. der Chem. und Pharm. 77. 107.
1. Man füllt eine 30 C.C. fassende, in 1/5 oder 1/10 C.C. getheilte starke Messröhre zu 2/3 mit der zu untersuchenden Luft. Der übrige Theil der Röhre ist mit Quecksilber gefüllt und durch solches gesperrt. Letzteres befindet sich in einem hohen oben erweiterten Cylinder.
2. Man misst das abgeschlossene Luftvolum (§. 11). -- Soll in demselben die Kohlensäure bestimmt werden, was nur dann mit hinlänglicher Genauigkeit geschehen kann, wenn die Quantität derselben einige Procente beträgt, so trocknet man zunächst die Luft durch eine eingebrachte Chlorcalciumkugel (§. 177. 12.) und misst dann wieder. Soll die Kohlensäure nicht bestimmt werden, so bleibt diese Operation weg. -- Man bringt nun mit Hülfe einer Pipette mit aufwärts gekrümmter Spitze (Fig. 105) 1/40 bis 1/50 des Volums der Luft Kalilauge von 1,4 specif. Gewicht (1 Thl. trockenes Kalihydrat auf 2 Thle. Wasser) in die Messröhre, vertheilt durch rasches Auf- und Niederbewegen derselben die Kalilauge über die ganze innere Fläche der Röhre (§. 152) und liest, wenn keine Raumverminderung mehr erfolgt, die Volumabnahme ab. War die Luft vorher durch Chlorcalcium getrocknet, so giebt das verschwundene Luftvolumen genau die Kohlensäuremenge in der Luft an, im anderen Falle deswegen nicht, weil die starke Kalilauge Wasserdampf absorbirt.
3. Nachdem die Kohlensäure bestimmt ist, bringt man in dieselbe Röhre, vermittelst einer zweiten ähnlichen Pipette, eine Auflösung von Pyrogallussäure, welche 1 Grm. Pyrogallussäure in 5-6 C.C. Wasser enthält[163], und zwar die Hälfte von dem Volum der Kalilauge. Man verfährt wie vorher bei der Bestimmung der Kohlensäure, d. h. man sucht durch Schütteln die gemengten Flüssigkeiten auf der inneren Oberfläche der Messröhre zu verbreiten, und misst sodann, wenn keine Absorption mehr wahrgenommen wird, die Menge des zurückgebliebenen Stickstoffes.
[163] Die Pyrogallussäure erhält man nach $Stenhouse$ (Ann. der Chem. und Pharm. 45. 1.) am einfachsten durch Sublimation (am besten bei 185°) aus dem trockenen wässerigen Extract der Galläpfel ganz nach der Weise, wie man Benzoësäure aus Benzoë darstellt. Die Ausbeute beträgt über 10 Proc. des angewandten Extracts. -- Braungefärbte krystallisirte Pyrogallussäure stellt man auf bequeme Weise dar durch trockene Destillation von sogenannten chinesischen Galläpfeln in kleinen Retorten, welche etwa 150-180 Grm. in groben Stücken fassen. Durch Eindampfen der so gewonnenen concentrirten Pyrogallussäurelösung im Wasserbade erhält man nahe an 15 Proc. ($Liebig$).
4. Anstatt der Pyrogallussäure kann man sich mit demselben Erfolge der gewöhnlichen Gallussäure bedienen; ihre Anwendung hat die einzige Unbequemlichkeit, dass die Absorption des Sauerstoffs längere Zeit, mindestens 1-1/2 bis 2 Stunden erfordert, während bei Pyrogallussäure wenige Minuten genügen. Die Gallussäure wendet man in der Form einer kalt gesättigten Lösung von gallussaurem Kali an, welche genau neutral sein muss oder auch einen geringen Ueberschuss an Säure enthalten kann. Ihre Eigenschaft, Sauerstoff aufzusaugen, wird erst wirksam bei einem Ueberschuss an Alkali. -- Wenn die Gallussäure mit der Kalilauge in der Messröhre sich gemischt hat, so färbt sich die Flüssigkeit bei Berührung mit der sauerstoffhaltigen Luft dunkelroth; dünne Schichten derselben nehmen eine beinahe blutrothe Farbe an, welche nach einiger Zeit in Braun übergeht. An der Entstehung dieser blutrothen Färbung in der beim Schütteln die Wände der Röhre benetzenden Flüssigkeit kann man sehr deutlich den Gang der Absorption verfolgen; die Operation ist beendigt, wenn diese Färbung sich nicht mehr zeigt. 1 Grm. Gallussäure, in starker Kalilauge gelöst, absorbirt nach $Chevreul$'s Versuchen 290 C.C. Sauerstoffgas.
5. Durch die Mischung der Pyrogallussäure- oder Gallussäurelösung mit der Kalilauge wird diese verdünnt, und es entsteht ein Fehler durch die Verminderung ihrer Tension; aber derselbe ist so klein, dass er ohne bestimmbaren Einfluss auf das Resultat ist. Derselbe lässt sich übrigens leicht beseitigen, wenn man nach der Absorption des Sauerstoffgases ein dem Wassergehalt der Pyrogallussäurelösung entsprechendes Stückchen festes Kalihydrat in die Röhre bringt.
6. Eine kaum zu beseitigende Ungenauigkeit geht ferner bei dem beschriebenen Verfahren daraus hervor, dass, wegen der Adhäsion der Flüssigkeiten an den Wänden der Messröhre, die Gasvolumina nicht absolut genau abgelesen werden können. Bei vergleichenden Analysen lässt sich der Einfluss dieser Fehlerquelle ziemlich vollständig beseitigen, wenn man nahezu gleiche Luftvolumina der Analyse unterwirft.
7. Die Uebereinstimmung und Genauigkeit der Resultate der beschriebenen Methode ist trotz der genannten kleinen Fehlerquellen in hohem Grade befriedigend. Bei elf Analysen, welche $Liebig$ angeführt hat, sind -- bei Anwendung von Pyrogallussäure -- die grössten Differenzen im Sauerstoffgehalt 20,75-21,03, bei Anwendung von Gallussäure 20,52-21,35. Die grösseren Differenzen bei Anwendung der letzteren rühren hauptsächlich daher, dass bei der längeren Dauer des Versuchs Temperatur und Luftdruck sich bemerklich geändert hatten; denn die angeführten Zahlen drücken das Resultat aus wie es gefunden wurde, ohne alle Correctionen.
II. $Verfahren mit durch Salzsäure befeuchtetem Kupfer.$
§. 229.
Ich führe dies dem in §. 228 beschriebenen Verfahren an Genauigkeit weit nachstehende Verfahren nur deshalb an, weil nicht Jeder, der eine annähernde Analyse atmosphärischer Luft ausführen will, über die zu ersterer Methode nothwendige Menge Quecksilber disponiren kann. Es gründet sich dasselbe darauf, dass mit Salzsäure oder verdünnter Schwefelsäure befeuchtetes Kupfer atmosphärischer Luft ihren Sauerstoff rasch und vollständig entzieht. Die Ausführung verlangt nur folgende Apparate und Vorbereitungen, vorausgesetzt, dass nur ein Gemenge von Sauerstoff- und Stickgas analysirt werden soll.
1. $Eine graduirte Röhre$ von etwa 30 Centimeter Länge und etwa 16-20 Mm. Durchmesser.
2. $Ein Streifchen von Kupferblech$, welches etwas länger ist, als die graduirte Röhre und folgende Gestalt hat (Fig. 106). Dasselbe wird von oben bis unten mittelst eines gewöhnlichen hänfenen Bindfadens mit Kupferdrehspänen umbunden, so zwar, dass es noch mit grösster Leichtigkeit in die graduirte Röhre eingeschoben werden kann. Ein so vorgerichtetes Kupferstreifchen wirkt besser als ein Streifen glatten Kupferblechs, weil es grössere Oberfläche darbietet und weil die Schnur die Kupferdrehspäne mit Salzsäure befeuchtet erhält.
3. Ein gewöhnlicher, nicht zu enger $Glascylinder$ (besser einer, der oben erweitert ist (vgl. Fig. 107), welcher einige Zoll höher sein muss als die graduirte Röhre und mit einer Mischung von gleichen Theilen roher Salzsäure und Wasser gefüllt wird.
4. $Ein Thermometer.$
Die Ausführung ist im höchsten Grade einfach.
Man bringt den umbundenen Kupferstreifen in den Cylinder, so zwar, dass er durch die federnden Streifchen a, b und c festgehalten wird, und die Flüssigkeit etwa einen Zoll höher steht als seine Spitze, und lässt ihn einige Zeit darin stehen, so dass alle in dem Bindfaden enthaltene Luft entweichen kann. Gleichzeitig bestimmt man die Temperatur der Flüssigkeit. -- Alsdann füllt man die graduirte Röhre mit Wasser, lässt etwa 2/3 auslaufen, taucht sie dann (um der in derselben eingeschlossenen Luft die Temperatur der Salzsäure zu geben) in dem Cylinder ganz unter, hebt sie nun, bis das Niveau innen und aussen gleich ist, misst und notirt das Volum. -- Man senkt jetzt die Röhre behutsam über den umwickelten Kupferstreifen (wobei natürlich darauf zu achten, dass aus der Röhre nur Flüssigkeit, nicht aber auch Luft verdrängt werden darf, was geschehen würde, wenn man die Röhre mehr als 2/3 mit Luft gefüllt hätte), lässt das Ganze etwa 1-1/2 bis 2 Stunden stehen (die Anordnung des Apparates zeigt die Fig. 107), misst die rückständige Luft, senkt nochmals über den Streifen und misst nach einer halben Stunde wieder. Hat das Luftvolum zwischen beiden Messungen nicht mehr abgenommen, so ist der Versuch beendigt. -- Man bestimmt jetzt nochmals die Temperatur und findet, wenn sie sich nicht geändert hat, die Volumprocente durch folgende einfache Betrachtung:
Die erste Messung ergab die Luft, die zweite den Stickstoff, die Differenz ist der Sauerstoff.
Hätte sich die Temperatur der Sperrflüssigkeit während des Versuches geändert, so müsste natürlicher Weise der Berechnung eine Correction des Stickgases auf die ursprüngliche Temperatur vorhergehen. Kohlensäure enthaltende Luft wird, bevor man sie in die Messröhre bringt, nach der in §. 127 angegebenen Methode von solcher befreit.
$Dritte Abtheilung.$
$Uebungsaufgaben.$
Ich habe im Folgenden 70 Uebungsbeispiele mitgetheilt, von denen sich 30 auf Gewichtsanalyse, 30 auf Maassanalyse und technische Analyse und 10 auf organische Elementaranalyse beziehen. Es sind fast genau dieselben, welche ich seit einigen Semestern in meinem Laboratorium vorzulegen pflege; ich kann es daher mit Zuversicht aussprechen, dass sie alle gut ausführbar sind, sowie dass sich die Reihenfolge der Beispiele praktisch bewährt hat. In Bezug auf letztere kann ich aus Erfahrung mittheilen, dass es nicht klug ist, Schüler mit Maassanalysen oder mit technischen Analysen zu beschäftigen, bevor sie in den Gewichtsanalysen fest und geübt sind. Es erklärt sich dies einfach daraus, dass letztere neben grosser Genauigkeit auch viel Geduld erfordern. Ist man nun durch die rasch ausführbaren Maassanalysen verwöhnt, so wird es schwerer, die nothwendige Geduld aufzubieten, als wenn man gleich von vornherein die langwierigen Gewichtsbestimmungen in Angriff nimmt, die denn doch noch immer den eigentlichen Kern der Analyse bilden und ihn auch wohl noch lange Zeit bilden werden.
Bei der Auswahl der Beispiele hatte ich zunächst im Auge, dass die meisten, namentlich aber die ersteren, eine absolut genaue Controle der Resultate zulassen. Diese Sache ist für den die Analyse Erlernenden von höchstem Belang, da bei dem Betreiben der quantitativen Analyse ein gewisses Selbstvertrauen vor Allem erweckt werden muss. Ein solches in dem Sinne, wie ich es meine, kann aber auf keine andere Weise entstehen, als wenn man sich selbst zu überzeugen vermag, inwieweit die gefundenen Resultate mit der Wahrheit übereinkommen. --
Eine völlig genaue Controle ist aber nur dann möglich, wenn der Analysirende die zu untersuchende Substanz aus den abgewogenen Bestandtheilen selbst zusammensetzt, oder wenn er reine Salze von bekannter Zusammensetzung untersucht. -- Hat sich der Schüler bei Analyse solcher Substanzen das nothwendige Selbstvertrauen erworben, so geht er alsdann, den Nummern folgend, zuerst zu leichteren, dann zu schwereren Analysen über, wie sie in der Praxis vorkommen. --
Der zweite Punkt, auf den ich mein Augenmerk richtete, war der, dass in den Beispielen sowohl alle wichtigeren analytischen Methoden, als auch die wichtigsten Körper vorkommen sollten, damit die Schüler, bei Zugrundlegung der Beispiele, Gelegenheit hätten, mit der quantitativen Analyse möglichst allseitig vertraut zu werden. -- Diesen Gesichtspunkt ins Auge fassend, wird man es natürlich finden, dass ich die betreffenden Körper nicht immer nach der einfachsten Methode analysiren lasse. --
Die Beispiele in der organischen Analyse sind deswegen minder zahlreich, weil bei dieser weit weniger Mannigfaltigkeit ist, als bei der unorganischen, und weil man sie somit besser erlernt, wenn man eine und dieselbe Substanz mehrmals analysirt (so lange, bis man mit dem Resultate ganz zufrieden sein kann), als wenn man stets neue Substanzen wählt. --
Schliesslich bemerke ich noch, dass es nicht gerade meine Meinung ist, dass Jeder sämmtliche Beispiele durchmachen müsse; denn es hängt natürlicher Weise von der individuellen Begabung ab, wie lange einer braucht, um ein guter Analytiker zu werden, und ein solcher kann man sein, wenn man auch noch nicht $alle$ Körper bestimmt und alle Methoden angewandt hat. -- Davor glaube ich jedoch warnen zu müssen, dass man etwaigem Drange, Neues zu erforschen, nicht zu früh nachgiebt, ich meine nicht eher, als bis man, wie in der Chemie überhaupt, so auch namentlich in der praktischen Analyse, einigermaassen fest ist. Solche Sprünge im Studium, die ich häufig zu beobachten Gelegenheit hatte, haben immer schlimme Folgen, denn Gebäude auf hohlem Grunde haben keine Dauer.
$Beispiele.$
1. $Eisen.$
Wäge -- auf einem Uhrglase -- etwa 0,3 Grm. feinen Klavierdraht, löse ihn in Salzsäure unter Zusatz von Salpetersäure. Die Säuren werden etwas mit Wasser verdünnt.
Die Auflösung wird in einer mittelgrossen Kochflasche vorgenommen, welche mit einem Uhrglase bedeckt wird. -- Wenn sie erfolgt ist, und die Farbe der Lösung zeigt, dass alles Eisen als Oxyd gelöst ist (andernfalls müsste noch etwas Salpetersäure zugesetzt werden), spült man das Uhrglas ab, verdünnt, erhitzt zum beginnenden Sieden, setzt Ammon im mässigen Ueberschuss zu, filtrirt etc. (Vergl. §. 90. 1.)
Das Aufschreiben geschieht am besten so, wie ich es im folgenden Beispiele ein für alle Mal angebe:
Uhrglas + Eisen 10,3192 " leer 9,9750 -------- Eisen 0,3442. Tiegel + Eisenoxyd 17,0673 " leer 16,5761 -------- 0,4912. Filterasche Nr. 2 0,0012 -------- Eisenoxyd 0,4900 = Eisen 0,343 = 99,65 Proc.
2. $Essigsaures Bleioxyd.$
Bleioxydbestimmung. Die in einem Porzellanmörser zerriebenen trockenen und unverwitterten Krystalle presse zwischen Fliesspapier, bis erneute Blätter nicht mehr feucht werden. --
a. Wäge etwa 1 Grm. ab, löse in Wasser unter Zusatz einiger Tropfen Essigsäure und verfahre genau nach §. 92. 1. a. [Greek: a].
b. Wäge etwa 1 Grm. ab und verfahre genau nach §. 92. 5. ($Dulk$'sche Modification des $Berzelius$'schen Verfahrens).
PbO 1394,64 111,57 58,85 A 637,50 51,00 26,91 3 aq. 337,50 27,00 14,24 ------- ------ ------- 2369,64 189,57 100,00.
3. $Chlornatrium.$
Schmelze reines Chlornatrium im Platintiegel, giesse auf einen Porzellanscherben aus, zerklopfe noch heiss in gröbere Stückchen, welche in einem fest zu verkorkenden Glasröhrchen aufgehoben werden.
a. Chlorbestimmung. Löse etwa 0,4 Grm. in Wasser, setze Salpetersäure zu und fälle mit Silberlösung (§. 112. I. a.).
b. Natronbestimmung. Führe etwa 0,3 Grm. durch Behandeln mit mässig verdünnter Schwefelsäure in $neutrales$ schwefelsaures Natron über (§. 77. 1.). -- Die Operation kann geradezu im Platintiegel ausgeführt werden. Um denselben gleichmässig zu erhitzen, hängt man ihn mittelst eines Platindreiecks frei in ein Eisenschälchen und erhitzt dieses.
(Berechnete procentische Zusammensetzung siehe §. 48.)
4. $Arsenige Säure.$
Löse etwa 0,4 Grm. reine arsenige Säure in Stückchen in einer mit einem Glasstopfen verschliessbaren mittelgrossen Flasche in etwas Natronlauge durch Digestion auf dem Wasserbade auf, verdünne mit wenig Wasser, füge Chlorwasserstoffsäure zu bis zum Vorwalten und fülle dann die Flasche mit klarem Schwefelwasserstoffwasser fast voll. Setze den Stopfen auf und schüttele. Waltet der Schwefelwasserstoff vor, so ist die Fällung beendigt, ist dies nicht der Fall, so leite Schwefelwasserstoffgas ein, bis dasselbe vorwaltet, verfahre im Uebrigen genau nach §. 102. 4.
As 937,5 75 75,76 O_{3} 300,0 24 24,24 ------ -- ------- 1237,5 99 100,00.
5. $Kalialaun.$
Thonerdebestimmung. Presse reinen zerriebenen Kalialaun zwischen Fliesspapier, wäge etwa 2 Grm. ab, löse in Wasser und bestimme die Thonerde nach §. 83. a.
KO 588,86 47,11 9,93 Al_{2}O_{3} 640,84 51,26 10,81 4SO_{3} 2000,00 160,00 33,73 24HO 2700,00 216,00 45,53 ------- ------ ------- 5929,70 474,37 100,00.
6. $Kohlensaures Natron.$
Glühe wasserfreies reines kohlensaures Natron in einem Platintiegel gelinde.
a. Natronbestimmung. Führe etwa 0,5 Grm. in Chlornatrium über (§. 77. 3.).
b. Kohlensäurebestimmung. Bestimme in etwa 0,7-1 Grm. die Kohlensäure nach §. 110. II. b. [Greek: b]. aa. Der Apparat wird so klein gemacht, dass er etwa 60-70 Grm. wiegt und somit auf der feinen Wage gewogen werden kann. Das Abwägen des kohlensauren Natrons vollbringt man am besten in der Art, dass man von dem frisch geglühten Salze 0,7-1 Grm. in ein enges Röhrchen bringt, dieses wägt, seinen Inhalt vorsichtig in das Kölbchen A entleert und die Menge des zur Verwendung kommenden durch Zurückwägen des Röhrchens bestimmt.
Zusammensetzung siehe §. 48.
7. $Kohlensaurer Kalk.$
Erhitze reinen kohlensauren Kalk in Pulverform (sei es reinen Kalkspath oder künstlich dargestellten) in einem Platintiegel gelinde.
a. Kalkbestimmung. Löse in einem zu bedeckenden Becherglase etwa 1 Grm. in verdünnter Salzsäure und bestimme den Kalk nach §. 81. 2. b.
b. Kohlensäurebestimmung. Bestimme in etwa 0,8 Grm. die Kohlensäure nach §. 110. II. b. [Greek: a].
Zusammensetzung siehe §. 52.
8. $Kupfervitriol.$
Derselbe soll ganz vollständig analysirt werden.
Die reinen Krystalle zerreibe im Porzellanmörser und presse sie zwischen Fliesspapier.
a. Bestimmung des Krystallwassers. Wäge eine Kugelröhre leer, bringe soviel Kupfervitriol in die Kugel, dass dieselbe halb gefüllt ist[164], wäge sie wieder, lege sie quer durch ein Luftbad, in dessen Wänden Oeffnungen sind (S. 39), verbinde das eine Ende mit einer Chlorcalciumröhre, das andere mit einem Aspirator, erhitze auf 120-140° und lasse das Wasser des Aspirators langsam abfliessen. Wenn bei dieser Temperatur kein Wasser mehr entweicht, und wiederholte Wägungen der Kugelröhre constante Resultate geliefert haben, ist die Gewichtsabnahme der Kugelröhre gleich dem Krystallwasser des Kupfervitriols.
[164] Das Füllen geschieht, indem man in den einen Röhrenansatz einen mit Papier umwickelten Glasstab bis zur Kugel einschiebt, dann durch die andere Röhre einfüllt. Nachdem man die Kugelröhre wieder in wagerechte Richtung gebracht und aufgeklopft hat, zieht man den Glasstab heraus und reinigt die Röhrenansätze, wenn nöthig, mittelst einer Federfahne.
b. Bestimmung des Halhydratwassers. Setze denselben Versuch weiter fort, während die Temperatur auf 250-260° erhalten wird. Die hierbei erfolgende Gewichtsabnahme giebt die Menge des fester gebundenen Halhydratwassers an.
c. Bestimmung der Schwefelsäure. In einer neuen Portion des Kupfervitriols (etwa 1,5 Grm.) bestimme die Schwefelsäure nach §. 105. I. 1.
d. Bestimmung des Kupferoxyds. In etwa 1,5 Grm. bestimme das Kupferoxyd nach §. 95. 1. a. [Greek: a].
CuO 496,0 39,68 31,83 SO_{3} 500,0 40,00 32,08 HO 112,5 9,00 7,22 4 aq. 450,0 36,00 28,87 ------ ------ ------- 1558,5 124,68 100,00.
9. $Krystallisirte schwefelsaure Magnesia.$
Zerreibe und trockne nach §. 15. a.
a. Bestimmung der Magnesia. Löse 1-2 Grm. in Wasser, setze Salmiak, dann Ammon zu und fälle mit phosphorsaurem Natron (§. 82. 2.).
b. Bestimmung des Wassers im Ganzen. Erhitze etwa 1 Grm. in einem Porzellantiegel über der Lampe bis kaum zum Glühen und bestimme die Gewichtsabnahme. Der Rückstand muss sich in Wasser noch klar lösen.
MgO 250,19 20 16,26 SO_{3} 500,00 40 32,52 7 aq. 787,50 63 51,22 ------- --- ------- 1537,69 123 100,00.
10. $Quecksilberchlorid.$
Quecksilberbestimmung. Löse etwa 0,5 Grm. in Wasser, füge einige Tropfen Salzsäure zu und fälle durch Schwefelwasserstoff (§. 94. 3.).
Hg 1250,60 100,05 73,83 Cl 443,28 35,46 26,17 ------- ------ ------- 1693,88 135,51 100,00.
11. $Schwefeleisen.$
Wähle reinen Schwefelkies, zerreibe ihn aufs Feinste, trockne bei 100°.
a. Schwefelbestimmung. Behandle etwa 0,5 bis 1 Grm. nach §. 116. 2. a. [Greek: a]. oder [Greek: b].
b. Eisenbestimmung. Löse etwa 0,5 Grm. in Königswasser und fälle mit Ammon (§. 90. 1.).
Fe 350 28 46,67 2S 400 32 53,33 --- -- ------- 750 60 100,00.
12. $Phosphorsaurer Kalk$ (PO_{5}, 3CaO).
a. Phosphorsäurebestimmung. Glühe, wäge etwa 0,8-1 Grm. ab, bringe in einen Kolben oder ein Becherglas, füge etwa 3 Grm. (die Menge ist genau abzuwägen) reines metallisches Zinn zu und verfahre nach §. 106. I. d. [Greek: a].
b. Kalkbestimmung. Das Filtrat von a. sättige mit Ammon und fälle den Kalk mit oxalsaurem Ammon (§. 81. 2. b.).
3CaO 1050,00 84,00 54,06 PO_{5} 892,04 71,36 45,94 ------- ------ ------- 1942,04 155,36 100,00.
13. $Saures chromsaures Kali.$
Zerreibe reines zweifach chromsaures Kali, trockne es direct über der Lampe bei gelinder Hitze.
a. Chrombestimmung. Löse etwa 1 Grm. in Wasser, fälle mit essigsaurem Bleioxyd unter Vermeidung eines grossen Ueberschusses und bestimme das chromsaure Bleioxyd nach §. 104. I. b.
b. Kalibestimmung. Fälle aus dem Filtrat von 1. das Blei durch Schwefelwasserstoff und führe im Filtrat das Kali in schwefelsaures Kali oder Chlorkalium über (§. 76.).
KO 588,86 47,11 31,69 2CrO_{3} 1269,40 101,56 68,31 ------- ------ ------- 1858,26 148,67 100,00.
14. $Trennung des Eisens von Mangan.$
Löse etwa 0,5 Grm. feinen Klavierdraht und etwa ebensoviel reines, zuvor gelinde erhitztes Manganoxyduloxyd (Darstellung siehe §. 86. 1.) in Salzsäure, erhitze mit etwas Salpetersäure und trenne beide mittelst kohlensauren Baryts (§. 128. A. 1.).
15. $Trennung des Kalks von Magnesia.$
Löse etwa 0,5 Grm. reinen, zuvor gelinde erhitzten kohlensauren Kalk und etwa ebensoviel frisch geglühte reine Magnesia[165] in verdünnter Salzsäure und trenne beide nach §. 122. B. 3. a.
[165] Man erhält solche am leichtesten rein durch Erhitzen von reiner oxalsaurer Magnesia ($F. Schulze$).
16. $Trennung der Magnesia von Natron.$
Löse etwa 0,5 Grm. reines geschmolzenes Chlornatrium und etwa ebensoviel reine, frisch geglühte Magnesia in verdünnter Salzsäure und trenne beide mittelst Quecksilberoxyds (§. 121. A. 1.).
17. $Trennung des Kalis von Natron.$
Mische gewogene Mengen von reinem Chlornatrium und Chlorkalium und unternimm
a. eine directe Scheidung nach §. 120. 1. a.;
b. eine indirecte nach §. 120. 3.
18. $Trennung des Eisenoxyds von der Thonerde.$
Löse etwa 0,3 Grm. reinen Klavierdraht in Salzsäure unter Zusatz von etwas Salpetersäure, füge zu etwa 1 Grm. reinen Alaun und trenne nach §. 128. B. 10. a. (Fälle beide erst mit Ammon, wäge, löse den Rückstand in concentrirter Salzsäure und fälle das Eisen nach Zusatz von Weinsäure und Ammon mit Schwefelammonium, um es alsdann nach §. 90. 1. b. zu bestimmen.) -- Oder trenne beide nach §. 128. B. 1. a. oder nach §. 128. B. 3. a.
19. $Trennung des Cadmiums von Zink.$
Löse etwa 0,5 Grm. reines Zinkoxyd und etwa ebensoviel reines Cadmiumoxyd in 40 C.C. Salzsäure und 100 Grm. Wasser und trenne beide durch Schwefelwasserstoff (§. 130. A.). Mit dem Schwefelcadmium verfahre man nach §. 97. 2., mit der Zinklösung, nach Entfernung des Schwefelwasserstoffs, nach §. 85. a.
20. $Trennung des Quecksilbers von Blei.$
Löse etwa 0,5 Grm. reines Quecksilberchlorid und etwa 1 Grm. reines krystallisirtes essigsaures Bleioxyd und trenne beide nach §. 131. 6. a.
21. $Trennung der Magnesia von Thonerde.$
Löse etwa 1 Grm. reinen Alaun und etwa 1 Grm. reine krystallisirte schwefelsaure Magnesia in Wasser auf, setze etwas Salzsäure zu, dann eine kalt bereitete gesättigte Lösung von zweifach kohlensaurem Natron und verfahre überhaupt genau nach §. 124. 1. B. 2. a.
22. $Trennung des Eisenoxyds und Kalks von der Phosphorsäure.$
Wäge etwa 0,3 Grm. Klavierdraht ab, löse ihn in Salzsäure unter Zusatz von Salpetersäure, füge hinzu etwa 1 Grm. frisch geglühten phosphorsauren Kalk (PO_{5}, 3 CaO).
Verdünne die Lösung auf etwa 400 C.C., füge vorsichtig Ammon zu, bis eben alkalisch, dann Essigsäure bis stark sauer und bis sich -- mit Zurücklassung des phosphorsauren Eisenoxyds -- der phosphorsaure Kalk wieder gelöst hat. Lasse absitzen, wasche den Niederschlag zwei Mal durch Decantiren, dann auf dem Filter aus, löse ihn in Salzsäure.
Man hat jetzt
a. eine salzsaure Lösung, in der alles Eisenoxyd und ein Theil der Phosphorsäure enthalten ist, und
b. eine durch Essigsäure saure Lösung, in welcher aller Kalk und der Rest der Phosphorsäure sich findet.
Die Lösung a versetze mit Schwefelwasserstoff bis zum Vorwalten, füge Ammon, zuletzt noch etwas Schwefelammonium zu und bestimme das Eisen nach §. 90. 1. b. -- Das Filtrat concentrire und fälle darin die Phosphorsäure nach §. 106. I. b. [Greek: a].
Die essigsaure Lösung b versetze mit Ammon, bis eben ein bleibender Niederschlag entsteht, dann mit einigen Tropfen Essigsäure, bis sie wieder klar geworden, füge oxalsaures Ammon im mässigen Ueberschuss zu und bestimme den Kalk nach §. 81. 2. b. [Greek: b]. -- In dem durch Abdampfen concentrirten Filtrate bestimme die Phosphorsäure nach §. 106. I. b. [Greek: a]. Die in a und b erhaltenen Niederschläge von phosphorsaurer Ammon-Magnesia kann man auf einem Filter sammeln.
23. $Trennung des Jods vom Chlor.$
Wäge etwa 0,4 Grm. reines Jodkalium und etwa ebensoviel reines Chlornatrium, löse in Wasser, fälle mit Silberlösung (§. 112. I. a.). Nachdem der Niederschlag von Chlor- und Jod-Silber gewogen, bestimme die Menge des letzteren dadurch, dass ein gewogener Theil im Chlorstrom geglüht und die Gewichtsabnahme bestimmt wird, die bei dem Uebergang des Jodsilbers in Chlorsilber stattfindet (§. 137. 2. c.).
24. $Analyse eines Kalksteins oder Dolomits.$
Dieselbe ist genau nach §. 203 auszuführen.
25. $Analyse des Natroliths.$
Die wesentlichen Bestandtheile des Natroliths sind, wie bekannt: Natron, Thonerde, Kieselsäure und Wasser. -- Ausserdem findet man zuweilen Kalk und Eisenoxyd.
Pulvere ein reines Stückchen durch Zerreiben im Achatmörser fein, trockne das Pulver bei 100°.
a. Behandle etwa 1,5 Grm. mit Salzsäure und scheide die Kieselsäure ab, genau nach §. 111. II. a., versäume nicht, sie auf ihre Reinheit zu prüfen.
b. Das von der Kieselerde getrennte Filtrat fälle durch kohlensaures Ammon und etwas Ammon, wasche den Thonerdeniederschlag erst durch Decantiren, dann auf dem Filter aus etc. (§. 83. a.).
c. Da die Thonerde noch etwas Kieselsäure, ferner Kalk und Eisenoxyd enthalten kann, so löse sie nach dem Wägen durch längere Digestion mit concentrirter Salzsäure auf, filtrire die Kieselsäure ab, glühe und wäge sie. -- Die Thonerdelösung übersättige mit Natronlauge, füge etwas kohlensaures Natron zu, koche, lasse absitzen, decantire durch ein Filter, koche einen etwaigen Niederschlag nochmals mit Natronlauge, wasche ihn aus, löse ihn in Salzsäure und bestimme darin Eisenoxyd und Kalk nach §. 127. B. 3. e. Zieht man von dem durch kohlensaures Ammon entstandenen Niederschlage die darin gefundene Kieselsäure (welche auf ihre Reinheit durch Aufschliessen zu prüfen ist), Eisenoxyd und Kalk ab, so ergiebt sich die Thonerde.
d. Die von dem ersten Thonerdeniederschlage abfiltrirte Flüssigkeit verdampfe man, zuletzt in einer Platinschale, und bestimme das darin enthaltene Chlornatrium nach §. 77. 3.
e. Wäge etwa 1,5 Grm. des bei 100° getrockneten Natroliths und bestimme das Wasser durch heftiges Glühen.
26. $Analyse des Messings.$
Das Messing besteht bekanntlich aus 25-35 Proc. Zink und 65-75 Proc. Kupfer. Ausserdem enthält es in der Regel noch kleine Mengen von Zinn und Blei.
Löse etwa 2 Grm. in Salpetersäure. (Von letzterer ist nicht mehr zu nehmen, als gerade nöthig, denn aller Ueberschuss muss wieder verdampft werden.)
Bleibt ein unlöslicher Rückstand (Zinnoxyd), so ist derselbe -- nachdem die Flüssigkeit mit Wasser verdünnt worden ist -- abzufiltriren. -- Zum Filtrat, oder -- wenn die Menge des Zinns zu gering war -- direct zur Lösung, füge etwa 30 Tropfen verdünnte Schwefelsäure, verdampfe auf dem Wasserbade zur Trockne, setze 100 C.C. Wasser zu und erwärme. Bleibt ein Rückstand (schwefelsaures Bleioxyd) ungelöst, so ist derselbe abzufiltriren und mit 50 C.C. Wasser auszuwaschen. (Da auf das Verhältniss zwischen Wasser und Säure viel ankommt, so ist das Wasser zu messen oder zu wägen.) Man fügt jetzt 45 C.C. Salzsäure zu den 150 C.C. Flüssigkeit und fällt das Kupfer durch Schwefelwasserstoffgas (nicht durch Schwefelwasserstoffwasser). Wenn die Flüssigkeit ausgefällt ist, und das Schwefelkupfer sich abgesetzt hat, filtrirt man und wäscht mit Wasser aus, dem man ein wenig Schwefelwasserstoffwasser zugemischt hat. -- Das Schwefelkupfer wird sodann nach §. 95. 1. c. behandelt. -- Die von demselben abfiltrirte Flüssigkeit dampfe ein, sättige sie fast mit Natronlauge, fälle mit kohlensaurem Natron (§. 85. a.). Ist das erhaltene Zinkoxyd eisenhaltig, so bestimme darin das Eisen nach einer der in §. 128 angegebenen Methoden.
27. $Analyse des Feldspaths.$
Reibe das ausgesuchte Stückchen Feldspath erst so im Achatmörser fein, dann unter Zusatz von etwas Wasser, bis nicht das mindeste Knirschen mehr zu hören ist (§. 14, S. 32). Die breiartige Masse trockne in einem Porzellanschälchen bei 100°.
a. Schliesse etwa 1,5 Grm. mit der vierfachen Menge kohlensauren Natron-Kalis auf (§. 111. II. b. [Greek: a].), und scheide die Kieselsäure nach §. 111. II. a.
b. Die von der Kieselsäure getrennte Lösung behandle zur Bestimmung der Thonerde (sowie der mit derselben gewöhnlich noch niederfallenden kleinen Mengen von Kieselsäure und von Eisenoxyd, auch wohl von alkalischen Erden), wie es bei Natrolith (Nro. 25 der Uebungsbeispiele) angegeben ist.
c. Schliesse etwa 1 Grm. des Feldspathpulvers mit Fluorwasserstoffgas auf und zerlege die gebildeten Kieselfluormetalle durch Abdampfen mit Schwefelsäure. Nachdem der Ueberschuss der letzteren entfernt, und die schwefelsauren Salze in Salzsäure und Wasser gelöst sind, fälle die Schwefelsäure durch ganz vorsichtigen Zusatz von Chlorbaryum und vermeide jeden irgend bedeutenden Ueberschuss. (Sollte man zu viel zugesetzt haben, so setzt man wieder einige Tropfen verdünnte Schwefelsäure zu, so dass zuletzt nur ein geringer Ueberschuss von Chlorbaryum in Lösung ist.) -- Filtrire nun und fälle das Filtrat durch kohlensaures Ammon und Ammon. Der Niederschlag ist Thonerde, welche etwas kohlensauren Baryt und Eisenoxyd und -- wenn Kalk und Magnesia zugegen sind -- auch diese enthält. Im Filtrat bestimme das Kali als Chlorkalium (§. 76. 3.). Ehe seine Menge als richtig betrachtet werden kann, muss man sich überzeugen, dass die Lösung des Salzrückstandes durch Ammon und kohlensaures Ammon klar bleibt. -- Will man die Thonerde nochmals bestimmen, so löst man den sie enthaltenden Niederschlag in Salzsäure, fällt den Baryt aufs Vorsichtigste mit einigen Tropfen verdünnter Schwefelsäure, filtrirt und verfährt dann wie in Nro. 25 der Uebungsbeispiele.
28. $Analyse des Schnelllothes$ (Zinn und Blei).
Uebergiesse etwa 1,5 Grm. der in kleine Stückchen zerschnittenen Legirung in einem Kolben mit gewöhnlicher Salpetersäure und verfahre zur Abscheidung und Bestimmung des Zinns nach §. 101. 1. a.
Das Filtrat versetze in einer Porzellanschale mit reiner verdünnter Schwefelsäure, verdampfe die Salpetersäure auf dem Wasserbade und verfahre mit dem erhaltenen schwefelsauren Bleioxyd nach §. 92. 2. Enthält die Legirung noch andere Metalle, so finden sich diese in der vom schwefelsauren Bleioxyd abfiltrirten Flüssigkeit, weshalb man dieselbe mit Schwefelwasserstoff und Schwefelammonium zu prüfen hat.
29. $Analyse eines Brunnen- oder Mineralwassers.$
Verfahre nach §. 173 oder 174.
30. $Darstellung und Analyse einer Pflanzenasche$ (§. 212-219).
31. $Bestimmung des specifischen Gewichtes gewöhnlicher Salzsäure.$
Prüfe das specif. Gewicht gewöhnlicher Salzsäure mit Hülfe des in §. 177, Fig. 94 abgebildeten Fläschchens und ermittle so mit Hülfe der S. 451 mitgetheilten Tabelle den Gehalt der Säure.
32. $Bestimmung des Gehaltes gewöhnlicher Salzsäure durch Sättigung.$
Stelle die in §. 182 angegebenen Lösungen dar und ermittle alsdann nach der daselbst angegebenen Methode den Gehalt der auch in 31. angewandten Salzsäure.
33. $Alkalimetrie nach Mohr.$
Bestimme den Gehalt einer Soda nach der in §. 186 beschriebenen Weise.
34. $Alkalimetrie nach Descroizilles und Gay-Lussac.$
Bestimme den Gehalt der in 33. angewandten Soda nach §. 185.
35. $Ammonbestimmung nach Schlösing.$
Wäge etwa 0,5 reinen Salmiak und bestimme dessen Ammoniumgehalt nach §. 78. 3.
36. $Maassanalytische Bestimmung des Kalks (und der Magnesia) in einem Kalkstein.$
Verfahren siehe §. 204.
37. $Feststellung des Gehaltes einer Lösung von übermangansaurem Kali.$
Verfahren siehe §. 89. 2. a. -- Es genügt vollkommen, wenn man etwa 0,2 Klavierdraht abwägt. Die Chamäleonlösung verdünne so, dass etwa 20-30 C.C. zur Oxydation von 0,2 Eisen gebraucht werden; dieselbe wird aus einer in 1/10 C.C. getheilten Bürette zugesetzt. Vergl. §. 206.
38. $Bestimmung des Eisens in einem Eisenstein.$
Verfahren siehe §. 206.
39. $Analyse des Salpeters.$
Wäge etwa 0,5 Grm. reines wasserfreies, salpetersaures Kali ab und verfahre nach §. 117. II. a. (Es ist zweckmässig, nach Zusatz des Salpeters zu der Eisenchlorürlösung etwas Schwefelsäure zuzufügen, ehe man zum Sieden erhitzt.)
40. $Bestimmung des Kupfers nach Schwarz.$
Wäge etwa 4 Grm. reinen Kupfervitriol, löse zu 200 C.C. Nimm je 50 C.C. und bestimme darin das Kupfer nach §. 95. 3. b. mehrmals.
41. $Bestimmung des Ferridcyankaliums nach de Haen.$
Löse etwa 0,5 Ferridcyankalium in Wasser und verfahre nach §. 198.
42. $Trennung von Ferro- und Ferridcyankalium$[166].
Löse etwa 1 Grm. Ferridcyankalium und etwa ebensoviel Ferrocyankalium in 100 C.C. Wasser. Bestimme in 20 C.C. das Ferrocyan-, und in 20 weiteren das Ferridcyankalium nach §. 198.
[166] Zur Bestimmung des Ferridcyans ist in meinem Laboratorium noch eine zweite Methode von Herrn $Lenssen$ ermittelt worden, welche ebenfalls sehr gute Resultate giebt. Sie beruht auf der Thatsache, dass, wenn man Ferridcyankalium, Jodkaliumlösung und Salzsäure zusammenbringt, sich für jedes Aeq. Ferridcyankalium (4119) 1 Aeq. Jod (1586) ausscheidet (Cfdy, H_{3}) + JH = 2(Cfy, H_{2}) + J. Bestimmt man nun das Jod nach $Bunsen$, so erfährt man die Menge des Ferridcyankaliums mit grosser Genauigkeit. In vier Versuchen erhielt Herr $Lenssen$ 99,22, -- 101,7, -- 102,1 -- 100,5 statt 100.
43. $Darstellung der zu den Bunsen'schen Jodbestimmungen erforderlichen Lösungen.$
Verfahren siehe §. 114. Anhang. Der Gehalt der Jodlösung ist mittelst sauren chromsauren Kalis zu ermitteln.
44. $Chlorkalkprüfung nach Bunsen.$
Verfahren siehe §. 194.
45. $Chlorkalkprüfung nach Penot.$
Man prüfe den in 44. angewandten Chlorkalk nach §. 192.
46. $Chlorkalkprüfung mittelst Eisens.$
Man prüfe den in 44. und 45. angewandten Chlorkalk nach §. 193.
47. $Kupferprüfung nach de Haen.$
Löse etwa 5 Grm. reinen Kupfervitriol in Wasser zu 500 C.C. -- Nimm je 10 C.C. dieser Lösung und bestimme darin das Kupfer nach §. 207.
48. $Braunsteinprüfung nach Bunsen.$
Verfahren siehe §. 196.
49. $Bestimmung des Mangans neben Eisen nach Krieger.$
Löse etwa 0,2 Grm. Klavierdraht und etwa 0,4 Grm. Manganoxyduloxyd in Salzsäure und bestimme beide nach §. 128. B. 10. c.
50. $Bestimmung des Silbers nach Gay-Lussac.$
Löse eine kleine Münze in Salpetersäure und bestimme das Silber nach §. 91. 5.
51. $Chlorbestimmung nach Liebig.$
Bestimme in einer abgewogenen Menge reinen Chlornatriums das Chlor nach §. 112. I. c. [Greek: b].
52. $Jodbestimmung nach Kersting.$
Wäge eine kleine Menge reines Jodkalium ab und bestimme darin das Jod nach §. 114. I. c.
53. $Zuckerbestimmung nach Fehling.$
Man stelle die in §. 210 beschriebene Kupferlösung dar und bestimme mit Hülfe derselben den Zuckergehalt in einer Honiglösung.
54. $Stärkemehlbestimmung.$
Man trockne reines Stärkemehl bei 100° und bestimme es nach §. 210.
55. $Bestimmung des Aetznatrons neben kohlensaurem Natron.$
Man analysire eine Aetznatron enthaltende Soda nach §. 188.
56. $Braunsteinbestimmung nach Fresenius und Will.$
Man prüfe den auch in Nro. 46 angewandten Braunstein nach §. 195.
57. $Bestimmung der Löslichkeit des Kochsalzes.$
a. Bei Siedhitze. Man löst völlig reines, gepulvertes Chlornatrium mit destillirtem Wasser in einem Glaskolben, erhitzt zum Kochen und erhält darin, bis sich ein Theil des Salzes ausgeschieden hat. Alsdann filtrirt man durch einen mit kochendem Wasser umgebenen und mit einer Glasplatte zu bedeckenden Trichter möglichst rasch in einen geräumigen gewogenen Messkolben, verschliesst denselben, sobald einige Unzen Flüssigkeit darin sind, mit einem Korke, lässt erkalten und wägt. Alsdann füllt man den Kolben mit Wasser an bis zur Marke und bestimmt in einem aliquoten Theil der Lösung das Kochsalz durch Abdampfen in einer Platinschale (zweckmässig unter Zusatz von etwas Salmiak, welcher das Decrepitiren beim Glühen einigermaassen verhindert).
b. Bei 14°. Man lässt die kochend gesättigte Lösung unter häufigem Umschütteln bis auf die genannte Temperatur erkalten und verfährt alsdann wie in a.
100 Thle. Wasser lösen bei 109,7° 40,35 Kochsalz. 100 " " " bei 14° 35,87 "
58. $Bestimmung der Löslichkeit des Gypses.$
a. Bei 100°.
b. Bei 12°.
Man digerirt reinen gepulverten schwefelsauren Kalk mit Wasser unter häufigem Umschütteln, zuletzt bei 40-50° (bei dieser Temperatur löst er sich am reichlichsten) längere Zeit, giesst alsdann die klare Lösung sammt einigem Niederschlag in zwei verschiedene Kolben ab, und erhitzt den einen Theil längere Zeit zum Kochen, -- den anderen lässt man unter häufigem Umschütteln erkalten und bei 12° längere Zeit stehen. Nach diesen Operationen filtrirt man und bestimmt in den gewogenen Lösungen den Gyps durch Abdampfen und Glühen des Rückstandes.
100 Theile Wasser lösen bei 100° 0,217 wasserfreien Gyps. 100 " " " bei 12° 0,233 " "
59. $Analyse der atmosphärischen Luft.$
Methode I (§. 228). --
O 20,8 Vol. N 79,2 Vol. ------- 100,0.
60. $Analyse ausgeathmeter Luft.$
Verfahren siehe §. 228. Die Luft wird erst getrocknet, dann ihr Kohlensäuregehalt, zuletzt ihr Sauerstoffgehalt bestimmt[167].
[167] $Liebig$ fand in ausgeathmeter Luft 4-5,4 Kohlensäure, und 14,95-16,36 Sauerstoff.
$Organische Elementaranalysen.$
61. $Analyse des Rohrzuckers.$
Man wähle völlig reine, weisse Krystalle. Dieselben werden zerrieben und bei 100° getrocknet. Man verbrenne sie mit Kupferoxyd nach $Liebig$'s Verfahren (§. 142 und 143).
12C 900,00 72 42,10 11H 137,50 11 6,44 11O 1100,00 88 51,46 ------- --- ------- 2137,50 171 100,00.
62. $Analyse der krystallisirten Weinsteinsäure.$
Man trockne das Pulver reiner Weinsteinsäurekrystalle bei 100° und verbrenne mit Kupferoxyd nach $Bunsen$'s Verfahren (§. 144).
4C 300,0 24 32,0 3H 37,5 3 4,0 6O 600,0 48 64,0 ----- -- ------ 937,5 75 100,0.
63. $Analyse des Terpentinöls.$
Dasselbe muss durch Digestion mit geschmolzenem Chlorcalcium völlig entwässert und frisch rectificirt sein. Verfahren §. 149.
5C 375 30 88,24 4H 50 4 11,76 --- -- ------- 425 34 100,00.
64. $Analyse des Stärkemehls.$
Trockne reines Amylum bei 100°, verbrenne es in Sauerstoffgas nach §. 147.
12C 900 72 44,44 10H 125 10 6,17 10O 1000 80 49,39 ---- --- ------- 2025 162 100,00.
65. $Kohlenstoff- und Wasserstoffbestimmung der Harnsäure.$
Trockne reine Harnsäure bei 100°, analysire sie nach §. 151.
66. $Stickstoffbestimmung der Harnsäure nach Varrentrapp und Will.$
Verfahren §. 154.
67. $Stickstoffbestimmung der Harnsäure nach Péligot.$
Verfahren §. 155.
68. $Stickstoffbestimmung der Harnsäure nach Dumas.$
Verfahren §. 153.
5C 375 30 35,71 2N 350 28 33,33 2H 25 2 2,38 3O 300 24 28,58 ---- -- ------- 1050 84 100,00.
69. $Schwefelbestimmung im Horn.$
Bestimme den Schwefel in Hornfeile nach §. 156. ($Mulder$ fand darin 3,4 Proc. Schwefel.)
70. $Bestimmung des specifischen Gewichtes des Camphordampfes.$
Verfahren §. 161. -- Berechnetes Resultat §. 172.
* * * * *
$Anhang.$
I. $Analytische Belege$
1. $Einfluss von Wasser auf Glas- und Porzellangefässe beim Eindampfen$ (zu §. 24).
Eine grosse Flasche wurde mit Wasser gefüllt, welches aus einem kupfernen Dampfapparat mit zinnernem Kühlrohr vorsichtig destillirt war. Dieses Wasser diente zu den sämmtlichen zu 1. gehörigen Versuchen.
a. 300 C.C. in einer Platinschale vorsichtig verdampft, hinterliessen geglühten Rückstand 0,0005 Grm. = 0,0017 pro mille.
b. 600 C.C. wurden in einem weiten Kolben von böhmischem Glas kochend bis beinahe zur Trockne verdampft, der Rückstand in eine Platinschale gebracht, und der Kolben mit 100 C.C. destillirtem Wasser nachgespült. Nach dem Abdampfen und Glühen blieben Rückstand
0,0104 Grm. Zieht man hiervon ab die dem destillirten Wasser als solchem zukommende Menge mit 0,0012 " ------ so bleiben aus dem Glas aufgenommene Substanz 0,0092 " = 0,0153 pro mille.
Bei weiteren auf dieselbe Art angestellten Versuchen hinterliessen 300 C.C. zweimal je 0,0049, einmal 0,0037 Grm.; dies macht im Mittel, berechnet auf 600 C.C.
0,0090 Grm. und nach Abzug von 0,0012 " ------ 0,0078 " = 0,013 pro mille.
Man kann somit annehmen, dass 1 Liter Wasser, in Glasgefässen stark eingekocht, etwa 14 Milligramme Glasbestandtheile löst.
c. 600 C.C. wurden in einer Berliner Porzellanschale fast zur Trockne verdampft, im Uebrigen wie in b. behandelt. Erhalten Rückstand
0,0015 Grm. Zieht man davon ab die dem Wasser als solchem entsprechende Menge mit 0,0012 " ------ so bleibt aus dem Porzellan aufgenommene Substanz 0,0003 " = 0,0005 pro mille.
2. $Einfluss von Salzsäure auf Glas- und Porzellangefässe beim Eindampfen$ (zu §. 24).
Das in 1. gebrauchte destillirte Wasser wurde mit 1/10 reiner Salzsäure versetzt.
a. 300 Grm. in Platin verdampft, hinterliessen 0,002 Grm. Rückstand.
b. 300 Grm. in böhmischem Glas fast zur Trockne gebracht, dann in der Platinschale verdampft, lieferten 0,0019 Rückstand, also hatte die verdünnte Salzsäure das Glas nicht angegriffen.
c. 300 Grm. in Berliner Porzellan verdampft etc. lieferten 0,0036, somit nach Abzug der 0,002, 0,0016, also 0,0053 pro mille.
d. Der in c. angegebene Versuch wiederholt lieferte 0,0034, also nach Abzug von 0,002, 0,0014 = 0,0047 pro mille.
Von Salzsäure wird also Glas weit weniger angegriffen als von Wasser, während Porzellan zu Wasser und verdünnter Salzsäure fast gleiches Verhalten zeigt. Man ersieht daraus, dass die Wirkung des Wassers auf das Glas darin besteht, dass lösliche basisch kieselsaure Salze entstehen.
3. $Einfluss von Salmiaklösung auf Glas- und Porzellangefässe beim Eindampfen$ (zu §. 24).
In dem in 1. genannten destillirten Wasser wurde 1/10 Salmiak gelöst und filtrirt.
a. 300 C.C. in der Platinschale verdampft, hinterliessen 0,006 Grm. fixen Rückstand.
b. 300 C.C. in böhmischem Glas stark eingekocht, dann in Platin zur Trockne gebracht, hinterliessen 0,0179 Grm., davon ab obige 0,006, bleiben aus dem Glas aufgenommene Bestandtheile 0,0119 = 0,0397 pro mille.
c. 300 C.C. auf gleiche Art in Berliner Porzellan behandelt, hinterliessen 0,0178, davon ab obige 0,006, bleiben 0,0118, gleich 0,0393 pro mille.
Also greift Salmiaklösung beim Eindampfen Glas wie Porzellan stark an.
4. $Einfluss von kohlensaurer Natronlösung auf Glas- und Porzellangefässe$ (zu §. 24).
In dem in 1. genannten destillirten Wasser wurde 1/10 krystallisirtes reines kohlensaures Natron gelöst.
a. 300 C.C. lieferten, mit Salzsäure übersättigt und in Platin zur Trockne verdampft etc., 0,0026 Grm. Kieselsäure, gleich 0,0087 pro mille.
b. 300 C.C. drei Stunden unter Erneuerung des Wassers in Glas gelinde eingekocht bis zu ziemlicher Concentration, lieferten -- wie in a. behandelt -- 0,1376 Grm., und nach Abzug der in a. erhaltenen 0,0026 Grm. 0,135 Grm. = 0,450 pro mille.
c. 300 C.C. auf die in b. angegebene Weise in Porzellan behandelt, lieferten 0,0099 und nach Abzug der in a. erhaltenen 0,0026 Grm. 0,0073 = 0,0243 pro mille.
Somit wird Glas sehr stark, Porzellan noch sehr merklich von kochender kohlensaurer Natronlösung angegriffen.
5. $Aus Glasgefässen destillirtes Wasser$ (zu §. 39. 1.).
42,41 Grm. aus einem hohen Kolben mit $Liebig$'schem Kühlapparat höchst vorsichtig destillirtes Wasser hinterliessen, in einer Platinschale abgedampft, 0,0018 geglühten Rückstand, d. i. 1/23561.
6. $Schwefelsaures Kali und Alkohol$ (zu §. 47. a.).
a. Geglühtes reines schwefelsaures Kali mit absolutem Alkohol unter häufigem Schütteln einige Tage kalt digerirt, lieferte ein Filtrat, welches, mit Wasser verdünnt und mit Chlorbaryum versetzt, am Anfang völlig klar blieb und erst nach längerer Zeit ein schwaches Opalisiren zeigte. Beim Abdampfen zur Trockne blieb ein sehr geringer, aber immerhin deutlich auf Schwefelsäure reagirender Rückstand.
b. Dasselbe Salz in gleicher Weise unter Zusatz von etwas reiner concentrirter Schwefelsäure behandelt, lieferte ein Filtrat, welches, in Platin verdampft, einen ganz deutlichen, feuerbeständigen Rückstand von schwefelsaurem Kali hinterliess.
7. $Verhalten des Chlorkaliums an der Luft und beim Erhitzen$ (§. 47. c.).
0,9727 Grm. geglühtes (nicht geschmolzenes) reines Chlorkalium verloren, 10 Minuten in einem offenen Platinschälchen in dunkler Rothglühhitze erhalten, 0,0007 Grm., -- weitere 10 Minuten bei derselben Temperatur erhalten, blieb das Gewicht völlig gleich. -- Zum hellen Rothglühen erhitzt, bis halb geschmolzen, nahm das Salz um 0,0009 Grm. weiter ab, -- sehr stark geglüht, bis ganz geschmolzen, verlor es weitere 0,0034 Grm. -- An der Luft stehend hatte dasselbe nach 18 Stunden an Gewicht nicht im mindesten zugenommen.
8. $Löslichkeit des Kaliumplatinchlorids in Alkohol$ (zu §. 47. d.).
a. Bei Abwesenheit von freier Salzsäure.
[Greek: a]. Ueberschüssiges völlig reines, frisch gefälltes Kaliumplatinchlorid wurde mit Alkohol von 97,5 Proc. 6 Tage lang unter häufigem Umschütteln in einer verschlossenen Flasche bei 15 bis 20° C. digerirt. -- 72,5 Grm. des völlig farblosen Filtrats hinterliessen, in einer Platinschale verdampft, 0,0060 Grm. bei 100° getrockneten Rückstand. Sonach erfordert 1 Thl. Kaliumplatinchlorid zur Lösung 12083 Theile.
[Greek: b]. Derselbe Versuch wurde mit Weingeist von 76 Proc. gemacht. Das Filtrat war so gut wie nicht gefärbt. Beim Abdampfen schwärzte es sich ein wenig, daher der Rückstand als Platin bestimmt wurde. -- 75,5 Grm. gaben 0,0080 Grm. Platin, entsprechend 0,020 Grm. Doppelsalz. -- Demnach löst sich 1 Thl. desselben in 3775 Thln. Spiritus von 76 Gewichtsprocenten.
[Greek: c]. Derselbe Versuch wurde mit Weingeist von 55 Proc. angestellt. Das Filtrat war sichtbar gelblich. 63,2 Grm. hinterliessen 0,0241 Grm. Platin, entsprechend 0,0600 Doppelsalz. -- Demnach löst sich 1 Thl. Kaliumplatinchlorid in 1053 Thln. Weingeist von 55 Proc.
b. Bei Anwesenheit von freier Salzsäure.
Frisch gefälltes Kaliumplatinchlorid wurde mit Spiritus von 76 Proc., dem etwas Salzsäure zugesetzt war, kalt digerirt. -- 67 Grm. Lösung (dieselbe war gelblich gefärbt) hinterliessen 0,0146 Grm. Platin, welche entsprechen 0,0365 Grm. Kaliumplatinchlorid. -- Demnach löste sich 1 Thl. des Doppelsalzes in 1835 Thln. des salzsäurehaltigen Weingeistes.
9. $Schwefelsaures Natron und Alkohol$ (zu §. 48. a.).
Versuche, mit reinem, wasserfreiem schwefelsauren Natron nach der in 6. angegebenen Weise angestellt, zeigten, dass dasselbe sich zu reinem, wie auch zu schwefelsäurehaltigem Alkohol ebenso wie das schwefelsaure Kali verhalte.
10. $Verhalten des geglühten schwefelsauren Natrons an der Luft$ (zu §. 48. a.).
2,5169 Grm. wasserfreies schwefelsaures Natron nahmen auf einem unbedeckten Uhrglase an einem heissen Sommertag während einiger Minuten an Gewicht nicht zu, -- nach 5 Stunden hingegen wogen sie 0,0061 Grm. mehr.
11. $Versuche mit salpetersaurem Natron$ (zu §. 48. b.).
a. 4,5479 Grm. reines salpetersaures Natron nahmen (im April bei heiterem Wetter) in geschmolzenem Zustande in 24 Stunden 0,0006 an Gewicht zu.
b. 4,5479 Grm. reines salpetersaures Natron wurden in einer Platinschale in Wasser gelöst, reine Salpetersäure zugesetzt, im Wasserbade zur Trockne verdampft, dann vorsichtig erhitzt, bis die Masse auf dem Boden anfing zu schmelzen. Nach dem Erkalten gewogen, betrug der Inhalt der Schale 4,5503. -- Derselbe wurde nun weiter erhitzt bis zum völligen Schmelzen des Inhalts. Er wog alsdann 4,5474 Grm.
12. $Verhalten des Chlornatriums an der Luft$ (zu §. 48. c.).
4,3281 Grm. chemisch reines, stark geglühtes (nicht geschmolzenes), neben Schwefelsäure erkaltetes Chlornatrium nahmen, 3/4 Stunden lang an der (etwas feuchten) Luft stehend, an Gewicht zu um 0,0009 Grm.
13. $Verhalten des Chlornatriums beim Glühen für sich und mit Salmiak$ (zu §. 48. c.).
4,3281 Grm. chemisch reines geglühtes Chlornatrium wurden in einer mittelgrossen Platinschale in Wasser gelöst, reiner Salmiak zugesetzt, abgedampft und gelinde erhitzt, bis scheinbar keine Salmiakdämpfe mehr entwichen. Das Gewicht betrug 4,3334. Nochmals 2 Minuten lang ganz gelinde geglüht, wog das Salz 4,3314. -- Kurze Zeit im Rothglühen erhalten, betrug es 4,3275. -- 2 Minuten lang im hellen Rothglühen erhalten (man sah weisse Dämpfe entweichen), betrug es 4,3249.
14. $Verhalten des Salmiaks beim Abdampfen und Trocknen$ (zu §. 49. a.).
0,5625 Grm. reiner, völlig trockener Salmiak wurden in einer Platinschale in Wasser gelöst, im Wasserbade abgedampft und darin völlig getrocknet. Das Gewicht betrug 0,5622 (Verhältniss 100 : 99,94), nochmals 1/4 Stunde lang im Wasserbade erhitzt, wog er 0,5612 (Verh. 100 : 99,77), nochmals 1/4 Stunde in derselben Temperatur gelassen, wog er 0,5608 (Verh. 100 : 99,69).
15. $Löslichkeit des Ammoniumplatinchlorids in Alkohol$ (zu §. 49. b.).
a. Bei Abwesenheit freier Salzsäure.
[Greek: a]. Ueberschüssiges völlig reines, frisch gefälltes Ammoniumplatinchlorid wurde mit Alkohol von 97,5 Proc. 6 Tage lang unter häufigem Umschütteln in einer verschlossenen Flasche bei 15 bis 20° C. digerirt.
74,3 Grm. des völlig farblosen Filtrats hinterliessen, in einer Platinschale verdampft, nach dem Glühen 0,0012 Platin, entsprechend 0,0028 Doppelsalz. -- 1 Theil desselben erfordert sonach 26535 Theile Alkohol von obiger Stärke.
[Greek: b]. Derselbe Versuch wurde mit Weingeist von 76 Proc. gemacht. Das Filtrat zeigte eine sichtbare gelbliche Färbung.
81,75 Grm. hinterliessen 0,0257 Grm. Platin, entsprechend 0,0584 Doppelsalz. Also löst sich 1 Thl. Platinsalmiak in 1406 Thln. Weingeist von 76 Proc.
[Greek: c]. Derselbe Versuch wurde mit Weingeist von 55 Proc. angestellt. Die Lösung war deutlich gelb. Sie schwärzte sich beim Abdampfen, und 56,5 Grm. derselben hinterliessen 0,0364 Platin, entsprechend 0,08272 Doppelsalz, demnach erfordert 1 Thl. 665 Thle.
b. Bei Anwesenheit von Salzsäure.
Der in [Greek: b]. beschriebene Versuch wurde mit der Abänderung wiederholt, dass man dem Weingeist erst etwas Salzsäure zufügte. -- 76,5 Grm. hinterliessen 0,0501 Grm. Platin = 0,1139 Grm. Platinsalmiak. Demnach hatten 672 Thle. des angesäuerten Weingeistes 1 Thl. Platinsalmiak gelöst.
16. $Löslichkeit des kohlensauren Baryts in Wasser$ (zu §. 50. b.).
a. In kaltem. Völlig reiner, frisch gefällter BaO, CO_{2} 5 Tage unter häufigem Umschütteln mit Wasser von 16 bis 20° C. digerirt, lieferte ein Filtrat, welches von Schwefelsäure sogleich, von Ammon erst nach langem Stehen getrübt wurde. 84,82 Grm. Lösung hinterliessen 0,0060 BaO, CO_{2}. Demnach löst sich 1 Thl. desselben in 14137 Thln.
b. In heissem. Derselbe kohlensaure Baryt 10 Minuten lang mit reinem destillirten Wasser gekocht, lieferte ein Filtrat, welches dieselben Reactionen zeigte, wie das kalt bereitete, und beim Erkalten vollkommen klar blieb. 84,82 Grm. der heissen Lösung hinterliessen beim Abdampfen 0,0055 Grm. -- Demnach löst sich 1 Thl. desselben in 15421 Thln. kochenden Wassers.
17. $Löslichkeit des kohlensauren Baryts in Wasser, welches Ammon und kohlensaures Ammon enthält$ (zu §. 50. b.).
Eine Auflösung von chemisch reinem Chlorbaryum wurde mit Ammon und kohlensaurem Ammon im Ueberschuss versetzt, gelinde erwärmt und 12 Stunden stehen gelassen. -- Die abfiltrirte Lösung blieb mit Schwefelsäure vollkommen klar, nach sehr langem Stehen schied sich ein kaum sichtbarer Niederschlag ab. 84,820 Grm. derselben hinterliessen, in einer kleinen Platinschale abgedampft und gelinde geglüht, 0,0006 Grm. -- Demnach hatten 141000 Flüssigkeit 1 Thl. Salz gelöst.
18. $Löslichkeit des Kieselfluorbaryums in Wasser$ (zu §. 50. c.).
a. Frisch gefälltes, vollständig ausgewaschenes Kieselfluorbaryum wurde mit Wasser unter häufigem Umschütteln 4 Tage hindurch kalt digerirt. -- Das Filtrat gab mit verdünnter Schwefelsäure sogleich, mit Gypslösung nach 1 bis 2 Secunden sehr sichtbare Trübungen, und nach einigem Stehen Niederschläge. 84,82 Grm. desselben hinterliessen 0,0223 Grm. scharf getrockneten Rückstand, also erforderte 1 Thl. Salz 3802 Thle. Wasser.
b. Frisch gefälltes Kieselfluorbaryum von anderer Bereitung wurde mit Wasser zum Kochen erhitzt und die Lösung erkalten gelassen (wobei sich gelöst gewesenes Salz ausschied). Die mit dem ungelösten Salz alsdann noch lange kalt in Berührung gelassene Flüssigkeit zeigte zu Gypssolution dasselbe Verhalten wie die in a. genannte. 84,82 Grm. hinterliessen 0,0250. -- Demnach erforderte 1 Thl. Salz 3392 Thle. Wasser.
19. $Löslichkeit des Kieselfluorbaryums in Salzsäure enthaltendem Wasser$ (zu §. 50. c.).
a. Frisch gefälltes reines Kieselfluorbaryum wurde mit Wasser, welches mit Salzsäure angesäuert war, 3 Wochen lang unter häufigem Umschütteln kalt digerirt. Das Filtrat gab mit Schwefelsäure einen ziemlich starken Niederschlag. 84,82 Grm. hinterliessen 0,1155 Grm. scharf getrockneten Rückstand. Rechnet man denselben als Kieselfluorbaryum, so kommen auf 1 Thl. 733 Thle. Flüssigkeit.
b. Frisch gefälltes reines Kieselfluorbaryum wurde mit Wasser, welches ganz wenig Salzsäure enthielt, zum Kochen erhitzt. Auf 12° erkaltet, hinterliessen 84,82 Grm. des Filtrats 0,1322 Grm. Rückstand. Verhältniss wie 1 : 640.
NB. Die Lösung in Salzsäure erfolgt nicht ohne Zersetzung, wenigstens enthielt der Rückstand, auch nach dem Glühen, ziemlich viel Chlorbaryum.
20. $Löslichkeit des schwefelsauren Strontians in Wasser$ (zu §. 51. a.).
a. Von 14°.
84,82 Grm. durch viertägige Digestion von frisch niedergeschlagenem schwefelsauren Strontian mit Wasser bei gewöhnlicher Temperatur bereitete Lösung hinterliessen 0,0123 Grm. schwefelsauren Strontian, also löst sich 1 Thl. SrO, SO_{3} in 6895 Thln. Wasser.
b. Von 100°.
84,82 Grm. durch mehrstündiges Kochen von frisch gefälltem schwefelsauren Strontian mit Wasser bereitete Lösung hinterliessen 0,0088 Grm., also löst sich 1 Thl. SrO, SO_{3} in 9638 Thln. kochenden Wassers.
21. $Löslichkeit des schwefelsauren Strontians in Salzsäure und Schwefelsäure enthaltendem Wasser$ (zu §. 51. a.).
a. 84,82 Grm. durch dreitägige Digestion bereitete Lösung hinterliessen 0,0077 Grm. SrO, SO_{3}.
b. 42,41 Grm. durch viertägige Digestion bereitete Lösung hinterliessen 0,0036 Grm.
c. Reiner kohlensaurer Strontian wurde in überschüssiger Salzsäure gelöst, die Lösung mit überschüssiger Schwefelsäure gefällt und 14 Tage in der Kälte stehen gelassen. 84,82 Grm. des Filtrats hinterliessen 0,0066 Grm.
Nach a. bedarf 1 Thl. SrO, SO_{3} 11016 Thle. " b. " 1 Thl. " " 11780 Thle. " c. " 1 Thl. " " 12791 Thle. ------- Mittel 11862.
22. $Löslichkeit des kohlensauren Strontians in kaltem Wasser$ (zu §. 51. b.).
Frisch gefällter, völlig ausgewaschener SrO, CO_{2} wurde mit destillirtem Wasser unter häufigem Umschütteln einige Tage lang kalt digerirt. 84,8200 Lösung hinterliessen abgedampft 0,0047 geglühten Rückstand. 1 Thl. erfordert somit 18045 Thle. Wasser zur Lösung.
23. $Löslichkeit des kohlensauren Strontians in Wasser, welches Ammon und kohlensaures Ammon enthält$ (zu §. 51. b.).
Eine andere Portion des in 18. genannten kohlensauren Strontians wurde 4 Wochen lang mit der genannten Flüssigkeit wie in Nro. 22. digerirt. 84,82 Grm. hinterliessen 0,0015 Grm. SrO, CO_{2}, also erfordert 1 Thl. 56545 Thle.
Fällt man Chlorstrontiumlösung mit kohlensaurem Ammon und Ammon nach §. 80. 2. a., so wird das Filtrat nach Zusatz von Alkohol durch Schwefelsäure nicht getrübt.
24. $Löslichkeit des CaO, CO_{2} in kaltem Wasser$ (zu §. 52. b.).
Eine wie in 25. heiss bereitete Lösung wurde 4 Wochen unter häufigem Umschütteln mit dem ungelöst gebliebenen Niederschlag kalt digerirt. 84,82 Grm. hinterliessen 0,0080 CaO, CO_{2}, 1 Thl. erfordert demnach 10601 Thle.
25. $Löslichkeit des kohlensauren Kalkes in kochendem Wasser$ (zu §. 52. b.).
Frisch gefällter CaO, CO_{2} wurde mit destillirtem Wasser längere Zeit gekocht. 42,4100 Lösung hinterliessen beim Abdampfen und schwachen Glühen des Rückstandes 0,0048 CaO, CO_{2}, also erfordert 1 Thl. desselben 8834 Thle. siedenden Wassers.
26. $Löslichkeit des CaO, CO_{2} in Wasser, welches Ammon und kohlensaures Ammon enthält$ (zu §. 52. b.).
Reine Chlorcalciumlösung wurde mit kohlensaurem Ammon und Ammon gefällt, 24 Stunden stehen gelassen, dann filtrirt. 84,82 Grm. hinterliessen 0,0013 Grm. CaO, CO_{2}, also erfordert 1 Theil 65246 Theile.
27. $Verhalten des CaO, CO_{2} beim Glühen in einem Platintiegel$ (zu §. 52. b.).
0,7955 Grm. völlig trockenen kohlensauren Kalkes wurden in einem kleinen und dünnen Platintiegel der allmälig gesteigerten, zuletzt möglichst starken Hitze einer guten $Berzelius$'schen Lampe ausgesetzt. Der Tiegel war offen und lag schief (Fig. 37). Nach der ersten 1/4 Stunde wog der Rückstand 0,6482, -- nach 1/2 Stunde 0,6256, -- nach 1 Stunde 0,5927, -- nach 5/4 Stunde ebensoviel. Dies entspricht 74,5 Proc. (berechnet 56,00 Proc. Kalk). Also war noch lange nicht alle CO_{2} ausgetrieben.
28. $Zusammensetzung des bei 100° getrockneten kleesauren Kalkes$ (zu §. 52. c.).
0,8510 reiner, scharf getrockneter kohlensaurer Kalk, in Salzsäure gelöst, mit oxalsaurem Ammon und Ammon gefällt, auf gewogenem Filter bei 100° getrocknet bis zu constantem Gewicht, gaben 1,2461 kleesauren Kalk. Berechnet man denselben als CaO, C_{2}O_{3} + aq., so enthält die gefundene Menge 0,4772 CaO = 56,07 Proc. im kohlensauren Kalk. -- Die Rechnung verlangt 56,00 Proc.
29. $Verhalten der schwefelsauren Magnesia an der Luft und beim Glühen$ (zu §. 53. a.).
0,8135 Grm. völlig reine, wasserfreie MgO, SO_{3} nahmen an einem klaren, warmen Junitag in einem bedeckten Platintiegel während 1/2 Stunde um 0,004 Grm. an Gewicht zu, -- während 12 Stunden um 0,067 Grm. -- Im offenen Tiegel konnte sie wegen fortwährenden Zunehmens nicht mit Genauigkeit gewogen werden.
0,8135 Grm. verloren, eine Zeit lang ganz schwacher Glühhitze ausgesetzt, an Gewicht nichts, -- 5 Minuten stark roth geglüht, nahmen sie um 0,0075 Grm. ab. Der Rückstand löste sich alsdann in Wasser nicht mehr klar.
30. $Löslichkeit der basisch phosphorsauren Ammon-Magnesia in reinem Wasser$ (zu §. 53).
a. Frisch gefällte basisch phosphorsaure Ammon-Magnesia wurde, nachdem sie mit Wasser vollkommen ausgewaschen worden war, mit Wasser von etwa 15° unter häufigem Umschütteln 24 Stunden lang digerirt. 84,42 Grm. der abfiltrirten Lösung hinterliessen... 0,0047 Grm. pyrophosphorsaure Magnesia.
b. Derselbe Niederschlag wurde auf gleiche Weise 3 × 24 Stunden digerirt.
84,42 Grm. Filtrat hinterliessen 0,0043 Grm. ------ Mittel 0,0045 Grm.
entsprechend 0,00552 wasserfreiem Doppelsalz. Also löst sich 1 Thl. desselben in 15293 Thln. reinen Wassers.
Die kalt gesättigte Lösung gab, mit Ammon versetzt, nach kurzer Zeit einen deutlichen krystallinischen Niederschlag; -- mit phosphorsaurem Natron blieb sie völlig klar, auch nach 2 Tagen zeigte sich kein Niederschlag; -- mit phosphorsaurem Natron und Ammon entstand ein ebenso starker Niederschlag, als durch Ammon allein.
31. $Löslichkeit der basisch phosphorsauren Ammon-Magnesia in ammonhaltigem Wasser$ (zu §. 53. b.).
a. Reine basisch phosphorsaure Ammon-Magnesia wurde in möglichst wenig Salpetersäure gelöst, viel Wasser zugesetzt und sodann Ammon im Ueberschuss. Nach 24 Stunden filtrirte man die Flüssigkeit ab, ihre Temperatur war 14°. -- 84,42 Grm. hinterliessen 0,0015 pyrophosphorsaure Magnesia, entsprechend 0,00184 wasserfreiem Doppelsalz. 1 Thl. des letzteren erfordert demnach 45880 Thle. ammonhaltigen Wassers.
b. Reine basisch phosphorsaure Ammon-Magnesia wurde mit ammonhaltigem Wasser 4 Wochen unter häufigem Umschütteln digerirt, dann die Flüssigkeit (Temperatur 14°) abfiltrirt. 126,63 Grm. hinterliessen 0,0024 pyrophosphorsaure Magnesia, entsprechend 0,00296 Doppelsalz. Also löst sich 1 Thl. des letzteren in 42780 Thln. ammonhaltigen Wassers. -- Nach a. und b. im Mittel in 44330 Thln.
32. $Neuer Versuch über denselben Gegenstand$ wie 31.
Frisch gefällte, aufs sorgfältigste mit Ammon enthaltendem Wasser ausgewaschene phosphorsaure Ammon-Magnesia wurde in etwas Salzsäure enthaltendem Wasser gelöst, dann Ammon im Ueberschuss zugefügt und 24 Stunden kalt stehen gelassen. 169,64 Grm. des Filtrates hinterliessen 0,0031 Grm. pyrophosphorsaure Magnesia, gleich 0,0038 wasserfreie phosphorsaure Ammon-Magnesia. Also war 1 Thl. in 44600 Thln. der Flüssigkeit gelöst.
33. $Löslichkeit der basisch phosphorsauren Ammon-Magnesia in Salmiak enthaltendem Wasser$ (zu §. 53. b.).
Frisch gefälltes, völlig ausgewaschenes Salz wurde mit einer 1 Salmiak auf 5 Wasser enthaltenden Lösung kalt digerirt. 18,4945 Grm. des Filtrats hinterliessen 0,0020 pyrophosphorsaure Magnesia, entsprechend 0,00245 Doppelsalz. Also löst sich 1 Thl. desselben in 7548 Thln.
34. $Löslichkeit der basisch phosphorsauren Ammon-Magnesia in Salmiak und Ammon enthaltendem$ Wasser (zu §. 53. b.).
Frisch gefälltes, wohl ausgewaschenes Salz wurde mit einer 1 Salmiak auf 7 ammonhaltiges Wasser enthaltenden Lösung kalt digerirt. 23,1283 Lösung hinterliessen 0,0012 pyrophosphorsaure Magnesia, entsprechend 0,00148 Doppelsalz, 1 Thl. bedarf also 15627 Thle.
35. $Verhalten saurer Lösungen von pyrophosphorsaurer Magnesia zu Ammon$ (zu §. 53. c.).
0,3985 Grm. pyrophosphorsaure Magnesia wurden mehrere Stunden in der Wärme mit concentrirter Schwefelsäure behandelt. Dieselbe wirkte nicht bemerklich ein. Erst nachdem etwas Wasser zugesetzt war, löste sich der Niederschlag. Die längere Zeit erhitzte Flüssigkeit lieferte bei Zusatz von überschüssigem Ammon einen ganz krystallinischen Niederschlag. Nach 18 Stunden wurde filtrirt. Erhalten wurde 0,3805 Grm. pyrophosphorsaure Magnesia, d. i. 95,48 Proc. -- Im Filtrat gab phosphorsaures Natron einen geringen Niederschlag, welcher 0,0150 Grm. pyrophosphorsaure Magnesia, d. i. 3,76 Proc. lieferte.
0,3565 Grm. pyrophosphorsaure Magnesia wurden in 3 Grm. Salpetersäure von 1,200 specif. Gewicht gelöst, erhitzt, verdünnt und mit Ammon gefällt. Wiedererhalten wurden 0,3485 Grm. pyrophosphorsaure Magnesia, d. i. 98,42 Proc., -- 0,4975 Grm. wurden mit 7,6 Grm. derselben Salpetersäure auf gleiche Weise behandelt. Wiedererhalten wurden 0,4935 Grm., d. i. 99,19 Proc.
0,786 Grm. auf gleiche Weise mit 16,2 Grm. Salpetersäure behandelt, lieferten 0,7765 Grm., d. i. 98,79 Proc.
Demnach:
Verhältniss der PO_{5}, 2MgO zur Salpetersäure.
Wiedererhalten. Verlust. 1 : 9 98,42 Proc. 1,58 1 : 15 99,19 " 0,81 1 : 20 98,79 " 1,21
36. $Löslichkeit der reinen Magnesia in Wasser$ (zu §. 53. d.).
a. In kaltem.
Völlig reine, wohl krystallisirte schwefelsaure Magnesia wurde in Wasser gelöst, die Lösung mit kohlensaurem und kaustischem Ammon gefällt, der Niederschlag aufs Vollständigste ausgesüsst (er enthielt trotzdem noch eine entdeckbare Spur Schwefelsäure), in reiner Salpetersäure mit Vermeidung eines Säureüberschusses gelöst, neuerdings mit kohlensaurem und reinem Ammon gefällt und der Niederschlag wiederum aufs Vollständigste ausgewaschen. -- Die so gewonnene, völlig reine basisch kohlensaure Magnesia wurde in einem Platintiegel bis zu völlig constant bleibendem Gewicht geglüht, dann mit destillirtem Wasser, welches beim Abdampfen keine Spur fixen Rückstand liess, auch von Chlor vollkommen frei war, unter häufigem Umschütteln 24 Stunden kalt digerirt.
[Greek: a]. 84,82 Grm. gaben, vorsichtig in einer Platinschale abgedampft, geglühten Rückstand 0,0015; demnach erfordert 1 Thl. reine Magnesia
56546 Theile kaltes Wasser.
Nachdem die Magnesia noch weitere 48 Stunden mit dem Wasser digerirt worden war, lieferten
[Greek: b]. 84,82 Grm. 0,0016, demnach erfordert 1 Thl. 53012 [Greek: c]. 84,82 Grm. 0,0015 56546 ------ also im Mittel 55368.
Die kalt bereitete Magnesialösung reagirt schwach, aber deutlich, alkalisch, am deutlichsten ist die Reaction sichtbar, wenn man sehr schwach geröthete Lackmustinctur damit vermischt; übrigens lässt sie sich auch an schwach geröthetem Lackmuspapier, sowie an Curcuma- und Georginenpapier recht gut wahrnehmen, sofern man die Papiere nur einige Zeit mit der Lösung in Berührung lässt.
Von kohlensauren Alkalien wird die Lösung weder so, noch beim Kochen getrübt.
Mit phosphorsaurem Natron bleibt sie ebenfalls klar, setzt man aber Ammon zu, so trübt sie sich nach kurzem Schütteln, und es scheidet sich nach einigem Stehen ein deutlicher Niederschlag von basisch phosphorsaurer Ammon-Magnesia ab.
b. In heissem.
Kocht man reine Magnesia mit Wasser, so erhält man eine Lösung, welche sich in jeder Beziehung wie eine kalt bereitete verhält. Beim Erkalten trübt sie sich nicht, ebenso wenig trübt sich eine kalt bereitete Lösung beim Kochen. -- 84,82 Grm. kochend bereiteter Lösung hinterliessen 0,0016 Grm. MgO.
37. $Fällbarkeit der Thonerde durch Ammon etc.$ (zu §. 54. a.).
a. Versetzt man eine neutrale Thonerde- oder auch Alaunlösung mit Ammon, so entsteht, wie bekannt, ein gelatinöser Niederschlag von Thonerdehydrat. Vermehrt man den Zusatz des Ammons, so dass es zuletzt in bedeutendem Ueberschuss vorhanden ist, so verschwindet der Niederschlag mehr und mehr, ihn ganz zu lösen gelingt jedoch nicht.
b. Giesst man einen Tropfen einer verdünnten Alaunlösung in viel Ammon, so erhält man nach dem Umschütteln eine fast völlig klare Lösung, nach längerem Stehen setzen sich jedoch auch aus einer solchen leichte Flocken ab.
c. Filtrirt man eine mit viel Ammon versetzte Thonerdelösung
[Greek: a]. und erhitzt das Filtrat anhaltend zum Kochen, so scheiden sich allmälig in dem Verhältniss, als der Ammonüberschuss entweicht, Flocken von Thonerdehydrat aus;
[Greek: b]. und versetzt das Filtrat mit Salmiaklösung, so scheidet sich alsobald ein sehr bemerklicher flockiger Niederschlag von Thonerdehydrat ab; in der Art, dass bei genügsamer Menge Salmiak alles gelöst gewesene Thonerdehydrat sich ausscheidet;
[Greek: c]. und versetzt das Filtrat mit anderthalb kohlensaurem Ammon, so zeigt sich dieselbe Erscheinung, wie bei [Greek: b].;
[Greek: d]. und versetzt das Filtrat mit Chlornatrium- oder Chlorkaliumlösung, so scheidet sich kein Niederschlag ab. Nach mehreren Tagen setzen sich (in Folge des durch Verdunstung verminderten Ammongehalts) leichte Flocken ab.
d. Fällt man eine neutrale Thonerdelösung mit kohlensaurem Ammon oder eine durch Salzsäure oder Salpetersäure stark saure mit reinem Ammon, oder setzt man, sofern man mit einer neutralen zu thun hat, ausser dem Ammon noch eine genügsame Menge Salmiak hinzu, so kommt auch bei grossem Ueberschuss der Fällungsmittel keine Thonerde in Lösung, wie daraus zu ersehen, dass die Filtrate auch bei fortgesetztem Kochen und Abdampfen völlig klar bleiben.
38. $Fällbarkeit der Thonerde aus ihren Lösungen durch Schwefelammonium$ (zu §. 54. a.).
(Nach Versuchen meines früheren Assistenten, des Herrn J. $Fuchs$.)
a. 50 C.C. einer Lösung von reinem Ammonalaun, welche enthielten 0,3939 Thonerde, wurden mit 50 C.C. Wasser und 10 C.C. Schwefelammoniumlösung versetzt und nach 10 Minuten filtrirt. Der Niederschlag wog geglüht 0,3825 Grm.
b. Derselbe Versuch wurde mit 100 C.C. Wasser wiederholt. Erhalten 0,3759 Thonerde.
c. Derselbe Versuch wurde mit 200 C.C. Wasser wiederholt. Erhalten 0,3642 Thonerde.
39. $Fällbarkeit des Chromoxyds durch Ammon$ (zu §. 55. a.).
Concentrirte, wie verdünnte, mit Salzsäure versetzte, wie neutrale Lösungen von Chromchlorür und Chromalaun wurden mit Ammon im Ueberschuss versetzt. Nach der Fällung abfiltrirt, zeigten alle Filtrate rothe Farbe, -- nach vorhergehendem Kochen abfiltrirt, erschienen, sofern das Kochen lange genug gedauert hatte, alle farblos.
40. $Löslichkeit des basisch kohlensauren Zinkoxyds in Wasser$ (zu §. 56. a.).
Völlig reines, frisch (heiss) gefälltes, basisch kohlensaures Zinkoxyd wurde mit destillirtem Wasser erwärmt, dann viele Wochen unter häufigem Umschütteln kalt digerirt. Die klare Lösung gab mit Schwefelammonium nicht den geringsten Niederschlag, auch nicht nach längerem Stehen.
84,82 Grm. hinterliessen 0,0014 Grm. Zinkoxyd, entsprechend basisch kohlensaurem Zinkoxyd (ZnO darin zu 74 Proc. angenommen) 0,0019. Demnach würde 1 Theil erfordern 44642 Theile.
41. $Verhalten des Schwefelnickels zu Schwefelammonium etc.$ (zu §. 58. c.).
Eine verdünnte Lösung von reinem schwefelsauren Nickeloxydulkali wurde mit farblosem, mit Schwefelwasserstoff vollkommen gesättigtem Schwefelwasserstoff-Schwefelammonium in der Art versetzt, dass von letzterem ein ganz geringer Ueberschuss zugegen war. -- Mit dieser gefällten Flüssigkeit wurden folgende Versuche gemacht.
a. Ein Theil wurde ohne Weiteres filtrirt. Das Filtrat war und blieb völlig farblos und klar.
b. Ein Theil wurde mit überschüssigem, farblosem, vollkommen gesättigtem Schwefelwasserstoff-Schwefelammonium digerirt und dann
[Greek: a]. ohne Erwärmen abfiltrirt. Das Filtrat hatte einen kaum wahrnehmbaren Stich ins Gelbe, es setzte bei längerem Stehen keinen Niederschlag ab;
[Greek: b]. nach vorhergegangenem Erwärmen abfiltrirt. Das Filtrat war etwas stärker gelblich, es setzte nach einigen Tagen etwas Schwefelnickel ab.
c. Ein Theil wurde mit gelbem Schwefelammonium (aus vollkommen gesättigtem Schwefelwasserstoff-Schwefelammonium durch Einwirkung der Luft erhalten) im Ueberschuss digerirt. Das Filtrat war gelb ohne Stich ins Bräunliche; nach einigen Tagen hatte sich ein wenig Schwefelnickel abgeschieden.
d. Ein Theil wurde mit Ammon enthaltendem Wasser kalt digerirt. Das Filtrat war schwach bräunlich.
e. Ein Theil wurde mit Ammon und farblosem Schwefelwasserstoff-Schwefelammonium digerirt. Das Filtrat war deutlich hellbraun. Nach einigen Tagen hatte sich daraus Schwefelnickel abgesetzt.
f. Ein Theil wurde mit Ammon und gelbem Schwefelammonium digerirt. Das Filtrat war ebenfalls bräunlich und verhielt sich wie das in e. genannte.
42. $Verhalten des durch Alkalien gefällten Kobaltoxydulhydrats$ (zu §. 59. a.).
a. Eine Lösung von Kobaltchlorür wurde mit Natronlauge kochend gefällt, und der Niederschlag mit siedendem Wasser so lange ausgewaschen, bis im Filtrat keine Spur Chlor mehr nachzuweisen war. Der getrocknete und geglühte Rückstand, mit Wasser erwärmt, zeigte keine alkalische Reaction. Er wurde durch Glühen in Wasserstoffgas reducirt, dann das metallische Kobalt mit Wasser warm digerirt. Das abgegossene Wasser zeigte selbst nach starkem Concentriren keine alkalische Reaction, das metallische Kobalt dagegen, feucht mit Curcumapapier in Berührung, bräunte dieses stark.
43. $Löslichkeit des kohlensauren Bleioxyds$ (zu §. 62. a.).
a. In reinem Wasser. Frisch gefälltes reines und wohl ausgewaschenes Salz wurde mit Wasser von mittlerer Temperatur 8 Tage unter häufigem Umschütteln digerirt. -- 84,42 Grm. des Filtrats hinterliessen, unter Zusatz von etwas reiner Schwefelsäure abgedampft, 0,0019 schwefelsaures Bleioxyd, entsprechend 0,00167 kohlensaurem Bleioxyd. Also löst sich 1 Th. desselben in 50551 Thln. Wasser. -- Diese Lösung blieb, mit Schwefelwasserstoffwasser versetzt, völlig farblos, so dass auch beim Hindurchsehen durch die in einem Probecylinder befindliche Lösung von oben keine Färbung bemerkt werden konnte.
b. In Wasser, welches ein wenig essigsaures Ammon und ausserdem kohlensaures Ammon nebst Ammon enthielt. Eine sehr verdünnte Lösung von reinem essigsauren Bleioxyd wurde mit kohlensaurem Ammon und Ammon im Ueberschuss versetzt, das Ganze gelinde erwärmt und mehrere Tage stehen gelassen. -- 84,42 Grm. Filtrat hinterliessen, mit ein wenig Schwefelsäure abgedampft, 0,0041 Grm. schwefelsaures Bleioxyd, entsprechend 0,0036 Grm. kohlensaurem Salz. -- 1 Thl. desselben erfordert demnach 23450 Thle. obigen Lösungsmittels. -- Die Lösung gab mit Schwefelwasserstoff eine beim Durchsehen durch den Probecylinder von neben kaum, von oben deutlich wahrnehmbare Färbung. Nach längerem Stehen setzten sich Spuren von Schwefelblei ab.
c. In Wasser, welches viel salpetersaures Ammon, ausserdem kohlensaures Ammon und Aetzammon enthielt. Eine sehr verdünnte Lösung von essigsaurem Blei wurde mit Salpetersäure, dann mit kohlensaurem Ammon und Ammon im Ueberschuss versetzt, gelinde erwärmt und 8 Tage stehen gelassen. -- Das Filtrat mit Schwefelwasserstoff versetzt, gab eine beim Hindurchsehen durch den Cylinder von neben wenig, von oben aber sehr deutlich zu erkennende Bräunung. Die Quantität des gelösten Bleies betrug unverkennbar etwas mehr als bei b.
44. $Löslichkeit des oxalsauren Bleioxyds$ (zu §. 62. b.).
Eine verdünnte Lösung von essigsaurem Bleioxyd wurde mit oxalsaurem Ammon und Ammon gefällt. Nach längerem Stehen abfiltrirt, zeigte das Filtrat zu Schwefelwasserstoff ein ganz ähnliches Verhalten, wie das in Nro. 43. b. genannte Filtrat, d. h. die Flüssigkeit erschien beim Hindurchsehen durch den Probecylinder von neben nicht, von oben schwach bräunlich. -- Ein gleiches Verhalten wurde bei einem zweiten ähnlichen Versuche beobachtet, bei welchem der Lösung salpetersaures Ammon zugefügt worden war.
45. $Löslichkeit des schwefelsauren Bleioxyds in reinem Wasser$ (zu §. 62. d.).
Völlig ausgewaschenes schwefelsaures Bleioxyd wurde noch feucht mit Wasser übergossen und unter Umschütteln 5 Tage lang bei 10 bis 15° digerirt. 84,42 Grm. des Filtrats hinterliessen, bei 11° abfiltrirt, 0,0037 Grm. schwefelsaures Blei, also erfordert 1 Theil 22816 Theile reines Wasser von 11°.
Die Lösung gab mit Schwefelwasserstoff eine beim Hindurchsehen durch den Probecylinder von neben wenig, von oben deutlich braune Färbung.
46. $Löslichkeit des schwefelsauren Bleioxyds in schwefelsäurehaltigem Wasser$ (zu §. 62. d.).
Eine sehr verdünnte Lösung von essigsaurem Bleioxyd wurde mit einem Ueberschuss von verdünnter reiner Schwefelsäure versetzt, ganz gelinde erwärmt und der Niederschlag einige Tage hindurch absitzen gelassen. 80,31 Grm. Filtrat hinterliessen 0,0022 Grm. schwefelsaures Bleioxyd, also erfordert 1 Theil 36504 Theile obigen Lösungsmittels. Diese Lösung gab mit Schwefelwasserstoff eine beim Hindurchsehen durch den Probecylinder von neben farblose, von oben kaum ein wenig dunkler erscheinende Flüssigkeit.
47. $Löslichkeit des schwefelsauren Bleioxyds in Wasser, welches Ammonsalze und freie Schwefelsäure enthält$ (zu §. 62. d.).
Eine sehr verdünnte Lösung von essigsaurem Bleioxyd wurde mit ziemlich viel salpetersaurem Ammon, dann mit Schwefelsäure im Ueberschuss versetzt. Nach einigen Tagen abfiltrirt, zeigte sich das Filtrat gegen Schwefelwasserstoffwasser fast völlig indifferent, von oben durch den Probecylinder gesehen, erschien es kaum merklich dunkler als reines Wasser.
48. $Verhalten des schwefelsauren Bleioxyds beim Glühen$ (zu §. 62. d.).
Bei Gelegenheit der Atomgewichtsbestimmung des Schwefels geben $Erdmann und Marchand$ (Journ. für prakt. Chem. XXXI. S. 335) an, dass das schwefelsaure Bleioxyd beim Glühen etwas Schwefelsäure verliere. -- Um mich zu vergewissern, in welchem Grade dies stattfinde und ob hierdurch die Methode -- Blei als schwefelsaures Salz zu bestimmen -- eine bemerkliche Unsicherheit bekomme, erhitzte ich 2,2151 Grm. absolut reines PbO,SO_{3} zum heftigsten Rothglühen über der Weingeistlampe mit doppeltem Luftzug. Ich konnte nicht die mindeste Gewichtsabnahme bemerken. Keinesfalls betrug sie 0,0001 Grm.
49. $Verhalten von Bleilösungen zu Schwefelwasserstoff$ (zu §. 62. f.).
Es ist bekannt, dass Bleilösungen, welche sehr viele freie Säure enthalten, durch Schwefelwasserstoff nicht gefällt werden, wenn man sie nicht mit Wasser verdünnt. -- Nun wird aber im Archiv der Pharm. XXIX. S. 234 von $Triboulet$ angegeben, dass auch aus einer Lösung von essigsaurem Kali nicht alles Blei durch Schwefelwasserstoff gefällt werden könne, wohl aber bei Zusatz von Ammon. -- Ich versetzte, um diese Angabe zu prüfen, eine mit Bleizucker vermischte concentrirte Lösung von essigsaurem Kali, welche durch einen Tropfen Essigsäure sauer gemacht war, a) mit überschüssigem Schwefelwasserstoffwasser, b) mit überschüssigem Schwefelwasserstoffgas. In beiden Fällen erhielt ich eine so vollständige Fällung, dass die nach starkem Umschütteln abfiltrirten Flüssigkeiten durch Ammon und Schwefelammonium nicht die geringste Veränderung mehr erlitten. -- Es ist somit $gewiss$, dass die obige Angabe unrichtig ist, und $wahrscheinlich$, dass sie durch einen Eisengehalt der Flüssigkeit veranlasst wurde.
50. $Verhalten des metallischen Quecksilbers bei gewöhnlicher Temperatur und beim Kochen mit Wasser$ (zu §. 63. a.).
Um mich zu überzeugen, in welcher Weise eine Abnahme des metallischen Quecksilbers beim Trocknen, sowie beim Kochen mit Wasser stattfinde, und ferner welche Art des Trocknens die beste sei, stellte ich die folgenden Versuche an:
6,4418 Grm. völlig reines in einem Uhrglase befindliches Quecksilber übergoss ich mit destillirtem Wasser, nahm dasselbe durch Abgiessen, sodann mittelst Fliesspapiers wieder so vollständig wie möglich weg und wog. Ich hatte jetzt 6,4412 Grm. Nachdem das Quecksilber einige Stunden an der Luft gestanden hatte, wog es 6,4411 Grm. -- Ich stellte diese 6,4411 Grm. nunmehr bei einer Temperatur von etwa 17° C. unter eine Glocke neben Schwefelsäure. Nach 24 Stunden hatte sich das Gewicht nicht im mindesten geändert. -- Ich brachte die genannte Menge Quecksilber in einen Kolben, übergoss mit viel destillirtem Wasser und kochte eine Viertelstunde lang heftig. Nach dieser Zeit brachte ich das Quecksilber wieder auf das Uhrglas, trocknete es mit Fliesspapier aufs Sorgfältigste und wog. Es betrug 6,4402 Grm. -- Da ich fand, dass an einer Franze des Papiers eine Spur Quecksilber war hängen geblieben, wiederholte ich denselben Versuch mit den 6,4402 Grm. -- Nach viertelstündigem Kochen mit Wasser ergab sich ein Verlust von 0,0004 Grm. -- Die noch übrigen 6,4398 Grm., 6 Tage lang bei starker Sommerhitze an der Luft stehend, verloren nur 0,0005 Grm.
51. $Verhalten des Quecksilbersulfids zu Kalilauge, Schwefelammonium etc.$ (zu §. 63. c.).
a. Kocht man reines, frisch gefälltes Quecksilbersulfid mit reiner Kalilauge, so löst sich keine Spur; die abfiltrirte Flüssigkeit giebt, mit Salzsäure versetzt, nicht die mindeste Fällung oder Färbung.
b. Kocht man Quecksilbersulfid mit Kalilauge unter Zusatz von etwas Schwefelwasserstoffwasser, Schwefelammonium oder Schwefel, so erfolgt vollständige Lösung.
c. Digerirt man Quecksilbersulfid mit Schwefelammonium (farblosem oder gelbem), so löst sich nicht das Mindeste, ebensowenig wird es von Cyankalium aufgenommen. Die abfiltrirten Flüssigkeiten gaben bei Schwefelammonium rein weisse, bei Cyankalium gar keine Trübungen oder Niederschläge nach Zusatz von Salzsäure.
d. Lässt man völlig ausgewaschenes Quecksilbersulfid mit Wasser befeuchtet an der Luft stehen, so verändert es sich nicht im mindesten, wenigstens zeigte die Flüssigkeit, die durch Auswaschen von 24 Stunden lang der Luft ausgesetztem feuchten Quecksilbersulfid erhalten. war, weder saure Reaction, noch Gehalt an Quecksilber oder Schwefelsäure.
52. $Verhalten des Kupferoxyds beim Glühen$ (zu §. 64. a.).
Reines Kupferoxyd (aus salpetersaurem Kupferoxyd dargestellt) wurde in einem Platintiegel geglüht, alsdann neben Schwefelsäure erkaltet gewogen. -- Seine Menge betrug 3,5420 Grm. -- Dasselbe wurde nun 5 Minuten lang über der Berzelius'schen Lampe möglichst stark geglüht, dann wie zuvor gewogen. Seine Menge betrug genau ebensoviel, -- nach nochmaligem 5 Minuten langen Glühen, hatte es ebenfalls weder ab- noch zugenommen.
53. $Verhalten des Kupferoxyds an der Luft$ (zu §. 64. a.).
Ein Platintiegel mit 4,3921 Grm. schwach geglühtem Kupferoxyd (aus salpetersaurem Kupferoxyd bereitet) wurde mit seinem Deckel bedeckt 10 Minuten (im Winter in der warmen Stube) stehen gelassen. Sein Inhalt betrug jetzt 4,3939 Grm.
Das Kupferoxyd wurde jetzt möglichst heftig über der Weingeistlampe geglüht. -- Nach 10 Minuten langem Stehen im bedeckten Tiegel hatte es nicht merklich, -- nach 24 Stunden um 0,0036 Grm. zugenommen.
54. $Verhalten des Schwefelcadmiums zu Ammon etc.$ (zu §. 66. c.).
Reines, frisch gefälltes Schwefelcadmium wurde in Wasser vertheilt, und mit dieser Flüssigkeit folgende Versuche gemacht.
a. Ein Theil wurde mit überschüssigem Ammon versetzt, kalt digerirt, dann filtrirt. -- Die Lösung, mit Salzsäure versetzt, blieb vollkommen klar.
b. Ein Theil wurde mit überschüssigem Ammon heiss digerirt. Die Lösung blieb mit Salzsäure ebenfalls vollkommen klar.
c. Ein Theil wurde mit Cyankaliumlösung versetzt und nach längerer Digestion abfiltrirt. -- Die Lösung blieb, nach Zusatz von Salzsäure, ebenfalls ganz klar.
d. Ein Theil wurde mit Schwefelwasserstoff-Schwefelammonium versetzt, digerirt und filtrirt. -- Die Lösung trübte sich nach Zusatz von Salzsäure, rein weiss. -- (Diese Versuche stellte ich an im Hinblick auf eine Bemerkung $Wackenroder$'s im Repertor. der Pharm. von $Buchner$, 46, 226.)
55. $Bestimmung des Natrons in Salzen mit organischen Säuren$ (zu §. 77. 4.).
1,154 Grm. traubensaures Natron gaben durch heftiges Glühen nach Abzug von 0,004 Grm. Kohle 0,630 NaO,CO_{2}, entsprechend 0,3698 NaO = 32,05 Proc. (berechnet 32,14 Proc.), d. i. 99,7 statt 100,00.
56. $Bestimmung des Baryts durch Fällung mit kohlensaurem Ammon$ (zu §. 79. 2. a.)
0,7553 reines geglühtes Chlorbaryum gaben, nach §. 79. 2. a. gefällt, 0,7142 BaO,CO_{2}, enthaltend 0,554719 BaO = 73,44 Proc. (100 Thle. BaCl hätten liefern müssen 73,59), es wurden somit erhalten 99,79 statt 100,00.
57. $Bestimmung des Baryts in organischen Salzen$ (zu §. 79. 2. b.).
0,686 Grm. traubensaurer Baryt [2R, BaO) + 5 aq.] gaben, nach §. 79. 2. b. behandelt, 0,408 kohlensauren Baryt = 0,3168936 BaO = 46,20 Proc. (berechnet 46,38 Proc.), d. i. 99,61 statt 100,00.
58. $Bestimmung des SrO als SrO, SO_{3}$ (zu §. 80. 1.).
a. 1,2398 SrCl gaben, in Wasser gelöst, mit SO_{3} im üeberschuss gefällt (der Niederschlag mit Wasser ausgewaschen) 1,4113 SrO,SO_{3} = 0,795408 SrO = 64,15 Proc., berechnet 65,38 Proc., d. i. 98,12 statt 100,00.
b. 1,1510 SrO, CO_{2} gaben, in überschüssiger Salzsäure gelöst, mit SO_{3} aus ziemlich verdünnter Lösung gefällt (der Niederschlag mit Wasser ausgewaschen), 1,4024 SrO, SO_{3} = 0,79039 SrO = 68,68 Proc., berechnet 70,07 Proc., d. i. 98,02 statt 100,00.
59. $Bestimmung des Strontians als SrO, SO_{3} mit Correction$ (zu §. 80. 1.).
Das $Filtrat$ betrug bei dem Nr. 58. b. beschriebenen Versuche 190,840 Grm. Da 11862 Theile schwefelsäurehaltiges Wasser nach Nr. 21. 1 Theil schwefelsauren Strontian lösen, so lösen 190,840 Grm. 0,0161 Grm. -- Das $Waschwasser$ betrug 63,610 Grm. -- Da nach Nr. 20. 6895 Thle. Wasser 1 Thl. SrO,SO_{3} lösen, so lösen 63,610 Grm. 0,0092 Grm.
Addirt man zu der oben erhaltenen Menge SrO, SO_{3} = 1,4024 die in Auflösung übergegangenen Antheile 0,0161 und 0,0092, so erhält man im Ganzen 1,4277 Grm., entsprechend 0,80465 SrO, d. i. 69,91 Proc. im SrO, CO_{2} (berechnet 70,07) oder 99,77 statt 100,00.
60. $Bestimmung des Strontians als kohlensaurer Strontian$ (zu §. 80. 2.).
1,3104 Chlorstrontium gaben, nach §. 80. 2 gefällt, 1,2204 SrO, CO_{2}, enthaltend 0,8551831 SrO = 65,26 Proc. (berechnet 65,38), somit wurden erhalten 99,82 statt 100,00.
61. $Bestimmung des CaO als CaO, SO_{3} durch Fällung$ (zu §. 81. 1. a.).
(Zu den Versuchen Nr. 61. bis 65. wurde chemisch reiner, lufttrockener kohlensaurer Kalk verwendet, in dessen einem Theil durch sehr vorsichtiges Erhitzen die Menge des wasserfreien kohlensauren Kalkes bestimmt worden war. 0,7647 Grm. gaben nämlich 0,7581, nach nochmaligem höchst gelinden Glühen änderte sich das Gewicht nicht. Hieraus berechnen sich für den angewandten lufttrockenen kohlensauren Kalk 55,516 Proc. Kalk.)
1,1860 Grm. des besagten lufttrockenen CaO, CO_{2} gaben, in Salzsäure gelöst und nach §. 81. 1. a. mit Schwefelsäure unter Zusatz von Alkohol gefällt, 1,5949 CaO, SO_{3}, enthaltend 0,65598 CaO, d. i. 55,31 Proc. (berechnet 55,51), somit wurden erhalten 99,64 statt 100,00.
62. $Bestimmung des CaO als CaO, CO_{2} durch Fällung mit kohlensaurem Ammon und Auswaschen mit reinem Wasser$ (zu §. 81. 2. a.).
1,1437 des in Nr. 61. genannten lufttrockenen CaO, CO_{2} gaben in Salzsäure gelöst und wie angegeben gefällt, 1,1243 Grm. wasserfreien CaO, CO_{2}, enthaltend 0,629608 CaO = 55,05 Proc. (berechnet 55,51), also wurden erhalten 99,17 statt 100,00.
63. $Bestimmung des CaO als CaO, CO_{2} durch Fällung mit oxalsaurem Ammon aus alkalischer Lösung$ (zu §. 81. 2. b. [Greek: a].).
1,1734 des in Nr. 61. genannten lufttrockenen CaO, CO_{2} gaben, in Salzsäure gelöst und nach §. 81. 2. b. [Greek: a]. behandelt, 1,1632 CaO, CO_{2} (Reaction nicht alkalisch), enthaltend 0,651392 = 55,513 Proc. (berechnet 55,516 Proc.), demnach wurden gefunden 99,99 statt 100,00.
64. $Bestimmung des CaO als oxalsaurer Kalk$ (zu §. 81. 2. b. [Greek: a].).
0,8570 des in Nr. 61. genannten lufttrockenen CaO, CO_{2} wurden in Salzsäure gelöst, die Lösung mit oxalsaurem Ammon und Ammon gefällt, der Niederschlag ausgewaschen und bei 100° bis zu constant bleibendem Gewichte getrocknet. Der Niederschlag (CaO, + aq.) betrug 1,2461 Grm., enthaltend 0,477879 CaO = 55,76 Proc. (berechnet 55,516 Proc.), demnach wurden gefunden 100,45 statt 100,00.
65. $Bestimmung des CaO als CaO, CO_{2}, durch Fällung als CaO, O aus saurer Lösung$ (zu §. 81. 2. b. [Greek: b].).
0,8570 des in Nr. 61. genannten lufttrockenen CaO, CO_{2} gaben, in Salzsäure gelöst und nach §. 81. 2. b.[Greek: b]. gefällt, 0,8476 CaO, CO_{2} (nicht alkalisch reagirend, durch Abdampfen mit kohlensaurem Ammon sein Gewicht nicht im mindesten verändernd), enthaltend 0,474656 CaO = 55,39 Proc. (berechnet 55,51), demnach gefunden 99,78 statt 100,00.
66. $Bestimmung der MgO als 2 MgO, PO_{5}$ (zu §. 82. 2.).
a. 1,0587 reine wasserfreie MgO,SO_{3} gaben, in Wasser gelöst und nach §. 82. 2. gefällt, 0,9834 pyrophosphorsaure Magnesia, enthaltend 0,3533944 MgO = 33,38 Proc. (berechnet 33,35), somit wurden gefunden 100,09 statt 100,00.
b. 0,9672 MgO, SO_{3} gaben 0,8974 PO_{5}, 2 MgO, d. i. 33,34 Proc. MgO (berechnet 33,35), somit gefunden 99,97 statt 100,00.
67. $Fällung des essigsauren Zinks durch Schwefelwasserstoff$ (zu §. 85. b.).
a. Eine Lösung von reinem essigsauren Zinkoxyd wurde mit Schwefelwasserstoffgas im Ueberschuss behandelt. Die nach einigem Stehen abfiltrirte Lösung blieb, mit Ammon versetzt, anfangs vollkommen klar; nach langem Stehen hatten sich wenige kaum sichtbare Flocken abgeschieden.
b. Ebenso verhielt sich eine Lösung von essigsaurem Zink, der vor dem Fällen mit Schwefelwasserstoff ziemlich viel Essigsäure zugesetzt worden war.
68. $Bestimmung des Quecksilbers als Metall auf nassem Wege mittelst Zinnchlorürs$ (zu 94. 1. b.).
2,010 Grm. Quecksilberchlorid lieferten 1,465 Grm. Quecksilber, d. i. statt 73,83 Proc. 72,88 oder statt 100,00 Theilen 98,71 ($Schaffner$).
69. $Fällung des salpetersauren Wismuths durch kohlensaures Ammon$ (zu §. 96. a.).
Versetzt man eine Wismuthlösung mit Wasser, dann mit kohlensaurem Ammon und Ammon, und filtrirt ohne zu erwärmen ab, so färbt sich das Filtrat beim Zusatz von Schwefelwasserstoffwasser dunkel schwarzbraun, erhitzt man die trübe Mischung aber vor dem Filtriren eine kurze Zeit bis fast zum Kochen, so wird das Filtrat durch Schwefelwasserstoff nicht mehr oder doch nur so wenig gebräunt, dass man die Farbenveränderung beim Hindurchsehen von oben durch ein ganz mit der Flüssigkeit gefülltes Proberöhrchen kaum mehr wahrnehmen kann. -- Die Erscheinung bleibt sich gleich, sowohl, wenn die Wismuthlösung viel, als auch, wenn sie wenig freie Salpetersäure enthält.
70. $Bestimmung der Phosphorsäure als pyrophosphorsaure Magnesia$ (zu §. 106.).
Zu den folgenden Versuchen wurde ein völlig reines, ganz lufttrockenes, krystallisirtes phosphorsaures Natron angewandt. Der Sicherheit wegen bestimmte ich durch Erhitzen und Glühen seinen Wassergehalt mit grösster Sorgfalt.
1,3123 Substanz hinterliessen 0,4899 Grm. pyrophosphorsaures Natron. -- Hieraus ergiebt sich in Procenten 62,67 Wasser. Die Formel 2 NaO, HO, PO5 + 24 aq. erfordert 62,71 Proc.
a. 1,9847 Grm. des lufttrockenen krystallisirten phosphorsauren Natrons wurden in Wasser gelöst und nach §. 106. I. b. [Greek: a]. mit schwefelsaurer Magnesia unter Zusatz von Salmiak und Ammon gefällt. Der Niederschlag wurde mit ammonhaltigem Wasser vollkommen ausgewaschen. Er lieferte nach dem Glühen und nach Abzug der Filterasche 0,6336 Grm. pyrophosphorsaure Magnesia, entsprechend 0,3945328 Phosphorsäure. Hieraus ergiebt sich in dem krystallisirten phosphorsauren Natron ein Gehalt an Phosphorsäure von 19,87 Procent. Die obige Formel verlangt 19,90, -- und corrigirt auf den gefundenen Wassergehalt 19,91.
b. 3,0676 Grm. desselben krystallisirten phosphorsauren Natrons wurden in Wasser gelöst, Salzsäure, dann Eisenchlorid und Alaunlösung zugesetzt, Weinsteinsäure zugefügt und endlich Ammon, bis der am Anfang entstandene Niederschlag wieder völlig gelöst war. Nunmehr wurde mit schwefelsaurer Magnesia gefällt. Der nach 12 Stunden abfiltrirte Niederschlag wurde mit ammonhaltigem Wasser so vollständig ausgewaschen, dass ein Tropfen des zuletzt ablaufenden auf Platinblech nicht den mindesten Rückstand mehr liess. -- Ich führe dies absichtlich an, weil es mir trotzdem nicht gelang, den Niederschlag so weiss zu erhalten, als er eigentlich hätte sein müssen. Auch zuletzt zeigte er noch einen schwachen Stich ins Gelbe. Beim Glühen wurde er in der ganzen Masse ein wenig schwärzlich. Er wog nach Abzug von 0,0026 Grm. Filterasche 0,9786 Grm., entsprechend 0,6181 Phosphorsäure = 20,14 Proc., berechnet 19,91. -- Die 0,23 Proc., welche ich zu viel erhielt, verdankten ihren Ursprung einer Spur Kohle, sowie einer kleinen Menge Eisenoxyd; erstere schied sich beim Auflösen des Rückstandes in Salzsäure ab, letzteres gab sich in der Lösung durch Schwefelcyankalium deutlich zu erkennen. --
71. $Trennung der Magnesia von Natron$ (zu §. 121. B. 4. a. [Greek: a].).
1,1864 Grm. reines geglühtes Chlornatrium und 1,4252 Grm. reine wasserfreie schwefelsaure Magnesia wurden in Wasser gelöst, auf 100° erhitzt und mit Barytwasser im Ueberschuss versetzt. Die von dem entstandenen Niederschlagt abfiltrirte und durch kohlensaures Ammon vom überschüssigen Baryt befreite Flüssigkeit lieferte, mit Schwefelsäure abgedampft, 1,4371 Grm. neutrales schwefelsaures Natron, enthaltend 0,4694 Natrium. -- Der durch Barytwasser erhaltene, ausgewaschene Niederschlag wurde mit verdünnter Salzsäure erwärmt, die Lösung von dem ungelöst gebliebenen BaO, SO_{3} abfiltrirt und unter Zusatz von Schwefelsäure (durch welche ein mässiger Niederschlag von schwefelsaurem Baryt entstand) eingedampft. Der gelinde geglühte Rückstand wog 1,4308 Grm. Derselbe wurde mit Wasser behandelt, der ungelöst bleibende BaO, SO_{3} abfiltrirt und bestimmt, er wog 0,0889 Grm. Es bleiben somit für MgO,SO_{3} 1,4308 Grm. = 0,48668 MgO.
Zusammenstellung in 100 Theilen der Mischung:
gefunden berechnet
Na 17,84 17,86 MgO 18,63 18,56
So gut diese Zahlen stimmen, so würde doch die Analyse noch besser gewesen sein, wenn der Gehalt an MgO etwas zu gering und der des Na etwas zu hoch gefunden worden wäre. So musste ich schliessen, dass ich den durch Barytwasser entstandenen Niederschlag nicht ganz vollständig ausgewaschen hatte, und in der That konnte ich auch in der erhaltenen schwefelsauren Magnesia die Gegenwart einer Spur Natron mit Sicherheit darthun.
72. $Chlorimetrische Versuche zu$ §. 189 u. ff.
10 Grm. Chlorkalk wurden mit Wasser zu 1 Liter abgerieben. Die so erhaltene Flüssigkeit diente zu folgenden Versuchen:
a) Zur Prüfung nach der $Gay-Lussac$'schen Methode (§. 191). Erhalten 23,42-23,52%.
b) Zur Prüfung nach der $Penot$'schen Methode (§. 192). Erhalten 23,5-23,5%.
c) Zur Prüfung mittelst Eisens (§. 193, Modification a). Erhalten 23,6%.
d) Zur Prüfung nach der $Bunsen$'schen Methode (§. 194). Erhalten 23,6-23,6%.
Ich habe diese Versuche deshalb angeführt, weil man daraus ersehen mag, dass bei Anwendung verdünnter Chlorkalklösung (1 : 100) bessere Resultate erhalten werden, als mit concentrirteren Lösungen.
* * * * *
II. $Tabellen zur Berechnung der Analysen.$
$Tabelle$ 1.
$Aequivalente der im Buche vorkommenden Grundstoffe$[168].
O = 100. H = 1.
Aluminium_{a)} Al 170,42 13,63 (Berzelius). Antimon Sb 1612,90 129,00 ( " ). Arsenik_{b)} As 937,50 75,00 (Pelouze, Berzelius). Baryum_{c)} Ba 857,32 68,59 (Marignac). Blei Pb 1294,65 103,57 (Berzelius). Boron_{d)} B 138,05 11,04 ( " ). Brom Br 999,62 79,97 (Marignac[169]). Cadmium Cd 696,77 55,74 (Stromeyer). Calcium Ca 250,00 20,00 (Dumas, -- Erdmann und Marchand). Chlor Cl 443,28 35,46 (Marignac[169]). Chrom_{e)} Cr 334,70 26,78 (Moberg. -- Wildenstein). Eisen Fe 350,00 28,00 (Erdmann u. Marchand). Fluor Fl 237,50 19,00 (Louyet). Gold Au 2458,33 196,67 (Berzelius). Jod J 1586,00 126,88 (Marignac [170]). Kalium K 488,86 39,11 ( " [170]). Kobalt_{f)} Co 368,65 29,49 (Rothoff). Kohlenstoff C 75,00 6,00 (Dumas, -- Erdmann u. Marchand). Kupfer Cu 396,00 31,68 (Erdmann u. Marchand). Lithium_{g)} Li 83,01 6,64 (Berzelius). Magnesium Mg 150,19 12,00 (Marchand u. Scheerer). Mangan Mn 344,68 27,57 (Berzelius). Natrium_{h)} Na 287,44 23,00 (Pelouze). Nickel_{i)} Ni 369,33 29,55 (Rothoff). Palladium Pd 665,48 53,24 (Berzelius). Phosphor P 392,04 31,36 ( " ). Platin Pt 1236,75 98,94 (Andrews). Quecksilber Hg 1250,60 100,05 (Erdmann u. Marchand). Sauerstoff O 100,00 8,00 Schwefel S 200,00 16,00 (Erdmann u. Marchand). Silber Ag 1349,66 107,97 (Marignac [170]). Silicium Si 185,18[171] 14,81 (Berzelius). Stickstoff N 175,06 14,00 (Marignac [170]). Strontium_{k)} Sr 545,93 43,67 (Stromeyer). Wasserstoff H 12,50 1,00 (Dumas). Wismuth Bi 2599,95 208,00 (Schneider). Zink Zn 406,59 32,53 (Axel Erdmann). Zinn Sn 735,30 58,82 (Berzelius).
[168] Ich gebe in dieser Uebersicht die Aequivalentzahlen, wie sie die besten älteren und neueren Untersuchungen unmittelbar ergeben haben. -- Die Aequivalente einer nicht geringen Zahl von Körpern weichen von den früher angenommenen ab, obgleich darüber keine neuen Untersuchungen gemacht wurden. Es rührt dies daher, dass sie aus anderen Aequivalenten abgeleitet sind, welche inzwischen eine Berichtigung erfahren haben. -- Die Natur der Sache erheischte es, dass die ursprünglichen Versuche mit Zugrundelegung der berichtigten Aequivalente umgerechnet werden mussten. Ich habe dies gethan und füge der Tabelle das zur Erläuterung Dienende anhangsweise bei. Die kleinen Buchstaben neben den Namen der betreffenden Elemente weisen auf die Erläuterungen hin. -- Die Namen hinter den Zahlen bezeichnen die Chemiker, von welchen die analytischen Resultate herrühren.
[169] Nach $Berzelius$' Revision.
[170] Nach $Berzelius$' Revision.
[171] 185,18 ist 2/3 der $Berzelius$'schen Zahl 277,778, weil ich die Kieselsäure als SiO_{2} betrachtet habe.
$Erläuterungen zu der Aequivalententafel.$
a) $Aequivalent des Aluminiums.$
100 Thle. wasserfreier schwefelsaurer Thonerde hinterliessen nach Verjagung der Säure im heftigen Feuer 29,934 Thle. Thonerde. 100 Thle. Schwefelsäure werden folglich von 42,7227 Thln. Thonerde gesättigt ($Berzelius$).
100 : 42,7227 = 1500 (3 Aeq. SO_{3}) : x x (Aeq. der Al_{2}O_{3}) = 640,8405. 640,8405 - 300 = 340,8405 (2 Al.) 340,8405/2 = 170,42
b) $Aequivalent des Arseniks.$
1) Die in die Tabelle aufgenommene Zahl 937,5 ist dieselbe, welche $Pelouze$ durch Fällung des Arsenchlorürs mit Silberlösung erhielt (Compt. rend. XX, p. 1047). Es liegen derselben aber die von $Marignac$ festgestellten Aequivalente des Silbers (1349,01) und Chlors (443,2) zu Grunde. Setzt man an deren Stelle die von $Berzelius$ corrigirten, welche wir in der Tabelle haben (1349,66 und 443,28), so ändert sich natürlich auch die $Pelouze$'sche Zahl, und zwar erhöht sie sich auf 938,348.
2) 2,203 Grm. arsenige Säure lieferten, mit Schwefel erhitzt, 1,069 Grm. SO_{2}, welche enthalten 0,5345 O ($Berzelius$). -- 2,203 Grm. AsO_{3} bestehen somit aus 0,5345 O und 1,6685 As.
5345 : 16685 = 300 : x x = 936,48.
Das Mittel beider Zahlen ist 937,4, statt welcher ich, um nicht unnöthigerweise abzuweichen, 937,5 gesetzt habe.
c) $Aequivalent des Baryums.$
$Marignac$ fand, dass 96,365 Chlorbaryum durch 100 Silber ausgefällt werden.
100 : 96,365 = 1349,66 : x x = 1300,5998. 1300,5998 - 443,28 = 857,32.
d) $Aequivalent des Borons.$
100 Borax liefern 47,10 Wasser ($Berzelius$).
47,1 : 100 = 1125 : x x = 2388,53.
Davon ab die Summe von 1 Aeq. NaO (387,44) + 10HO (1125,0) + 60 (600) = 2112,44 bleibt 276,09. 276,09/2 = 138,05.
e) $Aequivalent des Chroms.$
$Moberg$[172] erhielt im Mittel seiner Bestimmungen des Chromäquivalentes 334,769.
$Wildenstein$[173] erhielt durch Zerlegung des Chlorbaryums mit neutralem chromsauren Kali, im Mittel von 32 Versuchen, das Resultat, dass 100 chromsaurer Baryt 81,70 Chlorbaryum entsprechen.
81,7 : 100 = 1300,60 : x x = 1591,92. 1591,92 - 1257,32 (d. i. die Summe von BaO + 3O) = 334,60.
Diese beiden Aequivalentbestimmungen kommen also ausserordentlich gut überein. Die von mir angenommene Zahl 334,7 ist das Mittel beider.
[172] Journ. f. prakt. Chem. 43. 119.
[173] Journ. f. prakt. Chem. 59. 27.
f) $Aequivalent des Kobalts.$
269,2 Kobaltoxydul in neutrales Chlorür verwandelt und mit salpetersaurem Silberoxyd gefällt, gaben 1029,9 Chlorsilber ($Rothoff$).
1029,9 : 269,2 = 1792,94 (1 Aeq. AgCl) : x x = 468,65. 468,65 - 100 = 368,65.
g) $Aequivalent des Lithiums.$
1,874 schwefelsaures Lithion lieferten 3,9985 schwefelsauren Baryt ($Berzelius$).
3,9985 : 1,874 = 1457,32 : x x = 683,01. 683,01 - 600 (SO_{3} + O) = 83,01.
h) $Aequivalent des Natriums.$
730,37 Chlornatrium werden gefällt durch 1349,01 Silber ($Pelouze$).
1349,01 : 730,37 = 1349,66 (d. i. das corrigirte Aequivalent des Silbers) : x x = 730,72. 730,72 - 443,28 = 287,44.
i) $Aequivalent des Nickels.$
188 Thle. NiO in neutrales Chlorür verwandelt, gaben 718,2 AgCl ($Rothoff$).
718,2 : 188 = 1792,94 (Aeq. des AgCl) : x x = 469,33. 469,33 - 100 = 369,33.
k) $Aequivalent des Strontiums.$
100 SrCl lieferten 181,25 AgCl ($Stromeyer$).
181,25 : 100 = 1792,94 : x x = 989,21. 989,21 - 443,28 = 545,93.
$Tabelle$ 2.
$Zusammensetzung der Basen und Sauerstoffsäuren.$
a. $Basen.$
Gruppe:
I: Kali K 488,86 39,11 83,02 O 100,00 8,00 16,98 ------------------------------------- KO 588,86 47,11 100,00
Natron Na 287,44 23,00 74,19 O 100,00 8,00 25,81 ------------------------------------- NaO 387,44 31,00 100,00
Lithion Li 83,01 6,64 45,36 O 100,00 8,00 54,64 ------------------------------------- LiO 183,01 14,64 100,00
Ammoniumoxyd NH_{4} 225,06 18,00 69,23 O 100,00 8,00 30,77 ------------------------------------- NH_{4}O 325,06 26,00 100,00
II: Baryt Ba 857,32 68,59 89,55 O 100,00 8,00 10,45 ------------------------------------- BaO 957,32 76,59 100,00
Strontian Sr 545,93 43,67 84,52 O 100,00 8,00 15,48 ------------------------------------- SrO 645,93 51,67 100,00
Kalk Ca 250,00 20,00 71,43 O 100,00 8,00 28,57 ------------------------------------- CaO 350,00 28,00 100,00
Magnesia Mg 150,19 12,00 60,03 O 100,00 8,00 39,97 ------------------------------------- MgO 250,19 20,00 100,00
III. Thonerde Al_{2} 340,84 27,26 53,19 O_{3} 300,00 24,00 46,81 ------------------------------------- Al_{2}O_{3} 640,84 51,26 100,00
Chromoxyd Cr_{2} 669,40 53,56 69,05 O_{3} 300,00 24,00 30,95 ------------------------------------- Cr_{2}O_{3} 969,40 77,56 100,00
IV. Zinkoxyd Zn 406,59 32,53 80,26 O 100,00 8,00 19,74 ------------------------------------- ZnO 506,59 40,53 100,00
Manganoxydul Mn 344,68 27,57 77,51 O 100,00 8,00 22,49 ------------------------------------- MnO 444,68 35,57 100,00
Manganoxyd Mn_{2} 689,36 55,14 69,67 O_{3} 300,00 24,00 30,33 ------------------------------------- Mn_{2}O_{3} 989,36 79,14 100,00
Nickeloxydul Ni 369,33 29,55 78,69 O 100,00 8,00 21,31 ------------------------------------- NiO 469,33 37,55 100,00
Kobaltoxydul Co 368,65 29,49 78,66 O 100,00 8,00 21,34 ------------------------------------- CoO 468,65 37,49 100,00
Kobaltoxyd Co_{2} 737,30 58,98 71,08 O_{3} 300,00 24,00 28,92 ------------------------------------- Co_{2}2O_{3} 1037,30 82,98 100,00
Eisenoxydul Fe 350,00 28,00 77,78 O 100,00 8,00 22,22 ------------------------------------- FeO 450,00 36,00 100,00
Eisenoxyd Fe_{2} 700,00 56,00 70,00 O_{3} 300,00 24,00 30,00 ------------------------------------- Fe_{2}O_{3} 1000,00 80,00 100,00
V. Silberoxyd Ag 1349,66 107,97 93,10 O 100,00 8,00 6,90 ------------------------------------- AgO 1449,66 115,97 100,00
Bleioxyd Pb 1294,65 103,57 92,83 O 100,00 8,00 7,17 ------------------------------------- PbO 1394,65 111,57 100,00
Quecksilberoxydul Hg_{2} 2501,20 200,10 96,16 O 100,00 8,00 3,84 ------------------------------------- Hg_{2}O 2601,20 208,10 100,00
Quecksilberoxyd Hg 1250,60 100,05 92,59 O 100,00 8,00 7,41 ------------------------------------- HgO 1350,60 108,05 100,00
Kupferoxydul Cu_{2} 792,00 63,36 88,79 O 100,00 8,00 11,21 ------------------------------------- Cu_2O 892,00 71,36 100,00
Kupferoxyd Cu 396,00 31,68 79,84 O 100,00 8,00 20,16 ------------------------------------- CuO 496,00 39,68 100,00
Wismuthoxyd Bi 2599,95 208,00 89,655 O_{3} 300,00 24,00 10,345 -------------------------------------- BiO_{3} 2899,95 232,00 100,000
Cadmiumoxyd Cd 696,77 55,74 87,45 O 100,00 8,00 12,55 ------------------------------------- CdO 796,77 63,74 100,00
VI. Goldoxyd Au 2458,33 196,67 89,12 O_{3} 300,00 24,00 10,88 ------------------------------------- AuO_{3} 2758,33 220,67 100,00
Platinoxyd Pt 1236,75 98,94 86,08 O_{2} 200,00 16,00 13,92 ------------------------------------- Pt_{2} 1436,75 114,94 100,00
Antimonoxyd Sb 1612,90 129,00 84,32 O_{3} 300,00 24,00 15,68 ------------------------------------- SbO_{3} 1912,90 153,00 100,00
Zinnoxydul Sn 735,30 58,82 88,02 O 100,00 8,00 11,98 ------------------------------------- SnO 835,30 66,82 100,00
Zinnoxyd Sn 735,30 58,82 78,62 O_{2} 200,00 16,00 21,38 ------------------------------------- SnO_{2} 935,30 74,82 100,00
Arsenige Säure As 937,50 75,00 75,76 O_{3} 300,00 24,00 24,24 ------------------------------------- AsO_{3} 1237,50 99,00 100,00
Arsensäure As 937,50 75,00 65,22 O_{5} 500,00 40,00 34,78 ------------------------------------- AsO_{5} 1437,50 115,00 100,00
b. $Säuren.$
Chromsäure Cr 334,70 26,78 52,74 O_{3} 300,00 24,00 47,26 ------------------------------------- CrO_{3} 634,70 50,78 100,00
Schwefelsäure S 200,00 16,00 40,00 O_{3} 300,00 24,00 60,00 ------------------------------------- SO_{3} 500,00 40,00 100,00
Phosphorsäure P 392,04 31,36 43,95 O_{5} 500,00 40,00 56,05 ------------------------------------- PO_{5} 892,04 71,36 100,00
Borsäure B 138,05 11,04 31,51 O_{3} 300,00 24,00 68,49 ------------------------------------- BO_{3} 438,05 35,04 100,00
Oxalsäure C_{2} 150,00 12,00 33,33 O_{3} 300,00 24,00 66,67 ------------------------------------- C_{2}O_{3} 450,00 36,00 100,00
Kohlensäure. C 75,00 6,00 27,27 O_{2} 200,00 16,00 72,73 ------------------------------------- CO_{2} 275,00 22,00 100,00
Kieselsäure Si 185,18 14,81 48,08 O_{2} 200,00 16,00 51,92 ------------------------------------- SiO_{2} 385,18 30,81 100,00
Salpetersäure N 175,06 14,00 25,93 O_{5} 500,00 40,00 74,07 ------------------------------------- NO_{5} 675,06 54,00 100,00
Chlorsäure Cl 443,28 35,46 46,99 O_{5} 500,00 40,00 53,01 ------------------------------------- ClO_{5} 943,28 75,46 100,00
$Tabelle$ 3.
$Reduction von gefundenen Verbindungen auf gesuchte Bestandtheile durch einfache Multiplication oder Division.$
(Diese Tabelle umfasst nur einige der am häufigsten vorkommenden Verbindungen, -- Die mit! versehenen Angaben liefern absolut genaue Resultate.)
Zur unorganischen Analyse.
$Blei.$
Bleioxyd × 0,92830 = Blei.
$Chlor.$
Chlorsilber × 0,24724 = Chlor.
$Eisen.$
!Eisenoxyd × 0,7 = 2 Eisen. !Eisenoxyd × 0,9 = 2 Eisenoxydul.
$Kali.$
Chlorkalium × 0,52445 = Kalium. Schwefelsaures Kali × 0,54080 = Kali. Kaliumplatinchlorid × 0,30507} oder } = Chlorkalium. Kaliumplatinchlorid/3,278 }
Kaliumplatinchlorid × 0,19272} oder } = Kali. Kaliumplatinchlorid/5,188 }
$Kohlensäure.$
!Kohlensaurer Kalk × 0,44 = Kohlensäure.
$Kupfer.$
Kupferoxyd × 0,79839 = Kupfer.
$Magnesia.$
Pyrophosphorsaure Magnesia X 0,35936 = 2 Magnesia.
$Mangan.$
Manganoxyduloxyd × 0,72107 = 3 Mangan. Manganoxyduloxyd × 0,9303 = 3 Manganoxydul.
$Natron.$
Chlornatrium × 0,5302 = Natron. Schwefelsaures Natron × 0,43658 = Natron.
$Phosphorsäure.$
Pyrophosphorsaure Magnesia × 0,6406 = Phosphorsäure.
$Schwefel.$
Schwefelsaurer Baryt × 0,13724 = Schwefel.
$Schwefelsäure.$
Schwefelsaurer Baryt × 0,34309 -- Schwefelsäure.
Zur organischen Analyse.
$Kohlenstoff.$
Kohlensäure × 0,2727} oder } Kohlensäure/3,666 } = Kohlenstoff oder } !Kohlensäure × 3/11 }
$Wasserstoff.$
Wasser × 0,11111 } oder } = Wasserstoff. !Wasser/9 }
$Stickstoff.$
Platinsalmiak × 0,06271 = Stickstoff. Platin × 0,1415 = Stickstoff.
$Tabelle$ 4
Dieselbe giebt die Menge des gesuchten Bestandtheils für jede Zahl der gefundenen Verbindung an.
======================================================================== |$Elemente.$| $Gefunden.$ | $Gesucht.$ | 1. | 2. | |-----------+---------------------------+--------------+-------+-------+ | Aluminium | Thonerde | Aluminium |0,53186|1,06373| | | Al_{2}O_{3} | Al_{2} | | | | | | | | | |(Ammonium) | Chlorammonium | Ammoniak |0,31804|0,63608| | | NH_{4}Cl | NH_{3} | | | | | | | | | | | Ammoniumplatinchlorid | Ammoniumoxyd |0,11644|0,23288| | | NH_{4}Cl, PtCl_{2} | NH_{4}O | | | | | | | | | | | Ammoniumplatinchlorid | Ammoniak |0,07614|0,15228| | | NH_{4}Cl, PtCl_{2} | NH_{3} | | | | | | | | | | Antimon | Antimonoxyd | Antimon |0,84317|1,68634| | | SbO_{3} | Sb | | | | | | | | | | | Antimon | Antimonoxyd |1,18600|2,37200| | | Sb | SbO_{3} | | | | | | | | | | | Antimonsulfür | Antimonoxyd |0,86443|1,72886| | | SbS_{3} | SbO_{3} | | | | | | | | | | | Antimonige Säure | Antimonoxyd |0,95032|1,90064| | | SbO_{4} | SbO_{3} | | | | | | | | | | Arsenik | Arsenige Säure | Arsen |0,75758|1,51516| | | AsO_{3} | As | | | | | | | | | | | Arsensäure | Arsen |0,65217|1,30435| | | AsO_{5} | As | | | | | | | | | | | Arsensäure |Arsenige Säure|0,86087|1,72174| | | AsO_{5} | AsO_{3} | | | | | | | | | | | Arsensulfür |Arsenige Säure|0,80488|1,60975| | | AsS_{3} | AsO_{3} | | | | | | | | | | | Arsensulfür | Arsensäure |0,93496|1,86992| | | AsS_{3} | AsO_{5} | | | | | | | | | | Baryum | Baryt | Baryum |0,89554|1,79108| | | BaO | Ba | | | | | | | | | | | Schwefelsaurer Baryt | Baryt |0,65690|1,31380| | | BaO, SO_{3} | BaO | | | | | | | | | | | Kohlensaurer Baryt | Baryt |0,77684|1,55369| | | BaO, CO_{2} | BaO | | |
======================================================================== | 3. | 4. | 5. | 6. | 7. | 8. | 9. | +---------+---------+---------+---------+---------+---------+----------| | 1,59559 | 2,12746 | 2,65932 | 3,19118 | 3,72305 | 4,25491 | 4,78678 | | | | | | | | | | 0,95413 | 1,27217 | 1,59021 | 1,90825 | 2,22629 | 2,54433 | 2,86237 | | | | | | | | | | 0,34932 | 0,46576 | 0,58220 | 0,69864 | 0,81508 | 0,93152 | 1,04796 | | | | | | | | | | 0,22842 | 0,30456 | 0,38070 | 0,45684 | 0,53299 | 0,60913 | 0,68527 | | | | | | | | | | 2,52951 | 3,37268 | 4,21585 | 5,05902 | 5,90219 | 6,74536 | 7,58853 | | | | | | | | | | 3,55800 | 4,74400 | 5,93000 | 7,11600 | 8,30200 | 9,48800 | 10,67400 | | | | | | | | | | 2,59329 | 3,45772 | 4,32215 | 5,18659 | 6,05102 | 6,91545 | 7,77988 | | | | | | | | | | 2,85096 | 3,80128 | 4,75160 | 5,70192 | 6,65224 | 7,60256 | 8,55288 | | | | | | | | | | 2,27274 | 3,03032 | 3,78790 | 4,54548 | 5,30306 | 6,06064 | 6,81822 | | | | | | | | | | 1,95652 | 2,60870 | 3,26087 | 3,91304 | 4,56522 | 5,21739 | 5,86957 | | | | | | | | | | 2,58261 | 3,44348 | 4,30435 | 5,16521 | 6,02608 | 6,88695 | 7,74782 | | | | | | | | | | 2,41463 | 3,21951 | 4,02439 | 4,82927 | 5,63415 | 6,43902 | 7,24390 | | | | | | | | | | 2,80488 | 3,73984 | 4,67480 | 5,60975 | 6,54471 | 7,47967 | 8,41463 | | | | | | | | | | 2,68662 | 3,58216 | 4,47770 | 5,37325 | 6,26879 | 7,16433 | 8,05987 | | | | | | | | | | 1,97070 | 2,62760 | 3,28450 | 3,94140 | 4,59830 | 5,25520 | 5,91210 | | | | | | | | | | 2,33053 | 3,10737 | 3,88421 | 4,66106 | 5,43790 | 6,21474 | 6,99158 |
======================================================================== |$Elemente.$| $Gefunden.$ | $Gesucht.$ | 1. | 2. | |-----------+---------------------------+--------------+-------+-------+ | Baryum | Kieselfluorbaryum | Baryt |0,54548|1,09096| | | BaFl, SiFl_{2} | BaO | | | | | | | | | | Blei | Bleioxyd | Blei |0,92830|1,85660| | | PbO | Pb | | | | | | | | | | | Schwefelsaures Bleioxyd | Bleioxyd |0,73609|1,47219| | | PbO, SO_{3} | PbO | | | | | | | | | | | Chlorblei | Bleioxyd |0,80248|1,60495| | | PbCl | PbO | | | | | | | | | | | Chlorblei | Blei |0,74494|1,48987| | | PbCl | Pb | | | | | | | | | | | Schwefelblei | Bleioxyd |0,93309|1,86619| | | PbS | PbO | | | | | | | | | | Boron | Borsäure | Bor |0,31515|0,63029| | | BO_{3} | B | | | | | | | | | | Brom | Bromsilber | Brom |0,42550|0,85100| | | AgBr | Br | | | | | | | | | | Cadmium | Cadmiumoxyd | Cadmium |0,87449|1,74898| | | CdO | Cd | | | | | | | | | | Calcium | Kalk | Calcium |0,71429|1,42857| | | CaO | Ca | | | | | | | | | | | Schwefelsaurer Kalk | Kalk |0,41176|0,82353| | | CaO, SO_{3} | CaO | | | | | | | | | | | Kohlensaurer Kalk | Kalk |0,56000|1,12000| | | CaO, CO_{2} | CaO | | | | | | | | | | Chlor | Chlorsilber | Chlor |0,24724|0,49448| | | AgCl | Cl | | | | | | | | | | | Chlorsilber | Salzsäure |0,25421|0,50842| | | AgCl | ClH | | | | | | | | | | Chrom | Chromoxyd | Chrom |0,69053|1,38106| | | Cr_{2}O_{3} | Cr_{2} | | | | | | | | | | | Chromoxyd | Chromsäure |1,30947|2,61894| | | Cr_{2}O_{3} | 2CrO_{3} | | | | | | | | | | | Chromsaures Bleioxyd | Chromsäure |0,31276|0,62552| | | PbO, CrO_{3} | CrO_{3} | | | | | | | | | | Eisen | Eisenoxyd | Eisen |0,70000|1,40000| | | Fe_{2}O_{3} | Fe_{2} | | | | | | | | | | | Eisenoxyd | Eisenoxydul |0,90000|1,80000| | | Fe_{2}O_{3} | 2FeO | | |
======================================================================== | 3. | 4. | 5. | 6. | 7. | 8. | 9. | +---------+---------+---------+---------+---------+---------+----------| | 1,63644 | 2,18192 | 2,72740 | 3,27288 | 3,81836 | 4,36384 | 4,90932 | | | | | | | | | | 2,78490 | 3,71320 | 4,64150 | 5,56980 | 6,49810 | 7,42640 | 8,35470 | | | | | | | | | | 2,20829 | 2,94438 | 3,68048 | 4,41658 | 5,15268 | 5,88878 | 6,62487 | | | | | | | | | | 2,40743 | 3,20990 | 4,01238 | 4,81486 | 5,61734 | 6,41982 | 7,22229 | | | | | | | | | | 2,23480 | 2,97974 | 3,72468 | 4,46962 | 5,21455 | 5,95949 | 6,70442 | | | | | | | | | | 2,79928 | 3,73238 | 4,66547 | 5,59856 | 6,53166 | 7,46475 | 8,39785 | | | | | | | | | | 0,94544 | 1,26058 | 1,57573 | 1,89088 | 2,20602 | 2,52117 | 2,83631 | | | | | | | | | | 1,27650 | 1,70200 | 2,12750 | 2,55300 | 2,97850 | 3,40400 | 3,82950 | | | | | | | | | | 2,62347 | 3,49796 | 4,37245 | 5,24694 | 6,12143 | 6,99592 | 7,87041 | | | | | | | | | | 2,14286 | 2,85714 | 3,57143 | 4,28571 | 5,00000 | 5,71429 | 6,42857 | | | | | | | | | | 1,23529 | 1,64706 | 2,05882 | 2,47059 | 2,88235 | 3,29412 | 3,70588 | | | | | | | | | | 1,68000 | 2,24000 | 2,80000 | 3,36000 | 3,92000 | 4,48000 | 5,04000 | | | | | | | | | | 0,74172 | 0,98896 | 1,23620 | 1,48344 | 1,73068 | 1,97792 | 2,22516 | | | | | | | | | | 0,76263 | 1,01684 | 1,27105 | 1,52526 | 1,77947 | 2,03368 | 2,28789 | | | | | | | | | | 2,07159 | 2,76212 | 3,45265 | 4,14318 | 4,83371 | 5,52424 | 6,21477 | | | | | | | | | | 3,92841 | 5,23788 | 6,54735 | 7,85681 | 9,16628 | 0,47575 | 11,78522 | | | | | | | | | | 0,93828 | 1,25104 | 1,56380 | 1,87657 | 2,18933 | 2,50209 | 2,81485 | | | | | | | | | | 2,10000 | 2,80000 | 3,50000 | 4,20000 | 4,90000 | 5,60000 | 6,30000 | | | | | | | | | | 2,70000 | 3,60000 | 4,50000 | 5,40000 | 6,30000 | 7,20000 | 8,10000 |
======================================================================== |$Elemente.$| $Gefunden.$ | $Gesucht.$ | 1. | 2. | |-----------+---------------------------+--------------+-------+-------+ | Fluor | Fluorcalcium | Fluor |0,48718|0,97436| | | CaFl | Fl | | | | | | | | | | | Kieselfluor | Fluor |0,71950|1,43900| | | SiFl_{2} | 2Fl | | | | | | | | | | Jod | Jodsilber | Jod |0,54025|1,08050| | | AgJ | J | | | | | | | | | | | Palladiumjodür | Jod |0,70443|1,40886| | | PdJ | J | | | | | | | | | | Kalium | Kali | Kalium |0,83018|1,66036| | | KO | K | | | | | | | | | | | Schwefelsaures Kali | Kali |0,54080|1,08161| | | KO, SO_{3} | KO | | | | | | | | | | | Salpetersaures Kali | Kali |0,46590|0,93179| | | KO, NO_{5} | KO | | | | | | | | | | | Chlorkalium | Kalium |0,52445|1,04890| | | KCl | K | | | | | | | | | | | Chlorkalium | Kali |0,63173|1,26346| | | KCl | KO | | | | | | | | | | | Kaliumplatinchlorid | Kali |0,19272|0,38545| | | KCl, PtCl_{2} | KO | | | | | | | | | | | Kaliumplatinchlorid | Chlorkalium |0,30507|0,61015| | | KCl, PtCl_{2} | KCl | | | | | | | | | | Kobalt | Kobalt | Kobaltoxydul |1,27126|2,54252| | | Co | CoO | | | | | | | | | |Kohlenstoff| Kohlensäure | Kohlenstoff |0,27273|0,54546| | | CO_{2} | C | | | | | | | | | | | Kohlensaurer Kalk | Kohlensäure |0,44000|0,88000| | | CaO, CO_{2} | CO_{2} | | | | | | | | | | Kupfer | Kupferoxyd | Kupfer |0,79839|1,59677| | | CuO | Cu | | | | | | | | | | Magnesium | Magnesia | Magnesium |0,60030|1,20061| | | MgO | Mg | | | | | | | | | | | Schwefelsaure Magnesia | Magnesia |0,33350|0,66700| | | MgO, SO_{3} | MgO | | | | | | | | | | | Pyrophosphrs. Magnesia | Magnesia |0,35936|0,71872| | | PO_{5}, 2MgO | 2MgO | | | | | | | | | | Mangan | Manganoxydul | Mangan |0,77512|1,55024| | | MnO | Mn | | |
======================================================================== | 3. | 4. | 5. | 6. | 7. | 8. | 9. | +---------+---------+---------+---------+---------+---------+----------| | 1,46154 | 1,94872 | 2,43590 | 2,92307 | 3,41027 | 3,89743 | 4,38461 | | | | | | | | | | 2,15850 | 2,87800 | 3,59750 | 4,31700 | 5,03650 | 5,75600 | 6,47550 | | | | | | | | | | 1,62075 | 2,16100 | 2,70125 | 3,24150 | 3,78175 | 4,32200 | 4,86225 | | | | | | | | | | 2,11329 | 2,81772 | 3,52215 | 4,22658 | 4,93101 | 5,63544 | 6,33987 | | | | | | | | | | 2,49054 | 3,32072 | 4,15090 | 4,98108 | 5,81126 | 6,64144 | 7,47162 | | | | | | | | | | 1,62241 | 2,16321 | 2,70402 | 3,24482 | 3,78563 | 4,32643 | 4,86723 | | | | | | | | | | 1,39769 | 1,86359 | 2,32949 | 2,79539 | 3,26129 | 3,72719 | 4,19309 | | | | | | | | | | 1,57335 | 2,09780 | 2,62225 | 3,14669 | 3,67114 | 4,19559 | 4,72004 | | | | | | | | | | 1,89519 | 2,52692 | 3,15865 | 3,79037 | 4,42210 | 5,05383 | 5,68556 | | | | | | | | | | 0,57817 | 0,77090 | 0,96362 | 1,15634 | 1,34907 | 1,54179 | 1,73452 | | | | | | | | | | 0,91522 | 1,22030 | 1,52537 | 1,83044 | 2,13552 | 2,44059 | 2,74567 | | | | | | | | | | 3,81388 | 5,08504 | 6,35630 | 7,62756 | 8,89882 | 0,17008 | 11,44134 | | | | | | | | | | 0,81818 | 1,09091 | 1,36364 | 1,63636 | 1,90909 | 2,18181 | 2,45455 | | | | | | | | | | 1,32000 | 1,76000 | 2,20000 | 2,64001 | 3,08000 | 3,52000 | 3,96000 | | | | | | | | | | 2,39516 | 3,19355 | 3,99193 | 4,79032 | 5,58871 | 6,38710 | 7,18548 | | | | | | | | | | 1,80091 | 2,40121 | 3,00151 | 3,60182 | 4,20212 | 4,80242 | 5,40273 | | | | | | | | | | 1,00051 | 1,33401 | 1,66751 | 2,00101 | 2,33451 | 2,66802 | 3,00152 | | | | | | | | | | 1,07808 | 1,43744 | 1,79680 | 2,15616 | 2,51552 | 2,87488 | 3,23424 | | | | | | | | | | 2,32536 | 3,10048 | 3,87560 | 4,65072 | 5,42584 | 6,20096 | 6,97608 |
======================================================================== |$Elemente.$| $Gefunden.$ | $Gesucht.$ | 1. | 2. | |-----------+---------------------------+--------------+-------+-------+ | Mangan | Manganoxyduloxyd | Mangan |0,72107|1,44214| | | MnO + Mn_{2}O_{3} | Mn_{3} | | | | | | | | | | | Manganoxyd | Mangan |0,69678|1,39356| | | Mn_{2}O_{3} | Mn_{2} | | | | | | | | | | |Schwefelsaures Manganoxydul| Manganoxydul |0,47072|0,94144| | | MnOSO_{3} | MnO | | | | | | | | | | Natrium | Natron | Natrium |0,74190|1,48379| | | NaO | Na | | | | | | | | | | | Schwefelsaures Natron | Natron |0,43658|0,87316| | | NaO, SO_{3} | NaO | | | | | | | | | | | Salpetersaures Natron | Natron |0,36465|0,72930| | | NaO, NO_{5} | NaO | | | | | | | | | | | Chlornatrium | Natron |0,53022|1,06043| | | NaCl | NaO | | | | | | | | | | | Chlornatrium | Natrium |0,39337|0,78673| | | NaCl | Na | | | | | | | | | | | Kohlensaures Natron | Natron |0,58487|1,16974| | | NaO, CO_{2} | NaO | | | | | | | | | | Nickel | Nickeloxydul | Nickel |0,78693|1,57386| | | NiO | Ni | | | | | | | | | | Phosphor | Phosphorsäure | Phosphor |0,43949|0,87898| | | PO_{5} | P | | | | | | | | | | | Pyrophosphors. Magnesia | Phosphorsäure|0,64064|1,28128| | | PO_{5}, 2MgO | PO_{5} | | | | | | | | | | | Phosphors. Eisenoxyd | Phosphorsäure|0,57229|1,14459| | | 3PO_{5}, 2Fe_{2}O_{3} | 3PO_{5} | | | | | | | | | | | Phosphors. Eisenoxyd | Phosphorsäure|0,47147|0,94294| | | Fe_{2}O_{3}, PO_{5} | PO_{5} | | | | | | | | | | | Phosphors. Silberoxyd | Phosphorsäure|0,17020|0,34040| | | PO_{5}, 3AgO | PO_{5} | | | | | | | | | | | Pyrophosphorsaures | Phosphorsäure|0,23528|0,47056| | | Silberoxyd | | | | | | PO_{5}, 2AgO | PO_{5} | | | | | | | | | |Quecksilber| Quecksilber | Quecksilber- |1,03998|2,07996| | | | oxydul | | | | | Hg_{2} | Hg_{2}O | | | | | | | | | | | Quecksilber | Quecksilber- |1,07996|2,15992| | | | oxyd | | | | | Hg | HgO | | |
======================================================================== | 3. | 4. | 5. | 6. | 7. | 8. | 9. | +---------+---------+---------+---------+---------+---------+----------| | 2,16321 | 2,88428 | 3,60535 | 4,32641 | 5,04748 | 5,76855 | 6,48962 | | | | | | | | | | 2,09034 | 2,78712 | 3,48390 | 4,18068 | 4,87746 | 5,57424 | 6,27102 | | | | | | | | | | 1,41217 | 1,88289 | 2,35361 | 2,82433 | 3,29505 | 3,76578 | 4,23650 | | | | | | | | | | 2,22569 | 2,96758 | 3,70948 | 4,45137 | 5,19327 | 5,93516 | 6,67706 | | | | | | | | | | 1,30975 | 1,74633 | 2,18291 | 2,61949 | 3,05607 | 3,49265 | 3,92924 | | | | | | | | | | 1,09395 | 1,45860 | 1,82325 | 2,18789 | 2,55254 | 2,91719 | 3,28184 | | | | | | | | | | 1,59065 | 2,12086 | 2,65108 | 3,18130 | 3,71151 | 4,24173 | 4,77194 | | | | | | | | | | 1,18009 | 1,57346 | 1,96683 | 2,36019 | 2,75356 | 3,14692 | 3,54029 | | | | | | | | | | 1,75460 | 2,33947 | 2,92434 | 3,50921 | 4,09407 | 4,67894 | 5,26381 | | | | | | | | | | 2,36079 | 3,14772 | 3,93465 | 4,72158 | 5,50851 | 6,29544 | 7,08237 | | | | | | | | | | 1,31847 | 1,75796 | 2,19745 | 2,63694 | 3,07643 | 3,51592 | 3,95541 | | | | | | | | | | 1,92192 | 2,56256 | 3,20320 | 3,84384 | 4,48448 | 5,12512 | 5,76576 | | | | | | | | | | 1,71688 | 2,28918 | 2,86147 | 3,43376 | 4,00506 | 4,57835 | 5,15065 | | | | | | | | | | 1,41441 | 1,88588 | 2,35735 | 2,82882 | 3,30029 | 3,77176 | 4,24323 | | | | | | | | | | 0,51060 | 0,68080 | 0,85101 | 1,02121 | 1,19141 | 1,36161 | 1,53181 | | | | | | | | | | 0,70584 | 0,94112 | 1,17640 | 1,41168 | 1,64696 | 1,88224 | 2,11752 | | | | | | | | | | 3,11994 | 4,15992 | 5,19990 | 6,23988 | 7,27986 | 8,31984 | 9,35982 | | | | | | | | | | 3,23988 | 4,31984 | 5,39980 | 6,47977 | 7,55973 | 8,63969 | 9,71965 |
======================================================================== |$Elemente.$| $Gefunden.$ | $Gesucht.$ | 1. | 2. | |-----------+---------------------------+--------------+-------+-------+ |Quecksilber| Quecksilberchlorür | Quecksilber |0,84945|1,69890| | | Hg_{2}Cl | Hg_{2} | | | | | | | | | | | Quecksilbersulfid | Quecksilber |0,86213|1,72425| | | HgS | Hg | | | | | | | | | |Sauerstoff | Thonerde | Sauerstoff |0,46814|0,93627| | | Al_{2}O_{3} | O_{3} | | | | | | | | | | | Antimonoxyd | Sauerstoff |0,15683|0,31366| | | SbO_{3} | O_{3} | | | | | | | | | | | Arsenige Säure | Sauerstoff |0,24242|0,48484| | | AsO_{3} | O_{3} | | | | | | | | | | | Arsensäure | Sauerstoff |0,34783|0,69565| | | AsO_{5} | O_{5} | | | | | | | | | | | Baryt | Sauerstoff |0,10446|0,20892| | | BaO | O | | | | | | | | | | | Bleioxyd | Sauerstoff |0,07170|0,14340| | | PbO | O | | | | | | | | | | | Cadmiumoxyd | Sauerstoff |0,12551|0,25102| | | CdO | O | | | | | | | | | | | Kalk | Sauerstoff |0,28571|0,57143| | | CaO | O | | | | | | | | | | | Chromoxyd | Sauerstoff |0,30947|0,61894| | | Cr_{2}O_{3} | O_{3} | | | | | | | | | | | Eisenoxyd | Sauerstoff |0,30000|0,60000| | | Fe_{2}O_{3} | O_{3} | | | | | | | | | | | Eisenoxydul | Sauerstoff |0,22222|0,44444| | | FeO | O | | | | | | | | | | | Kali | Sauerstoff |0,16982|0,33964| | | KO | O | | | | | | | | | | | Kieselsäure | Sauerstoff |0,51923|1,03846| | | SiO_{2} | O_{2} | | | | | | | | | | | Kobaltoxydul | Sauerstoff |0,21338|0,42676| | | CoO | O | | | | | | | | | | | Kupferoxyd | Sauerstoff |0,20161|0,40323| | | CuO | O | | | | | | | | | | | Magnesia | Sauerstoff |0,39970|0,79939| | | MgO | O | | | | | | | | | | | Manganoxydul | Sauerstoff |0,22488|0,44976| | | MnO | O | | |
======================================================================== | 3. | 4. | 5. | 6. | 7. | 8. | 9. | +---------+---------+---------+---------+---------+---------+----------| | 2,54836 | 3,39781 | 4,24726 | 5,09672 | 5,94617 | 6,79562 | 7,64508 | | | | | | | | | | 2,58638 | 3,44850 | 4,31063 | 5,17275 | 6,03488 | 6,89701 | 7,75913 | | | | | | | | | | 1,40441 | 1,87254 | 2,34068 | 2,80882 | 3,27695 | 3,74509 | 4,21322 | | | | | | | | | | 0,47049 | 0,62732 | 0,78415 | 0,94098 | 1,09781 | 1,25464 | 1,41147 | | | | | | | | | | 0,72726 | 0,96968 | 1,21210 | 1,45452 | 1,69694 | 1,93936 | 2,18178 | | | | | | | | | | 1,04348 | 1,39130 | 1,73913 | 2,08696 | 2,43478 | 2,78261 | 3,13043 | | | | | | | | | | 0,31338 | 0,41784 | 0,52230 | 0,62675 | 0,73121 | 0,83567 | 0,94013 | | | | | | | | | | 0,21510 | 0,28680 | 0,35850 | 0,43020 | 0,50190 | 0,57360 | 0,64530 | | | | | | | | | | 0,37653 | 0,50204 | 0,62755 | 0,75306 | 0,87857 | 1,00408 | 1,12959 | | | | | | | | | | 0,85714 | 1,14286 | 1,42857 | 1,71429 | 2,00000 | 2,28571 | 2,57143 | | | | | | | | | | 0,92841 | 1,23788 | 1,54735 | 1,85682 | 2,16629 | 2,47576 | 2,78523 | | | | | | | | | | 0,90000 | 1,20000 | 1,50000 | 1,80000 | 2,10000 | 2,40000 | 2,70000 | | | | | | | | | | 0,66667 | 0,88889 | 1,11111 | 1,33333 | 1,55555 | 1,77777 | 1,99999 | | | | | | | | | | 0,50946 | 0,67928 | 0,84910 | 1,01892 | 1,18874 | 1,35856 | 1,52838 | | | | | | | | | | 1,55769 | 2,07692 | 2,59615 | 3,11538 | 3,63461 | 4,15384 | 4,67307 | | | | | | | | | | 0,64014 | 0,85352 | 1,06690 | 1,28028 | 1,49366 | 1,70704 | 1,92042 | | | | | | | | | | 0,60484 | 0,80645 | 1,00807 | 1,20968 | 1,41129 | 1,61290 | 1,81452 | | | | | | | | | | 1,19909 | 1,59879 | 1,99849 | 2,39818 | 2,79788 | 3,19758 | 3,59727 | | | | | | | | | | 0,67464 | 0,89952 | 1,12440 | 1,34928 | 1,57416 | 1,79904 | 2,02392 |
======================================================================== |$Elemente.$| $Gefunden.$ | $Gesucht.$ | 1. | 2. | |-----------+---------------------------+--------------+-------+-------+ |Sauerstoff | Manganoxyduloxyd | Sauerstoff |0,27893|0,55786| | | MnO + Mn_{2}O_{3} | O_{4} | | | | | | | | | | | Manganoxyd | Sauerstoff |0,30322|0,60644| | | Mn_{2}O_{3} | O_{3} | | | | | | | | | | | Natron | Sauerstoff |0,25810|0,5162 | | | NaO | O | | | | | | | | | | | Nickeloxydul | Sauerstoff |0,21307|0,42614| | | NiO | O | | | | | | | | | | | Quecksilberoxyd | Sauerstoff |0,07404|0,14808| | | HgO | O | | | | | | | | | | | Quecksilberoxydul | Sauerstoff |0,03844|0,07688| | | Hg_{2}O | O | | | | | | | | | | | Silberoxyd | Sauerstoff |0,06898|0,13796| | | AgO | O | | | | | | | | | | | Strontian | Sauerstoff |0,15482|0,30964| | | SrO | 0 | | | | | | | | | | | Wasser | Sauerstoff |0,88889|1,77778| | | HO | O | | | | | | | | | | | Wismuthoxyd | Sauerstoff |0,10345|0,20690| | | BiO_{3} | O_{3} | | | | | | | | | | | Zinkoxyd | Sauerstoff |0,19740|0,39480| | | ZnO | O | | | | | | | | | | | Zinnoxyd | Sauerstoff |0,21384|0,42768| | | SnO_{2} | O_{2} | | | | | | | | | | Schwefel | Schwefelsaurer Baryt | Schwefel |0,13724|0,27447| | | BaO, SO_{3} | S | | | | | | | | | | | Arsensulfür | Schwefel |0,39024|0,78049| | | AsS_{3} | S_{3} | | | | | | | | | | | Schwefelsaurer Baryt | Schwefelsäure|0,34309|0,68619| | | BaO, S0_{3} | SO_{3} | | | | | | | | | | Silber | Chlorsilber | Silber |0,75276|1,50552| | | AgCl | Ag | | | | | | | | | | | Chlorsilber | Silberoxyd |0,80854|1,61708| | | AgCl | AgO | | | | | | | | | | Silicium | Kieselsäure | Silicium |0,48077|0,96154| | | SiO_{2} | Si | | | | | | | | | |Stickstoff | Ammoniumplatinchlorid | Stickstoff |0,06071|0,12542| | | NH_{4}Cl, PtCl_{2} | N | | |
======================================================================== | 3. | 4. | 5. | 6. | 7. | 8. | 9. | +---------+---------+---------+---------+---------+---------+----------| | 0,83679 | 1,11572 | 1,39465 | 1,67359 | 1,95252 | 2,23145 | 2,51038 | | | | | | | | | | 0,90966 | 1,21288 | 1,51610 | 1,81932 | 2,12254 | 2,42576 | 2,72898 | | | | | | | | | | 0,77431 | 1,03242 | 1,29052 | 1,54863 | 1,80673 | 2,06484 | 2,32294 | | | | | | | | | | 0,63921 | 0,85228 | 1,06535 | 1,27842 | 1,49149 | 1,70456 | 1,91763 | | | | | | | | | | 0,22212 | 0,29616 | 0,37021 | 0,44425 | 0,51829 | 0,59233 | 0,66637 | | | | | | | | | | 0,11533 | 0,15377 | 0,19221 | 0,23066 | 0,26910 | 0,30754 | 0,34599 | | | | | | | | | | 0,20694 | 0,27592 | 0,34490 | 0,41388 | 0,48286 | 0,55184 | 0,62082 | | | | | | | | | | 0,46446 | 0,61928 | 0,77410 | 0,92892 | 1,08374 | 1,23856 | 1,39338 | | | | | | | | | | 2,66667 | 3,55556 | 4,44445 | 5,33333 | 6,22222 | 7,11111 | 8,00000 | | | | | | | | | | 0,31035 | 0,41380 | 0,51725 | 0,62070 | 0,72415 | 0,82760 | 0,93105 | | | | | | | | | | 0,59220 | 0,78960 | 0,98700 | 1,18440 | 1,38180 | 1,57920 | 1,77660 | | | | | | | | | | 0,64152 | 0,85536 | 1,06920 | 1,28304 | 1,49688 | 1,71072 | 1,92456 | | | | | | | | | | 0,41171 | 0,54894 | 0,68618 | 0,82342 | 0,96066 | 1,09789 | 1,23513 | | | | | | | | | | 1,17073 | 1,56097 | 1,95122 | 2,34146 | 2,73170 | 3,12194 | 3,51219 | | | | | | | | | | 1,02929 | 1,37238 | 1,71548 | 2,05857 | 2,40167 | 2,74476 | 3,08786 | | | | | | | | | | 2,25828 | 3,01104 | 3,76380 | 4,51656 | 5,26932 | 6,02208 | 6,77484 | | | | | | | | | | 2,42562 | 3,23416 | 4,04270 | 4,85124 | 5,65978 | 6,46832 | 7,27686 | | | | | | | | | | 1,44231 | 1,92308 | 2,40385 | 2,88462 | 3,36539 | 3,84616 | 4,32693 | | | | | | | | | | 0,18812 | 0,25083 | 0,31354 | 0,37625 | 0,43896 | 0,50166 | 0,56437 |
======================================================================== |$Elemente.$| $Gefunden.$ | $Gesucht.$ | 1. | 2. | |-----------+---------------------------+--------------+-------+-------+ |Stickstoff | Platin | Stickstoff |0,14155|0,28310| | | Pt | N | | | | | | | | | | | Schwefelsaurer Baryt | Salpetersäure|0,46322|0,92644| | | BaO, SO_{3} | NO_{5} | | | | | | | | | | | Cyansilber | Cyan |0,19410|0,38820| | | Ag, C_{2}N | C_{2}N | | | | | | | | | | | Cyansilber | Cyan- | | | | | | wasserstoff |0,20156|0,40312| | | Ag, C_{2}N | C_{2}N, H | | | | | | | | | | Strontium | Strontian | Strontium |0,84518|1,69036| | | SrO | Sr | | | | | | | | | | | Schwefelsaurer Strontian | Strontian |0,56307|1,12734| | | SrO, SO_{3} | SrO | | | | | | | | | | | Kohlensaurer Strontian | Strontian |0,70139|1,40278| | | SrO, CO_{2} | SrO | | | | | | | | | |Wasserstoff| Wasser | Wasserstoff |0,11111|0,22222| | | HO | H | | | | | | | | | | Wismuth | Wismuthoxyd | Wismuth |0,89655|1,79310| | | BiO_{3} | Bi | | | | | | | | | | Zink | Zinkoxyd | Zink |0,80260|1,60520| | | ZnO | Zn | | | | | | | | | | Zinn | Zinnoxyd | Zinn |0,78616|1,57232| | | SnO_{2} | Sn | | | | | | | | | | | Zinnoxyd | Zinnoxydul |0,89308|1,78616| | | SnO_{2} | SnO | | |
======================================================================== | 3. | 4. | 5. | 6. | 7. | 8. | 9. | +---------+---------+---------+---------+---------+---------+----------| | 0,42464 | 0,56619 | 0,70774 | 0,84929 | 0,99084 | 1,13238 | 1,27393 | | | | | | | | | | 1,38966 | 1,85288 | 2,31610 | 2,77932 | 3,24254 | 3,70576 | 4,16898 | | | | | | | | | | 0,58230 | 0,77640 | 0,97050 | 1,16460 | 1,35870 | 1,55280 | 1,74690 | | | | | | | | | | 0,60468 | 0,80624 | 1,00780 | 1,20936 | 1,41092 | 1,61248 | 1,81404 | | | | | | | | | | 2,53554 | 3,38072 | 4,22590 | 5,07108 | 5,91626 | 6,76144 | 7,60662 | | | | | | | | | | 1,69101 | 2,25469 | 2,81836 | 3,38204 | 3,94571 | 4,50938 | 5,07305 | | | | | | | | | | 2,10417 | 2,80556 | 3,50695 | 4,20834 | 4,90973 | 5,61112 | 6,31251 | | | | | | | | | | 0,33333 | 0,44444 | 0,55555 | 0,66667 | 0,77778 | 0,88889 | 1,00000 | | | | | | | | | | 2,68965 | 3,58620 | 4,48275 | 5,37930 | 6,27586 | 7,17240 | 8,06895 | | | | | | | | | | 2,40780 | 3,21040 | 4,01300 | 4,81560 | 5,61820 | 6,42080 | 7,22340 | | | | | | | | | | 2,35848 | 3,14464 | 3,93080 | 4,71696 | 5,50312 | 6,28928 | 7,07544 | | | | | | | | | | 2,67924 | 3,57232 | 4,46540 | 5,35848 | 6,25156 | 7,14464 | 8,03772 |
$Tabelle$ 5.
Specifisches und absolutes Gewicht einiger Gase.
================================================================ | Specifisches | 1 Liter | Gewicht, | (1000 Cubikcentimeter) | das der | Gas bei 0° und 0,76 Meter | Luft = 1,0000. | Luftdruck wiegt Gramm: --------------------+----------------+-------------------------- Atmosphärische Luft | 1,0000 | 1,29363 | | Sauerstoff | 1,10563 | 1,43028 | | Wasserstoff | 0,06910 | 0,08939 | | Wasserdampf | 0,62192 | 0,80453 | | Kohlenstoffdampf | 0,82922 | 1,07270 | | Kohlensäure | 1,52024 | 1,96663 | | Kohlenoxyd | 0,96743 | 1,25150 | | Phosphordampf | 4,33452 | 5,60727 | | Schwefeldampf | 6,63378 | 8,58165 | | Schwefelwasserstoff | 1,17475 | 1,51969 | | Joddampf | 8,76760 | 11,34203 | | Bromdampf | 5,52605 | 7,14866 | | Chlor | 2,45052 | 3,17007 | | Stickstoff | 0,96776 | 1,25192 | | Ammoniak | 0,58753 | 0,76005
$Tabelle$ 6.
Vergleichung der Grade des Quecksilberthermometers mit denen des Luftthermometers.
Nach Dulong und Petit.
Grade Grade Grade Grade des des des des Quecksilber- Luft- Quecksilber- Luft- thermometers. thermometers. thermometers. thermometers.
105 104,8 220 216,2 110 109,6 230 225,9 120 119,5 240 235,4 130 129,2 250 245,0 140 139,0 260 254,6 150 148,7 270 264,0 160 158,4 280 273,5 170 168,0 290 283,2 180 177,7 300 292,7 190 187,4 320 311,6 200 197,0 340 330,5 210 206,7 350 340,0
Nach Magnus.
Grade des Grade des Quecksilberthermometers. Luftthermometers.
100 100,00 150 148,74 200 197,49 250 245,39 300 294,51 330 320,92
Nach Regnault.
Luftthermometer. Quecksilberthermometer.
0 0 50 50,2 100 100,0 150 150,0 200 200,0 250 250,3 300 301,2 325 326,9 350 353,3
* * * * *
Alphabetisches Register[174].
[174] In dem Register ist bei Trennung eines Körpers von dem anderen, der in der Gruppenreihe tiefer stehende stets zuerst genannt. Man hat also z. B., wenn man suchen will, wie Eisen von Kalk zu trennen sei, Eisen aufzusuchen etc.
A.
Abdampfen 51.
Abreiben 32.
Abwägen der Substanz 41.
Acidimetrie 449-456.
Ackererde, Analyse 518.
Aether, als Reag. 74.
Alaun, Anal., als Uebungsaufgabe 546.
Alkalien, Bestimmung des Gehaltes an freien oder kohlensauren 457-466.
Alkalimetrie 457-466.
Alkalische Erden, Trennung derselben von einander 279.
Alkohol, als Reag. 74.
Ammon, als Reag. 80. -- Bestimmung 138. -- -- in Mineralwassern und anderen Gewässern 437. -- bernsteinsaures, als Reag. 81. -- kohlensaures, als Reag. 80. 84. -- molybdänsaures, als Reag. 82. -- oxalsaures, als Reag. 81. -- phosphorsaures, als Reag. 81. -- Trennung von Kali 275. -- -- von Natron 275.
Ammoniumplatinchlorid, Eigenschaften und Zusammensetzung 95.
Ammonmagnesia, arsensaure, Eigenschaften und Zusammensetzung 122. -- phosphorsaure, Eigenschaften u. Zusammensetzung 100.
Analyse, Berechnung derselben 392. -- indirecte 400.
Antimon, Eigenschaften 120. -- Trennung von den Basen der Gruppen I-V. 318. -- Trennung von Gold 324. -- -- von Platin 324. -- -- von Zinn 324.
Antimonige Säure, Eigenschaften u. Zusammensetzung 120.
Antimonoxyd, Bestimmung 204.
Antimonsulfür, Eigenschaften und Zusammensetzung 119.
Arsen, Trennung von Antimon 324. -- -- von den Basen der Gruppen I-V. 318. -- Trennung von Gold 324. -- -- von Platin 324. -- -- von Zinn 324.
Arsenige Säure, Analyse, als Uebungsaufgabe 545. -- Bestimmung 210. -- und Arsensäure, Trennung von den anderen Säuren der Gruppe I 329. -- und Arsensäure. Trennung von einander 324.
Arsensäure, Bestimmung 210.
Arsensulfür, Eigenschaften und Zusammensetzung 121.
Aschen, Darstellung und Analyse 501.
Atmosphärische Luft, Analyse 533.
Atomgewichtsbestimmung organischer Verbindungen 386.
Auflösung 47.
Aufschliessung 47.
Ausgiessen 55.
Auswahl der Substanz 30.
Auswaschen 62.
Auswaschflaschen 63.
B.
Baryt, Bestimmung 142. -- Trennung von den Alkalien 279. -- kohlensaurer, als Reag 81. -- -- Eigenschaften und Zusammensetzung 96. -- salpetersaurer, als Reag. 80. -- schwefelsaurer, Eigenschaften und Zusammensetzung 96.
Barythydrat, als Reag. 84.
Barytwasser als Reag. 81.
Belege, analytische 561.
Berechnung der Analyse 392.
Beuteln 32.
Blausäure, Bestimmung 260.
Blei, Trennung von den Basen der Gruppe I-IV. 309. -- Trennung von Quecksilber 312. -- -- von Silber 312.
Bleiglanz, Analyse 493.
Bleioxyd, als Reag. 83. -- Bestimmung 180. -- Eigenschaft und Zusammensetzung 111. -- arsensaures, Eigenschaften 121. -- borsaures, Eigenschaften 127. -- chromsaures, als Reag. 86. -- -- Eigenschaften und Zusammensetzung 123. -- essigsaures, als Reag. 83. -- -- Analyse, als Uebungsaufgabe 545. -- kleesaures, Eigenschaften 111. -- kohlensaures, Eigenschaften 110. -- phosphorsaures, Eigenschaften 124. -- schwefelsaures, Eigenschaften und Zusammensetzung 111.
Blutlaugensalz, gelbes und rothes, Bestimmung 476.
Bodenarten, Analyse 518.
Borax, als Reag. 84.
Borsäure, Bestimmung 231. -- Trennung von den anderen Säuren der Gruppe I 329-333. -- Trennung von den Basen 232.
Braunstein, Bestimmung seines Gehaltes 472-476.
Brom, Bestimmung des freien 253. -- Trennung von Chlor 337. -- -- von den Metallen 253.
Bromsilber, Eigenschaften und Zusammensetzung 128.
Bromwasserstoffsäure, Bestimmung 251. -- Trennung von den Säuren der Gruppe I 334.
Bürette 27.
C.
Cadmium, Trennung von den Basen der Gruppe I-IV 309. -- Trennung von Blei 312. -- -- von Kupfer 312. -- -- von Quecksilber 312. -- -- von Silber 312. -- -- von Wismuth 312. -- -- von Zink, als Uebungsaufgabe. 550.
Cadmiumoxyd, Bestimmung 199. -- reines und kohlensaures, Eigenschaft. und Zusammensetzung 117.
Chlor, als Reag. 81. 85. -- Bestimmung des freien 251. -- -- in organischen Substanzen 384. -- Trennung von den Metallen 249.
Chlorammonium, als Reag. 75. -- Eigenschaft. und Zusammensetzung 94.
Chlorbaryum, als Reag. 80.
Chlorblei, Eigenschaft, und Zusammensetzung 112.
Chlorcalcium, als Reag. 83. 88.
Chlorige Säure, Bestimmung 272.
Chlorimetrie 466-472.
Chlorkalium, Eigenschaft. und Zusammensetzung 92.
Chlorkalk, Bestimmung seines Gehaltes 466-472.
Chlornatrium, Analyse, als Uebungsaufgabe 545. -- Eigenschaft. und Zusammensetzung 94.
Chlorsäure, Bestimmung und Trennung von den Basen 272. -- Trennung von anderen Säuren 340.
Chlorsilber, Eigenschaft. und Zusammensetzung 109.
Chlorwasserstoffsäure als Reag. 74.
Chlorwasserstoffsäure, Bestimmung 247. -- Trennung von den Säuren der Gruppe I 334.
Chromeisenstein, Analyse 298. 300.
Chromoxyd, Bestimmung 154. -- Eigenschaft. und Zusammensetzung 102. -- Trennung von den Alkalien 284. -- -- von den alkalischen Erden 285. -- -- von Thonerde 288. 293.
Chromsäure, Bestimmung 215. -- Trennung von den Basen 217. -- -- von den anderen Säuren der Gruppe I, 329-333.
Cyan, Trennung von Jod, Brom und Chlor 340. -- Trennung von den Metallen 261.
Cyankalium als Reag. 80.
Cyansilber, Eigenschaft. und Zusammensetzung 110.
Cyanwasserstoffsäure, Bestimmung 260. -- Trennung von den Säuren der Gruppe I 334.
D.
Dampfdichte, Berechnung 412.
Dämpfe, Bestimmung ihres specif. Gew. 387.
Decantation 57.
Dextrin, Bestimmung 495.
Dolomite, Analyse 484.
Düngerarten, Analyse 428.
E.
Eisen, Bestimmung, als Uebungsaufgabe 544. -- maassanalytische Bestimmung in Eisenerzen 491. -- Trennung von den Alkalien 289. -- -- von den alkalischen Erden 290. 306. -- Trennung von Chromoxyd 294. -- -- von Kobalt 294. -- -- von Mangan 294. 306. -- -- von Mangan, als Uebungsaufgabe 549. -- Trennung von Nickel 294. -- -- von Thonerde 294. 306. -- -- von Thonerde, als Uebungsaufgabe 549. -- Trennung von Zink 294.
Eisenchlorid als Reag. 83.
Eisenerze, Analyse 487.
Eisenoxyd, Bestimmung 169. -- Eigenschaft. und Zusammensetzung 108. -- arsensaures, Eigenschaft. und Zusammensetzung 122. -- bernsteinsaures, Eigenschaft. 109. -- phosphorsaures, Eigenschaft. und Zusammensetzung 124.
Eisenoxydul, Bestimmung 164. -- schwefelsaures, als Reag 81. -- Trennung von Eisenoxyd 294.
Elementaranalyse, organische 342. -- organische, von Chlor enthaltenden Körpern 384. -- organische, von schwefelhaltigen Körpern 380. -- organische, von stickstofffreien flüchtigen, oder bei 100° verändert werdenden festen Körpern 364. -- organische, von stickstofffreien, flüchtigen flüssigen Körpern 365. -- organische, von stickstofffreien, nicht flüchtigen, leicht verbrennlichen, festen Körpern 347. 358. -- organische, von stickstofffreien, nicht flüchtigen, schwer verbrennlichen, festen Körpern 360. -- organische, von stickstofffreien, nicht flüchtigen, flüssigen Körpern 367. -- organische, von stickstoffhaltigen Körpern 368. -- organische, von Substanzen, welche unorganische Körper enthalten 385.
Essigsäure, als Reag. 75.
Exsiccatoren 35.
F.
Fällung 56.
Feldspath, Analyse, als Uebungsaufgabe 552.
Ferridcyankalium, Bestimmung 476.
Ferrocyan-Verbindungen, Analyse 262.
Ferrocyankalium, Bestimmung 476.
Filterschablonen 59.
Filtration 58.
Filtrirgestell 60.
Filtriren 60.
Fluor, Trennung von den Metallen 235. -- -- von Kieselsäure und von Phosphorsäure 330.
Fluorcalcium, als Reag. 83. -- Eigenschaft. und Zusammensetzung 127.
Fluorwasserstoffsäure, Bestimmung 235. -- Trennung von den anderen Säuren der Gruppe I, 329-333.
Formeln, Aufstellung empirischer 404. -- -- rationeller 407. 410.
G.
Galmei, Analyse 494.
Gase in Mineralwassern, Analyse 439.
Gewässer, natürliche, Analyse 419.
Gewichte 15.
Gewichtsbestimmung 10. -- der Körper im Allgemeinen 130.
Glühen der Niederschläge 67. -- von durch Abdampfen erhaltenen Salzmassen 55.
Gold, Eigenschaft. 118. -- Trennung von den Basen der Gruppen I-V, 318.
Goldchlorid, als Reag. 82.
Goldoxyd, Bestimmung 200.
Guano, Analyse 530.
Gyps, Bestimmung der Löslichkeit, als Uebungsaufgabe 556.
I.
Indirecte Analysen, Berechnung der Resultate 400.
Jod, Bestimmung des freien 257. -- Trennung von Brom und Chlor 338. 339. -- Trennung von Chlor, als Uebungsaufgabe 551. -- Trennung von den Metallen 256.
Jodsilber, Eigenschaft, und Zusammensetzung 128.
Jodwasserstoffsäure, Bestimmung 253. -- Trennung von den Säuren der Gruppe I. 334.
K.
Kali, als Reag. 80. 88. -- Bestimmung 133. -- chlorsaures als Reag. 86. -- chromsaures, Analyse, als Uebungsaufgabe 548. -- salpetersaures, als Reag. 84. -- -- Eigenschaft. und Zusammensetzung 92. -- saures schwefelsaures, als Reag. 84. -- schwefelsaures, Eigenschaft. und Zusammensetzung 91.
Kaliumplatinchlorid, Eigenschaft. und Zusammensetzung 92.
Kalk, Bestimmung 146. -- kohlensaurer, Analyse als Uebungsaufgabe 546. -- kohlensaurer, Eigenschaft. und Zusammensetzung 98. -- maassanalytische Bestimmung in Kalksteinen 485. -- oxalsaurer, Eigenschaft. und Zusammensetzung 99. -- phosphorsaurer, Analyse, als Uebungsaufgabe 548. -- schwefelsaurer, Eigenschaft. und Zusammensetzung 98. -- Trennung von den Alkalien 279. -- -- von Baryt 282. -- -- von Strontian 282.
Kalksteine, Analyse 484.
Kieselfluorbaryum, Eigenschaft. und Zusammensetzung 96.
Kieselfluorwasserstoffsäure als Reag. 82.
Kieselsäure, Bestimmung 242. -- Eigenschaften und Zusammensetzung 128. -- Trennung von den anderen Säuren der Gruppe I. 329-333. -- Trennung von den Basen. 242.
Kieselsäurehydrat, Eigenschaft. und Zusammensetzung 127.
Kieselzinkerz, Analyse 494.
Kobalt, metallisches, Eigenschaft, 107. -- Trennung von den Alkalien 289. -- -- von den alkalischen Erden 290. -- Trennung von Chromoxyd 294. -- -- von Mangan 294. -- -- von Nickel 294. -- -- von Thonerde 294. -- -- von Zink 294.
Kobaltoxydul, Bestimmung 162. -- schwefelsaures, Eigenschaft. und Zusammensetzung 107.
Kobaltoxyduloxyd, Eigenschaft. und Zusammensetzung 107.
Kobaltoxydulhydrat, Eigenschaft. 106.
Kochsalz, Analyse 480.
Kochsalz, Bestimmung der Löslichkeit, als Uebungsaufgabe 556.
Kohlensäure der atmosphärischen Luft, Bestimmung 533. -- Bestimmung 236. -- -- in Mineralwassern 435. -- Trennung von den anderen Säuren der Gruppe I. 329-333. -- Trennung von den Basen 237.
Kohlenstoff, Bestimmung in stickstofffreien Substanzen 347-368. -- Bestimmung in stickstoffhaltigen Substanzen 368.
Königswasser, als Reag. 76.
Kupfer, als Reag. 82. 87. -- Eigenschaft. 115. -- maassanalytische Bestimmung in Kupfererzen 492. -- Trennung von den Basen der Gruppe I-IV. 309. -- Trennung von Blei 312. -- -- von Quecksilber 312. -- -- von Silber 312. -- -- von Wismuth 312.
Kupferkies, Analyse 492.
Kupferoxyd, als Reag. 85. -- Bestimmung 192. -- Eigenschaft, und Zusammensetzung 114.
Kupfervitriol, Analyse, als Uebungsaufgabe 547.
L.
Löslichkeitsbestimmungen, als Uebungsaufgaben 556.
Luft, Analyse 533.
Luftbad 38.
M.
Maassanalyse 71.
Magnesia, Bestimmung 149. -- Eigenschaft. und Zusammensetzung 101. -- pyrophosphorsaure, Eigenschaft. und Zuzammensetzung 100. -- schwefelsaure, Analyse; als Uebungsaufgabe 547. -- schwefelsaure, als Reag. 83. -- -- Eigenschaften und Zusammensetzung 99. -- Trennung von den Alkalien 279. -- -- von Baryt 282. -- -- von Kalk 282. -- -- -- als Uebungsaufgabe 549. -- -- von Natron, als Uebungsaufgabe 549. -- -- von Strontian 282.
Mangan, Trennung von den Alkalien 289.
Mangan, Trennung von den alkalischen Erden 290. -- Trennung von Chromoxyd 293. -- -- von Thonerde 293. 306. -- -- von Zink 293.
Manganoxydul, Bestimmung 158. -- kohlensaures, Eigenschaften 104. -- schwefelsaures, Eigenschaften und Zusammensetzung 105.
Manganoxydulhydrat, Eigenschaften 104.
Manganoxyduloxyd, Eigenschaften und Zusammensetzung 105.
Mechanische Zertheilung 30.
Mergelarten, Analyse 484.
Messen der Gase 21. -- von Flüssigkeiten 26.
Messgefässe 28.
Messing, Analyse, als Uebungsaufgabe 451.
Milchzucker, Bestimmung 495.
Mineralwasser, Analyse 422. -- Bestimmung ihres specif. Gewichts 430.
Mittlere Werthe 402.
Molybdänsäure-Ammon, phosphorsaures, Eigenschaften und Zusammensetzung 126.
N.
Natrium-Palladiumchlorür, als Reag. 83.
Natrolith, Analyse, als Uebungsaufgabe 551.
Natron, als Reag. 80. -- Bestimmung 136. -- doppelt-kohlensaures, als Reag. 87. -- essigsaures, als Reag. 82. -- kohlensaures, als Reag. 80. 83. -- -- Analyse, als Uebungsaufgabe 546. -- -- Eigenschaften und Zusammensetzung 94. -- salpetersaures, als Reag. 84. -- -- Eigenschaften und Zusammensetzung 94. -- schwefelsaures, Eigenschaften und Zusammensetzung 93. -- schwefligsaures, als Reag. 82. -- Trennung von Kali 275. -- -- von Kali, als Uebungsaufgabe 549.
Natronkali, kohlensaures, als Reag. 83.
Natron-Kalk, als Reag. 87.
Nickel, Trennung von den Alkalien 289. -- -- von den alkalischen Erden 290. -- Trennung von Chromoxyd 293. -- -- von Mangan 293. -- -- von Thonerde 293. -- -- von Zink 293.
Nickeloxydul, Bestimmung 160. -- Eigenschaften und Zusammensetzung. 106.
O.
Oelbäder 38.
Operationen 9.
Organische Substanzen, qual. Prüfung 344.
Oxalsäure, Bestimmung 233. -- Trennung von den anderen Säuren der Gruppe I. 329-333. -- Trennung von den Basen 234.
P.
Palladiumjodür, Eigenschaften und Zusammensetzung 129.
Pflanzenaschen, Analyse 501. 507. -- Darstellung 504.
Phosphor, Bestimmung in organischen Substanzen 383. -- Nachweisung in organischen Körpern 346.
Phosphorsäure, Bestimmung 220. -- Trennung von den anderen Säuren der Gruppe I. 329-333. -- Trennung von den Basen 225. -- -- von Eisen und Kalk, als Uebungsaufgabe 550.
Pipette 26.
Platin, Eigenschaften 118. -- Trennung von den Basen der Gruppen I-V. 318. -- Trennung von Gold 324.
Platinchlorid, als Reag. 82.
Platinoxyd, Bestimmung 202.
Pottasche, Bestimmung ihres Gehaltes 457-466.
Pulvern 30.
Q.
Quantitätsbestimmung 2.
Quecksilber, Eigenschaft. 112. -- Trennung von den Basen der Gruppen I-IV. 309. -- Trennung von Blei, als Uebungsaufgabe 550. -- Trennung von Silber 312.
Quecksilberchlorid, Analyse, als Uebungsaufgabe 548. -- als Reag. 82.
Quecksilberchlorür, Eigenschaft. und Zusammensetzung 113.
Quecksilberoxyd, als Reag. 82. -- Bestimmung 187. -- Eigenschaft. und Zusammensetzung 114.
Quecksilberoxydul, Bestimmung 187. -- phosphorsaures, Eigenschaft. 126. -- Trennung von Quecksilberoxyd 312.
Quecksilbersulfid, Eigenschaft. und Zusammensetzung 113.
R.
Reagentien 73.
Reductionen bei Gasanalysen, betreffend Thermometerstand, Barometerstand und Spannung des Wasserdampfes 394. 395.
Reiben 31.
Rohrzucker, Bestimmung 495.
S.
Salmiak, Analyse, als Uebungsaufgabe 554.
Salpetersäure, als Reag. 75. -- Bestimmung und Trennung von den Metallen 269. -- Trennung von anderen Säuren 340.
Salzsäure, Bestimmung 247.
Sauerstoff der atmosphärischen Luft. Bestimmung 536.
Säuren, Bestimmung des Gehaltes an freien 449-456.
Schiesspulver, Analyse 481.
Schiesspulverrückstände, Analyse 336.
Schlämmen 32.
Schnellloth, Analyse, als Uebungsaufgabe 553.
Schwefel, Bestimmung in organischen Substanzen 380. -- Nachweisung in organischen Körpern 345. -- Trennung von den Metallen 264.
Schwefelammonium, als Reag. 80.
Schwefelblei, Eigenschaften und Zusammensetzung 112.
Schwefelcadmium, Eigenschaften und Zusammensetzung 117.
Schwefeleisen, Analyse, als Uebungsaufgabe 548. -- Eigenschaften 108.
Schwefelgold, Eigenschaften 118.
Schwefelkobalt, Eigenschaften u. Zusammensetzung 107.
Schwefelkupfer, Eigenschaften und Zusammensetzung 115.
Schwefellebern, Analyse. 336.
Schwefelmangan, Eigenschaft. 105.
Schwefelnatrinm als Reag. 80.
Schwefelnickel, Eigenschaft. 106.
Schwefelplatin, Eigenschaft. 119.
Schwefelsäure, als Reag. 75. -- Bestimmung 218. -- Trennung von den anderen Säuren der Gruppe I. 329-333. -- Trennung von den Basen 220.
Schwefelsilber, Eigenschaft. und Zusammensetzung 110.
Schwefelwasserstoff, als Reag. 76.
Schwefelwasserstoff, Bestimmung 263. -- Trennung von den Salzbildnern 340. -- -- von den Säuren der Gruppe I. 334.
Schwefelwismuth, Eigenschaft. und Zusammensetzung 116.
Schwefelzink, Eigenschaft. 104.
Silber, Bestimmung in Bleierzen 493. 494. -- Eigenschaft. 109. -- Trennung von den Basen der Gruppe I-IV. 309.
Silberoxyd, Bestimmung 173. -- phosphorsaures, Eigenschaft. und Zusammensetzung 125. -- salpetersaures, als Reag 81.
Silicate, Analyse gemengter 482.
Soda, Bestimmung ihres Gehaltes 457-466.
Specifisches Gewicht der Dämpfe. Bestimmung 387.
Spritzflaschen 62.
Stärkemehl. Bestimmung 495.
Stickgas, Eigenschaft. 95.
Stickstoff der atmosphärischen Luft, Bestimmung 536. -- Bestimmung in organischen Substanzen 369-380. -- Nachweisung in organischen Körpern 344.
Stossen 31.
Strontian, Bestimmung 144. -- kohlensaurer, Eigenschaft. und Zusammensetzung 97. -- schwefelsaurer, Eigenschaft. und Zusammensetzung 97. -- -- Trennung von den Alkalien 279. -- -- von Baryt 282.
T.
Thone, Analyse 484.
Thonerde, Bestimmung 152. -- Eigenschaft. und Zusammensetzung 102. -- Trennung von den Alkalien 284. -- -- von den alkalischen Erden 285. 306. -- Trennung von Magnesia, als Uebungsaufgabe 550.
Thonerdehydrat, Eigenschaft. 101.
Tiegelzange 69.
Traubenzucker, Bestimmung 495.
Trocknen 33. -- der Niederschläge 65.
U.
Ueberschuss bei Analysen 402.
Uebungsaufgaben 543.
Unorganische Körper, Bestimmung in organischen Substanzen 385.
Unorganische Substanzen, Nachweisung in organischen Körpern 346.
Unterchlorige Säure. Bestimmung 272.
V.
Verlust bei Analysen 402.
Volumbestimmung 21.
W.
Wage 10.
Wägen 17.
Walderde, Analyse 518.
Wasser (Quell-, Brunnen-, Bach-, Fluss-), Analyse 419. -- (Mineralwasser). Analyse 422. -- als Reag. 74.
Wasserbäder 35. 51.
Wasserbestimmung 42.
Waschflaschen 62.
Wassergehalt der atmosphärischen Luft, Bestimmung 533.
Wasserstoff, Bestimmung in stickstofffreien Substanzen 347-368. -- Bestimmung in stickstoffhaltigen Substanzen 368.
Wasserstoffgas, als Reag. 84.
Weinsteinsäure, als Reag. 82.
Wismuth, Trennung von den Basen der Gruppen I-IV. 309. -- Trennung von Blei 312.
Wismuth, Trennung von Quecksilber 312. -- -- von Silber 312.
Wismuthoxyd, Bestimmung 197. -- Eigenschaft. und Zusammensetzung 116. -- kohlensaures, Eigenschaft. 116.
Z.
Zink, Trennung von den Alkalien 289. -- -- von den alkalischen Erden 290. -- -- von Chromoxyd 293. -- -- von Thonerde 293.
Zinkblende, Analyse 495.
Zinkerze, Analyse 494.
Zinkoxyd, Bestimmung 156. -- Eigenschaft, und Zusammensetzung 103. -- kohlensaures, Eigenschaft. und Zusammensetzung 103.
Zinn, Trennung von den Basen der Gruppen I-V. 318. -- Trennung von Gold 324. -- -- von Platin 324.
Zinnchlorür, als Reag. 82.
Zinnoxyd, Bestimmung 206. -- Eigenschaft, und Zusammensetzung 120. -- phosphorsaures, Eigenschaft. 125.
Zinnoxydul, Bestimmung 206.
Zinnsulfür und Sulfid, Eigenschaft. 121.
Zucker, Bestimmung. 495.
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